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Worum geht es in diesem Blog?

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„Die sechste Rasse“ – Bild von Lili Dimkova

In diesem Blog werden die schriftlichen Fassungen der Vorträge des Bulgaren Dimitar Mangurov zu verschiedenen Themen aus dem Bereich des esoterischen Christentums veröffentlicht. Die Vorträge sind als Videos im Internet verfügbar. Hier ist eine Liste der vorhandenen Übersetzungen.

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Dimitar Mangurov

Dimitar Mangurov nimmt eine Synthese der beiden bedeutenden esoterischen Impulse vor – der Anthroposophie Rudolf Steiners und der Lehre Beinsa Dounos – des Bodhisattva, der im 20. Jahrhundert seine Mission der Vorbereitung der sechsten slawischen Kulturepoche in Bulgarien erfüllte. Hier sei auf die mit diesem Blog zusammenhängende Internetseite https://beinsadouno.home.blog/ verwiesen, die Materialien von und über den Meister Beinsa Douno (mit weltlichem Namen Peter Danov) enthalten.

Auf die Notwendigkeit einer solchen Synthese der Anthroposophie mit dem christlichen Zukunftsimpuls ist schon Rudolf Steiner eingegangen, vgl. folgende Zitate:

„Ein Neues muß aus den Keimen, die im Osten von Europa schlummern, hervorgehen, ein Zusammenschließen mit alledem, was hier erarbeitet worden ist. Die eigentliche [zukünftige Kultur] liegt in den aufkeimenden Völkerelementen Osteuropas. Wir selber in Mitteleuropa sind die Vorposten.“ (GA 93a, S.261)

„Nur dadurch, daß eine solche Spiritualität, wie sie durch die anthroposophische Bewegung fließen will, sich vereinigt mit anderen Geistesströmungen, wird Michael diejenigen Impulse finden, die ihn mit der irdisch gewordenen Intelligenz, die eigentlich ihm gehört, wieder vereinigen werden. Es wird nun noch meine Aufgabe sein, Ihnen zu zeigen, mit welch raffinierten Mitteln Ahriman das verhindern will, in welchem scharfen Kampfe dieses 20. Jahrhundert steht. Des Ernstes der Zeiten, des Mutes, der notwendig ist, um in richtiger Art in spirituelle Strömungen sich einzugliedern, kann man sich aus all diesen Dingen heraus bewußt werden.“ (GA 237, S.119)

Durch die Synthese der Anthroposophie mit der Lehre Beinsa Dounos arbeitet Dimitar Mangurov an der Bereicherung dessen, was Rudolf Steiner vorgetragen hat, mit dem manichäischen Impuls, der von Beinsa Douno kommt. Die Synthese beider Impulse betrachtet Mangurov als die von Steiner vorhergesagte Kulmination der Anthroposophie am Ende des 20. Jahrhunderts. Über diese Kulmination sagt Mangurov Folgendes:

„Das Problem aller Anthroposophen besteht darin, dass sie bei ihren Debatten über die Kulmination der Anthroposophie ein wichtiges Detail außer Acht lassen – da diese Kulmination der einzige rettende Impuls für das gesamte geistige Leben der Menschheit sein wird, kann sie nicht einfach noch mehr Anthroposophie sein, sondern etwas qualitativ Unterschiedliches. Wenn man nach der Kulmination der Anthroposophie ausschließlich innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft sucht, wird man die Zeichen der Zeit nicht erkennen. Dann werden auch die Empfehlungen der ersten Klassenstunde, die die wichtigste ist, unerfüllt bleiben.“

Die Tätigkeit Beinsa Dounos in Bulgarien stellte Vorarbeit für die Zukunft der Menschheit dar. Sie umfasst Tausende Vorträge, die er öffentlich oder für die Mitglieder seiner okkulten Schule gehalten hat, okkulte Lieder, die Übungen der Paneurhythmie, die Gründung des Izgrev – einer Gemeinde, in der seine Schüler lebten. Sie stellte das Vorbild für das zukünftige Menschenleben dar, über das Rudolf Steiner in GA 93 (S.76) sagte:

„Was aber noch geschaffen werden muß, das ist eine Form für das Leben der sechsten Wurzelrasse. Die muß früher geschaffen werden, denn sie muß da sein, damit sich das christliche Leben hineingießen kann. Diese Form muß vorbereitet werden durch Menschen, die eine solche Organisation, eine solche Form schaffen werden, damit das wahre christliche Leben der sechsten Wurzelrasse darin Platz greifen kann. Und diese äußere Gesellschaftsform muß entspringen aus der Mani-Intention, aus dem Häuflein, das der Mani vorbereitet. Das muß die äußere Organisationsform sein, die Gemeinde, in der zuerst der christliche Funke wird so recht Platz greifen können.“

Beinsa Douno arbeitete für den manichäischen Impuls, bei dem „das Böse zur Arbeit zugunsten des Guten eingespannt und auf diese Weise umgewandelt wird“. Die manichäischen Mysterien werden erst in 6000 Jahren an der Tagesordnung der Menschheit sein, jetzt sind sie noch unbekannt. (Christian Rosenkreutz wurde z.B. erst nach seinem 70. Jahr von Manes in die Geheimnisse des Bösen eingeweiht). Für diesen manichäischen Impuls leistet auch Dimitar Mangurov Vorarbeit. Das schließt unter anderem mit ein, dass das Produkt seiner geistigen Arbeit kostenlos, ohne die Idee des Verkaufs als Ware verbreitet wird, da es Arbeit für Gott ist, die unentgeltlich sein soll. Von dieser Idee werden auch diejenigen geleitet, die die im Blog enthaltenen deutschen und englischen Übersetzungen geliefert haben.

Da die meisten hier veröffentlichten Texte Dimitar Mangurovs lebendiges Wort wiedergeben und er selbst nur bei wenigen Vorlesungen die notwendige Zeit hatte, um die schriftliche Fassung zu überprüfen, mussten viele Zitate Steiners paraphrasiert werden. Es wird gebeten, dies zu berücksichtigen und zu entschuldigen.

Fragen, die den Inhalt der Vorlesungen betreffen, können gerne als Kommentare gestellt werden, alles wird unverzüglich an Dimitar Mangurov weitergeleitet.

Hier einige Links zu Vorträgen Beinsa Dounos in Deutsch; Französisch; 4 Bücher des Meisters auf FranzösischEnglisch; Mehrere eingescannte alte Ausgaben in Deutsch, Englisch, Französisch, Esperanto

Der Paneurhythmie-Kurs mit Dr. Svetla Baltova mit englischen Untertiteln

Bücher in deutscher Sprache als PDF

„Das Pentagramm“ – über die Bedeutung und Verwendung des Pentagramms

„Das Testament der farbigen Strahlen des Lichtes“

Die Doktorarbeit von Eva Kovacheva über die „Weiße Bruderschaft“

Die neue Seite mit Texten von und über Beinsa Douno auf Deutsch

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Liste der übersetzten Vorträge Dimitar Mangurovs

Vorlesungen aus dem „28 Übungen“-Zyklus:

Neuere Vorlesungen

Kurze Videoclips

vom 04.02.2017

vom 19.11.2017

vom 24.12.2017

Der Jerusalem-Knoten

vom 14.07.2018

Über die Organtransplantation

Diskussionsbeitrag beim Runden Tisch „Die Seelenverwandtschaft“, Varna, 3.11.2019

Über die Seelenverwandtschaft

Vorlesungen in Englisch

The Path Towards the Self”, “The Bodhisattvas” and “Archangel Michael’s Method for Communicating with the Spiritual World” – Combined Works by Dimitar Mangurov  

Was geschieht auf der Welt und bei uns?

      vorgetragen von Dimitar Mangurov am 09.08.2020 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Link zum Vortrags-Video

An einem Sonntagnachmittag vor ca. 15 Jahren waren meine Frau und ich auf dem Rückweg von unserem Sommerhaus nach Varna. An einer Haltestelle sah ich eine Frau auf den Bus warten, hielt das Auto an und botihr an einzusteigen. Sie willigte ein und erklärte, sie sei zu einer Verwandten im Krankenhaus unterwegs. BeiBegegnungen mit unbekannten Menschen  werfe ich immer zwei oder drei Sätze auf, die einen spirituellen Inhalt haben, um anhand der Reaktion der Person zu beurteilen, ob wir in solchen Fällen etwas Bedeutenderes als die traditionellen Banalitäten austauschen können. Die Frau reagierte gut und teilte unter anderem eine eigene Erfahrung mit. Ihre Großmutter war eine Kräuterfrau. Irgendwann musste sie ihreFähigkeiten auch auf die krebskranke Tante unserer Mitfahrerin anwenden. Die Großmutter empfahl die Einnahme von bestimmten Kräuterextrakten, um die Ausbreitung der Krankheit aufzuhalten – nicht zu heilen, sondern lediglich aufzuhalten -, so dass die Tante ein normales Leben führen konnte. Dies ging etwa 10 Jahregut, bis die Tante beschloss, „dieses bittere Zeug“ nicht mehr zu trinken. Die Großmutter war sehr empört und schalt die Tante mit den Worten, das sei eine Gotteslästerung, weil Gott in den Kräutern ist und Er sie heilt. Die Tante blieb jedoch stur, die Vermehrung der Krebszellen wurde ausgelöst und einige Monate später ging die Tante ins Kamaloka, um Rechenschaft über das gerade verflossene Leben zu geben.

Aber es war nicht diese Erinnerung, die in der Geschichte unserer Mitfahrerin wichtig war, sondern etwas vielInteressanteres und Aufschlussreicheres. Als unsere Begleiterin noch ein kleines Kind war, zeigte die Großmutter immer auf eine bestimmte Pflanze und riet ihr: „Achte auf dieses Kraut, Kind. Siehst du den schwarzen Fleck in der Mitte der Blüte? Wenn er eines Tages so groß wie ein Stecknadelkopf wird, wirst du wissen, dass sehr schlimme Zeiten gekommen sind.“

Im Volksmund heißt diese Pflanze „Schamkraut“[1]. Ihre Blütendolde ist rund, weiß und besteht aus vielen einzelnen Blütenblättern, die einem Kristallgitter ähneln,  in der Mitte befindet sich der erwähnte schwarzeFleck. In früheren Zeiten nahm seine Größe ¾ von der Oberfläche der Blütendolde ein, vor einigen Jahrzehnten schrumpfte er auf die Größe einer Ein-Cent-Münze und heutzutage ist der Fleck tatsächlich so groß wie ein Stecknadelkopf, wobei er bei vielen Blüten fehlt. Der Punkt in der Mitte der Blütendolde sieht auf den ersten Blick schwarz aus, bei näherer Betrachtung erscheint er jedoch purpurrot. 

Der Mensch errötet, wenn etwas Verborgenes und Dunkles in ihm ans Licht kommt. Die Quelle der Scham ist das Gewissen, d.h. Christus, der sich vor etwa 2000 Jahren an Pfingsten durch den Heiligen Geist mit unserem Willen aufopferungsvoll verbunden hat. Aus diesen dem Menschen unbewussten Tiefen heraus appelliert das Ich des Makrokosmos ständig als das Gewissen an unsere Moral, die direkte Auswirkungen auf alle drei Königreiche der Natur hat. Wegen des Erwerbs unserer ersten Ich-Form, die zwar reflektierend, aber immerhin eine Ich-Form ist, sind die Naturreiche von uns abgefallen. Manche Tiere wurden zu fleischfressenden Raubtieren, weil der Mensch übermäßig die Materie liebgewonnen und Genuss an der Fleischnahrung gefunden hat. Der heutige Moralverfall, den uns das „Schamkraut“ in einer deutlichen Art veranschaulicht, schließt das Verschwinden von Gewissen, Scham und Moral im heutigen Menschen ein, was zu dem unvermeidlichen Absturz auf solche Bewusstseinsstufen führt, die eher für die sog. „Umwelt“ charakteristisch sind. Schon der große Philosoph des Ich Fichte hatte mit Erstaunen und wachsender Besorgnis festgestellt, dass „die meisten Menschen sich lieber für ein Stück Lava im Monde halten würden als für ein Ich“[2]. Unser reflektierendes Ich ist dabei, seine Möglichkeiten auszuschöpfen und hat den Scheideweg erreicht, an dem die Zivilisation nur zwei Möglichkeiten vor sich hat – entweder unumkehrbar zum Abgrund der unterphysischen Welten zu gehen oder durch die Synthese der Anthroposophie mit dem Impuls des Bodhisattva Beinsa Douno nach einer rechtmäßigen Verbindung mit unserem unsterblichen, ewigen individuellen ICH zu suchen, das der väterliche Weltengrund jedem Menschen direkt geschenkt hat. Bedauerlicherweise ist der zweite Weg dem überwiegenden Teil der Menschheit völlig unbekannt und heutzutage beobachten wir zahlreiche Prozesse in der Welt, die den Zerfall des (niederen) Ich bezeugen. Wenn wir diese Prozesse nach der von Rudolf Steiner eingeführten Methode der historischen Symptomatologie betrachten, können wir zwei Erscheinungen als die sichtbarsten Kennzeichen identifizieren – die Pandemie des chinesischen Coronavirus und die linksextremen Unruhen, die viele sog. „demokratische“Länder erfasst haben. Wir wollen beide zunächst einzeln betrachten und dann sie miteinander verbinden, um das Bild zu verdeutlichen.

Wie die Anthroposophie lehrt, erschienen die Viren unter die Menschheit während der atlantischen Wurzelrasse infolge des Kampfes von Erzengel Michael gegen den Drachen. Unter dem „Drachen“ versteht die christliche Esoterik die Vereinigung der luziferischen und ahrimanischen Kräfte. Nach dem Sündenfall der lemurischen Zeit begann die Menschheit, sich nach dem Irdischen zu sehnen, verfiel den Illusionen über beide Welten, was Leiden, Krankheit und Tod als Folge hatte. Wie oben erwähnt, wirkte sich dies schicksalhaft auf die gesamte Natur aus, deshalb hatte der große Apostel Paulus (der heute wieder inkarniert ist) im Römerbrief erklärt, dass „die gesamte Schöpfung unter dem Gewicht der allmählichen Verhärtung leidet und seufzt und Spiritualisierung erwartet“.[3]

In den vorchristlichen Zeiten hatten wir immer noch die Fähigkeit, zwischen den luziferischen und ahrimanischen Kräften zu unterscheiden, weil sie unsere Seele getrennt und auf zwei verschiedene Arten angriffen. Nach der letzten Schlacht zwischen Michael und dem Drachen 1879 drangen nicht nur manche sehr mächtige ahrimanische Geister in den Menschen ein, sondern sie schlossen vor unserer Seele ein Bündnis mit den ansonsten entgegengesetzten luziferischen Wesen. Gerade dieser „Knoten“, den der Mensch nicht kennt und dessen Bestandteile er nicht voneinander unterscheidet, greift ihn an. 

Der Erste Weltkrieg brach aus, es kamen die bolschewistische Oktoberrevolution, die für das russische Volk todbringend war, und der Abstieg des deutschen Volks in den Nationalsozialismus. Es folgte der Zweite Weltkrieg, der noch mehr Opfer und Zerstörungen mit sich brachte und zu einer Reihe weiterer totalitären Regimes an verschiedenen Orten auf der Erde führte. Hier sehen wir auch das Eingreifen der gefährlichenAsuras, allerdings müssen wir ausdrücklich hervorheben, dass sie den Menschen nicht direkt angreifen, weil wir immer noch zu schwach sind, um einem solchen Angriff standzuhalten. Wenn wir über die tödlichen sexuellen Bacchanalien in Großstädten, über die epidemische Verbreitung der Drogensucht oder den wahnsinnigen Terrorismus sprechen, so ist das alles nur ein Abglanz der wahren Macht dieser nicht verwirklichten Archai. Die von uns empfangene Offenbarung berücksichtigend, können wir sagen, dass die Asuras nur dann direkt als Widersacherwesen eingreifen, wenn es dem Menschen gelungen ist, die Verbindung zwischen dem (niederen) Ich und dem (höheren) ICH zu bahnen und damit den Beginn der langen Reise zur Verinnerlichung des von Christus auferweckten Phantoms Jesu (des Auferstehungsleibes) zu setzen. Die Entstehung der Möglichkeit für die gesamte Menschheit, einen solchen Anfang zu machen, erschien erst nach der Ausstrahlung der beiden oben genannten esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts und der Vollbringung ihrer urbildhafte Synthese an der Wende zum 21. Jahrhundert.

Was das „Tier mit den zwei Hörnern“ betrifft, so greift Sorat nur dann ein, wenn es im aktuellen Zyklus in einer bestimmten Art zu einem Übergang vom siebenstufigen Grundgesetz der Entwicklung zur Oktave kommt, was sich in einer Vorbereitung auf den nächsten Zyklus ausdrückt. Diese Vorbereitung hängt zusammen mit jenemmysteriösen Geistesmenschen, den Christus auf der Sonne zurückgelassen hat, mit den tiefen Geheimnissendes Heiligen Geistes von Pfingsten und mit dem ewigen Leben, das dem Auferstehungsleib innewohnt. Heute interessiert sich fast niemand auf der Erde für die Elemente der Oktave und die wenigen Menschen, die es wagen, ihren spirituellen Blick auf diese höchsten Bereiche des Bewusstseins zu richten, sind vor Täuschungen nicht sicher. Etwas Ähnliches geschah mit der bemerkenswerten stigmatisierten AnthroposophinJudith von Halle bei der Darlegung ihrer Ansichten über die Coronavirus-Pandemie[4]. Sie ging nicht von der Genese des Phänomens in China aus, sondern von dem österreichischen Skiort Ischgl, über den im Frühjahr dieses Jahres viel die Rede war und entwickelte ihre These über das Karma der Menschheit, die Neigung des heutigen westlichen Menschen zu immer mehr Materialismus, Vergnügungen, Konsum usw.

Zu Beginn dieses Vortrags benutzte ich die Bezeichnung ‚chinesisches Virus‘ und nicht ‚Coronavirus‘, welche die von China finanzierte ahrimanisierte Weltgesundheitsorganisation absichtlich durchgesetzt hat, um durch den Austausch der Bezeichnungen die Infektionsquelle zu vertuschen. Dieses Virus ist etwas ganz Besonderes und jeder müsste begriffen haben, dass wir es hier mit etwas anderem zu tun haben als mit den uns bekannten Viren. Dementsprechend ist der Grund für das Auftreten dieses Virus ein anderer. In einem früheren Vortrag haben wir ausführlicher über dieses Thema gesprochen[5], nun werden wir Einiges  für die Zwecke des heutigen Vortrags wiederholen. 

Zweifellos läuft gerade ein Abbezahlen des Menschheitskarmas ab und die westlichen Konsumgesellschaften werden ihre Rechnung bezahlen müssen. Ich betone jedoch ausdrücklich, dass hinter diesem Virus nicht die Asuras oder gar Sorat selbst stehen, wie Judith von Halle behauptet, sondern die Vertreter der hellen geistigen Mächte, die uns vor der immensen Gefahr China schützen wollen, wo die luziferischen und ahrimanischen Kräfte durch die Asuras im dortigen Drachen eng miteinander verflochten sind. Einerseits schaut man in China auf die Vergangenheit mit dem Konfuzianismus in ihrem Mittelpunkt, andererseits tobt dort die ahrimanische Zukunft mit den heutigen Technologien unter dem Stern ihres spezifischen Kommunismus und all das machtden Menschen zu einem „vernünftigen Tier“. Solche „vernünftigen Tiere“ sind die chinesischen Führer, obwohl dort auch eine Spaltung in zwei Flügel der Kommunistischen Partei zu beobachten ist – in Vertreter des pro-westlichen bolschewistisch-liberalen Flügels  unter Premierminister Li Keqiang und Anhänger des Nationalismus chinesischer Ausprägung unter Präsident Xi Jinping. Im Allgemeinen erheben die chinesischenFührer den Anspruch auf  Multipolarität in der Welt und ihnen zufolge sollten diese „Pole“ um China selbst, um die USA, die Europäische Union, Russland und eventuell Indien gebildet werden. Man spricht in China über ein Asien für die Asiaten, über die eigene technologische und wirtschaftliche Überlegenheit und über die Gleichberechtigung der politischen Systeme. Damit will man den eigenen Entwicklungsweg legitimieren, derjedoch für die Welt katastrophal ist. Hinter jedem Privatunternehmen, das sich auf den Weg macht, in fremdes Territorium einzudringen, steht auch chinesisches Staatskapital. Damit werden Geschäfte nach chinesischemModell und chinesischen Regeln in denjenigen Ländern durchgesetzt, in denen China landet – in den USA, Europa oder in Afrika, das mit seinen endlosen natürlichen und menschlichen Ressourcen besonders attraktivist. Das Himmlische Reich fühlte sich sogar militärisch so stark, dass ein hochrangiger Führer auf die Kritik des US-Außenministers Mike Pompeo mit folgendem Kommentar verachtungsvoll reagierte: „Die Ameise versucht, einen Baum zu schütteln.“ Der chinesische Drache ist allmählich zu einem wilden Tiger geworden, der mit dem Segen Russlands und der westlichen Nationen gezüchtet wurde und bereit ist, sie etappenweise zu zerreißen. Wegen dieser tödlichen Bedrohung trat auch das von einer Fledermaus auf den Menschen übertragene Virus auf. Die Fledermaus ist ein Symbol für Ahriman und auf den ersten Blick scheint es, als ob er uns angegriffenund zu dieser sozioökonomischen Destabilisierung der Welt geführt hat. Aufgrund seiner bevorstehenden Inkorporation braucht er wirklich eine Destabilisierung in alle Richtungen. Es ist kein Zufall, dass es den „Arabischen Frühling“, die Orangenem Revolutionen und alle Arten von Konfrontationen auf der zwischenmenschlichen Ebene, zwischen einzelnen Völkern und sogar Rassen gibt. Am 11.08.2020 wurde das menschliche Gefäß, das für diese Inkorporation bestimmt worden war, 21 Jahre alt. Nach den okkulten Gesetzen markiert das den Beginn der Manifestation des Ich, obwohl in diesem Fall die Manifestationen viel früher beginnen. Deshalb braucht Ahriman eine globale Destabilisierung und er hat sie von den hellen Kräften erhalten. Ist das ein Paradox?! Nein.

Die westlichen Völker brauchten eine Schockwirkung, um zu erkennen, dass der Weg, den sie in ihren Beziehungen zu China eingeschlagen haben, zutiefst fehlerhaft ist und sich ändern muss. Wie der Prozess ablaufen wird, hängt von vielen Faktoren ab und es ist gut, den geistigen Hintergrund zu kennen, vor dem er sich verwirklichen wird. Und das Hintergrundbild zeigt, dass ab der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die allmähliche Trennung des menschlichem Ätherleibes vom physischen Leib begann. Das ist an und für sich ein Einweihungsprozess, der dem Menschen unbewusst ist und in ihm extreme Unruhe verursacht. Jeder Mensch spürt innerlich diesen Aufstieg zum Astralen, ohne jedoch zu verstehen, was mit ihm geschieht. Jede unrechte, d.h. unbewusst verlaufende Initiation kehrt jedoch auf destruktive Weise mit rückwirkender Kraft auf den Menschen zurück. Dies ist einer der Hauptgründe für die Kataklysmen, die im 20. Jahrhundert geschahen, als die Zweite Wiederkunft Christi begann. Zu Christus können wir aufsteigen und Ihm begegnen nur durcheine der heutigen Zeit angemessene christliche Einweihung. Christus wartet auf uns, aber Ahriman hat seine Kräfte eingespannt und setzt alle möglichen Werkzeuge ein, um diese Begegnung zu verhindern. 2017 jährte sich zum 100. Mal die bolschewistische Revolution in Russland und da konnte er nicht umhin, um das heutezu beobachtende linke Chaos zu katalysieren. Dieses Chaos aktivierte auch die sechste Erdschicht, aus der dunkle Wesen auftauchen und den Prozess intensivieren. Kaum hatte es Macron geschafft, mit den sog.„gelben Westen“ fertig zu werden, da loderte es schon in Amerika auf. Und was in den Vereinigten Staaten geschieht, ist für die ganze Welt von besonderer Bedeutung. Rudolf Steiners Prophezeiungen begannen in Erfüllung zu gehen. Wir können mehrere Hauptgründe für den Wahnsinn aufzeigen, der das mächtigste Land der Welt erfasst hat. Steiner hatte gewarnt, dass das, was die angloamerikanischen Logen als Bolschewismus nach Russland gebracht hatten, nach nicht allzu langer Zeit in veränderter Form in die angloamerikanische Welt zurückkehren würde. Russland wurde der internationale Bolschewismus auferlegt, nun tobt der rassenmäßige Bolschewismus in den Vereinigten Staaten. Wir wissen, wozu die erste Variante des Bolschewismus geführt hat. Wohin wird die zweite führen?! Während die Schäden, welche die erste Bolschewismusart verursacht,  mit den Defekten im Astralleib zusammenhängen, erschüttert die zweite die Fundamente des physischen Leibes selbst, weshalb auch die Schäden hier weitaus gefährlicher sein werden. Zwischen beide Bolschewismusarten stellt sich der nationalistische Bolschewismus, der den Ätherleib befällt. Wir können ihn in China, Nordkorea und keimhaft auch an vielen anderen Orten beobachten.

Als zweiten Hauptgrund für das, was in den USA geschieht, können wir die unrechtmäßige Verinnerlichung der Bewusstseinsseele durch die Vertreter der angloamerikanischen Völker nennen, mit der sie gemäß dergeistigen Vorbestimmtheit der Menschheit geboren werden. Aber es ist nicht das Gleiche, ob jemand mit diesem höchsten Teil der Seele geboren ist, der ihm nach dem Erbprinzip veranlagt wurde, oder ob er seine Seele derart kultiviert hat, dass sie zur absolut obligatorischen Brücke wird, auf die der Heilige Geist zumMenschen herabsteigt. Wenn man dies nicht tut, macht der Geist einen Bogen und steigt durch die Verstandes- und sogar durch die Empfindungsseele herab. Das aktiviert im Menschen den Egoismus jeglicherArt – denjenigen der Nationen, Rassen, Konzerne usw. – und macht die Bewusstseinsseele zu einem Zentrum der destruktiven Kräfte, das sowohl die persönliche als auch die allgemeinmenschliche Apokalypse (im negativen Sinne) vorbereitet. Genau das passiert jetzt in den USA.

Hinzu kommt die mangelnde Immunität dieser Völker gegen den Bolschewismus und der problemlose Verlaufdieses linksliberalen Prozesses in den letzten 30 bis 40 Jahren bei ihnen. Der schwache Schutz führt jetzt zu Hilflosigkeit im Umgang mit den Folgen und die Situation wird durch die karmische Vergeltung für die Sklaverei, die vor 200 Jahren in Amerika existierte, noch komplizierter. Deshalb nimmt der Bolschewismus dort eine rassenmäßige Nuance an. Wenn man bedenkt, dass  auch das Karma der Weltherrschaft abgetragen werden soll, die von den herrschenden Eliten Amerikas auf eine unangemessene, selbstische Weise praktiziert wird, sieht man in der Tat, wie unkontrollierbar die Situation dort wird. Als Trump an die Macht kam, erklärte er mit Nachdruck, dass die Vereinigten Staaten die zivilisatorische Entwicklung der Welt erneut bestimmen würden. 

Rudolf Steiner hatte vor der Gefahr der angloamerikanischen Einflüsse gewarnt, die nur Tod und Zerstörungfür die kulturelle Entwicklung der Völker Europas bedeuten. Wir alle haben erlebt, wie diese Folgen nach dem Zweiten Weltkrieg unter den Völkern Europas westlich des Eisernen Vorhangs waren und wie sie nach dessenFall unter den Völkern östlich des Vorhangs sind. Die zerstörerische Kraft wird auch durch die Mittel des unrechtmäßig praktizierten mechanischen Okkultismus extrem erhöht, zu dem die angloamerikanischen Völker von Geburt an eine Neigung haben. Dieser Okkultismus führt mit satanischem Drang zur Suche nach der künstlichen Intelligenz und zur Schaffung von Designerbabys, um dem Menschen die Denk- und Reproduktionsfähigkeit zu entziehen und sie in die Hände der menschlichen Vertreter der dunklen Mächte auf der Erde zu legen, die sich vollständig den Widersachern ergeben haben. Zu dieser Spezies gehören die Chefs von Facebook, Google, Amazon, Tesla usw. Sie besitzen eine gigantische Wirtschaftskraft, die unvermeidlich zur Selbstzerstörung der Zivilisation führen wird, die wir heute kennen, weil das Potenzial des niederen Ich erschöpft ist, um sich an es anzulehnen. Das würde nur weitere schmerzvolle, zerstörendeTodesqualen verursachen.

Zu dieser Zerstörungskraft gehört auch die verbissene Trennung der Menschen in „linke“ und „rechte“ und beide Arten unterscheiden sich in ihrer Seelenkonstitution gründlich voneinander. Diese Seelenkonstitution wurde ihnen schon in Urzeiten angelegt, als sich die Stammes- und Völkergemeinschaften unter dem Einfluss zweier entgegengesetzt wirkender Kräfte ausbildeten. Die eine stieg aus der geistigen Welt zum Irdischen herab und durch sie gingen Einflüsse des jeweiligen Egregors zu seinen Zöglingen auf der Erde as. In einem Teil der Menschen überwogen jene Einflüsse, die wir, nachdem sie eine Reihe von Metamorphosen erfahren haben, heute in den „linksorientierten“ Menschen feststellen können. Die entgegengesetzt wirkenden Kräfte kamen aus dem Irdischen, das sich in den Besonderheiten der Geographie, des Klimas, Erdbodens usw. widerspiegelt. Aus ihnen entstanden die Stimmungen des anderen Teils des jeweiligen Stamms oder Volks, die heutzutage für die sog. „Rechten“ charakteristisch sind.

Trotz ihrer Polarität, die wir z.B. in den USA zwischen Demokraten und Republikanern beobachten können, lassen sich viele der Charakteristika der Rechten wegen des oben erwähnten, von den Asuras gebundenen „Knotens“ zwischen den ahrimanischen und luziferischen Wesen bei den Linken beobachten bzw. umgekehrt. Die Linken erheben den Anspruch, Ideen zu haben, spirituell zu sein. Doch ihr Luziferismus hat nichts gegen das Geld der Rechten und der ahrimanisierte Spürsinn für gute Geschäfte der Rechten ist unvermeidlich mit dem luziferischen Stolz der Linken verbunden. Der Clinton-Clan ist ein herausragender Vertreter der Linken und der Trump-Clan – der Rechten. Die Konfrontation zwischen Republikanern und Demokraten hat sich dermaßen zugespitzt, dass beide schon jetzt erklären, dass sie bei einem eventuellen Verlust der bevorstehenden, in der Geschichte der USA wichtigsten Präsidentschaftswahlen, die Ergebnisse nicht anerkennen werden. Bisher wissen wir nicht, wohin die USA nach den Wahlen steuern werden, doch Trump scheint trotz seiner Mängel die bessere Variante zu sein. In Hinblick der 30 Millionen Menschen, die schon in dritter Generation Sozialhilfe beziehen, ohne zu arbeiten, würde die Finanzstabilität zusammenbrechen, wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst und kein Kapital aus dem Ausland zurückkommt. Dann würden die dämonischen Leidenschaften, die wir gegenwärtig dort beobachten, noch stärker toben. Die Linksliberalen sind nicht fähig, einen Wirtschaftsaufschwung zu bewirken, da sie die Vorteile der Macht nur konsumieren wollen. Diese Besonderheit gehört zu ihrem Charakter. In dieser Phase gibt es keine Alternative für Trump. Und selbst wenn er in diesem Land wiedergewählt wird, das einen führenden Geist hat, der sich der rechtmäßigen Weltentwicklung widersetzt, würden dort trotzdem die notwendigen Kräfte fehlen, die mit dem kommenden Ahriman fertig werden können. Und Ahriman wird sich höchstwahrscheinlich in ein dort geborenes menschliches Gefäß inkorporieren. Die Gegenwehr wird aus einer anderen Richtung kommen. 

Wenn wir auf die restlichen Zentren der – nach dem Verständnis der chinesischen Staatsführer multipolaren Welt – schauen, können wir von der alten indischen Spiritualität auch nicht erwarten, dass sie mit Ahriman fertig werden kann, egal wie erhaben sie ist. Dazu ist ein Christentum in einer der heutigen Zeit angemessenen Form notwendig, das in Indien definitiv nicht vorhanden ist. Dort ist kein Ausweg in die Zukunft zu finfen. Das gilt bedauerlicherweise auch für Russland, wo der orthodoxe Ethnophilitismus[6] in Verbindung mit dem politischen Asiatentum vorherrscht und Putin nach der Betonierung seiner lebenslangen Macht durch das neulich durchgeführte Referendum versucht, die Sowjetunion in einer neuen Form wiederzubeleben. Das wird man auf die schon bekannte extensive Art probieren – nach Weißrussland, Kaukasus, in die zentralasiatischen Republiken oder auch ins Baltikum, nach Moldavien… Russland Putins, der eine Reinkarnation einer der widerlichsten historischen Persönlichkeiten ist, strahlt eine Aggressivität aus, die nichts Gemeinsames hat mit dem unbesiegbaren Gralsgeist, welcher der Empfindungsseele dieses Volks innewohnt und sich in der zukünftigen sechsten Kulturepoche in der möglichst kategorischen Art durch die verinnerlichte Bewusstseinsseele manifestieren wird. Dieser Geist wurde im vierten und fünften Jh.n.Chr. vom geheimnisvollen Skythianos jenen Bulgaren angelegt, die in den Gebieten des alten großbulgarischen Reichs lebte, das sich zwischen dem zweiten und siebten Jahrhundert auf einem umfangreichen Territorium nördlich des Schwarzen Meeres erstreckte. Diese Menschen waren es, die das Fundament der Kiewer Russ bildeten, bis im neunten Jh. Boris I – der Fürst Donaubulgariens – von der geistigen Welt die Aufgabe erhielt, die zukünftige slawische Gemeinschaft zu schaffen, in der die Menschen mit angelegter Fähigkeit zum eugenischen Okkultismus geboren werden. Dieser Okkultismus wird zukünftig beim Übergang der Menschheit zur geschlechtlosen Reproduktion durch das Wort auf der Grundlage des umgebauten männlichen Kehlkopfs sehr notwendig sein. Die Bulgaren haben Russland das Schrifttum, das Christentum und die Anführer gegeben. Doch mit der Ermordung des Thronfolgers aus dem bulgarischen Herrschergeschlecht der Rjuriks wurde die Nabelschnur zu den Bulgaren abgetrennt und das russische Volk schlug eine falsche Entwicklungsrichtung ein. Nach dem jahrhundertelangen Umherirren kam es zu den heutigen Verfallsprozessen. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen sind die Russen weltweit am stärksten von der Alkoholabhängigkeit betroffen, die Drogensucht wächst an und die Hoffnungslosigkeit hat dauerhaft die russische Seele ergriffen. Es besteht die schwache Hoffnung, dass der in Weißrussland eingesetzte Prozess der Erhebung der jungen Menschen sich auch in Richtung Osten verbreiten kann, um den imperialen Instinkt, der für die russische Politik verhängnisvoll ist, abzuschütteln, so dass dieses leidgeplagte Volk den ihm von der Vorsehung vorgezeichneten wahren Weg findet.

Wenn wir unseren Blick auf die Südhalbkugel lenken, sehen wir, dass dort ein  Polzentrum um Brasilien entstehen könnte, da sein Volk die Rolle einer Reservevariante für die sechste Kulturepoche erfüllt, falls das Slawentum scheitern sollte. Das dortige intensive Erleben des katholischen Christentums ist mit dem Christus-Erleben der russischen Seele vergleichbar, allerdings enthält es keinerlei keimhafte Gralskräfte. Daher würde auf diesem Boden lediglich ein Ersatz, eine ausgetauschte slawische Kulturepoche entstehen. Der unter den Brasilianern weit verbreitete Linksradikalismus, gepaart mit dem ultrarechten Präsidenten Bolsonaro und der Pandemie des chinesischen Virus lassen bisher keine besonderen Hoffnungen aufkeimen. Dabei muss man bedenken, dass sich die gesamte Kulturentwicklung in der nachatlantischen Zeit auf das Territorium der Nordhalbkugel entfaltet hat. Die Südhalbkugel mag ihre Bedeutung haben, aber den Weg in die Zukunft müssen wir im Norden suchen, in Europa, wo gegenwärtig fast alle Länder in der Europäischen Union vereint sind. Wegen historischer und karmischer Ursachen hat diese Union sehr bunte Bestandteile. Nicht von ungefähr haben sich einzelne Mitgliedstaaten in gewisse informelle innere Gruppierungen zusammengetan – die Wischegrader Vier, die Vier der „Sparsamen“, die Gruppe der Südländer, die auf mehr Ausgaben bestehen, und das Paar Bulgarien-Rumänien, das sich nach der Aufnahme Bulgariens in den Warteraum der Eurozone gewisserweise gespalten hat. Es ist ein Prozess der Änderungen und Umschichtungen im Gange. Seinem imperialen Reflex folgend, bevorzugte Großbritannien eine zweifelhafte „Befreiung“ von der EU. Die auf den Resten des Römischen Reichs entstandenen südlichen lateinischen Völker sowie die westlich verlegten Völker werden nun mit den karmischen Folgen des Kolonialismus konfrontiert, nachdem sie lange Zeit auch vom Angloamerikanismus mit seinem Säkularismus angegriffen worden waren. Die skandinavischen Länder sind von den verschiedenen Formen des Linksradikalismus und dem Eindringen zahlreicher Vertreter anderer Rassen besonders geschädigt. Die mitteleuropäischen Völker, die mit den Anlagen des hygienischen Okkultismus geboren werden, vergaßen, wie man über den Geist rechtmäßig nachdenkt und verfielen der Ausweglosigkeit des Materialismus und des gemütlichen Bürgertums. Die alte Geistigkeit, die dort mit Goethe, mit den großen deutschen Philosophen und vor allem mit der Anthroposophie entstand, wird gegenwärtig von liberalen Wahnsinnigkeiten ersetzt, die das Deutschtum auf eine verhängnisvolle Art von seiner wahren Bestimmung entfernen. Die jungen Menschen befinden sich in der Gefangenschaft der Bolschewiken, die eine „grüne“ Maske aufgesetzt und sich zum Ziel gestellt haben, die Ressourcen der Gesellschaft in allen erdenklichen parasitären Arten abzusaugen. Wenn das verwirrte Mädchen Greta Thunberg den Kurs der EU zum „Green Deal“ bewirken konnte, dann muss wohl die gesunde Vernunft stark beschädigt sein. Das Problem der Klimaanomalien hängt nicht mit dem Kohlendioxid zusammen, sondern mit den materialistischen Gedanken der Menschen, welche den Wärmeäther zerstören und den ahrimanischen Wesen erlauben, mit dem Wärmeelement alles nach ihrem Belieben zu tun. Wenn wir dem die barbarische Digitalisierung hinzufügen, sind wir auf Ahrimans Ankunft „bestens“ vorbereitet. Was könnte ihm entgegengesetzt werden?!

Unter den jetzigen Bedingungen einer grassierenden Pandemie begann Deutschland, allmählich mit der vollständigen Abhängigkeit vom Willen der USA zu brechen. Es ist ein gutes Zeichen für die richtige Richtung, dass Deutschland nicht damit einverstanden war, den Bau des Nordstream 2 aufzuhalten. Die Zukunft der Welt liegt im Bauen einer Brücke, die das Slawentum mit dem Deutschtum verbindet, allerdings nicht nur durch Wirtschaftsbeziehungen zwischen Merkel und Putin, die sich gegenseitig nicht ausstehen können, sondern durch die von Bulgarien begonnene Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts. Der deutsche und der russische Erzengel hoffen, miteinander über den bulgarischen Erzengel Raphael zu „verkehren“. Das kann geschehen, wenn ihre Zöglinge auf der Erde sich der Synthese zuwenden. In diesem Sinne ist es erfreulich, dass es Deutsche gibt, die versuchen, eine solche Synthese vorzunehmen und ernsthafte Fragen an mich richten, die ich in angemessener Art zu beantworten versuche.

Und was passiert auf der Balkanhalbinsel? Die Verträge Bulgarien-Nordmazedonien und Griechenland-Nordmazedonien gaben den sog. „Mazedoniern“ einen ernsthaften Ansporn auf ihrem Weg zur europäischen Integration. Es ist jedoch noch ein langer Weg zu gehen, auf dem sie mit den Lügen zu brechen haben, die ihnen der Kommunismus in Bezug auf ihre Identität eingepflanzt hat. Das wird für sie nicht einfach sein. Die Hoffnungsträger sind die jungen Menschen, die eher bereit sind, ihre Weltanschauung zu ändern. Die anderen sind – nach der Definition eines „Mazedoniers“, der seit mehreren Jahren in Bulgarien lebt und mit einer bulgarischen Frau verheiratet ist, – „Idioten“. Sie werden es bis zu ihrem Tod bleiben. Der Kommunismus ist ein Unglück, das sich aus dem tiefen Abgrund des Bösen herausgeschlichen hat und die drei Leiber, die Seele und das Ich des Menschen auf eine Weise schädigt, deren Folgen sich in Zukunft immer wieder manifestieren werden. Der in Deutschland angefangene Berliner Prozess, der die Absicht hat, Hilfe zu leisten und später Mazedonien in die allgemeineuropäische Familie der Westbalkanländer zu integrieren, ist richtig. Obwohl der Prozess wegen der Pandemie vorübergehend ins Stocken geriet, ist er zukunftsträchtig.

Es wird notwendig sein, eine Einigung und ein Abkommen zwischen dem Kosovo und Serbien zu erzielen, die schädliche Russophilie in der sog. „Republika Srpska“, welche zu Bosnien und Herzegowina gehört, zu eliminieren und eine Reihe weitere Hindernisse zu überwinden. Die Balkanländer sind mit zu viel Geschichtehinter ihren Rücken belastet, die es gilt, richtig zu interpretieren, um vorwärts zu gehen. Ein wichtiger Faktor in dieser Region ist die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reichs, die unter Erdogan einen Kurs auf Re-Islamisierung nahm, deren Ziel war, Führer der gesamten islamischen Welt und ein weltweiter Faktor in der Politik zu werden. Die Türkei ist zwar gescheitert, aber wir müssen uns noch zukünftig mit diesem Austauschdes weltlichen Prinzips im Land herumärgern. Der Gründer der säkularen Türkei Mustafa Kemal Atatürk, der als Militärattaché in Sofia eine nicht verwirklichte Liebe mit der Tochter eines hochrangigen bulgarischen Offizier erlebte, hatte ein sehr warmes Verhältnis zu unserem Volk. Heute ist er unter den Bulgaren inkarniert, wobei er wie viele andere Menschen seinen Weg zur Synthese sucht. Unter welchen Bedingungen machendie Bulgaren das?

Seit 20 Jahren laufen in Bulgarien drei Prozesse ab, die wir auf die drei Glieder des sozialen Organismus nach Rudolf Steiner beziehen können. Diese Prozesse werden von drei Persönlichkeiten repräsentiert. Für den wirtschaftlichen Teil ist dies der Showmaster Slawi Trifonow.

Slawi Trifonow

Als er noch ein armer Student an der Musikhochschule mit dem Fach Bratsche war, erwuchs in ihm der Wunsch, eines Tages reich, berühmt und einflussreich zu werden. Die Entstehung dieser Absicht fiel mit dem Beginn der demokratischen Veränderungen in Bulgarien zusammen und sein Schicksal wurde dadurch in Gang gesetzt, dass man ihm die Möglichkeit bot, bei der damals sehr beliebten Studentenfernsehshow „Ku-ku“ mitzumachen. Als jemand, der ein stark ausgeprägtes Ego und den Drang nach Dominanz hat, machte Trifonow seine eigene Show und seit dem Herbst 2000, als er bei einem der größten Fernsehsender landete, gewann die Umsetzung seiner Absichten an Dynamik. Er erkannte sehr gut, dass man unter Nutzung der Fernsehzeit, um politische und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu beschimpfen und zu schmähen, viel Geld verdienen und Einfluss gewinnen kann. Mit seiner Sendung setzte er einen Prozess der Verrohung und Verdummung der Bevölkerung durch, hinter dem die dunklen Kräfte des Übergangs standen, deren Handlanger die Gangster und die kommunistische Staatssicherheit sind. 

Jemand könnte einwenden, dass dieser Mann zum geistigen Teil des sozialen Organismus gehört, aber meiner Meinung nach ist er das herausragendste Beispiel für die äußerst ungerechte Art und Weise, in der die Umverteilung des Reichtums im wirtschaftlichen Bereich stattgefunden hat. In einem weiteren Sinne ist Trifonow der schmutzige Schaum von allem, was in diesem Bereich passiert ist. Nicht zufällig ist sein Aussehen schrecklich, sein Gesundheitszustand hat sich drastisch verschlechtert und er ist Single geblieben – unfähig, eine Familie zu gründen. Jetzt ist Trifonow so dreist, sich als Retter des Volkes vor den „Bösen“ zu präsentieren und politische Macht zu beanspruchen. So wie die kommunistische Infektion schwer zu heilen ist und auf sehr tiefen Ebenen in Erscheinung tritt, so werden auch die Folgen des Verdummungsprozesses noch lange das öffentliche und private Leben in Bulgarien vergiften. Den fraglichen „Retter“ erwarten unumgänglicherweise ein weiterer Absturz und die Karma-Vergeltung für seine Sünden. Hoffentlich wird der Schaden, den er zukünftig verursachen kann, nicht so groß sein.

Im staatlich-rechtlichen Bereich – genauer gesagt in seinem ersten Teil – begann vor zwanzig Jahren der Stern von Bojko Borissow zu leuchten und in der vergangenen Zeit nahm sein Glanz nicht ab, sondern verstärkte sich und beleuchtete sogar das politische Leben von Europa gemäß der vor Jahrzehnten gemachten Vorhersage einer unserer herausragendsten Hellseherinnen. Die Absicht, mit der er den Weg der Erfüllung seiner Mission bestieg, unterscheidet sich grundlegend von der des genannten Showmasters. Sie lautet: „Ich werde das bulgarische Volk durch alle bevorstehenden Hindernisse führen.“ Dies ist ein direktes Gelübde vorChristus, vergleichbar mit dem, was Moses vor etwa 3.500 Jahren getan hat. In der vergangenen Zeit hatBorissow so viel für Bulgarien getan, dass wir stundenlang sprechen müssten, wenn wir es auflisten wollten. Er lernte on-the-Job, indem er zwischen mehreren sog. „Großmächten“ lavierte. Er schaffte es, Bulgarien vor dem Migrantenzunami zu bewahren, Gaspipelines, Autobahnen, Kläranlagen, Schulen, Kindergärten und vieles andere zu bauen. Aber vor allem verbesserte er Bulgariens Image und trug dazu bei, das Vertrauen Europas und der Welt wiederherzustellen. Das sieht man an der verbesserten Bonität des Landes oder an der erwähnten Aufnahme in den Warteraum der Eurozone, an seiner enormen friedensstiftenden Rolle auf dem Balkan und an den zahlreichen für beide Seiten vorteilhaften Kontakten mit verschiedenen Weltführern.

Leider fehlte im zweiten Teil des staatlich-rechtlichen Bereichs des dreigliedrigen sozialen Organismus – der Justiz – eine herausragende Persönlichkeit, die in der Lage wäre, diesen Bereich mit Inhalten zu füllen. Sieben Jahre lang mimte die odiöse Gestalt des kommunistischen Sprößlings Boris Weltschew nur den Generalstaatsanwalt nach und bediente die Interessen der politischen und wirtschaftlichen Oligarchie, die mit der ehemaligen kommunistischen Nomenklatura verbunden war. Sein Nachfolger Sotir Tsatsarow betrat trotz anfänglicher Zweifel allmählich die Gebiete der dunklen Interessen, in die sich vor ihm niemand getraut hatte. So bereitete er den Boden für denjenigen, der am Ende dieser zwanzigjährigen Periode mit der möglichst radikalen Absicht kommen sollte, die von einem Generalstaatsanwalt formuliert werden kann: „Jeder, der während des Übergangs sich illegal bereichert oder ein Verbrechen begangen hat, soll unabhängig von seinem Platz in der sozialen Hierarchie der Gesellschaft verurteilt werden.“ Iwan Geschew begann diese Absicht in die Tat umzusetzen, indem er Oligarchen, die bis vor kurzer Zeit sich unantastbar wähnten, in die Untersuchungshaft brachte, indem er sogar das Präsidialamt betrat, um die dortigen dunklen Angelegenheiten zu beleuchten, indem er auch die kleinen Ortschaften erreichte, in denen bis vor kurzem sich ungestört Kriminelle aus den untersten Ebenen austobten. Leider ist im Rechtsbereich noch nicht jene Persönlichkeiterschienen, die das Vertrauen in das Richteramt wiederherstellen kann, da bisher an der Spitze der Richter dieäußerst kontroverse und zweifelhafte Person Lozan Panows stand. Doch es besteht die Hoffnung, dass die Richter genau wie die Staatsanwälte ihren unbestrittenen Führer nominieren werden.

Und im dritten Glied des sozialen Organismus – dem Geistigen – begann im Oktober 2000 die Ausstrahlung der Synthese der beiden esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts, die für das geistige Leben der Menschheit rettend sein kann. Die Absicht, mit der dieser Prozess eingeleitet wurde, war: „den Anfang von etwas zu setzen, was zum ersten Mal als ein individueller Ich-Akt geschieht und danach allen anderen Menschen auf der Erde zur Verfügung stehen wird, wenn sie es wollen.“ Die Synthese hat heute im spirituellen Leben der Menschheit keine Alternative und dies wird im gesamten fünften Kulturzeitalter bis zu seinem Ende so sein.

Nicht umsonst legen wir so viel Wert auf die ursprüngliche Absicht, die den Handlungen der genannten Persönlichkeiten Impulse verlieh. Bulgarien steht unter dem Zeichen des Steinbocks und Saturn trat vor etwa zwei Jahren in dieses Zeichen ein. Er setzte sich auf „seinen Thron“, um dann wieder in einem neuen 28-jährigen Zyklus die Sonne zu umkreisen. Es gibt sieben seelische Einstellungen und die erste davon – ‚Gnosis’ hängt mit dem Planeten Saturn zusammen. Im Kreis der zwölf Weltanschauungen wird die Anschauung desSpiritualismus aus der geistigen Sphäre des Steinbocks ausgestrahlt. In den letzten 28 Jahren, als Saturn die Sonne umkreiste, war der Sternenhimmel für Bulgarien in einer Art angeordnet, die deutlich zeigte, dass der Übergang vom Sozialismus zum liberalen Kapitalismus von viel Dunkelheit, Intrigen, Aktivitäten hinter den Kulissen und Diebstählen begleitet sein wird. Der aktuelle Zyklus begann mit dem Versprechen, dass alles Dunkle ans Licht kommt. Und wie wir wissen, braucht jede Zeit ihre Persönlichkeiten und ruft sie auf, damit die notwendige Arbeit erledigt wird. 

Deshalb trat Geschew auf, dessen berufliche und persönliche Qualitäten niemand bestreitet. Das einzige „Argument“ seiner Gegner gegen ihn ist der absurde Vorwurf, dass er eine Mütze trägt. Als er das Präsidialamtbetrat, um einige der ehemaligen Militärangehörige und Polizisten zu verhaften, die sich dort zusammen mit dem pro-russischen Präsidenten Rumen Radew angesiedelt hatten, wurde der Generalstaatsanwalt für manche Kreise äußerst unangenehm. Es erhob sich ein Protest, der von denselben dunklen Mächten und ihren Bediensteten in der Wirtschaft und dem politische Sektor inspiriert worden war. Mit Geld von Oligarchen finanziert, die sich im Ausland verstecken[7], begannen in einigen  Städten Proteste mit bescheidener Teilnehmerzahl, denen sich leider auch Menschen anschlossen, die als  „intelligent“ gelten. Auch Studenten, die wegen der Pandemie aus dem Ausland zurückgekehrt waren oder sogar Menschen, die als „spirituell“wahrgenommen werden, machten bei den Protesten mit. 

Warum sollten wir uns wundern, dass die jetzt wieder inkarnierten Karl Marx und Friedrich Engels auch unter den Demonstranten waren?! Äußerlich angeführt von dem sogenannten „giftigen Trio“, bestehend aus einem erfolglosen Anwalt[8], einem Inhaber von Fake News speienden Internetseiten[9] und einem gescheiterten Künstler[10] begann das ganze Amalgam von Menschen, das unsichtbar vom langen Arm des Panslawismusgesteuert wurde, vor allem in Sofia zu wüten, wobei es den Rücktritt der Regierung, des Generalstaatsanwalts, des Direktors des nationalen Fernsehens und jedes möglichen Amtinhabers verlangte, der ihnen einfallen konnte. Dabei hatte niemand der Protester eine Ahnung, wie es nach einem Fall derRegierung weitergehen würde. Es wurden Särge herumgetragen, schwarze Totensäcke[11] ausgelegt, Galgen aufgebaut, Barrikaden aus Mülleimern, Bänken und allem, was sich auf den Straßen finden ließ, errichtet, umwichtige Kreuzungen zu blockieren. Es wurden Polizisten beleidigt und ständig provoziert und die schwarzmagischen Medien haben alles inszeniert und überbetont, um den Protesten den Charakter eines „Volksaufstands“ zu verleihen. Die jungen Leute riefen „Rücktritt“ und wiederholten papageienartig den bolschewistischen Slogan „Gangster raus“, den der Präsident Rumen Radew mit einer in Rotfront-Manier erhobenen  Faust vorgab – man verlangte den Rücktritt der Regierung, des Parlaments und desGeneralstaatsanwalts, ohne die geringste Ahnung zu haben, was man tat. Diese Menschen erinnern mich anmeinen kleinen Enkel, der einmal im Alter von fünf Jahren rot vor Wut folgende Worte sprach:  „Ich will, ich will, aber ich weiß nicht, was ich will“. Nur dass diese jungen Protester nicht fünf, sondern 20, 25 oder 30 Jahre alt sind. Es ist ihnen eigen, dass sie auch von einem gewissen Idealismus geführt werden, dass sie einen Kampf gegen den Status Quo, gegen die „bösen“ Erwachsenen führen. Wenn man sich jedoch der Konsequenzen seiner Handlungen nicht bewusst ist, stellt jeder Widerstand einen destruktiven anarchistischen Radikalismus dar, der unvorhersehbare Konsequenzen nach sich zieht. Während die Engel, Erzengel und die höheren Wesen eine bestimmte Absicht ausstrahlen und erst zum Schluss sehen, welche Ergebnisse erzielt wurden, ist es hier in der physischen Welt erforderlich, wenn man sich aufmacht, etwas zu tun, auch die Konsequenzen seiner Handlung vorauszusehen. Was benötigt wird, ist die Entwicklung des Bewusstseins im Sinne der Synthese, die der einzige Ausweg in die Zukunft ist, nicht die Umsetzung permanenter trotzkistischer Revolutionen, die den Dämonen das Tor im Menschen öffnen und nur Zerstörung und Tod bringen. Das habe  wir im sog. „Großen Volksaufstand“ am 2.09.2020 gesehen. Am Feuer, das diese dunklen Leidenschaften entfachen, wärmt sich Ahriman gern und bereitet seine Inkorporation vor. Die jungen Menschen haben keine Weisheit und keinen Immunschutz gegen den Bolschewismus, den sie weder verstehen noch verstehen wollen. Das gilt für fast alle jungen Menschen in den sog. „etablierten Demokratien“. In der heutigen Jugend wirken unbewusst die Kräfte des Michael-Zeitalters und rufen sie zu Offenheit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Einheit, Liebe und Verständigung auf, aber all diese Impulse werden nicht vom täglichen Wachbewusstsein  bewusst erkannt. Deshalb arten sie oft in wahnsinnigen ökologischen und anderen Ideen aus, über die sich die politischen Geier hermachen, deren letztes Ziel es ist, mehr Geld in den Taschen und Macht über die Naivlinge zu haben. Solche politischen Geier kreisten auch um die Proteste in Bulgarien. Unter den Demonstranten gibt es gescheiterte Existenzen aller Art, die als Schlägertruppe oder nur Komparsen erscheinen und darauf warten, einige Krümel in dieser Bacchanalie abzubekommen, die vom Präsidenten, dem „giftigen Trio“ und den erwähnten Oligarchen geleitet wird. 

Bei dieser Entwicklung zogen sich viele Menschen, die als „Denker“ galten, von den Protesten zurück, um nicht mit den besagten Verlierern gleichgesetzt zu werden, die von den dunklen Mächten – wohlgemerkt: nur wenige Monate vor den regulären Parlamentswahlen – ausgenutzt werden, um einen illegalen Putsch gegen die absolut legitimen Behörden in unserem Land zu probieren. 

Und wie reagierte Bojko Borissow in dieser Situation? Neulich verglich ihn ein Schriftsteller mit Mahatma Gandhi und dessen Verzicht auf Gewalt, mit dem Gandhi Indiens Unabhängigkeit erkämpfte. Und genau hier sind die ersten Strahlen jenes zukünftigen Manichäismus zu bemerken, auf den die Menschheit überhaupt noch nicht vorbereitet ist. 

Das Hauptmerkmal, das den bulgarischen Premierminister auszeichnet, ist die Tatsache, dass er ein Christ ist, der seit Tausenden von Jahren vorbereitet wurde auf seine Mission in der gegenwärtigen Zeit, die der „Großen Schlacht auf Erden“ bevorsteht – der Begegnung mit Ahriman. Bojko Borissow ist sowohl links gestimmt als auch auf seine spezifische Art rechts situiert. Doch wenn seine christliche Natur zwischen diesen beiden Extremen nicht bemerkt wird, bleibt er der Öffentlichkeit zutiefst unbekannt. Als ein „Zwilling“[12] kann er in bestimmten Momenten auch schwanken, weshalb er nicht streng verurteilt, sondern in seiner Aufgabe und Führung unterstützt werden sollte, die vorerst ohne Alternative ist. Natürlich gibt es keinen Grund für den vorzeitigen Rücktritt dieser Regierung und nur böswillige und mit sich selbst unzufriedene Menschen, geleitet von dem für die Bulgaren so charakteristischen Neid, können sich weiterhin die Lunge aus dem Leib mit den „Rücktritt“-Rufen schreien und das Weiße „schwarz“ nennen. Es gibt angehäufte Gefühle der Ungerechtigkeit, es gibt Korruption, Vetternwirtschaft und Probleme aller Art. Aber hinter diesem Protest stehen dunkle und nicht  helle Kräfte und daher gibt er keine Antwort auf die Frage, wie man danach vorgeht, sondern macht die Situation noch schwieriger. Das zweite Kommen Christi ist im Gange und damit geht das aus dem Evangelium bekannte  „Jüngste Gericht“ einher, um das Karma der Menschheit zu regeln, das in den letzten Jahrhunderten bis zur Unkenntlichkeit verwickelt wurde. Jeder Mensch ist der geistigen Welt gegenüber persönlich verantwortlich für das, was er denkt, sagt und tut. Das betrifft in besonders hohem  Maße die Menschen, die sich für spirituell halten. Mit tiefem Bedauern muss ich jedoch feststellen, dass die Zahl derjenigen, die kein Verständnis der Ereignisse aufbringen können, gar nicht gering ist. Ich hoffe, dass dieser Vortrag den Menschen hilft, damit in ihnen eine neue Sicht auf die äußeren Ereignisse aufgeht und sie sich auf die Seite des Guten und der Gerechtigkeit stellen, die in Bulgarien unumkehrbar in Gang gesetzt wurden!


[1] Bulg. срамниче, wörtl. ‚Schamkraut‘, die deutsche Bezeichnung der Pflanze ist ‚wilde Möhre‘.

[2] Zit. nach GA 117,  S. 153.

[3] Vgl. „Brief an die Römer“ (8:19)

[4] In ihrem Buch „Die Coronavirus-Pandemie. Anthroposophische Gesichtspunkte“ von 2020.

[5] Vgl https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2020/04/16/warum-nahm-das-coronavirus-von-china-aus-seinen-gang/

[6] Ethnophilitismus – Unterordnung unter die weltliche Macht, die nach dem Kanon eine Häresie darstellt. 

[7] Es geht um Zwetan Wassilew und Wassil Boschkow, die sich in Serbien bzw. Dubai vor der Rechtsprechung verstecken.

[8] Nikolaj Hadschigenow

[9] Arman Babikjan

[10] Welislaw Minekow

[11] So z. B. vor Bojko Borissows Haus in Bankja.

[12] Geboren ist er am 13.6.1959.

Die Auferweckungen der Zeitenwende und die Inkorporation Ahrimans

     vorgetragen von Dimitar Mangurov am 4.4.2020 in Varna

Link zum Video

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Der heutige Lazarustag[1], der 4.4.2020, ist besonders geeignet, zwei Videovorträge aufzuzeichnen – der erste hat den Titel „Die Auferweckungen der Zeitenwende und die Inkorporation Ahrimans“ und der zweite – „Warum das Coronavirus von China aus seinen Gang nahm?“. Der erste Vortrag wurde bei unserem letzten Treffen angekündigt, als wir über die „Apokalypse“ des Evangelisten Johannes sprachen und den zweiten hat die sich vor unseren Augen entfaltende Situation in der Welt angeregt. Nun werden wir versuchen, aus einem anderen Blickwinkel die Ereignisse zu betrachten, die sich vor ca. 2000 Jahren zugetragen haben und endlose Geheimnisse hüten, um eine Brücke zum bevorstehenden Eintritt Ahrimans in einen Menschenleib zu schlagen. Dieser Eintritt steht in direktester Verbindung zur gegenwärtigen Prüfung, der die gesamte Menschheit durch das Virus, das aus China kam, unterzogen wird. Als eine rechtzeitige Hilfe betrachte ich das neulich erschienene Buch des russischen Anthroposophen Gennadij Bondarew „Und ihr werdet die Wahrheit erkennen …“, das hoffentlich nicht das letzte in seinem Leben sein wird!

Die enorme Vielschichtigkeit und Kompliziertheit der Ersten Ankunft Christi erfordert, dass sich unser Bewusstsein unbedingt möglichst hoch erhebt, so dass wir verfolgen können – wenn auch zusammengefasst – wie es zur Notwendigkeit des Golgatha-Opfers kam. Das würde uns wenigstens einen Schritt näher an das Gewahrwerden der Folgen dieses Opfers für die Menschheit und das ganze Weltall bringen. Gleichzeitig wird uns auch die Rolle der sog. dunklen Mächte in der höchsten Vorsehung, die zur Realisierung von den Höhen des väterlichen Weltengrundes herabsteigt, immer klarer werden.

Vor dem Beginn des Zyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan „kam“ der väterliche Weltengrund aus dem Mahaparipralaya-Zustand zu einer Uroffenbarung „heraus“, die im Osten ‚Mahaparinirvana‘ genannt wird. Diese entfaltete sich in drei Etappen, die noch keine Evolution darstellten, sondern gleichsam die drei göttlichen Hypostasen „ordneten“, damit sie zur Handlung „nach draußen“ in der Gestalt der drei Logoi Atma, Buddhi und Manas und unter der Führung des anfänglichen Logos-Christus herausgehen konnten, der das makrokosmische Ich-bin-Prinzip im Weltall trägt und als dessen Allerhalter wirkt. Der väterliche Weltengrund offenbarte sich im Mittelpunkt eines Kreises, der Kreis zog sich zu einer Ellipse mit zwei Punkten an beiden Enden zusammen. Diese Punkte stellten den Ort der Manifestation Gott des Vaters und Gott des Heiligen Geistes dar. Doch damit die Entwicklung in Bewegung kommen konnte, musste die Ellipse „gezwirnt“

Und zu zwei Schlaufen der Lemniskate werden, was seinerseits einen dritten Punkt zwischen diesen beiden Punkten hervorbrachte, in dem sie aufeinander treffen und ineinander übergehen können. Auf diese Art kam die Hauptachse im Evolutionszyklus im Sinne seines Herabstiegs zur Materialisierung des Geistes zustande, wobei das Erreichen einer bestimmten Grenze die Einleitung des entgegengesetzten Prozesses der Vergeistigung bewirkte. Das Leben des Weltalls bewegt sich auf einer Lemniskate, doch das Neue entsteht immer im Mittelpunkt – dem Punkt des Sohnesgottes. Als Erster Logos strahlte der Vatergott über die Throne opfervoll die Substanz der Welt aus, die ein bewusstes Allbewusstsein darstellte. Darauf nahmen die Hierarchiewesen ihre Plätze auf der Weltachse ein, um ihrerseits diese Substanz entsprechend der vom Gott dem Heiligen Geist getragenen Idee des Zyklus zu verinnerlichen. Sofern der Prozess durch die Bewegung der Evolution in der Zeit begleitet wird, entsteht eine weitere Waagerechtachse und sie schneidet die Senkrechtachse im Mittelpunkt, in dem das Mysterium der Verinnerlichung der Substanz stattfindet. Auf diese Weise wurde das Hauptstrukturkreuz der Welt „aufgestellt“, auf dem die Weltenseele, d.h. das Leben der Seele gekreuzigt wird, das nach der Idee der Welt organisiert wird und funktioniert. Die Entwicklung selbst, in der Substanz, Leben und Idee in den verschiedensten Formen auftreten, hat die Form einer Ellipse oder eines Kelchs angenommen, in dem sich die Hypostase des Sohnes entlang den beiden Kreuzachsen offenbart und als Christus und das Ich-bin dieses Kreuz auch auf sich genommen hat, um es während der Erfüllung Seiner Aufgabe im gegenwärtigen Zyklus und bei der Vorbereitung des nächsten Zyklus zu tragen. Der Erdenmensch ist aufgerufen, Haupthelfer Christi bei dieser äußerst schwierigen Aufgabe zu werden, die unter den Bedingungen immer anwachsender Konfrontation zwischen den hellen und dunklen Mächte im Weltall erfüllt werden muss. Welche sind diese Mächte und was stellt eigentlich das Weltall dar?

Jeder „Rückzug“ Gottes bedeutet die Entfaltung des luziferischen Prinzips zu immer weiteren Lebenssphären. Deshalb übernahmen die luziferischen Götter mit großer Begeisterung und Zuversicht die Offenbarung bzw. „Ausatmung des väterlichen Weltengrundes“, um während der ersten drei Äonen das geistige Weltall zu schaffen. Seit dem vorherigen Zyklus besaßen sie ein eigenes Ich, doch je weiter sie fortschritten und sich vom Ausgangspunkt entfernten, desto mehr „erschöpften“ sie sich und näherten sich der Grenze, wo die Uroffenbarung zur „Einatmung“ und Rückkehr in die Höhen ihres Urquells übergehen sollte, was die Wesen mit Begeisterung wegen des Einswerdens mit der All-Einheit erfüllte. Im irdischen Äon ist diese Grenze unser Sonnensystem und vor allem der Planet Erde. Indem sich die luziferischen Götter, die im alten Thrakien und danach im alten Griechenland ‚apollonische Götter‘ genannt wurden, in der oberen Schlaufe der Lemniskate bewegten und dem Ende des Weltalls zustrebten, stießen sie in einem bestimmten Zeitpunkt auf ein gewisses „Stauben“, auf etwas Mineralisches, was der Eingriff ahrimanischer Wesen bewirkt hatte. Die zwei Arten von  Widersachermächten nahmen Platz auf beiden Seiten der zwei Achsen des Weltenkreuzes und wirkten polarisch entgegengesetzt. Doch die makrokosmische Bildung des irdischen Äons und der besagten materiellen Grenze war das Ergebnis hauptsächlich der anwachsenden Polarisierung zwischen dem oberen Weltall der apollonischen Götter, das in der Schlaufe des Heiligen Geistes mit Blick auf die zukünftigen Äonen entstanden war und des unteren Weltalls, das in der Schlafe des Vaters lag, wo sich die im alten Thrakien ‚chthonisch‘, also ‚unterirdisch‘ genannten Götter aufhalten und wirken. Sie sind die ursprünglichen, wahren Götter, denen die „oberen“ Götter lediglich als Spiegel zur Selbsterkenntnis dienten, eine Art Vertretung der „unteren“ Götter bildeten. Letztere überließen es ihnen, die Uroffenbarung in den ersten drei Äonen zu entfalten, blieben aber gleichzeitig die Hüter der vergangenen Evolution. Zudem ist in ihrem höheren Bewusstsein das Vorgefühl der zukünftigen drei Äonen enthalten, wenn sie gemäß der Stufe der Entfaltung in ihre Sphäre die apollonischen Götter aufnehmen werden, was zum Verschmelzen in Einheit der höheren Wirklichkeit des Weltalls mit seinem Spiegelbild führen wird. Vorläufig aber besteht diese Grenze zwischen beiden Götterarten. Es war wegen des Aufkommens eines reflektierenden Ich-Selbstbewusstseins beim Menschen absolut notwendig, dass sich eine solche Grenze herausbildete. Gott hatte nämlich geplant, eine neue Hierarchie mit Eigenschaften zu schaffen, die nur Er selbst besitzt. Dazu soll in den Wesen dieser Hierarchie die Liebe mit dem freien Willen vereinigt werden, damit Gutes entsteht, das keiner der anderen Hierarchien bekannt ist. Zu diesem Zweck musste Gott die Herabsenkung Seines wesentlichen Bewusstseins bis zum Nichtsein ertragen. Aus diesem Grund wurde das Böse zum unvermeidlichen Begleiter des Guten. Während im vorigen Zyklus, als die Entwicklung nur im aufsteigenden Bewusstseinsstrom verlief und wir schließen können, dass die Liebe von der Liebe angenommen wurde, herrscht in unserem Zyklus eine Trennung zwischen Weisheit und Liebe vor und ihre „Verheiratung“ in der Wahrheit wird von unermesslichen Leiden der Menschheit begleitet und die Liebe kann sogar abgelehnt werden.

Das anfängliche bewusste Allbewusstsein, das auf dem alten Saturn unserem physischen Leib als Geistesmensch eingepflanzt wurde, verwandelte sich in unser niederes Ich; die damalige Seelenwärme „erlosch“ und nahm die Form des toten Mineralreichs an. Einerseits schloss sich das „Tor“ unseres Ich-Selbstbewusstseins für den freien Durchgang des Lebens, denn die ursprüngliche Lemniskate des Weltalls in der Schöpfung nahm die Form der theoretisch-erkenntnismäßigen Lemniskate der uns bekannte dialektischen Logik an; andererseits erschien auch das „Tor der Natur“ in der Gestalt des Planeten Erde und dieses Tor wurde für das menschliche Bewusstsein unüberwindbar. Es kam die „Götterdämmerung“. Die Wechselbeziehung zwischen Substanz, Leben und Idee im Zyklus brach ab und die Schaffung neuer Formen, in denen das Leben evolvieren konnte, wurde blockiert. Die versteinerte Erde bildete sich in der „Niemandssphäre“ aus, in der sich die obere und niedere Sphäre schneiden und einander teilweise überlagern. Dort ist der Schnittpunkt der beiden Achsen des Weltenkreuzes. Die Lösung der Weltenkonfrontation zwischen der „oberen“ und „unteren“ Götter wurde gänzlich auf unseren Planeten und den Menschen übertragen. Gemäß den Gesetzen, die sie bedingen, ist die Erdenbildung „linsenförmig“, wobei die eine „Oberfläche“ von den apollonischen Göttern gebildet wird. Das ist der Vorhang, der uns für unsere Sinnesorgane gegeben wurde. Er ist verdichtete Illusion, denn hinter diesem Vorhang gibt es keine Materie, er stellt nur ein Phänomen dar, hinter dem das Geistige steht. Wenn wir vom oberen Zentrum der Lemniskate aus unseren Planeten, der in der Peripherie des Weltalls liegt, betrachten, stellt er eine Art illusorische staubvolle Stelle, ein Nichts dar. Dementsprechend ist der Blick von der Erde aus zum geozentrischen Bild des Weltalls illusorisch. Durch das Aufhalten des Strebens der oberen Schlaufe der Weltlemniskate nach ihrer Vollendung entsteht eine Form, die nur von der Sinneswelt aus betrachtet wie ein Planet aussieht. Das ist eigentlich die materielle Grenze des luziferisch gebildeten Weltalls, weshalb uns bei der Betrachtung von der Erde aus vorkommt, dass das ganze Weltall um uns materiell ist. Wir übertragen einfach die dreidimensionale Wahrnehmung der uns umgebenden Natur auf den ganzen Kosmos.

Das Prinzip der Existenz der Materie „verdichtet“ sich bis zur sichtbaren Form des materiellen Seins als Folge der Wirkung, die aus der unteren Schlaufe der „chthonischen“ Götter kommt, die materielle Grenze aufhebt und die Wirkung des allgemeinen Prinzips der Metamorphose wieder herstellt, das für die von oben abwärts wirkenden luziferischen Götter blockiert wurde. Die andere „Oberfläche“ der „Erdenlinse“ ist nicht einfach materiell, sondern ätherisch-physisch. In ihr zeigt sich die Weltätherität der uranfänglichen Götter gleich nach dem Vorhang der physischen Welt, die das Aussehen der vier Ätherarten hat. Diese vier Ätherarten stellen den geistigen Pol der vier Elemente (im rosenkreuzerischen Sinne) dar und die Elemente zeigen sich ihrerseits in den Aggregatzuständen der Formen aus dem materiellen Sein. Aus diesem Grund fängt laut Rudolf Steiner das Weltall sofort mit der Ätherorganisation an und dort draußen gibt es nichts Physisches. Der blaue Himmel ist der Äther um uns herum, der bewirkt, dass wir ihn sinnlich wahrnehmen können. Doch eigentlich machen unendlich viele Elementarwesen die Ätherarten in ihrer übersinnlichen Wirklichkeit aus. Diese Wesen haben die Hierarchien hervorgerufen, damit sie an der Peripherie der Weltschöpfung eine Daseinssphäre bilden können, in der das Ich herausgebildet werden kann. Aus diesem Grund ist die Materialisierung der zweiten „Erdenoberfläche“ nicht illusorisch. Sie ist das Erscheinen der peripherischen Elementarkräfte des Weltenäthers und stellt hier vor uns eine Art „Tor der Natur“ dar. Wenn wir durch dieses Tor gehen, treten wir in die Sphäre des Weltenäthers, des Weltenlebens ein und hinter dem äußeren, luziferischen Vorhang der Natur eröffnet sich dem Eingeweihten die ganze vergangene Evolution in den Äonen, die im sog. Kamaloka von der Astralwelt „aufbewahrt“ wird. Das „Nichts“ der Erde verwandelte sich in einen „Stein“, der die auf der Senkrechtachse der Welt abwärts gehenden Entwicklungsprozesse sowie das zweite Weltall verhindert. Für das gesamte Weltall wurde die Erde zu einem Problem, das die freie Atmung der Entstehung behindert, die auf der ganzen Lemniskate verläuft. Insbesondere erlaubt sie der mittleren Kraft, d.h. Christus nicht, die drei vergangenen in drei zukünftige Äonen über das menschliche reflektierende Denken zu verwandeln, das gerade auf der mineralisierten Erde entstanden ist. Damit das Problem gelöst wird und unser Planet nicht von der Evolution abfällt, muss die Waagerechtachse des Weltenkreuzes erhöht, vergeistigt werden. Das bedeutet, das Verhärtete muss aufgeweicht werden. Diese Aufgabe ist äußerst schwierig, denn sie bedeutet, dass die Substanz der Welt metamorphosiert und das Bewusstsein des väterlichen Weltengrundes von der Evolution zu Seiner höchsten Unausgesprochenheit zurückgebracht werden muss. Die große Schwierigkeit kommt daher, dass eine starke Wandlung im Verhalten der luziferischen Wesen eingetreten ist, die uns das logische Denken geschenkt haben. Ihre fortschrittliche Rolle in den vorherigen Äonen machte sie zu „Brüdern“ Christi, doch als sie die „verstaubte“ Erde erreichten, gingen sie tief in sie hinein und wurden zu Verführern des Menschen. An der materiellen Grenze kamen ihnen die ahrimanischen Wesen entgegen, deren Natur eigen ist, das Weltall zurück „einzuatmen“, doch nicht zur All-Einheit des väterlichen Weltengrundes, sondern als ein Akt der Unterschlagung von allem Ausgeatmeten, was auch dem Charakter des egoistischen Selbstbewusstseins des niederen menschlichen Ich entspricht. Beide Arten von Wesen ließen sich im Erdeninneren nieder, in das sich immense Kräfte des Bösen konzentrierten, besonders in den Mittelpunkt der Erde, der mit dem Schnittpunkt des Weltenkreuzes zusammenfällt. Jemand musste die Grenze zwischen dem luziferischen Weltall und dem Weltall der chthonischen Götter überwinden. Letztere können wir auch ‚Götter der Weltmitte’ nennen, die Christus treu blieben. Christus war derjenige, der die Grenze in einer opfervollen Art  „überquerte”, die es nie wieder geben wird und die auf ewig als Urbild bleibt, das nur in bestimmter Weise befolgt, jedoch nicht wiederholt werden kann. An dieser Stelle müssen wir mit Bewunderung und ewiger Dankbarkeit an einen Teil der wichtigen Geheimnisse treten, die im Mysterium von Golgatha verborgen sind.

Wenn der Mensch sich inkarniert, steigt sein individuelles Ich bis zum physischen Leib herab, nachdem es auf der Schlaufe der apollonischen Götter von den Devachans die Astralwelt durchlaufen hat. Stirbt der Mensch, so nimmt das Ich den Rückweg, was jedoch zu einem gewissen Herabsenken des höheren Ich-Selbstbewusstseins führt, das auf der Erde erlangt worden ist. Wenn die Seelen zusammen mit dem Ich herabsteigen, ist die irdische Inkarnation vom Standpunkt der nur auf dem physischen Plan erreichbaren Individualisierung aus eigentlich ein Aufstieg; Wenn das Ich heraustritt, stirbt der Leib, dann kehrt die Seele zuerst ins Kamaloka zurück, um geläutert zu werden und danach in die geistigen Welten aufzusteigen und sich auf ihren nächsten Herabstieg vorzubereiten. Ob sie sich zu den höchsten Geistessphären erhebt, wo die beiden Teile des Weltalls eine Einheit bilden, hängt von ihren Taten auf der Erde ab. Auf dem Weg ins Kamaloka wird sie von einem Extrakt des Astralleibes begleitet; ein Extrakt des Ätherleibes kehrt in die Welt der wahren Götter zurück, wo die Sphäre des Lebens ist. Natürlich bleiben die menschlichen Monaden, die ihrem Wesen nach ein Ich sind, bei ihrer Inkarnation in einem gewissen Sinne Bürger des geistigen Weltalls, da ihnen das Materielle als solches nur äußerlich in den Sinneswahrnehmungen gegeben wird, hinter deren Hülle sie nicht eindringen können. Wenn die Grenze dieser chthonischen Hülle erreicht wird, werden sie zurückgestoßen, d.h. sie sterben und nehmen den Rückweg durch das luziferische Weltall.

Das Mysterium der Jordantaufe vollzog sich auch in der oberen Schlaufe der Weltlemniskate. Als Johannes der Täufer Jesus unter das Wasser tauchte, lösten sich Teile des Astral- und Ätherleibes vom physischen Leib; das Zarathustra-Ich trat heraus und strebte in die Astralwelt und an seine Stelle trat das Christus-Ich hinein, das aus der Sphäre über dem höheren Devachan herabgestiegen und ebenso durch die obere Schlaufe der luziferischen Götter gegangen war. Der Leib starb nicht, im Gegenteil – es folgte eine höchstmögliche Verstärkung des Lebens, das vom kosmischen Bewusstsein Christi erfüllt wurde. Dieser Ich-Lebensgeist sollte in weniger als drei Jahren die drei Leiber Jesu jeweils in Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch verwandeln, d.h. sie vollkommen vergeistigen, nachdem ein kaum vorstellbarer Märtyrerweg zurückgelegt worden war. Für Christus war das auch ein Aufstieg zum Vollbringen Seines höchsten Opfers, denn Er hat dieses Opfer unter Bedingungen vollbracht, die den Hierarchiewesen unbekannt sind. Der Erlöser durchquerte die „verstaubte“ Grenze und trat auf die physisch-ätherische Erdoberfläche, wo der Tod als Mineralisches herrscht. Zum ersten Mal hat ein Hierarchiewesen die äußere Grenze sinnlich gesehen und ihr dabei einen wesentlichen Charakter verliehen. Auf dieser Grenze geschah das Mysterium von Golgatha, mit dem die sinnliche Realität dem Tod entrissen wurde. Wie hat Christus das verwirklicht?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir auf das Innere der Erde und ihre Schichten schauen. Die neunte Schicht bildet den Erdkern, der die Wohnstätte des Planetengeistes ist. Er ist ein Wesen, das in der Vergangenheit solche Entwicklungsstufen erreicht hat, zu denen der Mensch erst in der sechsten und siebten Runde unseres Äons aufsteigen wird. Gegenüber dem Planeten erfüllt dieser Geist eine solche Rolle, die das individuelle ICH gegenüber dem Menschen erfüllt. Wenn wir diese Analogie fortsetzen, können wir sagen, dass die Geister des Zeitlaufs den planetarischen Astralleib bilden und unserem Astralleib entsprechen; die Naturgeister machen den Ätherleib der Erde aus und entsprechen dem menschlichen Ätherleib und die sinnlich wahrnehmbare Welt des Planeten entspricht unserem physischen Leib. Der Planetengeist wirkt im Sinne der wahren Götter, denn sie bewohnen auch das Erdinnere. Der helle Wille der chthonischen Throne kommt bis zum Mittelpunkt der Erde selbst und wir können sagen, dass der Urquell der Handlungen Christi in den drei Jahren gerade der Welt dieser Götter entstammte. Doch die dunklen Geister zieht es auch nach dem Erdkern. Über (bzw. unter) dem Kern befindet sich die achte Schicht, welche den Okkultisten als „Zersplitterer“ bekannt ist und im Neuen Testament ‚Hölle‘ genannt wird. Dort ist alles unharmonisch, rebellisch, amoralisch, der absolute Gegenpol der mit Liebe erfüllten Treue zum Göttlichen, die wir auf dem Buddhi-Plan über dem höheren Devachan finden können, wo sich die Loge der zwölf Bodhisattvas befindet. In der achten Schicht ist ein „völliges Versinken im Persönlichen“ zu beobachten, weshalb das Böse gerade hier seine Substanz bereitet und organisiert, um dann den Weg durch die restlichen Schichten bis zur Oberfläche und den Menschen zu suchen. Es inspiriert die Menschen mit Impulsen, die sie mit Feindseligkeit erfüllen, antisoziale Handlungen verursachen und das individuelle Prinzip atomisieren. Dadurch kommt die Beziehung zwischen Freiheit und Liebe abhanden und wird durch Willkür ersetzt. Diese Willkür verursacht noch nie dagewesene Entstellungen der Normalität, welche uns als globale „Tugenden“ propagiert werden. Diese Schicht ist auch eine Art Spiegelbild des höheren Devachan, jedoch mit dem entgegengesetzten Vorzeichen, da sie aus dem zerfallenen Lebensäther gebildet wird, der in unterphysische Kräfte mit immenser Vernichtungskraft verwandelt wurde. Wir kennen die zerstörende Wirkung der Atomenergie. Aus diesem, dem Devachan gegensätzlichen Reich der Asuras, dem ihr Anführer Asura vorsteht, schöpfen durch bestimmte Rituale diejenigen Menschen Kraft, die sich mit schwarzer Magie befassen.

Die achte Schicht ist auch ein Bestandteil der sog.“achten Sphäre“, die den „Raum“ umfasst, den die Mondbewegung um die Erde bildet. Dabei machen der Planet selbst und sein Satellit nicht diese achte Sphäre aus. Allerdings leben wir ständig in der achten Sphäre, ohne uns dessen bewusst zu sein, denn sie ist nicht mineralisch, sondern stellt visionäre Imaginationen dar. In diesem Sinne ist die achte Sphäre eine Art Rest der alten Mondzeit, als alle Substanzen imaginativ wahrgenommen wurden. In der achten Sphäre sind vergangene Zustände der Welt konserviert, weshalb dort die Freiheit unmöglich ist. Wenn der Mensch Autoritäten befolgt, dem Fatalismus verfällt oder den okkulten Materialismus praktiziert, geht ein Teil von ihm in diese Richtung, denn die mineralische Substanz wurde von der Erde abgetrennt und zurück in den imaginativen Zustand versetzt. Luzifer und Ahriman interessieren sich besonders für unsere edelsten Substanzen – das Gehirn und den Schädel. Ahriman will mit dem Menschen einen neuen Evolutionszyklus einleiten und dabei die achte und neunte Schicht mit unseren Seelen besiedeln. Er hätte keine Chance gehabt, wenn die achte Sphäre nicht in einer Einheit verbunden geblieben wäre mit der planetarischen Gesamtheit der Erde. Doch ein Problem für Ahriman stellt der Umstand dar, dass die Seele nach dem Tod in die entgegengesetzte Richtung ins Kamaloka und nach oben durch die geistigen Welten geht. Aus diesem Grund gehen gegenwärtig nicht mal die am tiefsten im Persönlichen versunkenen Menschen in diese beiden Schichten. Das Kamaloka gehört zur schlechten Astralwelt, die erst in unserem Äon ausgebildet wurde und deckt sich „räumlich“ mit der achten Sphäre, was Ahriman immerhin die Möglichkeit gibt, seine Absichten zu erfüllen. Er bekommt Hilfe auch von den Asuras, die ebenfalls Interesse für diese Sphäre haben. Aber es gibt noch ein wesentliches Hindernis – die achte Sphäre deckt sich räumlich auch mit dem zukünftigen Vulkanzustand. Der Vulkan stellt sowohl das Ende des Zyklus als auch die Erhebung in die Oktave dar, der ein Übergang zum nächsten Zyklus folgt. Aber vorläufig ist er nur eine Idee, die wir noch mit Substanz auszufüllen haben. Im rechtmäßigen Sinne wird die achte Sphäre von den Elohim bewohnt, die in ihr von der Sonne aus wirken und bereits auf den nächsten Zyklus mit Rücksicht auf den Übergang in die Oktave schauen. Und was stellt sich heraus: derselbe „Raum“ erhält die verschiedensten Charakteristika, je nachdem welche Wesen ihn bewohnen und welche Ziele sie verfolgen. Dort hat sich ein so fester Knoten des Kampfes um Einfluss auf den Menschen zusammengebunden und dies ist ein wahrhaft grandioser Anblick. Einzig der Mensch ist in der Lage, diesen Knoten zu lösen.

Das Verbinden der achten Sphäre mit dem Erdinneren ist ein allmählich entstehender Prozess. Wenn der Mensch sich in seinem Erdenleben mit dem unterphysischen höheren Devachan verbindet, entsteht eine Beziehung des Kamaloka mit der achten und neunten Schicht, sowie mit der achten Sphäre in deren negativem Aspekt, woraus der Begriff ‚Hölle‘ eine erweiterte Bedeutung erhält – die „Hölle“ kommt an die Oberfläche heraus. Aus der neunten Schicht erhebt sich „das Tier mit den beiden Hörnern gleich einem Lamm“, um den Übergang zur Oktave zu verhindern. Die Throne haben sich schon bei ihrem Opfer auf dem alten Saturn mit der Substanz verbunden, um sie bis zum Ende des Zyklus zu führen. Ihr Mitbruder Sorat hat die Aufgabe, den Prozess aufzuhalten, indem er die in den Tiefen der Erde versammelten Geister der Hindernisse anführt. Solche Geister sind auch die ahrimanischen Wesen, deren Festung die sechste Schicht ist. Die sechste Schicht wurde in ein unterphysisches niederes Devachan verwandelt, nachdem der Tonäther beschädigt und in die Energie des Magnetismus transformiert wurde. Aus diesem „Reservoir“ des reinen „Feuerwillens“ und des Lebens in astralem Zustand, das von Leidenschaften durchzogen, in ständiger Bewegung begriffen ist, steigen durch Kanäle zu der über ihr liegenden Schicht der „Fruchterde“ Kräfte auf, um durch Hohlräume die mineralische Erde zu erreichen und dort Massen aus Feuermaterie anheizend, Erdbeben, Vulkanausbrüche usw. hervorzurufen. Das ist ein Mittel, dessen sich Ahriman bedient, um die Menschheit auf dem Weg zu seinem Hauptziel anzugreifen. Und sein Ziel ist, die physische Substanz des Menschen zu rauben und sie in die achte Sphäre zu übertragen, nachdem er sie in eine feinere Existenzform, also in Energie verwandelt haben wird. Von dort will Ahriman diese Substanz zusammen mit der Menschenseele in sein unterirdisches Reich entführen, wo er mit ihnen die untere Schlaufe der Weltlemniskate abschließen will. Auf der Senkrechten der Entwicklung schafft Luzifer bzw. das luziferische Prinzip jede Form, die zukünftig vergeistigt und aufbewahrt werden soll, während Ahriman danach strebt, die Involution und Evolution im Augenblick aufzuhalten. Sobald er die Form in unterphysisches Materielles verwandelt hat, wird er dieses hinunterreißen, ohne die Chance auf zukünftige Vergeistigung. Luzifer hält sich im negativen Sinne auch in der achten Sphäre auf. Aber er ist bestrebt, die Entwicklung zurückzubringen, d.h. aufwärts auf der Senkrechten, jedoch nicht die empirische Zeit in die Sphäre des Organischen umzuwenden, was er nicht darf, sondern den individuellen Geist in das Seelisch-Geistige des Menschen in Form des Gruppenbewusstseins in verschiedenen Ausführungen einzuführen. Das bedeutet Ewigkeit in den Augenblick auszugießen. Luzifers Reich ist die vierte Schicht der unterphysischen Astralwelt, die aus dem gefallenen und in Elektrizität verwandelten Lichtäther gebildet wurde. Dort ist die Grenze, von der abwärts die unterphysischen geistigen Welten beginnen und aufwärts sich der allmähliche Übergang zu dem uns bekannten Materiellen der ersten Schicht gestaltet. Allgemeiner ausgedrückt, verschmelzen die geistigen Sphären im Inneren in der achten Schicht. Auf diese Weise wird den Kräften des Bösen ein breiterer Zugang zur Menschheit und zur Zukunft der Welt gewährt. Jemand musste sie aufhalten und sie zumindest für eine bestimmte Zeit in Fesseln legen, bis der Mensch zu seiner Bewusstseinsseele erwächst und fähig wird, den Weg zum Geistselbst, Lebensgeist und selbst zum Geistesmenschen zu bahnen – das war Christus.

Wie bereits erwähnt, stieg Er bis zur Grenze der beiden Weltalls, wo der Tod herrscht. Christus hat den Tod persönlich erlebt und besiegt, wobei Er zeigte, dass das „Alles“ der Materie ein „Nichts“ ist. Dieses Nichts hat Christus zum „Alles“ des Geistes erhoben und bewiesen, dass der Tod nur eine Metamorphose ist, die das ewige Leben zur Erhebung des individuellen Geistes schenkt. Der Mensch erhält die Todeskräfte aus dem Zentrum der ahrimanisierten Erde und in einem breiteren Sinne kommen sie auch aus der achten Sphäre, die wie oben angedeutet, „räumlich“ in drei Aspekten betrachtet werden kann. Christus selbst gewährleistet als makrokosmisches Ich-Prinzip die Einheit der drei göttlichen Hypostasen in der Schöpfung. Deshalb müssten wir jede Seiner Handlungen als dreifach und dreieinig betrachten. Ohne Seine Handlungen in räumlich-zeitlichen Unterschieden einzuschränken, können wir von drei Himmelfahrten und drei Auferstehungen Christi sprechen. Unmittelbar nach dem Kreuzestod am Karfreitag fuhr Er wie jedes Menschen-Ich, begleitet von der nathanischen Seele ins Kamaloka auf, wo sich die Menschenseelen anhäuften, die keine Kraft hatten, in die höheren Geistessphären aufzusteigen. Sie erlebten ihre Hölle, beobachteten aber auch die Gefahr, in die wahre Hölle der achten Schicht mitgerissen zu werden, aus der kein Entkommen möglich war. In ihrem Alptraum leuchtete ein starkes, das Bewusstsein tröstendes Licht auf und unter den dunklen Geistern kam Panik auf. Doch Christus setzte nicht Seinen Weg nach oben zu den Devachans und dem väterlichen Weltengrund fort, auf dem Er schon heruntergestiegen war, sondern änderte scharf die Richtung und strebte dorthin, wohin kein einziges Menschenwesen bisher heruntergestiegen war – in das Innere der Erde, damit die Menschen Kräfte bekamen, mit denen sie wenigstens für eine bestimmte Zeit das Böse in Gutes umwandeln konnten. Am Karsamstag stieg der Erlöser in die wahre „Hölle“ herab, zum Entsetzen aller dort befindlichen dunklen Geister und fesselte die Asuras, bis sie wieder befreit werden sollten. Zum Zentrum der Erde angelangt, wo der Schnittpunkt des Weltenkreuzes ist, vereinigte sich der Erlöser mit dem Planetengeist. So wurde Christus der Neue Geist der Erde und seitdem verwandelte sich in der stärksten Verdichtung, wo auch die Zuflucht Seines Hauptgegners Sorat ist, das Leben der Welt in das Herz der Welt, das in der Entwicklung grundsätzlich anders als vorher pulsiert – in Bezug auf die Erde mit der sie bewohnenden Menschheit und auf die Wesen des ganzen Weltalls. Danach überquerte der durch die Begegnung mit dem Bösen geistig gefestigte Christus die materielle Grenze des Weltalls, d.h. das „Tor der Natur“ zwischen den luziferischen und chthonischen Göttern, um auch das „Tor des Menschen“ zu passieren und vor dem imaginativen Blick der Apostel in die Welt der wahren Götter aufzufahren. Er kehrte zum väterlichen Weltengrund zurück und „setzte sich an Seine rechte Seite“ nicht durch die Sphäre der apollonischen Götter, sondern der wahren, Seinen Götter. „Stirb und werde“ wurde zur Tatsache für das ganze Weltall!

Damit es drei Himmelfahrten geben kann, mussten auch drei Auferstehungen da sein. Als Christus im Kamaloka auferstand und dort Sein Licht hineinbrachte, bahnte Er für die Menschen den Weg zum Geist der Wahrheit, der an Pfingsten herabstieg und das Verständnis für die Ereignisse der Zeitenwende mitbrachte, bei denen die Illusion des materiellen Seins und die Illusion des Todes überwunden wurden. Der Geist sollte direkt vom väterlichen Weltengrund herabsteigen, denn diese Auferstehung fand in der Sphäre des Heiligen Geistes und hing mit der Zukunft zusammen.

Als der Erlöser in der Hölle auferstand, trat Er in die Sphäre des Sohnes ein, d.h. in Seine eigene mittlere Sphäre, wo Er einerseits unter den „Dunklen“ Entsetzen verursachte und andererseits das Fundament anlegte, damit das Böse durch seine Umwandlung in ein Gutes erlöst werden kann. Diese Umwandlung vermag nur der Erdenmensch zu vollziehen und sie soll seine ewige Gegenwart sein, bis die uranfängliche Vorsehung für die Trennung in unserem Zyklus und dessen Übergang zur Einheit vollständig verwirklicht wird. Als Christus am Sonntag das Phantom Jesu in Seinen Lebensgeist erhob, war das eine Auferstehung in der Sphäre des Vatergottes, die zur Rettung der vergangenen Evolution führte und den Weg durch die Gegenwart zur Zukunft bahnte. Diese Auferstehung fand an der Oberfläche der Erde statt, wo die luziferische und ätherisch-physische „Oberflächen“ aufeinander treffen. Durch das „Tor des Menschen“ passierte der Erlöser das ätherisch-physische „Tor der Natur“ und besiegte den Tod, indem Er eine neue Bildung im Zyklus schuf, die eine Synthese des Anfangs und des zur Oktave führenden Endes darstellt. Hinter den Grenzen des Mysteriums von Golgatha blieb in der Welt dieses Entwicklungszyklus nichts und in diesem Herabstieg und gleichzeitigem Aufstieg Christi manifestierten sich Seine Freiheit und Liebe zur Schöpfung, die der die Welt noch nicht bekannt waren, denn keiner konnte Christus Seine Opferung anordnen.

Die Entscheidung traf Er unter den Bedingungen der freien Wahl, die nur auf der Erde existiert. Die Fähigkeit, eine Synthese zwischen Notwendigkeit und Freiheit vorzunehmen, bringt Er offenbar aus dem vorherigen Zyklus mit. Doch das soz. „theoretische“ Wissen unter den Bedingungen fehlender Trennung ist etwas ganz anderes im Vergleich zur praktischen Vollbringung in den höchst erschwerten realen Bedingungen der sinnlichen Welt. Die Wahl wurde im Garten Gethsemane getroffen und seitdem ist der Weg des Menschen zu seinem Aufstieg als zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe geöffnet. Der Mensch muss diesen Weg nur zurücklegen, indem er dem Erlöser mit dem paulinischen Wort „Nicht ich, sondern Christus in mir“ folgt.

Zu diesem Ziel gab uns der Erlöser drei menschliche Helfer, indem Er in ihnen durch eine besondere Einweihung dasjenige veranlagte, das sie später der Menschheit geben sollten. Über den jüngsten Helfer – die Tochter des Jaïrus – berichtet das Markus-Evangelium (nach der Übersetzung Emil Bocks), dass der Erlöser sie an die Hand fasste und sich an sie mit den Worten „Talita kumi“ wendete, was „Jungfrau, ich sage dir, steh auf“ bedeutet. Die zwölfjährige Jungfrau stand sofort auf und begann zu laufen und „über alle stieg ein höheres Bewusstsein herab“. Christus verbot ihnen, jemandem über das Geschehnis zu erzählen und ordnete an, der Jungfrau zu essen zu geben. Im Lukas-Evangelium wird das wichtige Detail hinzugefügt, dass nach dem Aufruf „Talita kumi“ „ihr Geist zurückkam“.

Aus den angeführten Stellen wird klar, dass Christus die Jungfrau, d.h. die reine Menschenseele an die Hand fasste und zum Geist führte, in dem sie „laufen“ und von seinen Früchten „essen“ kann, nachdem sie eine Einweihung durchlaufen und das „höhere Bewusstsein“ erlangt hat. Seit einigen Jahren wissen wir, dass im Augenblick der Einweihung nicht nur das Ich des Mädchens zurückkehrte, sondern auch der Bodhisattva sich in sie inkorporierte. Er musste dieses Mysterium erleben, um jene Kräfte von Christus zu erhalten, die ihn in ca. 2500 Jahren in den zukünftigen Buddha Maitreya verwandeln werden. Seine Hauptaufgabe besteht darin, dahingehend zu wirken, dass die Menschheit die Wahrheit über das Mysterium von Golgatha gewahr wird. Deshalb können wir eine direkte Verbindung herstellen zwischen der Auferstehung-Himmelfahrt Christi im Kamaloka und dem dort eingeströmten Licht von Ihm mit dem Ereignis im Haus von Jairus, dem die Eltern und drei Apostel beiwohnten. Im Lukas-Evangelium (8:56) heißt es, dass die Eltern „außer sich gerieten“, was ein Erlebnis ist, das der Pfingstgeist immer verursacht, wenn er in das Bewusstsein des Menschen einströmt. Die Himmelfahrt und die Auferstehung Christi in der Hölle der Erdenschichten hat sein Präludium in der Auferweckung des Jungen von Nain. Bei Lukas (7:15) lesen wir, dass nach den beruhigenden Worten „Weine nicht“, die an die Witwe gerichtet waren, Christus den Sarg anrührte und sich als Hierophant an den Jungen mit den Worten wendete „Jüngling, ich sage dir, stehe auf!“ Daraufhin „richtete sich“ der Tote auf und fing an zu reden“. Christus „gab ihn seiner Mutter“ (ebd.) „Und es kam sie alle eine Furcht an“ (Lukas 7:16), heißt es über die Anwesenden, die aber danach begannen Gott zu preisen und sprachen: „Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht“ (ebd.) Hier haben wir nicht mehr ein Mädchen, eine Ausrichtung auf den Heiligen Geist und das weibliche Prinzip, sondern einen jungen Mann und eine Ausrichtung auf den Sohnesgott. Unser „Sarg“ ist der physische Leib. Aus diesem Sarg erhob sich der in den Tempelschlaf geratene „Sohn der Witwe“, der in einer früheren Inkarnation in Ägypten unvorbereitet den Schleier der „Witwe Isis“ gehoben hatte, und begann zu sprechen – wohl über die große göttliche Vorsehung, die das Böse in der Welt zugelassen hat. Die Wahrheiten über das Böse versetzten alle Anwesenden – die Apostel, die wieder inkarnierten ägyptischen Eingeweihten und die restlichen Menschen, die die Prozession begleiteten, in Schrecken, doch kurz darauf begannen sie, den jungen Mann als großen Propheten zu preisen. Dieser Prophet inkarnierte sich später als Mani – der Begründer des Manichäismus – einer Strömung, die auf die sechste Wurzelrasse hinarbeitet, in der wir schon zu der neuen Reproduktionsart durch das aus dem umgewandelten männlichen Kehlkopf ausgesprochene Wort übergegangen sein werden. Durch sein Wort wird Maitreya der Vorbereiter dieser Zukunft sein, damit im weiteren Verlauf der Entwicklung der Sündenfall überwunden wird, die Notwendigkeit der physischen Nahrung verschwindet und der Mensch bereit sein kann, das Böse in Gutes umzuwandeln. Der zukünftige Buddha wird der Buddha des Guten sein. Nicht zufällig war es Mani, der das Konzil im vierten Jh. n.Chr. berief, bei dem Skythianos, der Meister Jesus und Gautama Buddha (übersinnlich) anwesend waren, um zu beschließen, wie die Weisheit der Bodhisattvas zukünftig zu den Menschen herabsteigen kann oder wie die Menschen zu ihr aufsteigen sollten. Mani und der Bodhisattva wirken im Einklang mit Rücksicht auf die Zukunft. Deshalb nahm Beinsa Douno 1936 an jenem Mysterium teil, das Christus vollbrachte und aus dem qualitativ neue Kräfte zum Bezwingen des Bösen entstanden, die dem Zeitalter der Bewusstseinsseele angemessen sind.

Und das größte Übel ist der Tod. Sein Schrecken musste durch die Auferstehung der Substanz im Leib und die Auffahrt zu der Sphäre des Vatergottes überwunden werden. Christus schaffte das durch Jesus, indem Er das Phantom Jesu durch Seinen Ich-Lebensgeist auferweckte. Das Präludium zu diesem Triumph war das Wunder, das mit Lazarus geschah. Dieses Wunder geschah als letztes Ereignis vor der Passionswoche und nicht von ungefähr ist Lazarus der „älteste“ – wie der Vatergott, von dem der Zyklus begann. Lazarus ist laut Judith von Halle[2] jener 27-28jährige junge Mann, der Christus fragte, was er tun solle, um das ewige Leben zu erlangen (Markus 10: 17-22). Die Antwort, er müsse alles verkaufen, was er besitze, das Geld den Armen geben und Christus nachfolgen, machte den jungen Mann traurig, weil er reich war. Er musste das „Reichtum“ seines niederen Ich abgeben und nach dem wahren Tod seines Leibes auferstehen und zum Apostel und Autor der „Apokalypse“ Johannes werden, der als Einziger dem Erlöser nach den dramatischen Ereignissen im Garten Gethsemane folgen konnte. Wir haben über das Mysterium des Lazarus in einem älteren Vortrag gesprochen[3] und deshalb werden wir jetzt ganz kurz einige Tatsachen in Erinnerung bringen, um zum tieferen Verständnis dieses Mysteriums vorzudringen. Der „silberne Faden“ war gerissen und es bestand keine Wahrscheinlichkeit, dass das Leben in den ins Grab gelegte physischen Leib zurückkehrt. Der Astralleib und die Seele nahmen den Weg ins Kamaloka, der Ätherleib – den Weg zu den chthonischen Göttern, das Phantom strömte zusammen mit dem Ich zum höheren Devachan hinauf und mit dem Zerfall des Gehirns war schon das niedere Ich im Begriffe zu zerfallen. Johannes der Täufer hatte sich bereits zum höheren Devachan erhoben und Christus befand sich vor dem Grab.

Nach dem Aufruf „Lazarus, komm heraus“ begann das „Vervollständigen“ des Lazarus und seine Umwandlung in Johannes. Bei jeder Inkarnation erhält der Mensch einen neuen Ätherleib, der bekanntlich gänzlich aus Gedanken besteht. Der Gedanke ist eine geistige astrale Substanz, die von außen den Äther erfüllt. In diesem Fall kam der Ätherleib (der ja in diesem Fall weiblich ist) von Johannes Zebedäus, weil das in jener Zeit möglich war. Insbesondere weil Johannes Zebedäus sowohl bei der Verklärung auf dem Berg Tabor als auch bei den zwei vorausgegangenen Auferweckungen anwesend war. Diesem Ätherleib fügte sich wahrscheinlich der Extrakt aus dem Ätherleib des Lazarus selbst hinzu. Der Astralleib, die Empfindungs- und Verstandesseele kehrten aus dem Kamaloka zurück, die Bewusstseinsseele, das Geistselbst, der Lebensgeist und der Geistesmensch kamen vom Täufer herab und mit ihnen kam das Phantom des physischen Leibes. Judith von Halle schreibt im zitierten Buch, dass der physische Leib des Lazarus zerfallen war und ein neuer blitzschnell auf wundersame Art gebildet wurde. Hier kommen wir zum Kern des Mysteriums von Lazarus-Johannes. Judith von Halle hat Recht, was wir in einem älteren Vortrag bestätigt haben[4], doch nicht ganz – der physische Leib war zwar zerfallen, jedoch nicht in einem solchen Maße, dass er völlig eliminiert werden kann. Dieser Leib war noch nicht zu einer Art halbätherisiertem Staub geworden wie bei Jesus im Grab. Obwohl Lazarus in einem früheren Leben Hiram Abiff selbst war, der bis zu einem gewissen Grade eine Einweihung erlebt hatte, konnte er jetzt bis zum Selbstbewusstsein des reflektierenden Ich gelangen und seinen mineralischen Leib nicht „aufweichen“. Im Gegenteil – Lazarus kam aus dem Grab mit seinem alten physischen Leib, den der Lebensgeist Christi auf der materiellen Grenze zwischen beiden Weltalls mit der wertvollen Hilfe der Substanz des Geistesmenschen belebt hatte, die der Erlöser bei Seinem Herabstieg zur physischen Inkarnation auf der Sonne zurückgelassen hatte. Diese Substanz ist für den nächsten Zyklus als eine höhere Notwendigkeit vorgesehen, die im gegenwärtigen Zyklus neben der Freiheit besteht. Bevor Christus Lazarus auferweckte, hat er sich an den Vatergott, von dem diese Substanz kommt und durch Vatergott auch an Gott selbst gewendet, der den Erlöser auf die Erde geschickt hatte. Die Anwesenden mussten auf das bevorstehende Mysterium von Golgatha vorbereitet werden. Ihretwegen geschah die Auferweckung des Lazarus.

Im „Paradies“ der geistigen Welt waren die Zweige des Baums des Lebens und des Baums der Erkenntnis ineinander verflochten, aber dann hat Kain (der Verstand) Abel (das Leben) in unserem Nervensystem getötet. Wir kamen danach zu unserem reflektierenden Ich-Selbstbewusstsein. Johannes der Täufer war der herausragendste Abelit und repräsentierte die gesamte Vergangenheit der Menschheit in Hinblick auf deren Verbindung zur göttlichen Welt. Lazarus war eine Reinkarnation des herausragendsten Kainiten und der neu erschaffene Evangelist Johannes musste aus der Zukunft als eine Art Urbild des Menschen kommen, der zu einem Hierarchiewesen aufsteigen soll und in dem das Denken nicht das Leben tötet. Die beiden vorher getrennten Strömungen mussten also wieder vereint werden. Der Geistesmensch des Abeliten Johannes des Täufers bzw. der Vergangenheit verband sich im höheren Devachan mit dem Phantom des in der Gegenwart geborenen Kainiten Lazarus und aus der Zukunft erschien das Ergebnis ihrer Begegnung in der Gestalt des neu erschaffenen Evangelisten Johannes. Der Strom Vergangenheit-Zukunft traf auf den Strom Zukunft-Vergangenheit in der Senkrechten des Lazarus-Ich unter der Leitung des Ich-bin Christi. Bei diesem Mysterium kommen gleichzeitig alle drei Mysterienarten – alte, halbalte und halbneue -, die wir letztes Mal behandelt haben und die mit einer Einweihung jeweils in den drei Leibern einhergehen. Physisch war Lazarus gestorben und sein mineralischer Leib war dabei zu zerfallen und sich mit der Erde im Felsengrab zu verbinden. Der Ätherleib des Johannes Zebedäus erfüllte die Rolle des Sonnenferments, das fähig war, die Materie von innen zu erleuchten und ihren Zerfall aufzuhalten. Der Aufruf des Logos „Lazarus, komm heraus“ hallte in dessen Astralleib so gewaltig, dass er später ohne Zweifel schreiben konnte „Im Urbeginne war das Wort“, das aus dem Pralaya ins Manvantara herabstieg und alles von Grund auf änderte. Die Rückkehr vom Tod zum Leben erlaubte einige Jahrzehnte später Johannes, von Christus den Inhalt seiner Einweihung in Form der „Apokalypse“ zu empfangen und in seinem Ich zu erleben. Diese Auferweckung hatte auch Einfluss auf jenes Mysterium im 13. Jahrhundert, bei dem der physische Leib des ehemaligen Johannes durchsichtig wurde und nach dem von den Hierophanten vollzogenen Mysterium auch der Ätherleib erhalten blieb. Das ist die wahre Ursache für das Erscheinen des Rosenkreuzertums unter den Menschen bei seiner nachfolgenden Inkarnation. Das Rosenkreuzertum ist notwendig, damit der Mensch der fünften Kulturepoche das Mysterium von Golgatha verstehen und immer tiefer in dessen drei Richtungen aufnehmen kann. Dazu trägt insbesondere auch der in der Zeitenwende erneuerte Astralleib des Meisters Jesus, der zusammen mit dem ehemaligen Lazarus an der Spitze der westlichen christlichen Esoterik steht.

Wenn wir die Auferweckung des Lazarus und des Phantoms Jesu miteinander vergleichen, müssen wir immer den Unterschied hervorheben, dass bei Lazarus kein Herabstieg in die Hölle der Erdenschichten vorliegt und er im Verhältnis eines Neophyten zu seinem Hierophanten war. Bei Christus liegt eine vollständige Überwindung der Grenze der mineralischen Welt mit der Kraft Seines Ich-Lebensgeistes vor. Wie bereits erwähnt, geschah das Wunder mit Lazarus wegen der Menschen und es war als Vorbereitung auf die Schaffung des Auferstehungsleibes erforderlich. Das gibt uns die Sicherheit, dass jedem Menschen die Möglichkeit offen steht in seinem Leib aufzuerstehen und ihn bis zur zukünftigen Vulkanzeit in einen Geistesmenschen zu verwandeln, indem er eine Verbindung zum Geistesmenschen Christi auf der Sonne eingeht. Dadurch wird er opfervoll den nächsten Zyklus einleiten.

Das Mysterium von Golgatha ist nicht irgendein vergangenes Ereignis, sondern eines, das auf dem Weg zur großen Zukunft des Menschen die ewige menschliche Gegenwart sein wird. Wir werden aus diesem Ereignis Kräfte zur Umwandlung des Bösen in Gutes in einer solchen Art schöpfen, dass wir uns selbst über die Seraphim erheben und ein entscheidenden Faktor der Entstehung des Makrokosmos in der Zukunft sein werden. Wir sind Kinder der Weltevolution, doch nach der Zeitenwende und der Erscheinung des „neuen Adams“ ist der Mensch-Mikrokosmos bereits verpflichtet, den Weltall-Makrokosmos zu schaffen, denn es wird die Hierarchie der Freiheit und Liebe geboren sein, in dessen Namen Asi[5] Gott selbst als die personifizerte Einheit der göttlichen Trinität in einer Offenbarung Sein unausgesprochenes Prinzip ausgesprochen hat. Dieses Prinzip ist das Wesen des menschlichen Ich, weshalb in unserem Ich die ganze Zukunft des Weltalls verborgen ist. Nur mit einem solchen Bewusstsein hat der Mensch wenigstens eine gewisse Chance, vorbereitet der bevorstehenden gigantischen Prüfung gegenüberzustehen – der Inkorporation Ahrimans in einen Menschenleib.

Über dieses Ereignis gibt es unter den wenigen Menschen, die sich für das Thema interessieren, verschiedene Ansichten. Eines dieser wachsamen Menschen ist der russische Anthroposoph Gennadij Bondarew. Er ist sich längst im Klaren, dass es zwei Ereignisse gibt, die für die menschliche Evolution von größter Bedeutung sind – die ätherische Wiederkunft Christi und die Ankunft Ahrimans. Diese Ereignisse machen die gegenwärtige Zeit zu einem Wendepunkt des ganzen Zyklus. In seinem neuesten Buch bietet uns der Autor seine originelle Ansicht über das zweite Ereignis. Laut Bondarew muss der Satan im Unterschied zu Christus, der aus dem Pralaya über die luziferische Sphäre herabstieg, aus dem Inneren der Erde kommen. Genauer gesagt, aus der sechsten Schicht, wo der menschliche Astralleib normalerweise nach dem Tod nicht entdeckt wird. Wie wir Menschen, so wird auch Ahriman drei Leiber brauchen, die auf natürliche Art geboren wurden. Der Astralleib müsste jedoch fähig sein, sich dem schwarzmagischen „Reservoir“ im Erdinneren zu öffnen und dabei eine Art „Portal“ zu bilden, durch das die übersinnlichen Wesen real und nicht nur in der menschlichen Phantasie in die sinnliche Welt übergehen. Das wird durch das Ritual der schwarzen Magie erreicht, wobei besonders mächtig die sog. „schwarze Messe“ ist. Indem Bondarew den Rhythmus der Zahl 666 berücksichtigt, vertritt er die Meinung, dass ein solcher Leib 1998 geschaffen wurde, bei dem ein wesentlicher Teil ein Produkt der Technomagien, Robotisierung, des Digitalen ist, das die biologische Struktur mit dem unterphysischen Magnetismus verbindet. Indem Bondarew Rudolf Steiners Äußerung berücksichtigt, dass wenn das menschliche Gefäß 18 Jahre alt wird, Ahriman in dieses inkorporieren könnte, vermutet der Autor, dass Schwarzmagier eine besondere rituelle Einwirkung auf ihn ausüben könnten, um den Astralleib zu einem Portal zu machen. Dieses Portal würde Zugang zur achten Schicht und zum Erdkern verschaffen, wodurch sich Ahriman mit der menschlichen Monade auf der Erde verbinden kann. Vom menschlichen Standpunkt aus ist die schwarze Messe äußerst unmoralisch, da sie die Wesen der erwähnten Schichten auf das Äußerste erregt, damit sie an die Oberfläche kommen und in die Ausübenden der Messe Kräfte einströmen lassen. Ein solches Ereignis, das selbst die Medien als „schwarze Messe“ bezeichneten, war die Aufführung bei der Eröffnung des Gotthardtunnels. Die Hauptpersonage in dieser „Performance“ war Baphomet und damals gab es Kommentare im Internet über die „Eröffnung des Portals für den Antichrist“. Laut Bondarew geschah die Vereinigung mit dem Leib am 1.6.2016. Natürlich nicht im Tunnel selbst, sondern im Haupttempel der ahrimanischen Mysterien in der Anwesenheit der herausragendsten schwarzen Hierophanten. Die Vorstellung im Tunnel bildete die „Begleitung“ zu diesem schwarzen Mysterium. Das Ganze fand in der Jahreszeit statt, in der die Elementargeister der Natur in höchstem Maße die Erde auf ihrem Weg zu den geistigen Höhen verlassen und sie stark materialisiert, also ahrimanisiert wird. Der Vertreter des kosmischen Gewissens Erzengel Uriel kann am 1.6. noch nicht in seiner vollen Kraft wirken, die sich in der Zeit um den Johannistag am 24. Juni entfaltet. In dieser Zeit befindet sich unser Planet in ständiger reger Entwicklung auf der Lemniskate. Von jedem Punkt seiner Oberfläche aus verinnerlichen zahlreiche Elementargeister die Erscheinungen der menschlichen seelisch-geistigen Tätigkeit – vor allem unsere Gedanken – und bringen sie zum Zentrum. Im Erdkern werden diese Gedanken entweder von den chthonischen Göttern oder von den Asuras aufgegriffen und kehren nach einer Metamorphosierung zur Oberfläche zurück. Im ersteren Fall werden sie von den Kräften der guten Hierarchien mit moralischen Impulsen bereichert. In den Menschen eintretend, verstärken sie seinen aufopfernden Enthusiasmus. Im letzteren Fall kommt die Kraft der schwarzen Magie zur Oberfläche zurück und verstärkt den Egoismus. Im ersten Fall erleuchtet das von uns geschickte „Produkt“ die in den Erdtiefen wohnenden dunklen Mächte moralisch und im zweiten Fall stürzt sich der Mensch selbst in die achte Sphäre, wo er die Einflüsse dieser Tiefen erlebt. Das haben die Teilnehmer an den einstigen chthonischen, ins Besondere an den dionysischen Mysterien gewusst, daher wurden diese Mysterien für die gefährlichsten gehalten, wenn der Einzuweihende nicht in höchstem Maße seelisch geläutert war. So ist es bis heute geblieben.„Und werdet die Wahrheit erkennen…“

Hat Gennadij Bondarew mit seiner Vermutung Recht? Er ist der Auffassung, dass Ahriman ein zurückgebliebener Erzengel ist. Über (oder unter) ihm befinden sich die Asuras, die Nicht-Götter, einer von denen der Satan ist (der Antichrist, Asura). Der Hauptantichrist ist allerdings Sorat, der ein nicht verwirklichter Elohim ist. Sein Wesen wurzelt darin, dass er in der heutigen Sonne eine Art Gegensonne bzw. Sonnendämonismus bildet. Doch der Antichrist Asura herrscht auch in der achten Sphäre, in der achten Schicht und im Erdkern. Er ist der „Patron“ der irdischen Inkorporation Ahrimans. Er konsolidiert die Materie und wenn diese Wirkung von ihm nachlässt, legt die Erde „phantastische“ – vom Standpunkt der Sinneswelt – Eigenschaften an den Tag. Dann können die ahrimanischen Wesen der achten Schicht die Grenze überqueren und an die Erdoberfläche kommen. Das wird von der anwachsende Wirkung der Energien aus den unterphysischen Welten auf den Menschen begleitet.

Laut Bondarew ist das gesamte Leben der Kultur und Zivilisation, nachdem Ahriman das Portal passiert hatte, zu einer Vollführung einer schwarzen Messe geworden, was mit der Wahl Trumps zum Präsidenten der USA begonnen hat. Die Menschheit ist inmitten verschiedener Burlesken geraten, von denen eine seltsamer und irrationaler als die andere ist. Daher verlieren die Menschen jegliche Vorstellung vom Wesen der Erscheinungen.

Alles, was Bondarew schreibt, klingt überzeugend und es kann gar nicht anders sein, wenn man bedenkt, dass er mindestens 60 Jahre lang die Anthroposophie studiert hat, viele Prüfungen durch die Begegnung mit den Feinden der Geisteswissenschaft erlebt und das auf seinem Lebensweg Erreichte in vielen dicken Büchern dargestellt hat. Wir können ihm nur dankbar für dasjenige sein, das er der Anthroposophie gegeben hat. Trotzdem können wir nicht mit seiner Vermutung über den 1.6.1998 (als Geburtsdatum Ahrimans) oder mit seiner Ansichten über den Hierarchierang Ahrimans, Asuras und Sorats einverstanden sein. Das Gefäß für Ahriman wurde am 11.8.1999 während der Sonnenfinsternis geboren und es wird vorläufig von der Seele und dem (niederen) Ich des wohl mächtigsten schwarzen Magiers in der Menschheitsgeschichte bewohnt. Dieser Magier hat die grauenhaften Rituale der Maya in der Zeitenwende geleitet, durch die er sich in einem enormen Maß in seinem Astralleib mit dem Bösen in dessen widerwärtigsten Form verbunden hat, die zu einem Märtyrertod führt. Ein Extrakt aus diesem Leib wurde zum Bestandteil seines neuen Astralleibes, als er im 9. Jahrhundert als der Schwarzmagier Klingsor lebte, der den als Parsifal wieder inkarnierten größten Kenner des Bösen ermorden wollte. Damals hat er wieder seinen Astralleib mit Blick auf unsere Zeit bearbeitet. Wie wir wissen, spiegelt sich das im Astralleib Erlebte im Äther- und im physischen Leib, also im Phantom. Ein Extrakt aus seinem Astral- und Ätherleib wurde auf seine jetzigen jeweiligen Leiber übertragen. Von den heutigen schwarzmagischen Ritualen und vor allem vom Mysterium des Digitalismus verstärkt, werden diese Leiber besonders geeignet, die Wohnstätte des Hauptmörders des Lebens Ahriman zu sein. Ob er aus dem Erdinneren, aus der Welt der luziferischen Götter oder aus der achten Sphären kommt, wie sein Phantom heute aussieht – das wissen wir bisher nicht. Ahriman ist der Gott der Täuschung und damit er sich für Christus ausgibt, wird er uns wahrscheinlich eine starke illusorische „Performance“ im Himmel anbieten, die von der ganzen Menschheit gesehen werden soll. Mit einem glänzenden Hologramm wird er die Ankunft Christi in den „Wolken“ nachahmen und das Wesen der Zweiten Wiederkunft ersetzen. In demselben Augenblick wird er in den Leib eintreten. Wir werden künftig weitere Details über dieses Mysterium erfahren, dessen Ziel es ist, die ganze Menschheit zu täuschen. Wenn die Zeit kommt, werden wir es verstehen. Nun ist es wichtig, auf den heutigen Tag zu schauen und die Diagnose zu stellen, um zu erkennen, wo die Heilung ist.

Wenn wir auf der Erde geboren werden, sind wir völlig hilflos und um eine Individualität zu werden, müssen wir bewusst die aufrechte Haltung, das Sprechen und das Denken meistern. Diese drei Fähigkeiten haben ihre Entsprechungen in der geistigen Welt als die Orientierung unter den Hierarchien, das tönende Wort und die Weltgedanken. Wenn sie zu irdischen Fähigkeiten werden, verliert der Mensch das Erleben der kosmischen Moralität. Deshalb ist das Kind „demoralisch“ und die umgebenden Naturerscheinungen sprechen zu ihm auch „demoralisch“. Später in seinem Leben kann der Mensch entsprechend seiner seelisch-geistigen Entwicklung in einem gewissen Grade moralisch werden, indem er in der Praxis das ihm gegebene Recht auf freie Wahl ausübt.

In welcher Sphäre sind wir aber frei? Unser physischer Leib steht in enger Beziehung mit der Erde als einer Planetenbildung, wobei auch der Mond eine wesentliche Rolle spielt. Der Ätherleib erstreckt sich in das ganze Sonnensystem und der Astralleib – bis zur Sphäre der Fixsterne. Für uns ist das die Naturwelt. Das Tier hat auch einen Astralleib und bildet einen Teil des dritten Naturreiches und der Mensch als Produkt der Evolution stellt das vierte Naturreich dar. In den Naturerscheinungen ist das Gesetz der Untergrund des erscheinenden Seins, deshalb unterliegt jeder Naturprozess eines Bedingenden und eines Bedingten, einer Ursache und einer Folge. Der Mensch muss durch sein Denken die Ursache für die vorliegende Folge herausfinden, das Gesetz verstehen, aufgrund dessen eine bestimmte Ursache diese Wirkung verursacht hat. Bei den Menschentaten ist es jedoch völlig anders. Dort kommt die Gesetzmäßigkeit, die eine Erscheinung bedingt, selbst zur Wirkung, das Dasein erscheint als Gesetz und ist durch nichts außer durch sich selbst bedingt. Wenn die Naturprozesse lediglich als eine Manifestation der Idee erscheinen, so ist die Menschenhandlung die wirkende Idee selbst. Deshalb können wir die Handlungen, sagen wir, eines Staatsoberhaupts nur dann begreifen, wenn wir seine Absicht, seine Idee kennen. Dann brauchen wir nicht hinter die Grenze der Erscheinung herauszugehen.

Der Inhalt unseres Bewusstseins ist nicht einfach ein Mittel zum Spiegeln des Weltgrundes, sondern dieser selbst manifestiert sich in seinem ursprünglichen Bild in unserem Denken und dann können wir nicht umhin, seine bedingungslose Wirkung unmittelbar in der menschlichen Tätigkeit zu erkennen.

Der Weltführer hat seine ganze Macht dem Menschen übergeben, indem Er Sein eigenes individuelles Sein zerstört und dem Menschen eine Aufgabe gestellt hat: „Handle du weiter!“ „Eine Handlung um ihrer selbst willen ausführen, heißt aus Liebe handeln. Nur derjenige, den die Liebe zum Tun, die Hingabe an die Objektivität leitet, handelt wahrhaft frei.“[6] Und was kann in einem Menschen die „Liebe zum Handeln“ in der Freiheit bewirken?

Wir haben bereits festgestellt, dass ein Kind an der sinnlichen Grenze des Weltalls durch die Umwandlung der geistigen moralischen Entsprechungen in seine drei irdischen Fähigkeiten unmoralisch wird, ohne die es nicht zu einem Individuum werden kann. In der vom Tierkreis eingeschlossenen Sphäre fehlt die Moral und in unserem Astralleib sind wir völlig abhängig von dem, was die Sterne wollen. Ein Tier kann in diesem Bereich nichts falsch machen. In seinem Astralleib macht der Mensch wie das Tier keine Fehler. Wir beginnen Fehler zu machen, wenn wir unser Verhalten über den Tierkreises hinausführen, wo es keine natürliche Notwendigkeit gibt. Darin können wir unsere moralische Welt nicht erweitern, und wenn wir dies schaffen, „schreiben wir sie in den Makrokosmos außerhalb des Tierkreises ein“. Dort ist die Welt unseres (höheren) Ich und dort müssen wir suchen, was uns frei macht, weil es mit unserer Natur, unseren moralischen Taten verbunden ist. Mit unserem reflektierenden Ich bleiben wir im natürlichen Bedürfnis und in der Unfreiheit unter dem „Deckel“ des Sternenhimmels.

Wenn unsere Bewusstseinsseele allmählich durchchristet wird, bedeutet dies, dass sie in eine substanzielle Beziehung zum Auferstehungsleib eintritt und die Schwelle überwinden kann, die sie von der Quelle der moralischen Intuitionen trennt, die einzig den Menschen frei machen. Diese Quelle ist der Pfingstgeist, der die Intuitionen mitbringt und der Mensch, der ursprünglich ein Naturwesen war, das sein Ich-Selbstbewusstsein auf der Illusion der sinnlich sichtbaren physischen Welt erhalten hat, konnte zum ersten Mal seinen Kopf über den Tierkreis „heben“ und eine Verbindung mit seinem ihm von Gott geschenkten unsterblichen individuellen Ich herstellen, das der wahre Erzeuger jeder freien Handlung im Menschen ist, die aus Liebe erfolgt.

Wenn es dem Menschen zum ersten Mal gelingt, seinen Kopf über den Tierkreis zu „heben“, weiß er sofort, dass er in zwei gegeneinander laufende Evolutionsströme eingeschaltet ist. Der erste ist aufsteigend und wir können ihn ‚klassisch‘ nennen. Er hat zunächst das Gruppenbewusstsein der Menschheit auf die Form des individuellen, in Begriffen denkenden Bewusstseins heruntergeholt. Ferner muss dieses Bewusstsein zur Kontemplation übergehen, d.h. zur Wahrnehmung der Ideen und weiter – zur imaginativen Wahrnehmung und zur Beherrschung der inspirativen und intuitiven Bewusstseinsform.

Aber wenn nur diese Entwicklung existiert hätte, dann hätten wir nur durch die Arbeit des Bewusstseins auf der Grundlage eines universellen Entwicklungsgesetzes in die höheren Sphären des Geistes aufsteigen können. Dann wäre es nicht notwendig gewesen, die Moral zu erheben, den Begriff von „Gott“ zu beherrschen und das Mysterium von Golgatha wäre überflüssig gewesen. Dann hätte die Erschaffung der Welt und des Menschen nur einen mechanischen Charakter gehabt. Einer solchen falschen Vorstellung von der Evolution setzt sich ständig die grundlegende Wirkung des höchsten göttlichen Wesens entgegen, dessen bedingungslos unmotivierte Offenbarung die reine Liebe zur Schöpfung war. Dies ist das andere nichtkausale Prinzip der Evolution – das ethische Prinzip. In der Bibel heißt es darüber: „Gott ist Liebe!“

Gott hat unseren Zyklus so gestaltet, dass aus der Vereinigung von Freiheit und Liebe eine grundlegend neue Hierarchie entstehen kann, die sich von allen anderen unterscheidet. Die direkte, aufsteigende Evolution ist nur insofern von alles bestimmender Bedeutung, bis der Wille des Menschen, sein aktives Dasein in eine wesenhafte Einheit mit der Idee der Welt kommt, die durch das Wesen des väterlichen Weltengrundes offenbart wird. Diese Idee ist das Wesen des Menschen selbst und wenn sie in der Sinneswelt erscheint, wird sie „verursachend“, d.h. von Willen durchdrungen und sie wirkt in absteigender Reihenfolge als die Welt rettend. Sie trägt zur Errettung der Welt und ihrer Wesen vor ihrer Entfernung von Gott bei. Dies ist auch der Hauptwesenszug des Manichäismus, wenn man ihn im Ich-Sinne versteht.

Gott opferte sich selbst, indem Er den Sohn in die Welt mit dem Wissen sendete, dass das Opfer sogar abgelehnt werden, dass der Sohn aufgeben und sich weigern könnte, das Kreuz auf Golgatha zu tragen. Das Ich-bin Christi hat jedoch das Opfern angenommen und in diesem Mysterium ist die Gelegenheit für uns, unsere Aufgabe zu bewältigen, d.h. unser Ich in Christo zu opfern. Unser niederes Ich hat als Grenze seines Aufstiegs die Bewusstseinsseele und durch die Identifizierung mit der Verstandesseele synthesiert es die Erfahrung des Selbstbewusstseins, das in der gesamten dreieinigen Seele geboren wird. Es hängt mit dem Wärmeäther zusammen und kann nicht zum Lebensäther aufsteigen und von den Früchten des „Baums des Lebens“ kosten, weil nur unser höheres Ich Zugang zum Lebensäther hat. Der Hauptwohnort dieses ICH ist der Lebensgeist und von ihm aus erstreckt es seine ordnende Tätigkeit über den ganzen dreifachen Geist. Ahriman ist gegen den Aufstieg des Menschen vom niederen zum höheren Ich, gegen das Mysterium von Golgatha und dessen Verbindung mit der „Oberfläche“ der Erde. Deshalb „bewacht“ er das Tor, wo der Geist Materie wird und umgekehrt, d.h. wo unser Ätherleib ständig danach strebt, die physische Materie ins Nichts aufzulösen. Dieses Tor befindet sich zwischen der Materie und dem Wärmeäther im Wärmeelement. Der Übergang ist nur beim Menschen möglich, daher versucht der Satan, unsere Verbindung mit dem Wärmeäther zu zerstören und die Natur der anderen Äther zu verderben, wodurch unsere Verbindung mit dem Phänomen des Lebens und den wahren Göttern überhaupt verloren gehen würde.

Im Laufe der biologischen Entwicklung verbanden sich die vier Ätherarten mit den vier Elementen und deren Projektionen in der physischen Welt als die vier Aggregatzustände. Hinter den Elementen stehen moralische Eigenschaften und die Handlungen der hierarchischen Götter. Ahriman beginnt seinen Angriff von zwei Seiten aus. Auf der einen Seite inspiriert er Ansichten im Menschen, die Vorrang des Daseins vor dem Bewusstsein geben, unsere Herkunft vom Affen ableiten, die „sexuelle Revolution“ propagieren usw. Dadurch gelingt es ihm, den Weg unseres Ätherleibes zur Moralität des Weltäthers, die von den Gedanken der Götter erfüllt ist. Auf diese Weise vernichtet Ahriman die Weltanschauung des Menschen, indem er die tausendjährigen Errungenschaften von Kultur, Moral, Gewissen, Rechtsbewusstsein, Selbstbewusstsein zunichte macht, weil er die Welt der menschlichen Sinneswahrnehmungen an sich gerissen hat und dem Menschen nur das materielle Weltall erscheinen lässt. Auf der anderen Seite unterzieht er den Ätherleib den groben Auswirkungen der unterphysischen Welten, um mit seinen unterphysischen Energien die vier alchemistischen Elemente zu durchdringen, die sich in den vier Aggregatzuständen der Materie manifestieren. Das ist auch ein Angriff auf die Substanz des physischen Leibes selbst. Auf diese Weise versklavt Ahriman schließlich die Elementarwesen, das Denken bleibt vollständig reflektierend und verbindet sich mit dem Silizium ohne die Verbindung zum Weltätherischen, was die Abtrennung des physischen Leibes vom Seelisch-Geistigen im Menschen bedeutet. Wir müssen zugeben, dass Ahriman seine Absichten vorerst erfolgreich erfüllt, weil die überwiegende Mehrheit der Menschheit kein Verständnis dafür hat.

Das Leben des Erdelementes befindet sich im Wesentlichen auf dem Mahaparinirvana-Plan, auf dem das Bewusstsein des Ersten Logos herrscht, der einst das Weltall erschaffen hat. Was wir daher als „fest“ annehmen, ist das Bewusstsein, das von der höchsten Ebene des geistigen Seins herabkommt. Damit jedoch diese höheren Kräfte auf der Erde zu schöpferischen Kräften der Natur werden, müssen sie durch die achte Sphäre gehen, in deren „Raum“ unter anderem auch die Voraussetzungen für die Entstehung des nächsten Zyklus geschaffen werden müssen. Das Leben des flüssigen Elementes stammt aus Parinirvana, das Leben des Luftelementes stammt aus dem Nirvana und das Leben des Wärmeelementes ist auf dem Buddhi-Plan. Deshalb musste der gegenwärtige Bodhisattva an dem Mysterium von 1936 teilnehmen, als Christus bis zur Stufe herabstieg, die möglichst nah an das Wärmeelement grenzt – das ist der Wärmeäther.

Wie bereits erwähnt, ist der untere Aspekt der achten Sphäre dem Buddhi-Plan polar entgegengesetzt. Der Mensch steht an der Grenze zwischen der Welt der unendlichen Übersinnlichkeit und deren Widerspiegelung. Er ist diese Grenze selbst und es hängt von ihm ab, in welche Richtung er das obenerwähnte Tor öffnet. Der Kampf dort ist besonders heftig, weil beim Übergang des Materiellen in das Seelische das Wärmeelement und der Wärmeäther fast nicht voneinander zu unterscheiden sind. Wir unterscheiden zwischen dem inneren – dem seelischen – Feuer und dem äußeren Feuer, das ein Tor zum Seelischen ist. Wenn etwas brennt, entsteht Licht. Es ist äußerlich nicht wahrnehmbar, aber es lässt alles sichtbar erscheinen. Im Licht wirken helle Geister und wenn das Licht in unseren Körper absorbiert wird, fließen gute moralische Impulse in uns hinein. Die Elektrizität ist das Gegenteil von Licht und in ihr wohnen die bösen luziferischen, aber hauptsächlich die arimanischen Dämonen, die dem Körper unmoralische Impulse zuführen und im Menschen die Instinkte des Bösen wecken. Die Elektrizität lässt die Seele nicht in den physischen Leib eindringen. Ihre Fähigkeiten sind so stark gewachsen, dass sie nicht einmal mehr Leitungen benötigt, und dies verändert ihre Eigenschaften wie Spannung, Feldfrequenz usw. radikal. Die Bestrahlung der Menschen ist ein gigantisches Experiment, eine physiologische Diktatur und wenn wir dem die Diktatur der Ansichten hinzufügen, entsteht eine Diktatur, die in der Geschichte der Menschheit bisher unbekannt war. Wie Bondarew zu Recht betont, ist die Digitalisierung keine Religion, sondern ein Mysterium, das unseren physischen Leib raubt und die Moral im Menschen beseitigt, um ihn in die achte Sphäre zu schicken. Von dort wird früher oder später das Seelische des Menschen auch in die Erdschichten heruntergerissen, ohne die Möglichkeit nachfolgender Inkarnationen. Dort wird der Mensch eine Art „Ton“ für Ahriman darstellen, aus dem er den ersten Äon seines Evolutionszyklus schaffen will. Dieser „Ton“ wird aus unserem geraubten physischen Leib und dem Geistesmenschen in ihm bestehen – auf beide hält Ahriman Ausschau, wie bereits darauf hingewiesen wurde.

Vor 100 Jahren sagte Rudolf Steiner, dass wir nicht auf den Fortschritt, auf die Elektrizität verzichten, sondern immer stärkere geistige Fähigkeiten – viel stärker als vor 100 Jahren – entwickeln müssten, um menschlich zu sein. Wer kann heute angesichts des digitalen Terrors behaupten, genug geistige Kräfte zu haben, um überhaupt als Mensch bezeichnet zu werden? Durch Steiner warnte uns 1904 die geistige Welt auch, dass der Antichrist wieder kommen wird, wenn sich ihm nicht das Prinzip Christi in seinem ursprünglichen Sinne gegenüberstellt. Dieses Prinzip ist das Prinzip des ICH und der Weg zu ihm geht über die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts. Erst dann können wir über die Umwandlung des Bösen in das Gute im Sinne der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe sprechen. Andernfalls werden wir auf eine Vielzahl von verborgenen Formen des Materialismus stoßen, da Arimans Ankunft von der Aktivierung „seiner Menschen“ begleitet wird. Diese Menschen stellen sich an die Spitze der Spiritualität und geben sich als aufrichtige Christen aus, die sowohl Rudolf Steiner als auch Beinsa Douno Treue schwören. Zu ihnen gehören Karl Marx und Friedrich Engels, die heute wieder auf der Erde leben und sehr aktive „christliche Esoteriker“ sind. Doch wenn es um die Ich-Synthese geht, werden sie wütend, da sie diese Synthese in ihrem Wesen nicht verstehen. Es ist Christus, der sie in Angst versetzt!

Der Antichrist wird zweifellos kommen, aber wir müssen ihn nicht nur in seinem negativen Sinne wahrnehmen, sondern auch erkennen, dass er mit seinem eigenen Ich aus dem vorherigen Entwicklungszyklus kommt, aber jetzt eine Rolle spielt, von der ihn nur der Mensch befreien kann. Das Gleiche gilt für Luzifer, Asura und Sorat. Alle vier erwarten, dass der Mensch sie erlöst. Je mehr die Waagerechtachse des Weltenkreuzes mit der Kraft Christi nach oben steigt, desto mehr nimmt der Antagonismus zwischen den luziferischen und ahrimanischen Kräften und die schreckliche rechtswidrige Synthese der beiden durch die Asuras zu. Sorat wird sich uns weiterhin nur als ein Sonnendämonium präsentieren, weil er nicht die Möglichkeit hat, seine ichhafte „Sonnenseite“ zu manifestieren. Er hat keinen „dämonischen“ Einfluss auf die Sonne, das „Dämonische“ ist nur ein Zeichen dafür, dass seine Rolle darin besteht, der Hauptgegner Christi zu sein. Er ist nicht der Gegner des Ich-Prinzips, sondern unseres niederen Ich in dessen lunarem Aspekt, auf den er als „Versuchung“ einwirken muss. Dies ist jedoch ein großes Hindernis für das „Tier mit den zwei Hörnern gleich einem Lamm“, sich Christus zuzuwenden.

Der Mensch ist aufgerufen, den mittleren Weg auszuwählen, den Ich-Weg Christi. Er wird eine seine Entwicklung wahrhaftig fördernde Synthese der hellen und dunklen Mächte sein, die gleichzeitig die „Dunklen“ von ihren Rollen befreit und den Menschen selbst zu einem Hierarchiewesen macht.

Vor 2000 Jahren erreichte Jesus die Würde der zehnten Hierarchie in der freien Wahl zwischen Gut und Böse, zwischen Auferstehung und Tod. Jetzt sind wir an der Reihe, denn die Zeit ist gekommen, dass wir ICHE werden. Im ICH findet jede Frage, jede Krise, jedes Leiden und jede Sackgasse eine Antwort, im ICH ist Gott. Der Mensch ist Gott. Es bleibt, dass er sich dessen bewusst wird und in aller Ewigkeit manifestiert. Will er das?!

[1] Лазаровден ‘Lazarustag‘, beliebtes Frühlingsfest und Namenstag in Bulgarien, mit dem verschiedene Bräuche verbunden sind, vgl. z. B. https://bulgarieninside.blogspot.com/2012/04/lazarustag-in-bulgarien-welches-madchen.html

[2] Vgl. „Vom Mysterium des Lazarus und der drei Johannes: Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Johannes Zebedäus“, Dornach, 2009

[3] https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2019/03/28/der-jahve-elohim-und-das-mysterium-des-bulgarischen-volks/

[4] Ebd.

[5] Vgl. den Vortrag https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2020/03/19/die-apokalypse-des-johannes-und-der-hierarchiename-des-menschen/

[6] GA 1, S. 201f.

Warum nahm das Coronavirus von China aus seinen Gang?

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 4.4.2020 in Varna

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Im März habe ich einen Arzt aus der „Weißen Bruderschaft“ angerufen, um mich nach dem Gesundheitszustand von jemandem zu erkundigen und es entstand ein längeres Gespräch. Er fragte mich, was ich von den Migrationsprozessen in Europa und der Teilnahme übersinnlicher Wesen an ihnen halte und interessierte sich, ob es in den vergangenen Jahrhunderten etwas Ähnliches stattgefunden hat. Wir kamen dabei natürlich auch auf das vom Coronavirus verursachte Problem zu sprechen, das so unverhofft die ganze Menschheit angegriffen hat. Ich begann meine Ansicht der Frage darzulegen, indem ich sagte, dass die Seele des heutigen Chinesen einer entsetzlichen Presse aus zwei Richtungen ausgesetzt ist – einerseits aus der Empfindung der Größe der chinesischen Vergangenheit und ihrer reichen Geschichte, andererseits aus dem Druck der heutigen ökonomischen Wirklichkeit. Aus der Vergangenheit lugt Luzifer heraus und aus der vorzeitig angekommenen Zukunft zerdrückt sie Ahriman, ohne dass Christus in der Mitte anwesend ist. Das führt zu einer extremen Abschwächung der Immunität des physischen Leibes und wenn man den Druck der Digitalisierung hinzufügt, zerstört das alles völlig die Immunität der Chinesen. Außerdem existiert die Absicht Chinas, welche die kommunistische Partei formuliert hat, die Welt ökonomisch zu erobern … und in diesem Augenblick kam die Offenbarung der geistigen Welt! Sie lautete, dass „die wahre Ursache für das Auftauchen des Virus darin besteht, den Drang Chinas nach der Weltherrschaft aufzuhalten“. Ein paar Tage später kam als Ergänzung eine weitere Offenbarung.

Worin drückt sich dieser Drang aus? Im Unterschied zu den Führern der „weißen Völker“, die größtenteils längst die Existenz Christi vergessen haben und auf die sozialen Prozesse rein weltlich schauen, ohne ein klares Zukunftsziel zu haben, verstanden die chinesischen Führer schon immer die Evolutionsentwicklung in jedem Zeitalter auf eine völlig andere Art. Für sie stellt die Geschichte eine Reihe von nacheinander folgenden Zyklen dar, die der Wirbelbewegung des Kosmos folgt. Dabei hat jeder Zyklus drei Perioden – „Chaos“, „kleines Aufblühen“ und „große Einigung“. Demnach soll sich China gegenwärtig im achten Zyklus befinden und es ist besonders interessant zu präzisieren, in welcher seiner drei Perioden sich das Land aktuell befindet. Jahrtausende lang war dieses Land vom Rest der Welt abgetrennt, aber als die ersten weißen Menschen dort auftauchten, traten unvermeidlich Wandlungen ein. Im 19. Jahrhundert beherrschte das Britische Imperium die Welt, das seinen egoistischen Interessen folgte und versuchte, die Chinesen in ein Volk von Drogensüchtigen zu verwandeln und ihnen die Reichtümer zu entziehen. Durch die beiden Opiumkriege wurde ein großes Karma geschaffen und nicht von ungefähr begannen viele Chinesen, in der weißen Rasse zu inkarnieren. Nach dem Fall des 12. Kaiser der Quing-Dynastie und dem nachfolgenden Bürgerkrieg spaltete sich Taiwan ab und China ging zu einer kommunistischen Führung über, indem es zwischen den beiden Militärkolossen lavierte – den USA und der UdSSR. Die Chinesen benutzten das Modell „des weisen Affen“, der auf dem Berggipfel stand und von dort aus den Kampf der beiden Tiger im Tal beobachtete. Je nach ihrem Interesse und der Konjunktur war China mal der einen, mal der anderen Seite zugewandt. Von den USA bekamen sie zivile Technologien und von der UdSSR – Militärtechnologien. 1999 unterschrieb der amerikanischen Präsident Clinton mit dem damaligen chinesischen Führen Jiang Zemin einen 20-Jahresvertrag für „konstruktive Zusammenarbeit“. Diesem Vertrag entsprechend sollte China zur „Weltfabrik“ werden und die weißen Menschen der sog. „goldenen Milliarde“ mit Waren zu beliefern. So war die Politik des liberalen Kapitalismus, der einfach eine andere Form des Marxismus ist. Davon wurde auch Europa angesteckt. Das führte die Entindustrialisierung Amerikas und den Übergang zum virtuellen Finanzkapitalismus herbei, welcher die Krise im Jahr 2009 verursachte. 2001 unterschrieb der andere „Tiger“ – Putin – einen Vertrag für „gute Nachbarschaft“ mit Jiang Zemin, der bis 2020 gültig sein sollte und dessen Ziel darin bestand, einen weiten Zugang zu den Naturressourcen Russlands zu öffnen mit dem Zweck, die Bedürfnisse der „Fabrik des 21. Jahrhunderts“ zu befriedigen. Die Chinesen sind der Meinung, dass die „Chaosperiode“ des achten Zyklus bis zur Ankunft Deng Xiaoping abgeschlossen war. Uns ist sein berühmter Satz bekannt „Es ist nicht wichtig, wie die Katze aussieht, sondern ob sie Mäuse fangen kann“. Mit Deng Xiaoping begann die Periode des „kleinen Aufblühens“. Sie erforderte auch die entsprechenden Änderungen. Der 8.11.2012 wurde zu einem Schlüsseldatum, als beim 18. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas der Übergang von den marxistischen und den ihnen folgenden „allgemeinmenschlichen“ Werten zum chinesischen Internationalismus beschlossen wurde, der auf der konfuzianischen Ethik basierte, mit der China zu einem „Weltreich“ aufsteigen sollte. Bei dieser Ethik ist der Herrscher der „Vater der Familie bzw. des Volkes“ oder besser gesagt des Staates wie in einer vereinten Familie, die auf das Prinzip der Sippschaft beruht und deren Mitglieder durch die führende Rolle der Autoritäten auf den jeweiligen Hierarchiestufen miteinander verbunden werden. Der Parteitag erhob den fünften Kaiser der roten Dynastie Xi Jinping an die Spitze mit der Aufgabe, bis 2022 das „kleine Aufblühen“ zu verwirklichen. Dieses drückte sich in der Rückkehr Taiwans zu China aus, in der Umwandlung des „Reichs unter dem Himmel“ aus einem industriellen in einen innovativen Staat der sechsten technologischen Welle und in einer Verstärkung der Militärstärke, welche eine Erweiterung der Landes- und Seegrenzen bis zu den Erdpolen erlaubt. 2015 war Xi Jinping auf Staatsvisite in London und die Queen hat sich nicht nur vor ihm verbeugt (im übertragenen Sinne) und ihm erlaubt, im Buckingham Palace zu übernachten, sondern er war das einzige Staatsoberhaupt, das in der königlichen Kutsche in der Stadt spazierengefahren ist. Im britischen Parlament erklärte Jinping selbstbewusst, dass diese Institution seit einigen Jahrhunderten bestehe, aber die Chinesen hätten bereits vor 4000 Jahren begonnen, über die Menschenrechte und die Herrschaft des Gesetzes zu sprechen. Die Queen und die Rothschilds haben ihre Augen vor dem tragischen Zustand der Menschenrechte in China geschlossen und der Weg des östlichen Drachen zum Ziel des „kleinen Aufblühens“ stand völlig offen. Während sie 1683 einen ähnlichen Höhepunkt des Aufschwungs im vorherigen Zyklus hatten, bedeutete nun das Jahr 2019 einen solchen Höhepunkt. In dieser Zeit wurde Europa mit Migranten überflutet, überraschenderweise kam in den USA Trump als Alternative des liberalen Marxismus an die Macht; in Russland festigte Putin seine Macht und nach der Ablehnung des Gorbatschovschen und Elzinschen Liberalismus begann man dort die neue Ideologie des orthodoxen eurasischen Nationalismus zu formulieren. So erschienen die drei herausragendsten Führer auf der waagerechten Ost-West- bzw. West-Ost-Achse, auf der ständig anwachsende Spannung herrscht.

China wuchs mit atemberaubendem Tempo als Wirtschafts- und Militärmacht, aber die „große Einigung“ sah man dort in der luziferischen Wiederbelebung  der Vergangenheit. Am Anfang des Kali Yuga inkarnierte Luzifer in einer angesehenen chinesischen Familie (wahrscheinlich als Kaiser) und mit ihm begann der Übergang zum persönlichen Prinzip im Menschen. Doch Luzifer ist auch eine Schlange, ein Drache, der in der „Apokalypse“ des Johannes als der Verführer dargestellt ist, der die Menschen zur Gruppenbewusstseinsform führt. Der Drache besitzt auch eine ahrimanische Natur, die im heutigen China schlagartig zur Geltung kommt mit den Ansprüchen auf Cyberunabhängigkeit, Dominanz im globalen Netz und auf alles, was mit Digitalisierung und Wirtschaft zusammenhängt. Wie bereits erwähnt, fehlt dort Christus und es hat sich der besondere gelbe Drache mit roter Schattierung in der Gestalt der kommunistischen Partei Chinas breitgemacht. Hier reden wir von einem Eingriff der Asuras. Zur äußeren Welt dringen Nachrichten über die Gewalt, die gegen die Falun-Dafa Nachfolger ausgeübt wird. Kaum jemand glaubt, dass lediglich 3000 Menschen am Coronavirus gestorben sind. Nach alter kommunistischer Manier wird alles vertuscht oder die Information wird entstellt.

In Russland sind Putin und seine Clique wohl nicht sehr geneigt, dеn Chinesen widerstandslos Zugang zu den eigenen Naturreichtümern zu gewähren. Das ist gut, doch der russische Traum, die Welt zu beherrschen ist jeder Begründung entleert, denn wie die Anthroposophie uns lehrt, wird die Zeit des Slawentums erst in der sechsten Kulturepoche kommen. Hinter dem Einfluss des orthodoxen Christentums in Russland lauert der luziferisch-ahrimansiche Asurismus in Aktion. Wenn die Menschen wüssten, welch atheistischer Unmensch in Putin wiedergeboren ist, würden sie ihm niemals etwas glauben, egal worüber er spricht!

Bei Trump ist alles klar – kommt man zu ihm als Käufer, ist man willkommen, denn Amerika muss „Nummer 1“ sein. Wir leben im Zeitalter der Bewusstseinsseele und die Vertreter der angelsächsischen Völker werden buchstäblich damit geboren. Doch wenn sie die Bewusstseinsseele nicht in christlicher Art, mit Anstrengung meistern („Das Reich Gottes wird mit Kraft errungen“), dann tauchen sie die Bewusstseinsseele in die instinktive Grundlage der Empfindungsseele ein, wo der Gruppenegoismus regiert und dann beginnen sie, verschiedenen Doppelgängern zu dienen. Damit werden diese Völker zum Anziehungspunkt für Zerstörungskräfte, womit sie ihre persönliche und allgemeinmenschliche Apokalypse (im negativen Sinne) vorbereiten. Wenn Trump dem Weg des Egoismus folgt, hat Amerika nichts Gutes zu erwarten. Trump hat Amerika wirtschaftlich angehoben, aber das Coronavirus tauchte auf und es stellte sich heraus, dass der Koloss auf tönernen Füßen steht. Wir alle wissen, dass das „gekrönte“ Virus aus Wuhan kam. Es soll von Fledermäusen stammen, dann waren Schlangen oder Gürteltiere im Gespräch, die vom Markt auf den Tisch kamen. Wenn das stimmen sollte, so ist die Symbolik klar – die Fledermaus-Ahriman und die Schlange-Luzifer gingen vom Symbol der heutigen Zivilisation des Konsums – dem Markt – aus, um mit vereinten Kräften den mittleren Teil des Menschen anzugreifen – das Atmungssystem, in dem Christus – das Herz der Welt – anwesend sein sollte. 2019 war der chinesische Drache bereit, die Flügel aufzuschlagen und zur Weltherrschaft hochzufliegen, doch vorläufig hat ihn ein unsichtbares Virus aufgehalten. Die chinesische Führung hat lange die Wahrheit verheimlicht und der nach Gewinn und Vergnügen lechzende weiße Mensch hat es zugelassen, dass er ungehindert angegriffen wird. Nun beobachten wir die Angst, die alle ergriffen hat. Es ist sehr charakteristisch, in welcher Zeit des Jahres diese Pandemie kam. Aus der Anthroposophie wissen wir, dass vier Erzengel ein Weltenkreuz aus zwei Sonnenwenden und zwei Tagundnachtgleichen bilden. Die Epidemie begann ungefähr in der Zeit des Erzengels Gabriel, der eng mit dem Fest der Geburt Jesu, dem Stoffwechselsystem und den Kräften der Ernährung verbunden ist. Sein Aufruf an den Menschen lautet: „Hüte dich vor dem Bösen!“ Wir alle wissen, welche Tiere, Insekten und alles, was sich bewegt, die Chinesen essen. Am Anfang jedes spirituellen Weges steht die richtige Ernährung und die Chinesen sind ein Beispiel gerade für das Gegenteil. Der Erzengel Gabriel macht die Kräfte frei, die in den Impulsen der Ernährung wirken und schickt sie zum mit der Atmung verbundenen Erzengel Rafael, bei dem sie zu heilenden Kräften werden. Der Erzengel des bulgarischen Volkes Rafael steht in direkter Verbindung mir dem Osterfest und ruft uns zur Reue auf, damit wir seine „Empfehlung“ hören: „Mensch, erkenne dich selbst!“ Die gegenwärtige Quarantäne ist die geeignetste Zeit, in der sich jeder die wichtigsten Fragen stellt und den Weg des Christus besteigt, um selbst als ein unsterbliches ICH zu finden. Das Coronavirus befällt die Lunge, d.h. die Atmung, da dem Menschen das unserer Zeit angemessene Christus-Verständnis abhanden gekommen ist und er in schnellem Tempo zur Hölle der unterphysischen Welten schreitet.

Ohne den Erlöser und sich selbst zu finden, können diese heilenden Kräfte nicht im Sommer weiterwirken und sich in Kräfte des Denkens und in eine aufgeklärte geistige Weisheit verwandeln, die die Moralität der Hierarchiewesen darstellt. Von der Höhe des Sommers aus schaut der Träger des kosmischen Gewissens Erzengel Uriel und ruft uns auf, „das Licht“ vom Pfingstgeist zu „empfangen“, damit es sich auf seinem Weg zum Herbst und zum Erzengel Michael in Wille, in Kraft der Bewegung verwandelt, die den Menschen auf seinem Weg führen. Das ist die Kraft des individuellen unsterblichen ICH, das Michael im Menschen sehen möchte.

Leider wird die heutige Menschheit vollständig von ihrem reflektierenden Ich geleitet. Doch während beim einfachen Menschen die Folgen nur ihn selbst betreffen, können diese Folgen bei den Staatsführern der „großen“ Mächte weltengroße Dimensionen annehmen, wie das bei den chinesischen Führern der Fall ist. Die Fortsetzung der am Anfang angeführten Offenbarung lautet: „Sie wissen sehr gut, dass sie auf dem Weg, den sie eingeschlagen haben, sowohl die Natur als auch den Menschen zerstören. Wenn sie nicht aufhören, wird die Pandemie eine Fortsetzung haben.“ Es ist wohl nicht nötig, wieder auf die schlimme Wirkung der Digitalisierung auf unsere Physiologie oder der Zerstörung der Naturreiche wegen der Verfolgung des ständigen Wirtschaftswachstums zu verweisen. Die hellen Mächte werden es nicht zulassen, dass dasjenige, was sie im Laufe von Äonen geschaffen haben, nur innerhalb von wenigen Jahrzehnten unumkehrbar beschädigt wird, weil der Mensch sich weigert, eine rechtmäßige Verbindung mit ihnen im Sinne der christlichen Esoterik einzugehen. Dass man die guten Mächte so lange ignoriert hat, führt dazu, dass sie sich an uns rächen werden und wenn wir nicht zur Vernunft kommen, wird das jetzige Virus nur der Anfang sein!

Die Apokalypse des Johannes und der Hierarchiename des Menschen

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 29.02.2020 in Varna

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Wie aus dem Titel ersichtlich ist, werden wir heute unser Bewusstsein auf das am schwierigsten zu begreifende Buch der Bibel richten, in dem wir nach Antworten auf viele Fragen suchen wollen, die für unser gegenwärtiges Zeitalter von immenser Bedeutung sind.

Eines der wichtigsten Rätsel, das schon seit langer Zeit vor mir steht, ist der Hierarchiename des Menschen. Es musste der 25.12.2019 kommen, als an Weihnachten dieses Mysterium gelüftet wurde. Danach wurde meine Aufmerksamkeit natürlich auf den Vortragszyklus Rudolf Steiners von 1924 (GA 346) gelenkt, den er in Dornach vor jenem Gestirn bemerkenswerter evangelischer Pfarrer hielt, die sich der Erneuerung des exoterischen Christentums gewidmet haben. 16 Jahre vorher hat Steiner auch schon über das Thema gesprochen, aber in einer anderen Art – indem er die Anthroposophie selbst auf der Grundlage der Apokalypse interpretierte. Wir werden versuchen, die beiden Vortragszyklen in Verbindung zueinander zu stellen, und zwar gerade am heutigen Schalttag des Jahres 2020, der eine Art Oktave einer Vierjahresperiode darstellt. Auf diese Weise werden wir uns in einer möglichst angemessenen Art dem Ziel dieses Vortrags nähern.

Lassen Sie uns als Anfang in das Zeitalter uns zurückversetzen, als Johannes persönlich von Christus mit der höchsten Offenbarung in seinem Willen beschenkt wurde. Vor unserem inneren Blick wird ein erstaunliches Bild auftauchen. Es war gegen Ende des ersten Jahrhunderts n.Chr. Im Westen war die Sonne bereits untergegangen, doch man konnte immer noch die nachlassende Wirkung ihrer Strahlen spüren. In ihnen erschien das Sternbild Jungfrau mit dem Mond „unter ihren Füßen“. Fest auf dem Felsen auf der Insel Patmos stehend, um nicht von allem, was sich in ihm und um ihn herum aufregte, betete der Apostel in der heiligen Atmosphäre des Nachklangs der ältesten Mysterien. Er wurde in das Geistgebiet des Jahres 30.9.395 versetzt – am Tag des Herrn (Sonntag) – und empfing den Inhalt seiner so geheimnisvollen Einweihung, die er einige Jahrzehnte früher bei seiner Auferweckung aus dem Grab durch den Ruf „Lazarus, komm heraus!“ erlebt hatte.

Wie keinem anderen Menschen wurde Johannes die ganze Vergangenheit und Zukunft der Erdenmenschheit offenbart. In den geistigen Welten, die sich über unserer physisch-mineralischen Erde befinden und in denen die Zeit in anderen als den uns bekannten Formen existiert, hat der Apostel Johannes Bilder gesehen und danach beschrieben, deren Verständnis die Menschheit noch zukünftig zu erringen haben wird – mit dem Fortschreiten der ätherischen Ankunft Christi wird es uns nämlich immer dringender, sie zu begreifen und im Ich aufzunehmen. Heute werden wir dem Ariadnefaden den Aufgaben unseres Themas entsprechend folgen und beobachten, wohin er uns führen wird.

Die „Apokalypse“ ist ein Mysterium und zuerst müssen wir begreifen, warum es genau zu jenem Zeitpunkt durch Johannes empfangen wurde. In seinem Vortrag vom 5.9.1924 (in GA 346) sprach Rudolf Steiner über die Wandlung des Mysterienlebens während der vergangenen Jahrtausende, indem er zwischen „alten“, „halbalten“, „halbneuen“ und „neuen“ Mysterien unterschied. Über die alten Mysterien existieren keine äußeren historischen Angaben, sie können nur hellseherisch geschaut und begriffen werden. Sie fanden in natürlichen Felsenhöhlen bzw. in künstlich erbauten Dolmen statt.  Zu dem im unterirdischen Tempel liegenden Neophyten stiegen die Götter herab, um ihn mit der Menschenweihehandlung der Transsubstantiation in Kultuszeremonien zu weihen. Das wurde astrologisch auf die Konstellation der Himmelskörper abgestimmt. Die Transsubstantiation und die Kommunion sind die beiden Hauptteile der Menschenweihehandlung. Die Transformation des Stoffes ist eine äußerlich unsichtbare geistige Realität und bei der Weihe mit irdischen Substanzen kam der Einzuweihende zu einer apokalyptischen Einstellung und erfüllte sich mit dem Verständnis der erhabenen Wahrheiten des Weltalls, d.h. mit der Substanz des Apokalyptischen. Das Geheimnis der Weihe ist ein Erkenntnisweg und die Apokalypse ist das Objekt der heiligen Erkenntnis. Das Erleben des physischen Leibes im Bereich des höheren Devachan machte ihn zu einem göttlichen Menschen und aus der Vereinigung der aufwärts- und abwärtsfließenden Strömungen mit dem ganzen Weltall hatte der Einzuweihende ein Erlebnis, das man ungefähr mit den folgenden Worten beschreiben kann: „Ich bin jetzt nicht der, der da herumgeht in der physischen Welt; ich bin der, in dem der Gott, der herabgestiegen ist, lebt; ich bin der, dessen Name alle Laute umfaßt, der gewesen ist im Anfang, der ist in der Mitte, der sein wird am Ende. Ich bin das Alpha und das Omega.“[1] Damals verstand man die Apokalypse als das Vorhandensein der Götter, die am Anfang, in der Mitte und am Ende standen, also als das Alpha und Omega der ganzen Entwicklung.

In den halbalten Mysterien zogen sich die Hierarchiewesen zurück und stiegen nicht mehr in ihrer eigenen Wesenheit herunter, sondern sandten ihre Kräfte herunter[2]. Die Tempel kamen an die Erdoberfläche und der Prozess der Umwandlung richtete sich auf das Verstärken und Erleben des Ätherleibes, des Flüssigen im Menschen durch die Verbindung mit der Sphärenmusik und dem vom Himmel zur Erde tönenden Weltenwortes, das alles geschaffen hat, alles schafft und in allem lebt. Das Geheimnis der Transsubstantiation wurde schon im Inneren desjenigen gesucht, das man in der alten Alchimie die ‚Fermente’ nannte. In heiligen Gefäßen bewahrte man uraltes Substanzielles auf, das Sonnenglanz verbreitete und ein Gefühl der Ewigkeit, der Unsterblichkeit bewirkte, da in ihm die Sonne – der eigentliche Quell der belebenden Ätherkräfte in unserem Planetensystem – gewirkt hat. Man bewahrte einen kleinen Teil auf und gab ihn der Substanz bei, wobei sie eine Umwandlung erfuhr. Die Kräfte selbst wurden zum Erkenntnisorgan bei der apokalyptischen Suche nach der Wahrheit. Den Nachklang jener Zeiten finden wir in der Tradition des rituellem Besprühens oder gar Waschens mit Weihwasser.

Bei den halbneuen Mysterien stieg das Erleben der Transsubstantiation bis zum Luftelement und Astralleib auf. Das geschah durch die Beherrschung des Rhythmus in der magischen Kultussprache, in der die innere Wesenheit des Lautes klang und in die Herzen der Priester eindrang – obwohl sie sich dessen nur halbbewusst waren -, um die notwendige Atmosphäre zu schaffen, damit ihnen nach dem Vollzug eines Opferaktes das Apokalyptische aufgeht. So hat man bei den Mysterien der Kabiren Substanzen in Opferkrügen entzündet. Der Rauch stieg in die Höhe, es transsubstantiierte sich das Wort selbst und der Weg zu den göttlichen Kräften wurde in Imaginationen sichtbar, woraus später das Erlebnis „Wenn ich spreche, dann spricht Gott in mir“ entstand.

Wenn wir uns heute fragen, wie die heiligen Alphabete des Altertums entstanden sind, so können wir das nicht begreifen, ohne zu berücksichtigen, wie tief der Laut in den damaligen Menschen ertönte. Wenn das Wort ‚Alpha‘ ausgesprochen wurde, so wurde der Mensch gleichsam in die alte Saturnzeit zurückversetzt, als er ursprünglich als ein Wärmeleib entstand, der in höchster Weise über die Welt wegen seines eigenen Seins staunte, das er gerade gefunden hatte. Beim Laut ‚Beta‘ spürte der Mensch die ihn umgebende Welt wie sein Zuhause, wie seine „Haut“. Dann hat er, durch diese Welt gehend, sie aufnehmend und sich mit ihr vereinend – was bis zum zukünftigen Vulkan dauern wird, wenn er eins mit dem ganzen Universum sein wird – diesen ganzen Prozess durch die Laute des Alphabets als eine Summe geistiger, aus allen Richtungen zu ihm sprechenden Wesen widerspiegelt. Das heilige Kultuswort hat ihn mit den Göttern vereint und nach der Zurücklegung des gesamten grandiosen Weges der Entfernung vom Gott und der Rückkehr zu Ihm wird der Mensch vollberechtigt sagen können: „Ich bin das Alpha und das Omega“.

Mit dem Übergang zum reflektierenden Denken blieb jedoch der Astralleib gänzlich außerhalb des menschlichen Bewusstseins, die Götter zogen sich von den heiligen Lauten des Altertums zurück. Unten zogen in die leeren Hüllen von a,b,c usw. in dämonischer Art ahrimanische Wesen ein. Die Worte haben das Wort, ihre Kraft eingebüßt. Im Unterschied zu den anderen Evangelisten begann Lazarus-Johannes dank seiner Einweihung durch den Logos Christus sein Evangelium über die Einweihung mit dem vollkommen bewussten Erleben, dass „am Anfang das Wort war“. Zudem wurde er der erste Mensch auf Erden, der das Aufsteigen des apokalyptischen Inhalts in sein Ich erlebte, d.h. er erlebte die Einheit seines absolut bewussten Ich mit dem Inhalt der Apokalypse. So wie ein jeder Mensch das Wort ‚Ich‘ mit seinem üblichen Bewusstsein aussprechen und in diesem Laut seine innere Welt zum Ausdruck bringen kann, wurde der Inhalt der „Apokalypse“ zum Inhalt des Ich Johannes‘. Es existiert nur eine „Apokalypse“, die er als Einziger erlebt hat, doch gleichzeitig kann deren Inhalt in jedes höhere Menschen-Ich eingehen, denn sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich vervielfältigen kann. Und das führt uns zu den neuen Mysterien, die Rudolf Steiners Worten zufolge mit dem Brand des Goetheanums eingesetzt haben. Das Menschen-Ich wird apokalyptisch, wenn man es Christus gewidmet hat und die ersten Schritte hin zu der Vereinigung des Priesters und des Eingeweihten in seiner Person macht und dabei zum Avatar des Erlösers wird. 1936 hat uns der Bodhisattva Beinsa Douno das in einer unmissverständlichen Art vorgeführt.

In beiden Vortragszyklen von 1908 und 1924, die der Apokalypse gewidmet sind, stellt Rudolf Steiner die Ich-Entwicklung ins Zentrum, für die wir unsere physisch-mineralische Daseinsform angenommen haben. Wie ist dieses Dasein in den nachatlantischen Kulturepochen verlaufen, die unserer Zeit vorgehen?

Nach dem Versinken der Atlantis ließen sich in den Gebieten nördlich des heutigen Indiens die fortgeschrittensten menschlichen Individuen nieder, die fähig waren, durch die urindische Kulturepoche den Anfang des Ich-Impulses aus dem Westen ostwärts einzuleiten. Demnach wurde der ganze Kontinent ‚Asien‘ genannt. Die indische Bevölkerung erreichte ein hohes Niveau der seelischen Entwicklung, jedoch bei herabgedämpftem Bewusstsein. In den Jahrtausenden, die der Sintflut folgten, erlang sie solche seelischen Fähigkeiten und Kräfte, mit denen sie selbst in die Wirkungssphäre der Dynamis und Kyriotetes eindringen konnte. Die Gesamtheit der Ersteren nannte sie Mula-Prakriti und der Letzteren – Maha-Puruscha. Als die Inder später mit dem alten dämmerhaften Hellsehen abschlossen und zum Ich-Selbstbewusstsein erwachten, hatten sie bereits vergessen, wann die Engel und Erzengel an ihrem Seelenhaften gearbeitet hatten. Dementsprechend standen sie diesen Wesenheiten völlig teilnahmslos gegenüber und interessierten sich hauptsächlich für die Tätigkeit der Mula-Prakriti und Maha-Puruscha. Ihr erwachtes Ich blieb für sie etwas Subjektives, Erkennendes, aber ein objektives Wesen unter den anderen Wesen der geistigen Welt. Im Orient blieb die Kosmogonie unpersönlich, ichlos, pantheistisch.

Beim urpersischen Volk erwachte das Ich auf einer niedrigeren Seelenebene und der Umgang mit den Hierarchien konzentrierte sich hauptsächlich auf die Gewalten, die ‚Amshaspands‘ genannt wurden. Bei den Völkern von Ägypten, Chaldäa u.a. der dritten Kulturepoche sank der Blick zu den Archai. Sowohl bei ihnen als auch bei den Hellenen und Römern der vierten Kulturepoche gab es nur eine Erinnerung an den Eingriff der Engel und Erzengel in ihre Entwicklung und die Mythologien waren eben aus diesen Erinnerungen entstanden. Das Auftauchen des reflektierenden Denkens und das Erwachen des Ich fiel mit der Verinnerlichung der Verstandesseele zusammen. Nicht von ungefähr erschien in der griechischen Polis die Demokratie und bei den Römern – das römische Recht. Im Unterschied von ihnen haben die Bulgaren – Thraker, Skythen, Hunnen, „Goten“ usw. – am längsten im Vergleich zur gesamten europäischen Bevölkerung das alte Hellsehen in atavistischer Art aufbewahrt. Sie erlebten ganz spürbar den Eingriff der Engel und Erzengel in das Erwachen ihres Ich. Diese Bulgaren übernahmen die Aufgabe, die europäische Bevölkerung auf die Ankunft des Ich-bin-Prinzips Christi vorzubereiten. Der griechischen und römischen Mythologie liegt die Mythologie der Thraker zugrunde und der Kontinent Europa trägt nicht zufällig den Namen des von ihnen besiedelten Gebiets im Südosten. Hierher kam Paulus und er geriet unter Menschen, die für die Verbreitung des Christus-Impulses geeignet waren.

Die Völker von West-, Mittel- und Nordeuropa befanden sich auf einer niedrigen Stufe der  Kulturentwicklung, als ihr Ich zu erwachen begann. Dafür waren sie im Rahmen des alten Hellsehens unmittelbar in den Prozessen anwesend, in denen die Engel und Erzengel in ihren Seelen wirkten. Das führte dazu, dass sie das Ich als ein objektives Wesen unter den Ichen der geistigen Hierarchien anschauten, und zwar lange Zeit, bevor sie die wahre innere Anregung zu diesem Ich gewahr werden konnten. Während vorher übersinnliche Wesen sich um die Beziehungen des Menschen mit der Außenwelt kümmerten und diese Beziehungen eher instinktiv waren, stand nach seinem Erwachen das Ich im Mittelpunkt des Menschenlebens. Der Europäer musste es in allen möglichen Arten mit der äußeren Sinneswelt verbinden, indem er über die Beziehungen des Menschen zum ganzen Universum sprach. In der nordgermanischen Mythologie, in der die Spuren der bulgarischen Anwesenheit sichtbar sind (z.B. bei Odin-Wotan), wurden die Engel und Erzengel ‚Asen‘ genannt, da sie die Rolle von Gruppen-Ichen[3] gegenüber den einzelnen Stämmen, Gemeinschaften, Völkern spielten, bevor ihre einzelnen Mitglieder für das eigene Ich-Selbstbewusstsein erwachten. Im Laufe vieler Jahrhunderte und Jahrtausende führten die rechtmäßigen geistigen Wesen ihre „Zöglinge“ auf der Erde durch das Prinzip der Blutsverwandtschaft. Dem widersetzten sich die luziferischen und ahrimanischen Geister der Finsternis. Sie strebten danach, dass der irdische Mensch die Freiheit, die eine Ich-Entwicklung mit sich bringt, beschleunigt erlangt und dass er schnell zur Vergeistigung kommt.

Das in der geistigen Welt befindliche Weltall-Ich Christi wurde in den Mysterien grundsätzlich in luziferischer Art heruntergeholt und inspirierte die Evolution als Wissen, als Weisheit. Allerdings stellte diese Weisheit reflektiertes Licht dar. Als Christus auf die Erde herabstieg, kam Luzifer aus dem menschlichen Astralleib heraus und in diesen strömte das wahre Licht aus dem Pralaya hinein. Bis zu diesem Zeitpunkt wohnten die rechtmäßigen „Asen“ im menschlichen Wesenskern. Als jedoch Christus in Jesus herabstieg, verließen sie den Wesenskern und in ihm blieb nur die Hülle des „kleinen“ Ich zurück – das, was der Mensch individuell durch die Sinneswahrnehmungen und Lebensprozesse,  durch die Befolgung der Gebote, das bildhafte Denken usw. ausgearbeitet hatte. Bis zur Zeitenwende führte die Menschheit eine geradezu illusorische Existenz; nach der Zeitenwende musste in die freigewordene Hülle Christus einziehen, damit der Mensch die Verbindung zu seinem (höheren) Ich suchen und irgendwann aus eigener Kraft zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe werden kann. Und hier stellt sich die Frage, welches sein Hierarchiename ist.

In der „ Apokalypse“ 19:11 beschreibt Johannes, wie der Himmel sich auftut und eine Kraft auf einem weißen Pferd erscheint, die sein ganzes Wesen durchdringt und sich als die drei Antlitze des einigen Gottes, d.h. des väterlichen Weltengrundes manifestiert. Aus der Anthroposophie wissen wir, dass Sein Bild in der geistigen Welt einheitlich ist und erst wenn es sich auf die physische Welt überträgt, als drei Hypostasen erscheint. Wir wissen auch, dass wir auf dem physischen Plan eine Einheit von Leib, Seele und Geist bilden. Doch wenn wir in die geistige Welt eintreten, zersplittern unsere drei Seeleningredienzen Wille, Fühlen, Denken und erhalten eine gewisse Selbständigkeit und der dreieinige Gott wird uns zum einigen Gott. Im Pralaya finden die drei göttlichen Hypostasen im väterlichen Weltengrund ihre Einheit, die im Manvantara in Christus verwirklicht wird. Warum spaltet sich dann der Apostel beim hellseherischen Erscheinen des weißen Pferdes mit dem Reiter nicht in seiner Seele in drei Teile, was zum Schauen eines Bildes führen würde, sondern es geschieht genau das Gegenteil, dass sich der Reiter in drei Bildern zeigt? Wen sah Johannes? Er sah Christus – und zwar dreihaft – denn beim Herabstieg des Ich-bin-Prinzips aus dem Pralaya in den physischen Jesus füllte der Erlöser alle Lücken zwischen dem Menschen und Gott aus. Dank seiner Auferweckung, die sich so stark von der Auferweckung des Jünglings von Nain und der Tochter des Jaïrus unterscheidet, war Johannes in der Lage, eine der wichtigsten Offenbarungen anzuschauen, die je ein Eingeweihter erhalten hat. Dabei geschah, wie wir bereits erwähnt haben, wohl das Gegenteil der Regeln, die für den physisch inkarnierten Menschen gelten. Im Kapitel 19 der „Apokalypse“ lesen wir auch, dass der Reiter „einen Namen geschrieben“ hatte, „den niemand wusste denn er selbst.“ Was ist dieser Name? Nach der Ausbildung der Sprache im atlantischen Zeitalter sprach der Mensch in der dritten Person über sich, denn der Fokuspunkt des Bewusstseins lag außerhalb der Stirn im großen Ätherkopf. Doch das Ich der arischen Rasse konnte bewusst realisiert werden, nur wenn das Zentrum des Ätherleibes in das physische Gehirn verlegt wurde. In den alten nachatlantischen Sprachen hat man das Ich nicht als Solches bezeichnet und benannt, sondern es war in der Verbform und dadurch bis zu einem gewissen Grade in den Pronomen enthalten. Aber Derjenige, der aus der übersinnlichen Welt herabsteigt, trägt einen Namen, der auf Ihn geschrieben ist, den Er nicht nur ausspricht, indem Er sich selbst bezeichnet, sondern den Er als Einziger und kein anderer versteht. Johannes sah prophetisch voraus, dass Er in der Zukunft kommen und der Welt „das Dasein der Moral“ (nach der Übersetzung von Emil Bock) bringen wird, denn die Moral ist möglich und sie wird durch „Seine Entscheidungen und Kämpfe“ Wirklichkeit werden. Auch wird Er „Glauben und Wissen“ verwirklichen, die in den Menschen eingehen können, wenn der Reiter in das menschliche Ich eingeht. Dann wird der Reiter den Namen des Menschen verstehen und der Mensch wird zusammen mit Ihm diesen Namen und alles im Weltall verstehen, was mit Seinem Namen zusammenhängt. In uns wird sich das Licht des Verständnisses von Ihm entzünden, denn Er wird das Licht sein, welches das Bewusstsein für Seine Präsenz in unserer Seele bestrahlt. Ein solches Erlebnis heißt „das Explodieren des Ich“[4] und es führt zu der erhabenen Erleuchtung im Bewusstsein, dass der Mensch ein Ich ist und dass dieses Ich Gott selbst in ihm ist. Hier befindet sich das Fichtesche Ich = Ich in seiner für den physischen Plan höchstmöglichen Erscheinung. Der väterliche Weltengrund hat sich durch Christus mit dem Namen „Ich“ im Menschen manifestiert und der Mensch hat den ersten Schritt zu seiner Verwandlung in einen Avatar des Erlösers getan.

Wir können nicht umhin, die Botschaft an die Kirche von Pergamon (2:17) zu erwähnen, die die dritte Kulturepoche mit ihrem Streben nach der Läuterung des Tierischen im Astralleib repräsentiert. Diese Läuterung hat das Ziel, dass der Mensch „das verborgene Manna“ erhält, d.h. das Licht des Verständnisses über den „weißen Stein“, auf dem „ein neuer Name“ steht, „den nur der kennt, der ihn empfängt.“ Hier geht es natürlich um den individuellen, ewigen Namen jedes Menschen. Das Explodieren des Ich ist ein Schritt zum Erfahren dieses Namens, doch in diesem Vortrag interessiert uns der für die ganze Menschheit gültige Hierarchiename. Der Weg zu ihm geht durch das zweite Bild Christi: „Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt „Das Wort Gottes“ (19:13). Hier trägt das mit dem auf Golgatha vergossenen Blut getränkte Gewand auch einen bestimmten Namen, doch er ist nicht derjenige, von dem in der Strophe 12 die Rede ist. Wenn wir in unser (niederes) Ich den ersten Namen aufgenommen haben, dann erfüllt uns der Reiter mit Christus als dem göttlichen Logos, dem Anfang der manifestierten Welt, ihr „Alpha und Omega“. Die Heiden empfingen den Logos in den Naturerscheinungen auf dem Weg der äußeren Offenbarungen; demgegenüber können die Christen Ihn nur empfangen, wenn sie den Erlöser in ihr Ich hereingelassen haben. Das Korn des Wortes ist im Mysterium von Golgatha enthalten – im Verständnis des gepeinigten und gekreuzigten Leibes/„Gewandes“ auf dem physischen Plan. Bei jedem Menschen, dessen Ich „explodiert“ ist, wird das Ereignis auf dem Hügel Golgatha zum Zentrum seiner Bestrebungen. Es ist der Fokuspunkt, durch den er immer von neuem und auf jeder gemeisterten Stufe der eigenen Ich-Entwicklung gehen wird.

Erst jetzt wird uns auch der immense Unterschied zwischen den vorchristlichen Alphabeten und der bulgarischen Glagolitza verständlich, die mit dem Buchstaben аз (ausgesprochen als as mit einem stimmhaften s) beginnt.

Glagolit

Nicht mit ‚Alpha‘ – dem Anfang aus der alten Saturnzeit für den Menschen, sondern mit dem ‚Ich‘ (bulg. аз), das vom väterlichen Weltengrund durch Christus herabgestiegen ist und Tod und Auferstehung erlebt hat. Im ersten Buchstaben der Glagolitza als graphischen Zeichen ist die ganze Schöpfung von ihrem Entwurf im väterlichen Weltengrund bis zum Vulkan enthalten und die nächsten Buchstaben sind einfach die konsequente Ausführung dieses Entwurfs. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Bedeutung des Namens des Hauses Dulo zu kennen. Dulo bildete das Rückgrat der bulgarischen Staatlichkeit von der Mitte des zweiten Jh.n.Chr. (im Gebiet der heutigen Ukraine) bis zum Ende des 10. Jh., als nach dem Tod ihres letzten Vertreters in Donaubulgarien Roman die Zarenmacht auf Samuil entfiel. Dulo bedeutet „Ich-Menschen“[5] und der Name betont in überzeugender Weise die Mission der Bulgaren in Hinblick auf die Ich-Entwicklung der Menschheit. Zu diesem Geschlecht gehörte auch der legendäre Bojan Maga (Magus), den Begründer des Bogomilentums, mit dem die europäischen Völker auf die fünfte Kulturepoche und die wesentliche Manifestation des Ich-Prinzips im Sinne Christi vorbereitet werden sollten.

Nachdem Christus sich im ersten Bild durch sich selbst und im zweiten – durch sein „Gewand“ manifestiert, wird im dritten Bild die Aufmerksamkeit auf das Schwert Seines Willens gerichtet, mit dem Er durch die Ich-Taten des Menschen und der Menschheit wirkt. Seine Taten tragen den dritten Namen – „ein König aller Könige und ein Herr aller Herren“ (19:16). Ein König oder Herr ist derjenige, der einem anderen Wesen die Richtung angibt. Die Notwendigkeit, äußere Herren zu haben, entfällt jedoch, wenn Christus mit dem Namen, den nur Er versteht, ins menschliche Ich einzieht. Dann wird der Mensch zu seinem eigenen Führer, da der „Herr aller Herren“ in ihm lebt. Er vollzieht eine Metamorphose seines Willens in eine Kraft innerer Liebe, die eine Ich-Liebe, eine Christus-Liebe ist. Die Synthese der beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts ist die Frucht einer solchen Metamorphose. Wenn das Ich zum Leben berufen worden ist, richtet es unvermeidlicherweise seine Existenz auf die Umsetzung des großen paulinischen Wortes „Nicht ich, sondern Christus in mir“ in Taten. Die Zeit, in der wir ein „König aller Könige“ werden können, das ist die fünfte Kulturepoche und der Anfang der ätherischen Wiederkunft Christi.

Die Bilder des „zweischneidigen Schwerts“, des „Manna“ und des „weißen Steins mit dem Namen“ darauf, die der dritten Kulturepoche angehören, spiegeln sich in der gegenwärtigen Kulturepoche (der Gemeinde von Sardes), nachdem die vierte Kulturepoche (die Gemeinde von Thyatira) abgelaufen ist, in der Gottes Sohn selbst, der das Ich-bin-Prinzip trug, herabgestiegen ist. Jeder Mensch muss Ihn erkennen, um den „Morgenstern“ zu erhalten, d.h. von der involutionären Marsentwicklung zur evolutionären Merkurentwicklung des Erdenäons überzugehen. Wenn die Bewusstseinsseele nicht in rechter Weise verinnerlicht wird und den Übergang zum höheren Ich nicht schafft, dann hat der Mensch den Namen, dass „er lebt und ist tot“ (3:1). Das bedeutet, dass er das reflektierende Ich besitzt, aber das ist nicht das wahre Ich, welches die äußere Welt nicht in der Lage ist, im Menschen zum Leben zu erwecken, da der Mensch sie nur als physische Welt betrachtet. In diesem Sinne ist es völlig aussichtslos, mit der „Apokalypse“ derart zu arbeiten, dass man sie nur kommentiert. Vielmehr muss unser Bewusstsein apokalyptisch werden und wir müssen unsere Zeit in apokalyptischer Weise verstehen und ihre Impulse zum Motor unserer eigenen Tätigkeit machen. Erst dann werden wir in der Lage sein, uns zum Erfahren unseres gesamtmenschlichen Hierarchienamens zu erheben. Wir sind berufen, die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe zu werden, was unsere „Dienstfunktion“ in der kosmischen Reihenfolge bezeichnet. Doch bis zum heutigen Zeitpunkt hat noch niemand den allgemeinen Hierarchienamen der Menschheit benannt. Dieser Name ist Asi![6]

Jedes Hierarchiewesen besitzt sein Ich. Wie bereits erwähnt, haben sich die Engel und Erzengel in den vorchristlichen Zeiten um unsere Entwicklung gekümmert und die nordgermanische Mythologie nannte sie Asen. Doch ihre wahren Namen sind Engel und Erzengel und ihre Dienstfunktionen lauten jeweils ‚Geister des Zwielichts‘ und ‚Feuergeister‘. Nur der väterliche Weltengrund trägt den Namen Ich im höchsten Sinne dieses Begriffes und der Name Christi lautet Ich-bin. Der Mensch hat das große Privileg, den göttlichen Namen selbst als seinen Hierarchienamen zu tragen! Mit uns kommt der gigantische Weg des Herabstiegs dieses Namens zu seinem Abschluss und es beginnt die Rückkehr dorthin, wo alles Existierende entworfen wurde. Dieser Weg ist weit und schließt unumgänglicherweise den Aufbau des „Neuen Jerusalems“ ein. Für das gotterwählte alttestamentliche Volk bildete das alte Jerusalem den irdische Pol, an dem sich die eigentliche Wohnstätte der Menschenseele auf Erden befand. Dort war die ganze äußere Kultur konzentriert und der salomonische Tempel stellte die Krönung dieses Pols dar.

Der Tempel, der aus Erdenelementen errichtet worden war, wurde nach der Ankunft des Erlösers nutzlos und die Römer haben ihn zerstört. Wenn heute nach Möglichkeiten gesucht wird, ihm wieder aufzubauen, drückt das ein völliges Missverstehen aus, denn die Substanzen für den Aufbau des apokalyptischen „Jerusalems“ werden aus der geistigen Welt heruntergesandt. Der Prozess begann schon mit dem Mysterium von Golgatha und der Mensch ist verpflichtet, diese Substanzen in seinen Willen aufzunehmen. Die Aufnahme geht mit dem dreifachen Erleben des oben erwähnten Christus-Namens einher, während die Kräfte des Bösen konsequent anwachsen. Wenn sich der Himmel öffnet und die geistigen Welten sich unseren Gedanken, Gefühlen und Handlungen annähern, so werden sofort nach dem geistigen Gesetz auch die Pforten zum Abgrund geöffnet. Der dreifachen Offenbarung mit dem Namen aus der „Apokalypse“ entspricht der dreifache Fall der antichristlichen Mächte. Was bedeutet dieser dreifache Fall?

Zuerst kommt der Fall Babylons. Für Johannes ist die Versuchung Babylon alles, was zum Herabsinken unter die Stufe des niederen Ich führt, bei dem die sonst existenzberechtigten Emotionen,

Triebe und Leidenschaften außer Kontrolle geraten und die Harmonie zwischen den materiellen und geistigen Prinzipien verletzen. Letzteres führt zu einem Verrat des Geistigen, der in einer späteren Phase der alten babylonischen Mysterien herrschte, als der mediumistische Weg zum Eindringen  in die Geheimnisse der Sternenwelten praktiziert wurde. Heute ist dieser Weg äußerst unzuverlässig, denn wenn der Mensch nicht die notwendige lange Vorbereitung auf die Transformation seiner niederen Natur zurückgelegt hat, gerät er beim Herausholen des Ich und des Astralleibes aus dem physischen und Ätherleib unter Wesenheiten der geistigen Welt, die ihre wahre Identität nicht offenbaren. Dann dringt eine Macht in das Ich und den Astralleib ein, die gut oder böse sein kann, je nachdem welche Absichten in ihnen enthalten sind. Aufgrund der uns bekannten Logik können wir – obwohl viele Menschen nicht mal das schaffen – die Wahrheit von der Lüge unterscheiden. Diese Logik können wir allerdings nicht auf die geistige Welt übertragen, wo selbst die bösen geistigen Wesen im Rahmen ihres Geschlechts wahrhaftig sind. Wenn das Medium zu seinem physischen und Ätherleib zurückkehrt, bringt es eine solche Denkart mit sich, die in der geistigen Welt rechtmäßig sein mag, aber jedes moralische Gefühl und jede Empfindung für die physische Welt verdirbt, da sie mit den unserer Welt angemessenen Begriffen arbeiten soll und dies nicht kann. Als Ergebnis davon wird der Mensch noch unmoralischer als vorher und vermischt in gefährlicher Art die Wahrheit mit der Lüge. Aus dem materiellen Untergrund wirken unten in den Emotionen in „babylonisch“ verderbender Art die ahrimanischen Wesen, während sich oben der luziferische Engel (14:8) an dem menschlichen Leiden und Fall erfreut, denn ein Teil des Erdendaseins wurde Ahrimans Macht entzogen und die Ehe zwischen Geist und Materie in diesem Erdendasein verhindert. Der Astralleib und das Ich setzen ihren Weg des Karmas fort, während der physische und der Ätherleib, welche die über sie ausgeübte Macht der höheren Wesensglieder vermissen, untauglich werden und von der Entwicklung abfallen. Der babylonische Fall geschieht wegen der Irrtümer des Menschen selbst. Damit man nicht von der Evolution abfällt, braucht man Christus, der als Einziger das Ahrimanische der materiellen Welt und das Luziferische der übersinnlichen Welt ausgleichen kann.

Der zweite Fall ist der Fall des „Tieres“ und des seine Lehre verkündenden falschen Propheten. Sie greifen nicht den einzelnen Menschen mit all seinen Schwächen an. Hier haben wir es mit übersinnlichen ahrimanischen Wesen zu tun, die nach Ende des mediumistischen Zustandes durch das Ich und den Astralleib in den Ätherleib und den physischen Leib direkt eindringen, um Böses auf der Erde zu tun. Das Tier und der falsche Prophet wollen das Ich beseitigen. Durch solche wandelnden dämonenhaften Menschen, die keine wirklichen Menschen sind, beschädigen sie ganze Menschengemeinschaften. Rudolf Steiner führte als Beispiel den Philosophen Nietzsche an, der es nicht schaffte, sein luziferisiertes Ich zu Christus zu erheben, der Erlöser ablehnte, weswegen er schließlich verrückt wurde. In unserer Gegenwart ist die Welt voll solcher Wesen, über die wir eher sagen können, dass sie ein viertes Naturreich bilden, das als lebendig gilt, doch eigentlich tot sein müsste nach der „Diagnose“ der fünften Kulturepoche, die in der Botschaft an die Gemeinde von Sardes enthalten ist. Sowohl aus dem “Wissenschaftler“, der die Menschheit zu überzeugen versucht, dass sie vom Affen abstammt, als auch aus demjenigen, der “schwarze Löcher“ oder „Außerirdische“ zu sehen glaubt – aus all diesen Menschen spricht Ahriman, da ihr Ich ausgetauscht wurde. Johannes hat geschaut, dass das Tier und der falsche Prophet nach dem Fall der verdorbenen Babylonmenschen gestürzt werden.

In der „Apokalypse“ ist auch von anderen „Tieren“ die Rede, auf die wir später eingehen werden. Wir wollen nun unseren Blick auf den dritten Fall richten – auf den Fall des Satans. Während beim ersten und zweiten Fall der Mensch moralisch und intellektuell in die falsche Richtung gegangen ist, strebt der Satan an, nicht nur ihn, sondern die ganze Erde von ihrem Weg abzubringen. Wie will er das erreichen? Indem er die vorbeikommenden Kometen abfängt, die sich seltsam bewegen und die Erde und die anderen Planeten des Sonnensystems aus ihren Bahnen bringt. Auf diese Weise will er sie von den göttlich-geistigen Kräften herausreißen und sie zu einem völlig anderen Entwicklungsweg hinführen. Laut Steiner ist der Satan ein zurückgebliebener Arche.[7] Warum will er sich der Kometen bedienen und liegt das in seinen Möglichkeiten?

Die Wissenschaft ist der Meinung, dass im Fall, dass ein Komet auf der einen Seite des Sonnensystems erscheint, er aus dem tiefen Kosmos nach einem langen Weg gekommen ist. Aber das ist überhaupt nicht wahr. Jedes Mal, wenn der Komet für uns physisch sichtbar vorbeifliegt, entsteht er eigentlich von neuem. Wenn die Zeit seiner Erscheinung naht, dann zieht der Komet wie ein geistiges Kraftzentrum alle schädlichen luziferischen Strömungen aus dem Planetensystem an und sammelt sie um sich. Zu diesem Astralen zieht er auch mineralischen Stoff an, der später auf die Erde als Meteoriten-Regen niederfällt. Wenn ein Komet das Ende des Sonnensystems erreicht hat, wirft er die schädliche Astralität in den Weltenraum hinaus und reinigt auf diese Weise das Sonnensystem. Wenn der Komet für unseren Blick verschwindet, zerfällt er und nimmt den Weg durch eine Welt, die nicht innerhalb der drei Raumdimensionen begrenzt ist. Dann entsteht der Komet von neuem. In den Kometen ist Zyanid enthalten. Wenn es mit den Meteoriten in kleinen Mengen herunterfällt, reinigt  es den menschlichen Astralleib, wirkt therapeutisch auf unser Nervensystem und beeinflusst wohltuend unsere Leiblichkeit, damit wir dem technologischen „Fortschritt“ standhalten können. Es kann sogar zum Aufschwung im geistigen Leben führen, wie das bei dem Kometen im Jahr 1872 der Fall war, der vor dem Beginn des michaelschen Zeitalters vorbeikam. Es gibt jedoch Kometen, die von der Erde verschlungen, zur Freilassung der wilden Kräfte aus der Astralwelt führen, welche aus dem Abgrund aufzusteigen scheinen. Wir wissen alle, was im 20. Jahrhundert dabei geschah. Rudolf Steiner wies darauf hin[8], dass die Evolution innerhalb der Kometen abhängig ist von den Wesenheiten der höchsten Hierarchien – den Cherubim und Seraphim. In demselben Vortragszyklus sagte er[9] , dass die Form der Planeten von den Geistern der Form stammt und ihre innere Beweglichkeit von den Geistern der Bewegung geleitet wird; Das niedrigste Bewusstsein wird von den Geistern der Weisheit geregelt, der Willensimpuls zur Bewegung durch den Raum kommt von den Geistern des Willens, die Cherubim harmonisieren die Bewegungen der Planeten und die Seraphim regeln das Zusammenstimmen der Planetensysteme miteinander. Dabei ist es gut zu wissen, dass das physische Prinzip in mineralischer  Form nur in unserem Sonnensystem existiert.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Satan ein Arche ist und das er Ahriman ist, können wir uns fragen, ob er in der Lage ist, einen Kometen abzufangen, für den die mächtigen Cherubim und Seraphim verantwortlich sind. In GA 346[10] sagte Steiner, dass die Intelligenz eines Engels „nicht unmittelbar  ergriffen werden könnte von dieser satanischen Macht. Nur in gewissen Ausnahmefällen kann das geschehen“. Zukünftig wird der Satan auch Erzengel verführen und an sich binden! Seine Macht wird so stark werden, dass er in den vier Himmelsrichtungen wirken  und sowohl kleine (Gog) als auch große (Magog) Menschengemeinschaften unter seine Macht bringen wird. Er wird laut Steiner zuerst ein Chaos im Planetensystem verursachen, so dass sich bestimmte Planeten nicht dort befinden werden, wo sie nach den sonst korrekten Berechnungen der Astronomen befinden sollten. So etwas wird in großen Ausmaßen vorkommen. Doch auch der Fall des Satans ist vorgesehen. Den Kampf gegen ihn führt Michael. Obwohl er Erzengel ist, ist er derjenige, der in einem breiteren Sinne gegen den „feuerroten Drachen mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Kronen auf seinen Köpfen“ kämpft, der am Himmel erschienen ist (12:3). Seiner Natur nach ist er gleichzeitig „Teufel“ und „Satan“, trotzdem warf Michael den Drachen auf die Erde „und seine Engel wurden auch dahin geworfen“ (12:9).

In der „Apokalypse“ spricht Johannes auch über das „Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern“, das aus dem Meer stieg (13:1) sowie über ein „Tier mit zwei Hörnern wie ein Lamm“, das „aus der Erde heraufstieg“ (13:11). Wie können wir uns bei all diesen Bildern zurechtfinden?

Aus der Anthroposophie wissen wir, dass die physisch sichtbaren Dinge „zerbrochene“ Ätherität darstellen. Im Okkultismus heißt das dem Ätherleib potenziell als Form Veranlagte  „Kopf“ und das, was physisch verdichtet durch einen bestimmten Teil des Ätherleibes hervorgebracht wird – „Horn“, d.h. das Horn ist der äußerlich-physische Ausdruck der ätherischen Aktivität. So z.B. geht aus dem Ätherleib die „Kopfform“ Löwe hervor und das Herz ist das „Horn“ des Löwenkopfes. In den ersten vier Unterrassen der atlantischen Wurzelrasse war der Mensch in seinem Ätherleib mit vier „Köpfen“ versehen. Das sind die uns aus dem zweiten apokalyptischen Siegel bekannten Gruppenseelen – Löwe, Adler, Stier und Mensch. Jede von ihnen hat ein „Horn“. In der Mitte der Wurzelrasse trat eine Bewusstwerdung der Geschlechterteilung zutage und in den verbleibenden drei Unterrassen haben wir drei weitere „Köpfe“ erhalten, wobei jedes wegen der Teilung in Mann bzw. Frau zwei „Hörner“ besaß. Dieser Prozess war ein wichtiger und notwendiger Aspekt der Vorbereitung der Menschheit auf die bevorstehende nachatlantische Entwicklung zur Ich-Selbstbewusstwerdung hin. Am Anfang dieser  Entwicklung hatten wir in unseren Astralleib „sieben Köpfe und zehn Hörner“ eingebaut, die für den geistigen Blick nach jedem Erdentod von uns sichtbar wurden.

In einem gewissen Sinne kann das aus dem Meer aufsteigende Tier auch mit dem siebenköpfigen Land[11] verglichen werden, das sich nach der Sintflut über das Wasser erhob und zum Auftauchen der Fähigkeit zum Sehen in der physischen Welt beitrug und mit seiner Geistigkeit das emotionale Leben der Menschen einer Prüfung unterzieht.

Es war notwendig, das geistige Schauen im Laufe der Evolution zu verlieren – uns sollte der Blick auf das Physische freigegeben werden. Wir sind jedoch verpflichtet, im Laufe der Evolution durch die Kraft des Ich-Prinzips Christi die Gruppenseelenhaftigkeit  der „Köpfe“ und „Hörner“ zu metamorphosieren, das Tier in uns durch die Überwindung der Geschlechterteilung auszulöschen und zu einer neuen Reproduktionsart überzugehen. Nach dem „ersten Tod“, d.h. nach unserem letzten physischen Tod vor der Vergeistigung der Erde wird der Mensch das „weiße Gewand“ des von tierischer Astralität geläuterten Ätherleibes anziehen und zusammen mit der astralisierten Erde sich mit der Sonne vereinigen, um ohne Dramen auch seinen „zweiten“ Tod zu erleben – den Abfall seines Ätherleibes. Gott wird „alle Tränen von seinen Augen abwischen“, da der Mensch vorher Christus in sein Ich aufgenommen und in seinem Leib auferstanden sein wird.

Aber das Schicksal all derjenigen, die das Tier in ihrem Inneren nicht besiegt haben, wird tragisch sein. Der Abfall des Ätherleibes wird für sie eine wahre Qual sein, da sie wegen der ungeläuterten Astralität in ihrem Ätherleib vor Sehnsucht nach dem Irdischen, Physischen brennen werden. Diese Menschen werden auch zu Astralformen übergehen, die jedoch tierischer Natur sein werden – mit zehn „Hörnern“, also zehn verhärteten Teilen des physischen Leibes – und sie werden einen die vergeistigte Erde umkreisenden  Satelliten bewohnen. Das wird für sie der Abgrund sein, in dem das Tier aus dem Wasser heraufgestiegen sein wird. Ein solcher Mensch wird nach seiner alten ichlosen Gruppenform aus der Zeit der atlantischen Flut streben, die auf dem physischen Plan vom Christus-Prinzip nicht durchdrungen wurde. Das Tier in ihnen wird toben, nachdem es die Aufmerksamkeit eines anderen, as dem Erdinneren aufsteigenden „Tieres“ auf sich gezogen haben wird. Das erste Tier, das ist die Beute im Menschen und das zweite ist der Verführer „mit zwei Hörnern wie ein Lamm“. Es ähnelt nur äußerlich dem Lamm-Christus (2. Apokalyptisches Siegel), aber es ist ein Sonnendämonium, das – wie sein Symbolzeichen zeigt – die rechtmäßige Entwicklung des Menschen zur astralen Einheit mit der Sonne umwenden will. Sorat gehört zu den Geistern des Willens und hat ein Ich aus dem vorherigen Zyklus, als die Sonnen- und Erdenintentionen in diesem Ich einheitlich waren. Während bei Christus die Bindung an die Erdenintention zu keinem Übel führte, sondern zu einem höchsten Guten wurde, verwandelten sich bei Sorat beide Intentionen in „Hörner“, die den Menschen zum Toten, zum Physisch-Materiellen mitreißen. Die Atlantis versank wegen des Missbrauchs der geistigen Fähigkeiten auf schwarzmagische Art und in der fünften Kulturepoche zieht ein solcher Missbrauch Sorat an, der die dem Missbrauch anheimgefallenen Menschen in Abgrundwelten herunterreißt, von deren Existenz sie nicht mal geträumt haben. Heute sehen wir, wie durch die Informationstechnologien eine nie dagewesene Unzucht mit der Materie getrieben wird, die eine entsetzliche Verbindung des Menschen mit den Kräften der unvergeistigten Materie darstellt. Sorat ist allerdings nicht derjenige, der uns zur Amoralität, Digitalisierung, Herstellung von Hologrammen und ähnlichen, das menschliche Bewusstsein immer mehr einnehmenden „Errungenschaften“ antreibt. Er erfüllt nur die Rolle des Verführers und er macht das gut, wenn man bedenkt, dass die Menschen ihm selbst in ihrem (niederen) Ich die eigenen geistigen Kräfte übergeben. Der Mensch drückt selbst das Siegel der Zahl 666 auf seine Stirn auf, wenn er zum unbewussten Mittler der bösen Mächte wird, wenn er die geistigen und materiellen Prozesse nicht begreift und sich weigert, nach der Formel „Nicht ich, sondern Christus in mir“ aufzusteigen. Der Weg, der nach oben zum Himmel oder nach unten in die unterphysischen Welten der Erde führt, ist endlos.

Wer hat diesen ganzen Prozess eingeleitet, der uns zum jetzigen Zustand geführt hat? Es war der Drache aus dem Himmel, der seiner Natur nach „Teufel und Satan“ ist. Dieser Drache ist die übersinnliche Ursache für das Erscheinen des Tieres aus dem Meer, das seinerseits dem Drachen zur Verwirklichung auf dem irdischen Plan im Menschen verhilft. Der Drache hat „sieben Kronen“ auf seinen Köpfen, denn alles verläuft im Rhythmus der Siebenzahl, dem der ganze Zyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan unterliegt. Erzengel Michael hat den Drachen heruntergeholt und dann hat das „Tier aus dem Meer“ große Kraft erhalten „und es wurde ermächtigt, mit seinem Maul anmaßende Worte und Lästerungen auszusprechen; es wurde ihm Macht gegeben, dies zweiundvierzig Monate zu tun (13:5). „Alle Bewohner der Erde fallen nieder vor ihm“, „deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt eingetragen ist ins Lebensbuch des Lammes“ (13:8). Sorat wirkt seinerseits mit der ganzen Macht seines „Gefährten“, wenn der Mensch es zulässt, verführt zu werden. Er und der Drache sprechen wie aus einer Stimme und die ganze Erde verbeugt sich vor dem Drachen, besonders wenn einer seiner Köpfe verwundet ist, aber geheilt wird (13:3). An dieser Stelle der Apokalypse geht es wahrscheinlich um die Ankunft Christi in der vierten Kulturepoche als Kontrapunkt des entstandenen „Kopfmenschen“ aus dem zweiten apokalyptischen Siegel während der vierten atlantischen Unterrasse. Der Erlöser hat den Sündenfall ausgeglichen, dessen Folgen der Mensch zum ersten Mal als ein zweigeschlechtliches Wesen gerade in der vierten Unterrasse der atlantischen Wurzelrasse gewahr wurde. Christus hat den „Kopf“ verwundet, aber die Menschen haben Ihn nicht verstanden und deshalb wurde die Wunde geheilt. Dann kommt der Satan, der laut Steiner nach der Astralisierung der Erde die Rolle des Tieres mit sieben Köpfen und zehn Hörnern erfüllen wird. Wer ist der Satan? Ist das Ahriman und ist er ein Arche? Welchen Rang hat er unter allen Vertretern des Bösen?

Wir haben bereits gesagt, dass Sorat zu den Thronen gehört und das erste makrokosmische Prinzip des physischen Leibes aus dem vorherigen Zyklus besitzt. Wenn wir uns eine solche Analogie erlauben dürfen, hatte er – vom Standpunkt des Erdenäons betrachtet – auf dem alten Saturn die Fähigkeiten eines Formgeistes. Deshalb war er fähig, ein Opfer darzubringen, aus dem die Substanz für unseren Zyklus erschien. Dann ging er zusammen mit dieser Substanz abwärts, wobei er eine spezielle langfristige Aufgabe erfüllte. Auf dem alten Saturn hatte er vermutlich keine „Hörner“, da es dort nur einen Wärmeäther und kein Objekt der Verführung gab. Sorat erscheint als ein Nicht-Ich, ohne ein Gegner des Ich zu sein, da es im vorherigen Zyklus kein Zurückbleiben gab. Im nächsten Vortrag werden wir darauf eingehen, wessen Gegner er ist.

In der alten Saturnzeit entstanden als eine rechtmäßige Synthese des luziferischen und ahrimanischen Prinzips auch die Anfänge der Zahl 666 – die Asuras. Das Wesen des ersten Prinzips besteht in der Entfernung vom Göttlichen und im Erlangen des Ich-Prinzips in einer grundsätzlich anderen Art als im vorherigen Zyklus – indem es durch eine Substanzialität gespiegelt wurde, die sich auf einer niedrigeren Stufe befand. Das zweite Prinzip brachte diese Entfernung  bis an die Grenze des Mineralreiches. Asura – der Anführer der Asuras, ist ein Wesen, das zu den Geistern der Weisheit gehört und das Potenzial eines Zeitgeistes (vom Standpunkt des irdischen Äons) besitzt, wenn wir uns wieder einen solchen Vergleich erlauben dürfen.

Auf dem alten Saturn wurde das Prinzip des Asurismus inauguriert und auf der alten Sonne kamen auch die restlichen zwei Sechsen vollberechtigt zum Vorschein. Luzifer wurde der Anführer der luziferischen Wesen. Er gehört zu den Geistern der Form und gemäß dem oben erwähnten Vergleich besaß er in der Saturnzeit das Potenzial eines Engels (vom Standpunkt des irdischen Äons). Auf der alten Sonne hat er unberechtigterweise das Licht für sich behalten und als unrechtmäßiger Erzengel den eigentlichen Luziferismus eingeleitet. Taucht der Luziferismus auf, ist es unvermeidlich, dass ihm das ahrimanische Prinzip folgt.

Wenn wir annehmen, dass der Satan Ahriman ist, so ist er ein Wesen, das zu den Geistern der Bewegung gehört. Auf dem alten Saturn besaß er das Potenzial eines Erzengels (vom Standpunkt unseres Äons) und auf der alten Sonne wurde er als unrechtmäßiger Arche (wieder vom Standpunkt unseres Äons) der Anführer des inaugurierten ahrimanischen Prinzips. Unter diesem Vorbehalt können wir der Aussage Rudolf Steiners zustimmen, dass der Satan ein Wesen aus der Gruppe der Archai ist.

Auf der alten Sonne wurde von den Cherubim über die Herrschaften das Leben unseres Zyklus ausgestrahlt und es ist anzunehmen, dass damals die Herausbildung der beiden „Hörner“ Sorats begann – als eine Folge der Trennung der beiden Intentionen bei Luzifer und Christus, die bis dahin kosmische Brüder waren. Das führte zu einer weiteren Verzerrung der Entwicklung, und zwar in Ausmaßen, die eine Rückkehr zur rechtmäßigen Entwicklung gefährdeten. In welchen Perioden der Erdenevolution können wir eine Entfaltung dieser Verzerrung erwarten?

Wie bereits erwähnt, bietet uns Rudolf Steiner in seinen Zyklen von 1908  und 1924 zwei Herangehen zur Betrachtung der in der „Apokalypse des Johannes“ beschriebenen Ereignisse. Im ersten Vortragszyklus beziehen sich die Botschaften an die Gemeinden auf die Entwicklung in den sieben nachatlantischen Kulturepochen sowie auf dasjenige, was über die Einweihung mit den Mitteln der physischen Welt gesagt werden kann. Bei der Öffnung der Siegel ist die Bewusstseinserhebung in der Welt der Bilder und in der sechsten Wurzelrasse, in der die Nachfolger Christi Sein Zeichen tragen werden. Die sieben Posaunen tönen aus der Sphärenharmonie (aus dem niederen Devachan) und aus der siebten Wurzelrasse, mit der das Ende der physischen Erdentwicklung gesetzt und ein Astralzustand der Erde eingeleitet wird. Die sieben Zornesschalen ergießen sich als das Gegenteil der Göttlichen Liebe auf die Menschheit aus der Sphäre des höheren Devachan.

Demgegenüber lenkte Rudolf Steiner im 1924 gehaltenen Vortragszyklus unseren Blick vor allem auf die Zeit nach dem Mysterium von Golgatha. Er betrachtete die Zeit von dem Mysterium von Golgatha bis zum Zeitalter der Kreuzzüge „als eine kleinere Epoche der Sieben-Siegel-Eröffnung“.[12] Der Blick der Menschen zum Göttlichen richtete sich in die Tiefen des Kosmos und Gott offenbarte sich ihnen im ganzen Universum. Damals hat sich das Christentum in verschiedenen Etappen und Formen bis zur Zeit der Kreuzzüge verbreitet, als das siebte Siegel geöffnet wurde und die Posaunen ertönten. Aus dem Osten in den Westen kam ein neues Christus-Licht, das mystisch in den Menschenseelen wie eine Posaunenstimme wirkte. Dieses Leben im Zeitalter der Posaunenstimmen bezieht sich nur auf die Entwicklung der Bewusstseinsseele, die nicht parallel zur Entwicklung des Astralleibes bzw. zur menschlichen Entwicklung als Ganzem (im Sinne der Vorträge von 1908) geht, sondern es scheint sich in diese einzuschalten. Das hängt immer mit dem Prinzip der Entwicklung in der Zeit nach der Siebenzahl zusammen.

Die fünfte Posaune hat schon abgeklungen und von den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts an, als Michael den Kampf mit dem Drachen von neuem aufgenommen hat, ertönte die sechste apokalyptische Posaune. Während in der alten atlantischen Zeit Michael den Drachen eher in dessen „luziferischen Teil“ in der übersinnlichen Welt besiegte und als Folge dieses Kampfes unter die Menschen auf der Erde die Viren aufkamen, errang  Michael 1879 einen Sieg über den Drachen in dessen „ahrimanischen Teil“. Diesmal waren die Folgen für die Menschen viel schwerwiegender,  denn in ihre Gedanken, Gefühle und Willensimpulse siedelten sich sehr gefährliche ahrimanisierte Engel an. In der ganzen vergangenen nachatlantischen Zeit bis hin zum 15. Jh.n.Chr. wirkten in der Menschheit die „alten“ Geister der Finsternis gegen die Blutsverwandtschaft weiter, die eine beschleunigte Vergeistigung des Menschen zur absoluten Freiheit anstreben, ohne dass er ausreichend für sein Ich-Selbstbewusstsein reif geworden ist. Aus der geistigen Welt heraus verführten die luziferischen Wesen den Menschen und die ahrimanischen Geister zogen ihn aus der Außenwelt an. Doch beide Verführer kamen auf getrennten Wegen vor seine Seele und der Mensch konnte zwischen Skylla und Charybdis unterscheiden und sich vor ihnen durch die physische Vererbung schützen. Die Asuras griffen damals nicht ein und das luziferische und ahrimanische Prinzip konnten sich bis zu einem gewissen Grade ausgleichen. Nach dem 15. Jahrhundert tauchten aus der unterphysischen Schule Ahrimans Abkömmlinge der alten dunklen Geister auf, die viel größere Kräfte und Wirkungsmöglichkeiten hatten. Sie vereinigten sich mit den Asuras zu einem Knoten vor der Menschenseele und drangen in sie als furchterregender Asurismus ein. Die Seele konnte diese Geister nicht voneinander unterscheiden.

Unter den Engeln und Erzengeln gab es auch eine Verschiebung. Wie bereits hervorgehoben, wirkten diese beiden rechtmäßig entwickelten Arten von Wesen in der vierten Kulturepoche durch die Blutsverwandtschaft, wobei die Leitung der Ereignisse auf der Erde hauptsächlich den Erzengeln anvertraut wurde. Vom Beginn der fünften Kulturepoche an begannen die Engel, immer selbständiger zu werden, indem sie die Herrschaft über unser Blut herstellten und zur direkten Leitung des Menschen übergingen. Die Erzengel haben ihrerseits unser Nervensystem unter ihre Obhut genommen, damit wir eine Möglichkeit haben, zum anschauenden Denken überzugehen. Im 19. Jahrhundert versuchten manche der zurückgebliebene Engel den Bereich des Blutes zu verlassen und den Platz der Erzengel in unser Nervensystem einzunehmen. Aber sie wurden zurückgeworfen und nun hört man ihr Getöse im Stammesmäßigen, im Nationalismus. Trotzdem wirken die Geister der Finsternis, allen voran die ahrimanischen Wesen, überwiegend in der von ihnen geraubten kosmischen Intelligenz, die zu menschlicher Intelligenz wurde. Dagegen befinden sich in unserem Fühlen und Wollen die göttlichen Kräfte und dort ist der Satan gezwungen, sich mit ihnen zu konfrontieren. Seinem Wesen nach ist jedes Problem die Folge des falschen Denkens, des toten Intellekts.

Was sind die Ergebnisse der beschriebenen Prozesse? Die erste apokalyptische „Wehe“ (8:13) suchte die Menschen beim Erscheinen der kopernikanischen Anschauung und des Materialismus (von den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts an) heim. Dabei wurde ein Drittel der Menschen geistig getötet. Im 20. Jahrhundert waren wir Zeugen des bestialischen Bolschewismus und Nationalsozialismus, des magischen Materialismus. All dies resultiert aus dem direkten Eingriff Ahrimans in den 40er Jahren. Vom geistigen Standpunkt aus sind die im 20. Jahrhundert vollbrachten Verbrechen für die menschliche Evolution als Ganzes nicht so wichtig wie der besagte Eingriff Ahrimans, aber der Mensch kann sich der Verantwortung für seine Handlungen nicht entziehen. Die Schuld an unseren Sünden tragen nicht „das Tier mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern“ oder Sorat, obwohl Rudolf Steiner auf eine interessante Weise auch ihre Schuld gesehen hat. Er berichtet über einen Kometen, der sich im 19. Jahrhundert in sieben Teile gespalten hat[13]  – das Tier mit sieben Köpfen. Ein vorbeigeflogener Komet mit zwei Schweifen ist ihm zufolge das „zweihörnige Tier“. Natürlich sprechen wir hier in einem viel engeren Sinne über die besagten Tiere, aber die sich überschlagenden Ereignisse haben durchaus dazu geführt, dass die Erde von „Heuschrecken mit Menschengesichtern“ heimgesucht wurde (9:7). Das begann nach dem Ertönen der fünften Posaune, aber es machte sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts bemerkbar. Was sind diese Heuschrecken?

Die Heuschrecken sind Menschen, die hereingestellt werden in die physische Vererbung, einen Äther- und Astralleib sowie eine Seele bekommen, doch kein Ich haben und in ihrem Astralleib wie „ätherische Menschen“ aussehen“[14].1924 sagte Rudolf Steiner voraus, dass wir mit solchen Menschen zu tun haben werden, aber sie wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als die uns bekannten Autisten diagnostiziert. Wegen ihres Astralleibes haben sie ein Bewusstsein, das eher ahrimanisch ist. Sie besitzen jedoch kein Gedächtnis und deshalb fehlt ihnen die Empfindung eines eigenen Ich. Ungefähr bis zu ihrem 20. Jahr haben sie eine menschliche Natur und wenn danach die Periode der Verinnerlichung der seelischen Wesensglieder und des Ich eintritt, bleibt ihre Entwicklung stehen, so dass sie auf der Stufe des Kindes verbleiben. Manchmal sind das Seelen, die später von den Planeten herabgestiegen sind, auf die sie in einer bestimmten Evolutionsperiode geschickt worden sind, in anderen Fällen sind das jüngere Seelen, die später zur Inkarnation kamen und entsprechend zurückgeblieben sind. Laut Steiner an der Anwesenheit solcher Heuschrecken, die in einem gewissen Sinne eine Last für die Menschenentwicklung darstellen, vor allem die spirituellen Menschen, da das Ich das Zentrum der menschlichen Entwicklung bildet. Das bedeutet aber nicht, dass solche Zeitgenossen wie Verrückte zu behandeln sind,  sie müssen vielmehr mit den anderen Menschen in Verbindung sein, damit sie eine Entwicklung durchmachen können und in ihren nächsten Inkarnationen nicht als „Heuschrecken“ aussehen. Zudem sind sie nicht unbedingt böse – ihr Verzicht auf eine Verbindung des Ich mit dem physischen Leib kann auf die Angst vor der Vergeltung des alten Karmas oder auch auf die unheimlichen Qualen zurückgeführt werden, die sie im vergangenen Leben erlitten haben und die bei ihnen eine Abscheu vor der Inkarnation verursachen. Diese Frage ist sehr kompliziert und ihre Beantwortung kann nicht eindeutig sein.

Doch warum sehen diese Menschen wie „Heuschrecken“ aus, wie Johannes sie geschaut hat? Das materialistische Bewusstsein verwüstet und ahrimanisiert den Astralleib, das mit Ätherleib und  Vergangenheit zusammenhängende Gedächtnis wird abgeschwächt und schwindet. Aber unsere Zukunft ist doch das Ergebnis der Metamorphosierung unserer Vergangenheit. So wie nach einer Heuschreckenplage eine verwüstete Ödnis bleibt, in der kein Leben ist, wird auch das Bewusstsein der heutigen Materialisten verwüstet und in ihrem nächsten Leben werden sie Autisten sein und wie „ätherische Heuschrecken“ aussehen. Die zahlreichen heutigen ichlosen Mittler des „Tieres und seines falschen Propheten“, die wir als den zweiten Fall der antichristlichen Kräfte charakterisierten, sehen jetzt nicht wie Heuschrecken aus, doch zukünftig wird das unbedingt der Fall sein.

Wir leben im michaelischen Zeitalter, doch die Menschheit will offenbar massenhaft zur „Heuschrecke“ werden. Nach dem Zeitalter Michaels kommt das Zeitalter Oriphiels und dann wird nur eine kleine Gruppe Menschen bleiben, die Licht in ihrem Ich tragen und Bürgen der weiteren Evolution sein werden. Diese weitere Evolution steht in direkter Beziehung zur Ankunft Ahrimans im Jahr 2029 und zur siebten apokalyptischen Posaune. 1924 sagte Steiner voraus, dass der siebte Engel zu blasen beginnen wird, wenn am Ende des 20. Jahrhunderts bestimmte Ereignisse eintreten[15]. Die zweite apokalyptische Wehe begann in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts und sie wird uns zur dritten Wehe im nächsten Zeitalter führen, wenn die Zornesschalen ausgegossen werden, die von menschenverursachten Naturkatastrophen begleitet sein werden. Wir befinden uns in der Mitte der drei Wehen und es ist besonders wichtig zu begreifen, worauf der siebte Engel am Ende des 20. Jahrhunderts gewartet hatte, bevor er zu posaunen begann. Rudolf Steiner hat das Ausstrahlen eines geheiligten Impulses für das geistige Leben der Menschheit an der Wende zum 21. Jahrhundert vorausgesagt. Das ist mit der Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse eingetreten, die durch Rudolf Steiner und Beinsa Douno erschienen sind. Die Synthese ruft jene geheimnisvollen 140 000 Menschen auf, an deren Stirn in der fünften Kulturepoche das Ich-Siegel Gottes erscheinen wird und die erfolgreich in den Heuschreckenschwärmen wirken werden.

Steiner sprach auch über das geistige Bild einer „mit der Sonne bekleideten Frau“ (12:1), die den Sohn  gebar und mit ihren Füßen den von Michael gestürzten Drachen trat. Dieser Drache befindet sich bereits im Menschen und dort wird Michaels Kampf mit ihm ausgefochten.

Bis zur Mitte der atlantischen Wurzelrasse sahen die Menschen in der geistigen Aura der Sonne „die kosmische Frau, die den Sohn gebären wird“ und bis zur Ankunft Christi wurde unser Ich von oben entzündet. Nach dem Mysterium von Golgatha findet diese Entzündung von innen statt, aber es mussten 2000 Jahre vergehen, bevor wir über „das Explodieren des Ich“ sprechen konnten. Zudem findet seit der Mitte des 19. Jahrhunderts der Evolutionsprozess statt, bei dem sich der Ätherleib vom physischen Leib löst und der Mensch unbewusst am Hüter der Schwelle zur übersinnlichen Welt  vorbeigeht. Das sollte er eigentlich bewusst erleben, und zwar bevor die „in Sonne bekleidete Frau“ erscheint. Steiner wies darauf hin, dass dieses Ereignis in unserer Zeit stattfinden wird. Das Bild der Frau ist das Symbol der Weisheit Gottes, der himmlischen Sophia, des „Buches“, das die Weltgeheimnisse der „Apokalypse“ aufbewahrt. In den alten Zeiten wurde dieses Buch von außen erhalten, nun muss es in das Menscheninnere eingehen. Am Anfang ist es „süß wie Honig“ – das Offenbaren der Geheimnisse wirkt inspirierend -, aber es ist „bitter im Magen“, denn alles muss von Grund auf neu gedacht und gemessen werden mit einem „Messstab“ (11:1). Im engeren Sinne ist das „Buch“ das erneuerte Palladium als die Synthese zwischen Liebe und Weisheit, das Maß ist der Ich-Impuls Christi vom Golgatha-Mysterium und das „Messwerkzeug“ ist die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse aus dem 20. Jahrhundert. Bis zu der Zeit, wenn wir fähig zu dieser Handlung werden, ist der Drache besiegt und für „Tausend Jahre“ gefesselt worden – also auf eine bestimmte Art für die Außenwelt besiegt, weil die geistige Sichtweise auf die Welt immer noch dem Materialismus entgegengesetzt werden kann.

Der Satan wurde für eine bestimmte Zeit gefesselt, damit er nicht in entsetzlicher Art wütet. Aber er wird „für kurze Zeit“ freigelassen werden und dasjenige tun, was er vorhat. Johannes hat wahrscheinlich die Ankunft Ahrimans im Jahre 2029 und sein Aufenthalt in einem Menschenleib für 42 Monate im Sinne der fünften Kulturepoche gemeint. Mit Ahrimans Ankunft wird es Naturkataklysmen, neue Krankheiten und selbst einen Klimawandel geben. Einerseits erklärt Steiner, dass unter dem „gläsernen Meer“ in der „Apokalypse“ das Erscheinen des Mineralreiches in seiner ursprünglichen Form im Erdenäon zu verstehen ist, andererseits betrachtet er es als einen Zwischenzustand zwischen Sommer und Winter, wenn Eis und Schnee als ein durchsichtiger dicker Stoff mit spiegelnder Oberfläche das wässrige Element sein wird, das Sommer und Winter bleiben wird[16]. Mit seiner hohlen Intellektualität wird der Mensch zu dieser drastischen Veränderung in der Natur beitragen – wir sind die Zeitgenossen ihrer ersten Symptome.

Der Verfall der Seelenkräfte ist heutzutage so stark, dass der Mensch geradezu jeglicher Möglichkeit der Verbindung mit dem Geist entleert wird. Von zahlreichen Illusionen umringt, ist er kaum einer sinnvollen Evolution fähig und verschließt sich in seinem eigenen Egoismus. In Großbritannien wollte man sogar ein Ministerium für Einsamkeit einrichten[17], weil fast zehn Millionen Briten trotz der globalen Verbundenheit im Internet an Einsamkeit leiden. In Japan gibt es Menschen, die seit zehn Jahren keinen lebendigen Kontakt mehr zu anderen Menschen hatten und lieber mit digitalen Kontakten leben möchten. In den reichen Ländern ist die Selbstmordrate höher als in den armen Ländern. Die Wissenschaft berichtet, dass in den letzten Jahren die Körpertemperatur des Menschen sinkt. Das Lösen des Ätherleibes führt zu keiner rechtmäßigen Beziehung mit der übersinnlichen Welt, sondern zum Erkalten der Liebe und Verschließen im Egoismus des niederen Ich. Nur die langfristigen Ziele und das hohe Ideal, das der spirituelle Mensch hat, impulsieren seinen Willen, beleben seine Kräfte und werden zu rechtmäßigen zukünftigen Handlungen. Die „Apokalypse“ ist überfüllt mit weiten Zielen und die Notwendigkeit, sie zu begreifen, wird in den nächsten 2500 Jahren ständig anwachsen. Das wird das neue „Jahrhundert“ nach dem Kali Yuga sein, in dem der ätherische Christus für unsere geistigen Sinne immer sichtbarer werden wird.

Mit diesem Vortrag haben wir lediglich einige der Geheimnisse in der „Offenbarung des Johannes“ gestreift und in Zukunft werden wir versuchen, in immer tiefere Schichten der „Apokalypse“ einzudringen, um uns noch mehr dem Träger des kosmischen Ich-bin-Prinzips anzunähern und unseres erhabenen Hierarchienamens Asi würdig zu sein!

 

[1] GA 346, Vortrag vom 5.9.1924

[2] Ebd.

[3] Das bulgarische Wort аз bedeutet ich.

[4] Vgl. Mangurovs Buch „Der Weg zum Ich“

[5] Einer von Mangurov empfangenen Offenbarung zufolge

[6] Dieser Name entspricht der von Mangurov empfangenen Offenbarung. Deshalb wird er transliteriert und nicht übersetzt. Im Bulgarischen gibt es das Wort (auch als Personalpronomen) аз ‚ich‘,  dessen Pluralform азове ‚Iche‘ lautet. Die Bezeichnung der zehnten Hierarchie ist laut Mangurov ази, was sich von der üblichen Bezeichnung für Icheазове – unterscheidet. Der Bezug zum bulgarischen Wort аз ist im Namen ази zwar deutlich vorhanden, trotzdem ist ази nicht einfach eine Pluralform von аз, sondern etwas anderes.

[7] Vgl. GA 98, Vortrag vom 29.4.1908

[8] In GA 136, Vortrag vom 10.4.1912

[9] Ebd., Vortrag vom 7.4.1912

[10] Vortrag vom 22.9.1924

[11] Die Rede ist von den sieben Kontinenten; der Verlust des alten Hellsehens hat unser emotionales Leben beeinflusst, das seitdem vollständig als Folge dieser verlorenen Beziehung zustande kommt.

[12] Vgl. GA 346, Vortrag vom 17.9.1924

[13] Vgl. GA 346, Vortrag vom 20.9.1924

[14] Ebd., Vortrag vom 17.9.1924

[15] Ebd.

[16] Ebd., Vortrag vom 19.9.1924

[17] Vgl. z.B. folgenden Artikel: https://www.spiegel.de/politik/ausland/grossbritannien-hat-kuenftig-ein-ministerium-fuer-einsamkeit-a-1188423.html, abgerufen am 17.3.2020.

Die räumlich-zeitlichen Metamorphosen und das Einstein-Problem

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 14.12.2019 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

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Anfang des 20. Jahrhunderts veröffentlichte der Physiker Albert Einstein zwei Relativitätstheorien – eine spezielle und eine allgemeine Relativitätstheorie. Beide geben seine Denkweise wieder, für die die Menschheit diesen Wissenschaftler als ein Genie wahrnahm, ohne das Problem seines Denkens zu erkennen.

Laut Einstein kann man im Kosmos nur von relativen, jedoch nicht von absoluten Bewegungen sprechen und der Mensch kann nicht mit Sicherheit behaupten, ob ein Körper sich bewegt oder in Ruhe befindet. Die Objekte befinden sich in relativer Ruhe, während für den Betrachter sie sich nur scheinbar in Bewegung oder in Ruhe befinden. Einstein gibt auch die entsprechenden Beispiele, z.B. das mit der Streichholzschachtel und dem Streichholz. Es sei egal, was sich bewegt, nachdem sich das Feuer entzündet hat. Oder mit den sich parallel und vielleicht aneinander vorbeifahrenden Zügen, von denen einer schnell und der andere langsamer ist. Von ihren Bewegungen könnten wir uns keine einheitliche Meinung bilden bezüglich der Fragen, wie und mit welcher Geschwindigkeit sie sich bewegen. Wenn die Bewegung relativ ist, so Einstein, ist es unmöglich, auch etwas Wahres über die Synchronizität zu sagen, weil sie wahrscheinlich nicht vorhanden ist. Nehmen wir das Beispiel zweier Uhren, die sich in zwei verschiedenen Städten befinden. Sie zeigen die gleiche Zeit, aber unsere Beobachtung ist möglicherweise nicht korrekt, weil sie weit voneinander entfernt sind.

Wenn man von dieser Denkweise ausgeht, gehen die Dinge zu weit und erstrecken sich auf die ganze Welt, was zu allerlei ungewöhnlichen Konsequenzen führt. Einstein behauptet Folgendes: Wenn wir in den Weltraum eine Uhr schicken, deren Zeiger sich in einer bestimmten Position befinden und wenn sich diese Uhr mit der Lichtgeschwindigkeit bewegt und danach den entgegengesetzten Weg nimmt, würde eine solche Bewegung für das Innere der Uhr nicht von Bedeutung sein, dieses würde unverändert zurückkommen. Unabhängig davon, ob die Uhr sich bewegt hat oder in Ruhe geblieben ist, seien keine Veränderungen eingetreten. Daher könne man nicht behaupten, ob sich der Körper bewegt oder nicht.

Sich auf solche Behauptungen stützend, gehen Einsteins Anhänger noch einen Schritt weiter, indem sie erklären, dass die Größe einer Person auch relativ sei, weil es keine absolute, sondern nur eine relative Größe gebe. Es komme uns nur vor, dass sie eine bestimmte Größe hat, weil sie in Bezug auf Bäume, Häuser usw. eine Größe habe, aber man könne nicht von ihrer absoluten Größe sprechen. Daher könne ihr  Kopf  20, 50, 100-mal größer als die jetzige Größe sein oder ihr Puls könne 5.000, 10.000 Schläge pro Minute sein.

In seiner ersten Theorie beschreibt Einstein eine von Äther erfüllte Welt. Später lehnte er das aus dem Raum kommende Leben ab und es kam zu Schlussfolgerungen seiner Anhänger, die den gesund denkenden Menschen geradezu in Erstaunen versetzen. Stellen wir uns vor, dass ein Ton an einem Ort entsteht, der sich zu einem anderen Ort ausbreitet. Befindet sich eine Person an dem Ort, an dem der Ton erzeugt wird, wird sie ihn sofort hören. Wenn sie sich ein Stück entfernt hat und sich langsamer als der Ton bewegt, so wird sie ihn später hören, als der Ton erzeugt wurde. Wenn sie sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie der Ton bewegt und den anderen Ort erreicht, wird sie laut Einsteins Nachfolger den Ton nicht hören, weil er ihr entkommen würde. Wenn sie sich mit einer höheren Geschwindigkeit als der Ton bewegt, wird sie ihn noch vor seinem Entstehen hören.

Nachdem sich Rudolf Steiner mit den oben erwähnten Beispielen und Behauptungen bekannt gemacht hatte, zeigte er geschickt die Absurdität solcher Ansichten auf, welche die Bewegungstheorie nicht auf der Grundlage der auftretenden inneren Veränderungen in den Objekten entwickeln, sondern nur auf Grund der äußeren Beobachtungen. Wenn jemand einen Berg besteigt, ist es nicht der Berg, der ihm entgegenkommt, sondern umgekehrt – es ist der Bergsteiger, der müde wird. Wenn wir eine Uhr mit der Lichtgeschwindigkeit in den Weltraum schicken, wird sie nicht nur ihr Äußeres verändern, sondern sofort zu Staub werden, so dass wir sie überhaupt nicht sehen würden. Jeder Körper, jedes Wesen hat als innere Qualität seine konkrete eigene innere Geschwindigkeit und sie ist ein grundlegender Begriff. Die Uhr bzw. der physische Menschenkörper können sich nicht mit der Lichtgeschwindigkeit bewegen, aber der Lichtäther kann das. Unser Puls könnte nicht 5.000 Schläge pro Minute betragen, weil wir dann aufhören würden, Menschen zu sein. Der Kopf kann nicht 100-mal größer sein, da er etwas Absolutes in sich trägt, dessen Größe das gesamte Universum bestimmt hat. Seine Größe kann innerhalb bestimmter Grenzen variieren, aber neben dem Relativen ist auch hier das Absolute maßgebend. Über Relativismus kann nicht gesprochen werden, da es sonst für jede Kopfgröße ein eigenes Universum geben müsste, aber es gibt nur ein einziges. Wenn wir über das Hören und Bewusstmachen des Tons durch den Menschen sprechen, ist der gesamte Prozess sehr komplex und an ihm beteiligen sich sowohl die verschiedenen Ätherarten als auch eine Reihe von Wesensgliedern des Menschen selbst.

Zweifellos war Einstein ein talentierter Mathematiker, der bemerkenswert logisch dachte, aber in seinen Theorien fehlt das Leben und sie haben keinen Zusammenhang mit dem Wirklichen, mit der Realität. Wie kann man einen Ton hören, der überhaupt nicht erzeugt ist?! Solche Behauptungen sind das Ergebnis eines entstellten ahrimanisierten Denkens seelisch kranker Menschen und sie sind völlig nutzlos. Der bulgarische Maler Boris Georgiev[1] porträtierte sowohl den Meister Beinsa Douno als auch Einstein mit geschlossenen Augen und in die Zukunft blickend.

einstein   B.Douno

  Albert Einstein und Beinsa Douno, porträtiert von Boris Georgiev

Doch während der erstere diese Zukunft tatsächlich im Geist sah, vermochte der zweite das nicht zu machen und kannte nicht den Weg in diese glänzende Zukunft. Daher erklärte Einstein am Ende seines Lebens das Wort ‚Gott‘ für ein „Produkt menschlicher Schwächen“ und die Bibel – für „eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden“.[2] Die Bulgaren haben ein Sprichwort: „Die Hühner werden im Herbst gezählt“ (entspr. dt. „Man soll nicht den Tag vor dem Abend loben“). Trotz seines Pazifismus, Antinazismus usw. verfiel Einstein in den Zustand eines beschädigten Atheisten. Wenn Christus nämlich im menschlichen Bewusstsein fehlt, bleibt von diesem nur ein reflektierender Spiegel übrig, der von „Torsionsfeldern“, „Schwarzen Löchern“ sprechen oder eine „Stringtheorie“ über die Struktur des Universums und dergleichen erfinden kann, wie sie im 20. Jahrhundert erschien. Die Wissenschaft versteht nicht das Wesen von Licht, Geschwindigkeit, Zeit und Raum, Materie und Leben, deshalb hat sie eine schnelle Reise statt zum Geist, zum Abgrund der unterphysischen Welten unternommen und dabei die menschliche Seele mitgerissen.

Wie soll ein Mensch denken, wenn er das Wesen der oben genannten Begriffe verstehen will, die ihm in unserer Gegenwart recht abstrakt klingen? Wie wir schon mehrmals besprochen haben, wurde im vorhergehenden, unter der Regentschaft des Vatergotts verlaufenen Entwicklungszyklus durch das gemeinsame Wirken der hierarchischen Wesen die Vorbereitung der Substanz des unausgesprochenen Gottes auf die Entwicklungsbedingungen des gegenwärtigen Zyklus verwirklicht. Damals fand die Schöpfung im „Weilenden“, im Heimlichen, im Wesenskern statt, was wir uns kaum vorstellen können. Man kann sagen, dass die hierarchische Wesen damals das „Innere“ der Zeit unter den Bedingungen der Ewigkeit bewohnten – in Einheit von Sein und Wesen im Wesenskern – und die Zeit erschien nicht im Angesicht jener Wesen, die zu Beginn des nächsten Zyklus geboren werden mussten.

Der Raum hatte einen vieldeutigen Charakter mit vielen Varianten, der in der christlichen Esoterik ’Kristallhimmel’ genannt wird. Die alten Griechen nannten ihn ‚Chaos‘, und es ist kein Zufall, dass in jedem befruchteten Ei des Menschen die Substanz in den Zustand des primären Chaos versetzt wird, damit das neue Wesen wie vom Anfang der Welt selbst entsteht. Im räumlichen Chaos, das in einer uns unbekannten Art aufgebaut ist, befanden sich die Auf- und Abstiegsintentionen in der Substanz in Einheit, aber sie mussten in einer möglichst dramatischen Art voneinander getrennt werden.

Die Geister des Willens stiegen in ihrer Entwicklung zum Grad der bewussten Allwissenheit auf, der vom Willen des Vatergotts, Opfer zu bringen, durchdrungen war. Indem sie diesen Bewusstseinswillen verinnerlichten, bereiteten sie sich auf ihr zukünftiges Opfer vor, das die Grundlage des nächsten Zyklus als dessen Fundamentthron bildete. Deshalb nannte Dionysius der Areopagit diese Geister ‚Throne‘.

Nach dem großen Mahaparipralaya zwischen den beiden Zyklen offenbarte das Absolute in einer neuen Uroffenbarung einen Teil von sich. Das ist der väterliche Weltengrund. Wir können ihn auch ‚Gott‘ oder ‚Wesen‘ nennen. Die drei Stufen der Uroffenbarung haben wir mehrmals erörtert, deshalb werden sie hier nur angedeutet. Für die erste Stufe gilt das Fichtesche Ich = Ich und dies ist das allsehende Ich-Auge mancher bekannter Symbole. Auf der zweiten Stufe manifestierte sich Christus als eine Einheit zwischen Objekt und Subjekt und hier steht das Ich-bin-Prinzip noch ganz an seinem Anfang – das ist der Anfang des Logos. Und auf der dritten Stufe offenbart sich Gott in Seinen drei Hypostasen – als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Sie sind eines Wesens und identisch, tragen nicht die Merkmale einer evolutionären Entwicklung. Ihre höchste Einheit wird von Gott verwirklicht. Dieses Prinzip der Einheit wird im Neuen Testament als ‚Alles‘ bezeichnet. Dieses ‚Alles‘ hat beschlossen, sich in der Existenz des neuen Zyklus der evolutionären Entwicklung zu offenbaren, und die Heilige Trinität erlangt durch drei universelle Strahlen, in denen alle Wesen existieren und wirken, die Eigenschaften einer Hierarchie.

Gott verlieh Christus das Prinzip der Einheit und Christus wurde der Allerhalter, der den Zyklus aufhielt und sein Zerfallen in einzelne Elemente, die keine Beziehung zueinander haben, verhinderte. Das Ich-bin Christi nahm seinen Platz im Mittelpunkt des Zyklus ein und bereitete sich darauf vor, irgendwann bis auf dessen tiefsten Grund zu gehen und sich opfervoll mit dem physischen Leib eines Menschen zu verbinden. Für die Menschen ist Gott Liebe – die aufopferungsvolle Liebe -, aber ihnen steht noch bevor, ihr Bewusstsein zu erheben für das Verständnis von Gott als das Ich-bin-Prinzip und dadurch auch für das Verständnis von Ich = Ich, d.h. für die verinnerlichte Offenbarung „Ich bin Gott selbst.“ Auf diesem grandiosen Aufstiegspfad ist der Heilige Geist – die Idee des gegenwärtigen Zyklus – unser Anführer. Diese Idee wurde im Schoß des alten Zyklus geboren und deshalb geht der Heilige Geist vom Vater aus. Jetzt wird an der Idee für den nächsten Zyklus gearbeitet und in diesem Sinne geht der Heilige Geist von Christus aus. Wenn man ein solches Verständnis hat, würde sich der tausendjährige Streit zwischen Katholiken und Orthodoxen erübrigen, aber leider ist das nicht der Fall.

Eine der ersten Definitionen von Gott ist die Unendlichkeit. Wir wollen sie als Abstraktion annehmen, da wir sie kaum definieren können. Die Uroffenbarung ist eine unendliche Ausstrahlung, die von einem Punkt ausgeht und sich in alle Richtungen verbreitet, aber da Gott nur in Seiner Unendlichkeit offenbart werden kann, ist Seine Offenbarung eine unendliche Verinnerlichung von Ihm in Seinem Wesen. Aber damit ist der Unendlichkeit eine Grenze gesetzt – der Punkt des Nichts. Dieser Punkt ist der alte Saturn. Er entstand als eine Schleife der Lemniskate, die in einer anderen verdreht ist, welche äußerlich unausdrücklich war.

Das grenzenlose Ausstrecken als ein Verinnerlichungsprozess wird zu einer Bewegung auf einer sich schließenden Spirale, die zu einem Punkt wird. So wird der Punkt des sich offenbarenden „Alles“ im Sein des alten Saturn zum Punkt des „Nichts“ – zum Zentrums des alten Saturnzustandes der Erde, auf den die hierarchische Wesen ihre Tätigkeit richten. Hier stirbt der Geist und es werden die Materie und das sinnliche Universum geboren, welches in sich die Unendlichkeit des Universums des Geistes widerspiegelt.

Dieses „Brechen“ des Geistes, der Unendlichkeit Gottes bedeutet nicht, dass sie begrenzt wird, sondern dass sie sich qualitativ metamorphosiert, indem sie einen Ausdruck in der Tätigkeit der hierarchischen Wesen findet. In die unserem Zyklus uranfänglich angelegte Konfrontation zwischen Geist und Materie hineinversetzt, erfährt der Prozess der grenzenlosen Ausdehnung der Welten-Einheit auch eine ständige Zusammenziehung. Es ist, als würden sich die Dimensionen nacheinander entfalten, weil die Unendlichkeit alle möglichen räumlichen Dimensionen und alle Zeitformen in sich enthält, die in der evolutionären Entwicklung noch entstehen mussten.

In allen Hierarchien manifestiert Gott Seine Unendlichkeit, aber diese lebt in ihnen unter sich ständig ändernden Bedingungen, die folgendem Grundgesetz des Zyklus entsprechen: „Im Universum entwickelt sich alles durch die siebenstufige Metamorphose“ – von den sieben Stufen (Äonen) des Bewusstseins bis zu den Siebenjahresperioden im menschlichen Leben. Und wie wir bereits gesagt haben, werden diese grenzenlosen Metamorphosen von Christus global in Einheit gehalten, weil jede Entwicklung immer innerhalb einer höheren Einheit erfolgt, die der Erdenmensch als ‚Gesetz’ definiert. Mit dem Beginn der Uroffenbarung wurde auch ihr Ende keimhaft angelegt, von dem aus Gott den Heiligen Geist schickte, damit er dem Zyklus, den der Vater durch die Geister des Willens eingeleitet hatte, die Richtung zur Vollendung gibt.

Gottes Beziehung zur Hypostase des Vaters ist eine Beziehung der absoluten Notwendigkeit und gerade vom Vater ging mit dem aus der Vergangenheit in die Zukunft wirkenden Gesetz der Kausalität die räumlich-zeitliche Evolution aus. Damit es aber freies Schöpfertum gibt, muss dieses nicht nur Folgen der Vergangenheit benutzen. Daher wirkt der Heilige Geist in Freiheit von der Zukunft in die Vergangenheit und schafft Bewusstseinsformen gemäß dem im Zyklus beständig fließenden Leben des Sohnes. Die freie Schöpfung bleibt innerhalb der Grenzen der Notwendigkeit der Evolution, welche die Substanz mit sich bringt. Eine solche Kombination schränkt nicht ein, sondern bringt Organisation und strukturelle Bestimmung der Freiheit mit sich. Wir wissen nicht, ob das Gesetz der Einheit von Vorherbestimmung und Freiheit im vorhergehenden Zyklus herrschte, aber jetzt begegnen sich beide im Allerhalter Christus. Er ist das Alpha und Omega des Zyklus, und in Ihm wird die Vorbestimmung zum Leben erweckt, damit das Neue hervorgebracht werden kann. Daher ist die Beziehung Gottes zu Christus von absoluter Freiheit geprägt und daher bleibt das Ich-bin-Prinzip immer ideell, mit keinen Formen von Raum und Zeit verbunden. Er steigt lediglich senkrecht herab und auf der Senkrechten des Geistes wieder auf. Darin herrscht das Prinzip „Ich und Gott sind eins“. Und da das Wirken Christi auf der Senkrechten des Geistes in erster Linie von den Cherubim vermittelt wird, bringen auch ihnen die Hierarchien ihre Opfer dar – von der Seite des Vaters oder des Heiligen Geistes.

Gott hat die Existenz der entstehenden Welt im doppelten Sinne geplant:

a. immanent – durch die Reihe von Metamorphosen, in denen das Gesetz der Entwicklung untrennbar mit der phänomenalen Welt verbunden ist und nur in ihr wirkt, und

b. transzendent – als eine opfervolle Offenbarung von oben.

Die mysteriöse Beziehung zwischen ihnen stellt ein grundlegendes Problem der Philosophie dar, das nicht schrittweise zu lösen ist, wenn nicht erkannt wird, dass in jedem Äon Wesen sich opfern und in der Evolution zur Substanz, zum Substrat, zum Stoff werden. Wenn sich die Substanz in etwas metamorphosiert, auf dessen Grundlage der Beginn der Individualisierung zur Geltung kommt, spricht man von einem Substrat und der Stoff ist die letzte Phase in der Reihe von Substanz-Metamorphosen.

Wie ist die Substanz selbst entstanden? Sie kam von den großen Opfern der Geister des Willens. Mit selbstloser Liebe und unermesslicher Moral zogen sie sich von den Prinzipien ihrer Existenz vor dem alten Saturn zurück und übergaben vor dem Altar des neuen Zyklus das, was sie vom „Kristallhimmel“ und der Ewigkeit erlangt hatten. Wie oben erwähnt, war die Uroffenbarung Gottes im Zyklus in der Art eines Punktes und musste die Form eines einheitlichen Kreises annehmen (welcher einen zerlegten Punkt darstellt), der allmählich zu einem Punkt schrumpft. Die Throne kamen aus dem Nirvana und zeigten sich auf der Ebene des höheren Devachan in diesem Kreis, der die Offenbarung des verborgenen Weltraum-Chaos vor dem alten Saturn darstellt. Die Unendlichkeit des Chaos ist durch den Punkt der Zusammenziehung gegangen und die Throne streben opfervoll auf ihn zu. Da aber ihre Bewusstseinskraft nicht ausreicht, um diesen Punkt direkt zu treffen, bringen sie ihr Opfer vor den Cherubim.

Der „Kreis“ ihres Opfers ist die Beziehung zwischen Substanz und Idee, und sie erreichen das Zentrum der Einheit in verschiedenen Momenten ihres Abstiegs. Dadurch wird der „Kreis“ der Einheit zu einer sich nach unten ausdehnenden Spirale. Das Zusammenziehen des Chaos und die Handlung der Throne verursachten das Auftreten des Raumes während der alten Saturnzeit. Der Raum ist ein Geist, eine Null, jedoch kein Fehlen an Raum. In ihm sind alle Arten von räumlichen Dimensionen „aufgelöst“, die sich später zur Dreidimensionalität verdichten mussten. Es ist gut zu wissen, dass die höheren Bewusstseinswelten nicht ärmer, sondern inhaltlich viel reicher sind als die niedrigeren. Die göttliche Gedankenabsicht enthält in sich potenziell absolut alles, was sich in der Schöpfung offenbart. Sie trat in die Schöpfung ein als eine Willenssubstanz, als das neutrale Weltenfeuer, als reine Wärme, als Leib und Ich der Throne, als das Atma-Prinzip. Das Atma-Prinzip als Geistesmensch streckte sich sofort und umhüllte den Zustand des zukünftigen Vulkan. In einem überzeitlichen und überräumlichen Zustand und als reiner Geistesmensch entstand also der Vulkan bereits auf dem alten Saturn und nahm „Kurs“ von der Zukunft in die Vergangenheit. Alles in unserem Zyklus ist durch diesen Geistesmenschen begrenzt, aber die Vulkan-Existenz ist nicht garantiert, sondern er muss mit Substanz ausgefüllt werden. Seine Präsenz in der Evolution zeigt sich darin, dass die Äonen sich ineinander metamorphosieren.

Der Geistesmensch von den Thronen entstand aus dem Schoß des Wesenskerns, aus dem „Punkt“, aber er war gleichzeitig innerlich auf das Anderssein ausgerichtet. Deshalb wurde neben der Richtung Zukunft-Vergangenheit seine Hauptbewegungsrichtung die Richtung Vergangenheit-Zukunft und das Herabsteigen auf den Evolutionsstufen – die Hauptrichtung seiner Bewegung. Auf diesem Weg hat der Lebensgeist auf der alten Sonne die zukünftige Venus als reines Sein hervorgebracht und auf dem alten Mond umhüllte das Geistselbst den zukünftigen Jupiter mit sich selbst als reines Bewusstsein. Im Äon der Erde bewegte sich der Vulkan bis zum Gebiet, das von den Umlaufbahnen der Planeten Erde und Mond begrenzt wird und es liegt am Menschen, ihn mit Substanz auszufüllen.

Auf dem alten Saturn sprachen die Throne den besten Teil ihres Wesens gegenüber den Cherubim aus, die ihrerseits der zu ihnen herüberklingenden Substanz der reinen Wärme die Form verliehen, woraus die Kinder der Throne und Cherubim geboren wurden – die Geister der Zeit bzw. Persönlichkeit. Der Nullraum entstand aus dem Opfer, das unter den Bedingungen der Zeitlosigkeit und Raumlosigkeit dargebracht wurde und es erschien die Zeit als eigenständiges Wesen, das die  altgriechische Mythologie unter dem Namen ‚Chronos‘ kannte. Das Opfer am Kreuz der Evolution war das ausgesprochene Wort und das Wort wurde zu einem Zeitwesen, das in seinem Charakter ein Geist der Persönlichkeit ist. Damit wurde der Anfang der Persönlichkeit gesetzt und die Zeit ist eine Form für die Manifestation der Persönlichkeit. Sie ist eine subjektive Kategorie, deshalb ist das Phänomen der Entwicklung in der Zeit nur bei einem Ich-Bewusstsein, d.h. bei Persönlichkeiten bekannt. Die Zeit ist in dem Moment entstanden, in dem die Geister der Persönlichkeit ihr Ich (sich selbst) als eine Personifizierung der Zeit erkannt haben, als sie erkannt haben, dass sie selbst Geister der Zeit sind.

Als Geister der Zeit üben sie ihr hierarchisches Amt und ihre Rolle aus, aber ihr wahrer Name ist ‚Archai‘, also Urbeginne, weil mit ihnen ein neues Prinzip in die Entwicklung hineinkam. Das Wort wurde auf ganz andere Weise zu einer Persönlichkeit als die oben genannten Hierarchien – durch die Umwandlung des Opfers der Throne in die Zeit. Als Wesen stammen die Urbeginne aus dem früheren Zyklus, wo sie ihre Astralität bereits entwickelt hatten; Auf dem Saturn erwarben sie eine weitere Form der Leiblichkeit – die Ich-Form. Diese Form wurde jedoch mit reflektierendem Denken und unter Abstoßung, Zurückstrahlung im Spiegel des bewusstlosen Allbewusstseins der damaligen Wärmeform (Stoffform) des Andersseins ausgebildet. Die Verwandlung der Archai in die ersten „Menschen“ des neuen Zyklus wurde ermöglicht, weil der von den Thronen ausgehenden Substanz eine neue Möglichkeit zugrunde lag, die den vor dem alten Saturn existierenden Wesen unbekannt war – die Fähigkeit zur Opposition, die zum Grundprinzip der Individualisierung wurde. Das Wesen dieses Prinzips liegt im Reflektieren des substanziellen Ich durch das „Nicht-Ich“, das zu einer immer stärkeren Entfernung von der göttlichen Urquelle führt. Seitdem sind das reflektierende Bewusstsein, die Stofflichkeit und die Zeit untrennbar miteinander verbunden und aus der Bewegung dieser Wechselbeziehungen musste die Reihe der räumlichen Seinsformen entstehen, denen die Wesen Existenz geben.

Mit der Entstehung der Zeit als die erste Art „Mensch“ im gegenwärtigen Zyklus hat dieser einen neuen Platz inmitten der Hierarchien eingenommen. Er baute neue Beziehungen aus und veränderte damit den Charakter der kosmischen Intelligenz. Seitdem wird auch die Zeit als das neue Entwicklungsprinzip bei jeder Entstehung eines Ich-Bewusstseins berücksichtigt –  bei den Erzengeln, Engeln und Menschen im Erdenäon, bei den unter uns stehenden Naturreichen in den nächsten Äonen. Im Gegensatz zu unserem reflektierenden Denken, in dem die Substanz nur vorübergehend eine Form von Gedankenwesen mit elementarer Natur annimmt, welche sich schnell im astralen Element auflöst, weil unsere Gedanken nicht mit Leben erfüllt sind, war das Bewusstsein der Geister der Persönlichkeit kontemplativ und ihr Wissen unmittelbar. Die von ihnen zurückgespiegelte kosmische Intelligenz kehrte sofort in die geistige Welt als eine Substanz zurück, die mit dieser Welt verwandt war. Die Gottgleichheit eines Wesens besteht darin, dass es ein anderes Wesen erschafft, in dem das Selbstbewusstsein entflammt. Auf dem alten Saturn waren es gerade die Geister der Persönlichkeit, die in unseren Wärmeleibern das Persönliche modellierten und dabei zu unseren „Vätern“ wurden. Mit der Entstehung der Zeit verliehen sie diesem Persönlichen die Dauer.

Ansonsten war das Ich der Urbeginne seinem Wesen nach ein Nicht-Ich, das dem Ich der Throne entgegengesetzt war. Vor der Erscheinung dieses Nicht-Ich hatte die Schöpfung einen vorläufigen Charakter, weil die höheren Hierarchien das Instrument der Reflexion und dementsprechend die Zeit nicht brauchten, um ihr Ich zu erleben. Insbesondere einige Wesen aus der ersten Hierarchie blieben größtenteils im Überzeitlichen, im „Kristallhimmel“. Sie gewährleisten die Verbindung der Schöpfung mit dem göttlichen Urquell, während mit dem Aufkommen der Zeitpersönlichkeit alle anderen höheren Hierarchien gezwungen waren, den Raum jenseits der Grenze in einer Offenbarung zu manifestieren und zur Gluederung der Welt und ihrer Wesen zu gelangen, wobei sie dem Gesetz von Entstehen und Vergehen folgten.

Die Geister der Persönlichkeit wurden unter den Bedingungen einer ungegliederten Welt geboren und durch sie offenbarte die göttliche Trinität in ihrem Wesen ein neues Wahrnehmungsorgan, das die Zeit wahrnimmt und selbst eine Zeit und ein Wesen ist. Es ist kein Zufall, dass wir auch den Begriff für dieses Wesen haben, das gleichzeitig zu einem niedrigen Wesensglied/Bewusstsein der Wesenheiten der zweiten Hierarchie wurde, mit dessen Augen sie begannen, sich von außen zu erkennen. Das gesamte Universum war in einen neuen Evolutionsprozess involviert und bewegte sich zum Entstehen von Gegensätzen jeder Ordnung – Entstehen -Vergehen, Geburt-Tod, Licht – Dunkelheit, Geist – Materie, Gut – Böse, Freiheit – Notwendigkeit … Auf diesem „Schleifstein“ musste der Anfang der Persönlichkeit, die Ich-Selbstbewusstwerdung geschliffen und verfeinert werden. Die der einheitlichen vorsaturnischen Substanz angelegten Auf- und Abstiegsintentionen begannen, sich voneinander zu trennen. Da erwiesen sich einzelne Wesen stärker in ihren äußeren Reflexionsapparat eingebunden, wodurch sie das Gegenstandsbewusstsein nicht beherrschen und nicht vollwertige Menschen des alten Saturn werden konnten. Bei manchen wiederholte sich das Zurückbleiben in den nächsten zwei Äonen. Diese Wesen attackieren uns jetzt in der Gestalt der schrecklichen Asuras.

In jedem Äon gibt es drei im höheren Devachan entstehende Lebensstufen (Runden), die mit dem Herabsteigen zu irgendeiner Form der Materialisierung zusammenhängen sowie drei Stufen des Aufstiegs zur Spiritualisierung und einen Übergang dazwischen. Dort beginnt die Trennung in der individuellen Entwicklung eines jeden Wesens gegenüber einem anderen in ein ähnliches und auf den drei aufsteigenden Stufen wird die persönliche Schuld für sein Zurückbleiben sichtbar. Und wenn in der zweiten und ersten Hierarchie das Zurückbleiben nur unter Vorbehalt stattfindet, weil sie ihr unzerstörbares Ich unter den grundlegend anderen Bedingungen des vorhergehenden Zyklus erlangt haben, können wir bei der dritten Hierarchie in gewissen Grenzen und beim Erdenmenschen sogar ohne Vorbehalt von Schuld sprechen. In Zukunft werden diesem Test auch die Gruppenseelen der  Naturreiche, die sich unter uns befinden, unterzogen werden.

Es obliegt dem Menschen, in einer geistigen Synthese den Dualismus von Geburt und Tod zu überwinden, nachdem das Wort selbst zu ihm während des Erdenäons gekommen und in Fleisch herabgestiegen ist. Gemäß der korrekten Übersetzung des Neuen Testaments von Emil Bock kam das Wort „zu den Ich-Menschen“. Diese Ich-Menschen waren dem Wort wesensgleich, weil das Wort sie selbst auf dem alten Saturn in unlösbarer Verbindung mit den ersten Persönlichkeiten eines neuen Typs in unserem Zyklus erschuf – den Urbeginnen, die in der Zeit entstehen. Der Ursprung der substanziellen Herkunft der Erzengel und Engel führt uns zum vorhergehenden Zyklus und obwohl sie das Ich in einer geteilten Welt erworben haben, kennen sie den Tod nicht. Nur Christus und der Mensch kennen den Tod. Deshalb kann nur der Mensch durch die Kraft Christi in seinem Ich in einer geistigen Synthese den Dualismus zwischen Geburt und Tod überwinden und seine große Aufgabe in diesem Zyklus fortsetzen.

Nachdem auf dem alten Saturn dem ewigen, außerräumlichen Sein sich das zeitliche und räumliche Nicht-Sein gegenüberstellte und zwischen diesen sich das Schaffen auf allen sich in der Zeit entwickelnden Stufen des Lebens, der Form usw. erstreckte, wurde eine Organisation dieser Entwicklung notwendig. Dadurch begann sich im Zyklus des Andersseins eine Art Restpersönlichkeit herauszubilden – die in Form eines Wesens „versachlichte“ Zeit.

Zu diesem Zweck entstanden aus der Interaktion der Cherubim und der Throne die Dienstgeister – die Geister des Zeitkreislaufs. Sie haben ihre menschliche, gegenständliche Bewusstseinsform durchlaufen und stehen in unterschiedlichem Maße über dem Menschen, aber sie sind keine hierarchischen Wesen, sondern Nachkommen der Hierarchien. In ähnlicher Art erschienen später die Nachkommen der zweiten Hierarchie – die Gruppenseelen der Tiere – und die Nachkommen der dritten Hierarchie – die Elementargeister der Natur.

Die Substanz der Geister der Persönlichkeit ist ihrem Ursprung nach überpersönlich, weil sie von den Geistern des Willens stammt, aber soweit sie geopfert wurde, ist sie ein Nicht-Ich und zur Zurückspiegelung fähig. Als die Persönlichkeit auf dem alten Saturn erschien, stand sie in unterschiedlichen Positionen in Bezug auf den Kreis der Himmelskräfte, die später den Tierkreis bildeten und jeder Bereich dieser zwölf Kräfte bildete so etwas wie eine „Weltenstunde“. In ihnen durchläuft jede planetarische Inkarnation fünf Pralaya-Zustände (die in der Esoterik ‚Nächte‘ genannt werden) und sieben Lebenszustände (genannt ‚Tage‘), wobei letztere von den Geistern des Zeitkreislaufs geleitet werden.

So entstehen räumlich-zeitliche Verhältnisse. Es ist, als ob sich die reine Persönlichkeit von einer Tierkreisregion in eine andere bewege und das ist eigentlich die Zeit. Grundsätzlich versucht die ganze unbewusste Substanz, ein Ich zu werden und soweit sie zurückspiegelt, geschieht die Entwicklung in der Zeit. Die Bewegung der Persönlichkeit bewirkt die eine oder andere Reaktion in den Wesen der Hierarchien und sie wirken in einem bestimmten Rhythmus auf die Substanz der Persönlichkeit, woraus in ihr eine Metamorphose entsteht und die im Raum fließende empirische Zeit auftritt.

Wenn wir sie grafisch darstellen können, so beziehen sich die Leitung der Entwicklung durch die Geister des Zeitkreislaufs  in der empirischen Zeit und die Zeitpersönlichkeit als der horizontale und der vertikale Entwicklungsvektor zueinander. Aus der Vergangenheit der empirischen Zeit, die in die Richtung der Zukunft verläuft, in der in den vergangenen dreieinhalb Äonen für den Menschen unbewusst die 24 Geister des Zeitkreislaufs entstanden, sehen heute die aus der „Apokalypse des Johannes“ bekannten 24 Ältesten auf den Erdenmenschen herab. Jeder von ihnen ist eine Art Urphänomen eines einzelnen Lebenszustandes (einer Runde).

Ansonsten sind die wahren Regenten der Lebenszustände die rechtmäßig entwickelten Geister der Weisheit, die eben dieses Leben erschaffen. Sie können jedoch die Schöpfung nicht vom Schöpfer trennen und in das Raum-Zeit-Sein eintreten, zu dem sie nur eine ideelle Beziehung haben, weil sie mit der Opposition nicht vertraut sind. Dazu sind die Geister des Zeitkreislaufs notwendig, welche die Entwicklung in der Zeit regulieren. Sie sind eine Art Astralleib der Erde und erfüllen eine Vielzahl von Funktionen: Sie verteilen die Arbeit der Elementargeister auf die Jahreszeiten, beteiligen sich an der Rotation der Erde um ihre Achse usw.

Trotzdem gibt Steiner eine zweifache Beschreibung der Entstehung des Phänomens der Zeit. In einem Fall sind dies die erwähnten Ältesten, die in der vierten Runde des Erdenäons hinter dem stehen, was wir als den 24-Stunden-Tag erleben. Im Vortrag vom 21.08.1910 in GA 122 sprach er von den sieben Geistern der Zeit (hebr. ‚yom’). Sie wurden von den sieben Elohim an ihren eigenen Platz gestellt, nachdem sie das Licht mit ihren höheren regulierenden Kräften erschaffen hatten, denen sie zurückgebliebene saturnische Geister entgegenstellten, welche die Sonnenstufe nicht erreicht hatten und im Dunkeln wirkten. Das im Dunkeln Lebende nannten sie ‚Lilith‘ und das ist eine Art Antizeit, die auf luziferische Weise ständig gegen die Evolution in der Zeit wirkt und zur Ewigkeit aufruft.

Die Geister des Zeitkreislaufs holten die Runde auf den vier Stufen des Formzustandes herunter und besiegten dabei Lilith. Aber in den nächsten drei Stufen vergeistigten sie wieder das Sein, als wären sie von Lilith besiegt worden und die Entwicklung ging in das kleine Pralaya zwischen den einzelnen Runden über. In dieser Spiritualisierung kommt auch die oben erwähnte Schuld der Wesen in Bezug auf die verpassten Möglichkeiten der Ich-Entwicklung zur Geltung. Die hierarchischen Wesen haben die Aufgabe, die Voraussetzungen für eine solche Entwicklung zu schaffen, zu der Raum und Licht unabdingbar gehören.

Während sich die Throne auf dem alten Saturn in einem „Kreis“ opferten, der nach dem Zentrum strebte, in dem sich die Wärmemonaden des heutigen Menschen befanden, breitete sich auf der alten Sonne die von den Geistern der Weisheit ausgestrahlte ätherische „schenkende Tugend“ kugelförmig vom Zentrum nach außen aus und begann, das ewige, durch die Zyklen fließtende Leben an das Leben der Substanz und ihre Aufgaben im gegenwärtigen Zyklus anzupassen. Einige der Cherubim blieben jedoch zusammen mit den Seraphim im Dasein der Ewigkeit, wie es vor dem alten Saturn war und lehnten sowohl das wiederholte Opfer der Throne als auch das Opfer der Herrschaften ab. Sie gewährleisten die unzertrennliche Verbindung des Transzendenten mit dem immanent Eigenen, der Ewigkeit mit der Zeit. Und die Geister der Weisheit erhielten den Namen ‚Herrschaften‘, weil später durch sie Christus-der Gott Sein Ich-bin als Lebensgeist in eine unzerstörbare Verbindung mit dem Zyklus und sogar mit dem Menschen selbst im Äon der Erde bringen musste.

Den „Rauch“ der lebendigen Ideenweisheit, die von den Geistern der Weisheit in die Inspirationssphäre ausgestrahlt wurde, trugen die Urbeginne auf ihren Flügeln zur Peripherie der alten Sonne, wo die Erzengel sie nicht nur reflektierten, um ihr Ich-Bewusstsein zu erlangen, sondern ihn metamorphosierten und in Licht umwandelten, indem sie ihn aus der intuitiven und inspirativen Sphäre in die imaginative herunterholten, also das Leben astralisierten. Das hervorgebrachte Licht kehrte zum Zentrum der bis zu dieser Zeit dunklen Sonne zurück und beleuchtete sie von innen heraus. Auf diese Weise entstand die Dauer – also ein Vorher-Nachher – indem die in der Zeit lebenden Weisheit in Licht umgewandelt wurde. Die Zeit verwandelte sich in Zweierlei – in innerliche und äußerliche. Es entstand der eindimensionale Raum, wobei Oben-Unten und Links-Rechts noch nicht existierten. Die aus dem Inneren der Herrschaften ausgestrahlte Gabe kam später als etwas Äußerliches und in einer anderen Eigenschaft zu ihnen als eine neue Daseinsform zurück, welche die Erzengel durch die Vermittlung der Archai hervorbrachten. Die Erzengel sind Engel (Boten) der Archai und das in ihnen geborene Licht des Selbstbewusstseins beleuchtete nicht nur innerlich die Sonne. Vielmehr war das eine evolutionäre Handlung Christi, der die Entwicklung eines Ich-Bewusstseins fördert, welches sich der Erfüllung der eigenen Aufgaben widmet. Dieses Bewusstsein darf nicht direkt durch das unausgesprochene Licht der Ewigkeit beleuchtet werden, das äußerst kraftvoll ist, für die Bedürfnisse der Entwicklung zu kraftvoll. Christus ist der Träger dieses Lichts, das die Geister der Weisheit durchdrungen und dann als sekundäres Licht die Erzengel zurückgespiegelt haben.

Die Erzengel selbst erhielten ihr höheres Ich als den Manas-Keim von den Archai; Ihr niederes Ich, d.h. ihr gegenständliches Bewusstsein bildeten sie aus, nachdem sie ihr Leben in den dunklen, jenseits von ihnen liegenden Sphären des Bewusstlosen reflektiert hatten, welche nicht in der Lage waren, die lichttragende Weltenweisheit wahrzunehmen.

Während die eindimensionale spirituelle Sphäre in die Richtung des Zentrums der alten Sonne nach innen und oben auf die intuitive Spiritualität und dementsprechend auf die Nichträumlichkeit des „Punktes“ gerichtet war, welcher die nachhaltigste Sphäre des kosmischen Denkens darstellt, so wirkten in den dunklen Sphären die Gesetze des zukünftigen materiellen Universums, in dem das Physische bis zum Mineralischen herabsteigen musste. Natürlich existierte die Materialität dort imaginativ und die Wesen nahmen das Licht nur äußerlich an und stießen es ab, aber das war kein physikalischer, sondern ein evolutionärer Prozess in der Lemniskate. Jedes Evolutionäre hat eine äußere und eine innere Manifestation, und es ist kein Zufall, dass das Sonnenlicht im irdischen Äon nicht in den Weiten des Weltraumes verloren geht, sondern an einer bestimmten Grenze wieder zur Sonne zurückkehrt, jedoch dann auf der Lemniskate als übersinnliches Licht kommt.

Auf der alten Sonne fehlten unsere gegenwärtigen Entfernungen, der Weltraum wurde lediglich hervorgebracht und begann sich unter der Wirkung der Geister der Bewegung zu „bewegen“. Diese eindimensionale, genauer gesagt 1 ½-lineare Raumwelt, die äußere und innere Beziehungen besaß, erstreckte sich erwartungsvoll bis zur zukünftigen Venus. Während auf dem alten Saturn der Geistesmensch sich ausdehnte und das gesamte Räumlich-Zeitliche bis zum Vulkan in seine Grenzen einschloss, umfasste jetzt auf der alten Sonne der Lebensgeist der Herrschaften – als Keim auch dem Ätherleib der menschlichen Monade eingeprägt -die zukünftige Venus. Aber der Weg dorthin geht durch einen immer stärkeren Widerstand unter den Göttern und dieser Widerstand wird im Menschen selbst abgebildet.

An die Grenze zur dunklen Sphäre der alten Sonne stellte sich opfervoll eine zweite Art von Weisheitsgeistern, die das Gesetz des Zusammenziehens zu einem Punkt ohne Aufstieg im Geist inaugurierten. Das ist wiederum ein Streben nach Gott, das jedoch gemäß dem Gesetz des „Weglaufens“ und des Abfalls von Ihm mit der Absicht verbunden ist, das Geistige durch das Materielle zu ersetzen und dieses bis zum Punkt des absoluten Nichts zusammenzuziehen. Es entstand das ahrimanische Prinzip, dessen Aufgabe darin bestand, die Materie zu konsolidieren. Ist es nicht das, was wir heute mit den Sinnen im Phänomen der sog. „sehr massereichen Sterne“ beobachten?

Natürlich ist das luziferische Prinzip, das den Egozentrismus einbrachte, primär, aber ihm folgt unvermeidlich das ahrimanische Prinzip. Die Fixsterne wären für uns heute im Raum unsichtbar, wenn nicht die mächtigen spirituellen Wesenheiten da wären, die Träger des luziferisierten und ahrimanisierten Lichtes sind. In den sogenannten „Schwarzen Löchern“ verschwindet das sinnlich wahrnehmbare luziferisierte Licht und wird zu einem ahrimanisierten geistigen Licht, der beleuchtete Mond leuchtet luziferisch und in seinem dunklen Teil ist das Licht geistig. Das Licht selbst ist jedoch etwas anderes, das dem Menschen in der Zeitenwende durch Christus offenbar wurde, der sagte: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh. 8:12). Dieses Licht leuchtet nicht nur, sondern wirkt schaffend, weil es den nächsten Zyklus innerhalb des gegenwärtigen Zyklus vorbereitet. Es ist das direkte Licht des Lebensgeistes Christi. Dieses Leben ist Weisheit und steht sogar höher als das durch alle Zyklen verlaufende ewige Leben. Die Wahrheit über Christus wird vom Heiligen Geist getragen, der an Pfingsten in den Menschen herabgestiegen ist und ihm die wunderbarsten Geheimnisse des Universums offenbart, die in früheren Epochen nicht verfügbar waren. Aber das geschieht nur, wenn der Mensch den Heiligen Geist nach diesen Geheimnissen befragt und sich auf sie vorbereitet, indem er die kosmische Intelligenz erlangt. Wir werden im nächsten Vortrag über mindestens ein solches Geheimnis sprechen.

Auf dem astralisierten alten Mond wurde die Intelligenz des Zyklus zum Wirken gebracht und er fing an, für sich selbst zu denken. Das Denken der Wesen geschah gänzlich in der verworfenen Substanz, daher heißt dieser Äon ‚Äon der Trauer‘ nach der verlorenen Einheit mit dem höheren Dasein. Damals war das räumliche Bild der Welt zweidimensional und der Mensch empfing in seinem Astralleib den Keim des Geistselbst, zu dem er nach seinem Abstieg bis zum mineralischen Zustand der Ursubstanz und dem Erwerb des Ich-Selbstbewusstseins in unserem Äon streben sollte.

Wie wurden Zeit und Raum im irdischen Äon ausgebildet? Ausgehend vom Nullraum und durch die hierarchischen Wesen verlaufend, verdichtete der göttliche Wille – bzw. „verzerrte“, um uns der Sprache der Physik zu bedienen – den Raum zum eindimensionalen Raum und gelangte auf diese Weise vom fünfgliedrigen Pralaya (Subjekt) in das Manvantrata/Dasein. Der spirituelle Punkt im Zentrum der alten Sonne hat sich bis zum Kreis des Zodiaks zersetzt, wo jetzt die Grenze des Universums liegt. Dort befindet sich der Raum in der höheren Astralität.

Wir haben bereits gesagt, dass im Kreis von zwölf Teilen die Zahl 7 die Lebenszustände (Tage) ausdrückt und zusammen mit dem fünfgliedrigen Pralaya (Nächte) eine unauflösliche Einheit bildet, in der die Perioden der Offenbarung zum Geheimsten zurückkehren und die Zustände des Ich und Nicht-Ich einander abwechseln. Wenn der Kreis in zwei gleiche Hälften geteilt wäre (6:6), würde die Verbindung des Ewigen mit dem Zeitlichen, der Persönlichkeit/des Subjekts mit dem Zustand der Form/des Daseins zerstört und wir würden nur die empirische Zeit erhalten, die uns als eine Bewegung von der Vergangenheit in die Zukunft bekannt ist.

Der eindimensionale Raum, den wir auch als zwölfgliedrig bestimmen können, wird auf seinem Weg hinunter zur Sonne unseres Planetensystems zur siebengliedrigen Zeit, indem er sich dem Gesetz der siebengliedrigen Metamorphose unterordnet. Der Raum ist die Gesamtheit ständig zusammenwirkender geistiger Wesen. In der Welt der Fixsterne sind das die Wesen der ersten Hierarchie, die Gott unmittelbar anschauen.

Zwischen ihnen und dem dreieinigen Gott entsteht eine Beziehung von Innerem und Äußerem. In die Welt der Planeten projiziert, nimmt sie den Charakter entgegenwirkender Kräfte an – die drei äußeren Planeten Saturn, Jupiter und Mars gegenüber den drei inneren Merkur, Venus und Mond. Die in unserem Planetensystem wirkenden Kräfte unterscheiden sich stark von den Kräften, die im Tierkreis wirken und die Sonne ist der Punkt einer sphärenförmigen Lemniskate, die sich auf der anderen Seite in eine imaginativ-zweidimensionale und schließlich in eine dreidimensionale umwandelt. Dort findet der Übergang aus dem geistigen in das physisch-sinnliche Universum bzw. umgekehrt statt, dort ist die Quelle des Äthers bzw. des Lebensprozesses, der für unser Planetensystem in der Zeit verläuft und einen immer materielleren Charakter annimmt. Dort – auf der Sonne als Stern – wird der Gegensatz zwischen den Kräften der äußeren und inneren Planeten aufgehoben, damit zum Schluss die Wirkung der höheren Kräfte in den dreidimensionalen Raum des Menschen umgeleitet wird. Die Evolutionsentwicklung in der Zeit bewirkte, dass das Sonnensystem selbst aus sieben Planeten besteht. Aber damit es sich in den Raum entfalten kann, muss diese Zahl auch 12 wie die Zahl des höheren Raumes im Tierkreis sein. Deshalb sind allem Anschein nach die Planeten Uran, Neptun und Pluto sowie ein bisher unbekannter Planet zu Hilfe gekommen, für dessen Existenz es bestimmte Anzeichen gibt. Diese Planeten haben sich nicht mit uns an der Entwicklung seit dem alten Saturn beteiligt.

Insofern sich das Leben, das die Sonne hervorbringt, in der physisch-materiellen Welt entfaltet, können wir sagen: Die Sonne bringt den Raum in seiner letzten Form – der dreidimensionalen – hervor, nachdem Äther und Materie in eine Wechselwirkung getreten sind, die in der Zeit, also nach dem Gesetz des Lebens, verläuft. Hier spielen die Geister des Zeitkreislaufs eine entscheidende Rolle. Den bis zur Ätherizität der Sonne heruntergeholten Geistesmenschen durchdringen sie mit planetarischer Astralität, d.h. mit sich selbst und es entsteht das niedere Astralische  – die Grundlage des Psychischen, das sich allmählich in den aufkommenden physisch-ätherisch-astralischen menschlichen Formen manifestiert, welche sich von der imaginativen Welt trennen und den Raum in drei Dimensionen aufschließen. Der Übergang vom imaginativen zweidimensionalen Raum zum dreidimensionalen Raum ist nur durch die Zeit möglich, in der sich die irdische Person entwickelt. Auf diese Weise stieg der durch die Hierarchien vermittelte göttliche Wille, der auf drei Strahlen aus dem außerräumlichen (in unserem Sinne) Nullraum zur physischen Welt herunterstieg und die Form eines sich immer stärker auflösenden Raum hatte. Er erreichte den physischen materiellen Menschen und spiegelte sich in ihm als dreidimensional wider.

Diese Auflösung ist in der Tat eine Verdichtung des höheren Raumes, deren letzter Ausdruck im Sinne der Sinneswahrnehmung der Mensch ist. Der dreifache Gott spiegelte sich im Menschen als der dreidimensionale Raum wider, der subjektiv für uns nur eine Idee darstellt, weil wir sonst behaupten müssten, dass wir Gott mit unseren physischen Augen sehen würden. Sofern die reale Idee ein Wesen mit eigenem Dasein ist, besitzt der dreidimensionale Raum auch den Charakter eines Lebewesens – das ist der mehrgliedrige Mensch. Wegen seiner Ich-Entwicklung ist der Raum dreidimensional geworden und somit ist der Mensch das Maß aller Dinge: Zuerst gibt es den 24-Stunden-langen mikrokosmischen Zyklus seines Lebens, der mit der Bewegung der Erde um ihre Achse zusammenhängt; Dann ist der jährliche Zyklus der Metamorphosen da,  der sich im Wechsel der Jahreszeiten widerspiegelt und mit der Bewegung der Erde um die Sonne zusammenhängt; Weiter haben wir die Metamorphose der Kulturepochen in eine Wurzelrasse, die mit dem platonischen Jahr zusammenhängt, welches die Bewegung des Sonnensystems innerhalb des Tierkreises widerspiegelt; Es gibt auch den Wechsel der Formzustände, die der Mensch im Übergang von einer in die nächste Inkarnation erfährt, indem er Zeit und Raum selbst in eine Metamorphose bringt durch Wechsel der kreisförmigen Bewegung aus einer linearen, die von der Erde hinter den Tierkreis ausgeht und zurückkehrt; Schließlich existiert die Metamorphose der Lebenszustände, die in der Raum gewordenen Zeit verlaufen, d.h. sich in die Vergangenheit und Zukunft erstrecken. Wir sprechen hier vom Bewusstsein, das der gewöhnliche Mensch nur in der kurzen Kamalokazeit nach seinem Tod hat und über das Bewusstsein, das der Eingeweihte noch während seines Lebens auf der Erde steuern kann.

Da der Mensch der letzte räumliche Ausdruck des dreieinigen Gottes und des höheren Tierkreisraumes ist, muss er in seinen drei dreigliedrigen Hypostasen ebenfalls zwölfgliedrig sein: im Leib – vom Kopf (Widder) bis zu den Füßen (Fische), in der Seele – als ein System von zwölf Sinnen – und im Geiste – als ein System von zwölf von den Tierkreiskräften bewirkten Weltanschauungen. Im Prozess seiner Involution erhielt der Mensch diese drei dreigliedrigen Gebilde und als sein Achsen-Prinzip verläuft durch diese Wechselbeziehungen der dreidimensionale Raum und schafft die Bedingungen für das Erleben von Denken, Fühlen und Wollen. Diese Bedingungen entstehen an der Spitze der Möglichkeiten, welche die Entwicklung bei der engsten Verflechtung von Zeit und Raum und deren ständigem Ineinanderfließen erhält, obwohl Raum und Zeit in der Erfahrung selbst sterben – ähnlich der These und Antithese in der Synthese. Denken, Fühlen und Wollen erhalten dank unserem dreigliedrigen Körper die Möglichkeit, in der dreidimensionalen Welt zur Geltung zu kommen, während sie für sich selbst nur in der Zeit leben, sofern die Zeit eine Persönlichkeit, ein Bewusstsein ist.

Die übersinnlichen Kräfte der Erkenntnis kommen von der stellaren Peripherie der Welt – einer eindimensionale Welt – zu unserem Denken herunter. Das Gefühl ist zweidimensional und entsteht innerhalb des Menschen in jener Ebene ohne Dicke, die ihn in eine linke und eine rechte Hälfte unterteilt und sogar durch das gesamte Universum geht. Der Wille kommt aus den von unten aufsteigenden untersinnlichen Kräften der Erde zur Geltung und ist als einziger in uns in vollem Umfang dreidimensional. Die Phänomenologie unseres Seelenlebens beinhaltet die Einheit dieser drei Aspekte – des individuellen, planetarischen und stellaren. Ihnen entsprechend entstehen die drei Ebenen der Raumbildung, die wir uns als drei senkrecht zueinander stehende, sich in der Mitte, im Ich-Punkt kreuzende Ebenen vorstellen können – oben/ unten, links/rechts, vorne/hinten. Das Ich ist nicht räumlich, aber es entsteht im Raum und existiert dank ihm, dank dem mehrgliedrigen Wesen des Menschen. Der Schnittpunkt liegt im Bereich des Solarplexus und es ist kein Zufall, dass das Ich die Funktionen der Umwandlung der Sternkräfte in das Sinnlich-Materielle übernommen hat, was die Sonne in unserem Sonnensystem macht. Auf dem Fundament des dreieinigen Wechselspiels zwischen Denken, Fühlen und Wollen, zwischen dem Stellaren, Planetarischen und Irdischen wuchs das Ich-Selbstbewusstsein des Menschen allmählich in drei Stufen – im Seelenleib, im niederen Ich und dem individuellen Ich, wobei Letzteres auch das Solarplexusgebiet als seinen Stützpunkt hat.

Der Seelen- bzw. Empfindungsleib entstand als die Spitze der organischen Evolution. Er ist die Schlüsseleinheit, in der sich die Involution des individuellen menschlichen Geistes in Evolution umwandelt, deshalb steht er zwischen Leib und Seele. Darin bezog der Mensch wie in einem ätherisch-physischen Substrat zum ersten Mal die Empfindungen auf sich selbst und bestieg den Weg der Individualisierung. Das niedere Ich erscheint im „Raum“ zwischen der Seele und unserem Geist, und am höchsten steht das aus dem Pralaya heruntersteigende höhere Ich. Es vollendet den vollständigen Ausbau des Menschen, der aus fünf Dreigliedrigkeiten besteht – einer leiblichen, einer seelischen, einer geistigen, einer psychischen und einer Ich-Dreiheit. In ihnen sollte das individuelle Ich auf die Erde kommen und sich im Menschen als Nicht-Ich widerspiegeln, ohne dass die Einheit zwischen ihnen zerfällt, welche im weitesten Sinne die sieben „Welttage“ (Stunden) des manifestierten Seins und die fünf Weltnächte der Rückkehr zum Wesen umfasst. Dabei bilden zwei der „Tages“-Stunden einen Übergang vom „Weltentag“ zur „Nacht“ und von der „Nacht“ zum „Tag“. Dieser Übergang ist wie eine Dämmerung, wie ein Wechsel vom Chaos oder von der Welten-Unbestimmtheit zum „regulierten“ Sein der Welt der Offenbarungen nach unten.

Es ist offensichtlich, dass sich Pralaya und Manvantara wegen des Menschen und in ihm in Raum und Zeit als reines Subjekt und manifestiertes (objektiviertes) Sein des Subjekts zusammenkommen und ihren Ausdruck im dreidimensionalen Raum finden, der im Wesentlichen ein System von sieben Kategorien ist. Diese Kategorien zeigen uns die Natur der Kräfte, die den siebengliedrigen Menschen auf dem Weg des siebengliedrigen zeitlichen schöpferischen Impulses, der den zwölfgliedrigen Raum zum Schluss in einen dreidimensionalen metamorphosiert hat. Diese sieben Kategorien sind: Substanz, Opfer, Reflexion, Beziehung, Aufrichtung, Sprache und Bewusstsein (Denken). Darüber hinaus existieren im zwölffachen Kreis der Evolution fünf neue Kategorien, die jenem Teil des Kreises entsprechen, der phasenhaft ins Pralaya verschwindet, wo das Subjekt zu sich selbst im höheren Subjekt/Gott zurückkehrt, nachdem es den zwölffachen Raum und die siebengliedrige Zeit-Persönlichkeit durchlaufen hat, die sich in beide Richtungen durch den Menschen ineinander metamorphosieren und sowohl die menschliche Zwölfgliedrigkeit als auch die zwölfgliedrige Struktur der Zeit bilden. In der Erscheinung zeigt sich das Subjekt als ein aktives, aktuelles Urphänomen, das wir anhand der Kategorien Sein, Aufbau, Wesen, Qualität und Quantität ausdrücken können. So wird die Siebengliedrigkeit zu einer Form der zeitlichen Entwicklung des Raumes und die Zwölfgliedrigkeit zu einer Form der räumlichen Bildung in der Zeit. Die Gesamtheit der zwölf Kategorien beschreibt den Prozess der Umwandlung des höheren Ich in ein Nicht-Ich, d.h. in ein menschliches Ich, in einen individuellen Geist mit 12 Weltanschauungen, der in der Lage ist, wieder aufzusteigen und die Raum-Zeit-Beziehungen, die ihn in die Materie heruntergeholt haben, aufzuheben.

Dazu muss man jedoch die Vorgänge, die in Raum und Zeit ablaufen, mit den von oben herabströmenden Impulsen des Geistes verbinden. Das Bindeglied ist unsere dreifache Seele. Wenn sie eine Evolution erfährt, kann der Punkt der drei sich im Gebiet des Solarplexus schneidenden Ebenen, welcher den dreidimensionalen Raum bildet, als Ergebnis der Phänomenologie unseres Seelenlebens zum Gebiet der zweiblättrigen Lotusblüte aufsteigen. Als Resultierende zwischen den Kräften des höheren und niederen Ich entsteht der Punkt in der Gegend der sechzehnblättrigen Lotusblüte, wo das niedere Ich einerseits durch Ton und Sprache sich selbst in der Sinneswelt objektiviert (dort wurzelt auch seine Beziehung zum Raum) und andererseits die dreifache Tätigkeit der Seele zusammenfasst und sie in Verbindung zum höheren Ich bringt.

Das eigentliche Substrat der Seele ist vorwiegend involutionär, d.h. es ist das Ergebnis des Aufsaugens, der Absorption. Es schafft nur die Voraussetzungen für die Objektivierung des niederen Ich, ist aber selbst nicht dazu in der Lage. Im Substrat wirken objektiv-evolutionär die aufeinander gerichteten Strömungen der Astral- und Ätherkräfte. Diese beiden sich horizontal bewegenden Strömungen hängen mit den räumlich-zeitlichen Metamorphosen zusammen und bringen verschiedene Lebensformen hervor. Vorrang hat die von der Vergangenheit in die Zukunft (in der empirischen Zeit) fließende Strömung der Ätherkräfte in unserem Ätherleib, in dem die siebengliedrige Metamorphose den Übergang vom zwölfgliedrigen kosmischen Raum in die Zeit und von der Zeit – in den dreidimensionalen Raum bei der Verbindung mit unserem physischen Leib darstellt. Dieser Strömung der Evolution entgegen fließt die substanzielle Strömung der Astralkräfte und sie ist eine  Zeitpersönlichkeit und ein Überbewusstsein. Dank dieser Strömung drückt die Zwölfgliedrigkeit unter den Bedingungen der Erde den Übergang von der empirischen Zeit zu den Räumen der höheren Welt aus – 1/2/0 (Punktraum). Mit der Ätherströmung strömt das Göttliche in den Menschen ein, aber nach den Gesetzen des Astralen, das sich beim Menschen in der Erkenntnis desjenigen ausdrückt, was ihm als Grundlage des Lebens in der fernen Vergangenheit angelegt wurde. Die Bewusstwerdung geschieht dank dem Individuellen, das in der Astralströmung fließt, aber den Gesetzen des Ätherischen unterliegt (von der Vergangenheit in die Zukunft).

In der ersten Strömung entstehen die Vorstellungen und breiten sich in Zukunft und Vergangenheit aus und in der zweiten Strömung entstehen die Begehrungen und strömen gegen die Astralströmung selbst in die Zukunft. Die Begehrung ist die erste Existenzform der Materie in der Welt des Bewusstseins und sie stellt eine Modifizierung des menschlichen Willens dar. Übertragen wir diese Form auf die Größe des Himmelsgewölbes, das sich über uns erstreckt, so sehen wir, dass dieses in seinem Wesen zweidimensional ist und die Ebene für die Begegnung der kosmischen Begehrung mit der physischen Welt darstellt. Daher müssten die Aussagen über die „gigantischen“ Entfernungen im Universum auf diese Begegnung zurückgeführt werden. Der von den Geistern des Willens während der alten Saturnzeit ausgestrahlte Wille bzw. Geistesmensch stieg die Evolutionsstufen herunter und „löste“ in der Ebene von Denken, Fühlen und Wollen die Entwicklung zu einer räumlich-zeitlichen (in der Sphäre der Planeten) und schließlich zur dreidimensionalen räumlichen Daseinsform auf. Diese hat der Mensch von der Erde aus mit den Wahrnehmungen seiner Sinne und mit seinem Denken durch die Planetensphären bis zum Tierkreis und zum Himmelsgewölbe als Ganzen ausgebreitet, wo die besagte Begegnung der kosmischen Begehrung mit unserem unter den Bedingungen der materiellen Welt entstandenen Denken stattfindet. Vor diesem Hintergrund können wir verstehen, dass die Spektralanalyse, derer sich die Wissenschaft bedient, uns nicht die Anwesenheit von Substanzen in den Sternen zeigt, sondern eher geistige Urphänomene, die sich je nach dem Grad der Annäherung an die Erde – dem materiellen Zentrum des Universums – zur Lichtmaterie materialisieren. Die ganze Materie ist doch verdichtetes Licht!

Unter einer Begehrung versteht die Anthroposophie den Durst nach Individualisierung, „ein selbständiges Erlebnis“, „das der «astralische Mensch» zu dem Hungergefühl hinzufügt.“[3] Sie wirkt vom Leib und von der Zukunft aus. In den Wirkungskreis des höheren Ich eintretend, erhalten die Strömungen der Begehrungen und Vorstellungen den Charakter von einem „Astral- und Ätherleib der Seele“[4], aber sie sind eigentlich kein Seelenleben, sondern stehen nur in am Ursprung seiner Entstehung. Die Individualisierung der Seele hängt auch nicht von beiden Strömungen ab, diese bilden lediglich ihre Voraussetzungen. Sie entsteht, wenn die Strömung der auf der Senkrechten aufsteigenden Entwicklung angeregt wird, was bereits eine Objektivierung des niederen Ich darstellt, welches eine Modifizierung des höheren, vom Absoluten kommenden Selbst  bzw. des absoluten Ich darstellt, das allerdings aus der Sphäre des Nichtseins, aus dem Nichts des Stoffs entsteht, zu der die Substanz gekommen war. Die Substanz des Ich ist ihrem Wesen nach reiner kosmische Wille. Wenn dieser Wille aber in die Welt der Erscheinungen eintaucht, wird er zu einer Begehrung. Für das Ich ist die Begehrung ein Objekt, so wie für unser individuelles Selbst unser reflektierendes Ich ein Objekt ist.

Das Seelensubstrat schafft nicht das Ich, sondern setzt dessen Objektivierung durch die Geburt des Bewusstseins aus der Begegnung des „Astral- und Ätherleibes der Seele“ und aus ihrem Stehenbleiben im physischen Leib voraus. Letzterer ist wiederum organisch in die 7-, 9- und 12-gliedrige Struktur des Menschen verwoben. Ohne den physischen Leib würden die beiden Strömungen frei fließen, deshalb wird das Bewusstsein, wenn der Mensch stirbt und keinen physischen und ätherischen Leib mehr hat, im Kamaloka von der astralen Strömung mitgerissen und bewegt sich von der Zukunft in die Vergangenheit. Diese Erscheinung kennen wir als das Anschauen des Panoramas des soeben verstrichenen Lebens.

In unserem Wachleben schnellen die beiden Strömungen jedoch gegeneinander und aus ihrer Synthese entsteht das Urteil, das im irdischen Bewusstsein vorhanden ist, aber keinen Bezug zu Zeit und Raum hat. Es ist ein Attribut des niederen Ich, das seinerseits in der Zeit lebt, aber eine zeitlose Bildung ist.

Im Menschen wirken zwei Impulse des Selbstbewusstseins – der eine steigt von den Höhen durch das höhere Ich herab und der andere – das niedere Ich – ist das Ergebnis der Verschmelzung von Evolution und Involution entlang der Ellipse der Waagerechten. Der Erstere befindet sich außerhalb von Raum und Zeit, und die Erschaffung des Letzteren wird gänzlich von Raum und Zeit bedingt. Der Mensch ist die ewige Gegenwart, der niemals endende Prozess von Augenblicken der Synthese  der aus Vergangenheit und Zukunft kommenden Impulse. Diese Synthesen werden entweder durch das von oben herab wirkende höhere Ich oder durch das von unten hinauf wirkende niedere Ich verwirklicht. Dies ruft eine senkrechte Metamorphose hervor, die „senkrecht“ zur Raum-Zeit-Metamorphose verläuft. Es ist keineswegs einfach, den irdischen Menschen zu erleben, der sich gleichzeitig in Raum und Zeit aufhält und auf dem Bogen der Evolution und Individualisierung in Zukunft und Vergangenheit bewegt, gleichzeitig auf der Senkrechten der Bewusstseinsstufen aufsteigend. In jedem Moment der Gegenwart wird er auf allen Stufen der evolutionären Metamorphosen gewoben!

In der Welt des Nichtseins geboren und handelnd, stützt sich das niedere Ich in seiner Evolution auf beide Seiten der Wirklichkeit – auf das Substrat und die Substanz. Aber einmal entstanden, wird es durch nichts vorausgesetzt und wird in Fausts Worten zu „allem“ – zum höheren Ich. Der Mensch ist verpflichtet, sich des Prozesses der Umwandlung des niederen Ich in das höhere, der Erhebung vom niederen zum höheren Bewusstsein bewusst zu werden, ohne sich auf augenblickliche Sprünge ohne vorher geschaffene Voraussetzungen zu verlassen. Mit einem Sprung kann man seine Vorstellungen ändern, aber nicht den Astral- und Ätherleib. Die Offenbarungen sind unterwegs empfangene Gaben, doch im Rahmen der normalen Entwicklung geht der Bewusstseinssprung mit dem Übergang in einen Traum- oder Trancezustand einher. Die gegenwärtige Initiation erfordert einen langen und umfassenden Weg der Vorbereitung, welcher im Wachbewusstsein zurückgelegt wird.

Aus dem bisher Gesagten geht hervor, dass wir den Raum anzusehen haben als natürlich-evolutionär – wenn wir das mehrgliedrige Wesen des Menschen als ein zeitliches Wesen und Gefäß Gottes meinen – und spirituell-evolutionär – wenn der Mensch das zeitliche Sein überwindet und gleichzeitig den dreidimensionalen Raum verlässt, um sich der Ewigkeit anzuschließen. Die Zeit haben wir auch auf zweierlei Weise betrachtet – als empirische Zeit, d.h. als die Zeit des Schaffens in der Natur, aus dem der Jahreskreislauf der Natur mit dem Menschen in ihm hervorgeht und als reine, geistige, substanzielle Zeit, die sich in den Früchten der Persönlichkeit ausdrückt, welche in die Zukunft und Vergangenheit einzudringen vermag. In der Involution durchströmen die astralen und ätherischen Strömungen, die entgegengesetzt sind, unsere verschiedenen Wesensglieder in eine Richtung, was den Übergang von der ätherisch-physischen Substanz im Astralen und ihre gegenseitige Metamorphose erleichtert. Im Prozess der individuellen Evolution, der im Wesentlichen nach dem Kommen Christi begann und sich darin ausdrückt, dass der Mensch opfervoll dasjenige abgibt, was er von den Hierarchien erhalten und selbst erarbeitet hat, fließen die beiden Strömungen in jedem seiner Wesensglieder in entgegengesetzte Richtungen. Dabei entsteht das Selbstbewusstsein, das sich selbst durch Erstarkung und Abschwächung in der Gegenwart voraussetzt. Und die Gegenwart als solche ist nicht präsent, denn sie ist ein ununterbrochener Prozess der Entstehung, der Bildung und verändert ihr Erscheinungsbild im Laufe der Zeitalter erheblich.

In der Mitte der atlantischen Wurzelrasse hatten das zeitliche (Chronos) und das räumliche (Zeus) Prinzip ihre äußerste Vollständigkeit in der materiellen (Chtonos) Form des Seins erreicht. Der Mensch begann sich aufzurichten, weil über ihm – wenn auch noch nicht individuell – die gesamte Fülle der dreieinigen Seele wirkte. In der Entwicklung der Religionen führte dies dazu, dass zuerst der dreieinige Gott verstanden wurde, der sich im dreidimensionalen Raum durch den Menschen spiegelte, welcher seinerseits nicht nur das Verhältnis von innen/außen, sondern auch von oben/unten und links/rechts erkannte. Die Grundlage für die Empfindung der Trinität liegt im alten Erleben des mit dem Sein verbundenen Raumes (daher beträgt die Zahl des Raumes 12), während das Erleben der Zeit durch die Seele, mit der die Bewegung auf dem Weg der Metamorphosen zusammenhängt, im Zeichen der Zahl 7 steht. Ein solches Erleben kennt ein Vorher und Nachher, was zu einem Gefühl der Widerspiegelung des einen Gottes als das Verhältnis des „vorherigen“ Göttlichen zum „nachfolgenden“ Nichtgöttlichen führt, wie dieses zuerst bei Platon, Aristoteles und den Gnostikern auftrat.

Der Monotheismus liegt dem alten Erleben der Zeit zugrunde und der Übergang zum Bekennen des dreieinigen Gottes dauert bis heute an – sowohl im Islam als auch unter Katholiken, Orthodoxen und Protestanten, für die der Gang der historischen Entwicklung nur ein Abfallen von Gott, aber keine evolutionäre Erhebung des Menschen vom Nichtgöttlichen der Gegenwart zum Göttlichen der Zukunft darstellt.

Die Zeit lebt zwar in der Bewegung, ohne jedoch selbst hier anwesend zu sein, deshalb können wir nur von einer Organisation in der Zeit sprechen, die von den Geistern des Zeitkreislaufs vollbracht wird. Einerseits neigt sie dazu, in die Ewigkeit aufzusteigen und ist daher die Offenbarung des Einen Gottes, andererseits überführt sie das Sein in den dreidimensionalen Raum, was wiederum die Offenbarung des dreieinigen Gottes ist. Beide Offenbarungen werden durch die Wirkung von 12 Arten von Wesen (die neun Hierarchien und ihre drei Nachkommen) in der unsichtbaren Welt vermittelt. Das bedeutet, dass die Ideenfülle der Welt ebenfalls zwölfgliedrig ist. Christus stieg diese Leiter von oben nach unten zur physischen Inkarnation hinab, wobei Er die Ankunft jenes Zeitalters abwartete, in dem beim Übergang vom mythologisch-bildhaften zum Ich-Selbstbewusstsein in einzelnen Vertretern der Menschheit (u.a. bei Paulus oder Dionysius dem Areopagit) die Verstandesseele sich bis zu einem gewissen Grade individualisiert, so dass sie das Wunder der Menschwerdung, des Todes und der Auferstehung Christi verstehen konnten. Christus kam nicht aus der Vergangenheit oder Zukunft, sondern von oben herab – aus der Gegenwart. Er durchdrang mit Seinem Welten-Ich die Leiber Jesu und verwandelte sie jeweils in Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen. Zum Schluss nahm Er nur die Ideenform aus dem physischen Leib, um sie mit dem direkten Licht Seines Lebensgeistes auszufüllen und mit der Auferstehung einen Formleib zu schaffen, der die Identität von Leben und Licht darstellt, in dem Sein makrokosmisches Ich lebt. Christus füllte das Ich des Menschen mit sich selbst aus und ebnete uns den Weg zu einem solchen höheren Ich, das nicht nur im gegenwärtigen Zyklus erschaffen wird, sondern selbst am nächsten Zyklus schon jetzt wirkt und den höchsten Plan Gottes erfüllt.

Der Erlöser stieg aus dem höheren Raum mit den Werten der Ewigkeit herab und brachte als der Geist des Raumes der irdischen Kultur etwas Räumliches – die nebeneinander als eine Seele in Beziehung zur anderen stehenden Menschen, ohne Abhängigkeit von den zeitlichen Beziehungen. Die luziferisierte Blutsverwandtschaft wurde durch das Prinzip der geistigen Brüderlichkeit ersetzt. Der Erlöser brachte keinen „Frieden“, sondern das „Schwert“ des Ich und Er wies uns auf den Weg zur Überwindung des Sündenfalls. Er brachte auch die reine, materielle, nicht durch die Trennung im Zyklus beeinträchtigte Zeit des Geistesmenschen, die auf dem alten Saturn in der Gestalt der Geister der Persönlichkeit geboren wurde.

Mit dem Eintritt in Jesus wurde das gesamte Wissen der Vergangenheit in einen Körper konzentriert und dies war die größte Involution, die uns den Weg zur Evolution geebnet hat. Christus hat ein einziges Mal den physischen Leib des Menschen zu einem reinen Geist gemacht, zu einer Persönlichkeit, zu einem Selbst, zu einem Geistesmenschen. Mit dem Mysterium von Golgatha verband Er unseren physischen Leib mit den Geistern der Persönlichkeit wie mit dem individuellen Geist des Menschen. Das ist die Vereinigung mit der substanziellen Zeit. Der Geistesmensch ist eine Synthese zwischen der Substanz des höheren Ich und der Zeit, deshalb durchdringt das Sein des durch Christus auferweckten  Geistesmenschen die gesamte Menschheit. Den Geistesmenschen zu meistern bedeutet, den Stoff in eine Substanz umzuwandeln und letztendlich Raum und Zeit zu besiegen, in denen die Evolution der Welt in sieben Äonen stattfindet.

Das Erkennen Christi steht nach dem Mysterium von Golgatha im Zeichen der Synthese zwischen Sein und Bewusstsein und nicht im Zeichen der Widerspiegelung, der Vielheit. Die Sugenblicke der Synthese zwischen den Strömungen aus Vergangenheit und Zukunft in der ewig fließenden Gegenwart bedeuten eine Aufhebung der Kraftspannung zwischen ihnen und einen Aufstieg des Menschen vom niederen zum höheren Ich, bei dem das Wissen über das Ich-bin Christi und dessen Verinnerlichung ständig größer werden. Dieses Wissen wird vom Heiligen Geist getragen. Er erhöht das Ich und die Zeit wird zu einer Persönlichkeit, zu einer individuellen Evolution, in der alles aus der real uns entgegenströmenden Zukunft kommt, die auf den Stufen der Form herabsteigt, um schließlich eine astrale Form anzunehmen. Nicht jedoch die astrale Form, die aus der Vergangenheit getragen wird, wo sie mit dem Ätherischen und dem Physischen verflochten ist, sondern das zukünftige Astrale, das mit dem Geistselbst kommt und auch Lebensgeist und Geistesmenschen in sich enthält. Dieses Astrale wird ‚plastischer Formzustand’ genannt und es wurde dem Menschen vom Heiligen Geist ermöglicht, der an Pfingsten herabströmte und aus der Zukunft und von den Höhen aus als ein höheres Ich wirkt, als ein für uns involutionäres Geistselbst, das in den räumlich-zeitlichen Prozess eintritt und ihn in einen Bewusstseinszustand verwandelt.

Das Erscheinen des Lebensgeistes in der Hülle des Geistselbst – das ist der „tröstende Geist“, der die Offenbarungen über Christus trägt. Aus der Kraft des Geistesmenschen in der Hülle des Geistselbst werden die Gedankenformen geboren. Sie sind geistige Wesen und in ihnen drückt sich die Gottähnlichkeit des Menschen aus. Und noch etwas: Dank dem Geistesmenschen, der aus dem Gebiet des höheren Devachan herabsteigt, können in der Sphäre des Geistselbst auch moralische Intuitionen erlebt werden, was erst nach dem Opfer Christi in der Zeitenwende, insbesondere aber nach dem Ende des Kali-Yuga möglich wurde. Im gegenwärtigen Zeitalter des Erzengels Michael können wir eine solche Erfahrung in ihrer höchsten Form als ein ‚Explodieren des Ich’ bezeichnen, das zum Gewahrwerden der erhabenen Wahrheitsidee „Ich bin Gott“ führt.

Was bedeutet es konkreter, vom eindimensionalen zum dreidimensionalen Raum herabzusteigen? Durch die Antwort können wir auch das Wesen des umgekehrten Prozesses des Aufstiegs zum Null- oder sogar zum Punktraum verstehen. In GA1[5] gibt Steiner folgendes Beispiel: In der ersten Dimension beziehe ich zwei konkrete Erscheinungselemente der Sinnenwelt aufeinander, z.B. zwei Menschen in Bezug auf die Freundschaft, die sie verbindet; In der zweiten Dimension beziehe ich diese räumlichen Bezüge selbst aufeinander. Ich habe eine Beziehung zwischen Beziehungen hergestellt, indem ich ein weiteres Menschenpaar vom Standpunkt der sie verbindenden Freundschaft betrachte. Nun gibt es zwei Begriffe für Freundschaft – a und b. Die konkreten Erscheinungen haben wir abgestreift, die konkreten Beziehungen sind geblieben. In der dritten Etappe beziehen wir die konkreten Beziehungen selbst räumlich aufeinander, d.h. wir sehen ganz von den konkreten Menschen ab und erhalten den Begriff der Freundschaft überhaupt. „Dann aber muß ich ganz dasselbe, was ich in der einen finde, in der zweiten wiederfinden“, setzt Steiner fort. Ich finde Beziehungen zwischen Ähnlichem und kann mit dem Begriff der Freundschaft an das Erforschen von so vielen Menschen herangehen, wie ich will und zum Schluss kommen, dass ich eine Einheit im allgemeinen Freundschaftsbegriff gefunden habe. Doch ich habe vom Standpunkt dieses Begriffes begonnen, zwei konkrete Menschen zu betrachten. Also kehre ich auf der dritten Stufe zur ersten zurück.

Wenn wir eine solche Operation mit dem Raum durchführen, stellen wir in der ersten Dimension ein Verhältnis zwischen zwei Wahrnehmungen der Sinne fest und entdecken nur hier etwas von der Kontemplation. In der ersten Dimension haben wir eine konkrete Vorstellung oder Wahrnehmung mit dem ihr immanenten Begriff. Alles andere ist eine Manifestation der gedanklichen Feststellung der äußersten Einheit von Objekten aus der Sinneswelt, ohne dass ihr inneres Wesen berührt wird. Gleichzeitig ist diese Einheit real, sie existiert und hat eine ähnliche Natur wie das denkende Bewusstsein, das zwar reflektierend ist, aber in ihm der Abglanz der übersinnlichen Realität spricht. Sie enthält die Selbstbewegung, sie ist dialektisch und kann später einige „organische“ Elemente in sich hereinbringen, sich aufgrund des Gesetzes der Metamorphose bewegen und eine Beziehung mit der Zeit eingehen. Dann bezeichnen wir die zweite Dimension als das Verhältnis (das eine Abstraktion ist) zweier konkreter Vorstellungen, während die dritte Dimension die Ideen-Einheit der Abstraktionen bildet. Aus dem kosmischen Bewusstsein entstand die biologische Form bzw. das biologische Sein, das fähig ist, sich aufzurichten (entspricht den Vorstellungen), zu sprechen (entspricht der Beziehung der Vorstellungen) und in sich Denken (entspricht der Ideeneinheit), Bewusstsein zu fassen. Diese Form ist der mehrgliedrige Mensch, durch den die göttliche Idee zu sich selbst zurückkehrt.

Der Mensch ist aus der Idee und in der Idee – dem dreidimensionalen Raum – geboren. Das Sein der Idee als Menschen (den dreidimensionalen Raum) schauen wir mit unseren physischen Augen an, aber die dreidimensionale Raumidee selbst ist ohne Sein nur dem denkenden menschlichen Bewusstsein zugänglich, das mit Hilfe des niederen und höheren Ich und des Christus bis in den Punktraum aufsteigen kann. In der Welt der unausgesprochenen Einheit des Einen Gottes entdeckt sich der Mensch als Ich = Ich, d.h. er erlebt: „Ich bin Gott.“ Dort ist das Bewusstsein Sein und das Sein – gleichzeitig Bewusstsein und alles Phänomenale, sogar geistig Phänomenale ist beseitigt.

In der Welt der Intuition finden wir diese Einheit in der Offenbarung des Einen Gottes, der Seiner Schöpfung in der Gestalt von drei Hypostasen zugewandt ist und Sein wichtigstes Vorrecht Christus überlassen hat. Dies ist die ausgesprochene Einheit von „Ich-bin“, die opfervoll als Nullraum manifestiert ist. Hier findet der Übergang des Zyklus ins Pralaya statt. Und als die Wesen das eigene Leben des Zyklus einleiteten, entstand der eindimensionale Raum, ein Ausdruck der Einheit der Ideen hinter jedem Sein im Manvantara. Wir können es mit Folgendem vergleichen: Alle unsere Organe haben ein Bewusstsein und wenn wir in dieses hineingehen, werden wir mit der Rückkehr zur Einheit im Ich-Bewusstsein den Anschein eines Übergangs vom zweidimensionalen zum eindimensionalen Raum haben. Der Verfasser dieser Zeilen erlebte das als die Offenbarung der Idee, dass „nach dem Mysterium von Golgatha alle Wesen im Universum die Liebe Christi atmen und in ihr leben und dass diese Liebe anders als die Liebe des Vaters ist“[6], weil der Erlöser in absoluter Freiheit das Licht des wahren Lebens von Gott brachte – das sich vom den Bedürfnissen des Zyklus angepassten Leben unterscheidet – und dieses durch Sein Opfer in Liebe verwandelte, die sogar den physischen Leib wiederbeleben und ihn in einen Geistesmenschen transformieren kann. Diese Erfahrung „verzeichnete“ die Rückkehr des erneuerten Palladiums – des „Werkzeugs“ des Pfingstgeistes, mit dem die Geheimnisse Christi nach Beginn der Zweiten Wiederkunft gelüftet werden können.

Das sinnliche Bild eines eindimensionalen Raumes auf der Erde ist nur das Mineralreich. In ihm fehlen das Leben und das Astrale, während der Geistesmensch danach strebt, alles in Kristalle zu verwandeln, auch den menschlichen physischen Leib, der als ein „durchsichtiger Diamant“ zumindest in seiner Form und Beständigkeit seinem Ideen-Urbild entsprechen soll. Der Kristall selbst ist ein indirekter Beweis nicht für den eindimensionalen Raum, sondern für den  ½-halbdimensionalem Raum, ohne dieser Raum selbst zu sein. Das Wichtigste im Mineralreich ist seine Ideen-Einheit, als ein systematisches, vollständiges Objekt ist es das gesamte physikalische Universum, das durch das Gesetz des universellen Gravitationspunktes vereint ist. In diesem Sinne kam die vorgenannte Offenbarung von der Sphäre zwischen dem eindimensionalen und dem Nullraum, in dem der besagte Übergang des Manvantara ins Pralaya stattfindet.

Das Pflanzenreich befindet sich im zweidimensionalen, genauer gesagt, im 1 ½-dimensionalen Raum, denn die Schwerkraft wird durch die Kraft des Wachstums in seiner Tendenz zum Aufrichten überwunden. Die Pflanze ist etwas Sonnenhaftes, aber unter den irdischen Bedingungen, deshalb wirkt in ihr das ätherisch-zeitliche Prinzip des ständigen Aufbaus und Übergangs.

Das Tierreich hat einen Astralleib und keimhaftes psychisches Leben, aber es kann sich ohne ein Ich nicht vollständig aufrichten. Deshalb existiert es in der zweiten Dimension, wobei es wegen seiner Empfindungen in eine partielle Beziehung mit der dritten Dimension eintritt, d.h. es existiert im  2 ½-dimensionalen Raum und ist nicht in der Lage, in seinem keimhaften Bewusstsein eine Idee hervorzubringen.

Wegen seines Ich lebt nur der Mensch in der dritten Dimension und kann sich auf den Bewusstseinsstufen zum Überbewusstsein erheben, wenn eine Idee in seinem Kopf entsteht. Die kugelförmige Gestalt unseres Kopfes wird durch die im Tierkreis vorherrschende zentripetale Tendenz zusammengehalten. Im Tierkreis strebt der Geistesmensch an, alles auf den Punkt des überweltlichen Raumes zusammenzuziehen. Wenn eine Idee in unserem Kopf entsteht, hat der Geistesmensch teilweise sein Ziel erreicht und bringt uns vom dreidimensionalen in den zweidimensionalen Raum zurück – die geistige Aufrichtung des Menschen hat begonnen.

Mit dem Übergang zur imaginativen Welt wurde die Sinneswahrnehmung aufgehoben, die darin verborgene Idee blieb jedoch bestehen. Das Verhältnis zwischen den drei kosmischen Prinzipienstrahlen bewegt sich hier auch in der Zeit, denn das geistige Leben des Menschen, sofern er eine Persönlichkeit ist, verläuft in der Zeit und die Zeit ist eine Persönlichkeit. Die Naturreiche unter uns leben nicht im dreidimensionalen Raum und kennen nicht einmal die Zeit. Sie kennen nur die Entwicklungszustände, die Entwicklungsetappen. Der Übergang zur Zweidimensionalität bedeutet nicht nur die Beseitigung einer Dimension, sondern auch die vollständige Umgruppierung der Kräfte, die die Dreidimensionalität bilden. Die „Verzerrung“ scheint in Richtung der Vierdimensionalität zu gehen, aber es ist gut zu wissen, dass sich dieses Phänomen in der entgegengesetzten Richtung manifestiert. Beim Abstieg durchlaufen die drei Strahlen der göttlichen Hypostasen eine alchemistische Metamorphose und manifestieren sich als die vier Elemente, die den ätherisch-stofflichen Ursprung der vier Naturreiche (einschließlich des Menschenreiches) darstellen. Die drei Naturreiche selbst sind ein Nebeneffekt des Übergangs zur Objektivierung des höheren Ich in das niedere Ich des Menschen. Das Ziel ist es, die Trinität in uns abzubilden und wir sind diejenigen, die die höhere Dreieinigkeit durch uns selbst in eine Vierfachheit, Fünffachheit (das Pentagramm), Sechsfachheit (das Symbol des Grals), Siebenfachheit (den Zyklus der Metamorphosen) metamorphosieren.

Im zweidimensionalen Raum wurde die Zeit unserer Anschauung als eine Reihe von räumlichen Bildern, Zuständen gegeben, in denen Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart als eine Reihe von nebeneinander gestellten Bildern existieren, d.h. hier kann der Raum angeschaut werden. Darin drückt sich die Anwesenheit des Astralen im Ätherischen bzw. umgekehrt aus. Das Ätherische entwickelt die Lebensform und das Astrale verleiht ihr das Aussehen eines stabilen Bewusstseinszustandes. Die Ereignisse, die nicht zu derselben Zeit stattfinden, befinden sich in keinen mittelbaren Wechselbeziehungen, was dem zweidimensionalen Raum „Umfang“ verleiht. Die Objekt-Subjekt-Beziehung wird aufbewahrt, jedoch in einer anderen Form. Die Ideen-Wahrnehmungen können in ihrer Einheit in Beziehung zueinander gebracht werden und dann wird ihr Wesen offenbar. Wir müssen immerhin wissen, dass die vollständige Einheit der Ideen erst nach einem Aufstieg ins höhere Devachan erreicht wird. In der Sinneswelt ist sie vom Menschen sehr schwer zu erreichen. Dem Verfasser dieses Vortrags wurde sie durch die Offenbarung eröffnet, dass „die Menschen heutzutage Christus nicht verstehen, weil sie sich selbst nicht als Götter erkennen“. Die zahlreichen Wahrnehmungen von Erfahrungen mit spirituellen Gemeinschaften haben sich zu einem übersinnlichen „Volumen“ angeordnet – zu der Idee, dass „Christus auf eine neue Art präsentiert werden muss“. Und diese neue Art wurde auf dem physischen Plan des dreidimensionalen Raumes durch die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts im Ich gesucht. Die lange Reise, die mit der Offenbarung von Ich = Ich begonnen und alle Bewusstseinsebenen durchlaufen hatte, führte zur Synthese und eröffnete somit jedem Menschen auf der Erde die Möglichkeit, selbst diese Reise zu machen, jedoch in entgegengesetzter Richtung – vom niederen Ich über das höhere Ich und Christus zu Gott.

Dieser große Aufstieg beginnt mit der Beherrschung der Logik des anschauenden Denkens, die uns zur Logik des imaginativen Denkens und zu den Imaginationen selbst führt. Die Imagination ist gleichsam das 13. Element im „Kollegium“ der 12 Kategorien, ohne selbst eine Kategorie zu sein. Sie gehört vielmehr zur ersten Stufe des höheren Überbewusstseins, in dem Bewusstsein und Sein zur Einheit werden und drückt durch sich die räumliche Präsenz des höheren Ich im niederen Ich aus, welches sonst nicht zu Gott, zum Außerräumlichen zurückfinden würde – so wie ohne das achte Element die Evolution nicht aus der ewigen Wiederholung in sieben Stufen herausgegangen wäre. Die achte Stufe beginnt jedoch nicht nach der siebten, die eigentlich die erste Stufe des neuen Zyklus bildet, sondern sie stellt das mysteriöse Intervall zwischen der sechsten und der siebten Stufe dar, das in die achte Stufe und in den Beginn des neuen Zyklus übergeht.

In der imaginativen Logik wird auf der sechsten Stufe die Idee individualisiert, sie scheint ihr Ich zu erlangen, und dieses Ich der Idee wird vom höheren Ich erfasst, um die gesamte logische Ordnung zu einer Synthese zu bringen, woraus auch die siebte (achte) Stufe hervorgeht. In mir hat die Idee von Ich = Ich ihr „Ich“ mit meiner entstandenen Absicht erhalten, Christus auf eine neue Art darzustellen, d.h. unter den neuen Bedingungen einen neuen Weg zu Seinem makrokosmischen Ich-bin und durch Ihn einen neuen Weg zur wesentlichen Erfahrung des menschlichen höheren Ich zu finden. Im mysteriösen Intervall zwischen der sechsten und siebten Stufe wurde die oben erwähnte moralische Technik – die Synthese – geboren. Sie ist das siebte abschließende Element der gesamten logischen Ordnung, die in anderen Vorlesungen detailliert dargelegt wurde. Gleichzeitig stellt sie den Ausgang zur achten Stufe dar, welche die Phänomenologie des menschlichen Geistes in den kosmischen hineinführt, wobei das Subjekt als ein gottähnliches Wesen, das  bewusst eine Metamorphose zu der anderen bringt und andere Wesen schafft, immer wichtiger wird.

Indem man Leben, Zeitpersönlichkeit oder das Prinzip der Metamorphose und das Opfern des niederen Ich in das Bewusstsein bringt, beginnt in unserer Bewusstseinsseele eine Durchchristung der natürlichen empirischen Zeit und wir erwachen zum ewigen Leben. Indem wir die sozialen Beziehungen durch geistige Brüderlichkeit durchchristen, durchchristen wir auch den „sozialen Raum“ – den geistigen Raum des Individuums -, in dem der bei dem Mysterium von Golgatha auferstande Geistesmensch wohnt. Beides wird mit der Synthese durchchristet, aber es sind umfangreiche Vorbereitungen erforderlich, um das wahre Wissen zu erlangen und das ethische Prinzip im tiefstmöglichen gegenwärtigen christlichen Sinne zu beleben. Es ist auch gut zu wissen, dass wir nicht zur Imagination aufsteigen, sondern mit Ehrfurcht auf ihr Herabkommen in die auf diese Weise vorbereitete Bewusstseinsseele warten.

Die Synthese ist nicht ein Weg zum geistigen Schauen schlechthin, sondern das rettende Mittel für die gesamte fünfte Kulturepoche der Bewusstseinsseele, in der wir zu einer neuen Bewusstseinsform gelangen müssen. Die Wirkungen dieses Mittels erstrecken sich im weiteren Verlauf des platonischen Jahres bis zu den nächsten Wurzelrassen, Formstufen, Lebensstufen und Äonen, in denen das höhere Ich den Vulkan-Zustand erreichen und sich auf sein grundlegendes Opfer vorbereiten wird, das den nächsten Evolutionszyklus in Gang setzen wird – den Zyklus des Heiligen Geistes. Solche hohen Bewusstseinssphären eröffnen sich dem spirituellen Blick eines Menschen, der die Bedeutung des von Bulgarien aus im Jahr 2000 ausgelösten Impulses wirklich versteht!

Im laufenden platonischen Jahr von 25920 Jahren ist unser Sonnensystem mit Beginn der fünften Wurzelrasse in das Gebiet der Tages-Tierkreiszeichen eingetreten, in denen das Geistige auf der Grundlage des Organischen entsteht.

Die Zeit hat den höheren Raum besiegt, der illusorisch wie die materielle Welt wurde, in der er einerseits in Form einer abstrakten Idee lebt und andererseits die Gestalt des mehrgliedrigen Menschenwesens angenommen hat. In ihm begann die Zeit in Form eines Geistes, einer Persönlichkeit zu leben, die ihrem Wesen nach transzendent ist und Inkarnationen unterliegt. Neben der Zwölffachheit hat die Zeit – das betonen wir noch einmal – einen zweiten Aspekt: ​​den Tag-Nacht-Aspekt, der aus 7 „Tagen“ des empirischen Lebens und 5 „Nächten“ des Transzendentalen, des Ewigen entsteht. Der irdische Mensch wurde als ein fünfgliedriges Subjekt aus vier Gruppenseelen erschaffen, die das Lamm, also Christus, zu einer höheren Einheit bringt.

Der Prozess, durch den die „Nacht“ (die Zeit, das Individuell-Geistige) den „Tag“ (den Raum, das Organische) zu besiegen begann, nahm ihren Lauf mit dem Übergang zum begrifflichen Denken. Dieses Denken erhält Leben auf Kosten des Absterbens der Materie in unserem Nervensystem und wird mit dem Rückzug des Manvantara ins Pralaya enden. Das wird seinerseits das Ergebnis des Sieges des höheren Raumes über die empirische Zeit sein. In der gegenwärtigen Wurzelrasse durchlaufen wir die Beziehung 7 zu 5 – zuerst als Phänomenologie des kosmischen Geistes, dann wird das höhere Ich im niederen Ich geboren und es folgt die Synthese des Seins mit dem Anderssein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine vollständige Synthese nur im Pralaya möglich ist, das wie die Ich-Entwicklung auf der Senkrechten des Seins entsteht.

Am Ende dieser Wurzelrasse wird die Entwicklung des individuellen menschlichen Geistes eine starke Tendenz erhalten, die empirische Zeit zu verlassen, so dass die nächste Wurzelrasse das Verhältnis von 5 zu 7 haben wird. Ihre Kulturepochen werden in das nächste platonische Jahr und in die Sphäre der Tages-Tierkreiszeichen übergehen, in denen die Phänomenologie des menschlichen Geistes innerhalb des kosmischen Geistes in voller Ausprägung zur Geltung kommen wird. Jenem Zustand des menschlichen Geistes wird die freie Bewegung in der Zeit von der Vergangenheit in die Zukunft und zurück eigen sein. Die Zeit wird zu einer Reihe von räumlichen Bildern des vergangenen Lebens und der Zukunft werden und der Mensch wird sie beeinflussen können. Die Vergangenheit wird allmählich auf einer bewussten (nicht materiellen) Ebene metamorphosiert zu seiner Zukunft werden. Der Geist der menschlichen Persönlichkeit wird in den zweidimensionalen imaginativen Raum zurückkehren und die Illusion der dreidimensionalen Welt wird vergehen, ohne dass dies einen Übergang in den Pralaya-Zustand bedeutet.

Die Einheit von Sein und Bewusstsein beim Übergang zu einer neuen Wurzelrasse bedeutet nur, signifikante Änderungen in der Beziehung zwischen beiden vorzunehmen. Mit dem Übergang zum Phänomen des imaginativen Denkens bleibt diese Beziehung unter den Bedingungen der räumlich-zeitlichen Welt existieren, aber sie bewegt sich gleichzeitig auf der Senkrechten des Weltdualismus in Richtung der Einheit. Wir brauchen ein neues Bewusstsein, das nicht aus Evolution und Involution entsteht, sondern aus etwas anderem, aus der Schöpfung aus dem Nichts. Hier geht es um den Impuls von oben, von der ewigen (aber nicht verewigten) Gegenwart, und das ist der Sinn des Ich-Wachstums.

Heutzutage lässt sich die Trauer nach dem Geist, nach dem höheren Ich nicht mit Philosophie oder Kunst stillen, egal wie erhaben sie sein mögen, sondern nur mit jenem esoterischen Christentum, das dem Zeitgeist angemessen ist. Der jetzige Regent der 1879 eingeleiteten Unterepoche der fünften Kulturepoche ist Michael. Aufgrund seiner Ich-Herkunft ist er ein Erzengel, der aber jetzt die Fähigkeit besitzt, seine Aufgaben von der Position eines Archen aus zu erfüllen. Durch die Erzengel, mit denen (und insbesondere mit Michael) Christus eine enge Beziehung hat, treten die Geister der Zeit in Verbindung mit dem Raum, aus dem der Mensch als ein Mikrokosmos hervorgegangen ist, der in sich selbst und aus sich selbst den dreidimensionalen Raum hervorbringt.

Die Erzengel drücken aber auch die Fähigkeit der Archai aus, das Entstehen des individuellen Geistes in der Zeit zu bewirken, was zur Überwindung der Zeit vom höheren Raum aus und zum Entstehen des Zustandes des Pralaya führt, der bereits im materiellen Sein als individueller Geist vorhanden ist. Im dreidimensionalen Raum lebt das Ich, das aber seinem Wesen nach als eine Widerspiegelung des höheren Ich-Subjekts zum Pralaya gehört. Dieses Sein des Subjekts entfaltet sich in einer Reihe persönlicher Zustände, die das Erleben des Zeitlaufs ergeben.

Nachdem das fünfgliedrige Subjekt-Wesen im siebengliedrigen Wesen des dreidimensionalen Raumes Erfahrungen erlangt hat, kehrt es zum absoluten Subjekt ins Pralaya zurück. Als ein Gesamtwesen aus Leib, Seele und Geist deckt der Mensch den gesamten Evolutionszyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkans mit sich selbst ab und ist im räumlich-zeitlichen Sein nur ein kleiner Teil, ein Fragment von sich selbst, das aber die größten Erfahrungen des Selbstseins hat.

Im jetzigen Zeitalter des Erzengels Michael mit seinen Möglichkeiten als Zeitgeist ist der Zeitpunkt, um den Übergang von der dreidimensionalen Raumidee und unserem zeitlichen Sein zur Zeitpersönlichkeit, zur Ewigkeit einzuleiten. Als eine Brücke zwischen Leib und Ich kann die Seele, die von den paulinischen Worten „Nicht ich, sondern Christus in mir“ geleitet wird, im Gegensatz zum Gang der objektiven Evolution sich selbst als ein zeitliches und sogar überzeitliches Wesen in die Entwicklung stellen und vom niederen zum höheren Ich aufsteigen. Durch diesen Prozess wird der Mensch zu einer Art „Zeitgeist“, zu einer Persönlichkeit, die mit sich selbst die Zeit verkörpert und die Zeit ist zu einem Phänomen seiner Persönlichkeit, seines höheren Ich geworden. Wir können nicht umhin, uns an die tiefen Einsichten des bulgarischen Freiheitskämpfers Vassil Levski zu erinnern, die er bereits vor dem Anbruch des Michael-Zeitalters ausgesprochen hat: „Die Zeit ist in uns und wir sind in der Zeit. Sie wendet uns um und wir wenden sie um.“[7] Michael ist das Tages-Antlitz Christi, das uns zur „Nacht“ des Pralaya-Bewusstseins führt, nachdem wir zu einem Ich geworden sind, das Offenbarungen dieser „Nacht“ völlig bewusst empfangen und sein Bewusstsein sogar auf den nächsten Entwicklungszyklus vorbereiten kann. Christus findet in Seinem Verweilen in unserem Zyklus den Sinn, den nächsten Zyklus vorzubereiten. Der Weg zu Michael geht durch die Synthese und nur sie kann uns den Erlöser als den Herrn des höheren Raumes, als den Träger des uranfänglichen Ich-Prinzips offenbaren, dessen Verinnerlichung dem ganzen irdischen Äon den Sinn gibt. Das ist das esoterische Christentum der Gegenwart und Zukunft, das ist das große Christentum des Heiligen Geistes, das wir heute so dringend brauchen! Wenn dieses Christentum im Ich nicht anwesend ist, wird der Mensch machtlos gegen Ahriman sein, der bereits kommt!

 

[1] Über Boris Georgiev vgl. die Vorlesung Der Aufstieg des Ewig-Weiblichen

[2] Vgl. folgenden Artikel https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/geschichte/albert-einstein-relativ-unglaeubig/1233610.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F (abgerufen am 6.1.2020)

[3] Vgl. GA 45, Kapitel V, S. 57.

[4] Vgl. GA 115

[5] Vgl. GA 1, S. 292

[6] Vgl. die Vorlesung vom 12.09.2010 Offenbarung

[7] ‚Umwenden‘ ist im Sinne von umwandeln zu verstehen.

Das außergewöhnliche Leben des Meisters

Vlad Paschov (1902-1974), einer der engsten Schüler Beinsa Dounos, sammelte im Laufe von mehreren Jahrzehnten Erinnerungen an wundertätige Ereignisse, über die ihm verschiedene Augenzeugen berichtet haben. Aus diesen Berichten entstand sein Buch „Das außergewöhnliche Leben des Meisters Petar Danov. Augenzeugenberichte“[1]. Der folgende Text Paschovs stellt das Vorwort dar.

„Wenn wir über die okkulte Seite des Lebens und der Phänomene sprechen, meinen wir das, was vom Überbewusstsein kommt. Es gibt zwei Wesensarten in der Natur: eine äußere, die durch Bewusstsein und Selbstbewusstsein bedingt wird; und eine verborgene innere, die durch das Unterbewusstsein und das Überbewusstsein bestimmt wird. Bewusstsein und Selbstbewusstsein sind die Pole im gewöhnlichen Leben des gegenwärtigen Menschen, während Unterbewusstsein und Überbewusstsein dem göttlichen Leben eigen sind. Der Meister verband das Bewusstsein mit dem Herzen und das Selbstbewusstsein mit dem Verstand, das Unterbewusstsein mit der Seele und das Überbewusstsein mit dem Geist. Jedes Bewusstsein steht in Verbindung mit bestimmten Kräften oder ist ihre Quelle. Das Überbewusstsein ist kosmisch und wirkt mit mächtigen Kräften zusammen. Für den Menschen des Selbstbewusstseins befindet sich die Beziehung zu ihnen in einem Schlafzustand, sie manifestiert sich jedoch im Menschen mit kosmischem Bewusstsein.

Das kosmische Bewusstsein ist der Schritt, welcher der Entwicklung des Selbstbewusstseins folgt. Wie sich der Unterschied gestaltet zwischen dem Bewusstsein, in dem die Tiere leben, und dem Selbstbewusstsein, in dem der Mensch lebt, so ist der Unterschied zwischen dem Selbstbewusstsein, in dem der moderne Mensch existiert, und dem Überbewusstsein. Wie die Fähigkeiten der Tiere im Vergleich zu Menschen sind, so sind die Möglichkeiten der Menschen in Bezug im Vergleich zu einem Wesen mit kosmischem Bewusstsein. Was für das kosmische Bewusstsein möglich, aber für das Selbstbewusstsein unzugänglich ist, bildet den Bereich der okkulten Phänomene. Als der Meister Kräfte manifestierte, die aus dem Überbewusstsein entstehen, waren für ihn Dinge möglich, die wir als Wunder betrachten. Und für die Kraft des kosmischen Bewusstseins sind sie in Wirklichkeit objektive, reale und natürliche Phänomene.

Der Meister sagte: „Wenn ich mit Menschen zusammen bin, benehme ich mich wie sie. Aber wenn ich allein in der Natur bin, brauche ich nur eine Handbewegung zu machen und ein paar spezielle Worte auszusprechen und vor mir erscheint das, was ich wünsche, was ich brauche. Ich möchte eine Verschnaufpause einlegen, und ein Zelt mit einem Bett und einem Tisch erscheint vor mir, auf dem frisches Weizenbrot und schöne Früchte serviert sind, die ich mir wünsche. Wenn ich gegessen und mich ausgeruht habe, mache ich wieder bestimmte Bewegungen und sage bestimmte Worte – das Zelt verschwindet samt Inhalt.“

Für das kosmische Bewusstsein sind das natürliche Handlungen, denn alles in unserer Welt ist nur ein Schatten dessen, was in der vierdimensionalen Welt existiert, in der sich die kosmischen Möglichkeiten manifestieren. Der Mensch des kosmischen Bewusstseins kann lange Distanzen überwinden und gleichzeitig an vielen Orten in verschiedenen Teilen der Erde erscheinen. Er kann hier und in der gleichen Zeit in Amerika, Russland, Indien usw. sein. Der Meister pflegte zu sagen: „Ich bin nicht im Leib, mein Leib ist nur ein Rednerpult, von dem aus ich spreche.“ Er sagte weiter: „Ich kann sichtbar und unsichtbar werden, wann ich will. Ich kann aus dem Leib herausgehen und in ihn wieder eingehen, wann immer ich wünsche. Ich möchte auch euch diese Kunst beibringen.“ Viele solcher Beispiele aus seinem Leben gibt es. Der Meister erinnerte uns daran, dass Christus auch diese Kunst beherrschte: „Als sie Christus ins Grab legten, zerstückelte Er seinen Körper und verschwand, und als Er dann seinen Jüngern erschien, baute Er ihn wieder zusammen.“

Jemand, der sichtbar und unsichtbar werden kann, ist Herr über den Tod. Und wenn er trotzdem durch die Tür des Todes geht, dann macht er dies, um die Menschen um sich herum nicht zu verführen und die ihm Nahestehenden vor der Regierung und Gesellschaft nicht zu diskreditieren. Schließlich tritt er durch die Tür des Todes und erleichtert den Weg der einfachen Menschen, da er den Tod selbst erzieht. Denn auch der Tod ist ein lebendiges Wesen. Ging Christus nicht durch die Tür des Todes in die Hölle hinunter, um die Tür der Hölle zu öffnen und alle Sünder von dort auszuführen? So heißt es ja in der Schrift. Dabei erteilte der Meister dem Tod eine Lektion und zeigte ihm, dass er stärker war. Er behauptete auch, dass ein Heiliger und ein Meister nicht im Grab bleiben würden. Wenn die Erde den Sarg bedeckt, entmaterialisieren sie ihren Leib, der nicht dem Leib einer durchschnittlichen Person entspricht.

Ihr Körper sieht nur gewöhnlich aus, tatsächlich ist er eine kondensierte Kraft des Geistes. Der Meister sagte Folgendes: „Lasst uns einen Versuch machen: Ihr werdet mich ins Grab legen und wenn ihr mich dort nach einer Weile findet, bin ich überhaupt kein Meister. Wenn ich euch ins Grab lege und euch nach einer Weile dort finde, seid ihr auch keine Schüler.“ Er war Herr des Lebens und des Todes.

Der Meister sagte mehrmals: „Meine Lehre ist ohne Form und ohne Dogma. Meine Lehre ist Wissenschaft und Religion.“ Die Fakten zeigen, dass er kein abstrakter Philosoph war, sondern eine Person des realen Lebens, welches im gesamten Kosmos pulsiert, schafft und ewig erneuert. Über den Meister kann gesagt werden: „Wissen heißt können.“ Die Informationen, die ich in diesem Buch anbiete, machen deutlich, dass er nicht nur Wissen besaß, was er durch sein Wort bewiesen hat, sondern auch Können. Das kann nur derjenige, der das gelebte, lebendige Wissen besitzt.

Alle Fakten, Ereignisse und Phänomene auf den folgenden Seiten wurden mir von denen erzählt, die sie beobachtet und erlebt haben. Alles ist real, wir haben nichts erfunden. Die Phänomene und Ereignisse im Leben des Meisters zeigen uns, dass wir vor einem hohen spirituellen Wesen stehen, das die göttliche Welt auf die Erde heruntergeholt hat. Der Meister hatte kein persönliches Leben, sein Leben unter uns war der Ausdruck des kosmischen Seins. Er sagte: „Der ganze Himmel steht hinter mir. Und das Wort, das ich zu euch spreche, ist nicht meins, es ist das Wort der Wesen, die  hinter mir stehen und es gibt derer nicht wenige, sondern Tausende und Millionen. Das sind die Ideen des Gottes, der das ganze Universum ausfüllt.“

Es gibt viele Fälle und Tatsachen aus dem Leben des Meisters, die von seinen Fähigkeiten eines großen Eingeweihten, eines Mannes Zeugnis ablegen, für den es keine unmöglichen Dinge gibt. Das Auge des Meisters war für jedes Unheil und jede Freude, für alle menschlichen Handlungen wach. Er durchdrang das ganze menschliche Leben und trug es, sozusagen, in sich, er erlebte es und half damit allen, die litten. Der Meister warnte und half dort, wo das karmische Gesetz dies erlaubte. Es gibt nämlich Fälle, in denen man ein bestimmtes Leiden erleben, eine Prüfung bestehen soll. In diesem Fall griff er nicht ein, selbst wenn jemand mit seinem Leben bezahlen könnte, denn das ist eine Erfahrung, aus der man etwas lernen, bestimmtes Wissen erwerben soll. Und für den Meister und den Schüler seiner Schule war die Erfahrung die Grundlage des Wissens.

So wie es für die Sonne selbstverständlich ist, dass sie scheint und wärmt, so war es auch für den Meister selbstverständlich zu helfen, wenn das notwendig war – zum Beispiel in verschiedener Weise  zu heilen. Für ihn war es nicht notwendig, den Kranken zu sehen um die Diagnose zu bestimmen, denn sein kosmisches Bewusstsein durchdrang und beherrschte den gesamten Raum. Daher konnte er mit nur einem Blick, mit einer Geste Krankheiten heilen, welche die Ärzte für unheilbar erklärt hatten.

Der Meister konnte den Elementen befehlen, die Naturphänomene verändern und sie in eine andere Richtung lenken, wozu er in Verbindung mit den Lebewesen trat, die hinter diesen Phänomenen standen. Die Naturphänomene wie Regen, Sturm, Hagel, Schnee, Dürre, Erdbeben, vulkanische Aktivität usw. sind keine mechanischen Prozesse, sondern das Ergebnis der Tätigkeit bestimmter intelligenter Wesen und derjenige, der sich mit ihnen verbinden kann, vermag manche Ereignisse aufzuheben oder zu verschieben. Aber der Meister lehrte auch, dass jeder Mensch mit seinem Gedanken, mit seinem Leben ebenfalls auf die Naturgewalten einwirkt.

Der Meister war ein Magier von höchstem Rang, denn er hatte die Kräfte der Natur zur Verfügung, um den Willen Gottes zu erfüllen, zum Wohle sowohl des Einzelnen als auch der gesamten Menschheit. Er war ein Hellseher der höchstmöglichen Stufe, der nicht nur alles um sich herum sah, sondern alles, was auf der ganzen Erde und im ganzen Kosmos geschah, er sah in die Vergangenheit und in die Zukunft.

Als ich diese Erinnerungen an Erscheinungen und Ereignisse sammelte, stieß ich auf die Tatsache , dass alle Menschen, die mit dem Meister in Berührung kamen, seine Kraft, sein Wissen, seine Liebe , seine Beziehung mit dem Himmel, seine Hellsichtigkeit, seine magische Kraft in verschiedensten Formen erlebten. Die Kranken erlebten sie, als der Meister ihnen zur Heilung verhalf. Diejenigen, die den falschen Weg in ihrem Leben eingeschlagen hatten – indem sie die richtige Richtung fanden; Menschen, welche die Realität der spirituellen Welt anzweifelten, erlebten sie durch spirituelle Erfahrungen. Diejenigen, deren physisches Leben in Gefahr geriet, erlebten sie durch blitzschnelle Hilfe, nachdem sie ihren Gedanken zum Meister gerichtet hatten. Und wenn man alle Zeugnisse, Erscheinungen und Ereignisse aus dem okkulten Leben des Meisters zusammentragen könnte, würde ich wie der Apostel Johannes sagen: „Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eins nach dem andern geschrieben werden, achte ich, die Welt würde die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.“(Joh. 21:25)

[1] Das Buch ist bei Amazon erhältlich.

Über die Seelenverwandtschaft

Äußerung Dimitar Mangurovs beim Runden Tisch zum Thema „Die Seelenverwandtschaft“, Varna, 03.11.2019

Dimitar Mangurov sprach im Anschluss an einen Vortrag über die Inkarnationskette von Rudolf Steiner und Ita Wegman, weshalb er sich auf die beiden bezog.

Es ist für jeden Menschen äußerst wichtig, ob er zur Zeitenwende inkarniert war und eine Berührung mit Christus oder Seinen Jüngern hatte oder nicht. Rudolf Steiner und Ita Wegman waren damals nicht inkarniert. Es gibt zwei Arten von Seelen – diejenigen, die damals auf der Erde waren und die anderen. Bei den Ersteren kann das Prinzip der Synthese wirken.

Unser Zyklus vom Saturn zum Vulkan, der dem Zyklus der herrschenden All-Einheit ohne Teilung folgte, war vom Anfang an beabsichtigt als ein Zyklus der absoluten Teilung, die zur polarischen Entgegensetzung kommt. Wir müssen also in der Dynamik jedes Ereignisses zwei Kräfte sehen, die sich von den zwei Polen aus bekämpfen und zwischen denen alles entschieden wird. Im Menschen sind diese beiden Pole das Denken und der Wille. Sie begegnen einander in der Mitte – Christus – und finden dort die Lösung. Alles, was dem Menschen angelegt ist – von seinem bescheidenen Schicksal bis hin zum Schicksal der Stadt, des Staates, der ganzen Welt und des ganzen Kosmos – wurde als eine Teilung entworfen. Diese Teilung wird sich immer mehr vertiefen. Das ist ein natürlicher Evolutionsprozess. Das Problem besteht darin, diese beiden Pole in Einklang zu bringen, so dass es zu einer Synthese kommt, denn das Prinzip der Synthese muss immer Geltung haben. Dieses Prinzip der Synthese wird in uns als die Teilung in Mann-Frau abgebildet, denn infolge des Sündenfalls wurden wir zweigeteilt. Nicht zufällig waren Steiner und Ita Wegman im 20. Jahrhundert jeweils als Mann und Frau inkarniert. Die Überwindung der Folgen des Sündenfalls, der eine Folge des Prinzips der Teilung im ganzen Zyklus ist, wird zuerst im Menschen stattfinden. Sie wissen, dass in 5000 Jahren alle Frauen aufhören werden, Kinder zu gebären. Bis dahin muss der Mensch zur neuen Reproduktionsform übergegangen sein. Das wird eine Synthese des vergeistigten Herzens und des modifizierten Kehlkopfs sein, die uns erlauben wird, den Menschen als eine ätherische Form auszusprechen. Uns erwarten also zukünftig einige Inkarnationen, in denen wir sehr intensiv eine Bewusstwerdung erfahren und dann die moralischen Kräfte zum Gegenübertreten dem Bösen finden müssen, um eine Synthese zwischen Gut und Böse vorzunehmen. Nur so kann das individuelle Gute geboren werden, das sich vom uranfänglichen, von den Göttern entworfenen Guten unterscheidet, welches weiterhin Bestand hat. Die ganze zukünftige Alchemie beginnt also im Menschen. Im Menschen begegnen sich das Manvantara und das Pralaya – das Ichhafte, das von Gott kommt, und das, was im Manvantara als Leiber, Seelen und Iche existiert.

Was müssen wir tun? Zukünftig wird jeder von uns seiner verwandten Seele begegnen. Wir sind schließlich paarweise [von Gott] herausgekommen. Wir sind paarweise herausgekommen, weil im ganzen Zyklus die Teilung herrscht. Und diese Seelen müssen polarisch entgegengesetzt sein. Die zu uns gehörende Seele muss nicht uns ähnlich, sondern in ihrer Art polarisch entgegengesetzt sein. Wir sehen das bei Enkidu und Gilgamesch, bzw. Rudolf Steiner und Ita Wegman. Und hier taucht die Frage auf, wie diese beiden Pole miteinander zu verbinden sind. Diese Pole lassen sich nicht durch Homosexualität aufheben. Das ist absurd! Dies ist die höchstmögliche Form einer Wirkung gegen die Evolution der Menschheit, gegen den dem Zyklus angelegten göttlichen Plan. Die sog. Intellektuellen sagen: „Ich habe kein Problem damit, die [Homosexuellen] können unter ihrer Decke alles tun, was sie wollen, wenn sie es nur nicht zur Schau stellen.“ Dem ist nicht so! Das ist Satanismus schlechthin! Homosexuell unter den gegenwärtigen Bedingungen zu sein ist eine Erscheinung des Dämonismus in reinster Ausprägung und nicht der freien Wahl. Eher eine Erscheinung der wahnsinnigen freien Wahl. Mit der politischen Korrektheit wird das Bewusstsein der Menschen verändert. Nicht zufällig wird sie uns aufgezwungen. Wenn man das Bewusstsein des Menschen verändert, verändert man auch seine Wahrnehmung, seine Weltanschauung und es wird die Ankunft Ahrimans vorbereitet, der 2029 erscheinen wird.

Zukünftig wird der Mensch obligatorisch eine Begegnung mit seiner verwandten Seele erleben, die das entgegengesetzte Geschlecht und die entgegengesetzten Eigenschaften haben wird. Die beiden müssen Christus in einer der zukünftigen Zeit angemessenen Art finden, um von einem hohen Ideal vereint, in Einklang miteinander zu kommen. Ein Paar wird gebildet auf der Stufe des physischen Leibes (wo sich beide physisch ertragen können), dann auf der Seelenstufe (wo sie gemeinsame Emotionen, Bestrebungen u.dgl. haben) und zuletzt auf der Stufe des Geistes. Das Problem ist, dass es kaum Paare gibt, die auf der Stufe des Geistes vereint sind. Die Beziehungen zerfallen bereits auf der Stufe des Leibes und der Seele. Auf der ersten Stufe, die des Leibes, werden die Paare einander überdrüssig. Der Hauptpunkt des Angriffs der Widersacher liegt zwischen dem Geist und der Materie, d.h. zwischen dem Leib und dem Geist. Der Mensch muss eigentlich die Gegenüberstellung auf dem Feld der Seele überwinden. Dort findet das Schachspiel zwischen den weißen und den schwarzen Figuren statt, dort begegnen sich der Geist und die Materie. Dort muss man das uns Vereinende finden. Man muss ein hohes Ideal haben, wie der Meister Beinsa Douno in seinem Vortrag „Das hohe Ideal“ sagte. Andernfalls bleibt der Mensch ein Wurm, der auf weitere Evolutionswellen warten muss, um aus dem Keller herauszukriechen und auch irgendwann mal die Sonne, also das Ich-Prinzip zu finden.

Heutzutage besteht die Hauptaufgabe des Menschen in der Verinnerlichung der Bewusstseinsseele. Dazu haben wir noch 1500 Jahre und einige Inkarnationen zur Verfügung. Aber wenn jemand die Impulse verpasst, die heute wichtig sind, werden seine nächsten Leben schwierig sein und er wird ein schicksalhaftes Zurückbleiben erleben. Nur in eine auf diese Weise kultivierte Bewusstseinsseele kann der Geist der Wahrheit heruntersteigen, der den Lebensgeist und die Wahrheit über Christus bringt, denn Christus ist „die Wahrheit“. Und der Geist der Wahrheit bringt uns Christus als den Lebensgeist. In einen solchen Menschen kann der Geist herabsteigen, der in der sechsten Kulturepoche als die Gruppenseele von Menschen mit ausgebildeten Bewusstseinsseelen herabströmen wird.

Diese Frage müssen wir erörtern – wie die Bewusstseinsseele zu kultivieren ist, denn wenn wir das nicht schaffen, würden die sechste Kulturepoche, die sechste Wurzelrasse, der Erdenäon und der ganze Zyklus scheitern. In 5000 Jahren wird der Mensch nicht mehr die heutige physische Form haben und nicht mehr in der Lage sein, das Problem des Sündenfalls zu lösen. Der erste Gral, den die Menschen ausbilden sollen, ist [die Vereinigung] Mann-Frau. Das ist die Synthese und dann müssen sie zur Androgynie übergehen. Nur auf diese Weise können wir daran arbeiten, dass in ca. 5000 Jahren der Mond zur Erde zurückkehrt und deren alte Einheit wiederhergestellt wird. Erst lange nach der Wiedervereinigung von Erde und Mond wird auf dem geistigen Plan, wenn wir nur in einer geistigen Form existieren werden, auch die Sonne zurückkehren. Dann wird die alte vorlemurische Dreieinheit von Sonne, Mond und Erde wiederhergestellt. Das wird der große kosmische Gral sein. Der Mensch ist also berufen, seinen ihm polarisch entgegengesetzten Partner zu finden. Danach müssen die beiden Christus in einer der heutigen und zukünftigen Zeit angemessenen Art finden, um sich durch die Umwandlung des Wortes vorzubereiten auf die Aufnahme des Mondes, der äußerst negative Energien mitbringt – um dieses unangemessene Wort zu benutzen – und dann auf die Aufnahme der Sonne. Das wird die Garantie des Zustandekommens der sechsten Wurzelrasse sein.

Wenn also jemand erwartet, dass er seiner verwandten, mit ihm zusammen vom Gott herausgekommenen Seele begegnet und mit ihr in jedem Punkt übereinstimmt, hat er ein großes Problem. Es wäre besser, wenn beide Partner nicht immer einstimmig sind, sondern die goldene Mitte finden.

Das Paar Rudolf Steiner – Ita Wegman ist jetzt auf der Erde und sie sind polarisch entgegengesetzt. Da sie aber noch sehr jung sind, wird viel Zeit vergehen, bevor sie ihre Aufgabe, von der natürlich nicht gewusst werden kann, erst nach Abschluss der Aufgabe Ahrimans auf der Erde in Angriff nehmen werden. Die beiden werden also in absehbarer Zukunft nicht in Erscheinung treten. Die Hoffnungen jener Anthroposophen, die damit gerechnet haben, dass Steiner erscheinen und die Kulmination der Anthroposophie einleiten würde, sind ausgesprochen naiv. Die Spiritualität auf der Erde befindet sich heutzutage trotz der zahlreichen vorhandenen geistigen Strömungen, die nur Entengeschnatter ähneln, in einem katastrophalen Zustand…

Wenn man nicht psychisch stark ist, hat man ein ernsthaftes Problem. In jedem spirituellen Menschen wirkt Luzifer, das Luziferische. Aber das zieht Ahriman nach sich, denn Ahriman ist das Karma Luzifers. Der Mensch gerät in den Schraubstock zwischen diese Polaritäten und Christus fehlt. Wie ein niederländischer Anthroposoph es zum Ausdruck brachte, breiten sich Luzifer und Ahriman in Dornach aus, aber Christus fehlt. Doch das trifft auf jeden Menschen zu. Jeder von uns befindet sich auf dem Schlachtfeld der beiden Widersacher. Wenn diese zwei Polaritäten zu einer Synthese zwischen sich gelangen, so ist sie extrem unrechtmäßig, weil sie keine Synthese in Christo, sondern im Namen der Asuras ist. Und dann wird das ahrimanische Prinzip asurisch. Ahrimans Satanismus wird in dieser Synthese bis aufs Äußerste verstärkt, da Luzifer sich mit ihm in unrechtmäßiger Art vereint. Genau einer solchen Attacke sind wir gegenwärtig unterzogen. Woran liegt das?

In den vergangenen Zeiten traten Luzifer und Ahriman getrennt in den Menschen ein, so dass er die beiden Widersacher wiedererkennen konnte. Er hatte früher auch ein besseres Empfindungsvermögen für die geistige Welt. In der gegenwärtigen fünften Kulturepoche begegnen sich Luzifer und Ahriman vor der Menschenseele und treten zusammen in den Menschen ein, der nicht unterscheiden kann, was von Luzifer und was von Ahriman ist. So kommt es zu den Einflüssen der Asuras. Als Gegenmittel brauchen wir Christus. Doch welchen Christus? Nicht jenen Christus [aus der Zeit] der Verstandesseele.

Was bedeuten die Christus-Worte aus dem Evangelium „wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“? Die „Zwei“ waren damals die Empfindungs- und die Verstandesseele. Christus wartete ab, dass wir Menschen eine gewisse Verinnerlichung der Verstandesseele erreichten, um zu kommen, denn unter den Bedingungen der Empfindungsseele konnte Er nicht erscheinen. In jener Zeit gab es Menschen wie Dionysios Areopagita, Paulus oder die anderen Vertreter der alten Gnosis, bei denen eine bereits entwickelte Verstandesseele und gleichzeitig eine richtig funktionierende Empfindungsseele vorhanden waren. So waren Dionysios, Paulus u.a. fähig, dasjenige zu vollbringen, was damals die alte Gnosis vollbracht hat – ein wahrhaftes Ich-Christentum. „Drei“ gibt es, wenn eine Empfindungs-, Verstandes- und Bewusstseinsseele vorhanden sind. Letztere gilt es heute zu verinnerlichen.

Was bedeutet es heutzutage eine Gemeinschaft zu gründen? Es sind „Zwei“ oder „Drei“ ausreichend, um eine Gemeinschaft zu gründen, doch vor allem muss der Mensch eine Vereinigung seiner dreifachen Seele unter der Kontrolle des Ich erreichen. Das ist die große Herausforderung. Heutzutage kommen die Menschen als scheinbar seelenverwandt in Gemeinschaften zusammen, sie tanzen Paneurhythmie o.ä. Doch hier liegt überhaupt keine Seelenverwandtschaft vor. Erst in der sechsten Kulturepoche wird es die Bruderschaft in Christo geben, wenn der Heilige Geist als Gruppenseele herabsteigen wird. Heutzutage gibt es nur Surrogate. Als der Meister Beinsa Douno eine solche Gemeinschaft gründete, säte er die Samen, die in der sechste Kulturepoche aufgehen werden.

Frage: Besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die sechste Kulturepoche nicht verwirklicht wird?

Sie wird verwirklicht, allerdings wird als ihr Surrogat eine eventuelle nächste Kulturepoche in Brasilien entworfen. Die Intensität des Christentums in Brasilien ist derjenigen des Slawentums ähnlich, doch die Qualität des brasilianischen Christentums ist eine andere. Immer gibt es Doppelgänger – der Mensch hat einen Doppelgänger, die Organisationen, die Staaten haben ihren Doppelgänger. Die Welt hat einen Doppelgänger. Auch die Himmlische Sophia hat einen Doppelgänger. Hat der ganze Zyklus auch einen Doppelgänger? Diese Frage stelle ich hier zum ersten Mal, ich habe noch nicht darüber nachgedacht.

Der Weg zum Ich

 

      Dimitar Mangurov, Varna, 22.10.2019

Im Sommer 2000 wurde der Verfasser dieser Zeilen in seinem Willen vom Heiligen Geist mit der Offenbarung beehrt, dass der Meister Beinsa Douno – bekannter unter seinem weltlichen Namen Petar Danov – der gegenwärtige Bodhisattva und der zukünftige Buddha Maitreya ist. Jeder, der vertraut ist mit der Anthroposophie und dem Mysterium des Kreises der zwölf Bodhisattvas, die auf dem spirituellen Buddhi-Plan um das Christus-Ich weilen, sollte sich für die Tätigkeit des siebten auf die Erde herabsteigenden Bodhisattva im 20. Jahrhundert interessieren, dessen Mission mit der Übernahme der „himmlischen Tiara“ von Gautama Buddha im 6. Jahrhundert v. Chr. begann und sich bis zur Mitte des 5. Jahrtausends n.Chr., d.h. bis zu seiner zukünftigen Erhebung in den Buddha-Rang, entfalten wird – unter den Bedingungen des aktiven Impulses Desjenigen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. In diesem Sinne ist Beinsa Douno der erste christliche Bodhisattva. Aufgrund der begrenzten Größe des vorliegenden Artikels und der Absicht, das Ich-Mysterium Christi in einer meiner Ansicht nach rechtmäßigen Art in der Zeit des im 20. Jahrhundert begonnenen Christentums des Heiligen Geistes darzustellen, werden wir hier nur teilweise das Werk des Meisters streifen, das er nach der Inkorporation des Bodhisattva in das menschliche Gefäß Peter Danov am 7. März 1897 vollbracht hat.

Wir wissen aus der Geisteswissenschaft, dass im Jahr 1899 die 5000-jährige Periode des „dunklen“ Zeitalters Kali Yuga zu Ende ging. In diesem Jahr rief Beinsa Douno  seine ersten drei Schüler in Varna auf. Sie waren Vertreter der drei Hauptzweige des exoterischen Christentums – Orthodoxie, Katholizismus und Protestantismus. Im engen Kreis mit persönlich von ihm ausgewählten Personen begann er in den kommenden Jahren, Versammlungen zu veranstalten, mit denen der Anfang der Schaffung einer „Kette der göttlichen Liebe“ gesetzt wurde. Es handelt sich um christliche Sakramente, die bis 1914 vollzogen wurden. Danach begann die 30-jährige Periode, in der Beinsa Douno nach seinem ersten öffentlichen Vortrag „Seht, da ist der Mensch!“ ca. 7000 Vorträge hielt. Bei den Jahrestreffen wurden Gegenstände als heilige Symbole verwendet, die in der übrigen Zeit in einem speziell für dieses Zweck hergestellten Koffer aufbewahrt wurden. Ihre Anordnung zeigt uns anschaulich das Christus-Mysterium in seinem höheren Sinn.

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Ganz oben auf dem Bild befindet sich ein aus Holz hergestellter Stab, an dem vier Ringe in aufsteigender Reihenfolge befestigt sind. Sie repräsentieren (laut den Protokollen der Jahrestreffen) die vier Naturen des Menschen – seine tierische, menschliche, geistige und göttliche Natur. Drei der Ringe zeigen jeweils ein Pentagramm, ein Hexagramm und ein gleichseitiges Dreieck. Zweimal sechs identische silberne Pessachbecher mit unterschiedlichen Symbolendarauf sind im Halbkreis angeordnet und in ihrer Mitte hebt sich ein größerer Becher mit dem Bild Christi hervor, zu dessen beiden Seiten sich zwei weitere Becher befinden, die wie die zwölf kleineren aussehen. Unterhalb des Bechers Christi sehen wir ein silbernes Servierbrett für die Hostie. Am unteren Ende liegt ein zweischneidiger schwertähnlicher Dolch, auf dem drei in Längsrichtung der Schneide eingeritzte sich schlängelnde Linien zu sehen sind. Auf der einen Seite ist das menschliche Zeichen – das Pentagramm – , auf der anderen Seite – das Zeichen der „Kette“ – eingraviert. Manche halten Letzteres für die Unterschrift des Meisters. Das gleiche Zeichen ist auch am unteren Ende des Stabs mit den Ringen zu sehen. Laut dem Meister repräsentiert der Dolch die „Macht des Herrn“, mit der „Varna belagert wird“ [1].

Sie „belagern“ Varna, weil ein Jahrhundert später von Varna aus etwas beginnen sollte, das die Welt erlösen wird. Der Bodhisattva selbst kam inmitten der Bulgaren, denn hier gab es von Anfang an einen Nährboden für das Christentum der Sophia. Dieser Boden wurde unter den thrakischen Bulgaren in Philippopolis persönlich vom Apostel Paulus in Begleitung des thrakischen Apostels Silas vorbereitet.

Was sagt uns die Anordnung der Objekte?

An der Spitze der hierarchischen Reihenfolge der Wesen steht das Absolute. Seine unerkennbare Seite, die im Osten unter dem Namen ‚Mahaparipralaya‘ bekannt ist, wird selbst für die mächtigen Seraphim für immer unerkennbarbleiben.  Doch damit das Universum existieren konnte, beschloss das Absolute, einen „Teil“ von sich zu offenbaren. Nach der korrekten Übersetzung des Neuen Testaments von Emil Bock erkennen wir diesen Teil in der Bezeichnung‚väterlicher Weltengrund‘ wieder und nennen ihn kurz ‚Gott‘. Seine Manifestation in der Offenbarung (Mahaparinirvana) vollzieht sich in drei Etappen, aber für Ihn besteht sie in einem Augenblick und stellt noch keine Evolution dar. In der ersten Etappe offenbart Er Sein Selbst sich selbst als ein unendliches Ich. Ob das Absolute ein Ich ist, können wir nicht wissen, denn selbst im Ich grenzt es sich ein, aber es steht außer Zweifel, dass es sich alsein solches in der Offenbarung manifestierte. Hier hat Fichtes Gleichheit Ich = Ich uneingeschränkte Geltung.

Bis zum Moment der Offenbarung ist Gott ein Objekt, und in der Offenbarung wird Er ein verinnerlichtes Subjekt, ein Ich-bin, und dies setzt den Anfang innerhalb Seiner Anfanglosigkeit.

Der Anfang ist der Logos-Christus, der das Objekt mit dem Subjekt verbindet. Von der Einheit (der Eins) auf der ersten Stufe gehen wir zur Teilung (zur Zwei) auf der zweiten Stufe und dann zur dritten Stufe über. Nachdem Gott den Anfang gesetzt hat, tritt Er in ein Verhältnis zu sich selbst ein und offenbart sich in den drei Hypostasen: Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist. Sie sind wesensgleich in der Subjektivität Seines bewussten Allbewusstseins und Er ist ihre unausgesprochene Einheit. Aber wenn sie vereint bleiben, ohne sich einander“entgegenzusetzen“, wird der neue Zyklus der Evolutionsentwicklung unmöglich und unerkennbar sein für alle Wesen, die herausgehen sollten aus dem „Kristallhimmel“ des Pralaya-Zustandes im neu erschaffenen Universum, einschließlich jenes  Wesens mit freiem Willen, in dem sich als die Fülle des Entwicklungspotentials der uranfänglicheGott selbst manifestiert.

Die drei Hypostasen treten nach draußen in Erscheinung, um sich im Andersdasein des alten Saturn-Manvantara zu manifestieren. Hier spricht die Geisteswissenschaft vom ersten, zweiten und dritten Logos, die als Atma-, Buddhi- und Manas-Prinzipien wirken. Jedes von ihnen ist für sich ein Prinzip der Einheit in der Evolution, aber innerhalb des Saturn-Vulkan-Zyklus wird die universelle Einheit vom Träger des Ich-bin-Prinzips, dem Christus-Allerhalter, hergestellt, der dieses „Privileg“ direkt von Gott bekommen hat. Christus erhielt „alles“, d.h. die Möglichkeit, die Einigkeit zu verwirklichen. Es mussten Atma, Buddhi und Manas als Substanz, Leben und Idee ausgestrahlt und aus ihnen das Physische, Ätherische und Astralische im neuen Universum erschaffen werden. Aus der Begegnung und dem Entgegensetzen der Substanz mit der Idee entstanden alle Bewusstseinsformen, die entsprechend dem für den Zyklus gültigen Grundgesetz evolvierten – im Universum erlebt alles eine Evolution und entwickelt sich auf dem Wege der siebenstufigen Metamorphose. Indem Christus der Allerhalter die Metamorphosen in höchster Einheit erhielt, stieg Er gleichzeitig auf den Stufen der Evolution herab und brachte das Leben des Welten-Ich in eine Beziehung zum Leben der Ich-Wesen, die sich auf diesen Stufen befinden und das Prinzip des Lebens innerhalb des Manvantara personalisieren.

Jedes Wesen wird zum Ich, wenn es seine menschliche Entwicklungsstufe durchlaufen hat und Christus ist der Träger der „ewigen Gottmenschenheit“ [2]. Er ist der „himmlische Mensch“ und kann daher am unmittelbarsten am Erscheinen des wahren Wunders der Schöpfung teilnehmen – des Ich.

Einmal erworben, ist das Ich unzerstörbar und kommt in immer neuen Formen zur Geltung. Während im vorherigen Zyklus, der unter der Regentschaft des Vatergotts verlief, das Geschehende immer unter den Bedingungen der Ewigkeit weilte, so ist im Zyklus des Sohnes die Teilung und kontinuierliche Metamorphose im Leben des Gegenwärtigen der Hauptmotor der Entwicklung. Es ist äußerst wichtig,  zwischen beiden Rollen zu unterscheiden, die Christus spielt: Zum einen die Rolle des systembildenden Prinzips im Universum – des Ich-bin-Prinzips -, das die Einheit des Universums gewährleistet und zum anderen die Rolle der Sohnes-Hypostase – des Urhebers des Lebens innerhalb des Zyklus. Der Sinn des esoterischen Christentums besteht für den Menschen darin, dass er Christus als den Träger des ewigen Ich-Prinzips erkennt, der sogar die Heilige Trinität innerhalb des Zyklus in Einheit vereint, und dass dieses Prinzip einmal auf die Erde in das Gefäß des Jesus aus Nazareth herabstieg, um den Zustand des Pralaya innerhalb des Manvantara herunterzuholen und die Gesetze des Letzteren ohne dessen Spiritualisierung und Erhebung zum höheren Devachan zu ändern – d. h. Christus verstieß nicht gegen das Grundgesetz der siebengliedrigen Metamorphosen. Der Mensch steht im Zentrum, in dem sich die Entwicklungsprinzipien des Pralaya und Manvantara begegnen, und in eben dieses Zentrum stieg Christus herab. Was genau hat Er getan und wie spiegelt sich das in den Gegenständen des besprochenen Koffers wider?

Das Ich-bin Christi ist nicht der Träger des vom Gott-Sohn angepassten Lebens für den Zyklus, sondern des absoluten Lebens, das direkt von Gott kommt. Dieses Ich-bin (der große Kelch) begann Seinen Weg als der Lebensgeist im Mahaparinirvana. Es wurde begleitet von dem Ich-Prinzip Gott des Vaters und Gott des Heiligen Geistes (die beiden kleinen Becher) auf dem Weg durch den Tierkreis (die zwölf kleinen Becher) in Abwärtsrichtung durch alle Bewusstseinsebenen bis zum Verbinden im Manvantara (dem Silberbrett) mit dem „Nichts“ – dem Bewusstsein des Mineralreichs. Der Holzstab mit den Ringen ist das Symbol des Lebens und zeigt uns den ganzen Weg des Ich-Lebensgeistes Christi bis zum Opfer von Golgatha und auch darüber hinaus. Das Ich-Prinzip Gott des Vaters und Gott des Heiligen Geistes begleiteten Ihn, aber sie sind nicht so tief hinabgestiegen, sondern blieben auf der Höhe des Bewusstseins im Tierkreis. Christus benutztе nur das Welten-Kreuz des Heiligen Geistes, das aus vier Sternbildern besteht, um diesem Kreuz entlang an Epiphanie in Jesus herabzusteigen und die Gabe des Vatergotts zu retten – den Geistesmenschen, der als Substanz allem Evolvierenden im Universum zugrunde liegt. Die durch die Geister des Willens ausgestrahlte Gabe hatte ihre Verbindung mit der vom Heiligen Geist kommenden Idee im menschlichen reflektierenden Denken verloren, welches nach dem uralten mythologischen Denken zum ersten Mal im 5. – 4. Jahrhundert v. Chr. erschien, während die Evolution ohne die Möglichkeit des Übergangs zu neuen Ich-Formen des Lebens zum Stillstand kam.

Der Erlöser ließ Seinen Geistesmenschen auf der Sonne zurück, wo es durch das Pleroma bewacht wird, undverband sich in Jesus (in der nathanischen Seele) mit dem bereits auf dem alten Saturn in den physischen Leib des Menschen durch die Throne eingebauten allmenschlichen Keim des Geistesmenschen. Er durchdrang und belebte ihn mit Seinem Ich und erhob ihn als den reinen individuellen Geistesmenschen in Seine Sphäre des Lebensgeistes. Er hat die Form, die Idee des physischen Leibes auferweckt und die mineralischen Bestandteile dem Tod überlassen, welcher die einzige Realität in unserer Welt ist.

Aus dem Grab von Golgatha stieg der unsterbliche physische Auferstehungsleib auf – die für die gesamte Menschheiteinheitliche, vom individualisierenden kosmischen Bewusstsein – dem Ich-Christi – durchzogene Form. Als die einheitliche Substanz des Geistesmenschen kann diese Leibform vervielfältigt werden. Jeder Mensch ist verpflichtet, seinen eigenen Anteil an ihr aus eigener Kraft in  seiner ihm von den Geistern der Form verliehenen Form zu verinnerlichen. Der Auferstehungsleib lebt (allerdings unbewusst) in jedem Menschen als das Ich der gesamten Menschheit, doch dank unserer übersinnlichen Verbindung mit der nathanischen Seele kann er zu einer individuell bewusst gewordenen Leistung werden. Die nathanische Seele ist es nämlich, die in uns als die Christus-Kraft lebt, weil sie einen universellen und zugleich individuellen Charakter besitzt.

Der Erlöser verband sich auch mit den Naturreichen der Erde und wurde zum neuen planetarischen Geist. An Pfingsten trat er durch den Heiligen Geist in das niedere Ich des Menschen ein und erfüllte und belebte dieses mit dem wesentlichen Inhalt Seines Ich-Lebensgeistes. Auf diese Weise kann der Mensch eine Verbindung mit seinem individuellen substanziellen Ich herstellen, das Gott selbst individuell für ihn vorgesehen hat.

Dies ist das „Schwert“, das Christus der Menschheit gebracht hat. Der schwertähnliche Dolch befindet sich ganz unten im Koffer und ist zweischneidig: er kann uns für immer in die Selbstsucht des Ich und in die tierische Natur eintauchen, aber wir können uns auch vom Ich zu unserer unsterblichen Individualität erheben und zum Teil der „Kette“ werden – das eingravierte Pentagramm zeigt es. Das Potential für beide liegt unserer gegenwärtigen Ich-Formzugrunde, die uns die Elohim verliehen haben und mit der wir die dreieinige Seele zu einer Einheit synthetisieren. Wenn wir diese Form mit dem Ich Christi erfüllen, kann unser substanzielles Ich unseren dreifachen Geist in Einheit synthetisieren und wir würden sogar zur Spiritualisierung des Mineralreichs übergehen. Die drei sich schlängelndenLinien auf dem Dolch versinnbildlichen gerade die Manifestation des dreifachen Geistes und gleichzeitig das von Christus im Manvantara verwirklichte Prinzip der Einheit in Bezug auf die Hypostasen der Heiligen Trinität.

Und das Zeichen der „Kette“, das am unteren Ende des Stabs und auf der Rückseite des Dolchs angebracht ist, zeigtuns, dass die Einbeziehung des Menschen in die „Kette“ mit der Überwindung seiner tierischen Natur beginnt, welchein den Ebenen des Unterbewusstseins lauert. Mit dieser niederen Natur hat sich Christus 1936 verbunden [3]. Er hatte Sein zweites Opfer im manichäischen Sinne am Ende des neunzehnten Jahrhunderts vollendet, bei dem Er die gesamte dunkle Sphäre der schlechten Gedanken der Menschen in sich aufgenommen hat, die in den letzten fünf bis sechs Jahrhunderten auf der Erde entstanden waren, um sie in das Licht des geistigen Wissens zu verwandeln und sich auf Seine Zweite Wiederkunft vorzubereiten. Diese begann zwischen 1933 und 1935 und bei ihr stieg der Erlöser1936 durch die Vermittlung Beinsa Dounos aus dem Lichtäther bis zum Wärmeäther herab, um sich aufopferungsvoll mit der niederen Natur des Menschen zu verbinden. Dadurch wurden qualitativ neue Kräfte für die Umwandlung des Bösen in das Gute geboren. Ohne diese Kräfte können wir dem Antichrist nicht entgegentreten.

Der Leib für Ahriman wurde am 11. August 1999 (wahrscheinlich in Amerika) während der Sonnenfinsternis geboren, die sich über Europa erstreckte. 2029 wird das Gefäß 30 Jahre alt sein und dann wird der Satan selbst in es inkorporieren. Durch den unrechtmäßigen mechanischen, hygienischen und eugenischen Okkultismus bereitet die Menschheit seine triumphierende Ankunft auf eine uns bisher unbekannte Art vor. Der 5. April 33 war der Tag der Auferstehung und des Triumphs Christi. Ahriman strebt an, dass der Auferstehungsleib von den Menschen in unrechter Weise verinnerlicht wird. Er wird bei seinem Aufenthalt auf der Erde alles Mögliche in diese Richtung tun. Am 5. April 2033 wird Ahriman jedoch als der Anti-Christus entlarvt werden und dann wird seine Inkorporation an ihr Ende kommen. Aus menschlicher Sicht wird dieser Tag ein Triumph für uns und ein Tag des Krachs Ahrimans sein, weil er es nicht geschafft haben wird, ausnahmslos alle Menschen zu täuschen. Aus kosmischer Sicht wird jedoch derselbe Tag sein Triumph sein, weil er unter den Bedingungen der Materie seine Arbeit an der Vorbereitung des Menschen, der ihn unter genau diesen Bedingungen zu entlarven hat, gut gemacht haben wird. Dadurch wird ein Großteil des Karmas von Ahriman selbst ausgelöscht sein, das er nach dem höheren Plan freiwillig auf sich genommen hat.

Während das Ereignis Christi für die Menschheit unbemerkt verlief, muss Ahriman von Individualitäten mit einer durchchristeten Bewusstseinsseele erkannt und entlarvt werden. Eine solche Seele ist in der Lage, den Geist der Wahrheit zu empfangen, der nicht nur den Lebensgeist, sondern sogar den  Geistesmenschen Christi mitbringt. Mit den beiden werden wir nicht nur die Absicht Gottes für den gegenwärtigen Zyklus erfüllen, sondern auch den nächsten Zyklus des Heiligen Geistes vorbereiten. Als Schöpfer und einheitlicher Gott unseres Evolutionszyklus weilt Christus bereits im nächsten Zyklus und bereitet diesen vor. Und Er tut das zusammen mit dem Tröstergeist, der direkt aus dem Pralaya herabgestiegen ist, sowie mit jenem Geistesmenschen, der im Pleroma auf der Sonne verblieben ist.

Mit Christus in seinem Ich kann man sich an diesem großen Werk beteiligen, indem man beginnt, die höhere Einheit des Seins und des Bewusstseins – die Ich-Einheit – zu meistern. Zu  diesem Zweck muss man sich vorbereiten, indem man von jener Logik, die zuerst bei Sokrates, Platon und ihren Schülern erschienen ist, zur siebenstufigen Logik des anschauenden Denkens übergeht, die im Zentrum der anthroposophischen Methodologie steht. Die Form des Logischen, in der das Ich-Phänomen geboren wurde und sich sogar auf den Panlogismus in der Hegelschen Philosophie erstreckt, bleibt eine leere Hülle, es sei denn, sie erzeugt ein Denken, das zur oben erwähnten Synthese von Bewusstsein und Sein, von Ideen und Wahrnehmung führt. Durch das anschauende Denken wird die Bewusstseinsseele durchchristet und erreicht eine substanzielle Verbindung zum Auferstehungsleib.

Aber es ist noch etwas anderes erforderlich, was Steiner meinte, als er sagte, dass am Ende des 20. Jahrhunderts die Ausstrahlung eines „geheiligten Impulses“ für „die weitere Entwicklung des Entwicklung des spirituellen Lebens auf der Erde“ beginnen würde. [4] Dieser Impuls wurde als eine Synthese im Ich des Menschen ausgestrahlt – eine Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts – der Anthroposophie und des Bodhisattva Beinsa Douno. Wenn das durchchristete Wissen der Anthroposophie im Menschen auf die neuen moralischen Kräfte trifft, welche dem Mysterium von 1936 entstammen, beginnt dieser Mensch, sich selbst, sein Ich zu finden. Dieser Impuls wurde als ein siebengliedriges Wesen hervorgebracht, nachdem der ganze Weg derradikalmöglichsten These, Antithese, Synthese, Kontemplation, moralischen Intuition, moralischen Phantasie durchlaufen wurde und er begann in Varna durch den Verfasser dieser Zeilen von 2000 bis 2007 in Form einer moralischen Technik zur Geltung zu kommen. Deshalb „belagerte“ der Meister vor ca. 100 Jahren mit jenem schwertähnlichen Dolch Varna. Die Synthese der beiden Impulse ist das neue Organon für jede der zukünftigen Zivilisationen und sie führt zur rechtmäßigen Benutzung des Schwerts, mit dem wir bewaffnet dem Antichristbegegnen werden.

Einen anderen Weg zum Ich gibt es nicht und wird es in den verbleibenden Jahrhunderten der fünften Kulturepochenicht mehr geben!

 

[1] Vgl. Учителя Петър Дънов/Беинса Дуно, “Веригата на Божествената любов. Годишни срещи 1903–1915”, София, 2007; Der Meister Petar Danov/Beinsa Douno, „Die Kette der Göttlichen Liebe. Jahrestreffen 1903-1915“, Sofia, 2007.

[2] Nach Nikolai Lossky

[3] Vgl. Dimitar Mangurovs Vorlesung „Das Zweite Golgatha und Beinsa Dounos Opfer“

[4] Vgl. R. Steiner, GA 240 „Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge“, Bd. 6, Vortrag vom  20.07.1924

Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris und das Schicksal Europas

   vorgetragen von Dimitar Mangurov am 28.04.2019 in Varna

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Christus ist auferstanden[1], Brüder und Schwestern in Christo! Heute, den 28.04., feiern wir nach der Datierung der Orthodoxen Kirche die Auferstehung Christi. Der esoterischen (folglich nicht katholischen) christlichen Tradition folgend, nach der der Ostertag auf den Sonntag nach dem  Frühlingsäquinoktium und dem diesem folgenden Vollmond fällt, wurde vor einer Woche, am 21. April Ostern gefeiert. Manche Anhänger der Anthroposophie haben sich sogar geirrt und schon vor einem Monat, am 23. März, ihren Osterzopf und die Eier gegessen. Das liegt daran, dass wir dieses  Jahr  unmittelbar nach dem Frühlingsäquinoktium Vollmond und Sonntag hatten. Bei einer solchen Konstellation der Himmelskörper gibt es aber keine Passionswoche, ohne die dem Auferstehungstag  seine irdische Stütze fehlen würde.

Der Ausbruch des Brandes in der Kathedrale Notre-Dame ist mit dem Montag der (katholischen)  Passionswoche zusammengefallen. Ohne diese Tatsache zu berücksichtigen, können wir uns nicht in das Hauptthema der vorliegenden Vorlesung vertiefen. Die orthodoxen Christen würden natürlich einwenden, dass das Heilige Feuer immer am Karsamstag vor dem orthodoxen Osterfest in der Jerusalemer Grabeskirche herabsteigt. Das ist in der Tat so! Aber diese Gabe kommt am Samstag, dem Tag Saturns, als eine Reminiszenz an die Ereignisse der Zeitenwende und nicht weil die Orthodoxe Kirche in rechter Weise den Erlöser ehrt. In den ersten Sekunden verursacht das Feuer keine Verbrennungen des Körpers, da es einen übersinnlichen Charakter hat und unser Bewusstsein sowohl zum Ätherlicht der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor als auch zum Pfingsttag lenkt, an dem der Geist der Wahrheit vom väterlichen Weltengrund als individualisierter Ich-Impuls zum Ich jener Menschen herabstieg, die während der Erdenzeit des Erlösers durch die belebende Wirkung Seines Lebensgeistes einen seelischen Wandel erlebt hatten. Durch das Verleugnen des Geistes und des individuellen Wegs zu Christus auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahr 869 hat die westliche Kirche ihre Gläubigen der Wohltat beraubt, die ihnen so lebensnotwendig war. Das ist eine der Ursachen, warum das Heilige Feuer unmittelbar vor dem orthodoxen Osterfest herabsteigt. Eine andere Ursache ist, dass die Orthodoxe Kirche das Grab Gottes pflegt, in dem der Tod besiegt wurde. Dieser Sieg über den Tod ist der Grund zum Herabstieg des Heiligen Geistes 50 Tage später und zum alljährlichen Entzünden des Heiligen Feuers. Das ist nicht das Verdienst der orthodoxen Christen selbst, außerdem gibt es Jahre, in denen der Ostertag der östlichen und westlichen Kirchen zusammenfällt und das Heilige Feuer ebenso am Karsamstag herabsteigt. Ohne auf diese Frage in Details einzugehen, kann man zusammenfassen, dass sowohl die östlichen als auch die westlichen Kirchen sich schon vor langer Zeit vom unmittelbaren Erleben des Geistes entfernt haben und in Wirklichkeit zu einem Bremsklotz für ihre Nachfolger auf dem Weg zu Christus geworden sind.

Am 05.04.33 geschah eigentlich die Auferweckung des Phantoms Jesu durch den Lebensgeist Christi. Was wird wohl 2000 Jahre später – am 05.04.2033 – geschehen und wird es eine Beziehung zur Ankunft des Antichristen haben? Doch lassen wir diese Frage vorläufig unbeantwortet bleiben (obwohl wir eine partielle Antwort bereits haben) und uns dem Brand in Paris zuwenden.

In der ganzen Welt haben die denkenden Zeitgenossen erkannt, dass dieser Brand ein Zeichen von oben war. Die Reaktionen darauf waren sehr vielfältig. Wie hat man in Bulgarien auf den Brand reagiert?

Auf dem äußeren Plan hat der Premier Bojko Borissov finanzielle und Expertenhilfe beim Wiederaufbau der Kathedrale angeboten. Dafür wurde er von den ewig meckernden, nichts zustande bringenden Nörglern kritisiert. Sie haben nicht begriffen, dass das eine natürliche Geste des Mitfühlens eines Menschen war, der in seinen frühen Jahren Brände gelöscht hat[2], da in seiner Seele das Aufbauende, nicht das Zerstörende wirkt. Der französische Präsident Macron verkündete großtönig, dass die Schäden innerhalb von fünf Jahren beseitigt werden würden. Doch laut Experten werden mindestens 20 Jahre und fünf Milliarden Euro notwendig sein, um den Schaden zu beheben. Es wird intensiv nach der äußeren Ursache des Brandes gesucht. Uns interessiert das Äußere jedoch nicht so stark (obwohl es auch nicht unbedeutend ist) wie die versteckte esoterische Ursache, die ein Zeichen aus der geistigen Welt ist, dass unten etwas Unstatthaftes geschieht.

In der Zeitung „Standart“ hat der Freimaurer der 33. Stufe Dimitar Nedkov in einem Artikel mit dem Titel „Die Russflocken der Scham vor der niedergebrannten Kathedrale“[3] seine Sicht auf die Dinge angeboten. Dort erinnert er die Leser an den aufschlussreichen Umstand, über den Victor Hugo im Vorwort seines Buchs „Notre-Dame de Paris“[4] berichtet. Als der Schriftsteller die Kirche besichtigte, entdeckte er das griechische Wort ANAГKН ‚Verhängnis‘ tief in die Mauer eingraviert. Es ist unbekannt, wer diese Inschrift eingegraben hat. Wahrscheinlich war es ein Steinmetz – einer jenen Menschen, die im Mittelalter noch die Fähigkeit besaßen, die Ätherkräfte zu empfangen und prachtvolle Muster der romanischen und gotischen Kathedralen errichtet haben. Darin unterscheiden sich die früheren Maurer von den heutigen Freimaurern, die mit dem Maurer- und Steinmetzhandwerk nichts mehr zu tun haben. Die heutigen „Maurer“ schließen sich den Freimaurerlogen wegen der Möglichkeit an, Macht, Beziehungen, Geld und weitere weltliche Vorteile zu erhalten. Die Inschrift, die Victor Hugo bemerkt hat, fehlt wegen Restaurierungsarbeiten seit langer Zeit.

In seinem Artikel erinnert Nedkov auch an die Rede des jetzigen Papstes Franzisk, die er 2014 im Europäischen Parlament gehalten hat und an seine mahnenden Worte, die Seele des Europäers nicht durch den Austausch seiner geistigen Werte und der historische Identität der einzelnen Völker zu berauben. Damals erntete der Papst Beifall, doch die EU-Führung arbeitete weiter daran, den Menschen in ein robotisiertes amorphes Wesen zu verwandeln. Nedkov schreibt, dass in dieser Weise der gemeinsame Tempel Europas niedergebrannt wird, denn das Christentum stellt „das Rüstzeug für den Kampf gegen das Böse“ dar. Deshalb ist Europa „gegenwärtig von Widersprüchen wegen Geld, Macht, Konzerne usw. zerrissen“.

Selbstverständlich verfolgt der Papst als Jesuit die Ziele der katholischen Kirche, die bekanntlich die Weltherrschaft über das geistige Leben der gesamten Menschheit anstrebt. Die jesuitische Einweihung in den Willen ist in seiner Tiefe gegen Christus gerichtet und steht dem gegenwärtigen christlich-rosenkreuzerischen Einweihungsweg, bei dem das Prinzip der freien Wahl führend ist, diametral entgegen. Wir wissen nicht, ob der Papst eine solche jesuitische Einweihung besitzt und welche Stufe er erreicht hat. Aber was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass die Jesuiten und Freimaurer in ihren höheren Graden seit 250 Jahren gemeinsam gegen den rechtmäßigen Gang der menschlichen Evolution in der fünften Kulturepoche kämpfen. Trotz aller Papst-Äußerungen von Demut, Friedensstiften und Mitleid mit den Armen und ungerecht Behandelten kann er der Obhut der Egregor-Wesenheit nicht entgehen, die über dem Katholizismus herrscht und der er immer unterordnet sein wird.

Wie haben die bulgarischen Anthroposophie-Begeisterten auf den Brand reagiert? Wie bereits erwähnt, fiel der Brand mit dem Karmontag zusammen, an dem auch die Stellungnahme der Medizinischen Sektion am Goetheanum und der Internationalen Vereinigung Anthroposophischer Ärztegesellschaften (IVAA) zu Gunsten der Impfungen bekannt gegeben wurde[5].

Auf diese Erklärung hat zuerst eine Internetseite reagiert, die in den letzten Jahren zahlreiche Verleumdungen, Schmähungen und Lügen über mich veröffentlicht hat. Doch ihre Reaktion auf die Erklärung, auf die es eine formelle Antwort der Medizinischen Sektion gab, war richtig. Die Verleumdungen entstammen einer Verstandesseele, die noch nicht zur Bewusstseinsseele herangereift ist. Das Heranreifen bis zum höchsten Seelenanteil ist auf der Grundlage der Synthese der Impulse des Meisters Beinsa Douno und der Anthroposophie möglich, doch nicht durch ihren bloßen Vergleich, welchen der Betreiber der besagten Internetseite oft macht, sondern durch die Metamorphosierung beider Lehren in etwas Einmaliges und Neues. Auf diese Weise wird der Weg vom niederen zum individuellen Ich und dadurch zum Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen gebahnt. Nur so kann der Mensch eine reale Beziehung zum Auferstehungsleib zwecks seiner Individualisierung herstellen, was seinerseits das Tor zum Erkennen von Tatsachen jenseits des Alten Saturn und zukünftigen Vulkan öffnet. Ein Grünschnabel kann nicht von seiner Verstandesseele heraus die Motive und Handlungen von jemandem beurteilen, der seine Bewusstseinsseele in rechter Weise beherrscht, und deshalb sucht er ständig nach Feinden und kassiert dafür Spenden. Ein Träger der Bewusstseinsseele wird das Wesen solcher Kläfferei sofort erkennen, doch sie wird ihn nicht erreichen und er wird auf sie nicht eingehen. Es bleibt lediglich die Hoffnung auf die zukünftige Seelenentwicklung solcher Menschen.

Ein anderer Möchtegern-Anthroposoph hat ebenfalls Vermutungen über die Brandursachen geäußert. Er hat richtigerweise festgestellt, dass der Geist, der nach dem Jahr 869 im Westen Europas verleugnet und von dort vertrieben wurde, im Bogomilentum zur Geltung kam, das im Osten seine Entwicklung begann. Hier konnten die Menschen gleich nach dem Beginn der Verbreitung des Christentums auf der Erde in ihrem Ätherleib den vom Heiligen Geist getragenen Christus-Impuls erleben. Das war möglich, da die thrakischen Bulgaren die geeignete leiblich-seelisch-geistige Anlage besaßen die ihnen die Aufnahme dieses Sophien-Christentums direkt vom Apostel Paulus ermöglichte. Später konnten sie dieses Sophien-Christentum inmitten des Slawentums verbreiten, welches sich allmählich nach dem 9.-10. Jahrhundert herausbildete.

Der besagte Möchtegern-Anthroposoph erinnert auch an die nachtodlichen Gespräche zwischen Helmut von Moltke und seiner Frau Eliza, in denen Erinnerungen an das neunte Jahrhundert auftauchen – den Wendepunkt, als die beiden jeweils als der Papst Nikolaus I. und sein Berater Anastasius Bibliothecarius die Entwicklung von Mittel- und Westeuropa zu den zukünftigen Naturwissenschaften und den Materialismus lenkten, die die Ankunft Ahrimans vorbereiten. Das Bogomilentum, das sich in verschiedenen Strahlen – der  Katharer, Albigenser u.a. – im Westen Europas verbreitete, kam aus dem Osten als das Gegengewicht hierzu. Doch die katholische Kirche hat diese Strömungen vernichtet, was den Boden für die extreme Verleugnung des Geistig-Seelischen in der Ideologie des Marxismus und dergleichen Ideologien der neueren Zeit bereitete – die faulen Früchte der abgetrennten Verbindung des Menschen von der übersinnlichen Welt. Der europäische Osten wurde den fürchterlichen Attacken von Mongolen, Osmanen und Bolschewiken unterzogen, die den vorgezeichneten Entwicklungsweg der dortigen Völker außerordentlich erschwerten. Steiner hat vorhergesagt, dass im Westen sogar ein Impfstoff entwickelt werden wird, unter dessen Einfluss der Mensch selbst die Existenz seiner Seele leugnen und sich nur als ein reines physisches Lebewesen betrachten wird. Die im abstrakten Verstand tief verwurzelte atheistische marxistische Weltanschauung bereitet weiterhin den Menschen in diese Richtung vor. Indem der besagte Anthroposoph, der übrigens keinerlei Beziehung zu Beinsa Douno hat, sich auf Steiners Prophezeiung stützt, äußert er die Vermutung, dass gerade die impfbejahende Stellungnahme des Goetheanums die Ursache für den Brand in der Pariser Kathedrale sei. Diese Stellungnahme bahne den Weg zur Beseitigung der Seele des westlichen Menschen, der zum großen Teil eine seelische Waise sei. Nun werde die Seele wieder aus dem Osten kommen und die Reaktion der erwähnten Internetseite sei der erste Schritt in diese Richtung.

Wir können uns sofort fragen, warum nicht der Kölner Dom gebrannt hat, wenn diese Stellungnahme des Goetheanums tatsächlich so wichtig wäre. Die Anthroposophie erschien schließlich im deutschsprachigen Raum durch den Deutschmuttersprachler Steiner. Warum brannte nicht das Gebäude des Goetheanum selbst? Dornach hat sich schließlich so stark vom Impuls der Weihnachtstagung entfernt, dass das Goetheanum praktisch nichts mehr damit zu tun hat – die Kennzeichen dieser Entfernung wurden schon vor Jahrzehnten sichtbar. So hat Maria Steiner, die Rudolf Steiner am nächsten gestanden hat, im Vorwort des Vortragszyklus GA 243 „Das Initiaten-Bewusstsein“ Worte geschrieben, die äußerst sektiererisch klingeln – dass die Krümel, die von diesem Tisch fallen, jeden Menschen reich machen würden, so dass er damit auch seine Mitmenschen sättigen könne, dass das von Steiner Gegebene der Menschheit für ganze  Jahrtausende reiche u.dgl[6]. Doch Steiner selbst hatte die Erscheinung eines geheiligten Impulses am Ende des 20. Jahrhunderts prophezeit! Und wie sollen wir den Impuls des Meisters Beinsa Douno mit den „Krümeln“  vereinbaren? Die Anthroposophie ist eine große Gabe, die der Menschheit für viele Jahre geschenkt wurde, aber die Behauptung, dass die impfbejahende Stellungnahme des Goetheanums die geistige Ursache für den Brand in Paris wäre, bedeutet, eine Handvoll unbedeutende Personen überzubewerten. Warum sind nicht etwa die gotischen Kathedralen in Straßburg oder Brüssel in Flammen geraten? Von diesen Städten aus werden schließlich die Gesetze, Direktiven u.dgl. ahrimanische Instrumente  durchgesetzt, welche das christliche Europa zerstören?! Warum geschah es nicht in Großbritannien, das dabei ist, sich von der europäischen Familie zu trennen?

Wir wollen den Architekturstil der Gotik näher betrachten, bei dem wir Interessantes finden werden. Laut Steiner[7] entstand die Gotik aus dem Zusammenwachsen zweier Impulse bzw. Strömungen. Die erste kommt aus dem Norden und schließt „Lebenspraxis, Verstand,  Verständigkeit, Realismus des Lebens“ ein. Aber sie ist „ein Realistisches, das man nicht verwechseln darf mit dem Realistischen der späteren Zeit, ein Realistisches, das durchaus noch auf Weltverstand ausgeht und das Irdische im Zusammenhang denken will mit dem Himmlischen“, sie ist „das Handwerksmäßig-Verständige, des Nüchterne“. Der zweite Impuls kommt aus Spanien und Südfrankreich und trägt das mystische Element. Aus dem Zusammenfluss beider Elemente erscheint die Gotik und als ein vereinigtes Element kommen sie teilweise auch in die romanische Kultur hinein, die sich immerhin von der gotischen stark unterscheidet. Während die romanische Kirche ein Gewölbe hat, das sich gleichsam über eine Leiche im Grab erhebt, worin der Gedanke an den auferstandenen Erlöser zum Ausdruck gebracht wird, hat die gotische Kirche zum Himmel emporstrebende spitze Türme, die das Ziel haben, das mystische Erleben der sich in der Kirche aufhaltenden christlichen Gemeinde zu vertiefen und die Seele im Vorgefühl des Geistes emporzuheben. In früheren Zeiten wurde jedes Bauwerk entsprechend dem Seelenbau verwirklicht. In das Gebäude wurde Seelensubstanz eingegossen und der Ort gruppierte sich um den religiösen Tempel – dort, wo sich die Ätherströmungen kreuzten, damit die Menschen im Tempel ihr Seelenleben vervollkommnen konnten. Die gotischen Kirchen stellen keine Ausnahme hiervon, doch für unsere heutigen Ziele ist es wichtiger zu finden, wer hinter beiden Strömungen stand, aus deren Zusammenfließen der gotische Baustil entstanden ist. Die Träger des nördlichen Impulses waren laut Steiner die sog. Normannen, die zu dem Germanentum gehören. Sie zogen aus dem Gebiet der heutigen dänischen Halbinsel, die früher kimbrische (kimmerische) Halbinsel hieß. Es waren die kimmerischen Thraker  aus dem nördlichen Schwarzmeergebiet, die den örtlichen normannischen Stämmen, welche auf einer niedrigeren Zivilisationsstufe waren, die besagten Handwerke beigebracht haben. Später brachten die Normannen diese Handwerke in den gotischen Baustil ein. Es ist kein Zufall, dass bei der Untersuchung der alten sog. „gotischen Namen“ ihre slawische Herkunft festgestellt wird. Diese „slawische“ Herkunft ist eigentlich bulgarisch, denn es ist allseitig bekannt, dass die Herausbildung des Slawentums nach dem 9. Jahrhundert begann. Viele alte Autoren[8] haben ausdrücklich darauf hingewiesen, dass unter dem Namen Goten die thrakischen Geten zu verstehen sind, die an der westlichen Schwarzmeerküstе (zum Asowschen Meer hin) gelebt haben. Hier können wir auch die Tatsache erwähnen, dass die Waräger Rjuriks, die als ‚Normannen‘ bekannt sind und auf die die Anfänge der russischen Staatlichkeit zurückgehen, ebenfalls die Erben der früher ost- und westwärts migrierten bulgarischen Kimmerer sind. Der Begriff ‚Waräger‘ und der Begriff ‚Normannen‘ bezeichnen keine Völkerschaft, sondern sind eher Berufsbezeichnungen, wie das bei den Rjuriks der Fall ist – „Eindringlinge“. Das ist auch der Fall bei den „nördlichen Menschen“ – den vom Norden westwärts ins heutige Frankreich einströmenden Normannen.

Hinter dem mystischen Impuls, der aus Spanien und Südfrankreich im 9.-10. Jahrhundert erschien, wird wieder die bulgarische Teilnahme sichtbar. Thrakische Stämme waren in früheren Jahrhunderten auf die Pyrenäische Halbinsel migriert. Nicht von ungefähr trägt diese Halbinsel den Namen des bulgarischen Bergs Pirin und der erste spanische König den merkwürdigen Namen Bolgoros hatte. Sie trugen das mystische Element in sich, das aus den reichen und mannigfaltigen Mysterien der Balkanhalbinsel, dem Gebiet des Ägäischen (Thrakischen) Meer und Kleinasien. In den Gebieten der heutigen Länder Frankreich und Belgien hatten sich mindestens zwölf thrakische Stämme angesiedelt, die eine ähnliche mystische Wahrnehmung der Welt hatten. Nicht von ungefähr haben die französischen Könige den Krönungseid auf das bulgarische Evangelistar von Reims geleistet[9]. Auf diesem reichen seelisch-geistigen Nährboden entfaltete sich das Bogomilentum, das von Bulgarien aus ihren Anfang nahm und sich westwärts als die Strömungen der Katharer, Albigenser, Waldenser usw. verbreitete. Später ging der Impuls der Bogomilen in die Gotik ein. Die aus dem Zusammenfließen des nördlichen und südlichen Impulses entstandene Gotik ist also unter dem mächtigen bulgarischen Einfluss entstanden. In GA 284 weist Steiner darauf hin, dass in der Gotik die gleiche Stimmung gewaltet hat „wie in den heiligen Hainen der Druiden und Drotten.[10] Wie uns die alten Autoren berichten, kam der religiöse Kult der keltischen Druidenpriester vom thrakischen Geten Zalmoxis. Laut Steiner gibt es allerdings sowohl in der Gotik (hauptsächlich in der späteren Gotik) als auch im romanischen Stil etwas, was Mitteleuropa fremd ist, da in beiden Stilrichtungen das Individuelle in einer oder anderer Art vernichtet wird. Die Kirche entstand in der vierten Kulturepoche der Verstandesseele und nicht zufällig herrschen dort der Katechismus und das Streben nach luziferischer Rückkehr zu vergangenen Formen der Spiritualität. Doch die Menschheit lebt seit langer Zeit in der fünften Kulturepoche der Bewusstseinsseele und vom 20. Jahrhundert an begann das Christentum des Heiligen Geistes, bei dem das Ich bereits andere Gebäude braucht – in der Art des ersten Goetheanum. In solche Gebäude geht man nicht wegen des Vorgefühls des Geistes, sondern „Wir gehen in Verehrung in den Geist ein, auf daß wir eins werden mit dem Geiste, der sich um uns ausgießt in den Formen, und der in die Bewegung kommt, weil hinter den Geistern der Form die Geister der Bewegung stehen.»[11] Während der griechische Tempel die Wohnstätte der Götter war und die christlichen Kirchen die Hülle der Gemeinschaft der Gläubigen darstellt, wurde mit dem ersten Goetheanum die Entwicklung des Individuellen gefördert, das später das rechtmäßige Verhältnis zu anderen Individuen in einer Gemeinschaft völlig neuen Typs finden sollte. Das kann aber nur auf dem Weg der Überquerung der „Wüste der Bewusstseinsseele“. Letztere kann nicht ohne die Synthese der beiden christlichen esoterischen Impulse des 20. Jahrhundert ausgebaut werden. Steiner hat möglicherweise vorausgeschaut, welches Schicksal das erste Goetheanum haben würde, doch auf die Jahrhundertwende vorausschauend hat er prophezeit, dass der „Menschheit in Europa“ „furchtbare Zeiten“ bevorstehen…. Menschen werden sich Christen nennen, die von dem wahren Christentum keine Spur mehr in sich haben werden; und sie werden wüten gegen diejenigen, die sich nicht nur allein halten an das, was der Christus einmal nach der Überlieferung der Evangelien gesagt hat, sondern für welche gilt das Wort: «Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Erdenzeiten», die sich richten werden nach dem lebendigen, fortwirkenden Christus-Impuls. Gegen diese wird man wüten. Verwirrung und Verwüstung wird herrschen, wenn das Jahr 2000 herannaht. Und dann wird auch von unserem Dornacher Bau kein Holzstück mehr auf dem anderen liegen.“[12]

Die gleichen Mächte (der Jesuitismus) setzten das erste Goetheanum in Brand, das zweite blieb in den Händen von Personen, die sich so stark vom Wesen der Anthroposophie entfernt haben, dass dort seit langem Christus fehlt und Luzifer und Ahriman sich breit machen. Der Bau in Dornach stellt heutzutage geistige Ruinen dar. Die impfbejahende Stellungnahme ist einfach ein weiterer Beweis, der das Offensichtliche bestätigt. Doch sie hängt mit dem Brand in Paris nicht zusammen. Es ist eine Kathedrale in Flammen aufgegangen, die vor Jahrhunderten auf dem Fundament gebaut wurde, das der geistige Einfluss der alten Bulgaren gelegt hatte. Hat der Brand jedoch eine Beziehung zu den heutigen Bulgaren?

Vor zwei Jahren haben sie einen Präsidenten gewählt. Damals haben sie mit luziferischer Begeisterung und vernebeltem Bewusstsein und dem Premier zum Trotz den von den ehemaligen Kommunisten nominierten ehemaligen Militärpiloten Rumen Radev gewählt, der keinen einzigen Tag politischer Erfahrung vorweisen konnte. Hinter der Wahl war deutlich der Schatten des panslawistischen eurasischen Nationalismus Moskauer Ausprägung sichtbar. Ein großer Teil der Bulgaren hat eine Trotzigkeit und Undankbarkeit an den Tag gelegt, die sich den aufrichtigen Anstrengungen Borissovs um die Überwindung des widerwärtigen Erbes des totalitären Regimes widersetzen wollte. Sie haben zum Präsidenten einen neidischen, undankbaren, doppelzüngigen und für diesen Posten total unfähigen Mann gewählt, der zum Sprachrohr der hinter ihm stehenden dunklen Kräfte der Zerstörung wurde, welche nach Revanche trachten und gegen die rechtmäßige Entwicklung Bulgariens stehen. Als ein karmischer Ausgleich kam danach der spektakuläre Eisenbahnunfall von Hitrino – dem Dorf, das früher den Namen ‚Schejtandschik ‘ (Seytan türk. Teufel) trug. Die „schlauen Teufel“, die  Radev gewählt haben, wurden auf diese Weise zur okkulten Ursache für die Tragödie im Dorf, in dem größtenteils Menschen wohnen, die sich selbst als Türken empfinden.

In Frankreich wurde Emmanuel Macron am 14.05.2017 mit 66.06% (eine bemerkenswerte Zahl!) der Wählerstimmen zum Präsidenten gewählt. Nach Napoleon war kein anderer Mensch in Frankreich so jung an die Spitze der Macht gekommen. Napoleon hatte eine geistige Mission mit gesamteuropäischer Bedeutung zu erfüllen, doch wegen der luziferisch-ahrimanischen Herrschaftsambitionen Frankreichs ist er gescheitert und hat nur Tod und Zerstörung hinterlassen. Mit welcher Einstellung kam Macron und wer ist dieser Mann? Er wurde am 21.12.1977 geboren. Macron hat eine Jesuitenschule besucht. Seine zukünftige Frau Brigitte traf er im Mai 1993. Die Französischlehrerin ist 25 Jahre älter als er. Mit 16 Jahren begann er eine romantische Beziehung mit Brigitte und erklärte ihr, dass er sie eines Tages heiraten werde. Obwohl sie drei Kinder von einem anderen Mann hatte, heirateten die beiden 2007. Sie haben keine gemeinsamen Kinder. Es ist gut zu wissen, dass viele der europäischen Führer entweder kinderlos geblieben sind oder überhaupt keine Familie haben – Juncker, Merkel, Theresa May usw. Das Schicksal Europas wird in einem hohen Maß von Menschen bestimmt, die nicht die äußerst wichtige Schule beendet haben,  welche das Großziehen eines Kindes darstellt. Ist es dann ein Wunder, dass auch ihre Politik so hilflos ist? So wie bei Macron.

Sein Studium der Philosophie schloss er mit einer Magisterarbeit über Machiavelli und seine Diplomarbeit ist über Hegel. Macron hat auch die Elite-Verwaltungshochschule École nationale d’administration (ENA) in Straßburg abgeschlossen und es ist kein Zufall, dass die Kandidatin seiner Partei „La République en Marche!“ Nathalie Loiseau bis 2017 Direktorin der ENA war. Von 1999 bis 2001 war er Assistent des Philosophen Paul Ricœur. Macron war nach 2006 Mitglied der Sozialistischen Partei. 2012 arbeitete er in Hollandes Präsidialstab und war seit 2014 Minister für Wirtschaft. Von 2008 an hat Macron bei der Pariser Investmentbank Rothschild & Cie gearbeitet und wurde 2014 offenbar nach seinen Verdiensten zum Treffen der Bilderberger Gruppe eingeladen. Er kennt persönlich den französischen Globalisten Jacques Attali, der Begründer und Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung war.

All diese Kontakte haben zweifellos einen Einfluss auf die Herausbildung der Weltanschauung Macrons ausgeübt. Von ihnen wurde er auf das Jahr 2016 vorbereitet, in dem er seine eigene Bewegung „La République en Marche!“ gründete, die später zu einer Partei wurde. Nach seinem Wahlerfolg und der Katastrophe der Linken und Rechten in Frankreich blieb einzig die Partie von Marine Le Pen sein wichtigster politischer Gegner. Marine Le Pen verhüllt nicht den Umstand, dass sie von Moskau finanziert wird. Im Oktober 2018 begann die Bewegung der „Gelben Westen“, die Macron für den Mann der Reichen erklärte.

Das sind die äußeren Fakten der Biographie Macrons, doch für uns sind viel wichtiger die Triebkräfte, die in seiner Seele und in seinem Ich wirken, denn sie erlauben uns, seine Handlungen und eventuell das Erbe vergangener Inkarnationen zu verstehen. So wie Hitlers Buch „Mein Kampf“ seinen Weg zur „Größe“ und zum Fall Deutschlands kennzeichnete, so hat auch Macron ein Buch –  „Revolution – Wir kämpfen für Frankreich“. Dieses Buch dokumentiert Macrons Absicht, Frankreich frei und stolz wie in vergangenen Zeiten zu machen, die Weltführungspositionen zurückzuerobern. Frankreich soll nach Macron nicht mehr „müde und verängstigt“ wie gegenwärtig aussehen – ein Zustand, den der äußerst schwache sozialistische Präsident  Hollande  hinterlassen hat. Die Sozialisten sind grundsätzlich Menschen, die nach dem Geld der anderen zwecks eigenen Bedarfs greifen. Mit dem typischen englischen Humor hat die große Politikerin Margaret Thatcher vor Jahren richtigerweise bemerkt, dass „der Sozialismus zu Ende ist, wenn das Geld der anderen alle ist“. Solche Leute wollen immer Revolutionen machen und die Gesellschaftsordnung verändern, ohne sich um die Konsequenzen zu scheren. In diesem Sinne ist Macron ein Sozialist, denn er strebt eine Revolution in allen Bereichen des französischen gesellschaftlich-politischen Lebens an, doch dabei sucht er einen dritten Weg zwischen Links und Rechts, zwischen dem Sozialen und Konservativen. Natürlich haben Letztere eine solche Metamorphose erfahren, dass sie sich schwer mit ihren jeweiligen Entsprechungen aus dem 19. Jahrhundert vergleichen lassen.

Wo sieht Macron den besagten dritten Weg? Er spricht über die Rückkehr der Moral in die Politik, über ein neues Leben für die „sklerosierten“ französischen Strukturen, das durch eine Reform von Justiz, Bildung, Steuersystem und Arbeitsgesetzgebung erreicht werden soll. Er strebt die Optimierung der Verwaltung und deren Hinwendung zu den Bürgern an. Er will die Verwaltung der Arbeitslosenversicherung dem Aufgabenbereich der Gewerkschaften und Arbeitgebern entziehen und sie dem Staat zuordnen. Weiter will er das System der Rentenversicherung vereinfachen und gleichzeitig die Gesetzesgrundlage vereinfachen und die Wirtschaftsaktivität erleichtern, um den Firmen mehr Freiheit zu geben. Diese und andere revolutionären reformistischen Absichten versucht Macron, der EU als Ganzheit zu übertragen und sie von Grund auf erneuern. Dem Projekt eines vereinigten Europa, das während der Jahrzehnte verschiedene Formen erfahren hat, wurden von Anfang an die Ideen für Frieden, Wohlstand und Freiheit zugrunde gelegt. Doch in ihm fehlt Christus, über den der Meister Beinsa Douno gesagt hat, dass „jedes Werk, das in Seinem Namen geschieht, eine Blüte ist, die ansetzt und Früchte trägt“.

Die EU braucht zweifellos eine Metamorphose. Macrons Vorschlag für ihre Erneuerung hat einen programmatischen Charakter. Ins Fundament legt er die gleichen Ideen, die er als Freiheit, Schutz und Fortschritt formuliert, die jedoch unter den Bedingungen des überspitzten Föderalismus entfaltet werden sollen. Macron lehne den Nationalismus ab, aber er glaube an den „offenen Patriotismus“, erklärte er neulich.

Er sucht nach Cyber- und Militärsicherheit für Europa, er redet über eine Revision des Schengener Abkommens und eine Einengung des Schengener Raums, die an eine einheitliche europäische Asylpolitik gebunden ist. Weiter fordert er einen europäischen Finanzschild, der  gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit in allen Ländern und einen jedem Land angemessenen Mindestlohn beinhaltet. Er drängt danach, dass seine Ideen bis Ende dieses Jahres auf einer Konferenz ohne Tabu-Themen erörtert werden. Hinter all seinen Vorschlägen kommt die egoistische Absicht zum Vorschein, dass Frankreich und er selbst auf Kosten aller anderen Länder und Völker führend in Europa werden.

Die Ideen sind eine schöne Sache, doch für alles braucht man Geld und das übertrieben soziale Frankreich befindet sich gegenwärtig in einer Wirtschaftskrise. Deshalb hat sich Macron an Deutschland und sein Geld gewendet. Am 22.1.1963 haben der deutsche Kanzler Konrad Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit – den sog. Élysée-Vertrag geschlossen. Am 22.01.2019 haben Merkel und Macron einen neuen Freundschaftspakt besiegelt. Er ist die Fortsetzung des Élysée-Vertrags und bindet mit seinen drei Säulen die beiden Länder noch stärker aneinander. Beabsichtigt ist, dass um diese bilaterale Verbundenheit die Zukunft Europas aufgebaut wird, welches fähig sein soll, sich den USA, China und Russland entgegenzusetzen. Die erste Säule sind die Sicherheit und die Außenangelegenheiten. Sie sieht die Bildung eines neuen gemeinsamen Rats zur Verteidigung und Sicherheit mit regelmäßigen gemeinsamen Sitzungen von jeweils 50 Angeordneten aus beiden Parlamenten. Frankreich soll Lobbyarbeit für Deutschland leisten, damit Deutschland einen ständigen Platz im Sicherheitsrat der UNO erhält. Die zweite Säule bezieht sich auf die Zusammenarbeit in der Wirtschaft und sie sieht die Schaffung einer deutsch-französischen Region mit harmonisierter Gesetzgebung im Bereich der Wirtschaft vor, die Beseitigung der Hürden vor den Investitionen, die Digitalisierung der Wirtschaft (Deutschland hat bereits eine Ausschreibung für das 5G-Netz im ganzen Land veranstaltet), die Entwicklung des künstlichen Intellekts, der erneuerbaren Energiequellen und den Kampf gegen den Klimawandel. Die dritte Säule des Vertrags behandelt die grenzüberschreitenden Beziehungen und sie sieht die Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen den Städten vor, die an der 450 km langen Grenze zwischen beiden Ländern liegen. Es werden verschiedene Initiativen sowie die Transport- und Sprachbeziehungen gefördert.

Was die deutsche Kanzlerin betrifft, so schreitet sie dem Ende ihrer politischen Karriere entgegen. Von ihr sind keine Ideen für eine Erneuerung Europas zu erwarten.

Aus dem Angeführten wird deutlich, dass Emmanuel Macron sich bemüht, als Hauptreformer der EU hervorzutreten. Um seine Pläne zu verwirklichen, ist er zu allerlei Manövern bereit, indem er Machiavellis Ratschläge und die Kräfte befolgt, die ihn zu seiner Rolle erhoben haben. Das führt unvermeidlicherweise zur Vertiefung der Widersprüche mit Deutschland und den anderen Ländern.

Warum wurde überhaupt das Aufgehen dieses „seltsamen“ Sterns am europäischen Himmel möglich? ‚Emmanuel’ ist eine der Bezeichnungen für Christus, der als die 43. Generation an Epiphanie in den Menschen Jesus herabstieg. Jesus kam seinerseits nach 42 Generationen, in denen das Prinzip der Blutsverwandtschaft, die von Abraham seinen Lauf nahm, im Volk Israel bewahrt wurde. Christus-Emmanuel steht über das Verwandtschaftliche, über das Nationale und opfert sich wegen der Erhebung des Menschenwesens auf dem Weg der Evolution. Sein französischer Namensvetter wird von seinem persönlichen Ehrgeiz geführt, der sich vorübergehend mit den französischen Interessen deckt. Der Familienname Macron kommt von makro. Doch während das makrokosmische Christus-Ich, das aus dem Pralaya der göttlichen Dreieinigkeit herabgestiegen ist, als der Lebensgeist das physische Phantom Jesu auferweckte und damit die Verwandlung des heutigen Makrokosmos in einen neuen einleitete, der zur Oktave erhoben sein wird, so übersteigen Macrons Ambitionen seine Möglichkeiten. Das wurde uns in einer Offenbarung enthüllt. Folglich lassen sich Macrons Pläne nicht in der beabsichtigten Art realisieren. Mit seinem Handeln spaltet er Europa und rollt den „roten Teppich“ für Ahriman aus. Sein Egoismus traf besonders stark die Bulgaren im Hinblick auf das sog. „Paket Macron“, das die Liquidierung der internationalen Transportbranche in Bulgarien und die Verwandlung weiterer Hunderttausende Bulgaren in Wirtschaftsmigranten bezweckte, die für die westlichen Wirtschaften arbeiten werden.  Macron hat bisher nicht vor, auf die Zerstörung weiterer profitbringender Bereiche unserer Wirtschaft zu verzichten, die ohnehin nicht besonders stark ist. Er weiß nicht, dass Frankreichs Stolz – die Kathedrale „Notre Dame“ dank der versteckten bulgarischen Teilnahme existiert. Die Kathedrale ist am Montag der Passionswoche in Flammen geraten, als Christus in der Zeitenwende einen anderen Tempel von den Händlern reinigte, die sich dort breitgemacht hatten. Bei der ersten Tempelreinigung, die sich gleich nach der Jordantaufe abgespielt hat, verursachte die makrokosmische Anwesenheit des Christus in Jesus, als Jesus den Tempel von Jerusalem betrat, Schrecken in den Astralleibern der Händler, die in Panik auseinanderliefen. Damals waren keine Worte notwendig. Am Karmontag hat der Wille des Menschen Jesus durch seine verurteilenden Worte den Umsturz der Tische und das Weglaufen der Händler verursacht. Die Kathedrale Notre-Dame ist längst zu einem Tempel der Händler geworden, obwohl dort auch Messen gehalten werden. Doch nach der französischen Revolution begann sich dieses Volk mit schnellen Schritten vom Christentum in der Richtung des Weltlichen, des Atheismus zu entfernen. Seine geistige Aufgabe hängt mit der Entwicklung der Verstandesseele zusammen und jedwede Anstrengungen, die Führung in der Epoche der Bewusstseinsseele an sich zu reißen, sind im Voraus zum Scheitern verurteilt. Macrons Absichten stehen in krassem Gegensatz mit den Evolutionsaufgaben der europäischen Völker, die einen allmählichen Richtungswechsel nach Osten und die Vorbereitung der sechsten Kulturepoche erfordern. Diese Wende führt zum Sophien-Christentum des Gral, das den noch höheren Impuls des Manichäismus der sechsten Wurzelrasse vorbereiten soll. Eben das ist  das Potenzial des Ich-Impulses der Synthese, die an der Wende zum dritten Jahrtausend von Bulgarien aus ihren Lauf nahm. Die bulgarische Hauptstadt trägt den Namen der göttlichen Weisheit. Macrons Handlungen sind gegen die Weisheit Gottes, gegen die Bulgaren gerichtet. Wegen seiner Undankbarkeit ist am Karmontag in der Kathedrale, die den Namen der irdischen Vertreterin der Himmlischen Sophia trägt, ein warnender und reinigender Brand ausgebrochen.

Als ich die Nachricht vom Feuer hörte, war der erste Gedanke, der wie ein Blitz durch meinen Kopf schoss, der Name Macron. Jede Undankbarkeit wird bestraft! Die Bulgaren haben mit Rumen Radev den Falschen gewählt und im Dorf Hitrino hat es gebrannt. Macron und die Kräfte, die hinter ihm stehen, sind feindselig gegen Bulgarien vorgegangen  und „Notre-Dame“ ist in Flammen geraten. Der heutige Mensch muss den Zustand des „Grünlings“ überwinden, indem er den dunklen Egoismus in seinem Astralleib durch die Feuermetamorphose durchzieht, damit der Astralleib in eine Jungfrau-Sophia verwandelt und befähigt wird, in einer neuen Bewusstseinsform zu funktionieren. Es ist eine Einweihung mit dem Heiligen Geist notwendig, es ist das erneuerte Palladium notwendig, es ist der Ich-Christus notwendig! Alle möglichen Veränderungen der mit dem niederen Ich zusammenhängenden reflektierenden Bewusstseinsform wurden bereits ausprobiert – die Ergebnisse sind sichtbar. Die Ideen Macrons sind einfach Reminiszenzen von Anstrengungen, die ihre Unfruchtbarkeit bereits bewiesen haben. Aus ihnen werden nur neue Probleme hervorgehen, die keine Aussicht auf eine Lösung haben.

Hier entsteht die natürliche Frage, welche Kräfte in diesem Politiker wirken, die aus seinen vergangenen Leben kommen und seit wann seine karmische Verbundenheit mit Brigitte besteht. Ich hoffe, dass die nächsten Sätze der Vorlesung lediglich als Hinweise zum Nachdenken von den Lesern aufgenommen werden und ihnen eventuell zur Beantwortung dieser Fragen verhelfen.

Aus der Geschichte wissen wir, dass im 6. Jahrhundert n.Chr. auf der Arabischen Halbinsel wie aus dem Nichts der Prophet Mohammed aufstieg und durch Offenbarungen aus der geistigen Welt den Anfang eines so mächtigen religiösen Impulses gab, der sich innerhalb von 100 Jahren auf umfangreichen Gebiete unter zahlreiche Völker verbreitete. Die stärkste Unterstützung erfuhr Mohammed von seiner treuen Frau Chadidscha. Die Mohammedaner versuchten, in Europa über Konstantinopel einzudringen, aber sie wurden vom bulgarischen Führer Tervel angehalten. Deshalb war unser Kontinent vom Südosten die ganze Zeit bis zum Einbruch der seldschukischen Türken in Europa im 14. Jahrhundert geschützt, um sich im Geist des Christentums entwickeln zu können. Nachdem die Mohammedaner die Straße von Gibraltar passiert und die Pyrenäische Halbinsel überrannt haben, wurden ihre Truppen in Südfrankreich von Karl Martell aufgehalten. Das Leben in einem christlichen Umfeld wurde den europäischen Völkern äußerlich garantiert, aber wie wir von der Geisteswissenschaft wissen, haben viele namhafte mohammedanische Persönlichkeiten in ihren nächsten Inkarnationen eine wesentliche Rolle im christlichen Europa gespielt – Francis Bacon, Woodrow Wilson, Jan Comenius, Charles Darwin, Laplace u.v.a. sind wieder inkarnierte Moslems.

Heutzutage wird unser Kontinent wegen karmischer Gründe und wegen der bösen Pläne dunkler okkulter Logen von Migranten hauptsächlich islamischen Glaubens aus Asien und Afrika gestürmt. Der wichtigste äußere Faktor für diese Invasion war Angela Merkels mit ihrer „Einladung“. Ob sie ein wieder geborener Moslem ist? Gibt es unter den heutigen und früheren politischen Führern in Europa wieder inkarnierte Moslems, die ihre Augen jahrzehntelang für die verhängnisvollen Veränderungen in der religiösen und ethnischen Zusammensetzung der europäischen Völker verschlossen haben? Gehört Macron zu ihnen?  Solche Individualitäten haben in der Vergangenheit den Weg des Materialismus in Europa gebahnt und das war in einem gewissen Sinne rechtmäßig, da der Mensch seinen Blick auf die Untersuchung der Naturreiche durch die Naturwissenschaften richten sollte. Doch nun haben wir eine andere Zeit eine, die das Gegenteil erfordert – den Übergang vom abstrakten zum anschauenden Denken und die Erneuerung der verlorenen Beziehung zwischen den Menschen und den Hierarchien. In den revolutionären und größtenteils populistischen Ideen Macrons ist es nicht schwierig, deren antichristlichen und materialistischen Charakter zu bemerken. An der Reaktion der europäischen Völker wird man erkennen können, wie weit er sich mit seinen Absichten wagen wird.

Als ein herausragender Gegenpol wirkt von Bulgarien aus Bojko Borissov. Er ist offen  und sucht immer guten Willens nach dem Schnittpunkt verschiedenartiger Interessen. Er will, dass der Frieden, Fortschritt und die Sicherheit für alle Völker möglich sind, denn wenn wir  die nationalen Egoismen nicht überwinden, ist Europa verurteilt, im Feuer der Konfrontation zu brennen. In diesem Sinne wirkt Borissov wie ein wahrer Führer gesamteuropäischer Dimension im christlichen Sinne. Mehrmals hat er geäußert, dass Europa der beste Platz zum Leben in der Welt ist und als ein solcher bewahrt werden soll. Obwohl Borissov keinerlei esoterische Vorbereitung hat, besitzt er aufgrund bemerkenswerter früherer Inkarnationen eine lebendige Beziehung zum Erlöser, die ihn durch alle Prüfungen führt. Er hat längst begriffen, dass es in seiner Verantwortung liegt, das bulgarische Volk durch unsere schwierige Zeig zu jenem Piedestal hinaufzuführen, „das ihm als dem ältesten Volk der Erde zukommt“[13]. Wie es für einen Christen üblich ist, haben sich die rückständigen Gegnermächte des breitestmöglichen Spektrums erhoben, um ihn zu entmachten und niederzutrampeln. Doch sie wissen nicht, dass sie nicht gegen den Menschen Borissov kämpfen, sondern gegen die Kräfte, die hinter ihm stehen. Indem die guten Mächte die dunklen Widersacher als ein Instrument benutzten, haben sie eine gesunde Reinigung der Partei GERB eingeleitet, damit wir zu einer neuen, der aufsteigenden Entwicklung Bulgariens angemessenen Führungsetappe übergehen können. Auf dem äußeren Plan wird die von Bojko Borissov gegründete Partei eine wesentliche Rolle spielen. Auf dem geistigen Plan kommt  mächtige Unterstützung von der immer größer werdenden Zahl der Anhänger der Synthese der beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts, in deren Zentrum das Verhältnis des individuellen menschlichen Ich und dem Christus-Ich steht.

Heute feiern wir Ostern, das Fest des Ich, das für die ganze Menschheit da ist. Wenn es eine Auferstehung gibt, so gibt es auch Hoffnung für die Zukunft. Wir wollen mit dieser Hoffnung und dem Gruß „Christus ist auferstanden!“ unsere heutige Begegnung beenden, liebe Brüder und  Schwestern in Christo!

 

[1] Der übliche Ostergruß in Bulgarien. Die Antwort lautet „Wahrlich, Er ist auferstanden!“

[2] Bojko Borissov war früher Feuerwehrmann.

[3]https://www.standartnews.com/mneniya-analizi/sazhdite-na-srama-pred-izgoryalata-notr-dam-389827.html

[4] Der deutsche Titel ist „Der Glöckner von Notre-Dame“.

[5] Vgl. https://www.gaed.de/arzneimittel/impfungen.html

[6] Diese Worte sind in der russischen Ausgabe enthalten, in der deutschen Ausgabe fehlen sie.

[7] GA 292, Vortrag vom 8.11.1916

[8] Z.B. Prokopios von Caesarea

[9] Es geht um das in Glagolitza und Kyrillitza geschriebene Evangelistar von Reims, das heute in der Bibliothek dieser Stadt aufbewahrt wird.

[10] Vortrag vom 19.10.1907

[11] GA 286, Vorwort von Marie Steiner zur ersten Auflage 1926

[12] Ebd., Anhang, Notizen vom 7.3.1919

[13] Vgl. „Der Meister, der Heiler, der Prophet“, Bd.3 – „Die Meister über die Bulgaren“