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Vorlesungen aus dem „28 Übungen“-Zyklus:

Neuere Vorlesungen

 

 

Kurze Videoclips

vom 04.02.2017

vom 19.11.2017

vom 24.12.2017

Der Jerusalem-Knoten

vom 14.07.2018

Über die Organtransplantation

Vorlesungen in Englisch

The Path Towards the Self”, “The Bodhisattvas” and “Archangel Michael’s Method for Communicating with the Spiritual World” – Combined Works by Dimitar Mangurov  

 

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Der Jahve-Elohim und das Mysterium des bulgarischen Volkes

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 26.02.2019 in Varna

Link zum Vorlesungs-Video

Die Vorlesung im PDF-Format

Zum Verstehen der Vorlesung ist es notwendig, folgenden von Beinsa Douno empfangenen Aufruf zu kennen: prizvanie

Anfang des Jahres hat mich ein Mann aus dem Kasanlak-Zweig der „Weißen Bruderschaft“ angerufen.Tief berührt, brachte er seine Dankbarkeit für das Werk, das ich in Angriff genommen habe, zum Ausdruck und bat mich, eine Vorlesung zu halten, mit der ich den Bulgaren eine Richtung für dieses Jahr gebe. Mit der vorliegenden Vorlesung „Der Jahve-Elohim und das Mysterium des bulgarischen Volkes“ werde ich auf seinen Wunsch eingehen und dabei auch ein 120 Jahre altes Rätsel lüften.

Wenn wir über Jahve reden, müssen wir zu den Gipfeln der Spiritualität aufsteigen und von dort aus die Antworten suchen, damit wir uns darauf verlassen können, dass wir in rechtmäßiger Weise zu ihnen vordringen können.

Dieser Gipfel führt uns unvermeidlicherweise zu dem vorherigen Entwicklungszyklus – dem Zyklus des Vatergotts. Wie wir bereits in früheren Vorlesungen hingewiesen haben, wurde damals unter den Bedingungen der höchstmöglichen vergeistigten Räumlichkeit und der fehlenden Zeit die Substanz für unseren Zyklus ausgearbeitet.

Dank der Offenbarungen, die während der Vorbereitung dieser Vorlesung empfangen wurden, können wir hinzufügen, dass der Substanz zwei Intentionen angelegt worden sind – die Sonnenintention und die Erdenintention, die nicht voneinander getrennt waren, sondern in völliger Harmonie bestanden. Das waren die Bedingungen, unter denen die Hierarchiewesen lebten und Jahve „Mensch“, d.h. ein Ich-Wesen wurde. Unter diesen Bedingungen übernahm Sorat die Aufgabe, für die Entwicklung der irdischen Intention nach dem Großen Mahaparipralaya zwischen den beiden Zyklen verantwortlich zu sein. Im neuen Zyklus sollte sich die Substanz in einer völlig anderen Art manifestieren.

Die Geister des Willens haben sich gegenüber den Cherubim geopfert und einer von ihnen war Sorat. Einerseits weilte er im Sonnenprinzip des vorigen Zyklus und andererseits wurde er dadurch, dass er eine Aufgabe mit Rücksicht auf die irdische Intention übernommen hatte, in einem gewissen Sinne Christus ähnlich, da Christus in unserem Zyklus die Verbindung zwischen beiden Intentionen sicherstellt. Aus diesem Grunde können wir Sorat – auch wenn dies absurd klingt – in gewissem Sinne mit einem  „Sohn“ des vorherigen Zyklus vergleichen. Doch während der Herabstieg Christi der irdischen Intention entlang nicht zum Auftreten des Bösen führte, sondern aus diesem Herabstieg an der Zeitenwende das höchstmögliche Gute entstand, sollte der Herabstieg bei Sorat zum ersten Mal in der Schöpfung zur Entstehung des Bösen führen.

Die Substanz stieg nach der Vorsehung des väterlichen Weltengrundes hinunter, welche durch die Hierarchiewesen verwirklicht wird. Vom Standpunkt des gegenwärtigen Zyklus aus betrachtet, kommt sie vom vorigen Zyklus, d.h. sie hat keinen Anfang, wurde unvorausgesetzt ausgestrahlt und geht nur vorwärts, indem sie sich endlos in den unterschiedlichsten Formen metamorphosiert. Die Formen entspringen der Begegnung mit der Weltidee, die unterwegs stattfindet. Im Unterschied zur Substanz ist die Idee hierarchisch und aktiv, sie hat keinen Anfang – sofern sie ständig aus der Welt des väterlichen Weltengrundes in sich selbst von der Zukunft emaniert. Aber sie hat ein Ende – das ist der Anfangspunkt des Herausfließens der Substanz im Akt der Uroffenbarung des väterlichen Weltengrundes im Punkt des absoluten Nichts. Die Idee ist die nichträumliche Grenze der Offenbarung und die Substanz wird in ihr widerspiegelt, um zum Punkt der Offenbarung des väterlichen Weltengrundes verändert zurückzukehren, nachdem sie auf diesem Weg im Leben metamorphosiert ist.

In der Evolution ist nur das Leben ewig. Es emaniert vom Sohnesgott und ist endlos. Der väterliche Weltengrund hat es in Christus als den absoluten Beginn des Ich angelegt und das wurde zum allbestimmenden Hauptprinzip des neuen Zyklus. Der väterliche Weltengrund manifestiert das Absolute in Seiner Offenbarung durch Christus. In diesem Sinne hat das ewige Leben vom Gottessohn, das durch die Evolutionszyklen verläuft, seinen Anfang im wahren Leben des Christus in Seiner Art in der Heiligen Trinität.

Indem die Hierarchiewesen die Aufgabe von den drei Hypostasen entgegengenommen haben, begannen sie an der Weltschöpfung je nach der erreichten Stufe ihres Ich zu bauen. Die Cherubim hatten zwar das Opfer der Throne nicht abgelehnt, trotzdem ging die Substanz auf dem alten Saturn abwärts, da in ihr die irdische Intention enthalten war.

Doch den wahrhaftigen Antrieb in diese Richtung gaben die Geister der Form in der vierten Lebensstufe/ Runde. Erst dann trennte sich das Sein vom Schöpferbewusstsein, damit das uranfängliche astralische Opferfeuer in das Wärmeelement umgewandelt werden und der Mensch seine erste Form des physischen Leibes erhalten konnte. Es ist gut, sich zu erinnern, dass die heutigen Geister der Form auf dem alten Saturn das Ich-Bewusstsein eines Engels hatten – jedoch unter ganz anderen Bedingungen. Sie waren damals Geister der Form und bleiben es heute noch, denn das entspricht ihrer Funktion in der Weltordnung. Auf dem alten Saturn hat uns Jahve aus dem Wärmeelement geformt, wobei die Unterschiede in unserer Form auf die Ergebnisse der Gesamtevolution der Weltschöpfung und die konkreten Evolutionsmöglichkeiten der einzelnen Wesen zurückzuführen sind.

Am Ende der alten Mondzeit erhoben sich sieben Geister der Form zum Bewusstsein von schaffenden Göttern, die fähig waren, menschliche Ich-Wesen im nächsten Äon der Erde zu schaffen. Während der hyperboräischen Wurzelrasse haben sich sechs dieser Elohim auf der Sonne abgesondert, von wo aus sie viel später die geistige Kraft der Liebe zu den Menschen herabsandten. Deshalb werden sie auch ‚Geister des Lichts‘ genannt. Der siebte Geist der Form Jahve blieb mit dem Paar Erde-Mond verbunden. In der dritten Periode der lemurischen Wurzelrasse befand sich die Menschheit immer noch in der geistigen Welt, die uns aus der Bibel als ‚das Paradies‘ bekannt ist. Doch nach dem Plan des väterlichen Weltengrundes soll der Mensch später zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigen. Dazu muss er zuerst zur Freiheit im Sinne eines individuellen Ich gelangen und danach aus der Freiheit zur Liebe im Sinne Christi in einer Art heranwachsen, die sich von der Aufstiegsart der übrigen Ich-Wesen unterscheidet. Dieser neue Weg wird dem Menschen auch seinen Hierarchienamen geben, der uns bisher unbekannt ist. Wir wissen soweit nur, dass er das Ergebnis unseres gemeinsamen Weges durch die Prüfungen des Bösen sein wird. Wir werden diesen Weg zusammen mit dem Erlöser zurücklegen und das Böse in ein individualisiertes Gutes verwandeln. Dieses Gute wird sich erheblich vom uranfänglichen nichtmanifestierten Guten unterscheiden, welches das Böse nicht kennt.

Es ist aus der Anthroposophie bekannt, dass wir die Ich-Form für die ganze Menschheit von den Geistern der Form erhalten haben, die im Gruppenwesen Jahve-Elohim vereinigt waren. Jedes Mitglied dieser Gruppe von sieben Individualitäten konnte nur ein einzelnes Element der menschlichen Form erschaffen. Deshalb mussten sich die Elohim vereinigen, um uns als Ganzheit zu erschaffen. Hinzu kommt, dass die Veranlagung des Funken des Ich in die Form eine Hinwendung der vereinigten Elohim zur geistigen Sphäre über den Seraphim erforderte. Aus dieser Sphäre haben sie den Funken des Ich erhalten. Der Mensch wurde eine lebendige Seele und bestieg den langen Weg der Individualisierung der gemeinsamen Form, die die Geister der Form als eine Offenbarung herabgesandt haben. Nicht von ungefähr werden sie auch ‚Geister der Offenbarung‘ genannt. Wir nennen sie auch ‚Gewalten‘, da sie die Gewalt, die Macht haben, Menschen zu schaffen. In der hebräischen Geheimlehre heißen sie ‚Elohim‘ „diejenigen, vor denen wir vor ehrfurchtsvoll fiebern”. Von ihnen haben wir auch den Keim der Bewusstseinsseele erhalten, jedoch stand uns vor unserem Zeitalter eine lange Entwicklung bevor, bis wir mit der wesentlichen Verinnerlichung dieses höchsten Seelenanteils begannen, um eine bewusste Verbindung zur geistigen Welt herzustellen, aus der wir während der lemurischen Wurzelrasse vertrieben wurden.

Jahve hatte uns gewarnt, nicht von den Früchten des Baums der Erkenntnis zu essen, denn wir sollten für die übersinnlichen Welten sterben. Luzifer versicherte uns, dass wir nicht sterben würden und wenn wir von diesem Baum kosten, würden uns wie bei den Göttern die Augen für das Gute und Böse aufgehen. Als viel später Christus in Jesus herabstieg, hat Er uns daran erinnert, dass wir uranfänglich der Herkunft unseres Ich nach Götter sind. Luzifer hatte uns in die Falle des Irrtums hineingetrieben, dass wir nur mit dem Baum der Erkenntnis Götter werden könnten. Bis zu jener Zeit kannten wir nur das „Paradies“ der guten Astralwelt, aber es sollte zum ersten Mal im Zyklus des Gottessohnes auch eine böse Astralwelt erscheinen. Die Änderung hat Jahve selbst eingeführt, indem er sein „Mondenantlitz“ Michael „aktivierte“, der die luziferischen Wesen zur Versuchung des menschlichen Astralleibes antrieb. Bis zur Versuchung waren wir unsichtbar, da das Phantom des physischen Leibes noch keine äußeren Substanzen in sich aufgenommen hatte. Die Reproduktion erfolgte auch in übersinnlicher Art. Die stigmatisierte deutsche Anthroposophin Judith von Halle berichtete, dass Eva aus Adam an der Stelle herausgekommen ist, an der Longinus die Seite Jesu mit dem Speer geöffnet hat[1]. Aus dieser Stelle hat auch Eva geboren und das Kind kam wie im Traum durch das Wort, das aus reinen Lippen kam.

Nach dem Eingriff der luziferischen Wesen tauchte jedoch das Anziehen zum Irdischen auf, das Phantom begann sich mit Stofflichkeit auszufüllen und in das menschliche Herz nistete sich der Egoismus ein. Jahve hat uns aus dem Paradies vertrieben und der Cherub mit dem zweischneidigen Feuerschwert stellte sich vor die Pforte unseres bisherigen Heims. Seine Worte „ Eure Seelenorganisation hat sich gewandelt, die Himmelsreiche haben sich von euch getrennt“ erklangen wie die Stimme des kosmischen Gewissens, die tief in die Menschenseele eindrang und warnte, dass das Ich ein zweischneidiges Messer ist, das den Menschen zum Rang eines Opfer bringenden Hierarchiewesen erheben oder ihn in das Feuer des Abgrunds hineinführen kann. Diese Stimme des Gewissens hat Jahve in uns bewahrt und der Zugang zu ihr wurde Luzifer verwehrt. Es musste freilich ein langer Weg zurückgelegt werden, bevor der Mensch diese Stimme zum ersten Mal hörte und sie zu seinem ständigen Begleiter im Leben wurde.

Bevor sich der Mond von der Erde gelöst hatte und die böse Astralwelt entstanden war, erlebten wir die sog. „Mondenkrise“, bei der quasi ein einziges Menschenpaar auf der Erde blieb – Adam und Eva. Im Buch „Der Code der Schöpfung“[2] bin ich darauf eingegangen, was unter diesen Namen zu verstehen ist. Auch erwähne ich dort einige Individualitäten, die einen wertvollen Beitrag zur erfolgreichen Bewältigung dieser Krise geleistet haben, denn damals bestand die ernsthafte Gefahr, dass der Faden der Inkarnationen reißt und kein einziges Menschenwesen auf der Erde bleibt. In dieser Vorlesung möchte ich nur daran erinnern, dass nach der Trennung des Mondes von der Erde Jahve mit dem Mond verbunden blieb. Die restlichen sechs Elohim sandten von der Sonne aus die geistige Kraft der Liebe auf die Erde herab und Jahve sandte vom Mond aus seine reife Weisheit, mit der er das Erscheinen der Liebe im Menschen vorbereitete. Die vermittelnden Träger der Liebe waren die sog. „Mondenlehrer“ der Menschheit, die in ihrer Evolution über den Menschen standen. Sie nahmen im Ätherleib an den Mysterien teil, aber da ihre Weisheit nur instinktiv im Menschen sprechen konnte, haben sie sich gegen Ende der lemurischen Zeit von uns unserer Freiheit willen getrennt. Sie haben ihre Ätherform aufgegeben und befinden sich nun mit ihren Astralleibern im Inneren des Mondes, wo sie eine eigene Kolonie gegründet haben. Von dort aus versuchen sie, soweit möglich, die Erscheinungen des Luziferischen und Ahrimanischen in das richtige Verhältnis zueinander zu bringen. Sie sind die ersten übersinnlichen Wesen, denen wir nach unserem Tod begegnen.

Nachdem sich das luziferisierte Feuer in unser Herz eingenistet hatte, setzte ihm Jahve die kühlende Kraft des Ahrimanischen entgegen, welches in unser Gehirn hineinkroch. Der Erdenmensch, der auf das Kampffeld zwischen zwei entgegengesetzte Kräfte gestellt wurde, begann mit schnellem Tempo die böse Astralität auszubilden. Sie begann besonders stark nach dem Durchlaufen des zeitlichen Mittelpunktes der ganzen Erdenevolution in der vierten Unterrasse in Erscheinung zu treten. Gegen Ende der Wurzelrasse war der Missbrauch der schwarzen Magie so intensiv, dass er den „Kelch“ der göttlichen Geduld zum Überlaufen brachte und die Menschheit gesetzmäßigerweise in der Sintflut ertrank.

In der nachatlantischen Wurzelrasse verbanden wir uns mit der Stofflichkeit der Erde weiter und gingen auf das Erreichen unserer ersten Ich-Form zu, das auf dem immer lebensärmeren, sich mineralisierenden Gehirns basiert. Das abnehmende Leben gefährdete die Möglichkeit zur Schaffung neuer Formen der Evolution, die der Begegnung der Substanz und Idee entspringen. Der Prozess drohte aufzuhören und der Mensch wäre zu jenem Pfropf geworden, der den Evolutionsfluss „verstopfen“ und den uranfänglichen Plan des väterlichen Weltengrundes vereiteln kann.

Das Phantom des physischen Leibes wurde schwächer und es begann der Prozess des beschleunigten Verfalls. Die Rettung konnte nur von Christus kommen. Deshalb wurde Er Mensch und erlebte Tod und Auferstehung des Phantoms in einem Menschenwesen. Zu diesem Zweck brauchte er ein Gefäß – einen Leib, der den Erlöser der ganzen Menschheit aufnehmen konnte. Der Hauptverantwortliche für die Lösung der Aufgabe war unser Vater und Schöpfer Jahve, dessen Helfer der Erzengel Michael war. Sie hatten den „Sündenfall“ bewirkt und nun mussten Sie die Bedingungen seines Ausgleichs vorbereiten. Indem sich Jahve auf dem Mond aufhielt, hatte er eine möglichst feste Beziehung zur Erdentwicklung und wurde deshalb zu ihrem Regenten, der in einem hohen Maße die Wirkungen der restlichen sechs Sonnenelohim beseitigte. Allmählich wurde die menschliche Erinnerung an sie bleicher und sie wurden zu fantastischen Wesen. Jahve erhielt die Herrschaft über das menschliche Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kam am stärksten in demjenigen Volk zur Geltung, das auserwählt wurde, in sich den Leib für das herabsteigende makrokosmische Christus-Ich vorzubereiten. Zusammen mit Erzengel Michael inspirierten sie das gesamte geistige Leben des alttestamentlichen Volks. Aus der Heiligen Schrift wissen wir, dass sein Stammvater Abraham ist,  der aus Chaldäisch Ur herausgeführt und von Jahve durch Melchisedek in das Geheimnis der Schaffung des physischen und ätherischen Leibes für Gott eingeweiht wurde. Er konnte hellseherisch in die geistige Mondensphäre Jahves eindringen. Durch seine Einweihung in das Mysterium des göttlichen Ich-bin wurde zwischen dem Elohim und ihm ein Bund geschlossen, nach dem der Leib für Gott das Endergebnis des durch die Generationen fließenden Blutes sein sollte. Jahve sollte den Prozess bewachen, indem er die hebräischen Propheten als eine Nachtatmung inspirieren sollte. Was bedeutet das?

Die in das Wesen der alttestamentlichen Weltanschauung Eingeweihten begriffen, dass das Leben des Menschen nach der Geburt sich deutlich vom Leben im Embryonalzustand unterscheidet. Der Mensch wird ein Mensch, wenn er das lebendige Atmen berührt, das in einem Verhältnis zur ständigen rhythmischen Bewegung des Hauptgehirns steht, welches die Bewegung der Hirnflüssigkeit der Wirbelsäule entlang bis zur Magenhöhle und umgekehrt jeweils beim Aus- und Einatmen verursacht. Der Atmungsprozess selbst verläuft für den Menschen unbewusst und wenn darauf das Dasein aufgebaut wird, kommt man zum Verständnis des Lebens in abstrakten Gedanken, was im Alten Testament „ein Leben im Gesetz“ heißt. Jahve ist ein mächtiges Wesen aus der zweiten Hierarchie und deshalb half ihm beim Einverleiben des Ich-Impulses in die Vererbungskräfte der Erzengel Michael, der zur dritten Hierarchie gehörte. Die Denkfähigkeit der alten Israeliten kam aus diesen Kräften und wegen der Aufgabe, den irdischen Leib für den Messias zu schaffen, wurde dieses Denken ausschließlich zur Erde gerichtet. Steiner bezeichnet ihre Weltanschauung als „Geologie“.

Bei den anderen Völkern wurde das niedere Ich auf der Waagerechte des Evolutionsweges ausgebildet – als ein Zeitprozess der allmählichen Erhebung aus dem gruppenhaften zum individuellen Prinzip durch die Entwicklung der Empfindungsseele und nach dem Herausbilden der Begriffe der Verstandesseele. Im alten Griechenland und in Rom verlief der Weg zur Verstandesseele durch die Bearbeitung des Astral-und Ätherleibes mit Hilfe der weltlichen Kultur und der mannigfaltigen Formen des gesellschaftlichen Lebens. Die Eingeweihten traten in den Mysterien aus ihrem physischen Leib heraus, um in der übersinnlichen Welt dem kommenden Christus-Ich zu begegnen. Bei dem alttestamentlichen Volk geschah alles jedoch in einer völlig anderen Art. Das Judentum war keine Kultur der Individualität, sondern die Kultur eines Volkes, das im Vater Abraham seine gemeinsamen Wurzeln hatte. Sie dachten, dass die ganze Welt von solchen Menschen wie sie besiedelt sein sollte. In ihrer individuellen Entwicklung befanden sie sich auf der Stufe der Empfindungsseele und sogar des Empfindungsleibes, es fehlte die äußere Kultur. Demgegenüber wirkte Jahve stark von oben, der Senkrechte entlang, auf ihren dreigliedrigen Leib ein. Auf diese Weise konnte der Leib zum Träger des Ich-Bewusstseins durch die Vererbung werden und die Hauptaufgabe wurde erledigt. Die Eingeweihten waren fähig, Jahves Weisheit in  Offenbarungen zu empfangen, indem sie bewusst das Leben zwischen Einschlafen und Aufwachen erlebten. Dieses Leben ähnelt sehr stark dem Embryonalleben. Das war die Weisheit der Schlafatmung, die man für den „Odem der Nacht“ hielt. Folglich wurde Jahve auf dem inneren Weg gefunden, was für die südlichen Mysterien typisch war. Andererseits wurde er von außen vom Christus-Licht erhellt, was den nördlichen Mysterien eigen war.

Auf diese Weise vollzog Christus in Jahves Gestalt eine Art Vorsynthese der beiden großen vorchristlichen Mysterienströmungen und die Israeliten waren das diesbezügliche Versuchsfeld. Ihre ganze Geschichte erinnert an eine Gruppeneinweihung, was besonders deutlich nach dem Auszug aus Ägypten wurde, als Mose erschien. Dadurch, dass er von den ägyptischem Priestern eingeweiht wurde und den Ätherleib des großen Zarathustra erhielt, konnte er die höhere Offenbarung des unausgesprochenen Gottes als „Ich bin der Ich-bin“ empfangen. Der Vermittler war zwar Jahve, aber Mose erkannte nicht, dass in Jahve  Christus wirkte, denn er bekam die zehn Gebote von außen. Das herabsteigende makrokosmische Ich erschien ihm in den Naturelementen – im Feuer, Donner und Blitz, d.h. durch seinen Ätherleib und nicht von innen durch den Astralleib. Deshalb gelang es ihm, „das Versprochene Land“ zu erreichen, jedoch nicht dieses zu betreten. Es war daher kein Wunder, dass während seiner neuen Inkarnation zur Zeitenwende als Petrus jemand anderer ihm die Ankunft des Messias verkünden musste. Im 20. Jahrhundert inkarnierte sich Petrus als Bojan Boev, dem Steiner sagen sollte, nach Bulgarien zurückzukehren und nach dem Meister Beinsa Douno zu suchen.

Mose wurde zum Träger der Ich-Weisheit und sie regelte von außen das reflektierende menschliche Ich. Die zehn Gebote wurden durch die Religion und die direkte Einwirkung auf den Ätherleib eingeprägt, was seinerseits das physische Gehirn als das Instrument des abstrakten Denkens ausbildete. Der Weg zur Verstandesseele ging bei den Israeliten nicht durch die äußere Kultur, sondern – wie bereits hervorgehoben – durch die spezifische religiöse begriffliche Tätigkeit, die mit dem Deuten und Kommentieren der Gesetze und Sagen zusammenhing, jedoch nicht aus den Astralkräften, sondern aus den Ätherkräften heraus geschah, die von Jahve als ihrem Gruppengeist über das Blut kamen. Durch die empfangene Weisheit wurden die Schwankungen und Irrwege des gotterwählten Volks korrigiert.

Unter den Propheten sticht jedoch eine Individualität hervor, von der man sagen kann, dass sie in einem gewissen Sinne den ersten Menschen Adam versinnbildlicht. Diese Individualität hatte die Aufgabe, sich in einem bestimmten Zeitpunkt auf dem irdischen Plan mit der Mission des alttestamentlichen Volks zu verbinden und dabei eine enge Beziehung zum Bösen herzustellen. Dabei durfte sie nicht selbst zum Träger des Bösen werden, sondern es nur aufopferungsvoll begleiten und bei Notwendigkeit einzugreifen, um den Herabstieg Christi auf die Erde zu begleiten. Auf diese Weise schaute die Individualität sehr weit in die Zukunft, sogar bis in unsere Zeit hinein, als die ätherische Wiederkunft des Erlösers begann. Wie wir wissen, steht diese Wiederkunft in engster Beziehung mit der Umwandlung des Bösen in Gutes. Diese Individualität repräsentierte die Mondenströmung Michaels auf dem irdischen Plan, während die Sonnenströmung von Michael selbst repräsentiert wurde, der gegen das Böse mit den direkten Sonnenstrahlen kämpfte, die vom großen Sonnengeist Christus kamen. Aus der Dunkelheit des Vergangenen treten die starken Bilder des Kampfes Michaels mit dem Drachen, des Mithra, der das Stier besiegte usw. hervor. Den Anfang der Verbindung mit dem Bösen setzte Pinchas im mosaischen Zeitalter. Er durchbohrte mit einem Speer den gegen das Gebot gesündigten Israeliten und die midiamitische Frau. Daraus entstand der freie Ich-Impuls, sich gegen die Gemeinschaft zu erheben und das Gebot „Du sollst nicht töten“ zu verletzen. Jahve hat Pinchas nicht nur nicht bestraft, sondern seine Tat begrüßt und ihm das Blutvergießen erspart, da er ein Levit war. Wegen der Treue Pinchas hat Jahve auch den Bund der „ewigen Priesterschaft“ mit ihm geschlossen, da Pinchas den Bund zwischen Jahve und Abraham erneuert, die Offenbarung Christi an Mose vor der geistigen Verfinsterung gerettet und die Israeliten vor der physischen Vernichtung bewahrt hat. Pinchas war der Schnittpunkt zweier Impulse, die von außen durch die mosaischen Gesetzestafeln und von innen als die moralische Imagination/Erinnerung an den Cherub vor der Paradiespforte als das Urteilen nach dem kosmischen Gewissen wirkten. Auf diese Weise hat sich diese urmenschliche Individualität mit dem Schicksal des alttestamentlichen Volks verbunden und ist ihm bis zum Schluss der Erfüllung seiner spezifischen Mission gefolgt.

Bevor Pinchas als Elia inkarnierte, hatte David Jahves Befehl zu erfüllen und einen Tempel für seinen Namen zu errichten. Jahve bedeutet u.a. auch „Haus für meinen Namen“. Im weitesten Sinne ist die ganze Menschheit ein Haus für Jahves Namen, denn er hat uns als Erdenmenschen gestaltet und uns das Ich geschenkt. Doch das konkrete Haus in jener Zeit war das Volk Israel und noch konkreter war das der errichtete Tempel. David überließ die Erfüllung der Aufgabe Salomo – seinem Sohn von Bathseba. David ist heute wieder inkarniert und wirkt in einer bemerkenswerten Weise in Bulgarien und Europa, trotz des starken Widerstands, der aus verschiedenen Richtungen kommt.

Der herausragende Abelit Salomo sah den Tempel imaginativ und rief den Kainiten Hiram, der ihn verwirklichen sollte. Hiram erfüllte die Aufgabe, aber er wurde mit dem stillschweigenden Einverständnis Salomos von drei Gesellen getötet. Damit wurde Abels Mord durch Kain gerächt, aber es ging nicht um die Vergeltung, sondern um die Vereinigung der beiden Strömungen der menschlichen Entwicklung. Nach der Riesenteilung in der Weltschöpfung, die schon auf dem alten Saturn begonnen und im Erdenäon unerhörte Ausmaße angenommen hat, ist jede Form einer rechtmäßigen Synthese von Gegensätzen in geistiger Hinsicht die Manifestation des Ich-Prinzips schlechthin.

Damals wurde die Synthese zwischen Abeliten und Kainiten nicht vollständig verwirklicht. Der Tempel war das Haus der Weisheit Jahves, das Haus des Geistselbst, das sich den vier irdischen Wesensgliedern (dem dreigliedrigen Leib und dem Ich) als das fünfte Glied anschließen sollte. Im Allerheiligsten des Tempels durfte der Hohenpriester nur einmal im Jahr den Namen des Gottes Israels aussprechen, denn der Name Jahve war so mächtig, dass sein Tönen das alltägliche menschliche Bewusstsein hätte auslöschen können. Der Mensch konnte sein Gedächtnis verlieren und sich vor einer völlig anderen Welt erweisen.

Der Verlust des Gedächtnisses bedeutet ein Ende der Ich-Entwicklung, die schwach war und Unterstützung brauchte. Diese Unterstützung kam in opfervoller Weise mit der Verkörperung des Ich-bin-Prinzips, das aus den Höhen des Pralaya herunterkam. Mit ihm kam auch die göttliche Liebe, die mit der Blutsverwandtschaft nichts zu tun hatte, aber die Menschen nach dem Sündenfall fest an sie gebunden waren. Salomo und Hiram sollten sich versöhnen und in der Liebe des Ich-Prinzips erst auf dem Golgatha vereinigen, als sie als die wieder geborenen Jungfrau Sophia und der Evangelist Johannes vor dem Kreuz der Erlösung standen und die sie verbindenden Worte Christi hörten (Joh.19: 26-27).

Pinchas inkarnierte sich auch wegen des wichtigsten Ereignisses im Kosmos als der Prophet Elia wieder. Elia bedeutet „Gottesweg“, d.h. in ihm kann das Ich ohne Hindernisse zur Geltung kommen. Während Mose der Träger der Weisheit über das Ich war und das Gelobte Land nicht betrat, so besaß Elia dank seiner außergewöhnlichen Einweihung die Fähigkeit, sich unmittelbar den höheren Inspirationen der Hierarchiewesen Jahve und Michael zu öffnen. Er wusste, dass die Offenbarung in der Mondensphäre, die er erlebt hatte, die Offenbarung des Welten-Ich Christi durch Jahve war. Er betrat das Gelobte Land in dem er vollständig wirkte. Die Offenbarung, die von Christus-Jahve kam, wurde ihm nicht so stürmisch durch die Naturelemente wie beim Ätherleib Moses zuteil, sondern innerlich durch den Astralleib – als der leise Windhauch. Sein Ich war in einem ausreichenden Maße unegoistisch, der Äther- und der Astralleib waren „durchsichtig“, so dass die Einwirkung der höheren Wesen durch sein Ich sogar bis in den physischen Leib hineinreichte. Aus den seelischen Untergründen kamen besondere Kräfte heraus, die bis zum damaligen Zeitpunkt selbst den Lehrern der Menschheit nicht innewohnten. Das gab ihm die Möglichkeit, den Naturelementen zu befehlen und die Wunder der „Vermehrung der Brote“, der Auferweckung des Sohnes der Witwe“ usw. zu vollbringen. Er war so mächtig, dass er als ein bodhisattvaähnliches Wesen erlebt wurde. Im Altertum erhob sich das astral-aurische Wesen des Menschen hoch über seinen physischen Leib und die Verbindung zu den irdischen Menschenwesen wurde durch den dünnen „Silberfaden“ hergestellt. Über dieses astral-aurische  Wesen hat der Mensch die Impulse der Götter wie im Traum empfangen. Bei Elia war die Beziehung zwischen dem Physischen und Seelisch-Geistigen besonders locker.

Jahve wirkte durch seinen geistigen Anteil, weshalb er den Naturelementen befehlen konnte. Durch seine Seele und seinen Geist wirkte Michael und machte ihn zu einer Art Gruppenseele des israelischen Volks. Aus dieser mit der Feuerkraft des Ich erfüllten mächtigen Aura heraus, die im Alten Testament in Form eines „Mantels“ dargestellt wird, konnte er in den Himmel, d.h. in die geistige Welt hinauffahren. Die „Feuerpferde“ sind die Ich-Kräfte und der „Wagen“ ist seine Aura, die er auf der Erde zurückließ und seinen Schüler Elischa in sie hüllte, der heute unter den Bulgaren wieder inkarniert ist. Mit seiner Tätigkeit auf Erden rettete Elia den Ätherleib des israelitischen Volkes vor der Blutsvermischung mit den Anhängern des Baal. Doch den „silbernen Faden“ entlang krochen auch luziferische Einwirkungen in unseren Astraleib herein. Der Astralleib wurde von ihren unkontrollierten Stürmen befallen und erfasste den Menschen, dessen Aura sich zusammenzog und allmählich die Maße annahm, die uns heute bekannt sind. Die luziferischen Wesen griffen uns aus dem Feuer- und dem Luftelement heraus an, aus dem festen und flüssigen Element heraus befielen uns ahrimanische Wesen, die uns wie in einem Schraubstock festhielten. Durch die Beseitigung der Einwirkung der sechs Sonnenelohim konnte Jahve die volle Macht über das auserwählte Volk erreichen, aber das führte dazu, dass in die menschliche Natur zahlreiche niedere Wesen, vor allem Elementarwesen, hineinkrochen und sich dort ansiedelten. Die Gesetze schränkten das soziale Leben ein und harmonisierten es, doch die hereinströmenden Gegner Jahves wirkten antisozial. Je näher die Zeitenwende kam, desto mehr wurden sie zu vollständigen Herren des seelischen und geistigen Lebens der Israeliten. Es erschien wieder „Adam“-  in der Persönlichkeit Johannes‘ des Täufers, welcher der Welt den Herabstieg Christi in den Körper von Jesus aus Nazareth verkünden und diesen mit Wasser taufen sollte. In den Untergründen seiner Seele klangen in all seinen früheren Inkarnationen die kosmischen verurteilenden Worte des Cherubs, der die Pforte des Paradieses bewachte. Aus der Stimme dieses kosmischen Gewissens heraus wurde in Johannes ein neues Organ zum Wiedererkennen Christi geboren – das persönliche Gewissen. Bei Elia fehlte immer noch die Erkenntnis der Kraft und Bedeutung des einzelnen Ich. Die Offenbarung Jahves erreichte ihn als der Impuls des Gewissens, blieb jedoch eher eine Inspiration. Erst bei Johannes wurde diese Kraft zu seiner eigenen und vereinigte sich mit dem Inhalt seines Ich. Bei Elia gibt es eine Verinnerlichung des Ichhaften und beim Täufer bilden das Ichhafte und das Gewissen eine Einheit. Wegen seines verstärkten Ich konnte er die Stimme des Gewissens hören. Aus den Kräften seines persönlichen Gewissens heraus richtete er in der Einsamkeit seines individuellen Ich, welches die Beziehung zu den Einschränkungen der Blutsverwandtschaft abgebrochen hatte, seinen Weckruf an die Menschheit: „Ändert euren Seelenzustand, das Himmelreich ist nah herbeigekommen!“ Seitdem leben diese transformierten Worte des Cherubs in jeder Menschenseele als die Stimme des eigenen Gewissens, die dem Menschen sagt, dass er für die Wahrheit aufwachen soll, dass das „Reich“ zur Zeitenwende ein Mensch wurde. Das Reich, d.h. das Ich Christi, kam aus dem Himmel, aus der geistigen Welt, um Herr der menschlichen Seelenkräfte zu werden und sie zurück in das Paradies der geistigen Welt zu bringen. Darunter ist auch die Gesamtheit der Hierarchiewesen mit einem Ich zu verstehen, deren Haupt, deren Herr Christus ist. Manche von ihnen wirkten durch den Täufer, doch im Vergleich zu seiner früheren Inkarnation als Elia kam die Leitung eine Stufe herunter. Statt des Formgeistes Jahve übernahm der ehemalige griechische Volksgeist die Führung, da er nach der vorzüglichen Erfüllung seiner Mission zum Zeitgeist der vieren Kulturepoche aufgestiegen war. Als Zeitgeist nahm er an den Ereignissen in Palästina teil und wegen seiner erfolgreichen Teilnahme an der Vorbereitung des Christus-Ereignisses konnte er während der Jordantaufe zum Geist der Form aufsteigen. Doch er verzichtete auf diesen Rang, da er später eine besondere Aufgabe erfüllen sollte. Er war das Wesen, das den griechischen, hebräischen und römischen Kulturimpuls vereinigte, um die drei Hüllen zu schaffen, in denen das Christentum in seiner exoterischen Form verbreitet werden sollte. Er war der Vermittler der Worte des väterlichen Weltengrundes, die an Epiphanie erklangen: „Dies ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.“ Dieser Geist hat auch das Ich des Johannes verstärkt, was dazu führte, dass seine Verstandesseele voll wurde, die Bewusstseinsseele erwachte und das Geistselbst in ihr aufleuchtete, um ihn zum „Menschensohn“, zum Führer der Menschheit zu machen. An die Stelle des Erzengels Michael, der seine Seele führte, trat Widar – der ehemalige Engel Gautama Buddhas. Nachdem sich Gautama vom Bodhisattva zum Buddha erhoben hatte, hätte Widar zum Erzengel aufsteigen können, doch er verzichtete opfervoll darauf und blieb in der Sphäre der Engel, wo er spezifische Aufgaben in der Zeitenwende, ja sogar bis in das 19. Jahrhundert hinein erfüllte. Vom 20. Jahrhundert an hat er schon eine andere Aufgabe, die mit der ätherischen Wiederkunft Christi zusammenhängt. Wir können annehmen, dass mit dem Beginn des Christentums des Heiligen Geistes, das nach dem Ende des Kali Yuga einsetzte, auch der führende Geist des exoterischen Christentums die Funktionen eines Geistes der Form übernommen hat. Diese Vermutung hängt mit der Entwicklung zusammen, die Jahve nach dem Christus-Ereignis zurückgelegt hat und vor allem mit der Änderung, die im 20. Jahrhundert eingetreten ist.

In der Zeitenwende konnte sich der Täufer wegen der Änderung seiner persönlichen Führung, die um eine Stufe reduziert wurde, nicht mehr daran erinnern, dass er Elia war. Er musste auch kleiner werden. Trotzdem konnte er zu einer prophetischen Vorstufe der Synthese der beiden wichtigsten Mysterienströmungen werden, deren Hauptvertreter Zarathustra und Gautama Buddha waren.

Aus seiner Inkarnation als Elia erbte Johannes seine Beziehung mit den Kräften des Ätherleibes Zarathustras durch die Fortsetzung des Prozesses, der bei Mose eingesetzte hatte. In der Zeitenwende schloss sich dem die unmittelbare Inspiration vom Nirmanakaya Buddhas an. Die wahre Synthese beider Strömungen kam in Jesus aus Nazareth zustande – als die beiden Jesus-Kinder in eine Person vereinigt wurden. Über das Mysterium des Täufers haben wir ausführlicher in der Vorlesung „Das Geheimnis Johannes‘ des Täufers gesprochen[3]. Doch bisher haben wir uns noch nicht in ein anderes Mysterium ausreichend vertieft, das auch mit dem Täufer zusammenhängt – die Auferweckung des Lazarus.

Bekanntlich hat Steiner seinen Nachfolgern aufgetragen, drei Rätsel zu lüften – das Rätsel Kaspar Hausers, das Rätsel des Demetrius und das Rätsel der beiden Johanesse. Über Kaspar Hauser wissen wir schon, dass er der „gute Schächer“ war, der am Kreuz in Jesus Gott sah, Reue zeigte und als Erster unter den Menschen mit Ihm ins Paradies, d.h. in die geistige Welt kam. Freunde von mir, die der „Weißen Bruderschaft“ angehören, haben mir neulich über die von ihnen empfangene Offenbarung berichtet, dass Kaspar Hauser jetzt wieder inkarniert sei und haben mir den Namen der betrefflichen Person genannt. Im Moment kann ich die Richtigkeit dieser Offenbarung weder bestätigen noch verneinen. Es ist möglich, dass das zutrifft. Es geht um einen Menschen, der sich sehr stark für das Spirituelle interessiert und genauso stark mich ablehnt. Hoffentlich wird er seine Bewusstseinsseele in rechter Art verinnerlichen, wenn er in die Periode der Bewusstseinsseele eintritt (da es sich um einen jungen Menschen handelt)  und  hoffentlich kann er sich über das kleinlich Menschliche erheben, was ihn momentan fest in seinem Griff hat und Verwirrung in seiner Seele sät.

Was Demetrius betrifft, wissen wir seit langem, dass durch seine Ermordung die Nabelschnur des russischen Volks abgetrennt wurde, die es mit Bulgarien verbunden hatte. Demetrius war der letzte Vertreter des bulgarischen Geschlechts Rjurik von den kimmerischen Thrakern, der den russischen Thron erben und Russland auf den rechtmäßigen Entwicklungsweg führen sollte. Nach seiner Ermordung verfiel Russland dem verhängnisvollen Imperialismus, welcher mit der zukünftigen Aufgabe dieses Volks nichts zu tun hat. In einem hohen Maß sind die Russen auch heute von diesem Imperialismus abhängig.

Über die beiden Johannesse – den Täufer und den Evangelisten – wurde auch viel von verschiedenen Seiten berichtet. Doch das, was Judith von Halle vorgetragen hat, ist wirklich erstaunlich.[4] Hat sie Recht, wenn sie das behauptet, was in ihrem Buch geschildert wird?

Johannes der Täufer wurde ungefähr ein Jahr nach der Jordantaufe enthauptet. In die Atmosphäre, die er vorbereitet hatte, konnte der Erlöser am besten Seine Taten während Seiner drei Erdenjahre einprägen. Diese Zeit können wir als die erste Etappe seiner nachtodlichen Arbeit für das Ich-bin-Prinzip bezeichnen. In der zweiten Etappe verwandelte sich seine Entelechie in eine Art Gruppenseele der Jünger. In der dritten Etappe vereinigte sie sich mit Lazarus während seiner Einweihung in Bethanien. Diese letzte Etappe blieb bisher nicht völlig aufgeklärt. In der letzten Anrede Rudolf Steiners[5] finden wir die zwei Inkarnationslinien, die er in früheren Vorträgem immer voneinander getrennt behandelt hatte. Hier hat sie Steiner zum ersten Mal in Lazarus-Johannes vereinigt. Die eine Linie ist die Linie von Hiram – Lazarus – Christian Rosenkreutz – Graf Saint-Germain. Dieser Linie haben wir Katja hinzugefügt – die Schwester Boris Georgievs. [6]  Die andere Linie ist die in der vorliegenden Vorlesung betrachtete Linie von Pinchas – Elia – Johannes der Täufer, die Steiner mit dem Maler Raffael und dem Dichter Novalis fortgesetzt hat und der wir den hellseherischen Märtyrer Djado (Opa) Wlajtscho hinzugefügt haben. Beiden Linien lassen sich weitere Persönlichkeiten der Vergangenheit zuordnen. Doch wichtiger für uns ist, dass in der ersten Linie das kainitische Prinzip und in der zweiten – das abelitische Prinzip zur Geltung kamen, die Christus an der Zeitenwende miteinander verbunden hat. Im Zusammenhang damit müssen wir uns fragen, ob Lazarus tatsächlich gestorben war. Hätten wir nämlich mit einer Auferweckung aus dem dreitägigen Einweihungsschlaf zu tun gehabt, der die vorchristliche Einweihungsform darstellte, so hätte sich seine Initiation nicht wesentlich von der Auferweckung des Jungen von Nain und der Tochter des Jaïrus unterschieden. In ihrem vorhin erwähnten Buch behauptet Judith von Halle, dass Lazarus gestorben war und als der neue Jünger Johannes auferweckt wurde.

Wir haben bereits gesagt, dass der Astralleib im Schlaf von dem im Bett gebliebenen physischen und ätherischen Leib getrennt wird. Er hängt am sog. „silbernen Faden“, der ihn mit dem physischen Leib verbindet. Die Befestigung findet in der Milzgegend statt. Der silberne Faden ist wie ein Anker, der die erneute Verbindung des Astralleibes mit dem physischen Leib gewährleistet, wenn er nach dem Schlaf zurückkehrt. Während der dreitägigen Initiation wird jedoch auch der Ätherleib abgetrennt, damit ihm außerhalb der Beschränkungen der materiellen Leiblichkeit die astralische Weisheit eingeprägt wird, welche aus der Begegnung mit dem individuellen Ich kommt. Dadurch wurde die feine Verbindung zwischen dem Astralleib und dem physischen Leib stark belastet. Nur durch die ätherische Unterstützung durch die Hierophanten konnte der Neophyt dreieinhalb Tage lang am „silbernen Faden“ hängen, ohne dass dieser reißt und er stirbt. Bei Lazarus war der Faden gerissen und Lazarus tot. Im Evangelium heißt es, dass er seit vier Tagen im Grab lag und schlecht roch und schon hatte sich die Leiche zwei bis drei Tage draußen befunden. Wenn man bedenkt, dass es in jenen geografischen Breiten sehr warm werden kann, ist es möglich, dass die Leiche des Lazarus wirklich stank.

Lazarus ist jener reiche junge Mann, der Christus gefragt hatte, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen. Die Antwort des Erlösers machte ihn traurig, da er seine Güter unter den Armen verteilen sollte. Das bedeutete, dass er seine irdischen Reichtümer, d.h. seinen Leib verlassen sollte und erst dann das wahre Christus-Verständnis und die Verwirklichung seiner Wünsche erreichen konnte. Dabei sollte das Extrakt des wunderbaren irdischen Leibs des Baumeisters Hiram bewahrt werden, der im damals 28jährigen jungen Mann wieder inkarniert war. Es stand die Vereinigung mit der Spitze der Abel-Strömung bevor  – dem Täufer, der ebenfalls sterben sollte, damit ein einmaliges Menschenwesen entstehen konnte. Ein solches Wesen hatte die Welt vorher nicht gesehen und sollte es nachher auch nicht sehen. Das Ich-Wachstum, das dem von Christus kommenden Ich-Impuls angemessen ist, erfordert, dass jeder Mensch in seine eigene Ich-Natur liebevoll den Impuls einer anderen Strömung aufnimmt. Erst dann wird die Brüderlichkeit erreicht, über die der Erlöser in den Evangelien sprach. In dieser Brüderlichkeit sieht man nicht, in welcher Strömung der jeweilige Mensch wurzelt. In die Person von Jesus aus Nazareth haben sich die beiden großen vorchristlichen Strömungen der nördlichen und südlichen Mysterien vereinigt, in die Person des neuen Apostels Johannes – die beiden Strömungen aus dem Paradies der Abeliten und Kainiten, die nach dem Sündefall sich herausbildeten und gegeneinander zu kämpfen begannen. Immer wenn irgendwo eine Synthese zweier Sachen zustande kommt, gibt es einen gewaltigen Evolutionssprung. Wie wurde Lazarus-Johannes „zusammengestellt“?

Lazarus selbst hatte in seiner Evolution die Verinnerlichung der Verstandesseele erreicht, die auch die Gemütsseele ist. Sein physischer Leib zerfiel im Grab, sein Ätherleib trennte sich ab und löste sich im Weltenäther. Es blieben der Astralleib, die Empfindungs- und die Verstandesseele übrig. Ihnen können wir das individuelle Ich hinzufügen, das sich der „alte“ Lazarus in seinem Leben noch nicht angeeignet hatte. Er besaß nur das reflektierende niedere Ich, das nach dem Gehirntod zerfällt. Nach Angaben Ita Wegmans, die sie von Rudolf Steiner erhalten hat, bekam Lazarus die höheren Wesensglieder – die Bewusstseinsseele, das Geistselbst, den Lebensgeist und den Geistesmenschen vom Täufer. Aber damit der zukünftige Apostel Lazarus-Johannes gebildet werden konnte, fehlten ein neuer Ätherleib und physischer Leib. Wir wollen schauen, woher sie kamen und wie Johannes der Täufer die höheren Wesensglieder gestiftet hat.

Laut Judith von Halle wurde der Ätherleib von Johannes Zebedäus geschenkt. Dieser Ätherleib war in seiner Zusammensetzung dem Ätherleib des „alten“ Lazarus ähnlich, da er ebenso von der Verstandesseele durchzogen war. In ihn war alles eingeschrieben, was Christus dem Sohn des Zebedäus gelehrt hatte. Als der neue Lazarus-Johannes auferweckt wurde, verband sich sein Astralleib mit dem Gedächtnis dieses Ätherleibes. In ihn war etwas äußerst Wichtiges eingeprägt, da er bei der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor sowie bei der Auferweckung im Haus des      Jaïrus anwesend war. In beiden Fällen befahl der Erlöser Petrus, Johannes und dessen Bruder Jakobus, niemandem von dem Erlebten zu erzählen, damit die göttliche Quelle Seiner Tätigkeit nicht offenbar wurde. Die Menschen sollten selbst Christus erkennen und nicht deshalb glauben, weil sie von jemandem über Seine Wunder gehört hatten.

Als das geistige Wesen des Johannes Zebedäus den physischen Leib verlassen hatte, um den Ätherleib zu spenden, trat der Zerfall des physischen Leibes in seine Elemente sofort ein und nicht wie beim gewöhnlichen Tod erst drei Tage später. Der schnelle Zerfall ist das Ergebnis der plötzlichen Abtrennung des Ätherleibes. Das seelisch-geistige Wesen des Johannes Zebedäus ist jedoch nicht in die Höhen der geistigen Welt gefahren, um dort eine neue Inkarnation zu erwarten, sondern es hat sich in seinen Bruder Jakobus inkorporiert.

Unter dem Schutz Christi wurden der Astralleib, die Empfindungs- und Gemütsseele auf Jakobus übertragen und der Verstandesteil der Verstandesseele war von ihm selbst anwesend. Die niederen Seelenglieder, die von dem einen auf den anderen Bruder übertragen wurden, waren genauso wie bei der Ätherübertragung in Harmonie miteinander, da die beiden ja blutsverwandt waren. In jener Zeit schwacher Ichheit waren solche Vorgänge völlig realistisch. Wenn im Neuen Testament nach der Auferstehung des Herrn über die Anwesenheit der beiden Brüder Zebedäus die Rede ist, muss man sich eben diesen „zusammengesetzten“ Jünger (zwei Jünger in einem) vorstellen. Es ist möglich, dass in ihren nächsten Inkarnationen eine erneute Trennung der beiden eingetreten ist.

Hat Judith von Halle Recht, wenn sie behauptet, dass der Ätherleib für den neuen Jünger Lazarus-Johannes vom Sohn des Zebedäus kommt? Aus eigenem Erleben können wir die Richtigkeit dieser okkulten Tatsache bestätigen.

Nun wollen wir uns den vom Täufer gestifteten Wesensgliedern widmen. Nach seiner Exekution hat er sich sehr schnell durch die Monden-, Merkur- und Venussphäre erhoben. Zum Zeitpunkt der Verklärung erreichte er die Sonnensphäre, in der sich Christus mit dem herausragenden Abeliten Elia und dem herausragenden Kainiten Mose traf, um etwas zu „besprechen“, was mit der Tätigkeit des Herrn des Karma zusammenhing. Bis zum Erscheinen des Erlösers hatte Mose dieses Amt inne, der dem Volk Israel die Gesetzestafeln gegeben hat und für sie eine moralische Instanz war. Nachdem Christus erschienen war, begann der Übergang von der Macht des Gesetzes zur Freiheit und zur Macht des Gewissens vor dem Erlöser. Dieses Gewissen sollte Regent des Karma werden. Mose selbst war zum Zeitpunkt dieser geistigen Begegnung als Petrus inkarniert. Oben ragte das Ich in der Gestalt Moses und unten stieg Petrus auf den Berg Tabor und wollte dort, d.h. in seinem höheren Ich wie in einer „Hütte“ Unterschlupf finden. Später haben wir gesehen, dass das Fehlen dieses Unterschlupfs das niedere petrinische Ich zum dreifachen Verleugnen Christi – des Trägers des Ich-Prinzips – führte.

Während der Verklärung gab Christus Anweisungen und stärkte den Täufer, damit er über die Sonnensphäre zur Mars-, Jupiter und Saturnsphäre aufsteigt, um dort die drei höheren Wesensglieder Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch zu erhalten. Schon während seiner irdischen Inkarnation erwachte er teilweise in seiner Bewusstseinsseele und verkündete als „Menschensohn“ mit der Kraft seines (höheren) Ich die Ankunft des Erlösers. Bei der Verklärung hat Christus selbst seine Bewusstseinsseele angetrieben, damit sie zum erwähnten Aufstieg fähig wurde. Dieses beschleunigte Erlangen der drei geistigen Wesensglieder erfolgte einmalig, alle anderen Menschen werden viele Inkarnationen für diese Verinnerlichung brauchen. Als der Täufer die Saturnsphäre durchlief und zur Mitternachtsstunde des Daseins, d.h. zur Sternensphäre aufstieg, fand in Bethanien die Initiation des Lazarus statt. Von den Sternenhöhen stieg der Täufer mit seinen ausgebauten höheren Wesensgliedern herab und trat in das neue Wesen des Lazarus-Johannes ein. Der vom Sohn des Zebedäus gestiftete Ätherleib begann beschleunigt damit, einen neuen physischen Leib aufzubauen. Und hier kommen wir zum größten Rätsel: Wer und wie hat den vollkommen neuen physischen Leib aufgebaut?

Als Christus den Einweihungsruf des Hierophanten „Lazarus, komm heraus!“ aussprach, geschahen blitzschnell erstaunliche Vorgänge und die Anwesenden mussten durch die Krankheit, den Tod und die Auferstehung des Neophyten dermaßen ihre Einsichtsfähigkeit stärken, dass sie auf das bevorstehende Mysterium von Golgatha vorbereitet werden. Deshalb heißt es im Evangelium, dass diese Krankheit nicht zum Tod führt (Joh. 11:35). Die Auferweckung des Lazarus geschah vor dem Mysterium von Golgatha und daher konnte der Auferstehungsleib des Christus Jesus nicht als Quelle des neuen physischen Leibes dienen – zumindest was den Phantomteil betrifft. Etwas mehr – aus dem Grab kam ein ausgebautes, von materiellen Substanzen ausgefülltes physisches Leib-Phantom. Doch bekanntlich muss seit dem Sündenfall jedes Embryo durch eine Frau und einen Mann entstehen und neun Monate im Mutterleib verbringen, bevor das Kind geboren wird und aufwächst. Wir haben hier also eine Überwindung des Sündenfalls und eine völlig neue Art der Menschenschaffung! Nach dem Hierophantenruf Christi hat sich der Ätherleib des Johannes Zebedäus sofort abgetrennt und begann, einen neuen physischen Leib aufzubauen. Doch das sind vor allem die Vorrechte der vatergöttlichen Kräfte, d.h. die Kräfte des Geistesmenschen, des Atma-Prinzips. Sie sind einzig in der Lage, bis zur Stufe des Physischen herab zu wirken. Die Liebe zur Schöpfung lässt den Geistesmenschen sich bis zur Phantomform verdichten und zu jenem physischen Leib degradieren, der von mineralischen, flüssigen, Luft- und Feuerbestandteilen ausgefüllt ist. Das sind die Aufopferung des Vollkommenen aus Liebe und das Herabsinken ins Unvollkommene. Hier geschah das Gleiche, jedoch in einer einmaligen und unvergleichlichen Art.

Vor dem Grab stehend, dankt Christus dem Vatergott, dass Er Ihn erhört hat (Joh. 11:40). Als Johannes der Täufer sich nach dem Tod zur Sonnensphäre erhob, wo er dem Ich-bin Christi begegnete, befand sich dort auch Dessen Geistesmensch, der das unmittelbare Atma-Prinzip des Vatergotts ist. Wie bereits hervorgehoben, hat das Ich die Bewusstseinsseele des Täufers aktiviert, damit sie sich zur Mitternachtsstunde des Daseins erhebt und die drei geistigen Wesensglieder erlangt. Als diese Seele auf ihrem Rückweg wieder die Sonnensphäre durchlief, wurde sie in ihrem Geistesmenschen durch den Geistesmenschen Christi gestärkt. Im Augenblick der Einweihung wurde dieser gestärkte Geistesmensch fähig, sich bis zum Phantom des physischen Leibes desjenigen Wesens zusammenzuziehen, das aus dem Grab herausgehen sollte. Das Phantom selbst degenerierte schleunigst bis zur Stufe, auf der es von den vier Elementen (im rosenkreuzerischen Sinne) ausgefüllt werden konnte, die sich auf dem Erdenplan in den Aggregatzuständen der Materie manifestieren.

Das war eine blitzschnelle Wiederholung der ganzen Entwicklung vom alten Saturn bis zum Erdenäon und ihre Verdichtung in Raum und Zeit, damit sie die Menschen bemerken und begreifen konnten. Hier gibt es dreierlei – eine Überwindung sowohl der Ätherzeit, die von der Vergangenheit zur Zukunft fließt und keine Substanzialität besitzt, als auch der substanziellen Zeit der Astralwelt, die von der Zukunft zur Vergangenheit fließt, sowie eine Übertragung auf die senkrechte Zeit des Ich-bin-Prinzips, die den Pralaya- mit dem Manvantara-Zustand verbindet. Es liegt hier ein direkter Eingriff der Trinität in ihrem eigentlichen Wesen vor, die dem „Dirigentenstab“ des Ich-Prinzips Christi unterliegt – dem systembildenden Faktor des Manvantara. Hier hat der Logos/das Wort den Apostel Lazarus-Johannes aufgerufen und erschaffen. Vom Vatergott kam die Substanz, vom Heiligen Geist – die Idee. Die Idee verlieh der Substanz ihre Form und ihr Leben hauchte ihr der Sohn ein. So ist aus dem Grab ein Menschenwesen gestiegen, das laut Judith von Halle kein Toter war und wie ein „Außerirdischer“ aussah, der noch nicht ganz lebendig zu sein schien. Sein Äußeres sah zuerst unfertig aus, da die geistigen Wesensglieder noch am physischen Leib tätig waren. Christus Jesus hat sich mit Lazarus-Johannes, den Schwestern Martha und Maria Magdalena und den Jüngern Petrus und Jakobus Zebedäus ins Haus des „alten“ Lazarus zurückgezogen, wo Er die Stirn des Auferstandenen leicht berührt und in seine Richtung gepustet hat. Lazarus wurde im Grab vom wahren Leben auferweckt, das im Ruf Christi „Lazarus, komm heraus!“ hallte. Doch warum musste Christus im Haus des „alten“ Lazarus wieder am Auferstandenen wirken? Denn das wahre Leben in Lazarus-Johannes musste an das Leben im Manvantara angepasst werden, also an das ewige Leben. Das wurde durch das Einhauchen durch Christus möglich. Der Hauch wurde durch den Ätherleib des Menschen Jesus transformiert, d.h. durch die nathanische Seele. Nach diesem Eingriff Christi haben die geistigen Wesensglieder den Leib des „außerirdischen“ Lazarus-Johannes ergriffen, seine Haut wurde rosafrisch, die Gliedmaßen streckten sich und die Augen glänzten. Zwischen dem Herauskommen aus dem Grab und der „irdischen“ Belebung vergingen einige Stunden. Am Anfang sah der Auferweckte deutlich jünger aus, da er Johannes Zebedäus ähnelte, von dem er den Ätherleib erhalten hatte. Zur Zeit seines Opfers war Johannes Zebedäus ca. 19 Jahre alt. Der Ätherleib selbst war also 12 Jahre alt, da das Kind bis zum Alter von sieben Jahren größtenteils vom mütterlichen Ätherleib abhängig ist. Wir haben bereits erwähnt, dass der „alte“ Lazarus ca. 28 war und deshalb der „neue“ Jünger, „den der Herr lieb hatte“ so jung aussah. Zuerst hatte er eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Täufer, doch allmählich bekam das Ich die Oberhand und es gestaltete sich ein fließender Übergang zur Ähnlichkeit auch mit dem „alten“ Lazarus. Es ist kein Zufall, dass Christus ihn aus dem Grab mit dem Namen Lazarus aufrief. So konnte allen Anwesenden klar werden, dass der reiche junge Mann mit dem Tod sein Ziel des ewigen Lebens erreicht hatte. Doch die Menschen nannten ihn schon Johannes, da in ihm immerhin die Merkmale des Täufers und des Sohnes des Zebedäus überwogen.[7]

Dieser neue Johannes-Lazarus wurde für immer die Verkörperung der Wahrheit, dass die materielle Leiblichkeit vom Geist stammt und dass der Geist derjenige ist, der sie vernichtet, um sie wieder in sich aufzunehmen. Seitdem lebt die Persönlichkeit des Apostels Johannes in diesem Zyklus als ein Wesen außerhalb des Sündenfalls, als ein Mensch, der vor dem Sündenfall erschaffen wurde, als der Geist noch die unbestreitbare Vorherrschaft über alles hatte. Selbst wenn wir heute behaupten, dass das Kind vom Mann und der Frau gezeugt wird, d.h. aus dem Materiellen entsteht, müssen wir bedenken, dass das so nicht stimmt. Im Prozess findet nämlich einfach die Vermehrung der Ausgangsstoffe von Vater und Mutter statt, die wegen des uranfänglichen Opfers des Atma-Prinzips vom Vatergott bereits vorhanden waren. Diese Ausgangsstoffe hätten sich niemals verbunden und vermehrt, wenn nicht der geistige Impuls da gewesen wäre. Es ist aus der Anthroposophie bekannt, dass die befruchtete Eizelle bis zum Chaos-Zustand zerfällt und dass der Keim des neuen Menschen gerade aus dem geistigen Impuls heraus entsteht, welcher aus dem ganzen Tierkreis heruntersteigt.

Stimmen die Ausführungen Judith von Halles, dass der Ausbau des physischen Leibes für Lazarus-Johannes in der beschriebenen Art geschehen ist? Aus eigenem Erleben können wir diese Frage positiv beantworten, wobei ich mir erlaubt habe, den Eingriff des Geistesmenschen Christi hinzuzufügen, den Er auf der Sonne zurückgelassen hat.

Wenn wir uns fragen, wie dieses geheimnisvolle geistige Prinzip auf der Erde in Erscheinung tritt, so können wir auf Lazarus-Johannes schauen – den anschaulichen Beweis dafür. Bei ihm gibt es die Folge vor der Ursache – die Auferweckung des Lazarus-Johannes vor der Auferweckung des Phantoms des Christus Jesus. Es gibt den Eingriff des Pralaya in das Manvantara und zwar in einer Form, die der irdische Mensch, der in der räumlich-zeitlichen Welt lebt, schwer erkennen kann. Deshalb legte Rudolf Steiner so viel Wert darauf, dass das Mysterium der beiden (eigentlich der drei) Johannesse in unserer stark materialistischen Zeit begriffen wird.

Genauso viele Schwierigkeiten bereitet das Erkennen des sog. Bösen, ohne dessen Überwindung auch die Verbindung mit Christus in Seiner Zweiten Wiederkunft unmöglich ist. In ihrem Buch „Der Abstieg in die Erdenschichten“ von 2008 berichtet Judith von Halle Erstaunliches über das Böse. Am Anfang der Vorlesung haben wir Sorat als jenen Thron/„Sohn“ charakterisiert, der die Aufgabe übernommen hatte, den  Herabstieg der Substanz zu begleiten,  indem er die bereits im vorherigen Zyklus angelegte Erdenintention befolgte. Bei dem uranfänglichen Opfer der Throne am Anfang des alten Saturn gibt es keine Ablehnung durch die höherstehenden Cherubim und deshalb hat sich die Erdenintention nicht so herausragend in der Substanz manifestiert. Dieser Äon war eine Art Wiederholung des vorherigen Zyklus. Nach dem wiederholten Opfer der Throne am Anfang der alten Sonne und nach dem Erscheinen des eigenen Lebens des Zyklus mit dem Opfer der Herrschaften hat Sorat in ernsthafterer Weise eingegriffen und Luzifer verwarf seine kosmische Bruderschaft mit Christus. Die Trennung der beiden Intentionen begann immer deutlicher zu werden. Wenn wir über den vorherigen Zyklus annehmen können, dass Sorat und Christus eine Art „kosmische Brüder“ waren, so machte ihre Trennung allmählich den Ersteren zum Hauptantichristen“, den Steiner das „Sonnendämonium“ nannte und den Letzteren – den „Sonnengeist“. Einerseits hat Sorat als der Träger der jeweiligen Intention einen Sonnencharakter, andererseits ist er ein Dämonium, da er sich dem Sonnenprinzip Christi widersetzte. Die Rolle des Sorat besteht darin, der Gegner zu sein, welcher die Entstehung des Bösen wegen der Ausbildung der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe unter den Bedingungen der freien Wahl zwischen beiden Intentionen hervorgerufen hat. Das Problem war nicht das Bestehen der Erdenintention selbst, die bereits im Plan des väterlichen Weltengrundes angelegt worden war, sondern es bestand darin, dass sich von ihr als eine selbstständige Intention die Mondenintention abtrennte, bei der es keinen Abstieg wegen des Aufstiegs gibt, sondern ein Absinken ohne die Aussicht auf einen Aufstieg. Sorat ist nicht der Gegner unserer Ich-Form, die aus „seiner“ Intention entstanden ist, sondern er ist der Gegner der materialistischen Manifestation des Ich als ein Ego, welches die Substanz in den Abgrund des absoluten Bösen mitreißt. Sowohl Sorat als auch seine unterordneten luziferischem ahrimanischen und asurischen Geister wollen, dass der Mensch die Verbindung zu seinem individuellen Ich findet und sich allmählich zur Sonnenevolution erhebt, so dass sie sich zusammen mit ihm auch nach oben erheben können. Doch der Mensch sank immer tiefer herab und deshalb musste Christus mit Seinem Opfer erscheinen. Als Er sich am Karsamstag durch die Erdenschichten zu der neunten Schicht aufmachte, um die nötige Kraft zu sammeln und die für das menschliche Phantom notwendige Auferweckung zu vollziehen, hat sich laut Judith von Halle Sorat an ihn „angehängt“. Das geschah nach dem Tod Jesu und dadurch wollte das Sonnendämonium den Durchgang durch den Tod des Materiellen vermeiden und auf diesem Umweg zur Auferstehung kommen. Wir sehen, dass selbst im größten Christus-Werk aus Liebe Sein Gegner Sorat anwesend war. Die kosmische Liebe kann nur durch die Überwindung des Bösen entstehen. Der Erlöser kam aus der Zeitlosigkeit des Pralaya, aber er hat sich mit der Evolution und der Zeit im Zyklus verbunden. Sorat vermied eine solche Verbindung, doch im wichtigsten Moment der Entwicklung schlich er sich an Christus mit der Absicht vorbei, die Geburt des Impulses zu verhindern, welcher die Menschheit erlösen kann. Wir wollen wieder festhalten – das ist die Rolle Sorats! Wir können hier nicht umhin, uns an die Worte des Meisters Beinsa Douno zu erinnern: „Als Christus auffuhr, kam Er an den dunklen Geistern vorbei, die zu den Menschen herabstiegen. Doch beide Seiten behindern sich nicht gegenseitig, denn jede erfüllt ihre Aufgabe“. Die Erkenntnis des Bösen ist eine große Leistung des menschlichen Bewusstseins!

Judith von Halle berichtet, dass bei den drei Erdbeben, die sich in den ersten Stunden des Ostermorgens ereignet hatten, Christus dreimal seinen Gegner heruntertrat und ihn in drei Gebiete der Erdschichten hineinzwang. Auf diese Weise hat Christus Sorat dorthin verbannt und dem Dämonium nicht erlaubt, Ihm bei Seiner triumphierenden Auferstehung zu folgen. Wenn Christus ihn nicht in das Erdinnere hineingezwängt hätte, wäre Sein Werk sinnlos geworden, denn Sorat hätte bewiesen, dass eine Auferstehung auch ohne den Durchgang durch den Tod in der Materie möglich ist. Der väterliche Weltengrund wollte aber, dass Christus den Tod im Leib von Jesus erlebt.

Aus dem Versuch Sorats sind langfristige Folgen für die Menschheit übriggeblieben. Zu diesen Folgen gehört Ahasver – das Wesen, das eine unrechtmäßige Einweihung „ohne Sterben in Christo und Auferstehung im Heiligen Geist“ erfahren hat. Es wandelt von Volk zu Volk auf dem Astralplan und erlebt unter den Menschen irdische Erfahrungen in einer unrechtmäßigen Weise. Dazu gehören auch die Mysterien, die mit der Zahl 666 zusammenhängen. In seiner Vorlesung vom 11. Oktober 1918[8] sprach Steiner über die Jahre 333 und 666. Christus hat den Rhythmus von 33 Jahren in die Erdentwicklung eingeführt. Das bedeutet, dass die Wirkung eines Impulses  33 Jahre später in der Geschichte sichtbar wird. Der mit der Trennung verbundene Sorat hat den Gegenimpuls der Zahl 66 eingeführt. Er hat auch den Impuls der Zahl 666 gegenüber der Zahl 333 eingeführt. Letztere bringt das Verschmelzen des Menschen mit der Trinität zum Ausdruck. Das Jahr 333 bildete die Mitte der vierten nachatlantischen  Kulturepoche. Damals musste der Höhepunkt der Verstandesseele erlebt und das Mysterium von Golgatha verwirklicht werden. Doch Christus hat wegen des Jahres 666 etwas anderes getan. In jenem Jahr sind drei Strömungen zusammen gekommen – die Strömung der normalen Entwicklung und die Nebenströmungen von Luzifer und Ahriman. Sorat hatte die Absicht, den Menschen vorzeitig mit dem der Bewusstseinsseele angemessenen Wissen zu überschütten, für das er  erst in der Mitte der fünften Kulturepoche reif gewesen wäre. Das hätte zur Vermischung der Verstandes- und der Bewusstseinsseele in einer unrechtmäßigen Art geführt. Der Mensch hätte nicht seine höheren geistigen Wesensglieder entwickeln können und wäre zu einer Art Tier geworden. Deshalb musste Christus 333 Jahre früher kommen und in einem gewissen Sinne die Absicht Sorats neutralisieren,  die später durch die Akademie von Gondischapur umgesetzt wurde.

Ein zweites Mal manifestierte sich Sorat in der Vernichtung der Templer. Seine dritte Erscheinung unter den Menschen fällt mit unserer Zeit zusammen. Sorat wird unsere Evolution bis zum zukünftigen Äon der Venus begleiten, wenn das „Letzte Gericht“ über die Menschenseelen stattfinden wird. Bis zu jener fernen Zeit wird uns Sorat bei unseren Bemühungen verhindern,  Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch anzueignen. Er wird die Rolle des „Hauptantichristen“ spielen, der das Böse hervorbringt. Erst auf der zukünftigen Venus werden Sorat und seine Scharen ihre Aufgabe beendet haben. Dann werden sie zusammen mit den heil gebliebenen Menschen-Ichen nur in der Sonnenevolution ihre Entwicklung zum Vulkan und zu, nächsten Zyklus fortsetzen. Dann werden sich die beiden der Substanz angelegten Hauptintentionen wieder harmonisch vereinigen, jedoch auf einer neuen Stufe im Vergleich zur Stufe des vorherigen vatergöttlichen Zyklus.

Der Anfang dieser Geisteshöhen liegt in der Zeitenwende. Damals haben sich Jahve und Michael von der geistigen Führung der Israeliten zurückgezogen und diese hätten sich wie das Ferment des einsetzenden Christentums unter die restlichen Völker der Erde verbreiten sollen, denn das Wesen des salomonischen Tempels ist dem Wesen des Christentums völlig entgegengesetzt. Sie haben das nicht getan und sind unter den Einfluss des „ewigen Juden“ Ahasver geraten. Auch heute irren sie, ohne die Entwicklungsrichtung zu kennen, angetrieben von der Anschauung des Zionismus.

Aber was geschah mit Jahve und Michael? Michael wurde allmählich zum Sonnen-Antlitz Christi und Jahve hat seinen „Monden-Amt“ aufgegeben, denn er hat seine Aufgabe, den Leib für Gott im Volk Israel zu schaffen, erfüllt.

Im Augenblick, als Christus seine dritte Prüfung im Garten Gethsemane erlebte, über die Judith von Halle in ihrem Buch „Und wäre Er nicht auferstanden“ berichtet, erschien ein heller Fleck auf dem Mond. Jahve kam dort heraus und richtete sich auf die geistige Sonne zu, d.h. er begann sich mit der Sonnenevolution zu verbinden. Es bestand keine Gefahr mehr, dass der Leib des Christus Jesus zerfallen und der Kreuzestod und die Auferstehung verhindert werden würden. So konnte der Sündenfall erlöst werden. Das Mysterium von Golgatha bildet mit Rücksicht auf den zeitlichen Mittelpunkt der Erdenevolution das geistig-historische Gegengewicht des menschlichen Sündenfalls. Jahve erhielt das Recht, zum Rang eines Dynamis aufzusteigen, aber er verblieb aufopferungsvoll in der Sphäre der Geister der Form, um von dort aus zu wirken. Die sechs restlichen Elohim „meldeten sich“, indem sie das Ich-Bin-Prinzip Christi zur Inkarnation trugen, aber Jahve hielt sie „beiseite“ und verwirklichte die einpersönliche Herrschaft über die Menschheit, indem er durch die Blutsverwandtschaft die Einflüsse Luzifers parierte. Luzifer selbst war sein gleichwertiger Gegner, denn auf dem alten Saturn besaßen die beiden die Möglichkeiten von Engeln. Luzifers Zurückbleiben begann auf der alten Sonne, aber seine Möglichkeiten zur Versuchung stiegen bis zum Erdenäon an. Während die ahrimanischen Einflüsse unter den irdischen Menschen schwächer waren, machte Luzifer Jahve mehr zu schaffen. Obwohl Jahve das Mondenamt verlassen hatte, brach er seine Beziehung zum Mond nicht. In der fünften Kulturepoche war die Menschheit von einem ernsthaften Absturz in den Abgrund der Mondenentwicklung bedroht. Wie kein anderer der Götter vereint Jahve das Wissen über die drei Strömungen in der Entwicklung, mit denen er wie ein Zeremonienmeister wirkt. Die Ich-Buddhi Christi trat an Pfingsten als Christus-Impuls in die Menschen ein und unsere Aufgaben haben sich von Grund auf geändert. In den alten Zeiten wirkte Jahve durch die alten Propheten „nachts“, nun wurden die Mysterien zu „Tagesmysterien“. Nachdem sich Michael von der Führung der Israeliten zurückgezogen hatte, erhielten die Mysterien andere Aufgaben. Aus der Anthroposophie ist uns bekannt, was Michael tat, als er sich auf das Zeitalter vorbereitete, in dem er wieder die Führung der Menschheit übernehmen sollte. Doch über das, was Jahve nach der Zeitenwende tat, war bis heute kaum etwas bekannt!

1898 hat der Bodhisattva Beinsa Douno in Varna die Botschaft eines Wesens empfangen, das sich als „Elohil – Engel des Vermächtnisses Gottes“ vorgestellt hat. Dieses Wesen nennt in seinem „Aufruf an mein bulgarisches Volk – bulgarische Söhne der slawischen Familie“[9] die Bulgaren „ein auserwähltes Volk, die königliche Saat, das Volk, dessen Führer der Herr der Heerscharen ist“. Weiter sagt dieser Geist, dass er uns unter seinen „höchsten Schutz“ bereits in der entfernten Vergangenheit“ genommen hat, als unser „Geist keinerlei Schönheit“ besaß, wir „widerwärtig anzusehen“ waren und ein „grobes Herz“ hatten. Doch seine Liebe zu uns habe ihm eine „heilige Pflicht auferlegt“ und er hat den Auftrag übernommen, uns zu einer „ ruhmreichen Zukunft und zum heiligen Amt in Seinem Reich zu führen, welches jetzt in seiner heiligen Macht in diese leidende Welt eintritt.“

Hier entsteht die Frage, wann uns dieser Geist unter seinen „höchsten Schutz“ genommen hat und wer er ist? Bereits vor 18-20 Jahren hatte ich die Vermutung geäußert, dass es sich um ein Wesen aus der Hierarchie der Elohim handelt. Später wurde uns das in einer Offenbarung bestätigt – mit der Ergänzung, dass es sich um einen Sonnengeist der Form handelt. Ich vermutete, dass es einer der restlichen sechs Elohim war, die auf der Sonne geblieben waren. Damals wusste ich nicht, dass der Monden-Elohim Jahve in der Zeitenwende zur geistigen Sonne übergetreten war. Zum ersten Mal können wir heute öffentlich mitteilen, das „Der Aufruf an mein bulgarisches Volk“ von Jahve kommt! Die Elohim führen die Wurzelrassen an. Als Führer der fünften Wurzelrasse (im breiteren Sinne) beobachtete Jahve die Bulgaren seit dem tiefsten Altertum, als die Herausbildung der ersten Völker begann. Im engeren Sinne hat er die Führung über uns wahrscheinlich vom vierten Jahrhundert n. Chr. an übernommen, als neben vielen wichtigen Ereignissen auch die Übertragung der Kontrolle über die kosmischen Gedanken von den Elohim an die Archai erfolgte. In den älteren Zeiten haben die Geister der Form in einer natürlichen Art die Gedanken in den Menschen eingebaut, während die Geister der Persönlichkeit dem Individuellen in uns zugewandt sind und darauf warten, dass sie mit freien Ich-Wesen zusammenwirken können. Wir wissen seit langer Zeit, dass die Bulgaren mit der wichtigen Aufgabe beauftragt wurden, für die Ich-Entwicklung der Menschheit verantwortlich zu sein. Deshalb nannte uns Jahve „ein auserwähltes Geschlecht, „eine königliche Saat, ein Volk, dessen Führer der Herr der Heerscharen ist“. Aber im 20. Jahrhundert hat uns der Bodhisattva auch etwas Wichtiges eröffnet, was mit den Bulgaren zusammenhängt: „Wir haben das bulgarische Volk ausgesucht, da es die Leber der Menschheit darstellt. Die Bulgaren haben den schwierigsten Teil des allgemeinen menschlichen Organismus besetzt, deshalb sind hier die Leiden und die Gegenwirkung am stärksten“. Die Leber ist jene Materie, die die Welt erschaffen hat. Gott hat die Welt durch die Leber erschaffen. Bei der jetzigen Organisation des Menschen entscheidet die Leber alles, denn sie ist das ganze Laboratorium des menschlichen Lebens auf der Erde“[10].

Warum sprach der Meister diese seltsamen Worte? Jeder, der sich in die Geisteswissenschaft vertieft hat, kennt die Beziehung der Leber mit dem Blut oder im breiteren Sinne mit der Materie und der Ich-Entwicklung. Sie ist „der General“ in unserem Organismus, der mit über 400 lebenswichtigen Funktionen beauftragt ist. Diese Funktionen betreffen den Stoffwechsel, die Desoxydierung, Verdauung, Thermoregulierung und die exkretorische Tätigkeit. Die Leber ist das zweitgrößte (nach der Haut) und komplizierteste Organ, was die Morphologie und die Funktionen betrifft. Dieses Organ „sagt“, was mit den in den Organismus eingehenden äußeren Stoffen geschehen soll, denn die Leber steht in direkter Beziehung mit unserem Ätherleib, durch den eigentlich die Ernährung des Menschen erfolgt. In physischer Hinsicht stellt die Leber eine Art „Entzündungausfluss“ des Ätherleibes dar, sie entstand in Hinblick auf den Ätherleib. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Leber als einziges Organ sich selbst regeneriert und reich mit Blut versorgt. Sie nimmt sogar an der Bildung mancher Blutbestandteile teil. Wir können die Leber auch als die größte Drüse ansehen.

Doch die angeführten Charakteristika sind bis zu einem gewissen Grade äußerlich, während die geistigen Funktionen der Leber nicht weniger beeindruckend sind. Bis in unsere Tage hinein hat sich der unter den thrakischen Bulgaren in der dritten nachatlantischen Kulturepoche entstandene Mythos über den vorausdenkenden Titanen Prometheus bewahrt. Er hat den „Sterblichen“ das Feuer geschenkt und wurde wegen dieser Sünde von den Göttern bestraft. In dieser Tat ist die Geschichte der gesamten fünften Wurzelrasse enthalten und in jedem einzelnen Menschen wiederholt sich das Schicksalsleiden des Prometheus, wenn er sich von den „Fesseln des Hephaistos“ und vom Felsen (des Irdischen) zu befreien versucht. Prometheus gab den Menschen eine Kraft, die sie in das Erdenleben mit dem vom Gehirn reflektierten Denken eingeführt hat. Dieses Denken hat zu der ersten Form des Ich-Selbstbewusstseins geführt, aber die Lebenskräfte wurden beschädigt. Der Adler, der den Astraleib, die Sehnsüchte und das reflektierende Denken symbolisiert, frisst tagsüber von der lebensfähigen Leber, d.h. vom Ätherleib, und nachts wird sie von den „Tränen der Galle“ (die mit dem Astralleib zusammenhängt) erneuert – d.h. unsere Lebenskraft wird nach ihrer Speisung von der Astralwelt erneuert. Der Titan empfindet keine Schmerzen durch den Adler und es ist kein Zufall, dass die Leber das einzige Organ ist, das bei Erkrankung (zumindest in der Anfangsphase) keine Schmerzen verursacht.

Mit dem Feuer des Prometheus machte sich die Menschheit auf den Weg, die materielle Welt zu erkennen und unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei ernährte sie sich üppig von den Früchten des Baums der Erkenntnis. Nach dem Sündenfall wurde unser Zugang zum Baum des Lebens verwehrt und mit dem Feuer des Prometheus sind wir endgültig in die von der Materie der Leber erschaffene Erdenwelt eingetreten.

Nach Platon werden in der Leber die dunklen Kräfte des Organismus gespeichert – Zorn, Eifersucht und Gier. Deshalb wird die Leber krank davon. Andererseits beseitigt sie jedes Gift, das in unseren Organismus hineinkommt. Die Funktion die Leber ist die schwierigste, denn sie stellt das ganze Labor des Menschenlebens auf der Erde dar. Sie nimmt die Stoffe auf, die in den Organismus geraten und führt sie durch die Gallenblase dem Ich zu, welches unmittelbar mit unserem Denken verbunden ist.

Die Leber ist eine Art „Negativ“ der Stirn und laut Steiner ist, in dem all das konzentriert ist, was in der nächsten Inkarnation in die innere Disposition des Gehirns hinübergehen wird.[11] Steiner sagt auch, dass um die Leber eine Art Kopf existiert, der zum Mittelpunkt der Erde schaut. Wir sind auf die Erde gerade wegen der Meisterung der ersten Ich-Form herabgestiegen. Mit dem Mythos von Prometheus haben die Bulgaren den Weg dorthin abgesteckt. Doch die Menschheit ist in der Materie der Leber versunken und hat sich in das Netz Ahrimans verfangen – des Herrn dieser Materie.  Prometheus wurde vom in die Eleusinischen Mysterien eingeweihten Herakles befreit. In diesen Mysterien wurde an der Läuterung des Astralleibes gearbeitet, denn die Befreiung des Ich-Menschen kann nur von einem spiritualisierten Menschen erreicht werden, d.h. mit dem individuellen Ich. Durch das Mysterium von Golgatha hat Christus den Weg zum Ich und zu den Göttern für jeden einzelnen Menschen gebahnt, der Ihm folgen will. Doch der Weg ist von vielen Fehlern und Stürzen begleitet.

Als geistige Führer der Menschheit, die laut Beinsa Douno Gott „auf seine Hand aufgeschrieben hat“ (d.h. sie sind Sein Willensinstrument), müssen die Bulgaren schwer büßen, wenn sie „einen falschen Schritt“ machen – wie  die Israeliten, über die Jahve sagte, dass sie „den Gesandten des Vermächtnisses, Jesus, der Schmach und dem Tod ausgeliefert hat, weil die Taten dieses Geschlechtes heimtückisch waren“. Aber er sagte auch: „Die Verbrecher gegen Mein Vermächtnis haben den Lohn für ihre Gesetzlosigkeit erhalten“.

In den oben angeführten Zitaten aus dem „Aufruf“ wird deutlich, dass hier jenes Wesen spricht, das den Bund mit Abraham geschlossen hat, aus dem ein Volk herausging und zum Schluss der „Gesalbte des Vermächtnisses Jesus“ erschien. Nachdem Jahve seinen Auftrag erfüllt hatte, erhielt er „Leben, Ruhm, Würde“, die er aufgeopfert hat, um sich einer anderen ruhmreichen Aufgabe zu widmen.

Nach der Zeitenwende hat „der Herr ein Haus für sich gesucht und die Wahl ist auf das slawische Geschlecht gefallen“. Der Meister Beinsa Douno bestätigte auch, dass der Geist, vom dem er den „Aufruf“ empfangen hat, derjenige vom Gott erwählte Engel ist, der das bulgarische Volk und das ganze Slawentum führen soll. Jahve selbst sagt im „Aufruf“, dass er das bulgarische Volk ausgesucht hat, um mit ihm „allein das gesamte Slawentum zu rühmen“. Der Meister behauptete auch, dass die Slawen „das neue Israel“ sind, doch im Unterschied zu den Israeliten ihre Mission erfüllen werden.

Wie wurde die Mission der Bulgaren als Pioniere des Slawentums, die den Willen im gesamtslawischen Organismus repräsentieren, in die Wege geleitet? Jahve rief „aus der Ferne, vom Himmel“ seine beiden Diener Kyrill und Method, damit sie dem Volk „die gute Nachricht überbringen“, so dass es „die Finsternis der dunklen heidnischen Götter verlassen“ kann. „Und es ward eine große Freude in den Welten des Lichtes, als Gott das Siegel seines großen Namens“ uns „aufprägte und Seinen Geist als ewiges Vermächtnis“ in unsere Herzen legte. Dieses Siegel ist „das Wort der Wahrheit und das Wort des Lebens“ – die Glagolitza, mit der wir „in das ewige Licht“ – Christus – hinaufsteigen können. Der Hinaufstieg sollte mithilfe des ins Bulgarische übersetzten und mit der Glagolitza aufgeschriebenen Neue Testaments geschehen.

Jahve erschien unserem damaligen „regierenden Herrscher“, Boris I.[12] und hat ihm „den Willen des Himmels verkündet“, dass er  seine „Gesandten des Neuen Testaments empfangen“ soll. Boris I. hat auf Jahves „Stimme gehört“ und sich vor ihm „ausgezeichnet, Stammvater“ unserer „geistigen Wiedergeburt zu werden“. Mit „einem unerschütterlichen Glauben“ hat Boris I. „das gegebene Versprechen angenommen, gleich Abraham, der sich nicht seines Sohnes erbarmte, sondern ihn als lebendiges Opfer darbringen wollte.“ Boris I. bestrafte nämlich seinen Sohn Wladimir Rassate[13] wegen seines Widerstandes gegen das Neue. Von diesem Tag an „erging vom Herrn der Heerscharen der Aufruf“ an die Bulgaren. Boris wurde zum geistigen Stammvater des Slawentums, in dem Gott Sein Haus – also Sein Gefäß – zur Vorbereitung der Bedingungen für die zukünftige sechste Kulturepoche hat.

Wenn Jahve über Gott  spricht, müssen wir den väterlichen Weltengrund verstehen – das absolute Ich, den Urquell des Ich-Prinzips, während „der Herr der Heerscharen“ im Zyklus Christus ist. Für den „Führer der Erlösung“, für den „Auserwählten“ des väterlichen Weltengrundes ist „die Erhebung des slawischen Geschlechtes eine für alle notwendige Erhebung“, damit Er bald unter den Menschen „in seiner vollen Herrlichkeit und Kraft erscheinen wird, um das ewige Reich des Friedens, das Reich Gottes auf Erden wiederherzustellen.“ Das „Reich des Friedens“ ist die Welt der Hierarchiewesen, mit der die Beziehung in jedem Zeitalter jeweils anders erfolgt.

Das Ergebnis der Erscheinung Jahves vor Boris I. war der Beginn des Bogomilentums als Vorbereitung der Menschheit auf die bevorstehende fünfte Kulturepoche der Bewusstseinsseele, in der das Ich-Prinzip sich in einer mächtigen und überzeugenden Art manifestieren sollte. Vor mehr als 1000 Jahren begann ein Christentum, das im neuen auserwählten Volk entsprechend den veränderten makrokosmischen Bedingungen inspiriert wurde und sich stark von der sog. Orthodoxie unterschied.

Wie wir wissen, sind die Bulgaren die ersten Christen in Europa. Ihr Sophien-Verständnis des neuen Testaments kam direkt von den Aposteln Paulus und Andreas. Nach dem vierten Jahrhundert wurde jedoch das lebendige Christentum allmählich kanonisiert und die erhabenen Sophien-Weisheiten erblassten, da das Weltliche in der Kirche die Oberhand erhielt. Die kosmische Intelligenz strömte wie ein goldener Regen herunter, doch nur wenige konnten Sie ergreifen und selbstverständlich kamen Zweifel an den Tatsachen der Evangelien auf. Das wirkte auch im Bewusstsein der Bulgaren, und wenn man den mächtigen Einfluss der alten Kultformen berücksichtigt, die sich bis in unsere Gegenwart hinein erhalten haben, war es klar, dass Hilfe von oben notwendig war.

Die Hilfe kam von Jahve durch Boris I. und seinen Enkel Bojan Maga und auch von den wieder inkarnierten Jungfrau Sophia und Johannes Evangelist, die das Sophien-Christentum schlechthin verkörperten. Der Impuls der Bogomilen verbreitete sich in alle Weltrichtungen, um das Christentum zu retten und zu heilen, indem er es auf eine neue Stufe des Erfassend und Praktizierens erhob.

Hier entsteht die berechtigte Frage, ob die Bulgaren neben Jahve auch einen unmittelbaren geistigen Führer hatten, wie Michael das alttestamentliche Volk führte. In der Vorlesung „Das Zeichen“ vom 8. Oktober 2006 [14] habe ich ausführlich beschrieben, wie wir die Offenbarung empfangen haben, dass Erzengel Raphael vom Jahre 850 an, als sein nächster Aufstieg in den Rang eines Zeitgeistes begann, unser Volksgeist ist. Dieser Erzengel wird nur einmal im Alten Testament erwähnt, wie er den blinden Vater des Tobias heilt, was zu dessen geistigem Erwachen führt und er Raphael als seinen Heiler und Erlöser wiedererkennt. Diese Geschichte gehört nicht zu den kanonischen Texten, aber wichtiger für uns ist, dass sie Raphael als den Erzengel darstellt, der durch die Kräfte der kosmischen Heilung, der ewigen Jugend wirkt, welche mit dem Baum des Lebens zusammenhängen. Bekanntlich ist der Träger dieser Seelensubstanzen die nathanische Seele, die in sich die Ich-Buddhi Christi aufgenommen und zusammen mit Ihm den Tod auf Golgatha erlebt hat. Deshalb ist es kein Zufall, dass im Jahreskreislauf der Karfreitag und die Auferstehung unter dem besonderen Einfluss Raphaels stehen. Unter den vier Erzengeln, die das naturmäßige Weltenkreuz bilden, ist Raphael der Frühlingserzengel und im Frühling hat das größte Ereignis im Kosmos stattgefunden. Mit dem Mysterium von Golgatha wurde der Erdenäon zweigeteilt und wir sind von der Mars- zur Merkurhälfte übergegangen. Raphael hängt mit der geistigen Sphäre des Planeten Merkur zusammen, der uns als der „Morgenstern“ aus der Apokalypse des Johannes bekannt ist. Dem „Morgenstern folgen“ bedeutet den Ich-Impuls Christi immer stärker verstehen und praktizieren. Die Bulgaren sind die Träger des Ich-Prinzips. Raphael wurde nach dem Mysterium von Golgatha zu ihrem Führer, als die kosmische Intelligenz heruntergestiegen war, denn die Menschheit musste vom instinktiven Monden-Erleben des Ich, das an die Blutsverwandtschaft gebunden ist, zur Menschwerdung bei wachem Tagesbewusstsein übergehen. Die Träger dieses Bewusstseins waren die Bogomilenpriester.

Jemand könnte einwerfen, dass der Meister zu verschiedenen Anlässen die Bulgaren als Saturn-Menschen charakterisiert hat, dass er die beiden Planeten Saturn und Mars als „den Bulgaren charakterisierend“ bezeichnet hat, dass die Saturn-Kräfte die Leber aufbauen und so weiter. Das stimmt alles – Bulgarien befindet sich unter dem geistigen Einfluss des Steinbocks, dem die Weltanschauung des Spiritualismus im Kreis der zwölf Weltanschauungen entspricht. Ebenfalls stimmt es, dass wenn der Saturn in das Gebiet des Steinbocks kommt, die Seelenstimmung der Gnosis auf ihrem Thron ist. Der Meister nannte die Bulgaren „das älteste Volk der Erde“. Ein solches Volk trägt unvermeidlicherweise die Geschichte der Menschheit in sich. Die Saturnsphäre ist das Gedächtnis der Götter für unser Sonnensystem und deshalb sind die Bulgaren „Saturn-Menschen“ und müssen die Träger der wahren Gnosis in einer zeitgemäßen Art sein.

Die Marssphäre ist „die Rede der Götter“ über die Weltgeheimnisse und die bulgarische Sprache ist, wie Beinsa Douno behauptete, „die genaueste Sprache, in der die okkulten Gesetze und das Wort Gottes wiedergegeben werden“ können. Deshalb sind die Bulgaren auch „Marstypen“, aber sie waren im Altertum auch gefürchtete Kämpfer. Die Einflüsse der Marssphäre haben sich erst nach dem Opfer des Gautama Buddha im Jahre 1604 gewandelt. Auf dem Rückweg der Menschenseele von der Mitternachtsstunde des Daseins – wenn sie überhaupt nach dem Tod dorthin gelangt – wird die Rede der Götter in die geistige Substanz verwandelt, der später das Ego entspringt, damit wir uns vom Kosmos trennen und vorbereitet auf die Erde treten. Es ist allgemein bekannt, dass die Bulgaren Individualisten im positiven und im negativen Sinne sind. Das kommt vom Mars. Die Voraussetzungen des Gedächtnisses (Saturn) und der Rede (Mars) sind also vorhanden, aber sie müssen unser Volk zum Mysterium von Golgatha führen, mit dem der Logos-Christus einerseits das Gesetz im Manvantara „erfüllt“ und andererseits das Prinzip der Oktave eingeführt hat. Dieses Prinzip garantiert einen neuen Zyklus der Schöpfung, nachdem die sieben Äonen des gegenwärtigen Zyklus zu Ende sein werden. Die Bulgaren sollen immer zum „reinen Wasser“ streben, das aus dem Quell von Golgatha kommt und den anderen dieses Wasser uneigennützig geben. Zum Quell gelangt man durch das Ich und nur dann hat das Wasser auch eine heilende Wirkung. Raphael hat die Bulgaren übernommen, um die Völker zu heilen!

In GA 243 gibt Steiner Raphaels Regentschaft unmittelbar nach dem Monden-Erzengel Gabriel an, wobei die Regentschaft des Mars-Erzengels Samael (1190-1510) ausgelassen wird. Es scheint, dass Raphael ausnahmsweise auf manche Gebiete des Geisteslebens der Menschheit auch während des Zeitalters Samaels Einfluss hatte. Welche Gebiete könnten das sein?

Das Zeitalter Raphaels musste 1190 zu Ende sein. Unter seiner Regierung begann sich das Slawentum herauszubilden, es entstand die Bogomilenbewegung und Bulgarien ist unter die byzantinische Gewalt gefallen, von der die Befreiung erst im Jahr 1185 kam. Dann geschah aber ein Mysterium, das nur mit jenen Auferweckungen an der Zeitenwende vergleichbar ist, die Christus persönlich vollbracht hat. In der Mitte des 13. Jahrhunderts war die Beziehung der Menschheit zur geistigen Welt selbst bei den Eingeweihten vollständig abgebrochen. Wie nie bisher konnten die Elohim direkt auf das Innenleben des Menschen einwirken. Gemeint sind alle sieben Elohim, unter denen jedoch Jahve die größte Erfahrung mit der Führung unserer Erdentwicklung hatte. Bei dem Mysterium von Arbanassi hat sich Lazarus-Johannes einen eigenen unzerstörbaren Ätherleib gebildet und dieser Ätherleib begann, denjenigen zu inspirieren, der auf dem Weg des esoterischen Christentums nach einer Beziehung zum Erlöser suchte. Wir brauchen nicht daran zu zweifeln, dass die Hauptakteure bei diesem Mysterium die übersinnlichen Wesen Jahve und Raphael waren. Und deshalb hat Raphael seine Wirkung auch in die Zeit der Samuels hinein verlängert. Natürlich können wir auch andere Ursachen für diese Verlängerung angeben – zum Beispiel die Kreuzzüge. Sie entstanden aus der raphaelischen Sehnsucht nach dem geistigen Osten zwecks Heilung des westeuropäischen geistigen Lebens und Wiederbefreiung des Grabes Gottes von der wiederhergestellten Mondenreligion Jahves – dem Mohammedanertum, in dem der Christus-Impuls gänzlich beseitigt wurde.

Im Unterschied zu den Kreuzzüglern, die mit der Mars-Kraft kämpften, heilten die Bogomilen mit dem Wort und den aus der Natur stammenden Heilmitteln. Eine solche Heilung erhielten die Menschen auch von den Gemälden des Malers Raffael und sie ist auch heute noch möglich. Der Maler der Renaissance befand sich unter der geistigen Obhut des gleichnamigen Erzengels. Bekanntlich ist Raffael an einem Karfreitag geboren und gestorben, was wir als einen zusätzlichen Grund annehmen können, warum die geistige Wirkung des Merkur-Erzengels bis zur Zeit der Renaissance dauerte. Es ist auch bekannt, dass Raffael der wieder geborene Johannes der Täufer war.

Hier können wir eine interessante Tatsache verkünden, die Damian Popchristov mitgeteilt hat. Als er mit einer bulgarischen Reisegruppe das Museum von Leonardo da Vinci in Italien besuchte, fragte die Mitarbeiterin, welche Sprache sie sprechen. Als sie die Antwort hörte, rief sie aus: „ Wissen Sie, dass Leonardos Mutter Bulgarin war? Sie stammte vom bulgarischen Adel, der nach Italien emigrierte, als Bulgarien unter die byzantinische Herrschaft fiel. Ist es möglich, dass Leonardo der direkte Nachkommen des Geschlechts des Königs Samuil ist?[15]

Nach der Renaissance begann die Zeit der Aufklärung. Es erschien der deutsche Idealismus, in dem Raffael als der Dichter Novalis inkarnierte. Während dieser Zeit befanden sich die Bulgaren unter der fünf Jahrhunderte dauernden Herrschaft der Osmanen. Dazu kam es wegen der „widerwärtigen Abscheulichkeit“, mit der wir „Gott gereizt haben“.[16]

Auch „unter dem ewig langen Joch“ hat Jahve die Bulgaren „ständig auf dem Weg der Geduld und der Demut geleitet“ und sie „gelehrt“, sich ihrer „Sünden bewusst zu werden, um Reue zu zeigen“ und sich mit ihrem „ganzen Herzen“ ihrem Herrgott zuzuwenden, mit Dem sie „durch das Eheband eines reinen und unschuldigen Lebens verbunden“ sind.

Und „am Ende der jahrhundertelangen Prüfung, als der Himmel nach dem hohen Ermessen der göttlichen Vorsehung entschieden hat“, die Bulgaren „vom schweren Joch zu befreien“, war Jahve der erste, der erschienen ist, um sich für sie „einzusetzen und ihnen die Freiheit zu geben“, weil er angenommen hat, dass sie den gegebenen Segen nutzen werden, um es besser als in der Vergangenheit zu machen. Doch die Bulgaren haben „die Gaben der Freiheit erneut missbraucht“. Jahve war vom traurigen Bild gerührt und erschien erneut – diesmal durch den als Petar Danov wieder inkarnierten Boris I. Ein Jahr früher hatte Petar Danov den Bodhisattva und zukünftigen Buddha-Maitreya aufgenommen, der in sein Gefäß inkorporierte.

Das Zeitalter des Kali Yuga war zu Ende und es kam das „helle Zeitalter“, in dem die ätherische Wiederkunft Christi in ihrer vollen Macht begann. Hier haben wir die erste Verkündung des Hauptereignisses für die nächsten 3000 Jahre! Sie kam von Jahve durch den Bodhisattva, denn laut Steiner ist gerade der Bodhisattva jenes Zentrum, das für die Zweite Wiederkunft „zuständig“ ist. Es musste das große Christentum des Heiligen Geistes einsetzen, das mit dem Verständnis des Christus-Impulses zusammenhängt, andernfalls kann sich die Kultur nicht vorwärts entwickeln und wird zusammenbrechen.

In einer entschiedenen Art erklärte der Meister, dass „jedes Werk, das im Namen Christi verrichtet wird, eine Blüte ist, die Knospen ansetzt und Früchte trägt“. Geschieht etwas nicht im Namen Christi, so setzt es keine Knospen an und trägt keine Früchte. Bis zum 20. Jahrhundert wurde das Christentum nur vorbereitet. Es befindet sich nun am Anfang des Übergangs zum allmählichen und umfassenden Verständnis, welches in Kombination mit den aus dem Mysterium von 1936 geborenen moralischen Kräften zum Überwinden des Bösen den Menschen zu einer bewussten Begegnung mit dem ätherischen Christus führen wird.

Jahve warnte die Führer des bulgarischen Volks, dass sie ihn zum „Weg der Wahrheit“ führen sollen, andernfalls würden „ drei Übel unser Volk treffen  – Hunger, Tod und Zerstörung“. Statt dem Geist der Wahrheit zu folgen, begannen die Bulgaren nach der Befreiung von der Türkenherrschaft, „eigensinnig und zerstritten”, sich einander entgegenzusetzen. Es erschien auch der Hass gegen Russland, von dem wir einen Tribut wie denjenigen Abrahams an Melchisedek erwarten. Der Hass gegen Russland hatte natürlich seine Ursachen in den Wirkungen des abstoßendem russischen imperialistischen Panslawismus, doch immerhin ist Bulgarien die geistige Mutter Russlands und jede Mutter müsste ihrem unartigen Kind verzeihen können. Das Ergebnis des „traurigen Bildes“ war der Zusammenbruch des Volks nach dem Ersten Weltkrieg, der Bürgerkrieg, der de facto zwischen den beiden Weltkriegen geführt wurde und der nachfolgende Alptraum des Bolschewismus.

Doch nicht nur die Bulgaren, sondern auch die restliche Menschheit erwies sich als unvorbereitet auf die große Wandlung, die zuerst im Denken eingetreten war. Steiner hat die „Philosophie der Freiheit“ geschrieben, aber die Menschen verstanden nicht, was er in diesem Buch sagte. Sie blieben in der Blutsvererbung stecken, die vor allem vom Vater und weniger von der Mutter kam. Das ist das Embryonaldenken, das nach der physischen Geburt instinktiv als das abstrakte reflektierende, an das physische Gehirn gebundene Denken in Erscheinung tritt. Die Menschen sammeln während ihres Erdenlebens Erfahrungen, doch sie verbinden diese mit dem Denken der Vererbung und können auf diese Weise eventuell zum Vatergott, zum Naturmäßigen kommen, jedoch nicht zum Wesen des Sohnesgotts als Ich.

Wenn jedoch der Mensch im Laufe seiner Entwicklung und Lebenserfahrung sich auch das Denken eines Okkultisten aneignet, so wird er gleichsam wiedergeboren und kann nur mit diesem vom Christentum durchzogenen Sonnendenken das Mysterium von Golgatha in seinem Ich-Sinne erreichen.

Das Jahve-Denken war für uns bis zu den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts wirksam. Doch wie bereits erwähnt, drangen in die menschliche Natur die Wirkungen niedrigerer Wesen ein, da die Wirkungen der sechs Sonnenelohim beseitigt wurden. Diese Wesen waren gegen Jahve selbst gerichtet. Er konnte ihre Wirkungen im Zaum halten, bis sich unsere Bewusstseinsseele bis zu einem gewissen Grade entwickeln konnte. Doch mit Anbruch des 19. Jahrhunderts wurde Jahves Wirkung schwächer, da diese Wesen ihm „entglitten“. Die beim Rosenkreuzertum so starke Suche nach dem Geist in der Natur verfiel in die atheistische Weltanschauung und führte zur Entstehung des Darwinismus, zur Atomisierung der Wissenschaft usw. In der Sphäre des sozialen Denkens manifestierte sich die Naturwissenschaft in den Theorien des Marxismus, Anarchismus u.ä. Es wurde unmöglich, dem ansteigenden Ahrimanisierung des Lebens allein mit der Weisheit Jahves zu widerstehen, denn sie bildet nur ein Siebtel der Weisheit, die der Mensch im Laufe seiner Entwicklung erwerben muss. Die übrigen sechs Siebtel werden von den sechs Sonnenelohim erworben und erst dann kann die Weisheit des Christus-Impulses vollständig werden. Jahve war das erste „Tor“, aber zukünftig müssen wir sechs weitere Tore passieren.

Doch zuerst muss die Weisheit Jahves in bewusster und nicht in instinktiver Weise dem Menschen offenbar werden. Es ist eine vollständige Wandlung der Weltanschauung notwendig – hinsichtlich der eigenen Individualität, des Volks, in dem wir geboren sind und der Rasse, zu der wir gehören. Es ist erforderlich, dass wir zum anschauenden Denken übergehen. Das hängt von den persönlichen Anstrengungen jedes Menschen ab, andernfalls schließen wir uns immer mehr in den persönlichen, nationalen und rassenmäßigen Egoismus ein.

Wenn Donald Trump seinen Slogan „America First“ erhebt, so muss man wissen, dass er aus seinem persönlichen und nationalen Egoismus herrührt und dieser dient seinem „Jahve des Volkstums“. Alle anderen Völker dienen ihm auch. Wenn jemand laut „Bulgarien über alles“ schreit, so wird seine soziale Sorge um das eigene „hebräische“ Volk sofort in eine antisoziale Handlung gegen die ganze Menschheit umgewandelt. Wir leben in einem Zeitalter, dessen Zeitgeist Michael ist und jeder nationale Egoismus verhindert die Erfüllung der Aufgaben, die Michael für Christus erfüllt. Wie bereits hervorgehoben, ist ein tiefes Verständnis des Christentums erforderlich und das bedeutet ein michaelisches Verständnis. Erst dann können wir erwarten, dass wir den Weg zur Heilung der Kultur und Zivilisation finden werden. In Hinblick auf Bulgarien hat uns der Bodhisattva versichert: „Wenn Bulgarien die neue Weltanschauung, die neue Moral, den neuen Umgang der Menschen untereinander, die neue Religion, die neue Wissenschaft über das Leben aufnimmt, so wird der Bulgare geheilt werden und mit ihm auch die ganze Menschheit.“[17] Als Jahve sich durch den Meister an die Bulgaren wandte, warnte er sie, dass sie umkommen würden, „wenn sie nicht nach Gott suchen“ und dass „der Gott der Gewalten eine neue Generation aufsteigen lassen wird, die die göttlichen Absichten und Pläne erfüllen wird“. Laut Beinsa Douno bedeutet „Bulgare“ im kosmischen Sinne „ein Mensch des Geistes“. Solche Menschen sind jetzt notwendig, die durch das zweite Tor zur Christus-Weisheit treten, damit Christus das erkrankte Menschenleben in der fünften Kulturepoche heilt.

Die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse aus dem 20. Jahrhundert ist jene Medizin, die der heilende Erzengel Raphael und viele unsichtbar wirkende Lehrer zubereitet haben und die zum Heiligen Geist und zum Erlöser führt. Mit dieser Medizin wird der erste der sechs Sonnenelohim dem Menschen die Lebenskräfte wiederherstellen, um ihn auf die sechste Kulturepoche vorzubereiten, wenn das dritte Tor des nächsten Sonnenelohim passiert werden muss, was zur Wirkung des Christus-Impulses im Hellsehen führen wird. In die siebte Kulturepoche wird ein weiterer Geist der Form eingreifen, damit die prophetischen Fähigkeiten in uns entwickelt werden. Die restlichen drei Tore werden sich während der sechsten Wurzelrasse auftun und sie werden mit Sicherheit eine Beziehung zu den großen manichäischen Mysterien haben. Jahve ist seit der lemurischen Wurzelrasse aufs Engste mit der Menschheit verbunden und daher wird er wahrscheinlich diesen langen und sich in der Zeit weiter entfaltenden Prozess koordinieren, denn vom 20. Jahrhundert an steigt er offiziell in den Rang der Kyriotetes auf. Das bedeutet, dass er sein Amt eines Formgeistes von einer höheren Stufe aus versehen wird, da er in sein Ich die Substanz der Dynamis aufgenommen haben wird. In den vergangenen 19 Jahrhunderten hat er durch die Blutsverwandtschaft die Wirkungen Luzifers von der Position eines versteckten Dynamis aus abgewehrt, indem er in der Wirkungssphäre der Geister der Form verblieben ist. Nachdem in den vergangenen Jahrhunderten Ahriman seinen Einfluss auf die Menschen auf das Äußerste intensivierte, steht ihm nun kosmisch Jahve gegenüber, denn Ahriman selbst ist seit dem Äon der alten Sonne eine Art versteckter zurückgebliebener Dynamis. Wenn man ihm erlaubt, ist er sogar im Stande, selbst die Flugbahnen der Planeten des Sonnensystems oder zumindest der größeren Asteroiden zu ändern. Die Asteroiden kommen hauptsächlich aus dem Gebiet zwischen der Mars- und der Jupitersphäre, in dem sich die Reste des alten „Kampfes im Himmel“ befinden, der zwischen den rechtmäßig entwickelten und den zurückgebliebenen Mächten stattgefunden hat. Ein großer Asteroid hat sich schon auf die Erde gerichtet und es wird erwartet, dass er 2029 ihr sehr nahe kommen wird. Die Astrophysiker fantasieren schon über verschiedene Technologien zur Abwehr. Ob aber Ahriman seine Inkorporation in demselben Jahr mit einer spektakulären Naturkatastrophe auf der Erde feiern wird, hängt letztendlich von den Handlungen der Menschheit in den nächsten Jahren und von Christus selbst ab, der der Geist unseres Planeten ist. Die „Große Schlacht auf Erden“ ist bereits im Gange und es ist sehr wichtig, dass wir erkennen, was Jahve von uns erwartet. Und das ist etwas Revolutionäres! Durch seinen Aufstieg zum Dynamis hat Jahve das niedrigste Glied des Wesens „mystisches Lamm“ besetzt, in dem im Gebiet der Waage der Übergang von den Planeteneinwirkungen zu den Sterneneinwirkungen erfolgt, d.h. vom irdischen zum Sonnenprinzip. Die rechtmäßige Funktion der Geister der Form drückt sich in der Schaffung fester, fixierter und beständiger Formen aus, da wir unser Ich-Selbstbewusstsein ausbilden müssen. Das Wesen der Hierarchie der Gewalten besteht in der Bewegung und Vermittlung zwischen dem Festen und Ätherischen, zwischen dem Materiellen und Geistigen. Laut dem Meister Beinsa Douno ist der Bulgare „das festeste Element überhaupt, das existieren kann“. Als das festeste Element ist der Bulgare während der Vergangenheit wegen der Ausbildung des niederen Ich in Erscheinung getreten. Nun aber steht der Übergang zum individuellen Ich bevor und das erfordert, die Beschränkungen des physischen Gehirns zu verlassen und zum ätherisierten anschauenden Denken überzugehen, damit wir uns auch auf das zukünftige Hellsehen vorbereiten. Der Mensch muss sogar nach der Verinnerlichung seines neuen Phantoms (vom Auferstehungsleib Christi) streben, das die Ich-Buddhi Christi bewahrt hat. Das bedeutet einen Übergang von der jetzigen Form unseres physischen Leibes zu einer beweglicheren Form. Die heutige Form hat der Meister Beinsa Douno einen „Lumpen“ genannt. Zum Anziehen eines „neuen Gewands“ hat der Bulgare die bestmöglichen Bedingungen, denn „durch die Leber ist der Mensch mit den Gewalten, mit den göttlichen Gewalten verbunden“, so Beinsa Douno. Als die Leber im Organismus der Menschheit kann er eine Verbindung zu Jahve in seiner Eigenschaft als Elohim und Dynamis herstellen. Letztere sind nicht wie die Elohim für die Wurzelrassen verantwortlich, sondern für die Formzustände (Globen). Die Verwandlung unserer Phantomform ist eine Aufgabe für die entfernte Zukunft, aber sie wird nicht erledigt werden, wenn wir nicht schon jetzt an die Änderung unserer Bewusstseinsform herangehen. Das Zeitalter des Archen Michael bedeutet, dass wir den Kubus Jahve[18] verlassen und zum Denken in der geistigen Zeit kommen – also zur Beziehung zu Jahve in seiner Eigenschaft als Dynamis übergehen. Die Beziehung zu ihm erfolgt nur durch das Ich, d.h. durch die göttliche Kraft in uns und der Weg zum Ich geht durch die Synthese der Anthroposophie und des Impulses des Meisters Beinsa Douno. Laut ihm wird der Elohim „unter den Slawen erscheinen, aber sie werden ihn nicht wie die alten Juden kreuzigen“. Die Juden kreuzigten Jahve in der Gestalt seiner Schöpfung Jesus, doch die Slawen werden die Synthese nicht kreuzigen. Immer größer wird die Zahl der Seelen, die in dieser Synthese die einzig heilende Medizin für ihr seelisch-geistiges Leben finden. Der Bodhisattva war sicher: „Bulgarien wird ein geistiger Gläubiger der Menschheit, eine geistige Brutstätte für die ganze Welt sein“. Das wird anhand der Synthese verwirklicht und die große Herausforderung der menschlichen Rückkehr ins Paradies meistern.

Die jetzige fünfte nachatlantische Kulturwoche ist eine Widerspiegelung der dritten Epoche der lemurischen Wurzelrasse, in der wir uns immer noch im Paradies der geistigen Welt befanden. Der Sündenfall begann in der vierten Epoche Lemuriens und er hat sich lange hingezogen, bis wir endgültig auf die Erde vertrieben wurden.

Der sich lange hinziehende Sündenfall entspricht dem Kali Yuga, d.h. der dunklen Zeit vor 1900. Vom Anfang des 20. Jahrhunderts an sind wir wieder in das „helle Zeitalter“ eingetreten. In der Erdentwicklung findet die geistige Widerspiegelung unseres paradiesischen Zustandes, der vor dem Sündenfall existiert hat. Nun müssen wir uns auf einer anderen Bewusstseinsstufe mit den höheren Welten vereinen. Jahve hat uns aus dem Paradies vertrieben, was laut Beinsa Douno bedeutet, dass die Menschheit zu „Is-rael“ wurde. Nun führt uns Jahve ins Paradies zurück, doch jeder Mensch muss sich zu seinem individuellen Ich erheben. Laut dem Meister ist derjenige, der ins Paradies geht ein „Bulgare“, d.h. ein Ich. Aber zu einem Ich wird man, wenn man eine Reihe Tugenden ausgebaut hat. Die Wesen Dynamis/Elohim werden auch ‚Tugenden‘ bzw. ‚Gewalten‘ genannt. Es sind mächtige Tugenden in der Seele notwendig, die bei der Begegnung mit dem Bösen erlangt werden. Nur so können wir eine Begegnung mit dem Ich-bin Christi als dem ätherischen Christus erwarten.

Sorat ist „wütend“ auf uns, weil wir die Substanz auf dem Weg des Herabsinkens zum Mondischen in die virtuellen Welten führen. Wenn die Menschheit nicht den Weg zum Ich durch die Synthese findet, wird sie viele Ohrfeigen kassieren – zuerst einmal vom „Kleinen Antichristen“ Ahriman. Jahve erwartet von uns, dass wir ihm im kosmischen Kampf gegen Ahriman helfen, indem wir tauglich werden, den Abdruck des Christus-Ich zu erhalten, der in der nathanischen Seele hinterlassen und danach in der geistigen Welt vervielfältigt worden war.

Im Altertum trat der Neophyt bei der Einweihung aus dem Leib heraus und wurde bei der Begegnung mit Christus in der geistigen Welt zu einem „Christophorus“. Vom 16. Jahrhundert an begann bei einzelnen Individualitäten die Aufnahme des Abdrucks des Christus-Ich in die Seele. Auf diese Weise dringt das Christus-Prinzip bei wachem Bewusstsein in den Menschen ein und das bedeutet, dass der jeweilige Mensch zum Avatar Christi wird.  Zu den Ersteren gehörte auch Christian Rosenkreutz bei seiner Begegnung mit dem Auferstandenen vor Damaskus, wo auch Paulus zur Zeitenwende Christus ätherisch begegnete. Das Christentum des Heiligen Geistes ist ein Ich-Christentum und es bedeutet gerade, dass der Mensch zum Avatar Christi wird. Sorat wartet ab, um das in uns zu sehen und erst dann wird es möglich sein, dass er mit seinen Scharen zur Sonnenintention gewendet wird, mit der er, wie am Anfang hingewiesen wurde, auch uranfänglich verbunden war. Die Wesen der drei Sechsen sehnen sich danach, ihre jetzige Rolle von Hindernissen der Sonnenentwicklung loszuwerden, doch der Mensch hält sie auf. Und er wird es weiterhin tun, bis er endlich aus bitterer eigener Erfahrung heraus begreift, dass die Worte, die Christus am Kreuz gesagt hat „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23:34) im Zeitalter der Bewusstseinsseele immer weniger gelten werden. Wir sind verpflichtet das zu wissen!

Wenn jeder Mensch den Ich-Aufruf der Synthese gehört hat, so hat er die Stimme des Gewissens in seinem Inneren gehört. In diesem Augenblick hat sich das Himmelreich, hat sich sein Ich ihm angenähert. Wenn er „explodiert“, wird er den ersten Schritt zu seiner Verwandlung in die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe tun. Der Weg dorthin wird lang und beschwerlich sein, doch er ist der einzige erlösende Weg für jeden einzelnen Menschen und für die ganze Menschheit sein.

Lassen Sie uns „Bulgaren“ werden und in das Paradies hineingehen!

 

[1] Vgl. „Anna Katharina Emmerick – eine Rehabilitation“, 2013

[2] Das Buch „Кодът на Сътворението”  (2010) gibt es nur auf Bulgarisch.

[3] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/09/27/die-geheimnisse-johannes-des-taeufers/

[4] In ihrem Buch „Vom Mysterium des Lazarus und der drei Johannes: Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Johannes Zebedäus“, Dornach, 2009

[5] Vgl. GA 238, 28.09.1924

[6] Vgl. die Vorlesung https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/01/05/der-aufstieg-des-ewig-weiblichen/

[7] Dass die Menschen eine Beziehung zwischen dem Evangelisten Johannes und dem Sohn des Zebedäus sahen, finden wir unter anderem auch in der Tatsache, dass die orthodoxe Kirche (zumindest in Bulgarien) Johannes Zebedäus als den Verfasser des Johannes-Evangeliums betrachtet.

[8] Vgl. GA 184

[9] Der deutsche Text ist zu finden unter  http://prizvanie.bg/Deutsch/

[10] Alle Zitate Beinsa Dounos, außer denjenigen aus dem „Aufruf an mein Volk“, entstammen dem Buch „Die bulgarische Seele“, Sofia, 2000

[11] Vgl. GA 205, Vortrag vom 02.07.1921

[12] Boris I. der Täufer (1. Hälfte des 9. Jahrhunderts – 907) war der erste christliche Herrscher der Bulgaren, in dessen Regierungszeit das Christentum als offizielle Staatsreligion eingeführt und das Altbulgarische als Liturgiesprache eingeführt wurde.

[13] Der älteste Sohn Boris‘ Wladimir Rassate versuchte, zusammen mit Adligen das Heidentum wieder einzuführen, weshalb Boris ihn blenden und die Familien der Adligen töten ließ.

[14] Vgl. https://derheiligeimpuls.wordpress.com/2017/02/27/das-zeichen/

[15] Samuil (958 – 6. Oktober 1014) war einer der letzten Zaren des ersten bulgarischen Reiches.

[16] Laut Beinsa Douno sind die okkulten Ursachen für das lange türkische Joch, unter dem sich Bulgarien bis 1878 befand, in der Verfolgung und Vernichtung der Bogomilen durch die orthodoxe Kirche zu suchen.

[17] Vgl. „Der Aufgang“, Bd.4, „Der Meister und die Bulgaren“

[18] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/04/27/der-kubus-jahve-und-der-dreigliedrige-soziale-organismus-teil-1/

 

Die fünfte Kulturepoche und das Mysterium der Ich-Synthese

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 15.12.2018 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

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Am 26.10.2018 (Demetriustag) hat in der Gemäldegalerie von Varna eine wissenschaftliche Konferenz stattgefunden, die dem 130. Jahrestag der Geburt eines Malers von Weltrang gewidmet war, dessen Namen unsere Galerie trägt – Boris Georgiev. Nach der Konferenz haben wir uns mit einigen der Teilnehmer in einem Restaurant unterhalten. Dort hat mich einer der Anwesenden gefragt, wie die Methodologie der von mir angebotenen Synthese der beiden christlich-esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts aussieht – von Beinsa Douno und der Anthroposophie. Ich habe die Frage beantwortet, doch meine Worte schienen den Frager nicht zu überzeugen. Die vorliegende Vorlesung wurde von dieser Begegnung veranlasst. Ich werde versuchen, den Wesenskern der Synthese begreiflich zu machen und nur dadurch kann der Sinn einer äußerst radikalen Offenbarung klar werden, die während der Vorbereitung dieser Vorlesung empfangen wurde.

Doch zuerst müssen wir das große Mysterium des Ich streifen und es in Beziehung zur fünften nachatlantischen Kulturepoche, die wir alle erleben. So können wir begreifen, worin das Einmalige der Synthese besteht. Die vorweihnachtliche Zeit, in der unser heutiges Treffen stattfindet, richtet unseren geistigen Blick auf die Vergangenheit und das Zentrum des Menschen –  sein Ich. Was stellt das Ich dar?

 

Wie schon mehrmals erläutert wurde, stellen die evolvierenden Formen im Universum das Ergebnis der Zusammenarbeit von Idee, Substanz und Leben dar. Die Substanz ist kein Stoff, wir können sie nicht mal als den Inhalt der Form bestimmen. Vielmehr ist sie ein Bewusstsein, das die Hierarchiewesen in sich selbst verinnerlichen. Sie stellt die Einheit der göttlichen Offenbarung, das bewusste Allbewusstsein und den Willen des Vatergotts dar, sich im Evolutionszyklus zu manifestieren. Das hat Er durch die Geister des Willens am Anfang der alten Saturnzeit verwirklicht. Besonders wichtig ist es, auf den Opfercharakter der Substanz hinzuweisen – das ist die Liebe, die bewusst und nicht vorausgesetzt ausgestrahlt wurde, damit sie jegliche Formen annehmen kann. Die Bewusstwerdung des Opfers kommt vom Licht der Idee, und wenn wir dem das Leben hinzufügen, wird die Form zu einer Einheit von Liebe, Leben und Licht.

Doch die Drei sind nicht ausreichend, damit die Form einmalig wird, eine Individualität, also ein eigenes Ich besitzt. Es ist der Eingriff des Logos erforderlich, der das Ich-bin-Prinzip vom väterlichen Weltengrund trägt und das ist Seine Absolutheit, welche im Aspekt des Lebens durch Christus manifestiert wird. Der Logos-Christus ist die „ewige Gottmenschlichkeit“, Er ist der „himmlische Mensch“, der die Evolutionsstufen heruntersteigt und sich mit ihnen gleichsetzt. Doch Er lässt die Wesen diese Stufen in einer besonderen Art personalisieren, indem Er das Leben des Welten-Ich in eine Beziehung zum Leben der Ich-Wesen bringt. Jedes niedriger stehendes individualisiertes Wesen verinnerlicht allmählich das Substanz-Bewusstsein des höherstehenden Wesens, doch die Substanz wird dank dem Christus zu einem Ich. Einmal erhalten, stellt das Ich eine unzerstörbare Göttlichkeit dar und kann sich in immer neuen und neuen Formen manifestieren, die die Liebe, das Licht und das Leben erschaffen haben. Wir sehen, dass das individuelle Erlangen des Ich und seine soziale Einschaltung in das Leben des Welten-Ich zwei Prozesse sind, die nur in Einheit das harmonische Existieren der Weltschöpfung gewährleisten können. Ein Wesen, welches kein Ich in sich selbst erzeugen kann, wird zur Quelle von Disharmonie und ein Wesen, das ein Ich bereits erschaffen hat, doch ebenfalls disharmonisch wirkt, macht das bewusst und aufopfernd. Das sind die Wesen der ersten und zweiten Hierarchie, die ihr Ich im vorigen Zyklus in einer unterschiedlichen und bisher uns unbekannten Art erlangt haben.

Aus dem Dargelegten geht hervor, dass das wahre Wunder nicht die Erscheinung der Form ist, sondern das Hervorgehen des Ich und sein weiteres Schicksal. Wie ist es beim irdischen Menschen hervorgegangen? Im geistigen Sinne können nur die Wesen von den Formgeistern aufwärts bis zu den Seraphim göttliche Schöpfer sein – das sind die Geister der Weltall-Liebe. Die alten Griechen haben sie alle ‚Pleroma‘ genannt. Das Pleroma bedeutet ‚die Fülle‘ und es umfasst die von individualisierten Wesen bevölkerte Welt, die sich über die physische Welt erhebt. Es werden nicht alle vom Schöpfer der Welt – dem ‚Demiurgen‘  erschaffen. Die Wesen der dritten Hierarchie besitzen auch ihr eigenes Ich, doch sie sind kein „rechtmäßiger“ Teil des Pleromas, da sie noch nicht zum Rang von göttlichen Schöpfern aufgestiegen sind. Bisher können sie nur Naturgeister erschaffen und keine Menschen.

Am Ende des alten Mondes sind die Elohim zu einer solchen Verinnerlichung der Substanz von den Thronen aufgestiegen, dass sie in den irdischen Äon mit den Eigenschaften von göttlichen Schöpfern eingetreten sind, die fähig sind, zu „Vätern“ von Ich-Wesen zu werden. In der hyperboräischen Zeit hat sich die Sonne aus der Einheit mit der Erde und dem Mond abgesondert und auf sie zogen die erhabenen Pleroma-Götter unter der Leitung desjenigen um, den die Gnostiker den „Regenten der Sonne“, den „großen Sonnengeist“ nannten – das war das wahre Pleroma. Unter diesen Wesen waren sechs der sieben Elohim, die mit der Evolution der Erdenmenschheit verbunden sind. Sie sind es, die für uns in einem engeren Sinne zum Pleroma wurden, denn gerade in ihrer Welt erschien der durch Jahve zum Dasein erweckte Mensch. Jahve blieb mit dem Mond verwandt, aber als einer der Elohim ist er eine Beziehung mit der Materie eingegangen und hat das Menschenwesen erschaffen. Die alten Gnostiker sind der Meinung, dass dieses Wesen nicht in jedem von uns oder in einer Menschengruppe wohnt, sondern in der ganzen Menschheit, indem es sich an seine Herkunft vom Pleroma und vom Demiurgen erinnert. Deshalb ist es von der Sehnsucht nach dem Geist erfüllt. Die Sehnsucht hat man ‚Achamoth’ genannt.

Wenn man die erwähnten Prozesse in der gegenwärtigen Sprache des esoterischen Christentums benennen muss, würde man sagen, dass die Elohim, allen voran Jahve, die Ich-Form-Idee für die ganze Menschheit aus sich herausgelöst haben. Jeder Mensch hatte die Aufgabe, sie im Laufe der Evolution in die Form seines eigenen Ich zu verwandeln.

Wir haben bereits erwähnt, dass die Fähigkeit, die Substanz und die jeweils evolvierten Formen in Iche zu verwandeln, aus dem Ich-bin-Prinzip Christi hervorgeht. Die Elohim haben uns nur mit der Form beschenkt, jedoch nicht mit der Ich-Substanz. Sie hängen grundsätzlich mit dem planetarischen Sonnenaspekt zusammen. Die über den Elohim stehenden Mächte (Dynameis) stellen die Verbindung zwischen dem Planeten- und Sternenaspekt der Sonne her, doch die wahren Herrscher dort sind die Herrschaften, die den Sternenaspekt der Sonne mit der Tierkreissphäre verbinden. Sie heißen ‚Herrschaften‘, denn Gott-Christus ist im Äon der alten Sonne aus den Universumsphären jenseits des Tierkreises auf ihren diesseitigen Sternenaspekt über den höchststehenden Geist der Weisheit gekommen. Damit die Substanz in der menschlichen Form die Eigenschaft eines Ich erhält, mussten die sieben Elohim sich zu der Gruppenwesenheit des Jahve-Elohim vereinigen und sich als Bewusstsein aus ihrem planetarischen Aspekt zu den Sternenaspekt der Herrschaften erheben. So konnte der Zugang zum Ich-bin-Prinzip Christi freigelegt werden, das die Wesen  zum Oberdemiurgen führt – zum väterlichen Weltengrund.

Nachdem der Funke des Ich der Form des Menschen zugrunde gelegt worden war, begann Jahve vom Mond aus die Substanz des gegenwärtigen Zyklus in Richtung der Menschheit zurückzuspiegeln, damit sie in jedem einzelnen Menschen zunächst als die blutsverwandtschaftliche Liebe in Erscheinung treten konnte. Doch es musste ein langer Entwicklungsweg auf der Erde zurückgelegt werden, bevor einige Eingeweihte über das Licht, Leben und die Liebe zu sprechen begannen, die das Sonnenpleroma ausstrahlt. Das geistige Licht der Sonne kam bereits während der alten Sonnenzeit hervor, das selbständige Leben. Der Sonne erschien auf dem alten Mond. Im Erdenäon kam allmählich nach der wiederholten Absonderung der Sonne von der Gruppe mit der Erde und dem Mond in der hyperboräischen Zeit die innerste geistige Hülle hervor. Das war die Hülle des Liebesprinzips und sie stellte sich den Kräften des Todes entgegen, die in die Erdenwelt infolge ihrer Verdichtung zum Mineralzustand eingedrungen waren. Gleichzeitig hat sich die Sonne zum Rang eines Fixsterns erhoben. Die drei Sonnenhüllen hat die Himmlischen Sophia aus dem Astralischen, Ätherischen und Physischen des gegenwärtigen Zyklus geschaffen. Diese drei Hüllen wurden zum „Gewand“, das das Christus-Ich „anzog“, nachdem es aus den Höhen des Mahaparipralaya herabgestiegen war.

In den alten Zeiten steckte das Geheimnis der dreifachen Sonne im Palladium und wies auf die Einheit der Sophien-Sonne mit Christus hin. Sie wurde in den jeweiligen nachatlantischen Kulturepochen unterschiedlich erlebt, je nachdem welches leibliche oder seelische Wesensglied der Mensch sich aneignete. So war sie in der altpersischen Zeit eine göttliche Lichtquelle, in der ägyptisch-chaldäischen – die göttliche Quelle des Lebens selbst und in der griechisch-römischen Zeit – die göttliche Quelle der Liebe. Zum ersten Mal kam das Palladium in Troja auf, es ging es nach Rom und später nach Konstantinopel, bevor es untertauchte.

Auf diesem ganzen Weg ist die Menschheit jünger (im geistigen Sinne) geworden. Es hat sich also das Alter verringert, bis zu dem die Fähigkeit des Menschen, das aus dem Universum während der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt erworbene Geistige in sich zu erleben, mit der physischen Entwicklung nach der neuen Geburt parallel verläuft. Während in der urindischen Kulturepoche die seelisch-geistige Evolution die physisch-sinnliche bis zum Alter von 49-56 Jahren begleitete, wurde dieses Alter in der dritten Kulturepoche auf die Zeitspanne 42-49 und in der vierten Kulturepoche sogar auf die Zeitspanne 35-42 reduziert. Die Kraft der Erdung erfasste immer früher und fester die Menschen. Das Wesen, das in den nachatlantischen Zeiten den Weg zum Mineralreich und dem Ich-Bewusstsein im Menschen bereitete, war Luzifer und er handelte wie bei der „Verführung im Paradies“ wieder bahnbrecherisch. Zu Beginn des dritten Jahrtausends v.Chr. inkarnierte er sich in ein Gefäß, das einem adligen chinesischen Geschlecht angehörte und begann mit 40 Jahren plötzlich aus der menschlichen Urteilskraft heraus den Sinn dessen zu erreichen, was früher in den Mysterien als Offenbarung möglich war. Er benutzte als Erster die Organe des Menschenverstandes, aber das geschah in engem Zusammenhang mit dem Mysterienleben. Hier ist die Rede von einem geistigen Wesen, das sich eines menschlichen Gefäßes bediente. Unter den Menschen selbst war Abraham derjenige, bei dem das göttliche Bewusstsein als das Ich-Prinzip in das Gehirn einzudringen begann. Christus offenbarte sich ihm über Jahve als der geheimnisvolle Führer des Menschengeschickes und gleichzeitig als der Gott eines Volkes, das die Mission erfüllte, den Leib hervorzubringen, der das Welten-Ich aufnehmen konnte. Die Zeit des Kali Yuga hatte bereits begonnen und das Schauen in die höheren geistigen Welten begann zu verfallen. Das war der Anbruch der  Zeit, die die Geisteswissenschaft „abrahamitisches  Zeitalter“ nennt[1] – das dritte vorchristliche Jahrtausend.

Während des zweiten Zeitalters – des „Moses-Zeitalters“ – offenbarte sich Christus über Jahve im brennenden Dornbusch als der systembildende Faktor der Elemente, der ihre Einheit gewährleistete. Im zweiten vorchristlichen Jahrtausend erlebten die Menschen das zur Inkarnation herabsteigende Ich-Prinzip als den Gott der Elemente. Damals ertönte der erste Ruf, der eine entscheidende Bedeutung für die Vorwärtsentwicklung in unseren sieben nachatlantischen Kulturepochen hatte. Er ertönte durch Jahves Stimme im Donner und Blitz auf dem Berg Sinai als die Zehn Gebote, die den Menschen, der sie hörte und befolgte, zur Verinnerlichung seines Seelenlebens und zum Ausbau seines Ich-Bewusstseins führten, um die Ankunft des Erlösers mit Verständnis zu empfangen.

Dieser Prozess entfaltete sich im ersten vorchristlichen Jahrtausend, das „salomonisches Zeitalter“ genannt wird. Bis zu dessen Anbruch besaß der Mensch gleichsam keine eigene Geschichte. In der vorherigen Kulturepoche verinnerlichte er seine Empfindungsseele und spürte die Einheit mit der Welt. An der Spitze des sich ausbildenden Volkes stand ein Herrscher, der sich „Gott“ oder den „Sohn des Himmels“ nannte, etwa der ägyptische Pharao. Die von ihm eroberten Völker zollten ihm die gleiche Ehrerbietung. Das war die erste Form des Imperialismus in der sozialen Ordnung, in der der Mensch mit der Wirklichkeit, mit der geistigen Welt zu tun hatte. Die Rolle der „Minister“ erfüllten die Wesen der übersinnlichen Welt. Deshalb kann in diesem Zeitalter noch von keinen Menschenrechten die Rede sein. Einen Rückfall in diese Zeit finden wir viel später im russischen Despotismus der Leibeigenschaft und im Erscheinen des Mohammedanertums, das sich mit  religiöser Intoleranz zu verbreiten begann, obwohl Mohammed nicht als Gott, sondern als dessen Prophet auftrat. Das zeichnet die zweite Form des Imperialismus aus, die in der vierten Kulturepoche mit der Verinnerlichung der zweifachen Verstandesseele auftauchte, die auch die Seele des Charakters ist. Es erschienen die griechische Demokratie und das römische Recht und es begann die eigene Geschichte des Menschen mit einem Ich-Selbstbewusstsein. Der Herrscher wurde aus „Gott“ zum „Sendboten Gottes“, zu einem vom Gott inspirierten „Gesalbten“, bei dem man annahm, dass seine Macht und Vernunft gottgegeben sind.

Seine „Minister“ waren keine übersinnlichen Wesen, sondern die aus den Mysterien kommenden Schüler. Deshalb wurde hier nicht direkt mit der Wirklichkeit, sondern mit Zeichen und Symbolen gearbeitet, die als heute noch unter den königlichen Hoheiten und den Freimaurern als Atavismus bestehen. Der wahre Sinn der Symbole wird allerdings nicht mehr begriffen. Die Seele hat begonnen sich als eine Einheit mit dem Leib zu erleben und das führte dazu, dass die Verstandesseele zu einem Spannungsfeld zwischen Geist und Leib wurde. Dadurch wurde die Seele zu einem Angriffsziel der zurückbleibenden übersinnlichen Wesen. In der vorherigen dritten Kulturepoche kamen die luziferischen und ahrimanischen Impulse als einzelne Fäden zum Menschen. Die Seele unterschied noch klar zwischen Skylla und Charybdis und kam zwischen ihnen hindurch. Doch in der vierten Kulturepoche kamen beide Impulse unmittelbar vor der Seele zusammen und neutralisierten sich gegenseitig. Während die Mysterien im Aufschwung waren, wurde die Neutralisierung in rechtmäßiger Art benutzt und die Menschen waren vor den Angriffen geschützt. Doch mit dem Verfall der Mysterien verdunkelte sich der geistige Blick auf die Pleroma-Wesen und in dieser „Götterdämmerung“ verlor die Seele die Fähigkeit der klaren Unterscheidung zwischen Licht und Finsternis. Die Verzweiflung über die  verlorene Verbindung mit dem Himmel wurde zum ständigen Begleiter des Menschen auf der Erde, wo das Drama der Seele auch etwas anderes betraf – die Trennung in Menschen, die dem Ruf von „Blut und Boden“ folgten und solchen, die den Weg zum individuellen Prinzip suchten. Die Trennung wurde bereits bei der Ausbildung der einzelnen Völker angelegt. Die Wirkungen der irdischen Bedingungen verliefen durch den Leib zur Seele und führten zum „Konservatismus“, zur Verbindung mit dem Nationalen, während der führende Erzengel von oben über die Seele zum Leib das kultur-individuelle „liberale“ Prinzip im Menschen förderte.  In einem gewissen Sinne finden wir beide Wirkungen auch unter den Weisen und Hirten als Vertreter der beiden großen nachatlantischen Strömungen – der nördlichen und südlichen. Die drei Könige waren die wieder verkörperten Schüler Zarathustras aus seiner vorherigen Inkarnation im Babylon unter dem Namen Nazarathos.

Damals hat jeder von ihnen eine besondere persönliche Einweihung erfahren – der eine wurde in das Mysterium des kosmischen Denkens, der andere in das Mysterium des kosmischen Fühlens und der dritte – in das Mysterium des kosmischen Willens eingeführt. Deshalb brachten sie jetzt die jeweiligen Gaben – Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mit der Kraft des Denkens sollte das wieder inkarnierte Ich Zarathustras den Astralleib Jesu reinigen, mit der Kraft des Fühlens – den Ätherleib und mit der Kraft des Fühlens – den physischen Leib, bevor er sie in seinem 30. Lebensjahr opfervoll dem Christus-Ich darbrachte. Die drei Könige sind Eingeweihte, in denen das individuelle Prinzip wirkt, denn sie haben einen Teil des Weges zu ihrem individuellen Ich zurückgelegt.

Die Legende kennt sogar ihre Namen, doch sie bewegen sich immerhin zusammen und das zeigt unmissverständlich, dass in der Zeitenwende die drei Seelenkräfte des Menschen eine Einheit bildeten, die von der Gruppenform des Ich unterstützt wurde, welche uns die Elohim schenkten. Die Weisen besaßen die hohe imaginative natürlich-kosmische Weisheit und sahen den Christus als den Sonnenlogos voraus, als Er sich der Erde näherte. Deshalb gingen sie dorthin bewusst und vom Ich geführt, das der Stern Zarathustras war, um sich vor ihrem alten Meister zu verbeugen, in dem sie den Sendboten des Logos sahen.

Im Unterschied zu ihnen hörten die Hirten das Wort der höheren Wesen mit ihrem Herzen, das sich in ihren inspirierenden Willen verwandelte, sich vor dem zur irdischen Inkarnation nahenden Christus-Wesen als die unversuchte nathanische Seele zu verbeugen. Sie erspürten Christus als den neuen Geist der Erde und das Gruppen-Ich der ganzen Menschheit. Deshalb bilden sie eine Gruppe und ihre Zahl ist unbekannt. Der unterbewusst in ihrem Willen wirkende Impuls manifestiert sich äußerlich-sozial. Das Soziale und das Individuelle mussten im Christus-Ich versöhnt werden, damit aus der Synthese zwischen Weisheit und Wille die transformierende Christus-Liebe hervorgeht. Die von den Elohim ausgestrahlte Ich-Form wurde im einzelnen Menschen als das reflektierende niedere Ich verinnerlicht, welches auf dem „Felsen“ des Gehirns wirkte, das ärmer an Ätherkräften geworden war. Die kosmische Intelligenz-Idee brach sich am „Felsen“ und wurde von ihm zurückgespiegelt, ohne sich mit der Substanz, mit der Liebe zu verbinden, die zu einem toten Mineralreich geworden war, damit das Ich eine neue Form findet, in die es als ein individuelles Ich übergeht. Von nun an werden wir über zwei Arten von Ich sprechen, die im Menschen zur Geltung kommen – das reflektierende, niedere Ich und das individuelle Ich. Wir werden zu ihnen auch das Welten-Ich Christi hinzufügen. Ein reflektierendes Ich besitzt jeder in seiner Inkarnation und es vertritt den Menschen als Persönlichkeit. Dieses Ich macht uns zu Menschen. Das individuelle Ich wird jeder Mensch in seiner spezifischen Art während des irdischen Äons meistern, damit er von der Menschenstufe zur Stufe eines Hierarchiewesens aus der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigt, damit das Streben – Achamoth – in den nächsten Äonen als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch erlebt werden kann. In diesen Formhüllen wird sich unser individuelles Ich manifestieren. Auf dem zukünftigen Vulkan wird es hüllenlos bleiben und am Ende des Äons vom Selbstbewusstsein der Archen zum Selbstbewusstsein der Elohim aufsteigen. Doch der Mensch wird im Vergleich zu den heutigen Hierarchiewesen diesen Weg in einer völlig anderen Art zurücklegen, um vom Bewusstsein eines göttlichen Schöpfers aus die Substanz, das Leben und die Idee für den nächsten Entwicklungszyklus zu schenken. Die jetzige Sonne wird zur Stufe eines Supersterns aufsteigen und sich in einen neuen Tierkreis verwandeln. Unsere Erde wird zu einer Sonne aufsteigen und das neue Sonnensystem für den neuen Zyklus des Heiligen Geistes hervorbringen. In diesem Zyklus wird das heutige Mineralreich die Hauptrolle als das letzte Reich spielen, das zu einem Hierarchiewesen aufsteigen wird. Dabei wird der Mensch die entscheidende Rolle spielen.

Der Anfang dieser grandiosen Aussicht wurde in der Zeitenwende gesetzt, als der zweite für die Erdentwicklung bedeutende Ruf erklang – derjenige des Eremiten Johannes. Zu einem „Eremiten“ wird derjenige, der sich von den Einschränkungen der Blutsverwandtschaft gelöst hat und zur Kraftquelle des individuellen Ich strebt. Ein solcher Mensch erkennt diese Quelle wieder und nimmt von ihrer Fülle Gnade um Gnade (Joh. 1:16) – das ist die Seelenfähigkeit, Gutes aus innerem Antrieb heraus zu tun. Johannes der Täufer rief die Menschen auf, ihre Seelenverfassung zu ändern, denn „das Himmelreich ist nahe gekommen“ (Matth. 3:2).

Was hat das „Himmelreich“ in Jesus bewirkt? Das makrokosmische Christus-Ich wurde vom „kleinen“ Pleroma getragen – das sind die sechs Sonnenelohim. Sie repräsentieren den Heiligen Geist in der zweiten Drei der Hierarchiewesen, die sonst die Drei des Sohnes ist. Auf diese Weise wurde es möglich, dass der aus dem Mahaparipralaya niedersteigende Heilige Geist, den „die Welt noch nie gesehen hat“, als „Vater“ über sein Kreuz des Manas in der Weltschöpfung das Christus-Ich als das Buddhi-Prinzip im Ätherleib Jesu hervorbringt. In weniger als drei Jahren hat diese Ich-Buddhi den Astralleib Jesu in Geistselbst verwandelt, das als ein Lichtleib zur Wohnstätte des neuen Heiligen Geistes wurde. Der Ätherleib Jesu wurde von neuem Leben erfüllt, das wir ein „wahres Leben“ nennen können im Vergleich zum Leben, das verschiedene Formen annehmend alle Zyklen durchzieht und als „ewiges Leben“ zu bezeichnen ist.

Die Ich-Buddhi Christi konnte zum Schluss auch das Phantom verwandeln. In der Vorlesung Das Mysterium des Menschen und die Falle der Gender-Ideologie haben wir etwas Wichtiges präzisiert – das Phantom ist dreifach, also gleichzeitig der Ausdruck des physischen, ätherischen und astralischen Prinzips, denn das Physische kann auch als Ätherisches und Astralisches existieren. Christus musste seinen Impuls zur Erdenmenschheit ausstrahlen, indem er von den Kräften des Todes und der Auferstehung der Phantomform ausging, die aus dem im jeweiligen Zyklus Vorhandenen erschaffen wurde. Das Phantom Jesu war das Kind des gegenwärtigen Zyklus, das zwar in besonderer Weise geschaffen wurde, doch nur vom wahren Leben auferweckt werden konnte, welches aus dem Mahaparipralaya herabstieg. Da der Heilige Geist und das Ich-Leben Christi in ihm anwesend waren, erhielt der Phantomleib der Auferstehung die Fähigkeit, wie die ursprüngliche Substanz vervielfältigt zu werden, die die Throne geopfert hatten. Das individuelle Phantom Jesu wurde gleichsam auf seine ursprüngliche Substanzialität des alten Saturn zurückgebracht und nach seiner Auferweckung in ein soziales Phantom für die ganze Menschheit umgewandelt. Als opferbereite Liebe ist es auch nicht vorausgesetzt –  jeder Mensch kann seinen Teil von ihm individualisieren, um das Individuelle und Soziale in sich selbst  miteinander zu versöhnen.

Wer diese Individualisierung bis zu einem gewissen Grade verwirklichen kann, erwirbt bestimmte übersinnliche Fähigkeiten, die wir etwa bei den bekannten stigmatisierten Persönlichkeiten der Vergangenheit

Beobachten können. Es ist aber angebracht hervorzuheben, dass die Stigmatisation einen überholten Weg zum Auferstehungsleib darstellt, der keine Beziehung zum Atma-Prinzip haben sollte, das Christus als den Lebensgeist auf der Sonne vor seinem Niedergang zur Erdeninkarnation zurückgelassen hat. Der Weg zu dieser Substanz ist heutzutage wohl ein anderer und wir werden später auf diese Frage eingehen. Nun wollen wir auf die Veränderungen schauen, die nach dem Mysterium von Golgatha eingetreten sind.

Die drei Persönlichkeiten Abraham, Moses und Salomo, die die drei letzten vorchristlichen Jahrtausende symbolisieren, tauchten in der Zeitenwende wieder im Leben Jesu auf, denn das Christus-Ereignis ist die erhabenste „Sinfonie“, die jemals auf der Erde vorgetragen worden ist. Daran beteiligt waren die Schlüsselindividualitäten der Menschengeschichte. Die erwähnten Drei erschienen jedoch in umgekehrter Reihenfolge – zuerst kam Salomo als Maria aus dem Matthäus-Evangelium, die sich unmittelbar vor der Jordantaufe zum Bewusstsein einer Jungfrau Sophia erhob, dann erschien Moses als Petrus und zuletzt tauchte Abraham als Simon von Cyrene auf. In der gleichen Reihenfolge begann die Wiederholung der drei vergangenen Zeitabschnitte des Kali Yuga.

Zuerst musste der Mensch in der christlichen Zeit an die Läuterung seines Astralleibes und dessen Verwandlung in eine Jungfrau-Sophia herangehen. So konnte er fähig werden, das Mysterium von Golgatha in einer Sophia angemessenen Art zu erkennen. Der salomonische Geist lebte und webte in den herausragendsten Persönlichkeiten, die versuchten, durch die Gnosis in das Große Mysterium einzudringen, das den Anfang der neuen Zeitrechnung bildete. Der Prozess begann mit Dionysios Areopagita, der zusammen mit dem Apostel Paulus die erste christlich-esoterische Schule auf der Erde begründete. Dionysios kam aus den dionysischen Mysterien von Eleusis, die das individuelle Prinzip kultivierten und er erlebte das Mysterium von Golgatha übersinnlich, ohne den Erlöser persönlich zu berühren. Wegen seiner Vorbereitung konnte er aber den paulinischen Ruf im Areopag von Athen hören. Wir können feststellen, dass alle nachfolgenden christlich-esoterischen Strömungen in einem gewissen Sinne von dieser Schule ausgehen, die Paulus und Dionysios Areopagita begründet haben. Es ist kein Zufall, dass der als Raffael wieder inkarnierte Johannes der Täufer Paulus und Dionysios in den Mittelpunkt seines Gemäldes „Die Schule von Athen“ stellte. Dionysios und Paulus kamen aus den Mysterien und versuchten, mit dem Erkennen des Christus-Ereignisses eine individuelle Synthese – unter den damaligen Bedingungen – in ihrem Ich zwischen Weisen und Hirten, zwischen dem Individuellen und Sozialen zu vollbringen. Nicht von ungefähr stehen ihre Ideen der Kirchenhierarchie als einer Widerspiegelung der Himmelshierarchie zugrunde, über die Dionysios sprach und schrieb. Er besaß eine entwickelte Verstandesseele, aber gleichzeitig auch eine Empfindungsseele, die zur Herstellung einer Beziehung zur geistigen Welt fähig war. Bei Paulus erwachte nach dem Ereignis von Damaskus auch die Bewusstseinsseele, weshalb die übrigen Jünger so schwer seine Reden begreifen konnten – die soziale Gesellschaftsordnung war nämlich im Wandel begriffen, da sich der Konflikt in der menschlichen Verstandesseele vertiefte.

Der Imperialismus spaltete sich ebenfalls – in eine kirchliche und eine staatliche Bildung. Obwohl der regierende König ein Herrscher „von Gottes Gnaden“ blieb, nahm das Leben in der staatlichen Struktur immer mehr einen weltlichen Charakter an. An die Spitze der kirchlichen Vereinigung stellte sich als Oberpriester der Papst, bzw. der Patriarch (im Osten Europas). Die im europäischen Westen und Osten bestehenden Unterschiede des Imperialismus konnten die Kirche bei ihrer Entfernung vom Pleroma und dem wahren Verständnis des Mysteriums von Golgatha nicht davor retten, den Widersachermächten zum Opfer zu fallen. Während im Augenblick des Mysteriums von Golgatha das Geistige und Physische im Menschen bis zum 33. Lebensjahr einheitlich blieben, wurde der Mensch danach „jünger“ und daher auch viel anfälliger für die irdischen Einflüsse. Die Menschen sahen, dass in ihren weltlichen und geistigen Führern die bösen Mächte zur Geltung kamen und begannen nach dem Gott in sich selbst und nicht beim König oder Papst zu suchen.

Im zweiten christlichen Jahrtausend begann die Wiederholung des Moses-Zeitalters. Während Moses nach dem Welten-Ich in der äußeren physischen Natur suchte, wurde nun der Blick nach innen gerichtet und es erschienen die starken Offenbarungen der Mystiker. In ihnen sprach das Welten-Ich mit der gleichen Macht, mit der es äußerlich über die Elemente zu Moses sprach. An der Grenze zwischen den Wiederholungen beider Zeitalter erschien das Bogomilentum. Die wieder inkarnierten Jungfrau Sophia und der Evangelist Johannes gingen nach Weliki Preslav und begründeten durch den als Bojan Maga wieder inkarnierten Dionysios Areopagita (der nun in Bulgarien reinkarniert ist) jenen Impuls, der eine neue Synthese der Heiden und Weisen unter den Bedingungen der herabsteigenden kosmischen Intelligenz verwirklichte. Die Individualität von Dionysios Areopagita schaut immer weit voraus und deshalb musste sich die Menschheit durch das Bogomilentum auf das nach dem 15. Jahrhundert einsetzende Zeitalter der Bewusstseinsseele vorbereiten. Dieses Zeitalter charakterisierte sich durch den tiefen Herabstieg des Menschen, dem die kosmische Intelligenz in den Nerven-Sinnes-Apparat eingeprägt worden war, zum Materiellen. Einerseits galt es, den geistigen Blick auf die uns umgebenden Elemente zu bewahren und das war die Aufgabe des im Schoß des Bogomilentums entstandenen Rosenkreuzertums. Andererseits musste das mystische Prinzip in individualisierender Weise tief in der Seele wirken. Das war eine Synthese des vergangenen Zeitalter Salomos, in dem der Mensch auf das Christus-Verständnis vorbereitet wurde, mit dem Moses-Zeitalter, in dem der Mensch durch die Entdeckung des Erlösers in seiner Seele sich vor dem übermäßigen Versinken in der Materie geschützt werden sollte. Das Soziale und das Individuelle manifestierten sich im Bogomilentum auf einer neuen Stufe der Synthese, die unter den damaligen geistig-physischen Bedingungen möglich war. Als Beinsa Douno sagte, dass Bojan Maga und der Pope Bogomil zwei „Erzengel“ sind[2], so heißt das, dass in ihnen das individualisierende Prinzip wirkt, das aber im Namen des Gemeinschaftlichen, also des Sozialen wirkt. Indem der Mensch die Dinge versteht und erkennt, was die Aufgabe des vergangenen Zeitalters Salomos war, zeigt er sich als Engel und wenn er sich selbst, seine Selbständigkeit erkennt, wirkt er als Erzengel.[3]

Trotz des Bogomilen-Werks verwandelten sich die Imaginationen der Weisen aus der Zeitenwende während der Wiederholung des mosaischen Zeitalters in die lebensferne Astronomie, die auf dem abstrakten Denken basiert, welches sie sich des Gehirns als physisches Instrument bedient. Das prophetische Hören auf das Herz, das den Hirten eigen war, verwandelte sich in die sinnliche Beobachtung, in das äußere Experiment zum Erkennen der uns umgebenden Natur. Die Naturwissenschaft wurde zu einer vorherrschenden Wissenschaft und die Pädagogik verlor jegliches Verständnis für das Wesen des Menschen. Die Verwüstung der Seele nahm bedrohliche Maße an. Es erschien die dritte Form des Imperialismus, die aus dem englischen Parlamentarismus entstand. Auf den Vorderplan trat das Wahlsystem mit dem Streben nach Demokratie. Einerseits erfordert das Zeitalter der Bewusstseinsseele die Durchsetzung des individuellen Prinzips, andererseits ging die soziale Ordnung zum Ausbau nach der Meinung der Mehrheit über. Während in der zweiten Etappe des Imperialismus das griechisch-lateinische Element vorherrschend war, wobei wir nicht die Beteiligung der Bulgaren an dem Prozess vergessen dürfen, ging nun die Vorherrschaft zum britischen nationalen Imperialismus über, wobei  wir nicht den französischen, spanischen, niederländischen, portugiesischen, russischen Imperialismus vergessen dürfen. Die Macht des „Gesalbten“ wurde bis zu einem hohen Maß zur Dekoration und der Imperialismus manifestierte sich in der leeren Floskel, die mit der Wirklichkeit identifiziert wurde – und immer noch identifiziert wird. Es begann die Phrasendrescherei, die sich als die Wirklichkeit ausgab und eigentlich eine Lüge war, die in einer oder anderen Form in Erscheinung trat. Die übrigen europäischen Völker haben den britischen Parlamentarismus begeistert aufgenommen und ihren nationalen Besonderheiten entsprechend angewendet. Dabei begriffen sie nicht, dass sie auf diese Weise der Unterordnung unter die englische Herrschaft Bahn brachen. Aus Rom und Spanien kam der Impuls der universellen Theokratie und das französische Element in der Politik gab das Universelle in der Diplomatie, ohne sich um das eigene Volk sonderlich zu sorgen. Gesetzmäßigerweise führte das zur Revolution von 1789. Während die romanischen Völker allmählich zu einem Schatten dessen wurden, was sie in der vierten Kulturepoche darstellten, stellte England mit der Industrialisierung und dem Handel die Welt unter seine Kontrolle.

Im englischen Element erlebt die Menschenseele sich selbst völlig auf dem materiell-physischen Plan. Daher kommt sein Anspruch auf die universelle Herrschaft in Handel und Industrie. Das ist in das Weltenkarma eingetragen und unterliegt weder Sympathien noch Antipathien. Es kann nicht als gerecht oder ungerecht gedeutet werden, denn es ist eine historische Weltnotwendigkeit. Im englischen Element spürt die  Bewusstseinsseele den anderen als Wettbewerber im physischen Dasein. Deshalb wirkt in den englischsprechenden Völkern das instinktive Streben, das aus der Bewusstseinsseele kommt und danach strebt, den Menschen auf die eigenen Beine zu stellen. Das bringt die Politik auf den Vorderplan. Doch der Instinkt ist immer selbstliebend und bei diesen Völkern stimmen die Selbstsucht und die politischen Ziele völlig überein, ohne dass ein Gefühl der persönlichen Schuld vorhanden ist. Es ist eine Illusion zu erwarten, dass die britische Politik moralisch handelt! England hat doch keine Freunde, sondern Interessen[4].

Das Gleiche gilt auch für das Kind des englischen Imperialismus – den amerikanischen Imperialismus, der in der neueren Zeit die Welthegemonie als etwas Selbstverständliches anstrebt. Doch das ist der Ausdruck der ahrimanisierten Bewusstseinsseele. Und wenn der Angloamerikanismus im unerlaubten Spiel um die Weltvorherrschaft über das Medium der Freimaurerlogen okkulte Mittel verwendet, so ist das im materialistischen fünften Zeitalter etwas Fürchterliches, denn es stammt von der zweiten Phase des Imperialismus mit seinen Symbolen und Zeichen, die die Freimaurer nicht mehr verstehen. Aus dieser unerlaubten Ehe wird die leere Phrase nicht nur nicht in den Geist verwandelt, wofür die englischsprechende Welt verantwortlich ist, sondern es hat die neue äußerst schreckliche Form des Imperialismus hervorgebracht  – die sowjetische. Bei dieser Form wurden die einzelnen Völkern Sowjets (‚Räten‘) gleichgesetzt, die von einem vergötterten Führer regiert werden, der zum Gefäß der Widersachermächte geworden war. In seiner Schrift „Staat und Revolution“ versuchte der Führer Lenin, der mit seinem völlig ahrimanisierten Gehirn dachte, den Weg in die Zukunft zu weisen, indem er etwa sagte: „Der Staat ist ein Kind der Bourgeoisie und deshalb ist er etwas Schlechtes, mit der Diktatur des Proletariats werden wir die Bourgeoisie zerstören und dann eine neue Menschenart schaffen – den Kommunisten -, der nach seinen Fähigkeiten arbeiten und nach seinen Bedürfnissen verbrauchen wird, um den Staat überflüssig zu machen.“ Was danach sein wird, weiß keiner.

Es waren wieder die dunklen Logen diejenigen, die die Erscheinung der anderen Art von Sozialismus in Deutschland inspiriert haben – den Nationalsozialismus, damit sie ihn zum Zusammenprall mit dem internationalen sowjetischen Imperialismus verleiten konnten. Die Ansichten Lenins und Hitlers widerspiegelten den vollen Zusammenbruch der Spiritualität und ihre Verwandlung in eine Ideologie. Alles wurde zur Ideologie, d.h. es wurde der Wirklichkeit entleert, unabhängig davon, ob es um Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik oder Religion geht. Unter diesem Umstand begann der Mensch, die physische Welt zu verlassen und hat sich mit dem Erscheinen von Elektrizität und Magnetismus in die unterphysischen Welten begeben. Er ist sogar bis zur Atomenergie und den heutigen Technologien heruntergekommen, die virtuelle Welten schaffen. Dieser Übergang zum Illusorisch-Ahrimanischen ist die Folge eines grandiosen Prozesses, der sich im Menschen seit Mitte des 19. Jahrhunderts in einer ihm unbewussten Art entfaltet. Er besteht darin, dass der Ätherleib sich allmählich vom physischen Leib löst und uns zum kleinen Hüter der Schwelle führt. Das trennt das Leben von Denken, Fühlen und Willen in der Seele und sie beginnt, sich als dreifach zu fühlen. In der vierten Kulturepoche wurde die Zwiespalt in der Verstandesseele zwar auch dramatisch erlebt, doch die Seele blieb in hohem Maße in Einheit. Zukünftig wird ihre Dreispaltung zu immer anwachsender Nervosität, Ausweglosigkeit und zum Chaos im Menschen führen. Diese Symptome sehen wir schon jetzt deutlich auftreten.

Die Harmonie im einheitlichen sozialen Organismus  kann durch den Übergang zu dessen Dreiteilung erreicht werden, was Steiner schon vor 100 Jahren empfohlen hat. Die Menschheit hat seine Stimme nicht gehört, da sie unvorbereitet war. Es wirkten auch die zahlreichen und verschiedenen dunklen übersinnlichen Kräfte der Verwirklichung der neuen sozialen Ordnung nach dem Maß des heutigen Menschen entgegen. In vielen Mitgliedern der angelsächsischen Geheimgesellschaften und in manchen Führern der religiösen westlichen Sekten wirken Wesenheiten mit einer verfrühten Entwicklung, die erst auf einer nächsten Etappe Menschen werden müssten[5]. Ihre Gefäße sind keine rechten Menschen, da sie zu Werkzeugen für die Inkarnation dieser Wesen auf der Erde werden und die Menschen zu einer entstellten Form der Spiritualität führen. Es gibt drei Gattungen von übersinnlichen Wesen, die sich in den Menschen durch seine verschiedenen Systeme  verkörpern[6]. Die erste Gattung geht durch das Stoffwechselsystem in den Menschen ein und sie besitzt die besondere Anziehungskraft zu den elementarischen Kräften der Erde. Diese Geister begleiten den westlichen Menschen bei der Kolonisierung verschiedener Territorien und fördern die Durchsetzung des Handels, damit kein selbständiges Wirtschaftsleben im sozialen Organismus herausgebildet werden kann. Hinter der Kolonisierung Bulgariens durch internationale Handelsketten stehen auch solche Wesenheiten. Die zweite Gattung von Wesenheiten existiert durch das rhythmische System und sie verengt das Bewusstsein, damit die Bewusstseinsseele nicht zur Geltung kommen kann. Diese Wesen wollen die Entstehung eines selbständigen Staatslebens verhindern. Sie stehen hinter der Sucht, die sich unter den Menschen verbreitet, keine Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen, sie verbreiten die Oberflächlichkeit, Phrasendrescherei und Lüge. Die dritte Gattung von Wesenheiten inkarniert sich durch den Nerven-Sinnes-Apparat. Sie verhindern den Menschen, seine individuellen Fähigkeiten zu entfalten und zu einer freien Individualität zu werden. Stattdessen verwandeln sie ihn in eine Schablone. Indem die westlichen Menschen unter die Attacke dieser drei Arten von Wesenheiten geraten, werden sie in ihrem freien Willen angegriffen und die soziale Dreigliederung wird zusammengeschnürt.

Im Unterschied zum westlichen Menschen befindet sich der östliche Mensch in einem Zwiespalt – einerseits lebt er mit dem Erbe des alten spirituellen Elementes, das ihm im Nacken sitzt, andererseits wirkt auf ihn dasjenige, was aus der gegenwärtigen Menschheitsentwicklung kommt – „das Drängen zur Individualität hin“[7], das zum Verfall führt und ihm die Möglichkeit raubt, ein Vollmensch zu sein.

Dieser Zwiespalt wird durch die Wirkung  dreierlei zurückgebliebener Wesenheiten bewirkt, die ihre Vollkommenheit früher erreicht haben, doch dann zurückgeblieben sind. Sie sind eine Art Hierarchiewesen, die aber sich im östlichen Menschen nicht inkarnieren, sondern ihm bei mediumistischen Seancen oder nachts erscheinen. Tagsüber erlebt der Mensch die Folgen ihrer nächtlichen Einwirkungen. Die erste Art stellt sich dem Wirtschaftsleben entgegen, wie es im dreigliedrigen sozialen Organismus sein sollte und erlaubt dem Menschen nicht, sich mit den äußeren Verhältnissen der Wirklichkeit zu verbinden. Die zweite Art bringt eine Art unegoistischen Egoismus mit ein, der eine raffinierte Form hat, welche bei den östlichen Menschen oft vorkommt. Sie erscheint als entwickelte Selbstlosigkeit und Selbstentsagung, hinter denen jedoch feiner Egoismus steckt. Solche Personen sind bestrebt, geradezu Übermenschen zu werden, die in höchstem Maße gut sind, doch tief in ihrer Seele hat sich die luziferische Selbstsucht eingenistet. Die dritte Gattung Wesenheiten verbreitet eine seelisch-mystische Atmosphäre, die das geistige Leben von den Menschen und der Erde fernhält. Auf diese Weise machen die drei Gattungen von Wesen den Menschen blind für die Spiritualität und die soziale Dreigliederung und er bleibt ohne freien Willen.

Der Mitteleuropäer hat eine verwirrte Seele. Auf sie wirken die westlichen Geister durch die Beeinflussung der Bedürfnisse, Instinkte, die in seinem Willen leben. Nachts erscheinen ihm auch die östlichen Geister in Imaginationen, aber sie bleiben meist unbewusst. In der Mitte zwischen der Vernunft des Westens und den Offenbarungen des Ostens hat der Mitteleuropäer die Erinnerung an das eigene Wesen verloren. Für ihn und auch für die im Osten wohnenden Menschen ist es äußerst schädlich, die westliche Kultur in jeglicher Lebenssphäre nachzuahmen, da sie etwas nachahmen, für das sie keinen Instinkt besitzen und es nicht erleben können. Der westliche Mensch hat eine instinktive Neigung zum mechanischen, materialistischen Okkultismus, deshalb ist er auch führend im Bereich der Technologien. Der Mitteleuropäer besitzt von Geburt an einen Instinkt zum hygienischen Okkultismus – nicht von ungefähr erschien die Anthroposophie im Germanentum. Der Slawe hat von Geburt an eugenische Fähigkeiten, auf die sich später die neue Reproduktionsart der sechsten und siebten Kulturepochen gründen wird.

Nach diesem Umriss der vergangenen Entwicklung wollen wir schauen, wie der Zeitgenosse, vor allem der Europäer seine Probleme im gegenwärtigen Moment zu lösen versucht, um danach auf den Ausweg aus dieser Situation hinzuweisen. Es gibt einen Streifen, der große Gebiete umfasst und Gefahren mit langwierigen Folgen für die Menschheit birgt. Wenn wir im Ural beginnen, über die Ostukraine und die Halbinsel Krim gehen und weiter zum Kaukasus über das Schwarze Meer hinunter zur Türkei, von dort zum Mittelmeer und Syrien kommen, weiter über Israel nach Medina und Mekka nach Saudi-Arabien gelangen, so sehen wir, dass das alles Gebiete sind, die große Spannungen bergen, welche auf ihre Lösung warten. Steiner sagte[8], dass nach dem vierten Jahrhundert n.Chr., als die Vorstellung vom Pleroma und der dreifachen Sonne abhanden kam, eine Decke sich erhob, die durch die erwähnten Gebiete verlief und als Wand Europa von Asien trennte. Auf der Grundlage der Logik und der Begriffe der irdischen Welt musste der Europäer das rationale Denken entwickeln, das ohne das Sehen in die geistige Welt auskommt. Doch in die reine Anwendung der Vernunft mischte sich das luziferische Streben nach dem Irdisch-Menschlichen ein. Deshalb entwickelte sich in der Astralwelt etwas, was im Bestreben von Menschen wie Giordano Bruno und Galilei nach dem zur Sinneswelt gerichteten Denken hin wirkte. Das brachte Wollust und ein gutes Selbstwertgefühl im Menschen zustande, die zur Nahrung für manche Astralwesen wurden. Diese Wesen haben den Denkprozess dermaßen ergriffen, dass er mit der Zeit die Raffiniertheit erreichte, die im Marxismus und den von ihm inspirierten Gestalten wie Lenin ihren Ausdruck fand.

Auf der anderen Seite der „Wand“ manifestierten sich in den Gebieten von Sibirien, Zentralasien bis hin zum fernen Osten die letzten dekadenten Reste des Schauens des Pleromas. Dort entstand eine Antikultur, die gänzlich auf das Irdisch-Physische gerichtet war und Idolen in Form von Steinen, Holzklötzen usw. diente. Diese Form des Schamanismus war die schlechtestmögliche Art, das geistige Weben des Pleromas in die physische Welt zu übertragen. So wurden schreckliche geistige Wesenheiten auf den Plan gerufen, die „in ihrer ätherisch-astralischen Bildung zwar über dem Menschen stehen, aber in ihrer Seelen- und Geistesbildung unter dem Menschen zurückgeblieben sind“[9] und ihn infizieren konnten. Deshalb erschien aus den finsteren Tiefen Asiens im 13. Jahrhundert Dschingis Khan, der das christliche Europa erobern wollte.

Indem die alten Bulgaren in den vorchristlichen Zeiten die Natur beobachteten, sprachen sie über die in den irdischen Aufbau verwobenen Faune und Satyrn. Im dritten bis vierten Jahrhundert n.Chr., als das Hellsehen noch atavistisch war, zogen sich diese Wesen in die erwähnten Gebiete zwischen Ural, Wolga und Kaukasus zurück, die zu ihrem Wohnort wurden. Dort befand sich einst das alte Großbulgarien und die Bulgaren konnten das Gegenüberstehen der dunklen und hellen Wesen in der uns nächsten geistigen Welt schauen. Dieses Gegenüberstehen stand auch vor dem geistigen Blick der thrakischen Bulgaren, die die Balkanhalbinsel bewohnten. Deshalb wurden in den späteren christlichen Jahrhunderten der ersten Hälfte des Mittelalters  Menschen, welche besonders stark berührt wurden von dem Gegensatz der guten und der bösen kosmisch-geistigen Mächte, ‚Bulgaren‘ genannt. [10] Sie waren für die West- und Mitteleuropäer die Ketzer, vor denen sie  Angst hatten und die die offizielle Kirche bekämpfte, während in der europäischen Bevölkerung das erwähnte luziferische Denken entwickelt wurde, das zur lebenswichtigen Luft für die jeweiligen luziferischen Wesen wurde.

Östlich der Wand wurden die ahrimanischen Wesen weiter durch die geerdete Magie genährt. Aber die Wesen auf beiden Seiten der Wand überwanden sie, um in der Astralwelt die kosmische Feuerehe zu vollziehen. Das waren die früheren Faune und Satyrn, die metamorphosierten und nun neue Aufgaben erfüllten. Ihr Unterteil war verwildert wie bei einem Bock und nach oben hin hatten sie ein ungemein intelligentes, luziferisiertes Haupt[11]. Geht man vom Westen ostwärts zum Ural und Wolga, erhält ihr Unterteil ein wolkenähnliches Aussehen und scheint zu verschwinden. Es bleibt ein raffinierter Kopf. Wenn man hellseherisch ihre Bewegung in umgekehrte Richtung verfolgt, so Steiner[12], sieht man, dass ihre Bocksnatur einem Bären ähnlich wird und sie ihr Haupt verlieren. Die Menschen werden astralisch von diesen Wesen durchzogen, die sie verführen und zur geistigen Umnachtung oder zum raffinierten Größenwahn führen. Die entlang der Wand lebenden Menschen sind verpflichtet, die Gefahr einer solchen Führerschaft zu bemerken, anderenfalls werden sie weiter in dieser erstickenden geistigen Atmosphäre verweilen, die zur Ausweglosigkeit des luziferischen Blickes in die Vergangenheit und des ahrimanischen Blickes in die Zukunft treibt. Beide begegnen einander in einem komplizierten Knoten in der Gegenwart. Während in der vierten Kulturepoche die beiden den Menschen bedrohenden Mächte sich unmittelbar vor seiner Seele begegneten und sich gegenseitig ausglichen, haben sie in der fünften Kulturepoche einen Bund in der Außenwelt geschlossen und binden einen Knoten, bevor sie die Seele erreichen. Der Mensch kann sie im Knoten nicht auseinanderhalten und  ist machtlos, ihn zu entwirren. Wir sehen doch heute klar, was entlang dieser Wand durch den “Bären“ Putin und dem „Padischach“ Erdogan geschieht. Der erstere führt das russische Volk zur Wiederbelebung des panslawischen eurasischen orthodoxen Imperialismus und der letztere – zum mohammedanischen Neo-Osmanismus. In der gegenwärtigen michaelischen Zeit ist es für beide Völker zerstörend und erinnert uns wie im 20. Jahrhundert der internationale sowjetische Imperialismus und der deutsche Nationalsozialismus eine todbringende Ehe geschlossen haben, um dem Christentum das Grab zu bereiten und anschließend  aneinander bekämpften. Wir sehen die absurde Ehe zwischen den Erben der alten Feinde – des russischen und des osmanischen Reiches. Heute verbinden sie sich durch Gasleitungen, bauen Atomkraftwerke, in Moskau wurde eine Riesenmoschee eröffnet, es wurde die Aufteilung Syriens verhandelt, die westlichen Länder wurden aus jedem Anlass angegangen usw. Unter dem Einfluss der metamorphosierten Faune und Satyrn werden sie zur leichten Beute für sie und für andere Wesen, die in jedem Menschen wirken –  Dämonen, Gespenster und Phantome. Woher kommen sie?

Wenn wir von guten Gedanken erfüllt sind, erzeugen wir gute Dämonen in unserem Astralleib. Wenn wir trügerischen Gedanken, Vorurteilen und dummen Modetrends nacheifern, etwa der Tätowierung, oder unsere Meinung den anderen aufzwingen wollen. So wird der Astralleib von widerlichen dämonischen Bildern erfüllt. In den Gerichten, Restaurants, bei spiritistischen Seancen ist es voll mit ihnen. Wir sondern sie nachts ab, wenn das wache Tagesbewusstsein fehlt. Andere Wesen sondert unser Ätherleib ab – die sog. Gespenster. So entstehen infolge der Verfassung schlechter Gesetze, der Existenz schlechter Institutionen in der sozialen Sphäre usw.

Doch alles wird auch dem physischen Leib eingeprägt. Er sondert Phantome ab, die der physischen Wahrnehmung am nächsten sind. Selbst die unschuldigste und harmloseste Lüge führt dazu, dass nachts Kopien der Körperteile oder sogar des ganzen Körpers abgesondert werden. In der Luft schweben Armteile, Beinteile, Köpfe, innere Organe, die eine gewisse Intelligenz besitzen, jedoch keine moralische Verantwortung haben. Deshalb sind sie viel schädlicher für den Menschen als die Bakterien und Bazillen. Morgens sind sie die ersten, die auf den Menschen zuströmen, wenn sein Ich und Astralleib in den physischen Leib zurückkehren, um seine Entwicklung aufzuhalten. Das Zurückbleiben in der Entwicklung bedeutet, dass der Mensch in sich, vor allem in das Blut, die notwendige Substanz der fünften Kulturepoche mit den ihr eigenen Kräften aufnimmt. Er wird krank und trägt diese Wesen als giftige Formphantome in sich, die in seinem Körper koagulieren und aggressive Instinkte hervorbringen. Der Mensch wird zu einem unglücklichen, schrulligen Neurastheniker. Das führt zu allgemeiner Erkrankung der Kultur, die vom abgelagerten Gift verursacht wird, welches im Menschen zur physiologischen Grundlage seines Lebens geworden ist.

Das äußere Leben wird immer bequemer und gesünder, aber das innere wird leerer und die Menschen wissen nicht, was sie mit sich anfangen sollen. So beginnen sie, jegliche Abartigkeiten für normal zu halten. Wir haben gesehen, wohin der linke Globalismus führte, der jetzt nach dem Pendelprinzip durch den rechten Globalismus ersetzt wird. Doch die Unterschiede zwischen beiden werden verwischt.

Im 19. Jahrhundert hatte der Begriff einer rechten Partei noch einen vernünftigen Sinn. Eine solche Partei besaß ein genau umrissenes Programm, dem das Programm der linken Partei gegenüberstand. Nach der Vertreibung der dunklen Geister aus der Astralwelt (1914) haben diese Programme keine Bedeutung mehr. Seitdem bekämpfen sich die Schatten des Linken und Rechten in der Politik. Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus sind nur Worte, die den Menschen vormachen sollen, dass die Regierenden ihnen das Paradies auf Erden aufbauen würden, was bedeuten würde, in den Institutionen des physischen Plans Vollkommenheit zu erreichen. Doch der physische Plan selbst ist unvollkommen, er besteht aus  „Ruinen des Geistes“. Wie kann die Ruine vollkommen sein?!

Christus sagte, dass das Reich Gottes mitten unter uns ist (Lukas 17:21). Dieses Reich ist das Ich. Im 20. Jahrhundert hat der Mensch gänzlich die Richtung verloren, die zum Erlöser führt und das Leben wurde gnadenloser. Die Demokratie und der Parlamentarismus bleiben immer noch als Hoffnungsschimmer, dass sich etwas ändern könnte. Der Parlamentarismus ist ein Weg für die Persönlichkeit, zur Geltung zu kommen, doch wenn es zur Abstimmung kommt, gerät der Angeordnete in die Falle der Gleichmacherei. Das geistige Leben wird unterjocht und die Persönlichkeit verschwindet. Vielmehr wollen die Volksvertreter bei der Zusammenkunft im Parlament immer die anderen überrumpeln und über sie herrschen. Die Demokratie steuert also ihrer eigenen Vernichtung zu und wird durch eine Form von Autokratie oder Diktatur ersetzt.

Nun versucht Europa, durch die Europäische Union zusammengeschweißt zu bleiben, obwohl England das Schiff verlassen hat und der Nationalismus in vielen der Mitgliedstaaten sich erhebt. Es ist klar, dass sich Europa in einer Krise befindet, die an die Krise des späten Römischen Reichs erinnert, aber unter anderen Bedingungen und in einer anderen Form auftritt. In jenem Reich kam das Christentum in der hebräischen Seele, dem griechischen Geist und dem römischen Leib hervor und hat alles in ihm Existierende verändert. Von den Drei sind jedoch nur Schatten geblieben, die mit unterschiedlicher Stärke und Intensität weiter wirkten. Der römische Imperialismus fand seinen Niederschlag im Katholizismus, der entstanden ist, der griechische Geist – in der Naturwissenschaft und das Hebräische lebte in der Freimaurerei weiter. Heutzutage braucht Europa etwas anderes, was es von Grund auf verändert, da die drei Schatten tief in sein Inneres eingedrungen sind und eine gefährliche Metamorphose erfahren. Die Wandlung wird nicht von den luziferisierten humanistischen Papst-Botschaften, den ahrimanisierten Plänen des jugendhaften Macron zur Reformierung der Europäischen Union,  oder von dem italienischen Populismus und dem Konservatismus von Orban und  Marine le Pen kommen. Jede Berufung auf die Traditionen ist geistige Machtlosigkeit, denn die Traditionen können nicht die weiter vorwärts geschrittene Weltentwicklung aufhalten und sich ihr anpassen, wenn sie nicht in rechter Weise metamorphosieren. Heutzutage befindet sich der Mensch  im Zeitalter der sich befreienden Bewusstseinsseele, aber er ist noch in der Unfreiheit der Verstandesseele versunken, wo er nach Heilung sucht. In dieser Situation gibt es drei Strömungen, die eine entscheidende Bedeutung für die heutige Kultur haben – die Weltherrschaft des Angloamerikanismus im breiteren Sinne, die Vereinigung der Völker und das Streben, den Weltprozessen ein soziales Gesicht zu verleihen.

Der schwächelnden Vorherrschaft des Angloamerikanismus stehen China, Russland, die Türkei und viele weitere Regionalmächte gegenüber, doch sie sind nicht die wahre Alternative und tragen auch den Tod in sich. Der Völkervereinigung auf der Grundlage des Humanismus stellt sich der nationale Egoismus entgegen und die Weltorganisationen sind nur das Werkzeug der amerikanischen Vorherrschaft, aber sie zerfallen mit schnellem Tempo von innen. Und die Anhänger der zahlreichen sozialen Bewegungen sind von der wahren Spiritualität weit entfernt. Sie wenden lediglich wirtschaftliche und rechtliche Mittel an, um das Problem im einheitlichen sozialen Menschheitsorganismus zu lösen. Durch Werkzeuge, die dem Bereich des Todes entstammen lässt sich der Tod nicht besiegen. Und der Tod ist im Bewusstseinszeitalter überall – im reflektierenden Denken, in Politik, Technik, Finanzwesen, im Prinzip des Nationalen usw. In diesem Reich des Todes gewinnt das Böse an kolossaler Macht und etwas muss sich ihm widersetzen. Mit dem paulinischen Christentum konnten die Menschen in der vierten Kulturepoche verstehen, dass im Christus-Impuls etwas liegt, was sie auch über den Tod hinaus mitnehmen können. Damals wurde der Tod innerlich erlebt, doch in der fünften Kulturepoche erleben wir Geburt und Tod äußerlich und das Böse – innerlich. Nur wenn wir das Böse zur Arbeit zu Gunsten des Guten einspannen, werden wir dem Ende des 19. Jahrhunderts erneuerten Mysterium von Golgatha und dessen Fortsetzung von 1936[13] begegnen, um den ätherischen Christus zu sehen und Ihn in den nächsten 3000 Jahren mit unserem Verstand zu verinnerlichen. Das wird erst jetzt möglich und deshalb besteht der Sinn der gegenwärtigen Zeit in der Vorbereitung der sechsten Kulturepoche, wenn das Böse äußerlich auf den menschlichen Gesichtern sichtbar sein wird. Trotzdem hat die gegenwärtige Kulturepoche eine Hauptbedeutung in der ganzen fünften Wurzelrasse, da der große Übergang vom reflektierenden Ich zum individuellen Ich ansetzt. Die Bedeutung der ganzen Evolution von der alten Saturnzeit bis zum heutigen Zeitpunkt besteht im Erleben dieses Übergangs durch die Bewusstseinsseele. Für sie ist es erforderlich, die dunklen Widersachermächte gründlich zu kennen, um durch ihre Impulse zu gehen und zum vollwertigen Gebrauch seines Bewusstseins zu kommen, was für immer die Pforte zum Geist aufmachen wird. Unsere Zeit erfordert eine starke Beherrschung der Person, gegen die die ahrimanische Attacke mit der Angst gerichtet ist. Sie erfordert auch ein starkes Gefühl für die Wahrheit, deshalb kommt der luziferische Angriff zu Gunsten der Lüge.

Wie bereits hingewiesen, sind die beiden dunklen Mächte verknotet und werden von der mächtigen, die Seele und das Ich zerstörenden Tätigkeit der schrecklichen Asuras unter der Führung Sorats unterstützt. Vor unseren Augen wird auf dem Erdenplan eine alles entscheidende Partie Schach gespielt, in der die hellen und dunklen Mächte durch den Menschen ihren Zweikampf austragen. Es ist die Große Schlacht auf Erden im Gange! Der schwarze König ist Sorat, der von den anderen geschützt wird. Seine Königin, die ein Gruppenwesen ist, das aus den drei Widersachermächten besteht, kann komplizierte Bewegungen ausführen, wenn sie die Beziehung ihrer Unterordneten untereinander herstellt. Die Läufer sind die luziferischen Mächte, die Springer – die ahrimanischen und die Türme – die Asuras, die als Einzige das Privileg einer Rochade mit dem König genießen, da sie wie er selbst das menschliche Ich angreifen, obwohl ihre Handlungen durch die Bewusstseinsseele und den physischen Leib gehen. Vorne sind die Bauern die Menschen -, die sich als Kanonenfutter in den Dienst Sorats gestellt haben.

In Einzelfällen kann eine der Spielfiguren tief in das Feld der Weißen eindringen und „wegen Verdienste“ zu einer bedeutenden Figur werden. Doch das ist illusorisch, denn ohne die Meisterung des individuellen Ich kann kein Mensch zu einem Hierarchiewesen aufsteigen.

Den schwarzen gegenüber stehen die weißen Figuren. Dort ist der König Christus und die Königin – die Himmlische Sophia. Die Läufer, Springer und Türme sind die Wesen der drei Hierarchien. Die Bauern sind die fortgeschrittenen Seelen, die an der Grenze zu den Hierarchiewesen stehen und  durch das tiefe Eindringen in das Feld der Dunklen zu Hierarchiewesen aufsteigen können. Sie schützen den König-Christus in Seiner Pracht.

Im Kampf werden die dunklen Mächte von jenem Wesen mit ätherischer Individualität und starker ahrimanischer Natur unterstützt, das laut Steiner nicht zur physischen Inkarnation kommt, doch in der Sphäre bleiben will, in der die Zweite Wiederkunft auch zukünftig stattfinden wird. Dieses Wesen wird dort in der ganzen fünften und sogar in der sechsten und siebten Kulturepoche bleiben und es will von den Menschen für Christus gehalten werden. Es wird die Menschheit zu einem Gespensterreich führen, das unmittelbar unter der Erdoberfläche im festen und flüssigen Element entstand – also in jener Sphäre, in der zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert die unterirdische Schule Ahrimans bestand. Die Menschen, die dieses Reich besiedeln, werden die ahrimanische Unsterblichkeit erreichen – eine tiefere, untermenschliche Evolutionsstufe. Dann werden weder sie noch die Erde vergeistigt, d.h. ätherisiert werden können. Zum Erreichen ihrer Ziele wirken die dunklen übersinnlichen Wesen Hand in Hand mit manchen westlichen okkulten Bruderschaften zusammen, die Manipulationen mit den Toten betreiben. Die ungelösten Ätherleiber der Neophyten wirken nach dem Tod auf der Erde als Gespenster. Also gibt es Logen, zu denen Lebendige und Tote gehören. Mit diesen ahrimanisierten menschlichen Ätherleibern strebt man die Eroberung der Äthersphäre für das besagte ahrimanische Wesen an, das die Logen „Christus“ nennen.

All das ist natürlich auch gegen jenen Ätherleib von Christian Rosenkreutz gerichtet, der nach dem Mysterium von Arbanassi im 13. Jahrhundert[14] dermaßen spiritualisiert wurde, dass er seitdem ganz bleibt und sich mit jedem verbindet, der die erhabenen Geheimnisse des Mysteriums von Golgatha und das jetzigen Mysterium des ätherischen Christus zu verstehen sucht. Nach seinem Herabstieg auf die Erde in 1378 wurde Christian Rosenkreutz 1413 35 Jahre alt. Mit diesem Lebensjahr beginnt die Siebenjahresperiode im Leben, in dem der Mensch sich in seiner Bewusstseinsseele bewusst wird. Genau im Jahr 1413 begann auch die fünfte Kulturepoche der Bewusstseinsseele. Der in Arbanassi erreichte Ätherleib ist eine Art Urbild für den allmählichen Wandel, den der Mensch in seinem Ätherleib vollziehen muss, damit dieser Ätherleib zu einem Teil vom ätherischen Shamballa wird und eine Begegnung mit dem ätherischen Christus zustande kommt. In den dunklen Logen, die den materialistischen Okkultismus praktizieren, weiß man sehr wohl, dass die Seele als geistige Substanz nach dem Tod vom Astralleib getragen wird und unvermeidlicherweise in die höheren Sphären aufsteigen soll. Das würde die ahrimanische Unsterblichkeit unmöglich machen. Deshalb kommen diesen Logen bestimmte ahrimanische Elementargeister zu Hilfe, die unter der Herrschaft der in der dritten Kulturepoche zurückgebliebenen ahrimanisierten Engel stehen, die damals den durch ihre Sphäre auf Seinem Weg zur Inkarnation auf der Erde niedersteigenden Christus verlief. Sie inspirieren die materialistischen Impulse und Wünsche, damit die Sinneserlebnisse in der physischen Welt unter der Führung Ahrimans unsterblich zu machen. Sie halten Ahriman für mächtiger als Christus und sollen aus der Substanz der ungelösten Ätherleiber einen neuen Ätherleib für die jeweilige Seele aus der Loge schaffen. Dadurch könnte diese Seele aber nach ihrem Tod nicht aufsteigen und sich in ihn inkarnieren, was zum Erreichen der ahrimanischen Unsterblichkeit führen würde. Das Arsenal der Einwirkungsmittel, dessen sich die Wesen der Subgeschichte[15] bedienen, ist sehr reich und kommt immer wieder zum Einsatz. Besonders gefährlich ist jener Augenblick, wenn diese Wesen im Schlaf versuchen, den Menschen mit einem falschen Ätherleib zu versorgen, dessen Substanz aus dem Gespensterreich des Gegenkreises im flüssigen und festen Element der Erde kommt. Dieser Gegenkreis erscheint als ein Gegensatz zum ätherischen Shamballa, das aus den vergeistigten Ätherleibern von aufgestiegenen menschlichen Individualitäten besteht. Manchmal gelingt das den widerstrebenden Geistern und als Folge davon gibt es Menschen, die völlig vorbereitet sind, zum sog. „künstlichen Intellekt“ überzugehen. Das ist der vollständige Austausch des Belebungsprozesses des menschlichen Denkens mit dem Gedankenäther,  dessen Ziel das Anhängen an ein Riesenwesen bezweckt. Dieses Wesen erschaffen wir alle gemeinsam, indem wir die modernen Informationstechnologien benutzen und allmählich uns selbst unter seine Kontrolle stellen.

Es begann mit dem metaphysischen Materialismus und seinen „Atomen“, „Quanten“, der Relativitätstheorie und ähnlichen sinnentleerten Begriffen, die das Ergebnis der getöteten Nervensubstanz beim reflektierenden Denken sind. Heutzutage erleben wir eine „virtuelle“ Realität, die lediglich die Widerspiegelung der Materie und schreckliche okkulte Finsternis darstellt, welche der magische Materialismus hervorgerufen hat. Eine schädliche Rolle spielen hier die Medien. Bereits vor 100 Jahren nannte Steiner den Journalismus „schwarze Magie“[16] , die mit ihren Ungenauigkeiten und offenen Lügen alles trübe macht und entstellt. Die Lüge, die heute „durch die Welt pulst“, hat „ein ungeheuer starkes Leben“.[17]

Steiner sagte auch, dass gerade dieser vergehende Inhalt der Zeitungen, der aufgenommen und weggeworfen, der nicht in das Gedächtnis eingeprägt, sondern so schnell wie möglich vergessen und tief in das Unterbewusstsein eingeprägt wird, weiter in dem wirkt, was als allgemeiner Zeitgeist, ahrimanischer Zeitgeist erscheint. Die Massenbeeinflussungen sollen etwas sein, worüber zukünftig erstaunliche Entdeckungen gemacht werden würden.”[18]

Und das sagte Steiner in einer Zeit, in der es kein Fernsehen, kein Internet, keine 5G-Technologen und keinen künstlichen Intellekt oder andere Mittel zur Massensuggestion gab. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bearbeitung des Bewusstseins durch die sog. „öffentliche Meinung“ geschieht, die vor ca. sechs Jahrhunderten als Phänomen entstanden ist und für die hierarchischen Wesen keine Bedeutung hat, sondern das Leben des Menschen im Kamaloka besonders schwierig macht, oder von der Position der „Autorität“ auf einem bestimmten Gebiet, die als Vermittler ahrimanisch-luziferischer, ja sogar asurischer Impulse fungiert. All das bewirkt das Absondern von Unmengen von Phantomen von den menschlichen physischen Leibern. Neulich erzählte mir ein Mann über seine Imagination, in der er sah, wie südöstlich von Bulgarien aus den gemeinsamen Bemühungen der dunklen Geister ein gigantisches pechschwarzes Wesen entsteht. Als „Baumaterial“ sollen menschliche Gliedmaßen, Körper, Köpfe usw. dienen. Man kann sich fragen, ob nicht der Boden für jenen „ätherischen Pseudo-Christus“ bereitet wird, der ahrimanischer Herkunft ist und den Boden des wahren ätherischen Christus besetzen soll. So könnten die Bedingungen der triumphierenden „Rückkehr“ des „physischen Christus“ vorbereitet werden, der sich uns in der Gestalt Ahrimans als der „König dieser Welt“ vorstellen wird. Die von den Medien geschaffene Lügenhaftigkeit tritt in die geistige Aura der Erde ein und in dieser Finsternis verlieren wir die Beziehung zu den Toten, mit denen wir karmische Beziehungen auf der Erde hatten. So können wir nicht die von ihnen in feiner Art ausgesandten Warnungen hinsichtlich unserer bevorstehenden Prüfungen vernehmen. Die sechste Kulturepoche wird durch die Kommunikation der Lebendigen mit den Toten kommen, wobei die Wand zwischen ihnen immer dünner wird, bis sie vollständig verschwindet. Und das bedeutet, dass der Mensch auch mit den hierarchischen Wesen kommunizieren wird, die freie Iche vor sich haben wollen und keine Marionetten. Nur solche Menschen können die Ankunft Ahrimans in ein sichtbares Ereignis verwandeln, was eine historische Notwendigkeit ist. Nur solche Menschen verwandeln sich in historische Persönlichkeiten, denn durch sie spricht Michael – der gegenwärtige Zeitgeist. Und hier gelangen wir zur Hauptfrage der vorliegenden Vorlesung – das ist das Wesen der Methodologie des Mysteriums, das wir „die Synthese der beiden christlich-esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts“ nennenund das uns auf die Begegnung mit dem Antichristen vorbereitet.

Wir wissen von der Geisteswissenschaft und es wurde in dieser Vorlesung bisher viel darüber gesagt, wie die höhere Phänomenologie des Geistes in den nachatlantischen Zeiten zum kulturhistorischen Prozess wurde, der das Ich ausbildet und den Übergang zum individuellen Ich vorbereitet. Auf dem Weg dazu sind zahlreiche Zivilisationen und Kulturen aufgestiegen und wieder verschwunden, die in jeweils unterschiedlicher Art ihre höhere Einheit in der jeweiligen Kulturepoche gefunden haben. Die Zivilisation schließt alle Faktoren des Menschenlebens auf der Erde ein – das soziale, wirtschaftliche, technische, wissenschaftliche usw. Die Kultur ist das System der Erziehung, Bildung, Sprachbeherrschung, der ästhetischen Möglichkeiten u.a. Die höchste Form des kulturellen Lebens, das ein Synonym des geistigen Lebens ist, stellt das individuelle Schöpfertum dar. Die Kultur ist der Kern, die Seele der Zivilisation und die Zivilisation ist der Leib. Nach dem Erwerb des Ich konnte der Mensch beide zu einer Einheit bringen, denn die Zivilisation selbst ist einem organischen Wesen ähnlich, das Geburt, Wachstum und Tod erlebt. Wenn sich dieses Wesen im Aufschwung befindet, arbeiten die hierarchischen Wesen mit den Menschen zusammen, die eine neue Bewusstseinsform bzw. eine neue Qualität der bereits beherrschten Form ausarbeiten. Ist die Aufgabe der Zivilisation bereits gelöst, ziehen sich die Götter in einem gewissen Sinne dorthin zurück, wo die Urphänomenologie der nächsten Zivilisation keimt und reift, indem sie die Erfahrung der alten Zivilisation berücksichtigend die Entwicklungsgesetze der neuen vorbereiten. Die alte Zivilisation lassen sie sterben und sie gerät unter die Attacken der zurückbleibenden Wesen der Subgeschichte. Mit seinem niederen Ich kann der Mensch ihnen kaum widerstehen, weshalb der Untergang einer Zivilisation mit viel Leid verbunden ist. Je länger ihr Todeskampf dauert, desto größer werden die Leiden. Das zeigt auch die Erfahrung des Römischen Reichs. Die ahrimanische Herrschaft beim römischen Imperialismus verließ sich darauf, dass sie durch die zentralisierte Staatsmaschinerie die ganze menschliche Tätigkeit in Rom und den eroberten Gebieten unterordnen und sie im blinden Gehorsam und der vollständigen Auslöschung jeglicher Individualität zementieren würden. Dem haben sich der starke Egoismus der Römer, ihre Rücksichtslosigkeit und ständige Gefühlausbrüche widersetzt. Damals waren die Menschen mit der Ausbildung ihrer Verstandesseele beschäftigt, doch viele von ihnen waren noch Gefangene ihrer Empfindungsseele. Deshalb war der ahrimanische Einfluss auf den Verstand noch nicht so zerstörend. Je höher das Wesensglied, das der Mensch entwickelt, desto größer können die Schäden sein, wenn es nicht in rechter Weise angeeignet wird.

Mit dem Anbruch der fünften Kulturepoche, als die kosmische Intelligenz erhalten wurde, hat der Abbruch der Beziehung zu den Hierarchien mit rechtmäßiger Entwicklung bedrohliche Ausmaße angenommen. In vielen anderen Vorlesungen wurde schon über den Zustand der gegenwärtigen Zivilisation gesprochen. Damit wir ihr Wesen verstehen, müssen wir ihre Methodologie kennen. Jede Form einer Zivilisation und Kultur ist hauptsächlich die Frucht der Bewusstseinsevolution. Das bestimmt auch die Methodologie, nach der die Zivilisation aufgebaut ist. Die Methodologie ist ein System von Grundsätzen und Methoden des Organisierens der theoretischen und praktischen Menschentätigkeit. Ihr Kern ist die Erkenntnistheorie, das Organon, das Instrument zur Anwendung der Erkenntnis. Unter einem Organon versteht man normalerweise die Summe der logischen Aufsätze Aristoteles’, der als Erster die Beschreibung der Regeln, Methoden gegeben hat, derer sich das zu seiner Zeit entstandene reflektierende Denken bedient. Im 17. Jahrhundert hat Francis Bacon den Inhalt des Organon-Begriffs erweitert. Darunter versteht er die materialistisch-empirische Methodologie der Wissenschaft, allen voran der Naturwissenschaft. Als das logische Instrument hat er die induktive Methode angenommen – das Formulieren der Gesetze vom Konkreten zum Allgemeinen zur Analyse der Wahrnehmungsobjekte. Im 18. Jahrhundert hat Kant sein Konzept vom Organon gegeben, in der gegenwärtigen Wissenschaft wurde seine Definition auch auf die Definition der Methodologie übertragen, obwohl beide nicht das Gleiche sind. Jede Wissenschaft hat ihre Methodologie, auch die Geisteswissenschaft. Die Methodologie der Anthroposophie wurde wegen des frühen Todes Rudolf Steiners nicht vollendet, doch das von ihm angebotene Organon als das siebenstufige anschauende Denken kann man mit Recht als universell betrachten, zumindest was die Art und Weise betrifft, wie die Beziehung zur geistigen Welt hergestellt wird. In der Vorlesung Die michaerlische Methode der Beziehung zur geistigen Welt wurde diese Frage ausführlich behandelt. Die Methodologie der Anthroposophie besitzt, wie bereits erwähnt wurde, nicht die Qualität der Universalität bezüglich aller Faktoren, die das menschliche Leben auf der Erde betreffen, das den Begriff der Zivilisation einschließt. Welche Methodologie kann in diesem Fall den Anspruch erheben, universell und fähig zu sein, dass auf ihr die nächste Zivilisation oder sogar die nächsten Zivilisationen aufbauen?

In der zitierten Vorlesung habe ich eingehend darüber berichtet, wie ich zum neuen Organon kam, das in Form der Synthese der beiden christlich-esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts erscheint. Dieses Organon ist das Ergebnis der Zurücklegung von sieben Schritten, die ich die möglichst grandiose persönliche Erfahrung genannt habe, welche auf dieser Evolutionsetappe möglich ist. Warum habe ich mir diese großspurige  Äußerung erlaubt? Weil es auf diesem Weg eine Explosion des Ich und die Geburt eines einmaligen Wesens mit allgemeinmenschlicher Bedeutung gibt. Die sieben Schritte folgen der von Steiner angegebenen Lemniskate des anschauenden Denkens, denn das ist die Ontologie der menschlichen Entwicklung, aber diese Schritte habe ich in einer besonderen, urbildlichen Art zurückgelegt. Nun werde ich sie nur kurz umreißen, damit wir uns in das Wesen des Geschehenen vertiefen und den Sinn der angekündigten Offenbarung verstehen können, die einen radikalen Charakter hat.
fünfte kultgurepoche und ich-synthese

Alles begann 1994, als ich in eine auf den ersten Blick ausweglose Lebenssituation geraten war, aus der ich mich durch die Mittel dieser Welt befreien wollte. Ich kannte weder die Anthroposophie noch die Lehre Beinsa Dounos. Es hatte mein 14jähriger Weg begonnen, an dessen Ende etwas Neues hervorgehen sollte. Die These, dass man das Problem mit den Mitteln dieser Welt lösen kann, kommt vom niederen Ich. Sie ist der Samen, der in seiner Antithese wie im Boden sterben soll, damit ein neuer Samen entsteht, der als eine Synthese den alten Samen und den Boden einschließt. Die Antithese lautete, dass diese Welt mit ihren Mitteln mein Problem nicht lösen kann. Nach der von mir erlebten großen Enttäuschung und der nachfolgenden ideellen Lossagung von ihr erschien die unvermeidliche Negation der Negation. Sie ergoss sich in die Erkenntnis, dass nur Gott in der Lage ist, mein Problem in dieser Welt zu lösen. Bis zu diesem Zeitpunkt entfaltete sich die Logik des dialektischen Denkens in einer Triade aus These – Antithese – Synthese. Wir können sie auch als den Ausdruck des physischen, ätherischen und astralischen Leibes oder sogar der drei Elemente des dreigliedrigen sozialen Organismus betrachten. Sie wirkt in jedem von uns mit der Kraft einer Naturnotwendigkeit, denn sie wurde von mächtigen hierarchischen Wesen bei unserer Entstehung angelegt. Doch ich habe sie tief religiös erlebt. Auf diese Weise wird das Fundament ihrer Befreiung aus der Schlaufe des niederen Ich und ihrer Übertragung nach dessen vorübergehendem Tod aus dem sinnlichen in den übersinnlichen Teil des einheitlichen Weltalls gelegt, was das Explodieren des Ich und die Entdeckung erfordert, dass unser (höheres) Ich der Gott in uns ist, dass er die einzige Wirklichkeit ist und dass ich eigentlich Gott bin.

Das Sterben des Ich auf der vierten Stufe der siebenstufigen Lemniskate führte dazu, dass die Hauptachse in der Methodologie der Anthroposophie über die Beziehungen des absoluten Ich, d.h. des Welten-Ich Christi und des menschlichen Ich zu wirken begann, denn ich hatte von meinem Bewusstsein ausgehend die Wahrheit über mich gesucht, damit ich sie trage, wenn sie sich als eine hohe moralische Intuition – ein hohes Ich in mein niedriges Ich sich ergießt. Diese Achse hat natürlich auch das Organon durchzogen, das Steiner vorgeschlagen hat, auf dem er mit dem Ausbau der Methodologie der Anthroposophie begonnen hatte. Doch die Praxis der vergangenen 100 Jahre hat gezeigt, dass das Vorhandensein einer einzigen solchen Achse den Menschen nicht zum Schlüsselerlebnis der „Explosion“ führen kann. Hinzu kommt, dass das Explodieren bei mir nichts zu tun hatte mit der Anthroposophie oder dem Impuls des Meisters Beinsa Douno, in dessen Kern – wenn man ihn gut kennt, wird man das sehen – ebenfalls die Frage nach dem Ich steht. Die Antithese entstand 1995, die Erwägung der Synthese – 1996 und das 1997 erschienene Buch von Juan José Benítez „Das Vermächtnis des Heiligen Johannes“ spielte die Rolle des „Katalysators“ aus der geistigen Welt, der mit seinem Luziferismus am besten geeignet schien, damit mein niederes Ich durch den vorübergehenden Tod geht und in der möglichst wichtigen Offenbarung zum Menschen explodiert. Das geschah 1998. Die vom niederen Ich formulierte Anfangsthese wurde  auf der fünften Stufe der Lemniskate zur festen Überzeugung, dass das höhere Ich alle Probleme löst, denn es ist der Gott im Menschen. Es war deshalb möglich, dass dieser Prozess außerhalb der beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts zustande kommt, da es in meiner Seele eine Sammlung von Erfahrungen gab – sowohl aus der Zeitenwende, als ich am Anfang der Wiederholung des Zeitalters Salomos nach der Christus-Wahrheit strebte, als auch aus dem Anfang der Wiederholung des mosaischen Zeitalters in Form des tief erkannten mystischen Erlebens der Christus-All-Anwesenheit in der Weltschöpfung, bei der ich das Instrument der zum Menschen herabgestiegenen kosmischen Intelligenz benutzte. In der Zeit, die seitdem vergangen war, hatte Michael in den übersinnlichen Welten die kosmische Anthroposophie vorbereitet, die im 20. Jahrhundert zu einer Erdenwissenschaft wurde. Ohne sie ist es absolut unmöglich, dass der Mensch Christus erreicht und durch das menschliche Denken begreift. Christus ist der Träger des Ich-bin-Prinzips vom väterlichen Weltengrund, ohne den man das bereits explodierte Ich nicht in rechtmäßiger Art und mit allgemeinmenschlicher Bedeutung erleben kann.

Deshalb hat mich die geistige Welt mit einem Menschen verbunden, der zu denjenigen gehört, die bereits in der Zeit des Sozialismus die Anthroposophie für sich entdeckt hatten. In den Gesprächen mit ihm hat sich das neugeborene Ich für immer auf Christus ausgerichtet und ist zur Verwirklichung der Personalisierung des Evolutionsprozesses der Menschheit in seiner heutigen kulturhistorischen Phasen übergegangen. Es begann der ethische Individualismus zur Geltung zu kommen, in dem das Individuelle und das Soziale nach dem Einklang zwischeneinander suchen. Diese Harmonie kann einzig durch Christus erreicht werden, wenn wir die Begriffe benutzen, die den Denkprozess bei der Ausbildung des reflektierenden Ich-Selbstbewusstseins darstellen. So hat der Begriff „Ich bin Gott“ nach der ihm entsprechenden Wahrnehmung aus der Praxis der sinnlich-physischen Welt gesucht, um eine angemessene Vorstellung vom Erlöser zu prägen. In der Sprache der Anthroposophie bedeutet das, dass die moralische Intuition die moralische Technik suchte, um die moralische Phantasie zu erleben. Zum ersten Mal aber erschien der Begriff „Ich bin Gott“, für den es keine geeignete Wahrnehmung gab, die notwendig ist, um eine, angemessene Vorstellung zu bilden. Zuerst musste die Vorstellung- die moralische Phantasie erscheinen, danach auch die Wahrnehmung – die moralische Technik. Hier schien die Folge (die moralische Phantasie), vor der Ursache (der moralischen Technik) zu entstehen, während in der physischen Welt die Folge immer aus einer Ursache resultiert, also die Vorstellung ist die Folge der Vereinigung des Begriffs mit der Wahrnehmung.

Beim ideellen Prozess des anschauenden Denkens, der nach dem Explodieren des Ich sich in beiden Welten des einheitlichen Universums entwickelte, hat sich die moralische Phantasie in der Absicht manifestiert, „Christus den Menschen in einer neuen Art zu präsentieren“. Das im Menschen geborene (individuelle) Ich kann und soll unter den jetzigen Bedingungen völlig anders im Vergleich zu den vorherigen Kulturepochen erlebt werden. Das bedeutet, dass auch Christus selbst in einer einmaligen Art erlebt wird. Die moralische Phantasie erschien in der Zeitspanne 1999-2000. Im Sommer 2000 kam die Offenbarung über den Bodhisattva und im Herbst 2000 konnte ich an ihre Verwirklichung herangehen – auf einem Weg, von dem ich nicht wusste, wohin er mich führen würde. Vor mir war es dunkel. Ich habe mit sieben Vorlesungen im Plenarsaal der Gemeinde in Varna begonnen. Vom Herbst 2001 bis zum Herbst 2007 wurde mit den 28 Vorlesungen das Astralwesen der Synthese als eine moralische Ich-Technik geboren. Die dialektische Triade wurde in die übersinnliche Welt in der bestmöglichen Art übertragen und es entstand das universelle Organon – das Instrument, die moralische Technik für das Erleben des Ich-Prinzips. Der Weg zu dieser Geburt ist einmalig und urbildlich. Keiner wird ihn wiederholen.

Das Einmalige beginnt aber erst nach seiner Zurücklegung, denn dieser Weg steht sozial jedem Menschen geöffnet, doch nur wenn er in der umgekehrten Richtung zurückgelegt wird. Wenn man fähig ist, in einer absolut gleichwertigen Art die beiden christlich-esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts in seine Bewusstseinsseele zu legen, so beginnt sein reflektierende Ich allmählich durch das paulinische „Nicht ich, sondern Christus in mir“ in den „Trichter“ des universellen Synthese-Organons zu verschwinden und im Licht der Christus-Wahrheiten, die tief moralisch erlebt werden, sich der Schaffung einer eigenen, spezifischen moralischen Vorstellung vom Erlöser zu widmen.

Aus den beiden Strömungen des esoterischen Christentums ist etwas Neues in der Bewusstseinsseele geboren worden – die eigene moralische Phantasie/Vorstellung. Sie ist individuell, doch gleichzeitig dermaßen mit den Vorstellungen der anderen Menschen verwandt, die auch durch dieses universelle Organon gehen, dass sie einander in persönlicher Freundschaft näher kommen. Auf diese Weise begegnen sich das Individuelle und Soziale in rechtmäßiger Art ausgeglichen und man bereitet sich auf das Explodieren des eigenen individuellen Ich. Der Weg zur Vorstellung über Christus durch das Organon und das Erreichen des individuellen Ich am Ende ist die Methodologie, mit der jeder zu jenem systembildenden Faktor werden kann, der das „System aus Prinzipien und Arten des Organisierens der theoretischen und praktischen Menschentätigkeit in der neuen Zivilisation umfasst. Die Synthese ist keine Wissenschaft, auch keine Geisteswissenschaft, sondern der individuelle Weg zum ICH, der dem anbrechenden Christentum des Heiligen Geistes angemessen ist, in dem der Heiligen Geist als Wahrheit den Menschen auf einem von keinem bisher benutzten Pfad zum Ich-Buddhi-Prinzip des Christus führt, damit man mit dem Licht des Geistes in das wahre Leben eintaucht, das der Auferstehungsleib trägt. Erst dann wird der Mensch mit diesem „Reich Gottes“, mit diesem wahren Leben an die gegenwärtige Zivilisation herangehen, die auf der dialektischen Triade des niederen Ich basiert und unter die Attacke des Todes gerät. Nur so kann man die ganze bisherige Entwicklung in der Weltschöpfung, die als Potenz diesem Ich angelegt worden ist, und sie durch eine Metamorphose durch das Ich in die übersinnliche Welt zu übertragen und die zukünftige Zivilisation nach dem Muster des Reiches zu schaffen, das nicht „von dieser Welt ist“. Die neue Zivilisation wird auf der Methodologie des Ich-bin-Prinzips aufgebaut werden, das der Mensch selbst erreicht und Christus harmonisiert hat. Auf diese Weise wird der ursprüngliche Doppelcharakter bei der Entstehung des Ich – sein individueller und sein sozialer Charakter – auf dem Erdenplan ausgeglichen. So kann die nächste Zivilisation als eine rechtmäßige Widerspiegelung der Harmonie der hierarchischen Ich-Wesen in den übersinnlichen Welten aufgebaut und ein festes Fundament für die sechste Kulturepoche gelegt werden, wenn der Heilige Geist als eine „Gruppenseele“ unter die freien Individualitäten herabsteigen wird, die um Christus vereint sind. In der siebten Kulturepoche müssen wir drei übersinnliche Hüllen/Leiber aus physischer, ätherischer und astralischer Substanzialität aufbauen, die das „Große unsterbliche Individuum“ heißen. In ihnen wird das makrokosmische Christus-Ich herabsteigen, mit dem wir nach dem Ende der fünften Wurzelrasse zur sechsten Wurzelrasse übergehen werden.

Die Synthese vom Anfang des 21. Jahrhunderts bereitet uns auf diese ferne Zukunft vor. Bei der Aneignung ihres Ich haben die Wesen, die über dem Menschen stehen, das unter anderen Bedingungen erreicht und es auf natürliche Weise unter die anderen Ich-Wesen eingeordnet, ohne ein Chaos in der Weltschöpfung zu verursachen. Beim Menschen ist es aber völlig unumgänglich, Christus auf dem Erdenplan zu kennen, damit dieses Eintragen in die Weltschöpfung, d.h. in das Soziale in einer einmalig rechtmäßigen Art geschieht. Der Impuls zur Individualisierung kommt von der Anthroposophie, der Impuls zur Sozialisierung – von Beinsa Douno. Die Synthese bedeutet das Vereinen der richtig aufgebauten Denkkultur, die die Individualisierung gewährleistet, mit der Kultur des Herzens, die der Zukunft angehört. Doch nur wenn Letztere auf der individuellen Moralität aufgebaut ist, denn die Moral kann nicht von einer Menschengruppe entwickelt werden. Anderenfalls gerät man in längst überholte Gruppenformen der Spiritualität. Wenn die Gesellschaft verfrüht in einen Staat sozialisiert wird, entsteht ein staatliches Riesenschlafzimmer für die Fähigkeiten des Menschen, eigene Vorstellungen zu bilden. Die Freiheit wird ausgelöscht und der Geist bricht seine Beziehung zur Seele ab. Das haben uns der Bolschewismus und der Nationalsozialismus unmissverständlich vorgeführt, die dem heutigen Zeitalter entgegen wirkten, wenn der menschlichen Natur evolutionsmäßig die Bewusstseinsseele eingegliedert wird. Diese Eingliederung verursacht unvermeidliche antisoziale Bedürfnisse, da sie sich auf einem Bewusstsein entwickelt, das gänzlich auf dem Denken basiert. Im Denken sucht der Mensch nach Abgeschiedenheit, er konzentriert sich und trennt sich von den anderen, d.h. er individualisiert sich im wachen Bewusstsein – doch nur wenn er wirklich denkt und nicht an der Oberfläche der Schablonenhaftigkeit bleibt, die die gegenwärtige Zivilisation fest umklammert. Doch aus den unbewussten, traumhaft erlebten Instinkten entstehen ständig gegensätzliche soziale Impulse. Warum besteht aber dieser Zwiespalt? Indem der Mensch seine Bewusstseinsseele eingliedert, erlebt er äußerlich die Periode zwischen dem 38. und 42. Jahr, während die innere „Verjüngung“, auf die wir eingegangen sind, die Grenze auf 27 Jahre heruntergesenkt hat. Folglich erleben wir innerlich unsere Periode der Empfindungsseele, in der hauptsächlich die Instinkte wirken. In der ganzen fünften Kulturepoche wird die „Verjüngung“ weitergehen, die Instinkte werden unterbewusst in den Temperamenten toben und das Streben nach dem Sozialen wird stärker werden. Natürlich werden immer neue soziale Theorien als Masken entstehen, die die Wirklichkeit verschleiern. Von Marx und Bakunin bis zu den heutigen Gender-Liberalen werden die Masken immer grotesker und frecher. In der sechsten Kulturepoche wird das Alter auf 14-21 heruntersinken – die Periode, in der wir unseren Astralleib ausbauen. Dann werden wir Hellseher geworden sein und das Geistselbst wird herabsteigen. Doch wenn wir in der heutigen Zeit nicht die Bewusstseinsseele verinnerlicht und das individuelle Ich angeeignet haben, wird das zukünftige Hellsehen zu großen Streitigkeiten führen, die in der Apokalypse des Johannes die „Hure Babylon“ genannt wird.

Die Zukunft wird jetzt vorbereitet, wenn uns ein Jahr bis zum Beginn der Sonnenperiode unseres Lebens zwischen dem 28. und dem 49. Jahr nicht reicht. Die seelisch-geistige Evolution begleitet nicht mehr die sinnlich-physische nach dem 27. Jahr und alles, was nach dieser Grenze vom Menschen in spiritueller Hinsicht  ausgeht, hängt von seiner eigenen geistigen Aktivität ab. Bis dahin hat der Mensch auf natürliche Weise von den hierarchischen Wesen alles erhalten, was zur Anpassung und Entwicklung im Erdenleben notwendig ist, danach muss er bewusst die Vereinigung mit der ersten Hierarchie anstreben, um von ihr im weiteren Leben die Kräfte gegen die zerstörenden Tendenzen in seinem Organismus zu erhalten. Die Wesen der höchsten Hierarchie führen ihn bis zum 49. Jahr, also bis der karmische Ausgleich im Gange ist. Nach dem 49. Jahr wird die Möglichkeit der Verbindung mit dieser Hierarchie ausgeschöpft und das Leben zieht sich ohne einen besonderen Wert zu haben, bis zum Tod hin. Die Annäherung an die erste Hierarchie erfordert die Moralität des menschlichen Intellekts, und dem stellt sich das fehlende Jahr entgegen. In diesem fehlenden Jahr ist die Begründung enthalten, dass der Mensch eine Affinität zum Materialismus, zum Atheismus hat. Aber im Denken des Atheisten fehlt das Moralische, denn die Sittlichkeit kommt vom individuellen, nicht vom niederen Ich. Der Mensch wird zum Atheisten, weil er nicht auf gesunde Art die Beziehung seines Seelisch-Geistigen mit dem Physisch-Leiblichen während seines ganzen Lebens spüren kann. Wenn kein spirituelles Gegengewicht geschaffen wird, das unabhängig vom Leib durch die Seele geht, dann wird durch die Menschenorganisation der Atheismus unvermeidlich ausgebreitet. Dann ist der Mensch nach den geistigen Kriterien „krank“, „geistig verwirrt“.

Wie bereits hingewiesen, hat die Verjüngung zur Zeitenwende bereits das 33. Jahr erreicht. Mit dem Mysterium von Golgatha erhielten wir dasjenige, das wir vorher unmittelbar durch die Erfahrung erhalten hatten. Nun muss neben den natürlich gesammelten Erfahrungen mit dem damals entzündeten Christus-Impuls das Licht des Heiligen Geistes von innen erreicht werden. Das wird uns zum Ich-Leben von Christus führen und das macht das Wesen des erneuerten Palladiums aus. Es ist am 05.09.2010 nach Varna zurückgekehrt[19], damit eine alte Prophezeiung in Erfüllung geht, die auf „eine slawische Stadt“ hinweist. Das Palladium ist das Manas, das es uranfänglich im Zyklus nicht gibt und es trägt eine Buddhi, die es im Zyklus ebenfalls nicht gibt. Beide sind in der Zeitenwende aus dem Mahaparipralaya herabgestiegen und haben den Zyklus des Gott-Sohnes wörtlich entzwei gespalten. Was wir brauchen, ist zunächst das starke Verständnis des Mysteriums von Golgatha, dem sich die Öffnung für das wahre Leben anschließt. Zukünftig werden wir auch jene Substanz streifen, die Christus auf der Sonne vor der Verkörperung in Jesus zurückgelassen hat. Der Zugang zu dieser Substanz ist nach dem Durchgang durch die Tiefen des Bösen möglich, das zum Arbeiten zu Gunsten des Guten eingespannt wird. Erst dann wird man über eine neue Trinität aus eigener Erfahrung sprechen können, die aus Substanz, Leben und Licht besteht. Diese Drei schenken uns direkt Gott der Vater, Christus und Gott der Heilige Geist und sie unterscheiden sich von den uranfänglichen Substanz, Leben und Licht, die von den Thronen, Herrschaften und Mächten erhalten wurden. Das erneuerte Palladium ist der Bote der neuen Heiligen Trinität. Mit seinem Licht erweckt es das neue spirituelle Bewusstsein. Sein Leben erfüllt unser Fühlen mit spirituellem Gehalt und seine geistige Liebe durchzieht unseren Willen mit Opferkräften. Dann spürt der Mensch, dass er von einer „inneren Sonne“ geführt wird, die ihre drei angegebenen Bestandteile ausstrahlt. Diese Sonne ist der vom Menschen verinnerlichte Auferstehungsleib als sein Formphantom, das sein individuelles Ich bewohnt. Dieses Ich ist nicht der Funke, der einst von Jahve-Elohim erbeten wurde, sondern es kommt direkt vom Christus-Ich und kennt die Verkörperung, den Tod und die Auferstehung aus persönlicher Erfahrung. Nur ein solches Ich ist fähig, die Pforten zur Substanz aufzumachen, die auf der Sonne zurückgelassen wurde, über die wir noch nichts Konkreteres wissen. Die Synthese ist der erste Schritt auf dem langen Weg zu ihr, der unbedingt durch den Auferstehungsleib geht, welcher die Verbindung zwischen dem gegenwärtigen und dem nachfolgenden Zyklus herstellt. Die Substanz selbst wird vom Pleroma „aufbewahrt“ – das lautet die neulich empfangene Offenbarung. Welches Pleroma?

Wie wir wissen, wurde Jahve nach der Zeitenwende von seinem Mondendienst befreit und er hat sich seinen Brüdern, den Sonnenelohim angeschlossen. Nun ist er zu einem Geist der Bewegung aufgestiegen und ist daher allen Sternenaspekten des Pleromas offen, die ihn „berechtigen“, die geheimnisvolle Substanz zu beschützen. Das gilt wahrscheinlich auch für die restlichen sechs Elohim, die ihre Aufgabe in der Zeitenwende erfüllt haben und vielleicht auch zu Mächten aufgestiegen sind. Die wahren Herren der Sonne sind jedoch die Herrschaften. Sie vertreten das Prinzip des Vatergotts in der zweiten Hierarchie und könnten am besten die Substanz bewahren und ihre Beziehung zur Tierkreissphäre und der Sphäre jenseits des Tierkreises gewährleisten.

Bisher sind uns keine Details über die Schutzfunktion des Pleromas bekannt. Doch es lässt sich mit Sicherheit behaupten, dass die Synthese vom Anfang des 21. Jahrhunderts das Instrument zur Aufdeckung dieses Geheimnisses sowie vieler anderer Geheimnisse der Spiritualität ist – z.B. die gegenwärtigen Aufgaben der Hirten und Weisen.

In der Zeitenwende hat ihnen die Himmlische Sophia in ihren Offenbarungen die ganze Bedeutung der physischen Ankunft Christi geoffenbart. Nun müssen die Hirten in sich die Fähigkeiten der Weisen ausbilden und die Weisen – die Fähigkeiten der Hirten, so dass der Einzelne der Träger beider Fähigkeiten wird. So wird der Mensch durch die umgewandelten Fähigkeiten der Weisen zur „inneren Astronomie kommen“ und in Imaginationen die ganze Weltevolution vom alten Saturn bis zum Vulkan und den Hauptplatz des Christus in ihr sehen. Durch die umgewandelten Fähigkeiten der Hirten wird er in jedem Materiellen etwas Geistiges sehen und in seiner Seele die Christus-Stimme vernehmen, die zu ihm sprechen wird, wenn er sie hören möchte. Zum Schluss wird ihn die Intuition zum Erleben der ganzen Bedeutung des Mysteriums von Golgatha für die irdische Entwicklung führen, damit ihm auch das neue Opfer Christi offenbar wird, das zu Seiner ätherischen Wiederkunft geführt hat. Der Weg zur Synthese der beiden umgewandelten Fähigkeiten geht durch die Aneignung der Synthese vom Anfang des 21. Jahrhunderts. Die Nachfolger Beinsa Dounos müssen „Weisen“ werden und die Anthroposophen müssen „Hirten“ werden. Dann wird der Mensch vollständig in seinem Ich den Prozess der Trennung seiner drei Seelenkräfte meistern – Denken, Fühlen und Willen, um sie in einer höheren Synthese zu vereinigen. Durch das Ich wird die Seele sich selbst als dreieinig finden, doch sich als dreigliedrig erlebend wird sie im dreigliedrigen sozialen Organismus lebensfähig sein, das ebenfalls eine Widerspiegelung dieses dreigliedrigen Erlebens der Seele ist. Das individuelle Prinzip wird sich in Freiheit mit den geistigen Praktiken entwickeln, indem es die Beziehung zu den unsichtbaren Welten festigt. Gleichzeitig wird sich das bewusst gewordene Ich als Teil seines Volks, Staates usw. mit Liebe unter die anderen bewusst gewordenen Iche einfügen. Ohne die Aneignung des neuen Organons ist der Weg zum Ich und zur sozialen Dreigliederung der Gesellschaft versperrt.

Die von Steiner angebotene neue soziale Dreigliederung garantiert die rechtmäßige Entwicklung jener Fähigkeiten, mit denen der Mensch in Westen, Osten oder in der Mitte zur Welt kommt. Wie wir wissen, sind die hygienischen Fähigkeiten dem Mitteleuropäer angelegt und deshalb erschien dort der gesund machende Impuls der Anthroposophie. Der Osteuropäer kommt mit einer eugenischen Fähigkeit zur Welt. Mit der ihr angelegten Sittlichkeit wird zukünftig die instinktive Sexualität überwunden werden, die im Menschen nach dem Sündenfall in Erscheinung trat. Nicht zufällig wurde der Impuls des Meisters Beinsa Douno, der so tief  von der christlichen Moralität durchzogen ist, unter den im Osten Europas lebenden Bulgaren ausgestrahlt. Mit der Synthese vereinigt man die hygienischen und eugenischen Fähigkeiten in sich, wobei man das Fundament der endgültigen Überwindung des Sündenfalls und des zukünftigen Übergangs zur neuen Reproduktionsart legt. Nur wer sich auf diesem Weg bewegt, kann sich in rechter Weise mit dem mechanischen Okkultismus befassen, der dem westlichen Menschen eigen ist. Anderenfalls kommt man zum künstlichen Intellekt und ähnlichen satanischen „Errungenschaften“. Das Wirtschaftsleben im dreigliedrigen Organismus wird aus dem Westen kommen, das geistig-rechtliche – aus Mitteleuropa und das geistige – aus Osteuropa. Letzteres ist bereits in Form der Synthese da, doch der Übergang zur sozialen Dreigliederung scheint momentan unmöglich zu sein. Zuerst ist es erforderlich, dass die Synthese das Bewusstsein vieler Menschen erreicht und dort eine evolutionsmäßige Revolution verursacht. Erst dann wird man auf dem Hintergrund der zerfallenden Zivilisation durstig nach der sozialen Dreigliederung werden, welche in zwei bis drei Jahrhunderten ebenfalls ein „enges Kleid“ für die fortschreitende Entwicklung sein wird.

Doch die Rolle der Synthese wird sich in vielen anderen Richtungen manifestieren, da sie eine solche michaelische Anschauung gibt, mit der es möglich ist, die in unserem Blut als Gift koagulierten Form-Phantome zu neutralisieren. Sie werden von der neuen Seelenkonstitution aufgelöst. Die Dämonen, Gespenster und Phantome sind jetzt schädlich, doch wenn wir sie verstehen, können wir sie in Diener  der sich entwickelnden Menschheit verwandeln. Das gilt auch für unseren „älteren Feinde“ – die zurückgebliebenen Wesen der dritten Hierarchie selbst, denen gegenüber wir eine Schuld haben – wir müssen ihnen den Weg zur Menschwerdung freimachen. Auch hierfür ist die Synthese ein rettendes Mittel, denn nur in unserem Ich können sie Christus finden, ihren Weg zurücklegen und rechtmäßige Hierarchiewesen werden.

Heute können wir mit der ganzen Verantwortung erklären die möglich ist, dass die Synthese als der einzige rettende Impuls für das geistige Leben der Menschheit nicht nur für unsere Zeit gegeben wird. Sie wird in der ganzen fünften Epoche der Bewusstseinsseele wirken. Ein anderer geistiger Impuls wird in diesem Zeitalter nicht mehr ausgestrahlt! So wie einst das entstandene Christentum die Zivilisation des zugrunde gehenden Römischen Reiches verändert hat, so wird nun am Anfang des Christentums des Heiligen Geistes einzig die Synthese fähig sein, die gegenwärtige, sich im Sterben befindende Zivilisation zu verwandeln, ins Besondere die Europäische Union, die eine Form ist, welche den bevorstehenden Ereignissen nicht gerecht werden kann. Die europäischen Völker sind verpflichtet, sich zuerst auf ihre christlichen Wurzeln zu besinnen und dann die Synthese wahrzunehmen, die ihre Gemeinschaft völlig verwandeln wird.

In GA 93a sagte Steiner, dass es unmöglich ist, die größten Impulse der Weltgeschichte im Astrallicht zu lesen, „denn die Impulse der großen Eingeweihten waren leidenschaftslos…Solche Eindrücke sind nur im Äther aufgeschrieben… Die kosmischen Ereignisse – solche Umwandlungen wie die von Atlantis – stehen nun noch höher, nicht mehr im Äther, sondern im eigentlichen Akasha. Das ist die Akasha-Chronik.”[20]

Wir behaupten aber, dass die Synthese ein Astralwesen ist und sich in der Astralwelt aufhält, denn sie wurde individuell erlebt und nicht durch die Benutzung des Eingeweihten als bloßes Instrument der Götter geschaffen, wie das in den vergangenen Zeitaltern der Fall war. Ein Beispiel dafür war die Einweihung des Christian Rosenkreutz in Arbanassi. Erst am Ende des 20. Jahrhunderts wurden die Bedingungen zur Ausstrahlung der Synthese geschaffen, ohne dass das individuelle Erleben ihrer beiden Ausgangselemente beeinträchtigt wird. Die Synthese wurde astralisch als eine Uridee gegeben, als ein Urbild, als eine Form, deren ätherische Belebung mit dem Gedankenäther im Gang ist. Nur so kann man irgendwann zu jener Substanz-Liebe kommen, die Christus auf der Sonne zurückgelassen hat.

Im 20. Jahrhundert begann die Wiederholung des Zeitalters Abrahams, jedoch mit einem Gegenzeichen. Abraham, Moses und Salomo erschienen wieder auf die Weltbühne jeweils als Dr. Mirkovitsch, Bojan Boev und Boris Georgiev, um Zeitgenossen der beginnenden ätherischen Wiederkunft Christi zu werden. Dr. Mirkovitsch war einer der ersten drei Schüler, die an der Seite des Meisters Beinsa Douno standen. Bojan Boev ist Rudolf Steiner begegnet, doch dann ist er dem Weg des Bodhisattva gefolgt, wie der Apostel Petrus Christus folgte. Boris Georgiev als die Jungfrau Sophia umrundete auf seinen Wanderungen die Welt. Nun wird das göttliche Ich-Prinzip wieder von seiner Verbindung mit dem physischen Gehirn befreit und der Mensch ist verpflichtet, mit seinem Willen durch das Denken und die Synthese vom reflektierenden Ich zu seinem individuellen Ich aufzusteigen, um alle bisher erwähnten Aufgaben zu erfüllen. Er muss sich mit seinem Bewusstsein zu den Archai, zum Zeitgeist Michael erheben und mit dieser Ich-Anschauung  sich in die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe verwandeln.

Steiner hat die Anthroposophie den dritten Ruf genannt, der nach den Zehn Geboten in der dritten Kulturepoche und den Ruf des Täufers in der vierten Kulturepoche ausgesandt wurde und eine erhebliche Bedeutung für die Menschheitsentwicklung hat. Wir können behaupten, dass die Synthese vom Anfang des 21. Jahrhunderts ein neuer, vierter Ruf darstellt – das ist der Ruf des ICH, der unter den Menschen in der ganzen fünften Kulturepoche hallen wird.

 

[1] Vgl. GA 118, Vortrag vom 6.3. 1910

[2] Vgl. Vlad Paschov, „Das Bogomilentum“. Bd. 8, Einleitung

[3] Vgl. GA 204, Vortrag vom 2.6.1921

[4] Diese Worte werden Winston Churchill zugeschrieben, obwohl sie von Lord Palmerston stammen (in einer Rede vom 01.03.1848).

[5] Vgl. GA 200, Vortrag von 22.10.1920

[6] Ebd.

[7] Ebd.

[8] GA 225, Vortrag vom 15.07.1923

[9] Ebd.

[10] Vgl. GA 237, Vortrag vom 11.07.1924

[11] Vgl. GA 225, Vortrag vom 15.07.1923

[13] Details über das Mysterium von 1936 sind in der Vorlesung Das Zweite Golgatha und Beinsa Dounos Opfer enthalten.

[14] Über die Details dieses Mysteriums berichtet die Vorlesung vom 12.08.2012 Die Große Schlacht auf Erden

[15] Die Zivilisation ist der Ausdruck von drei Entwicklungsströmen – einem kulturhistorischen, der die Phänomenologie des Geistes in der Welt von Raum, Zeit und Materie darstellt, einen metahistorischen, in dem die Wesen der göttlichen Hierarchien wirken und einem subhistorischen, in dem die zurückgebliebenen luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesen wirken.

[16] Vgl. GA 174, Vortrag vom 13.01.1917

[17] Ebd., Vortrag vom 01.01.1917

[18] Ebd., Vortrag vom 15.01.1917

[19] Über die Details sieh die Vorlesung vom 12.09.2010 Offenbarung

[20] GA 93a, Vortrag vom 05.10.1905

Die Metamorphosen des Gedächtnisses

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 26.08.2018 in Varna

 

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Dieses Thema wurde von Kalojan Gitschev von der Internetseite zdravjivot.org vorgeschlagen. Warum gerade das Gedächtnis? Bei demjenigen, der meine dreistündigen Vorlesungen gesehen und gehört hat, entsteht unvermeidlich die Frage, wie jemand so lange über äußerst komplizierte geistige Fragen sprechen kann, ohne technische Mittel zu benutzen oder von vollgeschriebenen Blättern abzulesen. Unser Gehirn ist als materielle Substanz dem unabwendbaren Sterben geweiht. Sind wir in der Lage, mit dem gigantischen Informationsstrom der gegenwärtigen Zivilisation fertig zu werden, ohne das unser Gedächtnis streikt? Sind wir dazu verurteilt, die Funktionen unseres Bewusstseins auf den künstlichen Intellekt und die Maschinen zu übertragen? Worin drückt sich die Abschwächung der Gedächtnismöglichkeiten bei der okkulten Entwicklung aus? Wie können wir das umfangreiche Wissen, das uns die Geisteswissenschaft gibt, aufnehmen und in lebendige persönliche Weisheit verwandeln, die zur Festigung unserer Beziehung zu den Hierarchiewesen benutzt werden kann? Wir müssen doch wie diese Wesen denken, empfinden und sprechen, damit sie aufmerksam auf uns werden und wir zu ihren Mitstreitern werden.

Das Thema ist umfangreich, vielschichtig und höchst aktuell und wir werden es heute nur berühren. Zu einer Vertiefung ist es erforderlich, Rudolf Steiners Erbe zu studieren und in die Forschungsergebnisse anderer anthroposophischer Autoren unparteiisch einzudringen, zu denen ich ja auch zähle. Wenn jemand denkt, dass nur die Lektüre der Vorträge des Meisters Beinsa Douno zum klaren Verständnis ausreichend ist, unterliegt er einer ernsthaften Täuschung, was man sofort merkt. Eine solche Person stellt sich gegen die Zeichen der Zeit und wird zum Feind des Heiligen Geistes. Und der Pfingstgeist offenbart uns die Wahrheit über Christus und führt uns zu Ihm. Das Ergebnis einer solchen Entgegenstellung ist traurig – es bedeutet das Begehen jener unverzeihlichen Sünde, die gegen einen selbst gerichtet ist und die man sich selbst zu vergeben hat. Doch wie viele Menschen sind bereit, sich mit den eigenen Irrtümern zu konfrontieren, Reue zu zeigen und den rechten Weg zu Christus, d.h. zu ihrem wahren Ich einzuschlagen?! Jeder hat angeblich das Recht auf eine persönliche Meinung, die Wahrheit solle warten.

Die beste Art, ein Thema zu erfassen und zu erörtern, besteht in seiner Positionierung auf der Achse Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft. Dann wird auch die Bewegung auf der senkrechten Achse möglich. Für die Menschheit begann die Vergangenheit im materiellen Sinne mit der lemurischen Wurzelrasse vor ca. 33000 Jahren, als wir weder denken konnten, noch ein Gedächtnis hatten. Die Kraft für seine Vorstellungen schöpfte der Lemurier unmittelbar aus den ihn umgebenden Dingen. Sie strömte zu ihm aus der Wachstumskraft der Pflanzen, aus der Lebenskraft der Tiere und er begriff sie in ihrem inneren Leben. In der gleichen Weise begriff er die physischen und chemischen Kräfte im Mineralreich und durch die Anstrengung und Steuerung des Willens war er in der Lage, mit einem Arm riesige Lasten zu heben.

Die Lemurier hatten auch keine Sprache, da sie ihre Gedanken gegenseitig „lesen“ konnten, die nicht ihre eigenen waren, sondern von den göttlichen Hierarchien kamen. Um das Sprechorgan – den Kehlkopf – hervorzubringen, ging der Mensch aus Lemurien westwärts zur Begegnung mit der Gruppenseele. So entstand die atlantische Wurzelrasse mit ihren sieben Unterrassen. Parallel zu der Erscheinung der ersten Sprechfähigkeiten wandelte sich auch die physische Konstitution, damit die Grundlage geschaffen werden konnte, auf der später das selbständige menschliche Denken entstand. Das Denken kam erst gegen Ende dieser Zeit unter den Eingeweihten hervor, deren physischer Leib und Physiognomie den heutigen ähnlich waren und die ein für die damalige Zeit stark entwickeltes Gehirn besaßen. Bei der restlichen atlantischen Menschheit konnte noch nicht vom Denken die Rede sein. Doch sie hatten ein Riesengedächtnis, das von Bildern erfüllt war. Die Begriffe und Vorstellungen waren noch unbekannt und die Bedeutung der Persönlichkeit wurde durch das vergangene Leben und die aus ihm gewonnenen Bilder bestimmt. Wenn in der Seele ein Bild entstand, erinnerte sich der Atlantier an viele ähnliche, früher erlebte Bilder und er ließ sich von diesem Bild in seinen Überlegungen und Handlungen leiten. Er dachte sich nichts aus, sondern er erinnerte sich einfach. Die alten Menschen, die viele in der Geschichte als Meilensteine der Entwicklung gebliebene Erinnerungen hatten, besaßen eine unbestrittene Autorität. Wenn wir in der Bibel lesen, dass jemand 700 oder 800 Jahre gelebt hat, so bedeutet das, dass die Erinnerung an das Ich dieser herausragenden Persönlichkeit im Laufe von 700 oder 800 Jahren unter den Hinterbliebenen lebte, bevor eine weitere Individualität erschien, die eine ähnlich lange Spur im Gedächtnis der Menschen hinterließ.

In der Atlantis war der menschliche Körper weich und ohne Knochen, doch er besaß solche magischen physischen Kräfte, dass die Kugel aus einer heutigen Pistole an einem solchen Körper abprallen würde. Wir können hier auf das ähnliche Phänomen der starken Körperkraft hinweisen, die die seelenkranken Menschen von heute besitzen. Damals haben wir unsere Lebenskraft gesteuert, denn der einheitliche Organismus der Erde war lebendig und der Mensch nahm aktiv unter der Führung des Himmels am Leben dieses Organismus teil. Doch seit der Mitte dieser Wurzelrasse begann unser Planet zu sterben. Der Mensch vertiefte sich immer mehr in das Materielle und seine erstaunlichen Gedächtnisfähigkeiten führten die Persönlichkeit zu einer Riesenmacht. Aus dieser Symbiose gediehen der Ehrgeiz, die Machtgier, der Missbrauch der Kräfte in schwarzmagischer Art. Es traten auch die unvermeidlichen Folgen ein – die Atlantis begann herunterzukommen und zu versinken.

Doch die Eingeweihten mussten sich um die Zukunft kümmern, was den wiederholten Zug nach Osten erforderte, um das Gespür für die Vorstellung zu erlangen. Der Strom, der sich westwärts richtete, verblieb im Rückwärtsschauen und entwickelte die Vorstellungsfähigkeit nicht. Später kamen aus ihm die uns bekannten „Indianer“ heraus. Es ist gut zu wissen, dass in der atlantischen Wurzelrasse die Affen noch nicht existierten. Sie entstanden in der nachatlantischen Zeit als eine Folge des Zurückbleibens einer der Seitenlinien der atlantischen Menschheit.

Wir haben grundsätzlich alle Tiere abgeschüttelt, damit wir allmählich das Ich-Bewusstsein entwickeln konnten. Wenn behauptet wird, dass wir von einem Tier abstammen, und sei es von einem alten menschenähnlichen Affen, käme das der Behauptung gleich, dass der Vater von seinem Sohn abstamme. Doch auf solchem Aberglauben gründet sich das ganze historische Wissen der heutigen Wissenschaft.

Diejenigen, die sich schon vor der Sintflut ostwärts richteten, waren das Unterpfand der Zukunft der ganzen Menschheit, welche sich nach der endgültigen Herausbildung der Kontinente Europa und Asien in einzelne Völkerbildungen differenzieren sollte. Eines dieser Völker – das bulgarische – ist nach den Worten des Meisters Beinsa Dounos „das älteste Volk der Erde“.[1] Warum?

Nach dem mittelalterlichen arabischen Autor Al-Mas’udi ist der Stammvater der Bulgaren der biblische Methusalem, der „Sohn Henochs“, der „969 Jahre“ gelebt hat. Die Autoren der Antike haben die ursprüngliche Bevölkerung der im Ausbilden begriffenen Balkanhalbinsel – die Pelasger – als „autochthon“, „Vorsintflutmenschen“ oder „Proseleniten“[2] (Menschen, die vor der Erscheinung des Mondes gelebt haben) bezeichnet.

Wie wir wissen, wurden der Mond und die Sonne für die physischen Augen des Menschen erst nach der Kondensation des dichten atlantischen Nebels sichtbar. Das geschah nach der 40tägigen biblischen Sintflut. Nun können wir mit Sicherheit behaupten, dass der reinkarnierte Methusalem mit 18 weiteren Eingeweihten vor der Sintflut aus der Atlantis herauskam und in das Gebiet des heutigen Aladscha-Klosters bei Varna kam. Hier hat er das eingeleitet, was später die Pelasger zur Herausbildung des zukünftigen bulgarischen Volkes beitrugen. Dieser Prozess dauerte bis zum Aufstieg in den Buddha-Rang des vierten Bodhisattva, was ca. 3500 Jahre v.Chr. im Rila-Gebirge geschah. Die Bulgaren sind die direkten Nachfahren jener Stammlinie, die wir aus dem Lukas-Evangelium kennen. Es ist kein Zufall, dass „merkwürdige“ Beziehungen zum später herausgebildeten gotterwählten Volk des Stammvaters Abraham bestehen. Wir wollen festhalten: In das Gebiet um Varna kam das reinkarnierte Ich Methusalems, d.h. die Individualität, die damals in einer anderen Person lebte. Wir kennen ihren Namen nicht, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sie wieder ihren biblischen Namen trug. In jenen uralten Zeiten war die Individualität wichtig und nicht die vorübergehende Person, die in der einzelnen Inkarnation erschien. Die Person gewann erst nach der Zeitenwende an Bedeutung, und zwar durch das Recht auf die freie Wahl, was Christus im Leib Jesu uns im Garten Gethsemane vorführte. Ohne ein entwickeltes Denken kann man jedoch nicht zu einer Persönlichkeit werden.

Wie wir bereits erwähnt haben, musste sich die Menschheit wieder westwärts begeben und das Empfinden für die Vorstellung erwerben. Doch die Denktätigkeit erfordert auch das Prägen reiner Begriffe. Zu diesem Ziel führte Manu-Noah seine Gruppe aus erwählten Menschen, die fähig waren, den Anfang der nachatlantischen Entwicklung zu setzen, in das tiefe Asien. Dort startete der Prozess mit Anbruch der urindischen Zeit. Von dort sollte die Entwicklung wieder westwärts gehen, diesmal jedoch nicht in Rassen, sondern in Kulturepochen. Die Gedächtnisfähigkeiten nahmen allmählich ab, doch dank der Blutsverwandtschaft waren sie immer noch erheblich und kamen in verschiedener Weise zur Geltung. So hat der Mensch der ersten Kulturepoche mit dem Erreichen eines Alters von 30-32 Jahren das bisher Erlebte vergessen. Er konnte nicht mal seinen Freund wieder erkennen, mit dem er quasi gestern zusammen war. Nur die Art ihrer jeweiligen Tätigkeit sagte ihm etwas über die ihn umgebenden Menschen, und zwar nach dem Erleben eines besonderen Prozesses, bei dem er gleichsam wieder geboren wurde. Aus jener Zeit stammt der Ausdruck „zweimal geboren“. Damals war der Ätherleib der Entwicklungsfaktor. Aus ihm heraus beobachteten wir unseren physischen Leib als eine Widerspiegelung des Gedächtnisses des ganzen Kosmos. In jener Vorzeit war der Mensch grundsätzlich ein Glied im sinnlich-übersinnlichen Gesamtorganismus, in dem die kosmische Vernunft gespiegelt wurde. Wir wollen uns diesbezüglich an die Zwölf Stämme Israels als eine irdische Projektion des Tierkreises erinnern. Damals war unser Ätherleib groß und ging aus dem physischen heraus. Er hatte die Oberhand über den physischen Leib, was eine lebendige Beziehung zu den Hierarchiewesen ermöglichte. Der Ägypter, der Chaldäer brauchten kein logisches Denken, denn durch eine Offenbarung wurde ihnen das logische Gesetz gegeben, wie es unter den Göttern wirkte. Selbst in der griechischen Kulturepoche blieb der Ätherleib groß und der Mensch erhielt von den Elohim die Begriffe in einer Einheit mit den Wahrnehmungen, die als eine naturgemäße Offenbarung kamen. Da sich der Mensch selbst als eine Person erkennen sollte, die von den himmlischen Führern getrennt war, verlor er die lebendige Beziehung zu ihnen. Das geschah durch den Übergang zum abstrakten Denken, bei dem die Begriffe und die Wahrnehmungen voneinander getrennt sind und der Mensch sie selbst miteinander verbinden soll, indem er die Begriffe aus sich heraus bildet. Der menschliche Organismus wurde untauglich, das fertige logische Gesetz vom Himmel in einer Offenbarung zu erhalten. Er musste zum Leisten von logischer Arbeit kommen, die in unserer Zeit zu einem Mittel des Übergangs zum zukünftigen Hellsehen wird. So wie der Mensch sich ohne das Knochensystem nicht aufrichten kann, so kann er ohne die Logik nicht zum selbständigen Denken übergehen. Die Logik ist das Knochensystem des Denkens.

Der Prozess dieses Riesenübergangs im Bewusstsein wurde lange vorbereitet und zwar in Abhängigkeit vom Herauftauchen des physischen Gehirns aus dem Ätherozean und von der erlangten Kontrolle des physischen Leibes über den Ätherleib. Abraham war der erste Mensch, dessen Gehirn auf das Irdische gerichtet war und der Buddha Orpheus hat in der dritten Kulturepoche anhand der Musik die Denkfähigkeit unserer Empfindungsseele eingeprägt, was in der vierten Kulturepoche in der Verstandesseele zur Geltung kam und in der fünften Kulturepoche zum ersten Mal als Ich-Bewusstsein erkannt wurde. Seinen Beitrag zu dieser Entwicklung leistete auch jener Dionysos, der in der Zeit vor Orpheus unter den Thrakern bzw. Bulgaren erschien.

Der menschliche Kopf mit all seinen Kräften als das physische Werkzeug des Denkens ist eine Kopie des Sternenhimmels. Obwohl mit Anbruch der vierten Kulturepoche im achten Jahrhundert v.Chr. – im Widder-Zeitalter – unsere hellseherischen Fähigkeiten deutlich schwächer wurden, waren unsere Gedanken immer noch bis zu einem gewissen Grade makrokosmisch, sie waren nicht an die Erde gebunden. Die Intelligenz begann sich für uns zu wandeln, doch die Elohim kontrollierten weiter die Gedankenkräfte des Kosmos und pflanzten dem Menschen durch die Natur und den Leib die lebendigen Gedanken ein. Diese Gedanken waren leiblich, sie hatten Substanz und daher konnten die Menschen mit ihrem atavistischen Hellsehen Christus anschauen, der zur Inkarnation herabstieg.

Doch unser Organismus wandelte sich wegen des veränderten Verhältnisses von physischem und ätherischem Leib und vom vierten Jahrhundert v.Chr. an übergaben die Elohim allmählich die Kontrolle über die Gedankenkräfte des Kosmos den Geistern der Persönlichkeit. Im Unterschied zu den Formgeistern, die sich hauptsächlich für das Allgemeine im Denken interessieren, geben die Archai dem Persönlichen, dem Individuellen den Vorrang. Das Gehirn wurde ärmer an Ätherkräften. Es war der „Felsen“, auf den wir bei unserem Übergang zum Ich-Selbstbewusstsein traten, indem wir die auf uns gerichteten ätherisch-astralischen Wirkungen der Götter abstießen. Nach der ersten „Vertreibung aus dem Paradies“ erfolgte unsere Vertreibung aus der lebendigen Wahrnehmung der Naturreiche. Immerhin lebten bis zur Zeitenwende leibliche Gestalten von Weltgedanken im Menschen. Doch nach dem Mysterium von Golgatha begannen unsere Gedanken, sich von der Materie zu lösen und der Übergang zu den abstrakten Bildern wurde wegen unseres freien Willens unvermeidlich. Im 15. Jahrhundert n.Chr. haben wir die kosmische Intelligenz in unseren Nerven-Sinnes-Apparat erhalten. Es begann das Zeitalter der Fische. Was der Mensch früher, im Zeitalter des Widders, aus dem Himmel empfing, musste er von nun an auf der Erde erhalten. Der Übergang zum Intellektualismus wurde zum Hauptcharakteristikum der fünften Kulturepoche, denn das Denken hat sich in die Bewusstseinsseele hinauferhoben. Wir haben auf dem systembildenden Faktor des niederen Ich eine Zivilisation aufgebaut. Die innere Erkenntnis der Hirten wandelte sich in die äußere Erfahrung (die Naturwissenschaft) um. Die Fähigkeit der Magier aus dem Orient, den lebendigen Sternenhimmel zu kennen, wurde in die Grundlage des Gehirns hineingetragen, wo sie sich in die mathematische, mechanische Wahrnehmung der Welt umwandelte. Die Beziehung zu den Göttern brach endgültig ab und es kam die Zeit der liederlichen Ideologien, die das Produkt des abstrakten Denkens sind.

Wie denkt der Mensch und wie bildet er sein Gedächtnis heute aus? Wir wollen uns vorstellen, dass wir jemandem auf der Straße begegnen, der unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, also auf uns von außen einwirkt. Durch den Sehnerv geht die Einwirkung als ein Eindruck in die Organe über, die an den Nerv gekoppelt sind. Der Durchgang nach innen erfolgt durch die Vermittlung der weißen Substanz des Gehirns, die sich in direkter Beziehung zu den Sinnesorganen befindet. Doch das Gehirn besteht nicht nur aus weißer, sondern auch aus grauer Substanz, die eher „äußerlich“ ist. Diese ist viel weniger entwickelt als die weiße und ihre Zellen werden anders gebildet. Doch ohne die graue Substanz lässt sich der Eindruck von außen nicht als ein Bild drinnen einprägen. Die graue Substanz träumt von den Eindrücken und zeichnet die Vorstellungen von ihnen als Abbilder. Auf diese Weise tritt die Wirkung der Wahrnehmung in uns ein. Wenn wir wahrnehmen, erleben wir die Vorstellung, die dann vergeht, ohne dass wir mit unserem wachen Bewusstsein wissen, was mit ihr geschieht.

Wenn wir unsere Augen schließen, nachdem wir den Menschen auf der Straße gesehen haben, können wir bemerken, wie ein Bild in uns bleibt, das etwas später verschwindet. Diese Nachbilder haben Goethe besonders intensiv beschäftigt. Der Augenblick der Wahrnehmung mit den Sinnen ist ein kurzes Aufleuchten von Weltbildern in unserem Bewusstsein. Der Mensch, der uns gegenüber tritt, ist ein Bild, hinter dem das Herannahen des Geistes steht. Unser Gehirn kopiert es wie ein Vervielfältigungsgerät, doch gleichzeitig verschwindet bald die gebildete Vorstellung. Die Sinneswahrnehmung der äußeren Welt ist eine Art innere Malerei unserer Seele, die ohne materielle Substanzen auskommt. Die Wahrnehmung entsteht und vergeht, ohne durch ihre eigene Natur eine Erinnerung zu hinterlassen. Der in unserem Bewusstsein kurz aufleuchtende Inhalt darf sich nicht zum „Dasein“ verhärten, sondern lediglich ein Bild bleiben, das irreal wie das Bild im Spiegel ist. Dies erfordert die menschliche Freiheit. Die geistige Realität verpflichtet, während die Bilder nicht verpflichten. Anderenfalls würden wir unser waches Tagesbewusstsein verlieren, ohne das unser irdisches Ich-Bewusstsein nicht funktionieren kann. Nicht von ungefähr ist unser Kopf rund – er ist ein Spiegelbild des Kosmos. Der Kosmos hat den Kopf aus sich herausgerissen, damit dieser zum Organ unserer Freiheit im Denken werden konnte.

Bis zu diesem Punkt haben wir über den Kopf nur im Zusammenhang mit der Wahrnehmung gesprochen, doch bevor wir uns im Wesentlichen der Beziehung Kopf-Denken widmen, müssen wir noch etwas hinzufügen. Das Gehirn ist das Ergebnis einer umfangreichen Vorarbeit der Evolution, die die Hierarchiewesen gelenkt haben. Woher nehmen sie jetzt die Substanz zu seinem Aufbau? Bis zum 16.-17. Jahrhundert wusste die Medizin noch, dass in den Ausscheidungen von Darm und Nieren die Mumie des Geistes in irgendeiner Form anwesend ist. Diese Mumie ist unser Gehirn, das das Resultat der höheren Metamorphose der Ausscheideprodukte ist. Ja, für das unaufgeklärte Bewusstsein mag das schockierend sein, doch das Gehirn ist tatsächlich die letzte Metamorphose dieser Produkte. Es ist kein Zufall, dass es eine Beziehung zwischen den Gehirn- und Darmkrankheiten gibt.[3] Für uns ist es jedoch wichtiger, in die direkte Beziehung zwischen den Ausscheideprodukten, dem Gehirn und unseren übersinnlichen Wesensgliedern einzudringen. Aus der Anthroposophie wissen wir, dass der Schweiß aus der Arbeit des Ätherleibes, der Urin – aus der Arbeit des Astralleibes und die Phäkalien unter dem Einfluss des Ich ausgeschieden werden. Die angegebenen Einwirkungen liegen sowohl der Wahrnehmungsfunktion als auch der Denkfunktion des Gehirns zugrunde. Im menschlichen Auge und im Sehnerv begegnen sich die von außen kommenden Eindrücke, die ursprünglich im Ich und Astralleib entstanden und von dort in den physischen und den ätherischen Leib eingedrungen sind.

Das Ich nimmt zuerst die äußere Sinneseinwirkung wahr und bildet eine Einheit mit ihr, als würde es in ihr leben. Es streckt eine Art Fühler nach dem physischen Organismus draußen aus. Dieses Ausstrecken, das vor allem zum Astralleib gerichtet ist, steht in Einheit mit der Vorstellungstätigkeit in uns, mit der Vorstellungskraft und dem Vorstellungsleben. Von hier nehmen die von außen kommenden Eindrücke ihren Weg zum physischen und ätherischen Leib.

Wie bereits angemerkt, ist der physische Leib seinerseits mit der Bildtätigkeit in uns verbunden, indem er die ankommenden Sinnesreize und hauptsächlich das, worin das Ich selbst enthalten ist, spiegelt. Das Ich befindet sich selbstverständlich auch im physischen Leib, doch es wird von diesem ebenfalls gespiegelt, damit der Mensch nicht sein wahres Ich, sondern dessen Spiegelbild – das niedere Ich – wahrnimmt. Die Widerspiegelung geht als vorbeieilende und verschwindende Bilder durch den physischen Leib in den Ätherleib, der sich in Einheit mit den Erinnerungen in uns befindet. Hier dringen wir in das Wesen des Denkprozesses im Kopf ein, um danach das Wesen des Gedächtnisses zu erfassen. Das Denken entsteht nicht im Gehirn. Im Hinblick auf das Denken bestehen die Prozesse in Gehirn in der Schaffung eines Ortes, eines Bodens für unsere Denktätigkeit auf der Erde, den wir wie den mineralischen Boden brauchen, auf dem wir gehen. Das durch unsere Augen Hereinkommende strebt danach, drinnen durch unser Nervensystem sofort Gestalt zu erhalten. Das Gehirn ist der Spiegel, der die Eindrücke, die Gedanken reflektiert und sie in den Ätherleib, Astralleib und das Ich zurückdrängt. Sichtbar sind für uns die gespiegelten Bilder nach Abschluss der hochkomplizierten Tätigkeit des Gehirns an der Spiegelung der Gedanken, die gegenwärtig dank der umfangreichen Vorbereitung in den vorausgegangenen Äonen möglich wurde. Der Prozess selbst verläuft folgendermaßen: Unser wahres Ich vertreibt durch das niedere Ich das Blut in der Nervenzelle des Gehirns, die Blutwärme verbrennt sie und es werden Salze ausgeschieden. Die Nervenmaterie fällt wie eine Ablagerung im Kopf ab, indem sie Bildspuren im Gehirn hinterlässt. Zuerst werden die Gedanken reflektiert, das führt zur Zerstörung des Nervs, schließlich werden die Salze abgelagert. In die im Gehirn entstandene Spur ergießt sich der Strahl der Weltgedanken. Diese sind der gleichen Substanz wie unsere Gedanken, beide sind das Gleiche. Die Weltgedanken stellen geistige Astralsubstanz dar, die von der Ätherwelt getragen wird. Deshalb ist sie lebendig. Jedes Mal, wenn ein Gedanke durch unsere Seele huscht, ist das der Abdruck, die Spur eines höheren geistigen Wesens, das aus der gleichen Materie gebildet ist wie der Gedanke. Oben befindet sich das Siegel, das wir ‚Intuition‘ nennen können, und in uns ist das Zeichen des Abdrucks in Form eines abstrakten Gedankens. Er ist unser Gedanke, aber er ist tot. Das wahre Denken erfordert eine unmittelbare, doch in einem gewissen Sinne unbewusste Berührung des Atems aus dem Reich der Geister der Bewegung, die ihr Ich auf dem alten Mond geopfert haben, damit wir einen Astralleib haben. In uns kommt dieser Atem als das abstrakte Denken zur Geltung. Unser Nervensystem musste den Tod in sich aufnehmen, um irdisch zu werden, die lebendigen Gedanken spiegeln und Abbilder im Ätherleib formen zu können. Das Ich wirkt auf den Ätherlieb nicht nur durch die Sinnesorgane, durch die es Bilder in ihn hineinbringt, sondern auch durch den Astralleib, indem es Gedanken in ihm bildet, die der Astralleib als Eindrücke auf den Ätherleib zurückdrängt.

Beim Absterben der Nervenzelle wird die in ihr enthaltene Ätherizität befreit, die Salze werden im Gehirn abgelagert. Dann greift der luziferisierte Astralleib zwischen Geist (das Ätherische) und Materie, zwischen Gedanke und Zelle ein. Er fängt das vom physischen Gehirn als Schatten, Begriffe, Vorstellungen und Ideen Gespiegelte auf, welches zum Inhalt des Ich wird. Der Geist schafft die Gedanken, der Leib nimmt sie wahr und die Seele erlebt sie wie Bilder ohne Substanz. Dieses Erlebnis entspricht der inneren, geistigen Weihung der Weltgedanken, die durch eine donnernde Explosion in der Seele aus der Begegnung zwischen dem Blut – unserem inneren Feuer – und dem Nervensystem – unserer inneren Luft – entsteht. So wie in der Außenwelt dem Feuerblitz in der Luft ein Donner folgt, erfolgt etwas Ähnliches beim Denken im Menschen aus der Begegnung vom Feuer und Luft. Nicht zufällig ist das Denken mit dem Tonäther verbunden.

Die eingeatmete Luft führt den Menschen in eine Art inneren Rhythmus ein. Er verläuft im Kanal der Wirbelsäule bis zum Gehirn. Hier tritt das Leben der Nerven in Kontakt mit dem Leben der Atmung. Das Blut ist der physische Ausdruck des Ich und der physische Ausdruck des Astralleibes ist das Leben im Nervensystem. Nie würden in uns Bilder ohne die Berührung des Atemrhythmus mit dem Nervenstrom entstehen. Die Gedanken würden nie unsere Seele ohne die Wechselwirkung von Ich und Astralleib erreichen, die in der Wechselwirkung von Blut und Nervensystem ihren Niederschlag findet. Von oben, vom Kopf abwärts und von den Sinnen einwärts verläuft eine plastische formbildende Kraft. Unser Kopf ist wie ein Abbild der kosmischen Erlebnisse entstanden, die der Mensch in seinem Leben vor dem Herunterstieg auf die Erde hatte und die er in Form dieser plastischen formbildenden Kraft aufbewahrt hat. Sie strebt danach, den Menschen beim Reflexionsprozess im Gehirn auf eine feine Art in eine Statue aus hartem Salz zu verwandeln. Der Augennerv ist in der Lage, ständig Konturbildungen in den Augen entstehen zu lassen. Der zerstörende Nervenprozess ist immer zentripetal, er strebt zum Menscheninneren. Dieser zentripetalen Strömung gegenüber strömt von oben nach unten eine andere Kraft. Sie löst ständig dasjenige auf, was sich bilden will. Diese Kraft ist das Blut. Der Prozess in ihr ist zentrifugal und strebt immer zur Peripherie. Die an Blutgefäßen reiche Augenhülle strebt immer danach, die vom Augennerv geschaffenen Konturbildungen aufzulösen. Alles im Menschen – Knochen, Nerven, Muskeln, Drüsen (die ihrer Zusammensetzung nach luziferische Bildungen sind) – ist das Ergebnis des in uns umgewandelten Bluts. Die Blutbewegung zur Begegnung mit den Nerven ist die Begegnung des Ätherischen, das auf den Wellen des flüssigen Elements kommt, mit dem Astralen, Luftigen. Der Begegnungsprozess der beiden ist so wichtig, dass er praktisch das ganze Menschenleben umschließt.

Der Denkprozess hat seine Impulse im Astralleib und Ich. Diese Impulse werden vom Ätherleib fortgesetzt, sie schaffen dort Gedanken. Doch jeder Gedanke würde spurlos wegfliegen und keine Erinnerung hinterlassen, wenn er nicht im physischen Leib beerdigt werden würde, in dem er eine Spur hinterlässt. Der Ätherleib ist der Hüter des Gedächtnisses. Bei den Tieren wird der Geist, d.h. das Denken wie eine Seele erlebt, doch er vollbringt sich selbst als Geist nicht, während er sich im Menschen als Geist erkennt. Eine wichtige Rolle dabei spielt das Gedächtnis. Wenn unser Kopf fähig wäre, alle Eindrücke „einzusalzen“, ohne Rücksicht darauf, ob wir sie gesehen oder gehört haben, so würden wir ein erstaunliches Gedächtnis haben. Doch bei den meisten Menschen gibt es die entgegengesetzte Tendenz – die Salze werden von der flüssigen Ausstrahlung des Ätherleibes und genauer gesagt, vom Wärmestrom in ihm aufgelöst. Es ist gut, dass diese Auflösung existiert, anderenfalls würde der Mensch alles wie ein Automat behalten, doch nicht selbständig sein, denn in diesem Fall würde er nicht sich selbst erinnern. Der Eindruck ist in das flüssige Element eingedrungen, aber er bildet nichts Hartes, sondern alles bleibt dann im Astralleib. Nachdem der Mensch am Tag den Eindruck erhalten hat, schläft er abends ein und sein Astralleib und Ich treten aus ihm heraus. Danach wacht der Mensch auf, am nächsten Abend schläft er wieder ein und das Ganze wiederholt sich drei oder vier Tage hintereinander. Zum ersten Mal nehmen die auflösenden Kräfte erst nach dem vierten Schlaf ab. Dann setzt sich das unaufgelöste plastische Bild fest und wird zur Grundlage der Vorstellungserinnerungen, des Gedächtnisses. Wenn wir uns nur an das gestern Erlebte erinnern, ist das ein Verdienst des Astralleibes, doch wenn der Mensch am vierten Tag etwas vergessen hat, dann war die auflösende Kraft stark genug und hat alles aufgelöst. Dann vergisst der Mensch unbedingt.

So sieht das Vergessen aus, aber wie sieht es bei der Erinnerung, beim Gedächtnis aus? Es wurde schon darauf hingewiesen, dass von der Wahrnehmung kurze, verschwindende Abbilder bleiben. Doch mit jeder Wahrnehmung verläuft zwischen der Seele und der Außenwelt ein Prozess, der sich hinter den Kulissen des Seelenlebens entfaltet. Dort wirken die Wachstums-,  die Lebensimpulse. Drei höhere geistige Tätigkeiten gibt es in uns – Gedächtnis, Intelligenz und Sinneswahrnehmung. Im Gedächtnis webt der Engel durch seine Kinder – die Sylphen. Das Denken entsteht zum ersten Mal dann, wenn wir die Gedanken durch innere Aktivität erreichen. Dann greift auch der Erzengel ein, der die Intelligenz durch seine Kinder – die Undinen – regiert. Doch damit wir überhaupt Erinnerungen haben und die Intelligenz ihre Wirkung entfalten kann, müssen wir zuerst unsere Sinne für unsere Umgebung benutzen. In unseren Augen und Ohren halten sich die Archai auf. Dort befindet sich ihr Thron, sie wirken durch ihre Kinder – die Gnome. Irdische Menschen sind wir nur im oberen Kopfteil, in der grauen Gehirnsubstanz, die einzig der Erde angehört. Das, was sich danach in der Sphäre des Unbewussten abspielt, kennen wir nicht. Im unteren Kopfteil wirken die Wesen der dritten Hierarchie, die dafür sorgen, dass die oben erwähnten Wahrnehmungen zu unseren Erinnerungen werden. Dort fehlt das Gehirn. Wir sind nur im wachen Tagesbewusstsein, wenn wir denken, Menschen. Dort, wo wir an die Ursachen für unsere Erinnerungen nicht heranreichen, sind wir in der Welt eingeschlossen und nehmen uns selbst nicht als Mensch wahr. Hier befindet sich das erste von uns nicht bewusst wahrgenommene Gebiet des Unterbewussten. So wie im physischen Leben bei der Atmung der Sauerstoff erfüllten Luft dieser Sauerstoff zu unserem Besitz wird und wenn wir ihn als das todbringende Kohlendioxid ausatmen er schon der Welt angehört, so werden die lebendigen Weltgedanken bei ihrer „Einatmung“ zu unseren Gedanken, die wir anschließend als tote abstrakte Gedanken „ausatmen“, damit sie nach einer Metamorphose wieder zum Besitz der Welt werden. Hier wird ersichtlich, wie wichtig die Qualität der Vorstellungen ist, die wir aus unserem wachen Tagesbewusstsein den Wesen der dritten Hierarchie anbieten, damit sie diese Vorstellungen in unsere Erinnerungen und gleichzeitig auch in einen Teil der Welt verwandeln, in der das Gehirn nicht mehr da ist. Diese Welt ist unser unterer Kopfteil. Noch weiter unten – im rhythmischen und Bewegungssystem – sind wir noch weniger bewusst. Dort greifen die Götter der zweiten und ersten Hierarchie ein. Das ist das Feld ihrer irdischen Tätigkeit am Menschen. Für die Ziele unserer Vorlesung müssen wir uns hauptsächlich auf die Wirkungssphäre der dritten Hierarchie konzentrieren.

Wir haben bereits dargelegt, wie der Prozess der Ausbildung des Gedächtnisses von außen nach innen verläuft – durch das Ich, das zuerst das Erregen der Sinne durch die Umwelt wahrnimmt. Wir haben in unserem Beispiel angenommen, dass diese Erregung aus der Begegnung mit einem Menschen resultiert. Das Ich ist grundsätzlich am stärksten am Gedächtnis beteiligt. Es ist schwächer an der Intellektualität und am wenigsten an der Tätigkeit der Sinne beteiligt. Sein Aufenthalt in der Sinneseinwirkung hat die Ausbildung des Gedächtnisses zum Ziel, ohne das es auf dem physischen Plan nicht seiner selbst bewusst werden kann, und sei es nur als das reflektierte niedere Ich. Wenn sich die Wahrnehmung aus dem Ich in unseren Astralleib hineinversetzt, schließt sich ihr die Vorstellung an, denn die üblichen Vorstellungen aus unserem Alltagsleben wurzeln im Astralleib. Je nach Intensität, Kraft und Art der Vorstellung vollzieht der Ätherleib seinerseits in seinen vier Teilen (Ätherarten) die jeweiligen Bewegungen, damit sich die in diesem Augenblick kommende Vorstellung in ihn in Form eines Bildes oder einer Erinnerung wie in Wachs einprägt. Die Erinnerung bleibt im Ätherleib und wir können sie mit einem Buchstaben vergleichen, den auf ein Blatt Papier schreiben. Das Schreiben ist eine Tat der Seele, die von außen nach innen im gegenwärtigen Augenblick, im Jetzt zeichnet.

Ein paar Tage später können wir uns an die Wirkung dieses Menschen erinnern, die den „Buchstaben“ geformt hat, wir können ihm sogar noch einmal begegnen. Nun widmet sich die Seele wieder ihrer „Malerei“, die sie in der Sphäre des Vergangenen betreibt, das als Erinnerung in unserer inneren Welt lebt. Die Wesen der dritten Hierarchie bewahren das Erregen, die Wahrnehmung, die Vorstellung, die bei der vorherigen Begegnung im unserem Astralleib hervorgerufen wurden. Nun werden wir wieder von dieser Erinnerung erregt, jedoch diesmal von innen. Es geht um eine Wahrnehmung, unabhängig davon, ob sie von außen oder innen bewirkt wurde. Aus dem Altertum ist das Symbol der Schlange geblieben, die sich in den Schwanz beißt. Dieses Symbol drückt den Erinnerungsprozess aus, bei dem das im physischen Leib weilende Ich die von innen kommende Erinnerung erregt und sie mit der von außen kommenden Sinneswahrnehmung verflicht, damit eine neue Vorstellung entsteht und die Erinnerung erlebt wird. Zu diesem Zweck müssen die Seele und die Leiber aktiv werden. Es ist gut zu wissen, dass die Kraft, der wir uns seelisch beim Erinnern bedienen, auch zur Umwandlung der aufgenommenen Nahrung in eine Substanz dient, die unser Körper braucht. Wir befinden uns immer in einem relativ schwachen Kampf zwischen Seele und Leib, wenn wir uns der Kraft des Erinnerns hingeben. Deshalb ist es wichtig, was und in welchen Mengen wir essen, damit wir uns nicht später über ein Nachlassen des Gedächtnisses beklagen. Es heißt ja „Ein voller Bauch studiert (erinnert, denkt) nicht gern“.

Wenn das Erinnern beginnt, muss die Seele wieder an die „Buchstaben“ im Ätherleib herantreten, um sie aus der Dunkelheit des Unbewussten herauszuheben und sie zu entschlüsseln. Dabei ist die Entschlüsselung ein Erlebnis, das anders ist als die Buchstaben selbst. Es gibt doch einen Unterschied zwischen den Buchstaben, die auf den Seiten eines Romans gedruckt wurden und dem Erleben beim Lesen (Entschlüsseln) dieser Buchstaben.

Unser Ätherleib ist fähig, die Bewegungen, die bei der vorherigen Begegnung mit dem besagten Menschen erzeugt wurden, zu verdichten und sie wiederzugeben, wenn wir uns an ihn erinnern oder ihm wieder in Natura begegnen. Dann spüren wir innerlich, dass dies die Bewegungen sind, die der Ätherleib das letzte Mal ausgeführt hat. Hier geht es hauptsächlich um die Bewegungen des Lichtäthers, die mit dem äußeren Lichtäther wahrgenommen werden, wo das Ich und der Astralleib sich aufhalten. Die Erinnerung wurde in den Weltäther eingetragen und wenn wir sie aus der Dunkelheit des Unbewussten in unser waches Tagesbewusstsein heraufholen, aktiviert sie der Weltäther. Deshalb können wir sagen, dass das Erinnern einen Dialog mit der Weltschöpfung darstellt. Die äußere Vorstellung, die wir bei unserer ersten Begegnung mit dem besagten Menschen gebildet haben, wurde zu einer Imagination, zu einem Bild, das unser Ätherleib übernimmt und das zu einem Teil des Weltäthers wird. Dieses Bild verpflichtet uns nicht. Es ist in die wahre Realität eingezeichnet und indem wir uns im Unbewussten aufhalten, bleiben wir in unserem wachen Bewusstsein frei und verlieren uns selbst nicht. Wenn wir uns ernähren und wachsen, bleiben wir ebenfalls frei, auch wenn wir uns dieser Prozesse nicht bewusst werden. Das hängt mit unserem Dasein als einem Teil des Weltinhalts zusammen.

Wenn wir uns aber erinnern, muss die Seele die von uns im Weltäther zurückgelassene lebendige Imagination mitnehmen, sie ihres Bildcharakters entkleiden und wieder in eine abstrakte, bildlose Vorstellung, in eine Vorstellungsform des Bewusstseins verwandeln. Diese Vorstellung verschwindet dann, sie ist nicht dauerhaft und real, sondern nur ein entstehendes und vorbeigehendes Bild. Das schulden wir Michael. Auf diese Weise bleiben wir sowohl beim Erinnern als auch bei der Verwandlung des lebendigen Denkens in Schattengedanken in der Sphäre der Freiheit und nicht in der Sphäre der Notwendigkeit. Die Erinnerung und das Denken bleiben für uns substanzlos. Luzifer ist derjenige, der den Inhalt der Gedanken und Vorstellungen mit der irdischen Wirklichkeit durchziehen will. Er erreicht das, wenn der Mensch die Phantasien für die Wirklichkeit hält.

Wie werden die lebendigen „Buchstaben“ entschlüsselt? Unser Lichtleib ist dem physischen Leib eingegliedert. Wenn beim Erinnern der Lichtleib die jeweiligen „Erinnerungsbewegungen“ ausführt, stoßen sie überall an den ihn umfassenden physischen Leib und daraus entstehen Bilder im physischen Leib. Der Mensch sieht die Bewegungen des Ätherleibes nicht, sondern die Bilder, die sich in den physischen Leib eingedrückt haben. Sie sind jene Spuren, die die vorherige Begegnung mit diesem Menschen in unserem Gehirn hinterlassen hat. Der Ätherleib erreicht sie nun und auf diese Weise wird dasjenige, was jetzt beim Erinnern von innen kommt, mit demjenigen verglichen, was letztes Mal im Gehirn als eine Spur geblieben ist. Auf diese Weise lebt die Erinnerung als Vorstellung in unserem abstrakten Denken auf, denn wir lesen sie im physischen Leib und nicht wie eine „Buchstaben-Imagination“. Danach verschwindet die Erinnerung wieder. Dabei befinden sich die Erinnerungen ineinander und nicht nebeneinander, wie das bei dem imaginativen Bewusstsein der Fall ist, auf das wir gleich zu sprechen kommen. Ohne den physischen Leib wäre der Ätherleib ein schlechter Hüter des Gedächtnisses. Wenn der physische Leib andererseits das Werkzeug des Gedächtnisses wäre, könnten wir uns nur an dasjenige erinnern, was in den letzten sieben Jahren passiert ist. Selbst der Wissenschaft ist nämlich die Tatsache bekannt, dass der physische Leib seine Zellen alle sieben Jahre erneuert.

Die vergessenen Vorstellungen verschwinden nicht vollkommen, was auch das nachtodliche Panorama des vergangenen Lebens beweist. Diese vergessenen Vorstellungen beginnen an jenem Teil des Ätherleibes zu arbeiten, der frei vom Wachstum des physischen Leibes ist. Wenn unser Ätherleib sich nach dem Tod auflöst, gehen wir durch die Vermittlung des Gehirns von der irdischen Art des Erinnerns in die Welt der kosmischen lebendigen Gedanken über. Dort erleben wir mit einer völlig anderen Art des Erinnerns die Ergebnisse unserer irdischen Gedanken, Gefühle und Taten.

Das Vergessen ist eine Wohltat, ohne die der Ätherleib wegen der vielen Erinnerungen, die als Ergebnis der intellektuellen Tätigkeit, welche tote Bilder auf dem physischen Plan zustande bringt,  austrocknen würde. Die toten Vorstellungen aus unserem Bewusstsein nehmen nicht an unserem Lebensprozess teil. Sie werden erst wieder lebendig, wenn sie unten im Unbewussten umgewandelt und in unser Seelenleben eingepflanzt werden, um äußerlich anregend oder bedrückend zu werden. Die traurigen Vorstellungen erschöpfen unsere Lebenskraft. Wer nachtragend ist, zerstört geradezu seine Gesundheit, während die freudigen Vorstellungen erheben und uns Leben einflößen. Vieles aus der aktuellen Stimmung des ganzen physisch-geistig-seelischen Zustands eines Menschen hängt von demjenigen ab, was unten in seinem Unterbewusstsein liegt, wo die äußeren Vorstellungen zu Imaginationen werden. Um sie wieder in unser Bewusstsein heraufzuheben, müssen wir sie ihres Bildcharakters entkleiden und sie wieder in bildlose Vorstellungen umwandeln. Sowohl die endlosen Eindrücke, die der Mensch nicht bemerkt, also nicht in sein Bewusstsein bringt, als auch die bewussten Eindrücke bleiben in ihm und verändern ihn. Unsere amoralischen Impulse, Gedanken und Handlungen werden im Schlaf von den Hierarchiewesen in unsere Leiblichkeit zurückgedrängt und ihr als eine Erinnerung eingeprägt, die im späteren Leben regelmäßig in Form von Gewissensbissen erscheint. Das Gewissen kommt in uns seit der Zeit Gautama Buddhas zur Geltung, damit wir uns auf die Ankunft Christi vorbereiten, der nach Pfingsten in uns als die Stimme des Gewissens eintrat. Diese Stimme spricht zu uns von innen in feiner Art. Christus erinnert uns, dass wir bis zur Zeitenwende aus einem Weltenwesen zu einem Erdenmenschen geworden sind, der wieder den Weg in den Himmel suchen und durch die freie Wahl des Ich zu einem Weltenwesen werden soll.

Was wird aus unserem Gedächtnis bei diesem Übergang nach oben geschehen, wie wird das Denken in uns metamorphosieren? Das Denken ist im Menschen nur in seinem vorirdischen Dasein lebendig. Beim Kleinkind werden alle vier Elemente, die mit den vier Ätherarten zusammenhängen, vom Denken erfasst, das aber allmählich bis zum 14.-15. Jahr zu sterben beginnt. Die Kraft des Denkens wird abgeschwächt, weil der physische Leib den Ätherleib unter seine Kontrolle bringt. Es bleiben nur das Luft- und das Wärmeelement, die vom Denken erfasst werden können, d.h. das Denken zieht sich vom Erden- und Wasserelement zurück, mit denen der Ton- und der Lebensäther zusammenhängen. Die beiden stellen den Baum des Lebens dar, aber uns bleibt lediglich der Baum der Erkenntnis, dessen wir uns bedienen können.

Steiner sagt, dass bei der esoterischen Schulung unser gewöhnliches Gedächtnis fast immer schwächer wird, aber es ist gut zu wissen, dass lediglich dasjenige Gedächtnis verloren geht, das der Mensch in seiner Kindheit und Jugend beim Übergang vom lebendigen zum toten Denken gebildet hat.

Während wir heute beim gewöhnlichen Erinnern einfach erwarten, dass aus den dunklen Untergründen in uns die uns notwendigen Erinnerungen heraufschwimmen, wird dieser Prozess zukünftig wie ein Fühlerausstrecken aussehen, mit dem das Vergangene wie etwas Tatsächliches erfasst werden wird. Unser Gehirn wird dahingehend metamorphosieren, dass wir uns in unserem nächsten Leben an das gegenwärtige Leben erinnern können. Zu diesem Zweck müssen wir aber unser Ich in den Gedanken durch das Leben ergreifen. Die Menschheit beginnt erst jetzt dazu heranzureifen. Anderenfalls wird diese Erinnerungsfähigkeit mechanisch entstehen, d.h. wir werden kein tatsächliches Erinnern haben, sondern innere Nervosität empfinden. Wir werden das Gefühl haben, dass uns etwas in unserem Inneren nicht reicht. So wird der Mensch das Verständnis für den Sinn der irdischen Inkarnationen einbüßen.

Wie können wir uns vor diesem Schicksal aufbewahren? Wie können wir unser höheres Ich durch das Denken finden?

Im Sinne des Seelischen entwickelt sich das Denken zwischen dem physischen und dem Ätherleib, das Gefühl entwickelt sich zwischen dem Astral- und dem Ätherleib, der Wille – zwischen dem Astralleib und dem (niederen) Ich. An der Peripherie des physischen Leibes sind die Sinneswahrnehmungen, die mit unserem räumlichen Denken zusammenhängen. Bis zum Ich reichen nur Schattengedanken, da unser Astralleib luziferisiert ist, denn in ihm fehlt das Leben. Im „Raum“ zwischen dem physischen und dem Ätherleib existieren zwei Punkte der Begegnung zwischen den Elementen und den Ätherarten. In einem Punkt begegnen sich und befinden sich sehr nah beieinander das Wärmeelement und der Wärmeäther, wo die Materie in Geist und der Geist in Materie umgewandelt wird. Am entgegengesetzten Pol liegt der Begegnungspunkt des gröbsten Elementes – des Erdelementes – und des höchsten Äthers – des Lebensäthers. Ein Abgrund trennt die beiden, doch gerade dort entsteht das Spiegelbild, wovon die Nervenmaterie verfällt. Dieser Verfall würde zum „zweiten Tod“ führen – zum seelischen Tod und dem Verlust des niederen Ich -, denn das ganze Seelenleben kann nur bis zum Dasein der Bilder gebracht werden und es besteht keine Aussicht, das Denken mit Substanz, also mit Leben, anzufüllen. Das abstrakte Denken unterbricht allmählich die Verbindung des Wärmeäthers zu unserem Willen, es zerstört den Lichtorganismus und die Gefühle. Durch die Sprache tötet es den Weltton und das Denken selbst ab und vertreibt zum Schluss das Leben und den Sinn aus der menschlichen Existenz. Wie verhängnisvoll die Folgen dieser irreführenden Entwicklung sind, können wir begreifen, wenn wir die über folgenden Worte nachdenken, die jemand in irgendeinem sozialen Netzwerk geäußert hat: „Die Deutschen sind aus einer Nation der Dichter und Denker in eine Nation der Hohl- und Quasselköpfe geworden.“ Und sie müssten das führende Volk der fünften Kulturepoche sein?!

Es liegt auf der Hand, dass wir es nötig haben, unseren Astralleib zu beleben, der das Ich aktivieren muss, damit wir in einer zeitgemäßen Art die Beziehung zum höheren Ich finden. Nirgendwo in der Sinneswelt lässt sich das Wesen des Denkens finden, es muss in der übersinnlichen Welt gesucht werden. Wenn wir unseren Astralleib durch die majestätischen Wahrheiten der Anthroposophie in Bewegung bringen und ihn durch die moralischen Kräfte läutern, die aus dem Mysterium herausströmen, welches 1936 Christus und der Meister Beinsa Douno gemeinsam vollbracht haben, dann wird der Wille zu jenem „Aufzug“, der uns vom niederen Ich durch das anschauende Denken zu unserem höheren Ich erheben wird, zu den moralischen Intuitionen, die aus dem höheren Devachan herabströmen und das Wesen des Denkens ausmachen. „Es gibt kein Gefühl und keinen Enthusiasmus, die sich mit den Empfindungen an Wärme, Schönheit und Gehobenheit vergleichen lassen, welche angefacht werden durch die reinen, kristallklaren Gedanken, die sich auf höhere Welten beziehen. Die höchsten Gefühle sind eben nicht diejenigen, die «von selbst» sich einstellen, sondern diejenigen, welche in energischer Gedankenarbeit errungen werden“[4], sagte Steiner. Nur die moralischen Intuitionen im Denken sind impulsierend, die gewöhnlichen Gedanken können nichts impulsieren.

Die Bedeutung des klaren Denkens ist äußerst stark von 1879 an gewachsen, als Erzengel Michael die dunklen ahrimanischen Geister im Menschen herunterholte. Laut Steiner ist „klares Denken“ „so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung haben“[5].

Der Christus-Impuls befindet sich auf der Gerade, auf der formbildenden Linie des Denkens. Dank dem Mysterium von Golgatha kann der Mensch eine Beziehung zum Leben in seinem Bewusstsein herstellen, wenn er es erlaubt, von demjenigen befruchtet zu werden, was dieses Mysterium seiner physischen irdischen Erkenntnis gibt. Die Gedanken müssen so stark sein, dass sie nicht nur oben in den Köpfen als bloßes Nachdenken bleiben, sondern durch den ganzen Körper wie etwas Lebendiges gehen. Das geschieht, wenn wir zum anschauenden Denken übergehen, an dem das Gehirn nicht teilnimmt, wenn das Spiegelbild aufgehoben ist und wir die Wirklichkeit an einem Ende ergriffen haben. Mit dem abstrakten Denken und der ihm eigenen Zergliederung der Dinge stürzt man zum Tierdasein hinunter, während man mit dem anderen Denken zur Erzeugung von scharfen, mit Farben gesättigten Bildern kommt. Durch das abstrakte Denken wird die Nervenmaterie zerstört und in Salze verwandelt – d.h. in eine andere Art von Materie. Beim anschauenden Denken dagegen wird die Materie als Materie zerstört, doch die Nervenkräfte werden wieder belebt, denn das Naturmäßige im Menschen geht in ein Moralisches über. Das anschauende Denken ist moralisches Denken, in dem neues Naturmäßiges entsteht. Dieses Denken besteht aus Bildern, die die alte Wirklichkeit enthalten, aber auch neue Wirklichkeit erhalten sollen. Diese Wirklichkeit entstammt der Zentralkraft, die ihre Existenz im Mysterium von Golgatha bezeugt hat. Ohne sie würden die vom Menschen erreichten Bilder am Ende der Erdentwicklung der inneren Realität entleert bleiben.

Wenn wir von Moralität reden, meinen wir ihren höheren geistigen Sinn. Nur diese Moralität kann den Menschen von einer Person zu einer Individualität machen. In der fünften Kulturepoche muss jeder durch seine vergeistigte Bewusstseinsseele zu einer Individualität werden, zu einem Ich, das aufgerufen ist, die sechste Kulturepoche vorzubereiten, in der die Menschen ein vollkommenes, besonderes Gespür entwickeln werden für das, was moralisch ist. Besonders fein werden dann die Empfindungen der Sympathie für die mitfühlenden, wohlwollenden Taten sein, während die Antipathie für die Missgunst bisher unbekannte Ausmaße annehmen wird. In der siebten Kulturepoche werden die Menschen wieder wie in Urzeiten in Kasten eingeteilt werden, doch das wird frei und nach moralischen und intellektuellen Merkmalen und ohne den Zwang von Autoritäten erfolgen. Das wird die Zeit des tatkräftigen moralischen Lebens sein. Dann werden die Archai die Menschheit unter der Leitung von Christus führen. Derjenige, der nicht vorbereitet ist und seinen Egoismus vollkommen nach außen kehrt, wird im grausamen Krieg aller gegen alle sterben. Dagegen wird eine Gruppe Menschen die Kraft des Buddhi-Prinzips entwickelt haben, die unter der Leitung des neuen, diesmal menschlichen Manu, in die nächste Wurzelrasse übertragen wird.

Der Weg zur Buddhi geht durch die Meisterung des Manas-Prinzips. Es ist klar, dass zur Verwandlung unseres Ätherleibes in einen unsterblichen Leib auch das Durchdringen unserer Gedächtnisfähigkeiten vom Heiligen Geist notwendig ist. Ist es möglich, dass so etwas schon heute geschieht?

Wie bereits erklärt, hängt unser irdisches Gedächtnis hauptsächlich mit dem Lichtäther und teilweise mit dem Wärmeäther zusammen, die den „Baum der Erkenntnis“ bilden, während unser höheres Gedächtnis im Ton- und Lebensäther enthalten ist – also im „Baum des Lebens“. Nach dem Sündenfall wurde uns der Zugang zum zweiten Baum versperrt und mit der Inkarnation der nathanischen Seele (als der lukanische Jesus) wieder hergestellt. Unser irdisches Gedächtnis drückt unsere „gealterte“, abgenutzte Natur aus, die von der ahrimanisierten und die Lichtbewegungen unseres Ätherleibes verdunkelnden Intellektualität durchzogen ist. Dagegen bringt unser höheres Gedächtnis die paradiesische, kindhafte Natur des Menschen zum Ausdruck. Wenn wir unsere Gedächtnisfähigkeit mit klarem Bewusstsein von den Christus-Kräften durchdringen lassen, wird der verdunkelte Lichtteil, ja sogar der Wärmeteil des Ätherleibes belebt. Das gewöhnliche Gedächtnis wird vom höheren Gedächtnis durchzogen, was zum starken Anwachsen der Gedächtnisfähigkeiten führt. Dieser Prozess ist möglich, wenn das Ich „explodiert“ ist und die Seele ihre Herkunft aus dem Paradies erkennt.

Hinzu kommt, dass im Unterschied zum Lebens- und Tonäther, die eine zentripetale Tendenz aufweisen, also vor allem der Wahrnehmung der geistigen Impulse aus dem Makrokosmos dienen, der Lichtäther eine zentrifugale Tendenz hat. Deshalb ist er geneigt, die spirituellen Gedanken in den Makrokosmos hinauszutragen, wo sie im Astrallicht abgedrückt werden und dieses „umwandeln“. Wenn wir uns an den Ich-Aspekt des Erlösers in der Welt der Vorsehung wenden, wo ihn die zwölf Bodhisattvas umgeben, so sehen wir, dass der Inhalt des Christus-Bewusstseins dort der von Ihm herausgehende Heilige Geist ist. In der Erdumgebung wirkt der Heilige Geist im Astrallicht. Dieses Licht ist in einem gewissen Sinne das Astralgedächtnis des Kosmos (die Akasha-Chronik), das sich im höheren Devachan befindet und in noch höheren Sphären gebildet wird.

Nach dem Ersten Mysterium von Golgatha und der Auferstehung des Erlösers „lebte“ sein Bewusstsein in der nathanischen Seele als Astrallicht, das mit dem Heiligen Geist gesättigt war. Dieses Licht hat Paulus gesehen und ist vorübergehend erblindet. Als Folge des Zweiten Golgatha am Ende des 19. Jahrhunderts ging das Christus-Bewusstsein in der nathanischen Seele aus, da sich das Astrallicht zum Ätherlicht „verdichtet“ hat. Das Bewusstsein des Erlösers ist diesmal im Lichtäther der menschlichen Ätherleiber auferstanden. Damit wurde zum ersten Mal ermöglicht, dass der Impuls des Heiligen Geistes bis zu unserem Ätherleib hineindringt. Mit dem Mysterium von 1936, das unter Beteiligung der nathanischen Seele und des Meisters Beinsa Douno vollbracht wurde, stieg das Christus-Bewusstsein bis zum Wärmeäther in unseren Ätherleib hinunter. Dem Heiligen Geist wurde die Möglichkeit eröffnet, auch bis hierher herunterzusteigen, so dass der Mensch selbst mit der Christus-Moralität, mit dem Archen Michael und dem menschlichen Willen den Rückweg in die übersinnlichen Welten durch das anschauende Denken antritt. Dabei bildet der Mensch allmählich geistige Organe aus, mit denen er hellsehend wird.

Mit der Synthese der beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts wird nicht nur das irdische Gedächtnis mit dem kosmischen Gedächtnis befruchtet, sondern der Ätherlieb selbst wird vergeistigt. Er wird zu einem Leib des Lichtes, der Liebe, der wieder die Oberhand über den physischen Leib gewinnt, indem er diesen durch das (höhere) Ich vergeistigt. In diesem Leib der Liebe werden wir dem Ätherbild des Christus in einer neuen hellseherischen Art begegnen. Das gigantische Atlantier-Gedächtnis wird auf einer neuen Stufe als Ich-Kraft auferstehen und durch sie wird uns allmählich die Bedeutung des Mysteriums von Golgatha auf der Leiter des Bewusstseins offenbar. Das Praktizieren der Ich-Synthese erklärt das ungewöhnliche Gedächtnis für die geistigen Tatsachen, das bei meinen Vorträgen zum Vorschein kommt, die Zuschauer zum Staunen bringt und die geistigen „Autoritäten“ in Angst versetzt.

Heutzutage kommt die Genialität bis zu einem gewissen Grade in Abhängigkeit von der Natur zum Vorschein, was ein Erbe der alten griechischen Epoche ist. Zukünftig wird jedoch die Genialität als eine Gabe der Natur aufhören. Stattdessen wird die ausgearbeitete Genialität in Erscheinung treten, die mit dem Menschen und dem sich ihm offenbarenden Geist zusammenhängt. Die zukünftige Genialität wird durch unsere heutigen Anstrengungen zur Wiederherstellung der Verbindung zum Geist vorbereitet. Das bedeutet in erster Linie, dass ein Umgang mit den Naturgeistern erreicht werden muss. Beim Übergang zum höheren Ich werden auch die Naturgeister gerettet, es werden auch die Vorstellungswesen, die Gedankenwesen gerettet, die wir selbst schaffen. Wir haben bereits erwähnt, dass wir unsere Wahrnehmungen den Gnomen schulden, die Gedanken mithilfe der Undinen aneignen und die Vorstellungen durch die Sylphen erwerben, damit sie in unser Gedächtnis als Wesen eingehen. Dank den Vorstellungserinnerungen vereint sich die kosmische Intelligenz in uns wieder mit dem Willen und kehrt so zu sich selbst zurück, indem sie die Gestalt des menschlichen Selbstbewusstseins annimmt. Wenn die Vorstellungen schwach sind, verschwinden sie in der ungestümen Astralwelt. Wenn die Vorstellungen vergeistigt, und die Wahrnehmungen individualisiert sind,  so vereinen wir durch die Welt unserer Vorstellungen die Gedankenwesen mit dem höheren geistigen Dasein. Gleichzeitig verbinden wir das niedere mit dem höheren Ich. Letzteres wirkt im Manas (dem Heiligen Geist) und das Manas verbindet sich mit der Erfahrung (dem Gedächtnis) der Wahrnehmungen in der Sinneswelt. Das Ich wird zu einem übersinnlichen Wesen, das eine neue Substanz hervorbringt – den Gedankenäther. Das ist das wahre Leben, durch das die kosmische Intelligenz (das Manas) im Menschen zu seiner individuellen Intelligenz wird, ohne ihre Beziehung zur kosmischen Herkunft zu verlieren. Auf diese Weise erhebt sich die kosmische Intelligenz von den irdischen Phänomenen zum Menschen und zu den Göttern.

Natürlich ist die Stärke der Gedächtnismöglichkeiten das Ergebnis der Anstrengungen in der früheren Inkarnation – hauptsächlich mit Rücksicht auf den damals angewendeten Willen. Der Wille aus dem vorherigen Leben verwandelt sich nämlich nach dem Aufenthalt in der übersinnlichen Welt zwischen zwei Inkarnationen  in die Denk- und Gedächtnisfähigkeit im nächsten Leben. Der Aufstieg in die übersinnlichen Sphären hängt von der Art und Weise ab, wie der Mensch die Welt wahrgenommen und was für Taten er vollbracht hat. In der Marssphäre erwirbt er die Sprache der Götter, in der Jupitersphäre lernt er ihre Gedanken und in der Saturnsphäre – ihr Gedächtnis an das Sonnensystem kennen. Unser Kopf wird als ein geistiger Keim vorbereitet, um rund zu sein und das Kosmische zu spiegeln. Nach der Saturnsphäre folgt der Übergang von den Planeten zu den Sternen, wo die Sphäre des Weltenwortes liegt. Hier – in der Mitternacht des Daseins – wird dem Ich die erhabene Bedeutung der Schöpfung eingeprägt. Mit dieser Gabe macht sich der Mensch auf den Weg zu seiner nächsten irdischen Inkarnation zurück, in der das Veranlagte angewendet wird. Natürlich muss das angelegte Kosmische an das Irdische angepasst werden, weshalb das kosmische Gedächtnis in der Saturnsphäre so angepasst wird, dass es zum Fundament unseres zukünftigen irdischen Gedächtnisses werden kann. In der Jupitersphäre wird das Wissen über die Gedanken der Götter in die Fähigkeit verwandelt, die menschlichen Gedanken zu verstehen, was später im gewöhnlichen Bewusstsein zur Geltung kommt. In der Marssphäre wird die Sprache der Götter zu einer geistigen Substanz, aus der später das Ego entsteht, damit wir uns vom Kosmos trennen und vorbereitet auf die Erde heruntersteigen.

Der nachtodliche Aufstieg zu den Höhen des kosmischen Wortes ist nur für diejenigen Individualitäten möglich, die in ihren vorherigen Leben den damaligen geistigen Notwendigkeiten angemessen waren. Solche Individualitäten bemühen sich, in ihrem nächsten Leben wieder den aktuellen geistigen Notwendigkeiten gerecht zu werden. Deshalb kann der Heilige Geist durch sie arbeiten, indem er ihr Gedächtnis in rechter Weise verstärkt. Mit diesem Gedächtnis geht man zur imaginativen Bewusstseinsform über, mit der der Mensch zu einem Hierarchiewesen werden wird. Was stellt diese Bewusstseinsform dar?

Wie schon gesagt, ist das Gedächtnis das erste wahrhaftig geistige Element in uns. Mit ihm erheben wir uns über unseren Leib und verkehren mit dem Makrokosmos, obwohl das noch unbewusst geschieht. Die Welt der Erinnerungsmöglichkeit besteht aus Imaginationen. Sie ist die uns am nächsten liegende geistige Welt, die man jedoch nicht mit der gewöhnlichen menschlichen Intelligenz betreten kann – dort hat diese Intelligenz nämlich überhaupt keinen Wert. Wenn wir in die imaginative Welt eintauchen, verlieren wir das ruhige irdische Erleben der Gedanken, denn dieses befindet sich nicht wie im physischen Leben unter unserer Kontrolle. Wenn  man in der Lage ist, eine auf dem physischen Plan entstandene Vorstellung unter der Schwelle seines Bewusstseins zu verfolgen – z.B. einen Schwimmer zu verfolgen, wenn er untertaucht -, so wird man sehen, wie diese Vorstellung dort zu einem lebenserfüllten Bild wird. Die Vorstellung scheint sich zu rühren, oder wie Steiner sich ausdrückt, es ist, als hielten wir eine Maus in der Hand[6].

Wir sind in eine geistige Welt eingetreten, wo alles in Bewegung ist. Wir sind in die Welt unserer eigenen Gedanken eingetreten, die lebendig geworden sind und in unserem Ätherleib hintereinander herjagen. Das Lebendige ist aus dem Kosmos in unseren Ätherleib eingeströmt, der von lebendigen Göttergedanken erfüllt ist. Für uns erscheinen sie als Bilder, die wir nicht wie Teile eines Gemäldes auf dem physischen Plan wahrnehmen, sondern sie erleben, da wir in ihnen drin sind. Das ist ein Leben gigantischen Ausmaßes und es würde uns vernichten, wenn wir es gedanklich und moralisch unvorbereitet betreten. Die Imaginationen kommen aus ganz anderen geistigen Tiefen im Vergleich zu den Erinnerungen, die aus unserer eigenen Seele entstehen. Während beim Erinnern der Dialog mit der Weltschöpfung für uns größtenteils unbewusst bleibt und die Erinnerungen ineinander weilen, so haben wir bei den Imaginationen einen Austritt aus dem Körper, der anders ist als der Austritt beim Schlaf oder beim Erinnern. Hier tritt man aus dem Raum in die Zeit hinaus. Es gibt kein „Außen“ und „Innen“ mehr, sondern ein „Davor“ und „Danach“, denn wir haben uns mit unserem Ich in den Astralstrom hineinversetzt, der aus der Zukunft in die Vergangenheit verläuft. Selbst wenn sich unser gewöhnliches Bewusstsein an die Vergangenheit erinnert, erlebt es immer die Gegenwart. Beim imaginativen Bewusstsein ist die Erinnerung das Erste, was der Mensch verliert. In ihm gibt es keine Erinnerungen mehr, stattdessen steigen verschiedene Bilder zu ihm, die nicht mit seinen Erlebnissen auf dem physischen Plan zusammenhängen. Sie kommen aus anderen geistigen Gebieten und das wird durch die Rückkehr zu den frühesten Jahren des gegenwärtigen Lebens erreicht, an die man keine Erinnerungen hat. Es folgt die Rückkehr zu der vorirdischen Zeit, danach tauchen Bilder des vorherigen Lebens auf usw. bis zur ersten Inkarnation, um dann zu den Imaginationen vom alten Mond überzugehen, als das Gedächtnis unsere Haupttätigkeit war, die jedoch als unbewusste traumähnliche Imaginationen zustande kam. Wegen der Veränderung unserer Leiblichkeit wurden sie auf der Erde zu unserer jetzigen Gedächtnisfähigkeit. Heutzutage müssen wir aber vom gewöhnlichen Erinnern zu der imaginativen Fähigkeit übergehen, was eine Rückkehr in bewusster Art zum alten Mond bedeutet.

Alle Imaginationen aus diesem Äon befinden sich im Menschen. Von außen umgeben uns auch alle möglichen Imaginationen, doch sie befinden sich im Unbewussten. Die Bilder aus der Astralwelt sind ihrem Wesen nach Nachrichten der geistigen Wesen. Der Mensch muss einfach das aus ihrer Tätigkeit Erfolgende in sein Bewusstsein erheben und in bewusster Weise aufnehmen. Auf die Methode dazu hat uns Steiner im Buch „Wie erlangt man Kenntnisse der geistigen Welten“[7] und in anderen Werken verwiesen. Das ist kein Mediumismus, bei dem die Mondintelligenz wirkt. Nicht zufällig sind alle Medien äußerlich nicht besonders intelligente Menschen. Das ist auch kein Visionärtum, bei dem die Seele des Visionärs noch tiefer im physischen Leib verwurzelt ist, als wenn er die Außenwelt nur mit seinem gewöhnlichen Bewusstsein wahrnehme, weshalb sein Bewusstsein in Visionen umgewandelt wurde. Er scheint vor einem Tableau von Visionen zu stehen, doch er ist unfähig, nach eigener Wahl zwischen ihnen und seinem gewöhnlichen Bewusstsein umzuschalten.

Im Unterschied zu ihm holt der Imaginierende seine Seele aus dem physischen Leib heraus, aktiviert sie und lebt im „Bild“. Er ist fähig, nach Belieben sich im Bild außerhalb der dritten Dimension zu bewegen und es zu verlassen. Das ist schon die Fähigkeit, in der Akasha-Chronik zu lesen, in der Vergangenheit, in der der Inhalt der Geisteswissenschaft entdeckt werden kann, den Steiner erforscht und uns gegeben hat. Der Imaginierende erlebt eigentlich seinen Ätherleib. Immer wenn er nach einer bestimmten Zeit etwas, was früher geschehen ist, erleben möchte, kann er nicht wie beim Erinnern verfahren, sondern er muss alle Bewegungen ausführen, die zum realen Erleben des Ätherleibes notwendig sind, d.h. zum Verbinden des Bewusstseins mit dem Gang des Lebens.

Die Fähigkeit, das Bewusstsein in ein imaginatives zu erheben, haben wir dank dem Mysterium von Golgatha. Das ist so dramatisch anders als die heutigen 3D-, 4D- usw. -Technologien, die das Imaginieren ersetzen und den Ätherleib des unbewussten Menschen mit ahrimanischen Wesen vollstopfen! Die Wesen werden an sich erinnern, wenn das notwendig ist! Die Menschen, bei denen der Ätherleib fest mit dem physischen Leib verbunden ist, verschaffen sich eine Anzahl von Begriffen und dann übt der physische Leib Gewalt auf den Ätherleib aus. Das macht solche Menschen zu Personen mit festen, unelastischen Begriffen. Das bewirkt, dass sie nach ihrem 50. Jahr automatisch mit den Gedanken ihrer vorherigen Jahre denken. Ihre Leiber bewegen sich ebenfalls automatisch und diese Menschen gelten nur als lebendig, bis sie wirklich sterben. Nur die Kraft und die Durchdringung mit geistigen Begriffen und Ideen können die Verbindung zwischen dem Äther- und dem physischen Leib lockern, damit man die unvermeidliche Tendenz zur Verhärtung der Begriffe überwindet. Auf diese Weise wird der real existierenden kosmischen Tendenz entgegengewirkt, was die Mission des Menschen ist.

Wegen der Freiheit der Wahl bleiben die Imaginationen für uns auch entstehende und vergehende Bilder und nichts Dauerhaftes, Wirkliches, was wir in uns behalten können. Diese Bilder werden in das kosmische Dasein eingeschrieben und wir können sie immer in unserem Seelenleben wiederherstellen, das aus Bildern und Vorstellungen aufgebaut ist. Die Imaginationen werden zum Inhalt der Welt. Der Mensch zieht in bewusster Weise die Imaginationen vom alten Mond durch sich und baut den zukünftigen geistigen Jupiter auf, wo unser gewöhnliches Bewusstsein imaginativ sein wird. Vor der Menschwerdung Christi wirkte Seine Kraft auf den Menschen von der Sonne aus, indem sie dessen Wachstum und Leben  aufrechterhielt. Durch das Mysterium von Golgatha ist diese Sonne in uns als der Christus-Impuls eingegangen und sie führt uns zu der Sonne, die „geistiger Jupiter“ heißt. Das Eintragen unserer Imaginationen in den Kosmos liegt an der Christus-Kraft, die sich mit Erde und Mensch verbunden hat.

Der Übergang zum imaginativen Bewusstsein ist eigentlich nicht so schwierig. Die erlebten vergehenden und verfliegenden Imaginationen sind die Göttergedanken, die in unseren Ätherleib als Bilder aufgenommen werden. Die Weltgedanken sind bis zu einem gewissen Grade der Welt unseres reflektierenden Denkens ähnlich. Deshalb ist der Übergang nicht schwierig. Doch man muss mit Nachdruck daran erinnern, dass dieser Übergang ohne eine vorausgehende gedankliche und moralische Vorbereitung für denjenigen, der es eilig hat, fatale Folgen haben kann. Die geistige Welt erträgt unseren irdischen Seelenschmutz nicht und deshalb müssen wir vorläufig die Welt der lebendigen Gedanken als eine Widerspiegelung wahrnehmen.

Die Erhebung zu den Inspirationen erfordert eine viel schwächere Verbindung zum Materiellen als das bei der Imagination der Fall ist. Wenn wir die Wahrheiten der Geisteswissenschaft in tief moralischer Art und ernsthaft behandeln, schaffen wir Vorstellungen, die im Schlaf in unseren Astralleib und in unser Ich als eine lebenspendende Sonnenkraft, als eine Inspirationskraft einströmen. Bei der Inspiration erlebt die Menschenseele die Naturgesetze gleichsam in sich und beschließt, etwas aus einem inneren Motiv heraus zu tun. Erst wenn wir selbst aus unserer Ich-Substanz dem Bild Realität schenken, ist die freie Tat möglich. Hier gibt es keine Rückkehr zum Äon der alten Sonne.

Bei der Intuition ist die Verbindung zum Materiellen noch schwächer, denn der Aufstieg in die geistige Welt führt zum Ich der Hierarchiewesen, mit denen wir selbst uns identifizieren. Das Ich ist die einzige Realität und die Kenntnis dieses Mysteriums ist die Grundlage jedes geistigen Lebens. Hier gibt es eine Rückkehr zur Ausgangsposition der Schöpfung auf dem alten Saturn, als die Hierarchiewesen beim Austritt aus dem Großen Pralaya zwischen den beiden Zyklen sich als Iche zu manifestieren begannen. Mit der Rückkehr vollendet der Mensch seine wahre Natur und bereitet gleichzeitig die nächsten Äonen vor.

Die Imagination, Inspiration und Intuition treten zuerst bei demjenigen auf, der sich auf den Weg in die geistige Welt gemacht hat, nämlich beim Praktizieren des anschauenden Denkens jeweils als moralische Technik, moralische Phantasie und moralische Intuition. Zuerst erscheint die moralische Intuition. Dem Autor hat die grundlegende moralische Intuition das Hauptgeheimnis der Schöpfung offenbart – dass das Ich Gott selbst ist. Das ist die Beschenkung des niederen Ich mit der Substanz aus ihm selbst – d.h. wir beschenken es mit der Wirklichkeit des höheren Ich.  Erst dann wird die freie Tat möglich – die moralische Phantasie. In meinem Fall brachte sie das Motiv, Christus in einer neuen Art der Menschheit zu präsentieren. Die moralische Phantasie ist etwas Gegenteiliges der Spiegelreflexion. Der aus ihr geborene Antrieb wirkt mit der Kraft eines Naturgesetzes und es gibt kein Hindernis, das diese Kraft vor der Verwirklichung auf dem äußeren Plan in Form von moralischer Technik aufhalten kann. Die moralische Technik erschien als eine welthistorische Notwendigkeit an der Jahrtausendwende, als die Ich-Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts. Die Synthese ist eine auf die Stufe des wachen Bewusstseins erhobene mächtige Ich-Imagination! Derjenige, der sie als die absolute Notwendigkeit für unsere Zeit anerkennt, wird seine Ich-Imagination ans Licht bringen.

Der gegenwärtige Zeitpunkt der Entwicklung ist von so großer Schicksalhaftigkeit, dass sogar der Abbruch der menschlichen Evolution nicht ausgeschlossen ist. Die Geschwindigkeit des Lebens wächst allmählich, um auf dem zukünftigen geistigen Jupiter das Tempo zu erreichen, mit dem sich der Äon des alten Mondes bewegt hat. Nun legt der Mensch selbst das Fundament seiner Verwandlung in ein Hierarchiewesen. Wer das schafft, wird zum Bewusstsein eines Engels aufsteigen. Auf dem zukünftigen geistigen Jupiter wird er selbst für die Asuras unerreichbar sein. Die heutigen Asuras greifen nach dem Ich und der Bewusstseinsseele aller Menschen und im nächsten Äon werden sie mit noch größerer Intensität nur den zurückgebliebenen Teil der Menschheit angreifen, der jenen nichtätherisierten, verhärteten „Mond“ bewohnen wird, über den Steiner sprach. Das jetzige Zurückbleiben in der geistigen Transformation wird langfristige Folgen für die Zukunft haben. Es ist ein Höchstmaß an Wachsamkeit und Bewusstheit für die Forderungen der Zeit notwendig.  „Die Zeit ist in uns, wir sind in der Zeit. Sie wendet uns um und wir wenden sie um“”[8]. „Die Zeit“, das ist der Arche Michael und keine Abstraktion. Michael will dergestalt im menschlichen Willen anwesend sein, dass der Mensch wach ist, so dass beide zusammen sich der Wiederherstellung der abgebrochenen Beziehung zum Himmel widmen. Dann werden wir in der Lage sein, die Zeit wahrhaftig „umzuwenden“, d.h. den Evolutionslauf zusammen mit Michael und Christus völlig bewusst zu beeinflussen. Wenn es genügend Menschen gegeben hätte, die in der Lage sind zu begreifen, was in Wirklichkeit geschieht, hätte der Erste Weltkrieg vermieden werden können, so Steiner. Es gab solche Menschen nicht! Ein paar Menschen mit erwachtem Bewusstsein, die die Synthese praktizieren, sind heutzutage in der Lage, die Ausführung einer falschen politischen Entscheidung aufzuhalten, den Ausbruch eines Krieges abzuwenden, die hellen Mächte zum Vollbringen einer gottgefälligen Tat heranzuziehen und so weiter und so fort.

Gibt es diese Menschen?!

 

[1] „Der Meister über sich“, Kapitel 2, „Die Eigenschaften des Meisters“

[2] Bozhidar Dinkov, „Die Pelasger – ein Rätsel der Balkanhalbinsel und der Ägais“, Sofia, 1999

[3] Vgl. GA 230, Vortrag vom 03.11.1923

[4] GA 9, „IV. Leib, Seele und Geist“

[5] GA 178, Vortrag vom 13.11.1917

[6] Vgl. GA 164, Vortrag vom 18.09.1915

[7] GA 10

[8] Der Ausdruck stammt von Wassil Lewski (1837-1873, bulg. Revolutionär und Kämpfer gegen das türkische Joch) und steht in seinem Brief vom 10.05.1871 an Panajot Chitov.

Über die Organtransplantation

Textfassung einer Videodatei vom 14.07.2018

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Der Text im PDF-Format

Vor einiger Zeit wurde ich gebeten, etwas über die Transplantation von Organen zu sagen und obwohl ich schon seit langem eine Antwort auf diese Frage habe, ist jetzt die Zeit gekommen, das Thema Organtransplantation vom okkulten Standpunkt zu beleuchten.

Die Transplantation ist eine sehr aktuelle Frage des Daseins. Uns wird schon versprochen, dass der 3D-Drucker auch menschliche Organe herstellen wird, die unsere erkrankten Organe ersetzen können. Verstehen Sie, worum es hier geht? Wie wird das Leben in diesen Organen zustande kommen, damit sie dem Menschen transplantiert werden können? Doch das ist eine andere Frage. Uns werden die Überwindung der Krankheiten und die absolute Unsterblichkeit, der Sieg über den Tod in Aussicht gestellt. Deshalb wollen wir auf manche Besonderheiten der Transplantation eingehen, denn viele Menschen wünschen sich heutzutage, ein Organ transplantiert zu bekommen, damit sie ihr Leben etwas verlängern können.

Die Sonne ist das Zentrum unseres Sonnensystems, in dem es einzig Materielles, Stoffliches gibt. Jenseits des Sonnensystems geht man vom dreidimensionalen Raum in die Sphäre der geistigen Zeit über und alles zerfällt. Wenn der Mensch auch dorthin gelangt, wird er auch zerfallen oder er wird auf wundersame Weise zur Erde zurückgebracht werden. Das, was wir besprechen werden, bezieht sich auf unser Sonnensystem.

Von der Sonne als dem Zentrum unseres Sonnensystems gehen Ätherkräfte aus, die sich bis zur Grenze des Saturn ausbreiten. Wenn wir über das Sonnensystems reden, ist – wie Steiner in GA 130 erklärt – dasjenige maßgebend, was bis zum Saturn reicht. Deshalb reden wir von sieben Planeten, wobei die Sonne und der Mond mit dazugerechnet werden. Die sieben Elohim haben den Äther ausgestrahlt, der die sieben Planeten erfasst und formt. Stellen Sie sich das Folgende vor. Wir sehen den Planeten Saturn, von dem angenommen wird, dass er mineralisch ist. So stellt man sich ihn vor, so wird er durch die Teleskope gesehen. Doch im okkulten Sinne sind der Saturn, Jupiter, die Erde unsichtbar. Was bedeutet das?

Wir wollen uns vorstellen, dass von der Sonne als von einer Sphäre Ätherkräfte ausgehen. Der Saturn dreht sich in einer Ellipse um die Sonne herum mit einem Zyklus von 29 Jahren. Alles, was wir sinnlich als diese Umrundung der Sonne wahrnehmen können, macht den Saturn aus. Jupiter umrundet auch die Sonne und hat einen Zyklus von 12 Jahren. Alles, was der Jupiter bei seiner Umrundung umschließt, ist der Jupiter im geistigen Sinne. Doch wir können den Planeten Jupiter sinnlich wahrnehmen und erforschen. Stellen Sie sich eine Ätherform dar, auf die Sie mit einem Finger drücken – es entsteht eine Mulde. Dann haben Sie eine verletzte Form, wie wenn man in einen Luftballon mit einem Finger drückt. Die ursprüngliche Form wird dadurch verletzt. Der ursprüngliche Äther wird verletzt, es gibt schon eine Mulde. Alles, was diese verletzte Form ausmacht, ist die Materie, die Steiner in GA 134 (S.72f.) „zerbrochene Form“ nennt. Die Materie, das sind zerschellte Formen. Das, was wir als den physischen Saturn mit seiner Materie beobachten können, ist eine partiell zerbrochene Sphäre. Das Zerbrochene ist das, was wir sehen. Eigentlich sehen wir den Saturn nicht, sondern seine zerbrochene Sphäre, die wir als den materiellen Saturn wahrnehmen.

Das Gleiche gilt für die menschlichen Organe. Das Gehirn ist auch eine zerbrochene Form, es ist zwar sehr feine Materie, die jedoch zerstört ist. Diese zerstörte Form hat auch Nervenzellen usw. Es gibt einen großen Unterschied bezüglich des Elements, das in der Struktur unserer Organe vorherrschend ist – das Ätherische, Astralische oder das Ich. Wenn wir die Transplantation besprechen, müssen wir uns darüber klar sein, dass es große Unterschiede unter den Organen selbst gibt. Ohne die Biologie und Physiologie im okkulten Sinne zu verstehen, weiß die Medizin nichts über die Organe. Im Gehirn ist zwar eine zerbrochene Form, die jedoch von Ätherizität durchzogen ist. In dieser Mulde ist der Äther vorhanden, doch nicht in seiner ursprünglichen Form, sondern als gepresster Äther. Deshalb nehmen wir das Gehirn als etwas Physisches wahr. Beim Funktionieren des Gehirns spielt der Astralleib die Hauptrolle, während die Bedeutung des Ätherleibes gering ist. Demgegenüber spielt beim Funktionieren der Milz der Ätherleib die Hauptrolle und der Astralleib ist kaum beteiligt. Wir sehen also, dass Gehirn und Milz gegensätzlich sind. In der Struktur des Herzens spielt das Ich die Hauptrolle, während der Äther- und der Astralleib weniger wichtig sind. Deshalb sollte bei der Transplantation berücksichtigt werden, welche Substanz primär am Funktionieren des jeweiligen Organs beteiligt ist, um vorauszusehen, wie sich diese Substanz später entwickeln wird und welche Folgen eine eventuelle Transplantation haben könnte.

Neulich erzählte jemand, dass er sich einer Blinddarmoperation unterzogen hat. Nach der Operation stellte er fest, dass er sehr zerstört geworden ist und sein Gedächtnis Schwächen aufweist. Der Blinddarm ist ein Rudiment und gilt als überflüssig, doch hier sehen wir, wie nach dem Eingriff das Gedächtnis beeinträchtigt wird. Folglich tauchte nach der Blinddarmentfernung ein Problem des Ätherleibes auf, denn der Ätherleib und nicht das Gedächtnis bewahrt die Erinnerungen auf. Ist es möglich, dass der Blinddarm ein Rudiment des gigantischen Gedächtnisses ist, das der Mensch in der atlantischen Zeit besaß? Das ist nur eine Vermutung, dieses alte atlantische Gedächtnis brauchen wir ja nicht mehr, sondern wir müssen uns durch eine Metamorphose des Denkens für das große kosmische Denken öffnen. Bisher wurde noch kein Gehirn transplantiert. In der Leber spielt der Ätherleib die Hauptrolle – es gibt viele Lebertransplantationen, Herzen werden transplantiert.

Ein Seemann aus Varna war in Indien, wo er ernsthaft erkrankte, so dass eine Bluttransfusion notwendig wurde. Wie wir wissen, pulsiert das Ich im Blut. Als er nach Varna zurückkehrte, entwickelte sich bei ihm die physische Ähnlichkeit mit einem Inder – sein Teint wurde dunkler und das lag nicht an der starken Sonne. Bei einer Bluttransfusion wird auch Ich-Substanz transfundiert und es kann dazu kommen, dass der Blutempfänger seinen Charakter wesentlich ändert. Nicht zufällig lehnte Dimo Daskalov, durch den die Anthroposophie nach Bulgarien gekommen ist, bei seiner Erkrankung eine Bluttransfusion ab.

Das, was ich nun sagen werde, habe ich vor langer Zeit auf okkulte Weise erfahren – es ist wichtig, welches Organ transplantiert wird. Bei einem Unfall entscheiden oft die Angehörigen des Verunglückten, ob seine Organe zur Transplantation freigegeben werden. Der Ätherleib bleibt noch drei Tage erhalten, deshalb muss die Transplantation sofort erfolgen… Jemand ist in diesem Augenblick nicht mit dem Gesagten einverstanden.1 Nachher kann sich die Person melden und ihre Einwände mitteilen.

Wir wissen, dass nach dem Tod, wenn der Ätherleib sich löst, die Reminiszenz des vergangenen Lebens einsetzt. Man sieht vom Augenblick des Todes an das ganze Panorama seines verlaufenen Lebens und anhand dieser Beobachtung, mit diesen Erinnerungen kommt man in die übersinnliche Welt, wo der Ätherleib abfällt. Dann geht man in die Astralwelt, in das Kamaloka ein, um sich zu läutern. Schließlich steigt man in die Merkursphäre, in die Sonnensphäre usw. auf und bereitet sich auf das nächste Leben vor.

Der Mensch, dem ein Organ entnommen wurde, gerät in die übersinnliche Welt mit einem verletzten Gedächtnis, weil ein Teil seiner Ätherform fehlt. Obwohl das Organ nur eine Mulde ist, beeinträchtigt die Organentnahme den Aufenthalt des Menschen in der übersinnlichen Welt als Bewusstsein in einem gewissen Sinne. Je nach der Art des Organs wird man oben verschiedene Probleme haben. Da eine Quintessenz des Äther- und Astralleibes als Kausalleib in das nächste Leben hineinkommt, kann diese Verletzung im Augenblick des Todes, die infolge der Organentnahme eintritt, auf irgendeine Weise Auswirkungen auf das nächste Leben haben.

Worauf will ich also hinaus? Wenn sich jemand entschließt, seine Organe zu spenden (schlimmer ist es, wenn die Angehörigen diese Entscheidung treffen), so muss er das volle Bewusstsein haben, welche Folgen das für ihn sowie für den Organempfänger haben könnte. Nicht zufällig gibt es so etwas wie Organunverträglichkeit. Stellen Sie sich vor, Ihnen wird eine zerbrochene Form, eine Mulde in Form einer Leber entnommen und einem anderen Menschen in seine Ätherform hineingelegt. Ob sich diese Mulde, die nach dem Karma Ihres eigenen früheren Lebens gebildet wurde, wohl fühlen würde, wenn Sie z.B. aktiv und aufgeweckt sind und Ihre Leber einem phlegmatischen Menschen transplantiert wird?

Damit man in rechter Weise an einen solchen Akt wie die Organtransplantation herantreten kann, der an und für sich sehr edel ist und eine Aufopferung darstellt, muss die Wissenschaft zu einem tiefen Verständnis der okkulten Physiologie und Biologie heranreifen. Nur so wird sie in der Lage sein, solche hochmoralischen Interventionen in rechter Weise vornehmen. Ohne dieses Verständnis kann sie das Leben des Organspenders und des Organempfängers durcheinanderbringen. Die Organtransplantation stellt einen karmischen Eingriff dar, denn der physische Menschenleib mit all seinen Organen wurde dem Tierkreis entnommen, d.h. dem höchstmöglichen Quell (dem höheren Devachan). Der physische Leib ist der bestfunktionierende Part in uns, der Ätherlieb ist nicht so vollkommen, der Astralleib ist noch unvollkommener und am wenigstens entwickelt ist unser Ich, das wir zuletzt erhalten haben.

Wichtig ist es also, wie der Mensch eingreift, wenn er Organe transplantiert – ersetzt er Ätherisches durch Ätherisches und Astrales durch Astrales, beachtet er das, was auf dem physischen Plan geschieht, wenn Verträglichkeit bzw. Unverträglichkeit vorliegt.

Wie waren die medizinischen Eingriffe in den alten Zeiten? Früher gab es keine Ärzte, sondern Heiler. Diese hatten übersinnliche Wahrnehmungen und wenn sie sich den Kranken ansahen, wussten sie, wo sein Problem lag. Wenn der Kranke gelähmt war, so lag sein Problem im Ätherleib. Dann nahm der Heiler eine Substanz aus der Pflanzenwelt, die den Ätherleib des Kranken heilte. War der Kranke besessen, so lag sein Problem im Astralleib. Dann nahm man eine Substanz aus der Tierwelt. War das Problem im physischen Leib, so nahm man eine Substanz aus dem Mineralreich. Die Alten wussten, welche Substanz wo angemessen helfen konnte. Über die heutige Medizin will ich gar nicht sprechen, wir alle kennen ihre Behandlungsweise.

Was will ich mit diesem kurzen Video sagen? Dass ohne ein wahres Verständnis der Folgen einer Transplantation die Arbeit der Ärzte ein Tasten im Dunkeln darstellt, auch wenn sie von moralischen Impulsen und den Wunsch, Gutes zu tun, geführt werden. Doch dieses Gute kann auch kein Gutes sein, denn der Mensch beurteilt es vom Standpunkt seines niederen Ich, während das Gute vom göttlichen Standpunkt aus betrachtet, etwas völlig anderes sein kann. Am besten ist es, wenn beide Standpunkte zusammenfallen. Nicht zufällig hat der Meister Beinsa Douno folgende Worte gesprochen: „In der Erfüllung des göttlichen Willens liegt die Kraft der Menschenseele“. Deshalb hoffe ich, dass jeder von uns in den schwierigen Augenblicken seines Lebens, besonders wenn er sich an einem Scheideweg befindet und überlegt, welchen Weg er einschlsgen soll, begreift, was der göttliche Wille ist und ihn aufopferungsvoll und mit Verständnis erfüllt.

1. In diesem Moment waren keine visuell oder akustisch wahrnehmbaren Einwände seitens der Anwesenden im Saal festzustellen. Danach meldete sich eine Ärztin und sagte, dass der Organismus des Blutempfängers das Blut innerhalb von sechs Wochen nach der Transfusion verarbeitet.

Apokalypse jetzt

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 14.07.2018 in Varna

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Die Vorlesung im PDF-Format

 

In einem kleinen Buch von 2007 („Das Christliche aus dem Holze herausschlagen… Rudolf Steiner, Edith Maryon und die Holzgruppe“) beschreibt die deutsche stigmatisierte Anthroposophin Judith von Halle ein aufschlussreiches Ereignis aus der Zeitenwende, das sie bei ihren spirituellen Forschungen beobachtet und erlebt hat.

Ein paar Wochen nach der Taufe des Christus im Jordanfluss haben sich in der kleinen Stadt Ascheklon in Palästina drei Vertreter der dunklen Mächte getroffen, die in die höhere Schwarzmagie eingeweiht waren.[1] Sie trafen an ein und demselben Tag zusammen – der erste kam aus dem Gebiet des heutigen Indien, der zweite – aus Afrika und der dritte – aus Mittelamerika. Jeder von ihnen brachte zwei Dinge mit – ein Stück Erz und die Quintessenz aller schwarzmagischen Rituale aus seinem jeweiligen Gebiet. In einem unterirdischen Feuerofen haben sie in jener Nacht das Erz zu einer Legierung verschmolzen. Es waren noch drei Menschen aus Palästina anwesend. Sie brachten Eisen mit, dem die Legierungen beigemischt wurden. Damit konnten die Schwarzmagier die Nägel für die Kreuzigung des Christus gießen. Während dieses Prozesses haben die Magier ihre satanischen Kräfte in die flüssige Legierung in Form von Worten hineinfließen lassen. Es war, als würden die Worte flüssig und als sie in die Legierung drangen, stieg beißender Rauch auf. Das Böse konnte man wörtlich riechen. Es riecht nicht wie etwas Materielles, da es an keinem materiellen Träger gebunden ist. Es ist ein spezielles Organ notwendig, um es zu riechen.

Im verhärtenden Metall haben die schlecht riechenden Worte Gegenständlichkeit in Form von Nägeln angenommen, die drei Kanten hatten – gleichsam gegen die Trinität gerichtet, doch ihre Kappen waren nicht ganz symmetrisch rund, da das Böse Gutes ist, das sich nicht an seinem Platz befindet.

Der eine Nagel enthielt den meisten Anteil des Erzes, das der Amerikaner mitgebracht hatte, der andere – mehr vom afrikanischen Erz und der dritte – vom indischen Erz. Genau diese Nägel haben nach weniger als drei Jahren scheinbar zufällig die Römer gegriffen, um Christus auf dem Golgatha zu kreuzigen. Der Nagel, der für die linke Hand benutzt wurde, stand unter dem Einfluss des Inders, der Nagel für die rechte Hand – unter dem Einfluss des Amerikaners und der Nagel für die Füße – unter dem afrikanischen Einfluss. Es ist nicht schwer, hier die Wirkung des luziferischen, ahrimanischen und asurischen Prinzips des Bösen festzustellen, durch die Sorat den Gott Christus im Leib Jesu für immer an das Holz des Kreuzes schlagen wollte. Der Erlöser sollte nach Sorats Plan nicht den Tod beleben, sondern wie alle Menschen in der vorchristlichen Zeit sterben und unter Ahrimans Einfluss geratend Seine Göttlichkeit verlieren. Er wurde in drei Richtungen gekreuzigt, damit die Materialisierung der Erde ohne Aussicht auf die zukünftige Vergeistigung weitergehen konnte.

In jener Nacht wurde ein vierter Nagel angefertigt, der denselben Anteil aller drei mitgebrachten Erze enthielt. Judith von Halle schreibt: „Ich kann nicht sagen, was mit ihm geschah, aber es wurde mit ihm ein Plan für die Zukunft geschmiedet, für die Wiederkehr jener Macht, der die unheiligen Könige dienten“. [2] Mit welchem Zweck wurde der vierte Nagel angefertigt? Die Antwort dieser Frage wird uns zu der unheimlichen Verschwörung der Wesen der Subgeschichte führen, die wortwörtlich vor unseren Augen vollzogen wird. Für die weitere Existenz der Erdenmenschheit ist die Enthüllung dieser Verschwörung lebenswichtig.

Wie wir bereits mehrmals in früheren Vorlesungen betont haben, besteht das Hauptgesetz, das das Gotteswerk durchzieht und stützt, in der Dreieinheit von Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist. In den Formen, die ein Selbstdasein besitzen, manifestiert sich diese Dreieinigkeit als Substanz, Leben und Idee. Die Substanz ist die unzertrennliche Einheit der göttlichen Offenbarung, das bewusste Allbewusstsein und der Wille des Gottes (des väterlichen Weltengrundes), sich zu offenbaren. Er hat das durch Gott den Vater vollbracht, der es seinerseits durch die Geister des Willens am Anfang des alten Saturn getan hat. In der Evolution verinnerlicht  jedes Wesen einen Anteil der Substanz des gegenwärtigen Zyklus mit seinem Ich. Dieser Anteil, der der Weltordnung entsprechend hinuntergereicht wird, wird allmählich „gröber“ – d.h. das Leben, das Schöpferische in ihm nimmt immer weiter ab. Die Throne offenbarten sich als reiner, neutraler Feuerwille, der sich bereits am Anfang geteilt hat in „alles“ (Atma) und „nichts“ (die reine Wärme, die unbewusstes Allbewusstsein besitzt). Diese Wärme war „das vorhandene Sein“ des alten Saturn. Nach gewaltigen Umwandlungen in den folgenden Äonen wurde sie im irdischen Äon zum Stoff, zur Materie, zum Mineralreich. Dieses stellt die Negation der Substanz dar – in der Welt der anorganischen Natur fehlt also der Wille.

Der Stoff ist aber eine Form der Substanz auf der letzten Stufe beim Herabstieg nicht nur der Wärme aus der alten Saturnzeit, sondern auch des Atma-Prinzips des Vaters selbst, das „danach“ als das Ich der Throne manifestiert und dem physischen Leib des Menschen als Geistesmensch veranlagt wurde. Das Mineralreich ist der polare Ausdruck dieses Prinzips auf der anderen Seite des einheitlichen sinnlich-übersinnlichen Weltalls und es besitzt das Bewusstsein der Uroffenbarung als Potenz – das höchste bewusste Allbewusstsein. Aber es wird die Uroffenbarung nie an sich heranziehen und sich vom Zentrum der Offenbarung entfernen, denn es hat auf dem Abwärtsweg das Leben verloren und sein schöpferisches Prinzip ist gleich Null. Es wurde allerdings nicht vom Lebensprinzip verlassen, das transzendent blieb – die Materie ist nur im sinnlichen Teil der einheitlichen Wirklichkeit leblos. Ihr Ätherleib befindet sich in der Astralwelt, der Astralleib und das Ich – in den Devachanen. Die Materie ist nur das Sichtbare dieses kosmischen Leibes. Sie kann ihr Leben nicht auf dem Weg erhalten, auf dem sie herabgestiegen ist, sondern nur mithilfe des Menschen, der durch den „Sündenfall“ während der lemurischen Wurzelrasse eine wichtige Rolle bei der Verwandlung der Wärme des alten Saturn in den leblosen Stoff gespielt hat.

Wir wissen, dass das Pentagramm das Urphänomen des Menschen als ein sinnlich betrachtetes Bild darstellt. Es bringt symbolhaft unseren Ätherleib zum Ausdruck, der durch die vereinigten Ätherkräfte der sieben Planeten geschaffen wurde. Dieses Urphänomen hat sich nach der luziferischen Versuchung und dem Vertreiben des Menschen aus der übersinnlichen Welt „auf den Kopf gestellt“, um den Weg der Erlangung der ersten Form des Selbstbewusstseins zu besteigen – die Form des niederen ich. Durch das Böse sollte der Mensch zu einer Individualität in der mineralisch-physischen Welt werden. Die Liebe selbst hat das Böse auf den Plan gerufen, um sich in einer neuen Art zu manifestieren. Das uranfängliche Gute kann nicht ohne das Böse existieren, ohne sich vom Ich loszusprechen, anderenfalls kann nicht das Gute zustande kommen, das infolge der Metamorphose des Bösen entsteht. Dieses Gute ist ein anderes, es ist das Gute der Individualisierung und es ist fähig, zum Samen eines neuen Evolutionszyklus zu werden. Deshalb wurde der Mensch in die Wüste des sich mineralisierenden irdischen Lebens herabgeholt und ist selbst zu dessen Katalysator geworden, indem seine Seele ein eigenes Einheitsprinzip formte.

Die höhere Einheit unserer dreifachen Seele befindet sich grundsätzlich im Ich der Menschheit. Dieses Ich ist eine Form, die von der Idee (dem Heiligen Geist) dem Welt-Atma, das das Leben des Sohnes lebt, verliehen wurde. Der Mensch hat jedoch angefangen, seine dreigliedrige Seele nicht nach den höheren Gesetzen der übersinnlichen Welt zu entwickeln, sondern nach den niederen Erdengesetzen. So hat er sich in seinem Inneren der göttlichen Dreieinheit entgegengesetzt. Anstatt das Ich der Menschheit zu individualisieren, hat er einen Schatten hervorgebracht – das niedere Ich.

Statt seines wahren Ich hat der Mensch eine Form des Selbstbewusstseins im diesseitigen Teil des einheitlichen Weltalls geschaffen, die nirgendwo existiert. Es ist eine Schattenform. Deshalb war es ihm verboten, vom „Baum des Lebens“ zu essen und er durfte nur die Früchte des „Baums der Erkenntnis“ kosten. Die „Königliche Kunst“ der Freimaurer bedeutet Arbeit mit etwas, in dem das Leben fehlt – dem Mineralreich. Wir durften über das Mineralreich verfügen, es erforschen, umformatieren usw. Doch mit dem Leben durften wir das nicht, denn durch den Prozess der Mineralisierung unseres Nervensystems wurden wir zu einer Bremse für die Entwicklung.

In der vorchristlichen Zeit hat einer der sieben Erzengel, die sich in der Welt der Metageschichte als Regenten der Erdentwicklung alle 300-400 Jahre abwechseln, unser physisches Gehirn beeinflusst. Das hat zum Verlust von Ätherkräften und zur beschleunigten Mineralisierung des Gehirns geführt, das im fünften bis vierten Jahrhundert v.Chr. zu einem reflektierenden Spiegel für die Beeinflussung durch die übersinnlichen Welten wurde.

Im Laufe von dreieinhalb Äonen wurde die menschliche Monade auf den Augenblick vorbereitet, in dem sie sich als etwas vom Ganzen Abgetrenntes erkennen sollte. Doch das Ich des Menschen hat sich nicht auf den Weg zum Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen gemacht, sondern das niedere Ich hat Idee, Leben und Substanz in innerlich von ihm erlebte Denken, Fühlen und Wollen verwandelt und bringt sie zu einer Einheit, die sich nicht zur Welteinheit richtet. Die Atma-Substanz hat sich in den mineralisierten Menschenleib verwandelt. Die Idee des Zyklus wurde zu einer Nicht-Idee, zu einem abgespiegelten Gedanken des Menschen und war nicht mehr in der Lage, neue Formen in der Atma-Substanz zu schaffen, die vom Weltleben durchzogen werden. Zum ersten Mal in der Evolution der Weltschöpfung wurde die göttliche Dreieinheit in einer Form – in der Form des menschlichen physisch-mineralischen Leibes als dem Ausdruck des niederen Ich – aufgelöst. Der systembildende Faktor unseres dreigliedrigen Leibes ist das Ich, doch wegen des niederen Ich in seiner Seele geriet der Mensch in Widerspruch zu seinem Leib. Diese Krise der Leiblichkeit, die unsere weitere Entwicklung zu verhindern drohte, musste überwunden werden. Das hat Christus getan, indem Er in Jesus Mensch wurde und den irdischen Tod erlebte, dem die Auferstehung des Phantoms folgte. Es musste ein Wesen herabsteigen, das sich einerseits mit der Evolution des Zyklus verbunden hatte und andererseits direkt aus der Pralaya-Welt kam, um das Hauptgesetz des Evolutionszyklus zu erfüllen und den Keim des nächsten Zyklus anzulegen.

Trotz der Wende, die Christus bewirkte, ging der Fall der Menschheit als Ganzheit weiter, diesmal zu den unterphysischen Welten, wo die Wesen der Subgeschichte auf sie lauern.[3]

Der Mensch erhob sich nicht in die luziferisierte Sphäre des Manas, in die Luzifer ihn nach einem bloßen Streifen des Irdischen entführen wollte, sondern er begann, das Gebiet der Geschichte zu verlassen und geriet in die Sphäre Ahrimans. Dabei drohte ihm die Gefahr des „zweiten Todes“ (des Seelentodes), der den Verlust des Ich bedeutet. Vor dieser Gefahr stand der Mensch bereits in der vorchristlichen Zeit, als er den Übergang zum reflektierenden Denken vollzog. Nach der „Vertreibung aus dem Paradies“ kam es zu einer zweiten Vertreibung – aus der Natur. Evolutionär-biologisch stand der Mensch mit dem Kopf nach oben zum Kosmos, doch im fünften bis vierten Jahrhundert v.Chr. begann er in seelisch-geistiger Hinsicht wieder sich auf den Kopf zu stellen. Seitdem bleibt er in diesem Zustand, der sogar in einer entsetzlichen Art verfestigt wird, auf die wir gleich zu sprechen kommen.

Mit dem Übergang zum begrifflichen Denken und dem Erscheinen des Ich hat der Mensch seine Beziehung zum übersinnlichen Teil der Natur verloren, denn er hat Christus, er hat das Leben im abstrakten Denken vertrieben, was ein zweiter Sündenfall darstellt. Der Mensch ist selbst für sich zu einem Rätsel, zu einem bloßen Begriff geworden. Es entstand die Gefahr, auch das niedere Ich zu verlieren. Worin besteht diese Gefahr?

Ohne uns eine Vorstellung vom Funktionieren des menschlichen Denkens zu machen, können wir diese Frage nicht beantworten. Steiner nennt die Materie der Planeten des Sonnensystems „Einbohrungen im Weltenraum“.[4] Etwas Ähnliches sind die physischen Organe des Menschen. Sie sind eine beschädigte Ätherform. Eigentlich lässt sich die Materie an sich nicht von uns wahrnehmen, sondern wir erforschen nur ihre Eigenschaften – Farbe, Ton usw. Unser Gehirn bildet keine Ausnahme. In seinem dreibändigen Werk „Makrokosmos und Mikrokosmos“ stellt Bondarew das Funktionieren des menschlichen Denkens in origineller Art dar. Das Zentrum des Menschenwesens ist etwas Sonnenhaftes – sein Ich. Auf dem Gebiet des Denkens stellen die materiellen Gehirnzellen eine Art „Planeten“ dieser Sonne dar.[5] Die Gedanken der übersinnlichen Wesenheiten sind reiner Geist, der in seinem Wesen keinerlei Beziehung zum menschlichen Leib und selbst zur menschlichen Seele hat. Der Gedanke wird nie verdinglicht, sondern er wirkt nur indirekt über den Wärmeäther auf den Stoff ein. Der Gedanke ist keine Energie, sondern geistige astrale Substanz, die von außen den Äther ausfüllt. Beim abstrakten Denken vertreibt das höhere Ich (das eine zweifache Natur besitzt, indem es zum Höheren und Niedrigeren gerichtet ist) durch das Werkzeug des niederen Ich (die verdichtete Form des Denkens des Ich) das Blut in der Nervenzelle und die Wärme des Bluts als ein Rest des neutralen Weltenfeuer der alten Saturnzeit verbrennt die Zelle, damit sie Salze im Gehirn ablagert, die nach dem „Pralaya“ des Nachtschlafes beseitigt werden. Bei diesem Denken spielt sich immer ein Prozess der Verwandlung des neutralen Weltenfeuers in ein Mineralreich ab. Durch sein physisches Gehirn negiert der Mensch grundsätzlich das Geistige, er stößt die Gedanken der Götter ab und spiegelt sie, denn er ist arm an Ätherkräften, obwohl sie in ihm auch vorhanden sind, sonst würde er ja sterben. Es spielt sich folglich etwas ab, was dem Prozess der Menschenschaffung gegensätzlich ist, den die Gedanken der Götter verursacht haben. Die „Einbohrung“, also die physische Zelle im Gehirn verschwindet und das Ätherische in ihr wird befreit. Das Abstoßen des Geistes stellt Ahrimanismus dar, aber wir retten uns gleichzeitig beim abstrakten ahrimanischen Denken vor Ahriman selbst. Das liegt daran, dass nach dem Verbrennen der Zelle – dieser „beschädigten Form“, die etwas darstellt, was in der Mitte zwischen Geist und Materie, Göttern und dem Ahrimanischen liegt, welche sich in der Zelle begegnen -, das Astrale des luziferischen Geistes eingreift. Unser luziferisierter Astralleib empfängt die gespiegelten Gedanken der Götter in Form von menschlichen Schattenbegriffen, Vorstellungen und Ideen. Diese sind der Ausdruck des luziferisierten abstrakten Denkens und werden von ihm in den Inhalt unseres niederen Ich verwandelt. Obwohl unser Astralleib beim reflektierenden Denken die Beziehung zu seinem höheren, wesentlichen Bewusstsein verliert, erscheint er immerhin auch hier als eine der Manifestation des Bewusstseins dienende Form. Das Gehirn spiegelt nur ab, während  der Ätherleib zusammen mit dem Astralleib und dem niederen Ich die Vorstellungen als Inhalt unseres wachen Tagesbewusstseins ausarbeitet. Das Gehirn erzeugt keine Gedanken aus sich heraus, er enthält keinen einzigen Gedanken. Mit rührender Naivität „rührt“ die heutige Wissenschaft in ihm „herum“ und sucht nach der Quelle der Gedanken. Zusammenfassend können wir sagen, dass der Geist Gedanken erzeugt, die der Leib wahrnimmt und die Seele erlebt.

Das ist die Art und Weise, in der das menschliche Planetensystem nach dem kopernikanischen Weltbild funktioniert, wenn der Mensch abstrakt denkt. Wenn er stirbt, verläuft sein Denken in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt nach dem ptolemäischen Weltbild. Deshalb sollten die Menschen schon auf der Erde diese Bewusstseinsform erwerben – das ist eine Aufgabe der Evolution, die vor uns steht. Auf diese Weise können wir uns nicht nur die weitere rechtmäßige Existenz sichern, sondern wir bringen das Leben in das Mineralreich zurück, dem wir das Vorhandensein unserer jetzigen Ich-Form verdanken. Die zugrunde gehende Nervenmaterie kann nicht ewig den Geist reflektieren – das niedere Ich existiert lediglich durch die Gnade dieser Reflexion. Der Mensch ist das „diesseitige“ Bewusstsein des Mineralreichs und wenn dieses Bewusstsein durch das höhere Ich beim anschauenden Denken Leben erhält, wird es dem Mineralischen den Antrieb zur Rückkehr zum Punkt der Uroffenbarung geben, deren „diesseitige“ Grenze es ist.

Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass das Mineralische in seinem Wesen das Gleiche ist wie das Atma des Vatergotts im Mittelpunkt des Kreises der Uroffenbarung. Dieses Atma lässt sich nur auf der Sonne finden, wo es Christus als Seinen Geistesmenschen zurückgelassen hat, als Er aus dem Pralaya in das Manvantara herabstieg, um Sein Werk der Еrlösung von Menschen und Weltall zu vollbringen. Wie wir wissen, hat Christus das Phantom Jesu auferweckt, das aus diesem Zyklus (von den Geistern des Willens) stammt. Als eine Form des mineralisierten physischen Leibes des Menschen stellt das Phantom die niedrigste Form der Atma-Substanz des Zyklus dar. Das Phantom und der Geistesmensch Jesu sind wie die beiden Seiten einer Münze. Der Auferstehungsleib ist die unzertrennliche Einheit dieses Geistesmenschen, er ist das ewige Leben vom väterlichen Weltengrund in Form des makrokosmischen Christus-Ich sowie die erneuerte Idee des gegenwärtigen Zyklus als die Idee des nächsten Zyklus. In der Vorlesung „Das Mysterium des Menschen und die Falle der Gender-Ideologie“ haben wir betont, dass derjenige, der beginnt, sein Gehirn mit dem Gedankenäther zu beleben, eine Beziehung zum Auferstehungsleib und dadurch auch eine Beziehung zum Geistesmenschen herstellt, den Christus auf der Sonne zurückgelassen hat. Ein solcher Mensch verwandelt sich allmählich in eine Form, die nicht nur die von ihm individualisierte Form des Auferstehungsleibes ist, sondern auch etwas anderes, denn er verbindet sich mit der Substanz der Sonne, die im Auferstehungsleib fehlt. Die Art und Weise der Verbindung mit dem Geistesmenschen auf der Sonne kann variieren. Sie ist abhängig von den karmischen Voraussetzungen, von dem in früheren Inkarnationen Ausgearbeiteten, von der Aufgabe in diesem Leben usw. Bei Judith von Halle z.B. geschieht das mit den Stigmen. Doch das Beleben des Denkens, d.h. der Materie im Menschen muss immer da sein und das beginnt beim Nervensystem.

Christus hat das Phantom des physischen Leibes Jesu auferweckt, aber Er ließ dessen mineralischen Gehalt von der Erde wie eine Hostie aufnehmen, nachdem Er den Prozess der Aschenbildung in diesem Leib in einen Prozess der Salzbildung umgewandelt und ihn bis zum Element der Erde vergeistigt hatte. Diese „Hostie“ ist der Keim zur Ätherisierung des Mineralreichs auf dem zukünftigen geistigen Jupiter. Gleichzeitig ist sie unsere Beziehung zu der Substanz, die Christus auf der Sonne zurückgelassen hat. Wir wissen noch nicht, wie der Prozess der Verbindung verläuft, doch es steht fest, dass Christus, genauer gesagt Sein Lebensgeist als das Ich-bin-Prinzip, hier der Vermittler ist. Man kann sagen, dass der Lebensgeist „das Herz Christi“ und Christus „das Herz des väterlichen Weltengrundes“ ist.

Mit seinem niederen Ich wurde der Mensch zum Urphänomen seiner seelisch-geistigen Tätigkeit, wobei das Bewusstsein der Hüllen wie vorher in den höheren Welten bleibt – das Bewusstsein des physischen Leibes befindet sich im höheren Devachan, das Bewusstsein des Ätherleibes – im niederen Devachan, das Bewusstsein des Astralleibes – in der Astralwelt. In den alten Zeiten war das Urphänomen der Menschenart das einheitliche Ich der Menschheit. Mit Seinem Herabstieg in Jesus wurde Christus zum individuellen Urphänomen für den Menschen im Menschen selbst – „Da ist der Mensch!“ Indem sich der Mensch mit dem Auferstehungsleib verbindet, beginnt er allmählich bewusst in seine Leiber einzudringen und als ein Ich-Wesen nach dem paulinischen Gebot „Nicht ich, sondern Christus in mir“ zu wachsen. Auf diese Weise erfüllt er einerseits die Aufgabe des gegenwärtigen Zyklus, unsere drei Leiber in Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch umzuwandeln und andererseits bildet er drei Hüllen für den nächsten Zyklus aus, die der Ausdruck der neuen Idee, des ewigen Lebens und der neuen Substanz sein werden. Sie werden die Formhüllen jenes einmaligen Menschen-Ich sein, das fähig sein wird, sich aufopfernd den nächsten Zyklus einzuleiten. Das ist die Form der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe, die den Übergang des jetzigen Mineralreichs zum nächsten Zyklus gewährleistet und es zum Zentrum des neuen Zyklus macht, was zur Verwirklichung der Hauptidee führen wird. Diese Hauptidee bleibt vorläufig vor uns verborgen, denn ihre endgültige „Klärung“ wird im großen Pralaya zwischen den beiden Zyklen zustande kommen. Zusammen mit dem Mineralreich werden auch die anderen beiden Naturreiche zu Hierarchiewesen aufsteigen, die vom Menschen auf dem Weg zum Ich-Selbstbewusstsein abgefallen sind. Wir Menschen tragen eine große Verantwortung, doch die Antwort auf die Frage, ob wir uns dieser Verantwortung bewusst sind und wie wir ihr gerecht werden, lässt sich an der Art erkennen, wie wir unter den Bedingungen der reflektierenden Bewusstseinsform existieren.

Vor 3000-4000 Jahren besaß der Mensch eine bildhafte Gruppenform des Bewusstseins und die Hierarchien steuerte seine Entwicklung durch die Eingeweihten. Der physische Leib verletzte nicht die Gesetze, nach denen der Ätherleib existiert. Deshalb hatten die Menschen eine bestimmte Beziehung zu ihrem höheren Ich, das jedoch von außen wie ein Gruppen-Ich wirkte und die Kräfte der Seele hauptsächlich instinktiv zur Geltung kamen. Diese Etappe der Menschheitsevolution erlebt jeder von uns in seiner Kindheit bis zum Alter von zwei bzw. drei Jahren nach seiner Inkarnation auf der Erde, wenn er gleichsam im Traum das Übersinnliche hinter dem Vorhang der sinnlichen Welt erlebt. Bis zum siebten Lebensjahr bereiten wir uns auf die irdische Bewusstseinsform vor. In dieser Periode haben wir ein mythologisches Bewusstsein, das im Vergleich zum Bewusstsein eines Erwachsenen sehr schwach individualisiert ist. Deshalb nehmen wir die Welt als vergeistigt und von Wesen erfüllt wahr. Die Welt zeigt sich uns von ihren beiden Seiten. Der Verstand des Kindes ist noch nicht entwickelt, das Gehirn ist noch nicht auf das Spiegeln vorbereitet und daher ist das Phantasieren eine völlig natürliche Erscheinung.

Diese Periode entspricht jener Zeit vor ca. 2500 Jahren, als die Menschheit sich auf den unmittelbaren Übergang zur reflektieren Bewusstseinsform vorbereitete. Dieser Übergang wird immer in seinem Wesen wiederholt, wenn das Kind sich auf die Schulbank setzt. Dann beginnt der individuelle Übergang von der vierten zur fünften Kulturepoche, den das Kind mit seinem ganzen Wesen vollzieht – so wie das in der vergangenen Evolution der Fall war. Das kosmische Denken muss sich beim Kind in logisches Denken verwandeln, das bildhafte Bewusstsein – in ein begriffliches. Das Abstrakte erhebt sich wie ein Grabstein, der das lebendige, spirituelle Bewusstsein der Seele zerdrücken will. Bis zu seinem 14. Jahr muss das Kind den Abstand zwischen beiden Enden eines Abgrunds überwinden, der so groß wie eine Artenmetamorphose ist. Das ist möglich, da es eine Art Wiederholung des in früheren Inkarnationen Erreichten ist.

In dieser Zeit erlebt das Kind nach der physischen Geburt noch zwei weitere Geburten – des Äther – und Astralleibes. Die Abhängigkeit von den Vererbungskräften bleibt verständlicherweise bestehen. Hierbei spielen die Erziehung und Bildung eine große Rolle zur Legung eines festen Fundamentes der zukünftigen selbstbewussten Persönlichkeit. Die Bewusstseinsmetamorphose jedes Kindes muss in einer individuellen Art geschehen und dem komplizierten leiblich-seelisch-geistigen Wesen des Menschen und den objektiven Gesetzen seiner Evolution Rechnung tragen.

Vor ca. 2500 Jahren war der physische Leib noch nicht grob-materiell und ausgetrocknet. Obwohl er nicht so drastisch die Gesetze des Ätherleibes verletzte, brauchte z.B. Plato große Willensanstrengungen, um den besonderen Zustand seines Geistes hervorzurufen, um den Äther- und Astralleib vom Gruppendasein durch Einsaugen in den physischen Leib abzutrennen und die Abspiegelung durch das Gehirn zu erreichen. Die Erfahrung der früheren Inkarnationen erleichtert den Übergang des heutigen Menschen in seiner Kindheit, wobei der physische Leib heutzutage viel verhärteter ist. Nun aber steht der Mensch vor vollkommen verschiedenen Aufgaben, denn er muss später auch den entgegengesetzten Übergang zum bildhaften Bewusstsein vollziehen. Zu diesem Zweck ist es notwendig, dass bei der vierten Geburt – der Geburt des Ich, die zwischen dem 18. und dem 21. Lebensjahr stattfindet – dieses Ich beweglich und fähig zu einer späteren Bewusstseinsmetamorphose ist. Statt des Ich verinnerlicht der Mensch dessen Schatten – das niedere Ich. Deshalb kann er leicht einsehen, dass dieses Ich nur ein Begriff ist. Doch im angegebenen Alter wirft der Mensch eigentlich die Hülle des Gruppen-Ich ab und beginnt, sein individuelles, wahres Ich zu erleben. Das führt auch zur Umwandlung seiner Struktur und ermöglicht die Individualisierung der  dreifachen Seele bis zum 42. Jahr. Bei diesen Metamorphosen lässt sich zwar kein großer äußerlicher Unterschied feststellen, wie das bei den früheren Artenmetamorphosen der Fall war, die durch die seelisch-geistige individuelle Evolution des Homo sapiens ersetzt wurden. Alles vorher Geschehene war nur die Vorbereitung auf den Übergang zum Ich-Selbstbewusstsein und zur Übernahme des eigenen Schicksals durch den Menschen, was zukünftig unter anderem zu großen Wandlungen der Leiblichkeit führen wird.

Der Besitz der Ich-Form ist eine große Errungenschaft für jedes Wesen und gleichzeitig eine große Verantwortung. Die vorzeitige Intellektualisierung des Kindes seit frühestem Alter fügt der Ich-Selbstbewusstwerdung irreparable Schäden zu. Der heutige gebildete pädagogische „Barbare“ ist sich gar nicht bewusst, welche Gifte er in die Kindesseele und von dort in die Leiber des Kindes einspritzt. Mit einem mumifizierten ätherischen und physischen Leib entwickelt die Person einen pathologischen Astralleib. Daher ist es kein Wunder, dass der junge Mensch später zu psychischen Erkrankungen neigt, seine göttliche Vorbestimmung nicht kennt und den Sinn des Lebens nicht sieht. Es treten Charaktermängel auf, von denen kein langer Weg zu den Krankheiten des physischen Körpers führt. Beim beschädigten jungen Menschen wird auch ein Ich mit schwachem Willen zum Denken und Bewusstsein entstehen. Letzteres lässt sich dann leicht durch ein stärkeres fremdes Bewusstsein ersetzen. Selbst wenn der Mensch hohe äußere Intellektualität erlangt, bleibt er für die kosmische Intelligenz leer und wird in späteren Jahren nicht fähig sein, den umgekehrten Übergang zu vollziehen – vom abstrakten reflektierenden Denken, das dem wachen klaren gegenständlichen Bewusstsein eigen ist, zum anschauenden Denken und dem zukünftigen bildhaften Bewusstsein, um seine Individualität zu zeigen. Statt frische Kräfte in die Evolution der Menschheit einzubringen, belastet sie der Mensch durch seine geistige Verwüstung und seinen moralischen Verfall.

In der vorchristlichen Zeit ging die Metamorphose vom bildhaften zum reflektierenden Bewusstsein der Geburt des Selbstbewusstseins voran, nun ist die richtige Ausbildung des Selbstbewusstseins der Motor der Metamorphose zum imaginativen Bewusstsein. Gerade auf diesen Motor – das niedere Ich – richtet sich die Attacke der Wesenheiten der Subgeschichte. Bereits als das niedere Ich  auftauchte, begannen sie ihren Streit mit den Wesenheiten der normalen Entwicklung darüber, ob es sich hinauf zum Geist oder zur unumkehrbaren Bindung an das Mineralreich im ahrimanischen Sinne entwickeln sollte. Dieser Streit wird im Menschen selbst geführt. Vor 2000 Jahren hat Christus den Streit durch den Akt der Auferstehung entschieden. Da die Priester und die Volksführer den Prozess der Individualisierung nicht begriffen, führte das zu der unsäglichen Tragödie, dass der Mensch die Ankunft Christi nicht verstand. Heutzutage führt das Nichterkennen der Notwendigkeit einer Metamorphose des Bewusstseins durch die heutigen „Priester“ der Wissenschaft und die Führer der Völker dazu, dass sie zu Mittlern der dunklen Geister werden. Das hat die Tragödie der Menschheit in nie gekanntem Maße vertieft. Aus evolutionären Gründen verläuft der Prozess der Mineralisierung des Gehirns immer schneller und das verstärkt seine Fähigkeit zu reflektieren, verstärkt also das Töten der Nervenzellen und das Abstoßen des Geistes. Dieser Prozess wurde schon längst in die Vererbungskräfte hineingetragen, wobei die Kräfte, die im Intellektualismus der Generationen wirken, am stärksten in den drei Jahrhunderten vor dem Beginn des michaelischen Zeitalters waren. Der Regent jenes Zeitalters war der Erzengel Gabriel, der das Gehirn so bearbeitet hat, dass dieses die feinstmögliche Fähigkeit zu reflektieren erreichen konnte. Es entstanden die Ideologie des Marxismus und die Wissenschaft, die die rein materialistische Weltanschauung vertritt. Doch Gabriel hat die Menschheit auch auf das kommende Zeitalter Michaels vorbereitet, indem er durch die besondere Steuerung der Geburt auf den Vorderteil des Gehirns eingewirkt hat, um die Ausbildung eines neuen Organs in der Stirnhöhle (in der Nasenwurzel) hervorzurufen. Dort – im Bereich der zweiblättrigen Lotusblüte – hat Gabriel die bestehende Beziehung zwischen dem physischen Leib und den anderen zwei Leibern (dem Äther- und dem Astralleib) gelockert. Er hat selbst den Blutstrom in diesem Teil des Gehirns geändert, um dem Menschen zu ermöglichen, die Botschaften der Anthroposophie von Michael über die Meister der Weißen Loge als Strahlen geistigen Lichtes im neuen Organ aufzunehmen. Doch das geschieht nur, wenn der Mensch selbst dieses Organ aktiviert, also wahrhaftig beginnt, die Anthroposophie zu studieren und anzunehmen.

Gabriels Arbeit an der Befreiung des Menschen von den Vererbungskräften wurde durch die fundamentale Veränderung in der Menschenkonstitution ermöglicht, die seit dem Mysterium von Golgatha eingetreten ist. Deshalb ist die erste Gabe, die in dem von Gabriel geschaffenen Organ in der Gegend der zweiblättrigen Lotusblüte empfangen werden kann, gerade die Beleuchtung der wahren Bedeutung des Christus-Ereignisses, die uns nur die Anthroposophie geben kann. Diese anwachsende Bedeutung des Mysteriums von Golgatha führt zur Erweiterung des Ätherleibes in der Kopfgegend und zur allmählichen Ausbildung des neuen ätherischen Denkorgans, das Steiner „das Ätherherz“ nennt. Das Denken wird von Leben erfüllt und ätherisiert, seine Grundlage ist nicht mehr nur das physische mineralisierte Gehirn, sondern das Ätherherz, in das sich die Ideen der geistigen Welt unmittelbar aus ihren Formen ergießen, wie auch immer sie geartet sind, denn der Mensch geht eine intime Beziehung zu ihnen ein. Das sind die den Äther ausfüllenden Gedanken der Götter. Beim anschauenden Denken richten sich die im Ätherherzen empfangenen Gaben wieder zum physischen Gehirn und werden von der Seele begrifflich erlebt. Diese Begriffe sind aber teilweise übermenschlich und werden zur Hälfte individuell vom höheren Ich-Bewusstsein, also von unserem wahren Ich ergriffen. Das anschauende Denken ist dem Denken im alten Griechenland ähnlich, als der Übergang zum begrifflichen Denken vollzogen wurde, aber mit dem entgegengesetzten Vorzeichen, denn es ist auf das Wahrnehmen durch die Metamorphose des niederen zum höheren Ich gerichtet. Das anschauende Denken ist das Urphänomen des imaginativen Bewusstseins für die sechste Kulturepoche.

Als die sichtbare Form des physischen Prinzips ist das Mineralreich nahezu erschöpft und es wird den Übergang zur Vergeistigung machen. Der Mensch ist verpflichtet, diesen Prozess einzuleiten. Wenn er das von Gabriel ausgebildete Organ austrocknen lässt und nicht verfeinert, wird er auch kein Ätherherz ausbilden können. Dieses Herz wird nicht auf natürliche Art erscheinen, sondern der Mensch muss es willentlich und persönlich ausbauen. Somit gerät er verständlicherweise unter die Attacke durch die dunklen Wesenheiten, er wird zur Quelle von Krankheiten und ihm drohen das Abfallen von der Evolution und das Leben als ein halbmenschliches, halbtierisches Wesen auf dem mineralisierten Satelliten des zukünftigen geistigen Jupiter. Nicht von ungefähr warnte Steiner, dass das Leben ein gefährlicher Prozess ist.[6]

Heutzutage befindet sich die Menschheit in einer Entwicklungsphase, die durch vier Hauptbesonderheiten bestimmt wird. Der Mensch wurde zu einem Ich und Christus trat in Jesus ein, um die Entwicklung an ihrem tiefsten Punkt von der irdischen zur Sonnenevolution zu wenden. Gleichzeitig hat Er auch das Fundament des neuen Evolutionszyklus gelegt. Als die erste Hälfte des neuen Zyklus können wir die Vollendung der zweiten Hälfte des gegenwärtigen Zyklus betrachten, doch nicht einfach als die Fortsetzung des Vorausgegangenen, sondern als dessen Umwandlung. Christus hat Sein neues schöpferisches Werk beim Menschen begonnen, wobei hier die objektiven Gesetze der Evolution auf ihre Wende treffen, um etwas völlig Neues zu schaffen, das direkt vom väterlichen Weltengrund über Christus kommt.

Die anderen zwei Charakteristika beziehen sich auf die Tätigkeit der zurückgebliebenen Wesen. Diese Wesen wurden durch die Bedürfnisse der alten Entwicklung – der „irdischen Evolution“ ins Leben gerufen, bei der der Aufstieg auf Kosten des Abstiegs erreicht wurde. In der Evolution der reinen Erhebung, d.h. der „Sonnenevolution“ finden diese Wesen keinen Platz für sich und leiden furchtbar – wie ein Tier bei seinem Versuch sich aufrecht hinzustellen. Sie streben danach, die Evolution vom Wendepunkt zurück zu der Gruppenform des Bewusstseins umzuwenden, wobei sie das auf verschiedene Art versuchen – jeweils von der Art ihres Zurückbleibens abhängig. Wenn der Mensch „nach links“ geht und den luziferischen Wesen folgt, kehrt er zu der phantastischen Mystik des Gruppenbewusstseins und verliert sein niederes Ich, wobei der Zugang zum höheren Ich ihm versperrt bleibt. Das geschieht beim östlichen Weg der spirituellen Entwicklung. Luzifer versucht, einen neuen Evolutionszyklus einzuleiten, indem er den Menschen in den Zustand des Kindes zurückversetzt, die jetzige Idee des Zyklus aufhebt und die Substanz dem Schicksal in nicht metamorphosierter Form überlässt. Wenn der Mensch „nach rechts“ geht und Ahriman folgt, gelangt er wieder zum Gruppenbewusstsein und verliert sein niederes Ich, ohne sich dem höheren Ich anzunähern. Doch das geschieht in völlig anderer Art. Das ist grundsätzlich der westliche Weg, der heutzutage auf der Erde vorherrschend ist. In der Praxis wirken die luziferischen und ahrimanischen Wesen oft gemeinsam, indem sie ihren Schnittpunkt bei den Asuras finden, um das menschliche Ich anzugreifen.

So sieht das Kreuz aus, auf dem wir gekreuzigt sind. Unsere Lage wird von der Tatsache erschwert, dass die Wesen der dritten Hierarchie uns in einem hohen Maße überlassen haben, die Ursachen unseres Daseins selbst zu schaffen, denen sie bestimmte kosmische Folgen entziehen, um den Prozess der Geschichte und Kultur zu inspirieren. Die Zielsetzung wird von der gemeinsamen Tätigkeit von Menschen und Göttern bestimmt, doch der Mensch hat den Vorrang. Die Götter wirken konsequent, indem sie den Plan der makrokosmischen Evolution befolgen und sie erwarten das Gleiche von uns Menschen. Deshalb führt unser Weg nicht nach links oder rechts, sondern nach vorn und nach oben – zu den Wesen der rechtmäßigen Entwicklung. Zur Lösung unserer irdischen Probleme spielen die Gebete eine erhebliche Rolle, wenn wir sie an diese Wesen richten und Verständnis für die Ereignisse und den göttlichen Willen haben. Unsere Situation wird durch einen Umstand der Evolution erschwert – wir stehen an der Schwelle zu unserer nächsten Artenmetamorphose. Das erfordert die entsprechende Form der Zivilisation. Der Sinn jedes Zeitalters besteht darin, dass eine Gruppe von Menschen zum Urphänomen für das nächste Zeitalter und zum Motor der Metamorphose des bestehenden Zeitalters werden. Die restlichen Milliarden von Menschenseelen stellen sich dann auf die ihrer Bewusstseinsstufe entsprechende Sprosse der Evolutionsleiter und legen möglicherweise in ihre Seelen jene Samen, die in ihren nächsten Inkarnationen gute Früchte tragen werden.

Welche Samen gibt uns die heutige Zivilisation, in der seit 100 bis 150 Jahren ein dermaßen intensivierter wissenschaftlich-technischer Fortschritt auf den Plan tritt, dass die Menschen in ihm zu ertrinken drohen? Was hat diesen Boom der Wissenschaft und der Technologien ausgelöst?

Er hängt mit dem Umstand zusammen, dass der Mensch sich in seiner Evolution der Schwelle der übersinnlichen Welt angenähert hat. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die Welt der Ätherkräfte. Der menschliche Ätherleib ist mit dem Weltenäther verbunden, dessen Möglichkeiten so unbegrenzt sind, dass nur ein kleiner Teil in unserem konkreten Leben in Erscheinung treten kann. Die neue Wissenschaft hat die Grenzen der Erkenntnis über den materiellen Teil des Universums dermaßen erweitert, dass sie den Grenzstreifen erreicht hat, wo die beiden Teile des einheitlichen Universums ineinander gespiegelt werden. Die Materie hat begonnen, Eigenschaften an den Tag zu legen, die uns wie aus einer Wunderwelt erscheinen. Wenn die Wissenschaft von Genen spricht, von der Welt der Mikropartikel in den Nanotechnologien, von der Existenzform der Materie als Welle oder Feld, vom Vakuum, so müssen wir in all diesen Erscheinungen die Manifestation dieses Grenzstreifens zwischen beiden Welten sehen.

Es gibt klare Hinweise darauf, dass die Wissenschaft das Geheimnis der Gravitation aufgedeckt hat. Wir wissen, dass die Anziehung im Weltall jener „Knoten“ ist, in den sich die Materie „bindet“ und jene Konstanten aufweist, die die materialistische Wissenschaft in ihr entdeckt hat.

Mit der Auflockerung dieses Knotens werden die Konstanten zu Variablen – mal Wellen, mal Partikel. Auf diese Weise wird die Grundlage des irdischen Daseins des Menschen, auf der unser Ich funktioniert, sehr instabil. Die neue „Quantenreligion“ hat längst den alten Newtonschen Materialismus verdrängt. Manche Wissenschaftler sprechen bereits vom Äther, den sie allerdings für ein besonderes Feld halten, durch das sie wundervolle Wirkungen und die allgemeine Zusammenwirkung im Universum beobachten können. Die weiter Blickenden unter ihnen behaupten sogar, dass das Elektron (wenn man überhaupt von Elektronen reden kann) sich nicht bewegt, sondern eine Art pulsierende Wolke darstellt. Dementsprechend seien die Lichtwellen als Schwingungen ohne Träger zu verstehen, d.h. alles Existierende schwingt einfach mit einer bestimmten Frequenz und befindet sich in Einheit. Diese Ansicht vertrat z.B. der deutsche Physiker Hans-Peter Dürr. Verständlicherweise kommen die Wissenschaftler nicht zu der Schlussfolgerung, dass der Logos, das Ich-bin-Prinzip der Träger der Einheit ist – die wahre lebendige, schaffende Wirklichkeit, die in der sinnlichen Welt sich bis zum Phänomen der Welle und selbst der Tonfrequenz verdichtet. Vielmehr sind die Wissenschaftler der Meinung, dass ein „Torsionsfeld“, „die Quanten“ bzw. etwas in dieser Art allem zugrunde liegt. Deshalb reden sie vom „bewussten Kosmos“, „dem Großen Nichts“ u.dgl.

Der menschliche Organismus ist ebenfalls eine komplizierte Gesamtheit verschiedener Schwingungen, die das lebendige Spiegelbild des Logos ist. Ihm wurde ein Selbstdasein geschenkt, das selbstverständlich nicht tot ist, sondern aufgrund immanenter Gesetze einer Evolution unterliegt. Diese Gesetze stellen die Projektion der makrokosmischen Gesetze in der sinnlichen Welt dar. Das menschliche Ich ist selbst als ein Schatten des höheren Ich keineswegs tot wie der Schatten der physischen Gegenstände. Doch die Menschen konnten diesen Schatten nicht begreifen und den direkten Zugang zum höheren Ich finden. Als Folge davon gewann der Materialismus im jahrhundertelangen Streit über das Wesen des Urquells des Universums schon Ende des 19. Jahrhunderts die Oberhand über den Idealismus. Die Idealisten haben zwar nicht den Streit verloren, aber der Materialismus setzte sich im sozialen Leben mit Kraft durch, nachdem die Ideen von Karl Marx sich im Bewusstsein eines Teils der europäischen Bevölkerung verfestigt hatten. Nun versucht der neue Materialismus, die Schwächen des Vulgärmaterialismus der Vergangenheit zu korrigieren, indem er die Beweise für seine Richtigkeit in den wichtigen Entdeckungen der Wissenschaft sucht. Nachdem das Fundament, auf dem er sich gründet, ins Wanken gekommen war, entstand die Notwendigkeit seiner weltanschaulichen Transformation, denn der Materialismus ist grundsätzlich eine makrokosmische Tatsache. Im Kreis der zwölf Weltanschauungen entspricht ihm das Sternbild Krebs.[7]

Die 12 Weltanschauungen

Wenn wir uns nach links bewegen, betreten wir das Gebiet der Zwillinge und des  Mathematismus. Hier geht der Materialismus vom Grundsatz aus, den Kant formuliert hat – „daß in jeder besonderen Naturlehre nur so viel eigentliche Wissenschaft angetroffen werden könne, als darin Mathematik anzutreffen ist“.[8] D.h., wir können nur das als Wirklichkeit anerkennen, was sich in Form von Zahlen  ausdrücken lässt. In diesem Fall werden die mathematischen Formeln zur letzten Wahrheit der wissenschaftlichen Methode erklärt und die Zahlen – für die Wirklichkeit. Wir wollen uns dabei an die mathematischen Anstrengungen Einsteins erinnern, der das Universum mithilfe von Zahlen und Formeln erklären wollte. Ja, schon die Alten haben gesagt, dass Gott geometrisiert und mathematisiert. Der neue Materialismus gibt ebenfalls zu, dass die Welt in mathematischer Weise aufgebaut ist, allerdings sagt er nicht, dass Gott geometrisiert. Er musste auch aufgrund seiner Experimentalerfahrung zugeben, dass die Ideen als solche existieren, dass das Bewusstsein objektiv ist und ein Dasein besitzt, das sich vom Dasein der Materie unterscheidet.

Nachdem man sich über sich selbst zum Mathematismus erhoben hat, kann man sich weiter auf dem Tierkreis zum Idealismus im Widder bewegen und zur einheitlichen sinnlich-übersinnlichen Wirklichkeit kommen, wenn man vorher rechtmäßig den Rationalismus des Stiers durchlaufen hat. Aber der Materialist bekennt nur soviel vom Idealismus, wie ihm seine reflektierende Bewusstseinsform hergibt. Sie ist für ihn die einzige existierende Bewusstseinsform, weshalb er nur die Ideen anerkennt, die er mit den äußeren sinnlich-realen Dingen vergleichen kann, und die von innen erhaltenen Ideen – etwa durch Intuition, Inspiration – leugnet. Wegen der Schwäche seiner Seele empfindet der Materialist instinktive Angst vor dem Spiritualismus. Deshalb verkleinert der heutige Transmaterialist voller Angst das Feld seiner Beobachtungen, ohne den entscheidenden Schritt zum Geist zu machen. Die Welt des Geistes und die Welt der Materie widerstehen überall einander, ebenso die Welt des spirituellen und die Welt des reflektierenden Bewusstseins. Letzteres wird niemals die Grenze des Ersteren überschreiten, denn in diesem Fall würde das Reflektieren und somit auch das wache Bewusstsein aufhören.

Was Kant mit seiner Aussage meinte, war der qualitative Aspekt der Erkenntnis, die vom abstrakten Denken bedingt wird. Die neuen Materialisten sind bestrebt, die Grenzen der Erkenntnis aufzuheben, indem sie die Möglichkeit der endlosen Erhöhung der Quantität an Erkenntnissen vortäuschen. Was die Notwendigkeit der Transformation der Bewusstseinsform angeht, so haben sie auch darauf eine Antwort. Diese Antwort ist monströs, aber unser Zeitgenosse ist sich dessen überhaupt nicht bewusst.

Der jahrhundertelange wissenschaftliche Streit zwischen dem Idealismus und Materialismus, bei dem nach der Wahrheit gesucht wurde, hat seine Aktualität eingebüßt, da auch die Idealisten geistig schwach waren. Nun geht es nicht um Weltanschauungen, sondern um das Schicksal des Menschen, um die Frage, ob es ewig ist und worin diese Ewigkeit besteht. Die Ideologen des Transmaterialismus, den wir „magischen Materialismus“ nennen können, präsentieren uns ein Weltbild, das dem geisteswissenschaftlichen Weltbild scheinbar in allem ähnelt. Es wird dem Zeitgenossen zukünftig äußerst schwerfallen, die Grenzen dieses Weltbildes zu verlassen und nach etwas anderem zu suchen. Alles, was vorher an Definitionen des Geistes existiert hat, wird nun der Materie zugeschrieben. An die Stelle die Triade Substanz-Leben-Idee wird die Triade Materie-Energie-Information angesetzt, wobei die Materie auf die räumliche „Achse“ und die Information – auf die zeitliche „Achse“ bezogen wird. Die Rolle der Energie besteht bei dieser Triade darin, den gegenseitigen Übergang der Paare Materie-Information und Raum-Zeit zu gewährleisten. Nachdem die Materie durch den „Urknall“ (den auch der jetzige Papst Franziskus bekennt) zum Fundament des Universums erklärt wurde, ist es kein Wunder, dass anstatt über Gott über „das Große Nichts“, „das Sinn-Kontinuum“, über „Energien“ u.derlei Phantasmen gefachsimpelt wird.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und insbesondere seit dem Anfang des 21. Jahrhunderts wird deutlich, dass wir in einen solchen Materialismus eingetreten sind, der in der Lage ist, weltanschaulich und praktisch alle Wege des Menschen zum Geist abzuschneiden. Die traditionellen Religionen sind nicht in der Lage, dem zu widerstehen, da sie das Beleuchten der Spiritualität vom Standpunkt der Gegenwart ablehnen und selbst vom Materialismus durchzogen sind. Bei ihrer Konfrontation mit der Wissenschaft vertritt die Religion weiterhin die Ansicht über die uralte Vorbestimmung des Menschen durch Gott. Die Wissenschaft dagegen stützt sich auf die Selbstbestimmung des (niederen) Ich, das sie allerdings nur als einen Begriff betrachtet. Beide Seiten leugnen faktisch die Freiheit des Menschen. Die Lage wird außerdem dadurch erschwert, dass die Zivilisation selbst wegen der Krise ihres systembildenden Faktors – des Ich – erschöpft ist. Das führt  zu ihrem unvermeidlichen Kollaps, was die bloße Existenz des Menschen in Frage stellt. Die qualitativen Möglichkeiten der gegenwärtigen Bewusstseinsform wurden als Ganzes bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts aufgebraucht. Es ist eine neue Methodologie, ein neues Organon fällig, um die eine neue Art von Zivilisation entstehen kann. Wir haben bereits darauf hingewiesen, wie dieses Organon aussehen soll![9]

Das Rückgrat der modernen Wissenschaft und Technologien bilden die mathematische Logik, die mathematischen Modelle und Algorithmen. Der materialistische Wissenschaftler weiß (zwar auf der reflektierenden Stufe, aber immerhin), dass das Denken vom Gehirn abhängt, von dessen Fähigkeit sich zu mineralisieren. Doch der Wissenschaftler bleibt vor dem Rätsel des Lebens ohnmächtig und charakterisiert es in jenem Zustand, in dem das Leben eigentlich fehlt. Das Leben lässt sich nicht wie Zahlen zerlegen. In ihrer Ohnmacht kam die Wissenschaft zur Schlussfolgerung, dass die vollständige Einordnung des Menschen in den Bereich des Mineralischen, des Siliziums, des Computers zur Entstehung einer dermaßen vollkommenen Form führen würde, in der er ewig leben könnte. Aus der Kreuzung des Natürlichen mit dem Künstlichen, des Menschen mit der Maschine würde ein völlig neues vernünftiges Wesen entstehen, eine Art Übermensch, der das Ergebnis der Änderung des menschlichen Bewusstseins auf materieller Grundlage innerhalb der Grenzen des Materiellen sein würde. Der Mensch würde bis zu seinem 30.-40. Jahr als eine biologische Spezies leben und dann sein Bewusstsein in das Silizium verschieben, um zum Bioroboter zu werden. Dieser Bioroboter würde in seinem Wesen Mensch bleiben, doch er würde keine Luft und keine organische Nahrung mehr brauchen und unsterblich sein. Sein Denken, das auf der Linie Mensch-Computer verlaufen würde, wäre bewusstlos – auf der Stufe der Reflexe, die z.B. in der menschlichen Atmung, Ernährung und Bewegung vorhanden sind. Diese Übermenschen würden neben dem alten Homo sapiens existieren und als vernünftige Organismen aus Menschen holografische internationale Gemeinschaften  bilden, die in einem Megacomputer vereinigt sein würden. Jede Individualität würde in diesen integralen Intellekt als ein einzelner „Chip“ eingehen und den nahen und fernen Kosmos erobern.

Der Weg in diese Zukunft geht über den wissenschaftlich-technischen Fortschritt, der sich nach der Ansicht des Astrophysikers Martin Rees in drei Hauptrichtungen entwickeln wird – fortgeschrittene Biotechnologien, künstlicher Intellekt und Robotik und die Fähigkeit, den Kosmos zu erforschen. Es ist klar, dass durch die Biotechnologien der Mensch auf die Einschaltung in den allgemeinen künstlichen Intellekt vorbereitet wird, damit er die Erde verlassen und sie der Willkür des Schicksals überlassen kann, da er sie und ihre ihn einschränkenden Gesetze nicht mehr brauchen wird.

Um welche Biotechnologien geht es? In der modernen Biologie dominiert die These, dass alles in der Menschennatur, auch das Bewusstsein als das Produkt der Gehirntätigkeit sich auf mathematische Algorithmen von biochemischen Wechselwirkungen und zufälligen Ereignissen reduzieren lässt, die lesbar, entschlüsselbar, redigierbar, umkodierbar sind und umgestaltet und vervollkommnet werden können. Schon Pythagoras soll ja gesagt haben, dass die Zahlen die Welt regieren. Immer mehr Wissenschaftler erklären, dass die Krankheiten und der Tod nur komplizierte technische Probleme sind, die noch bis zum Ende dieses Jahrhunderts überwunden sein werden. Nach der Ansicht besagter Wissenschaftler muss noch festgestellt werden, ob der menschliche Körper, das Bewusstsein, die Emotionen und der Geist etwas mehr als die verschlüsselte Information unserer evolutionären Entwicklung sind. Die Nanotechnologien machen die Menschen der Wissenschaft sehr zuversichtlich und diese stellen die Behauptung auf, dass die Evolution im Laufe von Millionen Jahren die Biologie bis zur Nanogröße vervollkommnet hat. In Nanogrößen verlaufen etwa die Prozesse in der Zelle. Nach der Beschreibung des Zellgenoms (wahrscheinlich auch schon vorher) ist man zu Genmanipulationen an Menschen übergegangen, indem Probanden z. B. Gene der „Ausdauer von Weltmeistern“, der „reduzierten Sensibilität“, des „perfekten Gedächtnisses“ usw. eingeimpft werden. Spätestens in 20 bis 30 Jahren werden die Biotechnologien so verbreitet sein wie die Mobiltelefone oder das Internet. Es wird damit gerechnet, dass sie viele globale Probleme lösen – etwa die Klimaerwärmung, die Versorgung der Welt mit Nahrung und Energie, die Beseitigung von Infektionskrankheiten, das Altern der Gesellschaften usw. Es wird beabsichtigt, menschliche Organe, künstliche Nahrungsmittel u.ä. im 3D-Drucker herzustellen.

Gegenwärtig ist die Zusammenstellung eines Zellatlas im Gange. Mit diesem internationalen Megaprojekt werden alle 300 Zelltypen des menschlichen Körpers beschrieben, woraus man sich die Beantwortung der Frage erhofft, woraus wir entstanden sind. Zudem würde das die medizinische Versorgung durch die supergenauen Modelle der menschlichen Physiognomie verbessern, indem die Behandlung und Therapie personalisiert werden.

Die Wissenschaft vertritt die Meinung, dass nach all den Millionen von Jahren, in denen die Evolution die Biologie bis zur Nanogröße vervollkommnet hat, das dem Menschen (d.h. dem Biologischen) und dem Künstlichen eine immer größere Annäherung und gegenseitige Durchdringung erlauben werde. Die technologische Revolution entwickle sich exponentiell, Millionen Mal schneller als die biologische, so dass der Punkt der Singularität irgendwann unvermeidlich erreicht sein werde. Die Symbiose des biologischen und künstlichen Intellekts sei unumgänglich, denn die Evolution habe keine Vorlieben und empfinde keine Gefühle, sie toleriere nicht die intelligentesten und entwickeltsten Arten, sondern nur diejenigen, die sich am schnellsten an das veränderte Umfeld anpassen. Es sei nicht mit einer Änderung der Logik der Evolution und einer Wahl zwischen dem biologischen und künstlichen Intellekt zu rechnen.

In einem Interview für die Online-Zeitschrift „Futurism“ vom Februar 2018 behauptet der Direktor des Schweizer Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz IDSIA Jürgen Schmidhuber: „Das ist etwas, was die Menschheit und das Leben selbst übersteigt. Als das biologische Leben vor 3,5 Milliarden Jahren aus der chemischen Evolution hervorging, hat eine zufällige Kombination einfacher, lebloser Elemente die Expansion der Arten in Gang gesetzt, die heute den Planeten bevölkern. Etwas von vergleichbarer Größenordnung könnte heute passieren. Jetzt macht das Universum einen ähnlichen Schritt von geringerer Komplexität zu höherer Komplexität und das wird großartig sein. Wie bei der Entstehung des biologischen Lebens wird es bei diesem entscheidenden Sprung zwischen einer starken Maschine und dem künstlichen Leben ein Element der Zufälligkeit geben. Und obwohl wir nicht genau voraussagen können, wann das passieren wird, weisen alle Beweise auf die Tatsache hin, dass das unbedingt passieren wird.“

Was ist der künstliche Intellekt für die Wissenschaft? In einer Untersuchung der Stanford University vom Ende 2016 mit dem Titel „Künstlicher Intellekt und Leben im Jahre 2030“ heißt es, dass der künstliche Intellekt Wissenschaft und Technologien darstellt, die von der Art und Weise inspiriert werden, wie die Menschen ihr Nervensystem und ihren Körper benutzen, um zu spüren, erfahren, nachzusinnen und Handlungen vorzunehmen.

Wir sehen hier, wie die materialistische Wissenschaft versucht, die Funktionen des Organischen und selbst des Psychischen zu modellieren, um sie einzuholen und sogar zu übertreffen. Und sie modelliert diese Funktionen nicht nur draußen in der Welt des künstlichen Intellekts, sondern auch im Menschen selbst. Das geschieht eugenisch durch das Genengineering mit dem Ziel, dass man zukünftig auf das Organische verzichtet und das Bewusstsein vollständig auf das Silizium übertragen kann. Zusammen mit dem Bewusstsein sollen auch die Empfindungen, Sinne, Gefühle übertragen werden, weil ja alles als Zahlen zerlegbar sei. Auf diese Weise soll der oben umrissene Übermensch als eine anorganische Organisation zustande kommen.

Auf den ersten Blick hat die Wissenschaft ihre logischen Gründe, um Anstrengungen in diese Richtung zu unternehmen. Wenn die Materie es soweit gebracht hat, dass sie im Menschen denkt, könnte sie in der Größenordnung der Weltganzheit als ein anorganisches Weltbewusstsein, als ein anorganisches bewusstes Universum denken. Der Enthusiasmus wird von den Angaben der Wissenschaft verstärkt, die die Schlussfolgerung entstehen lassen, dass das Bewusstsein und das Selbstbewusstsein des irdischen Menschen nicht unbedingt eine Funktion des organischen Lebens sind. Das organische Leben sei vielmehr „die Schwachstelle“ in uns – die Abhängigkeit von ihm verhindere uns, das Potential des Denkens bis zur Größenordnung des Universums zu entfalten. Deshalb wird das Organische in solch grober Art durch Genmanipulationen „vervollkommnet“. Mithilfe von Nanorobotern würde der Intellekt im nanotechnologisierten Menschen dermaßen verstärkt werden und gleichzeitig würden manche magischen Fähigkeiten entfaltet werden, so wie bei den sog. Extrasensheilern. Das Extrasensorische lasse sich nach der Meinung der Wissenschaft ebenfalls physisch interpretieren. Mit dem Verbinden des biologischen mit dem künstlichen Intellekt würde diese „kognitive“ Revolution wahrscheinlich auch eine geistige Revolution entfachen. Bisher wisse man nicht, welche Ausrichtung sie haben werde. Hier können wir nicht umhin, an die Warnung Steiners zu denken, dass Ahriman nach seiner Inkorporation eine Schule eröffnen wird, in der die Menschen magische Fähigkeiten erlangen würden, ohne sich moralisch läutern und vervollkommnen zu müssen.

Bei dem Treffen des Bilderberg-Clubs in diesem Jahr wurde neben dem künstlichen Intellekt auch der sog. Quantencomputer besprochen. Die Qubits können bekanntlich nicht nur 0 und 1 sein wie die normalen Bits, sondern sie haben auch andere Eigenschaften, so dass sie gleichzeitig 0 und 1 sein können, was die Geschwindigkeit und das Volumen der ausgeführten Operationen in gigantischen Maßen erhöht. Damit hofft man, die physischen und biologischen Fundamente und Wechselwirkungen zu erreichen, die man heute nicht ganz versteht. Mit dem Quantencomputer will die Wissenschaft die lebendige und nicht lebendige Natur begreifen. Der eng spezialisierte künstliche Intellekt findet in vielen Bereichen des sozialen Lebens eine Anwendung, doch bisher konnte kein künstlicher Intellekt geschaffen werden, der eine allgemeine Bestimmung, intelligentes Verhalten auf verschiedenen Gebieten hat und fähig ist, den Turing-Test zu bestehen, also Vernunft im menschlichen Sinne zu besitzen. Bei diesem Test unterhält man sich mit zwei Gesprächspartnern und muss anhand der Antworten auf die Fragen feststellen, wer vor ihm sitzt – die Maschine oder ein Mensch. Der künstliche Intellekt hat die Aufgabe, den Mensch irrezuführen und ihn zu einer falschen Wahl zu verleiten.

Doch wie man aus der Definition der Stanford University sieht, wird nicht nur die Modellierung unseres Nervensystems angestrebt, sondern es wird auch auf die Handlungen des Menschen gezielt, also auf den Willen. Wir wissen aus der Anthroposophie, dass der Mensch im Denken wach ist, im Fühlen schläft und träumt und im Willen völlig bewusstlos ist und nur die Folgen der Handlungen der Willensimpulse erlebt, wenn sie bereits in Gang gesetzt sind und in der sinnlichen Realität wirken. Der wahre Wille befindet sich in der übersinnlichen Welt, wo er mit dem Bewusstsein identisch ist. Das Willensbewusstsein der Hierarchiewesen – das ist die Substanz der Welt. Im Menschen hat die Substanz die Form von sinnlich wahrnehmbaren Gegenständen und Phänomenen. In der Welt der anorganischen Natur gibt es nirgendwo einen Willen! Er fehlt eigentlich auch in der organischen Natur. Es ist kein Zufall, dass in der neuen Übermenschen-Doktrin dem Element des Willens viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, da er uns in die Tiefen der ahrimanisch-asurischen Mysterien des Materialismus führt. An diese Mysterien können wir uns bis zu einem gewissen Grade annähern, wenn wir uns über die Vorbereitung der sog. SpezNas[10] des okkulten Bolschewismus informieren. Der russische okkulte Bolschewismus war hauptsächlich eugenisch ausgerichtet und beabsichtigte, eine neue Menschenart zu schaffen.

Der SpezNas-Soldat ist die Vorstufe der Ausbildung eines Übermenschen mit eisernem Willen, der durch Sport (vor allem östliche Kampfsportarten) und psychologisches Training vorbereitet wird und einen außerordentlichen Intellekt besitzt. So kann er zum Gefäß werden, in das die Asuras einziehen und das Ferment eines neuen Evolutionszyklus bilden, der Ahrimans Absichten entspricht. Im Prozess der Vorbereitung solcher Übermenschen werden die neuesten Errungenschaften des Genengineerings, die Nanotechnologien und die Informationstechnik verwendet. Durch die Einwirkung von psychotropen Substanzen und elektromagnetischen Feldern usw. wird angestrebt, den Körper dem Intellekt unterzuordnen sowie das Gegenteil – der Körper soll den Intellekt unterordnen, um besondere Wahrnehmungen zu erreichen – etwa das wache Bewusstsein in den Traum einzuführen oder die Wahrnehmung und Erforschung „anderer“ Welten durch Halluzinogene anzuregen. Es geht hier nicht um geistige Welten,  der Materialist behauptet auch nicht, dass er geistige Welten erforschen will. Doch es entsteht der Eindruck, dass der Hauptunterschied zwischen dem Materialismus und Spiritualismus lediglich in der Art und Weise besteht, wie der Wille in der Arbeit mit dem Bewusstsein angewendet wird. Hier streifen wir die Religion des Materialismus, bei der immer die Regel gilt, dass das Bewusstsein materiell ist.

Natürlich ist der Materialist durch Experimente zum Schluss gekommen, dass das Denken direkte Wirkungen auf das materielle Leben hervorrufen kann. Er ist der Meinung, dass das Denken die Natur von „Wellen“ hat, welche die „Wellenprozesse“ in der Materie beeinflussen. Das sind die Praktiken der östlichen Okkultisten – indem sie ihren Willen mit Zweikämpfen und Meditationen stählen, erreichen sie die Kontrolle über die Funktionen ihres physischen Leibes, den sie in den notwendigen Zustand der Inaktivität versetzen, um dann eine Wirkung der Kräfte der Ätherwelt hervorzurufen und sie in die gewünschte Richtung, auf die materiellen Objekte zu richten. Der materialistische Wissenschaftler macht ähnliche Übungen und interpretiert das Geschehende als die Wirkung von Wellen. Er denkt, dass er es mit einem unbekannten Feld zu tun hat und begreift nicht, dass das Erlebte auch übersinnlich sein kann. Der Metaphysiker des Materialismus kann selbst die übersinnliche Wirklichkeit berühren, indem er in Kontemplation denkt. Er vermag selbst in die Welt der Imaginationen hineinzuspähen – wie Nikola Tesla, der schon 1926 die Schaffung des Smartphones voraussah, den er als einen Gegenstand bezeichnet hat, den man in seiner Westentasche tragen kann. Doch ein solcher Wissenschaftler wird sich immer im Spiegel seines Verstandes spiegeln. Seine Weltanschauung enthält den „diesseitigen“ Charakter der Erfahrung, die von dieser erfasst wird. Auf dem Weg der ahrimanischen Einweihung verändert der Materialist sein Bewusstsein nicht qualitativ, obwohl er es erweitert, sondern es ändert sich nur die Qualität der Wahrnehmungen, indem dem Übersinnlichen das Irdische angehängt wird. Daraus entsteht das Erleben ungewöhnlicher Kombinationen des bereits Bekannten –  „Wellen“, „Felder“ usw. Man sieht z.B., wie der Strom in der Hochspannungsleitung fließt, was hinter der Wand passiert, man kann ein „Gespenst“ oder „etwas Mystisches“ beobachten usw. Doch das alles ist trotzdem eine materielle Welt, obwohl sie feiner ist. Die Weltanschauung spielt wirklich eine wesentliche Rolle, wenn der Mensch danach strebt, die Schwelle der übersinnlichen Welt zu überwinden, denn er kann einem großen Irrtum bezüglich der Wahrheit über das Beobachtete unterliegen. Das können wir mit einem Fall veranschaulichen, den Castaneda in einem seiner Bücher beschreibt. Einmal erschien ihm eine übersinnliche Gestalt, die solche Liebe ausstrahlte, dass er sie sofort für Gott selbst hielt. Im nächsten Augenblick sah er seinen okkulten Lehrer, der sich vor Lachen auf dem Boden wälzte, weil sein Schüler so abergläubisch war. Der geschockte Castaneda stellte fest, dass er nur eine materiell-energetische Manipulation gesehen hat.

Das Verschönern des Übersinnlichen durch die Vorstellungen der sinnlichen Welt geschieht gerade beim materialistischen Okkultisten. Er richtet seinen Willen nicht zur Metamorphose des Bewusstseins, sondern der Wille im Denken wird als ein Verfahren der inhaltlichen Erweiterung der Grenzen des Intellekts durch die Vergrößerung seiner Hüllen verstanden. Das Bewusstsein wird wie ein Ballon durch neue Informationen erweitert, es sammelt Erfahrungen von den ungewöhnlichen Wahrnehmungen, die es fälschlicherweise mathematisch berechnet, was zur Entleerung der übersinnlichen Wirklichkeit führt. Der unbewusste Wille trägt egozentrischen Charakter, unabhängig davon, wie umfassend die Sphäre des Bewusstseins geworden ist. Doch ein solcher Mensch verlässt nie die Grenzen seines niederen Ich.

Der abstrakt denkende Mensch denkt grundsätzlich egozentrisch, indem er alles zum Punkt seines niederen Ich zusammenzieht. Dabei nimmt er seinen instinktiven Willen zu Hilfe, um die das Egozentrische störende Konzentration aufzuheben, dann verbindet er die Gedanken logisch miteinander. Im niederen Ich ist man von sich selbst erfüllt, da ist kein Platz für das höhere Ich. Der Materialist kann das Vorhandensein eines systembildenden Prinzips feststellen, doch er begreift nicht, dass dieses Prinzip das höhere Ich des Menschen ist, d.h. das sich auf das Ich gründende bewusste, individuelle, schöpferische und folglich willentliche Prinzip. Wenn der Materialist sein Bewusstsein erweitert, wird der gewöhnliche Egoist zu einem kosmischen Egoisten wie Ahriman. Die Erweiterung des Umfangs und Inhalts der Begriffe erhöht nur den Egozentrismus des niederen Ich und der Mensch verwendet seinen ganzen Willen, die ganze Kraft seiner Vernunft, um mit Ahriman zu verschmelzen, der für ihn zum Gott wird. Wenn er sagen kann „Nicht ich, sondern Ahriman in mir“, so hat er einen Riesenschritt zur Vernichtung seines Ich gemacht. Das ist die entgegengesetzte Richtung des Weges, auf den uns der Apostel Paulus mit seinen Worten „Nicht ich, sondern Christus in mir“ verwiesen hat. Beim luziferischen Weg kommt es zur Imagination von luziferischen Wesen, die nur die Vorstellung von den wahren Göttern sind, wobei man sein niederes Ich verliert, ohne zum höheren Ich zu kommen. Demgegenüber bleiben beim ahrimanischen Weg nach der Vernichtung des niederen Ich, wenn das abstrakte Bewusstsein infolge der Symbiose mit dem künstlichen Intellekt verlöscht wird, nur Ahriman und seine Verbindung zur aufgehobenen höheren Individualisierung des Menschen. Kaum hat sich der Wille gemeldet und er muss in der intellektuellen Tätigkeit zur allgemeinen Bewusstlosigkeit zurückkehren, in der sich der Mensch in den frühesten Entwicklungsperioden befand. Doch damals hat er seine Einheit mit den Hierarchiewesen erlebt, die ihn zum individuellen Bewusstsein führten, zu dessen Ausbildung eigenes Denken notwendig war. Dieses Denken kam als abstraktes Denken im Menschen zur Geltung. Ahriman weiß, dass die materielle Form der physischen Substanz irgendwann nicht mehr vorhanden sein wird. Auch die Materie des Gehirns, das dem Zerfall unterliegt, wird verschwinden. Mit ihm wird auch das reflektierende Denken absterben. Ahriman will das physische Denken von unserem Gehirn abtrennen und selbstständig machen, damit es beim Tod nicht abstirbt. Deshalb trägt er dieses Denken in die physische Welt als Schatten und Schemen hinein. Dadurch möchte er ein eigenes Reich auf der Erde gründen, das von Menschen bewohnt wird, die in ihrer jetzigen Inkarnation nur in intellektuellen Bildern die Zukunft bis zum Ende des gegenwärtigen Äons erlebt haben. Nach ihrem Tod werden sie sich an die Erde heften, da sie eine Abneigung gegen weitere Inkarnationen entwickelt haben werden. Unser Planet wird extrem intellektualisiert werden durch Menschen, die zur Brüderlichkeit im Namen Christi unfähig sind.

Ahriman weiß auch, dass mit der sechsten Wurzelrasse die allmähliche Vergeistigung des Menschen und der Erde beginnen wird. Deshalb will er, dass die fünfte Wurzelrasse die letzte im Zyklus bleibt. Er strebt ein irdisches Reich an, das aus der radikalsten Gegenintelligenz besteht, die eine universale und ewige Widerspiegelung der kosmischen Intelligenz ist. Am Ende der fünften Wurzelrasse will er einen eigenen Evolutionszyklus einleiten, in dem das reale Weltall lediglich in Spiegelbildern existieren soll. Die grobe Materie wird nicht ätherisiert und vergeistigt werden, sondern in diesem Spiegelbild in Form von Energie existieren. In ihr wird der Mensch aufgelöst werden, dessen heutige Sehnsucht nach dem künstlichen Intellekt diese Absichten Ahrimans bedient.

In einem gewissen Sinne hat Ahriman das ganze materielle Universum für sich geraubt, da er egozentrisch, auf dem Weg der Aneignung denkt. Deshalb ist es Ahriman selbst, der hinter dem „Großen Nichts“ steht.

In seinem Reich fehlt ihm nur das Leben und er erhofft es sich von der Symbiose des Menschen mit der Maschine. Dem Menschen verspricht er Unsterblichkeit. Doch welche Folgen für den Menschen hätte diese Symbiose eigentlich?

Infolge der Bearbeitung des Astralleibes mit immer raffinierteren materialistischen Vorstellungen wird das physische Gehirn immer ärmer an Ätherkräften werden und immer radikaler die Gedanken der Götter ablehnen (reflektieren). Das bedeutet eine Entfernung vom Leben der kosmischen Intelligenz und das Erzeugen von intellektuellem Tod in großem Ausmaß. Je intellektualisierter der Mensch wird, desto weniger Intelligenz besitzt er. Ohne das Denken zu beleben, werden die Menschen immer schwächer werden – körperlich wie intellektuell. Der Materialismus ist der sichere Weg zur Schwachsinnigkeit, denn er unterdrückt die Empfindungen und tötet die Logik ab. Das äußere Leben wird immer komplizierter und verwickelter werden, der Mensch wird weder körperlich noch psychisch der Anstrengung standhalten und er wird irgendwann den Wunsch verspüren, dass die Maschine für ihn denkt, fühlt, empfindet und handelt. Die Genmanipulationen werden diesen Prozess beschleunigen. Sie sind Schwarzmagie, die dazu führt, dass die Beziehung zwischen physischem und Ätherleib schwächer wird und der Mensch in eine genetische Abhängigkeit gerät. In Leib und Seele wird noch nie dagewesenes Chaos hineingeführt. Die Nanotechnologien, die unsere Zeitgenossen so begeistert aufnehmen, üben Gewalt auf die Natur aus und bringen das Böse in sie hinein, das aus Wissenschaft und Technologien auf das soziale Leben übertragen wird. Der genetisch und elektronisch modifizierte Untermensch des reflektierenden Denkens wird auf der Stufe der Instinkte physisch die Marxsche Doktrin der denkenden Materie argumentieren. Das ist der Weg zum „zweiten Tod“ und zum Abfallen des Menschen von der Evolution. Infolge seiner Festbindung an den physischen Leib durch den künstlichen Intellekt und die Biotechnologien wird der Mensch zu einer toten Verbindung der Weltsubstanz mit der Idee der Welt werden. Das wird auch seine Vorstellung über sich selbst von Grund auf ändern. Wenn man freiwillig auf sein abstraktes Denken verzichtet und seine geistigen Funktionen im Denkprozess der Maschine überträgt, entsteht ein Bereich, in dem das Weltleben fehlt, denn im Menschen ist das Weltall nicht mehr zweieinig – sinnlich-übersinnlich. Es bleibt nur das Mineralische – die Maschine -, in der das Leben nur in transzendenter Art vorhanden ist. Die ahrimanische Unsterblichkeit ist also in der materiellen Welt unmöglich, da sie uns vom Leben trennt.

Die Wahrheit ist, dass das Organische und Anorganische unvereinbar sind! Die Körper dürfen nicht modelliert werden. Sie sind eine übersinnliche Realität, sie sind die Bewusstseinsform der Hierarchiewesen und das denkende Bewusstsein ist verpflichtet, sie kennenzulernen, um mit dem höheren Ich eine harmonische Zusammenwirkung mit ihnen einzugehen. Das Bewusstsein dieser Leiber befindet sich auf der gleichen Stufe wie bei den Naturreichen, doch ihre „Väter“ sind unterschiedlich. Der menschliche physische Leib befindet sich nicht auf der Stufe des Mineralreiches, sondern er ist ein Mineralreich auf der Stufe des Tierreichs, der sich in seiner Angepasstheit an das Denken auf der Menschenstufe befindet. Unsere Äther- und Astralleiber sind menschlich und sind demjenigen, das den Naturreichen eigen ist, nur ähnlich. Der materialistische Wissenschaftler weiß nicht, was sich in der Natur kombinieren lässt und was nicht, deshalb tut er ihr Gewalt an. Die materialistische Wissenschaft modelliert lediglich die Funktionen des Organischen und selbst des Psychischen, sie kann diese sogar quantitativ überholen, doch sie wird ihnen nie ein Wesen, also Leben schenken. Der künstliche Intellekt wird nie in der Art entstehen, wie man sich ihn vorstellt, denn wenn der Mensch sein Denken belebt, entzieht er sich dem Griff Ahrimans und nähert sich seinem höheren Ich. Er beginnt von den Früchten des Baums des Lebens zu essen. Der künstliche Intellekt wird nie zum Weltverstand, zur kosmischen Intelligenz werden, sondern er wird immer ihr Surrogat, ihr lebloses Imitat bleiben!

Es ist möglich, dass der Mensch Mensch bleibt,  nachdem er in das Silizium umzieht, nur solange er in dieser Welt lebt. Wenn die Beziehung zum physischen Leib abbricht, bleibt der Körper lediglich eine „DVD“ mit all der gespeicherten Information, die das Subjekt erworben hat. Doch auf der Erde kann das zu großen Schäden führen.

Obwohl wir nur intellektuelle Schatten in das Mineralreich hineintragen, weisen diese Schatten trotzdem Spuren von Leben auf, denn sie sind die Widerspiegelung der lebendigen Realität. Wenn wir dieses gefälschte Leben in den festen Aggregatzustand des Mineralreichs hineintragen, wird es wahrscheinlich eine Art „Bewegung“ in ihm verursachen. Das Mineralreich wird sich vom unbewussten Allbewusstsein in unrechtmäßiger Weise zu einer anderen Zwischenstufe des Bewusstseins erheben. Das wird das Fundament erschüttern, auf dem wir uns entwickeln. Die Folgen werden unvorhersehbar sein. Und solches Leben wird wahrscheinlich auch in die anderen drei Aggregatzustände des Mineralreichs hineingetragen. Wie werden sie wohl darauf reagieren?

Ahriman ist nicht daran interessiert, das Leben der Menschen durch die Technologien zu erleichtern und das Paradies auf Erden zu schaffen, sondern er möchte eine Erdenhölle mit einer umgewandelten Menschenart schaffen. Sein wahres Ziel ist es, die Substanz im Menschen, dessen göttliches Urphänomen – den Geistesmenschen – zu erobern. Wenn der Geistesmensch in die Unternatur hineingedrängt wird, wird er zu jenem Ende der jetzigen Schöpfung werden, an das sich der Antichrist nach dem unumgänglichen Übergang der Materie in den ätherischen Zustand halten kann, um die ganze Welt der Hierarchien an sich zu reißen, in seinen eigenen Evolutionszyklus von Spiegelbildern zu entführen. Dann wird es anstelle der ätherisierten Materie Energie als Materie geben, in der der Mensch nach einer umgekehrten biologischen Metamorphose aufgelöst sein wird. Ahriman braucht den Menschen nur solange dieser als Mikrokosmos existiert, der in seinem physischen Leib den Geistesmenschen trägt. Hat er den Geistesmenschen geraubt, wird er sich um unser weiteres Schicksal nicht scheren.

Der Transmaterialismus ist eine äußerst wirksame Form des Kampfes gegen den Geistesmenschen, gegen den Auferstehungsleib, gegen das Mysterium von Golgatha. Golgatha wird überflüssig werden, wenn der Mensch Ahriman folgt. Das ist jener vierte Nagel, den Sorat durch die drei schwarzen Könige in der Zeitenwende für die Zeit geschmiedet hat, wenn er ihn brauchen wird. Diese Zeit ist gekommen! Mit diesem Nagel kann Sorat nicht Christus an das Mineralische annageln, denn – wie der Meister Beinsa Douno sagt – „Christus ist stark und mächtig“. „In der Vergangenheit hat man die Hand des Christus mit einem Nagel durchbohrt. Doch heute kann niemand diese Hand mit Nägeln durchbohren – sie würden sofort schmelzen! In der Vergangenheit hat man Christus gekreuzigt, doch heute gibt es keinen so großen Baum, an dem man Ihn kreuzigen kann. Christus kann nicht ein zweites Mal gekreuzigt werden!“[11]

Doch der Mensch, der zum Träger des Christus in seinem Ich werden soll, kann von Sorat an das Mineralische angenagelt werden. Der künstliche Intellekt ist das geeignete Werkzeug, mit dem sich das erreichen lässt, ohne dass der Mensch dann aus der Materie auferstehen kann. Auf diese Weise wird der Plan für den gegenwärtigen Zyklus unterminiert und der Weg zum nächsten Zyklus abgeschnitten, in dem die Materie sich zum Hierarchiewesen erheben und die heutigen ahrimanischen Wesen, die die Materie in unserem Zyklus konsolidiert haben, zu führenden Geistern dieses neuen Hierarchiewesens werden sollen. Dann werden sie eine völlig andere Aufgabe haben. Im gegenwärtigen Zyklus haben sie ihr Ich nicht zur richtigen Zeit entwickelt und daher leiden sie unermesslich, da sie unter den veränderten Bedingungen in eine aussichtslose Lage geraten sind. Sie empfinden Erleichterung, wenn sie aus ihrer jetzigen rechtmäßigen Wirkungssphäre herausgehen und in unser abstraktes Denken eindringen. Aber das hält den Menschen von seiner eigenen vorgezeichneten Zukunft ab. Deshalb muss er sein Bewusstsein transformieren, um die ahrimansichen Wesen zu erlösen und zur rechtmäßigen Evolution zurückzubringen, damit sie zu Trägern jenes Guten werden, für das das Böse in das uranfängliche Gute hineingetragen werden sollte.

Doch unsere Einstellung zu ihrem Führer Ahriman muss eine andere sein. Er zeigt sich uns nur äußerlich in der Gestalt, die Steiner in der Holzgruppe „Der Menschheitrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman“ in Dornach dargestellt hat. Mit dieser Gestalt warnt Ahriman den Menschen, dass er ihr ähnlich werden würde, wenn er es erlaubt, mit dem vierten Nagel angenagelt zu werden. Das Wesen Ahrimans ist ganz anders. Im Unterschied zu seinen untergeordneten Geistern besitzt er bereits seit dem vorherigen Zyklus ein eigenes Ich. Einmal entstanden, ist das Ich unzerstörbar. Ahrimans Zurückbleiben ist eine Opferbringung, deshalb muss die Einstellung des Menschen zu ihm wie ein Ich zu einem Ich sein. Dazu ist ein tiefes Verständnis des Mysteriums des Bösen und des Mysteriums des Guten erforderlich. Wie viele Menschen sind heutzutage zu diesem Verständnis fähig? Und die Inkorporation des Antichristen naht!

Wenn die Forscher sich vom Quantencomputer erhoffen, dass sie durch ihn schneller zum Fundament des Lebendigen und Nichtlebendigen kommen, sollten sie wissen, dass das gleichzeitige Funktionieren von 0 und 1 die gleichzeitige Wirkung von Pralaya und Manvantara in unrechtmäßiger Weise bedeutet. Die rechtmäßige Wirkung hat es in der Zeitenwende gegeben. Der heutige Mensch kann sie ebenfalls erreichen, wenn er bei der Nullpunktstellung des niederen Ich (der Null) zum höheren Ich (der Eins) und zum fünften, dem Gedankenäther übergeht, um die Ideen im Ätherherzen zu ergreifen. Das ist eine Änderung der Denkform vom kopernikanischen zum ptolemäischen Weltbild, durch das wir auf der Grundlage des Willens der Anziehung durch den ahrimanischen unterphysischen Abgrund standhalten. Wenn der Weißmagier zur Schwelle der geistigen Welt herantritt, benutzt er seinen Willen, um das niedere Ich und das wache irdische Bewusstsein in einer solchen Art aufzuheben, dass er erwacht im höheren Ich, das Bewusstsein, Wille und Leben in unzertrennlicher Einheit darstellt. Der bewusst erlebte Wille wird in der höheren Welt gedacht und gefühlt und er führt zur Erscheinung der moralischen Intuitionen, Phantasien und Techniken.

Gleichzeitig werden die Naturgeister von der ahrimanischen Gefangenschaft befreit. Bisher haben sie rechtmäßige Aufgaben zur Konsolidierung der Materie erfüllt. Doch bei der vorzeitigen Einführung einer Surrogatintelligenz in das Mineralreich, was der Mensch bei seiner geplanten Verbindung mit dem künstlichen Intellekt tun würde, können diese Wesen von Ahriman vermutlich zum Hervorrufen von Naturkataklysmen eingespannt werden. Zukünftig werden sie eine völlig andere Rolle spielen. Sie müssen von ihrer bisherigen Gefangenschaft in der Materie befreit werden und in die geistige Welt eingehen, um an der Vorbereitung des zukünftigen geistigen Jupiter zu wirken. Doch ohne die Hilfe der Menschen können sie das nicht.

Auf unserem Weg nach oben wird unsere Einstellung zum Mysterium von Golgatha sehr wichtig sein, denn durch Golgatha werden wir auf immer höheren Stufen die Fülle der Substanz des Vatergotts mit der Idee vom Heiligen Geist im ewigen Leben Christi vereinigen. Die Vorstellung des Menschen von sich selbst wird sich durch das paulinische „Nicht ich, sondern Christus in mir“ von Grund auf ändern. Das wird die wahre christliche Eugenik sein, die den Menschen zu einem Buchstaben des Christus-Wortes machen wird. Das ist ein Weg, der dem von Ahriman vorgeschlagenen Weg diametral entgegensteht.

Es stimmt, dass die Verflechtung von Mensch und Maschine in der Evolution vorgesehen ist, wobei der Mensch zukünftig auf die äußeren Kräfte der Elektrizität und des Magnetismus einwirken wird. Doch die Frage ist, wie sich das praktisch verwirklichen lässt – ob in spiritueller Art und wenn der Zeitpunkt gekommen ist oder vorzeitig in der von Ahriman entstellten Art. Heute lässt sich feststellen, dass die Verbindung von Mensch und Maschine in der schlechtestmöglichen Art zustande kommt. Elon Musk sagte, dass wir mit dem Smartphone in der Tasche bereits Cyborgs sind! In der nahen Zukunft werden intellektuelle Maschinen entstehen, die in einer Explosionsart noch intellektuellere Maschinen schaffen werden, die sich der Kontrolle durch den biologischen Intellekt entziehen und in Konflikt mit ihm geraten werden. Neulich haben die Techniker bei Facebook panisch Systeme abgeschaltet, denn die Maschinen begannen, sich in einer den Menschen unbekannten Sprache zu unterhalten und man konnte die eventuellen Folgen nicht einschätzen. Die Menschheit hat den Weg der Vernichtung des biologischen und psychischen Lebens eingeschlagen, ohne sie in höhere Formen zu metamorphosieren. In der Welt der Subgeschichte wird sich der Mensch noch weiter von der Moral entfernen, denn die dunklen Wesenheiten besitzen keine Moral. Im Mineralreich, in das das Bewusstsein des Menschen einziehen soll, gibt es auch keine Moral. Was ist in diesem Fall zu erwarten?

Putin erklärte, dass derjenige die Welt beherrschen wird, der den künstlichen Intellekt beherrscht. Konzerne, Regierungen und vermutlich auch Verbrecherkartelle gießen Unmengen von Geld in die Suche nach dem künstlichen Intellekt ein, wobei jeder von seinen eigenen, ich-basierten Interessen ausgeht. Unüberlegte wissenschaftliche Experimente, politische Kurzsichtigkeit oder ein einfacher Fehler bei der Verwendung des künstlichen Intellekts können den Planeten und die ihn bewohnende Menschheit wortwörtlich vernichten. Wie wir bereits hingewiesen haben, wird der künstliche Intellekt in der angestrebten Form nicht geschaffen werden können, doch es werden immer mehr neue „kluge“ Technologien mit unglaublichen Möglichkeiten erscheinen. Das wird zu grundlegenden Änderungen im sozialen Leben des Menschen führen. In den nächsten 20-30 Jahren wird die Hälfte der Berufe verschwinden und für die neuentstehenden Berufe werden Menschen notwendig sein, die die geeignete Erziehung und Ausbildung haben. Auf den Straßen der USA wurden bereits LKWs ohne Fahrer getestet. Der gesamte See- und Flusstransport wird auch ohne die direkte Beteiligung des Menschen verwirklicht werden. In Slowenien gibt es schon die erste Stadt, wo die Bezahlung durch Kryptowährung auf der Basis der Blockchaintechnologien erfolgt. Während die Atomwaffen eine hemmende Wirkung haben, so dass aus Angst vor gegenseitiger Vernichtung keine Regierung sich traut, sie zu benutzen, kann keiner die Verwendung des künstlichen Intellekts bzw. einer globalen Informationsstruktur kontrollieren, die niemandem zu  gehören scheint. Sind die Erziehung und Bildung diesen Herausforderungen gewachsen? Welche Veränderungen werden bei denjenigen Menschen eintreten, die unter den neuen Bedingungen arbeitslos geworden und vom Wettbewerb abgefallen sind? Werden die sozialen Systeme zusammenbrechen? Wer wird den Folgen der immer engeren Bindung des Menschen an die Wesen der Subgeschichte beikommen?

Es wird völlig offensichtlich, wie das Urphänomen des Bösen mit der Form eines umgedrehten Pentagramms, das nach 1933 sozialisiert wurde, die Menschheit planmäßig und systematisch unter seine Kontrolle bringt, indem es die Schritte erfüllt, die in der Zeitenwende mit dem Schmieden des vierten Nagels vorgezeichnet wurden. Mit der Entstehung des umgedrehten Pentagramms wirkt die Gegenintelligenz als ein radikales Böses, das den Menschen für immer vom Ziel der Götter abwenden kann.

Evropa

Die fünf Spitzen dieses Pentagramms, die die fünf okkultpolitischen Zentren der Weltmacht repräsentieren, führen „seltsame“ Bewegungen politischen, ökonomischen, religiösen u. a.  Charakters aus. Doch sie befolgen immer den Willen der luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesenheiten. Ihre Hauptvertretung auf der Erde bildet wahrscheinlich ein Triumvirat aus drei Päpsten – ein weißer (nicht der Papst in Rom), ein schwarzer und ein roter Papst. Sollten solche Päpste tatsächlich existieren, so stellen sie die Beziehung des umgedrehten Pentagramms zu den Widersachermächten her. Es müsste auch ein ihnen unterordneter „Rat der Fünf“ existieren, der die fünf Zentren der Macht repräsentiert. Außerhalb von ihm sind der Bilderberg-Club, die Trilaterale Kommission und ähnliche Organisationen, deren Mitglieder sich als eine Elite betrachten. Eigentlich sind sie ein Teil der internationalen Herde der Globalisten ohne höheres Ich. Doch selbst ihr niederes Ich könnten sie durch eine Symbiose mit der Maschine wegen Ahrimans Versprechen der Unsterblichkeit im Mineralischen verlieren.

Steiner hat gesagt, dass der Impuls des Katholizismus (Jesuitismus) bis zum Ende des 24. Jahrhunderts existieren wird, der Angloamerikanismus sogar bis zum Ende der fünften Wurzelrasse. Es ist auch möglich, dass nach der Begegnung mit Ahriman die drei Arten des Sozialismus – der nationale, internationale und der Rassensozialismus verschwinden und das umgedrehte Pentagramm sich transformiert, indem die Formen des Sozialismus durch etwas anderes ersetzt werden. Wie die zukünftige Verbreitung des Bösen aussehen wird, hängt in einem hohen Maß von der Teilnahme des Menschen an der „Vorstellung“ ab, die Ahriman inszenieren wird. Das Böse besitzt immerhin eine Substanz, es ist ein Teil der Welt und darf nicht ins Nichtdasein verwandelt, sondern es soll umgewandelt werden. Das Entwicklungsgesetz fordert, dass wenn ein spiritueller historischer Impuls auf dem äußeren Plan unterdrückt wird und nicht die Möglichkeit zur vollständigen Manifestation erhält, er innerlich aufersteht, indem er sich auf dem äußeren Plan auf der entgegengesetzten Seite in anderer Form und Zeit manifestiert. Es ist notwendig, diese Impulse in der Tiefe zu begreifen und sie in spiritueller Art zu überwinden. Deshalb muss die gegenwärtige Einweihung eine soziale Tatsache werden, anderenfalls wird der Mensch zu jenem „Lehm“ werden, aus dem die dunklen Wesen und ihre irdischen Vertreter alles nach ihrem Wunsch modellieren können. Trotz des massenhaften Verzichtes der Menschen auf ihr abstraktes Denken und dessen Übertragung auf die Roboter, besteht die Hoffnung, dass es immer Iche geben wird, die der allgemeinen Versuchung nicht erliegen, sondern sich für den entgegengesetzten Weg nach oben mittels des lebendigen Denkens einsetzen werden. Nur die Wahrheit wird uns frei machen! Sie gehört dem Ewigen und die Dunkelheit gehört dem Vergänglichen. Es ist Kampf für die Wahrheit, für den Geist der Wahrheit erforderlich. Durch das Wort, durch die Worte zu einem inneren Erleben des Geistes zu kommen – darin bestehen das Geheimnis der gegenwärtigen Einweihung und der Kampf für die Wahrheit.

Ich hoffe, dass wir uns mit den Worten dieser Vorlesung wenigstens ein bisschen dem Geist angenähert und einige Schritte auf dem Weg der Selbsteinweihung zurückgelegt haben, die die gegenwärtige Evolutionsaufgabe vor dem Menschen darstellt. Christus und Sein Sonnenantlitz Michael erwarten, dass wir diese Aufgabe meistern. Eine solche Selbsteinweihung führt zur Verbindung mit dem Geistesmenschen, den Christus auf der Sonne zurückgelassen hat, als Er zur Erde herabstieg. Auf diese Weise verbinden wir uns mit der Welt der Apokalypse, der Offenbarung und werden zu Mitarbeitern der Götter bei der Vorbereitung des neuen Entwicklungszyklus, der dem Vulkan folgen wird. Im anderen Fall wird uns die Apokalypse ihre andere, zerstörende Seite zeigen. Wenn die Liebe Gottes nicht in einer zeitgemäßen Art empfangen wird, wird sie als der Zorn Gottes erlebt. Niemand will diesen Zorn am eigenen Rücken erleben, oder?

[1] Vgl. von Halle, „Das Christliche aus dem Holze herausschlagen“, 2007, S.48ff.

[2] Ebd., S. 51

[3] Die Zivilisation ist der Ausdruck von drei Entwicklungsströmen – dem kulturhistorischen, der die Phänomenologie des Geistes in der Welt von Raum, Zeit und Materie darstellt, dem metahistorischen, in dem die Wesen der göttlichen Hierarchien wirken, und dem subhistorischen, in dem die zurückgebliebenen luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesen wirken. (vgl. Bondarew, Gennadij, „Makrokosmos und Mikrokosmos“, 2009, Bd.1, S. 16ff.)

[4] Vgl. GA 136, Vorlesung vom 08.04.1912

[5] Vgl. Gennadij Bondarew, „Makrokosmos und Mikrokosmos“, Bd.3, Kapitel 23

[6] Vgl. GA 208, Vortrag vom 06.11.1921: „Aber der Mensch muß wissen, daß das Leben ein gefährlicher Prozeß ist für den Menschen, und daß in den Untergründen des Lebens als eine Kraft, die notwendig gebraucht wird, eben durchaus das Böse vorhanden ist.“

[7] Vgl. GA 151, Vortrag vom 22.01.1914

[8] Immanuel Kant: AA IV, „Metaphysische Anfangsgründe“, S. 470

[9] In der Vorlesung „Die michaelische Methode der Beziehung zur geistigen Welt“

[10] SpezNas bezeichnet die Spezialeinheiten des russischen militärischen Nachrichtendienstes.

[11] Georgi Radev, „Der Meister spricht“, Sofia, 1939, „Christus“

Das Mysterium des Menschen und die Falle der Gender-Ideologie

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 24.03. 2018 im Begegnungszentrum

„Harmonia“ – Varna

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Unser heutiges Treffen findet am Vorabend des ersten Ostertages nach der vergangenen dreijährigen Periode statt, in der 30 große Vorlesungen gehalten wurden. Diese Vorlesungen umfassen inhaltlich die Hauptthemen im geistigen Leben des Menschen. In der heutigen Vorlesung wird der Versuch unternommen, das Vorgetragene gewissermaßen zusammenzufassen. Wir werden auch eine Beziehung zu dem ernsthaften Skandal herstellen, welcher nach Neujahr in Bulgarien im Zusammenhang mit der geforderten Ratifizierung eines Papiers des Europarats durch das bulgarische Parlament entflammt ist. Das besagte Papier ist unter dem Namen Istanbul-Konvention bekannt geworden. In ihm geht es um die Frauenrechte, doch in einige Artikel hat sich die aus den USA stammende soziale Gender-Theorie eingeschlichen. Diese Theorie hat sich in den westlichen Gesellschaften längst in eine praktizierte Ideologie verwandelt. Doch zu der Überraschung vieler Beobachter hat das bulgarische Volk starken Widerstand gegen die Konvention geleistet. Das bulgarische Parlament hat die Konvention zurückgezogen und dem Verfassungsgericht übertragen, das eine Auslegungsentscheidung treffen soll.

Die Diskussion, die in der bulgarischen Gesellschaft entflammte, entfaltete sich hauptsächlich in der staatlich-rechtlichen Sphäre der sozialen Dreigliederung und die schwachen Versuche, über das Problem im geistigen Sinne nachzudenken, beschränkten sich auf die Erinnerung daran, dass Gott den Menschen in zwei Geschlechtern geschaffen hat und wir uns in Sein Werk nicht einmischen dürfen. Die Angst der Menschen kommt eigentlich aus der Möglichkeit, dass die Gender-Ideologie die Schulen unterwandert und die zarte Psyche von Kindern schon von frühester Kindheit an beschädigt.

Heute werden wir diese Frage vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus beleuchten und nach dem Ausmaß der Schäden suchen, die eine eventuelle zukünftige Ratifizierung dieser Konvention mit sich bringen könnte, falls es solche Schäden gibt. Im Zusammenhang damit werden einige neue okkulte Tatsachen mitgeteilt, die bei der Vorbereitung der vorliegenden Vorlesung empfangen und gedanklich erfasst wurden. Zwei dieser Tatsachen hängen unmittelbar mit der bevorstehenden Inkorporation Ahrimans zusammen.

Wenn wir über Ahriman reden, müssen wir unbedingt erwähnen, dass in den letzten Tagen ein namhafter irdischer Vertreter von ihm über die Schwelle gegangen ist – Stephen Hawking. Die Menschheit hat ihn zum genialen Astrophysiker erklärt, doch seine „Genialität“ fußt auf der reflektierenden Bewusstseinsform und hat daher keinerlei Wert für die Hierarchien von den Engeln bis zu den Seraphim. Mit dem Tod des physischen Gehirns bleibt von den toten Theorien über den Aufbau des Weltalls nichts für die Ewigkeit. Die Person, die diese Theorien formuliert hat, steht in der übersinnlichen Welt völlig verwüstet und leer Christus entgegen, sie begibt sich in die dunkelsten Bereiche des Kamaloka, um dort mit ihrer des physischen und ätherischen Leibes entkleideten Seele den Wahnsinn zu erleben, dem die eigene Seele auf der Erde gedient hat. Dagegen lässt sich die Aufmerksamkeit der Hierarchien mit demjenigen auf sich ziehen, was wir jetzt besprechen werden.

Zur Vertiefung in das angebotene Thema müssen wir uns zuerst zur Urquelle des menschlichen Mysteriums erheben und nach der Hauptidee suchen, die diesem Mysterium zugrunde liegt. Erst dann werden wir unseren geistigen Blick auf die besagte Ideologie richten können und sie in das grandiose Tableau der Weltentwicklung einzeichnen.

Wie wir schon darüber mehrmals gesprochen haben, hat sich das gesamte Weltall nach Abschluss des vorherigen Evolutionszyklus, der unter dem Zeichen des Vatergotts verlaufen ist, zur „Auflösung“ in das Große Pralaya erhoben. Dieses Pralaya können wir Mahaparipralaya nennen. Dort wurde eine Bilanz des Erreichten gezogen und die Hauptidee des zukünftigen Zyklus formuliert. Zudem wurden im Mahaparipralaya die Gesetze angelegt, die die Erfüllung des neuen Plans bzw. der neuen Idee gewährleisten. Dort – am Väterlichen Weltengrund, den wir kurz Gott nennen werden -, hat alles begonnen. Nachdem Gott entschieden hatte, sich wieder zu offenbaren, hat Er den Zustand des Mahaparipralaya in einer Offenbarung verlassen, die in drei Etappen, für Ihn jedoch wie in einem Augenblick, verlaufen ist. Im Orient wird die Offenbarung Mahaparinirvana genannt, aber das ist noch keine Evolution. Auf der ersten Etappe offenbart Gott sich selbst in Beziehung zu sich selbst. Ob das Absolute ein Ich ist, können wir nicht wissen, denn Es wird im Ich eingeschränkt. Doch es steht außer Zweifel, dass Es sich als Ich manifestiert hat, denn hier gilt unbedingt Fichtes Satz „Ich bin Ich“.

Bis zum Augenblick Seiner Offenbarung ist Gott ein Objekt und in der Offenbarung manifestiert Er Sich als ein verinnerlichtes Subjekt, als ein Ich-bin. Das machte den Anfang-Christus innerhalb Seiner Anfanglosigkeit. Aus der Einheit der Eins auf der ersten Etappe gehen wir zum ersten Mal während der Gleichheit zur Trennung über. Aus der Einheit der Eins in der ersten Etappe gehen wir zu der Trennung der Zwei in der zweiten Etappe über. Während der dritten Etappe tritt Gott in eine Beziehung zu sich selbst ein, nachdem Er den Anfang bereits gesetzt hat, als Er sich in Seinen drei Hypostasen Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiligen Geist offenbart hat. Sie bleiben aber für all diejenigen Wesen unerkennbar, welche aus dem Pralaya-Zustand im erschaffenen Weltall auftauchen sollten. Die drei Hypostasen sind wesensgleich in der Subjektivität des bewussten Allbewusstseins des Gottes, der ihre Einheit darstellt. Doch wenn sie in der Einheit bleiben würden, ohne sich einander gegenüberzustellen, würde der neue Zyklus der Evolution unmöglich sein. Die Trennung ist dem neuen Zyklus uranfänglich angelegt worden, damit jenes Wesen mit einem freien Willen erscheint, in dem sich als eine Entwicklungspotenz der uranfängliche Gott selbst manifestieren kann.

Die drei Hypostasen treten zu einer Manifestation nach außen heran – in der Geisteswissenschaft ist vom Ersten, Zweiten und Dritten Logos die Rede, die sich als die Atma-, Buddhi- und Manas-Prinzipien manifestieren. Jeder von ihnen stellt ein Prinzip der Einheit in der Evolution für sich dar. Doch innerhalb des Zyklus wird die oberste Einheit von Christus gewährleistet – dem Träger des Ich-bin-Prinzips, welches Er von Gott selbst erhalten hat. Atma, Buddhi und Manas mussten als Substanz, Leben und Idee zutage treten, damit das Physische, Ätherische und Astrale der neuen Welt erschaffen werden konnten. Die Schöpfung begann als ein Kreis, der die göttliche Unendlichkeit symbolisiert. In den Mittelpunkt des Kreises können wir einen Punkt setzen, der das „Alles-in-jedem“-Prinzip zum Ausdruck bringt. Das ist die Art des bewussten Allbewusstseins, das sich gleichzeitig in jedem Punkt seines Seins manifestiert. Unter einem Sein müssen wir im Hegelschen Sinne das Bewusstsein verstehen.

Der Kreis und der Punkt befinden sich in einer polaren Inversion zueinander. Wenn aber nur dieses statische Symbol bleiben würde, wäre keine Entwicklung da, deshalb zieht sich der Kreis zu einer Ellipse zusammen. An die zwei gegenüberliegende Enden stellen sich der Gott-Vater und der Gott-Heilige Geist und die Linie, die Beide verbindet, stellt eine Art äußere Einheit in Gott dar. Aber sie werden auch zu einer inneren Einheit zusammengezogen, die sie erlangen, wenn sich die Ellipse in eine Lemniskate verwandelt. Die Lemniskate besteht aus zwei Schlaufen, die sich in einem Schnittpunkt vereinen. In den Punkt der Begegnung stell sich der Gott-Sohn. Die drei Logoi sind vorhanden und Atma, Buddhi und Manas können sich als Substanz, Leben und Idee manifestieren. Aus der Begegnung der Substanz und Idee entstehen im Leben jene Formen mit Bewusstsein, die die evolutionsmäßigen Lebensformen im Zyklus darstellen. Die Lemniskate ist endlos wie der Kreis, allerdings in Hinblick auf die in ihr endlos stattfindenden Metamorphosen der Substanz in immer neuen Formen, in die der Gott-Sohn Leben legt. Die Substanz des Gott-Vaters ist unendlich opferbereit. Sie ist bedingungslose Liebe, die unter dem Einfluss der Idee (des Heiligen Geistes) alle möglichen Formen annehmen kann. Substanz und Idee sind die beiden „Hände“ Gottes, der Leben in die erschaffene Form direkt aus sich über Christus legt, den er zum Allerhalter des Zyklus gemacht hat. Im Mittelpunkt der Lemniskate zieht sich die Substanz – also das bewusste Allbewusstsein – zusammen und wird von den Hierarchiewesen verinnerlicht, die dort das Leben ihres Ich-Selbstbewusstseins erhalten.

Die Entstehung des Ich ist das wahre Wunder der Schöpfung. Nachdem der Gott-Vater sein Opfer dargebracht hat, bleibt Er in den Himmelshöhen und die Substanz begibt sich als reiner Wille in linearer Form zu unaufhörlichen Metamorphosen von der Idee. Als Träger der „ewigen Gottmenschlichkeit“ (nach Nikolay Lossky) – des Ich-bin-Prinzips -, steigt der „himmlische Mensch“ Christus die Stufen der Evolution herunter, indem Er sich mit diesen gleichsetzt. Aber Er überlässt es den Wesen, das Lebensprinzip auf diesen Evolutionsstufen zu personalisieren, indem Er das Leben des Welten-Ich in eine Beziehung zum Leben der Ich-Wesen setzt. Christus ist der Anfang – das Wort – und nur derjenige kann eine Beziehung zu Ihm aufbauen, der den Prozess der schöpferischen Ich-Verwandlungen, die Metamorphose des Geschehenden liebt und daher immer im Zentrum des Anfangs, im Zentrum der Verwandlungen und in der Dynamik des Gegenwartsmoments verweilt! Das Ich, das einmal schon erlangt wurde, ist unzerstörbar. Es zeigt sich lediglich in immer neuen Formen. Die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts stellt eine Hinaufhebung des niederen Ich des Menschen als eine Bewusstseinsform zu einer anderen Form dar, die der heutigen apokalyptischen Zeit angemessen ist. In ihr befindet sich das Ich am Anfang von etwas einmalig Neuem, das mit der Dynamik des Gegenwartsmoments völlig synchron ist. Die Evolution ist die Entfaltung der Idee des Zyklus in neue Formen und die Synthese ist die heutige Menschenform, in der die Verinnerlichung der beiden erwähnten Impulse ihre Erhebung vom niederen zum höheren Ich, von der einen zu der anderen Schlaufe der Lemniskate etwas völlig Neues, Verschiedenes darstellt. Auf einer weiteren Stufe wird das äußerlich Entfaltete wieder verinnerlicht, um dann zu einem neuen Äußerlichen usw. bis zur Unendlichkeit überzugehen. Es waren dreieinhalb Äonen des Zyklus notwendig und die Hierarchien mussten enorme Kräfte in die Heranbildung des Menschen investieren, damit seine heutige Beschaffenheit erreicht werden konnte. So kam es zum von Rudolf Steiner für Ende des 20./ Anfang des 21. Jahrhunderts vorausgesagten Heiligen Impuls, der einzig in der Lage ist, das geistige Leben der Menschheit und die Zivilisation selbst zu retten. Wie wir wissen, wurde dieser Impuls bereits von Bulgarien ausgestrahlt und wirkt im Bewusstsein vieler Menschen auf der Welt.

Wie kam es zum gegenwärtigen Entwicklungsstand unserer Evolution? Die Antwort auf diese Frage wird uns die Wahrheit über die zukünftigen Aufgaben des Menschen aufdecken und auf die Gefahren hinweisen, die bei ihrer Bewältigung lauern.

Die Seraphim waren die ersten, die aus dem Pralaya erwachten, um von Gott-dem Heiligen Geist die Idee für den neuen Zyklus zu empfangen. Gemeinsam mit den Cherubim, die nach ihnen erwachten, haben sie das Weltall in Form eines Kreuzes strukturiert. Bei diesem Kreuz wird die Waagerechte aus der Gegenüberstellung zwischen Atma und Manas gebildet und Christus holt als Gott-Sohn das Buddhi-Prinzip in das Ich herunter. Der Gott-Vater hat das Kreuz über die Geister des Willens aufopfernd mit der Substanz ausgefüllt. Diese Substanz stellt die Einheit der göttlichen Offenbarung, des bewussten Allbewusstseins und des Willens Gottes dar, sich selbst zu offenbaren. Es begann der Evolutionszyklus, der im Verlauf der Äonen allmählich eine Kelchform annehmen sollte.

Die Substanz ist kein Stoff, sie ist auch nicht der Inhalt der Form, sondern ein Bewusstsein, das die Hierarchiewesen in sich verinnerlichen. Das bewusste Allbewusstsein, das die Geister des Willens geopfert haben, ist nicht das Atma des Gott-Vaters, sondern die Atma-Form, die sie im vorherigen Zyklus erhalten haben. Ihr Ich hat sich als „seelische Wärme“, als ein „neutrales Weltenfeuer“ manifestiert, das sich in der höchsten Astralität befindet. Aus diesem „qualitätlosen“ Willen sollte das physische Prinzip im Weltall in Erscheinung treten.

Hier müssen wir uns an ein Notizbuch Steiners wenden (D 16), in dem er über die Beziehung des Menschen zur Heiligen Trinität schreibt: „Gott liegt als Vater dem physischen, ätherischen und astralischen Leib zugrunde, als Sohn liegt Er dem ätherischen und astralischen Leib zugrunde und als Heiliger Geist liegt Er dem astralischen Leib zugrunde.“ Demnach sind der Äther- und der Astralleib, in denen der Vater wirkt, unterschiedlich von denjenigen, in denen der Sohn wirkt. Der Astralleib enthält auch eine dritte Ausprägung, in der der Heilige Geist wirkt. Es stand die Heranbildung des Menschen in komplizierter Art bevor. Das bewusste Allbewusstsein, das die Geister des Willens auf dem alten Saturn ausgestrahlt hatten, war in der Lage, sich bis zur Stufe zusammenzuziehen, auf der es sogar das Nicht-Sein des Bewusstseins, also das unbewusste Allbewusstsein, erfasst, das damals in Form der Wärme entstanden war. Aus der Gegenüberstellung der beiden erschien das mächtige Spannungsfeld, das die Evolutionsentwicklung vorantreibt. Das bewusste Allbewusstsein war „reines Sein“ (Bewusstsein) und die Wärme erschien als „vorhandenes“ Sein. Aus der Wärme bildete die Idee den ersten Keim des menschlichen physischen Leibes in Form „ätherisch-physischer Kugeln“. Jeder der heutigen Menschen besaß eine eigene Kugel, eine eigene Form. Sie schien von den astralischen Höhen des neutralen Weltenfeuers durch das Ätherische zu der eigenen physischen Umgebung „verdrängt“ worden zu sein. Dabei wurde sie zu etwas völlig Neuem in der Evolution. Wir sehen, wie das physische Prinzip als ätherisch und astralisch in Erscheinung treten kann.

Der Ätherplan des alten Saturn war noch nicht in die vier Ätherarten differenziert, die wir im gegenwärtigen Äon der Erde kennen. Der Ätherstrom war in den höheren Sphären einig, er umschlang den alten Saturn, während in seinem Inneren wegen der menschlichen Wärmemonade nur der Wärmeäther erschien. Uns ist aus der Anthroposophie bekannt, dass im Punkt, in dem der physische Leib des Menschen sich mit dem Ätherleib verbindet, der Geist in Materie bzw. die Materie in Geist umgewandelt wird. Wir können zwar von Materie im Zusammenhang mit dem alten Saturn noch nicht sprechen, da es noch keinen Raum gab – laut Steiner ist ja die Materie das, was sich in den Raum ausbreitet. Damals war das erste Element des menschlichen physischen Leibes vorhanden – die Wärme. Das war die einfachste Idee vom Menschen. Das Physische ist eine Form der universalen Substanz des Zyklus, es gehört zur Entfaltung der einigen Weltidee als erschaffenes Weltall. Zuerst hat sich das Physische mit dem Wärmeäther verbunden.

Hier ist es angebracht, etwas in Bezug auf das Ätherische zu erläutern, damit wir das Wesen der Form begreifen können. Im irdischen Äon besteht unser physischer Leib aus vier im alchimischen Sinne verstandenen Elementen – Wärme (Feuer), Luft, Wasser und Erde. Sie werden von den vier Ätherarten durchdrungen – dem Wärme-, Licht-, Klang- und Lebensäther. Die Aggregatzustände, in denen wir physisch existieren, sind bekanntlich die Zustände des Hitzenden, Gasförmigen, Flüssigen und Festen. Die Letzten bilden die Stofflichkeit unseres physischen Leibes, dessen Baumeister der Ätherleib ist. Steiner bezeichnet den Ätherleib jeweils anders, abhängig von den ausgeübten Funktionen. Wenn er ihn einfach als den ‚Ätherleib‘ bezeichnet, meint er eher seine Stofflichkeit, wenn er ihn als den ‚Lebensleib‘ bezeichnet, unterstreicht er die vom Ätherlieb zustande gebrachten Lebenstätigkeiten. Wenn er ihn als den ‚Bildekräfteleib’ bezeichnet, betont er dessen formende, bauende Funktionen. Letztere kommen aus der Welt der Urbilder (der Vorsehung) jenseits des Tierkreises. Sie können einerseits „bauen“, d.h. sie treten in ätherischer Erscheinungsform auf, andererseits können sie auch formen, d.h. sie treten in astralischer Erscheinungsform, als Idee auf. Ihre Gesamtwirkung kommt vom Logos, also von Christus. Sie überqueren bestimmte Bereiche des Tierkreises und bewirken die Erscheinung der von der Weltidee abgesonderten Ideen der Wärme, Luft, Erde und des Wassers. In Abhängigkeit von diesen Ideen teilt sich der einheitliche Weltenstrom in vier Ätherarten. Aus der gemeinsamen Tätigkeit von Ideen und Ätherarten entstehen die vier Aggregatzustände der vorhandenen Stofflichkeit. In den einzelnen Äonen kommen Element und Äther als ein Paar zur Geltung. Steiner nennt die Äther „Universalkräfte“, die nach der Peripherie streben. Wenn sie sich selbst überlassen sind, schaffen sie keine Formen, sondern unterziehen die Materie einer Auflösung. Die Elemente nennt Steiner „Zentralkräfte“, denn sie streben zum Zentrum der Erde. Aus ihrer Zusammenwirkung und unter dem Einfluss der Kräfte, die aus dem Tierkreis und aus unserem Planetensystem kommen, werden die Formen während der Evolutionsentwicklung erschaffen.

Eine solche Form besaß auch die menschliche Wärmemonade auf dem alten Saturn. Steiner hat sie ‚das Phantom des physischen Leibes‘ genannt. In sie haben die Geister des Willens ihr Ich, ihr Atma als unseren keimhaften Geistesmenschen eingeprägt. Das Phantom ist also einerseits eine Substanz, ein Bewusstsein, ein Geistesmensch, andererseits ist es eine Form, Idee oder ein realer Gedanke in der Außenwelt. Wiederum andererseits ist es eine Manifestation des Ätherischen, des Lebens, denn es hält die Stofflichkeit in sich auf, die wie ein Fluss durch das Phantom fließt und sogar unser Knochensystem durchdringt. Diesem komplizierten Gebilde liegt der Geistesmensch zugrunde, aber es stellt eigentlich die Manifestation der ganzen höchsten Trinität dar, welche das Weltall und den Menschen im Weltall aufbaut.

Die Hierarchiewesen waren nicht im Klaren darüber, welche Form die Wärme des alten Saturn zukünftig annehmen würde. Da der Raum fehlte, waren Wärme und Wärmeäther nicht getrennt, sondern sie existierten in der Zeit. Die Zeit war ihre Existenzform, aber der Wärmeäther ist die „entstehende Zeit“, die mit der Zukunft zusammenhängt. Deshalb sind die Geister der Zeit hervorgegangen. Dagegen ist das Wärmeelement die „vergehende“ Zeit, die mit der Vergangenheit zusammenhängt. Vom alten Saturn aus nahmen beide in zwei entgegengesetzte Richtungen ihren Weg. Die Idee der Wärme ging abwärts und zu einer Metamorphose in die Ideen der Luft, Erde und des Wassers, während der Wärmeäther sich zum Licht-, Ton- und Lebensäther erhob. Sie sind wie ein Plus- und ein Minuszeichen und ihre Trennung geschah in Übereinstimmung mit der Trennung der Hierarchiewesen, die bis zum Beginn der Evolution in einem einheitlichen Strom verweilten. Als aber die Schaffung des Weltalls begann, folgten manche von ihnen dem Weg der Wärme, der ersten Nichtsubstanz je nach der Richtung der Ersten Intention, die Gott selbst bestimmt hatte. Diese erste negative Substanz, die der Keim unseres physischen Leibes bildete, hat sich im Laufe der Äonen mit der ätherischen und astralischen Substanz verbunden, die andere, durch Gott-Sohn und Gott-den Heiligen Geist manifestierte Formen des einigen bewussten Allbewusstseins Gottes bildeten. Nach einer großen Anzahl von Metamorphosen durch verschiedene Formen hat die kolossale Spannung zwischen dem Geistesmenschen und der Wärme in der menschlichen Monade die erste Form des Ich-Selbstbewusstseins in ihr hervorgebracht. Das geschah im Sinne der erwähnten Ersten Intention, die sich im „Aufstieg durch Herabstieg“ ausdrückt. Von hier, vom Punkt des niederen Ich, welches im sinnlichen Teil des einheitlichen sinnlich-übersinnlichen Weltalls erlangt wurde – dem Kreis des Weltalls -, kann das Weltsubjekt nur zu sich selbst zurückkommen. Das ist auch die Aufgabe der menschlichen Entwicklung. Der Weg des Herabstiegs bis hierhin können wir den ‚Erdenstrom der Evolution‘ nennen.

Ein anderer Teil der Hierarchiewesen begann, nur den Strom des Aufstiegs (ohne Herabstieg) zu begleiten, der aus dem vorherigen Entwicklungszyklus kommt und der Zweiten Intention des Gottes in unserem Zyklus folgt. Wir bestimmen ihn als den ‚Sonnenstrom‘. Er umhüllt wie mit einer geistigen Atmosphäre den irdischen Hauptstrom. Im Laufe der Evolution entsprang dem Erdenstrom ein weiterer Strom, in dem der Herabstieg nicht zum Aufstieg führt, sondern zum immer weiteren Zurückbleiben und zur Entstehung des Bösen. Das ist der sog. ‚Mondstrom‘. Die Richtungsänderung der Ersten Intention zur Zweiten im manifestierten Manvantara konnte nur Gott bewirken, der aus dem Pralaya zum sinnlichen Teil des Weltalls herabsteigen sollte. Doch bis zu diesem entscheidenden Moment der Entwicklung führte ein langer Entwicklungsweg.

Steiner hat nicht gesagt, dass das Opfer der Geister des Willens, das sie am Anfang des alten Saturn dargebracht haben, abgelehnt worden ist. Daher kann man schließen, dass dieses Opfer in gewissem Sinne ihr gemeinsames Werk war. Trotzdem ist die Substanz aber nicht zum „Sonnen-Aufstieg“ des Bewusstseins hinaufgeströmt, sondern zur Verinnerlichung durch die Wesen herabgeströmt. Die Geister des Willens selbst haben diese Umkehr nach unten bewirkt, indem sie der Ersten Intention Gottes folgten. Wir vertreten die Ansicht, dass einer von ihnen Sorat war, der damals das Bewusstsein eines Formgeistes während des Erdenäons hatte. Sorat hat sich nicht gegen das Ich-Prinzip gestellt, das die Wesen während der Evolution erlangen bzw. erhöhen sollten, denn er selbst nimmt an der Aufopferung des „reinen Willens“ teil, die dieser Erlangung bzw. Erhöhung zugrunde liegt. Er hat sich nicht gegen sich selbst gestellt, denn er erfüllte den durch den Gott-Vater manifestierten Willen Gottes. Stattdessen widersetzte er sich einer anderen Bewusstseinsform, die auf die spätere menschliche basiert.

Wie bereits erwähnt, wussten die Hierarchien nicht, wie sich die Form der menschlichen Monade später entwickeln würde, doch sie hatten die richtige Absicht, die Weltidee zu verwirklichen. Das Ergebnis sollten sie am Ende sehen. Nach dem „Stresstest“ auf dem alten Saturn wurde die Schöpfung in das Pralaya erhoben und aufgelöst, um das Ausmaß der Anziehung zu den niedrigen Sphären der uranfänglichen Opfersubstanz zu erfassen und die Gesetze anzulegen, nach denen ihr „Verlauf“ durch die Weltstrukturen weitergehen sollte.

Am Anfang des Äons der alten Sonne haben die Geister des Willens, die vom Standpunkt des Erdenäons aus betrachtet bereits das Bewusstsein von Geistern der Bewegung hatten, das vorherige Opfer wiederholt. Diesmal wurde das Opfer von den Cherubim abgelehnt und die Wirkung der Ersten Intention ist unverzüglich in Erscheinung getreten. Bisher wissen wir nicht, ob Sorat das Bewusstsein eines Geistes der Bewegung erlangt hat. Wahrscheinlicher ist es, dass er auf der Stufe eines Formgeistes geblieben ist, wobei er innerlich trotzdem in der Erwartung der geeigneten Zeit zur sichtbaren Einmischung in die Entwicklung eine Evolution durchgemacht hat. Der von den Geistern des Willens ausgestrahlten Atma-Substanz hat der Gott-Sohn bewusst sein bewusstes Allbewusstsein beigegeben – sein Buddhi-Prinzip in Form des von den Geistern der Weisheit beherrschten Lebensgeistes. Die Wärmemonade hat das Prinzip des Ätherleibes erhalten, das Leben, das dem Äon und Zyklus angepasst war. Während sie auf dem alten Saturn eher das ewige Leben des vorherigen Zyklus des Vaters in einer uns unbekannten Art führte, hat unser Zyklus des Sohnes auf der alten Sonne sein eigenes Leben erhalten. Christus stellte sich zwischen die Erste und Zweite Intention, indem Er seine Tätigkeit in Verbindung mit ihnen entfaltete. Die Urform (das Phantom) unseres physischen Leibes hat sich auch mit dem Luftelement (der Idee) auf die gleiche Stufe gestellt. Aus der Metamorphose der Wärme ist schnell der Lichtäther erschienen und der fehlende Raum (der Nullraum) des alten Saturn wurde durch den eindimensionalen Raum ersetzt. In ihm sollten sich später eindimensionale Wesenheiten entwickeln: Dieser Art sind das Licht und die Luft. Sie sind lineare Wesenheiten, die organisches Leben hervorbringen. Das Prinzip des Lebens hat das Auftauchen einer gewissen Empfindlichkeit verursacht, wenn es als Lichtäther in Erscheinung tritt. Deshalb traten wir Menschen in unsere Pflanzenstufe der Entwicklung ein. Wir haben damals noch nicht unseren ganzen Ätherleib erhalten. Vielmehr ist ein Teil des Ätherleibes in eine unzertrennliche Verbindung mit dem physischen Leib eingetreten. Doch das war ausreichend, damit in der Monade ein biologischer Prozess in Gang gesetzt werden konnte. Wir hatten uns bereits von der Nullform des Bewusstseins getrennt, das dunkle Phantom wurde innerlich erhellt und die Geister der Weisheit prägten ihm ihren Lebensgeist keimhaft ein. Diesen sollte der zukünftige Mensch später verinnerlichen, d.h. in seinem Ätherleib bewusst erkennen.

Im Äon des alten Mondes ist das Atma auf die Stufe des Manas herabgestiegen, als der Gott-Heilige Geist über die Seraphim und die Geister der Bewegung die menschliche Monade mit einem eigenen Astralleib beschenkte. Die Stofflichkeit hat sich bis zur Idee des Wassers verdichtet und es erschien der Klangäther, der mit dem Denken zusammenhängt. Die Geister der Bewegung haben unserem Astralleib den Keim des Geistselbst eingeprägt. Zudem haben sie unserem Astralleib den Keim unserer Empfindungsseele eingeprägt und dem Ätherleib – den Keim der Verstandesseele, die jedoch dort astralisch lebte. Wir haben auf dem Wege der Evolution drei Leiber erhalten und die Seele wurde der Senkrechten entlang heruntergeholt, sie war keine Frucht der Evolution. Deshalb hatte der Mensch keine ererbte Beziehung zu ihr, obwohl sich in den vorherigen zwei Äonen gewisse seelische Keime in den Leibern beobachten lassen. Eine Einstellung zu der Seele hat der Mensch erst später durch ihre Verinnerlichung entwickelt.

Warum haben die Hierarchien all dies auf dem alten Mond bewirkt, was ein psychisches Leben in der Monade verursacht hat? Weil damals die kosmische Intelligenz des Zyklus in Gang gesetzt wurde – die Lage und Beziehungen der Hierarchiewesen zueinander. Bis zum Äon des alten Mondes wurde sie durch die einheitliche Idee der Welt vorbestimmt, also von außen. Diese Idee hat die Wesen an ihre Plätze gestellt und durch sie ihre höhere Tätigkeit verwirklicht. Die dem Zyklus immanente Evolution begann erst jetzt mit eigenem kosmischen Denken, eigenem Leben und eigenem Licht in der Substanz. Die ursprüngliche Natur des Klangäthers ist harmonisierend. Das Harmonisieren verwirklicht die kosmische Intelligenz. Zudem ist der Klangäther auch Zahlenäther und er führt zur Entzweiung und Symmetrie (links und rechts), zum Bruch, zur Teilung und Vervielfältigung. Die kosmische Intelligenz hat sich in viele Wesen „zerkleinert“, die eigenes „Denken“ hatten. Das hat die Entstehung eines dritten Evolutionsstroms bewirkt – des Mondenstroms der Zurückbleibenden. Der Herabstieg des Menschen hatte die Aufgabe, zum Aufstieg des Ich zu führen, aber der Herabstieg der hierarchischen Wesen führt zum Zurückbleiben, nachdem manche in den früheren Äonen das Ich-Prinzip im Sinne des Sonnenstroms nicht erlangen konnten. Sie haben die Substanz in egozentrischer Art verinnerlicht und im Verlauf der Entwicklung eine kolossale Macht angesammelt, um sich Gott zu widersetzen. Es lässt sich feststellen, dass die drei Evolutionsströme sich auf dem alten Mond endgültig herausgebildet haben, damit sich die Schöpfung wieder ins Pralaya erhebt und die „partielle“ Idee des Erdenäons aus der allgemeinen Idee des Zyklus heraustritt.

Am Anfang des Erdenäons war die Menschheit, die auf der Stufe der Wärme lebte, von einer gemeinsamen ätherisch-astralischer Aura umhüllt. In dieser gemeinsamen Astralität, die wir viel später „Paradies“ genannt haben, hat sich der „Allmensch“ Adam auf seinen Niederstieg zu den dichteren Bewusstseinssphären vorbereitet. Die Verdichtung des Geistes entwickelt sich vom Astralen zum Ätherischen und erst dann zum Mineralischen. Auf diesem Wege wird die einheitliche dreigliedrige Seele der Menschheit als Mittlerin zwischen Geist und Leib herangebildet. Die Empfindungsseele erschien unmittelbar nachdem der Astralleib der Geister der Bewegung sich bis zum Lichtäther verdichtet hatte. Die Verstandesseele erscheint nach der Verdichtung des Ätherleibes der Geister der Weisheit bis zum Klangäther. Die Bewusstseinsseele hat den Weg zum Menschen dank der Tätigkeit der Formgeister erst im Erdenäon gefunden. Wäre sie auf dem alten Mond aufgetaucht, wäre der Zyklus schon damals zu Ende gewesen, aber dann hätte sich die Dreiheit nicht zur Vierheit erhöht und es wäre der Beginn eines neuen Zyklus notwendig gewesen. Die ganze Seele war damals ein hochgeistiges Bild der Tätigkeit dieser Hierarchien, das die Ergebnisse der drei vorherigen Äonen und die aus dem Pralaya hinzugefügten Keime der Aufnahme des Ich enthielt. Als die Seele in Jahves Sphäre herabgestiegen war, kleidete er sie in einen Astralleib wie in eine individuelle Hülle, die in sich die ganze zukünftige Menschheit enthielt. Das war im Wesentlichen die Schaffung Adams. Die Bewusstseinsseele ist die „Festung“ des Individuellen im Menschen und sie ist mit dem Auftauchen des vierten Elementes der Erde erschienen. Dieses Element hängt mit der Geburt des Ich-Selbstbewusstseins im Menschen zusammen. Der Astralleib hat sich in drei Seelen zerteilt. Als die Bewusstseinsseele soweit entwickelt war, dass sie einen passenden physischen Leib formen konnte, schenkten die Formgeister dem Menschen den Funken des Ich, damit das Ich zur höheren Einheit der Seele werden konnte. Ursprünglich war die Seele einheitlich, doch später hat sie sich in drei Archetypen aufgeteilt. Sie kann vom Menschen nach und nach in seinen Leibern verinnerlicht werden, um den Weg zum dreigliedrigen Geist zu finden, den die Geister des Willens, der Weisheit und der Bewegung in den früheren Äonen angelegt haben.

Von den Formgeistern haben wir nur die Form des Ich, ohne Inhalt und wie eine für unseren physischen Leib äußerliche Einheit erhalten. Das war eine Gruppenform, die die ganze Menschheit umfasste. Der vom Menschen kompliziert ausgebaute physische Leib hat sich innerlich als die Summe der vier Elemente manifestiert, die irdisch spezialisierte Formen der Weltidee darstellen und von den vier Ätherarten belebt werden, die irdisch gebrochene Wirkungen des Weltlebens darstellen. Mit dem Erscheinen des Erdenelements und der Aschenbildung kam auch der Lebensäther auf. Im Unterschied zu den restlichen Ätherarten, die ein Geschenk des Gott-Sohnes sind, ist der Lebensäther der Christus-Äther in uns, der die Ich-Formen erzeugt. Einerseits wirkt er auf die einzelnen Teile verinnerlichend, aber andererseits geschieht diese Wirkung im Sinne des Ganzen, der Einheit. Während der Wärme- und der Lichtäther, die jeweils aus der Saturn- und Jupiter-Sphäre herabsteigen, zentrifugal wirken und uns von der Erde trennen, erdet uns der Klangäther, der vom Mars herabsteigt, zentripetal. Zwischen diesen Polen wirkt der Lebensäther von der Sonne aus harmonisierend und im Sinne des Ganzen.

Dieses Ganze ist die Pentagramm-Idee, die sich im Pralaya befindet und ständig durch unseren Ätherleib in den Erdenäon als ein Strom von Ätherkräften hineinwirkt, die an der Schaffung des menschlichen Phantoms teilnehmen. Unser heutiges Phantom ist das Ergebnis der Zusammenwirkung des Physischen, Ätherischen und Astralen, der Substanz, des Lebens und der Idee unter den Bedingungen unserer irdischen Existenz. Nach einer umfangreichen Evolutionsentwicklung musste das Phantom zum äußeren Ausdruck des vom Menschen erlangten Ich-Selbstbewusstseins werden. Wie bereits erwähnt, wird die innere Einheit im Leben des Geistes erreicht. Der Herabstieg der menschlichen Monade als ein Apparat zwecks Widerspiegelung des Weltlebens führte zur Entstehung eines eigenen Wesens in der Monade, die mit ihrem Widerspiegelungsapparat in der gleichen Art wie bei den Hierarchien dienen sollte. Doch das geschah zunächst nur in der physisch-astralen Organisation und die Frucht des höheren geistigen Lebens des Individuellen – also die Frucht des Lebensbaums – wurde nicht gekostet. Der Mensch musste niedersteigen und eine innere Einheit erlangen und erst dann zu einer tatsächlichen Individualisierung übergehen, die nur ein individuelles, von den anderen abgesondertes Leben liefern kann.

Die Geister der Form haben ihre Ich-Form während der lemurischen Wurzelrasse ausgestrahlt, als die Sonne sich längst von der Triade Sonne-Erde-Mond abgespalten hatte, aber der Mond immer noch eine Einheit mit der Erde bildete.

Schon am Anfang unserer Individualisierung haben sich die luziferisierten Engel auf unseren Astralleib gerichtet, um dort Streben und Begierden hervorzurufen. Deshalb hat der Astralleib aufgehört, die astrale Weltweisheit in rechter Art abzuspiegeln, da er sich in übertriebenem Maße mit dem sich auf dem Wege der Mineralisierung befindlichen physischen Leib verband. Diesen Vorgang hatten die Hierarchien geplant und er wurde durch Erzengel Michael in Gang gesetzt. Doch das Ergebnis fiel anders als erwartet aus und es war Besorgnis erregend. Keine der hierarchischen Wesenheiten kennt die Anziehungskraft der Mineralisierung und wohl deshalb haben die Hierarchien nicht damit gerechnet, dass die „Ansteckung“ vom Astralleib vorzeitig auch zum Ätherleib „springen“ würde. Mit dem Sündenfall erhielten der Äther- und Astralleib des Allmenschen Adam als eine neue Eigenschaft die Fähigkeit, sich zu differenzieren und gleichzeitig die Eigenschaften des Ätherleibes selbst zu polarisieren. Das fand in der Geschlechtertrennung einen Ausdruck. Die einheitliche Lebensgrundlage teilte sich in eine Sphäre, die das Leben hervorbringt, und eine Sphäre, die das individuelle Bewusstsein hervorbringt. Diese Trennung des bis zu jenem Zeitpunkt einheitlichen Menschenwesens (d.h. Mann und Frau), das eine rein geistige Existenz führte, hat Jahve vom Mond aus bewirkt. Später führte die physische Geschlechtertrennung zu einer weiteren Trennung – in eine männliche, weltliche, verstandesmäßige Weisheit und eine weibliche, tiefe, priesterliche Weisheit. In der Sprache der Mysterien ausgedrückt sind das die Weisheit Hirams und Salomons.

Die Trennung der Reproduktionskräfte kam im Schoß des Mondischen, Astralen zustande, das die Möglichkeit hervorbrachte, dass das abgesonderte niedere Ich unter irdischen Bedingungen geboren werden konnte. Die Begierden in unserem Astralleib sind Elementarwesen, die dorthin von den luziferischen Wesen hineingelegt wurden. Die luziferischen Wesen streben danach, eine Hülle unseres wesentlichen Ich zu bilden, ihm eine äußere Form zu verleihen. Mit der Zeit dringen sie nicht nur in unser Ich ein, sondern über dieses auch in die ganze Weltschöpfung. Um die Bestrebung der luziferischen Wesen zu parieren, haben uns die Hierarchien sterblich gemacht und bewirkt, dass die Erbeigenschaften durch das Blut über den physischen und Ätherleib vererbt werden. Trotz der Vorkehrungen hat sich die Ansteckung während der sog. „Mondenkrise“ vor der Abspaltung des Mondes von der Erde vom Astralleib auf den Ätherleib ausgebreitet, welcher nach dem ursprünglichen Plan von den ahrimansichen Wesen erst in der Mitte der atlantischen Wurzelrasse angegriffen werden sollte.

Es bestand die Gefahr, dass nicht nur die fähigsten Seelen, die während dieser Zeit auf der Erde verblieben waren, sich nicht mehr reproduzieren können, sondern sogar das ursprüngliche Menschenpaar Adam und Eva. Deshalb wurde unmittelbar nach dem Sündenfall ein Teil der feinsten und reinsten Kräfte, die dem Klang- und Lebensäther entsprechen, aus der Gesamtevolution der Menschheit entfernt. Sie wurden von nun an nicht vererbt, sondern in der geistigen Welt unter dem Schutz der von Manu geleiteten Großen Mutterloge der Menschheitsführung aufbewahrt. Diese Loge befindet sich in der höchsten Sonnensphäre. Laut Steiner war ihr Erdenvertreter in der atlantischen Zeit das zentrale Sonnenorakel und in der nachatlantischen Zeit – eine Mysterienstätte in Kleinasien. Es ist wohl die Mysterienstätte von Ephesus gemeint, wo die Mysterien des Wortes praktiziert wurden.

Das oben erwähnte Ereignis finden wir im imaginativen Bild der beiden Paradiesbäume wieder. Zum Träger der abgesonderten, nicht der Versuchung anheimgefallenen Ätherkräfte des Lebensbaums wurde jenes Wesen, das in der Zeitenwende als das Jesuskind aus dem Lukas-Evangelium geboren wurde. Steiner nannte es die ‚nathanische Seele‘.  Sie ist die „lebendige Seele“, die dem menschlichen Leib während der lemurischen Wurzelrasse „eingehaucht“ wurde. Sie ist der unversuchte Adam, der in der geistigen Welt geblieben war, während die restliche Menschheit als der versuchte Adam auf die Erde herunterstürzte. Adam bedeutet ‚Erdling‘,  also physischer Mensch. Der Stammbaum der nathanischen Seele führt jedoch zu jenem Adam zurück, der der „Sohn Gottes“ ist – also der Träger der Kräfte des Sohnes-Prinzips, des Ätherischen.

Das bisher Erörterte ist bereits von der Anthroposophie beleuchtet worden. Es entsteht jedoch die Frage, ob vom Baum der Erkenntnis nach bzw. schon vor dem Sündenfall auch Astralkräfte abgesondert worden sind, die von der Luziferisierung nicht betroffen wurden. Wenn das der Fall sein sollte, müssen wir uns fragen, wo diese Kräfte aufbewahrt wurden. Was sind die Kräfte, die mit dem Klang- und Lebensäther zusammenhängen und die Leiblichkeit der nathanischen Seele bilden, sie zur Seele machen? Wir vertreten die Ansicht, dass die Ätherkräfte der nathanischen Seele ihren Ursprung in der Welt der Urbilder jenseits des Tierkreises haben und dass sie aufbauende, formbildende Kräfte sind. Ich behaupte auch, dass vom Baum der Erkenntnis ebenfalls (wahrscheinlich schon vor dem Sündenfall) reine Astralkräfte abgesondert wurden, die auch ihren Ursprung in der Welt der Urbilder haben.

Dort erstrecken sich beide „Bäume“ bis zum Buddhi- und Manas-Prinzip, bis zum Zweiten und Dritten Logos. Aufbewahrt wurden sie in der Mutterloge auf der Sonne, wo sie in Einheit und mit ineinander verflochtenen Zweigen weilten. Die abgesonderten reinen Astralkräfte sind die unversuchte Eva, die den lebendigen (ätherischen) Adam in eine „Seele“ verwandelte. In der übersinnlichen Welt blieben die sündfreien Adam und Eva mit „ineinander verflochtenen Zweigen“, wohingegen auf dem physischen Plan die gesündigten Adam und Eva voneinander getrennt lebten und sich geschlechtlich „verflechten“ sollten, um die Fortsetzung des Menschengeschlechts durch die Schaffung eines Dritten zu sichern, das im physischen Leib und im Ätherleib das Prinzip der Vererbung trug. Die Schaffung des Menschen begann beim physischen Leib, danach entstanden der Äther- und der Astralleib, doch die Individualisierung musste zuerst im Astralleib beginnen, in dem die Vererbung fehlt bzw. nur indirekt anwesend ist. Diese Individualisierung war mit der Verkörperung der dreigliedrigen Seele verbunden, die in drei Etappen zustande kam.

Oben haben wir auf einige Ereignisse hingewiesen, die in den geistigen Welten vor der Versuchung durch die luziferischen Wesen eingetreten sind. Die Geister der Bewegung haben ihre alte Mondenhandlung wiederholt, indem sie das Gegenbild des menschlichen Gruppen-Geistselbst in den Astralleib als Empfindungs- und Verstandesseele einprägten. Infolge der Anziehung des Physischen zum Irdischen und mit der Unterstützung der Formgeister hat sich auch die Bewusstseinsseele herausgelöst. Unsere Sinnesorgane haben sich nach der Versuchung nach außen zur Aufnahme von Eindrücken aus der uns umgebenden Welt geöffnet, die der Mensch durch die Empfindungsseele auf sich beziehen sollte. Doch wegen der luziferischen Einmischung funktionierten unsere Sinne nicht richtig. Es war erforderlich, dass Christus in die Entwicklung eingreift. Da unser physischer Leib ein „Nachklang des Tierkreises“ darstellt, ist gerade dort – in der Sphäre des höheren Devachan bzw. des Geistesmenschen – Christus über die „astrale“ Eva in den „ätherischen“ Adam eingedrungen und von diesem – in den physischen Leib des Menschen, um seine Entwicklung zu korrigieren und die Sinnesorgane zum Einklang zu bringen. Dabei brauchte das Physische nicht zur Auflösung ins Pralaya erhoben zu werden, sondern Christus hat sein rettendes Werk im Manvantara verrichtet. Wegen des Opfers Christi wurde ein Teil des physischen Leibes dünner und ist in eine enge Beziehung zum Ätherleib eingetreten, wobei es den ersten Bestandteil des individuellen Menschenwesens bildete – den Seelenleib. Dieser ist die Beziehung zwischen Astralleib und Empfindungsseele und er hat die maßlose Expansion der luziferischen Wesen eingedämmt.

Diese aufopfernde Tat hat Christus gegen Ende der lemurischen Wurzelrasse verwirklicht und das leitete das Ende der ersten Etappe der Verkörperung der dreifachen Seele in die Menschheit ein. Die zweite Etappe begann bei bereits vorhandenem Seelenleib am Anfang der atlantischen Wurzelrasse, als der Mensch zur Beherrschung seines eigenen rhythmischen Systems, zur Bewusstwerdung der sieben Lebensprozesse unter rein irdischen Verhältnissen überging. Wegen der vorzeitigen Einmischung der ahrimanischen Wesen gerieten aber die Verkörperung der Verstandesseele und das richtige Erleben dieser Prozesse in Gefahr. Unser Ätherleib ist ein Nachklang der Planetenbewegung, deshalb drang Christus in der eigentlichen Sonnensphäre – der Sphäre des Lebensgeistes (des niederen Devachan), die das Zentrum unseres Planetensystems bildet, über die „astrale Eva“ wieder in den „ätherischen Adam“ ein. Damit konnte die Verkörperung der Verstandesseele fortgesetzt und das Erleben der Lebensprozesse befriedet werden, wobei Teile unseres irdischen Ätherleibes freigemacht wurden für Tätigkeiten, die höher als diese Prozesse sind. Dieses rettende Werk fand zu Beginn der atlantischen Wurzelrasse statt und dazu war es nicht notwendig, dass der Ätherleib ins Pralaya erhoben wurde.

Später bildete sich in der dreigliedrigen Menschenseele wegen der gemeinsamen Wirkung der vergangenen höheren Impulse und des Vorhandenseins einer neuen Lebensform – unseres Seelenleibes -, die substanzielle Grundlage zur Entstehung eigener Gedanken, Gefühle und Willensäußerungen. Doch diesem Prozess mangelte es ebenfalls an Harmonie. Deshalb durchdrang Christus am Ende der atlantischen Wurzelrasse wieder den sündfreien Adam über die sündfreie Eva. Es wurde die Verkörperung der Bewusstseinsseele gerettet und unser Seelenleben wurde zur Harmonisierung gebracht. Christus hat diese rettende Tat in den niederen Bereichen der Sonnensphäre, in der Mondensphäre des Geistsebst – also auf dem Astralplan des Planetensystems – verwirklicht.

Hier ist allerdings von der Rettung des Denkens die Rede, das im Menschen von außen – von der Panintelligenz – wirkte, und die ohne den Gebrauch von Begriffen auskam. Die Begriffe kamen erst mit Aristoteles auf. Nach dem Sündenfall waren der Wärme- und der Lichtäther (der Baum der Erkenntnis), die jeweils mit Willen und Fühlen zusammenhängen, im freien Besitz des Menschen. Das Denken, das mit dem Klangäther zusammenhängt, sowie der Lebensäther, der den Dingen einen verallgemeinernden Sinn verleiht, wurden in gewissem Sinne der menschlichen Willkür entzogen. In den Kräften dieser beiden Ätherarten, die in rechter Art benutzt werden sollen, verschwindet das Individuelle und unterordnet sich dem Allgemeinen. So können wir den Lebensäther mit der menschlichen Haut vergleichen, die den menschlichen Körper umfasst und verallgemeinert, während das Denken nicht individuell ist. Es ist reiner Geist. Selbst wenn wir es zu seinem physischen Ausdruck – den Worten – beziehen, so sind diese auch nicht individuell.

Dort, wo eine gemeinsame gesprochene Sprache existiert, steht hinter ihr eine Gottheit des gesamten Volkes und die Gedanken, die den jeweiligen Worten zugrunde liegen, erheben sich auch zu den Hierarchiewesen und sind ebenfalls nicht individuell. In den atlantischen und nachatlantischen Zeiten haben die Götter im Menschen gedacht und seine Aufgabe bestand darin, diese Gedanken richtig aufzunehmen. Mit seinem dritten Opfer hat Christus dies gewährleistet. Als Ergebnis des Opfers ist das Geistselbst als ein Geschenk der Geister der Bewegung für den Menschen indirekt durch das Ich der Formgeister (denn das Denken hängt mit der Ich-Entwicklung zusammen) gegangen und hat die Möglichkeit erhalten, aus der Zukunft auf den individuellen menschlichen Geist – auf sein Ich – hinzuwirken.

Aus der Anthroposophie ist uns bekannt, dass das Individuelle im Menschen im Astralstrom von der Zukunft zur Vergangenheit fließt, jedoch nach den Gesetzen des Ätherischen, d.h. von der Vergangenheit zur Zukunft. Das Göttliche tritt in den Menschen über den Ätherstrom ein, der von der Vergangenheit zur Zukunft fließt, jedoch nach den Gesetzen des Astralen. Das bedeutet, dass der Mensch sich dessen bewusst ist, was in seiner fernen Vergangenheit als Lebensgrundlage angelegt worden ist. Nach diesem Hauptprinzip wurde der Mensch aufgebaut.

Es macht einen Unterschied aus, ob das Geistselbst als ein Gruppengeist der Menschheit von der Vergangenheit aus wirkt oder als ein individueller Inspirator von der Zukunft aus, den man durch die alte Einweihung spüren kann bzw. ob der ganze menschliche Astralleib nach einer langen Einwirkung von der Zukunft aus zum Geistselbst wird. Letzteres lässt sich bei den Bodhisattvas in den vorchristlichen Zeiten beobachten. Das galt mehr oder weniger auch für die großen Eingeweihten. Für die restliche Menschheit war es jedoch notwendig, dass der Heilige Geist von oben herniedersteigt. Einen solchen Geist hatte der Mensch noch nie gekannt. Seine Ankunft hing von dem Herabstieg des Lebensgeistes ab, damit die Begegnung der beiden „Paradiesbäume“ auf der Erde und im physischen Leib des Menschen zustande kommen konnte. Vorläufig konnte der Mensch Früchte vom Baum der Erkenntnis pflücken, sich zum Geistselbst erheben, wobei sein Bewusstsein außerhalb des Körpers war. Aber an den Lebensgeist konnte der Mensch noch nicht heranreichen. Es stand die große Zeitenwende bevor und die Bemühungen der ganzen Menschheit waren in den nachatlantischen Zeiten auf diese Zeit gerichtet.

Wir haben bereits die Beziehung zwischen dem ersten Opfer Christi gegen Ende der lemurischen Wurzelrasse und der Schaffung des ersten Wesensgliedes des individuellen Menschenwesens – des Seelenleibes – erwähnt. An seiner Schaffung haben auch die Engel teilgenommen. In der ältesten Zeit lebte der Mensch nach der Teilung des einigen Wesens Adam-Eva in seinem Stamm, in dem er einen abgesonderten physischen Leib, einen an das Stammesleben gebundenen Ätherleib und eine Gruppenseele besaß. Die Astralleiber waren miteinander verbunden und in sie strömten hellseherische Bilder aus dem Tierkreis. Der Engel synthesierte die ganze Erfahrung des Stammes in eine Art einheitliches Ich. Er setzte den Astral- und Ätherleib auf der Grundlage des physischen Leibes in solche Wechselbeziehungen zueinander, dass der Seelenleib entstehen konnte. Später wurde in ihm die dreigliedrige Seele als eine Seelenhülle auf der Grundlage des von den Göttern gebildeten dreigliedrigen Leibes entwickelt. Dieser Prozess trug einen luziferischen Charakter. Im Gegensatz dazu gestaltete sich aus der irdischen Erfahrung die Arbeit des sich ausbildenden Ich. Aus der Zusammenwirkung der beiden Prozesse hat sich die dreigliedrige Seele mit dem dreigliedrigen Leib verbunden, das Ich nahm ein denkendes Bewusstsein an und individualisierte sich, indem es sich auf das physische Gehirn stützte. Doch all das wurde erst zu der Zeit Sokrates‘, Platons und Aristoteles‘ sichtbar. Vorher gingen innerhalb der Rassen die einzelnen Völker aus den Stämmen hervor. Man unterscheidet zwölf Rassen während der lemurischen Zeit und in der atlantischen reduzierte sich ihre Zahl auf sieben Rassen, die an den Planetenintelligenzen orientiert waren. Die Archai leiteten die Rassenbildungen an, doch allmählich haben sie diese Aufgabe den Erzengeln delegiert, die die Menschen in Volksgruppen differenzieren sollten. Die Erde hat sich in ihren physischen, ätherischen und astralen Gebieten an diese Bildungen angepasst, die ebenfalls einen Äther- und Astralleib besitzen. Der Ätherleib eines Volkes trägt einen einmaligen Charakter und die astrale Aura vereinigt und trägt zum Wachsen des Bewusstseins des einzelnen Volksmitglieds bei, es erhebt es über die Grenzen der Volksgruppe hinaus. Der Astralleib jedes Volkes verfügt über den „Stoff“ zur Verkörperung des Volksgeistes, der früher als die Menschen das erreicht, wonach sie in Abhängigkeit vom allgemeinen Karma streben. Die internationalen Bestrebungen kommen vom Geist der Erde, der die gesamte Astralmaterie der Erde umfasst. In der ersten nachatlantischen Epoche ist von Völkern noch nicht die Rede, die Völker haben erst gegen Ende der zweiten Kulturepoche deutliche Umrisse bekommen. Die Erzengel haben den Archetyp der dreigliedrigen Seele an die Verschmelzung mit der Aura des einzelnen Volkes herangeführt und die Seele erhielt allmählich die Züge des jeweiligen Stammes. Das ist in den Epen, Mythologien der einzelnen Völker beschrieben worden. Hier geht es um die Verkörperung der einheitlichen, nicht der einzelnen dreigegliederten Seele. Die einheitliche Menschheitsseele hat sich als einheitliche Seelen der verschiedenen Völker differenziert, von denen jede bestimmte Charakteristika hat.

Die Differenzierung der Völker ging unter zweiseitigen Einflüssen vor sich. Von oben wirkte der Erzengel über die Seele auf den Leib und von unten wirkten die irdischen Bedingungen über den Leib auf die Seele. Unter „irdischen Bedingungen“ meinen wir die Aura des jeweiligen Gebiets, die geografische Richtung, die Zusammensetzung der Elementargeister der Natur, die dieses Gebiet besiedeln. Während der Erzengel kulturmäßig, d.h. individualisierend wirkte, trug die Wirkung des Geistig-Naturmäßigen einen Gruppencharakter. Im Verlauf der einzelnen Epochen hat sich der Kampf zwischen beiden Wirkungen allmählich zugespitzt. Heutzutage treten vor unseren Augen als Ergebnis dieses Kampfes die Anhänger jeweils des Gruppenprinzips hervor, die auf den Vorrang des „Bluts und Bodens“ bestehen, und die Anhänger der persönlichen Befreiung des Menschen von der Gemeinschaft. Die ersten werden ‚Konservative‘, die zweiten – ‚Liberale‘ genant. Die Wahrheit der Evolution ist auf der Seite der Liberalen, doch die Ideologien aller beiden Lager sind dergestalt miteinander verflochten und entstellt, dass sie große Gefahren für die weitere Entwicklung bergen. Wenn wir zur Erörterung der Gender-Ideologie kommen, werden wir auf diese Gefahren und den Ausweg aus deren Falle hinweisen. Es ist aber dazu ein sehr tiefgehendes Verständnis der Völkerbildung und der Individualisierung des Menschen notwendig.

Wie wir wissen, kommt der Mensch mit einem eigenen physischen Leib und dementsprechend mit einem eigenen Phantom dieses Leibes zur Welt. Wie steht es aber mit dem Phantom bis zum Augenblick der Geburt? Das höhere Urbild unseres physischen Leibes – der Geistesmensch – ist in den Tierkreis eingeschrieben. Er hat die Form des menschlichen Embryos, so wie wir es im Mutterleib kennen. Ihm werden die Kräfte von Widder (dem Kopf) bis Fische (den Füßen) eingeprägt. Nach dem Tod kehrt diese Form in das höhere Devachan zurück und „ruht sich“ im Schoß des Gott-Vaters „aus“. Bis zur Geburt bleibt das Kind im Phantom der Mutter. Mit dem Durchschneiden der Nabelschnur wird die Beziehung mit dem physischen Leib der Mutter und seinem Phantom beendet. Es beginnt die Periode bis zum siebten Lebensjahr und dem Zahnwechsel, in der das Kind mit seinem Ätherleib in der es umhüllenden Ätheraura der Mutter lebt. Bis zum 14. Jahr entwickelt sich der kindliche Astralleib in der mütterlichen Astralhülle. Mit dem Eintreten der Geschlechtsreife trennt sich diese Aura und es beginnt die Individualisierung des kindlichen Astralleibes. Erst dann kann das Ich mit seiner Tätigkeit innerhalb des Leibes beginnen, vorher wirkt es hauptsächlich von außen. Bis zu seinem 21. Jahr hat der Mensch die Lemniskate des individuellen Aufbaus betreten und muss sich später „drehen“ und zur Lemniskate des rein geistigen Aufbaus übergehen, in der keine naturmäßige oder andere Notwendigkeit wirkt.

Der Erhalt der drei eigenen Leiber ist gewissermaßen eine Wiederholung der Evolution der drei früheren Äonen, jedoch beginnt die menschliche Individualisierung bereits im Augenblick der Geburt mit einer weiteren Evolution – der Ausbildung des individuellen Charakters des Astralleibes, der sich beim Menschen vom tierischen Astralleib radikal unterscheidet. Er bildet eine Art „Wiege“ irdisch-himmlischen Charakters, in der die Menschenseele wächst und sich individualisiert – zuerst als eingliedrig und dann auch als dreigliedrig. Im himmlischen Teil der Wiege wirkt der Volkserzengel, es steigen Inspirationen des Sprachgenius herab usw. Der irdische Teil der Wiege ist makrokosmisch bedingt und im Laufe einer langen Zeit an einem bestimmten Ort evolutionsmäßig und kultur-historisch ausgebildet. In dieser Wiege wird die allgemeine Evolution zur Geschichte und Kultur des einzelnen Volkes, dort verbindet sich das Allgemeinmenschliche aufs Engste mit dem Archetyp der Menschenseele und erhält einen individuellen Ausdruck. In der Wiege trennt sich das Kind während der ersten drei Jahre seines Lebens allmählich vom Himmlischen und passt sich an das Irdische an. Im ersten Jahr versucht es, sich aufzurichten und in der neuen Umgebung zu orientieren. Diesem Streben, das noch vom nicht wachen klaren irdischen Bewusstsein begleitet wird, entspricht im zweiten Teil der Lemniskate – dem seelisch-geistigen, der nach dem 21. Jahr beginnt – das Verlangen, sich unter den geistigen Wesen der übersinnlichen Welt, der Welt der Intuitionen, bewusst zu orientieren. Im zweiten Jahr beginnt das Kind zu sprechen, was im zweiten Teil der Lemniskate der Verbindung mit dem Wort entspricht, das in der Weltschöpfung klingt – also mit der Welt der Inspirationen. Im dritten Jahr macht das Kind einen Übergang von der kosmischen zur irdischen Intelligenz. Das entspricht im späteren Alter dem inneren Entfachen der Weltgedanken, was durch das anschauende Denken erreicht wird. Während das Kind in den ersten drei Jahren von der geistigen Welt zur Erde schreitet und sich mit dem Erlangen der irdischen Intelligenz „kopfüber“ dreht, muss der Erwachsene sich in geistig-seelischer Hinsicht „mit dem Kopf nach oben aufrichten“ – also die dreigliedrige Seele individualisieren, sie vervollkommnen und von ihr aus den Weg zur geistigen Einheit der Menschheit finden. Anderenfalls wird der Mensch bis an sein Lebensende den Verfall seiner Seele erleben. Leider ist das das Schicksal der überwiegenden Mehrheit der irdischen Menschheit.

Das Kind wird geboren und entwickelt sich bis zu seinem 21. Jahr in seinen grundlegenden Strukturen mit der Vererbung und als ein national bedingtes Wesen. Hier wirken die objektiven Gesetze der natürlichen Entwicklung. Auf der Grundlage der allgemeinen Evolution erhält das Kind drei Leiber, in denen sich das Rassenmäßige und das Nationale in solcher Weise spezialisieren, dass es in den Keimen der stärkeren oder schwächeren Individualisierung des Menschen einen Niederschlag findet. Doch eben in den allgemeinen Anlagen und nicht als eine Vorbestimmung, denn die Anlagen lassen sich durch die Erziehung und Selbsterziehung jeweils anders entwickeln, so dass die seelisch-geistige Entwicklung des Menschen zu seinem eigenen, auf höhere Ziele gerichteten Werk wird. Der Höhepunkt des menschlichen Fortschrittes besteht in der Fähigkeit des freien Individuums, die Form seines Bewusstseins einer Metamorphose zu unterziehen und zu einem Hierarchiewesen aufzusteigen.

Das Kind ist eher ein Allmensch in seiner uralten Form und selbst wenn es etwas älter geworden ist, kann es das Nationale nicht richtig erfassen. Das Kind ist ein „Internationalist“. Und im Zusammenhang damit ist es äußerst wichtig, dass sich im Kind ein gesundes Erleben nicht der Dreigliedrigkeit, sondern der einigen Seele entwickelt, die bei den einzelnen Völkern unterschiedlich ist. Die gesunde seelische Einheit bildet die senkrechte Achse der lemniskatenförmigen Entwicklung der menschlichen Verkörperung. Sie wird mit der Zeit verschoben, während der Mensch an Lebenserfahrungen reicher wird. Diese lemniskatenförmige Struktur ist wie ein Knochensystem für die Seele. Sie wird in den Kindheitsjahren als eine Antwort auf das weiterbestehende makrokosmische Denken der Hierarchiewesen an den Menschen gebildet, welches an ihn als die Vererbung, die Archetypenseele usw. herantritt. Vom Erdenplan aus wird es durch das sich erhebende Denken an das Kind seitens der Eltern, Erzieher, Lehrer usw. erwidert. Mit diesem gesunden „Knochensystem“ wird der Mensch später die einheitliche Seele als dreieinig individualisieren. In dieser „astralen Wiege“ können wir der Volksseele das Verständnis ihrer Ziele anbieten und zur geistigen Evolution der Menschheit beitragen. Das ist die Hauptaxiome des rechten Internationalismus.

Auf diesem Weg bereitete Christus den Leib vor, in den Er später herabsteigen wollte, um den Gang der menschlichen Entwicklung zu wenden. Zu diesem Zweck hat Er sich ein besonderes Volk erschaffen – das alte hebräische Volk. Dieses Volk hatte die Aufgabe, durch die Vererbung den physischen und den Ätherleib für Christus zu schaffen. Die Geschichte der Stammeslinie von Abraham zu Jesus ist bekannt und zusammen mit ihr bereitete Christus auch bestimmte Eigenschaften des Astralleibes Jesu vor, obwohl im Astralleib die Vererbung grundsätzlich fehlt. Die Israeliten wurden von einer gemeinsamen astralen Aura umhüllt, die auf sie als eine Gruppenseele wirkte. In diese Aura hatte Christus die Kräfte des astralen Kosmos heruntergeholt. Er hielt sein Versprechen gegenüber Abraham, dass dessen Nachkommen zahlreich wie die Sterne im Himmel sein würden. In dieser Aura wirkte auch in astraler Weise die unversuchte Eva als die Himmlische Sophia. Von ihr erfuhren die Propheten über die Ankunft des Erlösers und der nathanischen Seele. Der Prophet Elija war auch mit dieser astralen Aura verbunden und er wurde wie in einem Sturmwind zum Himmel entrückt, um von dort aus als eine Gruppenseele auf das Volk einzuwirken. Elischa hat es in dieser Aura gesehen und ist zu Elijas namhaftestem Schüler geworden. Jetzt ist Elischa wieder inkarniert und nimmt nun an der Schaffung eines anderen Astralwesens teil. Die damalige astrale Aura durchdrang den durch die Generationen fließenden ätherisch-physischen Vererbungsstrom und ihre Quintessenz hat sich in der Zeitenwende als der Astralleib des lukanischen Jesus inkarniert (aus dem Lukas-Evangelium).

In der Zeitenwende wurde durch die versuchte Eva in der salomonischen Stammeslinie der Jesusjunge aus dem Matthäus-Evangelium geboren. Der Heilige Geist hat sie als jener Geist erleuchtet, der seit der Zeit des alten Mondes wirkt und den Menschen zu einem individuellen, denkenden Ich gemacht hat. In diesen Jungen inkarnierte sich das höchstentwickelte Ich der Erde – das Ich Zarathustras. Ihn hat der Heilige Geist bei der Empfängnis erleuchtet. Die Empfängnis ist vom Heiligen Geist, der Empfängnisakt zwischen Maria und dem alten Joseph fand im erhöhten geistigen Zustand statt, ohne von der irdischen Sinnlichkeit berührt zu werden. Später hatte Maria noch vier Jungen und zwei Mädchen. Die Zahl sieben symbolisiert den Rhythmus der Zeit, in der auch die Geschlechterteilung funktioniert. Diese Maria war in ihrem früheren Leben Salomon, der viel Weisheit erworben hatte. Die Reinheit ihres Astralleibes kam sowohl von den in ihrem jetzigen Leben erlebten Leiden als auch auf besondere übersinnliche Art.

Die Empfängnis des anderen Jesuskindes aus dem Lukas-Evangelium geschah in der unversuchten Eva. Wir vertreten die Meinung, dass das ihre erste und einzige Inkarnation auf der Erde war. Eine einzige Inkarnation hatte auch der unversuchte Adam. Ihn hat Steiner die nathanische Seele genannt,  Maria aus dem Lukas-Evangelium können wir die ‚gesegnete Seele‘ nennen. Die sündfreien Adam und Eva begegneten sich in einem Leib, doch diesmal als geschlechtergeteilt. Die Empfängnis vom anderen Joseph geschah wieder im Geist, ohne dass die irdische Sinnlichkeit gespürt wurde. Hier war aber die Beziehung des Heiligen Geistes eine andere, denn es handelt sich um die Empfängnis des Menschensohnes (des höheren Menschen), der unversuchten Seele der Menschheit. Deshalb ist diese Empfängnis unbefleckt. Wir behaupten, dass der Akt der unbefleckten Empfängnis der einzige Geschlechtsakt im kurzen 25jährigen Leben der gesegneten Seele war. Sie blieb vom Sündenfall unbetroffen, sie blieb die Alma (hebr. Almáh ‚junge Frau, die zum ersten Mal gebärt`) und hat neben der Geburt des Menschensohnes später in übersinnlicher Art an einem anderen Mysterium teilgenommen.

Vor dem Herabstieg der nathanischen Seele in den Leib führte der Mensch eine Art Gespensterdasein, denn ein Teil der einheitlichen Adamseele war in der übersinnlichen Welt geblieben. Diese Seele sollte in die irdischen Bedingungen erst nach dem Mysterium von Golgatha während des Pfingstwunders gänzlich eintauchen, nach dem der Mensch ganzheitlich wurde.

Nach ihrer Geburt begann die nathanische Seele, in einer unbekannten Sprache zu sprechen, die nur die gesegnete Seele verstanden hat. Die lebendige Seele des nathanischen Jesus enthielt in ihrem Ätherleib die ganze Weisheit über die menschliche Entwicklung vom alten Saturn bis zur Zeitenwende. Die Mutter Maria war die Vertreterin der kosmischen Intelligenz auf der Erde und verstand die Weisheit, die der Menschensohn mit sich trug. Als das Gedächtnis der Menschheit hat er uns daran erinnert, dass wir aus dem Paradies stammen, was wir im Laufe der Evolution gänzlich vergessen hatten. Aus seinen drei Opfern, die in der übersinnlichen Welt gemeinsam mit Christus vollbracht worden waren, kamen im Menschen die von uns in unseren ersten drei irdischen Jahren unbewusst erlebten Fähigkeiten, aufrecht zu gehen, zu sprechen und zu denken, wobei das anfängliche Denken in diesem Alter eher äußerlich ist. Wir haben keine Erinnerung an diese Fähigkeiten. Mit der Geburt der nathanischen Seele an Weihnachten hat der Mensch eine neue Fähigkeit erhalten – die Fähigkeit, sich auf dem Weg des Ich, unabhängig von der Blutsverwandtschaft zu erinnern. Das war die erste der drei neuen Fähigkeiten, die der Mensch zu meistern hatte. Die zweite Fähigkeit entstand an Epiphanie. Während die nathanische Seele bei ihren ersten drei Opfern in der übersinnlichen Welt von Christus durchzogen und zum Christophorus wurde, hat sie an Epiphanie Christus in sich aufgenommen. Sie wurde zum Avatar Christi. Mit dieser inneren Handlung Christi in Jesus wurde das Fundament des menschlichen inneren, selbständigen Denkens gelegt. Damit der Mensch sich bewusst wird, dass er ein individuelles Ich ist, ist ein solches vom Ich erfasstes Denken erforderlich. Deshalb hat uns Erzengel Michael aufopfernd die kosmische Intelligenz geschenkt, die im 15. Jahrhundert  in unser Nerven-Sinnes-System eingebaut wurde. So konnten wir von Herzensmenschen zu Verstandesmenschen werden. Der Mensch ging endgültig zur Ausbildung eigener Gedanken über, die aber lediglich vom Gehirn reflektierte Schatten der lebendigen Gedanken der Hierarchien darstellen. Die Fähigkeit der Ich-Bewusstwerdung, die mit dem wichtigsten Opfer Christi und der nathanischen Seele das Ich vor dem luziferisch-ahrimanischen Chaos gerettet hatte, war der Tod auf Golgatha und die nachfolgende Auferstehung. Danach kam Pfingsten und seitdem lebt die Christus-Kraft als Ich-Impuls in jedem Menschen, der nach dem Erlöser mit den paulinischen Worten „Nicht ich, sondern Christus in mir“ sucht.

Vor Paulus hat uns Zarathustra das Gleiche auf eine radikale Art vorgeführt. Wie wir wissen, schaute er in den alten Zeiten Christus in der astralen Sonnenaura. Später opferte er seinen Astralleib für Hermes und schenkte Moses seinen Ätherleib. So konnten die beiden zu jenen Führern werden, die bemerkenswerte Spuren im ägyptischen und hebräischen Volk hinterlassen haben. Als Zarathustra als der Jesusjunge aus dem Matthäus-Evangelium 12 wurde, trat sein Ich heraus und ging während des Aufenthalts in Jerusalem auf das andere Jesuskind über. Das Ich hat 18 Jahre lang den zweiten Körper bewohnt und seine ganze Weisheit zur Verfügung gestellt. Bald nach dem Übergang des Ich ist der salomonische Jesus gestorben.

Der andere Junge hat sich 12 Jahre lang auf diese Übertragung vorbereitet. Nach seiner Geburt lebte er bis zu seinem fünften Jahr (heute geschieht das bis zum siebten Jahr) in der Ätherhülle seiner Mutter. Mit dem Zahnwechsel trennte sich diese Ätherhülle, die von den frischen Kräften der unversuchten Ätherizität der nathanischen Seele belebt wurde und wurde, ohne sich im Weltenäther wie bei den anderen Menschen aufzulösen, vom Schutzengel Gautama Buddhas zur Aufbewahrung mitgenommen. Derselbe Engel hat den Hirten die Geburt der nathanischen Seele verkündet. Dieser Engel ist Vidar und mit der Hülle hat er dem Ätherleib Jesu im Garten Gethsemane neue Kräfte verliehen, da dieser Ätherleib vom Vorhandensein des makrokosmischen Christus-Ich völlig erschöpft war. Dadurch konnte der Ätherleib die Elemente des physischen Leibes zusammenhalten und ihn auf diese Weise vor einem vorzeitigen Zerfall noch vor dem Mysterium von Golgatha bewahren.

Nach seinem fünften Jahr lebte der nathanischen Jesus bis zum 12. Jahr in der mütterlichen Astralhülle (normalerweise dauert das bis zum 14. Jahr) und hat diese auch mit frischen Ätherkräften durchzogen. Im Augenblick der Übertragung des Ich vom anderen Jungen hat sich diese erneuerte Astralhülle gelöst und der Nirmanakaya Buddhas hat sich mit ihr verbunden. Das ist der Leib der Metamorphosen und er hat den Astralleib des lukanischen Jesus seit seiner Geburt erleuchtet. Er hat sogar bis zum Ätherleib gewirkt. Im 12. Jahr verband sich der Nirmanakaya mit der abgetrennten und erfrischten mütterlichen Astralhülle und wurde ebenfalls erneuert. Später kam das in den Predigten Johannes‘ des Täufers zum Ausdruck. Der Buddha-Impuls ist dermaßen erhaben, dass er in der Welt der Urbilder weilt. Damit er für die Menschen zugänglich werden konnte, musste er im Sinne des kommenden Ich-Impulses erneuert werden. Im Augenblick der Erneuerung sprach der nathanische Jesus im Jerusalemer Tempel mit soviel berührender Weisheit zu den Anwesenden, dass er sie verblüffte. Er war von der erneuerten Buddha-Weisheit erfüllt und in ihm lebte auch das Zarathustra-Ich, das nun von innen auf die Leiber wirken konnte. Bis dahin war die nathanische Seele in Jesus nur ein „provisorisches Ich“ (vgl. GA 114, Vortrag vom 18.09.1909). Das war kein Ich im eigentlichen menschlichen Sinne, da es noch nie herabgestiegen war und keine Erfahrungen mit der irdischen, weltlichen Weisheit hatte. Deshalb machte das Kind den Eindruck, dass es zurückgeblieben war. In sich trug es aber die Erinnerung an die ganze geistige Vergangenheit der Menschheit. Seine Mutter Maria gab die Form des temporären Ich als die Weltidee. Das Astrale der Maria hatte sich mit dem Ätherischen der nathanischen Seele verbunden. Der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens haben sich zuerst im Mutterschoß miteinander verbunden und lebten dann mit „ineinander verflochtenen Zweigen“ – also Leibern – zusammen. Das war das prophetische Bild der Epiphanie, als die wahre Verflechtung der Buddhi- und Manas-Prinzipien in einem Menschenwesen stattfand, damit die Erbsünde, die zur Geschlechtertrennung geführt hatte, überwunden werden konnte. Obwohl sie sündfrei waren, waren die gesegnete Seele und die nathanische Seele trotzdem geschlechtergeteilt. Durch sie wurde der Weg zur wahrhaftigen Überwindung der Folgen des Sündenfalls gebahnt.

Bald nach dem Ereignis im Jerusalemer Tempel starb die gesegnete Seele mit 25 Jahren, da ihre Rolle auf dem irdischen Plan mit der Lösung der Astralhülle, die die nathanische Seele umhüllt hatte, abgeschlossen war. Wie die nathanische Seele wird sie sich nie wieder in einen physischen Leib inkarnieren.

In dieser Zeit starb auch der salomonische Jesus. Zarathustra konnte in ihn nicht seine große irdische Weisheit einfließen lassen, denn der Zugang zu seinem Ätherleib war nur über den individuellen Astralleib möglich, der sich erst nach dem 12. Jahr auszubilden begann. Doch dann hat Zarathustra selbst den salomonischen Jesus verlassen, so dass dieser Ätherleib der weltlichen Weisheit Zarathustras entleert wurde. Er konnte auch vom Volk keine Weisheit erhalten, denn im Ätherleib der Hebräer war keine lebendige Weisheit, sondern lediglich eine Papierweisheit. Zarathustra besaß lebendige Weisheit, die er in seinen großen Inkarnationen erreicht hatte. Er konnte sie nicht in den Ätherleib des salomonischen Jesus einfließen lassen, doch seine innere Arbeit am selbständigen Ätherleib vom fünften bis zum 12. Jahr ermöglichte es dem nach dem Tod befreiten Ätherleib, sich nicht im Weltenäther aufzulösen. Den Ätherleib hat die gesegnete Seele in die geistige Welt mitgenommen. Dieser Ätherleib war der Weisheit entleert, doch seine Form besaß die höchste Vollkommenheit, die aus der äußeren Tätigkeit Zarathustras an ihm stammte. Deshalb schien der salomonische Jesus seinen Altersgenossen voraus zu sein, während der vom sündhaften Denken unberührte nathanische Jesus gleichsam zurückgeblieben, unterentwickelt wirkte.

Der Ätherleib des salomonischen Jesus blieb 18 Jahre lang in der nahen geistigen Welt bis zur Ankunft Christi. Zwischen dem seinen Platz in Jesus abgetretenen Ich Zarathustras und diesem Ätherleib entstanden starke Anziehungskräfte in der geistigen Welt. Der Ätherleib verfolgte die drei irdischen Jahre Christi und wurde dann durch das ätherisierte Blut des Erlösers in der Erdenaura von Weisheit erfüllt. Er wurde durch die Belehrungen der Jünger durch den Auferstandenen und auch bei der Himmelfahrt selbst von Weisheit erfüllt. So hat er in völlig erneuerter Form jene irdische Weisheit erhalten, die vom 18. bis zum 30. Jahr das Ich Zarathustras dem nathanischen Jesus gegeben hatte. Das Hauptgeheimnis dieser erneuerten Christus-Weisheit ist das Geheimnis des Auferstehungsleibes. Diese lebendige Weisheit, dieses substanzielle Wissen ist die Quelle jener Kräfte, aus denen er sich einen neuen physischen Leib gebaut hat, um sich des Ich Zarathustras bei der Erfüllung der neuen, höheren Mission unter der Menschheit als der Meister Jesus zu bedienen. Meister Jesus ist der Träger der tiefsten Erkenntnis über die Zeitenwende, er inspiriert alle großen Persönlichkeiten, die das sich entwickelnde Christentum angetrieben haben und einen Zugang zu den tiefsten Geheimnissen des Mysteriums von Golgatha suchen. Er steht auch hinter der vorliegenden Vorlesung. Jedes Jahr hält er sich in der Osterzeit und in den 40 nachfolgenden Tagen immer im Heiligen Land auf, unabhängig davon, ob er inkarniert ist oder in der übersinnlichen Welt weilt.

Was geschah aber mit der nathanischen Seele und der anderen Maria, die nach dem Tod der beiden Joseph zur (nicht leiblichen) Mutter Jesu wurde? Bis zu seinem 24. Jahr wusste Jesus nicht, dass er die nathanische Seele war und hatte keine Vorstellung von den drei Opfern, die er mit Christus gemeinsam vollbracht hatte. Als er in jener heidnischen Kultstätte ohnmächtig wurde, erhob er sich in die Welt der Intuition und begriff, wer er war. Aber das erzählte er bis zu seinem 30. Jahr niemandem. Jesus erlebte die Enttäuschung von den drei großen Strömungen der Geistigkeit in jener Zeit – dem Heidentum, Judentum und dem Essäertum. Erst als er 30 Jahre alt wurde, hat er seine Mutter in dieses Geheimnis eingeweiht[1]. Im Augenblick des Herabstiegs des Christus-Ich in den vom Ich Zarathustras verlassenen Leib stieg die Seele der gesegneten Maria herab und durchdrang die 45-bis 46jährige salomonische Maria bis zum Ätherleib. Der Prozess hatte Auswirkungen sogar auf ihren physischen Leib und verwandelte sie in eine Jungfrau – in eine Frau mit den Charakteristika eines Mädchens vor der Geschlechtsreife. Die kosmische Intelligenz, die Sophia der jungen Maria durchdrang den Astralleib der anderen Maria und er wurde von der „Palla“, vom Geistselbst umhüllt, so dass sie zur irdischen Vertreterin des Heiligen Geistes, der Sophia wurde. Gleichzeitig verwandelte sie sich unter dem Einfluss des Ätherleibes der jungen Maria in eine Jungfrau, in die Jungfrau-Sophia. Das Erste, was in ihren Augen auffällt, ist das grenzenlose Wissen über die kosmischen Geheimnisse, das zu persönlicher Weisheit geworden ist. Das Zweite ist ihre Jungfräulichkeit, die Unberührtheit, Reinheit, die durch eine solche Weisheit erreicht wird. Diese Sophia hat sie Lazarus-Johannes im vom Kreuz aus erteilten Auftrag Christi gegeben, damit er das Johannes-Evangelium schreibt.

Wer Michelangelos Pietà kennt, wird sich vielleicht über das junge Alter der Mutter gewundert haben, die den gestorbenen Jesus in einem Zustand der Welttrauer umfasst. Bald nach der Geburt der nathanischen Seele hatte der gerechte Simeon im Tempel prophezeit, dass ein Schwert durch ihre Seele dringen werde, „auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden“ (Lukas 2:35).

Als sie in die andere Maria herabstieg, erlebte sie vollständig die Trauer über die Kreuzigung des Christus Jesus. Die Palla, in der Michelangelo seine Maria gekleidet hat, zeichnet sich durch eine Vielzahl von Falten aus. In jeder Falte dieses Astralleibes steckt das endlose Wissen über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Menschheit. Die Sixtinische Madonna Rafaels trägt auch eine Palla. Das ist jene Astralhülle, die auf der Erde von der nathanischen Seele durchdrungen wurde, die sich im Jerusalemer Tempel abgetrennt und nicht im Astralkosmos aufgelöst hat. Sie hat nicht nur den Buddhismus verjüngt, sondern auch die andere Maria durchzogen. Die Jungfrau Sophia wurde zum Avatar der Himmlischen Sophia  und als Jesus den Christus in sich aufgenommen hat, stieg sie zum größten Avatar, der jemals auf Erden existiert hatte. Der Menschensohn hat sich mit dem Gottessohn vereinigt und wurde vom Ich des Kosmos erfüllt. Maria-Sophia wurde ihrerseits von der Seele des Kosmos erfüllt. Die beiden sind wie zwei Säulen, die das Sonnengewölbe eines übersinnlichen Tempels in der sechsten nachatlantischen Kulturepoche stützen. In ihnen kommen zwei Ströme von Offenbarungen zusammen, die auf die Erde herniederströmen – aus der Sphäre der Sophia und aus der Christus-Sphäre.

Der Weg zum Tempel geht im 21. Jahrhundert über die beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts, die sich als die irdische Offenbarung der beiden Ströme in Form der Anthroposophie und des Bodhisattva-Impulses manifestieren. In der verbleibenden Zeit bis zur zukünftigen slawischen Kulturepoche müssen die Menschen zum inneren Erleben von zwei majestätischen Imaginationen heranreifen. Die erste erlebt jeder von uns vor seiner Geburt – die Imagination der sonnenbekleideten Jungfrau, die physisch real wird, wenn sich die Erde in der fernen Zukunft wieder mit der Sonne vereinigt haben wird. Das ist das Mysterium des Ungeborenseins, dessen Gegenstück in unserem irdischen Dasein das Mysterium der Geburt darstellt. Die zweite Seite des Prozesses ist das bewusste innere Erleben der Imagination des Menschensohnes mit dem zweischneidigen Schwert des Ich im Mund. Das ist das Mysterium der Unsterblichkeit, dessen irdisches Gegenstück der Tod darstellt. In den vorchristlichen Zeiten stellten das Mysterium der Geburt und des Todes die Hauptmysterien dar. Mit dem christlichen Mysterium der Sophia wird man allmählich zur Vergeistigung des Herzens fortschreiten, das zu einem Willensorgan werden und auf jedes Leiden in der Umgebung reagieren wird. Nicht zufällig hat der gerechte Simeon auch der gesegneten Seele prophezeit, dass ihr – der Vertreterin der Sophia auf Erden – „vieler Herzen Gedanken offenbar werden“. Simeon sprach über die zukünftige slawische Epoche der Brüderlichkeit, in der niemand glücklich sein wird, wenn er von unglücklichen Menschen umgeben ist. Die gesegnete Seele ist seit der Zeitenwende durch das Ich der Jungfrau Sophia für das Menschenleid immer offen.

Mit dem Mysterium des Logos wird das Sprechen, der Kehlkopf vergeistigt, damit er aus den vereinten Kräften beider Mysterien in ein neues Organ metamorphosiert, mit dessen Hilfe Menschen in der uns nächsten geistigen Welt durch Aussprechen übersinnlich reproduziert werden. Das Herz wird zu einer Art Sonnenkelch der Weisheit werden, die vom Kehlkopf wie eine Liebeslanze durchbohrt sein wird, damit neue Menschen aus diesem „Gralskelch“ nach einer unbefleckten – also von Luzifer unbefallenen – Empfängnis hervorgehen können. Diese neue Reproduktionsart muss bis zum Anfang des Krieges aller gegen alle in 5000 Jahren zustande gekommen sein. Dann werden die Frauen nicht mehr auf die uns bekannte Art Kinder gebären und der Mond wird zur neuen Verbindung mit der Erde zurückgekehrt sein. Die Menschen müssen soweit die Kräfte der Weisheit und Liebe erlangt haben, dass sie in der Lage sind, sie in Gutes im Sinne der großen manichäischen Mysterien umzuwandeln. Die manichäischen Mysterien werden sich erst in der sechsten Wurzelrasse auf der Erde entfalten. Bis zu dieser Zeit muss der Mensch an der Meisterung des Prozesses der Vereinigung beider „Paradiesbäume“ in seinem Ich (der Weisheit und Liebe) arbeiten. Das ist auch das Gralsgeheimnis. Der Weg zu dieser Vereinigung begann mit der irdischen Verbindung der gesegneten Seele mit der nathanischen Seele und ging im eigentlichen Sinne an Epiphanie zu Ende, als das Christus-Opfer der Menschenerlösung ihren Anfang nahm.

Bei seinem Herabstieg hat sich der Mensch immer mehr mit der Aschenbildung verbunden, nachdem sich das Wärmeelement des alten Saturn in das leblose Mineralreich verwandelt hatte. Im Mineralreich haben wir die erste Form des Ich-Selbstbewusstseins erreicht, was auf die Abspiegelung (Abstoßung) der Weltgedanken (Idee) durch das mineralisierte Gehirn zurückzuführen ist. Der Mensch hat den Abspiegelungsprozess in seine Richtung gewendet und auf diese Weise indirektes Wissen über die jenseitige geistige Einwirkung der Weltschöpfung auf ihn erlangt. Der mineralische Körper wurde zu einem inneren Prinzip der Einheit, zum vierten Körperglied, das den Geistesmenschen gefangen genommen hat, welcher schon auf dem alten Saturn unserer damaligen physischen Form eingeprägt wurde. Die erste Form unseres Ich-Selbstbewusstseins blieb ohne Leben, die Beziehung zwischen den Atma- und Manas-Prinzipien im Menschen wurde abgebrochen. Das Phantom unseres physischen Leibes wurde stark beschädigt, als es in das Reich des Todes geriet. Еs konnte immer weniger die in ihm enthaltenen Stoffe in einer bestimmten Form aufrechterhalten. In jener Zeit sahen immer mehr Menschen völlig entstellt aus. Das Ich als Prinzip der inneren Einheit wurde im Schoß unserer versuchten Seele ausgebildet und geriet daher in Widerspruch zu unserem höheren Ich. Da das Ich der systembildende Faktor unseres dreieinigen Leibes ist, geriet es mit seinem Erscheinen in der griechischen Kulturepoche in Widerspruch zu seinen Leibern. Das hat zu einer Krise der Leiblichkeit geführt, aus der uns nur von außen kommendes Leben retten konnte. Und dieses Leben war bemerkenswert!

Anhand der Ersten Intention, die der absteigenden Bewegung des Atma zum Mineralreich folgte, hat der Gott-Vater Christus bis zur Grenze zwischen dem übersinnlichen und sinnlichen Teil des einigen Weltalls begleitet. Doch den Einzug in das sinnliche Weltall, also den Herabstieg Christi in Jesus hat Gott „persönlich“ verwirklicht, denn nur Er kann sich vom Pralaya aus in das Manvantara einmischen, um die Richtung der Ersten (irdischen) Intention zur Zweiten Sonnenintention zu wenden. In Jesus hat das Ich Zarathustras eine individuelle bewusste Seele ausgearbeitet, die eine Beziehung zu seinem erhabenen Manas hatte. Bei den Bewegungen der ätherisch-astralen Ströme im Menschen zum Kopf entsteht dort ein besonderes ätherisch-astrales Tor zwischen der sinnlichen und übersinnlichen Welt. Auf dieses Tor und die Bewusstseinsseele Jesu ging Christus zu, um auf den „Wellen“ des Heiligen Geistes zum Astral- und Ätherleib und von dort zum physischen Leib Jesu überzugehen. Der Heilige Geist wurde zu einer Art Vater bei der Geburt Christi. Einen solchen Geist hatte niemand bisher gesehen, da Er direkt von Gott herniedergestiegen war. Er war das höchste Manas und deshalb wurde auch das Manas Zarathustras als menschlicher Empfänger notwendig. Das höchste Manas trug die höchste Buddhi – den Lebensgeist Christi als das Leben des Ich – in sich. Das war die All-Liebe Gottes als das ewige Leben, die als das Ich-Prinzip in Erscheinung tritt, das Gott am Anfang manifestiert hat. Dieser Anfang war das Wort. Diese Ich-Liebe ist anders als die Liebe des Gott-Vaters, die durch die Geister des Willens zu Beginn des Zyklus zur Geltung gekommen und zur substanziellen Grundlage des Zyklus geworden war, welche im Leben des Zyklus existiert. Mit Christus kam das überzyklische ewige Leben, das als Ich zur Geltung kommt. Damit wurde auch die Hauptidee des Zyklus erneuert. Deshalb ist der Heilige Geist von Gott als die Idee der individuellen Liebe im Ich herabgestiegen. Aus der gemeinsamen Tätigkeit von Christus und dem Heiligen Geist am Menschen entstand die Achse des Welten-Ich, das Christus im Menschen angelegt hat. Das ist das Wesen der unbefleckten, von Luzifer unbefallenen Empfängnis, bei der die Weisheit (der Gott-Heilige Geist), die imaginativ als der Baum der Erkenntnis dargestellt wird, sich nicht der Liebe (dem Gott-Sohn), die imaginativ als der Baum des Lebens dargestellt wird, widersetzt, sondern die Bäume verflechten ihre Zweige harmonisch ineinander. Das ist das neue Prinzip der menschlichen Ethik, die vom Erbe der Blutsverwandtschaft, des gruppenmäßigen Prinzips der Gebote befreit ist. Der Astralleib zehrt hier nicht mehr an den Kräften des Ätherleibes und dieser Umstand wird uns zukünftig zur neuen Reproduktionsart führen.

Doch das war nur der Anfang der Wirkung Christi in Jesus. Im physischen Leib Jesu hat sich Christus mit dem allmenschlichen Keim des Geistesmenschen vereinigt und ihn mit seinem eigenen Lebensgeist (seinem makrokosmischen Ich) durchdrungen. Christus hat den allgemeinen Geistesmenschen dem einzelnen physischen Leib Jesu gleichgesetzt und damit den Zugang zum Geistesmenschen für alle einzelnen Leiber offengelegt. Auf diese Weise hat Er den einheitlichen physischen Leib der Menschheit geschaffen, der jedes einzelne Bewusstsein beherrschen kann. Das Mysterium von Golgatha wurde zu einem Doppeltor, das Geistesmensch und Geistselbst jeweils gegen Ende und Anfang des Zyklus passieren können. Der Weg der Substanz und der Idee durch den Menschen war somit offen. Das wurde ermöglicht, weil Christus das Universum in Jesus von Nazareth – der höchstmöglichen geeigneten Form – verinnerlicht hat. So wie Gott sich in der Offenbarung verinnerlicht hat, indem Er zum Weltall wurde, so hat auch Christus das Weltall als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch in Jesus verinnerlicht. Seitdem kann jeder Mensch das Gleiche tun – das Weltall in seinem Ich verinnerlichen, subjektivieren. Deshalb wird dem Menschen zuerst eröffnet, dass er Christus gehört, und erst dann alles andere.

Christus hat die mineralischen Substanzen im Leib Jesu, die eine illusorische Form der Substanz darstellen, mit seinem Lebensgeist durchdrungen. Er hat den Prozess der Aschenbildung in einen Prozess der Salzbildung transformiert, bei dem der Stoff vergeistigt und in das Erdenelement verwandelt wird. Aus dieser Metamorphose hat sich der Leib aufgelöst und wurde als eine Sonnenhostie von der Erde durch den Felsenriss in der Grabhöhle aufgenommen. Aus dem Grab erhob sich das Phantom des physischen Leibes als dessen wahres Wesen. In seinem Lebensgeist hat Christus den Geistesmenschen auf die Stufe der ätherischen Existenz erhoben, ohne ihn in einen Ätherleib zu verwandeln. So hat Er den Geistesmenschen in die Höhen des Anfangs des gegenwärtigen Zyklus erhoben und dadurch das physische Prinzip im Weltall gerettet.

Noch etwas Weiteres: In  der vorherigen Form Jesu hat Christus eine neue Geburt hervorgerufen, indem Er einen neuen Leib – das achte Menschenglied – schuf. Er schuf einen Leib aus lebendiger Weisheit, in der das direkte und nicht von den Hierarchien verinnerlichte Christus-Licht wirkt. In dieser Gleichheit von Leben (Liebe) und Licht (Weisheit) wirkt das Ich, das nicht nur erschaffen wird, sondern selbst den neuen Zyklus unter den Bedingungen des gegenwärtigen Zyklus schafft. Der Auferstehungsleib stellt das menschliche Ich als das Leben Christi dar.

Christus hat nicht nur das Phantom zum Anfang des Zyklus zurückgebracht, was ja sinnlos wäre, sondern Er hat es im Sinne des voranfänglichen, überzeitlichen Wesens Gottes erneuert. Damit setzte Er den Anfang des nächsten Evolutionszyklus, aber Er hat das im Rahmen der Aufgaben des alten Zyklus erledigt. Er hat das Pralaya in das Manvantara heruntergeholt, um das Gesetz des Manvantara nicht aufzuheben. Das Phantom des physischen Leibes, das aus dem Grab auferstanden war, besaß die ursprüngliche Reinheit, Herrlichkeit und Vollkommenheit, die es auf dem alten Saturn besessen hatte. Aber seine Form war eine andere, denn sie wurde im Lauf der Äonen unter dem Einfluss der Hierarchiewesen verändert. Nun hat es die Form eines Pentagramms, so wie der „Mensch“ jenseits des höheren Devachan ausgesehen hat. Aber das Phantom besitzt alle Eigenschaften des physischen Leibes des irdischen Menschen. Außerdem wird der Auferstehungsleib vervielfältigt, weshalb der Mensch ihn individualisieren kann. Der Mensch kann seinen Geistesmenschen als seinen eigenen Anteil am Auferstehungsleib individualisieren. Der Geistesmensch und der Auferstehungsleib sind die beiden Seiten derselben Münze.

In die Höhen des Zyklus aufsteigend, wird das Phantom des Menschen nur in das menschliche Ich herabsteigen. Es wurde schon durch das Christus-Ereignis in die Sphäre des Lebensgeistes heruntergeholt, nun wirkt es von dort als Lebensgeist auf uns ein und zeigt die Eigenschaft des Geistesmenschen. Es wirkt auch auf dem Astralplan und legt in der Evolution die Eigenschaften des Geistselbst an den Tag, wobei es die Gesetzmäßigkeiten des Geistesmenschen aufbewahrt. Hier kann es jeder am Anfang seines langen Wegs zum Vulkan individualisieren. Auf diesem Weg werden wir aus unserer Ich-Kraft heraus den dreieinigen Leib in einen dreieinigen Geist verwandeln.

Im Augenblick des Mysteriums von Golgatha ist das Engelswesen als Träger des Geistselbst aus dem Wesenskern des Menschen herausgetreten und dort blieb nur die Ich-Hülle zurück, die aus der Erfahrung der Sinneswahrnehmungen, Lebensprozesse, der Befolgung der Gebote, des bildhaften Denkens usw. individuell ausgearbeitet worden ist. Gleichzeitig hat das von Christus gerettete Phantom als eine Ich-Form völlig neuer Prägung eine Art innere Oberfläche in der Atma-Sphäre erzeugt. Deshalb wurde das Atma zum Geistesmenschen. In der Praxis ist aber der Geistesmensch vorläufig nicht die Hülle des ewigen Lebens (des Ich), des Auferstehungsleibes, sondern umgekehrt – der Auferstehungsleib umhüllt den Geistesmenschen. Es scheint, als das Atma wieder an seinem Zyklus-Anfang steht und wir uns im Chaos befinden, aus dem etwas Neues entstehen wird. Wie die beiden Seiten derselben Münze müssen Geistesmensch und Auferstehungsleib ihre Plätze bis zum Zyklus-Ende tauschen. Bis zu dieser Zeit müssen wir im Astral- und Ätherleib erwachen und uns Geistselbst und Lebensgeist aneignen. Die beiden werden sich von den entsprechenden Gliedern der Hierarchien unterscheiden, denn sie werden direkt durch das Christus-Ich erlangt. Auf dem Vulkan wird aus der Hülle des Geistesmenschen wie ein Schmetterling der von jedem Menschen individualisierte Auferstehungsleib herausfliegen. Das wird das wahre Ich sein, das im Laufe von Äonen in den Hüllen des dreieinigen Geistes herangereift hat. Der Mensch wird ein Ich ohne Hüllen sein – wie Gott am Vorabend seiner Erstoffenbarung, als Er ein Nichtsein, ein nichtmanifestiertes Sein war. Der Mensch ist in seinem Ich auch ein Nichtsein, ein Nichtbewusstsein, sofern er nur eine Widerspiegelung ist. Doch in diesem Nichtsein des Ich als Intention wurde bereits mit der Verbindung auf dem alten Saturn des Ich-bin-Prinzips über den Geistesmenschen der Geister des Willens mit der Wärmemonade die Verwandlung in ein Ich, in einen Gott keimhaft angelegt. Dieser Gott wird während der Vulkan-Verwandlung sagen: „Ich bin Gott selbst“. Das ist die Idee des Zyklus hinsichtlich der Menschenentwicklung, die der Verfasser dieser Schrift schon im gegenwärtigen Erdenäon gedanklich erkannt hat.

Auf dem Vulkan werden wir mit der Auferstehung des Geistesmenschen, des Phantom-Ichs unsere höchste Form erreichen, die wir im Zyklus annehmen können – die Ich-Form. Dieses Ich wird der Ausdruck des ewigen Lebens, der erneuerten Idee und der neuen Substanz im Zyklus sein.

In Hinblick auf die Tatsache, dass der Lebensgeist Christi und das Geistselbst des Heiligen Geistes an Epiphanie in Jesus als etwas noch nie im Zyklus Herabgestiegenes einströmten, können wir uns fragen, ob es auch eine Substanz gibt, die nicht aus unserem Zyklus ist. Das Wesen der Substanz im gegenwärtigen Zyklus ist der Geistesmensch von den Geistern des Willens, die jeder Mensch, der seinen physischen Leib durch das Christus-Ich, also durch den Auferstehungsleib vergeistigt, retten wird. Die Mineralien in uns werden wir in die Idee der Erde transformieren, so wie wir die Aschenbildung in die Salzbildung transformiert haben – Gottes Absicht ist es ja, dass der Mensch „das Salz der Erde“ ist. Doch das ist nicht die Substanz für den nächsten Zyklus, denn das Mineralische ist nur eine Illusion der Substanz. Das Mineralische wird nach und nach von Leben erfüllt werden, so dass diese ätherisierte Materie auf dem zukünftigen Jupiter lebendig sein wird. Der einzige Ort, an dem wir die Antwort dieser Frage finden können, ist die Sonne. Dort hat Christus beim Herabstieg in die Verkörperung Seinen Geistesmenschen zurückgelassen, der nur im Sonnenstrom der Evolution bleiben kann. Was ist das Wesen dieses Geistesmenschen? Gennadij Bondarew hat z.B. zugegeben, dass die diesbezüglichen Verstandesfähigkeiten des Menschen nur zur Formulierung der Frage reichen. Die Antwort muss aber auch in Form einer Offenbarung gesucht werden. Und diese Offenbarung ist gekommen: Je weiter wir in der Individualisierung des Auferstehungsleibes fortschreiten, desto mehr werden wir in unserem physischen Leib die reinen Gesetze der Substanz des Zyklus wiederherstellen und gleichzeitig eine engere Beziehung zum Geistesmenschen Christi herstellen, den Er auf der Sonne zurückgelassen hat. Dieser Geistesmensch ist eine Substanz, die im Zyklus nicht vorhanden ist. Das ist das Atma-Prinzip in der Art, wie es nur im Pralaya existiert. Das ist das authentische Atma des Gott-Vaters. Christus hat es als seinen eigenen Geistesmenschen und als die Substanz für den nächsten Zyklus auf die Sonne hinuntergeholt!

Mit der Verinnerlichung seines Geistesmenschen, also des Auferstehungsleibes wird sich der Mensch auf dem Vulkan zu jenem Bewusstsein erheben, das die jetzigen Geister der Persönlichkeit besitzen. Mit seiner Beziehung mit dem Geistesmenschen Christi auf der Sonne wird der Mensch zu einem Wesen heranreifen, das das Bewusstsein eines Formgeistes besitzt. So wie die Geister des Willens am Ende des vorigen Zyklus das Bewusstsein eines Formgeistes (vom Standpunkt des Erdenäons) erlangt haben, so wird auch der Mensch, der das Ich und den Geistesmenschen Christi von der Sonne erlangt hat, sich am Anfang des nächsten Zyklus als eine Christus-Ich-Form aufopfern, die in sich eine neue Substanz, das ewige Leben und eine neue Idee bringt.  Diese Form wird eine Manifestation der Heiligen Trinität in Ihrer Vollheit sein, die im Pralaya vor der Weltschöpfung bestanden hatte. In Christus hat sich die ganze Vollheit des einigen Gottes manifestiert und Er hat dieses Verhältnis zwischen sich und Gott in den Menschen verlegt. Auf dem Aufwärtsweg, den unsere Sonne gemeinsam mit dem Geistesmenschen Christi zurücklegen wird, wird sie auf dem Vulkan zu einer „Supersonne“, um sich aufzuopfern und den Tierkreis des nächsten Zyklus zu bilden. Unsere Erde wird zur Stufe der Sonne in deren Sonnensystem aufsteigen. Dann werden wir fünf weitere Bewusstseinsstufen zurücklegen, über deren Wesen wir noch nichts wissen. Wir können lediglich die Vermutung aufstellen, dass vielleicht das heutige Mineralreich als ein Hierarchiewesen im Zentrum des nächsten Zyklus stehen wird, so wie der Mensch im Zentrum des heutigen Zyklus steht und der Existenz des Zyklus einen Sinn gibt. Doch dies ist eine bloße Vermutung.

Der Weg zu diesen unglaublichen Höhen des Geistes begann mit der Vergeistigung unseres jetzigen abstrakten Denkens, das wir nach dem langen Abstieg zur Ich-Form erlangt haben. Bei der Auferstehung im Denken werden der Äther- und der Astralleib in den Denkprozess einbezogen und es beginnt die Individualisierung des Ätherleibes. Das heißt, dass wir ihn mit dem Ich (dem Lebensgeist) Christi durchdringen. Das ist zugleich der Beginn der Individualisierung des Auferstehungsleibes. Das eigene Denken war die letzte Fähigkeit, die wir beim Herabstieg erworben haben. Mit dem Denken beginnt auch der Aufstieg. Doch das Erlangen des anschauenden Denkens erfordert eine radikale Wandlung der Seele. Die dritte Etappe ihrer Verinnerlichung begann nach dem Mysterium von Golgatha, aber der Prozess wurde erst nach dem Einbau der kosmischen Intelligenz in unser Nervensystem im 15. Jahrhundert intensiviert. Der Mensch erlebt die Seele als seine eigene, doch das stimmt nicht ganz, denn sie wurde nicht von unserem eigenen Ich entwickelt, sondern entstand aus der alten Wirkung des Geistes im Leib. Sie wurde von den Hierarchien von außen geschaffen. In uns ist die Seele voller Automatismen und zum großen Teil versklavt. Alles, was in ihr im Prozess der Evolution und der kulturhistorischen Entwicklung bereits erreicht ist, muss als eine Hülle erlebt, umgebildet und zur Bewusstseinsseele vergeistigt werden, wobei die Einschränkungen von Körper, Geschlecht, Instinkt, Vererbung sowie alles andere, was mit dem dunklen Aspekt des Ich zusammenhängt, aufzugeben sind. Nur dann wird der Mensch fähig sein, durch das „Nadelöhr“ – also durch das leere Bewusstsein des Ich – auf dem Weg zum höheren Ich durchzugehen und sich für die Individualisierung des Auferstehungsleibes öffnen. Bei diesem Prozess bleiben alle Eigenschaften der dreieinig gewordenen Seele bestehen, aber wir beginnen bewusst mit ihnen umzugehen, so dass sie Gott bei unserem Dienst an Ihm dienen. Die erneuerte Idee der Welt tritt in uns als Geistselbst ein und wir umhüllen sie von außen mit unserer vergeistigten Bewusstseinsseele, indem wir mit diesem Geistselbst verschmelzen. Allmählich wird die Bewusstseinsseele zu einer Seele mit imaginativer Bewusstseinsform. Aus der Einheit von Bewusstseinsseele und Geistselbst im Menschen wird die Wohnstätte des Lebensgeistes des Christus aufgebaut, in Dem der Geistesmensch jedes Menschen aufersteht und allmählich zu einer Hülle des Auferstehungsleibes wird. Damit diese Einheit möglich wird, entwickelt die geistige Welt ein Organ der Intuition in der Bewusstseinsseele, so wie der physische Leib für sie die Sinnesorgane aufbaut. Dieses Organ entsteht aus der anschauenden Kraft des Denkens und ermöglicht uns Intuitionen, die vom Geist kommen. Die Ausbildung dieses Organs ist die selbständige Aufgabe jedes Menschen. Der substanzielle Astralstrom von der Zukunft zur Vergangenheit und der Evolutionsstrom von der Vergangenheit zur Zukunft bilden an und für sich nicht die dreieinige individuelle Seele, sie schaffen lediglich die Voraussetzungen für ihre Entstehung. Diese Seele kann entstehen, wenn der Strom der Entwicklung auf der Senkrechten zum von den Himmelshöhen herabströmenden Christus-Impuls aktiviert wird. Erst dann wird das Organ der Intuition ausgebildet. Ohne das anschauende Denken besucht die Intuition den Menschen nur ausnahmsweise in Form spontaner Erleuchtungen der Empfindungsseele (hauptsächlich bei Kunstschaffenden) bzw. der Verstandesseele (bei wissenschaftlich tätigen Menschen). In beiden Sphären fehlt aber die dauerhafte bewusste Einheit mit dem Geistselbst und noch mehr mit dem Geistesmenschen. Zudem können dann die Intuitionen luziferisch oder ahrimanisch gefärbt, statt christlich sein. Sie offenbaren womöglich die alte Weisheit des Heiligen Geistes vom alten Mond und der Mensch könnte sogar Visionen erleben, die allerdings keinen Bezug auf seine gegenwärtige oder zukünftige Entwicklung haben. Wenn man die Kulturepoche weiterhin auf dem Wege der Involution erlebt und passiv den geistigen und anderen Impulsen folgt, wird das Ich in keiner Weise stärker. Auf diese Weise geht die ganze Zivilisation unvermeidlich ihrem Verfall zu. Zukünftig werden sogar unsere Sinnesorgane, die wegen der Ausbildung unseres Ich-Bewusstseins geschaffen wurden, auch verfallen. Unser Auge wird etwa nur die schwarze und weiße Farbe unterscheiden können. Dem niederen Ich wird dann die Existenzgrundlage entrissen und der Mensch wird von der Evolution abfallen.

Hierfür bietet die Gender-Ideologie ihre eigene Variante eines Auswegs aus dem unvermeidlichen Zusammenbruch der heutigen Zivilisation. Doch diese Variante gründet sich auf dem Egoismus des Ich. Die amerikanische Philosophin ungarisch-russischer Herkunft Judith Butler stützte sich bei der Formulierung ihrer Theorie des Gender-Mainstreaming auf die Spekulationen einiger extravaganter westlicher Psychiater aus den 60er Jahren sowie auf die Ansicht Hegels über die freie Wahl. Das Gemisch hat sie in pseudowissenschaftliche Phrasen eingepackt und so ist ihr 1990 veröffentlichtes Werk „Gender Trouble – Feminism and the Subversion of Identity“ entstanden, das die philosophische Grundlage einer sozialen Praxis bildete, welche in die westlich von uns befindlichen Gesellschaften mit unaufhaltsamer Macht eingezogen ist. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die Epoche der Bewusstseinsseele das Trennen von allen „Reichtümern“ verlangt, die mit der uns versklavenden Vererbung, der Unterdrückung der materiellen Kultur usw. zusammenhängen, damit wir mit leerem Ich-Bewusstsein durch das „Nadelöhr“ gehen und uns ins Himmelsreich – in die Sphäre des Ich – erheben können. Alle „Reichtümer“ des Intellektualismus und der sinnlichen Wahrnehmung sind bei diesem Aufstieg nur hinderlich. Die Genderisten verlangen berechtigterweise nach einem Bruch mit den sozialen Rollen in unserem Leben, einschließlich im Geschlecht – aber sie wollen das auf ahrimanische Art erreichen – nämlich vorzeitig. Das, was wir hier als unser Vervollkommnungsziel bisher beleuchtet haben, lässt sich Stufe um Stufe auf dem Wege der Evolution durch einen Übergang zum Ich erreichen. Die Hauptursache für den Verfall der gegenwärtigen Zivilisation ist die Krise ihres systembildenden Faktors – des Ich. Der Genderismus will uns den Ausweg über das Ich zeigen, allerdings nicht auf der nach oben zu den Hierarchien strebenden Senkrechten, sondern in die genau entgegengesetzte Richtung, die dem Mondenstrom der Evolution zu den Tiefen der sozialen Hölle im Unbewussten folgt. Auf diesem Abwärtsweg werden wir nie unsere Beziehung zum Schutzengel, Volkserzengel und zum Zeitgeist Michael festigen können, um Christus im Ich zu finden. Die Bewusstseinsseele ist eine Ich-Form des Bewusstseins und nur mit ihr können wir zum Geist aufwärtsstrebend in rechtmäßiger Weise Zeit und Raum verlassen. Der Genderismus führt zu Luzifer, Ahriman und Asuras und direkten Weges in die Fänge des Sonnendämons Sorat. Doch Sorats Einmischung wird nicht mehr notwendig sein, wenn wir vorher schon unser Ich verloren haben werden. Die falsche luziferisierte Gender-Freiheit führt unvermeidlich zum Karma Ahrimans, und Ahriman bereitet für uns den dritten Sündenfall vor. Nachdem wir aus der geistigen Welt auf die Erde und später mit dem reflektierenden Denken auch aus der Natur vertrieben worden sind, wird nun auch der Austausch des Gehirns gegen den künstlichen Intellekt vorbereitet. In unserem Ich ist das Weltall immer noch zweieinig. In ihm hat die Substanz zwar das Leben verloren, jedoch noch nicht die Form, die die Logik ist. Und die Logik ist eine geistige Tätigkeit, welche die letzte, periphere Erscheinung des Heiligen Geistes im Menschen zum Ausdruck bringt. Durch diesen Raub des Reflexionswerkzeugs wird uns selbst das abstrakte Denken weggenommen, auf dem das Ich ausgebaut wurde. Der Mensch wird aus dem eigenen fünften Naturreich vertrieben, das er sich im Laufe der Kulturentwicklung erworben hat. Hier mischen sich schon die Asuras ein, die hinter dem Angriff auf das Ich und die Bewusstseinsseele stehen. Die Asuras sind bestrebt, Ich und Bewusstseinsseele unter ihre Kontrolle zu bringen und dadurch unrechtmäßigerweise zum Ich und zum Weltenkreuz Christi vorzudringen. Sie wollen Seinen Platz als Gleichgewicht-Erhalter zwischen Luzifer und Ahriman einnehmen.

Sorat hat ein noch wichtigeres Angriffsziel – den Auferstehungsleib. Aus diesem Grund behaupten wir, dass er einer der Geister des Willens ist, die dem jetzigen Zyklus zugrunde liegen. Sorat ist der Gegner der Oktave, des Übergangs zum nächsten Zyklus. Seinen todbringenden Atem kann jedoch nur derjenige bemerken, der eine konkrete Einstellung zum Auferstehungsleib erreicht hat. Da das heutzutage nur wenige Menschen können, fällt den meisten Menschen die Unterscheidung von Gut und Böse so schwer.

Einerseits sehnt sich die Gender-Ideologie nach der Freiheit, jedoch in luziferischer Weise, ohne den Heiligen Pfingstgeist, andererseits treibt sie uns unumgänglicherweise in neue Sphären des Gruppenbewusstseins, die mit der Epoche der Bewusstseinsseele absolut unvereinbar sind. Die Organisationen von Schwulen, Lesben, Transsexuellen, ja die Rockerbanden und die Aussicht, dass die ganze Menschheit zu einer Masse von Biorobotern mit mechanischem Bewusstsein wird, stellen allesamt Entartungen der Idee des Zyklus dar. Wie wird dann wohl die Idee des nächsten Zyklus aussehen?! Diese Entartungen bringen uns zur Ausgangsposition unserer Entwicklung in einer Art zurück, die mit dem Einweihungsweg nichts zu tun hat. Auf diesem Einweihungsweg kehren wir auch zum alten Saturn zurück, jedoch geschieht das bewusst über das Ich und indem die Stufen des übersinnlichen Bewusstseins zurückgelegt werden. Luzifer will eine neue Schöpfung einleiten, an deren Anfang er sich selbst setzen will. Die Substanz will er entsorgen. Im Unterschied zu ihm will Ahriman die ganze Substanz in seine Gewalt bringen, sie in die Sphären des Unterbewussten entführen und auf der Grundlage des Mineralreichs eine eigene Schöpfung anstelle der Vergangenen einleiten. Das wollen die Genderisten ja auch! Wenn wir den beiden Widersachern folgen, werden wir uns nie seelisch-geistig mit dem Kopf zur geistigen Welt drehen.

Wie bereits erwähnt, sind die Ansichten der Konservativen und Liberalen heutzutage dermaßen entstellt, dass sie unter den Bedingungen der globalisierten Welt seltsame Metamorphosen erfahren. Die Liberalen treiben den Menschen zur unsteuerbaren Willkür seiner niederen Natur, was als „Internationalismus“ ausgegeben wird. Doch sie werden wütend, wenn ihr Recht aufs Wahnsinnigwerden verletzt wird. Dann werden sie zu ausgeprägten „Konservativen“. Die Vertreter des Konservatismus bestehen auf das Nationale, doch wir sehen am Beispiel des russischen orthodoxen Nationalismus und des türkischen islamischen Nationalismus, was für absurde Formen das Nationale im michaelischen Zeitalter annehmen kann. Die Schäden, welche die heutigen Liberalen und Konservativen dem menschlichen Bewusstsein zufügen, sind irreparabel – insbesondere, wenn Kinder im frühesten Alter betroffen sind. Die Absichten der Gender-Ideologen in Hinblick auf die Kinder sind Schauder erregend. Sie streben danach, dem Menschen, der bis zu seinem 21. Jahr national bedingt ist, das Erleben der einheitlichen Volksseele, das „Knochensystem“ seines weiteren Lebens zu entziehen. Der Abbruch der Beziehung zum Volkserzengel wird durch die Förderung der sexuellen Zügellosigkeit ab frühestem Alter ermöglicht. Es ist kein Zufall, dass die Theoretikerin des Genderismus eine Lesbe ist. Früher habe ich viel Zeit der Lektüre von Büchern gewidmet, die Begegnungen mit „Außerirdischen“ schildern. Die Zeugen solcher Begegnungen erzählten oft, dass das Hauptinteresse der Besucher aus den „Schüsseln“ dem menschlichen Gehirn und unserem Reproduktionssystem gilt. Wir wissen, dass diese sog. „Außerirdischen“ aus der unterirdischen ahrimanischen Schule stammen, die Ahriman als Gegenstück zu der übersinnlichen Schule Michaels gegründet hat, welche nach dem 15. Jahrhundert im Gebiet der Sonne existiert hat. Diese „Außerirdischen“ sind nichts anderes als verhärteter Äther, weshalb ihre „Raumschiffe“ so merkwürdig manövrieren.

Es ist durchaus erklärbar, warum Ahriman nach unserem Gehirn greift – durch unser reflektierendes Denken will er unsere kosmische Intelligenz rauben. Zusammen mit Luzifer lassen sie über diese ahrimanisierte Intelligenz Ideologien wie den Genderismus entstehen. Besonders gefährlich ist dabei der Angriff auf das Geschlecht, durch das wir uns reproduzieren. Bisher hat sich keiner erdreistet, das Geschlecht in Frage zu stellen! Nun ist auch das Geschlecht an der Tagesordnung! Die blutsverwandtschaftliche Liebe ist sinnlich, aber in ihr wirkt das höhere, reine Prinzip aus der Liebe der Formgeister weiter. Dank diesem Prinzip dient der Mensch aufopfernd der Fortsetzung des Menschengeschlechts. Die Welt wird aus dem Opfer, aus der Hingabe erschaffen und das ist die Grundlage jedes Lebens. Das Hauptopfer, die All-Liebe in unserem Zyklus ist Christus selbst. Das Gegenstück der Liebe ist nicht der Hass, sondern die Weisheit. Indem sie die Liebe durchzieht, verleiht sie ihr die Form. In der erschaffenen lebendigen Form stehen sich beide Prinzipien als Leben und Bewusstsein entgegen und über ihnen regiert der Wille des Gott-Vaters als allumfassende Einheit. So sah es aus bis zur Ankunft Christi. Wir waren bereits geschlechtergeteilt und die beiden Paradiesbäume haben sich im Geschlechtsakt ineinander verflochten, damit etwas Neues geboren werden konnte. Das individuelle Leben ist das Ergebnis der Verschmelzung der Liebe und Weisheit im Anderssein, im Fleisch. Die Liebe als die Fortsetzung des Stammes wird von der höheren Weisheit regiert. Aus der Liebe zwischen Mann und Frau entsteht der Wunsch, ein Kind zu schaffen. Im Altertum wurden die Beziehungen zwischen den Geschlechtern von den Priestern geregelt, aber die Menschen führten ein sinnvolles und inhaltsreiches Leben. Keiner wäre auf die Idee gekommen, sich über „mangelnde sexuelle Vielfalt“ zu beschweren. Der Mensch schließt in seiner Einheit das männliche und das weibliche Prinzip ein und die physische Geschlechtertrennung ist nur ein vorübergehender Zustand. Doch diese Trennung wird durch die Ehe kompensiert. Die Liebe, die zur Ehe führt, beginnt bei einer gesunden Beziehung mit dem Erhabenen. Nur das Erhabene ist in der Lage, die Ehe im späteren Verlauf des Lebens aufrechtzuerhalten, es vertieft die Beziehungen, die gegenseitige Achtung usw. Doch Luzifer hat die blutsverwandtschaftliche Liebe mit dem Egoismus und der Begierde durchzogen. Seitdem liebt der Mensch und denkt an die Liebe, weil er begehrt. Alles, was später dieser Liebe als Erotik oder Sexualität – wie es im Westen genannt wird – beigemischt wurde, kam vom anderen Aspekt der Liebe – der Liebe zu sich selbst, dem Existenzialismus der Begierden, in denen Luzifer herrscht. Die geschlechtliche Begierde ist gleicher Natur wie der Hunger und der Durst. Sie erreicht wie alles andere, was in den sinnlichen Wahrnehmungen lebt, die Seele auf den Wellen der Erwartungen, die von außen an die Tür klopfen. Deshalb umgibt uns die Massenkultur von allen Seiten mit wilden erotischen und antimenschlichen Wahrnehmungsobjekten. Das war der Anfang der sexuellen Revolution. Von allen Verlangen hat das sexuelle die engste Beziehung zum alldurchdringenden Prinzip des Seins – zur Liebe – und zur Ausbildung des Bewusstseins. Deshalb ist die Sexualität ein Feind sowohl der Liebe als auch des Bewusstseins. Sie ist Hass, sie ist das höchste Ausmaß an Egoismus.

Auf der nächsten Etappe sind die Begründer und Schaffenden der sexuellen Revolution noch weiter in der Absonderung der sinnlichen Liebe von deren göttlicher Herkunft gegangen. Nicht nur haben sie die Liebe der Sexualität gleichgesetzt, sondern sie propagieren die eingeschlechtlichen Beziehungen, die eine fürchterliche Dissonanz, eine Todessünde in der menschlichen Entwicklung darstellen und zu einer Ausweglosigkeit führen. In der eingeschlechtlichen „Liebe“ gerät der Mensch in Widerspruch zu seiner eigenen Evolution im Laufe von 30000 Jahren während der Atlantischen und Nachatlantischen Wurzelrassen. In der Ehe zwischen Mann und Frau müssen die Menschen über das zukünftige Erlangen der Einheit lernen. Wenn die Zeit der kolossalen geistigen biologischen Mutation des Menschen kommt, welcher die Erfahrungen seiner früheren Inkarnationen in beiden Geschlechtern und die Kraft zur Überwindung seiner niederen Begierden angehäuft hat, wird er in der Lage sein, in sich die alte Einheit auf individuelle Art wiederherzustellen. Diejenigen Menschen, die keine Erfahrung und Kraft dazu haben, gehen das Risiko ein, von der Evolution abzufallen und ein untermenschliches Reich zu bilden.

Im apokryphen Philippus-Evangelium heißt es über die Geschlechtertrennung: „Als Eva noch in Adam war, gab es keinen Tod. Als sie von ihm getrennt wurde, entstand der Tod. Wenn sie wiederum hineingeht und ihn annimmt, wird kein Tod mehr sein… Deswegen ist Christus gekommen, damit er die Trennung, die von Anfang an bestand, wieder beseitige und sie beide vereinige und denjenigen, die in der Trennung gestorben sind, Leben gebe und sie vereinige.“

Christus kam, um die beiden Paradiesbäume zu vereinigen, die Liebe und die Weisheit, die Frau und den Mann. Im Garten Gethsemane hat Er sich nicht dem Willen des Vaters unterordnet, sondern dem Gott der All-Liebe selbst. Deshalb ist auch das Phantom auferstanden. Es ist der Mensch in der richtigen Gestalt auferstanden.

Die Gender-Sexualität ist ein kolossaler Angriff auf diese Vorbestimmung des Menschen. Sie wirkt gegen Michael als Zeitgeist und gegen die michaelische Wirkung im Menschen, gegen die Vereinigung der beiden Paradiesbäume, gegen die Synthese der Mysterien des Logos und der Sophia, die zur neuen Reproduktionsart führt, gegen die richtige Vorbereitung des Menschen auf die Vereinigung des Mondes mit der Erde und die Wiederherstellung der Dreieinheit zwischen Erde, Mond und Sonne als den mächtigen kosmischen Gral. Der Genderismus wirkt gegen die Verwandlung des Menschen in ein Ich, gegen seinen Aufstieg zur Oktave während der Vulkan-Verkörperung der Erde und letztendlich gegen den Übergang zum nächsten Evolutionszyklus des Heiligen Geistes. Der Genderist arbeitet gegen sich selbst, gegen den Heiligen Geist und daher ist seine Sünde unverzeihlich.

Die Folgen dieser Ideologie sind nicht messbar, deshalb darf die rote Linie, die zu ihr führt, nicht überschritten werden. Das weibliche Leibergefüge ist besonders wertvoll und sollte für die nächste Kulturepoche bewahrt, gehütet werden, wenn es der Anziehung von Himmelsprozesen zu den Erdenprozessen dienen wird. Die Verknüpfung des Schutzes der Frauen mit dem Genderismus in der Istanbuler Konvention ist fatal. Eine der vorrangigen Aufgaben des Menschen, der Kultur und Zivilisation schlechthin ist es, die Liebe von der Sexualität zu trennen. Die sexuelle Freizügigkeit ist nicht der Ausdruck der sich befreienden Persönlichkeit in der Epoche der Bewusstseinsseele. Vielmehr führt sie zur Entstehung einer wahnsinnigen Welt, in der die entartete Missförmigkeit den Platz der Schönheit bezieht, in der die Sünde zur neuen Tugend proklamiert und die Weltharmonie von Grund auf zerstört wird. Und das will man uns als etwas Fortschrittliches aufzwingen! Der nächste Schritt auf diesem verhängnisvollen Weg ist bereits getan – die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare. Es wird irgendwann die Aufhebung des Inzestverbots folgen, allmählich wird der Weg zur Pädophilie gebahnt und zum Schluss auch der Kannibalismus gesetzlich geregelt werden. Die „zivilisierte“ Welt ist in dieser Hinsicht ziemlich weit „fortgeschritten“. Sie begreift nicht, dass die heutige Sexualität schwarze Magie darstellt, die die Bewusstseinsseele ertränkt. Als Ergebnis tritt der Tod der Kultur ein. Heute wird selbst der Intellekt mit vererbt und die Vertreter der angelsächsischen Rasse erhalten auch die Bewusstseinsseele vererbt. Wenn sie die Bewusstseinsseele an die abstrakte Intelligenz binden und sie in die instinktive Grundlage der Empfindungsseele eintauchen, verfällt sie dort und wird zum Anziehungszentrum von Zerstörungskräften. In den Instinkten regiert der Gruppenegoismus jeglicher Provenienz –  der  rassenmäßige, nationale, korporative usw. Die Bewusstseinsseele wird in den Dienst der zahlreichen Doppelgänger des Zeitgeistes, der Volksgeister, der Schutzengel gestellt. Wenn die Bewusstseinsseele in die Gefangenschaft der Doppelgänger gerät, ist sie dem endgültigen Verfall geweiht.

Bei all diesen schrecklichen Aussichten kann man sich die unvermeidliche Frage stellen, warum wir dem totalen Irrsinn verfallen und nicht zu einem Aufstieg durch eine Änderung der Bewusstseinsform kommen. Dies macht nämlich den wahren Globalismus aus und verwandelt den Menschen in ein Hierarchiewesen. Die Antwort ist klar: Es steht der Zusammenstoß mit dem inkarnierten Antichrist. Nun können wir schon mitteilen, dass er sich im Jahre 2029 inkorporieren wird, wenn sein Gefäß das 30. Jahr erreicht. Ahriman wird im Gefäß drei Jahre leben. Die nächste Frage lautet, wer das Gefäß ist. Diese Frage kann auch schon beantwortet werden.

Wir wissen aus der Anthroposophie, dass sich in der Zeitenwende in Mittelamerika die satanischen Mysterien der Maya abgespielt haben, bei denen die Beziehung zu den dunklen Mächten durch das Aufschneiden des Magens des Opfers hergestellt wurde. Laut Steiner war damals der stärkste Schwarzmagier auf Erden inkarniert, der jemals unter den Menschen gelebt hat[2]. In seinen früheren Inkarnationen wurde er auch durch die Teilnahme an satanischen Ritualen vorbereitet, dass er zur Zeitenwende so starke Kräfte entwickeln konnte, um die Entwicklung in der vierten und fünften Kulturepoche in eine Richtung zu  treiben, die den Absichten der ahrimanischen Wesen völlig entsprach. Die kolossale Gefahr, die von diesem Schwarzmagier ausging, wurde vom weißen Magier Vitzliputzli gebahnt, der „auf übersinnliche“ Art gezeugt und im Jahre Null geboren wurde. Als er das 30. Jahr erreicht hatte, kämpfte er drei Jahre lang gegen den Schwarzmagier und hat ihn gekreuzigt. So hat Vitzliputzli den höllischen Plan des Schwarzmagiers vereitelt. Neun Jahrhunderte später hat sich dieser Schwarzmagier wieder als der Gegner der rechtmäßigen Menschenevolution inkarniert – als Klingsor – der Feind Parsifals und Amfortas‘, der Feind des Gral und des Christus. Dieser ahrimanische Schwarzmagier hat sich am 11.08.1999 wieder inkarniert und er ist derjenige, der vorbestimmt ist, Ahriman in sich aufzunehmen. Bisher wissen wir nicht, wie die Inkorporation selbst verlaufen wird, doch dieser Magier ist an sich schon ein ernstzunehmender Gegner. Wie stark wird er wohl sein, wenn Ahriman in ihn eintritt?! Ist sich der heutige Mensch des abstrakten reflektierenden Denkens überhaupt bewusst, was ihn erwartet?!

Die verfallende Materie wird nicht ewig lang den Geist reflektieren, und das Ich existiert nur aufgrund der Gnade dieser Reflexion. Es besteht die Gefahr eines zweiten Todes – des Seelentodes, der den Menschen aus dem Evolutionsprozess entfernen wird. Als Ergebnis wird er jegliches Bewusstsein verlieren. Der Mensch wird einfach verrückt werden! Am Anfang haben wir erwähnt, dass im Punkt, in dem sich der physische und der Ätherleib vereinigen, auf der einen Seite das Wärmeelement und der Wärmeäther sind. Dort wird die Materie in Geist umgewandelt und umgekehrt. Auf dem entgegengesetzten Pol stehen sich der Lebensäther und das Element Erde – das gröbste Element –  entgegen. Zwischen beiden besteht ein Abgrund, doch dort entsteht auch das Phänomen der Reflexion. Das Leben zieht sich vom Physischen und Mineralischen zurück, die Materie stirbt und der Astralleib nimmt die Schatten der Berührung des menschlichen Gehirns mit den lebendigen Welt-Intelligenzen wahr. Das abstrakte Denken unterbricht allmählich die Verbindung des Wärmeäthers mit dem menschlichen Willen, es zerstört den Lichtorganismus des Menschen und die Gefühle. Durch die Sprache tötet das abstrakte Denken den Weltenton und das Denken und vertreibt schließlich das Leben und den Sinn aus der menschlichen Existenz. Der Mensch wird nur in das Mineralische hineingetrieben, das eine illusorische Form der Substanz ist, so wie das reflektierende Denken ein Schatten des kosmischen Denkens ist.

Der Gedanke lässt sich nicht verdinglichen, sondern er wirkt auf den Stoff indirekt über den Weltäther ein. Als Zeitgeist hat Michael eine besondere Beziehung zum Weltäther – der entstehenden Zeit, die zur Zukunft führt. Beim zweiten Golgatha ist Christus durch die nathanische Seele als Bewusstsein im Lichtteil des menschlichen Ätherleibes auferstanden, damit Seine zweite Wiederkunft beginnt, die dort imaginativ angeschaut werden kann. Somit wurde durch das astrale Licht der Weg des Heiligen Geistes aus dem Plan der Vorsehung zum Lichtäther gebahnt, damit Er in ihn den Christus-Impuls aus der hohen Sphäre der 12 Bodhisattvas herunterholen kann. So war der Christus-Impuls in der Lage, über den Heiligen Geist selbst den Wärmeteil des menschlichen Organismus zu erreichen, in dem die Materie in Geist ungewandelt wird. Dieses Opfer war notwendig, damit das Christus-Bewusstsein bis zum Wärmeäther herabsteigen kann. Durch das Mysterium von 1936, das Christus gemeinsam mit der nathanischen Seele, den exkarnierten Michaeliten und dem auf der Erde weilenden Bodhisattva darbrachte, hat Er sich gewissermaßen den Weg der direkten Verbindung mit dem Wärmeäther gebahnt. Nun hält Er sich dort als kosmische Liebe auf. Diese Liebe muss die Menschenseele im Inneren zum Wirken bringen. Der Weg zur geistigen Welt beginnt mit der Moralität, und die Moralität ist Christus selbst. Aus dem Willen im Wärmeäther steigt der Mensch mit der Christus-Moralität durch den Lichtäther, der mit dem Weltgefühl zusammenhängt, zum Klangäther auf, der mit dem reinen Denken zusammenhängt. So geht der Mensch vom Ich zum Lebensäther im Ich über und gestaltet auf radikale Art seinen Ätherleib um – durch die Kommunion des Lebensgeistes Christi, durch das Ich Christi als Buddhi. Das macht das Wesen der Erhebung zur Sonnenevolution aus, und dort befindet sich der Geistesmensch Christi. Er erwartet von uns, dass wir Ihm nicht einfach den Lebensäther des Zyklus darbringen, sondern das ewige Leben, das über allen Zyklen steht. Dieses ewige Leben richtet der Mensch auf die Sonne in Form einer fünften Ätherart – des Gedankenäthers –, der uns aus dem Leben des Zyklus, das sich in den vier Ätherarten manifestiert, zum ewigen Leben des nächsten Zyklus führt.

Der Lebensäther ist die ätherische Widerspiegelung aus der Sphäre des höheren Devachan, der Klangäther – eine Widerspiegelung des niederen Devachan (der Planetensphäre) und der Lichtäther – der Astralwelt (Elementarwelt). Nur der Wärmeäther hat kein makrokosmisches Urbild, insofern er an der Grenze zwischen Ätherleib und physischem Leib wirkt. Dafür bildet er die Grundlage der freien Entwicklung des Menschen und dessen Erleben des individuellen Ich. Als Arche hat Michael eine besondere Beziehung nicht nur zum Wärmeäther, sondern auch zum menschlichen Willen und zum Geistesmenschen. Unser Weg zur geistigen Aufrichtung beginnt mit dem Bewusstsein Michaels und der Moralität Christi. Beides stellt die Annahme des erneuerten Palladiums in den menschlichen Willen dar. Das macht die Einweihung mit dem „Eisen und Brot“ aus, die Einweihung mit den erneuerten Paradiesbäumen – dem Geistselbst und dem Lebensgeist.

Laut Steiner besteht das Wesen der Wirkung Michaels in uns in der Fähigkeit, das Denken zu vergeistigen und Ideen-Offenbarungen zu empfangen. Zu seiner Lebenszeit – so Steiner – gab es keine geeigneten Bedingungen zum kollektiven Übergang der Menschheit zu dieser Transformation des Denkens, obwohl er selbst die neue Beziehung zur geistigen Welt dank der Erfahrungen aus seiner früheren Inkarnationen und der Anstrengungen des letzten Lebens gebahnt hat. Mit dem Zweiten Golgatha Christi am Ende des 19. Jahrhunderts konnte das geistige Licht zum Menschen herunterströmen. Doch damit sich der Mensch zum Geist erheben konnte, mussten in ihm völlig neue Kräfte hervorkommen, die „das Böse zum Arbeiten zugunsten des Guten einspannen“. Diese Kräfte gab es vorher nicht. Nur der gute, innerlich moralische Mensch kann mithilfe des Verstandes zu den lebendigen Ideen aus der kosmischen Intelligenz aufsteigen und sie fruchtbringend in die Zivilisation eintragen. Diese Kräfte kamen im Untergrund unserer Seele mit dem Mysterium von 1936 hervor, das ein Drittes Golgatha Christi darstellt. Diese Kräfte ermöglichten die Ausstrahlung des Heiligen geistigen Impulses am Ende des 20./Anfang des 21. Jahrhunderts von Bulgarien aus, den Steiner als den Höhepunkt der Anthroposophie vorhersagte. Die Platoniker und Aristoteliker und vor allem die Bogomilen als die Synthese der beiden sind bereits da und leiten diesen Impuls auf der Erde weiter, damit die gegenwärtige Zivilisation nicht vollständig zusammenbricht und wir uns auf die bevorstehende Begegnung mit dem Antichristen vorbereiten können. Wer das Vorhandensein des Impulses nicht erblickt, ist folglich noch nicht bereit. Dieser Impuls ist die Manifestation des Christus im Menschen, die Manifestation des Ich, des Gottes im Menschen. Die Ausstrahlung eines gegebenen Impulses wird immer durch eine Individualität verwirklicht und durch andere als solchen anerkannt. Das Erleben Gottes durch das menschliche Ich ist der wichtigste Sinn unserer Existenz im gegenwärtigen Zyklus, mit dem wir uns auf den nächsten Zyklus vorbereiten. Das ist auch der Sinn des Vorhandenseins Christi im heutigen Zyklus – des Gottes in uns.

Die geistige Aufrichtung geschieht nicht auf der Grundlage der Demokratie, in der die Meinung der Mehrheit herrscht. Im geistigen Leben stellt das eine Rückkehr zur Gruppenbewusstseinsform dar, die zur Verdummung der Massen und zu immer mehr Grenzüberschreitungen seitens der Regierenden führt, die oft in Diktaturen ausarten. Bei den Bulgaren wird das eher nicht eintreten, obwohl Millionen von ihnen so gut wie verblendet sind. Doch im Astralleib des bulgarischen Volkes wirkt das siebengliedrige Wesen des Heiligen Impulses. Das ist die Grundlage, auf der die Zukunft der Bulgaren und der Welt fußen wird. Diese Grundlage erträgt keine Gender-Ideologie oder andere leere Doktrinen, die die Frucht des reflektierenden Denkens sind. Ende 2017 wurde der Premier Bojko Borissov in Hinblick auf die Istanbuler Konvention von zwei seiner Ministerinnen in die Irre geführt. Beide besitzen eine anständige abstrakte Intelligenz, aber sie befinden sich im Bezug auf das lebendige Denken auf der Stufe eines Leghorn-Huhns. Viele Bulgaren haben sich gegen die Konvention erhoben, Borissov hat seinen Fehler eingesehen und wir wollen hoffen, dass die rote Linie nicht überschritten wird. Jeder macht Fehler und wir dürfen uns nicht auf ihn stürzen, sondern ihm durch ein Gebet, eine Vorlesung oder den persönlichen Kontakt helfen. Vorläufig gibt es niemanden, der Bojko Borissov ersetzen könnte, denn durch ihn wirken die guten Mächte. Bulgarien erwartet also eine gute Zukunft. Borissov erfüllt das, was das siebengliedrige Astralwesen des Impulses von ihm verlangt. Hoffentlich macht er weiterhin so und dann wird Bulgarien zu jenem Frieden stiftenden Zentrum der Erde werden, in dem die gegeneinander kämpfenden Völker den Weg der Versöhnung suchen. Evolutionsmäßig am höchsten steht derjenige, der fähig ist, sich über die Widersprüche zu erheben und das Böse zum Guten zu wenden. Das führt uns zu den geheimnisvollen manichäischen Mysterien, auf die die Bogomilen des Mittelalters blickten. Auf diese Mysterien verweist auch der magische Akt der Synthese der beiden großen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts – der Anthroposophie und des Bodhisattva. Hinter ihnen stehen die Himmlische Sophia und Christus selbst. Die Synthese verweist auf die sechste Kulturepoche und darüber hinaus zu der sechsten Wurzelrasse. Wer die Synthese anerkennt, wird vor sich das Tor zur Ewigkeit öffnen!

 

[1] Vgl. GA 148, Vortrag vom 06.10.1913

[2] Vgl. GA 171, Vortrag vom  18.09.1916

Der Jerusalem-Knoten

Video vom 24.12.2017

Original-Video

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Wir wollen heute unseren geistigen Blick auf die Welt richten und schauen, was dort passiert. Unter Berücksichtigung der Rolle der Menschheit wird uns dieser Blick in die ferne Zukunft führen – zu der  Schaffung eines Neuen Himmels, einer Neuen Erde und eines neuen Zyklus der Schöpfung – des Zyklus des Heiligen Geistes.

Was geschieht gegenwärtig in der Welt? Das wollen wir nur sehr kurz umreißen, damit sich das Video nicht in die Länge zieht. In Amerika ist 2017 Trump auf den Plan getreten, denn nach den endlosen und vorher nie für möglich gehaltenen Abgründen, in die uns der linke luziferische Globalismus geführt hatte, war es nur logisch, dass das Pendel in die andere Richtung schwingen und die Erscheinung des rechten Globalismus in der Person von Trump herbeiführen würde. Das ist ein natürlicher Prozess, doch man muss bedenken, dass in diesem Hin- und Herschaukeln zwischen Links und Rechts, zwischen dem luziferischen und ahrimanischen Prinzip Christus fehlt. Das ist das große Problem. Wenn das Pendel also nach rechts schwingt und dort sich eine Riesenkraft ansammelt, die den Weg des Antichristen absteckt, wird es mit einer noch größeren Kraft zurück nach links schwingen. Auf diese Weise wird die Menschheit seelisch und geistig immer härteren Proben unterzogen, ohne dass sie die Möglichkeit hat, das Gleichgewicht zu finden. Das luziferische Prinzip ist das primäre, da es sich, wie wir bereits in sehr spezifischen Vorlesungen darüber gesprochen haben, auf alle neun Hierarchien erstreckt und nicht nur, wie üblicherweise angenommen wird, bis zu den Thronen. Es erfasst alle neun Hierarchien, da die Götter selbst ihre Widersacher schufen, damit wir bis zum Mineralischen hinunterreichen und sich unser Ich-Bewusstsein auf dem physischen Plan ausbilden konnte. Da das luziferische Prinzip führend ist, ruft es unvermeidlich Karma hervor – es tritt Ahriman auf den Plan. Wenn Ahriman erscheint, wird der Mensch wie ein Ball hin- und hergeworfen und es tauchen die Asuras auf, d.h. das asurische Prinzip. Dieses Prinzip ist eine unrechtmäßige Synthese des Luziferischen und Ahrimanischen, die den bösen Einfluss der beiden verstärkt und praktisch das Zentrum, d.h. Christus verdrängt. Ins Zentrum, wo Christus stehen müsste, drängen sich die Asuras und stecken den Weg für Sorat ab – für den Hauptwidersacher Christi, dem Hauptfeind des Ich-Prinzips, der hinter den drei Sechsen steht. Das, was wir heute auf der Erde beobachten können, ist die Geburt des Asurismus – wir finden ihn im vernichtenden Missbrauch der Sexualität, in der Drogenabhängigkeit, im Islamischen Staat, im Terrorismus des Ghettos und in allen Grausamkeiten, die noch zukünftig geschehen werden. Das alles ist der Austausch des wahren Ausgleichsreglers – der Austausch des Christus gegen den Asurismus. Das ist es, was jetzt zum Zug kommt.

Was ist in den USA geschehen, die das bisherige Zentrum der Welt waren? Dort ist Trump mit all seinen Eigentümlichkeiten und unerwarteten Entscheidungen erschienen – ein Geschäftsmann, der buchstäblich mit Stollenschuhen in der Weltpolitik auftritt. All das ruft die von uns beobachteten Wirkungen hervor: Wenn Trump niest, kriegt die Welt Schnupfen und wird krank. Selbstverständlich gibt es sehr mächtige Kräfte des linken Globalismus, die Trump zu verhindern suchen, so dass man nicht weiß, wie lange er es noch an der Spitze aushalten und was er alles zustande bringen wird. Auf jeden Fall geht die Einpolwelt ihrem Ende zu. Amerika kann nicht mehr die Rolle der führenden Weltmacht spielen, die es bis gestern für sich beansprucht hatte. Sowohl China als auch Indien bzw. Russland erheben nämlich auch den Anspruch, weitere Weltzentren zu sein.

Was geschieht in Russland? Putin wird wieder zum Präsidenten gewählt werden. Die lange Agonie des russischen Volkes, die mit der Ermordung des elfjährigen Thronfolgers des Iwan des Schrecklichen Dmitrij/Demetrius angefangen hat, wird weitergehen. Durch die Ermordung des Demetrius wurde die Nabelschnur des entstehenden russischen Volkes, die es mit seinem bulgarischen Ursprung verbunden hatte, abgeschnitten, denn die Rjuriks sind keine Normannen, sondern ein bulgarisches Geschlecht. Durch das Abbrechen der Stammesbeziehung und auch der geistigen Beziehung zum bulgarischen Volk – der Beziehung zur Mutter – wurde das russische Volk wie ein Zweig vom Strom des Lebens mitgerissen. Es erschien Peter der Große, es kamen die Bolschewiken, nun ist Putin an der Macht. Die Russen wissen nicht, wie sie sich entwickeln sollen. Mit Ausnahme von zwei oder drei Großstädten, die etwas mehr Glanz haben, ist der Rest des Landes 100 bis 150 Jahre zurückgeblieben. Zukünftig ist in Russland mit ernsthaften Wirtschaftsproblemen zu rechnen. All das ist denjenigen, die das Leben in Russland verfolgen, bekannt. Putin lässt sich nicht durch eine neue Oktoberrevolution stürzen, denn das Volk ist offensichtlich hypnotisiert, sondern er kann wahrscheinlich durch einen inneren Umsturz gestürzt werden. Es wird spekuliert, dass in Russland Milliarden entwendet sind. In diesem Fall ist damit zu rechnen, dass ein innerer Widerstand entstehen wird, so dass Putins eigene Umgebung ihn stürzen könnte. Wozu das führen kann, steht auf einem anderen Blatt. Das russische Volk, das sich grundsätzlich mit verlangsamtem Tempo entwickelt, da seine Zukunft in der sechsten Kulturepoche liegt, muss allmählich beginnen, von der Verstandesseele zu den ersten Keimen der Bewusstseinsseele zu gelangen. Dementsprechend darf Russland nicht in der bisherigen imperialen Manier Bulgarien behandeln, sondern es muss sich zu unserem Land hinwenden wie zu seiner eigenen Mutter, die es geboren hat.

In China wird die Wirtschaftsmacht mit einem absurden politischen System kombiniert und dort werden auch gleichzeitig mit dem wirtschaftlich immer stärker werdenden Indien Ansprüche auf Weltvorherrschaft erhoben. Was können diese beiden Staaten anbieten? Sie bieten eine vergangene Spiritualität an, die unserer gegenwärtigen Zeit völlig unangemessen ist. Doch gepaart mit Wirtschaftsmuskeln ist sie in der Lage, große Probleme zu schaffen. Steiner hat schon vor 100 Jahren den Konflikt in der Ukraine vorausgesagt, der nun tatsächlich eingetreten ist. Nun will Amerika Waffen in die Ukraine liefern, damit sie sich gegen Putin und die Invasion in das sogenannte Donezkgebiet wehren kann. Das bedeutet eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und den USA. Die amerikanischen Habichte werden darauf bestehen und Trump wird auf sie hören – das wurde schon abgestimmt. Steiner hat auch einen Krieg zwischen China und Amerika vorausgesagt – einen Riesenzusammenprall, der im Pazifik ausgetragen werden soll. Wenn dieser Krieg sich auf europäischem Gebiet entfalten würde, würde Europa weggefegt werden. Trump hat gegenwärtig jegliche China-Rhetorik aus der Zeit seiner Wahlkampagne vergessen und gibt sich als ein China-Freund aus. Er begreift nämlich, dass die amerikanischen Kapitale nach China abfließen und ist bemüht, die Beziehungen zum asiatischen Land zu verbessern. Der amerikanische Präsident hat diese Woche die Steuerreform unterzeichnet, die die großen Firmen enorm entlastet. Das wird die Staatseinnahmen drastisch reduzieren und das soziale System sprengen, von dem eine hohe Anzahl von Menschen abhängig ist. Also ist in Amerika mit großen Erschütterungen zu rechnen. Ein zukünftiges Impeachment Trumps ist nicht ausgeschlossen. Das wird den Widerstand gegen China vertiefen. Früher oder später wird der von Steiner vorausgesagte Krieg eintreten. Der äußere Anlass kann auch der Nordkoreaner sein, der wie ein debiles Kind mit Atomspielzeug spielt. Dieses Atomspielzeug an der Grenze zu China könnte als äußerer Anlass für diesen Krieg dienen. Anfang des 20. Jahrhunderts brachte die Ermordung des österreich-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand das Geschwür zum Platzen und war der Anlass für den Ersten Weltkrieg, nun könnte es auch einen ernsthaften äußeren Anlass geben. Aus China und Indien kann nichts Positives kommen, da sie nicht zeitgemäß sind.

Wie Sie sehen, fokussieren wir unseren Blick nur auf die Nordhalbkugel, weil der gesamte kulturhistorische Prozess, der mit dem Versinken der Atlantis seinen Lauf genommen hat, von Osten nach Westen wandert – über die urindische Kultur, die mit dem späteren Indien Krishnas nichts zu tun hat, über die urpersische Kultur, über die ägyptisch-chaldäische, griechisch-römische Epoche bis hin zur fünften Kulturepoche in Mitteleuropa. Die angloamerikanischen Logen wollen die Linie der Weltentwicklung bis nach Amerika verlängern, so dass der Angloamerikanismus führend wird. Stattdessen erfordert die rechtmäßige Weltentwicklung eine Kurve von Mittel- nach Osteuropa, eine Rückkehr nach Osten. Gemeint ist eine geistige Vereinigung des Deutschtums und des Slawentums, damit der Weg zur sechsten Kulturepoche gebahnt wird und nicht eine Rückkehr nach China oder Indien. Die Südhalbkugel ist bei diesen Prozessen nicht bestimmend, von dort können nur Probleme kommen. Wir kennen die Probleme in Südamerika mit seinen Junten und Drogenkartellen. Afrika stellt nur eine Quelle von Migration dar, da dort Armut und Mord (Boko Haram) herrschen. Aus Australien können auch keine geistigen Impulse kommen. Deshalb konzentrieren wir uns nur auf die Nordhalbkugel, die in geistiger Hinsicht führend ist, und konkreter auf Europa.

Großbritannien treibt hin und her und kann sich selbst nicht entscheiden, ob es mit Amerika oder mit Europa sein will. Dahinter steht der angloamerikanische Okkultismus, denn von England aus nahm das Freimaurertum seinen Lauf. Das Brexit wird ernsthafte Folgen für das englische Volk haben bzw. für das, was man unter diesem Namen versteht. England hat ein Riesenkarma aus seiner kolonialen Vergangenheit angehäuft, das abgetragen werden soll. London sieht nicht mehr aus wie eine englische Stadt, sondern wie ein neues Babylon. Von allen ehemaligen Kolonien strömen Migranten nach England, was zu einer Änderung der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung mit den entsprechenden katastrophalen Konsequenzen führen wird.

In Frankreich ist der Präsident Macron wie ein Blitz eingeschlagen. Mit seiner Frau Brigitte bilden sie ein karmisches Paar aus einem früheren Leben – wir wissen nämlich, wer sie sind. Macron hat unter anderem auch Philosophie studiert. Er nimmt die Philosophie der Aufklärung, die Ansichten der französischen Philosophen sehr gut auf, aber wir wissen, dass in dieser Philosophie das wahre Alibi des Materialismus wurzelt. Macron wird sich nie zum Idealismus der deutschen Philosophie erheben können, in ihm wirken die materialistischen Impulse. Er hat nach dem Zusammenbruch des Clowns Hollande mit seiner Sozialistischen Partei für frische Luft gesorgt – in Frankreich wie auch europaweit. Doch denken Sie an meine Worte: In diesem Mann wirkt die materialistische Weltanschauung mit luziferischem Unterfutter, denn in ihm treffen sich der Luziferismus und der  Ahrimanismus, ohne dass Christus vorhanden ist. Schauen Sie, welche Schritte er zukünftig unternehmen wird, sie werden kaum dem christlichen Charakter Europas nutzen, der von der geistigen Welt geplant war. Die Europäische Union ist momentan eine Wirtschafts- und Staatenunion und keine geistige Union. Aber wenn es kein reines Wasser gibt, sollte man wenigstens das trübe Wasser nehmen, um eine Art Vereinigung der 28 Mitgliedsstaaten hervorzubringen. Von diesen 28 Staaten haben 22 die Homo-Ehe erlaubt (Bulgarien gehört erfreulicherweise nicht zu ihnen). Man kann sich das Ausmaß der Ansteckung vorstellen, die Europa erfasst hat! In Schweden muss man vor einem Sexualakt eine schriftliche Einverständniserklärung unterschreiben – mit solchen Absurditäten befassen sich die Skandinavier neuerdings. Dort hat sich das Virus der sexuellen Revolution flächendeckend ausgebreitet und der vernichtende Liberalismus hat in Skandinavien gigantische Ausmaße angenommen. Trotz des äußeren Wohlstandes befinden sich die skandinavischen Länder in einer totalen Katastrophe, die nicht ohne Folgen bleiben wird.

Schauen wir nach Süden auf Spanien, so finden wir dort die Spaltungsprozesse in Katalonien. Spanien ist ein Konglomerat aus mittelalterlichen Fürstentümern, die den spanischen Staat zustande brachten, in dem sich jeder heute noch für etwas Eigenständiges hält. Das hat zu der gegenwärtigen Ausweglosigkeit geführt. Auch Spanien und Frankreich haben ein schweres koloniales Karma, das abgeglichen werden soll. Nicht zufällig existieren in Frankreich zahlreiche Ghettos als Quellen von Terrorismus. In Spanien hat früher die Große Inquisition begonnen, dort hat der Großinquisitor Tomás de Torquemada gewirkt, der jetzt wieder inkarniert ist. Italien ist völlig schutzlos. Die Zeit des Latinertums war die vierte Kulturepoche. Griechenland befindet sich in einer verzweifelten Situation – alle Inseln sind voll von Migranten, die sich nicht aufhalten lassen. Wir sehen, wie falsch Griechenland ist mit den linken Experimenten, die dort durchgeführt werden, wir sehen, wie sich die Griechen daran gewöhnt haben, auf Kosten anderer zu leben.

Was sehen wir in Polen? In Polen tritt man in der Justizreform mit Stollen um sich, was ein Riesenproblem verursacht hat. Bulgarien stehen in dieser Beziehung große Probleme während der EU-Präsidentschaft bevor. Auch damit muss unser Ministerpräsident Bojko Borissov fertig werden. Orbán entschloss sich zu einem Veto gegen das EU-Verfahren gegen Polen. Nachdem Trump die Anerkennung Jerusalems als die Hauptstadt Israels unterzeichnet hatte, stimmte die UNO-Vollversammlung mit 128 Stimmen gegen diese Anerkennung, doch 35 Länder haben sich enthalten, darunter Polen und Rumänien. Beide Länder polen sich langsam auf Amerika um. Trump drohte den Ländern, die gegen seinen Beschluss gestimmt haben, die  Finanzhilfen zu streichen. Deshalb bin ich gespannt, ob die „America for Bulgaria“-Stiftung ihre Tätigkeit einschränken wird. Lange Zeit hat die Stiftung, die im Volksmund „Amerika gegen Bulgarien“ genannt wird, gewisse Schmarotzer mit Zuwendungen durchgefüttert. In letzter Zeit hat die Stiftung ihre Tätigkeit auf Finanzierung bestimmter Projekte in Kindergärten und Schulen ausgeweitet, um dadurch den Amerikanismus in Bulgarien in Form von Zuwendungen durchzubringen. Ob dieser Geldstrom versiegen wird, nachdem Bulgarien gemeinsam mit der EU (mit Ausnahme von sechs der neuen Mitgliedsstaaten) gegen die Anerkennung des Trump-Beschlusses gestimmt hat?

Das sind zwar Ereignisse, die auf dem äußeren Plan geschehen, doch eine Widerspiegelung geistiger Gegebenheiten darstellen. In der EU herrscht große Spaltung. Das ist auch der Zustand in Deutschland, wo die kläglichen Versuche, eine Regierungskoalition zu bilden, immer noch nichts hervorgebracht haben. Die EU wird nicht nur regionen- und nationenweise deutlich schwächer, sondern auch die EU-Kommission als supranationale Regierung verliert immer mehr an Autorität und Handlungsfähigkeit. Die zentrifugalen Tendenzen, das Auseinanderdriften, das sich bemerkbar macht und zukünftig stärker werden wird, bewirkt gleichzeitig ein Verlangen, den aufgebauschten Verwaltungsapparat in Brüssel zu reduzieren. Mehrere Milliarden Euro werden aus Großbritannien nicht mehr in die Kassen der EU fließen. Das muss unumgänglich zu Einsparungen führen, denn es kann nicht sein, dass in Brüssel irgendwelche Nutznießer in ihren Büros sitzen und 20-30000 Euro Monatsgehalt fürs Nichtstun erhalten. Es wird unvermeidlich Widerstand gegen den Status quo in Brüssel geben. Selbstverständlich muss die EU allmählich aus einer Wirtschafts- und Staatenunion in eine geistige Union transformiert werden. Das muss das Führende sein, aus dem sich der Rest als eine Wirtschafts- bzw. Rechtsvereinigung usw. ergibt. Anderenfalls ist die EU dem Zerfall geweiht. Doch ist die EU trotzdem jenes trübe Wasser, das zu einer Art Vereinigung führen kann und soll.

All das wird in der so beschriebenen Situation nach Bulgarien kommen, wo in den nächsten sechs Monaten die wichtigsten Beschlüsse gefasst werden sollen. Bojko Borissov wird der Vermittler sein. Sein Schlüsselwort ist „Frieden“ und man muss ein wahrer Friedensstifter sein, denn der Kampf muss in der Stiftung von Frieden bestehen und nicht im Beziehen einer einseitigen Position und Schaffung von Nervosität.

Es ist deutlich, dass es große Probleme und große Erwartungen im Zusammenhang mit der EU-Präsidentschaft gibt. Sie muss von unserer Seite bewältigt werden, so dass dasjenige, was im Himmel geschrieben ist – die aktuelle Planetenkonstellation, die geistige Konstellation – in glänzender Weise erreicht werden kann. Es muss lediglich das Notwendige getan werden. Die ganze Welt ist voller Spannung und erwartet das Eintreten schlimmer Ereignisse. Erstaunlicherweise haben die Menschen in Bulgarien die Erwartung, dass etwas Positives geschehen wird.

Nachdem wir diesen kurzen Überblick über die Weltsituationen verschaffen haben, wollen wir uns dem Jerusalem-Knoten zuwenden, der unser heutiges Hauptthema darstellt. Wenn man das Schicksal Jerusalems kennenlernen will, das mit dem Schicksal des jüdischen Volkes zusammenhängt, kann man zahlreiche Bücher über dieses Thema lesen, auch im Internet gibt es eine Unmenge an Informationen. Wer die Politik der vergangenen Jahrzehnte verfolgt hat, der weiß, welche Wendungen die Ereignisse um Jerusalem genommen haben, bevor Trump den seit 20 Jahren anhängigen Beschluss unterzeichnet hat. Kein amerikanischer Präsident hat sich bisher getraut, Jerusalem als die Hauptstadt Israels (unter Vorbehalt) anzuerkennen. Dieser Beschluss hatte eine enorme Auswirkung auf die ganze Welt, insbesondere auf die islamischen Länder. Unter anderem war das ein geschickter Zug. Es gibt verschiedene Deutungen der Argumente Trumps, und wir müssen bedenken, dass die Juden in Amerika dagegen waren. Auf den ersten Blick ist es überraschend, dass sie etwas dagegen haben können, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels wird. Doch sie waren dagegen, weil sie wussten, wohin das führen könnte – zu einer dritten Intifada, die anders als die ersten zwei sein würde. Manche vermuten, dass die strengsten Evangelikalen, die das Ende aller Zeiten erwarten und Trump gewählt haben, diese Entscheidung beeinflusst haben, damit die Ereignisse vorangetrieben werden. Ob Trump auch diese Vorstellung von den letzten Zeiten hat, weiß ich nicht. Doch er hat mit seinem Beschluss den Prozess angeregt, denn die Dinge waren ins Stocken geraten und der Gordische Knoten blieb ungelöst. Alexander der Große hat seinerzeit den Gordischen Knoten durchschlagen, doch das hat er in einer Art getan, die der damaligen Zeit und den damaligen Bedingungen angemessen war. Selbstverständlich ist Trump nicht in der Lage, diesen Jerusalem-Knoten zu durchschlagen, da er nicht das geistige Potential oder die Möglichkeiten besitzt. Er hat lediglich den Vorgang aktiviert.

Um was für einen Vorgang handelt es sich? Was wollen die Palästinenser? Die UNO-Resolution von 1948 hat es ihnen ermöglicht, einen Staat zu haben. Doch in Wirklichkeit ist nur der Staat Israel entstanden, die Palästinenser haben keinen Staat, sondern eingezäunte Städte. Die Palästinenser erheben den Anspruch einer langen Geschichte, die auf die Philister zurückgeht – jenen Stamm, dessen Mitglied Goliat war. David und Goliat sind übrigens jetzt wieder inkarniert, nur soviel sei dazu gesagt. Die Palästinenser erheben Anspruch auf Jerusalem, das unter UN-Verwaltung gestellt werden sollte und nicht die Hauptstadt von einem der beiden Staaten sein durfte. Doch in Wirklichkeit hat Israel die Kontrolle über die Stadt. Der Anspruch der Palästinenser ist nicht berechtigt, denn Jerusalem wurde von David gegründet. Es gibt Angaben über eine schon vorher bestehende Siedlung auf dem Gebiet Jerusalems, doch 1000 Jahre v.Chr. hat David am Berg Zion die Davidsstadt gegründet und damit die Idee der Begründung eines israelischen Staates mit dem Symbol des Tempels veranlagt. Der Tempel war der Nabel der Erde, in dem sich die geistige Welt mit der physischen Welt traf. Das Volk Israel, das mit Abraham begann, hatte die Aufgabe, das Gefäß für Gott bereitzustellen, damit Gott im 30. Jahr Jesu in dessen Leib eintreten konnte. Als der Leib geschaffen wurde, war die Mission zu Ende und der Mondeneloah Jahve hat sich zurückgezogen. Das Volk Israel wurde nach dem Jüdischen Krieg im Jahr 70 durch Titus Vespasianus besiegt, Jerusalem und der Tempel wurden zerstört und die politische Autonomie der jüdischen Bevölkerung ging zu Ende. Die Aufgabe des Volkes war somit beendet. Die Juden hatten ein geozentrisches Weltbild, das auf die Schaffung des Leibes für Gott gerichtet war, also auf das Irdische, damit sich das Himmlische im Irdischen spiegeln konnte. Zuerst musste der Leib ausgebildet werden, der dann das makrokosmische Ich aufgenommen hat. Jehova wirkte in einer Mondenart über Erzengel Michael, aber hinter allem stand Christus, der Seinen Leib vorbereitete. Aus der Blutsverwandtschaft heraus sollte dieser Leib entstehen und das Blutsverwandtschaftliche wirkte in diesem Volk in einer einmaligen Art, die anders als bei allen anderen Völkern war. Die Kreuzigung schuf ein Riesenkarma und das Volk wurde verstreut. Michael ist allmählich zum Sonnen-Antlitz Christi geworden. Im Garten Gethsemane wurde Jahve von seinem Mondenamt befreit und er ist zu einem Sonnenelohim geworden. Es ist also eine vollständige Transformationen im geistigen Sinne eingetreten, die sich auf der Erde gespiegelt hat. Wenn ein Volk keinen führenden Volksgeist mehr hat, hört seine Existenz auf, weil es seine Mission erfüllt hat. Das Volk Israel sollte zum Ferment werden, das die ganze Menschheit mit dem Christentum säuert. Christus hat die Jünger um sich versammelt, die zum Ferment für alle anderen Menschen werden sollten. Ein Eingeweihter – Ahasver -, der im Unterschied zu Christus nicht Tod und Auferstehung erlebt hat,  beschloss, der ewige Jude zu sein, in dem das Mondische, das Blutsverwandtschaftliche bewahrt wird. Er erfüllt quasi die Rolle einer Gruppenseele des Volkes Israel. Nachdem Theodor Herzl im 19. Jahrhundert die Weltanschauung des Zionismus formuliert hatte, rief David Ben-Gurion 1948 mit der Unabhängigkeitserklärung den modernen Staat Israel aus. All das wirkt gegen die wahre Mission des Volkes Israel und stellt eine Rückkehr zum Mondischen, zum Salomonischen Tempel dar. Deshalb brauchten sie Jerusalem. Vom Tempel, genauer gesagt vom zweiten Tempel, ist nur eine Mauer übrig geblieben. Das ist alles, was vom Tempel übrig geblieben ist, der die Weltanschauung des Volkes Israel symbolisierte, der den Nabel der Welt und eine Vorbereitung auf die Ankunft Christi und auf den Übergang vom Ich zum Geistselbst darstellte. Das haben die Juden nicht verstanden und ihren Staat gegründet. Es ist ein wunderbarer Staat, in dem die Wüste in ein Paradies verwandelt wurde. Vom Flugzeug aus kann man erkennen, welche Siedlungen zu Israel gehören und welche zu Palästina. Die Palästinenser hatten die PLO, die terroristische Hamas, nun werden sie durch Zuwendungen finanziert, wobei Europa der größte Geldgeber ist, ohne am Konflikt beteiligt zu sein. Europa gibt das Geld, aber es ist an der Lösung des Konfliktes im Nahen Osten nicht beteiligt. Der Keim des Konfliktes wurde schon nach dem Ersten Weltkrieg angelegt, als die Siegermächte quasi mit einem Lineal die Grenzen der neuen Staaten gezogen haben. Die Grenzen, die gezogen wurden, gingen durch Völker, Stämme, Dörfer und haben Minen für die Zukunft gelegt. Nach dem Vertrag von Neuilliy-sur-Seine verlief auch die bulgarische Grenze durch das Plumpsklo manches Bauern und teilte einige Dörfer in eine bulgarische und eine serbische Hälfte. Dieselben Schwachsinnigen haben die Grenzen auf der Balkanhalbinsel und im Nahen Osten gezeichnet und dabei dort Minen gelegt, die eine nach der anderen zu explodieren begannen. Auf der Balkanhalbinsel haben die Minen explodiert und zu den Jugoslawienkriegen geführt. Das Erfreuliche auf der Balkanhalbinsel ist jedoch, dass sie Bojko Borissov hat. Wer wird die Rolle des Friedensstifters im Nahen Osten spielen, Trump etwa? Amerika beansprucht das Recht dort mitzumischen. Auch Putin hat einen Stützpunkt in der Region – bei Latakia -, denn im Mittelmeer gibt es gigantische Erdgasreserven. Auf dem äußeren Plan geht es also um Wirtschaftsziele. Diese Riesenvorräte an Gas könnten Europa versorgen, aber was wird dann die Gazprom machen? Doch dieser Zusammenprall von Wirtschaftsinteressen besteht auf dem äußeren Plan. Die Russen haben sich eingemischt und in Syrien Karma auf sich geladen. Der Islamische Staat wurde formell vernichtet, aber seine Metastasen bestehen weiterhin in ganz Europa. Die Folgen dieses Konfliktes reflektieren am stärksten auf Europa, doch Europa fehlt bei den Versuchen, den Konflikt beizulegen. Die Palästinenser warten darauf, versorgt zu werden, so wie es bisher war. Es ist übrigens nicht sicher, ob sie überhaupt Araber sind, obwohl sie Moslems sind.

Hier entsteht die Frage, was dieser Jerusalem-Knoten darstellt, ist er wirtschaftlicher, staatenrechtlicher oder geistiger Natur? Auf dem äußeren Plan scheint er wirtschaftlichen Charakter zu haben – es gibt große Interessen und absurde Bündnisse, etwa zwischen Iran, Türkei und Russland. Russland und die Türkei haben sich nach dem abgeschossenen Flugzeug umarmt,  gleichzeitig koalieren sie mit dem Iran, obwohl wir die angespannten Beziehungen zwischen der Türkei und dem Iran kennen, die nicht zuletzt durch die iranische Unterstützung der Kurden schwierig sind. Mischen sich auch die USA ein, wird ein völlig widernatürliches Bündnis entstehen – Iran, Türkei und Russland – was für Gemeinsamkeiten kann es zwischen diesen Ländern geben? Das kann nur gegen Europa und die USA gerichtet sein. Saudi-Arabien macht sich Sorgen um sich selbst, Katar hat Riesenvorräte an Erdgas und möchte auch nach Europa liefern. Trump sprach über Flüssiggas, das mit Tankern transportiert werden soll, was sehr teuer ist. Es gibt nur ein Terminal für Flüssiggas in Polen, das für Amerika geöffnet ist. Die wirtschaftlichen Interessen sind natürlich nur der Schaum an der Oberfläche. Ist der Jerusalem-Knoten eine staatenrechtliche Angelegenheit wegen der Grenzenziehung und der daraus entstehenden Konflikte? Seitdem der Staat Israel gegründet wurde, hat es sechs oder sieben Kriege gegeben und immer war Israel der Sieger, obwohl es von arabischen Ländern umzingelt ist. Wie war das möglich?

Als Stalin gegen Hitler kämpfte, kämpfte Ahriman gegen Luzifer. Die geistige Welt stellte sich auf die Seite des bolschewistischen Russland, denn in Russland ist die Zukunft. Deutschland sollte begreifen, dass es sich von seinen Aufgaben in der fünften Kulturepoche sehr stark entfernt hat. Wider jede Logik hat Israel in allen Kriegen gesiegt und ist bis heute in militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht in der Region am stärksten. Natürlich beziehen sie Finanzhilfe aus Amerika, die sich eine Zeit lang auf fünf Milliarden Dollar jährlich belaufen haben soll. Aber es kam der Augenblick, als Israel Anspruch auf Jerusalem erhoben hat. Netanjahu hat einen Spaziergang durch Europa gemacht und die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt gefordert, doch EU-Außenbeauftragte Mogherini machte deutlich, dass das nicht in Frage kommt. Aber bei der Abstimmung wurde deutlich, dass die EU keine einheitliche Meinung hat, denn ein paar Länder haben sich enthalten. Bulgarien hat sich hinter die Position von Mogherini gestellt. Borissov hat einen Instinkt für solche Sachen, aber es steht auf einem anderen Blatt, ob er auch ein tiefes Verständnis hat.

Nun wollen wir zum Wesen des Jerusalem-Knotens vordringen. Haben die Moslems das Recht, auf Jerusalem Anspruch zu erheben? Der Streit zwischen Palästinensern und Juden ist nämlich nur eine Verschiebung der Frage, um diesen Streit geht es nur vordergründig. Jerusalem ist das ätherische Zentrum, der ätherische Nabel der Welt, weil sich auf dem Golgatha-Hügel das große Mysterium der Zeitenwende abgespielt hat. So wie der ätherische Mittelpunkt des Menschen das dritte Auge ist, so liegt der ätherische Mittelpunkt der Erde in Jerusalem. Ein Angriff auf diesen ätherischen Punkt führt zur Abschwächung der Lebenskraft der Erde und dadurch zur Abschwächung der Lebenskraft der Menschheit. Die Juden sagen, dass David die Stadt gegründet hat und sie den Anspruch auf den Tempel in Jerusalem haben. Dem ist aber nicht so, denn ihre Mission ist in der Zeitenwende zu Ende gegangen. Durch die Ansprüche wird lediglich Ahasver – dieses Wesen, das auf dem Astralplan wandert – vergrößert, seine Astralmacht steigt an. Eine astrale Gedankenform, die riesige Ausmaße angenommen hat, muss sich früher oder später auf dem Erdenplan manifestieren. Das wird katastrophale Folgen haben. Der Drache der heutigen Medien, der falsche Nachrichten speit, schafft unheimliche Gedankenformen im menschlichen Astralleib, die auch den Ätherleib beeinflussen und riesige Astralwesen schaffen. Wie Luftballons werden sie platzen und Unheimliches bewirken. Das werden die sog. Fake News verursachen, die wegen rein egoistischer Gründe verbreitet werden. Die Menschen sind sich absolut nicht im Klaren, was sie mit den falschen Nachrichten, die sie bei Facebook posten, in Gang setzen. Wie viele scheinbar spirituelle Menschen posten völligen Unsinn, ohne das Falsche vom Wahren zu unterscheiden? Trump hat mit seiner Anerkennung eben dieses Astralwesen aufgepumpt und eine Konsolidierung der islamischen Welt bewirkt, die ein neues Astralwesen als Gedankenform bildet. In Wirklichkeit werden zwei Astralwesen gebildet. Aber das Problem besteht nicht in der Gegenüberstellung von Palästina und Israel, denn weder die einen noch die anderen haben den Anspruch auf diesen Ort, der die Welt Gottes, die Welt des Christentums ist. Diese Welt ist die irdische Stadt Jerusalem, die nicht zufällig einige Jahrhunderte lang heruntergekommen war, bis Konstantin der Große kam und mit ihrer Wiederherstellung begann. Als der Islam erschien, haben die Mohammedaner die Kontrolle über die Stadt übernommen, dann kamen die Kreuzzügler – wir kennen die Geschichte Jerusalems. Es wird behauptet, dass Jerusalem der Sammelpunkt der drei abrahamitischen Religionen ist: Das stimmt nicht. Der Islam kann als eine abrahamitische Religion angesehen werden, denn Mohammed ist der Nachkomme Ismaels – des Sohnes der Nebenfrau Abrahams (H)agar. Die Juden stammen bekanntlich von Isaak ab. Bis zur Zeitenwende hatten sie den rechtmäßigen, aus der Blutsverwandtschaft abgeleiteten Anspruch auf Jerusalem, da sie die Begründer dieser Stadt waren. Danach hat dieses Prinzip aufgehört zu wirken, es muss stattdessen das Prinzip der Brüderlichkeit in Christo gelten. Doch „wer nicht mit mir ist, der ist wider mich“ (Matth. 12:30) – so steht es um die Beziehung zu Christus. Als die Mohammedaner diese Stadt einnahmen, haben sie auf dem Tempelberg, wo einst der Tempel von Jerusalem gestanden hatte, die drittwichtigste Moschee, die al-Aqsa-Moschee gebaut. Dort befindet sich auch der berühmte Felsendom, der mit der Moschee nicht zu verwechseln ist. Laut der Legende hat dort Mohammed bei einer Nachtreise seine wichtigste spirituelle Erfahrung erlebt, über die ich in der Vorlesung „Gottes Plan und die freie Wahl des Menschen“ (https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/06/29/gottes-plan-und-die-freie-wahl-des-menschen/) eingegangen bin. Nachdem er nach Jerusalem geritten war, trat er auf den Felsen und begab sich auf seine Himmelfahrt zu Allah. Allah ist ein ahrimanischer Abglanz aus der Hierarchie der Elohim, obwohl die Konstitution der Mohammedanerseele luziferisch ist, da sie nach hinten zu Abraham blickt. Doch dieser Luziferismus bringt immer Ahrimanismus hervor. Jene Weltanschauung, die sich im „Haus der Weisheit“ in Bagdad im achten und neunten Jahrhundert unter Al-Maʾmūn herausgebildet hat, war das sogenannte Mohammedanertum, das den Aristotelismus aufgenommen und modifiziert hat. Die dabei entstandene Weltanschauung hat sich in Europa durch die wieder inkarnierten Mohammedaner im Materialismus manifestiert – durch Francis Bacon, Comenius usw. Nur zur Information möchte ich erwähnen, dass auch Mohammed heute wieder inkarniert ist und von innen in Europa wirkt. Laut der Legende ist er auf den Felsen getreten, hat sich von dort abgestoßen, ist hinaufgefahren und hatte einen Kontakt zu Allah. Über die Art und den Sinn dieses Kontaktes habe ich bereits gesprochen. Als Ergebnis wurde der Impuls aufgenommen, der in versteckt ahrimanischer Weise in der luziferisierten Seele des Mohammedaners wirkt. Die Araber erheben den Anspruch auf diese Stadt, da dieser Felsendom auf dem Stein steht, auf dem sich Mohammed einst befunden hat. Doch dieser Felsendom liegt auf dem Grundstein des Tempels von Jerusalem, also auf dem Grundstein des Heiligtums, in dem sich einst die Bundeslade befunden hat. Auf diese Weise tritt der Islam im wörtlichen Sinne auf jene abrahamitische Religion, die durch die spirituellen Erfahrungen Mohammeds verändert wurde.

Im Gegensatz zu der verbreiteten Ansicht, die sogar von Theologen vertreten wird, ist das Christentum keine abrahamitische Religion. Selbstverständlich findet man das Alte und das Neue Testament an einer Stelle, in einem Buch, doch das Christentum fängt mit Christus an und hat mit dem Prinzip der Blutsverwandtschaft nichts zu tun. Als Jesus zum Jordan ging, war das Ich Zarathustras aus dem Leib herausgetreten. An seine Stelle trat ein Ich ein, das nie vorher auf die Erde gekommen war und nie wieder in einem physischen Leib auf die Erde kommen wird. Das Christentum ist keine abrahamitische Religion, sondern es steht über allen Religionen, die Bäche aus diesem Strom bilden. Hier müssen wir eine viel spirituellere Anschauung haben, um begreifen zu können, was primär und was sekundär ist und wie über Folgen gesprochen werden kann, die vor der Ursache liegen. Der Islam und der Judaismus als Religionen der Blutsverwandtschaft treffen sich auf natürliche Weise in Abraham. Wir sagten bereits, dass beide Religionen keinen Anspruch auf Jerusalem haben dürfen. Es gibt eine christliche Legende, dass Christus bei seiner Zweiten Wiederkunft aus dem Osten kommend durch das Osttor in Jerusalem eingehen wird. Da die Mohammedaner diese Legende kannten, haben sie dort vorsorglich einen Friedhof angelegt, um Christus zu verhindern, da Er nicht über die mohammedanischen Gräber kommen würde. Warum haben sie das getan? Wir haben bereits gesagt, dass die Seelenkonstitution des Mohammedaners luziferisch, doch der hervorgebrachte Impuls ahrimanisch ist. Nicht von ungefähr ist die mohammedanische Anschauung stark materialistisch ausgerichtet. Deshalb existiert der Glaube an die Jungfrauen im Paradies und die sinnlichen Vergnügen, die jeden Moslem erwarten, der Ungläubige tötet. Sie glauben, dass sie mit ihrem physischen Leib hinauffahren, um die gleichen sinnlichen Vergnügen zu genießen wie in der materiellen Welt. Der Materialismus existiert also im Mohammedanertum und er wird durch den Blick nach hinten, d.h. durch die Luziferisierung  begleitet. Luzifer führt immer zur Entstehung von Karma und ahrimanischen Folgen. Beides geht Hand in Hand. Deshalb besteht dort diese unrechtmäßige Synthese von Luzifer und Ahriman, die zu den Ausgeburten der Asuras führt und zu solchen Bildungen des reinen Asurismus wie dem Islamischen Staat. Die Moslems behaupten, nichts damit zu tun zu haben. Doch das alles geschieht im Namen Allahs, das führt zu diesen Konsequenzen, wenn in der Zeit des Großen Christentums des Heiligen Geistes der Weg zu Christus nicht gefunden wird. Sowohl der Judaismus als auch der Islam müssen metamorphosieren und den Weg zu Christus in einer zeitgemäßen Art finden. In diesem Sinne muss Jerusalem christlich sein – als das Gedächtnis der Menschheit für das größte Mysterium, das sich dort ereignet hat. Am heutigen Tag, an Heiligabend müssen wir uns auch an dieses Mysterium erinnern, damit in uns in einer neuen Art die nathanische Seele geboren werden kann. Das physische Jerusalem ist die Erinnerung an das Mysterium von Golgatha. Als das ätherische Zentrum der Erde müsste die Stadt den Status eines Fokuspunktes der Menschheit zwecks Transformation und Blick in die Zukunft haben. Dass Christus aus dem Osten kommen soll, das meint in der Esoterik immer die geistige Welt, das Geistige, denn bei Seiner Zweiten Wiederkunft geht Christus mit Seinem Ätherleib in der Astralwelt und man kann Ihn nur dann finden, wenn man ein wahres ätherisches Hellsehen entwickelt.

Die Christen rätseln auch darüber, wie Christus kommen wird, ob im physischen Leib oder anders, um alle zu richten. Wenn der Mensch stirbt, verlassen nicht zufällig seine seelisch-geistigen Teile den Körper durch den Kopf, um in den Osten zu gehen, sogar auf dem physischen Plan. Doch eigentlich steigen sie zum Geist hoch, denn das ist die Bedeutung des Ostens. Wir brauchen nicht in China oder Indien nach dem Geist zu suchen. Wenn es also heißt, dass Christus aus dem Osten kommt und durch das Osttor gehen wird, bedeutet das, dass Er im Geist kommen wird. Der Mensch muss folglich zu seiner Begegnung mit dem Erlöser heranwachsen.

Die Lösung des Jerusalem-Knotens hängt sehr eng mit drei großen Ereignissen zusammen, die wir in der Heiligen Schrift finden – das sind die Zweite Wiederkunft Christi, die Begegnung mit dem Antichristen und die geheimnisvolle Schlacht von Armagedon. Über die Zweite Wiederkunft Christi haben wir mehrmals gesprochen. Die Begegnung mit dem Antichristen, die in den nächsten 10 bis 15 Jahren bevorsteht, haben wir ebenfalls aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und uns werden auch zukünftig wichtige Elemente zu unserer angemessenen Vorbereitung auf diese Begegnung enthüllt. Über die Schlacht von Armagedon, die in der „Offenbarung des Johannes“ erwähnt wird, besteht völlige Unklarheit. Es mag erstaunlich klingen, doch die Antwort habe ich bei einem Adventisten gefunden, und zwar bei einem sehr sympathischen jungen Bulgaren, der in der bulgarischen Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde in Wien predigt. Er sagte bei einer Predigt, dass wir den Schlüssel zu der Offenbarung des Johannes finden müssen, um zu verstehen, was das für eine Schlacht ist. Und es ist klar, dass es einen solchen Schlüssel gibt, denn wir sehen, dass es dort um Siegel, Posaunen, um das Ergießen des Zorns Gottes geht. Dieser Pfarrer vergleicht die Offenbarung mit einem Computerprogramm, wo beim Anklicken einer Menüleiste ein Angebot an Befehlen erscheint, aus dem man den passenden Befehl aussuchen kann. Wenn man etwas anderes anklickt, erscheint ein anderer Befehl usw. In einer ähnlichen Art wird Johannes laut dem Pfarrer durch Christus zu immer tieferen Geheimnissen geführt, wenn ihm schon bestimmte Geheimnisse offenbar geworden sind. Und wenn man in dieser Weise auf das Buch der Apokalypse schaut, dann scheint die Entschlüsselung nicht so schwierig zu sein. In der Offenbarung (16:16) gibt es den Satz „Und er hat sie versammelt an einem Ort, der da heißt auf hebräisch Harmagedon“. Jedes Wort der Offenbarung hat eine wichtige Bedeutung, und es wird explizit mitgeteilt, dass die Bedeutung des Wortes „Harmagedon“ im Hebräischen zu suchen ist. Nach einer Deutung bedeutet Armagedon „der Berg von Megiddo“ und es hat tatsächlich eine solche Stadt im Norden Israels existiert. Es wird daher vermutet, dass Armeen von Christen und Moslems sich an diesem Berg in den letzten Zeiten gegenüberstehen werden. Es gibt dort jedoch keinen Berg. Das ist das materialistische Verständnis, das massenhaft unter den Christen existiert. Aber die „Offenbarung des Johannes“ müssen wir nur geistig betrachten, wie auch dieser Pfarrer sagte. Das Wort harmagedon ist nach einer anderen Deutung die griechische Wiedergabe von har mô’ed, was „der Versammlungsberg“ bedeutet. Der Berg bedeutet die geistige Welt und in der Versammlung werden Probleme gelöst. Steiner sagte, dass Armagedon die Schlacht gegen die Dämonisierung der Menschheit ist, die sehr lange dauern wird. Dieser adventistische Pfarrer vermischte natürlich die drei Ereignisse (die Zweite Wiederkunft Christi, die Begegnung mit dem Antichristen und die Schlacht von Armagedon), da er sie als zur gleichen Zeit stattfindend betrachtete.

Was bedeutet die Schlacht von Armagedon in Wirklichkeit? Diese Schlacht gegen die Dämonisierung der Menschheit wird sehr lange dauern, sie wird auch bestehen, nachdem die physische Existenz des Menschen aufgehört haben und wir zu der neuen Reproduktionsart übergegangen sein werden. Wahrscheinlich wird die Schlacht sogar bis zum Äon der Venus andauern, wenn bestimmte menschliche Seelen endgültig von der Evolution abgefallen und in Weltenstaub verwandelt sein werden. Die Schlacht von Armagedon bedeutet, dass die Entscheidung über die endgültige Trennung der Menschen in eine gute und eine böse Rasse in den geistigen Welten getroffen wird, d.h. auf dem Versammlungsberg. Diese Schlacht hat ihren Anfang und ihr Ende. Mir der Vertreibung der ahrimanischen Geister durch Michael, dem Ende des Kali Yuga und der Befreiung des Tieres aus dem Abgrund hat die Schlacht von Armagedon im Wesentlichen begonnen. Vorher hat die geistige Welt die dunklen Mächte aufgehalten, nun hat die Schlacht angefangen, die Äonen lang bestehen wird. Die Begegnung mit dem Antichristen wird auch einen Anfang und ein Ende haben. Wenn er sich in jenem Leib inkorporieren wird, der nun 18jährig ist – vermutlich im 29. oder 30. Jahr – wird er dort wahrscheinlich drei Jahre leben. Von dieser Begegnung wird unsere ganze Zukunft abhängen. Die ätherische Wiederkunft Christi hat einen Anfang, etwa in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, doch sie wird im Unterschied zu den anderen zwei Ereignissen kein Ende haben. Stattdessen wird sie sich auf immer höheren Ebenen des Seins manifestieren – nach der gegenwärtigen Erscheinung im Ätherischen wird Christus astralisch im niederen Devachan erscheinen, in der siebten Kulturepoche wird Er als ein Welten-Ich im höheren Devachan und in den nächsten Äonen auf noch höheren Stufen erscheinen, bis wir zum Pralaya am Ende der Schöpfung (des Zyklus) gelangen. Die Zweite Wiederkunft Christi ist also eine außergewöhnliche Tatsache, die nie ein Ende haben wird. Alle anderen Ereignisse haben einen Anfang und ein Ende und das ist der grundsätzliche Unterschied zu ihnen.

Wohin weist diese Schlacht von Armagedon und wie können wir sie in Beziehung zu Jerusalem setzen? In der „Offenbarung des Johannes“ ist bekanntlich auch vom Himmlischen Jerusalem mit den zwölf Toren, von einem Neuen Himmel und einer Neuen Erde die Rede. Die Schlacht von Armagedon, die Schlacht gegen die Dämonisierung der Menschheit im Erdenäon führt zur Vorbereitung des Himmlischen Jerusalem, der der Plan über den neuen Himmel und die neue Erde ist. Der neue Himmel und die neue Erde sind der zukünftige geistige Jupiter, d.h. die zukünftige Inkarnation der Erde. An der Ausarbeitung des Planes über den zukünftigen geistigen Jupiter, der das Himmlische Jerusalem ist, werden die besten Vertreter der Menschheit teilnehmen – die Weißmagier. Sie sind bereits dabei, diesen Plan zu entwerfen. Die anderen, die den Weg zu Christus nicht finden und keine „weißen Kleider anziehen“ wollen, werden nach schrecklichen Prüfungen auch an der Entstehung des zukünftigen geistigen Jupiter teilnehmen, doch sie werden den Mond schaffen, der wie eine blutende Wunde im geistigen Jupiter existieren wird. Sie nehmen an der Schaffung des glänzenden Himmlischen Jerusalem nicht teil, sie sind nicht seine Architekten. Der einzige Sinn der heutigen Stadt Jerusalem ist die Existenz dieses Punktes der Welt, zu dem wir immer zurückkehren und unter den Bedingungen der fortdauernden Armagedon-Schlacht neue Kräfte zur Ausarbeitung dieses Plans ansammeln müssen. Die heutige Stadt Jerusalem hat weder für Palästina noch für Israel, weder für den Islam noch für den Judaismus einen Sinn, sie bringt ihnen ausschließlich Probleme, wobei nur Öl ins Feuer der Armagedon-Schlacht gegossen wird.

Der Knoten muss entwirrt werden. Nicht zufällig hat das Schicksal Bojko Borissov neulich nach Saudi-Arabien geschickt, denn er wird sich eines Tages auch in diese Region einmischen. Bis vor kurzem haben Politologen und Soziologen seine Außenpolitik ausgelacht und ihn als „scheinbaren Geopolitiker“ bezeichnet. Doch er ist in Wirklichkeit ein Geopolitiker, der wie mit einem Zauberstab Probleme löst, die seit Jahrzehnten bestanden haben. Allerdings steht Christus hinter ihm: Egal wohin Borissov geht, betet er zuerst zu Christus. Bevor seine Delegation ins Flugzeug steigt, beten alle zu Gott. Borissovs Politik ist die wahre Geopolitik, während die Geopolitik Trumps nur Ahriman bedient. Doch für diejenigen, die nur die äußerste Bewusstseinsschicht besitzen, ist Trump ein Geopolitiker. Die wahre Bewusstseinsschicht ist geistig, sie besteht darin, die Ursachen zu kennen. Borissov spürt die Ursachen intuitiv und stiftet Frieden. Nur so etwas kann Erfolg haben.

Wenn die drei zuvor genannten Ereignisse von manchen traditionellen christlichen Konfessionen zeitlich in Verbindung gesetzt werden, behaupten sie, dass wir in den letzten Zeiten leben. Leben wir wirklich in den letzten Zeiten, von denen in der Bibel die Rede ist? Nein, denn die letzten Zeiten werden sich sehr lange hinziehen, sie liegen in der weiten Zukunft. In welchen Zeiten leben wir dann? Wir leben in den Großen Zeiten, sagt die geistige Welt. Deshalb habe ich in einer Vorlesung über „die Große Schlacht auf Erden“ gesprochen (https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/05/). Auf dem Hintergrund der Armagedon-Schlacht und der Zweiten Wiederkunft Christi charakterisiert die Begegnung mit dem Antichristen diese Großen Zeiten. Von der Art und Weise, wie wir sie meistern, wird unser nächster Zug abhängen. In der Menschenseele werden daraus neue, grundlegende Kräfte zum Bestehen gegen das Böse hervorgehen. Damit wir der Armagedon-Schlacht  angemessen sind, müssen wir das Bevorstehende meistern.

Es fließt also Vieles ineinander und es entsteht ein Knoten. Dieser Knoten lässt sich entwirren, nur wenn die Menschen zum Golgatha-Hügel aufblicken und nach der nächsten Entwicklung suchen – nach dem, was ich den „Heiligen Impuls“ nenne. Das bulgarische Volk muss den Weg zu diesem Impuls finden, denn anderenfalls werden ihn andere Menschen im Ausland finden. Ich appelliere an die Auslandsbulgaren, über Bulgarien nicht zu lästern, falls sie mit etwas unzufrieden sind, denn das sind Schmähungen gegen den Volkserzengel, gegen die Mission, die das bulgarische Volk zu erfüllen hat. Stattdessen sollen sie sich bewusst werden, aus welchen Ursachen sie das Karma dorthin geführt hat, wo sie sind. Sie sollen eine Zusammenarbeit mit den Inlandsbulgaren suchen, damit wir zusammen am Aufstieg Bulgarien teilnehmen, denn der Volkserzengel beobachtet einen dort, wo man sich gegenwärtig befindet. Die Auslandsbulgaren dürfen sich nicht entfremden und die Nabelschnur zu Bulgarien abtrennen – das wird einen persönlichen Schaden für sie haben.

Was ist zu tun? Zuerst muss sich das Bewusstsein erhellen, was dann gelingt, wenn man anthroposophische Literatur liest. Danach muss das Gelesene zum Herz hinuntersteigen, es müssen reinere Gefühle entstehen und schließlich muss das alles zu den Gliedmaßen, zum Willen hinunterfließen. Dann beginnt man, vernünftige Willenstaten im Namen Christi zu vollbringen, die die wahre zeitangemessene Liebe sind. Wenn man seinen Kopf erhellt, wird man in der rechten Art vom Schutzengel geleitet, der Volkserzengel kann sich einmischen und Michael, der beide anführt, kann auch eingreifen. Auf diese Weise ebnet Michael den Weg für die Zweite Wiederkunft Christi. Es sind große Wachsamkeit und Entschiedenheit notwendig, denn der Wille bedeutet Entschiedenheit, der Wille bedeutet das Ich. Mit der Synthese der beiden Impulse, über die ich seit 17 Jahren vortrage, wird das menschliche Ich erreicht und von da aus wird Christus erreicht. Die Zwölf Heiligen Nächte liefern bei der aktuellen Sternenkonstellation jedem eine außerordentliche Möglichkeit, den rechtmäßigen Weg zu seinem Ich und von dort zu Christus zu suchen. Zu diesem Ziel muss man die wahre spirituelle Anschauung erlangen, für die regelrecht gekämpft werden muss. Das ist die wahre michaelische Anschauung, die als einzige unserer Zeit angemessen ist. Durch diese Anschauung kann man hinter die äußeren Ereignisse gelangen, sie durchleuchten und begreifen, welche Kräfte hinter diesen Ereignissen wirken. Dann kann man sich in sie einschalten, was die Herstellung einer rechtmäßigen Beziehung zur geistigen Welt voraussetzt. Die Götter greifen nämlich nur dann ein, wenn man eine rechtmäßige Beziehung zu ihnen herstellt und etwas von ihnen erbittet.

In dieser heiligen Zeit, liebe Brüder und Schwestern, dürft ihr essen, doch lieber nicht trinken! Richtet euer Bewusstsein auf die Frage, wie ihr diese Anschauung entwickeln könnt, welche Anstrengungen ihr unternehmen werdet, um die Gedanken auszubilden, die die Götter empfangen und sich sowohl in euer persönliches Karma als auch in das Volkskarma und das Weltkarma einmischen können. Auf diese Weise helfen wir Christus und das ist die Art, in der wir Ihm in der Zeit des Christentums des Heiligen Geistes helfen können. Wer seine Anschauung ändern will, der höre das, was aus Bulgarien kommt. So soll es sein. Amen!