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Vorlesungen aus dem „28 Übungen“-Zyklus:

Neuere Vorlesungen

 

Kurze Videoclips

vom 04.02.2017

vom 19.11.2017

vom 24.12.2017

Der Jerusalem-Knoten

vom 14.07.2018

Über die Organtransplantation

Diskussionsbeitrag beim Runden Tisch „Die Seelenverwandtschaft“, Varna, 3.11.2019

Über die Seelenverwandtschaft

Vorlesungen in Englisch

The Path Towards the Self”, “The Bodhisattvas” and “Archangel Michael’s Method for Communicating with the Spiritual World” – Combined Works by Dimitar Mangurov  

 

Die Auferweckungen der Zeitenwende und die Inkorporation Ahrimans

     vorgetragen von Dimitar Mangurov am 4.4.2020 in Varna

Link zum Video

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Der heutige Lazarustag[1], der 4.4.2020, ist besonders geeignet, zwei Videovorträge aufzuzeichnen – der erste hat den Titel „Die Auferweckungen der Zeitenwende und die Inkorporation Ahrimans“ und der zweite – „Warum das Coronavirus von China aus seinen Gang nahm?“. Der erste Vortrag wurde bei unserem letzten Treffen angekündigt, als wir über die „Apokalypse“ des Evangelisten Johannes sprachen und den zweiten hat die sich vor unseren Augen entfaltende Situation in der Welt angeregt. Nun werden wir versuchen, aus einem anderen Blickwinkel die Ereignisse zu betrachten, die sich vor ca. 2000 Jahren zugetragen haben und endlose Geheimnisse hüten, um eine Brücke zum bevorstehenden Eintritt Ahrimans in einen Menschenleib zu schlagen. Dieser Eintritt steht in direktester Verbindung zur gegenwärtigen Prüfung, der die gesamte Menschheit durch das Virus, das aus China kam, unterzogen wird. Als eine rechtzeitige Hilfe betrachte ich das neulich erschienene Buch des russischen Anthroposophen Gennadij Bondarew „Und ihr werdet die Wahrheit erkennen …“, das hoffentlich nicht das letzte in seinem Leben sein wird!

Die enorme Vielschichtigkeit und Kompliziertheit der Ersten Ankunft Christi erfordert, dass sich unser Bewusstsein unbedingt möglichst hoch erhebt, so dass wir verfolgen können – wenn auch zusammengefasst – wie es zur Notwendigkeit des Golgatha-Opfers kam. Das würde uns wenigstens einen Schritt näher an das Gewahrwerden der Folgen dieses Opfers für die Menschheit und das ganze Weltall bringen. Gleichzeitig wird uns auch die Rolle der sog. dunklen Mächte in der höchsten Vorsehung, die zur Realisierung von den Höhen des väterlichen Weltengrundes herabsteigt, immer klarer werden.

Vor dem Beginn des Zyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan „kam“ der väterliche Weltengrund aus dem Mahaparipralaya-Zustand zu einer Uroffenbarung „heraus“, die im Osten ‚Mahaparinirvana‘ genannt wird. Diese entfaltete sich in drei Etappen, die noch keine Evolution darstellten, sondern gleichsam die drei göttlichen Hypostasen „ordneten“, damit sie zur Handlung „nach draußen“ in der Gestalt der drei Logoi Atma, Buddhi und Manas und unter der Führung des anfänglichen Logos-Christus herausgehen konnten, der das makrokosmische Ich-bin-Prinzip im Weltall trägt und als dessen Allerhalter wirkt. Der väterliche Weltengrund offenbarte sich im Mittelpunkt eines Kreises, der Kreis zog sich zu einer Ellipse mit zwei Punkten an beiden Enden zusammen. Diese Punkte stellten den Ort der Manifestation Gott des Vaters und Gott des Heiligen Geistes dar. Doch damit die Entwicklung in Bewegung kommen konnte, musste die Ellipse „gezwirnt“

Und zu zwei Schlaufen der Lemniskate werden, was seinerseits einen dritten Punkt zwischen diesen beiden Punkten hervorbrachte, in dem sie aufeinander treffen und ineinander übergehen können. Auf diese Art kam die Hauptachse im Evolutionszyklus im Sinne seines Herabstiegs zur Materialisierung des Geistes zustande, wobei das Erreichen einer bestimmten Grenze die Einleitung des entgegengesetzten Prozesses der Vergeistigung bewirkte. Das Leben des Weltalls bewegt sich auf einer Lemniskate, doch das Neue entsteht immer im Mittelpunkt – dem Punkt des Sohnesgottes. Als Erster Logos strahlte der Vatergott über die Throne opfervoll die Substanz der Welt aus, die ein bewusstes Allbewusstsein darstellte. Darauf nahmen die Hierarchiewesen ihre Plätze auf der Weltachse ein, um ihrerseits diese Substanz entsprechend der vom Gott dem Heiligen Geist getragenen Idee des Zyklus zu verinnerlichen. Sofern der Prozess durch die Bewegung der Evolution in der Zeit begleitet wird, entsteht eine weitere Waagerechtachse und sie schneidet die Senkrechtachse im Mittelpunkt, in dem das Mysterium der Verinnerlichung der Substanz stattfindet. Auf diese Weise wurde das Hauptstrukturkreuz der Welt „aufgestellt“, auf dem die Weltenseele, d.h. das Leben der Seele gekreuzigt wird, das nach der Idee der Welt organisiert wird und funktioniert. Die Entwicklung selbst, in der Substanz, Leben und Idee in den verschiedensten Formen auftreten, hat die Form einer Ellipse oder eines Kelchs angenommen, in dem sich die Hypostase des Sohnes entlang den beiden Kreuzachsen offenbart und als Christus und das Ich-bin dieses Kreuz auch auf sich genommen hat, um es während der Erfüllung Seiner Aufgabe im gegenwärtigen Zyklus und bei der Vorbereitung des nächsten Zyklus zu tragen. Der Erdenmensch ist aufgerufen, Haupthelfer Christi bei dieser äußerst schwierigen Aufgabe zu werden, die unter den Bedingungen immer anwachsender Konfrontation zwischen den hellen und dunklen Mächte im Weltall erfüllt werden muss. Welche sind diese Mächte und was stellt eigentlich das Weltall dar?

Jeder „Rückzug“ Gottes bedeutet die Entfaltung des luziferischen Prinzips zu immer weiteren Lebenssphären. Deshalb übernahmen die luziferischen Götter mit großer Begeisterung und Zuversicht die Offenbarung bzw. „Ausatmung des väterlichen Weltengrundes“, um während der ersten drei Äonen das geistige Weltall zu schaffen. Seit dem vorherigen Zyklus besaßen sie ein eigenes Ich, doch je weiter sie fortschritten und sich vom Ausgangspunkt entfernten, desto mehr „erschöpften“ sie sich und näherten sich der Grenze, wo die Uroffenbarung zur „Einatmung“ und Rückkehr in die Höhen ihres Urquells übergehen sollte, was die Wesen mit Begeisterung wegen des Einswerdens mit der All-Einheit erfüllte. Im irdischen Äon ist diese Grenze unser Sonnensystem und vor allem der Planet Erde. Indem sich die luziferischen Götter, die im alten Thrakien und danach im alten Griechenland ‚apollonische Götter‘ genannt wurden, in der oberen Schlaufe der Lemniskate bewegten und dem Ende des Weltalls zustrebten, stießen sie in einem bestimmten Zeitpunkt auf ein gewisses „Stauben“, auf etwas Mineralisches, was der Eingriff ahrimanischer Wesen bewirkt hatte. Die zwei Arten von  Widersachermächten nahmen Platz auf beiden Seiten der zwei Achsen des Weltenkreuzes und wirkten polarisch entgegengesetzt. Doch die makrokosmische Bildung des irdischen Äons und der besagten materiellen Grenze war das Ergebnis hauptsächlich der anwachsenden Polarisierung zwischen dem oberen Weltall der apollonischen Götter, das in der Schlaufe des Heiligen Geistes mit Blick auf die zukünftigen Äonen entstanden war und des unteren Weltalls, das in der Schlafe des Vaters lag, wo sich die im alten Thrakien ‚chthonisch‘, also ‚unterirdisch‘ genannten Götter aufhalten und wirken. Sie sind die ursprünglichen, wahren Götter, denen die „oberen“ Götter lediglich als Spiegel zur Selbsterkenntnis dienten, eine Art Vertretung der „unteren“ Götter bildeten. Letztere überließen es ihnen, die Uroffenbarung in den ersten drei Äonen zu entfalten, blieben aber gleichzeitig die Hüter der vergangenen Evolution. Zudem ist in ihrem höheren Bewusstsein das Vorgefühl der zukünftigen drei Äonen enthalten, wenn sie gemäß der Stufe der Entfaltung in ihre Sphäre die apollonischen Götter aufnehmen werden, was zum Verschmelzen in Einheit der höheren Wirklichkeit des Weltalls mit seinem Spiegelbild führen wird. Vorläufig aber besteht diese Grenze zwischen beiden Götterarten. Es war wegen des Aufkommens eines reflektierenden Ich-Selbstbewusstseins beim Menschen absolut notwendig, dass sich eine solche Grenze herausbildete. Gott hatte nämlich geplant, eine neue Hierarchie mit Eigenschaften zu schaffen, die nur Er selbst besitzt. Dazu soll in den Wesen dieser Hierarchie die Liebe mit dem freien Willen vereinigt werden, damit Gutes entsteht, das keiner der anderen Hierarchien bekannt ist. Zu diesem Zweck musste Gott die Herabsenkung Seines wesentlichen Bewusstseins bis zum Nichtsein ertragen. Aus diesem Grund wurde das Böse zum unvermeidlichen Begleiter des Guten. Während im vorigen Zyklus, als die Entwicklung nur im aufsteigenden Bewusstseinsstrom verlief und wir schließen können, dass die Liebe von der Liebe angenommen wurde, herrscht in unserem Zyklus eine Trennung zwischen Weisheit und Liebe vor und ihre „Verheiratung“ in der Wahrheit wird von unermesslichen Leiden der Menschheit begleitet und die Liebe kann sogar abgelehnt werden.

Das anfängliche bewusste Allbewusstsein, das auf dem alten Saturn unserem physischen Leib als Geistesmensch eingepflanzt wurde, verwandelte sich in unser niederes Ich; die damalige Seelenwärme „erlosch“ und nahm die Form des toten Mineralreichs an. Einerseits schloss sich das „Tor“ unseres Ich-Selbstbewusstseins für den freien Durchgang des Lebens, denn die ursprüngliche Lemniskate des Weltalls in der Schöpfung nahm die Form der theoretisch-erkenntnismäßigen Lemniskate der uns bekannte dialektischen Logik an; andererseits erschien auch das „Tor der Natur“ in der Gestalt des Planeten Erde und dieses Tor wurde für das menschliche Bewusstsein unüberwindbar. Es kam die „Götterdämmerung“. Die Wechselbeziehung zwischen Substanz, Leben und Idee im Zyklus brach ab und die Schaffung neuer Formen, in denen das Leben evolvieren konnte, wurde blockiert. Die versteinerte Erde bildete sich in der „Niemandssphäre“ aus, in der sich die obere und niedere Sphäre schneiden und einander teilweise überlagern. Dort ist der Schnittpunkt der beiden Achsen des Weltenkreuzes. Die Lösung der Weltenkonfrontation zwischen der „oberen“ und „unteren“ Götter wurde gänzlich auf unseren Planeten und den Menschen übertragen. Gemäß den Gesetzen, die sie bedingen, ist die Erdenbildung „linsenförmig“, wobei die eine „Oberfläche“ von den apollonischen Göttern gebildet wird. Das ist der Vorhang, der uns für unsere Sinnesorgane gegeben wurde. Er ist verdichtete Illusion, denn hinter diesem Vorhang gibt es keine Materie, er stellt nur ein Phänomen dar, hinter dem das Geistige steht. Wenn wir vom oberen Zentrum der Lemniskate aus unseren Planeten, der in der Peripherie des Weltalls liegt, betrachten, stellt er eine Art illusorische staubvolle Stelle, ein Nichts dar. Dementsprechend ist der Blick von der Erde aus zum geozentrischen Bild des Weltalls illusorisch. Durch das Aufhalten des Strebens der oberen Schlaufe der Weltlemniskate nach ihrer Vollendung entsteht eine Form, die nur von der Sinneswelt aus betrachtet wie ein Planet aussieht. Das ist eigentlich die materielle Grenze des luziferisch gebildeten Weltalls, weshalb uns bei der Betrachtung von der Erde aus vorkommt, dass das ganze Weltall um uns materiell ist. Wir übertragen einfach die dreidimensionale Wahrnehmung der uns umgebenden Natur auf den ganzen Kosmos.

Das Prinzip der Existenz der Materie „verdichtet“ sich bis zur sichtbaren Form des materiellen Seins als Folge der Wirkung, die aus der unteren Schlaufe der „chthonischen“ Götter kommt, die materielle Grenze aufhebt und die Wirkung des allgemeinen Prinzips der Metamorphose wieder herstellt, das für die von oben abwärts wirkenden luziferischen Götter blockiert wurde. Die andere „Oberfläche“ der „Erdenlinse“ ist nicht einfach materiell, sondern ätherisch-physisch. In ihr zeigt sich die Weltätherität der uranfänglichen Götter gleich nach dem Vorhang der physischen Welt, die das Aussehen der vier Ätherarten hat. Diese vier Ätherarten stellen den geistigen Pol der vier Elemente (im rosenkreuzerischen Sinne) dar und die Elemente zeigen sich ihrerseits in den Aggregatzuständen der Formen aus dem materiellen Sein. Aus diesem Grund fängt laut Rudolf Steiner das Weltall sofort mit der Ätherorganisation an und dort draußen gibt es nichts Physisches. Der blaue Himmel ist der Äther um uns herum, der bewirkt, dass wir ihn sinnlich wahrnehmen können. Doch eigentlich machen unendlich viele Elementarwesen die Ätherarten in ihrer übersinnlichen Wirklichkeit aus. Diese Wesen haben die Hierarchien hervorgerufen, damit sie an der Peripherie der Weltschöpfung eine Daseinssphäre bilden können, in der das Ich herausgebildet werden kann. Aus diesem Grund ist die Materialisierung der zweiten „Erdenoberfläche“ nicht illusorisch. Sie ist das Erscheinen der peripherischen Elementarkräfte des Weltenäthers und stellt hier vor uns eine Art „Tor der Natur“ dar. Wenn wir durch dieses Tor gehen, treten wir in die Sphäre des Weltenäthers, des Weltenlebens ein und hinter dem äußeren, luziferischen Vorhang der Natur eröffnet sich dem Eingeweihten die ganze vergangene Evolution in den Äonen, die im sog. Kamaloka von der Astralwelt „aufbewahrt“ wird. Das „Nichts“ der Erde verwandelte sich in einen „Stein“, der die auf der Senkrechtachse der Welt abwärts gehenden Entwicklungsprozesse sowie das zweite Weltall verhindert. Für das gesamte Weltall wurde die Erde zu einem Problem, das die freie Atmung der Entstehung behindert, die auf der ganzen Lemniskate verläuft. Insbesondere erlaubt sie der mittleren Kraft, d.h. Christus nicht, die drei vergangenen in drei zukünftige Äonen über das menschliche reflektierende Denken zu verwandeln, das gerade auf der mineralisierten Erde entstanden ist. Damit das Problem gelöst wird und unser Planet nicht von der Evolution abfällt, muss die Waagerechtachse des Weltenkreuzes erhöht, vergeistigt werden. Das bedeutet, das Verhärtete muss aufgeweicht werden. Diese Aufgabe ist äußerst schwierig, denn sie bedeutet, dass die Substanz der Welt metamorphosiert und das Bewusstsein des väterlichen Weltengrundes von der Evolution zu Seiner höchsten Unausgesprochenheit zurückgebracht werden muss. Die große Schwierigkeit kommt daher, dass eine starke Wandlung im Verhalten der luziferischen Wesen eingetreten ist, die uns das logische Denken geschenkt haben. Ihre fortschrittliche Rolle in den vorherigen Äonen machte sie zu „Brüdern“ Christi, doch als sie die „verstaubte“ Erde erreichten, gingen sie tief in sie hinein und wurden zu Verführern des Menschen. An der materiellen Grenze kamen ihnen die ahrimanischen Wesen entgegen, deren Natur eigen ist, das Weltall zurück „einzuatmen“, doch nicht zur All-Einheit des väterlichen Weltengrundes, sondern als ein Akt der Unterschlagung von allem Ausgeatmeten, was auch dem Charakter des egoistischen Selbstbewusstseins des niederen menschlichen Ich entspricht. Beide Arten von Wesen ließen sich im Erdeninneren nieder, in das sich immense Kräfte des Bösen konzentrierten, besonders in den Mittelpunkt der Erde, der mit dem Schnittpunkt des Weltenkreuzes zusammenfällt. Jemand musste die Grenze zwischen dem luziferischen Weltall und dem Weltall der chthonischen Götter überwinden. Letztere können wir auch ‚Götter der Weltmitte’ nennen, die Christus treu blieben. Christus war derjenige, der die Grenze in einer opfervollen Art  „überquerte”, die es nie wieder geben wird und die auf ewig als Urbild bleibt, das nur in bestimmter Weise befolgt, jedoch nicht wiederholt werden kann. An dieser Stelle müssen wir mit Bewunderung und ewiger Dankbarkeit an einen Teil der wichtigen Geheimnisse treten, die im Mysterium von Golgatha verborgen sind.

Wenn der Mensch sich inkarniert, steigt sein individuelles Ich bis zum physischen Leib herab, nachdem es auf der Schlaufe der apollonischen Götter von den Devachans die Astralwelt durchlaufen hat. Stirbt der Mensch, so nimmt das Ich den Rückweg, was jedoch zu einem gewissen Herabsenken des höheren Ich-Selbstbewusstseins führt, das auf der Erde erlangt worden ist. Wenn die Seelen zusammen mit dem Ich herabsteigen, ist die irdische Inkarnation vom Standpunkt der nur auf dem physischen Plan erreichbaren Individualisierung aus eigentlich ein Aufstieg; Wenn das Ich heraustritt, stirbt der Leib, dann kehrt die Seele zuerst ins Kamaloka zurück, um geläutert zu werden und danach in die geistigen Welten aufzusteigen und sich auf ihren nächsten Herabstieg vorzubereiten. Ob sie sich zu den höchsten Geistessphären erhebt, wo die beiden Teile des Weltalls eine Einheit bilden, hängt von ihren Taten auf der Erde ab. Auf dem Weg ins Kamaloka wird sie von einem Extrakt des Astralleibes begleitet; ein Extrakt des Ätherleibes kehrt in die Welt der wahren Götter zurück, wo die Sphäre des Lebens ist. Natürlich bleiben die menschlichen Monaden, die ihrem Wesen nach ein Ich sind, bei ihrer Inkarnation in einem gewissen Sinne Bürger des geistigen Weltalls, da ihnen das Materielle als solches nur äußerlich in den Sinneswahrnehmungen gegeben wird, hinter deren Hülle sie nicht eindringen können. Wenn die Grenze dieser chthonischen Hülle erreicht wird, werden sie zurückgestoßen, d.h. sie sterben und nehmen den Rückweg durch das luziferische Weltall.

Das Mysterium der Jordantaufe vollzog sich auch in der oberen Schlaufe der Weltlemniskate. Als Johannes der Täufer Jesus unter das Wasser tauchte, lösten sich Teile des Astral- und Ätherleibes vom physischen Leib; das Zarathustra-Ich trat heraus und strebte in die Astralwelt und an seine Stelle trat das Christus-Ich hinein, das aus der Sphäre über dem höheren Devachan herabgestiegen und ebenso durch die obere Schlaufe der luziferischen Götter gegangen war. Der Leib starb nicht, im Gegenteil – es folgte eine höchstmögliche Verstärkung des Lebens, das vom kosmischen Bewusstsein Christi erfüllt wurde. Dieser Ich-Lebensgeist sollte in weniger als drei Jahren die drei Leiber Jesu jeweils in Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch verwandeln, d.h. sie vollkommen vergeistigen, nachdem ein kaum vorstellbarer Märtyrerweg zurückgelegt worden war. Für Christus war das auch ein Aufstieg zum Vollbringen Seines höchsten Opfers, denn Er hat dieses Opfer unter Bedingungen vollbracht, die den Hierarchiewesen unbekannt sind. Der Erlöser durchquerte die „verstaubte“ Grenze und trat auf die physisch-ätherische Erdoberfläche, wo der Tod als Mineralisches herrscht. Zum ersten Mal hat ein Hierarchiewesen die äußere Grenze sinnlich gesehen und ihr dabei einen wesentlichen Charakter verliehen. Auf dieser Grenze geschah das Mysterium von Golgatha, mit dem die sinnliche Realität dem Tod entrissen wurde. Wie hat Christus das verwirklicht?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir auf das Innere der Erde und ihre Schichten schauen. Die neunte Schicht bildet den Erdkern, der die Wohnstätte des Planetengeistes ist. Er ist ein Wesen, das in der Vergangenheit solche Entwicklungsstufen erreicht hat, zu denen der Mensch erst in der sechsten und siebten Runde unseres Äons aufsteigen wird. Gegenüber dem Planeten erfüllt dieser Geist eine solche Rolle, die das individuelle ICH gegenüber dem Menschen erfüllt. Wenn wir diese Analogie fortsetzen, können wir sagen, dass die Geister des Zeitlaufs den planetarischen Astralleib bilden und unserem Astralleib entsprechen; die Naturgeister machen den Ätherleib der Erde aus und entsprechen dem menschlichen Ätherleib und die sinnlich wahrnehmbare Welt des Planeten entspricht unserem physischen Leib. Der Planetengeist wirkt im Sinne der wahren Götter, denn sie bewohnen auch das Erdinnere. Der helle Wille der chthonischen Throne kommt bis zum Mittelpunkt der Erde selbst und wir können sagen, dass der Urquell der Handlungen Christi in den drei Jahren gerade der Welt dieser Götter entstammte. Doch die dunklen Geister zieht es auch nach dem Erdkern. Über (bzw. unter) dem Kern befindet sich die achte Schicht, welche den Okkultisten als „Zersplitterer“ bekannt ist und im Neuen Testament ‚Hölle‘ genannt wird. Dort ist alles unharmonisch, rebellisch, amoralisch, der absolute Gegenpol der mit Liebe erfüllten Treue zum Göttlichen, die wir auf dem Buddhi-Plan über dem höheren Devachan finden können, wo sich die Loge der zwölf Bodhisattvas befindet. In der achten Schicht ist ein „völliges Versinken im Persönlichen“ zu beobachten, weshalb das Böse gerade hier seine Substanz bereitet und organisiert, um dann den Weg durch die restlichen Schichten bis zur Oberfläche und den Menschen zu suchen. Es inspiriert die Menschen mit Impulsen, die sie mit Feindseligkeit erfüllen, antisoziale Handlungen verursachen und das individuelle Prinzip atomisieren. Dadurch kommt die Beziehung zwischen Freiheit und Liebe abhanden und wird durch Willkür ersetzt. Diese Willkür verursacht noch nie dagewesene Entstellungen der Normalität, welche uns als globale „Tugenden“ propagiert werden. Diese Schicht ist auch eine Art Spiegelbild des höheren Devachan, jedoch mit dem entgegengesetzten Vorzeichen, da sie aus dem zerfallenen Lebensäther gebildet wird, der in unterphysische Kräfte mit immenser Vernichtungskraft verwandelt wurde. Wir kennen die zerstörende Wirkung der Atomenergie. Aus diesem, dem Devachan gegensätzlichen Reich der Asuras, dem ihr Anführer Asura vorsteht, schöpfen durch bestimmte Rituale diejenigen Menschen Kraft, die sich mit schwarzer Magie befassen.

Die achte Schicht ist auch ein Bestandteil der sog.“achten Sphäre“, die den „Raum“ umfasst, den die Mondbewegung um die Erde bildet. Dabei machen der Planet selbst und sein Satellit nicht diese achte Sphäre aus. Allerdings leben wir ständig in der achten Sphäre, ohne uns dessen bewusst zu sein, denn sie ist nicht mineralisch, sondern stellt visionäre Imaginationen dar. In diesem Sinne ist die achte Sphäre eine Art Rest der alten Mondzeit, als alle Substanzen imaginativ wahrgenommen wurden. In der achten Sphäre sind vergangene Zustände der Welt konserviert, weshalb dort die Freiheit unmöglich ist. Wenn der Mensch Autoritäten befolgt, dem Fatalismus verfällt oder den okkulten Materialismus praktiziert, geht ein Teil von ihm in diese Richtung, denn die mineralische Substanz wurde von der Erde abgetrennt und zurück in den imaginativen Zustand versetzt. Luzifer und Ahriman interessieren sich besonders für unsere edelsten Substanzen – das Gehirn und den Schädel. Ahriman will mit dem Menschen einen neuen Evolutionszyklus einleiten und dabei die achte und neunte Schicht mit unseren Seelen besiedeln. Er hätte keine Chance gehabt, wenn die achte Sphäre nicht in einer Einheit verbunden geblieben wäre mit der planetarischen Gesamtheit der Erde. Doch ein Problem für Ahriman stellt der Umstand dar, dass die Seele nach dem Tod in die entgegengesetzte Richtung ins Kamaloka und nach oben durch die geistigen Welten geht. Aus diesem Grund gehen gegenwärtig nicht mal die am tiefsten im Persönlichen versunkenen Menschen in diese beiden Schichten. Das Kamaloka gehört zur schlechten Astralwelt, die erst in unserem Äon ausgebildet wurde und deckt sich „räumlich“ mit der achten Sphäre, was Ahriman immerhin die Möglichkeit gibt, seine Absichten zu erfüllen. Er bekommt Hilfe auch von den Asuras, die ebenfalls Interesse für diese Sphäre haben. Aber es gibt noch ein wesentliches Hindernis – die achte Sphäre deckt sich räumlich auch mit dem zukünftigen Vulkanzustand. Der Vulkan stellt sowohl das Ende des Zyklus als auch die Erhebung in die Oktave dar, der ein Übergang zum nächsten Zyklus folgt. Aber vorläufig ist er nur eine Idee, die wir noch mit Substanz auszufüllen haben. Im rechtmäßigen Sinne wird die achte Sphäre von den Elohim bewohnt, die in ihr von der Sonne aus wirken und bereits auf den nächsten Zyklus mit Rücksicht auf den Übergang in die Oktave schauen. Und was stellt sich heraus: derselbe „Raum“ erhält die verschiedensten Charakteristika, je nachdem welche Wesen ihn bewohnen und welche Ziele sie verfolgen. Dort hat sich ein so fester Knoten des Kampfes um Einfluss auf den Menschen zusammengebunden und dies ist ein wahrhaft grandioser Anblick. Einzig der Mensch ist in der Lage, diesen Knoten zu lösen.

Das Verbinden der achten Sphäre mit dem Erdinneren ist ein allmählich entstehender Prozess. Wenn der Mensch sich in seinem Erdenleben mit dem unterphysischen höheren Devachan verbindet, entsteht eine Beziehung des Kamaloka mit der achten und neunten Schicht, sowie mit der achten Sphäre in deren negativem Aspekt, woraus der Begriff ‚Hölle‘ eine erweiterte Bedeutung erhält – die „Hölle“ kommt an die Oberfläche heraus. Aus der neunten Schicht erhebt sich „das Tier mit den beiden Hörnern gleich einem Lamm“, um den Übergang zur Oktave zu verhindern. Die Throne haben sich schon bei ihrem Opfer auf dem alten Saturn mit der Substanz verbunden, um sie bis zum Ende des Zyklus zu führen. Ihr Mitbruder Sorat hat die Aufgabe, den Prozess aufzuhalten, indem er die in den Tiefen der Erde versammelten Geister der Hindernisse anführt. Solche Geister sind auch die ahrimanischen Wesen, deren Festung die sechste Schicht ist. Die sechste Schicht wurde in ein unterphysisches niederes Devachan verwandelt, nachdem der Tonäther beschädigt und in die Energie des Magnetismus transformiert wurde. Aus diesem „Reservoir“ des reinen „Feuerwillens“ und des Lebens in astralem Zustand, das von Leidenschaften durchzogen, in ständiger Bewegung begriffen ist, steigen durch Kanäle zu der über ihr liegenden Schicht der „Fruchterde“ Kräfte auf, um durch Hohlräume die mineralische Erde zu erreichen und dort Massen aus Feuermaterie anheizend, Erdbeben, Vulkanausbrüche usw. hervorzurufen. Das ist ein Mittel, dessen sich Ahriman bedient, um die Menschheit auf dem Weg zu seinem Hauptziel anzugreifen. Und sein Ziel ist, die physische Substanz des Menschen zu rauben und sie in die achte Sphäre zu übertragen, nachdem er sie in eine feinere Existenzform, also in Energie verwandelt haben wird. Von dort will Ahriman diese Substanz zusammen mit der Menschenseele in sein unterirdisches Reich entführen, wo er mit ihnen die untere Schlaufe der Weltlemniskate abschließen will. Auf der Senkrechten der Entwicklung schafft Luzifer bzw. das luziferische Prinzip jede Form, die zukünftig vergeistigt und aufbewahrt werden soll, während Ahriman danach strebt, die Involution und Evolution im Augenblick aufzuhalten. Sobald er die Form in unterphysisches Materielles verwandelt hat, wird er dieses hinunterreißen, ohne die Chance auf zukünftige Vergeistigung. Luzifer hält sich im negativen Sinne auch in der achten Sphäre auf. Aber er ist bestrebt, die Entwicklung zurückzubringen, d.h. aufwärts auf der Senkrechten, jedoch nicht die empirische Zeit in die Sphäre des Organischen umzuwenden, was er nicht darf, sondern den individuellen Geist in das Seelisch-Geistige des Menschen in Form des Gruppenbewusstseins in verschiedenen Ausführungen einzuführen. Das bedeutet Ewigkeit in den Augenblick auszugießen. Luzifers Reich ist die vierte Schicht der unterphysischen Astralwelt, die aus dem gefallenen und in Elektrizität verwandelten Lichtäther gebildet wurde. Dort ist die Grenze, von der abwärts die unterphysischen geistigen Welten beginnen und aufwärts sich der allmähliche Übergang zu dem uns bekannten Materiellen der ersten Schicht gestaltet. Allgemeiner ausgedrückt, verschmelzen die geistigen Sphären im Inneren in der achten Schicht. Auf diese Weise wird den Kräften des Bösen ein breiterer Zugang zur Menschheit und zur Zukunft der Welt gewährt. Jemand musste sie aufhalten und sie zumindest für eine bestimmte Zeit in Fesseln legen, bis der Mensch zu seiner Bewusstseinsseele erwächst und fähig wird, den Weg zum Geistselbst, Lebensgeist und selbst zum Geistesmenschen zu bahnen – das war Christus.

Wie bereits erwähnt, stieg Er bis zur Grenze der beiden Weltalls, wo der Tod herrscht. Christus hat den Tod persönlich erlebt und besiegt, wobei Er zeigte, dass das „Alles“ der Materie ein „Nichts“ ist. Dieses Nichts hat Christus zum „Alles“ des Geistes erhoben und bewiesen, dass der Tod nur eine Metamorphose ist, die das ewige Leben zur Erhebung des individuellen Geistes schenkt. Der Mensch erhält die Todeskräfte aus dem Zentrum der ahrimanisierten Erde und in einem breiteren Sinne kommen sie auch aus der achten Sphäre, die wie oben angedeutet, „räumlich“ in drei Aspekten betrachtet werden kann. Christus selbst gewährleistet als makrokosmisches Ich-Prinzip die Einheit der drei göttlichen Hypostasen in der Schöpfung. Deshalb müssten wir jede Seiner Handlungen als dreifach und dreieinig betrachten. Ohne Seine Handlungen in räumlich-zeitlichen Unterschieden einzuschränken, können wir von drei Himmelfahrten und drei Auferstehungen Christi sprechen. Unmittelbar nach dem Kreuzestod am Karfreitag fuhr Er wie jedes Menschen-Ich, begleitet von der nathanischen Seele ins Kamaloka auf, wo sich die Menschenseelen anhäuften, die keine Kraft hatten, in die höheren Geistessphären aufzusteigen. Sie erlebten ihre Hölle, beobachteten aber auch die Gefahr, in die wahre Hölle der achten Schicht mitgerissen zu werden, aus der kein Entkommen möglich war. In ihrem Alptraum leuchtete ein starkes, das Bewusstsein tröstendes Licht auf und unter den dunklen Geistern kam Panik auf. Doch Christus setzte nicht Seinen Weg nach oben zu den Devachans und dem väterlichen Weltengrund fort, auf dem Er schon heruntergestiegen war, sondern änderte scharf die Richtung und strebte dorthin, wohin kein einziges Menschenwesen bisher heruntergestiegen war – in das Innere der Erde, damit die Menschen Kräfte bekamen, mit denen sie wenigstens für eine bestimmte Zeit das Böse in Gutes umwandeln konnten. Am Karsamstag stieg der Erlöser in die wahre „Hölle“ herab, zum Entsetzen aller dort befindlichen dunklen Geister und fesselte die Asuras, bis sie wieder befreit werden sollten. Zum Zentrum der Erde angelangt, wo der Schnittpunkt des Weltenkreuzes ist, vereinigte sich der Erlöser mit dem Planetengeist. So wurde Christus der Neue Geist der Erde und seitdem verwandelte sich in der stärksten Verdichtung, wo auch die Zuflucht Seines Hauptgegners Sorat ist, das Leben der Welt in das Herz der Welt, das in der Entwicklung grundsätzlich anders als vorher pulsiert – in Bezug auf die Erde mit der sie bewohnenden Menschheit und auf die Wesen des ganzen Weltalls. Danach überquerte der durch die Begegnung mit dem Bösen geistig gefestigte Christus die materielle Grenze des Weltalls, d.h. das „Tor der Natur“ zwischen den luziferischen und chthonischen Göttern, um auch das „Tor des Menschen“ zu passieren und vor dem imaginativen Blick der Apostel in die Welt der wahren Götter aufzufahren. Er kehrte zum väterlichen Weltengrund zurück und „setzte sich an Seine rechte Seite“ nicht durch die Sphäre der apollonischen Götter, sondern der wahren, Seinen Götter. „Stirb und werde“ wurde zur Tatsache für das ganze Weltall!

Damit es drei Himmelfahrten geben kann, mussten auch drei Auferstehungen da sein. Als Christus im Kamaloka auferstand und dort Sein Licht hineinbrachte, bahnte Er für die Menschen den Weg zum Geist der Wahrheit, der an Pfingsten herabstieg und das Verständnis für die Ereignisse der Zeitenwende mitbrachte, bei denen die Illusion des materiellen Seins und die Illusion des Todes überwunden wurden. Der Geist sollte direkt vom väterlichen Weltengrund herabsteigen, denn diese Auferstehung fand in der Sphäre des Heiligen Geistes und hing mit der Zukunft zusammen.

Als der Erlöser in der Hölle auferstand, trat Er in die Sphäre des Sohnes ein, d.h. in Seine eigene mittlere Sphäre, wo Er einerseits unter den „Dunklen“ Entsetzen verursachte und andererseits das Fundament anlegte, damit das Böse durch seine Umwandlung in ein Gutes erlöst werden kann. Diese Umwandlung vermag nur der Erdenmensch zu vollziehen und sie soll seine ewige Gegenwart sein, bis die uranfängliche Vorsehung für die Trennung in unserem Zyklus und dessen Übergang zur Einheit vollständig verwirklicht wird. Als Christus am Sonntag das Phantom Jesu in Seinen Lebensgeist erhob, war das eine Auferstehung in der Sphäre des Vatergottes, die zur Rettung der vergangenen Evolution führte und den Weg durch die Gegenwart zur Zukunft bahnte. Diese Auferstehung fand an der Oberfläche der Erde statt, wo die luziferische und ätherisch-physische „Oberflächen“ aufeinander treffen. Durch das „Tor des Menschen“ passierte der Erlöser das ätherisch-physische „Tor der Natur“ und besiegte den Tod, indem Er eine neue Bildung im Zyklus schuf, die eine Synthese des Anfangs und des zur Oktave führenden Endes darstellt. Hinter den Grenzen des Mysteriums von Golgatha blieb in der Welt dieses Entwicklungszyklus nichts und in diesem Herabstieg und gleichzeitigem Aufstieg Christi manifestierten sich Seine Freiheit und Liebe zur Schöpfung, die der die Welt noch nicht bekannt waren, denn keiner konnte Christus Seine Opferung anordnen.

Die Entscheidung traf Er unter den Bedingungen der freien Wahl, die nur auf der Erde existiert. Die Fähigkeit, eine Synthese zwischen Notwendigkeit und Freiheit vorzunehmen, bringt Er offenbar aus dem vorherigen Zyklus mit. Doch das soz. „theoretische“ Wissen unter den Bedingungen fehlender Trennung ist etwas ganz anderes im Vergleich zur praktischen Vollbringung in den höchst erschwerten realen Bedingungen der sinnlichen Welt. Die Wahl wurde im Garten Gethsemane getroffen und seitdem ist der Weg des Menschen zu seinem Aufstieg als zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe geöffnet. Der Mensch muss diesen Weg nur zurücklegen, indem er dem Erlöser mit dem paulinischen Wort „Nicht ich, sondern Christus in mir“ folgt.

Zu diesem Ziel gab uns der Erlöser drei menschliche Helfer, indem Er in ihnen durch eine besondere Einweihung dasjenige veranlagte, das sie später der Menschheit geben sollten. Über den jüngsten Helfer – die Tochter des Jaïrus – berichtet das Markus-Evangelium (nach der Übersetzung Emil Bocks), dass der Erlöser sie an die Hand fasste und sich an sie mit den Worten „Talita kumi“ wendete, was „Jungfrau, ich sage dir, steh auf“ bedeutet. Die zwölfjährige Jungfrau stand sofort auf und begann zu laufen und „über alle stieg ein höheres Bewusstsein herab“. Christus verbot ihnen, jemandem über das Geschehnis zu erzählen und ordnete an, der Jungfrau zu essen zu geben. Im Lukas-Evangelium wird das wichtige Detail hinzugefügt, dass nach dem Aufruf „Talita kumi“ „ihr Geist zurückkam“.

Aus den angeführten Stellen wird klar, dass Christus die Jungfrau, d.h. die reine Menschenseele an die Hand fasste und zum Geist führte, in dem sie „laufen“ und von seinen Früchten „essen“ kann, nachdem sie eine Einweihung durchlaufen und das „höhere Bewusstsein“ erlangt hat. Seit einigen Jahren wissen wir, dass im Augenblick der Einweihung nicht nur das Ich des Mädchens zurückkehrte, sondern auch der Bodhisattva sich in sie inkorporierte. Er musste dieses Mysterium erleben, um jene Kräfte von Christus zu erhalten, die ihn in ca. 2500 Jahren in den zukünftigen Buddha Maitreya verwandeln werden. Seine Hauptaufgabe besteht darin, dahingehend zu wirken, dass die Menschheit die Wahrheit über das Mysterium von Golgatha gewahr wird. Deshalb können wir eine direkte Verbindung herstellen zwischen der Auferstehung-Himmelfahrt Christi im Kamaloka und dem dort eingeströmten Licht von Ihm mit dem Ereignis im Haus von Jairus, dem die Eltern und drei Apostel beiwohnten. Im Lukas-Evangelium (8:56) heißt es, dass die Eltern „außer sich gerieten“, was ein Erlebnis ist, das der Pfingstgeist immer verursacht, wenn er in das Bewusstsein des Menschen einströmt. Die Himmelfahrt und die Auferstehung Christi in der Hölle der Erdenschichten hat sein Präludium in der Auferweckung des Jungen von Nain. Bei Lukas (7:15) lesen wir, dass nach den beruhigenden Worten „Weine nicht“, die an die Witwe gerichtet waren, Christus den Sarg anrührte und sich als Hierophant an den Jungen mit den Worten wendete „Jüngling, ich sage dir, stehe auf!“ Daraufhin „richtete sich“ der Tote auf und fing an zu reden“. Christus „gab ihn seiner Mutter“ (ebd.) „Und es kam sie alle eine Furcht an“ (Lukas 7:16), heißt es über die Anwesenden, die aber danach begannen Gott zu preisen und sprachen: „Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht“ (ebd.) Hier haben wir nicht mehr ein Mädchen, eine Ausrichtung auf den Heiligen Geist und das weibliche Prinzip, sondern einen jungen Mann und eine Ausrichtung auf den Sohnesgott. Unser „Sarg“ ist der physische Leib. Aus diesem Sarg erhob sich der in den Tempelschlaf geratene „Sohn der Witwe“, der in einer früheren Inkarnation in Ägypten unvorbereitet den Schleier der „Witwe Isis“ gehoben hatte, und begann zu sprechen – wohl über die große göttliche Vorsehung, die das Böse in der Welt zugelassen hat. Die Wahrheiten über das Böse versetzten alle Anwesenden – die Apostel, die wieder inkarnierten ägyptischen Eingeweihten und die restlichen Menschen, die die Prozession begleiteten, in Schrecken, doch kurz darauf begannen sie, den jungen Mann als großen Propheten zu preisen. Dieser Prophet inkarnierte sich später als Mani – der Begründer des Manichäismus – einer Strömung, die auf die sechste Wurzelrasse hinarbeitet, in der wir schon zu der neuen Reproduktionsart durch das aus dem umgewandelten männlichen Kehlkopf ausgesprochene Wort übergegangen sein werden. Durch sein Wort wird Maitreya der Vorbereiter dieser Zukunft sein, damit im weiteren Verlauf der Entwicklung der Sündenfall überwunden wird, die Notwendigkeit der physischen Nahrung verschwindet und der Mensch bereit sein kann, das Böse in Gutes umzuwandeln. Der zukünftige Buddha wird der Buddha des Guten sein. Nicht zufällig war es Mani, der das Konzil im vierten Jh. n.Chr. berief, bei dem Skythianos, der Meister Jesus und Gautama Buddha (übersinnlich) anwesend waren, um zu beschließen, wie die Weisheit der Bodhisattvas zukünftig zu den Menschen herabsteigen kann oder wie die Menschen zu ihr aufsteigen sollten. Mani und der Bodhisattva wirken im Einklang mit Rücksicht auf die Zukunft. Deshalb nahm Beinsa Douno 1936 an jenem Mysterium teil, das Christus vollbrachte und aus dem qualitativ neue Kräfte zum Bezwingen des Bösen entstanden, die dem Zeitalter der Bewusstseinsseele angemessen sind.

Und das größte Übel ist der Tod. Sein Schrecken musste durch die Auferstehung der Substanz im Leib und die Auffahrt zu der Sphäre des Vatergottes überwunden werden. Christus schaffte das durch Jesus, indem Er das Phantom Jesu durch Seinen Ich-Lebensgeist auferweckte. Das Präludium zu diesem Triumph war das Wunder, das mit Lazarus geschah. Dieses Wunder geschah als letztes Ereignis vor der Passionswoche und nicht von ungefähr ist Lazarus der „älteste“ – wie der Vatergott, von dem der Zyklus begann. Lazarus ist laut Judith von Halle[2] jener 27-28jährige junge Mann, der Christus fragte, was er tun solle, um das ewige Leben zu erlangen (Markus 10: 17-22). Die Antwort, er müsse alles verkaufen, was er besitze, das Geld den Armen geben und Christus nachfolgen, machte den jungen Mann traurig, weil er reich war. Er musste das „Reichtum“ seines niederen Ich abgeben und nach dem wahren Tod seines Leibes auferstehen und zum Apostel und Autor der „Apokalypse“ Johannes werden, der als Einziger dem Erlöser nach den dramatischen Ereignissen im Garten Gethsemane folgen konnte. Wir haben über das Mysterium des Lazarus in einem älteren Vortrag gesprochen[3] und deshalb werden wir jetzt ganz kurz einige Tatsachen in Erinnerung bringen, um zum tieferen Verständnis dieses Mysteriums vorzudringen. Der „silberne Faden“ war gerissen und es bestand keine Wahrscheinlichkeit, dass das Leben in den ins Grab gelegte physischen Leib zurückkehrt. Der Astralleib und die Seele nahmen den Weg ins Kamaloka, der Ätherleib – den Weg zu den chthonischen Göttern, das Phantom strömte zusammen mit dem Ich zum höheren Devachan hinauf und mit dem Zerfall des Gehirns war schon das niedere Ich im Begriffe zu zerfallen. Johannes der Täufer hatte sich bereits zum höheren Devachan erhoben und Christus befand sich vor dem Grab.

Nach dem Aufruf „Lazarus, komm heraus“ begann das „Vervollständigen“ des Lazarus und seine Umwandlung in Johannes. Bei jeder Inkarnation erhält der Mensch einen neuen Ätherleib, der bekanntlich gänzlich aus Gedanken besteht. Der Gedanke ist eine geistige astrale Substanz, die von außen den Äther erfüllt. In diesem Fall kam der Ätherleib (der ja in diesem Fall weiblich ist) von Johannes Zebedäus, weil das in jener Zeit möglich war. Insbesondere weil Johannes Zebedäus sowohl bei der Verklärung auf dem Berg Tabor als auch bei den zwei vorausgegangenen Auferweckungen anwesend war. Diesem Ätherleib fügte sich wahrscheinlich der Extrakt aus dem Ätherleib des Lazarus selbst hinzu. Der Astralleib, die Empfindungs- und Verstandesseele kehrten aus dem Kamaloka zurück, die Bewusstseinsseele, das Geistselbst, der Lebensgeist und der Geistesmensch kamen vom Täufer herab und mit ihnen kam das Phantom des physischen Leibes. Judith von Halle schreibt im zitierten Buch, dass der physische Leib des Lazarus zerfallen war und ein neuer blitzschnell auf wundersame Art gebildet wurde. Hier kommen wir zum Kern des Mysteriums von Lazarus-Johannes. Judith von Halle hat Recht, was wir in einem älteren Vortrag bestätigt haben[4], doch nicht ganz – der physische Leib war zwar zerfallen, jedoch nicht in einem solchen Maße, dass er völlig eliminiert werden kann. Dieser Leib war noch nicht zu einer Art halbätherisiertem Staub geworden wie bei Jesus im Grab. Obwohl Lazarus in einem früheren Leben Hiram Abiff selbst war, der bis zu einem gewissen Grade eine Einweihung erlebt hatte, konnte er jetzt bis zum Selbstbewusstsein des reflektierenden Ich gelangen und seinen mineralischen Leib nicht „aufweichen“. Im Gegenteil – Lazarus kam aus dem Grab mit seinem alten physischen Leib, den der Lebensgeist Christi auf der materiellen Grenze zwischen beiden Weltalls mit der wertvollen Hilfe der Substanz des Geistesmenschen belebt hatte, die der Erlöser bei Seinem Herabstieg zur physischen Inkarnation auf der Sonne zurückgelassen hatte. Diese Substanz ist für den nächsten Zyklus als eine höhere Notwendigkeit vorgesehen, die im gegenwärtigen Zyklus neben der Freiheit besteht. Bevor Christus Lazarus auferweckte, hat er sich an den Vatergott, von dem diese Substanz kommt und durch Vatergott auch an Gott selbst gewendet, der den Erlöser auf die Erde geschickt hatte. Die Anwesenden mussten auf das bevorstehende Mysterium von Golgatha vorbereitet werden. Ihretwegen geschah die Auferweckung des Lazarus.

Im „Paradies“ der geistigen Welt waren die Zweige des Baums des Lebens und des Baums der Erkenntnis ineinander verflochten, aber dann hat Kain (der Verstand) Abel (das Leben) in unserem Nervensystem getötet. Wir kamen danach zu unserem reflektierenden Ich-Selbstbewusstsein. Johannes der Täufer war der herausragendste Abelit und repräsentierte die gesamte Vergangenheit der Menschheit in Hinblick auf deren Verbindung zur göttlichen Welt. Lazarus war eine Reinkarnation des herausragendsten Kainiten und der neu erschaffene Evangelist Johannes musste aus der Zukunft als eine Art Urbild des Menschen kommen, der zu einem Hierarchiewesen aufsteigen soll und in dem das Denken nicht das Leben tötet. Die beiden vorher getrennten Strömungen mussten also wieder vereint werden. Der Geistesmensch des Abeliten Johannes des Täufers bzw. der Vergangenheit verband sich im höheren Devachan mit dem Phantom des in der Gegenwart geborenen Kainiten Lazarus und aus der Zukunft erschien das Ergebnis ihrer Begegnung in der Gestalt des neu erschaffenen Evangelisten Johannes. Der Strom Vergangenheit-Zukunft traf auf den Strom Zukunft-Vergangenheit in der Senkrechten des Lazarus-Ich unter der Leitung des Ich-bin Christi. Bei diesem Mysterium kommen gleichzeitig alle drei Mysterienarten – alte, halbalte und halbneue -, die wir letztes Mal behandelt haben und die mit einer Einweihung jeweils in den drei Leibern einhergehen. Physisch war Lazarus gestorben und sein mineralischer Leib war dabei zu zerfallen und sich mit der Erde im Felsengrab zu verbinden. Der Ätherleib des Johannes Zebedäus erfüllte die Rolle des Sonnenferments, das fähig war, die Materie von innen zu erleuchten und ihren Zerfall aufzuhalten. Der Aufruf des Logos „Lazarus, komm heraus“ hallte in dessen Astralleib so gewaltig, dass er später ohne Zweifel schreiben konnte „Im Urbeginne war das Wort“, das aus dem Pralaya ins Manvantara herabstieg und alles von Grund auf änderte. Die Rückkehr vom Tod zum Leben erlaubte einige Jahrzehnte später Johannes, von Christus den Inhalt seiner Einweihung in Form der „Apokalypse“ zu empfangen und in seinem Ich zu erleben. Diese Auferweckung hatte auch Einfluss auf jenes Mysterium im 13. Jahrhundert, bei dem der physische Leib des ehemaligen Johannes durchsichtig wurde und nach dem von den Hierophanten vollzogenen Mysterium auch der Ätherleib erhalten blieb. Das ist die wahre Ursache für das Erscheinen des Rosenkreuzertums unter den Menschen bei seiner nachfolgenden Inkarnation. Das Rosenkreuzertum ist notwendig, damit der Mensch der fünften Kulturepoche das Mysterium von Golgatha verstehen und immer tiefer in dessen drei Richtungen aufnehmen kann. Dazu trägt insbesondere auch der in der Zeitenwende erneuerte Astralleib des Meisters Jesus, der zusammen mit dem ehemaligen Lazarus an der Spitze der westlichen christlichen Esoterik steht.

Wenn wir die Auferweckung des Lazarus und des Phantoms Jesu miteinander vergleichen, müssen wir immer den Unterschied hervorheben, dass bei Lazarus kein Herabstieg in die Hölle der Erdenschichten vorliegt und er im Verhältnis eines Neophyten zu seinem Hierophanten war. Bei Christus liegt eine vollständige Überwindung der Grenze der mineralischen Welt mit der Kraft Seines Ich-Lebensgeistes vor. Wie bereits erwähnt, geschah das Wunder mit Lazarus wegen der Menschen und es war als Vorbereitung auf die Schaffung des Auferstehungsleibes erforderlich. Das gibt uns die Sicherheit, dass jedem Menschen die Möglichkeit offen steht in seinem Leib aufzuerstehen und ihn bis zur zukünftigen Vulkanzeit in einen Geistesmenschen zu verwandeln, indem er eine Verbindung zum Geistesmenschen Christi auf der Sonne eingeht. Dadurch wird er opfervoll den nächsten Zyklus einleiten.

Das Mysterium von Golgatha ist nicht irgendein vergangenes Ereignis, sondern eines, das auf dem Weg zur großen Zukunft des Menschen die ewige menschliche Gegenwart sein wird. Wir werden aus diesem Ereignis Kräfte zur Umwandlung des Bösen in Gutes in einer solchen Art schöpfen, dass wir uns selbst über die Seraphim erheben und ein entscheidenden Faktor der Entstehung des Makrokosmos in der Zukunft sein werden. Wir sind Kinder der Weltevolution, doch nach der Zeitenwende und der Erscheinung des „neuen Adams“ ist der Mensch-Mikrokosmos bereits verpflichtet, den Weltall-Makrokosmos zu schaffen, denn es wird die Hierarchie der Freiheit und Liebe geboren sein, in dessen Namen Asi[5] Gott selbst als die personifizerte Einheit der göttlichen Trinität in einer Offenbarung Sein unausgesprochenes Prinzip ausgesprochen hat. Dieses Prinzip ist das Wesen des menschlichen Ich, weshalb in unserem Ich die ganze Zukunft des Weltalls verborgen ist. Nur mit einem solchen Bewusstsein hat der Mensch wenigstens eine gewisse Chance, vorbereitet der bevorstehenden gigantischen Prüfung gegenüberzustehen – der Inkorporation Ahrimans in einen Menschenleib.

Über dieses Ereignis gibt es unter den wenigen Menschen, die sich für das Thema interessieren, verschiedene Ansichten. Eines dieser wachsamen Menschen ist der russische Anthroposoph Gennadij Bondarew. Er ist sich längst im Klaren, dass es zwei Ereignisse gibt, die für die menschliche Evolution von größter Bedeutung sind – die ätherische Wiederkunft Christi und die Ankunft Ahrimans. Diese Ereignisse machen die gegenwärtige Zeit zu einem Wendepunkt des ganzen Zyklus. In seinem neuesten Buch „Und ihr werdet die Wahrheit erkennen …“ bietet uns der Autor seine originelle Ansicht über das zweite Ereignis. Laut Bondarew muss der Satan im Unterschied zu Christus, der aus dem Pralaya über die luziferische Sphäre herabstieg, aus dem Inneren der Erde kommen. Genauer gesagt, aus der sechsten Schicht, wo der menschliche Astralleib normalerweise nach dem Tod nicht entdeckt wird. Wie wir Menschen, so wird auch Ahriman drei Leiber brauchen, die auf natürliche Art geboren wurden. Der Astralleib müsste jedoch fähig sein, sich dem schwarzmagischen „Reservoir“ im Erdinneren zu öffnen und dabei eine Art „Portal“ zu bilden, durch das die übersinnlichen Wesen real und nicht nur in der menschlichen Phantasie in die sinnliche Welt übergehen. Das wird durch das Ritual der schwarzen Magie erreicht, wobei besonders mächtig die sog. „schwarze Messe“ ist. Indem Bondarew den Rhythmus der Zahl 666 berücksichtigt, vertritt er die Meinung, dass ein solcher Leib 1998 geschaffen wurde, bei dem ein wesentlicher Teil ein Produkt der Technomagien, Robotisierung, des Digitalen ist, das die biologische Struktur mit dem unterphysischen Magnetismus verbindet. Indem Bondarew Rudolf Steiners Äußerung berücksichtigt, dass wenn das menschliche Gefäß 18 Jahre alt wird, Ahriman in dieses inkorporieren könnte, vermutet der Autor, dass Schwarzmagier eine besondere rituelle Einwirkung auf ihn ausüben könnten, um den Astralleib zu einem Portal zu machen. Dieses Portal würde Zugang zur achten Schicht und zum Erdkern verschaffen, wodurch sich Ahriman mit der menschlichen Monade auf der Erde verbinden kann. Vom menschlichen Standpunkt aus ist die schwarze Messe äußerst unmoralisch, da sie die Wesen der erwähnten Schichten auf das Äußerste erregt, damit sie an die Oberfläche kommen und in die Ausübenden der Messe Kräfte einströmen lassen. Ein solches Ereignis, das selbst die Medien als „schwarze Messe“ bezeichneten, war die Aufführung bei der Eröffnung des Gotthardtunnels. Die Hauptpersonage in dieser „Performance“ war Baphomet und damals gab es Kommentare im Internet über die „Eröffnung des Portals für den Antichrist“. Laut Bondarew geschah die Vereinigung mit dem Leib am 1.6.2016. Natürlich nicht im Tunnel selbst, sondern im Haupttempel der ahrimanischen Mysterien in der Anwesenheit der herausragendsten schwarzen Hierophanten. Die Vorstellung im Tunnel bildete die „Begleitung“ zu diesem schwarzen Mysterium. Das Ganze fand in der Jahreszeit statt, in der die Elementargeister der Natur in höchstem Maße die Erde auf ihrem Weg zu den geistigen Höhen verlassen und sie stark materialisiert, also ahrimanisiert wird. Der Vertreter des kosmischen Gewissens Erzengel Uriel kann am 1.6. noch nicht in seiner vollen Kraft wirken, die sich in der Zeit um den Johannistag am 24. Juni entfaltet. In dieser Zeit befindet sich unser Planet in ständiger reger Entwicklung auf der Lemniskate. Von jedem Punkt seiner Oberfläche aus verinnerlichen zahlreiche Elementargeister die Erscheinungen der menschlichen seelisch-geistigen Tätigkeit – vor allem unsere Gedanken – und bringen sie zum Zentrum. Im Erdkern werden diese Gedanken entweder von den chthonischen Göttern oder von den Asuras aufgegriffen und kehren nach einer Metamorphosierung zur Oberfläche zurück. Im ersteren Fall werden sie von den Kräften der guten Hierarchien mit moralischen Impulsen bereichert. In den Menschen eintretend, verstärken sie seinen aufopfernden Enthusiasmus. Im letzteren Fall kommt die Kraft der schwarzen Magie zur Oberfläche zurück und verstärkt den Egoismus. Im ersten Fall erleuchtet das von uns geschickte „Produkt“ die in den Erdtiefen wohnenden dunklen Mächte moralisch und im zweiten Fall stürzt sich der Mensch selbst in die achte Sphäre, wo er die Einflüsse dieser Tiefen erlebt. Das haben die Teilnehmer an den einstigen chthonischen, ins Besondere an den dionysischen Mysterien gewusst, daher wurden diese Mysterien für die gefährlichsten gehalten, wenn der Einzuweihende nicht in höchstem Maße seelisch geläutert war. So ist es bis heute geblieben.

Hat Gennadij Bondarew mit seiner Vermutung Recht? Er ist der Auffassung, dass Ahriman ein zurückgebliebener Erzengel ist. Über (oder unter) ihm befinden sich die Asuras, die Nicht-Götter, einer von denen der Satan ist (der Antichrist, Asura). Der Hauptantichrist ist allerdings Sorat, der ein nicht verwirklichter Elohim ist. Sein Wesen wurzelt darin, dass er in der heutigen Sonne eine Art Gegensonne bzw. Sonnendämonismus bildet. Doch der Antichrist Asura herrscht auch in der achten Sphäre, in der achten Schicht und im Erdkern. Er ist der „Patron“ der irdischen Inkorporation Ahrimans. Er konsolidiert die Materie und wenn diese Wirkung von ihm nachlässt, legt die Erde „phantastische“ – vom Standpunkt der Sinneswelt – Eigenschaften an den Tag. Dann können die ahrimanischen Wesen der achten Schicht die Grenze überqueren und an die Erdoberfläche kommen. Das wird von der anwachsende Wirkung der Energien aus den unterphysischen Welten auf den Menschen begleitet.

Laut Bondarew ist das gesamte Leben der Kultur und Zivilisation, nachdem Ahriman das Portal passiert hatte, zu einer Vollführung einer schwarzen Messe geworden, was mit der Wahl Trumps zum Präsidenten der USA begonnen hat. Die Menschheit ist inmitten verschiedener Burlesken geraten, von denen eine seltsamer und irrationaler als die andere ist. Daher verlieren die Menschen jegliche Vorstellung vom Wesen der Erscheinungen.

Alles, was Bondarew schreibt, klingt überzeugend und es kann gar nicht anders sein, wenn man bedenkt, dass er mindestens 60 Jahre lang die Anthroposophie studiert hat, viele Prüfungen durch die Begegnung mit den Feinden der Geisteswissenschaft erlebt und das auf seinem Lebensweg Erreichte in vielen dicken Büchern dargestellt hat. Wir können ihm nur dankbar für dasjenige sein, das er der Anthroposophie gegeben hat. Trotzdem können wir nicht mit seiner Vermutung über den 1.6.1998 (als Geburtsdatum Ahrimans) oder mit seiner Ansichten über den Hierarchierang Ahrimans, Asuras und Sorats einverstanden sein. Das Gefäß für Ahriman wurde am 11.8.1999 während der Sonnenfinsternis geboren und es wird vorläufig von der Seele und dem (niederen) Ich des wohl mächtigsten schwarzen Magiers in der Menschheitsgeschichte bewohnt. Dieser Magier hat die grauenhaften Rituale der Maya in der Zeitenwende geleitet, durch die er sich in einem enormen Maß in seinem Astralleib mit dem Bösen in dessen widerwärtigsten Form verbunden hat, die zu einem Märtyrertod führt. Ein Extrakt aus diesem Leib wurde zum Bestandteil seines neuen Astralleibes, als er im 9. Jahrhundert als der Schwarzmagier Klingsor lebte, der den als Parsifal wieder inkarnierten größten Kenner des Bösen ermorden wollte. Damals hat er wieder seinen Astralleib mit Blick auf unsere Zeit bearbeitet. Wie wir wissen, spiegelt sich das im Astralleib Erlebte im Äther- und im physischen Leib, also im Phantom. Ein Extrakt aus seinem Astral- und Ätherleib wurde auf seine jetzigen jeweiligen Leiber übertragen. Von den heutigen schwarzmagischen Ritualen und vor allem vom Mysterium des Digitalismus verstärkt, werden diese Leiber besonders geeignet, die Wohnstätte des Hauptmörders des Lebens Ahriman zu sein. Ob er aus dem Erdinneren, aus der Welt der luziferischen Götter oder aus der achten Sphären kommt, wie sein Phantom heute aussieht – das wissen wir bisher nicht. Ahriman ist der Gott der Täuschung und damit er sich für Christus ausgibt, wird er uns wahrscheinlich eine starke illusorische „Performance“ im Himmel anbieten, die von der ganzen Menschheit gesehen werden soll. Mit einem glänzenden Hologramm wird er die Ankunft Christi in den „Wolken“ nachahmen und das Wesen der Zweiten Wiederkunft ersetzen. In demselben Augenblick wird er in den Leib eintreten. Wir werden künftig weitere Details über dieses Mysterium erfahren, dessen Ziel es ist, die ganze Menschheit zu täuschen. Wenn die Zeit kommt, werden wir es verstehen. Nun ist es wichtig, auf den heutigen Tag zu schauen und die Diagnose zu stellen, um zu erkennen, wo die Heilung ist.

Wenn wir auf der Erde geboren werden, sind wir völlig hilflos und um eine Individualität zu werden, müssen wir bewusst die aufrechte Haltung, das Sprechen und das Denken meistern. Diese drei Fähigkeiten haben ihre Entsprechungen in der geistigen Welt als die Orientierung unter den Hierarchien, das tönende Wort und die Weltgedanken. Wenn sie zu irdischen Fähigkeiten werden, verliert der Mensch das Erleben der kosmischen Moralität. Deshalb ist das Kind „demoralisch“ und die umgebenden Naturerscheinungen sprechen zu ihm auch „demoralisch“. Später in seinem Leben kann der Mensch entsprechend seiner seelisch-geistigen Entwicklung in einem gewissen Grade moralisch werden, indem er in der Praxis das ihm gegebene Recht auf freie Wahl ausübt.

In welcher Sphäre sind wir aber frei? Unser physischer Leib steht in enger Beziehung mit der Erde als einer Planetenbildung, wobei auch der Mond eine wesentliche Rolle spielt. Der Ätherleib erstreckt sich in das ganze Sonnensystem und der Astralleib – bis zur Sphäre der Fixsterne. Für uns ist das die Naturwelt. Das Tier hat auch einen Astralleib und bildet einen Teil des dritten Naturreiches und der Mensch als Produkt der Evolution stellt das vierte Naturreich dar. In den Naturerscheinungen ist das Gesetz der Untergrund des erscheinenden Seins, deshalb unterliegt jeder Naturprozess eines Bedingenden und eines Bedingten, einer Ursache und einer Folge. Der Mensch muss durch sein Denken die Ursache für die vorliegende Folge herausfinden, das Gesetz verstehen, aufgrund dessen eine bestimmte Ursache diese Wirkung verursacht hat. Bei den Menschentaten ist es jedoch völlig anders. Dort kommt die Gesetzmäßigkeit, die eine Erscheinung bedingt, selbst zur Wirkung, das Dasein erscheint als Gesetz und ist durch nichts außer durch sich selbst bedingt. Wenn die Naturprozesse lediglich als eine Manifestation der Idee erscheinen, so ist die Menschenhandlung die wirkende Idee selbst. Deshalb können wir die Handlungen, sagen wir, eines Staatsoberhaupts nur dann begreifen, wenn wir seine Absicht, seine Idee kennen. Dann brauchen wir nicht hinter die Grenze der Erscheinung herauszugehen.

Der Inhalt unseres Bewusstseins ist nicht einfach ein Mittel zum Spiegeln des Weltgrundes, sondern dieser selbst manifestiert sich in seinem ursprünglichen Bild in unserem Denken und dann können wir nicht umhin, seine bedingungslose Wirkung unmittelbar in der menschlichen Tätigkeit zu erkennen.

Der Weltführer hat seine ganze Macht dem Menschen übergeben, indem Er Sein eigenes individuelles Sein zerstört und dem Menschen eine Aufgabe gestellt hat: „Handle du weiter!“ „Eine Handlung um ihrer selbst willen ausführen, heißt aus Liebe handeln. Nur derjenige, den die Liebe zum Tun, die Hingabe an die Objektivität leitet, handelt wahrhaft frei.“[6] Und was kann in einem Menschen die „Liebe zum Handeln“ in der Freiheit bewirken?

Wir haben bereits festgestellt, dass ein Kind an der sinnlichen Grenze des Weltalls durch die Umwandlung der geistigen moralischen Entsprechungen in seine drei irdischen Fähigkeiten unmoralisch wird, ohne die es nicht zu einem Individuum werden kann. In der vom Tierkreis eingeschlossenen Sphäre fehlt die Moral und in unserem Astralleib sind wir völlig abhängig von dem, was die Sterne wollen. Ein Tier kann in diesem Bereich nichts falsch machen. In seinem Astralleib macht der Mensch wie das Tier keine Fehler. Wir beginnen Fehler zu machen, wenn wir unser Verhalten über den Tierkreises hinausführen, wo es keine natürliche Notwendigkeit gibt. Darin können wir unsere moralische Welt nicht erweitern, und wenn wir dies schaffen, „schreiben wir sie in den Makrokosmos außerhalb des Tierkreises ein“. Dort ist die Welt unseres (höheren) Ich und dort müssen wir suchen, was uns frei macht, weil es mit unserer Natur, unseren moralischen Taten verbunden ist. Mit unserem reflektierenden Ich bleiben wir im natürlichen Bedürfnis und in der Unfreiheit unter dem „Deckel“ des Sternenhimmels.

Wenn unsere Bewusstseinsseele allmählich durchchristet wird, bedeutet dies, dass sie in eine substanzielle Beziehung zum Auferstehungsleib eintritt und die Schwelle überwinden kann, die sie von der Quelle der moralischen Intuitionen trennt, die einzig den Menschen frei machen. Diese Quelle ist der Pfingstgeist, der die Intuitionen mitbringt und der Mensch, der ursprünglich ein Naturwesen war, das sein Ich-Selbstbewusstsein auf der Illusion der sinnlich sichtbaren physischen Welt erhalten hat, konnte zum ersten Mal seinen Kopf über den Tierkreis „heben“ und eine Verbindung mit seinem ihm von Gott geschenkten unsterblichen individuellen Ich herstellen, das der wahre Erzeuger jeder freien Handlung im Menschen ist, die aus Liebe erfolgt.

Wenn es dem Menschen zum ersten Mal gelingt, seinen Kopf über den Tierkreis zu „heben“, weiß er sofort, dass er in zwei gegeneinander laufende Evolutionsströme eingeschaltet ist. Der erste ist aufsteigend und wir können ihn ‚klassisch‘ nennen. Er hat zunächst das Gruppenbewusstsein der Menschheit auf die Form des individuellen, in Begriffen denkenden Bewusstseins heruntergeholt. Ferner muss dieses Bewusstsein zur Kontemplation übergehen, d.h. zur Wahrnehmung der Ideen und weiter – zur imaginativen Wahrnehmung und zur Beherrschung der inspirativen und intuitiven Bewusstseinsform.

Aber wenn nur diese Entwicklung existiert hätte, dann hätten wir nur durch die Arbeit des Bewusstseins auf der Grundlage eines universellen Entwicklungsgesetzes in die höheren Sphären des Geistes aufsteigen können. Dann wäre es nicht notwendig gewesen, die Moral zu erheben, den Begriff von „Gott“ zu beherrschen und das Mysterium von Golgatha wäre überflüssig gewesen. Dann hätte die Erschaffung der Welt und des Menschen nur einen mechanischen Charakter gehabt. Einer solchen falschen Vorstellung von der Evolution setzt sich ständig die grundlegende Wirkung des höchsten göttlichen Wesens entgegen, dessen bedingungslos unmotivierte Offenbarung die reine Liebe zur Schöpfung war. Dies ist das andere nichtkausale Prinzip der Evolution – das ethische Prinzip. In der Bibel heißt es darüber: „Gott ist Liebe!“

Gott hat unseren Zyklus so gestaltet, dass aus der Vereinigung von Freiheit und Liebe eine grundlegend neue Hierarchie entstehen kann, die sich von allen anderen unterscheidet. Die direkte, aufsteigende Evolution ist nur insofern von alles bestimmender Bedeutung, bis der Wille des Menschen, sein aktives Dasein in eine wesenhafte Einheit mit der Idee der Welt kommt, die durch das Wesen des väterlichen Weltengrundes offenbart wird. Diese Idee ist das Wesen des Menschen selbst und wenn sie in der Sinneswelt erscheint, wird sie „verursachend“, d.h. von Willen durchdrungen und sie wirkt in absteigender Reihenfolge als die Welt rettend. Sie trägt zur Errettung der Welt und ihrer Wesen vor ihrer Entfernung von Gott bei. Dies ist auch der Hauptwesenszug des Manichäismus, wenn man ihn im Ich-Sinne versteht.

Gott opferte sich selbst, indem Er den Sohn in die Welt mit dem Wissen sendete, dass das Opfer sogar abgelehnt werden, dass der Sohn aufgeben und sich weigern könnte, das Kreuz auf Golgatha zu tragen. Das Ich-bin Christi hat jedoch das Opfern angenommen und in diesem Mysterium ist die Gelegenheit für uns, unsere Aufgabe zu bewältigen, d.h. unser Ich in Christo zu opfern. Unser niederes Ich hat als Grenze seines Aufstiegs die Bewusstseinsseele und durch die Identifizierung mit der Verstandesseele synthesiert es die Erfahrung des Selbstbewusstseins, das in der gesamten dreieinigen Seele geboren wird. Es hängt mit dem Wärmeäther zusammen und kann nicht zum Lebensäther aufsteigen und von den Früchten des „Baums des Lebens“ kosten, weil nur unser höheres Ich Zugang zum Lebensäther hat. Der Hauptwohnort dieses ICH ist der Lebensgeist und von ihm aus erstreckt es seine ordnende Tätigkeit über den ganzen dreifachen Geist. Ahriman ist gegen den Aufstieg des Menschen vom niederen zum höheren Ich, gegen das Mysterium von Golgatha und dessen Verbindung mit der „Oberfläche“ der Erde. Deshalb „bewacht“ er das Tor, wo der Geist Materie wird und umgekehrt, d.h. wo unser Ätherleib ständig danach strebt, die physische Materie ins Nichts aufzulösen. Dieses Tor befindet sich zwischen der Materie und dem Wärmeäther im Wärmeelement. Der Übergang ist nur beim Menschen möglich, daher versucht der Satan, unsere Verbindung mit dem Wärmeäther zu zerstören und die Natur der anderen Äther zu verderben, wodurch unsere Verbindung mit dem Phänomen des Lebens und den wahren Göttern überhaupt verloren gehen würde.

Im Laufe der biologischen Entwicklung verbanden sich die vier Ätherarten mit den vier Elementen und deren Projektionen in der physischen Welt als die vier Aggregatzustände. Hinter den Elementen stehen moralische Eigenschaften und die Handlungen der hierarchischen Götter. Ahriman beginnt seinen Angriff von zwei Seiten aus. Auf der einen Seite inspiriert er Ansichten im Menschen, die Vorrang des Daseins vor dem Bewusstsein geben, unsere Herkunft vom Affen ableiten, die „sexuelle Revolution“ propagieren usw. Dadurch gelingt es ihm, den Weg unseres Ätherleibes zur Moralität des Weltäthers, die von den Gedanken der Götter erfüllt ist. Auf diese Weise vernichtet Ahriman die Weltanschauung des Menschen, indem er die tausendjährigen Errungenschaften von Kultur, Moral, Gewissen, Rechtsbewusstsein, Selbstbewusstsein zunichte macht, weil er die Welt der menschlichen Sinneswahrnehmungen an sich gerissen hat und dem Menschen nur das materielle Weltall erscheinen lässt. Auf der anderen Seite unterzieht er den Ätherleib den groben Auswirkungen der unterphysischen Welten, um mit seinen unterphysischen Energien die vier alchemistischen Elemente zu durchdringen, die sich in den vier Aggregatzuständen der Materie manifestieren. Das ist auch ein Angriff auf die Substanz des physischen Leibes selbst. Auf diese Weise versklavt Ahriman schließlich die Elementarwesen, das Denken bleibt vollständig reflektierend und verbindet sich mit dem Silizium ohne die Verbindung zum Weltätherischen, was die Abtrennung des physischen Leibes vom Seelisch-Geistigen im Menschen bedeutet. Wir müssen zugeben, dass Ahriman seine Absichten vorerst erfolgreich erfüllt, weil die überwiegende Mehrheit der Menschheit kein Verständnis dafür hat.

Das Leben des Erdelementes befindet sich im Wesentlichen auf dem Mahaparinirvana-Plan, auf dem das Bewusstsein des Ersten Logos herrscht, der einst das Weltall erschaffen hat. Was wir daher als „fest“ annehmen, ist das Bewusstsein, das von der höchsten Ebene des geistigen Seins herabkommt. Damit jedoch diese höheren Kräfte auf der Erde zu schöpferischen Kräften der Natur werden, müssen sie durch die achte Sphäre gehen, in deren „Raum“ unter anderem auch die Voraussetzungen für die Entstehung des nächsten Zyklus geschaffen werden müssen. Das Leben des flüssigen Elementes stammt aus Parinirvana, das Leben des Luftelementes stammt aus dem Nirvana und das Leben des Wärmeelementes ist auf dem Buddhi-Plan. Deshalb musste der gegenwärtige Bodhisattva an dem Mysterium von 1936 teilnehmen, als Christus bis zur Stufe herabstieg, die möglichst nah an das Wärmeelement grenzt – das ist der Wärmeäther.

Wie bereits erwähnt, ist der untere Aspekt der achten Sphäre dem Buddhi-Plan polar entgegengesetzt. Der Mensch steht an der Grenze zwischen der Welt der unendlichen Übersinnlichkeit und deren Widerspiegelung. Er ist diese Grenze selbst und es hängt von ihm ab, in welche Richtung er das obenerwähnte Tor öffnet. Der Kampf dort ist besonders heftig, weil beim Übergang des Materiellen in das Seelische das Wärmeelement und der Wärmeäther fast nicht voneinander zu unterscheiden sind. Wir unterscheiden zwischen dem inneren – dem seelischen – Feuer und dem äußeren Feuer, das ein Tor zum Seelischen ist. Wenn etwas brennt, entsteht Licht. Es ist äußerlich nicht wahrnehmbar, aber es lässt alles sichtbar erscheinen. Im Licht wirken helle Geister und wenn das Licht in unseren Körper absorbiert wird, fließen gute moralische Impulse in uns hinein. Die Elektrizität ist das Gegenteil von Licht und in ihr wohnen die bösen luziferischen, aber hauptsächlich die arimanischen Dämonen, die dem Körper unmoralische Impulse zuführen und im Menschen die Instinkte des Bösen wecken. Die Elektrizität lässt die Seele nicht in den physischen Leib eindringen. Ihre Fähigkeiten sind so stark gewachsen, dass sie nicht einmal mehr Leitungen benötigt, und dies verändert ihre Eigenschaften wie Spannung, Feldfrequenz usw. radikal. Die Bestrahlung der Menschen ist ein gigantisches Experiment, eine physiologische Diktatur und wenn wir dem die Diktatur der Ansichten hinzufügen, entsteht eine Diktatur, die in der Geschichte der Menschheit bisher unbekannt war. Wie Bondarew zu Recht betont, ist die Digitalisierung keine Religion, sondern ein Mysterium, das unseren physischen Leib raubt und die Moral im Menschen beseitigt, um ihn in die achte Sphäre zu schicken. Von dort wird früher oder später das Seelische des Menschen auch in die Erdschichten heruntergerissen, ohne die Möglichkeit nachfolgender Inkarnationen. Dort wird der Mensch eine Art „Ton“ für Ahriman darstellen, aus dem er den ersten Äon seines Evolutionszyklus schaffen will. Dieser „Ton“ wird aus unserem geraubten physischen Leib und dem Geistesmenschen in ihm bestehen – auf beide hält Ahriman Ausschau, wie bereits darauf hingewiesen wurde.

Vor 100 Jahren sagte Rudolf Steiner, dass wir nicht auf den Fortschritt, auf die Elektrizität verzichten, sondern immer stärkere geistige Fähigkeiten – viel stärker als vor 100 Jahren – entwickeln müssten, um menschlich zu sein. Wer kann heute angesichts des digitalen Terrors behaupten, genug geistige Kräfte zu haben, um überhaupt als Mensch bezeichnet zu werden? Durch Steiner warnte uns 1904 die geistige Welt auch, dass der Antichrist wieder kommen wird, wenn sich ihm nicht das Prinzip Christi in seinem ursprünglichen Sinne gegenüberstellt. Dieses Prinzip ist das Prinzip des ICH und der Weg zu ihm geht über die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts. Erst dann können wir über die Umwandlung des Bösen in das Gute im Sinne der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe sprechen. Andernfalls werden wir auf eine Vielzahl von verborgenen Formen des Materialismus stoßen, da Arimans Ankunft von der Aktivierung „seiner Menschen“ begleitet wird. Diese Menschen stellen sich an die Spitze der Spiritualität und geben sich als aufrichtige Christen aus, die sowohl Rudolf Steiner als auch Beinsa Douno Treue schwören. Zu ihnen gehören Karl Marx und Friedrich Engels, die heute wieder auf der Erde leben und sehr aktive „christliche Esoteriker“ sind. Doch wenn es um die Ich-Synthese geht, werden sie wütend, da sie diese Synthese in ihrem Wesen nicht verstehen. Es ist Christus, der sie in Angst versetzt!

Der Antichrist wird zweifellos kommen, aber wir müssen ihn nicht nur in seinem negativen Sinne wahrnehmen, sondern auch erkennen, dass er mit seinem eigenen Ich aus dem vorherigen Entwicklungszyklus kommt, aber jetzt eine Rolle spielt, von der ihn nur der Mensch befreien kann. Das Gleiche gilt für Luzifer, Asura und Sorat. Alle vier erwarten, dass der Mensch sie erlöst. Je mehr die Waagerechtachse des Weltenkreuzes mit der Kraft Christi nach oben steigt, desto mehr nimmt der Antagonismus zwischen den luziferischen und ahrimanischen Kräften und die schreckliche rechtswidrige Synthese der beiden durch die Asuras zu. Sorat wird sich uns weiterhin nur als ein Sonnendämonium präsentieren, weil er nicht die Möglichkeit hat, seine ichhafte „Sonnenseite“ zu manifestieren. Er hat keinen „dämonischen“ Einfluss auf die Sonne, das „Dämonische“ ist nur ein Zeichen dafür, dass seine Rolle darin besteht, der Hauptgegner Christi zu sein. Er ist nicht der Gegner des Ich-Prinzips, sondern unseres niederen Ich in dessen lunarem Aspekt, auf den er als „Versuchung“ einwirken muss. Dies ist jedoch ein großes Hindernis für das „Tier mit den zwei Hörnern gleich einem Lamm“, sich Christus zuzuwenden.

Der Mensch ist aufgerufen, den mittleren Weg auszuwählen, den Ich-Weg Christi. Er wird eine seine Entwicklung wahrhaftig fördernde Synthese der hellen und dunklen Mächte sein, die gleichzeitig die „Dunklen“ von ihren Rollen befreit und den Menschen selbst zu einem Hierarchiewesen macht.

Vor 2000 Jahren erreichte Jesus die Würde der zehnten Hierarchie in der freien Wahl zwischen Gut und Böse, zwischen Auferstehung und Tod. Jetzt sind wir an der Reihe, denn die Zeit ist gekommen, dass wir ICHE werden. Im ICH findet jede Frage, jede Krise, jedes Leiden und jede Sackgasse eine Antwort, im ICH ist Gott. Der Mensch ist Gott. Es bleibt, dass er sich dessen bewusst wird und in aller Ewigkeit manifestiert. Will er das?!

[1] Лазаровден ‘Lazarustag‘, beliebtes Frühlingsfest und Namenstag in Bulgarien, mit dem verschiedene Bräuche verbunden sind, vgl. z. B. https://bulgarieninside.blogspot.com/2012/04/lazarustag-in-bulgarien-welches-madchen.html

[2] Vgl. „Vom Mysterium des Lazarus und der drei Johannes: Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Johannes Zebedäus“, Dornach, 2009

[3] https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2019/03/28/der-jahve-elohim-und-das-mysterium-des-bulgarischen-volks/

[4] Ebd.

[5] Vgl. den Vortrag https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2020/03/19/die-apokalypse-des-johannes-und-der-hierarchiename-des-menschen/

[6] GA 1, S. 201f.

 

Warum nahm das Coronavirus von China aus seinen Gang?

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 4.4.2020 in Varna

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Im März habe ich einen Arzt aus der „Weißen Bruderschaft“ angerufen, um mich nach dem Gesundheitszustand von jemandem zu erkundigen und es entstand ein längeres Gespräch. Er fragte mich, was ich von den Migrationsprozessen in Europa und der Teilnahme übersinnlicher Wesen an ihnen halte und interessierte sich, ob es in den vergangenen Jahrhunderten etwas Ähnliches stattgefunden hat. Wir kamen dabei natürlich auch auf das vom Coronavirus verursachte Problem zu sprechen, das so unverhofft die ganze Menschheit angegriffen hat. Ich begann meine Ansicht der Frage darzulegen, indem ich sagte, dass die Seele des heutigen Chinesen einer entsetzlichen Presse aus zwei Richtungen ausgesetzt ist – einerseits aus der Empfindung der Größe der chinesischen Vergangenheit und ihrer reichen Geschichte, andererseits aus dem Druck der heutigen ökonomischen Wirklichkeit. Aus der Vergangenheit lugt Luzifer heraus und aus der vorzeitig angekommenen Zukunft zerdrückt sie Ahriman, ohne dass Christus in der Mitte anwesend ist. Das führt zu einer extremen Abschwächung der Immunität des physischen Leibes und wenn man den Druck der Digitalisierung hinzufügt, zerstört das alles völlig die Immunität der Chinesen. Außerdem existiert die Absicht Chinas, welche die kommunistische Partei formuliert hat, die Welt ökonomisch zu erobern … und in diesem Augenblick kam die Offenbarung der geistigen Welt! Sie lautete, dass „die wahre Ursache für das Auftauchen des Virus darin besteht, den Drang Chinas nach der Weltherrschaft aufzuhalten“. Ein paar Tage später kam als Ergänzung eine weitere Offenbarung.

Worin drückt sich dieser Drang aus? Im Unterschied zu den Führern der „weißen Völker“, die größtenteils längst die Existenz Christi vergessen haben und auf die sozialen Prozesse rein weltlich schauen, ohne ein klares Zukunftsziel zu haben, verstanden die chinesischen Führer schon immer die Evolutionsentwicklung in jedem Zeitalter auf eine völlig andere Art. Für sie stellt die Geschichte eine Reihe von nacheinander folgenden Zyklen dar, die der Wirbelbewegung des Kosmos folgt. Dabei hat jeder Zyklus drei Perioden – „Chaos“, „kleines Aufblühen“ und „große Einigung“. Demnach soll sich China gegenwärtig im achten Zyklus befinden und es ist besonders interessant zu präzisieren, in welcher seiner drei Perioden sich das Land aktuell befindet. Jahrtausende lang war dieses Land vom Rest der Welt abgetrennt, aber als die ersten weißen Menschen dort auftauchten, traten unvermeidlich Wandlungen ein. Im 19. Jahrhundert beherrschte das Britische Imperium die Welt, das seinen egoistischen Interessen folgte und versuchte, die Chinesen in ein Volk von Drogensüchtigen zu verwandeln und ihnen die Reichtümer zu entziehen. Durch die beiden Opiumkriege wurde ein großes Karma geschaffen und nicht von ungefähr begannen viele Chinesen, in der weißen Rasse zu inkarnieren. Nach dem Fall des 12. Kaiser der Quing-Dynastie und dem nachfolgenden Bürgerkrieg spaltete sich Taiwan ab und China ging zu einer kommunistischen Führung über, indem es zwischen den beiden Militärkolossen lavierte – den USA und der UdSSR. Die Chinesen benutzten das Modell „des weisen Affen“, der auf dem Berggipfel stand und von dort aus den Kampf der beiden Tiger im Tal beobachtete. Je nach ihrem Interesse und der Konjunktur war China mal der einen, mal der anderen Seite zugewandt. Von den USA bekamen sie zivile Technologien und von der UdSSR – Militärtechnologien. 1999 unterschrieb der amerikanischen Präsident Clinton mit dem damaligen chinesischen Führen Jiang Zemin einen 20-Jahresvertrag für „konstruktive Zusammenarbeit“. Diesem Vertrag entsprechend sollte China zur „Weltfabrik“ werden und die weißen Menschen der sog. „goldenen Milliarde“ mit Waren zu beliefern. So war die Politik des liberalen Kapitalismus, der einfach eine andere Form des Marxismus ist. Davon wurde auch Europa angesteckt. Das führte die Entindustrialisierung Amerikas und den Übergang zum virtuellen Finanzkapitalismus herbei, welcher die Krise im Jahr 2009 verursachte. 2001 unterschrieb der andere „Tiger“ – Putin – einen Vertrag für „gute Nachbarschaft“ mit Jiang Zemin, der bis 2020 gültig sein sollte und dessen Ziel darin bestand, einen weiten Zugang zu den Naturressourcen Russlands zu öffnen mit dem Zweck, die Bedürfnisse der „Fabrik des 21. Jahrhunderts“ zu befriedigen. Die Chinesen sind der Meinung, dass die „Chaosperiode“ des achten Zyklus bis zur Ankunft Deng Xiaoping abgeschlossen war. Uns ist sein berühmter Satz bekannt „Es ist nicht wichtig, wie die Katze aussieht, sondern ob sie Mäuse fangen kann“. Mit Deng Xiaoping begann die Periode des „kleinen Aufblühens“. Sie erforderte auch die entsprechenden Änderungen. Der 8.11.2012 wurde zu einem Schlüsseldatum, als beim 18. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas der Übergang von den marxistischen und den ihnen folgenden „allgemeinmenschlichen“ Werten zum chinesischen Internationalismus beschlossen wurde, der auf der konfuzianischen Ethik basierte, mit der China zu einem „Weltreich“ aufsteigen sollte. Bei dieser Ethik ist der Herrscher der „Vater der Familie bzw. des Volkes“ oder besser gesagt des Staates wie in einer vereinten Familie, die auf das Prinzip der Sippschaft beruht und deren Mitglieder durch die führende Rolle der Autoritäten auf den jeweiligen Hierarchiestufen miteinander verbunden werden. Der Parteitag erhob den fünften Kaiser der roten Dynastie Xi Jinping an die Spitze mit der Aufgabe, bis 2022 das „kleine Aufblühen“ zu verwirklichen. Dieses drückte sich in der Rückkehr Taiwans zu China aus, in der Umwandlung des „Reichs unter dem Himmel“ aus einem industriellen in einen innovativen Staat der sechsten technologischen Welle und in einer Verstärkung der Militärstärke, welche eine Erweiterung der Landes- und Seegrenzen bis zu den Erdpolen erlaubt. 2015 war Xi Jinping auf Staatsvisite in London und die Queen hat sich nicht nur vor ihm verbeugt (im übertragenen Sinne) und ihm erlaubt, im Buckingham Palace zu übernachten, sondern er war das einzige Staatsoberhaupt, das in der königlichen Kutsche in der Stadt spazierengefahren ist. Im britischen Parlament erklärte Jinping selbstbewusst, dass diese Institution seit einigen Jahrhunderten bestehe, aber die Chinesen hätten bereits vor 4000 Jahren begonnen, über die Menschenrechte und die Herrschaft des Gesetzes zu sprechen. Die Queen und die Rothschilds haben ihre Augen vor dem tragischen Zustand der Menschenrechte in China geschlossen und der Weg des östlichen Drachen zum Ziel des „kleinen Aufblühens“ stand völlig offen. Während sie 1683 einen ähnlichen Höhepunkt des Aufschwungs im vorherigen Zyklus hatten, bedeutete nun das Jahr 2019 einen solchen Höhepunkt. In dieser Zeit wurde Europa mit Migranten überflutet, überraschenderweise kam in den USA Trump als Alternative des liberalen Marxismus an die Macht; in Russland festigte Putin seine Macht und nach der Ablehnung des Gorbatschovschen und Elzinschen Liberalismus begann man dort die neue Ideologie des orthodoxen eurasischen Nationalismus zu formulieren. So erschienen die drei herausragendsten Führer auf der waagerechten Ost-West- bzw. West-Ost-Achse, auf der ständig anwachsende Spannung herrscht.

China wuchs mit atemberaubendem Tempo als Wirtschafts- und Militärmacht, aber die „große Einigung“ sah man dort in der luziferischen Wiederbelebung  der Vergangenheit. Am Anfang des Kali Yuga inkarnierte Luzifer in einer angesehenen chinesischen Familie (wahrscheinlich als Kaiser) und mit ihm begann der Übergang zum persönlichen Prinzip im Menschen. Doch Luzifer ist auch eine Schlange, ein Drache, der in der „Apokalypse“ des Johannes als der Verführer dargestellt ist, der die Menschen zur Gruppenbewusstseinsform führt. Der Drache besitzt auch eine ahrimanische Natur, die im heutigen China schlagartig zur Geltung kommt mit den Ansprüchen auf Cyberunabhängigkeit, Dominanz im globalen Netz und auf alles, was mit Digitalisierung und Wirtschaft zusammenhängt. Wie bereits erwähnt, fehlt dort Christus und es hat sich der besondere gelbe Drache mit roter Schattierung in der Gestalt der kommunistischen Partei Chinas breitgemacht. Hier reden wir von einem Eingriff der Asuras. Zur äußeren Welt dringen Nachrichten über die Gewalt, die gegen die Falun-Dafa Nachfolger ausgeübt wird. Kaum jemand glaubt, dass lediglich 3000 Menschen am Coronavirus gestorben sind. Nach alter kommunistischer Manier wird alles vertuscht oder die Information wird entstellt.

In Russland sind Putin und seine Clique wohl nicht sehr geneigt, dеn Chinesen widerstandslos Zugang zu den eigenen Naturreichtümern zu gewähren. Das ist gut, doch der russische Traum, die Welt zu beherrschen ist jeder Begründung entleert, denn wie die Anthroposophie uns lehrt, wird die Zeit des Slawentums erst in der sechsten Kulturepoche kommen. Hinter dem Einfluss des orthodoxen Christentums in Russland lauert der luziferisch-ahrimansiche Asurismus in Aktion. Wenn die Menschen wüssten, welch atheistischer Unmensch in Putin wiedergeboren ist, würden sie ihm niemals etwas glauben, egal worüber er spricht!

Bei Trump ist alles klar – kommt man zu ihm als Käufer, ist man willkommen, denn Amerika muss „Nummer 1“ sein. Wir leben im Zeitalter der Bewusstseinsseele und die Vertreter der angelsächsischen Völker werden buchstäblich damit geboren. Doch wenn sie die Bewusstseinsseele nicht in christlicher Art, mit Anstrengung meistern („Das Reich Gottes wird mit Kraft errungen“), dann tauchen sie die Bewusstseinsseele in die instinktive Grundlage der Empfindungsseele ein, wo der Gruppenegoismus regiert und dann beginnen sie, verschiedenen Doppelgängern zu dienen. Damit werden diese Völker zum Anziehungspunkt für Zerstörungskräfte, womit sie ihre persönliche und allgemeinmenschliche Apokalypse (im negativen Sinne) vorbereiten. Wenn Trump dem Weg des Egoismus folgt, hat Amerika nichts Gutes zu erwarten. Trump hat Amerika wirtschaftlich angehoben, aber das Coronavirus tauchte auf und es stellte sich heraus, dass der Koloss auf tönernen Füßen steht. Wir alle wissen, dass das „gekrönte“ Virus aus Wuhan kam. Es soll von Fledermäusen stammen, dann waren Schlangen oder Gürteltiere im Gespräch, die vom Markt auf den Tisch kamen. Wenn das stimmen sollte, so ist die Symbolik klar – die Fledermaus-Ahriman und die Schlange-Luzifer gingen vom Symbol der heutigen Zivilisation des Konsums – dem Markt – aus, um mit vereinten Kräften den mittleren Teil des Menschen anzugreifen – das Atmungssystem, in dem Christus – das Herz der Welt – anwesend sein sollte. 2019 war der chinesische Drache bereit, die Flügel aufzuschlagen und zur Weltherrschaft hochzufliegen, doch vorläufig hat ihn ein unsichtbares Virus aufgehalten. Die chinesische Führung hat lange die Wahrheit verheimlicht und der nach Gewinn und Vergnügen lechzende weiße Mensch hat es zugelassen, dass er ungehindert angegriffen wird. Nun beobachten wir die Angst, die alle ergriffen hat. Es ist sehr charakteristisch, in welcher Zeit des Jahres diese Pandemie kam. Aus der Anthroposophie wissen wir, dass vier Erzengel ein Weltenkreuz aus zwei Sonnenwenden und zwei Tagundnachtgleichen bilden. Die Epidemie begann ungefähr in der Zeit des Erzengels Gabriel, der eng mit dem Fest der Geburt Jesu, dem Stoffwechselsystem und den Kräften der Ernährung verbunden ist. Sein Aufruf an den Menschen lautet: „Hüte dich vor dem Bösen!“ Wir alle wissen, welche Tiere, Insekten und alles, was sich bewegt, die Chinesen essen. Am Anfang jedes spirituellen Weges steht die richtige Ernährung und die Chinesen sind ein Beispiel gerade für das Gegenteil. Der Erzengel Gabriel macht die Kräfte frei, die in den Impulsen der Ernährung wirken und schickt sie zum mit der Atmung verbundenen Erzengel Rafael, bei dem sie zu heilenden Kräften werden. Der Erzengel des bulgarischen Volkes Rafael steht in direkter Verbindung mir dem Osterfest und ruft uns zur Reue auf, damit wir seine „Empfehlung“ hören: „Mensch, erkenne dich selbst!“ Die gegenwärtige Quarantäne ist die geeignetste Zeit, in der sich jeder die wichtigsten Fragen stellt und den Weg des Christus besteigt, um selbst als ein unsterbliches ICH zu finden. Das Coronavirus befällt die Lunge, d.h. die Atmung, da dem Menschen das unserer Zeit angemessene Christus-Verständnis abhanden gekommen ist und er in schnellem Tempo zur Hölle der unterphysischen Welten schreitet.

Ohne den Erlöser und sich selbst zu finden, können diese heilenden Kräfte nicht im Sommer weiterwirken und sich in Kräfte des Denkens und in eine aufgeklärte geistige Weisheit verwandeln, die die Moralität der Hierarchiewesen darstellt. Von der Höhe des Sommers aus schaut der Träger des kosmischen Gewissens Erzengel Uriel und ruft uns auf, „das Licht“ vom Pfingstgeist zu „empfangen“, damit es sich auf seinem Weg zum Herbst und zum Erzengel Michael in Wille, in Kraft der Bewegung verwandelt, die den Menschen auf seinem Weg führen. Das ist die Kraft des individuellen unsterblichen ICH, das Michael im Menschen sehen möchte.

Leider wird die heutige Menschheit vollständig von ihrem reflektierenden Ich geleitet. Doch während beim einfachen Menschen die Folgen nur ihn selbst betreffen, können diese Folgen bei den Staatsführern der „großen“ Mächte weltengroße Dimensionen annehmen, wie das bei den chinesischen Führern der Fall ist. Die Fortsetzung der am Anfang angeführten Offenbarung lautet: „Sie wissen sehr gut, dass sie auf dem Weg, den sie eingeschlagen haben, sowohl die Natur als auch den Menschen zerstören. Wenn sie nicht aufhören, wird die Pandemie eine Fortsetzung haben.“ Es ist wohl nicht nötig, wieder auf die schlimme Wirkung der Digitalisierung auf unsere Physiologie oder der Zerstörung der Naturreiche wegen der Verfolgung des ständigen Wirtschaftswachstums zu verweisen. Die hellen Mächte werden es nicht zulassen, dass dasjenige, was sie im Laufe von Äonen geschaffen haben, nur innerhalb von wenigen Jahrzehnten unumkehrbar beschädigt wird, weil der Mensch sich weigert, eine rechtmäßige Verbindung mit ihnen im Sinne der christlichen Esoterik einzugehen. Dass man die guten Mächte so lange ignoriert hat, führt dazu, dass sie sich an uns rächen werden und wenn wir nicht zur Vernunft kommen, wird das jetzige Virus nur der Anfang sein!

Die Apokalypse des Johannes und der Hierarchiename des Menschen

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 29.02.2020 in Varna

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Wie aus dem Titel ersichtlich ist, werden wir heute unser Bewusstsein auf das am schwierigsten zu begreifende Buch der Bibel richten, in dem wir nach Antworten auf viele Fragen suchen wollen, die für unser gegenwärtiges Zeitalter von immenser Bedeutung sind.

Eines der wichtigsten Rätsel, das schon seit langer Zeit vor mir steht, ist der Hierarchiename des Menschen. Es musste der 25.12.2019 kommen, als an Weihnachten dieses Mysterium gelüftet wurde. Danach wurde meine Aufmerksamkeit natürlich auf den Vortragszyklus Rudolf Steiners von 1924 (GA 346) gelenkt, den er in Dornach vor jenem Gestirn bemerkenswerter evangelischer Pfarrer hielt, die sich der Erneuerung des exoterischen Christentums gewidmet haben. 16 Jahre vorher hat Steiner auch schon über das Thema gesprochen, aber in einer anderen Art – indem er die Anthroposophie selbst auf der Grundlage der Apokalypse interpretierte. Wir werden versuchen, die beiden Vortragszyklen in Verbindung zueinander zu stellen, und zwar gerade am heutigen Schalttag des Jahres 2020, der eine Art Oktave einer Vierjahresperiode darstellt. Auf diese Weise werden wir uns in einer möglichst angemessenen Art dem Ziel dieses Vortrags nähern.

Lassen Sie uns als Anfang in das Zeitalter uns zurückversetzen, als Johannes persönlich von Christus mit der höchsten Offenbarung in seinem Willen beschenkt wurde. Vor unserem inneren Blick wird ein erstaunliches Bild auftauchen. Es war gegen Ende des ersten Jahrhunderts n.Chr. Im Westen war die Sonne bereits untergegangen, doch man konnte immer noch die nachlassende Wirkung ihrer Strahlen spüren. In ihnen erschien das Sternbild Jungfrau mit dem Mond „unter ihren Füßen“. Fest auf dem Felsen auf der Insel Patmos stehend, um nicht von allem, was sich in ihm und um ihn herum aufregte, betete der Apostel in der heiligen Atmosphäre des Nachklangs der ältesten Mysterien. Er wurde in das Geistgebiet des Jahres 30.9.395 versetzt – am Tag des Herrn (Sonntag) – und empfing den Inhalt seiner so geheimnisvollen Einweihung, die er einige Jahrzehnte früher bei seiner Auferweckung aus dem Grab durch den Ruf „Lazarus, komm heraus!“ erlebt hatte.

Wie keinem anderen Menschen wurde Johannes die ganze Vergangenheit und Zukunft der Erdenmenschheit offenbart. In den geistigen Welten, die sich über unserer physisch-mineralischen Erde befinden und in denen die Zeit in anderen als den uns bekannten Formen existiert, hat der Apostel Johannes Bilder gesehen und danach beschrieben, deren Verständnis die Menschheit noch zukünftig zu erringen haben wird – mit dem Fortschreiten der ätherischen Ankunft Christi wird es uns nämlich immer dringender, sie zu begreifen und im Ich aufzunehmen. Heute werden wir dem Ariadnefaden den Aufgaben unseres Themas entsprechend folgen und beobachten, wohin er uns führen wird.

Die „Apokalypse“ ist ein Mysterium und zuerst müssen wir begreifen, warum es genau zu jenem Zeitpunkt durch Johannes empfangen wurde. In seinem Vortrag vom 5.9.1924 (in GA 346) sprach Rudolf Steiner über die Wandlung des Mysterienlebens während der vergangenen Jahrtausende, indem er zwischen „alten“, „halbalten“, „halbneuen“ und „neuen“ Mysterien unterschied. Über die alten Mysterien existieren keine äußeren historischen Angaben, sie können nur hellseherisch geschaut und begriffen werden. Sie fanden in natürlichen Felsenhöhlen bzw. in künstlich erbauten Dolmen statt.  Zu dem im unterirdischen Tempel liegenden Neophyten stiegen die Götter herab, um ihn mit der Menschenweihehandlung der Transsubstantiation in Kultuszeremonien zu weihen. Das wurde astrologisch auf die Konstellation der Himmelskörper abgestimmt. Die Transsubstantiation und die Kommunion sind die beiden Hauptteile der Menschenweihehandlung. Die Transformation des Stoffes ist eine äußerlich unsichtbare geistige Realität und bei der Weihe mit irdischen Substanzen kam der Einzuweihende zu einer apokalyptischen Einstellung und erfüllte sich mit dem Verständnis der erhabenen Wahrheiten des Weltalls, d.h. mit der Substanz des Apokalyptischen. Das Geheimnis der Weihe ist ein Erkenntnisweg und die Apokalypse ist das Objekt der heiligen Erkenntnis. Das Erleben des physischen Leibes im Bereich des höheren Devachan machte ihn zu einem göttlichen Menschen und aus der Vereinigung der aufwärts- und abwärtsfließenden Strömungen mit dem ganzen Weltall hatte der Einzuweihende ein Erlebnis, das man ungefähr mit den folgenden Worten beschreiben kann: „Ich bin jetzt nicht der, der da herumgeht in der physischen Welt; ich bin der, in dem der Gott, der herabgestiegen ist, lebt; ich bin der, dessen Name alle Laute umfaßt, der gewesen ist im Anfang, der ist in der Mitte, der sein wird am Ende. Ich bin das Alpha und das Omega.“[1] Damals verstand man die Apokalypse als das Vorhandensein der Götter, die am Anfang, in der Mitte und am Ende standen, also als das Alpha und Omega der ganzen Entwicklung.

In den halbalten Mysterien zogen sich die Hierarchiewesen zurück und stiegen nicht mehr in ihrer eigenen Wesenheit herunter, sondern sandten ihre Kräfte herunter[2]. Die Tempel kamen an die Erdoberfläche und der Prozess der Umwandlung richtete sich auf das Verstärken und Erleben des Ätherleibes, des Flüssigen im Menschen durch die Verbindung mit der Sphärenmusik und dem vom Himmel zur Erde tönenden Weltenwortes, das alles geschaffen hat, alles schafft und in allem lebt. Das Geheimnis der Transsubstantiation wurde schon im Inneren desjenigen gesucht, das man in der alten Alchimie die ‚Fermente’ nannte. In heiligen Gefäßen bewahrte man uraltes Substanzielles auf, das Sonnenglanz verbreitete und ein Gefühl der Ewigkeit, der Unsterblichkeit bewirkte, da in ihm die Sonne – der eigentliche Quell der belebenden Ätherkräfte in unserem Planetensystem – gewirkt hat. Man bewahrte einen kleinen Teil auf und gab ihn der Substanz bei, wobei sie eine Umwandlung erfuhr. Die Kräfte selbst wurden zum Erkenntnisorgan bei der apokalyptischen Suche nach der Wahrheit. Den Nachklang jener Zeiten finden wir in der Tradition des rituellem Besprühens oder gar Waschens mit Weihwasser.

Bei den halbneuen Mysterien stieg das Erleben der Transsubstantiation bis zum Luftelement und Astralleib auf. Das geschah durch die Beherrschung des Rhythmus in der magischen Kultussprache, in der die innere Wesenheit des Lautes klang und in die Herzen der Priester eindrang – obwohl sie sich dessen nur halbbewusst waren -, um die notwendige Atmosphäre zu schaffen, damit ihnen nach dem Vollzug eines Opferaktes das Apokalyptische aufgeht. So hat man bei den Mysterien der Kabiren Substanzen in Opferkrügen entzündet. Der Rauch stieg in die Höhe, es transsubstantiierte sich das Wort selbst und der Weg zu den göttlichen Kräften wurde in Imaginationen sichtbar, woraus später das Erlebnis „Wenn ich spreche, dann spricht Gott in mir“ entstand.

Wenn wir uns heute fragen, wie die heiligen Alphabete des Altertums entstanden sind, so können wir das nicht begreifen, ohne zu berücksichtigen, wie tief der Laut in den damaligen Menschen ertönte. Wenn das Wort ‚Alpha‘ ausgesprochen wurde, so wurde der Mensch gleichsam in die alte Saturnzeit zurückversetzt, als er ursprünglich als ein Wärmeleib entstand, der in höchster Weise über die Welt wegen seines eigenen Seins staunte, das er gerade gefunden hatte. Beim Laut ‚Beta‘ spürte der Mensch die ihn umgebende Welt wie sein Zuhause, wie seine „Haut“. Dann hat er, durch diese Welt gehend, sie aufnehmend und sich mit ihr vereinend – was bis zum zukünftigen Vulkan dauern wird, wenn er eins mit dem ganzen Universum sein wird – diesen ganzen Prozess durch die Laute des Alphabets als eine Summe geistiger, aus allen Richtungen zu ihm sprechenden Wesen widerspiegelt. Das heilige Kultuswort hat ihn mit den Göttern vereint und nach der Zurücklegung des gesamten grandiosen Weges der Entfernung vom Gott und der Rückkehr zu Ihm wird der Mensch vollberechtigt sagen können: „Ich bin das Alpha und das Omega“.

Mit dem Übergang zum reflektierenden Denken blieb jedoch der Astralleib gänzlich außerhalb des menschlichen Bewusstseins, die Götter zogen sich von den heiligen Lauten des Altertums zurück. Unten zogen in die leeren Hüllen von a,b,c usw. in dämonischer Art ahrimanische Wesen ein. Die Worte haben das Wort, ihre Kraft eingebüßt. Im Unterschied zu den anderen Evangelisten begann Lazarus-Johannes dank seiner Einweihung durch den Logos Christus sein Evangelium über die Einweihung mit dem vollkommen bewussten Erleben, dass „am Anfang das Wort war“. Zudem wurde er der erste Mensch auf Erden, der das Aufsteigen des apokalyptischen Inhalts in sein Ich erlebte, d.h. er erlebte die Einheit seines absolut bewussten Ich mit dem Inhalt der Apokalypse. So wie ein jeder Mensch das Wort ‚Ich‘ mit seinem üblichen Bewusstsein aussprechen und in diesem Laut seine innere Welt zum Ausdruck bringen kann, wurde der Inhalt der „Apokalypse“ zum Inhalt des Ich Johannes‘. Es existiert nur eine „Apokalypse“, die er als Einziger erlebt hat, doch gleichzeitig kann deren Inhalt in jedes höhere Menschen-Ich eingehen, denn sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich vervielfältigen kann. Und das führt uns zu den neuen Mysterien, die Rudolf Steiners Worten zufolge mit dem Brand des Goetheanums eingesetzt haben. Das Menschen-Ich wird apokalyptisch, wenn man es Christus gewidmet hat und die ersten Schritte hin zu der Vereinigung des Priesters und des Eingeweihten in seiner Person macht und dabei zum Avatar des Erlösers wird. 1936 hat uns der Bodhisattva Beinsa Douno das in einer unmissverständlichen Art vorgeführt.

In beiden Vortragszyklen von 1908 und 1924, die der Apokalypse gewidmet sind, stellt Rudolf Steiner die Ich-Entwicklung ins Zentrum, für die wir unsere physisch-mineralische Daseinsform angenommen haben. Wie ist dieses Dasein in den nachatlantischen Kulturepochen verlaufen, die unserer Zeit vorgehen?

Nach dem Versinken der Atlantis ließen sich in den Gebieten nördlich des heutigen Indiens die fortgeschrittensten menschlichen Individuen nieder, die fähig waren, durch die urindische Kulturepoche den Anfang des Ich-Impulses aus dem Westen ostwärts einzuleiten. Demnach wurde der ganze Kontinent ‚Asien‘ genannt. Die indische Bevölkerung erreichte ein hohes Niveau der seelischen Entwicklung, jedoch bei herabgedämpftem Bewusstsein. In den Jahrtausenden, die der Sintflut folgten, erlang sie solche seelischen Fähigkeiten und Kräfte, mit denen sie selbst in die Wirkungssphäre der Dynamis und Kyriotetes eindringen konnte. Die Gesamtheit der Ersteren nannte sie Mula-Prakriti und der Letzteren – Maha-Puruscha. Als die Inder später mit dem alten dämmerhaften Hellsehen abschlossen und zum Ich-Selbstbewusstsein erwachten, hatten sie bereits vergessen, wann die Engel und Erzengel an ihrem Seelenhaften gearbeitet hatten. Dementsprechend standen sie diesen Wesenheiten völlig teilnahmslos gegenüber und interessierten sich hauptsächlich für die Tätigkeit der Mula-Prakriti und Maha-Puruscha. Ihr erwachtes Ich blieb für sie etwas Subjektives, Erkennendes, aber ein objektives Wesen unter den anderen Wesen der geistigen Welt. Im Orient blieb die Kosmogonie unpersönlich, ichlos, pantheistisch.

Beim urpersischen Volk erwachte das Ich auf einer niedrigeren Seelenebene und der Umgang mit den Hierarchien konzentrierte sich hauptsächlich auf die Gewalten, die ‚Amshaspands‘ genannt wurden. Bei den Völkern von Ägypten, Chaldäa u.a. der dritten Kulturepoche sank der Blick zu den Archai. Sowohl bei ihnen als auch bei den Hellenen und Römern der vierten Kulturepoche gab es nur eine Erinnerung an den Eingriff der Engel und Erzengel in ihre Entwicklung und die Mythologien waren eben aus diesen Erinnerungen entstanden. Das Auftauchen des reflektierenden Denkens und das Erwachen des Ich fiel mit der Verinnerlichung der Verstandesseele zusammen. Nicht von ungefähr erschien in der griechischen Polis die Demokratie und bei den Römern – das römische Recht. Im Unterschied von ihnen haben die Bulgaren – Thraker, Skythen, Hunnen, „Goten“ usw. – am längsten im Vergleich zur gesamten europäischen Bevölkerung das alte Hellsehen in atavistischer Art aufbewahrt. Sie erlebten ganz spürbar den Eingriff der Engel und Erzengel in das Erwachen ihres Ich. Diese Bulgaren übernahmen die Aufgabe, die europäische Bevölkerung auf die Ankunft des Ich-bin-Prinzips Christi vorzubereiten. Der griechischen und römischen Mythologie liegt die Mythologie der Thraker zugrunde und der Kontinent Europa trägt nicht zufällig den Namen des von ihnen besiedelten Gebiets im Südosten. Hierher kam Paulus und er geriet unter Menschen, die für die Verbreitung des Christus-Impulses geeignet waren.

Die Völker von West-, Mittel- und Nordeuropa befanden sich auf einer niedrigen Stufe der  Kulturentwicklung, als ihr Ich zu erwachen begann. Dafür waren sie im Rahmen des alten Hellsehens unmittelbar in den Prozessen anwesend, in denen die Engel und Erzengel in ihren Seelen wirkten. Das führte dazu, dass sie das Ich als ein objektives Wesen unter den Ichen der geistigen Hierarchien anschauten, und zwar lange Zeit, bevor sie die wahre innere Anregung zu diesem Ich gewahr werden konnten. Während vorher übersinnliche Wesen sich um die Beziehungen des Menschen mit der Außenwelt kümmerten und diese Beziehungen eher instinktiv waren, stand nach seinem Erwachen das Ich im Mittelpunkt des Menschenlebens. Der Europäer musste es in allen möglichen Arten mit der äußeren Sinneswelt verbinden, indem er über die Beziehungen des Menschen zum ganzen Universum sprach. In der nordgermanischen Mythologie, in der die Spuren der bulgarischen Anwesenheit sichtbar sind (z.B. bei Odin-Wotan), wurden die Engel und Erzengel ‚Asen‘ genannt, da sie die Rolle von Gruppen-Ichen[3] gegenüber den einzelnen Stämmen, Gemeinschaften, Völkern spielten, bevor ihre einzelnen Mitglieder für das eigene Ich-Selbstbewusstsein erwachten. Im Laufe vieler Jahrhunderte und Jahrtausende führten die rechtmäßigen geistigen Wesen ihre „Zöglinge“ auf der Erde durch das Prinzip der Blutsverwandtschaft. Dem widersetzten sich die luziferischen und ahrimanischen Geister der Finsternis. Sie strebten danach, dass der irdische Mensch die Freiheit, die eine Ich-Entwicklung mit sich bringt, beschleunigt erlangt und dass er schnell zur Vergeistigung kommt.

Das in der geistigen Welt befindliche Weltall-Ich Christi wurde in den Mysterien grundsätzlich in luziferischer Art heruntergeholt und inspirierte die Evolution als Wissen, als Weisheit. Allerdings stellte diese Weisheit reflektiertes Licht dar. Als Christus auf die Erde herabstieg, kam Luzifer aus dem menschlichen Astralleib heraus und in diesen strömte das wahre Licht aus dem Pralaya hinein. Bis zu diesem Zeitpunkt wohnten die rechtmäßigen „Asen“ im menschlichen Wesenskern. Als jedoch Christus in Jesus herabstieg, verließen sie den Wesenskern und in ihm blieb nur die Hülle des „kleinen“ Ich zurück – das, was der Mensch individuell durch die Sinneswahrnehmungen und Lebensprozesse,  durch die Befolgung der Gebote, das bildhafte Denken usw. ausgearbeitet hatte. Bis zur Zeitenwende führte die Menschheit eine geradezu illusorische Existenz; nach der Zeitenwende musste in die freigewordene Hülle Christus einziehen, damit der Mensch die Verbindung zu seinem (höheren) Ich suchen und irgendwann aus eigener Kraft zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe werden kann. Und hier stellt sich die Frage, welches sein Hierarchiename ist.

In der „ Apokalypse“ 19:11 beschreibt Johannes, wie der Himmel sich auftut und eine Kraft auf einem weißen Pferd erscheint, die sein ganzes Wesen durchdringt und sich als die drei Antlitze des einigen Gottes, d.h. des väterlichen Weltengrundes manifestiert. Aus der Anthroposophie wissen wir, dass Sein Bild in der geistigen Welt einheitlich ist und erst wenn es sich auf die physische Welt überträgt, als drei Hypostasen erscheint. Wir wissen auch, dass wir auf dem physischen Plan eine Einheit von Leib, Seele und Geist bilden. Doch wenn wir in die geistige Welt eintreten, zersplittern unsere drei Seeleningredienzen Wille, Fühlen, Denken und erhalten eine gewisse Selbständigkeit und der dreieinige Gott wird uns zum einigen Gott. Im Pralaya finden die drei göttlichen Hypostasen im väterlichen Weltengrund ihre Einheit, die im Manvantara in Christus verwirklicht wird. Warum spaltet sich dann der Apostel beim hellseherischen Erscheinen des weißen Pferdes mit dem Reiter nicht in seiner Seele in drei Teile, was zum Schauen eines Bildes führen würde, sondern es geschieht genau das Gegenteil, dass sich der Reiter in drei Bildern zeigt? Wen sah Johannes? Er sah Christus – und zwar dreihaft – denn beim Herabstieg des Ich-bin-Prinzips aus dem Pralaya in den physischen Jesus füllte der Erlöser alle Lücken zwischen dem Menschen und Gott aus. Dank seiner Auferweckung, die sich so stark von der Auferweckung des Jünglings von Nain und der Tochter des Jaïrus unterscheidet, war Johannes in der Lage, eine der wichtigsten Offenbarungen anzuschauen, die je ein Eingeweihter erhalten hat. Dabei geschah, wie wir bereits erwähnt haben, wohl das Gegenteil der Regeln, die für den physisch inkarnierten Menschen gelten. Im Kapitel 19 der „Apokalypse“ lesen wir auch, dass der Reiter „einen Namen geschrieben“ hatte, „den niemand wusste denn er selbst.“ Was ist dieser Name? Nach der Ausbildung der Sprache im atlantischen Zeitalter sprach der Mensch in der dritten Person über sich, denn der Fokuspunkt des Bewusstseins lag außerhalb der Stirn im großen Ätherkopf. Doch das Ich der arischen Rasse konnte bewusst realisiert werden, nur wenn das Zentrum des Ätherleibes in das physische Gehirn verlegt wurde. In den alten nachatlantischen Sprachen hat man das Ich nicht als Solches bezeichnet und benannt, sondern es war in der Verbform und dadurch bis zu einem gewissen Grade in den Pronomen enthalten. Aber Derjenige, der aus der übersinnlichen Welt herabsteigt, trägt einen Namen, der auf Ihn geschrieben ist, den Er nicht nur ausspricht, indem Er sich selbst bezeichnet, sondern den Er als Einziger und kein anderer versteht. Johannes sah prophetisch voraus, dass Er in der Zukunft kommen und der Welt „das Dasein der Moral“ (nach der Übersetzung von Emil Bock) bringen wird, denn die Moral ist möglich und sie wird durch „Seine Entscheidungen und Kämpfe“ Wirklichkeit werden. Auch wird Er „Glauben und Wissen“ verwirklichen, die in den Menschen eingehen können, wenn der Reiter in das menschliche Ich eingeht. Dann wird der Reiter den Namen des Menschen verstehen und der Mensch wird zusammen mit Ihm diesen Namen und alles im Weltall verstehen, was mit Seinem Namen zusammenhängt. In uns wird sich das Licht des Verständnisses von Ihm entzünden, denn Er wird das Licht sein, welches das Bewusstsein für Seine Präsenz in unserer Seele bestrahlt. Ein solches Erlebnis heißt „das Explodieren des Ich“[4] und es führt zu der erhabenen Erleuchtung im Bewusstsein, dass der Mensch ein Ich ist und dass dieses Ich Gott selbst in ihm ist. Hier befindet sich das Fichtesche Ich = Ich in seiner für den physischen Plan höchstmöglichen Erscheinung. Der väterliche Weltengrund hat sich durch Christus mit dem Namen „Ich“ im Menschen manifestiert und der Mensch hat den ersten Schritt zu seiner Verwandlung in einen Avatar des Erlösers getan.

Wir können nicht umhin, die Botschaft an die Kirche von Pergamon (2:17) zu erwähnen, die die dritte Kulturepoche mit ihrem Streben nach der Läuterung des Tierischen im Astralleib repräsentiert. Diese Läuterung hat das Ziel, dass der Mensch „das verborgene Manna“ erhält, d.h. das Licht des Verständnisses über den „weißen Stein“, auf dem „ein neuer Name“ steht, „den nur der kennt, der ihn empfängt.“ Hier geht es natürlich um den individuellen, ewigen Namen jedes Menschen. Das Explodieren des Ich ist ein Schritt zum Erfahren dieses Namens, doch in diesem Vortrag interessiert uns der für die ganze Menschheit gültige Hierarchiename. Der Weg zu ihm geht durch das zweite Bild Christi: „Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt „Das Wort Gottes“ (19:13). Hier trägt das mit dem auf Golgatha vergossenen Blut getränkte Gewand auch einen bestimmten Namen, doch er ist nicht derjenige, von dem in der Strophe 12 die Rede ist. Wenn wir in unser (niederes) Ich den ersten Namen aufgenommen haben, dann erfüllt uns der Reiter mit Christus als dem göttlichen Logos, dem Anfang der manifestierten Welt, ihr „Alpha und Omega“. Die Heiden empfingen den Logos in den Naturerscheinungen auf dem Weg der äußeren Offenbarungen; demgegenüber können die Christen Ihn nur empfangen, wenn sie den Erlöser in ihr Ich hereingelassen haben. Das Korn des Wortes ist im Mysterium von Golgatha enthalten – im Verständnis des gepeinigten und gekreuzigten Leibes/„Gewandes“ auf dem physischen Plan. Bei jedem Menschen, dessen Ich „explodiert“ ist, wird das Ereignis auf dem Hügel Golgatha zum Zentrum seiner Bestrebungen. Es ist der Fokuspunkt, durch den er immer von neuem und auf jeder gemeisterten Stufe der eigenen Ich-Entwicklung gehen wird.

Erst jetzt wird uns auch der immense Unterschied zwischen den vorchristlichen Alphabeten und der bulgarischen Glagolitza verständlich, die mit dem Buchstaben аз (ausgesprochen als as mit einem stimmhaften s) beginnt.

Glagolit

Nicht mit ‚Alpha‘ – dem Anfang aus der alten Saturnzeit für den Menschen, sondern mit dem ‚Ich‘ (bulg. аз), das vom väterlichen Weltengrund durch Christus herabgestiegen ist und Tod und Auferstehung erlebt hat. Im ersten Buchstaben der Glagolitza als graphischen Zeichen ist die ganze Schöpfung von ihrem Entwurf im väterlichen Weltengrund bis zum Vulkan enthalten und die nächsten Buchstaben sind einfach die konsequente Ausführung dieses Entwurfs. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Bedeutung des Namens des Hauses Dulo zu kennen. Dulo bildete das Rückgrat der bulgarischen Staatlichkeit von der Mitte des zweiten Jh.n.Chr. (im Gebiet der heutigen Ukraine) bis zum Ende des 10. Jh., als nach dem Tod ihres letzten Vertreters in Donaubulgarien Roman die Zarenmacht auf Samuil entfiel. Dulo bedeutet „Ich-Menschen“[5] und der Name betont in überzeugender Weise die Mission der Bulgaren in Hinblick auf die Ich-Entwicklung der Menschheit. Zu diesem Geschlecht gehörte auch der legendäre Bojan Maga (Magus), den Begründer des Bogomilentums, mit dem die europäischen Völker auf die fünfte Kulturepoche und die wesentliche Manifestation des Ich-Prinzips im Sinne Christi vorbereitet werden sollten.

Nachdem Christus sich im ersten Bild durch sich selbst und im zweiten – durch sein „Gewand“ manifestiert, wird im dritten Bild die Aufmerksamkeit auf das Schwert Seines Willens gerichtet, mit dem Er durch die Ich-Taten des Menschen und der Menschheit wirkt. Seine Taten tragen den dritten Namen – „ein König aller Könige und ein Herr aller Herren“ (19:16). Ein König oder Herr ist derjenige, der einem anderen Wesen die Richtung angibt. Die Notwendigkeit, äußere Herren zu haben, entfällt jedoch, wenn Christus mit dem Namen, den nur Er versteht, ins menschliche Ich einzieht. Dann wird der Mensch zu seinem eigenen Führer, da der „Herr aller Herren“ in ihm lebt. Er vollzieht eine Metamorphose seines Willens in eine Kraft innerer Liebe, die eine Ich-Liebe, eine Christus-Liebe ist. Die Synthese der beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts ist die Frucht einer solchen Metamorphose. Wenn das Ich zum Leben berufen worden ist, richtet es unvermeidlicherweise seine Existenz auf die Umsetzung des großen paulinischen Wortes „Nicht ich, sondern Christus in mir“ in Taten. Die Zeit, in der wir ein „König aller Könige“ werden können, das ist die fünfte Kulturepoche und der Anfang der ätherischen Wiederkunft Christi.

Die Bilder des „zweischneidigen Schwerts“, des „Manna“ und des „weißen Steins mit dem Namen“ darauf, die der dritten Kulturepoche angehören, spiegeln sich in der gegenwärtigen Kulturepoche (der Gemeinde von Sardes), nachdem die vierte Kulturepoche (die Gemeinde von Thyatira) abgelaufen ist, in der Gottes Sohn selbst, der das Ich-bin-Prinzip trug, herabgestiegen ist. Jeder Mensch muss Ihn erkennen, um den „Morgenstern“ zu erhalten, d.h. von der involutionären Marsentwicklung zur evolutionären Merkurentwicklung des Erdenäons überzugehen. Wenn die Bewusstseinsseele nicht in rechter Weise verinnerlicht wird und den Übergang zum höheren Ich nicht schafft, dann hat der Mensch den Namen, dass „er lebt und ist tot“ (3:1). Das bedeutet, dass er das reflektierende Ich besitzt, aber das ist nicht das wahre Ich, welches die äußere Welt nicht in der Lage ist, im Menschen zum Leben zu erwecken, da der Mensch sie nur als physische Welt betrachtet. In diesem Sinne ist es völlig aussichtslos, mit der „Apokalypse“ derart zu arbeiten, dass man sie nur kommentiert. Vielmehr muss unser Bewusstsein apokalyptisch werden und wir müssen unsere Zeit in apokalyptischer Weise verstehen und ihre Impulse zum Motor unserer eigenen Tätigkeit machen. Erst dann werden wir in der Lage sein, uns zum Erfahren unseres gesamtmenschlichen Hierarchienamens zu erheben. Wir sind berufen, die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe zu werden, was unsere „Dienstfunktion“ in der kosmischen Reihenfolge bezeichnet. Doch bis zum heutigen Zeitpunkt hat noch niemand den allgemeinen Hierarchienamen der Menschheit benannt. Dieser Name ist Asi![6]

Jedes Hierarchiewesen besitzt sein Ich. Wie bereits erwähnt, haben sich die Engel und Erzengel in den vorchristlichen Zeiten um unsere Entwicklung gekümmert und die nordgermanische Mythologie nannte sie Asen. Doch ihre wahren Namen sind Engel und Erzengel und ihre Dienstfunktionen lauten jeweils ‚Geister des Zwielichts‘ und ‚Feuergeister‘. Nur der väterliche Weltengrund trägt den Namen Ich im höchsten Sinne dieses Begriffes und der Name Christi lautet Ich-bin. Der Mensch hat das große Privileg, den göttlichen Namen selbst als seinen Hierarchienamen zu tragen! Mit uns kommt der gigantische Weg des Herabstiegs dieses Namens zu seinem Abschluss und es beginnt die Rückkehr dorthin, wo alles Existierende entworfen wurde. Dieser Weg ist weit und schließt unumgänglicherweise den Aufbau des „Neuen Jerusalems“ ein. Für das gotterwählte alttestamentliche Volk bildete das alte Jerusalem den irdische Pol, an dem sich die eigentliche Wohnstätte der Menschenseele auf Erden befand. Dort war die ganze äußere Kultur konzentriert und der salomonische Tempel stellte die Krönung dieses Pols dar.

Der Tempel, der aus Erdenelementen errichtet worden war, wurde nach der Ankunft des Erlösers nutzlos und die Römer haben ihn zerstört. Wenn heute nach Möglichkeiten gesucht wird, ihm wieder aufzubauen, drückt das ein völliges Missverstehen aus, denn die Substanzen für den Aufbau des apokalyptischen „Jerusalems“ werden aus der geistigen Welt heruntergesandt. Der Prozess begann schon mit dem Mysterium von Golgatha und der Mensch ist verpflichtet, diese Substanzen in seinen Willen aufzunehmen. Die Aufnahme geht mit dem dreifachen Erleben des oben erwähnten Christus-Namens einher, während die Kräfte des Bösen konsequent anwachsen. Wenn sich der Himmel öffnet und die geistigen Welten sich unseren Gedanken, Gefühlen und Handlungen annähern, so werden sofort nach dem geistigen Gesetz auch die Pforten zum Abgrund geöffnet. Der dreifachen Offenbarung mit dem Namen aus der „Apokalypse“ entspricht der dreifache Fall der antichristlichen Mächte. Was bedeutet dieser dreifache Fall?

Zuerst kommt der Fall Babylons. Für Johannes ist die Versuchung Babylon alles, was zum Herabsinken unter die Stufe des niederen Ich führt, bei dem die sonst existenzberechtigten Emotionen,

Triebe und Leidenschaften außer Kontrolle geraten und die Harmonie zwischen den materiellen und geistigen Prinzipien verletzen. Letzteres führt zu einem Verrat des Geistigen, der in einer späteren Phase der alten babylonischen Mysterien herrschte, als der mediumistische Weg zum Eindringen  in die Geheimnisse der Sternenwelten praktiziert wurde. Heute ist dieser Weg äußerst unzuverlässig, denn wenn der Mensch nicht die notwendige lange Vorbereitung auf die Transformation seiner niederen Natur zurückgelegt hat, gerät er beim Herausholen des Ich und des Astralleibes aus dem physischen und Ätherleib unter Wesenheiten der geistigen Welt, die ihre wahre Identität nicht offenbaren. Dann dringt eine Macht in das Ich und den Astralleib ein, die gut oder böse sein kann, je nachdem welche Absichten in ihnen enthalten sind. Aufgrund der uns bekannten Logik können wir – obwohl viele Menschen nicht mal das schaffen – die Wahrheit von der Lüge unterscheiden. Diese Logik können wir allerdings nicht auf die geistige Welt übertragen, wo selbst die bösen geistigen Wesen im Rahmen ihres Geschlechts wahrhaftig sind. Wenn das Medium zu seinem physischen und Ätherleib zurückkehrt, bringt es eine solche Denkart mit sich, die in der geistigen Welt rechtmäßig sein mag, aber jedes moralische Gefühl und jede Empfindung für die physische Welt verdirbt, da sie mit den unserer Welt angemessenen Begriffen arbeiten soll und dies nicht kann. Als Ergebnis davon wird der Mensch noch unmoralischer als vorher und vermischt in gefährlicher Art die Wahrheit mit der Lüge. Aus dem materiellen Untergrund wirken unten in den Emotionen in „babylonisch“ verderbender Art die ahrimanischen Wesen, während sich oben der luziferische Engel (14:8) an dem menschlichen Leiden und Fall erfreut, denn ein Teil des Erdendaseins wurde Ahrimans Macht entzogen und die Ehe zwischen Geist und Materie in diesem Erdendasein verhindert. Der Astralleib und das Ich setzen ihren Weg des Karmas fort, während der physische und der Ätherleib, welche die über sie ausgeübte Macht der höheren Wesensglieder vermissen, untauglich werden und von der Entwicklung abfallen. Der babylonische Fall geschieht wegen der Irrtümer des Menschen selbst. Damit man nicht von der Evolution abfällt, braucht man Christus, der als Einziger das Ahrimanische der materiellen Welt und das Luziferische der übersinnlichen Welt ausgleichen kann.

Der zweite Fall ist der Fall des „Tieres“ und des seine Lehre verkündenden falschen Propheten. Sie greifen nicht den einzelnen Menschen mit all seinen Schwächen an. Hier haben wir es mit übersinnlichen ahrimanischen Wesen zu tun, die nach Ende des mediumistischen Zustandes durch das Ich und den Astralleib in den Ätherleib und den physischen Leib direkt eindringen, um Böses auf der Erde zu tun. Das Tier und der falsche Prophet wollen das Ich beseitigen. Durch solche wandelnden dämonenhaften Menschen, die keine wirklichen Menschen sind, beschädigen sie ganze Menschengemeinschaften. Rudolf Steiner führte als Beispiel den Philosophen Nietzsche an, der es nicht schaffte, sein luziferisiertes Ich zu Christus zu erheben, der Erlöser ablehnte, weswegen er schließlich verrückt wurde. In unserer Gegenwart ist die Welt voll solcher Wesen, über die wir eher sagen können, dass sie ein viertes Naturreich bilden, das als lebendig gilt, doch eigentlich tot sein müsste nach der „Diagnose“ der fünften Kulturepoche, die in der Botschaft an die Gemeinde von Sardes enthalten ist. Sowohl aus dem “Wissenschaftler“, der die Menschheit zu überzeugen versucht, dass sie vom Affen abstammt, als auch aus demjenigen, der “schwarze Löcher“ oder „Außerirdische“ zu sehen glaubt – aus all diesen Menschen spricht Ahriman, da ihr Ich ausgetauscht wurde. Johannes hat geschaut, dass das Tier und der falsche Prophet nach dem Fall der verdorbenen Babylonmenschen gestürzt werden.

In der „Apokalypse“ ist auch von anderen „Tieren“ die Rede, auf die wir später eingehen werden. Wir wollen nun unseren Blick auf den dritten Fall richten – auf den Fall des Satans. Während beim ersten und zweiten Fall der Mensch moralisch und intellektuell in die falsche Richtung gegangen ist, strebt der Satan an, nicht nur ihn, sondern die ganze Erde von ihrem Weg abzubringen. Wie will er das erreichen? Indem er die vorbeikommenden Kometen abfängt, die sich seltsam bewegen und die Erde und die anderen Planeten des Sonnensystems aus ihren Bahnen bringt. Auf diese Weise will er sie von den göttlich-geistigen Kräften herausreißen und sie zu einem völlig anderen Entwicklungsweg hinführen. Laut Steiner ist der Satan ein zurückgebliebener Arche.[7] Warum will er sich der Kometen bedienen und liegt das in seinen Möglichkeiten?

Die Wissenschaft ist der Meinung, dass im Fall, dass ein Komet auf der einen Seite des Sonnensystems erscheint, er aus dem tiefen Kosmos nach einem langen Weg gekommen ist. Aber das ist überhaupt nicht wahr. Jedes Mal, wenn der Komet für uns physisch sichtbar vorbeifliegt, entsteht er eigentlich von neuem. Wenn die Zeit seiner Erscheinung naht, dann zieht der Komet wie ein geistiges Kraftzentrum alle schädlichen luziferischen Strömungen aus dem Planetensystem an und sammelt sie um sich. Zu diesem Astralen zieht er auch mineralischen Stoff an, der später auf die Erde als Meteoriten-Regen niederfällt. Wenn ein Komet das Ende des Sonnensystems erreicht hat, wirft er die schädliche Astralität in den Weltenraum hinaus und reinigt auf diese Weise das Sonnensystem. Wenn der Komet für unseren Blick verschwindet, zerfällt er und nimmt den Weg durch eine Welt, die nicht innerhalb der drei Raumdimensionen begrenzt ist. Dann entsteht der Komet von neuem. In den Kometen ist Zyanid enthalten. Wenn es mit den Meteoriten in kleinen Mengen herunterfällt, reinigt  es den menschlichen Astralleib, wirkt therapeutisch auf unser Nervensystem und beeinflusst wohltuend unsere Leiblichkeit, damit wir dem technologischen „Fortschritt“ standhalten können. Es kann sogar zum Aufschwung im geistigen Leben führen, wie das bei dem Kometen im Jahr 1872 der Fall war, der vor dem Beginn des michaelschen Zeitalters vorbeikam. Es gibt jedoch Kometen, die von der Erde verschlungen, zur Freilassung der wilden Kräfte aus der Astralwelt führen, welche aus dem Abgrund aufzusteigen scheinen. Wir wissen alle, was im 20. Jahrhundert dabei geschah. Rudolf Steiner wies darauf hin[8], dass die Evolution innerhalb der Kometen abhängig ist von den Wesenheiten der höchsten Hierarchien – den Cherubim und Seraphim. In demselben Vortragszyklus sagte er[9] , dass die Form der Planeten von den Geistern der Form stammt und ihre innere Beweglichkeit von den Geistern der Bewegung geleitet wird; Das niedrigste Bewusstsein wird von den Geistern der Weisheit geregelt, der Willensimpuls zur Bewegung durch den Raum kommt von den Geistern des Willens, die Cherubim harmonisieren die Bewegungen der Planeten und die Seraphim regeln das Zusammenstimmen der Planetensysteme miteinander. Dabei ist es gut zu wissen, dass das physische Prinzip in mineralischer  Form nur in unserem Sonnensystem existiert.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Satan ein Arche ist und das er Ahriman ist, können wir uns fragen, ob er in der Lage ist, einen Kometen abzufangen, für den die mächtigen Cherubim und Seraphim verantwortlich sind. In GA 346[10] sagte Steiner, dass die Intelligenz eines Engels „nicht unmittelbar  ergriffen werden könnte von dieser satanischen Macht. Nur in gewissen Ausnahmefällen kann das geschehen“. Zukünftig wird der Satan auch Erzengel verführen und an sich binden! Seine Macht wird so stark werden, dass er in den vier Himmelsrichtungen wirken  und sowohl kleine (Gog) als auch große (Magog) Menschengemeinschaften unter seine Macht bringen wird. Er wird laut Steiner zuerst ein Chaos im Planetensystem verursachen, so dass sich bestimmte Planeten nicht dort befinden werden, wo sie nach den sonst korrekten Berechnungen der Astronomen befinden sollten. So etwas wird in großen Ausmaßen vorkommen. Doch auch der Fall des Satans ist vorgesehen. Den Kampf gegen ihn führt Michael. Obwohl er Erzengel ist, ist er derjenige, der in einem breiteren Sinne gegen den „feuerroten Drachen mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Kronen auf seinen Köpfen“ kämpft, der am Himmel erschienen ist (12:3). Seiner Natur nach ist er gleichzeitig „Teufel“ und „Satan“, trotzdem warf Michael den Drachen auf die Erde „und seine Engel wurden auch dahin geworfen“ (12:9).

In der „Apokalypse“ spricht Johannes auch über das „Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern“, das aus dem Meer stieg (13:1) sowie über ein „Tier mit zwei Hörnern wie ein Lamm“, das „aus der Erde heraufstieg“ (13:11). Wie können wir uns bei all diesen Bildern zurechtfinden?

Aus der Anthroposophie wissen wir, dass die physisch sichtbaren Dinge „zerbrochene“ Ätherität darstellen. Im Okkultismus heißt das dem Ätherleib potenziell als Form Veranlagte  „Kopf“ und das, was physisch verdichtet durch einen bestimmten Teil des Ätherleibes hervorgebracht wird – „Horn“, d.h. das Horn ist der äußerlich-physische Ausdruck der ätherischen Aktivität. So z.B. geht aus dem Ätherleib die „Kopfform“ Löwe hervor und das Herz ist das „Horn“ des Löwenkopfes. In den ersten vier Unterrassen der atlantischen Wurzelrasse war der Mensch in seinem Ätherleib mit vier „Köpfen“ versehen. Das sind die uns aus dem zweiten apokalyptischen Siegel bekannten Gruppenseelen – Löwe, Adler, Stier und Mensch. Jede von ihnen hat ein „Horn“. In der Mitte der Wurzelrasse trat eine Bewusstwerdung der Geschlechterteilung zutage und in den verbleibenden drei Unterrassen haben wir drei weitere „Köpfe“ erhalten, wobei jedes wegen der Teilung in Mann bzw. Frau zwei „Hörner“ besaß. Dieser Prozess war ein wichtiger und notwendiger Aspekt der Vorbereitung der Menschheit auf die bevorstehende nachatlantische Entwicklung zur Ich-Selbstbewusstwerdung hin. Am Anfang dieser  Entwicklung hatten wir in unseren Astralleib „sieben Köpfe und zehn Hörner“ eingebaut, die für den geistigen Blick nach jedem Erdentod von uns sichtbar wurden.

In einem gewissen Sinne kann das aus dem Meer aufsteigende Tier auch mit dem siebenköpfigen Land[11] verglichen werden, das sich nach der Sintflut über das Wasser erhob und zum Auftauchen der Fähigkeit zum Sehen in der physischen Welt beitrug und mit seiner Geistigkeit das emotionale Leben der Menschen einer Prüfung unterzieht.

Es war notwendig, das geistige Schauen im Laufe der Evolution zu verlieren – uns sollte der Blick auf das Physische freigegeben werden. Wir sind jedoch verpflichtet, im Laufe der Evolution durch die Kraft des Ich-Prinzips Christi die Gruppenseelenhaftigkeit  der „Köpfe“ und „Hörner“ zu metamorphosieren, das Tier in uns durch die Überwindung der Geschlechterteilung auszulöschen und zu einer neuen Reproduktionsart überzugehen. Nach dem „ersten Tod“, d.h. nach unserem letzten physischen Tod vor der Vergeistigung der Erde wird der Mensch das „weiße Gewand“ des von tierischer Astralität geläuterten Ätherleibes anziehen und zusammen mit der astralisierten Erde sich mit der Sonne vereinigen, um ohne Dramen auch seinen „zweiten“ Tod zu erleben – den Abfall seines Ätherleibes. Gott wird „alle Tränen von seinen Augen abwischen“, da der Mensch vorher Christus in sein Ich aufgenommen und in seinem Leib auferstanden sein wird.

Aber das Schicksal all derjenigen, die das Tier in ihrem Inneren nicht besiegt haben, wird tragisch sein. Der Abfall des Ätherleibes wird für sie eine wahre Qual sein, da sie wegen der ungeläuterten Astralität in ihrem Ätherleib vor Sehnsucht nach dem Irdischen, Physischen brennen werden. Diese Menschen werden auch zu Astralformen übergehen, die jedoch tierischer Natur sein werden – mit zehn „Hörnern“, also zehn verhärteten Teilen des physischen Leibes – und sie werden einen die vergeistigte Erde umkreisenden  Satelliten bewohnen. Das wird für sie der Abgrund sein, in dem das Tier aus dem Wasser heraufgestiegen sein wird. Ein solcher Mensch wird nach seiner alten ichlosen Gruppenform aus der Zeit der atlantischen Flut streben, die auf dem physischen Plan vom Christus-Prinzip nicht durchdrungen wurde. Das Tier in ihnen wird toben, nachdem es die Aufmerksamkeit eines anderen, as dem Erdinneren aufsteigenden „Tieres“ auf sich gezogen haben wird. Das erste Tier, das ist die Beute im Menschen und das zweite ist der Verführer „mit zwei Hörnern wie ein Lamm“. Es ähnelt nur äußerlich dem Lamm-Christus (2. Apokalyptisches Siegel), aber es ist ein Sonnendämonium, das – wie sein Symbolzeichen zeigt – die rechtmäßige Entwicklung des Menschen zur astralen Einheit mit der Sonne umwenden will. Sorat gehört zu den Geistern des Willens und hat ein Ich aus dem vorherigen Zyklus, als die Sonnen- und Erdenintentionen in diesem Ich einheitlich waren. Während bei Christus die Bindung an die Erdenintention zu keinem Übel führte, sondern zu einem höchsten Guten wurde, verwandelten sich bei Sorat beide Intentionen in „Hörner“, die den Menschen zum Toten, zum Physisch-Materiellen mitreißen. Die Atlantis versank wegen des Missbrauchs der geistigen Fähigkeiten auf schwarzmagische Art und in der fünften Kulturepoche zieht ein solcher Missbrauch Sorat an, der die dem Missbrauch anheimgefallenen Menschen in Abgrundwelten herunterreißt, von deren Existenz sie nicht mal geträumt haben. Heute sehen wir, wie durch die Informationstechnologien eine nie dagewesene Unzucht mit der Materie getrieben wird, die eine entsetzliche Verbindung des Menschen mit den Kräften der unvergeistigten Materie darstellt. Sorat ist allerdings nicht derjenige, der uns zur Amoralität, Digitalisierung, Herstellung von Hologrammen und ähnlichen, das menschliche Bewusstsein immer mehr einnehmenden „Errungenschaften“ antreibt. Er erfüllt nur die Rolle des Verführers und er macht das gut, wenn man bedenkt, dass die Menschen ihm selbst in ihrem (niederen) Ich die eigenen geistigen Kräfte übergeben. Der Mensch drückt selbst das Siegel der Zahl 666 auf seine Stirn auf, wenn er zum unbewussten Mittler der bösen Mächte wird, wenn er die geistigen und materiellen Prozesse nicht begreift und sich weigert, nach der Formel „Nicht ich, sondern Christus in mir“ aufzusteigen. Der Weg, der nach oben zum Himmel oder nach unten in die unterphysischen Welten der Erde führt, ist endlos.

Wer hat diesen ganzen Prozess eingeleitet, der uns zum jetzigen Zustand geführt hat? Es war der Drache aus dem Himmel, der seiner Natur nach „Teufel und Satan“ ist. Dieser Drache ist die übersinnliche Ursache für das Erscheinen des Tieres aus dem Meer, das seinerseits dem Drachen zur Verwirklichung auf dem irdischen Plan im Menschen verhilft. Der Drache hat „sieben Kronen“ auf seinen Köpfen, denn alles verläuft im Rhythmus der Siebenzahl, dem der ganze Zyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan unterliegt. Erzengel Michael hat den Drachen heruntergeholt und dann hat das „Tier aus dem Meer“ große Kraft erhalten „und es wurde ermächtigt, mit seinem Maul anmaßende Worte und Lästerungen auszusprechen; es wurde ihm Macht gegeben, dies zweiundvierzig Monate zu tun (13:5). „Alle Bewohner der Erde fallen nieder vor ihm“, „deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt eingetragen ist ins Lebensbuch des Lammes“ (13:8). Sorat wirkt seinerseits mit der ganzen Macht seines „Gefährten“, wenn der Mensch es zulässt, verführt zu werden. Er und der Drache sprechen wie aus einer Stimme und die ganze Erde verbeugt sich vor dem Drachen, besonders wenn einer seiner Köpfe verwundet ist, aber geheilt wird (13:3). An dieser Stelle der Apokalypse geht es wahrscheinlich um die Ankunft Christi in der vierten Kulturepoche als Kontrapunkt des entstandenen „Kopfmenschen“ aus dem zweiten apokalyptischen Siegel während der vierten atlantischen Unterrasse. Der Erlöser hat den Sündenfall ausgeglichen, dessen Folgen der Mensch zum ersten Mal als ein zweigeschlechtliches Wesen gerade in der vierten Unterrasse der atlantischen Wurzelrasse gewahr wurde. Christus hat den „Kopf“ verwundet, aber die Menschen haben Ihn nicht verstanden und deshalb wurde die Wunde geheilt. Dann kommt der Satan, der laut Steiner nach der Astralisierung der Erde die Rolle des Tieres mit sieben Köpfen und zehn Hörnern erfüllen wird. Wer ist der Satan? Ist das Ahriman und ist er ein Arche? Welchen Rang hat er unter allen Vertretern des Bösen?

Wir haben bereits gesagt, dass Sorat zu den Thronen gehört und das erste makrokosmische Prinzip des physischen Leibes aus dem vorherigen Zyklus besitzt. Wenn wir uns eine solche Analogie erlauben dürfen, hatte er – vom Standpunkt des Erdenäons betrachtet – auf dem alten Saturn die Fähigkeiten eines Formgeistes. Deshalb war er fähig, ein Opfer darzubringen, aus dem die Substanz für unseren Zyklus erschien. Dann ging er zusammen mit dieser Substanz abwärts, wobei er eine spezielle langfristige Aufgabe erfüllte. Auf dem alten Saturn hatte er vermutlich keine „Hörner“, da es dort nur einen Wärmeäther und kein Objekt der Verführung gab. Sorat erscheint als ein Nicht-Ich, ohne ein Gegner des Ich zu sein, da es im vorherigen Zyklus kein Zurückbleiben gab. Im nächsten Vortrag werden wir darauf eingehen, wessen Gegner er ist.

In der alten Saturnzeit entstanden als eine rechtmäßige Synthese des luziferischen und ahrimanischen Prinzips auch die Anfänge der Zahl 666 – die Asuras. Das Wesen des ersten Prinzips besteht in der Entfernung vom Göttlichen und im Erlangen des Ich-Prinzips in einer grundsätzlich anderen Art als im vorherigen Zyklus – indem es durch eine Substanzialität gespiegelt wurde, die sich auf einer niedrigeren Stufe befand. Das zweite Prinzip brachte diese Entfernung  bis an die Grenze des Mineralreiches. Asura – der Anführer der Asuras, ist ein Wesen, das zu den Geistern der Weisheit gehört und das Potenzial eines Zeitgeistes (vom Standpunkt des irdischen Äons) besitzt, wenn wir uns wieder einen solchen Vergleich erlauben dürfen.

Auf dem alten Saturn wurde das Prinzip des Asurismus inauguriert und auf der alten Sonne kamen auch die restlichen zwei Sechsen vollberechtigt zum Vorschein. Luzifer wurde der Anführer der luziferischen Wesen. Er gehört zu den Geistern der Form und gemäß dem oben erwähnten Vergleich besaß er in der Saturnzeit das Potenzial eines Engels (vom Standpunkt des irdischen Äons). Auf der alten Sonne hat er unberechtigterweise das Licht für sich behalten und als unrechtmäßiger Erzengel den eigentlichen Luziferismus eingeleitet. Taucht der Luziferismus auf, ist es unvermeidlich, dass ihm das ahrimanische Prinzip folgt.

Wenn wir annehmen, dass der Satan Ahriman ist, so ist er ein Wesen, das zu den Geistern der Bewegung gehört. Auf dem alten Saturn besaß er das Potenzial eines Erzengels (vom Standpunkt unseres Äons) und auf der alten Sonne wurde er als unrechtmäßiger Arche (wieder vom Standpunkt unseres Äons) der Anführer des inaugurierten ahrimanischen Prinzips. Unter diesem Vorbehalt können wir der Aussage Rudolf Steiners zustimmen, dass der Satan ein Wesen aus der Gruppe der Archai ist.

Auf der alten Sonne wurde von den Cherubim über die Herrschaften das Leben unseres Zyklus ausgestrahlt und es ist anzunehmen, dass damals die Herausbildung der beiden „Hörner“ Sorats begann – als eine Folge der Trennung der beiden Intentionen bei Luzifer und Christus, die bis dahin kosmische Brüder waren. Das führte zu einer weiteren Verzerrung der Entwicklung, und zwar in Ausmaßen, die eine Rückkehr zur rechtmäßigen Entwicklung gefährdeten. In welchen Perioden der Erdenevolution können wir eine Entfaltung dieser Verzerrung erwarten?

Wie bereits erwähnt, bietet uns Rudolf Steiner in seinen Zyklen von 1908  und 1924 zwei Herangehen zur Betrachtung der in der „Apokalypse des Johannes“ beschriebenen Ereignisse. Im ersten Vortragszyklus beziehen sich die Botschaften an die Gemeinden auf die Entwicklung in den sieben nachatlantischen Kulturepochen sowie auf dasjenige, was über die Einweihung mit den Mitteln der physischen Welt gesagt werden kann. Bei der Öffnung der Siegel ist die Bewusstseinserhebung in der Welt der Bilder und in der sechsten Wurzelrasse, in der die Nachfolger Christi Sein Zeichen tragen werden. Die sieben Posaunen tönen aus der Sphärenharmonie (aus dem niederen Devachan) und aus der siebten Wurzelrasse, mit der das Ende der physischen Erdentwicklung gesetzt und ein Astralzustand der Erde eingeleitet wird. Die sieben Zornesschalen ergießen sich als das Gegenteil der Göttlichen Liebe auf die Menschheit aus der Sphäre des höheren Devachan.

Demgegenüber lenkte Rudolf Steiner im 1924 gehaltenen Vortragszyklus unseren Blick vor allem auf die Zeit nach dem Mysterium von Golgatha. Er betrachtete die Zeit von dem Mysterium von Golgatha bis zum Zeitalter der Kreuzzüge „als eine kleinere Epoche der Sieben-Siegel-Eröffnung“.[12] Der Blick der Menschen zum Göttlichen richtete sich in die Tiefen des Kosmos und Gott offenbarte sich ihnen im ganzen Universum. Damals hat sich das Christentum in verschiedenen Etappen und Formen bis zur Zeit der Kreuzzüge verbreitet, als das siebte Siegel geöffnet wurde und die Posaunen ertönten. Aus dem Osten in den Westen kam ein neues Christus-Licht, das mystisch in den Menschenseelen wie eine Posaunenstimme wirkte. Dieses Leben im Zeitalter der Posaunenstimmen bezieht sich nur auf die Entwicklung der Bewusstseinsseele, die nicht parallel zur Entwicklung des Astralleibes bzw. zur menschlichen Entwicklung als Ganzem (im Sinne der Vorträge von 1908) geht, sondern es scheint sich in diese einzuschalten. Das hängt immer mit dem Prinzip der Entwicklung in der Zeit nach der Siebenzahl zusammen.

Die fünfte Posaune hat schon abgeklungen und von den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts an, als Michael den Kampf mit dem Drachen von neuem aufgenommen hat, ertönte die sechste apokalyptische Posaune. Während in der alten atlantischen Zeit Michael den Drachen eher in dessen „luziferischen Teil“ in der übersinnlichen Welt besiegte und als Folge dieses Kampfes unter die Menschen auf der Erde die Viren aufkamen, errang  Michael 1879 einen Sieg über den Drachen in dessen „ahrimanischen Teil“. Diesmal waren die Folgen für die Menschen viel schwerwiegender,  denn in ihre Gedanken, Gefühle und Willensimpulse siedelten sich sehr gefährliche ahrimanisierte Engel an. In der ganzen vergangenen nachatlantischen Zeit bis hin zum 15. Jh.n.Chr. wirkten in der Menschheit die „alten“ Geister der Finsternis gegen die Blutsverwandtschaft weiter, die eine beschleunigte Vergeistigung des Menschen zur absoluten Freiheit anstreben, ohne dass er ausreichend für sein Ich-Selbstbewusstsein reif geworden ist. Aus der geistigen Welt heraus verführten die luziferischen Wesen den Menschen und die ahrimanischen Geister zogen ihn aus der Außenwelt an. Doch beide Verführer kamen auf getrennten Wegen vor seine Seele und der Mensch konnte zwischen Skylla und Charybdis unterscheiden und sich vor ihnen durch die physische Vererbung schützen. Die Asuras griffen damals nicht ein und das luziferische und ahrimanische Prinzip konnten sich bis zu einem gewissen Grade ausgleichen. Nach dem 15. Jahrhundert tauchten aus der unterphysischen Schule Ahrimans Abkömmlinge der alten dunklen Geister auf, die viel größere Kräfte und Wirkungsmöglichkeiten hatten. Sie vereinigten sich mit den Asuras zu einem Knoten vor der Menschenseele und drangen in sie als furchterregender Asurismus ein. Die Seele konnte diese Geister nicht voneinander unterscheiden.

Unter den Engeln und Erzengeln gab es auch eine Verschiebung. Wie bereits hervorgehoben, wirkten diese beiden rechtmäßig entwickelten Arten von Wesen in der vierten Kulturepoche durch die Blutsverwandtschaft, wobei die Leitung der Ereignisse auf der Erde hauptsächlich den Erzengeln anvertraut wurde. Vom Beginn der fünften Kulturepoche an begannen die Engel, immer selbständiger zu werden, indem sie die Herrschaft über unser Blut herstellten und zur direkten Leitung des Menschen übergingen. Die Erzengel haben ihrerseits unser Nervensystem unter ihre Obhut genommen, damit wir eine Möglichkeit haben, zum anschauenden Denken überzugehen. Im 19. Jahrhundert versuchten manche der zurückgebliebene Engel den Bereich des Blutes zu verlassen und den Platz der Erzengel in unser Nervensystem einzunehmen. Aber sie wurden zurückgeworfen und nun hört man ihr Getöse im Stammesmäßigen, im Nationalismus. Trotzdem wirken die Geister der Finsternis, allen voran die ahrimanischen Wesen, überwiegend in der von ihnen geraubten kosmischen Intelligenz, die zu menschlicher Intelligenz wurde. Dagegen befinden sich in unserem Fühlen und Wollen die göttlichen Kräfte und dort ist der Satan gezwungen, sich mit ihnen zu konfrontieren. Seinem Wesen nach ist jedes Problem die Folge des falschen Denkens, des toten Intellekts.

Was sind die Ergebnisse der beschriebenen Prozesse? Die erste apokalyptische „Wehe“ (8:13) suchte die Menschen beim Erscheinen der kopernikanischen Anschauung und des Materialismus (von den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts an) heim. Dabei wurde ein Drittel der Menschen geistig getötet. Im 20. Jahrhundert waren wir Zeugen des bestialischen Bolschewismus und Nationalsozialismus, des magischen Materialismus. All dies resultiert aus dem direkten Eingriff Ahrimans in den 40er Jahren. Vom geistigen Standpunkt aus sind die im 20. Jahrhundert vollbrachten Verbrechen für die menschliche Evolution als Ganzes nicht so wichtig wie der besagte Eingriff Ahrimans, aber der Mensch kann sich der Verantwortung für seine Handlungen nicht entziehen. Die Schuld an unseren Sünden tragen nicht „das Tier mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern“ oder Sorat, obwohl Rudolf Steiner auf eine interessante Weise auch ihre Schuld gesehen hat. Er berichtet über einen Kometen, der sich im 19. Jahrhundert in sieben Teile gespalten hat[13]  – das Tier mit sieben Köpfen. Ein vorbeigeflogener Komet mit zwei Schweifen ist ihm zufolge das „zweihörnige Tier“. Natürlich sprechen wir hier in einem viel engeren Sinne über die besagten Tiere, aber die sich überschlagenden Ereignisse haben durchaus dazu geführt, dass die Erde von „Heuschrecken mit Menschengesichtern“ heimgesucht wurde (9:7). Das begann nach dem Ertönen der fünften Posaune, aber es machte sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts bemerkbar. Was sind diese Heuschrecken?

Die Heuschrecken sind Menschen, die hereingestellt werden in die physische Vererbung, einen Äther- und Astralleib sowie eine Seele bekommen, doch kein Ich haben und in ihrem Astralleib wie „ätherische Menschen“ aussehen“[14].1924 sagte Rudolf Steiner voraus, dass wir mit solchen Menschen zu tun haben werden, aber sie wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als die uns bekannten Autisten diagnostiziert. Wegen ihres Astralleibes haben sie ein Bewusstsein, das eher ahrimanisch ist. Sie besitzen jedoch kein Gedächtnis und deshalb fehlt ihnen die Empfindung eines eigenen Ich. Ungefähr bis zu ihrem 20. Jahr haben sie eine menschliche Natur und wenn danach die Periode der Verinnerlichung der seelischen Wesensglieder und des Ich eintritt, bleibt ihre Entwicklung stehen, so dass sie auf der Stufe des Kindes verbleiben. Manchmal sind das Seelen, die später von den Planeten herabgestiegen sind, auf die sie in einer bestimmten Evolutionsperiode geschickt worden sind, in anderen Fällen sind das jüngere Seelen, die später zur Inkarnation kamen und entsprechend zurückgeblieben sind. Laut Steiner an der Anwesenheit solcher Heuschrecken, die in einem gewissen Sinne eine Last für die Menschenentwicklung darstellen, vor allem die spirituellen Menschen, da das Ich das Zentrum der menschlichen Entwicklung bildet. Das bedeutet aber nicht, dass solche Zeitgenossen wie Verrückte zu behandeln sind,  sie müssen vielmehr mit den anderen Menschen in Verbindung sein, damit sie eine Entwicklung durchmachen können und in ihren nächsten Inkarnationen nicht als „Heuschrecken“ aussehen. Zudem sind sie nicht unbedingt böse – ihr Verzicht auf eine Verbindung des Ich mit dem physischen Leib kann auf die Angst vor der Vergeltung des alten Karmas oder auch auf die unheimlichen Qualen zurückgeführt werden, die sie im vergangenen Leben erlitten haben und die bei ihnen eine Abscheu vor der Inkarnation verursachen. Diese Frage ist sehr kompliziert und ihre Beantwortung kann nicht eindeutig sein.

Doch warum sehen diese Menschen wie „Heuschrecken“ aus, wie Johannes sie geschaut hat? Das materialistische Bewusstsein verwüstet und ahrimanisiert den Astralleib, das mit Ätherleib und  Vergangenheit zusammenhängende Gedächtnis wird abgeschwächt und schwindet. Aber unsere Zukunft ist doch das Ergebnis der Metamorphosierung unserer Vergangenheit. So wie nach einer Heuschreckenplage eine verwüstete Ödnis bleibt, in der kein Leben ist, wird auch das Bewusstsein der heutigen Materialisten verwüstet und in ihrem nächsten Leben werden sie Autisten sein und wie „ätherische Heuschrecken“ aussehen. Die zahlreichen heutigen ichlosen Mittler des „Tieres und seines falschen Propheten“, die wir als den zweiten Fall der antichristlichen Kräfte charakterisierten, sehen jetzt nicht wie Heuschrecken aus, doch zukünftig wird das unbedingt der Fall sein.

Wir leben im michaelischen Zeitalter, doch die Menschheit will offenbar massenhaft zur „Heuschrecke“ werden. Nach dem Zeitalter Michaels kommt das Zeitalter Oriphiels und dann wird nur eine kleine Gruppe Menschen bleiben, die Licht in ihrem Ich tragen und Bürgen der weiteren Evolution sein werden. Diese weitere Evolution steht in direkter Beziehung zur Ankunft Ahrimans im Jahr 2029 und zur siebten apokalyptischen Posaune. 1924 sagte Steiner voraus, dass der siebte Engel zu blasen beginnen wird, wenn am Ende des 20. Jahrhunderts bestimmte Ereignisse eintreten[15]. Die zweite apokalyptische Wehe begann in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts und sie wird uns zur dritten Wehe im nächsten Zeitalter führen, wenn die Zornesschalen ausgegossen werden, die von menschenverursachten Naturkatastrophen begleitet sein werden. Wir befinden uns in der Mitte der drei Wehen und es ist besonders wichtig zu begreifen, worauf der siebte Engel am Ende des 20. Jahrhunderts gewartet hatte, bevor er zu posaunen begann. Rudolf Steiner hat das Ausstrahlen eines geheiligten Impulses für das geistige Leben der Menschheit an der Wende zum 21. Jahrhundert vorausgesagt. Das ist mit der Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse eingetreten, die durch Rudolf Steiner und Beinsa Douno erschienen sind. Die Synthese ruft jene geheimnisvollen 140 000 Menschen auf, an deren Stirn in der fünften Kulturepoche das Ich-Siegel Gottes erscheinen wird und die erfolgreich in den Heuschreckenschwärmen wirken werden.

Steiner sprach auch über das geistige Bild einer „mit der Sonne bekleideten Frau“ (12:1), die den Sohn  gebar und mit ihren Füßen den von Michael gestürzten Drachen trat. Dieser Drache befindet sich bereits im Menschen und dort wird Michaels Kampf mit ihm ausgefochten.

Bis zur Mitte der atlantischen Wurzelrasse sahen die Menschen in der geistigen Aura der Sonne „die kosmische Frau, die den Sohn gebären wird“ und bis zur Ankunft Christi wurde unser Ich von oben entzündet. Nach dem Mysterium von Golgatha findet diese Entzündung von innen statt, aber es mussten 2000 Jahre vergehen, bevor wir über „das Explodieren des Ich“ sprechen konnten. Zudem findet seit der Mitte des 19. Jahrhunderts der Evolutionsprozess statt, bei dem sich der Ätherleib vom physischen Leib löst und der Mensch unbewusst am Hüter der Schwelle zur übersinnlichen Welt  vorbeigeht. Das sollte er eigentlich bewusst erleben, und zwar bevor die „in Sonne bekleidete Frau“ erscheint. Steiner wies darauf hin, dass dieses Ereignis in unserer Zeit stattfinden wird. Das Bild der Frau ist das Symbol der Weisheit Gottes, der himmlischen Sophia, des „Buches“, das die Weltgeheimnisse der „Apokalypse“ aufbewahrt. In den alten Zeiten wurde dieses Buch von außen erhalten, nun muss es in das Menscheninnere eingehen. Am Anfang ist es „süß wie Honig“ – das Offenbaren der Geheimnisse wirkt inspirierend -, aber es ist „bitter im Magen“, denn alles muss von Grund auf neu gedacht und gemessen werden mit einem „Messstab“ (11:1). Im engeren Sinne ist das „Buch“ das erneuerte Palladium als die Synthese zwischen Liebe und Weisheit, das Maß ist der Ich-Impuls Christi vom Golgatha-Mysterium und das „Messwerkzeug“ ist die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse aus dem 20. Jahrhundert. Bis zu der Zeit, wenn wir fähig zu dieser Handlung werden, ist der Drache besiegt und für „Tausend Jahre“ gefesselt worden – also auf eine bestimmte Art für die Außenwelt besiegt, weil die geistige Sichtweise auf die Welt immer noch dem Materialismus entgegengesetzt werden kann.

Der Satan wurde für eine bestimmte Zeit gefesselt, damit er nicht in entsetzlicher Art wütet. Aber er wird „für kurze Zeit“ freigelassen werden und dasjenige tun, was er vorhat. Johannes hat wahrscheinlich die Ankunft Ahrimans im Jahre 2029 und sein Aufenthalt in einem Menschenleib für 42 Monate im Sinne der fünften Kulturepoche gemeint. Mit Ahrimans Ankunft wird es Naturkataklysmen, neue Krankheiten und selbst einen Klimawandel geben. Einerseits erklärt Steiner, dass unter dem „gläsernen Meer“ in der „Apokalypse“ das Erscheinen des Mineralreiches in seiner ursprünglichen Form im Erdenäon zu verstehen ist, andererseits betrachtet er es als einen Zwischenzustand zwischen Sommer und Winter, wenn Eis und Schnee als ein durchsichtiger dicker Stoff mit spiegelnder Oberfläche das wässrige Element sein wird, das Sommer und Winter bleiben wird[16]. Mit seiner hohlen Intellektualität wird der Mensch zu dieser drastischen Veränderung in der Natur beitragen – wir sind die Zeitgenossen ihrer ersten Symptome.

Der Verfall der Seelenkräfte ist heutzutage so stark, dass der Mensch geradezu jeglicher Möglichkeit der Verbindung mit dem Geist entleert wird. Von zahlreichen Illusionen umringt, ist er kaum einer sinnvollen Evolution fähig und verschließt sich in seinem eigenen Egoismus. In Großbritannien wollte man sogar ein Ministerium für Einsamkeit einrichten[17], weil fast zehn Millionen Briten trotz der globalen Verbundenheit im Internet an Einsamkeit leiden. In Japan gibt es Menschen, die seit zehn Jahren keinen lebendigen Kontakt mehr zu anderen Menschen hatten und lieber mit digitalen Kontakten leben möchten. In den reichen Ländern ist die Selbstmordrate höher als in den armen Ländern. Die Wissenschaft berichtet, dass in den letzten Jahren die Körpertemperatur des Menschen sinkt. Das Lösen des Ätherleibes führt zu keiner rechtmäßigen Beziehung mit der übersinnlichen Welt, sondern zum Erkalten der Liebe und Verschließen im Egoismus des niederen Ich. Nur die langfristigen Ziele und das hohe Ideal, das der spirituelle Mensch hat, impulsieren seinen Willen, beleben seine Kräfte und werden zu rechtmäßigen zukünftigen Handlungen. Die „Apokalypse“ ist überfüllt mit weiten Zielen und die Notwendigkeit, sie zu begreifen, wird in den nächsten 2500 Jahren ständig anwachsen. Das wird das neue „Jahrhundert“ nach dem Kali Yuga sein, in dem der ätherische Christus für unsere geistigen Sinne immer sichtbarer werden wird.

Mit diesem Vortrag haben wir lediglich einige der Geheimnisse in der „Offenbarung des Johannes“ gestreift und in Zukunft werden wir versuchen, in immer tiefere Schichten der „Apokalypse“ einzudringen, um uns noch mehr dem Träger des kosmischen Ich-bin-Prinzips anzunähern und unseres erhabenen Hierarchienamens Asi würdig zu sein!

 

[1] GA 346, Vortrag vom 5.9.1924

[2] Ebd.

[3] Das bulgarische Wort аз bedeutet ich.

[4] Vgl. Mangurovs Buch „Der Weg zum Ich“

[5] Einer von Mangurov empfangenen Offenbarung zufolge

[6] Dieser Name entspricht der von Mangurov empfangenen Offenbarung. Deshalb wird er transliteriert und nicht übersetzt. Im Bulgarischen gibt es das Wort (auch als Personalpronomen) аз ‚ich‘,  dessen Pluralform азове ‚Iche‘ lautet. Die Bezeichnung der zehnten Hierarchie ist laut Mangurov ази, was sich von der üblichen Bezeichnung für Icheазове – unterscheidet. Der Bezug zum bulgarischen Wort аз ist im Namen ази zwar deutlich vorhanden, trotzdem ist ази nicht einfach eine Pluralform von аз, sondern etwas anderes.

[7] Vgl. GA 98, Vortrag vom 29.4.1908

[8] In GA 136, Vortrag vom 10.4.1912

[9] Ebd., Vortrag vom 7.4.1912

[10] Vortrag vom 22.9.1924

[11] Die Rede ist von den sieben Kontinenten; der Verlust des alten Hellsehens hat unser emotionales Leben beeinflusst, das seitdem vollständig als Folge dieser verlorenen Beziehung zustande kommt.

[12] Vgl. GA 346, Vortrag vom 17.9.1924

[13] Vgl. GA 346, Vortrag vom 20.9.1924

[14] Ebd., Vortrag vom 17.9.1924

[15] Ebd.

[16] Ebd., Vortrag vom 19.9.1924

[17] Vgl. z.B. folgenden Artikel: https://www.spiegel.de/politik/ausland/grossbritannien-hat-kuenftig-ein-ministerium-fuer-einsamkeit-a-1188423.html, abgerufen am 17.3.2020.

Die räumlich-zeitlichen Metamorphosen und das Einstein-Problem

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 14.12.2019 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

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Anfang des 20. Jahrhunderts veröffentlichte der Physiker Albert Einstein zwei Relativitätstheorien – eine spezielle und eine allgemeine Relativitätstheorie. Beide geben seine Denkweise wieder, für die die Menschheit diesen Wissenschaftler als ein Genie wahrnahm, ohne das Problem seines Denkens zu erkennen.

Laut Einstein kann man im Kosmos nur von relativen, jedoch nicht von absoluten Bewegungen sprechen und der Mensch kann nicht mit Sicherheit behaupten, ob ein Körper sich bewegt oder in Ruhe befindet. Die Objekte befinden sich in relativer Ruhe, während für den Betrachter sie sich nur scheinbar in Bewegung oder in Ruhe befinden. Einstein gibt auch die entsprechenden Beispiele, z.B. das mit der Streichholzschachtel und dem Streichholz. Es sei egal, was sich bewegt, nachdem sich das Feuer entzündet hat. Oder mit den sich parallel und vielleicht aneinander vorbeifahrenden Zügen, von denen einer schnell und der andere langsamer ist. Von ihren Bewegungen könnten wir uns keine einheitliche Meinung bilden bezüglich der Fragen, wie und mit welcher Geschwindigkeit sie sich bewegen. Wenn die Bewegung relativ ist, so Einstein, ist es unmöglich, auch etwas Wahres über die Synchronizität zu sagen, weil sie wahrscheinlich nicht vorhanden ist. Nehmen wir das Beispiel zweier Uhren, die sich in zwei verschiedenen Städten befinden. Sie zeigen die gleiche Zeit, aber unsere Beobachtung ist möglicherweise nicht korrekt, weil sie weit voneinander entfernt sind.

Wenn man von dieser Denkweise ausgeht, gehen die Dinge zu weit und erstrecken sich auf die ganze Welt, was zu allerlei ungewöhnlichen Konsequenzen führt. Einstein behauptet Folgendes: Wenn wir in den Weltraum eine Uhr schicken, deren Zeiger sich in einer bestimmten Position befinden und wenn sich diese Uhr mit der Lichtgeschwindigkeit bewegt und danach den entgegengesetzten Weg nimmt, würde eine solche Bewegung für das Innere der Uhr nicht von Bedeutung sein, dieses würde unverändert zurückkommen. Unabhängig davon, ob die Uhr sich bewegt hat oder in Ruhe geblieben ist, seien keine Veränderungen eingetreten. Daher könne man nicht behaupten, ob sich der Körper bewegt oder nicht.

Sich auf solche Behauptungen stützend, gehen Einsteins Anhänger noch einen Schritt weiter, indem sie erklären, dass die Größe einer Person auch relativ sei, weil es keine absolute, sondern nur eine relative Größe gebe. Es komme uns nur vor, dass sie eine bestimmte Größe hat, weil sie in Bezug auf Bäume, Häuser usw. eine Größe habe, aber man könne nicht von ihrer absoluten Größe sprechen. Daher könne ihr  Kopf  20, 50, 100-mal größer als die jetzige Größe sein oder ihr Puls könne 5.000, 10.000 Schläge pro Minute sein.

In seiner ersten Theorie beschreibt Einstein eine von Äther erfüllte Welt. Später lehnte er das aus dem Raum kommende Leben ab und es kam zu Schlussfolgerungen seiner Anhänger, die den gesund denkenden Menschen geradezu in Erstaunen versetzen. Stellen wir uns vor, dass ein Ton an einem Ort entsteht, der sich zu einem anderen Ort ausbreitet. Befindet sich eine Person an dem Ort, an dem der Ton erzeugt wird, wird sie ihn sofort hören. Wenn sie sich ein Stück entfernt hat und sich langsamer als der Ton bewegt, so wird sie ihn später hören, als der Ton erzeugt wurde. Wenn sie sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie der Ton bewegt und den anderen Ort erreicht, wird sie laut Einsteins Nachfolger den Ton nicht hören, weil er ihr entkommen würde. Wenn sie sich mit einer höheren Geschwindigkeit als der Ton bewegt, wird sie ihn noch vor seinem Entstehen hören.

Nachdem sich Rudolf Steiner mit den oben erwähnten Beispielen und Behauptungen bekannt gemacht hatte, zeigte er geschickt die Absurdität solcher Ansichten auf, welche die Bewegungstheorie nicht auf der Grundlage der auftretenden inneren Veränderungen in den Objekten entwickeln, sondern nur auf Grund der äußeren Beobachtungen. Wenn jemand einen Berg besteigt, ist es nicht der Berg, der ihm entgegenkommt, sondern umgekehrt – es ist der Bergsteiger, der müde wird. Wenn wir eine Uhr mit der Lichtgeschwindigkeit in den Weltraum schicken, wird sie nicht nur ihr Äußeres verändern, sondern sofort zu Staub werden, so dass wir sie überhaupt nicht sehen würden. Jeder Körper, jedes Wesen hat als innere Qualität seine konkrete eigene innere Geschwindigkeit und sie ist ein grundlegender Begriff. Die Uhr bzw. der physische Menschenkörper können sich nicht mit der Lichtgeschwindigkeit bewegen, aber der Lichtäther kann das. Unser Puls könnte nicht 5.000 Schläge pro Minute betragen, weil wir dann aufhören würden, Menschen zu sein. Der Kopf kann nicht 100-mal größer sein, da er etwas Absolutes in sich trägt, dessen Größe das gesamte Universum bestimmt hat. Seine Größe kann innerhalb bestimmter Grenzen variieren, aber neben dem Relativen ist auch hier das Absolute maßgebend. Über Relativismus kann nicht gesprochen werden, da es sonst für jede Kopfgröße ein eigenes Universum geben müsste, aber es gibt nur ein einziges. Wenn wir über das Hören und Bewusstmachen des Tons durch den Menschen sprechen, ist der gesamte Prozess sehr komplex und an ihm beteiligen sich sowohl die verschiedenen Ätherarten als auch eine Reihe von Wesensgliedern des Menschen selbst.

Zweifellos war Einstein ein talentierter Mathematiker, der bemerkenswert logisch dachte, aber in seinen Theorien fehlt das Leben und sie haben keinen Zusammenhang mit dem Wirklichen, mit der Realität. Wie kann man einen Ton hören, der überhaupt nicht erzeugt ist?! Solche Behauptungen sind das Ergebnis eines entstellten ahrimanisierten Denkens seelisch kranker Menschen und sie sind völlig nutzlos. Der bulgarische Maler Boris Georgiev[1] porträtierte sowohl den Meister Beinsa Douno als auch Einstein mit geschlossenen Augen und in die Zukunft blickend.

einstein   B.Douno

  Albert Einstein und Beinsa Douno, porträtiert von Boris Georgiev

Doch während der erstere diese Zukunft tatsächlich im Geist sah, vermochte der zweite das nicht zu machen und kannte nicht den Weg in diese glänzende Zukunft. Daher erklärte Einstein am Ende seines Lebens das Wort ‚Gott‘ für ein „Produkt menschlicher Schwächen“ und die Bibel – für „eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden“.[2] Die Bulgaren haben ein Sprichwort: „Die Hühner werden im Herbst gezählt“ (entspr. dt. „Man soll nicht den Tag vor dem Abend loben“). Trotz seines Pazifismus, Antinazismus usw. verfiel Einstein in den Zustand eines beschädigten Atheisten. Wenn Christus nämlich im menschlichen Bewusstsein fehlt, bleibt von diesem nur ein reflektierender Spiegel übrig, der von „Torsionsfeldern“, „Schwarzen Löchern“ sprechen oder eine „Stringtheorie“ über die Struktur des Universums und dergleichen erfinden kann, wie sie im 20. Jahrhundert erschien. Die Wissenschaft versteht nicht das Wesen von Licht, Geschwindigkeit, Zeit und Raum, Materie und Leben, deshalb hat sie eine schnelle Reise statt zum Geist, zum Abgrund der unterphysischen Welten unternommen und dabei die menschliche Seele mitgerissen.

Wie soll ein Mensch denken, wenn er das Wesen der oben genannten Begriffe verstehen will, die ihm in unserer Gegenwart recht abstrakt klingen? Wie wir schon mehrmals besprochen haben, wurde im vorhergehenden, unter der Regentschaft des Vatergotts verlaufenen Entwicklungszyklus durch das gemeinsame Wirken der hierarchischen Wesen die Vorbereitung der Substanz des unausgesprochenen Gottes auf die Entwicklungsbedingungen des gegenwärtigen Zyklus verwirklicht. Damals fand die Schöpfung im „Weilenden“, im Heimlichen, im Wesenskern statt, was wir uns kaum vorstellen können. Man kann sagen, dass die hierarchische Wesen damals das „Innere“ der Zeit unter den Bedingungen der Ewigkeit bewohnten – in Einheit von Sein und Wesen im Wesenskern – und die Zeit erschien nicht im Angesicht jener Wesen, die zu Beginn des nächsten Zyklus geboren werden mussten.

Der Raum hatte einen vieldeutigen Charakter mit vielen Varianten, der in der christlichen Esoterik ’Kristallhimmel’ genannt wird. Die alten Griechen nannten ihn ‚Chaos‘, und es ist kein Zufall, dass in jedem befruchteten Ei des Menschen die Substanz in den Zustand des primären Chaos versetzt wird, damit das neue Wesen wie vom Anfang der Welt selbst entsteht. Im räumlichen Chaos, das in einer uns unbekannten Art aufgebaut ist, befanden sich die Auf- und Abstiegsintentionen in der Substanz in Einheit, aber sie mussten in einer möglichst dramatischen Art voneinander getrennt werden.

Die Geister des Willens stiegen in ihrer Entwicklung zum Grad der bewussten Allwissenheit auf, der vom Willen des Vatergotts, Opfer zu bringen, durchdrungen war. Indem sie diesen Bewusstseinswillen verinnerlichten, bereiteten sie sich auf ihr zukünftiges Opfer vor, das die Grundlage des nächsten Zyklus als dessen Fundamentthron bildete. Deshalb nannte Dionysius der Areopagit diese Geister ‚Throne‘.

Nach dem großen Mahaparipralaya zwischen den beiden Zyklen offenbarte das Absolute in einer neuen Uroffenbarung einen Teil von sich. Das ist der väterliche Weltengrund. Wir können ihn auch ‚Gott‘ oder ‚Wesen‘ nennen. Die drei Stufen der Uroffenbarung haben wir mehrmals erörtert, deshalb werden sie hier nur angedeutet. Für die erste Stufe gilt das Fichtesche Ich = Ich und dies ist das allsehende Ich-Auge mancher bekannter Symbole. Auf der zweiten Stufe manifestierte sich Christus als eine Einheit zwischen Objekt und Subjekt und hier steht das Ich-bin-Prinzip noch ganz an seinem Anfang – das ist der Anfang des Logos. Und auf der dritten Stufe offenbart sich Gott in Seinen drei Hypostasen – als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Sie sind eines Wesens und identisch, tragen nicht die Merkmale einer evolutionären Entwicklung. Ihre höchste Einheit wird von Gott verwirklicht. Dieses Prinzip der Einheit wird im Neuen Testament als ‚Alles‘ bezeichnet. Dieses ‚Alles‘ hat beschlossen, sich in der Existenz des neuen Zyklus der evolutionären Entwicklung zu offenbaren, und die Heilige Trinität erlangt durch drei universelle Strahlen, in denen alle Wesen existieren und wirken, die Eigenschaften einer Hierarchie.

Gott verlieh Christus das Prinzip der Einheit und Christus wurde der Allerhalter, der den Zyklus aufhielt und sein Zerfallen in einzelne Elemente, die keine Beziehung zueinander haben, verhinderte. Das Ich-bin Christi nahm seinen Platz im Mittelpunkt des Zyklus ein und bereitete sich darauf vor, irgendwann bis auf dessen tiefsten Grund zu gehen und sich opfervoll mit dem physischen Leib eines Menschen zu verbinden. Für die Menschen ist Gott Liebe – die aufopferungsvolle Liebe -, aber ihnen steht noch bevor, ihr Bewusstsein zu erheben für das Verständnis von Gott als das Ich-bin-Prinzip und dadurch auch für das Verständnis von Ich = Ich, d.h. für die verinnerlichte Offenbarung „Ich bin Gott selbst.“ Auf diesem grandiosen Aufstiegspfad ist der Heilige Geist – die Idee des gegenwärtigen Zyklus – unser Anführer. Diese Idee wurde im Schoß des alten Zyklus geboren und deshalb geht der Heilige Geist vom Vater aus. Jetzt wird an der Idee für den nächsten Zyklus gearbeitet und in diesem Sinne geht der Heilige Geist von Christus aus. Wenn man ein solches Verständnis hat, würde sich der tausendjährige Streit zwischen Katholiken und Orthodoxen erübrigen, aber leider ist das nicht der Fall.

Eine der ersten Definitionen von Gott ist die Unendlichkeit. Wir wollen sie als Abstraktion annehmen, da wir sie kaum definieren können. Die Uroffenbarung ist eine unendliche Ausstrahlung, die von einem Punkt ausgeht und sich in alle Richtungen verbreitet, aber da Gott nur in Seiner Unendlichkeit offenbart werden kann, ist Seine Offenbarung eine unendliche Verinnerlichung von Ihm in Seinem Wesen. Aber damit ist der Unendlichkeit eine Grenze gesetzt – der Punkt des Nichts. Dieser Punkt ist der alte Saturn. Er entstand als eine Schleife der Lemniskate, die in einer anderen verdreht ist, welche äußerlich unausdrücklich war.

Das grenzenlose Ausstrecken als ein Verinnerlichungsprozess wird zu einer Bewegung auf einer sich schließenden Spirale, die zu einem Punkt wird. So wird der Punkt des sich offenbarenden „Alles“ im Sein des alten Saturn zum Punkt des „Nichts“ – zum Zentrums des alten Saturnzustandes der Erde, auf den die hierarchische Wesen ihre Tätigkeit richten. Hier stirbt der Geist und es werden die Materie und das sinnliche Universum geboren, welches in sich die Unendlichkeit des Universums des Geistes widerspiegelt.

Dieses „Brechen“ des Geistes, der Unendlichkeit Gottes bedeutet nicht, dass sie begrenzt wird, sondern dass sie sich qualitativ metamorphosiert, indem sie einen Ausdruck in der Tätigkeit der hierarchischen Wesen findet. In die unserem Zyklus uranfänglich angelegte Konfrontation zwischen Geist und Materie hineinversetzt, erfährt der Prozess der grenzenlosen Ausdehnung der Welten-Einheit auch eine ständige Zusammenziehung. Es ist, als würden sich die Dimensionen nacheinander entfalten, weil die Unendlichkeit alle möglichen räumlichen Dimensionen und alle Zeitformen in sich enthält, die in der evolutionären Entwicklung noch entstehen mussten.

In allen Hierarchien manifestiert Gott Seine Unendlichkeit, aber diese lebt in ihnen unter sich ständig ändernden Bedingungen, die folgendem Grundgesetz des Zyklus entsprechen: „Im Universum entwickelt sich alles durch die siebenstufige Metamorphose“ – von den sieben Stufen (Äonen) des Bewusstseins bis zu den Siebenjahresperioden im menschlichen Leben. Und wie wir bereits gesagt haben, werden diese grenzenlosen Metamorphosen von Christus global in Einheit gehalten, weil jede Entwicklung immer innerhalb einer höheren Einheit erfolgt, die der Erdenmensch als ‚Gesetz’ definiert. Mit dem Beginn der Uroffenbarung wurde auch ihr Ende keimhaft angelegt, von dem aus Gott den Heiligen Geist schickte, damit er dem Zyklus, den der Vater durch die Geister des Willens eingeleitet hatte, die Richtung zur Vollendung gibt.

Gottes Beziehung zur Hypostase des Vaters ist eine Beziehung der absoluten Notwendigkeit und gerade vom Vater ging mit dem aus der Vergangenheit in die Zukunft wirkenden Gesetz der Kausalität die räumlich-zeitliche Evolution aus. Damit es aber freies Schöpfertum gibt, muss dieses nicht nur Folgen der Vergangenheit benutzen. Daher wirkt der Heilige Geist in Freiheit von der Zukunft in die Vergangenheit und schafft Bewusstseinsformen gemäß dem im Zyklus beständig fließenden Leben des Sohnes. Die freie Schöpfung bleibt innerhalb der Grenzen der Notwendigkeit der Evolution, welche die Substanz mit sich bringt. Eine solche Kombination schränkt nicht ein, sondern bringt Organisation und strukturelle Bestimmung der Freiheit mit sich. Wir wissen nicht, ob das Gesetz der Einheit von Vorherbestimmung und Freiheit im vorhergehenden Zyklus herrschte, aber jetzt begegnen sich beide im Allerhalter Christus. Er ist das Alpha und Omega des Zyklus, und in Ihm wird die Vorbestimmung zum Leben erweckt, damit das Neue hervorgebracht werden kann. Daher ist die Beziehung Gottes zu Christus von absoluter Freiheit geprägt und daher bleibt das Ich-bin-Prinzip immer ideell, mit keinen Formen von Raum und Zeit verbunden. Er steigt lediglich senkrecht herab und auf der Senkrechten des Geistes wieder auf. Darin herrscht das Prinzip „Ich und Gott sind eins“. Und da das Wirken Christi auf der Senkrechten des Geistes in erster Linie von den Cherubim vermittelt wird, bringen auch ihnen die Hierarchien ihre Opfer dar – von der Seite des Vaters oder des Heiligen Geistes.

Gott hat die Existenz der entstehenden Welt im doppelten Sinne geplant:

a. immanent – durch die Reihe von Metamorphosen, in denen das Gesetz der Entwicklung untrennbar mit der phänomenalen Welt verbunden ist und nur in ihr wirkt, und

b. transzendent – als eine opfervolle Offenbarung von oben.

Die mysteriöse Beziehung zwischen ihnen stellt ein grundlegendes Problem der Philosophie dar, das nicht schrittweise zu lösen ist, wenn nicht erkannt wird, dass in jedem Äon Wesen sich opfern und in der Evolution zur Substanz, zum Substrat, zum Stoff werden. Wenn sich die Substanz in etwas metamorphosiert, auf dessen Grundlage der Beginn der Individualisierung zur Geltung kommt, spricht man von einem Substrat und der Stoff ist die letzte Phase in der Reihe von Substanz-Metamorphosen.

Wie ist die Substanz selbst entstanden? Sie kam von den großen Opfern der Geister des Willens. Mit selbstloser Liebe und unermesslicher Moral zogen sie sich von den Prinzipien ihrer Existenz vor dem alten Saturn zurück und übergaben vor dem Altar des neuen Zyklus das, was sie vom „Kristallhimmel“ und der Ewigkeit erlangt hatten. Wie oben erwähnt, war die Uroffenbarung Gottes im Zyklus in der Art eines Punktes und musste die Form eines einheitlichen Kreises annehmen (welcher einen zerlegten Punkt darstellt), der allmählich zu einem Punkt schrumpft. Die Throne kamen aus dem Nirvana und zeigten sich auf der Ebene des höheren Devachan in diesem Kreis, der die Offenbarung des verborgenen Weltraum-Chaos vor dem alten Saturn darstellt. Die Unendlichkeit des Chaos ist durch den Punkt der Zusammenziehung gegangen und die Throne streben opfervoll auf ihn zu. Da aber ihre Bewusstseinskraft nicht ausreicht, um diesen Punkt direkt zu treffen, bringen sie ihr Opfer vor den Cherubim.

Der „Kreis“ ihres Opfers ist die Beziehung zwischen Substanz und Idee, und sie erreichen das Zentrum der Einheit in verschiedenen Momenten ihres Abstiegs. Dadurch wird der „Kreis“ der Einheit zu einer sich nach unten ausdehnenden Spirale. Das Zusammenziehen des Chaos und die Handlung der Throne verursachten das Auftreten des Raumes während der alten Saturnzeit. Der Raum ist ein Geist, eine Null, jedoch kein Fehlen an Raum. In ihm sind alle Arten von räumlichen Dimensionen „aufgelöst“, die sich später zur Dreidimensionalität verdichten mussten. Es ist gut zu wissen, dass die höheren Bewusstseinswelten nicht ärmer, sondern inhaltlich viel reicher sind als die niedrigeren. Die göttliche Gedankenabsicht enthält in sich potenziell absolut alles, was sich in der Schöpfung offenbart. Sie trat in die Schöpfung ein als eine Willenssubstanz, als das neutrale Weltenfeuer, als reine Wärme, als Leib und Ich der Throne, als das Atma-Prinzip. Das Atma-Prinzip als Geistesmensch streckte sich sofort und umhüllte den Zustand des zukünftigen Vulkan. In einem überzeitlichen und überräumlichen Zustand und als reiner Geistesmensch entstand also der Vulkan bereits auf dem alten Saturn und nahm „Kurs“ von der Zukunft in die Vergangenheit. Alles in unserem Zyklus ist durch diesen Geistesmenschen begrenzt, aber die Vulkan-Existenz ist nicht garantiert, sondern er muss mit Substanz ausgefüllt werden. Seine Präsenz in der Evolution zeigt sich darin, dass die Äonen sich ineinander metamorphosieren.

Der Geistesmensch von den Thronen entstand aus dem Schoß des Wesenskerns, aus dem „Punkt“, aber er war gleichzeitig innerlich auf das Anderssein ausgerichtet. Deshalb wurde neben der Richtung Zukunft-Vergangenheit seine Hauptbewegungsrichtung die Richtung Vergangenheit-Zukunft und das Herabsteigen auf den Evolutionsstufen – die Hauptrichtung seiner Bewegung. Auf diesem Weg hat der Lebensgeist auf der alten Sonne die zukünftige Venus als reines Sein hervorgebracht und auf dem alten Mond umhüllte das Geistselbst den zukünftigen Jupiter mit sich selbst als reines Bewusstsein. Im Äon der Erde bewegte sich der Vulkan bis zum Gebiet, das von den Umlaufbahnen der Planeten Erde und Mond begrenzt wird und es liegt am Menschen, ihn mit Substanz auszufüllen.

Auf dem alten Saturn sprachen die Throne den besten Teil ihres Wesens gegenüber den Cherubim aus, die ihrerseits der zu ihnen herüberklingenden Substanz der reinen Wärme die Form verliehen, woraus die Kinder der Throne und Cherubim geboren wurden – die Geister der Zeit bzw. Persönlichkeit. Der Nullraum entstand aus dem Opfer, das unter den Bedingungen der Zeitlosigkeit und Raumlosigkeit dargebracht wurde und es erschien die Zeit als eigenständiges Wesen, das die  altgriechische Mythologie unter dem Namen ‚Chronos‘ kannte. Das Opfer am Kreuz der Evolution war das ausgesprochene Wort und das Wort wurde zu einem Zeitwesen, das in seinem Charakter ein Geist der Persönlichkeit ist. Damit wurde der Anfang der Persönlichkeit gesetzt und die Zeit ist eine Form für die Manifestation der Persönlichkeit. Sie ist eine subjektive Kategorie, deshalb ist das Phänomen der Entwicklung in der Zeit nur bei einem Ich-Bewusstsein, d.h. bei Persönlichkeiten bekannt. Die Zeit ist in dem Moment entstanden, in dem die Geister der Persönlichkeit ihr Ich (sich selbst) als eine Personifizierung der Zeit erkannt haben, als sie erkannt haben, dass sie selbst Geister der Zeit sind.

Als Geister der Zeit üben sie ihr hierarchisches Amt und ihre Rolle aus, aber ihr wahrer Name ist ‚Archai‘, also Urbeginne, weil mit ihnen ein neues Prinzip in die Entwicklung hineinkam. Das Wort wurde auf ganz andere Weise zu einer Persönlichkeit als die oben genannten Hierarchien – durch die Umwandlung des Opfers der Throne in die Zeit. Als Wesen stammen die Urbeginne aus dem früheren Zyklus, wo sie ihre Astralität bereits entwickelt hatten; Auf dem Saturn erwarben sie eine weitere Form der Leiblichkeit – die Ich-Form. Diese Form wurde jedoch mit reflektierendem Denken und unter Abstoßung, Zurückstrahlung im Spiegel des bewusstlosen Allbewusstseins der damaligen Wärmeform (Stoffform) des Andersseins ausgebildet. Die Verwandlung der Archai in die ersten „Menschen“ des neuen Zyklus wurde ermöglicht, weil der von den Thronen ausgehenden Substanz eine neue Möglichkeit zugrunde lag, die den vor dem alten Saturn existierenden Wesen unbekannt war – die Fähigkeit zur Opposition, die zum Grundprinzip der Individualisierung wurde. Das Wesen dieses Prinzips liegt im Reflektieren des substanziellen Ich durch das „Nicht-Ich“, das zu einer immer stärkeren Entfernung von der göttlichen Urquelle führt. Seitdem sind das reflektierende Bewusstsein, die Stofflichkeit und die Zeit untrennbar miteinander verbunden und aus der Bewegung dieser Wechselbeziehungen musste die Reihe der räumlichen Seinsformen entstehen, denen die Wesen Existenz geben.

Mit der Entstehung der Zeit als die erste Art „Mensch“ im gegenwärtigen Zyklus hat dieser einen neuen Platz inmitten der Hierarchien eingenommen. Er baute neue Beziehungen aus und veränderte damit den Charakter der kosmischen Intelligenz. Seitdem wird auch die Zeit als das neue Entwicklungsprinzip bei jeder Entstehung eines Ich-Bewusstseins berücksichtigt –  bei den Erzengeln, Engeln und Menschen im Erdenäon, bei den unter uns stehenden Naturreichen in den nächsten Äonen. Im Gegensatz zu unserem reflektierenden Denken, in dem die Substanz nur vorübergehend eine Form von Gedankenwesen mit elementarer Natur annimmt, welche sich schnell im astralen Element auflöst, weil unsere Gedanken nicht mit Leben erfüllt sind, war das Bewusstsein der Geister der Persönlichkeit kontemplativ und ihr Wissen unmittelbar. Die von ihnen zurückgespiegelte kosmische Intelligenz kehrte sofort in die geistige Welt als eine Substanz zurück, die mit dieser Welt verwandt war. Die Gottgleichheit eines Wesens besteht darin, dass es ein anderes Wesen erschafft, in dem das Selbstbewusstsein entflammt. Auf dem alten Saturn waren es gerade die Geister der Persönlichkeit, die in unseren Wärmeleibern das Persönliche modellierten und dabei zu unseren „Vätern“ wurden. Mit der Entstehung der Zeit verliehen sie diesem Persönlichen die Dauer.

Ansonsten war das Ich der Urbeginne seinem Wesen nach ein Nicht-Ich, das dem Ich der Throne entgegengesetzt war. Vor der Erscheinung dieses Nicht-Ich hatte die Schöpfung einen vorläufigen Charakter, weil die höheren Hierarchien das Instrument der Reflexion und dementsprechend die Zeit nicht brauchten, um ihr Ich zu erleben. Insbesondere einige Wesen aus der ersten Hierarchie blieben größtenteils im Überzeitlichen, im „Kristallhimmel“. Sie gewährleisten die Verbindung der Schöpfung mit dem göttlichen Urquell, während mit dem Aufkommen der Zeitpersönlichkeit alle anderen höheren Hierarchien gezwungen waren, den Raum jenseits der Grenze in einer Offenbarung zu manifestieren und zur Gluederung der Welt und ihrer Wesen zu gelangen, wobei sie dem Gesetz von Entstehen und Vergehen folgten.

Die Geister der Persönlichkeit wurden unter den Bedingungen einer ungegliederten Welt geboren und durch sie offenbarte die göttliche Trinität in ihrem Wesen ein neues Wahrnehmungsorgan, das die Zeit wahrnimmt und selbst eine Zeit und ein Wesen ist. Es ist kein Zufall, dass wir auch den Begriff für dieses Wesen haben, das gleichzeitig zu einem niedrigen Wesensglied/Bewusstsein der Wesenheiten der zweiten Hierarchie wurde, mit dessen Augen sie begannen, sich von außen zu erkennen. Das gesamte Universum war in einen neuen Evolutionsprozess involviert und bewegte sich zum Entstehen von Gegensätzen jeder Ordnung – Entstehen -Vergehen, Geburt-Tod, Licht – Dunkelheit, Geist – Materie, Gut – Böse, Freiheit – Notwendigkeit … Auf diesem „Schleifstein“ musste der Anfang der Persönlichkeit, die Ich-Selbstbewusstwerdung geschliffen und verfeinert werden. Die der einheitlichen vorsaturnischen Substanz angelegten Auf- und Abstiegsintentionen begannen, sich voneinander zu trennen. Da erwiesen sich einzelne Wesen stärker in ihren äußeren Reflexionsapparat eingebunden, wodurch sie das Gegenstandsbewusstsein nicht beherrschen und nicht vollwertige Menschen des alten Saturn werden konnten. Bei manchen wiederholte sich das Zurückbleiben in den nächsten zwei Äonen. Diese Wesen attackieren uns jetzt in der Gestalt der schrecklichen Asuras.

In jedem Äon gibt es drei im höheren Devachan entstehende Lebensstufen (Runden), die mit dem Herabsteigen zu irgendeiner Form der Materialisierung zusammenhängen sowie drei Stufen des Aufstiegs zur Spiritualisierung und einen Übergang dazwischen. Dort beginnt die Trennung in der individuellen Entwicklung eines jeden Wesens gegenüber einem anderen in ein ähnliches und auf den drei aufsteigenden Stufen wird die persönliche Schuld für sein Zurückbleiben sichtbar. Und wenn in der zweiten und ersten Hierarchie das Zurückbleiben nur unter Vorbehalt stattfindet, weil sie ihr unzerstörbares Ich unter den grundlegend anderen Bedingungen des vorhergehenden Zyklus erlangt haben, können wir bei der dritten Hierarchie in gewissen Grenzen und beim Erdenmenschen sogar ohne Vorbehalt von Schuld sprechen. In Zukunft werden diesem Test auch die Gruppenseelen der  Naturreiche, die sich unter uns befinden, unterzogen werden.

Es obliegt dem Menschen, in einer geistigen Synthese den Dualismus von Geburt und Tod zu überwinden, nachdem das Wort selbst zu ihm während des Erdenäons gekommen und in Fleisch herabgestiegen ist. Gemäß der korrekten Übersetzung des Neuen Testaments von Emil Bock kam das Wort „zu den Ich-Menschen“. Diese Ich-Menschen waren dem Wort wesensgleich, weil das Wort sie selbst auf dem alten Saturn in unlösbarer Verbindung mit den ersten Persönlichkeiten eines neuen Typs in unserem Zyklus erschuf – den Urbeginnen, die in der Zeit entstehen. Der Ursprung der substanziellen Herkunft der Erzengel und Engel führt uns zum vorhergehenden Zyklus und obwohl sie das Ich in einer geteilten Welt erworben haben, kennen sie den Tod nicht. Nur Christus und der Mensch kennen den Tod. Deshalb kann nur der Mensch durch die Kraft Christi in seinem Ich in einer geistigen Synthese den Dualismus zwischen Geburt und Tod überwinden und seine große Aufgabe in diesem Zyklus fortsetzen.

Nachdem auf dem alten Saturn dem ewigen, außerräumlichen Sein sich das zeitliche und räumliche Nicht-Sein gegenüberstellte und zwischen diesen sich das Schaffen auf allen sich in der Zeit entwickelnden Stufen des Lebens, der Form usw. erstreckte, wurde eine Organisation dieser Entwicklung notwendig. Dadurch begann sich im Zyklus des Andersseins eine Art Restpersönlichkeit herauszubilden – die in Form eines Wesens „versachlichte“ Zeit.

Zu diesem Zweck entstanden aus der Interaktion der Cherubim und der Throne die Dienstgeister – die Geister des Zeitkreislaufs. Sie haben ihre menschliche, gegenständliche Bewusstseinsform durchlaufen und stehen in unterschiedlichem Maße über dem Menschen, aber sie sind keine hierarchischen Wesen, sondern Nachkommen der Hierarchien. In ähnlicher Art erschienen später die Nachkommen der zweiten Hierarchie – die Gruppenseelen der Tiere – und die Nachkommen der dritten Hierarchie – die Elementargeister der Natur.

Die Substanz der Geister der Persönlichkeit ist ihrem Ursprung nach überpersönlich, weil sie von den Geistern des Willens stammt, aber soweit sie geopfert wurde, ist sie ein Nicht-Ich und zur Zurückspiegelung fähig. Als die Persönlichkeit auf dem alten Saturn erschien, stand sie in unterschiedlichen Positionen in Bezug auf den Kreis der Himmelskräfte, die später den Tierkreis bildeten und jeder Bereich dieser zwölf Kräfte bildete so etwas wie eine „Weltenstunde“. In ihnen durchläuft jede planetarische Inkarnation fünf Pralaya-Zustände (die in der Esoterik ‚Nächte‘ genannt werden) und sieben Lebenszustände (genannt ‚Tage‘), wobei letztere von den Geistern des Zeitkreislaufs geleitet werden.

So entstehen räumlich-zeitliche Verhältnisse. Es ist, als ob sich die reine Persönlichkeit von einer Tierkreisregion in eine andere bewege und das ist eigentlich die Zeit. Grundsätzlich versucht die ganze unbewusste Substanz, ein Ich zu werden und soweit sie zurückspiegelt, geschieht die Entwicklung in der Zeit. Die Bewegung der Persönlichkeit bewirkt die eine oder andere Reaktion in den Wesen der Hierarchien und sie wirken in einem bestimmten Rhythmus auf die Substanz der Persönlichkeit, woraus in ihr eine Metamorphose entsteht und die im Raum fließende empirische Zeit auftritt.

Wenn wir sie grafisch darstellen können, so beziehen sich die Leitung der Entwicklung durch die Geister des Zeitkreislaufs  in der empirischen Zeit und die Zeitpersönlichkeit als der horizontale und der vertikale Entwicklungsvektor zueinander. Aus der Vergangenheit der empirischen Zeit, die in die Richtung der Zukunft verläuft, in der in den vergangenen dreieinhalb Äonen für den Menschen unbewusst die 24 Geister des Zeitkreislaufs entstanden, sehen heute die aus der „Apokalypse des Johannes“ bekannten 24 Ältesten auf den Erdenmenschen herab. Jeder von ihnen ist eine Art Urphänomen eines einzelnen Lebenszustandes (einer Runde).

Ansonsten sind die wahren Regenten der Lebenszustände die rechtmäßig entwickelten Geister der Weisheit, die eben dieses Leben erschaffen. Sie können jedoch die Schöpfung nicht vom Schöpfer trennen und in das Raum-Zeit-Sein eintreten, zu dem sie nur eine ideelle Beziehung haben, weil sie mit der Opposition nicht vertraut sind. Dazu sind die Geister des Zeitkreislaufs notwendig, welche die Entwicklung in der Zeit regulieren. Sie sind eine Art Astralleib der Erde und erfüllen eine Vielzahl von Funktionen: Sie verteilen die Arbeit der Elementargeister auf die Jahreszeiten, beteiligen sich an der Rotation der Erde um ihre Achse usw.

Trotzdem gibt Steiner eine zweifache Beschreibung der Entstehung des Phänomens der Zeit. In einem Fall sind dies die erwähnten Ältesten, die in der vierten Runde des Erdenäons hinter dem stehen, was wir als den 24-Stunden-Tag erleben. Im Vortrag vom 21.08.1910 in GA 122 sprach er von den sieben Geistern der Zeit (hebr. ‚yom’). Sie wurden von den sieben Elohim an ihren eigenen Platz gestellt, nachdem sie das Licht mit ihren höheren regulierenden Kräften erschaffen hatten, denen sie zurückgebliebene saturnische Geister entgegenstellten, welche die Sonnenstufe nicht erreicht hatten und im Dunkeln wirkten. Das im Dunkeln Lebende nannten sie ‚Lilith‘ und das ist eine Art Antizeit, die auf luziferische Weise ständig gegen die Evolution in der Zeit wirkt und zur Ewigkeit aufruft.

Die Geister des Zeitkreislaufs holten die Runde auf den vier Stufen des Formzustandes herunter und besiegten dabei Lilith. Aber in den nächsten drei Stufen vergeistigten sie wieder das Sein, als wären sie von Lilith besiegt worden und die Entwicklung ging in das kleine Pralaya zwischen den einzelnen Runden über. In dieser Spiritualisierung kommt auch die oben erwähnte Schuld der Wesen in Bezug auf die verpassten Möglichkeiten der Ich-Entwicklung zur Geltung. Die hierarchischen Wesen haben die Aufgabe, die Voraussetzungen für eine solche Entwicklung zu schaffen, zu der Raum und Licht unabdingbar gehören.

Während sich die Throne auf dem alten Saturn in einem „Kreis“ opferten, der nach dem Zentrum strebte, in dem sich die Wärmemonaden des heutigen Menschen befanden, breitete sich auf der alten Sonne die von den Geistern der Weisheit ausgestrahlte ätherische „schenkende Tugend“ kugelförmig vom Zentrum nach außen aus und begann, das ewige, durch die Zyklen fließtende Leben an das Leben der Substanz und ihre Aufgaben im gegenwärtigen Zyklus anzupassen. Einige der Cherubim blieben jedoch zusammen mit den Seraphim im Dasein der Ewigkeit, wie es vor dem alten Saturn war und lehnten sowohl das wiederholte Opfer der Throne als auch das Opfer der Herrschaften ab. Sie gewährleisten die unzertrennliche Verbindung des Transzendenten mit dem immanent Eigenen, der Ewigkeit mit der Zeit. Und die Geister der Weisheit erhielten den Namen ‚Herrschaften‘, weil später durch sie Christus-der Gott Sein Ich-bin als Lebensgeist in eine unzerstörbare Verbindung mit dem Zyklus und sogar mit dem Menschen selbst im Äon der Erde bringen musste.

Den „Rauch“ der lebendigen Ideenweisheit, die von den Geistern der Weisheit in die Inspirationssphäre ausgestrahlt wurde, trugen die Urbeginne auf ihren Flügeln zur Peripherie der alten Sonne, wo die Erzengel sie nicht nur reflektierten, um ihr Ich-Bewusstsein zu erlangen, sondern ihn metamorphosierten und in Licht umwandelten, indem sie ihn aus der intuitiven und inspirativen Sphäre in die imaginative herunterholten, also das Leben astralisierten. Das hervorgebrachte Licht kehrte zum Zentrum der bis zu dieser Zeit dunklen Sonne zurück und beleuchtete sie von innen heraus. Auf diese Weise entstand die Dauer – also ein Vorher-Nachher – indem die in der Zeit lebenden Weisheit in Licht umgewandelt wurde. Die Zeit verwandelte sich in Zweierlei – in innerliche und äußerliche. Es entstand der eindimensionale Raum, wobei Oben-Unten und Links-Rechts noch nicht existierten. Die aus dem Inneren der Herrschaften ausgestrahlte Gabe kam später als etwas Äußerliches und in einer anderen Eigenschaft zu ihnen als eine neue Daseinsform zurück, welche die Erzengel durch die Vermittlung der Archai hervorbrachten. Die Erzengel sind Engel (Boten) der Archai und das in ihnen geborene Licht des Selbstbewusstseins beleuchtete nicht nur innerlich die Sonne. Vielmehr war das eine evolutionäre Handlung Christi, der die Entwicklung eines Ich-Bewusstseins fördert, welches sich der Erfüllung der eigenen Aufgaben widmet. Dieses Bewusstsein darf nicht direkt durch das unausgesprochene Licht der Ewigkeit beleuchtet werden, das äußerst kraftvoll ist, für die Bedürfnisse der Entwicklung zu kraftvoll. Christus ist der Träger dieses Lichts, das die Geister der Weisheit durchdrungen und dann als sekundäres Licht die Erzengel zurückgespiegelt haben.

Die Erzengel selbst erhielten ihr höheres Ich als den Manas-Keim von den Archai; Ihr niederes Ich, d.h. ihr gegenständliches Bewusstsein bildeten sie aus, nachdem sie ihr Leben in den dunklen, jenseits von ihnen liegenden Sphären des Bewusstlosen reflektiert hatten, welche nicht in der Lage waren, die lichttragende Weltenweisheit wahrzunehmen.

Während die eindimensionale spirituelle Sphäre in die Richtung des Zentrums der alten Sonne nach innen und oben auf die intuitive Spiritualität und dementsprechend auf die Nichträumlichkeit des „Punktes“ gerichtet war, welcher die nachhaltigste Sphäre des kosmischen Denkens darstellt, so wirkten in den dunklen Sphären die Gesetze des zukünftigen materiellen Universums, in dem das Physische bis zum Mineralischen herabsteigen musste. Natürlich existierte die Materialität dort imaginativ und die Wesen nahmen das Licht nur äußerlich an und stießen es ab, aber das war kein physikalischer, sondern ein evolutionärer Prozess in der Lemniskate. Jedes Evolutionäre hat eine äußere und eine innere Manifestation, und es ist kein Zufall, dass das Sonnenlicht im irdischen Äon nicht in den Weiten des Weltraumes verloren geht, sondern an einer bestimmten Grenze wieder zur Sonne zurückkehrt, jedoch dann auf der Lemniskate als übersinnliches Licht kommt.

Auf der alten Sonne fehlten unsere gegenwärtigen Entfernungen, der Weltraum wurde lediglich hervorgebracht und begann sich unter der Wirkung der Geister der Bewegung zu „bewegen“. Diese eindimensionale, genauer gesagt 1 ½-lineare Raumwelt, die äußere und innere Beziehungen besaß, erstreckte sich erwartungsvoll bis zur zukünftigen Venus. Während auf dem alten Saturn der Geistesmensch sich ausdehnte und das gesamte Räumlich-Zeitliche bis zum Vulkan in seine Grenzen einschloss, umfasste jetzt auf der alten Sonne der Lebensgeist der Herrschaften – als Keim auch dem Ätherleib der menschlichen Monade eingeprägt -die zukünftige Venus. Aber der Weg dorthin geht durch einen immer stärkeren Widerstand unter den Göttern und dieser Widerstand wird im Menschen selbst abgebildet.

An die Grenze zur dunklen Sphäre der alten Sonne stellte sich opfervoll eine zweite Art von Weisheitsgeistern, die das Gesetz des Zusammenziehens zu einem Punkt ohne Aufstieg im Geist inaugurierten. Das ist wiederum ein Streben nach Gott, das jedoch gemäß dem Gesetz des „Weglaufens“ und des Abfalls von Ihm mit der Absicht verbunden ist, das Geistige durch das Materielle zu ersetzen und dieses bis zum Punkt des absoluten Nichts zusammenzuziehen. Es entstand das ahrimanische Prinzip, dessen Aufgabe darin bestand, die Materie zu konsolidieren. Ist es nicht das, was wir heute mit den Sinnen im Phänomen der sog. „sehr massereichen Sterne“ beobachten?

Natürlich ist das luziferische Prinzip, das den Egozentrismus einbrachte, primär, aber ihm folgt unvermeidlich das ahrimanische Prinzip. Die Fixsterne wären für uns heute im Raum unsichtbar, wenn nicht die mächtigen spirituellen Wesenheiten da wären, die Träger des luziferisierten und ahrimanisierten Lichtes sind. In den sogenannten „Schwarzen Löchern“ verschwindet das sinnlich wahrnehmbare luziferisierte Licht und wird zu einem ahrimanisierten geistigen Licht, der beleuchtete Mond leuchtet luziferisch und in seinem dunklen Teil ist das Licht geistig. Das Licht selbst ist jedoch etwas anderes, das dem Menschen in der Zeitenwende durch Christus offenbar wurde, der sagte: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh. 8:12). Dieses Licht leuchtet nicht nur, sondern wirkt schaffend, weil es den nächsten Zyklus innerhalb des gegenwärtigen Zyklus vorbereitet. Es ist das direkte Licht des Lebensgeistes Christi. Dieses Leben ist Weisheit und steht sogar höher als das durch alle Zyklen verlaufende ewige Leben. Die Wahrheit über Christus wird vom Heiligen Geist getragen, der an Pfingsten in den Menschen herabgestiegen ist und ihm die wunderbarsten Geheimnisse des Universums offenbart, die in früheren Epochen nicht verfügbar waren. Aber das geschieht nur, wenn der Mensch den Heiligen Geist nach diesen Geheimnissen befragt und sich auf sie vorbereitet, indem er die kosmische Intelligenz erlangt. Wir werden im nächsten Vortrag über mindestens ein solches Geheimnis sprechen.

Auf dem astralisierten alten Mond wurde die Intelligenz des Zyklus zum Wirken gebracht und er fing an, für sich selbst zu denken. Das Denken der Wesen geschah gänzlich in der verworfenen Substanz, daher heißt dieser Äon ‚Äon der Trauer‘ nach der verlorenen Einheit mit dem höheren Dasein. Damals war das räumliche Bild der Welt zweidimensional und der Mensch empfing in seinem Astralleib den Keim des Geistselbst, zu dem er nach seinem Abstieg bis zum mineralischen Zustand der Ursubstanz und dem Erwerb des Ich-Selbstbewusstseins in unserem Äon streben sollte.

Wie wurden Zeit und Raum im irdischen Äon ausgebildet? Ausgehend vom Nullraum und durch die hierarchischen Wesen verlaufend, verdichtete der göttliche Wille – bzw. „verzerrte“, um uns der Sprache der Physik zu bedienen – den Raum zum eindimensionalen Raum und gelangte auf diese Weise vom fünfgliedrigen Pralaya (Subjekt) in das Manvantrata/Dasein. Der spirituelle Punkt im Zentrum der alten Sonne hat sich bis zum Kreis des Zodiaks zersetzt, wo jetzt die Grenze des Universums liegt. Dort befindet sich der Raum in der höheren Astralität.

Wir haben bereits gesagt, dass im Kreis von zwölf Teilen die Zahl 7 die Lebenszustände (Tage) ausdrückt und zusammen mit dem fünfgliedrigen Pralaya (Nächte) eine unauflösliche Einheit bildet, in der die Perioden der Offenbarung zum Geheimsten zurückkehren und die Zustände des Ich und Nicht-Ich einander abwechseln. Wenn der Kreis in zwei gleiche Hälften geteilt wäre (6:6), würde die Verbindung des Ewigen mit dem Zeitlichen, der Persönlichkeit/des Subjekts mit dem Zustand der Form/des Daseins zerstört und wir würden nur die empirische Zeit erhalten, die uns als eine Bewegung von der Vergangenheit in die Zukunft bekannt ist.

Der eindimensionale Raum, den wir auch als zwölfgliedrig bestimmen können, wird auf seinem Weg hinunter zur Sonne unseres Planetensystems zur siebengliedrigen Zeit, indem er sich dem Gesetz der siebengliedrigen Metamorphose unterordnet. Der Raum ist die Gesamtheit ständig zusammenwirkender geistiger Wesen. In der Welt der Fixsterne sind das die Wesen der ersten Hierarchie, die Gott unmittelbar anschauen.

Zwischen ihnen und dem dreieinigen Gott entsteht eine Beziehung von Innerem und Äußerem. In die Welt der Planeten projiziert, nimmt sie den Charakter entgegenwirkender Kräfte an – die drei äußeren Planeten Saturn, Jupiter und Mars gegenüber den drei inneren Merkur, Venus und Mond. Die in unserem Planetensystem wirkenden Kräfte unterscheiden sich stark von den Kräften, die im Tierkreis wirken und die Sonne ist der Punkt einer sphärenförmigen Lemniskate, die sich auf der anderen Seite in eine imaginativ-zweidimensionale und schließlich in eine dreidimensionale umwandelt. Dort findet der Übergang aus dem geistigen in das physisch-sinnliche Universum bzw. umgekehrt statt, dort ist die Quelle des Äthers bzw. des Lebensprozesses, der für unser Planetensystem in der Zeit verläuft und einen immer materielleren Charakter annimmt. Dort – auf der Sonne als Stern – wird der Gegensatz zwischen den Kräften der äußeren und inneren Planeten aufgehoben, damit zum Schluss die Wirkung der höheren Kräfte in den dreidimensionalen Raum des Menschen umgeleitet wird. Die Evolutionsentwicklung in der Zeit bewirkte, dass das Sonnensystem selbst aus sieben Planeten besteht. Aber damit es sich in den Raum entfalten kann, muss diese Zahl auch 12 wie die Zahl des höheren Raumes im Tierkreis sein. Deshalb sind allem Anschein nach die Planeten Uran, Neptun und Pluto sowie ein bisher unbekannter Planet zu Hilfe gekommen, für dessen Existenz es bestimmte Anzeichen gibt. Diese Planeten haben sich nicht mit uns an der Entwicklung seit dem alten Saturn beteiligt.

Insofern sich das Leben, das die Sonne hervorbringt, in der physisch-materiellen Welt entfaltet, können wir sagen: Die Sonne bringt den Raum in seiner letzten Form – der dreidimensionalen – hervor, nachdem Äther und Materie in eine Wechselwirkung getreten sind, die in der Zeit, also nach dem Gesetz des Lebens, verläuft. Hier spielen die Geister des Zeitkreislaufs eine entscheidende Rolle. Den bis zur Ätherizität der Sonne heruntergeholten Geistesmenschen durchdringen sie mit planetarischer Astralität, d.h. mit sich selbst und es entsteht das niedere Astralische  – die Grundlage des Psychischen, das sich allmählich in den aufkommenden physisch-ätherisch-astralischen menschlichen Formen manifestiert, welche sich von der imaginativen Welt trennen und den Raum in drei Dimensionen aufschließen. Der Übergang vom imaginativen zweidimensionalen Raum zum dreidimensionalen Raum ist nur durch die Zeit möglich, in der sich die irdische Person entwickelt. Auf diese Weise stieg der durch die Hierarchien vermittelte göttliche Wille, der auf drei Strahlen aus dem außerräumlichen (in unserem Sinne) Nullraum zur physischen Welt herunterstieg und die Form eines sich immer stärker auflösenden Raum hatte. Er erreichte den physischen materiellen Menschen und spiegelte sich in ihm als dreidimensional wider.

Diese Auflösung ist in der Tat eine Verdichtung des höheren Raumes, deren letzter Ausdruck im Sinne der Sinneswahrnehmung der Mensch ist. Der dreifache Gott spiegelte sich im Menschen als der dreidimensionale Raum wider, der subjektiv für uns nur eine Idee darstellt, weil wir sonst behaupten müssten, dass wir Gott mit unseren physischen Augen sehen würden. Sofern die reale Idee ein Wesen mit eigenem Dasein ist, besitzt der dreidimensionale Raum auch den Charakter eines Lebewesens – das ist der mehrgliedrige Mensch. Wegen seiner Ich-Entwicklung ist der Raum dreidimensional geworden und somit ist der Mensch das Maß aller Dinge: Zuerst gibt es den 24-Stunden-langen mikrokosmischen Zyklus seines Lebens, der mit der Bewegung der Erde um ihre Achse zusammenhängt; Dann ist der jährliche Zyklus der Metamorphosen da,  der sich im Wechsel der Jahreszeiten widerspiegelt und mit der Bewegung der Erde um die Sonne zusammenhängt; Weiter haben wir die Metamorphose der Kulturepochen in eine Wurzelrasse, die mit dem platonischen Jahr zusammenhängt, welches die Bewegung des Sonnensystems innerhalb des Tierkreises widerspiegelt; Es gibt auch den Wechsel der Formzustände, die der Mensch im Übergang von einer in die nächste Inkarnation erfährt, indem er Zeit und Raum selbst in eine Metamorphose bringt durch Wechsel der kreisförmigen Bewegung aus einer linearen, die von der Erde hinter den Tierkreis ausgeht und zurückkehrt; Schließlich existiert die Metamorphose der Lebenszustände, die in der Raum gewordenen Zeit verlaufen, d.h. sich in die Vergangenheit und Zukunft erstrecken. Wir sprechen hier vom Bewusstsein, das der gewöhnliche Mensch nur in der kurzen Kamalokazeit nach seinem Tod hat und über das Bewusstsein, das der Eingeweihte noch während seines Lebens auf der Erde steuern kann.

Da der Mensch der letzte räumliche Ausdruck des dreieinigen Gottes und des höheren Tierkreisraumes ist, muss er in seinen drei dreigliedrigen Hypostasen ebenfalls zwölfgliedrig sein: im Leib – vom Kopf (Widder) bis zu den Füßen (Fische), in der Seele – als ein System von zwölf Sinnen – und im Geiste – als ein System von zwölf von den Tierkreiskräften bewirkten Weltanschauungen. Im Prozess seiner Involution erhielt der Mensch diese drei dreigliedrigen Gebilde und als sein Achsen-Prinzip verläuft durch diese Wechselbeziehungen der dreidimensionale Raum und schafft die Bedingungen für das Erleben von Denken, Fühlen und Wollen. Diese Bedingungen entstehen an der Spitze der Möglichkeiten, welche die Entwicklung bei der engsten Verflechtung von Zeit und Raum und deren ständigem Ineinanderfließen erhält, obwohl Raum und Zeit in der Erfahrung selbst sterben – ähnlich der These und Antithese in der Synthese. Denken, Fühlen und Wollen erhalten dank unserem dreigliedrigen Körper die Möglichkeit, in der dreidimensionalen Welt zur Geltung zu kommen, während sie für sich selbst nur in der Zeit leben, sofern die Zeit eine Persönlichkeit, ein Bewusstsein ist.

Die übersinnlichen Kräfte der Erkenntnis kommen von der stellaren Peripherie der Welt – einer eindimensionale Welt – zu unserem Denken herunter. Das Gefühl ist zweidimensional und entsteht innerhalb des Menschen in jener Ebene ohne Dicke, die ihn in eine linke und eine rechte Hälfte unterteilt und sogar durch das gesamte Universum geht. Der Wille kommt aus den von unten aufsteigenden untersinnlichen Kräften der Erde zur Geltung und ist als einziger in uns in vollem Umfang dreidimensional. Die Phänomenologie unseres Seelenlebens beinhaltet die Einheit dieser drei Aspekte – des individuellen, planetarischen und stellaren. Ihnen entsprechend entstehen die drei Ebenen der Raumbildung, die wir uns als drei senkrecht zueinander stehende, sich in der Mitte, im Ich-Punkt kreuzende Ebenen vorstellen können – oben/ unten, links/rechts, vorne/hinten. Das Ich ist nicht räumlich, aber es entsteht im Raum und existiert dank ihm, dank dem mehrgliedrigen Wesen des Menschen. Der Schnittpunkt liegt im Bereich des Solarplexus und es ist kein Zufall, dass das Ich die Funktionen der Umwandlung der Sternkräfte in das Sinnlich-Materielle übernommen hat, was die Sonne in unserem Sonnensystem macht. Auf dem Fundament des dreieinigen Wechselspiels zwischen Denken, Fühlen und Wollen, zwischen dem Stellaren, Planetarischen und Irdischen wuchs das Ich-Selbstbewusstsein des Menschen allmählich in drei Stufen – im Seelenleib, im niederen Ich und dem individuellen Ich, wobei Letzteres auch das Solarplexusgebiet als seinen Stützpunkt hat.

Der Seelen- bzw. Empfindungsleib entstand als die Spitze der organischen Evolution. Er ist die Schlüsseleinheit, in der sich die Involution des individuellen menschlichen Geistes in Evolution umwandelt, deshalb steht er zwischen Leib und Seele. Darin bezog der Mensch wie in einem ätherisch-physischen Substrat zum ersten Mal die Empfindungen auf sich selbst und bestieg den Weg der Individualisierung. Das niedere Ich erscheint im „Raum“ zwischen der Seele und unserem Geist, und am höchsten steht das aus dem Pralaya heruntersteigende höhere Ich. Es vollendet den vollständigen Ausbau des Menschen, der aus fünf Dreigliedrigkeiten besteht – einer leiblichen, einer seelischen, einer geistigen, einer psychischen und einer Ich-Dreiheit. In ihnen sollte das individuelle Ich auf die Erde kommen und sich im Menschen als Nicht-Ich widerspiegeln, ohne dass die Einheit zwischen ihnen zerfällt, welche im weitesten Sinne die sieben „Welttage“ (Stunden) des manifestierten Seins und die fünf Weltnächte der Rückkehr zum Wesen umfasst. Dabei bilden zwei der „Tages“-Stunden einen Übergang vom „Weltentag“ zur „Nacht“ und von der „Nacht“ zum „Tag“. Dieser Übergang ist wie eine Dämmerung, wie ein Wechsel vom Chaos oder von der Welten-Unbestimmtheit zum „regulierten“ Sein der Welt der Offenbarungen nach unten.

Es ist offensichtlich, dass sich Pralaya und Manvantara wegen des Menschen und in ihm in Raum und Zeit als reines Subjekt und manifestiertes (objektiviertes) Sein des Subjekts zusammenkommen und ihren Ausdruck im dreidimensionalen Raum finden, der im Wesentlichen ein System von sieben Kategorien ist. Diese Kategorien zeigen uns die Natur der Kräfte, die den siebengliedrigen Menschen auf dem Weg des siebengliedrigen zeitlichen schöpferischen Impulses, der den zwölfgliedrigen Raum zum Schluss in einen dreidimensionalen metamorphosiert hat. Diese sieben Kategorien sind: Substanz, Opfer, Reflexion, Beziehung, Aufrichtung, Sprache und Bewusstsein (Denken). Darüber hinaus existieren im zwölffachen Kreis der Evolution fünf neue Kategorien, die jenem Teil des Kreises entsprechen, der phasenhaft ins Pralaya verschwindet, wo das Subjekt zu sich selbst im höheren Subjekt/Gott zurückkehrt, nachdem es den zwölffachen Raum und die siebengliedrige Zeit-Persönlichkeit durchlaufen hat, die sich in beide Richtungen durch den Menschen ineinander metamorphosieren und sowohl die menschliche Zwölfgliedrigkeit als auch die zwölfgliedrige Struktur der Zeit bilden. In der Erscheinung zeigt sich das Subjekt als ein aktives, aktuelles Urphänomen, das wir anhand der Kategorien Sein, Aufbau, Wesen, Qualität und Quantität ausdrücken können. So wird die Siebengliedrigkeit zu einer Form der zeitlichen Entwicklung des Raumes und die Zwölfgliedrigkeit zu einer Form der räumlichen Bildung in der Zeit. Die Gesamtheit der zwölf Kategorien beschreibt den Prozess der Umwandlung des höheren Ich in ein Nicht-Ich, d.h. in ein menschliches Ich, in einen individuellen Geist mit 12 Weltanschauungen, der in der Lage ist, wieder aufzusteigen und die Raum-Zeit-Beziehungen, die ihn in die Materie heruntergeholt haben, aufzuheben.

Dazu muss man jedoch die Vorgänge, die in Raum und Zeit ablaufen, mit den von oben herabströmenden Impulsen des Geistes verbinden. Das Bindeglied ist unsere dreifache Seele. Wenn sie eine Evolution erfährt, kann der Punkt der drei sich im Gebiet des Solarplexus schneidenden Ebenen, welcher den dreidimensionalen Raum bildet, als Ergebnis der Phänomenologie unseres Seelenlebens zum Gebiet der zweiblättrigen Lotusblüte aufsteigen. Als Resultierende zwischen den Kräften des höheren und niederen Ich entsteht der Punkt in der Gegend der sechzehnblättrigen Lotusblüte, wo das niedere Ich einerseits durch Ton und Sprache sich selbst in der Sinneswelt objektiviert (dort wurzelt auch seine Beziehung zum Raum) und andererseits die dreifache Tätigkeit der Seele zusammenfasst und sie in Verbindung zum höheren Ich bringt.

Das eigentliche Substrat der Seele ist vorwiegend involutionär, d.h. es ist das Ergebnis des Aufsaugens, der Absorption. Es schafft nur die Voraussetzungen für die Objektivierung des niederen Ich, ist aber selbst nicht dazu in der Lage. Im Substrat wirken objektiv-evolutionär die aufeinander gerichteten Strömungen der Astral- und Ätherkräfte. Diese beiden sich horizontal bewegenden Strömungen hängen mit den räumlich-zeitlichen Metamorphosen zusammen und bringen verschiedene Lebensformen hervor. Vorrang hat die von der Vergangenheit in die Zukunft (in der empirischen Zeit) fließende Strömung der Ätherkräfte in unserem Ätherleib, in dem die siebengliedrige Metamorphose den Übergang vom zwölfgliedrigen kosmischen Raum in die Zeit und von der Zeit – in den dreidimensionalen Raum bei der Verbindung mit unserem physischen Leib darstellt. Dieser Strömung der Evolution entgegen fließt die substanzielle Strömung der Astralkräfte und sie ist eine  Zeitpersönlichkeit und ein Überbewusstsein. Dank dieser Strömung drückt die Zwölfgliedrigkeit unter den Bedingungen der Erde den Übergang von der empirischen Zeit zu den Räumen der höheren Welt aus – 1/2/0 (Punktraum). Mit der Ätherströmung strömt das Göttliche in den Menschen ein, aber nach den Gesetzen des Astralen, das sich beim Menschen in der Erkenntnis desjenigen ausdrückt, was ihm als Grundlage des Lebens in der fernen Vergangenheit angelegt wurde. Die Bewusstwerdung geschieht dank dem Individuellen, das in der Astralströmung fließt, aber den Gesetzen des Ätherischen unterliegt (von der Vergangenheit in die Zukunft).

In der ersten Strömung entstehen die Vorstellungen und breiten sich in Zukunft und Vergangenheit aus und in der zweiten Strömung entstehen die Begehrungen und strömen gegen die Astralströmung selbst in die Zukunft. Die Begehrung ist die erste Existenzform der Materie in der Welt des Bewusstseins und sie stellt eine Modifizierung des menschlichen Willens dar. Übertragen wir diese Form auf die Größe des Himmelsgewölbes, das sich über uns erstreckt, so sehen wir, dass dieses in seinem Wesen zweidimensional ist und die Ebene für die Begegnung der kosmischen Begehrung mit der physischen Welt darstellt. Daher müssten die Aussagen über die „gigantischen“ Entfernungen im Universum auf diese Begegnung zurückgeführt werden. Der von den Geistern des Willens während der alten Saturnzeit ausgestrahlte Wille bzw. Geistesmensch stieg die Evolutionsstufen herunter und „löste“ in der Ebene von Denken, Fühlen und Wollen die Entwicklung zu einer räumlich-zeitlichen (in der Sphäre der Planeten) und schließlich zur dreidimensionalen räumlichen Daseinsform auf. Diese hat der Mensch von der Erde aus mit den Wahrnehmungen seiner Sinne und mit seinem Denken durch die Planetensphären bis zum Tierkreis und zum Himmelsgewölbe als Ganzen ausgebreitet, wo die besagte Begegnung der kosmischen Begehrung mit unserem unter den Bedingungen der materiellen Welt entstandenen Denken stattfindet. Vor diesem Hintergrund können wir verstehen, dass die Spektralanalyse, derer sich die Wissenschaft bedient, uns nicht die Anwesenheit von Substanzen in den Sternen zeigt, sondern eher geistige Urphänomene, die sich je nach dem Grad der Annäherung an die Erde – dem materiellen Zentrum des Universums – zur Lichtmaterie materialisieren. Die ganze Materie ist doch verdichtetes Licht!

Unter einer Begehrung versteht die Anthroposophie den Durst nach Individualisierung, „ein selbständiges Erlebnis“, „das der «astralische Mensch» zu dem Hungergefühl hinzufügt.“[3] Sie wirkt vom Leib und von der Zukunft aus. In den Wirkungskreis des höheren Ich eintretend, erhalten die Strömungen der Begehrungen und Vorstellungen den Charakter von einem „Astral- und Ätherleib der Seele“[4], aber sie sind eigentlich kein Seelenleben, sondern stehen nur in am Ursprung seiner Entstehung. Die Individualisierung der Seele hängt auch nicht von beiden Strömungen ab, diese bilden lediglich ihre Voraussetzungen. Sie entsteht, wenn die Strömung der auf der Senkrechten aufsteigenden Entwicklung angeregt wird, was bereits eine Objektivierung des niederen Ich darstellt, welches eine Modifizierung des höheren, vom Absoluten kommenden Selbst  bzw. des absoluten Ich darstellt, das allerdings aus der Sphäre des Nichtseins, aus dem Nichts des Stoffs entsteht, zu der die Substanz gekommen war. Die Substanz des Ich ist ihrem Wesen nach reiner kosmische Wille. Wenn dieser Wille aber in die Welt der Erscheinungen eintaucht, wird er zu einer Begehrung. Für das Ich ist die Begehrung ein Objekt, so wie für unser individuelles Selbst unser reflektierendes Ich ein Objekt ist.

Das Seelensubstrat schafft nicht das Ich, sondern setzt dessen Objektivierung durch die Geburt des Bewusstseins aus der Begegnung des „Astral- und Ätherleibes der Seele“ und aus ihrem Stehenbleiben im physischen Leib voraus. Letzterer ist wiederum organisch in die 7-, 9- und 12-gliedrige Struktur des Menschen verwoben. Ohne den physischen Leib würden die beiden Strömungen frei fließen, deshalb wird das Bewusstsein, wenn der Mensch stirbt und keinen physischen und ätherischen Leib mehr hat, im Kamaloka von der astralen Strömung mitgerissen und bewegt sich von der Zukunft in die Vergangenheit. Diese Erscheinung kennen wir als das Anschauen des Panoramas des soeben verstrichenen Lebens.

In unserem Wachleben schnellen die beiden Strömungen jedoch gegeneinander und aus ihrer Synthese entsteht das Urteil, das im irdischen Bewusstsein vorhanden ist, aber keinen Bezug zu Zeit und Raum hat. Es ist ein Attribut des niederen Ich, das seinerseits in der Zeit lebt, aber eine zeitlose Bildung ist.

Im Menschen wirken zwei Impulse des Selbstbewusstseins – der eine steigt von den Höhen durch das höhere Ich herab und der andere – das niedere Ich – ist das Ergebnis der Verschmelzung von Evolution und Involution entlang der Ellipse der Waagerechten. Der Erstere befindet sich außerhalb von Raum und Zeit, und die Erschaffung des Letzteren wird gänzlich von Raum und Zeit bedingt. Der Mensch ist die ewige Gegenwart, der niemals endende Prozess von Augenblicken der Synthese  der aus Vergangenheit und Zukunft kommenden Impulse. Diese Synthesen werden entweder durch das von oben herab wirkende höhere Ich oder durch das von unten hinauf wirkende niedere Ich verwirklicht. Dies ruft eine senkrechte Metamorphose hervor, die „senkrecht“ zur Raum-Zeit-Metamorphose verläuft. Es ist keineswegs einfach, den irdischen Menschen zu erleben, der sich gleichzeitig in Raum und Zeit aufhält und auf dem Bogen der Evolution und Individualisierung in Zukunft und Vergangenheit bewegt, gleichzeitig auf der Senkrechten der Bewusstseinsstufen aufsteigend. In jedem Moment der Gegenwart wird er auf allen Stufen der evolutionären Metamorphosen gewoben!

In der Welt des Nichtseins geboren und handelnd, stützt sich das niedere Ich in seiner Evolution auf beide Seiten der Wirklichkeit – auf das Substrat und die Substanz. Aber einmal entstanden, wird es durch nichts vorausgesetzt und wird in Fausts Worten zu „allem“ – zum höheren Ich. Der Mensch ist verpflichtet, sich des Prozesses der Umwandlung des niederen Ich in das höhere, der Erhebung vom niederen zum höheren Bewusstsein bewusst zu werden, ohne sich auf augenblickliche Sprünge ohne vorher geschaffene Voraussetzungen zu verlassen. Mit einem Sprung kann man seine Vorstellungen ändern, aber nicht den Astral- und Ätherleib. Die Offenbarungen sind unterwegs empfangene Gaben, doch im Rahmen der normalen Entwicklung geht der Bewusstseinssprung mit dem Übergang in einen Traum- oder Trancezustand einher. Die gegenwärtige Initiation erfordert einen langen und umfassenden Weg der Vorbereitung, welcher im Wachbewusstsein zurückgelegt wird.

Aus dem bisher Gesagten geht hervor, dass wir den Raum anzusehen haben als natürlich-evolutionär – wenn wir das mehrgliedrige Wesen des Menschen als ein zeitliches Wesen und Gefäß Gottes meinen – und spirituell-evolutionär – wenn der Mensch das zeitliche Sein überwindet und gleichzeitig den dreidimensionalen Raum verlässt, um sich der Ewigkeit anzuschließen. Die Zeit haben wir auch auf zweierlei Weise betrachtet – als empirische Zeit, d.h. als die Zeit des Schaffens in der Natur, aus dem der Jahreskreislauf der Natur mit dem Menschen in ihm hervorgeht und als reine, geistige, substanzielle Zeit, die sich in den Früchten der Persönlichkeit ausdrückt, welche in die Zukunft und Vergangenheit einzudringen vermag. In der Involution durchströmen die astralen und ätherischen Strömungen, die entgegengesetzt sind, unsere verschiedenen Wesensglieder in eine Richtung, was den Übergang von der ätherisch-physischen Substanz im Astralen und ihre gegenseitige Metamorphose erleichtert. Im Prozess der individuellen Evolution, der im Wesentlichen nach dem Kommen Christi begann und sich darin ausdrückt, dass der Mensch opfervoll dasjenige abgibt, was er von den Hierarchien erhalten und selbst erarbeitet hat, fließen die beiden Strömungen in jedem seiner Wesensglieder in entgegengesetzte Richtungen. Dabei entsteht das Selbstbewusstsein, das sich selbst durch Erstarkung und Abschwächung in der Gegenwart voraussetzt. Und die Gegenwart als solche ist nicht präsent, denn sie ist ein ununterbrochener Prozess der Entstehung, der Bildung und verändert ihr Erscheinungsbild im Laufe der Zeitalter erheblich.

In der Mitte der atlantischen Wurzelrasse hatten das zeitliche (Chronos) und das räumliche (Zeus) Prinzip ihre äußerste Vollständigkeit in der materiellen (Chtonos) Form des Seins erreicht. Der Mensch begann sich aufzurichten, weil über ihm – wenn auch noch nicht individuell – die gesamte Fülle der dreieinigen Seele wirkte. In der Entwicklung der Religionen führte dies dazu, dass zuerst der dreieinige Gott verstanden wurde, der sich im dreidimensionalen Raum durch den Menschen spiegelte, welcher seinerseits nicht nur das Verhältnis von innen/außen, sondern auch von oben/unten und links/rechts erkannte. Die Grundlage für die Empfindung der Trinität liegt im alten Erleben des mit dem Sein verbundenen Raumes (daher beträgt die Zahl des Raumes 12), während das Erleben der Zeit durch die Seele, mit der die Bewegung auf dem Weg der Metamorphosen zusammenhängt, im Zeichen der Zahl 7 steht. Ein solches Erleben kennt ein Vorher und Nachher, was zu einem Gefühl der Widerspiegelung des einen Gottes als das Verhältnis des „vorherigen“ Göttlichen zum „nachfolgenden“ Nichtgöttlichen führt, wie dieses zuerst bei Platon, Aristoteles und den Gnostikern auftrat.

Der Monotheismus liegt dem alten Erleben der Zeit zugrunde und der Übergang zum Bekennen des dreieinigen Gottes dauert bis heute an – sowohl im Islam als auch unter Katholiken, Orthodoxen und Protestanten, für die der Gang der historischen Entwicklung nur ein Abfallen von Gott, aber keine evolutionäre Erhebung des Menschen vom Nichtgöttlichen der Gegenwart zum Göttlichen der Zukunft darstellt.

Die Zeit lebt zwar in der Bewegung, ohne jedoch selbst hier anwesend zu sein, deshalb können wir nur von einer Organisation in der Zeit sprechen, die von den Geistern des Zeitkreislaufs vollbracht wird. Einerseits neigt sie dazu, in die Ewigkeit aufzusteigen und ist daher die Offenbarung des Einen Gottes, andererseits überführt sie das Sein in den dreidimensionalen Raum, was wiederum die Offenbarung des dreieinigen Gottes ist. Beide Offenbarungen werden durch die Wirkung von 12 Arten von Wesen (die neun Hierarchien und ihre drei Nachkommen) in der unsichtbaren Welt vermittelt. Das bedeutet, dass die Ideenfülle der Welt ebenfalls zwölfgliedrig ist. Christus stieg diese Leiter von oben nach unten zur physischen Inkarnation hinab, wobei Er die Ankunft jenes Zeitalters abwartete, in dem beim Übergang vom mythologisch-bildhaften zum Ich-Selbstbewusstsein in einzelnen Vertretern der Menschheit (u.a. bei Paulus oder Dionysius dem Areopagit) die Verstandesseele sich bis zu einem gewissen Grade individualisiert, so dass sie das Wunder der Menschwerdung, des Todes und der Auferstehung Christi verstehen konnten. Christus kam nicht aus der Vergangenheit oder Zukunft, sondern von oben herab – aus der Gegenwart. Er durchdrang mit Seinem Welten-Ich die Leiber Jesu und verwandelte sie jeweils in Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen. Zum Schluss nahm Er nur die Ideenform aus dem physischen Leib, um sie mit dem direkten Licht Seines Lebensgeistes auszufüllen und mit der Auferstehung einen Formleib zu schaffen, der die Identität von Leben und Licht darstellt, in dem Sein makrokosmisches Ich lebt. Christus füllte das Ich des Menschen mit sich selbst aus und ebnete uns den Weg zu einem solchen höheren Ich, das nicht nur im gegenwärtigen Zyklus erschaffen wird, sondern selbst am nächsten Zyklus schon jetzt wirkt und den höchsten Plan Gottes erfüllt.

Der Erlöser stieg aus dem höheren Raum mit den Werten der Ewigkeit herab und brachte als der Geist des Raumes der irdischen Kultur etwas Räumliches – die nebeneinander als eine Seele in Beziehung zur anderen stehenden Menschen, ohne Abhängigkeit von den zeitlichen Beziehungen. Die luziferisierte Blutsverwandtschaft wurde durch das Prinzip der geistigen Brüderlichkeit ersetzt. Der Erlöser brachte keinen „Frieden“, sondern das „Schwert“ des Ich und Er wies uns auf den Weg zur Überwindung des Sündenfalls. Er brachte auch die reine, materielle, nicht durch die Trennung im Zyklus beeinträchtigte Zeit des Geistesmenschen, die auf dem alten Saturn in der Gestalt der Geister der Persönlichkeit geboren wurde.

Mit dem Eintritt in Jesus wurde das gesamte Wissen der Vergangenheit in einen Körper konzentriert und dies war die größte Involution, die uns den Weg zur Evolution geebnet hat. Christus hat ein einziges Mal den physischen Leib des Menschen zu einem reinen Geist gemacht, zu einer Persönlichkeit, zu einem Selbst, zu einem Geistesmenschen. Mit dem Mysterium von Golgatha verband Er unseren physischen Leib mit den Geistern der Persönlichkeit wie mit dem individuellen Geist des Menschen. Das ist die Vereinigung mit der substanziellen Zeit. Der Geistesmensch ist eine Synthese zwischen der Substanz des höheren Ich und der Zeit, deshalb durchdringt das Sein des durch Christus auferweckten  Geistesmenschen die gesamte Menschheit. Den Geistesmenschen zu meistern bedeutet, den Stoff in eine Substanz umzuwandeln und letztendlich Raum und Zeit zu besiegen, in denen die Evolution der Welt in sieben Äonen stattfindet.

Das Erkennen Christi steht nach dem Mysterium von Golgatha im Zeichen der Synthese zwischen Sein und Bewusstsein und nicht im Zeichen der Widerspiegelung, der Vielheit. Die Sugenblicke der Synthese zwischen den Strömungen aus Vergangenheit und Zukunft in der ewig fließenden Gegenwart bedeuten eine Aufhebung der Kraftspannung zwischen ihnen und einen Aufstieg des Menschen vom niederen zum höheren Ich, bei dem das Wissen über das Ich-bin Christi und dessen Verinnerlichung ständig größer werden. Dieses Wissen wird vom Heiligen Geist getragen. Er erhöht das Ich und die Zeit wird zu einer Persönlichkeit, zu einer individuellen Evolution, in der alles aus der real uns entgegenströmenden Zukunft kommt, die auf den Stufen der Form herabsteigt, um schließlich eine astrale Form anzunehmen. Nicht jedoch die astrale Form, die aus der Vergangenheit getragen wird, wo sie mit dem Ätherischen und dem Physischen verflochten ist, sondern das zukünftige Astrale, das mit dem Geistselbst kommt und auch Lebensgeist und Geistesmenschen in sich enthält. Dieses Astrale wird ‚plastischer Formzustand’ genannt und es wurde dem Menschen vom Heiligen Geist ermöglicht, der an Pfingsten herabströmte und aus der Zukunft und von den Höhen aus als ein höheres Ich wirkt, als ein für uns involutionäres Geistselbst, das in den räumlich-zeitlichen Prozess eintritt und ihn in einen Bewusstseinszustand verwandelt.

Das Erscheinen des Lebensgeistes in der Hülle des Geistselbst – das ist der „tröstende Geist“, der die Offenbarungen über Christus trägt. Aus der Kraft des Geistesmenschen in der Hülle des Geistselbst werden die Gedankenformen geboren. Sie sind geistige Wesen und in ihnen drückt sich die Gottähnlichkeit des Menschen aus. Und noch etwas: Dank dem Geistesmenschen, der aus dem Gebiet des höheren Devachan herabsteigt, können in der Sphäre des Geistselbst auch moralische Intuitionen erlebt werden, was erst nach dem Opfer Christi in der Zeitenwende, insbesondere aber nach dem Ende des Kali-Yuga möglich wurde. Im gegenwärtigen Zeitalter des Erzengels Michael können wir eine solche Erfahrung in ihrer höchsten Form als ein ‚Explodieren des Ich’ bezeichnen, das zum Gewahrwerden der erhabenen Wahrheitsidee „Ich bin Gott“ führt.

Was bedeutet es konkreter, vom eindimensionalen zum dreidimensionalen Raum herabzusteigen? Durch die Antwort können wir auch das Wesen des umgekehrten Prozesses des Aufstiegs zum Null- oder sogar zum Punktraum verstehen. In GA1[5] gibt Steiner folgendes Beispiel: In der ersten Dimension beziehe ich zwei konkrete Erscheinungselemente der Sinnenwelt aufeinander, z.B. zwei Menschen in Bezug auf die Freundschaft, die sie verbindet; In der zweiten Dimension beziehe ich diese räumlichen Bezüge selbst aufeinander. Ich habe eine Beziehung zwischen Beziehungen hergestellt, indem ich ein weiteres Menschenpaar vom Standpunkt der sie verbindenden Freundschaft betrachte. Nun gibt es zwei Begriffe für Freundschaft – a und b. Die konkreten Erscheinungen haben wir abgestreift, die konkreten Beziehungen sind geblieben. In der dritten Etappe beziehen wir die konkreten Beziehungen selbst räumlich aufeinander, d.h. wir sehen ganz von den konkreten Menschen ab und erhalten den Begriff der Freundschaft überhaupt. „Dann aber muß ich ganz dasselbe, was ich in der einen finde, in der zweiten wiederfinden“, setzt Steiner fort. Ich finde Beziehungen zwischen Ähnlichem und kann mit dem Begriff der Freundschaft an das Erforschen von so vielen Menschen herangehen, wie ich will und zum Schluss kommen, dass ich eine Einheit im allgemeinen Freundschaftsbegriff gefunden habe. Doch ich habe vom Standpunkt dieses Begriffes begonnen, zwei konkrete Menschen zu betrachten. Also kehre ich auf der dritten Stufe zur ersten zurück.

Wenn wir eine solche Operation mit dem Raum durchführen, stellen wir in der ersten Dimension ein Verhältnis zwischen zwei Wahrnehmungen der Sinne fest und entdecken nur hier etwas von der Kontemplation. In der ersten Dimension haben wir eine konkrete Vorstellung oder Wahrnehmung mit dem ihr immanenten Begriff. Alles andere ist eine Manifestation der gedanklichen Feststellung der äußersten Einheit von Objekten aus der Sinneswelt, ohne dass ihr inneres Wesen berührt wird. Gleichzeitig ist diese Einheit real, sie existiert und hat eine ähnliche Natur wie das denkende Bewusstsein, das zwar reflektierend ist, aber in ihm der Abglanz der übersinnlichen Realität spricht. Sie enthält die Selbstbewegung, sie ist dialektisch und kann später einige „organische“ Elemente in sich hereinbringen, sich aufgrund des Gesetzes der Metamorphose bewegen und eine Beziehung mit der Zeit eingehen. Dann bezeichnen wir die zweite Dimension als das Verhältnis (das eine Abstraktion ist) zweier konkreter Vorstellungen, während die dritte Dimension die Ideen-Einheit der Abstraktionen bildet. Aus dem kosmischen Bewusstsein entstand die biologische Form bzw. das biologische Sein, das fähig ist, sich aufzurichten (entspricht den Vorstellungen), zu sprechen (entspricht der Beziehung der Vorstellungen) und in sich Denken (entspricht der Ideeneinheit), Bewusstsein zu fassen. Diese Form ist der mehrgliedrige Mensch, durch den die göttliche Idee zu sich selbst zurückkehrt.

Der Mensch ist aus der Idee und in der Idee – dem dreidimensionalen Raum – geboren. Das Sein der Idee als Menschen (den dreidimensionalen Raum) schauen wir mit unseren physischen Augen an, aber die dreidimensionale Raumidee selbst ist ohne Sein nur dem denkenden menschlichen Bewusstsein zugänglich, das mit Hilfe des niederen und höheren Ich und des Christus bis in den Punktraum aufsteigen kann. In der Welt der unausgesprochenen Einheit des Einen Gottes entdeckt sich der Mensch als Ich = Ich, d.h. er erlebt: „Ich bin Gott.“ Dort ist das Bewusstsein Sein und das Sein – gleichzeitig Bewusstsein und alles Phänomenale, sogar geistig Phänomenale ist beseitigt.

In der Welt der Intuition finden wir diese Einheit in der Offenbarung des Einen Gottes, der Seiner Schöpfung in der Gestalt von drei Hypostasen zugewandt ist und Sein wichtigstes Vorrecht Christus überlassen hat. Dies ist die ausgesprochene Einheit von „Ich-bin“, die opfervoll als Nullraum manifestiert ist. Hier findet der Übergang des Zyklus ins Pralaya statt. Und als die Wesen das eigene Leben des Zyklus einleiteten, entstand der eindimensionale Raum, ein Ausdruck der Einheit der Ideen hinter jedem Sein im Manvantara. Wir können es mit Folgendem vergleichen: Alle unsere Organe haben ein Bewusstsein und wenn wir in dieses hineingehen, werden wir mit der Rückkehr zur Einheit im Ich-Bewusstsein den Anschein eines Übergangs vom zweidimensionalen zum eindimensionalen Raum haben. Der Verfasser dieser Zeilen erlebte das als die Offenbarung der Idee, dass „nach dem Mysterium von Golgatha alle Wesen im Universum die Liebe Christi atmen und in ihr leben und dass diese Liebe anders als die Liebe des Vaters ist“[6], weil der Erlöser in absoluter Freiheit das Licht des wahren Lebens von Gott brachte – das sich vom den Bedürfnissen des Zyklus angepassten Leben unterscheidet – und dieses durch Sein Opfer in Liebe verwandelte, die sogar den physischen Leib wiederbeleben und ihn in einen Geistesmenschen transformieren kann. Diese Erfahrung „verzeichnete“ die Rückkehr des erneuerten Palladiums – des „Werkzeugs“ des Pfingstgeistes, mit dem die Geheimnisse Christi nach Beginn der Zweiten Wiederkunft gelüftet werden können.

Das sinnliche Bild eines eindimensionalen Raumes auf der Erde ist nur das Mineralreich. In ihm fehlen das Leben und das Astrale, während der Geistesmensch danach strebt, alles in Kristalle zu verwandeln, auch den menschlichen physischen Leib, der als ein „durchsichtiger Diamant“ zumindest in seiner Form und Beständigkeit seinem Ideen-Urbild entsprechen soll. Der Kristall selbst ist ein indirekter Beweis nicht für den eindimensionalen Raum, sondern für den  ½-halbdimensionalem Raum, ohne dieser Raum selbst zu sein. Das Wichtigste im Mineralreich ist seine Ideen-Einheit, als ein systematisches, vollständiges Objekt ist es das gesamte physikalische Universum, das durch das Gesetz des universellen Gravitationspunktes vereint ist. In diesem Sinne kam die vorgenannte Offenbarung von der Sphäre zwischen dem eindimensionalen und dem Nullraum, in dem der besagte Übergang des Manvantara ins Pralaya stattfindet.

Das Pflanzenreich befindet sich im zweidimensionalen, genauer gesagt, im 1 ½-dimensionalen Raum, denn die Schwerkraft wird durch die Kraft des Wachstums in seiner Tendenz zum Aufrichten überwunden. Die Pflanze ist etwas Sonnenhaftes, aber unter den irdischen Bedingungen, deshalb wirkt in ihr das ätherisch-zeitliche Prinzip des ständigen Aufbaus und Übergangs.

Das Tierreich hat einen Astralleib und keimhaftes psychisches Leben, aber es kann sich ohne ein Ich nicht vollständig aufrichten. Deshalb existiert es in der zweiten Dimension, wobei es wegen seiner Empfindungen in eine partielle Beziehung mit der dritten Dimension eintritt, d.h. es existiert im  2 ½-dimensionalen Raum und ist nicht in der Lage, in seinem keimhaften Bewusstsein eine Idee hervorzubringen.

Wegen seines Ich lebt nur der Mensch in der dritten Dimension und kann sich auf den Bewusstseinsstufen zum Überbewusstsein erheben, wenn eine Idee in seinem Kopf entsteht. Die kugelförmige Gestalt unseres Kopfes wird durch die im Tierkreis vorherrschende zentripetale Tendenz zusammengehalten. Im Tierkreis strebt der Geistesmensch an, alles auf den Punkt des überweltlichen Raumes zusammenzuziehen. Wenn eine Idee in unserem Kopf entsteht, hat der Geistesmensch teilweise sein Ziel erreicht und bringt uns vom dreidimensionalen in den zweidimensionalen Raum zurück – die geistige Aufrichtung des Menschen hat begonnen.

Mit dem Übergang zur imaginativen Welt wurde die Sinneswahrnehmung aufgehoben, die darin verborgene Idee blieb jedoch bestehen. Das Verhältnis zwischen den drei kosmischen Prinzipienstrahlen bewegt sich hier auch in der Zeit, denn das geistige Leben des Menschen, sofern er eine Persönlichkeit ist, verläuft in der Zeit und die Zeit ist eine Persönlichkeit. Die Naturreiche unter uns leben nicht im dreidimensionalen Raum und kennen nicht einmal die Zeit. Sie kennen nur die Entwicklungszustände, die Entwicklungsetappen. Der Übergang zur Zweidimensionalität bedeutet nicht nur die Beseitigung einer Dimension, sondern auch die vollständige Umgruppierung der Kräfte, die die Dreidimensionalität bilden. Die „Verzerrung“ scheint in Richtung der Vierdimensionalität zu gehen, aber es ist gut zu wissen, dass sich dieses Phänomen in der entgegengesetzten Richtung manifestiert. Beim Abstieg durchlaufen die drei Strahlen der göttlichen Hypostasen eine alchemistische Metamorphose und manifestieren sich als die vier Elemente, die den ätherisch-stofflichen Ursprung der vier Naturreiche (einschließlich des Menschenreiches) darstellen. Die drei Naturreiche selbst sind ein Nebeneffekt des Übergangs zur Objektivierung des höheren Ich in das niedere Ich des Menschen. Das Ziel ist es, die Trinität in uns abzubilden und wir sind diejenigen, die die höhere Dreieinigkeit durch uns selbst in eine Vierfachheit, Fünffachheit (das Pentagramm), Sechsfachheit (das Symbol des Grals), Siebenfachheit (den Zyklus der Metamorphosen) metamorphosieren.

Im zweidimensionalen Raum wurde die Zeit unserer Anschauung als eine Reihe von räumlichen Bildern, Zuständen gegeben, in denen Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart als eine Reihe von nebeneinander gestellten Bildern existieren, d.h. hier kann der Raum angeschaut werden. Darin drückt sich die Anwesenheit des Astralen im Ätherischen bzw. umgekehrt aus. Das Ätherische entwickelt die Lebensform und das Astrale verleiht ihr das Aussehen eines stabilen Bewusstseinszustandes. Die Ereignisse, die nicht zu derselben Zeit stattfinden, befinden sich in keinen mittelbaren Wechselbeziehungen, was dem zweidimensionalen Raum „Umfang“ verleiht. Die Objekt-Subjekt-Beziehung wird aufbewahrt, jedoch in einer anderen Form. Die Ideen-Wahrnehmungen können in ihrer Einheit in Beziehung zueinander gebracht werden und dann wird ihr Wesen offenbar. Wir müssen immerhin wissen, dass die vollständige Einheit der Ideen erst nach einem Aufstieg ins höhere Devachan erreicht wird. In der Sinneswelt ist sie vom Menschen sehr schwer zu erreichen. Dem Verfasser dieses Vortrags wurde sie durch die Offenbarung eröffnet, dass „die Menschen heutzutage Christus nicht verstehen, weil sie sich selbst nicht als Götter erkennen“. Die zahlreichen Wahrnehmungen von Erfahrungen mit spirituellen Gemeinschaften haben sich zu einem übersinnlichen „Volumen“ angeordnet – zu der Idee, dass „Christus auf eine neue Art präsentiert werden muss“. Und diese neue Art wurde auf dem physischen Plan des dreidimensionalen Raumes durch die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts im Ich gesucht. Die lange Reise, die mit der Offenbarung von Ich = Ich begonnen und alle Bewusstseinsebenen durchlaufen hatte, führte zur Synthese und eröffnete somit jedem Menschen auf der Erde die Möglichkeit, selbst diese Reise zu machen, jedoch in entgegengesetzter Richtung – vom niederen Ich über das höhere Ich und Christus zu Gott.

Dieser große Aufstieg beginnt mit der Beherrschung der Logik des anschauenden Denkens, die uns zur Logik des imaginativen Denkens und zu den Imaginationen selbst führt. Die Imagination ist gleichsam das 13. Element im „Kollegium“ der 12 Kategorien, ohne selbst eine Kategorie zu sein. Sie gehört vielmehr zur ersten Stufe des höheren Überbewusstseins, in dem Bewusstsein und Sein zur Einheit werden und drückt durch sich die räumliche Präsenz des höheren Ich im niederen Ich aus, welches sonst nicht zu Gott, zum Außerräumlichen zurückfinden würde – so wie ohne das achte Element die Evolution nicht aus der ewigen Wiederholung in sieben Stufen herausgegangen wäre. Die achte Stufe beginnt jedoch nicht nach der siebten, die eigentlich die erste Stufe des neuen Zyklus bildet, sondern sie stellt das mysteriöse Intervall zwischen der sechsten und der siebten Stufe dar, das in die achte Stufe und in den Beginn des neuen Zyklus übergeht.

In der imaginativen Logik wird auf der sechsten Stufe die Idee individualisiert, sie scheint ihr Ich zu erlangen, und dieses Ich der Idee wird vom höheren Ich erfasst, um die gesamte logische Ordnung zu einer Synthese zu bringen, woraus auch die siebte (achte) Stufe hervorgeht. In mir hat die Idee von Ich = Ich ihr „Ich“ mit meiner entstandenen Absicht erhalten, Christus auf eine neue Art darzustellen, d.h. unter den neuen Bedingungen einen neuen Weg zu Seinem makrokosmischen Ich-bin und durch Ihn einen neuen Weg zur wesentlichen Erfahrung des menschlichen höheren Ich zu finden. Im mysteriösen Intervall zwischen der sechsten und siebten Stufe wurde die oben erwähnte moralische Technik – die Synthese – geboren. Sie ist das siebte abschließende Element der gesamten logischen Ordnung, die in anderen Vorlesungen detailliert dargelegt wurde. Gleichzeitig stellt sie den Ausgang zur achten Stufe dar, welche die Phänomenologie des menschlichen Geistes in den kosmischen hineinführt, wobei das Subjekt als ein gottähnliches Wesen, das  bewusst eine Metamorphose zu der anderen bringt und andere Wesen schafft, immer wichtiger wird.

Indem man Leben, Zeitpersönlichkeit oder das Prinzip der Metamorphose und das Opfern des niederen Ich in das Bewusstsein bringt, beginnt in unserer Bewusstseinsseele eine Durchchristung der natürlichen empirischen Zeit und wir erwachen zum ewigen Leben. Indem wir die sozialen Beziehungen durch geistige Brüderlichkeit durchchristen, durchchristen wir auch den „sozialen Raum“ – den geistigen Raum des Individuums -, in dem der bei dem Mysterium von Golgatha auferstande Geistesmensch wohnt. Beides wird mit der Synthese durchchristet, aber es sind umfangreiche Vorbereitungen erforderlich, um das wahre Wissen zu erlangen und das ethische Prinzip im tiefstmöglichen gegenwärtigen christlichen Sinne zu beleben. Es ist auch gut zu wissen, dass wir nicht zur Imagination aufsteigen, sondern mit Ehrfurcht auf ihr Herabkommen in die auf diese Weise vorbereitete Bewusstseinsseele warten.

Die Synthese ist nicht ein Weg zum geistigen Schauen schlechthin, sondern das rettende Mittel für die gesamte fünfte Kulturepoche der Bewusstseinsseele, in der wir zu einer neuen Bewusstseinsform gelangen müssen. Die Wirkungen dieses Mittels erstrecken sich im weiteren Verlauf des platonischen Jahres bis zu den nächsten Wurzelrassen, Formstufen, Lebensstufen und Äonen, in denen das höhere Ich den Vulkan-Zustand erreichen und sich auf sein grundlegendes Opfer vorbereiten wird, das den nächsten Evolutionszyklus in Gang setzen wird – den Zyklus des Heiligen Geistes. Solche hohen Bewusstseinssphären eröffnen sich dem spirituellen Blick eines Menschen, der die Bedeutung des von Bulgarien aus im Jahr 2000 ausgelösten Impulses wirklich versteht!

Im laufenden platonischen Jahr von 25920 Jahren ist unser Sonnensystem mit Beginn der fünften Wurzelrasse in das Gebiet der Tages-Tierkreiszeichen eingetreten, in denen das Geistige auf der Grundlage des Organischen entsteht.

Die Zeit hat den höheren Raum besiegt, der illusorisch wie die materielle Welt wurde, in der er einerseits in Form einer abstrakten Idee lebt und andererseits die Gestalt des mehrgliedrigen Menschenwesens angenommen hat. In ihm begann die Zeit in Form eines Geistes, einer Persönlichkeit zu leben, die ihrem Wesen nach transzendent ist und Inkarnationen unterliegt. Neben der Zwölffachheit hat die Zeit – das betonen wir noch einmal – einen zweiten Aspekt: ​​den Tag-Nacht-Aspekt, der aus 7 „Tagen“ des empirischen Lebens und 5 „Nächten“ des Transzendentalen, des Ewigen entsteht. Der irdische Mensch wurde als ein fünfgliedriges Subjekt aus vier Gruppenseelen erschaffen, die das Lamm, also Christus, zu einer höheren Einheit bringt.

Der Prozess, durch den die „Nacht“ (die Zeit, das Individuell-Geistige) den „Tag“ (den Raum, das Organische) zu besiegen begann, nahm ihren Lauf mit dem Übergang zum begrifflichen Denken. Dieses Denken erhält Leben auf Kosten des Absterbens der Materie in unserem Nervensystem und wird mit dem Rückzug des Manvantara ins Pralaya enden. Das wird seinerseits das Ergebnis des Sieges des höheren Raumes über die empirische Zeit sein. In der gegenwärtigen Wurzelrasse durchlaufen wir die Beziehung 7 zu 5 – zuerst als Phänomenologie des kosmischen Geistes, dann wird das höhere Ich im niederen Ich geboren und es folgt die Synthese des Seins mit dem Anderssein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine vollständige Synthese nur im Pralaya möglich ist, das wie die Ich-Entwicklung auf der Senkrechten des Seins entsteht.

Am Ende dieser Wurzelrasse wird die Entwicklung des individuellen menschlichen Geistes eine starke Tendenz erhalten, die empirische Zeit zu verlassen, so dass die nächste Wurzelrasse das Verhältnis von 5 zu 7 haben wird. Ihre Kulturepochen werden in das nächste platonische Jahr und in die Sphäre der Tages-Tierkreiszeichen übergehen, in denen die Phänomenologie des menschlichen Geistes innerhalb des kosmischen Geistes in voller Ausprägung zur Geltung kommen wird. Jenem Zustand des menschlichen Geistes wird die freie Bewegung in der Zeit von der Vergangenheit in die Zukunft und zurück eigen sein. Die Zeit wird zu einer Reihe von räumlichen Bildern des vergangenen Lebens und der Zukunft werden und der Mensch wird sie beeinflussen können. Die Vergangenheit wird allmählich auf einer bewussten (nicht materiellen) Ebene metamorphosiert zu seiner Zukunft werden. Der Geist der menschlichen Persönlichkeit wird in den zweidimensionalen imaginativen Raum zurückkehren und die Illusion der dreidimensionalen Welt wird vergehen, ohne dass dies einen Übergang in den Pralaya-Zustand bedeutet.

Die Einheit von Sein und Bewusstsein beim Übergang zu einer neuen Wurzelrasse bedeutet nur, signifikante Änderungen in der Beziehung zwischen beiden vorzunehmen. Mit dem Übergang zum Phänomen des imaginativen Denkens bleibt diese Beziehung unter den Bedingungen der räumlich-zeitlichen Welt existieren, aber sie bewegt sich gleichzeitig auf der Senkrechten des Weltdualismus in Richtung der Einheit. Wir brauchen ein neues Bewusstsein, das nicht aus Evolution und Involution entsteht, sondern aus etwas anderem, aus der Schöpfung aus dem Nichts. Hier geht es um den Impuls von oben, von der ewigen (aber nicht verewigten) Gegenwart, und das ist der Sinn des Ich-Wachstums.

Heutzutage lässt sich die Trauer nach dem Geist, nach dem höheren Ich nicht mit Philosophie oder Kunst stillen, egal wie erhaben sie sein mögen, sondern nur mit jenem esoterischen Christentum, das dem Zeitgeist angemessen ist. Der jetzige Regent der 1879 eingeleiteten Unterepoche der fünften Kulturepoche ist Michael. Aufgrund seiner Ich-Herkunft ist er ein Erzengel, der aber jetzt die Fähigkeit besitzt, seine Aufgaben von der Position eines Archen aus zu erfüllen. Durch die Erzengel, mit denen (und insbesondere mit Michael) Christus eine enge Beziehung hat, treten die Geister der Zeit in Verbindung mit dem Raum, aus dem der Mensch als ein Mikrokosmos hervorgegangen ist, der in sich selbst und aus sich selbst den dreidimensionalen Raum hervorbringt.

Die Erzengel drücken aber auch die Fähigkeit der Archai aus, das Entstehen des individuellen Geistes in der Zeit zu bewirken, was zur Überwindung der Zeit vom höheren Raum aus und zum Entstehen des Zustandes des Pralaya führt, der bereits im materiellen Sein als individueller Geist vorhanden ist. Im dreidimensionalen Raum lebt das Ich, das aber seinem Wesen nach als eine Widerspiegelung des höheren Ich-Subjekts zum Pralaya gehört. Dieses Sein des Subjekts entfaltet sich in einer Reihe persönlicher Zustände, die das Erleben des Zeitlaufs ergeben.

Nachdem das fünfgliedrige Subjekt-Wesen im siebengliedrigen Wesen des dreidimensionalen Raumes Erfahrungen erlangt hat, kehrt es zum absoluten Subjekt ins Pralaya zurück. Als ein Gesamtwesen aus Leib, Seele und Geist deckt der Mensch den gesamten Evolutionszyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkans mit sich selbst ab und ist im räumlich-zeitlichen Sein nur ein kleiner Teil, ein Fragment von sich selbst, das aber die größten Erfahrungen des Selbstseins hat.

Im jetzigen Zeitalter des Erzengels Michael mit seinen Möglichkeiten als Zeitgeist ist der Zeitpunkt, um den Übergang von der dreidimensionalen Raumidee und unserem zeitlichen Sein zur Zeitpersönlichkeit, zur Ewigkeit einzuleiten. Als eine Brücke zwischen Leib und Ich kann die Seele, die von den paulinischen Worten „Nicht ich, sondern Christus in mir“ geleitet wird, im Gegensatz zum Gang der objektiven Evolution sich selbst als ein zeitliches und sogar überzeitliches Wesen in die Entwicklung stellen und vom niederen zum höheren Ich aufsteigen. Durch diesen Prozess wird der Mensch zu einer Art „Zeitgeist“, zu einer Persönlichkeit, die mit sich selbst die Zeit verkörpert und die Zeit ist zu einem Phänomen seiner Persönlichkeit, seines höheren Ich geworden. Wir können nicht umhin, uns an die tiefen Einsichten des bulgarischen Freiheitskämpfers Vassil Levski zu erinnern, die er bereits vor dem Anbruch des Michael-Zeitalters ausgesprochen hat: „Die Zeit ist in uns und wir sind in der Zeit. Sie wendet uns um und wir wenden sie um.“[7] Michael ist das Tages-Antlitz Christi, das uns zur „Nacht“ des Pralaya-Bewusstseins führt, nachdem wir zu einem Ich geworden sind, das Offenbarungen dieser „Nacht“ völlig bewusst empfangen und sein Bewusstsein sogar auf den nächsten Entwicklungszyklus vorbereiten kann. Christus findet in Seinem Verweilen in unserem Zyklus den Sinn, den nächsten Zyklus vorzubereiten. Der Weg zu Michael geht durch die Synthese und nur sie kann uns den Erlöser als den Herrn des höheren Raumes, als den Träger des uranfänglichen Ich-Prinzips offenbaren, dessen Verinnerlichung dem ganzen irdischen Äon den Sinn gibt. Das ist das esoterische Christentum der Gegenwart und Zukunft, das ist das große Christentum des Heiligen Geistes, das wir heute so dringend brauchen! Wenn dieses Christentum im Ich nicht anwesend ist, wird der Mensch machtlos gegen Ahriman sein, der bereits kommt!

 

[1] Über Boris Georgiev vgl. die Vorlesung Der Aufstieg des Ewig-Weiblichen

[2] Vgl. folgenden Artikel https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/geschichte/albert-einstein-relativ-unglaeubig/1233610.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F (abgerufen am 6.1.2020)

[3] Vgl. GA 45, Kapitel V, S. 57.

[4] Vgl. GA 115

[5] Vgl. GA 1, S. 292

[6] Vgl. die Vorlesung vom 12.09.2010 Offenbarung

[7] ‚Umwenden‘ ist im Sinne von umwandeln zu verstehen.

Das außergewöhnliche Leben des Meisters

Vlad Paschov (1902-1974), einer der engsten Schüler Beinsa Dounos, sammelte im Laufe von mehreren Jahrzehnten Erinnerungen an wundertätige Ereignisse, über die ihm verschiedene Augenzeugen berichtet haben. Aus diesen Berichten entstand sein Buch „Das außergewöhnliche Leben des Meisters Petar Danov. Augenzeugenberichte“[1]. Der folgende Text Paschovs stellt das Vorwort dar.

„Wenn wir über die okkulte Seite des Lebens und der Phänomene sprechen, meinen wir das, was vom Überbewusstsein kommt. Es gibt zwei Wesensarten in der Natur: eine äußere, die durch Bewusstsein und Selbstbewusstsein bedingt wird; und eine verborgene innere, die durch das Unterbewusstsein und das Überbewusstsein bestimmt wird. Bewusstsein und Selbstbewusstsein sind die Pole im gewöhnlichen Leben des gegenwärtigen Menschen, während Unterbewusstsein und Überbewusstsein dem göttlichen Leben eigen sind. Der Meister verband das Bewusstsein mit dem Herzen und das Selbstbewusstsein mit dem Verstand, das Unterbewusstsein mit der Seele und das Überbewusstsein mit dem Geist. Jedes Bewusstsein steht in Verbindung mit bestimmten Kräften oder ist ihre Quelle. Das Überbewusstsein ist kosmisch und wirkt mit mächtigen Kräften zusammen. Für den Menschen des Selbstbewusstseins befindet sich die Beziehung zu ihnen in einem Schlafzustand, sie manifestiert sich jedoch im Menschen mit kosmischem Bewusstsein.

Das kosmische Bewusstsein ist der Schritt, welcher der Entwicklung des Selbstbewusstseins folgt. Wie sich der Unterschied gestaltet zwischen dem Bewusstsein, in dem die Tiere leben, und dem Selbstbewusstsein, in dem der Mensch lebt, so ist der Unterschied zwischen dem Selbstbewusstsein, in dem der moderne Mensch existiert, und dem Überbewusstsein. Wie die Fähigkeiten der Tiere im Vergleich zu Menschen sind, so sind die Möglichkeiten der Menschen in Bezug im Vergleich zu einem Wesen mit kosmischem Bewusstsein. Was für das kosmische Bewusstsein möglich, aber für das Selbstbewusstsein unzugänglich ist, bildet den Bereich der okkulten Phänomene. Als der Meister Kräfte manifestierte, die aus dem Überbewusstsein entstehen, waren für ihn Dinge möglich, die wir als Wunder betrachten. Und für die Kraft des kosmischen Bewusstseins sind sie in Wirklichkeit objektive, reale und natürliche Phänomene.

Der Meister sagte: „Wenn ich mit Menschen zusammen bin, benehme ich mich wie sie. Aber wenn ich allein in der Natur bin, brauche ich nur eine Handbewegung zu machen und ein paar spezielle Worte auszusprechen und vor mir erscheint das, was ich wünsche, was ich brauche. Ich möchte eine Verschnaufpause einlegen, und ein Zelt mit einem Bett und einem Tisch erscheint vor mir, auf dem frisches Weizenbrot und schöne Früchte serviert sind, die ich mir wünsche. Wenn ich gegessen und mich ausgeruht habe, mache ich wieder bestimmte Bewegungen und sage bestimmte Worte – das Zelt verschwindet samt Inhalt.“

Für das kosmische Bewusstsein sind das natürliche Handlungen, denn alles in unserer Welt ist nur ein Schatten dessen, was in der vierdimensionalen Welt existiert, in der sich die kosmischen Möglichkeiten manifestieren. Der Mensch des kosmischen Bewusstseins kann lange Distanzen überwinden und gleichzeitig an vielen Orten in verschiedenen Teilen der Erde erscheinen. Er kann hier und in der gleichen Zeit in Amerika, Russland, Indien usw. sein. Der Meister pflegte zu sagen: „Ich bin nicht im Leib, mein Leib ist nur ein Rednerpult, von dem aus ich spreche.“ Er sagte weiter: „Ich kann sichtbar und unsichtbar werden, wann ich will. Ich kann aus dem Leib herausgehen und in ihn wieder eingehen, wann immer ich wünsche. Ich möchte auch euch diese Kunst beibringen.“ Viele solcher Beispiele aus seinem Leben gibt es. Der Meister erinnerte uns daran, dass Christus auch diese Kunst beherrschte: „Als sie Christus ins Grab legten, zerstückelte Er seinen Körper und verschwand, und als Er dann seinen Jüngern erschien, baute Er ihn wieder zusammen.“

Jemand, der sichtbar und unsichtbar werden kann, ist Herr über den Tod. Und wenn er trotzdem durch die Tür des Todes geht, dann macht er dies, um die Menschen um sich herum nicht zu verführen und die ihm Nahestehenden vor der Regierung und Gesellschaft nicht zu diskreditieren. Schließlich tritt er durch die Tür des Todes und erleichtert den Weg der einfachen Menschen, da er den Tod selbst erzieht. Denn auch der Tod ist ein lebendiges Wesen. Ging Christus nicht durch die Tür des Todes in die Hölle hinunter, um die Tür der Hölle zu öffnen und alle Sünder von dort auszuführen? So heißt es ja in der Schrift. Dabei erteilte der Meister dem Tod eine Lektion und zeigte ihm, dass er stärker war. Er behauptete auch, dass ein Heiliger und ein Meister nicht im Grab bleiben würden. Wenn die Erde den Sarg bedeckt, entmaterialisieren sie ihren Leib, der nicht dem Leib einer durchschnittlichen Person entspricht.

Ihr Körper sieht nur gewöhnlich aus, tatsächlich ist er eine kondensierte Kraft des Geistes. Der Meister sagte Folgendes: „Lasst uns einen Versuch machen: Ihr werdet mich ins Grab legen und wenn ihr mich dort nach einer Weile findet, bin ich überhaupt kein Meister. Wenn ich euch ins Grab lege und euch nach einer Weile dort finde, seid ihr auch keine Schüler.“ Er war Herr des Lebens und des Todes.

Der Meister sagte mehrmals: „Meine Lehre ist ohne Form und ohne Dogma. Meine Lehre ist Wissenschaft und Religion.“ Die Fakten zeigen, dass er kein abstrakter Philosoph war, sondern eine Person des realen Lebens, welches im gesamten Kosmos pulsiert, schafft und ewig erneuert. Über den Meister kann gesagt werden: „Wissen heißt können.“ Die Informationen, die ich in diesem Buch anbiete, machen deutlich, dass er nicht nur Wissen besaß, was er durch sein Wort bewiesen hat, sondern auch Können. Das kann nur derjenige, der das gelebte, lebendige Wissen besitzt.

Alle Fakten, Ereignisse und Phänomene auf den folgenden Seiten wurden mir von denen erzählt, die sie beobachtet und erlebt haben. Alles ist real, wir haben nichts erfunden. Die Phänomene und Ereignisse im Leben des Meisters zeigen uns, dass wir vor einem hohen spirituellen Wesen stehen, das die göttliche Welt auf die Erde heruntergeholt hat. Der Meister hatte kein persönliches Leben, sein Leben unter uns war der Ausdruck des kosmischen Seins. Er sagte: „Der ganze Himmel steht hinter mir. Und das Wort, das ich zu euch spreche, ist nicht meins, es ist das Wort der Wesen, die  hinter mir stehen und es gibt derer nicht wenige, sondern Tausende und Millionen. Das sind die Ideen des Gottes, der das ganze Universum ausfüllt.“

Es gibt viele Fälle und Tatsachen aus dem Leben des Meisters, die von seinen Fähigkeiten eines großen Eingeweihten, eines Mannes Zeugnis ablegen, für den es keine unmöglichen Dinge gibt. Das Auge des Meisters war für jedes Unheil und jede Freude, für alle menschlichen Handlungen wach. Er durchdrang das ganze menschliche Leben und trug es, sozusagen, in sich, er erlebte es und half damit allen, die litten. Der Meister warnte und half dort, wo das karmische Gesetz dies erlaubte. Es gibt nämlich Fälle, in denen man ein bestimmtes Leiden erleben, eine Prüfung bestehen soll. In diesem Fall griff er nicht ein, selbst wenn jemand mit seinem Leben bezahlen könnte, denn das ist eine Erfahrung, aus der man etwas lernen, bestimmtes Wissen erwerben soll. Und für den Meister und den Schüler seiner Schule war die Erfahrung die Grundlage des Wissens.

So wie es für die Sonne selbstverständlich ist, dass sie scheint und wärmt, so war es auch für den Meister selbstverständlich zu helfen, wenn das notwendig war – zum Beispiel in verschiedener Weise  zu heilen. Für ihn war es nicht notwendig, den Kranken zu sehen um die Diagnose zu bestimmen, denn sein kosmisches Bewusstsein durchdrang und beherrschte den gesamten Raum. Daher konnte er mit nur einem Blick, mit einer Geste Krankheiten heilen, welche die Ärzte für unheilbar erklärt hatten.

Der Meister konnte den Elementen befehlen, die Naturphänomene verändern und sie in eine andere Richtung lenken, wozu er in Verbindung mit den Lebewesen trat, die hinter diesen Phänomenen standen. Die Naturphänomene wie Regen, Sturm, Hagel, Schnee, Dürre, Erdbeben, vulkanische Aktivität usw. sind keine mechanischen Prozesse, sondern das Ergebnis der Tätigkeit bestimmter intelligenter Wesen und derjenige, der sich mit ihnen verbinden kann, vermag manche Ereignisse aufzuheben oder zu verschieben. Aber der Meister lehrte auch, dass jeder Mensch mit seinem Gedanken, mit seinem Leben ebenfalls auf die Naturgewalten einwirkt.

Der Meister war ein Magier von höchstem Rang, denn er hatte die Kräfte der Natur zur Verfügung, um den Willen Gottes zu erfüllen, zum Wohle sowohl des Einzelnen als auch der gesamten Menschheit. Er war ein Hellseher der höchstmöglichen Stufe, der nicht nur alles um sich herum sah, sondern alles, was auf der ganzen Erde und im ganzen Kosmos geschah, er sah in die Vergangenheit und in die Zukunft.

Als ich diese Erinnerungen an Erscheinungen und Ereignisse sammelte, stieß ich auf die Tatsache , dass alle Menschen, die mit dem Meister in Berührung kamen, seine Kraft, sein Wissen, seine Liebe , seine Beziehung mit dem Himmel, seine Hellsichtigkeit, seine magische Kraft in verschiedensten Formen erlebten. Die Kranken erlebten sie, als der Meister ihnen zur Heilung verhalf. Diejenigen, die den falschen Weg in ihrem Leben eingeschlagen hatten – indem sie die richtige Richtung fanden; Menschen, welche die Realität der spirituellen Welt anzweifelten, erlebten sie durch spirituelle Erfahrungen. Diejenigen, deren physisches Leben in Gefahr geriet, erlebten sie durch blitzschnelle Hilfe, nachdem sie ihren Gedanken zum Meister gerichtet hatten. Und wenn man alle Zeugnisse, Erscheinungen und Ereignisse aus dem okkulten Leben des Meisters zusammentragen könnte, würde ich wie der Apostel Johannes sagen: „Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eins nach dem andern geschrieben werden, achte ich, die Welt würde die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.“(Joh. 21:25)

[1] Das Buch ist bei Amazon erhältlich.

Über die Seelenverwandtschaft

Äußerung Dimitar Mangurovs beim Runden Tisch zum Thema „Die Seelenverwandtschaft“, Varna, 03.11.2019

Dimitar Mangurov sprach im Anschluss an einen Vortrag über die Inkarnationskette von Rudolf Steiner und Ita Wegman, weshalb er sich auf die beiden bezog.

Es ist für jeden Menschen äußerst wichtig, ob er zur Zeitenwende inkarniert war und eine Berührung mit Christus oder Seinen Jüngern hatte oder nicht. Rudolf Steiner und Ita Wegman waren damals nicht inkarniert. Es gibt zwei Arten von Seelen – diejenigen, die damals auf der Erde waren und die anderen. Bei den Ersteren kann das Prinzip der Synthese wirken.

Unser Zyklus vom Saturn zum Vulkan, der dem Zyklus der herrschenden All-Einheit ohne Teilung folgte, war vom Anfang an beabsichtigt als ein Zyklus der absoluten Teilung, die zur polarischen Entgegensetzung kommt. Wir müssen also in der Dynamik jedes Ereignisses zwei Kräfte sehen, die sich von den zwei Polen aus bekämpfen und zwischen denen alles entschieden wird. Im Menschen sind diese beiden Pole das Denken und der Wille. Sie begegnen einander in der Mitte – Christus – und finden dort die Lösung. Alles, was dem Menschen angelegt ist – von seinem bescheidenen Schicksal bis hin zum Schicksal der Stadt, des Staates, der ganzen Welt und des ganzen Kosmos – wurde als eine Teilung entworfen. Diese Teilung wird sich immer mehr vertiefen. Das ist ein natürlicher Evolutionsprozess. Das Problem besteht darin, diese beiden Pole in Einklang zu bringen, so dass es zu einer Synthese kommt, denn das Prinzip der Synthese muss immer Geltung haben. Dieses Prinzip der Synthese wird in uns als die Teilung in Mann-Frau abgebildet, denn infolge des Sündenfalls wurden wir zweigeteilt. Nicht zufällig waren Steiner und Ita Wegman im 20. Jahrhundert jeweils als Mann und Frau inkarniert. Die Überwindung der Folgen des Sündenfalls, der eine Folge des Prinzips der Teilung im ganzen Zyklus ist, wird zuerst im Menschen stattfinden. Sie wissen, dass in 5000 Jahren alle Frauen aufhören werden, Kinder zu gebären. Bis dahin muss der Mensch zur neuen Reproduktionsform übergegangen sein. Das wird eine Synthese des vergeistigten Herzens und des modifizierten Kehlkopfs sein, die uns erlauben wird, den Menschen als eine ätherische Form auszusprechen. Uns erwarten also zukünftig einige Inkarnationen, in denen wir sehr intensiv eine Bewusstwerdung erfahren und dann die moralischen Kräfte zum Gegenübertreten dem Bösen finden müssen, um eine Synthese zwischen Gut und Böse vorzunehmen. Nur so kann das individuelle Gute geboren werden, das sich vom uranfänglichen, von den Göttern entworfenen Guten unterscheidet, welches weiterhin Bestand hat. Die ganze zukünftige Alchemie beginnt also im Menschen. Im Menschen begegnen sich das Manvantara und das Pralaya – das Ichhafte, das von Gott kommt, und das, was im Manvantara als Leiber, Seelen und Iche existiert.

Was müssen wir tun? Zukünftig wird jeder von uns seiner verwandten Seele begegnen. Wir sind schließlich paarweise [von Gott] herausgekommen. Wir sind paarweise herausgekommen, weil im ganzen Zyklus die Teilung herrscht. Und diese Seelen müssen polarisch entgegengesetzt sein. Die zu uns gehörende Seele muss nicht uns ähnlich, sondern in ihrer Art polarisch entgegengesetzt sein. Wir sehen das bei Enkidu und Gilgamesch, bzw. Rudolf Steiner und Ita Wegman. Und hier taucht die Frage auf, wie diese beiden Pole miteinander zu verbinden sind. Diese Pole lassen sich nicht durch Homosexualität aufheben. Das ist absurd! Dies ist die höchstmögliche Form einer Wirkung gegen die Evolution der Menschheit, gegen den dem Zyklus angelegten göttlichen Plan. Die sog. Intellektuellen sagen: „Ich habe kein Problem damit, die [Homosexuellen] können unter ihrer Decke alles tun, was sie wollen, wenn sie es nur nicht zur Schau stellen.“ Dem ist nicht so! Das ist Satanismus schlechthin! Homosexuell unter den gegenwärtigen Bedingungen zu sein ist eine Erscheinung des Dämonismus in reinster Ausprägung und nicht der freien Wahl. Eher eine Erscheinung der wahnsinnigen freien Wahl. Mit der politischen Korrektheit wird das Bewusstsein der Menschen verändert. Nicht zufällig wird sie uns aufgezwungen. Wenn man das Bewusstsein des Menschen verändert, verändert man auch seine Wahrnehmung, seine Weltanschauung und es wird die Ankunft Ahrimans vorbereitet, der 2029 erscheinen wird.

Zukünftig wird der Mensch obligatorisch eine Begegnung mit seiner verwandten Seele erleben, die das entgegengesetzte Geschlecht und die entgegengesetzten Eigenschaften haben wird. Die beiden müssen Christus in einer der zukünftigen Zeit angemessenen Art finden, um von einem hohen Ideal vereint, in Einklang miteinander zu kommen. Ein Paar wird gebildet auf der Stufe des physischen Leibes (wo sich beide physisch ertragen können), dann auf der Seelenstufe (wo sie gemeinsame Emotionen, Bestrebungen u.dgl. haben) und zuletzt auf der Stufe des Geistes. Das Problem ist, dass es kaum Paare gibt, die auf der Stufe des Geistes vereint sind. Die Beziehungen zerfallen bereits auf der Stufe des Leibes und der Seele. Auf der ersten Stufe, die des Leibes, werden die Paare einander überdrüssig. Der Hauptpunkt des Angriffs der Widersacher liegt zwischen dem Geist und der Materie, d.h. zwischen dem Leib und dem Geist. Der Mensch muss eigentlich die Gegenüberstellung auf dem Feld der Seele überwinden. Dort findet das Schachspiel zwischen den weißen und den schwarzen Figuren statt, dort begegnen sich der Geist und die Materie. Dort muss man das uns Vereinende finden. Man muss ein hohes Ideal haben, wie der Meister Beinsa Douno in seinem Vortrag „Das hohe Ideal“ sagte. Andernfalls bleibt der Mensch ein Wurm, der auf weitere Evolutionswellen warten muss, um aus dem Keller herauszukriechen und auch irgendwann mal die Sonne, also das Ich-Prinzip zu finden.

Heutzutage besteht die Hauptaufgabe des Menschen in der Verinnerlichung der Bewusstseinsseele. Dazu haben wir noch 1500 Jahre und einige Inkarnationen zur Verfügung. Aber wenn jemand die Impulse verpasst, die heute wichtig sind, werden seine nächsten Leben schwierig sein und er wird ein schicksalhaftes Zurückbleiben erleben. Nur in eine auf diese Weise kultivierte Bewusstseinsseele kann der Geist der Wahrheit heruntersteigen, der den Lebensgeist und die Wahrheit über Christus bringt, denn Christus ist „die Wahrheit“. Und der Geist der Wahrheit bringt uns Christus als den Lebensgeist. In einen solchen Menschen kann der Geist herabsteigen, der in der sechsten Kulturepoche als die Gruppenseele von Menschen mit ausgebildeten Bewusstseinsseelen herabströmen wird.

Diese Frage müssen wir erörtern – wie die Bewusstseinsseele zu kultivieren ist, denn wenn wir das nicht schaffen, würden die sechste Kulturepoche, die sechste Wurzelrasse, der Erdenäon und der ganze Zyklus scheitern. In 5000 Jahren wird der Mensch nicht mehr die heutige physische Form haben und nicht mehr in der Lage sein, das Problem des Sündenfalls zu lösen. Der erste Gral, den die Menschen ausbilden sollen, ist [die Vereinigung] Mann-Frau. Das ist die Synthese und dann müssen sie zur Androgynie übergehen. Nur auf diese Weise können wir daran arbeiten, dass in ca. 5000 Jahren der Mond zur Erde zurückkehrt und deren alte Einheit wiederhergestellt wird. Erst lange nach der Wiedervereinigung von Erde und Mond wird auf dem geistigen Plan, wenn wir nur in einer geistigen Form existieren werden, auch die Sonne zurückkehren. Dann wird die alte vorlemurische Dreieinheit von Sonne, Mond und Erde wiederhergestellt. Das wird der große kosmische Gral sein. Der Mensch ist also berufen, seinen ihm polarisch entgegengesetzten Partner zu finden. Danach müssen die beiden Christus in einer der heutigen und zukünftigen Zeit angemessenen Art finden, um sich durch die Umwandlung des Wortes vorzubereiten auf die Aufnahme des Mondes, der äußerst negative Energien mitbringt – um dieses unangemessene Wort zu benutzen – und dann auf die Aufnahme der Sonne. Das wird die Garantie des Zustandekommens der sechsten Wurzelrasse sein.

Wenn also jemand erwartet, dass er seiner verwandten, mit ihm zusammen vom Gott herausgekommenen Seele begegnet und mit ihr in jedem Punkt übereinstimmt, hat er ein großes Problem. Es wäre besser, wenn beide Partner nicht immer einstimmig sind, sondern die goldene Mitte finden.

Das Paar Rudolf Steiner – Ita Wegman ist jetzt auf der Erde und sie sind polarisch entgegengesetzt. Da sie aber noch sehr jung sind, wird viel Zeit vergehen, bevor sie ihre Aufgabe, von der natürlich nicht gewusst werden kann, erst nach Abschluss der Aufgabe Ahrimans auf der Erde in Angriff nehmen werden. Die beiden werden also in absehbarer Zukunft nicht in Erscheinung treten. Die Hoffnungen jener Anthroposophen, die damit gerechnet haben, dass Steiner erscheinen und die Kulmination der Anthroposophie einleiten würde, sind ausgesprochen naiv. Die Spiritualität auf der Erde befindet sich heutzutage trotz der zahlreichen vorhandenen geistigen Strömungen, die nur Entengeschnatter ähneln, in einem katastrophalen Zustand…

Wenn man nicht psychisch stark ist, hat man ein ernsthaftes Problem. In jedem spirituellen Menschen wirkt Luzifer, das Luziferische. Aber das zieht Ahriman nach sich, denn Ahriman ist das Karma Luzifers. Der Mensch gerät in den Schraubstock zwischen diese Polaritäten und Christus fehlt. Wie ein niederländischer Anthroposoph es zum Ausdruck brachte, breiten sich Luzifer und Ahriman in Dornach aus, aber Christus fehlt. Doch das trifft auf jeden Menschen zu. Jeder von uns befindet sich auf dem Schlachtfeld der beiden Widersacher. Wenn diese zwei Polaritäten zu einer Synthese zwischen sich gelangen, so ist sie extrem unrechtmäßig, weil sie keine Synthese in Christo, sondern im Namen der Asuras ist. Und dann wird das ahrimanische Prinzip asurisch. Ahrimans Satanismus wird in dieser Synthese bis aufs Äußerste verstärkt, da Luzifer sich mit ihm in unrechtmäßiger Art vereint. Genau einer solchen Attacke sind wir gegenwärtig unterzogen. Woran liegt das?

In den vergangenen Zeiten traten Luzifer und Ahriman getrennt in den Menschen ein, so dass er die beiden Widersacher wiedererkennen konnte. Er hatte früher auch ein besseres Empfindungsvermögen für die geistige Welt. In der gegenwärtigen fünften Kulturepoche begegnen sich Luzifer und Ahriman vor der Menschenseele und treten zusammen in den Menschen ein, der nicht unterscheiden kann, was von Luzifer und was von Ahriman ist. So kommt es zu den Einflüssen der Asuras. Als Gegenmittel brauchen wir Christus. Doch welchen Christus? Nicht jenen Christus [aus der Zeit] der Verstandesseele.

Was bedeuten die Christus-Worte aus dem Evangelium „wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“? Die „Zwei“ waren damals die Empfindungs- und die Verstandesseele. Christus wartete ab, dass wir Menschen eine gewisse Verinnerlichung der Verstandesseele erreichten, um zu kommen, denn unter den Bedingungen der Empfindungsseele konnte Er nicht erscheinen. In jener Zeit gab es Menschen wie Dionysios Areopagita, Paulus oder die anderen Vertreter der alten Gnosis, bei denen eine bereits entwickelte Verstandesseele und gleichzeitig eine richtig funktionierende Empfindungsseele vorhanden waren. So waren Dionysios, Paulus u.a. fähig, dasjenige zu vollbringen, was damals die alte Gnosis vollbracht hat – ein wahrhaftes Ich-Christentum. „Drei“ gibt es, wenn eine Empfindungs-, Verstandes- und Bewusstseinsseele vorhanden sind. Letztere gilt es heute zu verinnerlichen.

Was bedeutet es heutzutage eine Gemeinschaft zu gründen? Es sind „Zwei“ oder „Drei“ ausreichend, um eine Gemeinschaft zu gründen, doch vor allem muss der Mensch eine Vereinigung seiner dreifachen Seele unter der Kontrolle des Ich erreichen. Das ist die große Herausforderung. Heutzutage kommen die Menschen als scheinbar seelenverwandt in Gemeinschaften zusammen, sie tanzen Paneurhythmie o.ä. Doch hier liegt überhaupt keine Seelenverwandtschaft vor. Erst in der sechsten Kulturepoche wird es die Bruderschaft in Christo geben, wenn der Heilige Geist als Gruppenseele herabsteigen wird. Heutzutage gibt es nur Surrogate. Als der Meister Beinsa Douno eine solche Gemeinschaft gründete, säte er die Samen, die in der sechste Kulturepoche aufgehen werden.

Frage: Besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die sechste Kulturepoche nicht verwirklicht wird?

Sie wird verwirklicht, allerdings wird als ihr Surrogat eine eventuelle nächste Kulturepoche in Brasilien entworfen. Die Intensität des Christentums in Brasilien ist derjenigen des Slawentums ähnlich, doch die Qualität des brasilianischen Christentums ist eine andere. Immer gibt es Doppelgänger – der Mensch hat einen Doppelgänger, die Organisationen, die Staaten haben ihren Doppelgänger. Die Welt hat einen Doppelgänger. Auch die Himmlische Sophia hat einen Doppelgänger. Hat der ganze Zyklus auch einen Doppelgänger? Diese Frage stelle ich hier zum ersten Mal, ich habe noch nicht darüber nachgedacht.

Der Weg zum Ich

 

      Dimitar Mangurov, Varna, 22.10.2019

Im Sommer 2000 wurde der Verfasser dieser Zeilen in seinem Willen vom Heiligen Geist mit der Offenbarung beehrt, dass der Meister Beinsa Douno – bekannter unter seinem weltlichen Namen Petar Danov – der gegenwärtige Bodhisattva und der zukünftige Buddha Maitreya ist. Jeder, der vertraut ist mit der Anthroposophie und dem Mysterium des Kreises der zwölf Bodhisattvas, die auf dem spirituellen Buddhi-Plan um das Christus-Ich weilen, sollte sich für die Tätigkeit des siebten auf die Erde herabsteigenden Bodhisattva im 20. Jahrhundert interessieren, dessen Mission mit der Übernahme der „himmlischen Tiara“ von Gautama Buddha im 6. Jahrhundert v. Chr. begann und sich bis zur Mitte des 5. Jahrtausends n.Chr., d.h. bis zu seiner zukünftigen Erhebung in den Buddha-Rang, entfalten wird – unter den Bedingungen des aktiven Impulses Desjenigen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. In diesem Sinne ist Beinsa Douno der erste christliche Bodhisattva. Aufgrund der begrenzten Größe des vorliegenden Artikels und der Absicht, das Ich-Mysterium Christi in einer meiner Ansicht nach rechtmäßigen Art in der Zeit des im 20. Jahrhundert begonnenen Christentums des Heiligen Geistes darzustellen, werden wir hier nur teilweise das Werk des Meisters streifen, das er nach der Inkorporation des Bodhisattva in das menschliche Gefäß Peter Danov am 7. März 1897 vollbracht hat.

Wir wissen aus der Geisteswissenschaft, dass im Jahr 1899 die 5000-jährige Periode des „dunklen“ Zeitalters Kali Yuga zu Ende ging. In diesem Jahr rief Beinsa Douno  seine ersten drei Schüler in Varna auf. Sie waren Vertreter der drei Hauptzweige des exoterischen Christentums – Orthodoxie, Katholizismus und Protestantismus. Im engen Kreis mit persönlich von ihm ausgewählten Personen begann er in den kommenden Jahren, Versammlungen zu veranstalten, mit denen der Anfang der Schaffung einer „Kette der göttlichen Liebe“ gesetzt wurde. Es handelt sich um christliche Sakramente, die bis 1914 vollzogen wurden. Danach begann die 30-jährige Periode, in der Beinsa Douno nach seinem ersten öffentlichen Vortrag „Seht, da ist der Mensch!“ ca. 7000 Vorträge hielt. Bei den Jahrestreffen wurden Gegenstände als heilige Symbole verwendet, die in der übrigen Zeit in einem speziell für dieses Zweck hergestellten Koffer aufbewahrt wurden. Ihre Anordnung zeigt uns anschaulich das Christus-Mysterium in seinem höheren Sinn.

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Ganz oben auf dem Bild befindet sich ein aus Holz hergestellter Stab, an dem vier Ringe in aufsteigender Reihenfolge befestigt sind. Sie repräsentieren (laut den Protokollen der Jahrestreffen) die vier Naturen des Menschen – seine tierische, menschliche, geistige und göttliche Natur. Drei der Ringe zeigen jeweils ein Pentagramm, ein Hexagramm und ein gleichseitiges Dreieck. Zweimal sechs identische silberne Pessachbecher mit unterschiedlichen Symbolendarauf sind im Halbkreis angeordnet und in ihrer Mitte hebt sich ein größerer Becher mit dem Bild Christi hervor, zu dessen beiden Seiten sich zwei weitere Becher befinden, die wie die zwölf kleineren aussehen. Unterhalb des Bechers Christi sehen wir ein silbernes Servierbrett für die Hostie. Am unteren Ende liegt ein zweischneidiger schwertähnlicher Dolch, auf dem drei in Längsrichtung der Schneide eingeritzte sich schlängelnde Linien zu sehen sind. Auf der einen Seite ist das menschliche Zeichen – das Pentagramm – , auf der anderen Seite – das Zeichen der „Kette“ – eingraviert. Manche halten Letzteres für die Unterschrift des Meisters. Das gleiche Zeichen ist auch am unteren Ende des Stabs mit den Ringen zu sehen. Laut dem Meister repräsentiert der Dolch die „Macht des Herrn“, mit der „Varna belagert wird“ [1].

Sie „belagern“ Varna, weil ein Jahrhundert später von Varna aus etwas beginnen sollte, das die Welt erlösen wird. Der Bodhisattva selbst kam inmitten der Bulgaren, denn hier gab es von Anfang an einen Nährboden für das Christentum der Sophia. Dieser Boden wurde unter den thrakischen Bulgaren in Philippopolis persönlich vom Apostel Paulus in Begleitung des thrakischen Apostels Silas vorbereitet.

Was sagt uns die Anordnung der Objekte?

An der Spitze der hierarchischen Reihenfolge der Wesen steht das Absolute. Seine unerkennbare Seite, die im Osten unter dem Namen ‚Mahaparipralaya‘ bekannt ist, wird selbst für die mächtigen Seraphim für immer unerkennbarbleiben.  Doch damit das Universum existieren konnte, beschloss das Absolute, einen „Teil“ von sich zu offenbaren. Nach der korrekten Übersetzung des Neuen Testaments von Emil Bock erkennen wir diesen Teil in der Bezeichnung‚väterlicher Weltengrund‘ wieder und nennen ihn kurz ‚Gott‘. Seine Manifestation in der Offenbarung (Mahaparinirvana) vollzieht sich in drei Etappen, aber für Ihn besteht sie in einem Augenblick und stellt noch keine Evolution dar. In der ersten Etappe offenbart Er Sein Selbst sich selbst als ein unendliches Ich. Ob das Absolute ein Ich ist, können wir nicht wissen, denn selbst im Ich grenzt es sich ein, aber es steht außer Zweifel, dass es sich alsein solches in der Offenbarung manifestierte. Hier hat Fichtes Gleichheit Ich = Ich uneingeschränkte Geltung.

Bis zum Moment der Offenbarung ist Gott ein Objekt, und in der Offenbarung wird Er ein verinnerlichtes Subjekt, ein Ich-bin, und dies setzt den Anfang innerhalb Seiner Anfanglosigkeit.

Der Anfang ist der Logos-Christus, der das Objekt mit dem Subjekt verbindet. Von der Einheit (der Eins) auf der ersten Stufe gehen wir zur Teilung (zur Zwei) auf der zweiten Stufe und dann zur dritten Stufe über. Nachdem Gott den Anfang gesetzt hat, tritt Er in ein Verhältnis zu sich selbst ein und offenbart sich in den drei Hypostasen: Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist. Sie sind wesensgleich in der Subjektivität Seines bewussten Allbewusstseins und Er ist ihre unausgesprochene Einheit. Aber wenn sie vereint bleiben, ohne sich einander“entgegenzusetzen“, wird der neue Zyklus der Evolutionsentwicklung unmöglich und unerkennbar sein für alle Wesen, die herausgehen sollten aus dem „Kristallhimmel“ des Pralaya-Zustandes im neu erschaffenen Universum, einschließlich jenes  Wesens mit freiem Willen, in dem sich als die Fülle des Entwicklungspotentials der uranfänglicheGott selbst manifestiert.

Die drei Hypostasen treten nach draußen in Erscheinung, um sich im Andersdasein des alten Saturn-Manvantara zu manifestieren. Hier spricht die Geisteswissenschaft vom ersten, zweiten und dritten Logos, die als Atma-, Buddhi- und Manas-Prinzipien wirken. Jedes von ihnen ist für sich ein Prinzip der Einheit in der Evolution, aber innerhalb des Saturn-Vulkan-Zyklus wird die universelle Einheit vom Träger des Ich-bin-Prinzips, dem Christus-Allerhalter, hergestellt, der dieses „Privileg“ direkt von Gott bekommen hat. Christus erhielt „alles“, d.h. die Möglichkeit, die Einigkeit zu verwirklichen. Es mussten Atma, Buddhi und Manas als Substanz, Leben und Idee ausgestrahlt und aus ihnen das Physische, Ätherische und Astralische im neuen Universum erschaffen werden. Aus der Begegnung und dem Entgegensetzen der Substanz mit der Idee entstanden alle Bewusstseinsformen, die entsprechend dem für den Zyklus gültigen Grundgesetz evolvierten – im Universum erlebt alles eine Evolution und entwickelt sich auf dem Wege der siebenstufigen Metamorphose. Indem Christus der Allerhalter die Metamorphosen in höchster Einheit erhielt, stieg Er gleichzeitig auf den Stufen der Evolution herab und brachte das Leben des Welten-Ich in eine Beziehung zum Leben der Ich-Wesen, die sich auf diesen Stufen befinden und das Prinzip des Lebens innerhalb des Manvantara personalisieren.

Jedes Wesen wird zum Ich, wenn es seine menschliche Entwicklungsstufe durchlaufen hat und Christus ist der Träger der „ewigen Gottmenschenheit“ [2]. Er ist der „himmlische Mensch“ und kann daher am unmittelbarsten am Erscheinen des wahren Wunders der Schöpfung teilnehmen – des Ich.

Einmal erworben, ist das Ich unzerstörbar und kommt in immer neuen Formen zur Geltung. Während im vorherigen Zyklus, der unter der Regentschaft des Vatergotts verlief, das Geschehende immer unter den Bedingungen der Ewigkeit weilte, so ist im Zyklus des Sohnes die Teilung und kontinuierliche Metamorphose im Leben des Gegenwärtigen der Hauptmotor der Entwicklung. Es ist äußerst wichtig,  zwischen beiden Rollen zu unterscheiden, die Christus spielt: Zum einen die Rolle des systembildenden Prinzips im Universum – des Ich-bin-Prinzips -, das die Einheit des Universums gewährleistet und zum anderen die Rolle der Sohnes-Hypostase – des Urhebers des Lebens innerhalb des Zyklus. Der Sinn des esoterischen Christentums besteht für den Menschen darin, dass er Christus als den Träger des ewigen Ich-Prinzips erkennt, der sogar die Heilige Trinität innerhalb des Zyklus in Einheit vereint, und dass dieses Prinzip einmal auf die Erde in das Gefäß des Jesus aus Nazareth herabstieg, um den Zustand des Pralaya innerhalb des Manvantara herunterzuholen und die Gesetze des Letzteren ohne dessen Spiritualisierung und Erhebung zum höheren Devachan zu ändern – d. h. Christus verstieß nicht gegen das Grundgesetz der siebengliedrigen Metamorphosen. Der Mensch steht im Zentrum, in dem sich die Entwicklungsprinzipien des Pralaya und Manvantara begegnen, und in eben dieses Zentrum stieg Christus herab. Was genau hat Er getan und wie spiegelt sich das in den Gegenständen des besprochenen Koffers wider?

Das Ich-bin Christi ist nicht der Träger des vom Gott-Sohn angepassten Lebens für den Zyklus, sondern des absoluten Lebens, das direkt von Gott kommt. Dieses Ich-bin (der große Kelch) begann Seinen Weg als der Lebensgeist im Mahaparinirvana. Es wurde begleitet von dem Ich-Prinzip Gott des Vaters und Gott des Heiligen Geistes (die beiden kleinen Becher) auf dem Weg durch den Tierkreis (die zwölf kleinen Becher) in Abwärtsrichtung durch alle Bewusstseinsebenen bis zum Verbinden im Manvantara (dem Silberbrett) mit dem „Nichts“ – dem Bewusstsein des Mineralreichs. Der Holzstab mit den Ringen ist das Symbol des Lebens und zeigt uns den ganzen Weg des Ich-Lebensgeistes Christi bis zum Opfer von Golgatha und auch darüber hinaus. Das Ich-Prinzip Gott des Vaters und Gott des Heiligen Geistes begleiteten Ihn, aber sie sind nicht so tief hinabgestiegen, sondern blieben auf der Höhe des Bewusstseins im Tierkreis. Christus benutztе nur das Welten-Kreuz des Heiligen Geistes, das aus vier Sternbildern besteht, um diesem Kreuz entlang an Epiphanie in Jesus herabzusteigen und die Gabe des Vatergotts zu retten – den Geistesmenschen, der als Substanz allem Evolvierenden im Universum zugrunde liegt. Die durch die Geister des Willens ausgestrahlte Gabe hatte ihre Verbindung mit der vom Heiligen Geist kommenden Idee im menschlichen reflektierenden Denken verloren, welches nach dem uralten mythologischen Denken zum ersten Mal im 5. – 4. Jahrhundert v. Chr. erschien, während die Evolution ohne die Möglichkeit des Übergangs zu neuen Ich-Formen des Lebens zum Stillstand kam.

Der Erlöser ließ Seinen Geistesmenschen auf der Sonne zurück, wo es durch das Pleroma bewacht wird, undverband sich in Jesus (in der nathanischen Seele) mit dem bereits auf dem alten Saturn in den physischen Leib des Menschen durch die Throne eingebauten allmenschlichen Keim des Geistesmenschen. Er durchdrang und belebte ihn mit Seinem Ich und erhob ihn als den reinen individuellen Geistesmenschen in Seine Sphäre des Lebensgeistes. Er hat die Form, die Idee des physischen Leibes auferweckt und die mineralischen Bestandteile dem Tod überlassen, welcher die einzige Realität in unserer Welt ist.

Aus dem Grab von Golgatha stieg der unsterbliche physische Auferstehungsleib auf – die für die gesamte Menschheiteinheitliche, vom individualisierenden kosmischen Bewusstsein – dem Ich-Christi – durchzogene Form. Als die einheitliche Substanz des Geistesmenschen kann diese Leibform vervielfältigt werden. Jeder Mensch ist verpflichtet, seinen eigenen Anteil an ihr aus eigener Kraft in  seiner ihm von den Geistern der Form verliehenen Form zu verinnerlichen. Der Auferstehungsleib lebt (allerdings unbewusst) in jedem Menschen als das Ich der gesamten Menschheit, doch dank unserer übersinnlichen Verbindung mit der nathanischen Seele kann er zu einer individuell bewusst gewordenen Leistung werden. Die nathanische Seele ist es nämlich, die in uns als die Christus-Kraft lebt, weil sie einen universellen und zugleich individuellen Charakter besitzt.

Der Erlöser verband sich auch mit den Naturreichen der Erde und wurde zum neuen planetarischen Geist. An Pfingsten trat er durch den Heiligen Geist in das niedere Ich des Menschen ein und erfüllte und belebte dieses mit dem wesentlichen Inhalt Seines Ich-Lebensgeistes. Auf diese Weise kann der Mensch eine Verbindung mit seinem individuellen substanziellen Ich herstellen, das Gott selbst individuell für ihn vorgesehen hat.

Dies ist das „Schwert“, das Christus der Menschheit gebracht hat. Der schwertähnliche Dolch befindet sich ganz unten im Koffer und ist zweischneidig: er kann uns für immer in die Selbstsucht des Ich und in die tierische Natur eintauchen, aber wir können uns auch vom Ich zu unserer unsterblichen Individualität erheben und zum Teil der „Kette“ werden – das eingravierte Pentagramm zeigt es. Das Potential für beide liegt unserer gegenwärtigen Ich-Formzugrunde, die uns die Elohim verliehen haben und mit der wir die dreieinige Seele zu einer Einheit synthetisieren. Wenn wir diese Form mit dem Ich Christi erfüllen, kann unser substanzielles Ich unseren dreifachen Geist in Einheit synthetisieren und wir würden sogar zur Spiritualisierung des Mineralreichs übergehen. Die drei sich schlängelndenLinien auf dem Dolch versinnbildlichen gerade die Manifestation des dreifachen Geistes und gleichzeitig das von Christus im Manvantara verwirklichte Prinzip der Einheit in Bezug auf die Hypostasen der Heiligen Trinität.

Und das Zeichen der „Kette“, das am unteren Ende des Stabs und auf der Rückseite des Dolchs angebracht ist, zeigtuns, dass die Einbeziehung des Menschen in die „Kette“ mit der Überwindung seiner tierischen Natur beginnt, welchein den Ebenen des Unterbewusstseins lauert. Mit dieser niederen Natur hat sich Christus 1936 verbunden [3]. Er hatte Sein zweites Opfer im manichäischen Sinne am Ende des neunzehnten Jahrhunderts vollendet, bei dem Er die gesamte dunkle Sphäre der schlechten Gedanken der Menschen in sich aufgenommen hat, die in den letzten fünf bis sechs Jahrhunderten auf der Erde entstanden waren, um sie in das Licht des geistigen Wissens zu verwandeln und sich auf Seine Zweite Wiederkunft vorzubereiten. Diese begann zwischen 1933 und 1935 und bei ihr stieg der Erlöser1936 durch die Vermittlung Beinsa Dounos aus dem Lichtäther bis zum Wärmeäther herab, um sich aufopferungsvoll mit der niederen Natur des Menschen zu verbinden. Dadurch wurden qualitativ neue Kräfte für die Umwandlung des Bösen in das Gute geboren. Ohne diese Kräfte können wir dem Antichrist nicht entgegentreten.

Der Leib für Ahriman wurde am 11. August 1999 (wahrscheinlich in Amerika) während der Sonnenfinsternis geboren, die sich über Europa erstreckte. 2029 wird das Gefäß 30 Jahre alt sein und dann wird der Satan selbst in es inkorporieren. Durch den unrechtmäßigen mechanischen, hygienischen und eugenischen Okkultismus bereitet die Menschheit seine triumphierende Ankunft auf eine uns bisher unbekannte Art vor. Der 5. April 33 war der Tag der Auferstehung und des Triumphs Christi. Ahriman strebt an, dass der Auferstehungsleib von den Menschen in unrechter Weise verinnerlicht wird. Er wird bei seinem Aufenthalt auf der Erde alles Mögliche in diese Richtung tun. Am 5. April 2033 wird Ahriman jedoch als der Anti-Christus entlarvt werden und dann wird seine Inkorporation an ihr Ende kommen. Aus menschlicher Sicht wird dieser Tag ein Triumph für uns und ein Tag des Krachs Ahrimans sein, weil er es nicht geschafft haben wird, ausnahmslos alle Menschen zu täuschen. Aus kosmischer Sicht wird jedoch derselbe Tag sein Triumph sein, weil er unter den Bedingungen der Materie seine Arbeit an der Vorbereitung des Menschen, der ihn unter genau diesen Bedingungen zu entlarven hat, gut gemacht haben wird. Dadurch wird ein Großteil des Karmas von Ahriman selbst ausgelöscht sein, das er nach dem höheren Plan freiwillig auf sich genommen hat.

Während das Ereignis Christi für die Menschheit unbemerkt verlief, muss Ahriman von Individualitäten mit einer durchchristeten Bewusstseinsseele erkannt und entlarvt werden. Eine solche Seele ist in der Lage, den Geist der Wahrheit zu empfangen, der nicht nur den Lebensgeist, sondern sogar den  Geistesmenschen Christi mitbringt. Mit den beiden werden wir nicht nur die Absicht Gottes für den gegenwärtigen Zyklus erfüllen, sondern auch den nächsten Zyklus des Heiligen Geistes vorbereiten. Als Schöpfer und einheitlicher Gott unseres Evolutionszyklus weilt Christus bereits im nächsten Zyklus und bereitet diesen vor. Und Er tut das zusammen mit dem Tröstergeist, der direkt aus dem Pralaya herabgestiegen ist, sowie mit jenem Geistesmenschen, der im Pleroma auf der Sonne verblieben ist.

Mit Christus in seinem Ich kann man sich an diesem großen Werk beteiligen, indem man beginnt, die höhere Einheit des Seins und des Bewusstseins – die Ich-Einheit – zu meistern. Zu  diesem Zweck muss man sich vorbereiten, indem man von jener Logik, die zuerst bei Sokrates, Platon und ihren Schülern erschienen ist, zur siebenstufigen Logik des anschauenden Denkens übergeht, die im Zentrum der anthroposophischen Methodologie steht. Die Form des Logischen, in der das Ich-Phänomen geboren wurde und sich sogar auf den Panlogismus in der Hegelschen Philosophie erstreckt, bleibt eine leere Hülle, es sei denn, sie erzeugt ein Denken, das zur oben erwähnten Synthese von Bewusstsein und Sein, von Ideen und Wahrnehmung führt. Durch das anschauende Denken wird die Bewusstseinsseele durchchristet und erreicht eine substanzielle Verbindung zum Auferstehungsleib.

Aber es ist noch etwas anderes erforderlich, was Steiner meinte, als er sagte, dass am Ende des 20. Jahrhunderts die Ausstrahlung eines „geheiligten Impulses“ für „die weitere Entwicklung des Entwicklung des spirituellen Lebens auf der Erde“ beginnen würde. [4] Dieser Impuls wurde als eine Synthese im Ich des Menschen ausgestrahlt – eine Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts – der Anthroposophie und des Bodhisattva Beinsa Douno. Wenn das durchchristete Wissen der Anthroposophie im Menschen auf die neuen moralischen Kräfte trifft, welche dem Mysterium von 1936 entstammen, beginnt dieser Mensch, sich selbst, sein Ich zu finden. Dieser Impuls wurde als ein siebengliedriges Wesen hervorgebracht, nachdem der ganze Weg derradikalmöglichsten These, Antithese, Synthese, Kontemplation, moralischen Intuition, moralischen Phantasie durchlaufen wurde und er begann in Varna durch den Verfasser dieser Zeilen von 2000 bis 2007 in Form einer moralischen Technik zur Geltung zu kommen. Deshalb „belagerte“ der Meister vor ca. 100 Jahren mit jenem schwertähnlichen Dolch Varna. Die Synthese der beiden Impulse ist das neue Organon für jede der zukünftigen Zivilisationen und sie führt zur rechtmäßigen Benutzung des Schwerts, mit dem wir bewaffnet dem Antichristbegegnen werden.

Einen anderen Weg zum Ich gibt es nicht und wird es in den verbleibenden Jahrhunderten der fünften Kulturepochenicht mehr geben!

 

[1] Vgl. Учителя Петър Дънов/Беинса Дуно, “Веригата на Божествената любов. Годишни срещи 1903–1915”, София, 2007; Der Meister Petar Danov/Beinsa Douno, „Die Kette der Göttlichen Liebe. Jahrestreffen 1903-1915“, Sofia, 2007.

[2] Nach Nikolai Lossky

[3] Vgl. Dimitar Mangurovs Vorlesung „Das Zweite Golgatha und Beinsa Dounos Opfer“

[4] Vgl. R. Steiner, GA 240 „Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge“, Bd. 6, Vortrag vom  20.07.1924

Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris und das Schicksal Europas

   vorgetragen von Dimitar Mangurov am 28.04.2019 in Varna

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Christus ist auferstanden[1], Brüder und Schwestern in Christo! Heute, den 28.04., feiern wir nach der Datierung der Orthodoxen Kirche die Auferstehung Christi. Der esoterischen (folglich nicht katholischen) christlichen Tradition folgend, nach der der Ostertag auf den Sonntag nach dem  Frühlingsäquinoktium und dem diesem folgenden Vollmond fällt, wurde vor einer Woche, am 21. April Ostern gefeiert. Manche Anhänger der Anthroposophie haben sich sogar geirrt und schon vor einem Monat, am 23. März, ihren Osterzopf und die Eier gegessen. Das liegt daran, dass wir dieses  Jahr  unmittelbar nach dem Frühlingsäquinoktium Vollmond und Sonntag hatten. Bei einer solchen Konstellation der Himmelskörper gibt es aber keine Passionswoche, ohne die dem Auferstehungstag  seine irdische Stütze fehlen würde.

Der Ausbruch des Brandes in der Kathedrale Notre-Dame ist mit dem Montag der (katholischen)  Passionswoche zusammengefallen. Ohne diese Tatsache zu berücksichtigen, können wir uns nicht in das Hauptthema der vorliegenden Vorlesung vertiefen. Die orthodoxen Christen würden natürlich einwenden, dass das Heilige Feuer immer am Karsamstag vor dem orthodoxen Osterfest in der Jerusalemer Grabeskirche herabsteigt. Das ist in der Tat so! Aber diese Gabe kommt am Samstag, dem Tag Saturns, als eine Reminiszenz an die Ereignisse der Zeitenwende und nicht weil die Orthodoxe Kirche in rechter Weise den Erlöser ehrt. In den ersten Sekunden verursacht das Feuer keine Verbrennungen des Körpers, da es einen übersinnlichen Charakter hat und unser Bewusstsein sowohl zum Ätherlicht der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor als auch zum Pfingsttag lenkt, an dem der Geist der Wahrheit vom väterlichen Weltengrund als individualisierter Ich-Impuls zum Ich jener Menschen herabstieg, die während der Erdenzeit des Erlösers durch die belebende Wirkung Seines Lebensgeistes einen seelischen Wandel erlebt hatten. Durch das Verleugnen des Geistes und des individuellen Wegs zu Christus auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahr 869 hat die westliche Kirche ihre Gläubigen der Wohltat beraubt, die ihnen so lebensnotwendig war. Das ist eine der Ursachen, warum das Heilige Feuer unmittelbar vor dem orthodoxen Osterfest herabsteigt. Eine andere Ursache ist, dass die Orthodoxe Kirche das Grab Gottes pflegt, in dem der Tod besiegt wurde. Dieser Sieg über den Tod ist der Grund zum Herabstieg des Heiligen Geistes 50 Tage später und zum alljährlichen Entzünden des Heiligen Feuers. Das ist nicht das Verdienst der orthodoxen Christen selbst, außerdem gibt es Jahre, in denen der Ostertag der östlichen und westlichen Kirchen zusammenfällt und das Heilige Feuer ebenso am Karsamstag herabsteigt. Ohne auf diese Frage in Details einzugehen, kann man zusammenfassen, dass sowohl die östlichen als auch die westlichen Kirchen sich schon vor langer Zeit vom unmittelbaren Erleben des Geistes entfernt haben und in Wirklichkeit zu einem Bremsklotz für ihre Nachfolger auf dem Weg zu Christus geworden sind.

Am 05.04.33 geschah eigentlich die Auferweckung des Phantoms Jesu durch den Lebensgeist Christi. Was wird wohl 2000 Jahre später – am 05.04.2033 – geschehen und wird es eine Beziehung zur Ankunft des Antichristen haben? Doch lassen wir diese Frage vorläufig unbeantwortet bleiben (obwohl wir eine partielle Antwort bereits haben) und uns dem Brand in Paris zuwenden.

In der ganzen Welt haben die denkenden Zeitgenossen erkannt, dass dieser Brand ein Zeichen von oben war. Die Reaktionen darauf waren sehr vielfältig. Wie hat man in Bulgarien auf den Brand reagiert?

Auf dem äußeren Plan hat der Premier Bojko Borissov finanzielle und Expertenhilfe beim Wiederaufbau der Kathedrale angeboten. Dafür wurde er von den ewig meckernden, nichts zustande bringenden Nörglern kritisiert. Sie haben nicht begriffen, dass das eine natürliche Geste des Mitfühlens eines Menschen war, der in seinen frühen Jahren Brände gelöscht hat[2], da in seiner Seele das Aufbauende, nicht das Zerstörende wirkt. Der französische Präsident Macron verkündete großtönig, dass die Schäden innerhalb von fünf Jahren beseitigt werden würden. Doch laut Experten werden mindestens 20 Jahre und fünf Milliarden Euro notwendig sein, um den Schaden zu beheben. Es wird intensiv nach der äußeren Ursache des Brandes gesucht. Uns interessiert das Äußere jedoch nicht so stark (obwohl es auch nicht unbedeutend ist) wie die versteckte esoterische Ursache, die ein Zeichen aus der geistigen Welt ist, dass unten etwas Unstatthaftes geschieht.

In der Zeitung „Standart“ hat der Freimaurer der 33. Stufe Dimitar Nedkov in einem Artikel mit dem Titel „Die Russflocken der Scham vor der niedergebrannten Kathedrale“[3] seine Sicht auf die Dinge angeboten. Dort erinnert er die Leser an den aufschlussreichen Umstand, über den Victor Hugo im Vorwort seines Buchs „Notre-Dame de Paris“[4] berichtet. Als der Schriftsteller die Kirche besichtigte, entdeckte er das griechische Wort ANAГKН ‚Verhängnis‘ tief in die Mauer eingraviert. Es ist unbekannt, wer diese Inschrift eingegraben hat. Wahrscheinlich war es ein Steinmetz – einer jenen Menschen, die im Mittelalter noch die Fähigkeit besaßen, die Ätherkräfte zu empfangen und prachtvolle Muster der romanischen und gotischen Kathedralen errichtet haben. Darin unterscheiden sich die früheren Maurer von den heutigen Freimaurern, die mit dem Maurer- und Steinmetzhandwerk nichts mehr zu tun haben. Die heutigen „Maurer“ schließen sich den Freimaurerlogen wegen der Möglichkeit an, Macht, Beziehungen, Geld und weitere weltliche Vorteile zu erhalten. Die Inschrift, die Victor Hugo bemerkt hat, fehlt wegen Restaurierungsarbeiten seit langer Zeit.

In seinem Artikel erinnert Nedkov auch an die Rede des jetzigen Papstes Franzisk, die er 2014 im Europäischen Parlament gehalten hat und an seine mahnenden Worte, die Seele des Europäers nicht durch den Austausch seiner geistigen Werte und der historische Identität der einzelnen Völker zu berauben. Damals erntete der Papst Beifall, doch die EU-Führung arbeitete weiter daran, den Menschen in ein robotisiertes amorphes Wesen zu verwandeln. Nedkov schreibt, dass in dieser Weise der gemeinsame Tempel Europas niedergebrannt wird, denn das Christentum stellt „das Rüstzeug für den Kampf gegen das Böse“ dar. Deshalb ist Europa „gegenwärtig von Widersprüchen wegen Geld, Macht, Konzerne usw. zerrissen“.

Selbstverständlich verfolgt der Papst als Jesuit die Ziele der katholischen Kirche, die bekanntlich die Weltherrschaft über das geistige Leben der gesamten Menschheit anstrebt. Die jesuitische Einweihung in den Willen ist in seiner Tiefe gegen Christus gerichtet und steht dem gegenwärtigen christlich-rosenkreuzerischen Einweihungsweg, bei dem das Prinzip der freien Wahl führend ist, diametral entgegen. Wir wissen nicht, ob der Papst eine solche jesuitische Einweihung besitzt und welche Stufe er erreicht hat. Aber was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass die Jesuiten und Freimaurer in ihren höheren Graden seit 250 Jahren gemeinsam gegen den rechtmäßigen Gang der menschlichen Evolution in der fünften Kulturepoche kämpfen. Trotz aller Papst-Äußerungen von Demut, Friedensstiften und Mitleid mit den Armen und ungerecht Behandelten kann er der Obhut der Egregor-Wesenheit nicht entgehen, die über dem Katholizismus herrscht und der er immer unterordnet sein wird.

Wie haben die bulgarischen Anthroposophie-Begeisterten auf den Brand reagiert? Wie bereits erwähnt, fiel der Brand mit dem Karmontag zusammen, an dem auch die Stellungnahme der Medizinischen Sektion am Goetheanum und der Internationalen Vereinigung Anthroposophischer Ärztegesellschaften (IVAA) zu Gunsten der Impfungen bekannt gegeben wurde[5].

Auf diese Erklärung hat zuerst eine Internetseite reagiert, die in den letzten Jahren zahlreiche Verleumdungen, Schmähungen und Lügen über mich veröffentlicht hat. Doch ihre Reaktion auf die Erklärung, auf die es eine formelle Antwort der Medizinischen Sektion gab, war richtig. Die Verleumdungen entstammen einer Verstandesseele, die noch nicht zur Bewusstseinsseele herangereift ist. Das Heranreifen bis zum höchsten Seelenanteil ist auf der Grundlage der Synthese der Impulse des Meisters Beinsa Douno und der Anthroposophie möglich, doch nicht durch ihren bloßen Vergleich, welchen der Betreiber der besagten Internetseite oft macht, sondern durch die Metamorphosierung beider Lehren in etwas Einmaliges und Neues. Auf diese Weise wird der Weg vom niederen zum individuellen Ich und dadurch zum Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen gebahnt. Nur so kann der Mensch eine reale Beziehung zum Auferstehungsleib zwecks seiner Individualisierung herstellen, was seinerseits das Tor zum Erkennen von Tatsachen jenseits des Alten Saturn und zukünftigen Vulkan öffnet. Ein Grünschnabel kann nicht von seiner Verstandesseele heraus die Motive und Handlungen von jemandem beurteilen, der seine Bewusstseinsseele in rechter Weise beherrscht, und deshalb sucht er ständig nach Feinden und kassiert dafür Spenden. Ein Träger der Bewusstseinsseele wird das Wesen solcher Kläfferei sofort erkennen, doch sie wird ihn nicht erreichen und er wird auf sie nicht eingehen. Es bleibt lediglich die Hoffnung auf die zukünftige Seelenentwicklung solcher Menschen.

Ein anderer Möchtegern-Anthroposoph hat ebenfalls Vermutungen über die Brandursachen geäußert. Er hat richtigerweise festgestellt, dass der Geist, der nach dem Jahr 869 im Westen Europas verleugnet und von dort vertrieben wurde, im Bogomilentum zur Geltung kam, das im Osten seine Entwicklung begann. Hier konnten die Menschen gleich nach dem Beginn der Verbreitung des Christentums auf der Erde in ihrem Ätherleib den vom Heiligen Geist getragenen Christus-Impuls erleben. Das war möglich, da die thrakischen Bulgaren die geeignete leiblich-seelisch-geistige Anlage besaßen die ihnen die Aufnahme dieses Sophien-Christentums direkt vom Apostel Paulus ermöglichte. Später konnten sie dieses Sophien-Christentum inmitten des Slawentums verbreiten, welches sich allmählich nach dem 9.-10. Jahrhundert herausbildete.

Der besagte Möchtegern-Anthroposoph erinnert auch an die nachtodlichen Gespräche zwischen Helmut von Moltke und seiner Frau Eliza, in denen Erinnerungen an das neunte Jahrhundert auftauchen – den Wendepunkt, als die beiden jeweils als der Papst Nikolaus I. und sein Berater Anastasius Bibliothecarius die Entwicklung von Mittel- und Westeuropa zu den zukünftigen Naturwissenschaften und den Materialismus lenkten, die die Ankunft Ahrimans vorbereiten. Das Bogomilentum, das sich in verschiedenen Strahlen – der  Katharer, Albigenser u.a. – im Westen Europas verbreitete, kam aus dem Osten als das Gegengewicht hierzu. Doch die katholische Kirche hat diese Strömungen vernichtet, was den Boden für die extreme Verleugnung des Geistig-Seelischen in der Ideologie des Marxismus und dergleichen Ideologien der neueren Zeit bereitete – die faulen Früchte der abgetrennten Verbindung des Menschen von der übersinnlichen Welt. Der europäische Osten wurde den fürchterlichen Attacken von Mongolen, Osmanen und Bolschewiken unterzogen, die den vorgezeichneten Entwicklungsweg der dortigen Völker außerordentlich erschwerten. Steiner hat vorhergesagt, dass im Westen sogar ein Impfstoff entwickelt werden wird, unter dessen Einfluss der Mensch selbst die Existenz seiner Seele leugnen und sich nur als ein reines physisches Lebewesen betrachten wird. Die im abstrakten Verstand tief verwurzelte atheistische marxistische Weltanschauung bereitet weiterhin den Menschen in diese Richtung vor. Indem der besagte Anthroposoph, der übrigens keinerlei Beziehung zu Beinsa Douno hat, sich auf Steiners Prophezeiung stützt, äußert er die Vermutung, dass gerade die impfbejahende Stellungnahme des Goetheanums die Ursache für den Brand in der Pariser Kathedrale sei. Diese Stellungnahme bahne den Weg zur Beseitigung der Seele des westlichen Menschen, der zum großen Teil eine seelische Waise sei. Nun werde die Seele wieder aus dem Osten kommen und die Reaktion der erwähnten Internetseite sei der erste Schritt in diese Richtung.

Wir können uns sofort fragen, warum nicht der Kölner Dom gebrannt hat, wenn diese Stellungnahme des Goetheanums tatsächlich so wichtig wäre. Die Anthroposophie erschien schließlich im deutschsprachigen Raum durch den Deutschmuttersprachler Steiner. Warum brannte nicht das Gebäude des Goetheanum selbst? Dornach hat sich schließlich so stark vom Impuls der Weihnachtstagung entfernt, dass das Goetheanum praktisch nichts mehr damit zu tun hat – die Kennzeichen dieser Entfernung wurden schon vor Jahrzehnten sichtbar. So hat Maria Steiner, die Rudolf Steiner am nächsten gestanden hat, im Vorwort des Vortragszyklus GA 243 „Das Initiaten-Bewusstsein“ Worte geschrieben, die äußerst sektiererisch klingeln – dass die Krümel, die von diesem Tisch fallen, jeden Menschen reich machen würden, so dass er damit auch seine Mitmenschen sättigen könne, dass das von Steiner Gegebene der Menschheit für ganze  Jahrtausende reiche u.dgl[6]. Doch Steiner selbst hatte die Erscheinung eines geheiligten Impulses am Ende des 20. Jahrhunderts prophezeit! Und wie sollen wir den Impuls des Meisters Beinsa Douno mit den „Krümeln“  vereinbaren? Die Anthroposophie ist eine große Gabe, die der Menschheit für viele Jahre geschenkt wurde, aber die Behauptung, dass die impfbejahende Stellungnahme des Goetheanums die geistige Ursache für den Brand in Paris wäre, bedeutet, eine Handvoll unbedeutende Personen überzubewerten. Warum sind nicht etwa die gotischen Kathedralen in Straßburg oder Brüssel in Flammen geraten? Von diesen Städten aus werden schließlich die Gesetze, Direktiven u.dgl. ahrimanische Instrumente  durchgesetzt, welche das christliche Europa zerstören?! Warum geschah es nicht in Großbritannien, das dabei ist, sich von der europäischen Familie zu trennen?

Wir wollen den Architekturstil der Gotik näher betrachten, bei dem wir Interessantes finden werden. Laut Steiner[7] entstand die Gotik aus dem Zusammenwachsen zweier Impulse bzw. Strömungen. Die erste kommt aus dem Norden und schließt „Lebenspraxis, Verstand,  Verständigkeit, Realismus des Lebens“ ein. Aber sie ist „ein Realistisches, das man nicht verwechseln darf mit dem Realistischen der späteren Zeit, ein Realistisches, das durchaus noch auf Weltverstand ausgeht und das Irdische im Zusammenhang denken will mit dem Himmlischen“, sie ist „das Handwerksmäßig-Verständige, des Nüchterne“. Der zweite Impuls kommt aus Spanien und Südfrankreich und trägt das mystische Element. Aus dem Zusammenfluss beider Elemente erscheint die Gotik und als ein vereinigtes Element kommen sie teilweise auch in die romanische Kultur hinein, die sich immerhin von der gotischen stark unterscheidet. Während die romanische Kirche ein Gewölbe hat, das sich gleichsam über eine Leiche im Grab erhebt, worin der Gedanke an den auferstandenen Erlöser zum Ausdruck gebracht wird, hat die gotische Kirche zum Himmel emporstrebende spitze Türme, die das Ziel haben, das mystische Erleben der sich in der Kirche aufhaltenden christlichen Gemeinde zu vertiefen und die Seele im Vorgefühl des Geistes emporzuheben. In früheren Zeiten wurde jedes Bauwerk entsprechend dem Seelenbau verwirklicht. In das Gebäude wurde Seelensubstanz eingegossen und der Ort gruppierte sich um den religiösen Tempel – dort, wo sich die Ätherströmungen kreuzten, damit die Menschen im Tempel ihr Seelenleben vervollkommnen konnten. Die gotischen Kirchen stellen keine Ausnahme hiervon, doch für unsere heutigen Ziele ist es wichtiger zu finden, wer hinter beiden Strömungen stand, aus deren Zusammenfließen der gotische Baustil entstanden ist. Die Träger des nördlichen Impulses waren laut Steiner die sog. Normannen, die zu dem Germanentum gehören. Sie zogen aus dem Gebiet der heutigen dänischen Halbinsel, die früher kimbrische (kimmerische) Halbinsel hieß. Es waren die kimmerischen Thraker  aus dem nördlichen Schwarzmeergebiet, die den örtlichen normannischen Stämmen, welche auf einer niedrigeren Zivilisationsstufe waren, die besagten Handwerke beigebracht haben. Später brachten die Normannen diese Handwerke in den gotischen Baustil ein. Es ist kein Zufall, dass bei der Untersuchung der alten sog. „gotischen Namen“ ihre slawische Herkunft festgestellt wird. Diese „slawische“ Herkunft ist eigentlich bulgarisch, denn es ist allseitig bekannt, dass die Herausbildung des Slawentums nach dem 9. Jahrhundert begann. Viele alte Autoren[8] haben ausdrücklich darauf hingewiesen, dass unter dem Namen Goten die thrakischen Geten zu verstehen sind, die an der westlichen Schwarzmeerküstе (zum Asowschen Meer hin) gelebt haben. Hier können wir auch die Tatsache erwähnen, dass die Waräger Rjuriks, die als ‚Normannen‘ bekannt sind und auf die die Anfänge der russischen Staatlichkeit zurückgehen, ebenfalls die Erben der früher ost- und westwärts migrierten bulgarischen Kimmerer sind. Der Begriff ‚Waräger‘ und der Begriff ‚Normannen‘ bezeichnen keine Völkerschaft, sondern sind eher Berufsbezeichnungen, wie das bei den Rjuriks der Fall ist – „Eindringlinge“. Das ist auch der Fall bei den „nördlichen Menschen“ – den vom Norden westwärts ins heutige Frankreich einströmenden Normannen.

Hinter dem mystischen Impuls, der aus Spanien und Südfrankreich im 9.-10. Jahrhundert erschien, wird wieder die bulgarische Teilnahme sichtbar. Thrakische Stämme waren in früheren Jahrhunderten auf die Pyrenäische Halbinsel migriert. Nicht von ungefähr trägt diese Halbinsel den Namen des bulgarischen Bergs Pirin und der erste spanische König den merkwürdigen Namen Bolgoros hatte. Sie trugen das mystische Element in sich, das aus den reichen und mannigfaltigen Mysterien der Balkanhalbinsel, dem Gebiet des Ägäischen (Thrakischen) Meer und Kleinasien. In den Gebieten der heutigen Länder Frankreich und Belgien hatten sich mindestens zwölf thrakische Stämme angesiedelt, die eine ähnliche mystische Wahrnehmung der Welt hatten. Nicht von ungefähr haben die französischen Könige den Krönungseid auf das bulgarische Evangelistar von Reims geleistet[9]. Auf diesem reichen seelisch-geistigen Nährboden entfaltete sich das Bogomilentum, das von Bulgarien aus ihren Anfang nahm und sich westwärts als die Strömungen der Katharer, Albigenser, Waldenser usw. verbreitete. Später ging der Impuls der Bogomilen in die Gotik ein. Die aus dem Zusammenfließen des nördlichen und südlichen Impulses entstandene Gotik ist also unter dem mächtigen bulgarischen Einfluss entstanden. In GA 284 weist Steiner darauf hin, dass in der Gotik die gleiche Stimmung gewaltet hat „wie in den heiligen Hainen der Druiden und Drotten.[10] Wie uns die alten Autoren berichten, kam der religiöse Kult der keltischen Druidenpriester vom thrakischen Geten Zalmoxis. Laut Steiner gibt es allerdings sowohl in der Gotik (hauptsächlich in der späteren Gotik) als auch im romanischen Stil etwas, was Mitteleuropa fremd ist, da in beiden Stilrichtungen das Individuelle in einer oder anderer Art vernichtet wird. Die Kirche entstand in der vierten Kulturepoche der Verstandesseele und nicht zufällig herrschen dort der Katechismus und das Streben nach luziferischer Rückkehr zu vergangenen Formen der Spiritualität. Doch die Menschheit lebt seit langer Zeit in der fünften Kulturepoche der Bewusstseinsseele und vom 20. Jahrhundert an begann das Christentum des Heiligen Geistes, bei dem das Ich bereits andere Gebäude braucht – in der Art des ersten Goetheanum. In solche Gebäude geht man nicht wegen des Vorgefühls des Geistes, sondern „Wir gehen in Verehrung in den Geist ein, auf daß wir eins werden mit dem Geiste, der sich um uns ausgießt in den Formen, und der in die Bewegung kommt, weil hinter den Geistern der Form die Geister der Bewegung stehen.»[11] Während der griechische Tempel die Wohnstätte der Götter war und die christlichen Kirchen die Hülle der Gemeinschaft der Gläubigen darstellt, wurde mit dem ersten Goetheanum die Entwicklung des Individuellen gefördert, das später das rechtmäßige Verhältnis zu anderen Individuen in einer Gemeinschaft völlig neuen Typs finden sollte. Das kann aber nur auf dem Weg der Überquerung der „Wüste der Bewusstseinsseele“. Letztere kann nicht ohne die Synthese der beiden christlichen esoterischen Impulse des 20. Jahrhundert ausgebaut werden. Steiner hat möglicherweise vorausgeschaut, welches Schicksal das erste Goetheanum haben würde, doch auf die Jahrhundertwende vorausschauend hat er prophezeit, dass der „Menschheit in Europa“ „furchtbare Zeiten“ bevorstehen…. Menschen werden sich Christen nennen, die von dem wahren Christentum keine Spur mehr in sich haben werden; und sie werden wüten gegen diejenigen, die sich nicht nur allein halten an das, was der Christus einmal nach der Überlieferung der Evangelien gesagt hat, sondern für welche gilt das Wort: «Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Erdenzeiten», die sich richten werden nach dem lebendigen, fortwirkenden Christus-Impuls. Gegen diese wird man wüten. Verwirrung und Verwüstung wird herrschen, wenn das Jahr 2000 herannaht. Und dann wird auch von unserem Dornacher Bau kein Holzstück mehr auf dem anderen liegen.“[12]

Die gleichen Mächte (der Jesuitismus) setzten das erste Goetheanum in Brand, das zweite blieb in den Händen von Personen, die sich so stark vom Wesen der Anthroposophie entfernt haben, dass dort seit langem Christus fehlt und Luzifer und Ahriman sich breit machen. Der Bau in Dornach stellt heutzutage geistige Ruinen dar. Die impfbejahende Stellungnahme ist einfach ein weiterer Beweis, der das Offensichtliche bestätigt. Doch sie hängt mit dem Brand in Paris nicht zusammen. Es ist eine Kathedrale in Flammen aufgegangen, die vor Jahrhunderten auf dem Fundament gebaut wurde, das der geistige Einfluss der alten Bulgaren gelegt hatte. Hat der Brand jedoch eine Beziehung zu den heutigen Bulgaren?

Vor zwei Jahren haben sie einen Präsidenten gewählt. Damals haben sie mit luziferischer Begeisterung und vernebeltem Bewusstsein und dem Premier zum Trotz den von den ehemaligen Kommunisten nominierten ehemaligen Militärpiloten Rumen Radev gewählt, der keinen einzigen Tag politischer Erfahrung vorweisen konnte. Hinter der Wahl war deutlich der Schatten des panslawistischen eurasischen Nationalismus Moskauer Ausprägung sichtbar. Ein großer Teil der Bulgaren hat eine Trotzigkeit und Undankbarkeit an den Tag gelegt, die sich den aufrichtigen Anstrengungen Borissovs um die Überwindung des widerwärtigen Erbes des totalitären Regimes widersetzen wollte. Sie haben zum Präsidenten einen neidischen, undankbaren, doppelzüngigen und für diesen Posten total unfähigen Mann gewählt, der zum Sprachrohr der hinter ihm stehenden dunklen Kräfte der Zerstörung wurde, welche nach Revanche trachten und gegen die rechtmäßige Entwicklung Bulgariens stehen. Als ein karmischer Ausgleich kam danach der spektakuläre Eisenbahnunfall von Hitrino – dem Dorf, das früher den Namen ‚Schejtandschik ‘ (Seytan türk. Teufel) trug. Die „schlauen Teufel“, die  Radev gewählt haben, wurden auf diese Weise zur okkulten Ursache für die Tragödie im Dorf, in dem größtenteils Menschen wohnen, die sich selbst als Türken empfinden.

In Frankreich wurde Emmanuel Macron am 14.05.2017 mit 66.06% (eine bemerkenswerte Zahl!) der Wählerstimmen zum Präsidenten gewählt. Nach Napoleon war kein anderer Mensch in Frankreich so jung an die Spitze der Macht gekommen. Napoleon hatte eine geistige Mission mit gesamteuropäischer Bedeutung zu erfüllen, doch wegen der luziferisch-ahrimanischen Herrschaftsambitionen Frankreichs ist er gescheitert und hat nur Tod und Zerstörung hinterlassen. Mit welcher Einstellung kam Macron und wer ist dieser Mann? Er wurde am 21.12.1977 geboren. Macron hat eine Jesuitenschule besucht. Seine zukünftige Frau Brigitte traf er im Mai 1993. Die Französischlehrerin ist 25 Jahre älter als er. Mit 16 Jahren begann er eine romantische Beziehung mit Brigitte und erklärte ihr, dass er sie eines Tages heiraten werde. Obwohl sie drei Kinder von einem anderen Mann hatte, heirateten die beiden 2007. Sie haben keine gemeinsamen Kinder. Es ist gut zu wissen, dass viele der europäischen Führer entweder kinderlos geblieben sind oder überhaupt keine Familie haben – Juncker, Merkel, Theresa May usw. Das Schicksal Europas wird in einem hohen Maß von Menschen bestimmt, die nicht die äußerst wichtige Schule beendet haben,  welche das Großziehen eines Kindes darstellt. Ist es dann ein Wunder, dass auch ihre Politik so hilflos ist? So wie bei Macron.

Sein Studium der Philosophie schloss er mit einer Magisterarbeit über Machiavelli und seine Diplomarbeit ist über Hegel. Macron hat auch die Elite-Verwaltungshochschule École nationale d’administration (ENA) in Straßburg abgeschlossen und es ist kein Zufall, dass die Kandidatin seiner Partei „La République en Marche!“ Nathalie Loiseau bis 2017 Direktorin der ENA war. Von 1999 bis 2001 war er Assistent des Philosophen Paul Ricœur. Macron war nach 2006 Mitglied der Sozialistischen Partei. 2012 arbeitete er in Hollandes Präsidialstab und war seit 2014 Minister für Wirtschaft. Von 2008 an hat Macron bei der Pariser Investmentbank Rothschild & Cie gearbeitet und wurde 2014 offenbar nach seinen Verdiensten zum Treffen der Bilderberger Gruppe eingeladen. Er kennt persönlich den französischen Globalisten Jacques Attali, der Begründer und Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung war.

All diese Kontakte haben zweifellos einen Einfluss auf die Herausbildung der Weltanschauung Macrons ausgeübt. Von ihnen wurde er auf das Jahr 2016 vorbereitet, in dem er seine eigene Bewegung „La République en Marche!“ gründete, die später zu einer Partei wurde. Nach seinem Wahlerfolg und der Katastrophe der Linken und Rechten in Frankreich blieb einzig die Partie von Marine Le Pen sein wichtigster politischer Gegner. Marine Le Pen verhüllt nicht den Umstand, dass sie von Moskau finanziert wird. Im Oktober 2018 begann die Bewegung der „Gelben Westen“, die Macron für den Mann der Reichen erklärte.

Das sind die äußeren Fakten der Biographie Macrons, doch für uns sind viel wichtiger die Triebkräfte, die in seiner Seele und in seinem Ich wirken, denn sie erlauben uns, seine Handlungen und eventuell das Erbe vergangener Inkarnationen zu verstehen. So wie Hitlers Buch „Mein Kampf“ seinen Weg zur „Größe“ und zum Fall Deutschlands kennzeichnete, so hat auch Macron ein Buch –  „Revolution – Wir kämpfen für Frankreich“. Dieses Buch dokumentiert Macrons Absicht, Frankreich frei und stolz wie in vergangenen Zeiten zu machen, die Weltführungspositionen zurückzuerobern. Frankreich soll nach Macron nicht mehr „müde und verängstigt“ wie gegenwärtig aussehen – ein Zustand, den der äußerst schwache sozialistische Präsident  Hollande  hinterlassen hat. Die Sozialisten sind grundsätzlich Menschen, die nach dem Geld der anderen zwecks eigenen Bedarfs greifen. Mit dem typischen englischen Humor hat die große Politikerin Margaret Thatcher vor Jahren richtigerweise bemerkt, dass „der Sozialismus zu Ende ist, wenn das Geld der anderen alle ist“. Solche Leute wollen immer Revolutionen machen und die Gesellschaftsordnung verändern, ohne sich um die Konsequenzen zu scheren. In diesem Sinne ist Macron ein Sozialist, denn er strebt eine Revolution in allen Bereichen des französischen gesellschaftlich-politischen Lebens an, doch dabei sucht er einen dritten Weg zwischen Links und Rechts, zwischen dem Sozialen und Konservativen. Natürlich haben Letztere eine solche Metamorphose erfahren, dass sie sich schwer mit ihren jeweiligen Entsprechungen aus dem 19. Jahrhundert vergleichen lassen.

Wo sieht Macron den besagten dritten Weg? Er spricht über die Rückkehr der Moral in die Politik, über ein neues Leben für die „sklerosierten“ französischen Strukturen, das durch eine Reform von Justiz, Bildung, Steuersystem und Arbeitsgesetzgebung erreicht werden soll. Er strebt die Optimierung der Verwaltung und deren Hinwendung zu den Bürgern an. Er will die Verwaltung der Arbeitslosenversicherung dem Aufgabenbereich der Gewerkschaften und Arbeitgebern entziehen und sie dem Staat zuordnen. Weiter will er das System der Rentenversicherung vereinfachen und gleichzeitig die Gesetzesgrundlage vereinfachen und die Wirtschaftsaktivität erleichtern, um den Firmen mehr Freiheit zu geben. Diese und andere revolutionären reformistischen Absichten versucht Macron, der EU als Ganzheit zu übertragen und sie von Grund auf erneuern. Dem Projekt eines vereinigten Europa, das während der Jahrzehnte verschiedene Formen erfahren hat, wurden von Anfang an die Ideen für Frieden, Wohlstand und Freiheit zugrunde gelegt. Doch in ihm fehlt Christus, über den der Meister Beinsa Douno gesagt hat, dass „jedes Werk, das in Seinem Namen geschieht, eine Blüte ist, die ansetzt und Früchte trägt“.

Die EU braucht zweifellos eine Metamorphose. Macrons Vorschlag für ihre Erneuerung hat einen programmatischen Charakter. Ins Fundament legt er die gleichen Ideen, die er als Freiheit, Schutz und Fortschritt formuliert, die jedoch unter den Bedingungen des überspitzten Föderalismus entfaltet werden sollen. Macron lehne den Nationalismus ab, aber er glaube an den „offenen Patriotismus“, erklärte er neulich.

Er sucht nach Cyber- und Militärsicherheit für Europa, er redet über eine Revision des Schengener Abkommens und eine Einengung des Schengener Raums, die an eine einheitliche europäische Asylpolitik gebunden ist. Weiter fordert er einen europäischen Finanzschild, der  gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit in allen Ländern und einen jedem Land angemessenen Mindestlohn beinhaltet. Er drängt danach, dass seine Ideen bis Ende dieses Jahres auf einer Konferenz ohne Tabu-Themen erörtert werden. Hinter all seinen Vorschlägen kommt die egoistische Absicht zum Vorschein, dass Frankreich und er selbst auf Kosten aller anderen Länder und Völker führend in Europa werden.

Die Ideen sind eine schöne Sache, doch für alles braucht man Geld und das übertrieben soziale Frankreich befindet sich gegenwärtig in einer Wirtschaftskrise. Deshalb hat sich Macron an Deutschland und sein Geld gewendet. Am 22.1.1963 haben der deutsche Kanzler Konrad Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit – den sog. Élysée-Vertrag geschlossen. Am 22.01.2019 haben Merkel und Macron einen neuen Freundschaftspakt besiegelt. Er ist die Fortsetzung des Élysée-Vertrags und bindet mit seinen drei Säulen die beiden Länder noch stärker aneinander. Beabsichtigt ist, dass um diese bilaterale Verbundenheit die Zukunft Europas aufgebaut wird, welches fähig sein soll, sich den USA, China und Russland entgegenzusetzen. Die erste Säule sind die Sicherheit und die Außenangelegenheiten. Sie sieht die Bildung eines neuen gemeinsamen Rats zur Verteidigung und Sicherheit mit regelmäßigen gemeinsamen Sitzungen von jeweils 50 Angeordneten aus beiden Parlamenten. Frankreich soll Lobbyarbeit für Deutschland leisten, damit Deutschland einen ständigen Platz im Sicherheitsrat der UNO erhält. Die zweite Säule bezieht sich auf die Zusammenarbeit in der Wirtschaft und sie sieht die Schaffung einer deutsch-französischen Region mit harmonisierter Gesetzgebung im Bereich der Wirtschaft vor, die Beseitigung der Hürden vor den Investitionen, die Digitalisierung der Wirtschaft (Deutschland hat bereits eine Ausschreibung für das 5G-Netz im ganzen Land veranstaltet), die Entwicklung des künstlichen Intellekts, der erneuerbaren Energiequellen und den Kampf gegen den Klimawandel. Die dritte Säule des Vertrags behandelt die grenzüberschreitenden Beziehungen und sie sieht die Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen den Städten vor, die an der 450 km langen Grenze zwischen beiden Ländern liegen. Es werden verschiedene Initiativen sowie die Transport- und Sprachbeziehungen gefördert.

Was die deutsche Kanzlerin betrifft, so schreitet sie dem Ende ihrer politischen Karriere entgegen. Von ihr sind keine Ideen für eine Erneuerung Europas zu erwarten.

Aus dem Angeführten wird deutlich, dass Emmanuel Macron sich bemüht, als Hauptreformer der EU hervorzutreten. Um seine Pläne zu verwirklichen, ist er zu allerlei Manövern bereit, indem er Machiavellis Ratschläge und die Kräfte befolgt, die ihn zu seiner Rolle erhoben haben. Das führt unvermeidlicherweise zur Vertiefung der Widersprüche mit Deutschland und den anderen Ländern.

Warum wurde überhaupt das Aufgehen dieses „seltsamen“ Sterns am europäischen Himmel möglich? ‚Emmanuel’ ist eine der Bezeichnungen für Christus, der als die 43. Generation an Epiphanie in den Menschen Jesus herabstieg. Jesus kam seinerseits nach 42 Generationen, in denen das Prinzip der Blutsverwandtschaft, die von Abraham seinen Lauf nahm, im Volk Israel bewahrt wurde. Christus-Emmanuel steht über das Verwandtschaftliche, über das Nationale und opfert sich wegen der Erhebung des Menschenwesens auf dem Weg der Evolution. Sein französischer Namensvetter wird von seinem persönlichen Ehrgeiz geführt, der sich vorübergehend mit den französischen Interessen deckt. Der Familienname Macron kommt von makro. Doch während das makrokosmische Christus-Ich, das aus dem Pralaya der göttlichen Dreieinigkeit herabgestiegen ist, als der Lebensgeist das physische Phantom Jesu auferweckte und damit die Verwandlung des heutigen Makrokosmos in einen neuen einleitete, der zur Oktave erhoben sein wird, so übersteigen Macrons Ambitionen seine Möglichkeiten. Das wurde uns in einer Offenbarung enthüllt. Folglich lassen sich Macrons Pläne nicht in der beabsichtigten Art realisieren. Mit seinem Handeln spaltet er Europa und rollt den „roten Teppich“ für Ahriman aus. Sein Egoismus traf besonders stark die Bulgaren im Hinblick auf das sog. „Paket Macron“, das die Liquidierung der internationalen Transportbranche in Bulgarien und die Verwandlung weiterer Hunderttausende Bulgaren in Wirtschaftsmigranten bezweckte, die für die westlichen Wirtschaften arbeiten werden.  Macron hat bisher nicht vor, auf die Zerstörung weiterer profitbringender Bereiche unserer Wirtschaft zu verzichten, die ohnehin nicht besonders stark ist. Er weiß nicht, dass Frankreichs Stolz – die Kathedrale „Notre Dame“ dank der versteckten bulgarischen Teilnahme existiert. Die Kathedrale ist am Montag der Passionswoche in Flammen geraten, als Christus in der Zeitenwende einen anderen Tempel von den Händlern reinigte, die sich dort breitgemacht hatten. Bei der ersten Tempelreinigung, die sich gleich nach der Jordantaufe abgespielt hat, verursachte die makrokosmische Anwesenheit des Christus in Jesus, als Jesus den Tempel von Jerusalem betrat, Schrecken in den Astralleibern der Händler, die in Panik auseinanderliefen. Damals waren keine Worte notwendig. Am Karmontag hat der Wille des Menschen Jesus durch seine verurteilenden Worte den Umsturz der Tische und das Weglaufen der Händler verursacht. Die Kathedrale Notre-Dame ist längst zu einem Tempel der Händler geworden, obwohl dort auch Messen gehalten werden. Doch nach der französischen Revolution begann sich dieses Volk mit schnellen Schritten vom Christentum in der Richtung des Weltlichen, des Atheismus zu entfernen. Seine geistige Aufgabe hängt mit der Entwicklung der Verstandesseele zusammen und jedwede Anstrengungen, die Führung in der Epoche der Bewusstseinsseele an sich zu reißen, sind im Voraus zum Scheitern verurteilt. Macrons Absichten stehen in krassem Gegensatz mit den Evolutionsaufgaben der europäischen Völker, die einen allmählichen Richtungswechsel nach Osten und die Vorbereitung der sechsten Kulturepoche erfordern. Diese Wende führt zum Sophien-Christentum des Gral, das den noch höheren Impuls des Manichäismus der sechsten Wurzelrasse vorbereiten soll. Eben das ist  das Potenzial des Ich-Impulses der Synthese, die an der Wende zum dritten Jahrtausend von Bulgarien aus ihren Lauf nahm. Die bulgarische Hauptstadt trägt den Namen der göttlichen Weisheit. Macrons Handlungen sind gegen die Weisheit Gottes, gegen die Bulgaren gerichtet. Wegen seiner Undankbarkeit ist am Karmontag in der Kathedrale, die den Namen der irdischen Vertreterin der Himmlischen Sophia trägt, ein warnender und reinigender Brand ausgebrochen.

Als ich die Nachricht vom Feuer hörte, war der erste Gedanke, der wie ein Blitz durch meinen Kopf schoss, der Name Macron. Jede Undankbarkeit wird bestraft! Die Bulgaren haben mit Rumen Radev den Falschen gewählt und im Dorf Hitrino hat es gebrannt. Macron und die Kräfte, die hinter ihm stehen, sind feindselig gegen Bulgarien vorgegangen  und „Notre-Dame“ ist in Flammen geraten. Der heutige Mensch muss den Zustand des „Grünlings“ überwinden, indem er den dunklen Egoismus in seinem Astralleib durch die Feuermetamorphose durchzieht, damit der Astralleib in eine Jungfrau-Sophia verwandelt und befähigt wird, in einer neuen Bewusstseinsform zu funktionieren. Es ist eine Einweihung mit dem Heiligen Geist notwendig, es ist das erneuerte Palladium notwendig, es ist der Ich-Christus notwendig! Alle möglichen Veränderungen der mit dem niederen Ich zusammenhängenden reflektierenden Bewusstseinsform wurden bereits ausprobiert – die Ergebnisse sind sichtbar. Die Ideen Macrons sind einfach Reminiszenzen von Anstrengungen, die ihre Unfruchtbarkeit bereits bewiesen haben. Aus ihnen werden nur neue Probleme hervorgehen, die keine Aussicht auf eine Lösung haben.

Hier entsteht die natürliche Frage, welche Kräfte in diesem Politiker wirken, die aus seinen vergangenen Leben kommen und seit wann seine karmische Verbundenheit mit Brigitte besteht. Ich hoffe, dass die nächsten Sätze der Vorlesung lediglich als Hinweise zum Nachdenken von den Lesern aufgenommen werden und ihnen eventuell zur Beantwortung dieser Fragen verhelfen.

Aus der Geschichte wissen wir, dass im 6. Jahrhundert n.Chr. auf der Arabischen Halbinsel wie aus dem Nichts der Prophet Mohammed aufstieg und durch Offenbarungen aus der geistigen Welt den Anfang eines so mächtigen religiösen Impulses gab, der sich innerhalb von 100 Jahren auf umfangreichen Gebiete unter zahlreiche Völker verbreitete. Die stärkste Unterstützung erfuhr Mohammed von seiner treuen Frau Chadidscha. Die Mohammedaner versuchten, in Europa über Konstantinopel einzudringen, aber sie wurden vom bulgarischen Führer Tervel angehalten. Deshalb war unser Kontinent vom Südosten die ganze Zeit bis zum Einbruch der seldschukischen Türken in Europa im 14. Jahrhundert geschützt, um sich im Geist des Christentums entwickeln zu können. Nachdem die Mohammedaner die Straße von Gibraltar passiert und die Pyrenäische Halbinsel überrannt haben, wurden ihre Truppen in Südfrankreich von Karl Martell aufgehalten. Das Leben in einem christlichen Umfeld wurde den europäischen Völkern äußerlich garantiert, aber wie wir von der Geisteswissenschaft wissen, haben viele namhafte mohammedanische Persönlichkeiten in ihren nächsten Inkarnationen eine wesentliche Rolle im christlichen Europa gespielt – Francis Bacon, Woodrow Wilson, Jan Comenius, Charles Darwin, Laplace u.v.a. sind wieder inkarnierte Moslems.

Heutzutage wird unser Kontinent wegen karmischer Gründe und wegen der bösen Pläne dunkler okkulter Logen von Migranten hauptsächlich islamischen Glaubens aus Asien und Afrika gestürmt. Der wichtigste äußere Faktor für diese Invasion war Angela Merkels mit ihrer „Einladung“. Ob sie ein wieder geborener Moslem ist? Gibt es unter den heutigen und früheren politischen Führern in Europa wieder inkarnierte Moslems, die ihre Augen jahrzehntelang für die verhängnisvollen Veränderungen in der religiösen und ethnischen Zusammensetzung der europäischen Völker verschlossen haben? Gehört Macron zu ihnen?  Solche Individualitäten haben in der Vergangenheit den Weg des Materialismus in Europa gebahnt und das war in einem gewissen Sinne rechtmäßig, da der Mensch seinen Blick auf die Untersuchung der Naturreiche durch die Naturwissenschaften richten sollte. Doch nun haben wir eine andere Zeit eine, die das Gegenteil erfordert – den Übergang vom abstrakten zum anschauenden Denken und die Erneuerung der verlorenen Beziehung zwischen den Menschen und den Hierarchien. In den revolutionären und größtenteils populistischen Ideen Macrons ist es nicht schwierig, deren antichristlichen und materialistischen Charakter zu bemerken. An der Reaktion der europäischen Völker wird man erkennen können, wie weit er sich mit seinen Absichten wagen wird.

Als ein herausragender Gegenpol wirkt von Bulgarien aus Bojko Borissov. Er ist offen  und sucht immer guten Willens nach dem Schnittpunkt verschiedenartiger Interessen. Er will, dass der Frieden, Fortschritt und die Sicherheit für alle Völker möglich sind, denn wenn wir  die nationalen Egoismen nicht überwinden, ist Europa verurteilt, im Feuer der Konfrontation zu brennen. In diesem Sinne wirkt Borissov wie ein wahrer Führer gesamteuropäischer Dimension im christlichen Sinne. Mehrmals hat er geäußert, dass Europa der beste Platz zum Leben in der Welt ist und als ein solcher bewahrt werden soll. Obwohl Borissov keinerlei esoterische Vorbereitung hat, besitzt er aufgrund bemerkenswerter früherer Inkarnationen eine lebendige Beziehung zum Erlöser, die ihn durch alle Prüfungen führt. Er hat längst begriffen, dass es in seiner Verantwortung liegt, das bulgarische Volk durch unsere schwierige Zeig zu jenem Piedestal hinaufzuführen, „das ihm als dem ältesten Volk der Erde zukommt“[13]. Wie es für einen Christen üblich ist, haben sich die rückständigen Gegnermächte des breitestmöglichen Spektrums erhoben, um ihn zu entmachten und niederzutrampeln. Doch sie wissen nicht, dass sie nicht gegen den Menschen Borissov kämpfen, sondern gegen die Kräfte, die hinter ihm stehen. Indem die guten Mächte die dunklen Widersacher als ein Instrument benutzten, haben sie eine gesunde Reinigung der Partei GERB eingeleitet, damit wir zu einer neuen, der aufsteigenden Entwicklung Bulgariens angemessenen Führungsetappe übergehen können. Auf dem äußeren Plan wird die von Bojko Borissov gegründete Partei eine wesentliche Rolle spielen. Auf dem geistigen Plan kommt  mächtige Unterstützung von der immer größer werdenden Zahl der Anhänger der Synthese der beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts, in deren Zentrum das Verhältnis des individuellen menschlichen Ich und dem Christus-Ich steht.

Heute feiern wir Ostern, das Fest des Ich, das für die ganze Menschheit da ist. Wenn es eine Auferstehung gibt, so gibt es auch Hoffnung für die Zukunft. Wir wollen mit dieser Hoffnung und dem Gruß „Christus ist auferstanden!“ unsere heutige Begegnung beenden, liebe Brüder und  Schwestern in Christo!

 

[1] Der übliche Ostergruß in Bulgarien. Die Antwort lautet „Wahrlich, Er ist auferstanden!“

[2] Bojko Borissov war früher Feuerwehrmann.

[3]https://www.standartnews.com/mneniya-analizi/sazhdite-na-srama-pred-izgoryalata-notr-dam-389827.html

[4] Der deutsche Titel ist „Der Glöckner von Notre-Dame“.

[5] Vgl. https://www.gaed.de/arzneimittel/impfungen.html

[6] Diese Worte sind in der russischen Ausgabe enthalten, in der deutschen Ausgabe fehlen sie.

[7] GA 292, Vortrag vom 8.11.1916

[8] Z.B. Prokopios von Caesarea

[9] Es geht um das in Glagolitza und Kyrillitza geschriebene Evangelistar von Reims, das heute in der Bibliothek dieser Stadt aufbewahrt wird.

[10] Vortrag vom 19.10.1907

[11] GA 286, Vorwort von Marie Steiner zur ersten Auflage 1926

[12] Ebd., Anhang, Notizen vom 7.3.1919

[13] Vgl. „Der Meister, der Heiler, der Prophet“, Bd.3 – „Die Meister über die Bulgaren“

Der Jahve-Elohim und das Mysterium des bulgarischen Volkes

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 26.02.2019 in Varna

Link zum Vorlesungs-Video

Die Vorlesung im PDF-Format

Zum Verstehen der Vorlesung ist es notwendig, folgenden von Beinsa Douno empfangenen Aufruf zu kennen: prizvanie

Anfang des Jahres hat mich ein Mann aus dem Kasanlak-Zweig der „Weißen Bruderschaft“ angerufen.Tief berührt, brachte er seine Dankbarkeit für das Werk, das ich in Angriff genommen habe, zum Ausdruck und bat mich, eine Vorlesung zu halten, mit der ich den Bulgaren eine Richtung für dieses Jahr gebe. Mit der vorliegenden Vorlesung „Der Jahve-Elohim und das Mysterium des bulgarischen Volkes“ werde ich auf seinen Wunsch eingehen und dabei auch ein 120 Jahre altes Rätsel lüften.

Wenn wir über Jahve reden, müssen wir zu den Gipfeln der Spiritualität aufsteigen und von dort aus die Antworten suchen, damit wir uns darauf verlassen können, dass wir in rechtmäßiger Weise zu ihnen vordringen können.

Dieser Gipfel führt uns unvermeidlicherweise zu dem vorherigen Entwicklungszyklus – dem Zyklus des Vatergotts. Wie wir bereits in früheren Vorlesungen hingewiesen haben, wurde damals unter den Bedingungen der höchstmöglichen vergeistigten Räumlichkeit und der fehlenden Zeit die Substanz für unseren Zyklus ausgearbeitet.

Dank der Offenbarungen, die während der Vorbereitung dieser Vorlesung empfangen wurden, können wir hinzufügen, dass der Substanz zwei Intentionen angelegt worden sind – die Sonnenintention und die Erdenintention, die nicht voneinander getrennt waren, sondern in völliger Harmonie bestanden. Das waren die Bedingungen, unter denen die Hierarchiewesen lebten und Jahve „Mensch“, d.h. ein Ich-Wesen wurde. Unter diesen Bedingungen übernahm Sorat die Aufgabe, für die Entwicklung der irdischen Intention nach dem Großen Mahaparipralaya zwischen den beiden Zyklen verantwortlich zu sein. Im neuen Zyklus sollte sich die Substanz in einer völlig anderen Art manifestieren.

Die Geister des Willens haben sich gegenüber den Cherubim geopfert und einer von ihnen war Sorat. Einerseits weilte er im Sonnenprinzip des vorigen Zyklus und andererseits wurde er dadurch, dass er eine Aufgabe mit Rücksicht auf die irdische Intention übernommen hatte, in einem gewissen Sinne Christus ähnlich, da Christus in unserem Zyklus die Verbindung zwischen beiden Intentionen sicherstellt. Aus diesem Grunde können wir Sorat – auch wenn dies absurd klingt – in gewissem Sinne mit einem  „Sohn“ des vorherigen Zyklus vergleichen. Doch während der Herabstieg Christi der irdischen Intention entlang nicht zum Auftreten des Bösen führte, sondern aus diesem Herabstieg an der Zeitenwende das höchstmögliche Gute entstand, sollte der Herabstieg bei Sorat zum ersten Mal in der Schöpfung zur Entstehung des Bösen führen.

Die Substanz stieg nach der Vorsehung des väterlichen Weltengrundes hinunter, welche durch die Hierarchiewesen verwirklicht wird. Vom Standpunkt des gegenwärtigen Zyklus aus betrachtet, kommt sie vom vorigen Zyklus, d.h. sie hat keinen Anfang, wurde unvorausgesetzt ausgestrahlt und geht nur vorwärts, indem sie sich endlos in den unterschiedlichsten Formen metamorphosiert. Die Formen entspringen der Begegnung mit der Weltidee, die unterwegs stattfindet. Im Unterschied zur Substanz ist die Idee hierarchisch und aktiv, sie hat keinen Anfang – sofern sie ständig aus der Welt des väterlichen Weltengrundes in sich selbst von der Zukunft emaniert. Aber sie hat ein Ende – das ist der Anfangspunkt des Herausfließens der Substanz im Akt der Uroffenbarung des väterlichen Weltengrundes im Punkt des absoluten Nichts. Die Idee ist die nichträumliche Grenze der Offenbarung und die Substanz wird in ihr widerspiegelt, um zum Punkt der Offenbarung des väterlichen Weltengrundes verändert zurückzukehren, nachdem sie auf diesem Weg im Leben metamorphosiert ist.

In der Evolution ist nur das Leben ewig. Es emaniert vom Sohnesgott und ist endlos. Der väterliche Weltengrund hat es in Christus als den absoluten Beginn des Ich angelegt und das wurde zum allbestimmenden Hauptprinzip des neuen Zyklus. Der väterliche Weltengrund manifestiert das Absolute in Seiner Offenbarung durch Christus. In diesem Sinne hat das ewige Leben vom Gottessohn, das durch die Evolutionszyklen verläuft, seinen Anfang im wahren Leben des Christus in Seiner Art in der Heiligen Trinität.

Indem die Hierarchiewesen die Aufgabe von den drei Hypostasen entgegengenommen haben, begannen sie an der Weltschöpfung je nach der erreichten Stufe ihres Ich zu bauen. Die Cherubim hatten zwar das Opfer der Throne nicht abgelehnt, trotzdem ging die Substanz auf dem alten Saturn abwärts, da in ihr die irdische Intention enthalten war.

Doch den wahrhaftigen Antrieb in diese Richtung gaben die Geister der Form in der vierten Lebensstufe/ Runde. Erst dann trennte sich das Sein vom Schöpferbewusstsein, damit das uranfängliche astralische Opferfeuer in das Wärmeelement umgewandelt werden und der Mensch seine erste Form des physischen Leibes erhalten konnte. Es ist gut, sich zu erinnern, dass die heutigen Geister der Form auf dem alten Saturn das Ich-Bewusstsein eines Engels hatten – jedoch unter ganz anderen Bedingungen. Sie waren damals Geister der Form und bleiben es heute noch, denn das entspricht ihrer Funktion in der Weltordnung. Auf dem alten Saturn hat uns Jahve aus dem Wärmeelement geformt, wobei die Unterschiede in unserer Form auf die Ergebnisse der Gesamtevolution der Weltschöpfung und die konkreten Evolutionsmöglichkeiten der einzelnen Wesen zurückzuführen sind.

Am Ende der alten Mondzeit erhoben sich sieben Geister der Form zum Bewusstsein von schaffenden Göttern, die fähig waren, menschliche Ich-Wesen im nächsten Äon der Erde zu schaffen. Während der hyperboräischen Wurzelrasse haben sich sechs dieser Elohim auf der Sonne abgesondert, von wo aus sie viel später die geistige Kraft der Liebe zu den Menschen herabsandten. Deshalb werden sie auch ‚Geister des Lichts‘ genannt. Der siebte Geist der Form Jahve blieb mit dem Paar Erde-Mond verbunden. In der dritten Periode der lemurischen Wurzelrasse befand sich die Menschheit immer noch in der geistigen Welt, die uns aus der Bibel als ‚das Paradies‘ bekannt ist. Doch nach dem Plan des väterlichen Weltengrundes soll der Mensch später zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigen. Dazu muss er zuerst zur Freiheit im Sinne eines individuellen Ich gelangen und danach aus der Freiheit zur Liebe im Sinne Christi in einer Art heranwachsen, die sich von der Aufstiegsart der übrigen Ich-Wesen unterscheidet. Dieser neue Weg wird dem Menschen auch seinen Hierarchienamen geben, der uns bisher unbekannt ist. Wir wissen soweit nur, dass er das Ergebnis unseres gemeinsamen Weges durch die Prüfungen des Bösen sein wird. Wir werden diesen Weg zusammen mit dem Erlöser zurücklegen und das Böse in ein individualisiertes Gutes verwandeln. Dieses Gute wird sich erheblich vom uranfänglichen nichtmanifestierten Guten unterscheiden, welches das Böse nicht kennt.

Es ist aus der Anthroposophie bekannt, dass wir die Ich-Form für die ganze Menschheit von den Geistern der Form erhalten haben, die im Gruppenwesen Jahve-Elohim vereinigt waren. Jedes Mitglied dieser Gruppe von sieben Individualitäten konnte nur ein einzelnes Element der menschlichen Form erschaffen. Deshalb mussten sich die Elohim vereinigen, um uns als Ganzheit zu erschaffen. Hinzu kommt, dass die Veranlagung des Funken des Ich in die Form eine Hinwendung der vereinigten Elohim zur geistigen Sphäre über den Seraphim erforderte. Aus dieser Sphäre haben sie den Funken des Ich erhalten. Der Mensch wurde eine lebendige Seele und bestieg den langen Weg der Individualisierung der gemeinsamen Form, die die Geister der Form als eine Offenbarung herabgesandt haben. Nicht von ungefähr werden sie auch ‚Geister der Offenbarung‘ genannt. Wir nennen sie auch ‚Gewalten‘, da sie die Gewalt, die Macht haben, Menschen zu schaffen. In der hebräischen Geheimlehre heißen sie ‚Elohim‘ „diejenigen, vor denen wir vor ehrfurchtsvoll fiebern”. Von ihnen haben wir auch den Keim der Bewusstseinsseele erhalten, jedoch stand uns vor unserem Zeitalter eine lange Entwicklung bevor, bis wir mit der wesentlichen Verinnerlichung dieses höchsten Seelenanteils begannen, um eine bewusste Verbindung zur geistigen Welt herzustellen, aus der wir während der lemurischen Wurzelrasse vertrieben wurden.

Jahve hatte uns gewarnt, nicht von den Früchten des Baums der Erkenntnis zu essen, denn wir sollten für die übersinnlichen Welten sterben. Luzifer versicherte uns, dass wir nicht sterben würden und wenn wir von diesem Baum kosten, würden uns wie bei den Göttern die Augen für das Gute und Böse aufgehen. Als viel später Christus in Jesus herabstieg, hat Er uns daran erinnert, dass wir uranfänglich der Herkunft unseres Ich nach Götter sind. Luzifer hatte uns in die Falle des Irrtums hineingetrieben, dass wir nur mit dem Baum der Erkenntnis Götter werden könnten. Bis zu jener Zeit kannten wir nur das „Paradies“ der guten Astralwelt, aber es sollte zum ersten Mal im Zyklus des Gottessohnes auch eine böse Astralwelt erscheinen. Die Änderung hat Jahve selbst eingeführt, indem er sein „Mondenantlitz“ Michael „aktivierte“, der die luziferischen Wesen zur Versuchung des menschlichen Astralleibes antrieb. Bis zur Versuchung waren wir unsichtbar, da das Phantom des physischen Leibes noch keine äußeren Substanzen in sich aufgenommen hatte. Die Reproduktion erfolgte auch in übersinnlicher Art. Die stigmatisierte deutsche Anthroposophin Judith von Halle berichtete, dass Eva aus Adam an der Stelle herausgekommen ist, an der Longinus die Seite Jesu mit dem Speer geöffnet hat[1]. Aus dieser Stelle hat auch Eva geboren und das Kind kam wie im Traum durch das Wort, das aus reinen Lippen kam.

Nach dem Eingriff der luziferischen Wesen tauchte jedoch das Anziehen zum Irdischen auf, das Phantom begann sich mit Stofflichkeit auszufüllen und in das menschliche Herz nistete sich der Egoismus ein. Jahve hat uns aus dem Paradies vertrieben und der Cherub mit dem zweischneidigen Feuerschwert stellte sich vor die Pforte unseres bisherigen Heims. Seine Worte „ Eure Seelenorganisation hat sich gewandelt, die Himmelsreiche haben sich von euch getrennt“ erklangen wie die Stimme des kosmischen Gewissens, die tief in die Menschenseele eindrang und warnte, dass das Ich ein zweischneidiges Messer ist, das den Menschen zum Rang eines Opfer bringenden Hierarchiewesen erheben oder ihn in das Feuer des Abgrunds hineinführen kann. Diese Stimme des Gewissens hat Jahve in uns bewahrt und der Zugang zu ihr wurde Luzifer verwehrt. Es musste freilich ein langer Weg zurückgelegt werden, bevor der Mensch diese Stimme zum ersten Mal hörte und sie zu seinem ständigen Begleiter im Leben wurde.

Bevor sich der Mond von der Erde gelöst hatte und die böse Astralwelt entstanden war, erlebten wir die sog. „Mondenkrise“, bei der quasi ein einziges Menschenpaar auf der Erde blieb – Adam und Eva. Im Buch „Der Code der Schöpfung“[2] bin ich darauf eingegangen, was unter diesen Namen zu verstehen ist. Auch erwähne ich dort einige Individualitäten, die einen wertvollen Beitrag zur erfolgreichen Bewältigung dieser Krise geleistet haben, denn damals bestand die ernsthafte Gefahr, dass der Faden der Inkarnationen reißt und kein einziges Menschenwesen auf der Erde bleibt. In dieser Vorlesung möchte ich nur daran erinnern, dass nach der Trennung des Mondes von der Erde Jahve mit dem Mond verbunden blieb. Die restlichen sechs Elohim sandten von der Sonne aus die geistige Kraft der Liebe auf die Erde herab und Jahve sandte vom Mond aus seine reife Weisheit, mit der er das Erscheinen der Liebe im Menschen vorbereitete. Die vermittelnden Träger der Liebe waren die sog. „Mondenlehrer“ der Menschheit, die in ihrer Evolution über den Menschen standen. Sie nahmen im Ätherleib an den Mysterien teil, aber da ihre Weisheit nur instinktiv im Menschen sprechen konnte, haben sie sich gegen Ende der lemurischen Zeit von uns unserer Freiheit willen getrennt. Sie haben ihre Ätherform aufgegeben und befinden sich nun mit ihren Astralleibern im Inneren des Mondes, wo sie eine eigene Kolonie gegründet haben. Von dort aus versuchen sie, soweit möglich, die Erscheinungen des Luziferischen und Ahrimanischen in das richtige Verhältnis zueinander zu bringen. Sie sind die ersten übersinnlichen Wesen, denen wir nach unserem Tod begegnen.

Nachdem sich das luziferisierte Feuer in unser Herz eingenistet hatte, setzte ihm Jahve die kühlende Kraft des Ahrimanischen entgegen, welches in unser Gehirn hineinkroch. Der Erdenmensch, der auf das Kampffeld zwischen zwei entgegengesetzte Kräfte gestellt wurde, begann mit schnellem Tempo die böse Astralität auszubilden. Sie begann besonders stark nach dem Durchlaufen des zeitlichen Mittelpunktes der ganzen Erdenevolution in der vierten Unterrasse in Erscheinung zu treten. Gegen Ende der Wurzelrasse war der Missbrauch der schwarzen Magie so intensiv, dass er den „Kelch“ der göttlichen Geduld zum Überlaufen brachte und die Menschheit gesetzmäßigerweise in der Sintflut ertrank.

In der nachatlantischen Wurzelrasse verbanden wir uns mit der Stofflichkeit der Erde weiter und gingen auf das Erreichen unserer ersten Ich-Form zu, das auf dem immer lebensärmeren, sich mineralisierenden Gehirns basiert. Das abnehmende Leben gefährdete die Möglichkeit zur Schaffung neuer Formen der Evolution, die der Begegnung der Substanz und Idee entspringen. Der Prozess drohte aufzuhören und der Mensch wäre zu jenem Pfropf geworden, der den Evolutionsfluss „verstopfen“ und den uranfänglichen Plan des väterlichen Weltengrundes vereiteln kann.

Das Phantom des physischen Leibes wurde schwächer und es begann der Prozess des beschleunigten Verfalls. Die Rettung konnte nur von Christus kommen. Deshalb wurde Er Mensch und erlebte Tod und Auferstehung des Phantoms in einem Menschenwesen. Zu diesem Zweck brauchte er ein Gefäß – einen Leib, der den Erlöser der ganzen Menschheit aufnehmen konnte. Der Hauptverantwortliche für die Lösung der Aufgabe war unser Vater und Schöpfer Jahve, dessen Helfer der Erzengel Michael war. Sie hatten den „Sündenfall“ bewirkt und nun mussten Sie die Bedingungen seines Ausgleichs vorbereiten. Indem sich Jahve auf dem Mond aufhielt, hatte er eine möglichst feste Beziehung zur Erdentwicklung und wurde deshalb zu ihrem Regenten, der in einem hohen Maße die Wirkungen der restlichen sechs Sonnenelohim beseitigte. Allmählich wurde die menschliche Erinnerung an sie bleicher und sie wurden zu fantastischen Wesen. Jahve erhielt die Herrschaft über das menschliche Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kam am stärksten in demjenigen Volk zur Geltung, das auserwählt wurde, in sich den Leib für das herabsteigende makrokosmische Christus-Ich vorzubereiten. Zusammen mit Erzengel Michael inspirierten sie das gesamte geistige Leben des alttestamentlichen Volks. Aus der Heiligen Schrift wissen wir, dass sein Stammvater Abraham ist,  der aus Chaldäisch Ur herausgeführt und von Jahve durch Melchisedek in das Geheimnis der Schaffung des physischen und ätherischen Leibes für Gott eingeweiht wurde. Er konnte hellseherisch in die geistige Mondensphäre Jahves eindringen. Durch seine Einweihung in das Mysterium des göttlichen Ich-bin wurde zwischen dem Elohim und ihm ein Bund geschlossen, nach dem der Leib für Gott das Endergebnis des durch die Generationen fließenden Blutes sein sollte. Jahve sollte den Prozess bewachen, indem er die hebräischen Propheten als eine Nachtatmung inspirieren sollte. Was bedeutet das?

Die in das Wesen der alttestamentlichen Weltanschauung Eingeweihten begriffen, dass das Leben des Menschen nach der Geburt sich deutlich vom Leben im Embryonalzustand unterscheidet. Der Mensch wird ein Mensch, wenn er das lebendige Atmen berührt, das in einem Verhältnis zur ständigen rhythmischen Bewegung des Hauptgehirns steht, welches die Bewegung der Hirnflüssigkeit der Wirbelsäule entlang bis zur Magenhöhle und umgekehrt jeweils beim Aus- und Einatmen verursacht. Der Atmungsprozess selbst verläuft für den Menschen unbewusst und wenn darauf das Dasein aufgebaut wird, kommt man zum Verständnis des Lebens in abstrakten Gedanken, was im Alten Testament „ein Leben im Gesetz“ heißt. Jahve ist ein mächtiges Wesen aus der zweiten Hierarchie und deshalb half ihm beim Einverleiben des Ich-Impulses in die Vererbungskräfte der Erzengel Michael, der zur dritten Hierarchie gehörte. Die Denkfähigkeit der alten Israeliten kam aus diesen Kräften und wegen der Aufgabe, den irdischen Leib für den Messias zu schaffen, wurde dieses Denken ausschließlich zur Erde gerichtet. Steiner bezeichnet ihre Weltanschauung als „Geologie“.

Bei den anderen Völkern wurde das niedere Ich auf der Waagerechte des Evolutionsweges ausgebildet – als ein Zeitprozess der allmählichen Erhebung aus dem gruppenhaften zum individuellen Prinzip durch die Entwicklung der Empfindungsseele und nach dem Herausbilden der Begriffe der Verstandesseele. Im alten Griechenland und in Rom verlief der Weg zur Verstandesseele durch die Bearbeitung des Astral-und Ätherleibes mit Hilfe der weltlichen Kultur und der mannigfaltigen Formen des gesellschaftlichen Lebens. Die Eingeweihten traten in den Mysterien aus ihrem physischen Leib heraus, um in der übersinnlichen Welt dem kommenden Christus-Ich zu begegnen. Bei dem alttestamentlichen Volk geschah alles jedoch in einer völlig anderen Art. Das Judentum war keine Kultur der Individualität, sondern die Kultur eines Volkes, das im Vater Abraham seine gemeinsamen Wurzeln hatte. Sie dachten, dass die ganze Welt von solchen Menschen wie sie besiedelt sein sollte. In ihrer individuellen Entwicklung befanden sie sich auf der Stufe der Empfindungsseele und sogar des Empfindungsleibes, es fehlte die äußere Kultur. Demgegenüber wirkte Jahve stark von oben, der Senkrechte entlang, auf ihren dreigliedrigen Leib ein. Auf diese Weise konnte der Leib zum Träger des Ich-Bewusstseins durch die Vererbung werden und die Hauptaufgabe wurde erledigt. Die Eingeweihten waren fähig, Jahves Weisheit in  Offenbarungen zu empfangen, indem sie bewusst das Leben zwischen Einschlafen und Aufwachen erlebten. Dieses Leben ähnelt sehr stark dem Embryonalleben. Das war die Weisheit der Schlafatmung, die man für den „Odem der Nacht“ hielt. Folglich wurde Jahve auf dem inneren Weg gefunden, was für die südlichen Mysterien typisch war. Andererseits wurde er von außen vom Christus-Licht erhellt, was den nördlichen Mysterien eigen war.

Auf diese Weise vollzog Christus in Jahves Gestalt eine Art Vorsynthese der beiden großen vorchristlichen Mysterienströmungen und die Israeliten waren das diesbezügliche Versuchsfeld. Ihre ganze Geschichte erinnert an eine Gruppeneinweihung, was besonders deutlich nach dem Auszug aus Ägypten wurde, als Mose erschien. Dadurch, dass er von den ägyptischem Priestern eingeweiht wurde und den Ätherleib des großen Zarathustra erhielt, konnte er die höhere Offenbarung des unausgesprochenen Gottes als „Ich bin der Ich-bin“ empfangen. Der Vermittler war zwar Jahve, aber Mose erkannte nicht, dass in Jahve  Christus wirkte, denn er bekam die zehn Gebote von außen. Das herabsteigende makrokosmische Ich erschien ihm in den Naturelementen – im Feuer, Donner und Blitz, d.h. durch seinen Ätherleib und nicht von innen durch den Astralleib. Deshalb gelang es ihm, „das Versprochene Land“ zu erreichen, jedoch nicht dieses zu betreten. Es war daher kein Wunder, dass während seiner neuen Inkarnation zur Zeitenwende als Petrus jemand anderer ihm die Ankunft des Messias verkünden musste. Im 20. Jahrhundert inkarnierte sich Petrus als Bojan Boev, dem Steiner sagen sollte, nach Bulgarien zurückzukehren und nach dem Meister Beinsa Douno zu suchen.

Mose wurde zum Träger der Ich-Weisheit und sie regelte von außen das reflektierende menschliche Ich. Die zehn Gebote wurden durch die Religion und die direkte Einwirkung auf den Ätherleib eingeprägt, was seinerseits das physische Gehirn als das Instrument des abstrakten Denkens ausbildete. Der Weg zur Verstandesseele ging bei den Israeliten nicht durch die äußere Kultur, sondern – wie bereits hervorgehoben – durch die spezifische religiöse begriffliche Tätigkeit, die mit dem Deuten und Kommentieren der Gesetze und Sagen zusammenhing, jedoch nicht aus den Astralkräften, sondern aus den Ätherkräften heraus geschah, die von Jahve als ihrem Gruppengeist über das Blut kamen. Durch die empfangene Weisheit wurden die Schwankungen und Irrwege des gotterwählten Volks korrigiert.

Unter den Propheten sticht jedoch eine Individualität hervor, von der man sagen kann, dass sie in einem gewissen Sinne den ersten Menschen Adam versinnbildlicht. Diese Individualität hatte die Aufgabe, sich in einem bestimmten Zeitpunkt auf dem irdischen Plan mit der Mission des alttestamentlichen Volks zu verbinden und dabei eine enge Beziehung zum Bösen herzustellen. Dabei durfte sie nicht selbst zum Träger des Bösen werden, sondern es nur aufopferungsvoll begleiten und bei Notwendigkeit einzugreifen, um den Herabstieg Christi auf die Erde zu begleiten. Auf diese Weise schaute die Individualität sehr weit in die Zukunft, sogar bis in unsere Zeit hinein, als die ätherische Wiederkunft des Erlösers begann. Wie wir wissen, steht diese Wiederkunft in engster Beziehung mit der Umwandlung des Bösen in Gutes. Diese Individualität repräsentierte die Mondenströmung Michaels auf dem irdischen Plan, während die Sonnenströmung von Michael selbst repräsentiert wurde, der gegen das Böse mit den direkten Sonnenstrahlen kämpfte, die vom großen Sonnengeist Christus kamen. Aus der Dunkelheit des Vergangenen treten die starken Bilder des Kampfes Michaels mit dem Drachen, des Mithra, der das Stier besiegte usw. hervor. Den Anfang der Verbindung mit dem Bösen setzte Pinchas im mosaischen Zeitalter. Er durchbohrte mit einem Speer den gegen das Gebot gesündigten Israeliten und die midiamitische Frau. Daraus entstand der freie Ich-Impuls, sich gegen die Gemeinschaft zu erheben und das Gebot „Du sollst nicht töten“ zu verletzen. Jahve hat Pinchas nicht nur nicht bestraft, sondern seine Tat begrüßt und ihm das Blutvergießen erspart, da er ein Levit war. Wegen der Treue Pinchas hat Jahve auch den Bund der „ewigen Priesterschaft“ mit ihm geschlossen, da Pinchas den Bund zwischen Jahve und Abraham erneuert, die Offenbarung Christi an Mose vor der geistigen Verfinsterung gerettet und die Israeliten vor der physischen Vernichtung bewahrt hat. Pinchas war der Schnittpunkt zweier Impulse, die von außen durch die mosaischen Gesetzestafeln und von innen als die moralische Imagination/Erinnerung an den Cherub vor der Paradiespforte als das Urteilen nach dem kosmischen Gewissen wirkten. Auf diese Weise hat sich diese urmenschliche Individualität mit dem Schicksal des alttestamentlichen Volks verbunden und ist ihm bis zum Schluss der Erfüllung seiner spezifischen Mission gefolgt.

Bevor Pinchas als Elia inkarnierte, hatte David Jahves Befehl zu erfüllen und einen Tempel für seinen Namen zu errichten. Jahve bedeutet u.a. auch „Haus für meinen Namen“. Im weitesten Sinne ist die ganze Menschheit ein Haus für Jahves Namen, denn er hat uns als Erdenmenschen gestaltet und uns das Ich geschenkt. Doch das konkrete Haus in jener Zeit war das Volk Israel und noch konkreter war das der errichtete Tempel. David überließ die Erfüllung der Aufgabe Salomo – seinem Sohn von Bathseba. David ist heute wieder inkarniert und wirkt in einer bemerkenswerten Weise in Bulgarien und Europa, trotz des starken Widerstands, der aus verschiedenen Richtungen kommt.

Der herausragende Abelit Salomo sah den Tempel imaginativ und rief den Kainiten Hiram, der ihn verwirklichen sollte. Hiram erfüllte die Aufgabe, aber er wurde mit dem stillschweigenden Einverständnis Salomos von drei Gesellen getötet. Damit wurde Abels Mord durch Kain gerächt, aber es ging nicht um die Vergeltung, sondern um die Vereinigung der beiden Strömungen der menschlichen Entwicklung. Nach der Riesenteilung in der Weltschöpfung, die schon auf dem alten Saturn begonnen und im Erdenäon unerhörte Ausmaße angenommen hat, ist jede Form einer rechtmäßigen Synthese von Gegensätzen in geistiger Hinsicht die Manifestation des Ich-Prinzips schlechthin.

Damals wurde die Synthese zwischen Abeliten und Kainiten nicht vollständig verwirklicht. Der Tempel war das Haus der Weisheit Jahves, das Haus des Geistselbst, das sich den vier irdischen Wesensgliedern (dem dreigliedrigen Leib und dem Ich) als das fünfte Glied anschließen sollte. Im Allerheiligsten des Tempels durfte der Hohenpriester nur einmal im Jahr den Namen des Gottes Israels aussprechen, denn der Name Jahve war so mächtig, dass sein Tönen das alltägliche menschliche Bewusstsein hätte auslöschen können. Der Mensch konnte sein Gedächtnis verlieren und sich vor einer völlig anderen Welt erweisen.

Der Verlust des Gedächtnisses bedeutet ein Ende der Ich-Entwicklung, die schwach war und Unterstützung brauchte. Diese Unterstützung kam in opfervoller Weise mit der Verkörperung des Ich-bin-Prinzips, das aus den Höhen des Pralaya herunterkam. Mit ihm kam auch die göttliche Liebe, die mit der Blutsverwandtschaft nichts zu tun hatte, aber die Menschen nach dem Sündenfall fest an sie gebunden waren. Salomo und Hiram sollten sich versöhnen und in der Liebe des Ich-Prinzips erst auf dem Golgatha vereinigen, als sie als die wieder geborenen Jungfrau Sophia und der Evangelist Johannes vor dem Kreuz der Erlösung standen und die sie verbindenden Worte Christi hörten (Joh.19: 26-27).

Pinchas inkarnierte sich auch wegen des wichtigsten Ereignisses im Kosmos als der Prophet Elia wieder. Elia bedeutet „Gottesweg“, d.h. in ihm kann das Ich ohne Hindernisse zur Geltung kommen. Während Mose der Träger der Weisheit über das Ich war und das Gelobte Land nicht betrat, so besaß Elia dank seiner außergewöhnlichen Einweihung die Fähigkeit, sich unmittelbar den höheren Inspirationen der Hierarchiewesen Jahve und Michael zu öffnen. Er wusste, dass die Offenbarung in der Mondensphäre, die er erlebt hatte, die Offenbarung des Welten-Ich Christi durch Jahve war. Er betrat das Gelobte Land in dem er vollständig wirkte. Die Offenbarung, die von Christus-Jahve kam, wurde ihm nicht so stürmisch durch die Naturelemente wie beim Ätherleib Moses zuteil, sondern innerlich durch den Astralleib – als der leise Windhauch. Sein Ich war in einem ausreichenden Maße unegoistisch, der Äther- und der Astralleib waren „durchsichtig“, so dass die Einwirkung der höheren Wesen durch sein Ich sogar bis in den physischen Leib hineinreichte. Aus den seelischen Untergründen kamen besondere Kräfte heraus, die bis zum damaligen Zeitpunkt selbst den Lehrern der Menschheit nicht innewohnten. Das gab ihm die Möglichkeit, den Naturelementen zu befehlen und die Wunder der „Vermehrung der Brote“, der Auferweckung des Sohnes der Witwe“ usw. zu vollbringen. Er war so mächtig, dass er als ein bodhisattvaähnliches Wesen erlebt wurde. Im Altertum erhob sich das astral-aurische Wesen des Menschen hoch über seinen physischen Leib und die Verbindung zu den irdischen Menschenwesen wurde durch den dünnen „Silberfaden“ hergestellt. Über dieses astral-aurische  Wesen hat der Mensch die Impulse der Götter wie im Traum empfangen. Bei Elia war die Beziehung zwischen dem Physischen und Seelisch-Geistigen besonders locker.

Jahve wirkte durch seinen geistigen Anteil, weshalb er den Naturelementen befehlen konnte. Durch seine Seele und seinen Geist wirkte Michael und machte ihn zu einer Art Gruppenseele des israelischen Volks. Aus dieser mit der Feuerkraft des Ich erfüllten mächtigen Aura heraus, die im Alten Testament in Form eines „Mantels“ dargestellt wird, konnte er in den Himmel, d.h. in die geistige Welt hinauffahren. Die „Feuerpferde“ sind die Ich-Kräfte und der „Wagen“ ist seine Aura, die er auf der Erde zurückließ und seinen Schüler Elischa in sie hüllte, der heute unter den Bulgaren wieder inkarniert ist. Mit seiner Tätigkeit auf Erden rettete Elia den Ätherleib des israelitischen Volkes vor der Blutsvermischung mit den Anhängern des Baal. Doch den „silbernen Faden“ entlang krochen auch luziferische Einwirkungen in unseren Astraleib herein. Der Astralleib wurde von ihren unkontrollierten Stürmen befallen und erfasste den Menschen, dessen Aura sich zusammenzog und allmählich die Maße annahm, die uns heute bekannt sind. Die luziferischen Wesen griffen uns aus dem Feuer- und dem Luftelement heraus an, aus dem festen und flüssigen Element heraus befielen uns ahrimanische Wesen, die uns wie in einem Schraubstock festhielten. Durch die Beseitigung der Einwirkung der sechs Sonnenelohim konnte Jahve die volle Macht über das auserwählte Volk erreichen, aber das führte dazu, dass in die menschliche Natur zahlreiche niedere Wesen, vor allem Elementarwesen, hineinkrochen und sich dort ansiedelten. Die Gesetze schränkten das soziale Leben ein und harmonisierten es, doch die hereinströmenden Gegner Jahves wirkten antisozial. Je näher die Zeitenwende kam, desto mehr wurden sie zu vollständigen Herren des seelischen und geistigen Lebens der Israeliten. Es erschien wieder „Adam“-  in der Persönlichkeit Johannes‘ des Täufers, welcher der Welt den Herabstieg Christi in den Körper von Jesus aus Nazareth verkünden und diesen mit Wasser taufen sollte. In den Untergründen seiner Seele klangen in all seinen früheren Inkarnationen die kosmischen verurteilenden Worte des Cherubs, der die Pforte des Paradieses bewachte. Aus der Stimme dieses kosmischen Gewissens heraus wurde in Johannes ein neues Organ zum Wiedererkennen Christi geboren – das persönliche Gewissen. Bei Elia fehlte immer noch die Erkenntnis der Kraft und Bedeutung des einzelnen Ich. Die Offenbarung Jahves erreichte ihn als der Impuls des Gewissens, blieb jedoch eher eine Inspiration. Erst bei Johannes wurde diese Kraft zu seiner eigenen und vereinigte sich mit dem Inhalt seines Ich. Bei Elia gibt es eine Verinnerlichung des Ichhaften und beim Täufer bilden das Ichhafte und das Gewissen eine Einheit. Wegen seines verstärkten Ich konnte er die Stimme des Gewissens hören. Aus den Kräften seines persönlichen Gewissens heraus richtete er in der Einsamkeit seines individuellen Ich, welches die Beziehung zu den Einschränkungen der Blutsverwandtschaft abgebrochen hatte, seinen Weckruf an die Menschheit: „Ändert euren Seelenzustand, das Himmelreich ist nah herbeigekommen!“ Seitdem leben diese transformierten Worte des Cherubs in jeder Menschenseele als die Stimme des eigenen Gewissens, die dem Menschen sagt, dass er für die Wahrheit aufwachen soll, dass das „Reich“ zur Zeitenwende ein Mensch wurde. Das Reich, d.h. das Ich Christi, kam aus dem Himmel, aus der geistigen Welt, um Herr der menschlichen Seelenkräfte zu werden und sie zurück in das Paradies der geistigen Welt zu bringen. Darunter ist auch die Gesamtheit der Hierarchiewesen mit einem Ich zu verstehen, deren Haupt, deren Herr Christus ist. Manche von ihnen wirkten durch den Täufer, doch im Vergleich zu seiner früheren Inkarnation als Elia kam die Leitung eine Stufe herunter. Statt des Formgeistes Jahve übernahm der ehemalige griechische Volksgeist die Führung, da er nach der vorzüglichen Erfüllung seiner Mission zum Zeitgeist der vieren Kulturepoche aufgestiegen war. Als Zeitgeist nahm er an den Ereignissen in Palästina teil und wegen seiner erfolgreichen Teilnahme an der Vorbereitung des Christus-Ereignisses konnte er während der Jordantaufe zum Geist der Form aufsteigen. Doch er verzichtete auf diesen Rang, da er später eine besondere Aufgabe erfüllen sollte. Er war das Wesen, das den griechischen, hebräischen und römischen Kulturimpuls vereinigte, um die drei Hüllen zu schaffen, in denen das Christentum in seiner exoterischen Form verbreitet werden sollte. Er war der Vermittler der Worte des väterlichen Weltengrundes, die an Epiphanie erklangen: „Dies ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.“ Dieser Geist hat auch das Ich des Johannes verstärkt, was dazu führte, dass seine Verstandesseele voll wurde, die Bewusstseinsseele erwachte und das Geistselbst in ihr aufleuchtete, um ihn zum „Menschensohn“, zum Führer der Menschheit zu machen. An die Stelle des Erzengels Michael, der seine Seele führte, trat Widar – der ehemalige Engel Gautama Buddhas. Nachdem sich Gautama vom Bodhisattva zum Buddha erhoben hatte, hätte Widar zum Erzengel aufsteigen können, doch er verzichtete opfervoll darauf und blieb in der Sphäre der Engel, wo er spezifische Aufgaben in der Zeitenwende, ja sogar bis in das 19. Jahrhundert hinein erfüllte. Vom 20. Jahrhundert an hat er schon eine andere Aufgabe, die mit der ätherischen Wiederkunft Christi zusammenhängt. Wir können annehmen, dass mit dem Beginn des Christentums des Heiligen Geistes, das nach dem Ende des Kali Yuga einsetzte, auch der führende Geist des exoterischen Christentums die Funktionen eines Geistes der Form übernommen hat. Diese Vermutung hängt mit der Entwicklung zusammen, die Jahve nach dem Christus-Ereignis zurückgelegt hat und vor allem mit der Änderung, die im 20. Jahrhundert eingetreten ist.

In der Zeitenwende konnte sich der Täufer wegen der Änderung seiner persönlichen Führung, die um eine Stufe reduziert wurde, nicht mehr daran erinnern, dass er Elia war. Er musste auch kleiner werden. Trotzdem konnte er zu einer prophetischen Vorstufe der Synthese der beiden wichtigsten Mysterienströmungen werden, deren Hauptvertreter Zarathustra und Gautama Buddha waren.

Aus seiner Inkarnation als Elia erbte Johannes seine Beziehung mit den Kräften des Ätherleibes Zarathustras durch die Fortsetzung des Prozesses, der bei Mose eingesetzte hatte. In der Zeitenwende schloss sich dem die unmittelbare Inspiration vom Nirmanakaya Buddhas an. Die wahre Synthese beider Strömungen kam in Jesus aus Nazareth zustande – als die beiden Jesus-Kinder in eine Person vereinigt wurden. Über das Mysterium des Täufers haben wir ausführlicher in der Vorlesung „Das Geheimnis Johannes‘ des Täufers gesprochen[3]. Doch bisher haben wir uns noch nicht in ein anderes Mysterium ausreichend vertieft, das auch mit dem Täufer zusammenhängt – die Auferweckung des Lazarus.

Bekanntlich hat Steiner seinen Nachfolgern aufgetragen, drei Rätsel zu lüften – das Rätsel Kaspar Hausers, das Rätsel des Demetrius und das Rätsel der beiden Johanesse. Über Kaspar Hauser wissen wir schon, dass er der „gute Schächer“ war, der am Kreuz in Jesus Gott sah, Reue zeigte und als Erster unter den Menschen mit Ihm ins Paradies, d.h. in die geistige Welt kam. Freunde von mir, die der „Weißen Bruderschaft“ angehören, haben mir neulich über die von ihnen empfangene Offenbarung berichtet, dass Kaspar Hauser jetzt wieder inkarniert sei und haben mir den Namen der betrefflichen Person genannt. Im Moment kann ich die Richtigkeit dieser Offenbarung weder bestätigen noch verneinen. Es ist möglich, dass das zutrifft. Es geht um einen Menschen, der sich sehr stark für das Spirituelle interessiert und genauso stark mich ablehnt. Hoffentlich wird er seine Bewusstseinsseele in rechter Art verinnerlichen, wenn er in die Periode der Bewusstseinsseele eintritt (da es sich um einen jungen Menschen handelt)  und  hoffentlich kann er sich über das kleinlich Menschliche erheben, was ihn momentan fest in seinem Griff hat und Verwirrung in seiner Seele sät.

Was Demetrius betrifft, wissen wir seit langem, dass durch seine Ermordung die Nabelschnur des russischen Volks abgetrennt wurde, die es mit Bulgarien verbunden hatte. Demetrius war der letzte Vertreter des bulgarischen Geschlechts Rjurik von den kimmerischen Thrakern, der den russischen Thron erben und Russland auf den rechtmäßigen Entwicklungsweg führen sollte. Nach seiner Ermordung verfiel Russland dem verhängnisvollen Imperialismus, welcher mit der zukünftigen Aufgabe dieses Volks nichts zu tun hat. In einem hohen Maß sind die Russen auch heute von diesem Imperialismus abhängig.

Über die beiden Johannesse – den Täufer und den Evangelisten – wurde auch viel von verschiedenen Seiten berichtet. Doch das, was Judith von Halle vorgetragen hat, ist wirklich erstaunlich.[4] Hat sie Recht, wenn sie das behauptet, was in ihrem Buch geschildert wird?

Johannes der Täufer wurde ungefähr ein Jahr nach der Jordantaufe enthauptet. In die Atmosphäre, die er vorbereitet hatte, konnte der Erlöser am besten Seine Taten während Seiner drei Erdenjahre einprägen. Diese Zeit können wir als die erste Etappe seiner nachtodlichen Arbeit für das Ich-bin-Prinzip bezeichnen. In der zweiten Etappe verwandelte sich seine Entelechie in eine Art Gruppenseele der Jünger. In der dritten Etappe vereinigte sie sich mit Lazarus während seiner Einweihung in Bethanien. Diese letzte Etappe blieb bisher nicht völlig aufgeklärt. In der letzten Anrede Rudolf Steiners[5] finden wir die zwei Inkarnationslinien, die er in früheren Vorträgem immer voneinander getrennt behandelt hatte. Hier hat sie Steiner zum ersten Mal in Lazarus-Johannes vereinigt. Die eine Linie ist die Linie von Hiram – Lazarus – Christian Rosenkreutz – Graf Saint-Germain. Dieser Linie haben wir Katja hinzugefügt – die Schwester Boris Georgievs. [6]  Die andere Linie ist die in der vorliegenden Vorlesung betrachtete Linie von Pinchas – Elia – Johannes der Täufer, die Steiner mit dem Maler Raffael und dem Dichter Novalis fortgesetzt hat und der wir den hellseherischen Märtyrer Djado (Opa) Wlajtscho hinzugefügt haben. Beiden Linien lassen sich weitere Persönlichkeiten der Vergangenheit zuordnen. Doch wichtiger für uns ist, dass in der ersten Linie das kainitische Prinzip und in der zweiten – das abelitische Prinzip zur Geltung kamen, die Christus an der Zeitenwende miteinander verbunden hat. Im Zusammenhang damit müssen wir uns fragen, ob Lazarus tatsächlich gestorben war. Hätten wir nämlich mit einer Auferweckung aus dem dreitägigen Einweihungsschlaf zu tun gehabt, der die vorchristliche Einweihungsform darstellte, so hätte sich seine Initiation nicht wesentlich von der Auferweckung des Jungen von Nain und der Tochter des Jaïrus unterschieden. In ihrem vorhin erwähnten Buch behauptet Judith von Halle, dass Lazarus gestorben war und als der neue Jünger Johannes auferweckt wurde.

Wir haben bereits gesagt, dass der Astralleib im Schlaf von dem im Bett gebliebenen physischen und ätherischen Leib getrennt wird. Er hängt am sog. „silbernen Faden“, der ihn mit dem physischen Leib verbindet. Die Befestigung findet in der Milzgegend statt. Der silberne Faden ist wie ein Anker, der die erneute Verbindung des Astralleibes mit dem physischen Leib gewährleistet, wenn er nach dem Schlaf zurückkehrt. Während der dreitägigen Initiation wird jedoch auch der Ätherleib abgetrennt, damit ihm außerhalb der Beschränkungen der materiellen Leiblichkeit die astralische Weisheit eingeprägt wird, welche aus der Begegnung mit dem individuellen Ich kommt. Dadurch wurde die feine Verbindung zwischen dem Astralleib und dem physischen Leib stark belastet. Nur durch die ätherische Unterstützung durch die Hierophanten konnte der Neophyt dreieinhalb Tage lang am „silbernen Faden“ hängen, ohne dass dieser reißt und er stirbt. Bei Lazarus war der Faden gerissen und Lazarus tot. Im Evangelium heißt es, dass er seit vier Tagen im Grab lag und schlecht roch und schon hatte sich die Leiche zwei bis drei Tage draußen befunden. Wenn man bedenkt, dass es in jenen geografischen Breiten sehr warm werden kann, ist es möglich, dass die Leiche des Lazarus wirklich stank.

Lazarus ist jener reiche junge Mann, der Christus gefragt hatte, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen. Die Antwort des Erlösers machte ihn traurig, da er seine Güter unter den Armen verteilen sollte. Das bedeutete, dass er seine irdischen Reichtümer, d.h. seinen Leib verlassen sollte und erst dann das wahre Christus-Verständnis und die Verwirklichung seiner Wünsche erreichen konnte. Dabei sollte das Extrakt des wunderbaren irdischen Leibs des Baumeisters Hiram bewahrt werden, der im damals 28jährigen jungen Mann wieder inkarniert war. Es stand die Vereinigung mit der Spitze der Abel-Strömung bevor  – dem Täufer, der ebenfalls sterben sollte, damit ein einmaliges Menschenwesen entstehen konnte. Ein solches Wesen hatte die Welt vorher nicht gesehen und sollte es nachher auch nicht sehen. Das Ich-Wachstum, das dem von Christus kommenden Ich-Impuls angemessen ist, erfordert, dass jeder Mensch in seine eigene Ich-Natur liebevoll den Impuls einer anderen Strömung aufnimmt. Erst dann wird die Brüderlichkeit erreicht, über die der Erlöser in den Evangelien sprach. In dieser Brüderlichkeit sieht man nicht, in welcher Strömung der jeweilige Mensch wurzelt. In die Person von Jesus aus Nazareth haben sich die beiden großen vorchristlichen Strömungen der nördlichen und südlichen Mysterien vereinigt, in die Person des neuen Apostels Johannes – die beiden Strömungen aus dem Paradies der Abeliten und Kainiten, die nach dem Sündefall sich herausbildeten und gegeneinander zu kämpfen begannen. Immer wenn irgendwo eine Synthese zweier Sachen zustande kommt, gibt es einen gewaltigen Evolutionssprung. Wie wurde Lazarus-Johannes „zusammengestellt“?

Lazarus selbst hatte in seiner Evolution die Verinnerlichung der Verstandesseele erreicht, die auch die Gemütsseele ist. Sein physischer Leib zerfiel im Grab, sein Ätherleib trennte sich ab und löste sich im Weltenäther. Es blieben der Astralleib, die Empfindungs- und die Verstandesseele übrig. Ihnen können wir das individuelle Ich hinzufügen, das sich der „alte“ Lazarus in seinem Leben noch nicht angeeignet hatte. Er besaß nur das reflektierende niedere Ich, das nach dem Gehirntod zerfällt. Nach Angaben Ita Wegmans, die sie von Rudolf Steiner erhalten hat, bekam Lazarus die höheren Wesensglieder – die Bewusstseinsseele, das Geistselbst, den Lebensgeist und den Geistesmenschen vom Täufer. Aber damit der zukünftige Apostel Lazarus-Johannes gebildet werden konnte, fehlten ein neuer Ätherleib und physischer Leib. Wir wollen schauen, woher sie kamen und wie Johannes der Täufer die höheren Wesensglieder gestiftet hat.

Laut Judith von Halle wurde der Ätherleib von Johannes Zebedäus geschenkt. Dieser Ätherleib war in seiner Zusammensetzung dem Ätherleib des „alten“ Lazarus ähnlich, da er ebenso von der Verstandesseele durchzogen war. In ihn war alles eingeschrieben, was Christus dem Sohn des Zebedäus gelehrt hatte. Als der neue Lazarus-Johannes auferweckt wurde, verband sich sein Astralleib mit dem Gedächtnis dieses Ätherleibes. In ihn war etwas äußerst Wichtiges eingeprägt, da er bei der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor sowie bei der Auferweckung im Haus des      Jaïrus anwesend war. In beiden Fällen befahl der Erlöser Petrus, Johannes und dessen Bruder Jakobus, niemandem von dem Erlebten zu erzählen, damit die göttliche Quelle Seiner Tätigkeit nicht offenbar wurde. Die Menschen sollten selbst Christus erkennen und nicht deshalb glauben, weil sie von jemandem über Seine Wunder gehört hatten.

Als das geistige Wesen des Johannes Zebedäus den physischen Leib verlassen hatte, um den Ätherleib zu spenden, trat der Zerfall des physischen Leibes in seine Elemente sofort ein und nicht wie beim gewöhnlichen Tod erst drei Tage später. Der schnelle Zerfall ist das Ergebnis der plötzlichen Abtrennung des Ätherleibes. Das seelisch-geistige Wesen des Johannes Zebedäus ist jedoch nicht in die Höhen der geistigen Welt gefahren, um dort eine neue Inkarnation zu erwarten, sondern es hat sich in seinen Bruder Jakobus inkorporiert.

Unter dem Schutz Christi wurden der Astralleib, die Empfindungs- und Gemütsseele auf Jakobus übertragen und der Verstandesteil der Verstandesseele war von ihm selbst anwesend. Die niederen Seelenglieder, die von dem einen auf den anderen Bruder übertragen wurden, waren genauso wie bei der Ätherübertragung in Harmonie miteinander, da die beiden ja blutsverwandt waren. In jener Zeit schwacher Ichheit waren solche Vorgänge völlig realistisch. Wenn im Neuen Testament nach der Auferstehung des Herrn über die Anwesenheit der beiden Brüder Zebedäus die Rede ist, muss man sich eben diesen „zusammengesetzten“ Jünger (zwei Jünger in einem) vorstellen. Es ist möglich, dass in ihren nächsten Inkarnationen eine erneute Trennung der beiden eingetreten ist.

Hat Judith von Halle Recht, wenn sie behauptet, dass der Ätherleib für den neuen Jünger Lazarus-Johannes vom Sohn des Zebedäus kommt? Aus eigenem Erleben können wir die Richtigkeit dieser okkulten Tatsache bestätigen.

Nun wollen wir uns den vom Täufer gestifteten Wesensgliedern widmen. Nach seiner Exekution hat er sich sehr schnell durch die Monden-, Merkur- und Venussphäre erhoben. Zum Zeitpunkt der Verklärung erreichte er die Sonnensphäre, in der sich Christus mit dem herausragenden Abeliten Elia und dem herausragenden Kainiten Mose traf, um etwas zu „besprechen“, was mit der Tätigkeit des Herrn des Karma zusammenhing. Bis zum Erscheinen des Erlösers hatte Mose dieses Amt inne, der dem Volk Israel die Gesetzestafeln gegeben hat und für sie eine moralische Instanz war. Nachdem Christus erschienen war, begann der Übergang von der Macht des Gesetzes zur Freiheit und zur Macht des Gewissens vor dem Erlöser. Dieses Gewissen sollte Regent des Karma werden. Mose selbst war zum Zeitpunkt dieser geistigen Begegnung als Petrus inkarniert. Oben ragte das Ich in der Gestalt Moses und unten stieg Petrus auf den Berg Tabor und wollte dort, d.h. in seinem höheren Ich wie in einer „Hütte“ Unterschlupf finden. Später haben wir gesehen, dass das Fehlen dieses Unterschlupfs das niedere petrinische Ich zum dreifachen Verleugnen Christi – des Trägers des Ich-Prinzips – führte.

Während der Verklärung gab Christus Anweisungen und stärkte den Täufer, damit er über die Sonnensphäre zur Mars-, Jupiter und Saturnsphäre aufsteigt, um dort die drei höheren Wesensglieder Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch zu erhalten. Schon während seiner irdischen Inkarnation erwachte er teilweise in seiner Bewusstseinsseele und verkündete als „Menschensohn“ mit der Kraft seines (höheren) Ich die Ankunft des Erlösers. Bei der Verklärung hat Christus selbst seine Bewusstseinsseele angetrieben, damit sie zum erwähnten Aufstieg fähig wurde. Dieses beschleunigte Erlangen der drei geistigen Wesensglieder erfolgte einmalig, alle anderen Menschen werden viele Inkarnationen für diese Verinnerlichung brauchen. Als der Täufer die Saturnsphäre durchlief und zur Mitternachtsstunde des Daseins, d.h. zur Sternensphäre aufstieg, fand in Bethanien die Initiation des Lazarus statt. Von den Sternenhöhen stieg der Täufer mit seinen ausgebauten höheren Wesensgliedern herab und trat in das neue Wesen des Lazarus-Johannes ein. Der vom Sohn des Zebedäus gestiftete Ätherleib begann beschleunigt damit, einen neuen physischen Leib aufzubauen. Und hier kommen wir zum größten Rätsel: Wer und wie hat den vollkommen neuen physischen Leib aufgebaut?

Als Christus den Einweihungsruf des Hierophanten „Lazarus, komm heraus!“ aussprach, geschahen blitzschnell erstaunliche Vorgänge und die Anwesenden mussten durch die Krankheit, den Tod und die Auferstehung des Neophyten dermaßen ihre Einsichtsfähigkeit stärken, dass sie auf das bevorstehende Mysterium von Golgatha vorbereitet werden. Deshalb heißt es im Evangelium, dass diese Krankheit nicht zum Tod führt (Joh. 11:35). Die Auferweckung des Lazarus geschah vor dem Mysterium von Golgatha und daher konnte der Auferstehungsleib des Christus Jesus nicht als Quelle des neuen physischen Leibes dienen – zumindest was den Phantomteil betrifft. Etwas mehr – aus dem Grab kam ein ausgebautes, von materiellen Substanzen ausgefülltes physisches Leib-Phantom. Doch bekanntlich muss seit dem Sündenfall jedes Embryo durch eine Frau und einen Mann entstehen und neun Monate im Mutterleib verbringen, bevor das Kind geboren wird und aufwächst. Wir haben hier also eine Überwindung des Sündenfalls und eine völlig neue Art der Menschenschaffung! Nach dem Hierophantenruf Christi hat sich der Ätherleib des Johannes Zebedäus sofort abgetrennt und begann, einen neuen physischen Leib aufzubauen. Doch das sind vor allem die Vorrechte der vatergöttlichen Kräfte, d.h. die Kräfte des Geistesmenschen, des Atma-Prinzips. Sie sind einzig in der Lage, bis zur Stufe des Physischen herab zu wirken. Die Liebe zur Schöpfung lässt den Geistesmenschen sich bis zur Phantomform verdichten und zu jenem physischen Leib degradieren, der von mineralischen, flüssigen, Luft- und Feuerbestandteilen ausgefüllt ist. Das sind die Aufopferung des Vollkommenen aus Liebe und das Herabsinken ins Unvollkommene. Hier geschah das Gleiche, jedoch in einer einmaligen und unvergleichlichen Art.

Vor dem Grab stehend, dankt Christus dem Vatergott, dass Er Ihn erhört hat (Joh. 11:40). Als Johannes der Täufer sich nach dem Tod zur Sonnensphäre erhob, wo er dem Ich-bin Christi begegnete, befand sich dort auch Dessen Geistesmensch, der das unmittelbare Atma-Prinzip des Vatergotts ist. Wie bereits hervorgehoben, hat das Ich die Bewusstseinsseele des Täufers aktiviert, damit sie sich zur Mitternachtsstunde des Daseins erhebt und die drei geistigen Wesensglieder erlangt. Als diese Seele auf ihrem Rückweg wieder die Sonnensphäre durchlief, wurde sie in ihrem Geistesmenschen durch den Geistesmenschen Christi gestärkt. Im Augenblick der Einweihung wurde dieser gestärkte Geistesmensch fähig, sich bis zum Phantom des physischen Leibes desjenigen Wesens zusammenzuziehen, das aus dem Grab herausgehen sollte. Das Phantom selbst degenerierte schleunigst bis zur Stufe, auf der es von den vier Elementen (im rosenkreuzerischen Sinne) ausgefüllt werden konnte, die sich auf dem Erdenplan in den Aggregatzuständen der Materie manifestieren.

Das war eine blitzschnelle Wiederholung der ganzen Entwicklung vom alten Saturn bis zum Erdenäon und ihre Verdichtung in Raum und Zeit, damit sie die Menschen bemerken und begreifen konnten. Hier gibt es dreierlei – eine Überwindung sowohl der Ätherzeit, die von der Vergangenheit zur Zukunft fließt und keine Substanzialität besitzt, als auch der substanziellen Zeit der Astralwelt, die von der Zukunft zur Vergangenheit fließt, sowie eine Übertragung auf die senkrechte Zeit des Ich-bin-Prinzips, die den Pralaya- mit dem Manvantara-Zustand verbindet. Es liegt hier ein direkter Eingriff der Trinität in ihrem eigentlichen Wesen vor, die dem „Dirigentenstab“ des Ich-Prinzips Christi unterliegt – dem systembildenden Faktor des Manvantara. Hier hat der Logos/das Wort den Apostel Lazarus-Johannes aufgerufen und erschaffen. Vom Vatergott kam die Substanz, vom Heiligen Geist – die Idee. Die Idee verlieh der Substanz ihre Form und ihr Leben hauchte ihr der Sohn ein. So ist aus dem Grab ein Menschenwesen gestiegen, das laut Judith von Halle kein Toter war und wie ein „Außerirdischer“ aussah, der noch nicht ganz lebendig zu sein schien. Sein Äußeres sah zuerst unfertig aus, da die geistigen Wesensglieder noch am physischen Leib tätig waren. Christus Jesus hat sich mit Lazarus-Johannes, den Schwestern Martha und Maria Magdalena und den Jüngern Petrus und Jakobus Zebedäus ins Haus des „alten“ Lazarus zurückgezogen, wo Er die Stirn des Auferstandenen leicht berührt und in seine Richtung gepustet hat. Lazarus wurde im Grab vom wahren Leben auferweckt, das im Ruf Christi „Lazarus, komm heraus!“ hallte. Doch warum musste Christus im Haus des „alten“ Lazarus wieder am Auferstandenen wirken? Denn das wahre Leben in Lazarus-Johannes musste an das Leben im Manvantara angepasst werden, also an das ewige Leben. Das wurde durch das Einhauchen durch Christus möglich. Der Hauch wurde durch den Ätherleib des Menschen Jesus transformiert, d.h. durch die nathanische Seele. Nach diesem Eingriff Christi haben die geistigen Wesensglieder den Leib des „außerirdischen“ Lazarus-Johannes ergriffen, seine Haut wurde rosafrisch, die Gliedmaßen streckten sich und die Augen glänzten. Zwischen dem Herauskommen aus dem Grab und der „irdischen“ Belebung vergingen einige Stunden. Am Anfang sah der Auferweckte deutlich jünger aus, da er Johannes Zebedäus ähnelte, von dem er den Ätherleib erhalten hatte. Zur Zeit seines Opfers war Johannes Zebedäus ca. 19 Jahre alt. Der Ätherleib selbst war also 12 Jahre alt, da das Kind bis zum Alter von sieben Jahren größtenteils vom mütterlichen Ätherleib abhängig ist. Wir haben bereits erwähnt, dass der „alte“ Lazarus ca. 28 war und deshalb der „neue“ Jünger, „den der Herr lieb hatte“ so jung aussah. Zuerst hatte er eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Täufer, doch allmählich bekam das Ich die Oberhand und es gestaltete sich ein fließender Übergang zur Ähnlichkeit auch mit dem „alten“ Lazarus. Es ist kein Zufall, dass Christus ihn aus dem Grab mit dem Namen Lazarus aufrief. So konnte allen Anwesenden klar werden, dass der reiche junge Mann mit dem Tod sein Ziel des ewigen Lebens erreicht hatte. Doch die Menschen nannten ihn schon Johannes, da in ihm immerhin die Merkmale des Täufers und des Sohnes des Zebedäus überwogen.[7]

Dieser neue Johannes-Lazarus wurde für immer die Verkörperung der Wahrheit, dass die materielle Leiblichkeit vom Geist stammt und dass der Geist derjenige ist, der sie vernichtet, um sie wieder in sich aufzunehmen. Seitdem lebt die Persönlichkeit des Apostels Johannes in diesem Zyklus als ein Wesen außerhalb des Sündenfalls, als ein Mensch, der vor dem Sündenfall erschaffen wurde, als der Geist noch die unbestreitbare Vorherrschaft über alles hatte. Selbst wenn wir heute behaupten, dass das Kind vom Mann und der Frau gezeugt wird, d.h. aus dem Materiellen entsteht, müssen wir bedenken, dass das so nicht stimmt. Im Prozess findet nämlich einfach die Vermehrung der Ausgangsstoffe von Vater und Mutter statt, die wegen des uranfänglichen Opfers des Atma-Prinzips vom Vatergott bereits vorhanden waren. Diese Ausgangsstoffe hätten sich niemals verbunden und vermehrt, wenn nicht der geistige Impuls da gewesen wäre. Es ist aus der Anthroposophie bekannt, dass die befruchtete Eizelle bis zum Chaos-Zustand zerfällt und dass der Keim des neuen Menschen gerade aus dem geistigen Impuls heraus entsteht, welcher aus dem ganzen Tierkreis heruntersteigt.

Stimmen die Ausführungen Judith von Halles, dass der Ausbau des physischen Leibes für Lazarus-Johannes in der beschriebenen Art geschehen ist? Aus eigenem Erleben können wir diese Frage positiv beantworten, wobei ich mir erlaubt habe, den Eingriff des Geistesmenschen Christi hinzuzufügen, den Er auf der Sonne zurückgelassen hat.

Wenn wir uns fragen, wie dieses geheimnisvolle geistige Prinzip auf der Erde in Erscheinung tritt, so können wir auf Lazarus-Johannes schauen – den anschaulichen Beweis dafür. Bei ihm gibt es die Folge vor der Ursache – die Auferweckung des Lazarus-Johannes vor der Auferweckung des Phantoms des Christus Jesus. Es gibt den Eingriff des Pralaya in das Manvantara und zwar in einer Form, die der irdische Mensch, der in der räumlich-zeitlichen Welt lebt, schwer erkennen kann. Deshalb legte Rudolf Steiner so viel Wert darauf, dass das Mysterium der beiden (eigentlich der drei) Johannesse in unserer stark materialistischen Zeit begriffen wird.

Genauso viele Schwierigkeiten bereitet das Erkennen des sog. Bösen, ohne dessen Überwindung auch die Verbindung mit Christus in Seiner Zweiten Wiederkunft unmöglich ist. In ihrem Buch „Der Abstieg in die Erdenschichten“ von 2008 berichtet Judith von Halle Erstaunliches über das Böse. Am Anfang der Vorlesung haben wir Sorat als jenen Thron/„Sohn“ charakterisiert, der die Aufgabe übernommen hatte, den  Herabstieg der Substanz zu begleiten,  indem er die bereits im vorherigen Zyklus angelegte Erdenintention befolgte. Bei dem uranfänglichen Opfer der Throne am Anfang des alten Saturn gibt es keine Ablehnung durch die höherstehenden Cherubim und deshalb hat sich die Erdenintention nicht so herausragend in der Substanz manifestiert. Dieser Äon war eine Art Wiederholung des vorherigen Zyklus. Nach dem wiederholten Opfer der Throne am Anfang der alten Sonne und nach dem Erscheinen des eigenen Lebens des Zyklus mit dem Opfer der Herrschaften hat Sorat in ernsthafterer Weise eingegriffen und Luzifer verwarf seine kosmische Bruderschaft mit Christus. Die Trennung der beiden Intentionen begann immer deutlicher zu werden. Wenn wir über den vorherigen Zyklus annehmen können, dass Sorat und Christus eine Art „kosmische Brüder“ waren, so machte ihre Trennung allmählich den Ersteren zum Hauptantichristen“, den Steiner das „Sonnendämonium“ nannte und den Letzteren – den „Sonnengeist“. Einerseits hat Sorat als der Träger der jeweiligen Intention einen Sonnencharakter, andererseits ist er ein Dämonium, da er sich dem Sonnenprinzip Christi widersetzte. Die Rolle des Sorat besteht darin, der Gegner zu sein, welcher die Entstehung des Bösen wegen der Ausbildung der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe unter den Bedingungen der freien Wahl zwischen beiden Intentionen hervorgerufen hat. Das Problem war nicht das Bestehen der Erdenintention selbst, die bereits im Plan des väterlichen Weltengrundes angelegt worden war, sondern es bestand darin, dass sich von ihr als eine selbstständige Intention die Mondenintention abtrennte, bei der es keinen Abstieg wegen des Aufstiegs gibt, sondern ein Absinken ohne die Aussicht auf einen Aufstieg. Sorat ist nicht der Gegner unserer Ich-Form, die aus „seiner“ Intention entstanden ist, sondern er ist der Gegner der materialistischen Manifestation des Ich als ein Ego, welches die Substanz in den Abgrund des absoluten Bösen mitreißt. Sowohl Sorat als auch seine unterordneten luziferischem ahrimanischen und asurischen Geister wollen, dass der Mensch die Verbindung zu seinem individuellen Ich findet und sich allmählich zur Sonnenevolution erhebt, so dass sie sich zusammen mit ihm auch nach oben erheben können. Doch der Mensch sank immer tiefer herab und deshalb musste Christus mit Seinem Opfer erscheinen. Als Er sich am Karsamstag durch die Erdenschichten zu der neunten Schicht aufmachte, um die nötige Kraft zu sammeln und die für das menschliche Phantom notwendige Auferweckung zu vollziehen, hat sich laut Judith von Halle Sorat an ihn „angehängt“. Das geschah nach dem Tod Jesu und dadurch wollte das Sonnendämonium den Durchgang durch den Tod des Materiellen vermeiden und auf diesem Umweg zur Auferstehung kommen. Wir sehen, dass selbst im größten Christus-Werk aus Liebe Sein Gegner Sorat anwesend war. Die kosmische Liebe kann nur durch die Überwindung des Bösen entstehen. Der Erlöser kam aus der Zeitlosigkeit des Pralaya, aber er hat sich mit der Evolution und der Zeit im Zyklus verbunden. Sorat vermied eine solche Verbindung, doch im wichtigsten Moment der Entwicklung schlich er sich an Christus mit der Absicht vorbei, die Geburt des Impulses zu verhindern, welcher die Menschheit erlösen kann. Wir wollen wieder festhalten – das ist die Rolle Sorats! Wir können hier nicht umhin, uns an die Worte des Meisters Beinsa Douno zu erinnern: „Als Christus auffuhr, kam Er an den dunklen Geistern vorbei, die zu den Menschen herabstiegen. Doch beide Seiten behindern sich nicht gegenseitig, denn jede erfüllt ihre Aufgabe“. Die Erkenntnis des Bösen ist eine große Leistung des menschlichen Bewusstseins!

Judith von Halle berichtet, dass bei den drei Erdbeben, die sich in den ersten Stunden des Ostermorgens ereignet hatten, Christus dreimal seinen Gegner heruntertrat und ihn in drei Gebiete der Erdschichten hineinzwang. Auf diese Weise hat Christus Sorat dorthin verbannt und dem Dämonium nicht erlaubt, Ihm bei Seiner triumphierenden Auferstehung zu folgen. Wenn Christus ihn nicht in das Erdinnere hineingezwängt hätte, wäre Sein Werk sinnlos geworden, denn Sorat hätte bewiesen, dass eine Auferstehung auch ohne den Durchgang durch den Tod in der Materie möglich ist. Der väterliche Weltengrund wollte aber, dass Christus den Tod im Leib von Jesus erlebt.

Aus dem Versuch Sorats sind langfristige Folgen für die Menschheit übriggeblieben. Zu diesen Folgen gehört Ahasver – das Wesen, das eine unrechtmäßige Einweihung „ohne Sterben in Christo und Auferstehung im Heiligen Geist“ erfahren hat. Es wandelt von Volk zu Volk auf dem Astralplan und erlebt unter den Menschen irdische Erfahrungen in einer unrechtmäßigen Weise. Dazu gehören auch die Mysterien, die mit der Zahl 666 zusammenhängen. In seiner Vorlesung vom 11. Oktober 1918[8] sprach Steiner über die Jahre 333 und 666. Christus hat den Rhythmus von 33 Jahren in die Erdentwicklung eingeführt. Das bedeutet, dass die Wirkung eines Impulses  33 Jahre später in der Geschichte sichtbar wird. Der mit der Trennung verbundene Sorat hat den Gegenimpuls der Zahl 66 eingeführt. Er hat auch den Impuls der Zahl 666 gegenüber der Zahl 333 eingeführt. Letztere bringt das Verschmelzen des Menschen mit der Trinität zum Ausdruck. Das Jahr 333 bildete die Mitte der vierten nachatlantischen  Kulturepoche. Damals musste der Höhepunkt der Verstandesseele erlebt und das Mysterium von Golgatha verwirklicht werden. Doch Christus hat wegen des Jahres 666 etwas anderes getan. In jenem Jahr sind drei Strömungen zusammen gekommen – die Strömung der normalen Entwicklung und die Nebenströmungen von Luzifer und Ahriman. Sorat hatte die Absicht, den Menschen vorzeitig mit dem der Bewusstseinsseele angemessenen Wissen zu überschütten, für das er  erst in der Mitte der fünften Kulturepoche reif gewesen wäre. Das hätte zur Vermischung der Verstandes- und der Bewusstseinsseele in einer unrechtmäßigen Art geführt. Der Mensch hätte nicht seine höheren geistigen Wesensglieder entwickeln können und wäre zu einer Art Tier geworden. Deshalb musste Christus 333 Jahre früher kommen und in einem gewissen Sinne die Absicht Sorats neutralisieren,  die später durch die Akademie von Gondischapur umgesetzt wurde.

Ein zweites Mal manifestierte sich Sorat in der Vernichtung der Templer. Seine dritte Erscheinung unter den Menschen fällt mit unserer Zeit zusammen. Sorat wird unsere Evolution bis zum zukünftigen Äon der Venus begleiten, wenn das „Letzte Gericht“ über die Menschenseelen stattfinden wird. Bis zu jener fernen Zeit wird uns Sorat bei unseren Bemühungen verhindern,  Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch anzueignen. Er wird die Rolle des „Hauptantichristen“ spielen, der das Böse hervorbringt. Erst auf der zukünftigen Venus werden Sorat und seine Scharen ihre Aufgabe beendet haben. Dann werden sie zusammen mit den heil gebliebenen Menschen-Ichen nur in der Sonnenevolution ihre Entwicklung zum Vulkan und zu, nächsten Zyklus fortsetzen. Dann werden sich die beiden der Substanz angelegten Hauptintentionen wieder harmonisch vereinigen, jedoch auf einer neuen Stufe im Vergleich zur Stufe des vorherigen vatergöttlichen Zyklus.

Der Anfang dieser Geisteshöhen liegt in der Zeitenwende. Damals haben sich Jahve und Michael von der geistigen Führung der Israeliten zurückgezogen und diese hätten sich wie das Ferment des einsetzenden Christentums unter die restlichen Völker der Erde verbreiten sollen, denn das Wesen des salomonischen Tempels ist dem Wesen des Christentums völlig entgegengesetzt. Sie haben das nicht getan und sind unter den Einfluss des „ewigen Juden“ Ahasver geraten. Auch heute irren sie, ohne die Entwicklungsrichtung zu kennen, angetrieben von der Anschauung des Zionismus.

Aber was geschah mit Jahve und Michael? Michael wurde allmählich zum Sonnen-Antlitz Christi und Jahve hat seinen „Monden-Amt“ aufgegeben, denn er hat seine Aufgabe, den Leib für Gott im Volk Israel zu schaffen, erfüllt.

Im Augenblick, als Christus seine dritte Prüfung im Garten Gethsemane erlebte, über die Judith von Halle in ihrem Buch „Und wäre Er nicht auferstanden“ berichtet, erschien ein heller Fleck auf dem Mond. Jahve kam dort heraus und richtete sich auf die geistige Sonne zu, d.h. er begann sich mit der Sonnenevolution zu verbinden. Es bestand keine Gefahr mehr, dass der Leib des Christus Jesus zerfallen und der Kreuzestod und die Auferstehung verhindert werden würden. So konnte der Sündenfall erlöst werden. Das Mysterium von Golgatha bildet mit Rücksicht auf den zeitlichen Mittelpunkt der Erdenevolution das geistig-historische Gegengewicht des menschlichen Sündenfalls. Jahve erhielt das Recht, zum Rang eines Dynamis aufzusteigen, aber er verblieb aufopferungsvoll in der Sphäre der Geister der Form, um von dort aus zu wirken. Die sechs restlichen Elohim „meldeten sich“, indem sie das Ich-Bin-Prinzip Christi zur Inkarnation trugen, aber Jahve hielt sie „beiseite“ und verwirklichte die einpersönliche Herrschaft über die Menschheit, indem er durch die Blutsverwandtschaft die Einflüsse Luzifers parierte. Luzifer selbst war sein gleichwertiger Gegner, denn auf dem alten Saturn besaßen die beiden die Möglichkeiten von Engeln. Luzifers Zurückbleiben begann auf der alten Sonne, aber seine Möglichkeiten zur Versuchung stiegen bis zum Erdenäon an. Während die ahrimanischen Einflüsse unter den irdischen Menschen schwächer waren, machte Luzifer Jahve mehr zu schaffen. Obwohl Jahve das Mondenamt verlassen hatte, brach er seine Beziehung zum Mond nicht. In der fünften Kulturepoche war die Menschheit von einem ernsthaften Absturz in den Abgrund der Mondenentwicklung bedroht. Wie kein anderer der Götter vereint Jahve das Wissen über die drei Strömungen in der Entwicklung, mit denen er wie ein Zeremonienmeister wirkt. Die Ich-Buddhi Christi trat an Pfingsten als Christus-Impuls in die Menschen ein und unsere Aufgaben haben sich von Grund auf geändert. In den alten Zeiten wirkte Jahve durch die alten Propheten „nachts“, nun wurden die Mysterien zu „Tagesmysterien“. Nachdem sich Michael von der Führung der Israeliten zurückgezogen hatte, erhielten die Mysterien andere Aufgaben. Aus der Anthroposophie ist uns bekannt, was Michael tat, als er sich auf das Zeitalter vorbereitete, in dem er wieder die Führung der Menschheit übernehmen sollte. Doch über das, was Jahve nach der Zeitenwende tat, war bis heute kaum etwas bekannt!

1898 hat der Bodhisattva Beinsa Douno in Varna die Botschaft eines Wesens empfangen, das sich als „Elohil – Engel des Vermächtnisses Gottes“ vorgestellt hat. Dieses Wesen nennt in seinem „Aufruf an mein bulgarisches Volk – bulgarische Söhne der slawischen Familie“[9] die Bulgaren „ein auserwähltes Volk, die königliche Saat, das Volk, dessen Führer der Herr der Heerscharen ist“. Weiter sagt dieser Geist, dass er uns unter seinen „höchsten Schutz“ bereits in der entfernten Vergangenheit“ genommen hat, als unser „Geist keinerlei Schönheit“ besaß, wir „widerwärtig anzusehen“ waren und ein „grobes Herz“ hatten. Doch seine Liebe zu uns habe ihm eine „heilige Pflicht auferlegt“ und er hat den Auftrag übernommen, uns zu einer „ ruhmreichen Zukunft und zum heiligen Amt in Seinem Reich zu führen, welches jetzt in seiner heiligen Macht in diese leidende Welt eintritt.“

Hier entsteht die Frage, wann uns dieser Geist unter seinen „höchsten Schutz“ genommen hat und wer er ist? Bereits vor 18-20 Jahren hatte ich die Vermutung geäußert, dass es sich um ein Wesen aus der Hierarchie der Elohim handelt. Später wurde uns das in einer Offenbarung bestätigt – mit der Ergänzung, dass es sich um einen Sonnengeist der Form handelt. Ich vermutete, dass es einer der restlichen sechs Elohim war, die auf der Sonne geblieben waren. Damals wusste ich nicht, dass der Monden-Elohim Jahve in der Zeitenwende zur geistigen Sonne übergetreten war. Zum ersten Mal können wir heute öffentlich mitteilen, das „Der Aufruf an mein bulgarisches Volk“ von Jahve kommt! Die Elohim führen die Wurzelrassen an. Als Führer der fünften Wurzelrasse (im breiteren Sinne) beobachtete Jahve die Bulgaren seit dem tiefsten Altertum, als die Herausbildung der ersten Völker begann. Im engeren Sinne hat er die Führung über uns wahrscheinlich vom vierten Jahrhundert n. Chr. an übernommen, als neben vielen wichtigen Ereignissen auch die Übertragung der Kontrolle über die kosmischen Gedanken von den Elohim an die Archai erfolgte. In den älteren Zeiten haben die Geister der Form in einer natürlichen Art die Gedanken in den Menschen eingebaut, während die Geister der Persönlichkeit dem Individuellen in uns zugewandt sind und darauf warten, dass sie mit freien Ich-Wesen zusammenwirken können. Wir wissen seit langer Zeit, dass die Bulgaren mit der wichtigen Aufgabe beauftragt wurden, für die Ich-Entwicklung der Menschheit verantwortlich zu sein. Deshalb nannte uns Jahve „ein auserwähltes Geschlecht, „eine königliche Saat, ein Volk, dessen Führer der Herr der Heerscharen ist“. Aber im 20. Jahrhundert hat uns der Bodhisattva auch etwas Wichtiges eröffnet, was mit den Bulgaren zusammenhängt: „Wir haben das bulgarische Volk ausgesucht, da es die Leber der Menschheit darstellt. Die Bulgaren haben den schwierigsten Teil des allgemeinen menschlichen Organismus besetzt, deshalb sind hier die Leiden und die Gegenwirkung am stärksten“. Die Leber ist jene Materie, die die Welt erschaffen hat. Gott hat die Welt durch die Leber erschaffen. Bei der jetzigen Organisation des Menschen entscheidet die Leber alles, denn sie ist das ganze Laboratorium des menschlichen Lebens auf der Erde“[10].

Warum sprach der Meister diese seltsamen Worte? Jeder, der sich in die Geisteswissenschaft vertieft hat, kennt die Beziehung der Leber mit dem Blut oder im breiteren Sinne mit der Materie und der Ich-Entwicklung. Sie ist „der General“ in unserem Organismus, der mit über 400 lebenswichtigen Funktionen beauftragt ist. Diese Funktionen betreffen den Stoffwechsel, die Desoxydierung, Verdauung, Thermoregulierung und die exkretorische Tätigkeit. Die Leber ist das zweitgrößte (nach der Haut) und komplizierteste Organ, was die Morphologie und die Funktionen betrifft. Dieses Organ „sagt“, was mit den in den Organismus eingehenden äußeren Stoffen geschehen soll, denn die Leber steht in direkter Beziehung mit unserem Ätherleib, durch den eigentlich die Ernährung des Menschen erfolgt. In physischer Hinsicht stellt die Leber eine Art „Entzündungausfluss“ des Ätherleibes dar, sie entstand in Hinblick auf den Ätherleib. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Leber als einziges Organ sich selbst regeneriert und reich mit Blut versorgt. Sie nimmt sogar an der Bildung mancher Blutbestandteile teil. Wir können die Leber auch als die größte Drüse ansehen.

Doch die angeführten Charakteristika sind bis zu einem gewissen Grade äußerlich, während die geistigen Funktionen der Leber nicht weniger beeindruckend sind. Bis in unsere Tage hinein hat sich der unter den thrakischen Bulgaren in der dritten nachatlantischen Kulturepoche entstandene Mythos über den vorausdenkenden Titanen Prometheus bewahrt. Er hat den „Sterblichen“ das Feuer geschenkt und wurde wegen dieser Sünde von den Göttern bestraft. In dieser Tat ist die Geschichte der gesamten fünften Wurzelrasse enthalten und in jedem einzelnen Menschen wiederholt sich das Schicksalsleiden des Prometheus, wenn er sich von den „Fesseln des Hephaistos“ und vom Felsen (des Irdischen) zu befreien versucht. Prometheus gab den Menschen eine Kraft, die sie in das Erdenleben mit dem vom Gehirn reflektierten Denken eingeführt hat. Dieses Denken hat zu der ersten Form des Ich-Selbstbewusstseins geführt, aber die Lebenskräfte wurden beschädigt. Der Adler, der den Astraleib, die Sehnsüchte und das reflektierende Denken symbolisiert, frisst tagsüber von der lebensfähigen Leber, d.h. vom Ätherleib, und nachts wird sie von den „Tränen der Galle“ (die mit dem Astralleib zusammenhängt) erneuert – d.h. unsere Lebenskraft wird nach ihrer Speisung von der Astralwelt erneuert. Der Titan empfindet keine Schmerzen durch den Adler und es ist kein Zufall, dass die Leber das einzige Organ ist, das bei Erkrankung (zumindest in der Anfangsphase) keine Schmerzen verursacht.

Mit dem Feuer des Prometheus machte sich die Menschheit auf den Weg, die materielle Welt zu erkennen und unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei ernährte sie sich üppig von den Früchten des Baums der Erkenntnis. Nach dem Sündenfall wurde unser Zugang zum Baum des Lebens verwehrt und mit dem Feuer des Prometheus sind wir endgültig in die von der Materie der Leber erschaffene Erdenwelt eingetreten.

Nach Platon werden in der Leber die dunklen Kräfte des Organismus gespeichert – Zorn, Eifersucht und Gier. Deshalb wird die Leber krank davon. Andererseits beseitigt sie jedes Gift, das in unseren Organismus hineinkommt. Die Funktion die Leber ist die schwierigste, denn sie stellt das ganze Labor des Menschenlebens auf der Erde dar. Sie nimmt die Stoffe auf, die in den Organismus geraten und führt sie durch die Gallenblase dem Ich zu, welches unmittelbar mit unserem Denken verbunden ist.

Die Leber ist eine Art „Negativ“ der Stirn und laut Steiner ist, in dem all das konzentriert ist, was in der nächsten Inkarnation in die innere Disposition des Gehirns hinübergehen wird.[11] Steiner sagt auch, dass um die Leber eine Art Kopf existiert, der zum Mittelpunkt der Erde schaut. Wir sind auf die Erde gerade wegen der Meisterung der ersten Ich-Form herabgestiegen. Mit dem Mythos von Prometheus haben die Bulgaren den Weg dorthin abgesteckt. Doch die Menschheit ist in der Materie der Leber versunken und hat sich in das Netz Ahrimans verfangen – des Herrn dieser Materie.  Prometheus wurde vom in die Eleusinischen Mysterien eingeweihten Herakles befreit. In diesen Mysterien wurde an der Läuterung des Astralleibes gearbeitet, denn die Befreiung des Ich-Menschen kann nur von einem spiritualisierten Menschen erreicht werden, d.h. mit dem individuellen Ich. Durch das Mysterium von Golgatha hat Christus den Weg zum Ich und zu den Göttern für jeden einzelnen Menschen gebahnt, der Ihm folgen will. Doch der Weg ist von vielen Fehlern und Stürzen begleitet.

Als geistige Führer der Menschheit, die laut Beinsa Douno Gott „auf seine Hand aufgeschrieben hat“ (d.h. sie sind Sein Willensinstrument), müssen die Bulgaren schwer büßen, wenn sie „einen falschen Schritt“ machen – wie  die Israeliten, über die Jahve sagte, dass sie „den Gesandten des Vermächtnisses, Jesus, der Schmach und dem Tod ausgeliefert hat, weil die Taten dieses Geschlechtes heimtückisch waren“. Aber er sagte auch: „Die Verbrecher gegen Mein Vermächtnis haben den Lohn für ihre Gesetzlosigkeit erhalten“.

In den oben angeführten Zitaten aus dem „Aufruf“ wird deutlich, dass hier jenes Wesen spricht, das den Bund mit Abraham geschlossen hat, aus dem ein Volk herausging und zum Schluss der „Gesalbte des Vermächtnisses Jesus“ erschien. Nachdem Jahve seinen Auftrag erfüllt hatte, erhielt er „Leben, Ruhm, Würde“, die er aufgeopfert hat, um sich einer anderen ruhmreichen Aufgabe zu widmen.

Nach der Zeitenwende hat „der Herr ein Haus für sich gesucht und die Wahl ist auf das slawische Geschlecht gefallen“. Der Meister Beinsa Douno bestätigte auch, dass der Geist, vom dem er den „Aufruf“ empfangen hat, derjenige vom Gott erwählte Engel ist, der das bulgarische Volk und das ganze Slawentum führen soll. Jahve selbst sagt im „Aufruf“, dass er das bulgarische Volk ausgesucht hat, um mit ihm „allein das gesamte Slawentum zu rühmen“. Der Meister behauptete auch, dass die Slawen „das neue Israel“ sind, doch im Unterschied zu den Israeliten ihre Mission erfüllen werden.

Wie wurde die Mission der Bulgaren als Pioniere des Slawentums, die den Willen im gesamtslawischen Organismus repräsentieren, in die Wege geleitet? Jahve rief „aus der Ferne, vom Himmel“ seine beiden Diener Kyrill und Method, damit sie dem Volk „die gute Nachricht überbringen“, so dass es „die Finsternis der dunklen heidnischen Götter verlassen“ kann. „Und es ward eine große Freude in den Welten des Lichtes, als Gott das Siegel seines großen Namens“ uns „aufprägte und Seinen Geist als ewiges Vermächtnis“ in unsere Herzen legte. Dieses Siegel ist „das Wort der Wahrheit und das Wort des Lebens“ – die Glagolitza, mit der wir „in das ewige Licht“ – Christus – hinaufsteigen können. Der Hinaufstieg sollte mithilfe des ins Bulgarische übersetzten und mit der Glagolitza aufgeschriebenen Neue Testaments geschehen.

Jahve erschien unserem damaligen „regierenden Herrscher“, Boris I.[12] und hat ihm „den Willen des Himmels verkündet“, dass er  seine „Gesandten des Neuen Testaments empfangen“ soll. Boris I. hat auf Jahves „Stimme gehört“ und sich vor ihm „ausgezeichnet, Stammvater“ unserer „geistigen Wiedergeburt zu werden“. Mit „einem unerschütterlichen Glauben“ hat Boris I. „das gegebene Versprechen angenommen, gleich Abraham, der sich nicht seines Sohnes erbarmte, sondern ihn als lebendiges Opfer darbringen wollte.“ Boris I. bestrafte nämlich seinen Sohn Wladimir Rassate[13] wegen seines Widerstandes gegen das Neue. Von diesem Tag an „erging vom Herrn der Heerscharen der Aufruf“ an die Bulgaren. Boris wurde zum geistigen Stammvater des Slawentums, in dem Gott Sein Haus – also Sein Gefäß – zur Vorbereitung der Bedingungen für die zukünftige sechste Kulturepoche hat.

Wenn Jahve über Gott  spricht, müssen wir den väterlichen Weltengrund verstehen – das absolute Ich, den Urquell des Ich-Prinzips, während „der Herr der Heerscharen“ im Zyklus Christus ist. Für den „Führer der Erlösung“, für den „Auserwählten“ des väterlichen Weltengrundes ist „die Erhebung des slawischen Geschlechtes eine für alle notwendige Erhebung“, damit Er bald unter den Menschen „in seiner vollen Herrlichkeit und Kraft erscheinen wird, um das ewige Reich des Friedens, das Reich Gottes auf Erden wiederherzustellen.“ Das „Reich des Friedens“ ist die Welt der Hierarchiewesen, mit der die Beziehung in jedem Zeitalter jeweils anders erfolgt.

Das Ergebnis der Erscheinung Jahves vor Boris I. war der Beginn des Bogomilentums als Vorbereitung der Menschheit auf die bevorstehende fünfte Kulturepoche der Bewusstseinsseele, in der das Ich-Prinzip sich in einer mächtigen und überzeugenden Art manifestieren sollte. Vor mehr als 1000 Jahren begann ein Christentum, das im neuen auserwählten Volk entsprechend den veränderten makrokosmischen Bedingungen inspiriert wurde und sich stark von der sog. Orthodoxie unterschied.

Wie wir wissen, sind die Bulgaren die ersten Christen in Europa. Ihr Sophien-Verständnis des neuen Testaments kam direkt von den Aposteln Paulus und Andreas. Nach dem vierten Jahrhundert wurde jedoch das lebendige Christentum allmählich kanonisiert und die erhabenen Sophien-Weisheiten erblassten, da das Weltliche in der Kirche die Oberhand erhielt. Die kosmische Intelligenz strömte wie ein goldener Regen herunter, doch nur wenige konnten Sie ergreifen und selbstverständlich kamen Zweifel an den Tatsachen der Evangelien auf. Das wirkte auch im Bewusstsein der Bulgaren, und wenn man den mächtigen Einfluss der alten Kultformen berücksichtigt, die sich bis in unsere Gegenwart hinein erhalten haben, war es klar, dass Hilfe von oben notwendig war.

Die Hilfe kam von Jahve durch Boris I. und seinen Enkel Bojan Maga und auch von den wieder inkarnierten Jungfrau Sophia und Johannes Evangelist, die das Sophien-Christentum schlechthin verkörperten. Der Impuls der Bogomilen verbreitete sich in alle Weltrichtungen, um das Christentum zu retten und zu heilen, indem er es auf eine neue Stufe des Erfassend und Praktizierens erhob.

Hier entsteht die berechtigte Frage, ob die Bulgaren neben Jahve auch einen unmittelbaren geistigen Führer hatten, wie Michael das alttestamentliche Volk führte. In der Vorlesung „Das Zeichen“ vom 8. Oktober 2006 [14] habe ich ausführlich beschrieben, wie wir die Offenbarung empfangen haben, dass Erzengel Raphael vom Jahre 850 an, als sein nächster Aufstieg in den Rang eines Zeitgeistes begann, unser Volksgeist ist. Dieser Erzengel wird nur einmal im Alten Testament erwähnt, wie er den blinden Vater des Tobias heilt, was zu dessen geistigem Erwachen führt und er Raphael als seinen Heiler und Erlöser wiedererkennt. Diese Geschichte gehört nicht zu den kanonischen Texten, aber wichtiger für uns ist, dass sie Raphael als den Erzengel darstellt, der durch die Kräfte der kosmischen Heilung, der ewigen Jugend wirkt, welche mit dem Baum des Lebens zusammenhängen. Bekanntlich ist der Träger dieser Seelensubstanzen die nathanische Seele, die in sich die Ich-Buddhi Christi aufgenommen und zusammen mit Ihm den Tod auf Golgatha erlebt hat. Deshalb ist es kein Zufall, dass im Jahreskreislauf der Karfreitag und die Auferstehung unter dem besonderen Einfluss Raphaels stehen. Unter den vier Erzengeln, die das naturmäßige Weltenkreuz bilden, ist Raphael der Frühlingserzengel und im Frühling hat das größte Ereignis im Kosmos stattgefunden. Mit dem Mysterium von Golgatha wurde der Erdenäon zweigeteilt und wir sind von der Mars- zur Merkurhälfte übergegangen. Raphael hängt mit der geistigen Sphäre des Planeten Merkur zusammen, der uns als der „Morgenstern“ aus der Apokalypse des Johannes bekannt ist. Dem „Morgenstern folgen“ bedeutet den Ich-Impuls Christi immer stärker verstehen und praktizieren. Die Bulgaren sind die Träger des Ich-Prinzips. Raphael wurde nach dem Mysterium von Golgatha zu ihrem Führer, als die kosmische Intelligenz heruntergestiegen war, denn die Menschheit musste vom instinktiven Monden-Erleben des Ich, das an die Blutsverwandtschaft gebunden ist, zur Menschwerdung bei wachem Tagesbewusstsein übergehen. Die Träger dieses Bewusstseins waren die Bogomilenpriester.

Jemand könnte einwerfen, dass der Meister zu verschiedenen Anlässen die Bulgaren als Saturn-Menschen charakterisiert hat, dass er die beiden Planeten Saturn und Mars als „den Bulgaren charakterisierend“ bezeichnet hat, dass die Saturn-Kräfte die Leber aufbauen und so weiter. Das stimmt alles – Bulgarien befindet sich unter dem geistigen Einfluss des Steinbocks, dem die Weltanschauung des Spiritualismus im Kreis der zwölf Weltanschauungen entspricht. Ebenfalls stimmt es, dass wenn der Saturn in das Gebiet des Steinbocks kommt, die Seelenstimmung der Gnosis auf ihrem Thron ist. Der Meister nannte die Bulgaren „das älteste Volk der Erde“. Ein solches Volk trägt unvermeidlicherweise die Geschichte der Menschheit in sich. Die Saturnsphäre ist das Gedächtnis der Götter für unser Sonnensystem und deshalb sind die Bulgaren „Saturn-Menschen“ und müssen die Träger der wahren Gnosis in einer zeitgemäßen Art sein.

Die Marssphäre ist „die Rede der Götter“ über die Weltgeheimnisse und die bulgarische Sprache ist, wie Beinsa Douno behauptete, „die genaueste Sprache, in der die okkulten Gesetze und das Wort Gottes wiedergegeben werden“ können. Deshalb sind die Bulgaren auch „Marstypen“, aber sie waren im Altertum auch gefürchtete Kämpfer. Die Einflüsse der Marssphäre haben sich erst nach dem Opfer des Gautama Buddha im Jahre 1604 gewandelt. Auf dem Rückweg der Menschenseele von der Mitternachtsstunde des Daseins – wenn sie überhaupt nach dem Tod dorthin gelangt – wird die Rede der Götter in die geistige Substanz verwandelt, der später das Ego entspringt, damit wir uns vom Kosmos trennen und vorbereitet auf die Erde treten. Es ist allgemein bekannt, dass die Bulgaren Individualisten im positiven und im negativen Sinne sind. Das kommt vom Mars. Die Voraussetzungen des Gedächtnisses (Saturn) und der Rede (Mars) sind also vorhanden, aber sie müssen unser Volk zum Mysterium von Golgatha führen, mit dem der Logos-Christus einerseits das Gesetz im Manvantara „erfüllt“ und andererseits das Prinzip der Oktave eingeführt hat. Dieses Prinzip garantiert einen neuen Zyklus der Schöpfung, nachdem die sieben Äonen des gegenwärtigen Zyklus zu Ende sein werden. Die Bulgaren sollen immer zum „reinen Wasser“ streben, das aus dem Quell von Golgatha kommt und den anderen dieses Wasser uneigennützig geben. Zum Quell gelangt man durch das Ich und nur dann hat das Wasser auch eine heilende Wirkung. Raphael hat die Bulgaren übernommen, um die Völker zu heilen!

In GA 243 gibt Steiner Raphaels Regentschaft unmittelbar nach dem Monden-Erzengel Gabriel an, wobei die Regentschaft des Mars-Erzengels Samael (1190-1510) ausgelassen wird. Es scheint, dass Raphael ausnahmsweise auf manche Gebiete des Geisteslebens der Menschheit auch während des Zeitalters Samaels Einfluss hatte. Welche Gebiete könnten das sein?

Das Zeitalter Raphaels musste 1190 zu Ende sein. Unter seiner Regierung begann sich das Slawentum herauszubilden, es entstand die Bogomilenbewegung und Bulgarien ist unter die byzantinische Gewalt gefallen, von der die Befreiung erst im Jahr 1185 kam. Dann geschah aber ein Mysterium, das nur mit jenen Auferweckungen an der Zeitenwende vergleichbar ist, die Christus persönlich vollbracht hat. In der Mitte des 13. Jahrhunderts war die Beziehung der Menschheit zur geistigen Welt selbst bei den Eingeweihten vollständig abgebrochen. Wie nie bisher konnten die Elohim direkt auf das Innenleben des Menschen einwirken. Gemeint sind alle sieben Elohim, unter denen jedoch Jahve die größte Erfahrung mit der Führung unserer Erdentwicklung hatte. Bei dem Mysterium von Arbanassi hat sich Lazarus-Johannes einen eigenen unzerstörbaren Ätherleib gebildet und dieser Ätherleib begann, denjenigen zu inspirieren, der auf dem Weg des esoterischen Christentums nach einer Beziehung zum Erlöser suchte. Wir brauchen nicht daran zu zweifeln, dass die Hauptakteure bei diesem Mysterium die übersinnlichen Wesen Jahve und Raphael waren. Und deshalb hat Raphael seine Wirkung auch in die Zeit der Samuels hinein verlängert. Natürlich können wir auch andere Ursachen für diese Verlängerung angeben – zum Beispiel die Kreuzzüge. Sie entstanden aus der raphaelischen Sehnsucht nach dem geistigen Osten zwecks Heilung des westeuropäischen geistigen Lebens und Wiederbefreiung des Grabes Gottes von der wiederhergestellten Mondenreligion Jahves – dem Mohammedanertum, in dem der Christus-Impuls gänzlich beseitigt wurde.

Im Unterschied zu den Kreuzzüglern, die mit der Mars-Kraft kämpften, heilten die Bogomilen mit dem Wort und den aus der Natur stammenden Heilmitteln. Eine solche Heilung erhielten die Menschen auch von den Gemälden des Malers Raffael und sie ist auch heute noch möglich. Der Maler der Renaissance befand sich unter der geistigen Obhut des gleichnamigen Erzengels. Bekanntlich ist Raffael an einem Karfreitag geboren und gestorben, was wir als einen zusätzlichen Grund annehmen können, warum die geistige Wirkung des Merkur-Erzengels bis zur Zeit der Renaissance dauerte. Es ist auch bekannt, dass Raffael der wieder geborene Johannes der Täufer war.

Hier können wir eine interessante Tatsache verkünden, die Damian Popchristov mitgeteilt hat. Als er mit einer bulgarischen Reisegruppe das Museum von Leonardo da Vinci in Italien besuchte, fragte die Mitarbeiterin, welche Sprache sie sprechen. Als sie die Antwort hörte, rief sie aus: „ Wissen Sie, dass Leonardos Mutter Bulgarin war? Sie stammte vom bulgarischen Adel, der nach Italien emigrierte, als Bulgarien unter die byzantinische Herrschaft fiel. Ist es möglich, dass Leonardo der direkte Nachkommen des Geschlechts des Königs Samuil ist?[15]

Nach der Renaissance begann die Zeit der Aufklärung. Es erschien der deutsche Idealismus, in dem Raffael als der Dichter Novalis inkarnierte. Während dieser Zeit befanden sich die Bulgaren unter der fünf Jahrhunderte dauernden Herrschaft der Osmanen. Dazu kam es wegen der „widerwärtigen Abscheulichkeit“, mit der wir „Gott gereizt haben“.[16]

Auch „unter dem ewig langen Joch“ hat Jahve die Bulgaren „ständig auf dem Weg der Geduld und der Demut geleitet“ und sie „gelehrt“, sich ihrer „Sünden bewusst zu werden, um Reue zu zeigen“ und sich mit ihrem „ganzen Herzen“ ihrem Herrgott zuzuwenden, mit Dem sie „durch das Eheband eines reinen und unschuldigen Lebens verbunden“ sind.

Und „am Ende der jahrhundertelangen Prüfung, als der Himmel nach dem hohen Ermessen der göttlichen Vorsehung entschieden hat“, die Bulgaren „vom schweren Joch zu befreien“, war Jahve der erste, der erschienen ist, um sich für sie „einzusetzen und ihnen die Freiheit zu geben“, weil er angenommen hat, dass sie den gegebenen Segen nutzen werden, um es besser als in der Vergangenheit zu machen. Doch die Bulgaren haben „die Gaben der Freiheit erneut missbraucht“. Jahve war vom traurigen Bild gerührt und erschien erneut – diesmal durch den als Petar Danov wieder inkarnierten Boris I. Ein Jahr früher hatte Petar Danov den Bodhisattva und zukünftigen Buddha-Maitreya aufgenommen, der in sein Gefäß inkorporierte.

Das Zeitalter des Kali Yuga war zu Ende und es kam das „helle Zeitalter“, in dem die ätherische Wiederkunft Christi in ihrer vollen Macht begann. Hier haben wir die erste Verkündung des Hauptereignisses für die nächsten 3000 Jahre! Sie kam von Jahve durch den Bodhisattva, denn laut Steiner ist gerade der Bodhisattva jenes Zentrum, das für die Zweite Wiederkunft „zuständig“ ist. Es musste das große Christentum des Heiligen Geistes einsetzen, das mit dem Verständnis des Christus-Impulses zusammenhängt, andernfalls kann sich die Kultur nicht vorwärts entwickeln und wird zusammenbrechen.

In einer entschiedenen Art erklärte der Meister, dass „jedes Werk, das im Namen Christi verrichtet wird, eine Blüte ist, die Knospen ansetzt und Früchte trägt“. Geschieht etwas nicht im Namen Christi, so setzt es keine Knospen an und trägt keine Früchte. Bis zum 20. Jahrhundert wurde das Christentum nur vorbereitet. Es befindet sich nun am Anfang des Übergangs zum allmählichen und umfassenden Verständnis, welches in Kombination mit den aus dem Mysterium von 1936 geborenen moralischen Kräften zum Überwinden des Bösen den Menschen zu einer bewussten Begegnung mit dem ätherischen Christus führen wird.

Jahve warnte die Führer des bulgarischen Volks, dass sie ihn zum „Weg der Wahrheit“ führen sollen, andernfalls würden „ drei Übel unser Volk treffen  – Hunger, Tod und Zerstörung“. Statt dem Geist der Wahrheit zu folgen, begannen die Bulgaren nach der Befreiung von der Türkenherrschaft, „eigensinnig und zerstritten”, sich einander entgegenzusetzen. Es erschien auch der Hass gegen Russland, von dem wir einen Tribut wie denjenigen Abrahams an Melchisedek erwarten. Der Hass gegen Russland hatte natürlich seine Ursachen in den Wirkungen des abstoßendem russischen imperialistischen Panslawismus, doch immerhin ist Bulgarien die geistige Mutter Russlands und jede Mutter müsste ihrem unartigen Kind verzeihen können. Das Ergebnis des „traurigen Bildes“ war der Zusammenbruch des Volks nach dem Ersten Weltkrieg, der Bürgerkrieg, der de facto zwischen den beiden Weltkriegen geführt wurde und der nachfolgende Alptraum des Bolschewismus.

Doch nicht nur die Bulgaren, sondern auch die restliche Menschheit erwies sich als unvorbereitet auf die große Wandlung, die zuerst im Denken eingetreten war. Steiner hat die „Philosophie der Freiheit“ geschrieben, aber die Menschen verstanden nicht, was er in diesem Buch sagte. Sie blieben in der Blutsvererbung stecken, die vor allem vom Vater und weniger von der Mutter kam. Das ist das Embryonaldenken, das nach der physischen Geburt instinktiv als das abstrakte reflektierende, an das physische Gehirn gebundene Denken in Erscheinung tritt. Die Menschen sammeln während ihres Erdenlebens Erfahrungen, doch sie verbinden diese mit dem Denken der Vererbung und können auf diese Weise eventuell zum Vatergott, zum Naturmäßigen kommen, jedoch nicht zum Wesen des Sohnesgotts als Ich.

Wenn jedoch der Mensch im Laufe seiner Entwicklung und Lebenserfahrung sich auch das Denken eines Okkultisten aneignet, so wird er gleichsam wiedergeboren und kann nur mit diesem vom Christentum durchzogenen Sonnendenken das Mysterium von Golgatha in seinem Ich-Sinne erreichen.

Das Jahve-Denken war für uns bis zu den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts wirksam. Doch wie bereits erwähnt, drangen in die menschliche Natur die Wirkungen niedrigerer Wesen ein, da die Wirkungen der sechs Sonnenelohim beseitigt wurden. Diese Wesen waren gegen Jahve selbst gerichtet. Er konnte ihre Wirkungen im Zaum halten, bis sich unsere Bewusstseinsseele bis zu einem gewissen Grade entwickeln konnte. Doch mit Anbruch des 19. Jahrhunderts wurde Jahves Wirkung schwächer, da diese Wesen ihm „entglitten“. Die beim Rosenkreuzertum so starke Suche nach dem Geist in der Natur verfiel in die atheistische Weltanschauung und führte zur Entstehung des Darwinismus, zur Atomisierung der Wissenschaft usw. In der Sphäre des sozialen Denkens manifestierte sich die Naturwissenschaft in den Theorien des Marxismus, Anarchismus u.ä. Es wurde unmöglich, dem ansteigenden Ahrimanisierung des Lebens allein mit der Weisheit Jahves zu widerstehen, denn sie bildet nur ein Siebtel der Weisheit, die der Mensch im Laufe seiner Entwicklung erwerben muss. Die übrigen sechs Siebtel werden von den sechs Sonnenelohim erworben und erst dann kann die Weisheit des Christus-Impulses vollständig werden. Jahve war das erste „Tor“, aber zukünftig müssen wir sechs weitere Tore passieren.

Doch zuerst muss die Weisheit Jahves in bewusster und nicht in instinktiver Weise dem Menschen offenbar werden. Es ist eine vollständige Wandlung der Weltanschauung notwendig – hinsichtlich der eigenen Individualität, des Volks, in dem wir geboren sind und der Rasse, zu der wir gehören. Es ist erforderlich, dass wir zum anschauenden Denken übergehen. Das hängt von den persönlichen Anstrengungen jedes Menschen ab, andernfalls schließen wir uns immer mehr in den persönlichen, nationalen und rassenmäßigen Egoismus ein.

Wenn Donald Trump seinen Slogan „America First“ erhebt, so muss man wissen, dass er aus seinem persönlichen und nationalen Egoismus herrührt und dieser dient seinem „Jahve des Volkstums“. Alle anderen Völker dienen ihm auch. Wenn jemand laut „Bulgarien über alles“ schreit, so wird seine soziale Sorge um das eigene „hebräische“ Volk sofort in eine antisoziale Handlung gegen die ganze Menschheit umgewandelt. Wir leben in einem Zeitalter, dessen Zeitgeist Michael ist und jeder nationale Egoismus verhindert die Erfüllung der Aufgaben, die Michael für Christus erfüllt. Wie bereits hervorgehoben, ist ein tiefes Verständnis des Christentums erforderlich und das bedeutet ein michaelisches Verständnis. Erst dann können wir erwarten, dass wir den Weg zur Heilung der Kultur und Zivilisation finden werden. In Hinblick auf Bulgarien hat uns der Bodhisattva versichert: „Wenn Bulgarien die neue Weltanschauung, die neue Moral, den neuen Umgang der Menschen untereinander, die neue Religion, die neue Wissenschaft über das Leben aufnimmt, so wird der Bulgare geheilt werden und mit ihm auch die ganze Menschheit.“[17] Als Jahve sich durch den Meister an die Bulgaren wandte, warnte er sie, dass sie umkommen würden, „wenn sie nicht nach Gott suchen“ und dass „der Gott der Gewalten eine neue Generation aufsteigen lassen wird, die die göttlichen Absichten und Pläne erfüllen wird“. Laut Beinsa Douno bedeutet „Bulgare“ im kosmischen Sinne „ein Mensch des Geistes“. Solche Menschen sind jetzt notwendig, die durch das zweite Tor zur Christus-Weisheit treten, damit Christus das erkrankte Menschenleben in der fünften Kulturepoche heilt.

Die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse aus dem 20. Jahrhundert ist jene Medizin, die der heilende Erzengel Raphael und viele unsichtbar wirkende Lehrer zubereitet haben und die zum Heiligen Geist und zum Erlöser führt. Mit dieser Medizin wird der erste der sechs Sonnenelohim dem Menschen die Lebenskräfte wiederherstellen, um ihn auf die sechste Kulturepoche vorzubereiten, wenn das dritte Tor des nächsten Sonnenelohim passiert werden muss, was zur Wirkung des Christus-Impulses im Hellsehen führen wird. In die siebte Kulturepoche wird ein weiterer Geist der Form eingreifen, damit die prophetischen Fähigkeiten in uns entwickelt werden. Die restlichen drei Tore werden sich während der sechsten Wurzelrasse auftun und sie werden mit Sicherheit eine Beziehung zu den großen manichäischen Mysterien haben. Jahve ist seit der lemurischen Wurzelrasse aufs Engste mit der Menschheit verbunden und daher wird er wahrscheinlich diesen langen und sich in der Zeit weiter entfaltenden Prozess koordinieren, denn vom 20. Jahrhundert an steigt er offiziell in den Rang der Kyriotetes auf. Das bedeutet, dass er sein Amt eines Formgeistes von einer höheren Stufe aus versehen wird, da er in sein Ich die Substanz der Dynamis aufgenommen haben wird. In den vergangenen 19 Jahrhunderten hat er durch die Blutsverwandtschaft die Wirkungen Luzifers von der Position eines versteckten Dynamis aus abgewehrt, indem er in der Wirkungssphäre der Geister der Form verblieben ist. Nachdem in den vergangenen Jahrhunderten Ahriman seinen Einfluss auf die Menschen auf das Äußerste intensivierte, steht ihm nun kosmisch Jahve gegenüber, denn Ahriman selbst ist seit dem Äon der alten Sonne eine Art versteckter zurückgebliebener Dynamis. Wenn man ihm erlaubt, ist er sogar im Stande, selbst die Flugbahnen der Planeten des Sonnensystems oder zumindest der größeren Asteroiden zu ändern. Die Asteroiden kommen hauptsächlich aus dem Gebiet zwischen der Mars- und der Jupitersphäre, in dem sich die Reste des alten „Kampfes im Himmel“ befinden, der zwischen den rechtmäßig entwickelten und den zurückgebliebenen Mächten stattgefunden hat. Ein großer Asteroid hat sich schon auf die Erde gerichtet und es wird erwartet, dass er 2029 ihr sehr nahe kommen wird. Die Astrophysiker fantasieren schon über verschiedene Technologien zur Abwehr. Ob aber Ahriman seine Inkorporation in demselben Jahr mit einer spektakulären Naturkatastrophe auf der Erde feiern wird, hängt letztendlich von den Handlungen der Menschheit in den nächsten Jahren und von Christus selbst ab, der der Geist unseres Planeten ist. Die „Große Schlacht auf Erden“ ist bereits im Gange und es ist sehr wichtig, dass wir erkennen, was Jahve von uns erwartet. Und das ist etwas Revolutionäres! Durch seinen Aufstieg zum Dynamis hat Jahve das niedrigste Glied des Wesens „mystisches Lamm“ besetzt, in dem im Gebiet der Waage der Übergang von den Planeteneinwirkungen zu den Sterneneinwirkungen erfolgt, d.h. vom irdischen zum Sonnenprinzip. Die rechtmäßige Funktion der Geister der Form drückt sich in der Schaffung fester, fixierter und beständiger Formen aus, da wir unser Ich-Selbstbewusstsein ausbilden müssen. Das Wesen der Hierarchie der Gewalten besteht in der Bewegung und Vermittlung zwischen dem Festen und Ätherischen, zwischen dem Materiellen und Geistigen. Laut dem Meister Beinsa Douno ist der Bulgare „das festeste Element überhaupt, das existieren kann“. Als das festeste Element ist der Bulgare während der Vergangenheit wegen der Ausbildung des niederen Ich in Erscheinung getreten. Nun aber steht der Übergang zum individuellen Ich bevor und das erfordert, die Beschränkungen des physischen Gehirns zu verlassen und zum ätherisierten anschauenden Denken überzugehen, damit wir uns auch auf das zukünftige Hellsehen vorbereiten. Der Mensch muss sogar nach der Verinnerlichung seines neuen Phantoms (vom Auferstehungsleib Christi) streben, das die Ich-Buddhi Christi bewahrt hat. Das bedeutet einen Übergang von der jetzigen Form unseres physischen Leibes zu einer beweglicheren Form. Die heutige Form hat der Meister Beinsa Douno einen „Lumpen“ genannt. Zum Anziehen eines „neuen Gewands“ hat der Bulgare die bestmöglichen Bedingungen, denn „durch die Leber ist der Mensch mit den Gewalten, mit den göttlichen Gewalten verbunden“, so Beinsa Douno. Als die Leber im Organismus der Menschheit kann er eine Verbindung zu Jahve in seiner Eigenschaft als Elohim und Dynamis herstellen. Letztere sind nicht wie die Elohim für die Wurzelrassen verantwortlich, sondern für die Formzustände (Globen). Die Verwandlung unserer Phantomform ist eine Aufgabe für die entfernte Zukunft, aber sie wird nicht erledigt werden, wenn wir nicht schon jetzt an die Änderung unserer Bewusstseinsform herangehen. Das Zeitalter des Archen Michael bedeutet, dass wir den Kubus Jahve[18] verlassen und zum Denken in der geistigen Zeit kommen – also zur Beziehung zu Jahve in seiner Eigenschaft als Dynamis übergehen. Die Beziehung zu ihm erfolgt nur durch das Ich, d.h. durch die göttliche Kraft in uns und der Weg zum Ich geht durch die Synthese der Anthroposophie und des Impulses des Meisters Beinsa Douno. Laut ihm wird der Elohim „unter den Slawen erscheinen, aber sie werden ihn nicht wie die alten Juden kreuzigen“. Die Juden kreuzigten Jahve in der Gestalt seiner Schöpfung Jesus, doch die Slawen werden die Synthese nicht kreuzigen. Immer größer wird die Zahl der Seelen, die in dieser Synthese die einzig heilende Medizin für ihr seelisch-geistiges Leben finden. Der Bodhisattva war sicher: „Bulgarien wird ein geistiger Gläubiger der Menschheit, eine geistige Brutstätte für die ganze Welt sein“. Das wird anhand der Synthese verwirklicht und die große Herausforderung der menschlichen Rückkehr ins Paradies meistern.

Die jetzige fünfte nachatlantische Kulturwoche ist eine Widerspiegelung der dritten Epoche der lemurischen Wurzelrasse, in der wir uns immer noch im Paradies der geistigen Welt befanden. Der Sündenfall begann in der vierten Epoche Lemuriens und er hat sich lange hingezogen, bis wir endgültig auf die Erde vertrieben wurden.

Der sich lange hinziehende Sündenfall entspricht dem Kali Yuga, d.h. der dunklen Zeit vor 1900. Vom Anfang des 20. Jahrhunderts an sind wir wieder in das „helle Zeitalter“ eingetreten. In der Erdentwicklung findet die geistige Widerspiegelung unseres paradiesischen Zustandes, der vor dem Sündenfall existiert hat. Nun müssen wir uns auf einer anderen Bewusstseinsstufe mit den höheren Welten vereinen. Jahve hat uns aus dem Paradies vertrieben, was laut Beinsa Douno bedeutet, dass die Menschheit zu „Is-rael“ wurde. Nun führt uns Jahve ins Paradies zurück, doch jeder Mensch muss sich zu seinem individuellen Ich erheben. Laut dem Meister ist derjenige, der ins Paradies geht ein „Bulgare“, d.h. ein Ich. Aber zu einem Ich wird man, wenn man eine Reihe Tugenden ausgebaut hat. Die Wesen Dynamis/Elohim werden auch ‚Tugenden‘ bzw. ‚Gewalten‘ genannt. Es sind mächtige Tugenden in der Seele notwendig, die bei der Begegnung mit dem Bösen erlangt werden. Nur so können wir eine Begegnung mit dem Ich-bin Christi als dem ätherischen Christus erwarten.

Sorat ist „wütend“ auf uns, weil wir die Substanz auf dem Weg des Herabsinkens zum Mondischen in die virtuellen Welten führen. Wenn die Menschheit nicht den Weg zum Ich durch die Synthese findet, wird sie viele Ohrfeigen kassieren – zuerst einmal vom „Kleinen Antichristen“ Ahriman. Jahve erwartet von uns, dass wir ihm im kosmischen Kampf gegen Ahriman helfen, indem wir tauglich werden, den Abdruck des Christus-Ich zu erhalten, der in der nathanischen Seele hinterlassen und danach in der geistigen Welt vervielfältigt worden war.

Im Altertum trat der Neophyt bei der Einweihung aus dem Leib heraus und wurde bei der Begegnung mit Christus in der geistigen Welt zu einem „Christophorus“. Vom 16. Jahrhundert an begann bei einzelnen Individualitäten die Aufnahme des Abdrucks des Christus-Ich in die Seele. Auf diese Weise dringt das Christus-Prinzip bei wachem Bewusstsein in den Menschen ein und das bedeutet, dass der jeweilige Mensch zum Avatar Christi wird.  Zu den Ersteren gehörte auch Christian Rosenkreutz bei seiner Begegnung mit dem Auferstandenen vor Damaskus, wo auch Paulus zur Zeitenwende Christus ätherisch begegnete. Das Christentum des Heiligen Geistes ist ein Ich-Christentum und es bedeutet gerade, dass der Mensch zum Avatar Christi wird. Sorat wartet ab, um das in uns zu sehen und erst dann wird es möglich sein, dass er mit seinen Scharen zur Sonnenintention gewendet wird, mit der er, wie am Anfang hingewiesen wurde, auch uranfänglich verbunden war. Die Wesen der drei Sechsen sehnen sich danach, ihre jetzige Rolle von Hindernissen der Sonnenentwicklung loszuwerden, doch der Mensch hält sie auf. Und er wird es weiterhin tun, bis er endlich aus bitterer eigener Erfahrung heraus begreift, dass die Worte, die Christus am Kreuz gesagt hat „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23:34) im Zeitalter der Bewusstseinsseele immer weniger gelten werden. Wir sind verpflichtet das zu wissen!

Wenn jeder Mensch den Ich-Aufruf der Synthese gehört hat, so hat er die Stimme des Gewissens in seinem Inneren gehört. In diesem Augenblick hat sich das Himmelreich, hat sich sein Ich ihm angenähert. Wenn er „explodiert“, wird er den ersten Schritt zu seiner Verwandlung in die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe tun. Der Weg dorthin wird lang und beschwerlich sein, doch er ist der einzige erlösende Weg für jeden einzelnen Menschen und für die ganze Menschheit sein.

Lassen Sie uns „Bulgaren“ werden und in das Paradies hineingehen!

 

[1] Vgl. „Anna Katharina Emmerick – eine Rehabilitation“, 2013

[2] Das Buch „Кодът на Сътворението”  (2010) gibt es nur auf Bulgarisch.

[3] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/09/27/die-geheimnisse-johannes-des-taeufers/

[4] In ihrem Buch „Vom Mysterium des Lazarus und der drei Johannes: Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Johannes Zebedäus“, Dornach, 2009

[5] Vgl. GA 238, 28.09.1924

[6] Vgl. die Vorlesung https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/01/05/der-aufstieg-des-ewig-weiblichen/

[7] Dass die Menschen eine Beziehung zwischen dem Evangelisten Johannes und dem Sohn des Zebedäus sahen, finden wir unter anderem auch in der Tatsache, dass die orthodoxe Kirche (zumindest in Bulgarien) Johannes Zebedäus als den Verfasser des Johannes-Evangeliums betrachtet.

[8] Vgl. GA 184

[9] Der deutsche Text ist zu finden unter  http://prizvanie.bg/Deutsch/

[10] Alle Zitate Beinsa Dounos, außer denjenigen aus dem „Aufruf an mein Volk“, entstammen dem Buch „Die bulgarische Seele“, Sofia, 2000

[11] Vgl. GA 205, Vortrag vom 02.07.1921

[12] Boris I. der Täufer (1. Hälfte des 9. Jahrhunderts – 907) war der erste christliche Herrscher der Bulgaren, in dessen Regierungszeit das Christentum als offizielle Staatsreligion eingeführt und das Altbulgarische als Liturgiesprache eingeführt wurde.

[13] Der älteste Sohn Boris‘ Wladimir Rassate versuchte, zusammen mit Adligen das Heidentum wieder einzuführen, weshalb Boris ihn blenden und die Familien der Adligen töten ließ.

[14] Vgl. https://derheiligeimpuls.wordpress.com/2017/02/27/das-zeichen/

[15] Samuil (958 – 6. Oktober 1014) war einer der letzten Zaren des ersten bulgarischen Reiches.

[16] Laut Beinsa Douno sind die okkulten Ursachen für das lange türkische Joch, unter dem sich Bulgarien bis 1878 befand, in der Verfolgung und Vernichtung der Bogomilen durch die orthodoxe Kirche zu suchen.

[17] Vgl. „Der Aufgang“, Bd.4, „Der Meister und die Bulgaren“

[18] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/04/27/der-kubus-jahve-und-der-dreigliedrige-soziale-organismus-teil-1/

 

Die fünfte Kulturepoche und das Mysterium der Ich-Synthese

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 15.12.2018 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

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Am 26.10.2018 (Demetriustag) hat in der Gemäldegalerie von Varna eine wissenschaftliche Konferenz stattgefunden, die dem 130. Jahrestag der Geburt eines Malers von Weltrang gewidmet war, dessen Namen unsere Galerie trägt – Boris Georgiev. Nach der Konferenz haben wir uns mit einigen der Teilnehmer in einem Restaurant unterhalten. Dort hat mich einer der Anwesenden gefragt, wie die Methodologie der von mir angebotenen Synthese der beiden christlich-esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts aussieht – von Beinsa Douno und der Anthroposophie. Ich habe die Frage beantwortet, doch meine Worte schienen den Frager nicht zu überzeugen. Die vorliegende Vorlesung wurde von dieser Begegnung veranlasst. Ich werde versuchen, den Wesenskern der Synthese begreiflich zu machen und nur dadurch kann der Sinn einer äußerst radikalen Offenbarung klar werden, die während der Vorbereitung dieser Vorlesung empfangen wurde.

Doch zuerst müssen wir das große Mysterium des Ich streifen und es in Beziehung zur fünften nachatlantischen Kulturepoche, die wir alle erleben. So können wir begreifen, worin das Einmalige der Synthese besteht. Die vorweihnachtliche Zeit, in der unser heutiges Treffen stattfindet, richtet unseren geistigen Blick auf die Vergangenheit und das Zentrum des Menschen –  sein Ich. Was stellt das Ich dar?

 

Wie schon mehrmals erläutert wurde, stellen die evolvierenden Formen im Universum das Ergebnis der Zusammenarbeit von Idee, Substanz und Leben dar. Die Substanz ist kein Stoff, wir können sie nicht mal als den Inhalt der Form bestimmen. Vielmehr ist sie ein Bewusstsein, das die Hierarchiewesen in sich selbst verinnerlichen. Sie stellt die Einheit der göttlichen Offenbarung, das bewusste Allbewusstsein und den Willen des Vatergotts dar, sich im Evolutionszyklus zu manifestieren. Das hat Er durch die Geister des Willens am Anfang der alten Saturnzeit verwirklicht. Besonders wichtig ist es, auf den Opfercharakter der Substanz hinzuweisen – das ist die Liebe, die bewusst und nicht vorausgesetzt ausgestrahlt wurde, damit sie jegliche Formen annehmen kann. Die Bewusstwerdung des Opfers kommt vom Licht der Idee, und wenn wir dem das Leben hinzufügen, wird die Form zu einer Einheit von Liebe, Leben und Licht.

Doch die Drei sind nicht ausreichend, damit die Form einmalig wird, eine Individualität, also ein eigenes Ich besitzt. Es ist der Eingriff des Logos erforderlich, der das Ich-bin-Prinzip vom väterlichen Weltengrund trägt und das ist Seine Absolutheit, welche im Aspekt des Lebens durch Christus manifestiert wird. Der Logos-Christus ist die „ewige Gottmenschlichkeit“, Er ist der „himmlische Mensch“, der die Evolutionsstufen heruntersteigt und sich mit ihnen gleichsetzt. Doch Er lässt die Wesen diese Stufen in einer besonderen Art personalisieren, indem Er das Leben des Welten-Ich in eine Beziehung zum Leben der Ich-Wesen bringt. Jedes niedriger stehendes individualisiertes Wesen verinnerlicht allmählich das Substanz-Bewusstsein des höherstehenden Wesens, doch die Substanz wird dank dem Christus zu einem Ich. Einmal erhalten, stellt das Ich eine unzerstörbare Göttlichkeit dar und kann sich in immer neuen und neuen Formen manifestieren, die die Liebe, das Licht und das Leben erschaffen haben. Wir sehen, dass das individuelle Erlangen des Ich und seine soziale Einschaltung in das Leben des Welten-Ich zwei Prozesse sind, die nur in Einheit das harmonische Existieren der Weltschöpfung gewährleisten können. Ein Wesen, welches kein Ich in sich selbst erzeugen kann, wird zur Quelle von Disharmonie und ein Wesen, das ein Ich bereits erschaffen hat, doch ebenfalls disharmonisch wirkt, macht das bewusst und aufopfernd. Das sind die Wesen der ersten und zweiten Hierarchie, die ihr Ich im vorigen Zyklus in einer unterschiedlichen und bisher uns unbekannten Art erlangt haben.

Aus dem Dargelegten geht hervor, dass das wahre Wunder nicht die Erscheinung der Form ist, sondern das Hervorgehen des Ich und sein weiteres Schicksal. Wie ist es beim irdischen Menschen hervorgegangen? Im geistigen Sinne können nur die Wesen von den Formgeistern aufwärts bis zu den Seraphim göttliche Schöpfer sein – das sind die Geister der Weltall-Liebe. Die alten Griechen haben sie alle ‚Pleroma‘ genannt. Das Pleroma bedeutet ‚die Fülle‘ und es umfasst die von individualisierten Wesen bevölkerte Welt, die sich über die physische Welt erhebt. Es werden nicht alle vom Schöpfer der Welt – dem ‚Demiurgen‘  erschaffen. Die Wesen der dritten Hierarchie besitzen auch ihr eigenes Ich, doch sie sind kein „rechtmäßiger“ Teil des Pleromas, da sie noch nicht zum Rang von göttlichen Schöpfern aufgestiegen sind. Bisher können sie nur Naturgeister erschaffen und keine Menschen.

Am Ende des alten Mondes sind die Elohim zu einer solchen Verinnerlichung der Substanz von den Thronen aufgestiegen, dass sie in den irdischen Äon mit den Eigenschaften von göttlichen Schöpfern eingetreten sind, die fähig sind, zu „Vätern“ von Ich-Wesen zu werden. In der hyperboräischen Zeit hat sich die Sonne aus der Einheit mit der Erde und dem Mond abgesondert und auf sie zogen die erhabenen Pleroma-Götter unter der Leitung desjenigen um, den die Gnostiker den „Regenten der Sonne“, den „großen Sonnengeist“ nannten – das war das wahre Pleroma. Unter diesen Wesen waren sechs der sieben Elohim, die mit der Evolution der Erdenmenschheit verbunden sind. Sie sind es, die für uns in einem engeren Sinne zum Pleroma wurden, denn gerade in ihrer Welt erschien der durch Jahve zum Dasein erweckte Mensch. Jahve blieb mit dem Mond verwandt, aber als einer der Elohim ist er eine Beziehung mit der Materie eingegangen und hat das Menschenwesen erschaffen. Die alten Gnostiker sind der Meinung, dass dieses Wesen nicht in jedem von uns oder in einer Menschengruppe wohnt, sondern in der ganzen Menschheit, indem es sich an seine Herkunft vom Pleroma und vom Demiurgen erinnert. Deshalb ist es von der Sehnsucht nach dem Geist erfüllt. Die Sehnsucht hat man ‚Achamoth’ genannt.

Wenn man die erwähnten Prozesse in der gegenwärtigen Sprache des esoterischen Christentums benennen muss, würde man sagen, dass die Elohim, allen voran Jahve, die Ich-Form-Idee für die ganze Menschheit aus sich herausgelöst haben. Jeder Mensch hatte die Aufgabe, sie im Laufe der Evolution in die Form seines eigenen Ich zu verwandeln.

Wir haben bereits erwähnt, dass die Fähigkeit, die Substanz und die jeweils evolvierten Formen in Iche zu verwandeln, aus dem Ich-bin-Prinzip Christi hervorgeht. Die Elohim haben uns nur mit der Form beschenkt, jedoch nicht mit der Ich-Substanz. Sie hängen grundsätzlich mit dem planetarischen Sonnenaspekt zusammen. Die über den Elohim stehenden Mächte (Dynameis) stellen die Verbindung zwischen dem Planeten- und Sternenaspekt der Sonne her, doch die wahren Herrscher dort sind die Herrschaften, die den Sternenaspekt der Sonne mit der Tierkreissphäre verbinden. Sie heißen ‚Herrschaften‘, denn Gott-Christus ist im Äon der alten Sonne aus den Universumsphären jenseits des Tierkreises auf ihren diesseitigen Sternenaspekt über den höchststehenden Geist der Weisheit gekommen. Damit die Substanz in der menschlichen Form die Eigenschaft eines Ich erhält, mussten die sieben Elohim sich zu der Gruppenwesenheit des Jahve-Elohim vereinigen und sich als Bewusstsein aus ihrem planetarischen Aspekt zu den Sternenaspekt der Herrschaften erheben. So konnte der Zugang zum Ich-bin-Prinzip Christi freigelegt werden, das die Wesen  zum Oberdemiurgen führt – zum väterlichen Weltengrund.

Nachdem der Funke des Ich der Form des Menschen zugrunde gelegt worden war, begann Jahve vom Mond aus die Substanz des gegenwärtigen Zyklus in Richtung der Menschheit zurückzuspiegeln, damit sie in jedem einzelnen Menschen zunächst als die blutsverwandtschaftliche Liebe in Erscheinung treten konnte. Doch es musste ein langer Entwicklungsweg auf der Erde zurückgelegt werden, bevor einige Eingeweihte über das Licht, Leben und die Liebe zu sprechen begannen, die das Sonnenpleroma ausstrahlt. Das geistige Licht der Sonne kam bereits während der alten Sonnenzeit hervor, das selbständige Leben. Der Sonne erschien auf dem alten Mond. Im Erdenäon kam allmählich nach der wiederholten Absonderung der Sonne von der Gruppe mit der Erde und dem Mond in der hyperboräischen Zeit die innerste geistige Hülle hervor. Das war die Hülle des Liebesprinzips und sie stellte sich den Kräften des Todes entgegen, die in die Erdenwelt infolge ihrer Verdichtung zum Mineralzustand eingedrungen waren. Gleichzeitig hat sich die Sonne zum Rang eines Fixsterns erhoben. Die drei Sonnenhüllen hat die Himmlischen Sophia aus dem Astralischen, Ätherischen und Physischen des gegenwärtigen Zyklus geschaffen. Diese drei Hüllen wurden zum „Gewand“, das das Christus-Ich „anzog“, nachdem es aus den Höhen des Mahaparipralaya herabgestiegen war.

In den alten Zeiten steckte das Geheimnis der dreifachen Sonne im Palladium und wies auf die Einheit der Sophien-Sonne mit Christus hin. Sie wurde in den jeweiligen nachatlantischen Kulturepochen unterschiedlich erlebt, je nachdem welches leibliche oder seelische Wesensglied der Mensch sich aneignete. So war sie in der altpersischen Zeit eine göttliche Lichtquelle, in der ägyptisch-chaldäischen – die göttliche Quelle des Lebens selbst und in der griechisch-römischen Zeit – die göttliche Quelle der Liebe. Zum ersten Mal kam das Palladium in Troja auf, es ging es nach Rom und später nach Konstantinopel, bevor es untertauchte.

Auf diesem ganzen Weg ist die Menschheit jünger (im geistigen Sinne) geworden. Es hat sich also das Alter verringert, bis zu dem die Fähigkeit des Menschen, das aus dem Universum während der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt erworbene Geistige in sich zu erleben, mit der physischen Entwicklung nach der neuen Geburt parallel verläuft. Während in der urindischen Kulturepoche die seelisch-geistige Evolution die physisch-sinnliche bis zum Alter von 49-56 Jahren begleitete, wurde dieses Alter in der dritten Kulturepoche auf die Zeitspanne 42-49 und in der vierten Kulturepoche sogar auf die Zeitspanne 35-42 reduziert. Die Kraft der Erdung erfasste immer früher und fester die Menschen. Das Wesen, das in den nachatlantischen Zeiten den Weg zum Mineralreich und dem Ich-Bewusstsein im Menschen bereitete, war Luzifer und er handelte wie bei der „Verführung im Paradies“ wieder bahnbrecherisch. Zu Beginn des dritten Jahrtausends v.Chr. inkarnierte er sich in ein Gefäß, das einem adligen chinesischen Geschlecht angehörte und begann mit 40 Jahren plötzlich aus der menschlichen Urteilskraft heraus den Sinn dessen zu erreichen, was früher in den Mysterien als Offenbarung möglich war. Er benutzte als Erster die Organe des Menschenverstandes, aber das geschah in engem Zusammenhang mit dem Mysterienleben. Hier ist die Rede von einem geistigen Wesen, das sich eines menschlichen Gefäßes bediente. Unter den Menschen selbst war Abraham derjenige, bei dem das göttliche Bewusstsein als das Ich-Prinzip in das Gehirn einzudringen begann. Christus offenbarte sich ihm über Jahve als der geheimnisvolle Führer des Menschengeschickes und gleichzeitig als der Gott eines Volkes, das die Mission erfüllte, den Leib hervorzubringen, der das Welten-Ich aufnehmen konnte. Die Zeit des Kali Yuga hatte bereits begonnen und das Schauen in die höheren geistigen Welten begann zu verfallen. Das war der Anbruch der  Zeit, die die Geisteswissenschaft „abrahamitisches  Zeitalter“ nennt[1] – das dritte vorchristliche Jahrtausend.

Während des zweiten Zeitalters – des „Moses-Zeitalters“ – offenbarte sich Christus über Jahve im brennenden Dornbusch als der systembildende Faktor der Elemente, der ihre Einheit gewährleistete. Im zweiten vorchristlichen Jahrtausend erlebten die Menschen das zur Inkarnation herabsteigende Ich-Prinzip als den Gott der Elemente. Damals ertönte der erste Ruf, der eine entscheidende Bedeutung für die Vorwärtsentwicklung in unseren sieben nachatlantischen Kulturepochen hatte. Er ertönte durch Jahves Stimme im Donner und Blitz auf dem Berg Sinai als die Zehn Gebote, die den Menschen, der sie hörte und befolgte, zur Verinnerlichung seines Seelenlebens und zum Ausbau seines Ich-Bewusstseins führten, um die Ankunft des Erlösers mit Verständnis zu empfangen.

Dieser Prozess entfaltete sich im ersten vorchristlichen Jahrtausend, das „salomonisches Zeitalter“ genannt wird. Bis zu dessen Anbruch besaß der Mensch gleichsam keine eigene Geschichte. In der vorherigen Kulturepoche verinnerlichte er seine Empfindungsseele und spürte die Einheit mit der Welt. An der Spitze des sich ausbildenden Volkes stand ein Herrscher, der sich „Gott“ oder den „Sohn des Himmels“ nannte, etwa der ägyptische Pharao. Die von ihm eroberten Völker zollten ihm die gleiche Ehrerbietung. Das war die erste Form des Imperialismus in der sozialen Ordnung, in der der Mensch mit der Wirklichkeit, mit der geistigen Welt zu tun hatte. Die Rolle der „Minister“ erfüllten die Wesen der übersinnlichen Welt. Deshalb kann in diesem Zeitalter noch von keinen Menschenrechten die Rede sein. Einen Rückfall in diese Zeit finden wir viel später im russischen Despotismus der Leibeigenschaft und im Erscheinen des Mohammedanertums, das sich mit  religiöser Intoleranz zu verbreiten begann, obwohl Mohammed nicht als Gott, sondern als dessen Prophet auftrat. Das zeichnet die zweite Form des Imperialismus aus, die in der vierten Kulturepoche mit der Verinnerlichung der zweifachen Verstandesseele auftauchte, die auch die Seele des Charakters ist. Es erschienen die griechische Demokratie und das römische Recht und es begann die eigene Geschichte des Menschen mit einem Ich-Selbstbewusstsein. Der Herrscher wurde aus „Gott“ zum „Sendboten Gottes“, zu einem vom Gott inspirierten „Gesalbten“, bei dem man annahm, dass seine Macht und Vernunft gottgegeben sind.

Seine „Minister“ waren keine übersinnlichen Wesen, sondern die aus den Mysterien kommenden Schüler. Deshalb wurde hier nicht direkt mit der Wirklichkeit, sondern mit Zeichen und Symbolen gearbeitet, die als heute noch unter den königlichen Hoheiten und den Freimaurern als Atavismus bestehen. Der wahre Sinn der Symbole wird allerdings nicht mehr begriffen. Die Seele hat begonnen sich als eine Einheit mit dem Leib zu erleben und das führte dazu, dass die Verstandesseele zu einem Spannungsfeld zwischen Geist und Leib wurde. Dadurch wurde die Seele zu einem Angriffsziel der zurückbleibenden übersinnlichen Wesen. In der vorherigen dritten Kulturepoche kamen die luziferischen und ahrimanischen Impulse als einzelne Fäden zum Menschen. Die Seele unterschied noch klar zwischen Skylla und Charybdis und kam zwischen ihnen hindurch. Doch in der vierten Kulturepoche kamen beide Impulse unmittelbar vor der Seele zusammen und neutralisierten sich gegenseitig. Während die Mysterien im Aufschwung waren, wurde die Neutralisierung in rechtmäßiger Art benutzt und die Menschen waren vor den Angriffen geschützt. Doch mit dem Verfall der Mysterien verdunkelte sich der geistige Blick auf die Pleroma-Wesen und in dieser „Götterdämmerung“ verlor die Seele die Fähigkeit der klaren Unterscheidung zwischen Licht und Finsternis. Die Verzweiflung über die  verlorene Verbindung mit dem Himmel wurde zum ständigen Begleiter des Menschen auf der Erde, wo das Drama der Seele auch etwas anderes betraf – die Trennung in Menschen, die dem Ruf von „Blut und Boden“ folgten und solchen, die den Weg zum individuellen Prinzip suchten. Die Trennung wurde bereits bei der Ausbildung der einzelnen Völker angelegt. Die Wirkungen der irdischen Bedingungen verliefen durch den Leib zur Seele und führten zum „Konservatismus“, zur Verbindung mit dem Nationalen, während der führende Erzengel von oben über die Seele zum Leib das kultur-individuelle „liberale“ Prinzip im Menschen förderte.  In einem gewissen Sinne finden wir beide Wirkungen auch unter den Weisen und Hirten als Vertreter der beiden großen nachatlantischen Strömungen – der nördlichen und südlichen. Die drei Könige waren die wieder verkörperten Schüler Zarathustras aus seiner vorherigen Inkarnation im Babylon unter dem Namen Nazarathos.

Damals hat jeder von ihnen eine besondere persönliche Einweihung erfahren – der eine wurde in das Mysterium des kosmischen Denkens, der andere in das Mysterium des kosmischen Fühlens und der dritte – in das Mysterium des kosmischen Willens eingeführt. Deshalb brachten sie jetzt die jeweiligen Gaben – Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mit der Kraft des Denkens sollte das wieder inkarnierte Ich Zarathustras den Astralleib Jesu reinigen, mit der Kraft des Fühlens – den Ätherleib und mit der Kraft des Fühlens – den physischen Leib, bevor er sie in seinem 30. Lebensjahr opfervoll dem Christus-Ich darbrachte. Die drei Könige sind Eingeweihte, in denen das individuelle Prinzip wirkt, denn sie haben einen Teil des Weges zu ihrem individuellen Ich zurückgelegt.

Die Legende kennt sogar ihre Namen, doch sie bewegen sich immerhin zusammen und das zeigt unmissverständlich, dass in der Zeitenwende die drei Seelenkräfte des Menschen eine Einheit bildeten, die von der Gruppenform des Ich unterstützt wurde, welche uns die Elohim schenkten. Die Weisen besaßen die hohe imaginative natürlich-kosmische Weisheit und sahen den Christus als den Sonnenlogos voraus, als Er sich der Erde näherte. Deshalb gingen sie dorthin bewusst und vom Ich geführt, das der Stern Zarathustras war, um sich vor ihrem alten Meister zu verbeugen, in dem sie den Sendboten des Logos sahen.

Im Unterschied zu ihnen hörten die Hirten das Wort der höheren Wesen mit ihrem Herzen, das sich in ihren inspirierenden Willen verwandelte, sich vor dem zur irdischen Inkarnation nahenden Christus-Wesen als die unversuchte nathanische Seele zu verbeugen. Sie erspürten Christus als den neuen Geist der Erde und das Gruppen-Ich der ganzen Menschheit. Deshalb bilden sie eine Gruppe und ihre Zahl ist unbekannt. Der unterbewusst in ihrem Willen wirkende Impuls manifestiert sich äußerlich-sozial. Das Soziale und das Individuelle mussten im Christus-Ich versöhnt werden, damit aus der Synthese zwischen Weisheit und Wille die transformierende Christus-Liebe hervorgeht. Die von den Elohim ausgestrahlte Ich-Form wurde im einzelnen Menschen als das reflektierende niedere Ich verinnerlicht, welches auf dem „Felsen“ des Gehirns wirkte, das ärmer an Ätherkräften geworden war. Die kosmische Intelligenz-Idee brach sich am „Felsen“ und wurde von ihm zurückgespiegelt, ohne sich mit der Substanz, mit der Liebe zu verbinden, die zu einem toten Mineralreich geworden war, damit das Ich eine neue Form findet, in die es als ein individuelles Ich übergeht. Von nun an werden wir über zwei Arten von Ich sprechen, die im Menschen zur Geltung kommen – das reflektierende, niedere Ich und das individuelle Ich. Wir werden zu ihnen auch das Welten-Ich Christi hinzufügen. Ein reflektierendes Ich besitzt jeder in seiner Inkarnation und es vertritt den Menschen als Persönlichkeit. Dieses Ich macht uns zu Menschen. Das individuelle Ich wird jeder Mensch in seiner spezifischen Art während des irdischen Äons meistern, damit er von der Menschenstufe zur Stufe eines Hierarchiewesens aus der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigt, damit das Streben – Achamoth – in den nächsten Äonen als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch erlebt werden kann. In diesen Formhüllen wird sich unser individuelles Ich manifestieren. Auf dem zukünftigen Vulkan wird es hüllenlos bleiben und am Ende des Äons vom Selbstbewusstsein der Archen zum Selbstbewusstsein der Elohim aufsteigen. Doch der Mensch wird im Vergleich zu den heutigen Hierarchiewesen diesen Weg in einer völlig anderen Art zurücklegen, um vom Bewusstsein eines göttlichen Schöpfers aus die Substanz, das Leben und die Idee für den nächsten Entwicklungszyklus zu schenken. Die jetzige Sonne wird zur Stufe eines Supersterns aufsteigen und sich in einen neuen Tierkreis verwandeln. Unsere Erde wird zu einer Sonne aufsteigen und das neue Sonnensystem für den neuen Zyklus des Heiligen Geistes hervorbringen. In diesem Zyklus wird das heutige Mineralreich die Hauptrolle als das letzte Reich spielen, das zu einem Hierarchiewesen aufsteigen wird. Dabei wird der Mensch die entscheidende Rolle spielen.

Der Anfang dieser grandiosen Aussicht wurde in der Zeitenwende gesetzt, als der zweite für die Erdentwicklung bedeutende Ruf erklang – derjenige des Eremiten Johannes. Zu einem „Eremiten“ wird derjenige, der sich von den Einschränkungen der Blutsverwandtschaft gelöst hat und zur Kraftquelle des individuellen Ich strebt. Ein solcher Mensch erkennt diese Quelle wieder und nimmt von ihrer Fülle Gnade um Gnade (Joh. 1:16) – das ist die Seelenfähigkeit, Gutes aus innerem Antrieb heraus zu tun. Johannes der Täufer rief die Menschen auf, ihre Seelenverfassung zu ändern, denn „das Himmelreich ist nahe gekommen“ (Matth. 3:2).

Was hat das „Himmelreich“ in Jesus bewirkt? Das makrokosmische Christus-Ich wurde vom „kleinen“ Pleroma getragen – das sind die sechs Sonnenelohim. Sie repräsentieren den Heiligen Geist in der zweiten Drei der Hierarchiewesen, die sonst die Drei des Sohnes ist. Auf diese Weise wurde es möglich, dass der aus dem Mahaparipralaya niedersteigende Heilige Geist, den „die Welt noch nie gesehen hat“, als „Vater“ über sein Kreuz des Manas in der Weltschöpfung das Christus-Ich als das Buddhi-Prinzip im Ätherleib Jesu hervorbringt. In weniger als drei Jahren hat diese Ich-Buddhi den Astralleib Jesu in Geistselbst verwandelt, das als ein Lichtleib zur Wohnstätte des neuen Heiligen Geistes wurde. Der Ätherleib Jesu wurde von neuem Leben erfüllt, das wir ein „wahres Leben“ nennen können im Vergleich zum Leben, das verschiedene Formen annehmend alle Zyklen durchzieht und als „ewiges Leben“ zu bezeichnen ist.

Die Ich-Buddhi Christi konnte zum Schluss auch das Phantom verwandeln. In der Vorlesung Das Mysterium des Menschen und die Falle der Gender-Ideologie haben wir etwas Wichtiges präzisiert – das Phantom ist dreifach, also gleichzeitig der Ausdruck des physischen, ätherischen und astralischen Prinzips, denn das Physische kann auch als Ätherisches und Astralisches existieren. Christus musste seinen Impuls zur Erdenmenschheit ausstrahlen, indem er von den Kräften des Todes und der Auferstehung der Phantomform ausging, die aus dem im jeweiligen Zyklus Vorhandenen erschaffen wurde. Das Phantom Jesu war das Kind des gegenwärtigen Zyklus, das zwar in besonderer Weise geschaffen wurde, doch nur vom wahren Leben auferweckt werden konnte, welches aus dem Mahaparipralaya herabstieg. Da der Heilige Geist und das Ich-Leben Christi in ihm anwesend waren, erhielt der Phantomleib der Auferstehung die Fähigkeit, wie die ursprüngliche Substanz vervielfältigt zu werden, die die Throne geopfert hatten. Das individuelle Phantom Jesu wurde gleichsam auf seine ursprüngliche Substanzialität des alten Saturn zurückgebracht und nach seiner Auferweckung in ein soziales Phantom für die ganze Menschheit umgewandelt. Als opferbereite Liebe ist es auch nicht vorausgesetzt –  jeder Mensch kann seinen Teil von ihm individualisieren, um das Individuelle und Soziale in sich selbst  miteinander zu versöhnen.

Wer diese Individualisierung bis zu einem gewissen Grade verwirklichen kann, erwirbt bestimmte übersinnliche Fähigkeiten, die wir etwa bei den bekannten stigmatisierten Persönlichkeiten der Vergangenheit

Beobachten können. Es ist aber angebracht hervorzuheben, dass die Stigmatisation einen überholten Weg zum Auferstehungsleib darstellt, der keine Beziehung zum Atma-Prinzip haben sollte, das Christus als den Lebensgeist auf der Sonne vor seinem Niedergang zur Erdeninkarnation zurückgelassen hat. Der Weg zu dieser Substanz ist heutzutage wohl ein anderer und wir werden später auf diese Frage eingehen. Nun wollen wir auf die Veränderungen schauen, die nach dem Mysterium von Golgatha eingetreten sind.

Die drei Persönlichkeiten Abraham, Moses und Salomo, die die drei letzten vorchristlichen Jahrtausende symbolisieren, tauchten in der Zeitenwende wieder im Leben Jesu auf, denn das Christus-Ereignis ist die erhabenste „Sinfonie“, die jemals auf der Erde vorgetragen worden ist. Daran beteiligt waren die Schlüsselindividualitäten der Menschengeschichte. Die erwähnten Drei erschienen jedoch in umgekehrter Reihenfolge – zuerst kam Salomo als Maria aus dem Matthäus-Evangelium, die sich unmittelbar vor der Jordantaufe zum Bewusstsein einer Jungfrau Sophia erhob, dann erschien Moses als Petrus und zuletzt tauchte Abraham als Simon von Cyrene auf. In der gleichen Reihenfolge begann die Wiederholung der drei vergangenen Zeitabschnitte des Kali Yuga.

Zuerst musste der Mensch in der christlichen Zeit an die Läuterung seines Astralleibes und dessen Verwandlung in eine Jungfrau-Sophia herangehen. So konnte er fähig werden, das Mysterium von Golgatha in einer Sophia angemessenen Art zu erkennen. Der salomonische Geist lebte und webte in den herausragendsten Persönlichkeiten, die versuchten, durch die Gnosis in das Große Mysterium einzudringen, das den Anfang der neuen Zeitrechnung bildete. Der Prozess begann mit Dionysios Areopagita, der zusammen mit dem Apostel Paulus die erste christlich-esoterische Schule auf der Erde begründete. Dionysios kam aus den dionysischen Mysterien von Eleusis, die das individuelle Prinzip kultivierten und er erlebte das Mysterium von Golgatha übersinnlich, ohne den Erlöser persönlich zu berühren. Wegen seiner Vorbereitung konnte er aber den paulinischen Ruf im Areopag von Athen hören. Wir können feststellen, dass alle nachfolgenden christlich-esoterischen Strömungen in einem gewissen Sinne von dieser Schule ausgehen, die Paulus und Dionysios Areopagita begründet haben. Es ist kein Zufall, dass der als Raffael wieder inkarnierte Johannes der Täufer Paulus und Dionysios in den Mittelpunkt seines Gemäldes „Die Schule von Athen“ stellte. Dionysios und Paulus kamen aus den Mysterien und versuchten, mit dem Erkennen des Christus-Ereignisses eine individuelle Synthese – unter den damaligen Bedingungen – in ihrem Ich zwischen Weisen und Hirten, zwischen dem Individuellen und Sozialen zu vollbringen. Nicht von ungefähr stehen ihre Ideen der Kirchenhierarchie als einer Widerspiegelung der Himmelshierarchie zugrunde, über die Dionysios sprach und schrieb. Er besaß eine entwickelte Verstandesseele, aber gleichzeitig auch eine Empfindungsseele, die zur Herstellung einer Beziehung zur geistigen Welt fähig war. Bei Paulus erwachte nach dem Ereignis von Damaskus auch die Bewusstseinsseele, weshalb die übrigen Jünger so schwer seine Reden begreifen konnten – die soziale Gesellschaftsordnung war nämlich im Wandel begriffen, da sich der Konflikt in der menschlichen Verstandesseele vertiefte.

Der Imperialismus spaltete sich ebenfalls – in eine kirchliche und eine staatliche Bildung. Obwohl der regierende König ein Herrscher „von Gottes Gnaden“ blieb, nahm das Leben in der staatlichen Struktur immer mehr einen weltlichen Charakter an. An die Spitze der kirchlichen Vereinigung stellte sich als Oberpriester der Papst, bzw. der Patriarch (im Osten Europas). Die im europäischen Westen und Osten bestehenden Unterschiede des Imperialismus konnten die Kirche bei ihrer Entfernung vom Pleroma und dem wahren Verständnis des Mysteriums von Golgatha nicht davor retten, den Widersachermächten zum Opfer zu fallen. Während im Augenblick des Mysteriums von Golgatha das Geistige und Physische im Menschen bis zum 33. Lebensjahr einheitlich blieben, wurde der Mensch danach „jünger“ und daher auch viel anfälliger für die irdischen Einflüsse. Die Menschen sahen, dass in ihren weltlichen und geistigen Führern die bösen Mächte zur Geltung kamen und begannen nach dem Gott in sich selbst und nicht beim König oder Papst zu suchen.

Im zweiten christlichen Jahrtausend begann die Wiederholung des Moses-Zeitalters. Während Moses nach dem Welten-Ich in der äußeren physischen Natur suchte, wurde nun der Blick nach innen gerichtet und es erschienen die starken Offenbarungen der Mystiker. In ihnen sprach das Welten-Ich mit der gleichen Macht, mit der es äußerlich über die Elemente zu Moses sprach. An der Grenze zwischen den Wiederholungen beider Zeitalter erschien das Bogomilentum. Die wieder inkarnierten Jungfrau Sophia und der Evangelist Johannes gingen nach Weliki Preslav und begründeten durch den als Bojan Maga wieder inkarnierten Dionysios Areopagita (der nun in Bulgarien reinkarniert ist) jenen Impuls, der eine neue Synthese der Heiden und Weisen unter den Bedingungen der herabsteigenden kosmischen Intelligenz verwirklichte. Die Individualität von Dionysios Areopagita schaut immer weit voraus und deshalb musste sich die Menschheit durch das Bogomilentum auf das nach dem 15. Jahrhundert einsetzende Zeitalter der Bewusstseinsseele vorbereiten. Dieses Zeitalter charakterisierte sich durch den tiefen Herabstieg des Menschen, dem die kosmische Intelligenz in den Nerven-Sinnes-Apparat eingeprägt worden war, zum Materiellen. Einerseits galt es, den geistigen Blick auf die uns umgebenden Elemente zu bewahren und das war die Aufgabe des im Schoß des Bogomilentums entstandenen Rosenkreuzertums. Andererseits musste das mystische Prinzip in individualisierender Weise tief in der Seele wirken. Das war eine Synthese des vergangenen Zeitalter Salomos, in dem der Mensch auf das Christus-Verständnis vorbereitet wurde, mit dem Moses-Zeitalter, in dem der Mensch durch die Entdeckung des Erlösers in seiner Seele sich vor dem übermäßigen Versinken in der Materie geschützt werden sollte. Das Soziale und das Individuelle manifestierten sich im Bogomilentum auf einer neuen Stufe der Synthese, die unter den damaligen geistig-physischen Bedingungen möglich war. Als Beinsa Douno sagte, dass Bojan Maga und der Pope Bogomil zwei „Erzengel“ sind[2], so heißt das, dass in ihnen das individualisierende Prinzip wirkt, das aber im Namen des Gemeinschaftlichen, also des Sozialen wirkt. Indem der Mensch die Dinge versteht und erkennt, was die Aufgabe des vergangenen Zeitalters Salomos war, zeigt er sich als Engel und wenn er sich selbst, seine Selbständigkeit erkennt, wirkt er als Erzengel.[3]

Trotz des Bogomilen-Werks verwandelten sich die Imaginationen der Weisen aus der Zeitenwende während der Wiederholung des mosaischen Zeitalters in die lebensferne Astronomie, die auf dem abstrakten Denken basiert, welches sie sich des Gehirns als physisches Instrument bedient. Das prophetische Hören auf das Herz, das den Hirten eigen war, verwandelte sich in die sinnliche Beobachtung, in das äußere Experiment zum Erkennen der uns umgebenden Natur. Die Naturwissenschaft wurde zu einer vorherrschenden Wissenschaft und die Pädagogik verlor jegliches Verständnis für das Wesen des Menschen. Die Verwüstung der Seele nahm bedrohliche Maße an. Es erschien die dritte Form des Imperialismus, die aus dem englischen Parlamentarismus entstand. Auf den Vorderplan trat das Wahlsystem mit dem Streben nach Demokratie. Einerseits erfordert das Zeitalter der Bewusstseinsseele die Durchsetzung des individuellen Prinzips, andererseits ging die soziale Ordnung zum Ausbau nach der Meinung der Mehrheit über. Während in der zweiten Etappe des Imperialismus das griechisch-lateinische Element vorherrschend war, wobei wir nicht die Beteiligung der Bulgaren an dem Prozess vergessen dürfen, ging nun die Vorherrschaft zum britischen nationalen Imperialismus über, wobei  wir nicht den französischen, spanischen, niederländischen, portugiesischen, russischen Imperialismus vergessen dürfen. Die Macht des „Gesalbten“ wurde bis zu einem hohen Maß zur Dekoration und der Imperialismus manifestierte sich in der leeren Floskel, die mit der Wirklichkeit identifiziert wurde – und immer noch identifiziert wird. Es begann die Phrasendrescherei, die sich als die Wirklichkeit ausgab und eigentlich eine Lüge war, die in einer oder anderen Form in Erscheinung trat. Die übrigen europäischen Völker haben den britischen Parlamentarismus begeistert aufgenommen und ihren nationalen Besonderheiten entsprechend angewendet. Dabei begriffen sie nicht, dass sie auf diese Weise der Unterordnung unter die englische Herrschaft Bahn brachen. Aus Rom und Spanien kam der Impuls der universellen Theokratie und das französische Element in der Politik gab das Universelle in der Diplomatie, ohne sich um das eigene Volk sonderlich zu sorgen. Gesetzmäßigerweise führte das zur Revolution von 1789. Während die romanischen Völker allmählich zu einem Schatten dessen wurden, was sie in der vierten Kulturepoche darstellten, stellte England mit der Industrialisierung und dem Handel die Welt unter seine Kontrolle.

Im englischen Element erlebt die Menschenseele sich selbst völlig auf dem materiell-physischen Plan. Daher kommt sein Anspruch auf die universelle Herrschaft in Handel und Industrie. Das ist in das Weltenkarma eingetragen und unterliegt weder Sympathien noch Antipathien. Es kann nicht als gerecht oder ungerecht gedeutet werden, denn es ist eine historische Weltnotwendigkeit. Im englischen Element spürt die  Bewusstseinsseele den anderen als Wettbewerber im physischen Dasein. Deshalb wirkt in den englischsprechenden Völkern das instinktive Streben, das aus der Bewusstseinsseele kommt und danach strebt, den Menschen auf die eigenen Beine zu stellen. Das bringt die Politik auf den Vorderplan. Doch der Instinkt ist immer selbstliebend und bei diesen Völkern stimmen die Selbstsucht und die politischen Ziele völlig überein, ohne dass ein Gefühl der persönlichen Schuld vorhanden ist. Es ist eine Illusion zu erwarten, dass die britische Politik moralisch handelt! England hat doch keine Freunde, sondern Interessen[4].

Das Gleiche gilt auch für das Kind des englischen Imperialismus – den amerikanischen Imperialismus, der in der neueren Zeit die Welthegemonie als etwas Selbstverständliches anstrebt. Doch das ist der Ausdruck der ahrimanisierten Bewusstseinsseele. Und wenn der Angloamerikanismus im unerlaubten Spiel um die Weltvorherrschaft über das Medium der Freimaurerlogen okkulte Mittel verwendet, so ist das im materialistischen fünften Zeitalter etwas Fürchterliches, denn es stammt von der zweiten Phase des Imperialismus mit seinen Symbolen und Zeichen, die die Freimaurer nicht mehr verstehen. Aus dieser unerlaubten Ehe wird die leere Phrase nicht nur nicht in den Geist verwandelt, wofür die englischsprechende Welt verantwortlich ist, sondern es hat die neue äußerst schreckliche Form des Imperialismus hervorgebracht  – die sowjetische. Bei dieser Form wurden die einzelnen Völkern Sowjets (‚Räten‘) gleichgesetzt, die von einem vergötterten Führer regiert werden, der zum Gefäß der Widersachermächte geworden war. In seiner Schrift „Staat und Revolution“ versuchte der Führer Lenin, der mit seinem völlig ahrimanisierten Gehirn dachte, den Weg in die Zukunft zu weisen, indem er etwa sagte: „Der Staat ist ein Kind der Bourgeoisie und deshalb ist er etwas Schlechtes, mit der Diktatur des Proletariats werden wir die Bourgeoisie zerstören und dann eine neue Menschenart schaffen – den Kommunisten -, der nach seinen Fähigkeiten arbeiten und nach seinen Bedürfnissen verbrauchen wird, um den Staat überflüssig zu machen.“ Was danach sein wird, weiß keiner.

Es waren wieder die dunklen Logen diejenigen, die die Erscheinung der anderen Art von Sozialismus in Deutschland inspiriert haben – den Nationalsozialismus, damit sie ihn zum Zusammenprall mit dem internationalen sowjetischen Imperialismus verleiten konnten. Die Ansichten Lenins und Hitlers widerspiegelten den vollen Zusammenbruch der Spiritualität und ihre Verwandlung in eine Ideologie. Alles wurde zur Ideologie, d.h. es wurde der Wirklichkeit entleert, unabhängig davon, ob es um Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik oder Religion geht. Unter diesem Umstand begann der Mensch, die physische Welt zu verlassen und hat sich mit dem Erscheinen von Elektrizität und Magnetismus in die unterphysischen Welten begeben. Er ist sogar bis zur Atomenergie und den heutigen Technologien heruntergekommen, die virtuelle Welten schaffen. Dieser Übergang zum Illusorisch-Ahrimanischen ist die Folge eines grandiosen Prozesses, der sich im Menschen seit Mitte des 19. Jahrhunderts in einer ihm unbewussten Art entfaltet. Er besteht darin, dass der Ätherleib sich allmählich vom physischen Leib löst und uns zum kleinen Hüter der Schwelle führt. Das trennt das Leben von Denken, Fühlen und Willen in der Seele und sie beginnt, sich als dreifach zu fühlen. In der vierten Kulturepoche wurde die Zwiespalt in der Verstandesseele zwar auch dramatisch erlebt, doch die Seele blieb in hohem Maße in Einheit. Zukünftig wird ihre Dreispaltung zu immer anwachsender Nervosität, Ausweglosigkeit und zum Chaos im Menschen führen. Diese Symptome sehen wir schon jetzt deutlich auftreten.

Die Harmonie im einheitlichen sozialen Organismus  kann durch den Übergang zu dessen Dreiteilung erreicht werden, was Steiner schon vor 100 Jahren empfohlen hat. Die Menschheit hat seine Stimme nicht gehört, da sie unvorbereitet war. Es wirkten auch die zahlreichen und verschiedenen dunklen übersinnlichen Kräfte der Verwirklichung der neuen sozialen Ordnung nach dem Maß des heutigen Menschen entgegen. In vielen Mitgliedern der angelsächsischen Geheimgesellschaften und in manchen Führern der religiösen westlichen Sekten wirken Wesenheiten mit einer verfrühten Entwicklung, die erst auf einer nächsten Etappe Menschen werden müssten[5]. Ihre Gefäße sind keine rechten Menschen, da sie zu Werkzeugen für die Inkarnation dieser Wesen auf der Erde werden und die Menschen zu einer entstellten Form der Spiritualität führen. Es gibt drei Gattungen von übersinnlichen Wesen, die sich in den Menschen durch seine verschiedenen Systeme  verkörpern[6]. Die erste Gattung geht durch das Stoffwechselsystem in den Menschen ein und sie besitzt die besondere Anziehungskraft zu den elementarischen Kräften der Erde. Diese Geister begleiten den westlichen Menschen bei der Kolonisierung verschiedener Territorien und fördern die Durchsetzung des Handels, damit kein selbständiges Wirtschaftsleben im sozialen Organismus herausgebildet werden kann. Hinter der Kolonisierung Bulgariens durch internationale Handelsketten stehen auch solche Wesenheiten. Die zweite Gattung von Wesenheiten existiert durch das rhythmische System und sie verengt das Bewusstsein, damit die Bewusstseinsseele nicht zur Geltung kommen kann. Diese Wesen wollen die Entstehung eines selbständigen Staatslebens verhindern. Sie stehen hinter der Sucht, die sich unter den Menschen verbreitet, keine Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen, sie verbreiten die Oberflächlichkeit, Phrasendrescherei und Lüge. Die dritte Gattung von Wesenheiten inkarniert sich durch den Nerven-Sinnes-Apparat. Sie verhindern den Menschen, seine individuellen Fähigkeiten zu entfalten und zu einer freien Individualität zu werden. Stattdessen verwandeln sie ihn in eine Schablone. Indem die westlichen Menschen unter die Attacke dieser drei Arten von Wesenheiten geraten, werden sie in ihrem freien Willen angegriffen und die soziale Dreigliederung wird zusammengeschnürt.

Im Unterschied zum westlichen Menschen befindet sich der östliche Mensch in einem Zwiespalt – einerseits lebt er mit dem Erbe des alten spirituellen Elementes, das ihm im Nacken sitzt, andererseits wirkt auf ihn dasjenige, was aus der gegenwärtigen Menschheitsentwicklung kommt – „das Drängen zur Individualität hin“[7], das zum Verfall führt und ihm die Möglichkeit raubt, ein Vollmensch zu sein.

Dieser Zwiespalt wird durch die Wirkung  dreierlei zurückgebliebener Wesenheiten bewirkt, die ihre Vollkommenheit früher erreicht haben, doch dann zurückgeblieben sind. Sie sind eine Art Hierarchiewesen, die aber sich im östlichen Menschen nicht inkarnieren, sondern ihm bei mediumistischen Seancen oder nachts erscheinen. Tagsüber erlebt der Mensch die Folgen ihrer nächtlichen Einwirkungen. Die erste Art stellt sich dem Wirtschaftsleben entgegen, wie es im dreigliedrigen sozialen Organismus sein sollte und erlaubt dem Menschen nicht, sich mit den äußeren Verhältnissen der Wirklichkeit zu verbinden. Die zweite Art bringt eine Art unegoistischen Egoismus mit ein, der eine raffinierte Form hat, welche bei den östlichen Menschen oft vorkommt. Sie erscheint als entwickelte Selbstlosigkeit und Selbstentsagung, hinter denen jedoch feiner Egoismus steckt. Solche Personen sind bestrebt, geradezu Übermenschen zu werden, die in höchstem Maße gut sind, doch tief in ihrer Seele hat sich die luziferische Selbstsucht eingenistet. Die dritte Gattung Wesenheiten verbreitet eine seelisch-mystische Atmosphäre, die das geistige Leben von den Menschen und der Erde fernhält. Auf diese Weise machen die drei Gattungen von Wesen den Menschen blind für die Spiritualität und die soziale Dreigliederung und er bleibt ohne freien Willen.

Der Mitteleuropäer hat eine verwirrte Seele. Auf sie wirken die westlichen Geister durch die Beeinflussung der Bedürfnisse, Instinkte, die in seinem Willen leben. Nachts erscheinen ihm auch die östlichen Geister in Imaginationen, aber sie bleiben meist unbewusst. In der Mitte zwischen der Vernunft des Westens und den Offenbarungen des Ostens hat der Mitteleuropäer die Erinnerung an das eigene Wesen verloren. Für ihn und auch für die im Osten wohnenden Menschen ist es äußerst schädlich, die westliche Kultur in jeglicher Lebenssphäre nachzuahmen, da sie etwas nachahmen, für das sie keinen Instinkt besitzen und es nicht erleben können. Der westliche Mensch hat eine instinktive Neigung zum mechanischen, materialistischen Okkultismus, deshalb ist er auch führend im Bereich der Technologien. Der Mitteleuropäer besitzt von Geburt an einen Instinkt zum hygienischen Okkultismus – nicht von ungefähr erschien die Anthroposophie im Germanentum. Der Slawe hat von Geburt an eugenische Fähigkeiten, auf die sich später die neue Reproduktionsart der sechsten und siebten Kulturepochen gründen wird.

Nach diesem Umriss der vergangenen Entwicklung wollen wir schauen, wie der Zeitgenosse, vor allem der Europäer seine Probleme im gegenwärtigen Moment zu lösen versucht, um danach auf den Ausweg aus dieser Situation hinzuweisen. Es gibt einen Streifen, der große Gebiete umfasst und Gefahren mit langwierigen Folgen für die Menschheit birgt. Wenn wir im Ural beginnen, über die Ostukraine und die Halbinsel Krim gehen und weiter zum Kaukasus über das Schwarze Meer hinunter zur Türkei, von dort zum Mittelmeer und Syrien kommen, weiter über Israel nach Medina und Mekka nach Saudi-Arabien gelangen, so sehen wir, dass das alles Gebiete sind, die große Spannungen bergen, welche auf ihre Lösung warten. Steiner sagte[8], dass nach dem vierten Jahrhundert n.Chr., als die Vorstellung vom Pleroma und der dreifachen Sonne abhanden kam, eine Decke sich erhob, die durch die erwähnten Gebiete verlief und als Wand Europa von Asien trennte. Auf der Grundlage der Logik und der Begriffe der irdischen Welt musste der Europäer das rationale Denken entwickeln, das ohne das Sehen in die geistige Welt auskommt. Doch in die reine Anwendung der Vernunft mischte sich das luziferische Streben nach dem Irdisch-Menschlichen ein. Deshalb entwickelte sich in der Astralwelt etwas, was im Bestreben von Menschen wie Giordano Bruno und Galilei nach dem zur Sinneswelt gerichteten Denken hin wirkte. Das brachte Wollust und ein gutes Selbstwertgefühl im Menschen zustande, die zur Nahrung für manche Astralwesen wurden. Diese Wesen haben den Denkprozess dermaßen ergriffen, dass er mit der Zeit die Raffiniertheit erreichte, die im Marxismus und den von ihm inspirierten Gestalten wie Lenin ihren Ausdruck fand.

Auf der anderen Seite der „Wand“ manifestierten sich in den Gebieten von Sibirien, Zentralasien bis hin zum fernen Osten die letzten dekadenten Reste des Schauens des Pleromas. Dort entstand eine Antikultur, die gänzlich auf das Irdisch-Physische gerichtet war und Idolen in Form von Steinen, Holzklötzen usw. diente. Diese Form des Schamanismus war die schlechtestmögliche Art, das geistige Weben des Pleromas in die physische Welt zu übertragen. So wurden schreckliche geistige Wesenheiten auf den Plan gerufen, die „in ihrer ätherisch-astralischen Bildung zwar über dem Menschen stehen, aber in ihrer Seelen- und Geistesbildung unter dem Menschen zurückgeblieben sind“[9] und ihn infizieren konnten. Deshalb erschien aus den finsteren Tiefen Asiens im 13. Jahrhundert Dschingis Khan, der das christliche Europa erobern wollte.

Indem die alten Bulgaren in den vorchristlichen Zeiten die Natur beobachteten, sprachen sie über die in den irdischen Aufbau verwobenen Faune und Satyrn. Im dritten bis vierten Jahrhundert n.Chr., als das Hellsehen noch atavistisch war, zogen sich diese Wesen in die erwähnten Gebiete zwischen Ural, Wolga und Kaukasus zurück, die zu ihrem Wohnort wurden. Dort befand sich einst das alte Großbulgarien und die Bulgaren konnten das Gegenüberstehen der dunklen und hellen Wesen in der uns nächsten geistigen Welt schauen. Dieses Gegenüberstehen stand auch vor dem geistigen Blick der thrakischen Bulgaren, die die Balkanhalbinsel bewohnten. Deshalb wurden in den späteren christlichen Jahrhunderten der ersten Hälfte des Mittelalters  Menschen, welche besonders stark berührt wurden von dem Gegensatz der guten und der bösen kosmisch-geistigen Mächte, ‚Bulgaren‘ genannt. [10] Sie waren für die West- und Mitteleuropäer die Ketzer, vor denen sie  Angst hatten und die die offizielle Kirche bekämpfte, während in der europäischen Bevölkerung das erwähnte luziferische Denken entwickelt wurde, das zur lebenswichtigen Luft für die jeweiligen luziferischen Wesen wurde.

Östlich der Wand wurden die ahrimanischen Wesen weiter durch die geerdete Magie genährt. Aber die Wesen auf beiden Seiten der Wand überwanden sie, um in der Astralwelt die kosmische Feuerehe zu vollziehen. Das waren die früheren Faune und Satyrn, die metamorphosierten und nun neue Aufgaben erfüllten. Ihr Unterteil war verwildert wie bei einem Bock und nach oben hin hatten sie ein ungemein intelligentes, luziferisiertes Haupt[11]. Geht man vom Westen ostwärts zum Ural und Wolga, erhält ihr Unterteil ein wolkenähnliches Aussehen und scheint zu verschwinden. Es bleibt ein raffinierter Kopf. Wenn man hellseherisch ihre Bewegung in umgekehrte Richtung verfolgt, so Steiner[12], sieht man, dass ihre Bocksnatur einem Bären ähnlich wird und sie ihr Haupt verlieren. Die Menschen werden astralisch von diesen Wesen durchzogen, die sie verführen und zur geistigen Umnachtung oder zum raffinierten Größenwahn führen. Die entlang der Wand lebenden Menschen sind verpflichtet, die Gefahr einer solchen Führerschaft zu bemerken, anderenfalls werden sie weiter in dieser erstickenden geistigen Atmosphäre verweilen, die zur Ausweglosigkeit des luziferischen Blickes in die Vergangenheit und des ahrimanischen Blickes in die Zukunft treibt. Beide begegnen einander in einem komplizierten Knoten in der Gegenwart. Während in der vierten Kulturepoche die beiden den Menschen bedrohenden Mächte sich unmittelbar vor seiner Seele begegneten und sich gegenseitig ausglichen, haben sie in der fünften Kulturepoche einen Bund in der Außenwelt geschlossen und binden einen Knoten, bevor sie die Seele erreichen. Der Mensch kann sie im Knoten nicht auseinanderhalten und  ist machtlos, ihn zu entwirren. Wir sehen doch heute klar, was entlang dieser Wand durch den “Bären“ Putin und dem „Padischach“ Erdogan geschieht. Der erstere führt das russische Volk zur Wiederbelebung des panslawischen eurasischen orthodoxen Imperialismus und der letztere – zum mohammedanischen Neo-Osmanismus. In der gegenwärtigen michaelischen Zeit ist es für beide Völker zerstörend und erinnert uns wie im 20. Jahrhundert der internationale sowjetische Imperialismus und der deutsche Nationalsozialismus eine todbringende Ehe geschlossen haben, um dem Christentum das Grab zu bereiten und anschließend  aneinander bekämpften. Wir sehen die absurde Ehe zwischen den Erben der alten Feinde – des russischen und des osmanischen Reiches. Heute verbinden sie sich durch Gasleitungen, bauen Atomkraftwerke, in Moskau wurde eine Riesenmoschee eröffnet, es wurde die Aufteilung Syriens verhandelt, die westlichen Länder wurden aus jedem Anlass angegangen usw. Unter dem Einfluss der metamorphosierten Faune und Satyrn werden sie zur leichten Beute für sie und für andere Wesen, die in jedem Menschen wirken –  Dämonen, Gespenster und Phantome. Woher kommen sie?

Wenn wir von guten Gedanken erfüllt sind, erzeugen wir gute Dämonen in unserem Astralleib. Wenn wir trügerischen Gedanken, Vorurteilen und dummen Modetrends nacheifern, etwa der Tätowierung, oder unsere Meinung den anderen aufzwingen wollen. So wird der Astralleib von widerlichen dämonischen Bildern erfüllt. In den Gerichten, Restaurants, bei spiritistischen Seancen ist es voll mit ihnen. Wir sondern sie nachts ab, wenn das wache Tagesbewusstsein fehlt. Andere Wesen sondert unser Ätherleib ab – die sog. Gespenster. So entstehen infolge der Verfassung schlechter Gesetze, der Existenz schlechter Institutionen in der sozialen Sphäre usw.

Doch alles wird auch dem physischen Leib eingeprägt. Er sondert Phantome ab, die der physischen Wahrnehmung am nächsten sind. Selbst die unschuldigste und harmloseste Lüge führt dazu, dass nachts Kopien der Körperteile oder sogar des ganzen Körpers abgesondert werden. In der Luft schweben Armteile, Beinteile, Köpfe, innere Organe, die eine gewisse Intelligenz besitzen, jedoch keine moralische Verantwortung haben. Deshalb sind sie viel schädlicher für den Menschen als die Bakterien und Bazillen. Morgens sind sie die ersten, die auf den Menschen zuströmen, wenn sein Ich und Astralleib in den physischen Leib zurückkehren, um seine Entwicklung aufzuhalten. Das Zurückbleiben in der Entwicklung bedeutet, dass der Mensch in sich, vor allem in das Blut, die notwendige Substanz der fünften Kulturepoche mit den ihr eigenen Kräften aufnimmt. Er wird krank und trägt diese Wesen als giftige Formphantome in sich, die in seinem Körper koagulieren und aggressive Instinkte hervorbringen. Der Mensch wird zu einem unglücklichen, schrulligen Neurastheniker. Das führt zu allgemeiner Erkrankung der Kultur, die vom abgelagerten Gift verursacht wird, welches im Menschen zur physiologischen Grundlage seines Lebens geworden ist.

Das äußere Leben wird immer bequemer und gesünder, aber das innere wird leerer und die Menschen wissen nicht, was sie mit sich anfangen sollen. So beginnen sie, jegliche Abartigkeiten für normal zu halten. Wir haben gesehen, wohin der linke Globalismus führte, der jetzt nach dem Pendelprinzip durch den rechten Globalismus ersetzt wird. Doch die Unterschiede zwischen beiden werden verwischt.

Im 19. Jahrhundert hatte der Begriff einer rechten Partei noch einen vernünftigen Sinn. Eine solche Partei besaß ein genau umrissenes Programm, dem das Programm der linken Partei gegenüberstand. Nach der Vertreibung der dunklen Geister aus der Astralwelt (1914) haben diese Programme keine Bedeutung mehr. Seitdem bekämpfen sich die Schatten des Linken und Rechten in der Politik. Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus sind nur Worte, die den Menschen vormachen sollen, dass die Regierenden ihnen das Paradies auf Erden aufbauen würden, was bedeuten würde, in den Institutionen des physischen Plans Vollkommenheit zu erreichen. Doch der physische Plan selbst ist unvollkommen, er besteht aus  „Ruinen des Geistes“. Wie kann die Ruine vollkommen sein?!

Christus sagte, dass das Reich Gottes mitten unter uns ist (Lukas 17:21). Dieses Reich ist das Ich. Im 20. Jahrhundert hat der Mensch gänzlich die Richtung verloren, die zum Erlöser führt und das Leben wurde gnadenloser. Die Demokratie und der Parlamentarismus bleiben immer noch als Hoffnungsschimmer, dass sich etwas ändern könnte. Der Parlamentarismus ist ein Weg für die Persönlichkeit, zur Geltung zu kommen, doch wenn es zur Abstimmung kommt, gerät der Angeordnete in die Falle der Gleichmacherei. Das geistige Leben wird unterjocht und die Persönlichkeit verschwindet. Vielmehr wollen die Volksvertreter bei der Zusammenkunft im Parlament immer die anderen überrumpeln und über sie herrschen. Die Demokratie steuert also ihrer eigenen Vernichtung zu und wird durch eine Form von Autokratie oder Diktatur ersetzt.

Nun versucht Europa, durch die Europäische Union zusammengeschweißt zu bleiben, obwohl England das Schiff verlassen hat und der Nationalismus in vielen der Mitgliedstaaten sich erhebt. Es ist klar, dass sich Europa in einer Krise befindet, die an die Krise des späten Römischen Reichs erinnert, aber unter anderen Bedingungen und in einer anderen Form auftritt. In jenem Reich kam das Christentum in der hebräischen Seele, dem griechischen Geist und dem römischen Leib hervor und hat alles in ihm Existierende verändert. Von den Drei sind jedoch nur Schatten geblieben, die mit unterschiedlicher Stärke und Intensität weiter wirkten. Der römische Imperialismus fand seinen Niederschlag im Katholizismus, der entstanden ist, der griechische Geist – in der Naturwissenschaft und das Hebräische lebte in der Freimaurerei weiter. Heutzutage braucht Europa etwas anderes, was es von Grund auf verändert, da die drei Schatten tief in sein Inneres eingedrungen sind und eine gefährliche Metamorphose erfahren. Die Wandlung wird nicht von den luziferisierten humanistischen Papst-Botschaften, den ahrimanisierten Plänen des jugendhaften Macron zur Reformierung der Europäischen Union,  oder von dem italienischen Populismus und dem Konservatismus von Orban und  Marine le Pen kommen. Jede Berufung auf die Traditionen ist geistige Machtlosigkeit, denn die Traditionen können nicht die weiter vorwärts geschrittene Weltentwicklung aufhalten und sich ihr anpassen, wenn sie nicht in rechter Weise metamorphosieren. Heutzutage befindet sich der Mensch  im Zeitalter der sich befreienden Bewusstseinsseele, aber er ist noch in der Unfreiheit der Verstandesseele versunken, wo er nach Heilung sucht. In dieser Situation gibt es drei Strömungen, die eine entscheidende Bedeutung für die heutige Kultur haben – die Weltherrschaft des Angloamerikanismus im breiteren Sinne, die Vereinigung der Völker und das Streben, den Weltprozessen ein soziales Gesicht zu verleihen.

Der schwächelnden Vorherrschaft des Angloamerikanismus stehen China, Russland, die Türkei und viele weitere Regionalmächte gegenüber, doch sie sind nicht die wahre Alternative und tragen auch den Tod in sich. Der Völkervereinigung auf der Grundlage des Humanismus stellt sich der nationale Egoismus entgegen und die Weltorganisationen sind nur das Werkzeug der amerikanischen Vorherrschaft, aber sie zerfallen mit schnellem Tempo von innen. Und die Anhänger der zahlreichen sozialen Bewegungen sind von der wahren Spiritualität weit entfernt. Sie wenden lediglich wirtschaftliche und rechtliche Mittel an, um das Problem im einheitlichen sozialen Menschheitsorganismus zu lösen. Durch Werkzeuge, die dem Bereich des Todes entstammen lässt sich der Tod nicht besiegen. Und der Tod ist im Bewusstseinszeitalter überall – im reflektierenden Denken, in Politik, Technik, Finanzwesen, im Prinzip des Nationalen usw. In diesem Reich des Todes gewinnt das Böse an kolossaler Macht und etwas muss sich ihm widersetzen. Mit dem paulinischen Christentum konnten die Menschen in der vierten Kulturepoche verstehen, dass im Christus-Impuls etwas liegt, was sie auch über den Tod hinaus mitnehmen können. Damals wurde der Tod innerlich erlebt, doch in der fünften Kulturepoche erleben wir Geburt und Tod äußerlich und das Böse – innerlich. Nur wenn wir das Böse zur Arbeit zu Gunsten des Guten einspannen, werden wir dem Ende des 19. Jahrhunderts erneuerten Mysterium von Golgatha und dessen Fortsetzung von 1936[13] begegnen, um den ätherischen Christus zu sehen und Ihn in den nächsten 3000 Jahren mit unserem Verstand zu verinnerlichen. Das wird erst jetzt möglich und deshalb besteht der Sinn der gegenwärtigen Zeit in der Vorbereitung der sechsten Kulturepoche, wenn das Böse äußerlich auf den menschlichen Gesichtern sichtbar sein wird. Trotzdem hat die gegenwärtige Kulturepoche eine Hauptbedeutung in der ganzen fünften Wurzelrasse, da der große Übergang vom reflektierenden Ich zum individuellen Ich ansetzt. Die Bedeutung der ganzen Evolution von der alten Saturnzeit bis zum heutigen Zeitpunkt besteht im Erleben dieses Übergangs durch die Bewusstseinsseele. Für sie ist es erforderlich, die dunklen Widersachermächte gründlich zu kennen, um durch ihre Impulse zu gehen und zum vollwertigen Gebrauch seines Bewusstseins zu kommen, was für immer die Pforte zum Geist aufmachen wird. Unsere Zeit erfordert eine starke Beherrschung der Person, gegen die die ahrimanische Attacke mit der Angst gerichtet ist. Sie erfordert auch ein starkes Gefühl für die Wahrheit, deshalb kommt der luziferische Angriff zu Gunsten der Lüge.

Wie bereits hingewiesen, sind die beiden dunklen Mächte verknotet und werden von der mächtigen, die Seele und das Ich zerstörenden Tätigkeit der schrecklichen Asuras unter der Führung Sorats unterstützt. Vor unseren Augen wird auf dem Erdenplan eine alles entscheidende Partie Schach gespielt, in der die hellen und dunklen Mächte durch den Menschen ihren Zweikampf austragen. Es ist die Große Schlacht auf Erden im Gange! Der schwarze König ist Sorat, der von den anderen geschützt wird. Seine Königin, die ein Gruppenwesen ist, das aus den drei Widersachermächten besteht, kann komplizierte Bewegungen ausführen, wenn sie die Beziehung ihrer Unterordneten untereinander herstellt. Die Läufer sind die luziferischen Mächte, die Springer – die ahrimanischen und die Türme – die Asuras, die als Einzige das Privileg einer Rochade mit dem König genießen, da sie wie er selbst das menschliche Ich angreifen, obwohl ihre Handlungen durch die Bewusstseinsseele und den physischen Leib gehen. Vorne sind die Bauern die Menschen -, die sich als Kanonenfutter in den Dienst Sorats gestellt haben.

In Einzelfällen kann eine der Spielfiguren tief in das Feld der Weißen eindringen und „wegen Verdienste“ zu einer bedeutenden Figur werden. Doch das ist illusorisch, denn ohne die Meisterung des individuellen Ich kann kein Mensch zu einem Hierarchiewesen aufsteigen.

Den schwarzen gegenüber stehen die weißen Figuren. Dort ist der König Christus und die Königin – die Himmlische Sophia. Die Läufer, Springer und Türme sind die Wesen der drei Hierarchien. Die Bauern sind die fortgeschrittenen Seelen, die an der Grenze zu den Hierarchiewesen stehen und  durch das tiefe Eindringen in das Feld der Dunklen zu Hierarchiewesen aufsteigen können. Sie schützen den König-Christus in Seiner Pracht.

Im Kampf werden die dunklen Mächte von jenem Wesen mit ätherischer Individualität und starker ahrimanischer Natur unterstützt, das laut Steiner nicht zur physischen Inkarnation kommt, doch in der Sphäre bleiben will, in der die Zweite Wiederkunft auch zukünftig stattfinden wird. Dieses Wesen wird dort in der ganzen fünften und sogar in der sechsten und siebten Kulturepoche bleiben und es will von den Menschen für Christus gehalten werden. Es wird die Menschheit zu einem Gespensterreich führen, das unmittelbar unter der Erdoberfläche im festen und flüssigen Element entstand – also in jener Sphäre, in der zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert die unterirdische Schule Ahrimans bestand. Die Menschen, die dieses Reich besiedeln, werden die ahrimanische Unsterblichkeit erreichen – eine tiefere, untermenschliche Evolutionsstufe. Dann werden weder sie noch die Erde vergeistigt, d.h. ätherisiert werden können. Zum Erreichen ihrer Ziele wirken die dunklen übersinnlichen Wesen Hand in Hand mit manchen westlichen okkulten Bruderschaften zusammen, die Manipulationen mit den Toten betreiben. Die ungelösten Ätherleiber der Neophyten wirken nach dem Tod auf der Erde als Gespenster. Also gibt es Logen, zu denen Lebendige und Tote gehören. Mit diesen ahrimanisierten menschlichen Ätherleibern strebt man die Eroberung der Äthersphäre für das besagte ahrimanische Wesen an, das die Logen „Christus“ nennen.

All das ist natürlich auch gegen jenen Ätherleib von Christian Rosenkreutz gerichtet, der nach dem Mysterium von Arbanassi im 13. Jahrhundert[14] dermaßen spiritualisiert wurde, dass er seitdem ganz bleibt und sich mit jedem verbindet, der die erhabenen Geheimnisse des Mysteriums von Golgatha und das jetzigen Mysterium des ätherischen Christus zu verstehen sucht. Nach seinem Herabstieg auf die Erde in 1378 wurde Christian Rosenkreutz 1413 35 Jahre alt. Mit diesem Lebensjahr beginnt die Siebenjahresperiode im Leben, in dem der Mensch sich in seiner Bewusstseinsseele bewusst wird. Genau im Jahr 1413 begann auch die fünfte Kulturepoche der Bewusstseinsseele. Der in Arbanassi erreichte Ätherleib ist eine Art Urbild für den allmählichen Wandel, den der Mensch in seinem Ätherleib vollziehen muss, damit dieser Ätherleib zu einem Teil vom ätherischen Shamballa wird und eine Begegnung mit dem ätherischen Christus zustande kommt. In den dunklen Logen, die den materialistischen Okkultismus praktizieren, weiß man sehr wohl, dass die Seele als geistige Substanz nach dem Tod vom Astralleib getragen wird und unvermeidlicherweise in die höheren Sphären aufsteigen soll. Das würde die ahrimanische Unsterblichkeit unmöglich machen. Deshalb kommen diesen Logen bestimmte ahrimanische Elementargeister zu Hilfe, die unter der Herrschaft der in der dritten Kulturepoche zurückgebliebenen ahrimanisierten Engel stehen, die damals den durch ihre Sphäre auf Seinem Weg zur Inkarnation auf der Erde niedersteigenden Christus verlief. Sie inspirieren die materialistischen Impulse und Wünsche, damit die Sinneserlebnisse in der physischen Welt unter der Führung Ahrimans unsterblich zu machen. Sie halten Ahriman für mächtiger als Christus und sollen aus der Substanz der ungelösten Ätherleiber einen neuen Ätherleib für die jeweilige Seele aus der Loge schaffen. Dadurch könnte diese Seele aber nach ihrem Tod nicht aufsteigen und sich in ihn inkarnieren, was zum Erreichen der ahrimanischen Unsterblichkeit führen würde. Das Arsenal der Einwirkungsmittel, dessen sich die Wesen der Subgeschichte[15] bedienen, ist sehr reich und kommt immer wieder zum Einsatz. Besonders gefährlich ist jener Augenblick, wenn diese Wesen im Schlaf versuchen, den Menschen mit einem falschen Ätherleib zu versorgen, dessen Substanz aus dem Gespensterreich des Gegenkreises im flüssigen und festen Element der Erde kommt. Dieser Gegenkreis erscheint als ein Gegensatz zum ätherischen Shamballa, das aus den vergeistigten Ätherleibern von aufgestiegenen menschlichen Individualitäten besteht. Manchmal gelingt das den widerstrebenden Geistern und als Folge davon gibt es Menschen, die völlig vorbereitet sind, zum sog. „künstlichen Intellekt“ überzugehen. Das ist der vollständige Austausch des Belebungsprozesses des menschlichen Denkens mit dem Gedankenäther,  dessen Ziel das Anhängen an ein Riesenwesen bezweckt. Dieses Wesen erschaffen wir alle gemeinsam, indem wir die modernen Informationstechnologien benutzen und allmählich uns selbst unter seine Kontrolle stellen.

Es begann mit dem metaphysischen Materialismus und seinen „Atomen“, „Quanten“, der Relativitätstheorie und ähnlichen sinnentleerten Begriffen, die das Ergebnis der getöteten Nervensubstanz beim reflektierenden Denken sind. Heutzutage erleben wir eine „virtuelle“ Realität, die lediglich die Widerspiegelung der Materie und schreckliche okkulte Finsternis darstellt, welche der magische Materialismus hervorgerufen hat. Eine schädliche Rolle spielen hier die Medien. Bereits vor 100 Jahren nannte Steiner den Journalismus „schwarze Magie“[16] , die mit ihren Ungenauigkeiten und offenen Lügen alles trübe macht und entstellt. Die Lüge, die heute „durch die Welt pulst“, hat „ein ungeheuer starkes Leben“.[17]

Steiner sagte auch, dass gerade dieser vergehende Inhalt der Zeitungen, der aufgenommen und weggeworfen, der nicht in das Gedächtnis eingeprägt, sondern so schnell wie möglich vergessen und tief in das Unterbewusstsein eingeprägt wird, weiter in dem wirkt, was als allgemeiner Zeitgeist, ahrimanischer Zeitgeist erscheint. Die Massenbeeinflussungen sollen etwas sein, worüber zukünftig erstaunliche Entdeckungen gemacht werden würden.”[18]

Und das sagte Steiner in einer Zeit, in der es kein Fernsehen, kein Internet, keine 5G-Technologen und keinen künstlichen Intellekt oder andere Mittel zur Massensuggestion gab. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bearbeitung des Bewusstseins durch die sog. „öffentliche Meinung“ geschieht, die vor ca. sechs Jahrhunderten als Phänomen entstanden ist und für die hierarchischen Wesen keine Bedeutung hat, sondern das Leben des Menschen im Kamaloka besonders schwierig macht, oder von der Position der „Autorität“ auf einem bestimmten Gebiet, die als Vermittler ahrimanisch-luziferischer, ja sogar asurischer Impulse fungiert. All das bewirkt das Absondern von Unmengen von Phantomen von den menschlichen physischen Leibern. Neulich erzählte mir ein Mann über seine Imagination, in der er sah, wie südöstlich von Bulgarien aus den gemeinsamen Bemühungen der dunklen Geister ein gigantisches pechschwarzes Wesen entsteht. Als „Baumaterial“ sollen menschliche Gliedmaßen, Körper, Köpfe usw. dienen. Man kann sich fragen, ob nicht der Boden für jenen „ätherischen Pseudo-Christus“ bereitet wird, der ahrimanischer Herkunft ist und den Boden des wahren ätherischen Christus besetzen soll. So könnten die Bedingungen der triumphierenden „Rückkehr“ des „physischen Christus“ vorbereitet werden, der sich uns in der Gestalt Ahrimans als der „König dieser Welt“ vorstellen wird. Die von den Medien geschaffene Lügenhaftigkeit tritt in die geistige Aura der Erde ein und in dieser Finsternis verlieren wir die Beziehung zu den Toten, mit denen wir karmische Beziehungen auf der Erde hatten. So können wir nicht die von ihnen in feiner Art ausgesandten Warnungen hinsichtlich unserer bevorstehenden Prüfungen vernehmen. Die sechste Kulturepoche wird durch die Kommunikation der Lebendigen mit den Toten kommen, wobei die Wand zwischen ihnen immer dünner wird, bis sie vollständig verschwindet. Und das bedeutet, dass der Mensch auch mit den hierarchischen Wesen kommunizieren wird, die freie Iche vor sich haben wollen und keine Marionetten. Nur solche Menschen können die Ankunft Ahrimans in ein sichtbares Ereignis verwandeln, was eine historische Notwendigkeit ist. Nur solche Menschen verwandeln sich in historische Persönlichkeiten, denn durch sie spricht Michael – der gegenwärtige Zeitgeist. Und hier gelangen wir zur Hauptfrage der vorliegenden Vorlesung – das ist das Wesen der Methodologie des Mysteriums, das wir „die Synthese der beiden christlich-esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts“ nennenund das uns auf die Begegnung mit dem Antichristen vorbereitet.

Wir wissen von der Geisteswissenschaft und es wurde in dieser Vorlesung bisher viel darüber gesagt, wie die höhere Phänomenologie des Geistes in den nachatlantischen Zeiten zum kulturhistorischen Prozess wurde, der das Ich ausbildet und den Übergang zum individuellen Ich vorbereitet. Auf dem Weg dazu sind zahlreiche Zivilisationen und Kulturen aufgestiegen und wieder verschwunden, die in jeweils unterschiedlicher Art ihre höhere Einheit in der jeweiligen Kulturepoche gefunden haben. Die Zivilisation schließt alle Faktoren des Menschenlebens auf der Erde ein – das soziale, wirtschaftliche, technische, wissenschaftliche usw. Die Kultur ist das System der Erziehung, Bildung, Sprachbeherrschung, der ästhetischen Möglichkeiten u.a. Die höchste Form des kulturellen Lebens, das ein Synonym des geistigen Lebens ist, stellt das individuelle Schöpfertum dar. Die Kultur ist der Kern, die Seele der Zivilisation und die Zivilisation ist der Leib. Nach dem Erwerb des Ich konnte der Mensch beide zu einer Einheit bringen, denn die Zivilisation selbst ist einem organischen Wesen ähnlich, das Geburt, Wachstum und Tod erlebt. Wenn sich dieses Wesen im Aufschwung befindet, arbeiten die hierarchischen Wesen mit den Menschen zusammen, die eine neue Bewusstseinsform bzw. eine neue Qualität der bereits beherrschten Form ausarbeiten. Ist die Aufgabe der Zivilisation bereits gelöst, ziehen sich die Götter in einem gewissen Sinne dorthin zurück, wo die Urphänomenologie der nächsten Zivilisation keimt und reift, indem sie die Erfahrung der alten Zivilisation berücksichtigend die Entwicklungsgesetze der neuen vorbereiten. Die alte Zivilisation lassen sie sterben und sie gerät unter die Attacken der zurückbleibenden Wesen der Subgeschichte. Mit seinem niederen Ich kann der Mensch ihnen kaum widerstehen, weshalb der Untergang einer Zivilisation mit viel Leid verbunden ist. Je länger ihr Todeskampf dauert, desto größer werden die Leiden. Das zeigt auch die Erfahrung des Römischen Reichs. Die ahrimanische Herrschaft beim römischen Imperialismus verließ sich darauf, dass sie durch die zentralisierte Staatsmaschinerie die ganze menschliche Tätigkeit in Rom und den eroberten Gebieten unterordnen und sie im blinden Gehorsam und der vollständigen Auslöschung jeglicher Individualität zementieren würden. Dem haben sich der starke Egoismus der Römer, ihre Rücksichtslosigkeit und ständige Gefühlausbrüche widersetzt. Damals waren die Menschen mit der Ausbildung ihrer Verstandesseele beschäftigt, doch viele von ihnen waren noch Gefangene ihrer Empfindungsseele. Deshalb war der ahrimanische Einfluss auf den Verstand noch nicht so zerstörend. Je höher das Wesensglied, das der Mensch entwickelt, desto größer können die Schäden sein, wenn es nicht in rechter Weise angeeignet wird.

Mit dem Anbruch der fünften Kulturepoche, als die kosmische Intelligenz erhalten wurde, hat der Abbruch der Beziehung zu den Hierarchien mit rechtmäßiger Entwicklung bedrohliche Ausmaße angenommen. In vielen anderen Vorlesungen wurde schon über den Zustand der gegenwärtigen Zivilisation gesprochen. Damit wir ihr Wesen verstehen, müssen wir ihre Methodologie kennen. Jede Form einer Zivilisation und Kultur ist hauptsächlich die Frucht der Bewusstseinsevolution. Das bestimmt auch die Methodologie, nach der die Zivilisation aufgebaut ist. Die Methodologie ist ein System von Grundsätzen und Methoden des Organisierens der theoretischen und praktischen Menschentätigkeit. Ihr Kern ist die Erkenntnistheorie, das Organon, das Instrument zur Anwendung der Erkenntnis. Unter einem Organon versteht man normalerweise die Summe der logischen Aufsätze Aristoteles’, der als Erster die Beschreibung der Regeln, Methoden gegeben hat, derer sich das zu seiner Zeit entstandene reflektierende Denken bedient. Im 17. Jahrhundert hat Francis Bacon den Inhalt des Organon-Begriffs erweitert. Darunter versteht er die materialistisch-empirische Methodologie der Wissenschaft, allen voran der Naturwissenschaft. Als das logische Instrument hat er die induktive Methode angenommen – das Formulieren der Gesetze vom Konkreten zum Allgemeinen zur Analyse der Wahrnehmungsobjekte. Im 18. Jahrhundert hat Kant sein Konzept vom Organon gegeben, in der gegenwärtigen Wissenschaft wurde seine Definition auch auf die Definition der Methodologie übertragen, obwohl beide nicht das Gleiche sind. Jede Wissenschaft hat ihre Methodologie, auch die Geisteswissenschaft. Die Methodologie der Anthroposophie wurde wegen des frühen Todes Rudolf Steiners nicht vollendet, doch das von ihm angebotene Organon als das siebenstufige anschauende Denken kann man mit Recht als universell betrachten, zumindest was die Art und Weise betrifft, wie die Beziehung zur geistigen Welt hergestellt wird. In der Vorlesung Die michaerlische Methode der Beziehung zur geistigen Welt wurde diese Frage ausführlich behandelt. Die Methodologie der Anthroposophie besitzt, wie bereits erwähnt wurde, nicht die Qualität der Universalität bezüglich aller Faktoren, die das menschliche Leben auf der Erde betreffen, das den Begriff der Zivilisation einschließt. Welche Methodologie kann in diesem Fall den Anspruch erheben, universell und fähig zu sein, dass auf ihr die nächste Zivilisation oder sogar die nächsten Zivilisationen aufbauen?

In der zitierten Vorlesung habe ich eingehend darüber berichtet, wie ich zum neuen Organon kam, das in Form der Synthese der beiden christlich-esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts erscheint. Dieses Organon ist das Ergebnis der Zurücklegung von sieben Schritten, die ich die möglichst grandiose persönliche Erfahrung genannt habe, welche auf dieser Evolutionsetappe möglich ist. Warum habe ich mir diese großspurige  Äußerung erlaubt? Weil es auf diesem Weg eine Explosion des Ich und die Geburt eines einmaligen Wesens mit allgemeinmenschlicher Bedeutung gibt. Die sieben Schritte folgen der von Steiner angegebenen Lemniskate des anschauenden Denkens, denn das ist die Ontologie der menschlichen Entwicklung, aber diese Schritte habe ich in einer besonderen, urbildlichen Art zurückgelegt. Nun werde ich sie nur kurz umreißen, damit wir uns in das Wesen des Geschehenen vertiefen und den Sinn der angekündigten Offenbarung verstehen können, die einen radikalen Charakter hat.
fünfte kultgurepoche und ich-synthese

Alles begann 1994, als ich in eine auf den ersten Blick ausweglose Lebenssituation geraten war, aus der ich mich durch die Mittel dieser Welt befreien wollte. Ich kannte weder die Anthroposophie noch die Lehre Beinsa Dounos. Es hatte mein 14jähriger Weg begonnen, an dessen Ende etwas Neues hervorgehen sollte. Die These, dass man das Problem mit den Mitteln dieser Welt lösen kann, kommt vom niederen Ich. Sie ist der Samen, der in seiner Antithese wie im Boden sterben soll, damit ein neuer Samen entsteht, der als eine Synthese den alten Samen und den Boden einschließt. Die Antithese lautete, dass diese Welt mit ihren Mitteln mein Problem nicht lösen kann. Nach der von mir erlebten großen Enttäuschung und der nachfolgenden ideellen Lossagung von ihr erschien die unvermeidliche Negation der Negation. Sie ergoss sich in die Erkenntnis, dass nur Gott in der Lage ist, mein Problem in dieser Welt zu lösen. Bis zu diesem Zeitpunkt entfaltete sich die Logik des dialektischen Denkens in einer Triade aus These – Antithese – Synthese. Wir können sie auch als den Ausdruck des physischen, ätherischen und astralischen Leibes oder sogar der drei Elemente des dreigliedrigen sozialen Organismus betrachten. Sie wirkt in jedem von uns mit der Kraft einer Naturnotwendigkeit, denn sie wurde von mächtigen hierarchischen Wesen bei unserer Entstehung angelegt. Doch ich habe sie tief religiös erlebt. Auf diese Weise wird das Fundament ihrer Befreiung aus der Schlaufe des niederen Ich und ihrer Übertragung nach dessen vorübergehendem Tod aus dem sinnlichen in den übersinnlichen Teil des einheitlichen Weltalls gelegt, was das Explodieren des Ich und die Entdeckung erfordert, dass unser (höheres) Ich der Gott in uns ist, dass er die einzige Wirklichkeit ist und dass ich eigentlich Gott bin.

Das Sterben des Ich auf der vierten Stufe der siebenstufigen Lemniskate führte dazu, dass die Hauptachse in der Methodologie der Anthroposophie über die Beziehungen des absoluten Ich, d.h. des Welten-Ich Christi und des menschlichen Ich zu wirken begann, denn ich hatte von meinem Bewusstsein ausgehend die Wahrheit über mich gesucht, damit ich sie trage, wenn sie sich als eine hohe moralische Intuition – ein hohes Ich in mein niedriges Ich sich ergießt. Diese Achse hat natürlich auch das Organon durchzogen, das Steiner vorgeschlagen hat, auf dem er mit dem Ausbau der Methodologie der Anthroposophie begonnen hatte. Doch die Praxis der vergangenen 100 Jahre hat gezeigt, dass das Vorhandensein einer einzigen solchen Achse den Menschen nicht zum Schlüsselerlebnis der „Explosion“ führen kann. Hinzu kommt, dass das Explodieren bei mir nichts zu tun hatte mit der Anthroposophie oder dem Impuls des Meisters Beinsa Douno, in dessen Kern – wenn man ihn gut kennt, wird man das sehen – ebenfalls die Frage nach dem Ich steht. Die Antithese entstand 1995, die Erwägung der Synthese – 1996 und das 1997 erschienene Buch von Juan José Benítez „Das Vermächtnis des Heiligen Johannes“ spielte die Rolle des „Katalysators“ aus der geistigen Welt, der mit seinem Luziferismus am besten geeignet schien, damit mein niederes Ich durch den vorübergehenden Tod geht und in der möglichst wichtigen Offenbarung zum Menschen explodiert. Das geschah 1998. Die vom niederen Ich formulierte Anfangsthese wurde  auf der fünften Stufe der Lemniskate zur festen Überzeugung, dass das höhere Ich alle Probleme löst, denn es ist der Gott im Menschen. Es war deshalb möglich, dass dieser Prozess außerhalb der beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts zustande kommt, da es in meiner Seele eine Sammlung von Erfahrungen gab – sowohl aus der Zeitenwende, als ich am Anfang der Wiederholung des Zeitalters Salomos nach der Christus-Wahrheit strebte, als auch aus dem Anfang der Wiederholung des mosaischen Zeitalters in Form des tief erkannten mystischen Erlebens der Christus-All-Anwesenheit in der Weltschöpfung, bei der ich das Instrument der zum Menschen herabgestiegenen kosmischen Intelligenz benutzte. In der Zeit, die seitdem vergangen war, hatte Michael in den übersinnlichen Welten die kosmische Anthroposophie vorbereitet, die im 20. Jahrhundert zu einer Erdenwissenschaft wurde. Ohne sie ist es absolut unmöglich, dass der Mensch Christus erreicht und durch das menschliche Denken begreift. Christus ist der Träger des Ich-bin-Prinzips vom väterlichen Weltengrund, ohne den man das bereits explodierte Ich nicht in rechtmäßiger Art und mit allgemeinmenschlicher Bedeutung erleben kann.

Deshalb hat mich die geistige Welt mit einem Menschen verbunden, der zu denjenigen gehört, die bereits in der Zeit des Sozialismus die Anthroposophie für sich entdeckt hatten. In den Gesprächen mit ihm hat sich das neugeborene Ich für immer auf Christus ausgerichtet und ist zur Verwirklichung der Personalisierung des Evolutionsprozesses der Menschheit in seiner heutigen kulturhistorischen Phasen übergegangen. Es begann der ethische Individualismus zur Geltung zu kommen, in dem das Individuelle und das Soziale nach dem Einklang zwischeneinander suchen. Diese Harmonie kann einzig durch Christus erreicht werden, wenn wir die Begriffe benutzen, die den Denkprozess bei der Ausbildung des reflektierenden Ich-Selbstbewusstseins darstellen. So hat der Begriff „Ich bin Gott“ nach der ihm entsprechenden Wahrnehmung aus der Praxis der sinnlich-physischen Welt gesucht, um eine angemessene Vorstellung vom Erlöser zu prägen. In der Sprache der Anthroposophie bedeutet das, dass die moralische Intuition die moralische Technik suchte, um die moralische Phantasie zu erleben. Zum ersten Mal aber erschien der Begriff „Ich bin Gott“, für den es keine geeignete Wahrnehmung gab, die notwendig ist, um eine, angemessene Vorstellung zu bilden. Zuerst musste die Vorstellung- die moralische Phantasie erscheinen, danach auch die Wahrnehmung – die moralische Technik. Hier schien die Folge (die moralische Phantasie), vor der Ursache (der moralischen Technik) zu entstehen, während in der physischen Welt die Folge immer aus einer Ursache resultiert, also die Vorstellung ist die Folge der Vereinigung des Begriffs mit der Wahrnehmung.

Beim ideellen Prozess des anschauenden Denkens, der nach dem Explodieren des Ich sich in beiden Welten des einheitlichen Universums entwickelte, hat sich die moralische Phantasie in der Absicht manifestiert, „Christus den Menschen in einer neuen Art zu präsentieren“. Das im Menschen geborene (individuelle) Ich kann und soll unter den jetzigen Bedingungen völlig anders im Vergleich zu den vorherigen Kulturepochen erlebt werden. Das bedeutet, dass auch Christus selbst in einer einmaligen Art erlebt wird. Die moralische Phantasie erschien in der Zeitspanne 1999-2000. Im Sommer 2000 kam die Offenbarung über den Bodhisattva und im Herbst 2000 konnte ich an ihre Verwirklichung herangehen – auf einem Weg, von dem ich nicht wusste, wohin er mich führen würde. Vor mir war es dunkel. Ich habe mit sieben Vorlesungen im Plenarsaal der Gemeinde in Varna begonnen. Vom Herbst 2001 bis zum Herbst 2007 wurde mit den 28 Vorlesungen das Astralwesen der Synthese als eine moralische Ich-Technik geboren. Die dialektische Triade wurde in die übersinnliche Welt in der bestmöglichen Art übertragen und es entstand das universelle Organon – das Instrument, die moralische Technik für das Erleben des Ich-Prinzips. Der Weg zu dieser Geburt ist einmalig und urbildlich. Keiner wird ihn wiederholen.

Das Einmalige beginnt aber erst nach seiner Zurücklegung, denn dieser Weg steht sozial jedem Menschen geöffnet, doch nur wenn er in der umgekehrten Richtung zurückgelegt wird. Wenn man fähig ist, in einer absolut gleichwertigen Art die beiden christlich-esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts in seine Bewusstseinsseele zu legen, so beginnt sein reflektierende Ich allmählich durch das paulinische „Nicht ich, sondern Christus in mir“ in den „Trichter“ des universellen Synthese-Organons zu verschwinden und im Licht der Christus-Wahrheiten, die tief moralisch erlebt werden, sich der Schaffung einer eigenen, spezifischen moralischen Vorstellung vom Erlöser zu widmen.

Aus den beiden Strömungen des esoterischen Christentums ist etwas Neues in der Bewusstseinsseele geboren worden – die eigene moralische Phantasie/Vorstellung. Sie ist individuell, doch gleichzeitig dermaßen mit den Vorstellungen der anderen Menschen verwandt, die auch durch dieses universelle Organon gehen, dass sie einander in persönlicher Freundschaft näher kommen. Auf diese Weise begegnen sich das Individuelle und Soziale in rechtmäßiger Art ausgeglichen und man bereitet sich auf das Explodieren des eigenen individuellen Ich. Der Weg zur Vorstellung über Christus durch das Organon und das Erreichen des individuellen Ich am Ende ist die Methodologie, mit der jeder zu jenem systembildenden Faktor werden kann, der das „System aus Prinzipien und Arten des Organisierens der theoretischen und praktischen Menschentätigkeit in der neuen Zivilisation umfasst. Die Synthese ist keine Wissenschaft, auch keine Geisteswissenschaft, sondern der individuelle Weg zum ICH, der dem anbrechenden Christentum des Heiligen Geistes angemessen ist, in dem der Heiligen Geist als Wahrheit den Menschen auf einem von keinem bisher benutzten Pfad zum Ich-Buddhi-Prinzip des Christus führt, damit man mit dem Licht des Geistes in das wahre Leben eintaucht, das der Auferstehungsleib trägt. Erst dann wird der Mensch mit diesem „Reich Gottes“, mit diesem wahren Leben an die gegenwärtige Zivilisation herangehen, die auf der dialektischen Triade des niederen Ich basiert und unter die Attacke des Todes gerät. Nur so kann man die ganze bisherige Entwicklung in der Weltschöpfung, die als Potenz diesem Ich angelegt worden ist, und sie durch eine Metamorphose durch das Ich in die übersinnliche Welt zu übertragen und die zukünftige Zivilisation nach dem Muster des Reiches zu schaffen, das nicht „von dieser Welt ist“. Die neue Zivilisation wird auf der Methodologie des Ich-bin-Prinzips aufgebaut werden, das der Mensch selbst erreicht und Christus harmonisiert hat. Auf diese Weise wird der ursprüngliche Doppelcharakter bei der Entstehung des Ich – sein individueller und sein sozialer Charakter – auf dem Erdenplan ausgeglichen. So kann die nächste Zivilisation als eine rechtmäßige Widerspiegelung der Harmonie der hierarchischen Ich-Wesen in den übersinnlichen Welten aufgebaut und ein festes Fundament für die sechste Kulturepoche gelegt werden, wenn der Heilige Geist als eine „Gruppenseele“ unter die freien Individualitäten herabsteigen wird, die um Christus vereint sind. In der siebten Kulturepoche müssen wir drei übersinnliche Hüllen/Leiber aus physischer, ätherischer und astralischer Substanzialität aufbauen, die das „Große unsterbliche Individuum“ heißen. In ihnen wird das makrokosmische Christus-Ich herabsteigen, mit dem wir nach dem Ende der fünften Wurzelrasse zur sechsten Wurzelrasse übergehen werden.

Die Synthese vom Anfang des 21. Jahrhunderts bereitet uns auf diese ferne Zukunft vor. Bei der Aneignung ihres Ich haben die Wesen, die über dem Menschen stehen, das unter anderen Bedingungen erreicht und es auf natürliche Weise unter die anderen Ich-Wesen eingeordnet, ohne ein Chaos in der Weltschöpfung zu verursachen. Beim Menschen ist es aber völlig unumgänglich, Christus auf dem Erdenplan zu kennen, damit dieses Eintragen in die Weltschöpfung, d.h. in das Soziale in einer einmalig rechtmäßigen Art geschieht. Der Impuls zur Individualisierung kommt von der Anthroposophie, der Impuls zur Sozialisierung – von Beinsa Douno. Die Synthese bedeutet das Vereinen der richtig aufgebauten Denkkultur, die die Individualisierung gewährleistet, mit der Kultur des Herzens, die der Zukunft angehört. Doch nur wenn Letztere auf der individuellen Moralität aufgebaut ist, denn die Moral kann nicht von einer Menschengruppe entwickelt werden. Anderenfalls gerät man in längst überholte Gruppenformen der Spiritualität. Wenn die Gesellschaft verfrüht in einen Staat sozialisiert wird, entsteht ein staatliches Riesenschlafzimmer für die Fähigkeiten des Menschen, eigene Vorstellungen zu bilden. Die Freiheit wird ausgelöscht und der Geist bricht seine Beziehung zur Seele ab. Das haben uns der Bolschewismus und der Nationalsozialismus unmissverständlich vorgeführt, die dem heutigen Zeitalter entgegen wirkten, wenn der menschlichen Natur evolutionsmäßig die Bewusstseinsseele eingegliedert wird. Diese Eingliederung verursacht unvermeidliche antisoziale Bedürfnisse, da sie sich auf einem Bewusstsein entwickelt, das gänzlich auf dem Denken basiert. Im Denken sucht der Mensch nach Abgeschiedenheit, er konzentriert sich und trennt sich von den anderen, d.h. er individualisiert sich im wachen Bewusstsein – doch nur wenn er wirklich denkt und nicht an der Oberfläche der Schablonenhaftigkeit bleibt, die die gegenwärtige Zivilisation fest umklammert. Doch aus den unbewussten, traumhaft erlebten Instinkten entstehen ständig gegensätzliche soziale Impulse. Warum besteht aber dieser Zwiespalt? Indem der Mensch seine Bewusstseinsseele eingliedert, erlebt er äußerlich die Periode zwischen dem 38. und 42. Jahr, während die innere „Verjüngung“, auf die wir eingegangen sind, die Grenze auf 27 Jahre heruntergesenkt hat. Folglich erleben wir innerlich unsere Periode der Empfindungsseele, in der hauptsächlich die Instinkte wirken. In der ganzen fünften Kulturepoche wird die „Verjüngung“ weitergehen, die Instinkte werden unterbewusst in den Temperamenten toben und das Streben nach dem Sozialen wird stärker werden. Natürlich werden immer neue soziale Theorien als Masken entstehen, die die Wirklichkeit verschleiern. Von Marx und Bakunin bis zu den heutigen Gender-Liberalen werden die Masken immer grotesker und frecher. In der sechsten Kulturepoche wird das Alter auf 14-21 heruntersinken – die Periode, in der wir unseren Astralleib ausbauen. Dann werden wir Hellseher geworden sein und das Geistselbst wird herabsteigen. Doch wenn wir in der heutigen Zeit nicht die Bewusstseinsseele verinnerlicht und das individuelle Ich angeeignet haben, wird das zukünftige Hellsehen zu großen Streitigkeiten führen, die in der Apokalypse des Johannes die „Hure Babylon“ genannt wird.

Die Zukunft wird jetzt vorbereitet, wenn uns ein Jahr bis zum Beginn der Sonnenperiode unseres Lebens zwischen dem 28. und dem 49. Jahr nicht reicht. Die seelisch-geistige Evolution begleitet nicht mehr die sinnlich-physische nach dem 27. Jahr und alles, was nach dieser Grenze vom Menschen in spiritueller Hinsicht  ausgeht, hängt von seiner eigenen geistigen Aktivität ab. Bis dahin hat der Mensch auf natürliche Weise von den hierarchischen Wesen alles erhalten, was zur Anpassung und Entwicklung im Erdenleben notwendig ist, danach muss er bewusst die Vereinigung mit der ersten Hierarchie anstreben, um von ihr im weiteren Leben die Kräfte gegen die zerstörenden Tendenzen in seinem Organismus zu erhalten. Die Wesen der höchsten Hierarchie führen ihn bis zum 49. Jahr, also bis der karmische Ausgleich im Gange ist. Nach dem 49. Jahr wird die Möglichkeit der Verbindung mit dieser Hierarchie ausgeschöpft und das Leben zieht sich ohne einen besonderen Wert zu haben, bis zum Tod hin. Die Annäherung an die erste Hierarchie erfordert die Moralität des menschlichen Intellekts, und dem stellt sich das fehlende Jahr entgegen. In diesem fehlenden Jahr ist die Begründung enthalten, dass der Mensch eine Affinität zum Materialismus, zum Atheismus hat. Aber im Denken des Atheisten fehlt das Moralische, denn die Sittlichkeit kommt vom individuellen, nicht vom niederen Ich. Der Mensch wird zum Atheisten, weil er nicht auf gesunde Art die Beziehung seines Seelisch-Geistigen mit dem Physisch-Leiblichen während seines ganzen Lebens spüren kann. Wenn kein spirituelles Gegengewicht geschaffen wird, das unabhängig vom Leib durch die Seele geht, dann wird durch die Menschenorganisation der Atheismus unvermeidlich ausgebreitet. Dann ist der Mensch nach den geistigen Kriterien „krank“, „geistig verwirrt“.

Wie bereits hingewiesen, hat die Verjüngung zur Zeitenwende bereits das 33. Jahr erreicht. Mit dem Mysterium von Golgatha erhielten wir dasjenige, das wir vorher unmittelbar durch die Erfahrung erhalten hatten. Nun muss neben den natürlich gesammelten Erfahrungen mit dem damals entzündeten Christus-Impuls das Licht des Heiligen Geistes von innen erreicht werden. Das wird uns zum Ich-Leben von Christus führen und das macht das Wesen des erneuerten Palladiums aus. Es ist am 05.09.2010 nach Varna zurückgekehrt[19], damit eine alte Prophezeiung in Erfüllung geht, die auf „eine slawische Stadt“ hinweist. Das Palladium ist das Manas, das es uranfänglich im Zyklus nicht gibt und es trägt eine Buddhi, die es im Zyklus ebenfalls nicht gibt. Beide sind in der Zeitenwende aus dem Mahaparipralaya herabgestiegen und haben den Zyklus des Gott-Sohnes wörtlich entzwei gespalten. Was wir brauchen, ist zunächst das starke Verständnis des Mysteriums von Golgatha, dem sich die Öffnung für das wahre Leben anschließt. Zukünftig werden wir auch jene Substanz streifen, die Christus auf der Sonne vor der Verkörperung in Jesus zurückgelassen hat. Der Zugang zu dieser Substanz ist nach dem Durchgang durch die Tiefen des Bösen möglich, das zum Arbeiten zu Gunsten des Guten eingespannt wird. Erst dann wird man über eine neue Trinität aus eigener Erfahrung sprechen können, die aus Substanz, Leben und Licht besteht. Diese Drei schenken uns direkt Gott der Vater, Christus und Gott der Heilige Geist und sie unterscheiden sich von den uranfänglichen Substanz, Leben und Licht, die von den Thronen, Herrschaften und Mächten erhalten wurden. Das erneuerte Palladium ist der Bote der neuen Heiligen Trinität. Mit seinem Licht erweckt es das neue spirituelle Bewusstsein. Sein Leben erfüllt unser Fühlen mit spirituellem Gehalt und seine geistige Liebe durchzieht unseren Willen mit Opferkräften. Dann spürt der Mensch, dass er von einer „inneren Sonne“ geführt wird, die ihre drei angegebenen Bestandteile ausstrahlt. Diese Sonne ist der vom Menschen verinnerlichte Auferstehungsleib als sein Formphantom, das sein individuelles Ich bewohnt. Dieses Ich ist nicht der Funke, der einst von Jahve-Elohim erbeten wurde, sondern es kommt direkt vom Christus-Ich und kennt die Verkörperung, den Tod und die Auferstehung aus persönlicher Erfahrung. Nur ein solches Ich ist fähig, die Pforten zur Substanz aufzumachen, die auf der Sonne zurückgelassen wurde, über die wir noch nichts Konkreteres wissen. Die Synthese ist der erste Schritt auf dem langen Weg zu ihr, der unbedingt durch den Auferstehungsleib geht, welcher die Verbindung zwischen dem gegenwärtigen und dem nachfolgenden Zyklus herstellt. Die Substanz selbst wird vom Pleroma „aufbewahrt“ – das lautet die neulich empfangene Offenbarung. Welches Pleroma?

Wie wir wissen, wurde Jahve nach der Zeitenwende von seinem Mondendienst befreit und er hat sich seinen Brüdern, den Sonnenelohim angeschlossen. Nun ist er zu einem Geist der Bewegung aufgestiegen und ist daher allen Sternenaspekten des Pleromas offen, die ihn „berechtigen“, die geheimnisvolle Substanz zu beschützen. Das gilt wahrscheinlich auch für die restlichen sechs Elohim, die ihre Aufgabe in der Zeitenwende erfüllt haben und vielleicht auch zu Mächten aufgestiegen sind. Die wahren Herren der Sonne sind jedoch die Herrschaften. Sie vertreten das Prinzip des Vatergotts in der zweiten Hierarchie und könnten am besten die Substanz bewahren und ihre Beziehung zur Tierkreissphäre und der Sphäre jenseits des Tierkreises gewährleisten.

Bisher sind uns keine Details über die Schutzfunktion des Pleromas bekannt. Doch es lässt sich mit Sicherheit behaupten, dass die Synthese vom Anfang des 21. Jahrhunderts das Instrument zur Aufdeckung dieses Geheimnisses sowie vieler anderer Geheimnisse der Spiritualität ist – z.B. die gegenwärtigen Aufgaben der Hirten und Weisen.

In der Zeitenwende hat ihnen die Himmlische Sophia in ihren Offenbarungen die ganze Bedeutung der physischen Ankunft Christi geoffenbart. Nun müssen die Hirten in sich die Fähigkeiten der Weisen ausbilden und die Weisen – die Fähigkeiten der Hirten, so dass der Einzelne der Träger beider Fähigkeiten wird. So wird der Mensch durch die umgewandelten Fähigkeiten der Weisen zur „inneren Astronomie kommen“ und in Imaginationen die ganze Weltevolution vom alten Saturn bis zum Vulkan und den Hauptplatz des Christus in ihr sehen. Durch die umgewandelten Fähigkeiten der Hirten wird er in jedem Materiellen etwas Geistiges sehen und in seiner Seele die Christus-Stimme vernehmen, die zu ihm sprechen wird, wenn er sie hören möchte. Zum Schluss wird ihn die Intuition zum Erleben der ganzen Bedeutung des Mysteriums von Golgatha für die irdische Entwicklung führen, damit ihm auch das neue Opfer Christi offenbar wird, das zu Seiner ätherischen Wiederkunft geführt hat. Der Weg zur Synthese der beiden umgewandelten Fähigkeiten geht durch die Aneignung der Synthese vom Anfang des 21. Jahrhunderts. Die Nachfolger Beinsa Dounos müssen „Weisen“ werden und die Anthroposophen müssen „Hirten“ werden. Dann wird der Mensch vollständig in seinem Ich den Prozess der Trennung seiner drei Seelenkräfte meistern – Denken, Fühlen und Willen, um sie in einer höheren Synthese zu vereinigen. Durch das Ich wird die Seele sich selbst als dreieinig finden, doch sich als dreigliedrig erlebend wird sie im dreigliedrigen sozialen Organismus lebensfähig sein, das ebenfalls eine Widerspiegelung dieses dreigliedrigen Erlebens der Seele ist. Das individuelle Prinzip wird sich in Freiheit mit den geistigen Praktiken entwickeln, indem es die Beziehung zu den unsichtbaren Welten festigt. Gleichzeitig wird sich das bewusst gewordene Ich als Teil seines Volks, Staates usw. mit Liebe unter die anderen bewusst gewordenen Iche einfügen. Ohne die Aneignung des neuen Organons ist der Weg zum Ich und zur sozialen Dreigliederung der Gesellschaft versperrt.

Die von Steiner angebotene neue soziale Dreigliederung garantiert die rechtmäßige Entwicklung jener Fähigkeiten, mit denen der Mensch in Westen, Osten oder in der Mitte zur Welt kommt. Wie wir wissen, sind die hygienischen Fähigkeiten dem Mitteleuropäer angelegt und deshalb erschien dort der gesund machende Impuls der Anthroposophie. Der Osteuropäer kommt mit einer eugenischen Fähigkeit zur Welt. Mit der ihr angelegten Sittlichkeit wird zukünftig die instinktive Sexualität überwunden werden, die im Menschen nach dem Sündenfall in Erscheinung trat. Nicht zufällig wurde der Impuls des Meisters Beinsa Douno, der so tief  von der christlichen Moralität durchzogen ist, unter den im Osten Europas lebenden Bulgaren ausgestrahlt. Mit der Synthese vereinigt man die hygienischen und eugenischen Fähigkeiten in sich, wobei man das Fundament der endgültigen Überwindung des Sündenfalls und des zukünftigen Übergangs zur neuen Reproduktionsart legt. Nur wer sich auf diesem Weg bewegt, kann sich in rechter Weise mit dem mechanischen Okkultismus befassen, der dem westlichen Menschen eigen ist. Anderenfalls kommt man zum künstlichen Intellekt und ähnlichen satanischen „Errungenschaften“. Das Wirtschaftsleben im dreigliedrigen Organismus wird aus dem Westen kommen, das geistig-rechtliche – aus Mitteleuropa und das geistige – aus Osteuropa. Letzteres ist bereits in Form der Synthese da, doch der Übergang zur sozialen Dreigliederung scheint momentan unmöglich zu sein. Zuerst ist es erforderlich, dass die Synthese das Bewusstsein vieler Menschen erreicht und dort eine evolutionsmäßige Revolution verursacht. Erst dann wird man auf dem Hintergrund der zerfallenden Zivilisation durstig nach der sozialen Dreigliederung werden, welche in zwei bis drei Jahrhunderten ebenfalls ein „enges Kleid“ für die fortschreitende Entwicklung sein wird.

Doch die Rolle der Synthese wird sich in vielen anderen Richtungen manifestieren, da sie eine solche michaelische Anschauung gibt, mit der es möglich ist, die in unserem Blut als Gift koagulierten Form-Phantome zu neutralisieren. Sie werden von der neuen Seelenkonstitution aufgelöst. Die Dämonen, Gespenster und Phantome sind jetzt schädlich, doch wenn wir sie verstehen, können wir sie in Diener  der sich entwickelnden Menschheit verwandeln. Das gilt auch für unseren „älteren Feinde“ – die zurückgebliebenen Wesen der dritten Hierarchie selbst, denen gegenüber wir eine Schuld haben – wir müssen ihnen den Weg zur Menschwerdung freimachen. Auch hierfür ist die Synthese ein rettendes Mittel, denn nur in unserem Ich können sie Christus finden, ihren Weg zurücklegen und rechtmäßige Hierarchiewesen werden.

Heute können wir mit der ganzen Verantwortung erklären die möglich ist, dass die Synthese als der einzige rettende Impuls für das geistige Leben der Menschheit nicht nur für unsere Zeit gegeben wird. Sie wird in der ganzen fünften Epoche der Bewusstseinsseele wirken. Ein anderer geistiger Impuls wird in diesem Zeitalter nicht mehr ausgestrahlt! So wie einst das entstandene Christentum die Zivilisation des zugrunde gehenden Römischen Reiches verändert hat, so wird nun am Anfang des Christentums des Heiligen Geistes einzig die Synthese fähig sein, die gegenwärtige, sich im Sterben befindende Zivilisation zu verwandeln, ins Besondere die Europäische Union, die eine Form ist, welche den bevorstehenden Ereignissen nicht gerecht werden kann. Die europäischen Völker sind verpflichtet, sich zuerst auf ihre christlichen Wurzeln zu besinnen und dann die Synthese wahrzunehmen, die ihre Gemeinschaft völlig verwandeln wird.

In GA 93a sagte Steiner, dass es unmöglich ist, die größten Impulse der Weltgeschichte im Astrallicht zu lesen, „denn die Impulse der großen Eingeweihten waren leidenschaftslos…Solche Eindrücke sind nur im Äther aufgeschrieben… Die kosmischen Ereignisse – solche Umwandlungen wie die von Atlantis – stehen nun noch höher, nicht mehr im Äther, sondern im eigentlichen Akasha. Das ist die Akasha-Chronik.”[20]

Wir behaupten aber, dass die Synthese ein Astralwesen ist und sich in der Astralwelt aufhält, denn sie wurde individuell erlebt und nicht durch die Benutzung des Eingeweihten als bloßes Instrument der Götter geschaffen, wie das in den vergangenen Zeitaltern der Fall war. Ein Beispiel dafür war die Einweihung des Christian Rosenkreutz in Arbanassi. Erst am Ende des 20. Jahrhunderts wurden die Bedingungen zur Ausstrahlung der Synthese geschaffen, ohne dass das individuelle Erleben ihrer beiden Ausgangselemente beeinträchtigt wird. Die Synthese wurde astralisch als eine Uridee gegeben, als ein Urbild, als eine Form, deren ätherische Belebung mit dem Gedankenäther im Gang ist. Nur so kann man irgendwann zu jener Substanz-Liebe kommen, die Christus auf der Sonne zurückgelassen hat.

Im 20. Jahrhundert begann die Wiederholung des Zeitalters Abrahams, jedoch mit einem Gegenzeichen. Abraham, Moses und Salomo erschienen wieder auf die Weltbühne jeweils als Dr. Mirkovitsch, Bojan Boev und Boris Georgiev, um Zeitgenossen der beginnenden ätherischen Wiederkunft Christi zu werden. Dr. Mirkovitsch war einer der ersten drei Schüler, die an der Seite des Meisters Beinsa Douno standen. Bojan Boev ist Rudolf Steiner begegnet, doch dann ist er dem Weg des Bodhisattva gefolgt, wie der Apostel Petrus Christus folgte. Boris Georgiev als die Jungfrau Sophia umrundete auf seinen Wanderungen die Welt. Nun wird das göttliche Ich-Prinzip wieder von seiner Verbindung mit dem physischen Gehirn befreit und der Mensch ist verpflichtet, mit seinem Willen durch das Denken und die Synthese vom reflektierenden Ich zu seinem individuellen Ich aufzusteigen, um alle bisher erwähnten Aufgaben zu erfüllen. Er muss sich mit seinem Bewusstsein zu den Archai, zum Zeitgeist Michael erheben und mit dieser Ich-Anschauung  sich in die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe verwandeln.

Steiner hat die Anthroposophie den dritten Ruf genannt, der nach den Zehn Geboten in der dritten Kulturepoche und den Ruf des Täufers in der vierten Kulturepoche ausgesandt wurde und eine erhebliche Bedeutung für die Menschheitsentwicklung hat. Wir können behaupten, dass die Synthese vom Anfang des 21. Jahrhunderts ein neuer, vierter Ruf darstellt – das ist der Ruf des ICH, der unter den Menschen in der ganzen fünften Kulturepoche hallen wird.

 

[1] Vgl. GA 118, Vortrag vom 6.3. 1910

[2] Vgl. Vlad Paschov, „Das Bogomilentum“. Bd. 8, Einleitung

[3] Vgl. GA 204, Vortrag vom 2.6.1921

[4] Diese Worte werden Winston Churchill zugeschrieben, obwohl sie von Lord Palmerston stammen (in einer Rede vom 01.03.1848).

[5] Vgl. GA 200, Vortrag von 22.10.1920

[6] Ebd.

[7] Ebd.

[8] GA 225, Vortrag vom 15.07.1923

[9] Ebd.

[10] Vgl. GA 237, Vortrag vom 11.07.1924

[11] Vgl. GA 225, Vortrag vom 15.07.1923

[13] Details über das Mysterium von 1936 sind in der Vorlesung Das Zweite Golgatha und Beinsa Dounos Opfer enthalten.

[14] Über die Details dieses Mysteriums berichtet die Vorlesung vom 12.08.2012 Die Große Schlacht auf Erden

[15] Die Zivilisation ist der Ausdruck von drei Entwicklungsströmen – einem kulturhistorischen, der die Phänomenologie des Geistes in der Welt von Raum, Zeit und Materie darstellt, einen metahistorischen, in dem die Wesen der göttlichen Hierarchien wirken und einem subhistorischen, in dem die zurückgebliebenen luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesen wirken.

[16] Vgl. GA 174, Vortrag vom 13.01.1917

[17] Ebd., Vortrag vom 01.01.1917

[18] Ebd., Vortrag vom 15.01.1917

[19] Über die Details sieh die Vorlesung vom 12.09.2010 Offenbarung

[20] GA 93a, Vortrag vom 05.10.1905