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Worum geht es in diesem Blog?

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„Die sechste Rasse“ – Bild von Lili Dimkova

In diesem Blog werden die schriftlichen Fassungen der Vorträge des Bulgaren Dimitar Mangurov zu verschiedenen Themen aus dem Bereich des esoterischen Christentums veröffentlicht. Die Vorträge sind als Videos im Internet verfügbar. Hier ist eine Liste der vorhandenen Übersetzungen.

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Dimitar Mangurov

Dimitar Mangurov nimmt eine Synthese der beiden bedeutenden esoterischen Impulse vor – der Anthroposophie Rudolf Steiners und der Lehre Beinsa Dounos – des Bodhisattva, der im 20. Jahrhundert seine Mission der Vorbereitung der sechsten slawischen Kulturepoche in Bulgarien erfüllte. Hier sei auf die mit diesem Blog zusammenhängende Internetseite https://beinsadouno.home.blog/ verwiesen, die Materialien von und über den Meister Beinsa Douno (mit weltlichem Namen Peter Danov) enthalten.

Auf die Notwendigkeit einer solchen Synthese der Anthroposophie mit dem christlichen Zukunftsimpuls ist schon Rudolf Steiner eingegangen, vgl. folgende Zitate:

„Ein Neues muß aus den Keimen, die im Osten von Europa schlummern, hervorgehen, ein Zusammenschließen mit alledem, was hier erarbeitet worden ist. Die eigentliche [zukünftige Kultur] liegt in den aufkeimenden Völkerelementen Osteuropas. Wir selber in Mitteleuropa sind die Vorposten.“ (GA 93a, S.261)

„Nur dadurch, daß eine solche Spiritualität, wie sie durch die anthroposophische Bewegung fließen will, sich vereinigt mit anderen Geistesströmungen, wird Michael diejenigen Impulse finden, die ihn mit der irdisch gewordenen Intelligenz, die eigentlich ihm gehört, wieder vereinigen werden. Es wird nun noch meine Aufgabe sein, Ihnen zu zeigen, mit welch raffinierten Mitteln Ahriman das verhindern will, in welchem scharfen Kampfe dieses 20. Jahrhundert steht. Des Ernstes der Zeiten, des Mutes, der notwendig ist, um in richtiger Art in spirituelle Strömungen sich einzugliedern, kann man sich aus all diesen Dingen heraus bewußt werden.“ (GA 237, S.119)

Durch die Synthese der Anthroposophie mit der Lehre Beinsa Dounos arbeitet Dimitar Mangurov an der Bereicherung dessen, was Rudolf Steiner vorgetragen hat, mit dem manichäischen Impuls, der von Beinsa Douno kommt. Die Synthese beider Impulse betrachtet Mangurov als die von Steiner vorhergesagte Kulmination der Anthroposophie am Ende des 20. Jahrhunderts. Über diese Kulmination sagt Mangurov Folgendes:

„Das Problem aller Anthroposophen besteht darin, dass sie bei ihren Debatten über die Kulmination der Anthroposophie ein wichtiges Detail außer Acht lassen – da diese Kulmination der einzige rettende Impuls für das gesamte geistige Leben der Menschheit sein wird, kann sie nicht einfach noch mehr Anthroposophie sein, sondern etwas qualitativ Unterschiedliches. Wenn man nach der Kulmination der Anthroposophie ausschließlich innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft sucht, wird man die Zeichen der Zeit nicht erkennen. Dann werden auch die Empfehlungen der ersten Klassenstunde, die die wichtigste ist, unerfüllt bleiben.“

Die Tätigkeit Beinsa Dounos in Bulgarien stellte Vorarbeit für die Zukunft der Menschheit dar. Sie umfasst Tausende Vorträge, die er öffentlich oder für die Mitglieder seiner okkulten Schule gehalten hat, okkulte Lieder, die Übungen der Paneurhythmie, die Gründung des Izgrev – einer Gemeinde, in der seine Schüler lebten. Sie stellte das Vorbild für das zukünftige Menschenleben dar, über das Rudolf Steiner in GA 93 (S.76) sagte:

„Was aber noch geschaffen werden muß, das ist eine Form für das Leben der sechsten Wurzelrasse. Die muß früher geschaffen werden, denn sie muß da sein, damit sich das christliche Leben hineingießen kann. Diese Form muß vorbereitet werden durch Menschen, die eine solche Organisation, eine solche Form schaffen werden, damit das wahre christliche Leben der sechsten Wurzelrasse darin Platz greifen kann. Und diese äußere Gesellschaftsform muß entspringen aus der Mani-Intention, aus dem Häuflein, das der Mani vorbereitet. Das muß die äußere Organisationsform sein, die Gemeinde, in der zuerst der christliche Funke wird so recht Platz greifen können.“

Beinsa Douno arbeitete für den manichäischen Impuls, bei dem „das Böse zur Arbeit zugunsten des Guten eingespannt und auf diese Weise umgewandelt wird“. Die manichäischen Mysterien werden erst in 6000 Jahren an der Tagesordnung der Menschheit sein, jetzt sind sie noch unbekannt. (Christian Rosenkreutz wurde z.B. erst nach seinem 70. Jahr von Manes in die Geheimnisse des Bösen eingeweiht). Für diesen manichäischen Impuls leistet auch Dimitar Mangurov Vorarbeit. Das schließt unter anderem mit ein, dass das Produkt seiner geistigen Arbeit kostenlos, ohne die Idee des Verkaufs als Ware verbreitet wird, da es Arbeit für Gott ist, die unentgeltlich sein soll. Von dieser Idee werden auch diejenigen geleitet, die die im Blog enthaltenen deutschen und englischen Übersetzungen geliefert haben.

Da die meisten hier veröffentlichten Texte Dimitar Mangurovs lebendiges Wort wiedergeben und er selbst nur bei wenigen Vorlesungen die notwendige Zeit hatte, um die schriftliche Fassung zu überprüfen, mussten viele Zitate Steiners paraphrasiert werden. Es wird gebeten, dies zu berücksichtigen und zu entschuldigen.

Fragen, die den Inhalt der Vorlesungen betreffen, können gerne als Kommentare gestellt werden, alles wird unverzüglich an Dimitar Mangurov weitergeleitet.

Hier einige Links zu Vorträgen Beinsa Dounos in Deutsch; Französisch; 4 Bücher des Meisters auf FranzösischEnglisch; Mehrere eingescannte alte Ausgaben in Deutsch, Englisch, Französisch, Esperanto

Der Paneurhythmie-Kurs mit Dr. Svetla Baltova mit englischen Untertiteln

Bücher in deutscher Sprache als PDF

„Das Pentagramm“ – über die Bedeutung und Verwendung des Pentagramms

„Das Testament der farbigen Strahlen des Lichtes“

Die Doktorarbeit von Eva Kovacheva über die „Weiße Bruderschaft“

Die neue Seite mit Texten von und über Beinsa Douno auf Deutsch

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Liste der übersetzten Vorträge Dimitar Mangurovs

 Vorlesungen aus dem „28 Übungen“-Zyklus:

Neuere Vorlesungen

Kurze Videoclips

vom 04.02.2017

vom 19.11.2017

vom 24.12.2017

Der Jerusalem-Knoten

vom 14.07.2018

Über die Organtransplantation

Diskussionsbeitrag beim Runden Tisch „Die Seelenverwandtschaft“, Varna, 3.11.2019

Über die Seelenverwandtschaft

Vorlesungen in Englisch

The Path Towards the Self”, “The Bodhisattvas” and “Archangel Michael’s Method for Communicating with the Spiritual World” – Combined Works by Dimitar Mangurov  

Die hochehrwürdige Stojna und die Bestimmung der menschlichen Leiber

Vorgetragen von Dimitar Mangurov am 05.09.2021 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Link zum Vorlesungsvideo

Das Ziel dieser Vorlesung ist es, die erstaunliche bulgarische Hellseherin, Heilerin und Prophetin Stojna Dimitrova hauptsächlich dem deutschsprachigen Teil der Menschheit vorzustellen und gleichzeitig eine besonders wichtige Offenbarung zu verkünden, die jeden Menschen betrifft und in direkter Beziehung zu den von Stojna manifestierten spirituellen Fähigkeiten steht.

Wenn wir uns mit ihrem Leben bekannt machen, werden wir uns vor eine Reihe von Rätseln stellen, deren Enthüllung einzig durch die Anthroposophie möglich ist. Um die Authentizität des Dargelegten zu bewahren, werden wir den Bericht der Hellseherin einbeziehen, den sie im Laufe von einigen Tagen vor ihrem Tod mündlich vorgetragen hat und der von Bojana Palikarova aufgeschrieben wurde.[1]

Stojna wurde während der Weinlese 1883 im Dorf Hasnatar geboren, das im nordöstlichen Teil Ägäisch-Mazedoniens liegt. Es begann zu regnen und zu hageln und das Baby lief blau an, es schlüpfte scheinbar tot und plumpste auf den Boden. Die Mutter durchtrennte die Nabelschnur mit Zähnen und der Vater war äußerst enttäuscht, dass schon das dritte Kind ein Mädchen war. Seitdem blieb in Stojna eine gewisse Schuld an allem, was geschah, zurück und sie gab sich immer die Schuld an allem. Die Familie war arm. An erster Stelle stand die Ernährung der Haustiere und für die Kinder gab es soviel, wie übrigblieb.

Als sie sechs war, flogen in das Zimmer „kleine goldene Fliegen” herein und schrieben das Datum 22.12.1933. Stojna hörte, dass sie an diesem Tag sterben würde. Sie erzählte es ihrer Mutter, die nur abwinkte und das Gehörte als Kinderkram abtat. Eines Nachts erfüllte sich das Zimmer mit etwas Glänzendem, „als ob die Sonne als Staub zurückkam, den Stojna einatmete“.

Es kam Sveti Georgi (der heilige Georg der Märtyrer) und stellte sich als ihr Bruder im Geist vor. Er sagte ihr voraus, dass sie erblinden, doch trotzdem sehen und alles wissen werde – aus einem Buch, „das so groß wie der ganze Himmel“ ist. Dieses Buch umfasse „alles, was bisher auf der Welt geschah und was noch geschehen wird.“ Nur wenigen Menschen hätten Zugang zu diesem Buch und Stojna sei „eine dieser erwählten Seelen“.

Über Sveti Georgi heißt es im Buch, dass er „zu Licht geworden ist, weil er in kurzer Zeit, jedoch mit starkem Glauben alle Leiden erlebt hat, die von den gewöhnlichen Menschen in Tausenden von Jahren und Hunderten von Leben durchgemacht werden“. Das geschah wegen der Worte, die er im Angesicht seiner Peiniger gesagt hatte – „Einer ist Gott und Sein Name ist Jesus Christus“.

Das Wissen kam von selbst in Stojnas Gedanken, als es gerufen wurde und die Antwort war manchmal ausgesprochen und manchmal sah Stojna sie einfach, als geschehe alles vor ihren Augen – als Laute, Gesichter oder Geruche. Sie besaß die Fähigkeit, durch all ihre Körperteile zu sehen, die Gedanken der Mitmenschen zu hören und ihre inneren Organe zu sehen. Am schmerzlichsten, bis zum starken Erbrechen reagierte sie, wenn Männer auf das Vieh fluchten. Für sie war das Verzeihen „das Göttliche im Menschen“. Sie folgte der Empfehlung des Heiligen, nicht auf die Schmerzen zu starren, sondern nach der Freude der Menschen zu suchen, die einem Lichtschein ähnelt. Am häufigsten fand sie ihn bei Kindern, Verlobten und Wahnsinnigen, mit denen sie am besten zurecht kam.

Im Alter von zehn Jahren wurde sie Vollwaise und wuchs bis zu ihrem sechzehnten Lebensjahr in Einsamkeit und Erwartung auf. Dann bestimmte der Heilige Georg einen Platz im Hof der Dorfkirche, wo man nach einigem Graben eine Ikone mit seinem Bildnis und ein ewiges Licht fand. Die Einheimischen hielten den Fund für ein Zeichen Gottes und einige Tage später wurde an derselben Stelle eine kleine Kapelle errichtet, in der sie mit den Fundstücken zu leben begann. Eine bodenlange schwarze Kutte, eine für den Winter und eine für den Sommer, eine Wergdecke, ein mit Stoffetzen gefülltes Kissen, ein als Stuhl dienender Baumstumpf und eine Schüssel für allerlei Essen – das waren die Besitztümer des jungen Mädchens. Laut Stojna „reicht uns die Armut immer, aber der Reichtum ist immer zu klein für uns“.

Sie schlief kaum. Sie fühlte sich als Teil eines riesigen, grenzenlosen „menschenähnlichen Körpers“, der „alle irdischen Sorgen und Freuden als seine eigenen körperlichen Schmerzen und Glückseligkeiten erlebt, sich aber nie und nimmer in die menschlichen Absichten einmischen kann und will, selbst nicht in die unglückseligsten“. Später verstand sie, dass das Universum ihr in der Gestalt eines Menschen erschien, nur damit sie sich leichter an die Wahrheit gewöhnen, sie verstehen und erklären konnte. Sie empfand das Universum nun als „einen Ozean des Friedens und der Gerechtigkeit, in dem Platz für alle Seelen ist“. Darin sind sie gleich und gleichermaßen unschuldig und dort, wo alle endlich vereint sind, gibt es das Wort ‚Sünde‘ nicht. Selbst bei Mord erfolgt die Abrechnung im nächsten Leben und so geht es bis zum Ende, „bis wir die Gottähnlichkeit in uns selbst erkennen.“ Als Bojana da war, fragte Stojna: „Warum hat Gott uns erschaffen?“ Und sie antwortete mit felsenfester Sicherheit: „Damit es jemanden gibt, für den Er leiden kann. Das größte Leid ist das Leid aus Liebe.“ Dem Heiligen zufolge war es Stojna weder in ihrem früheren noch in ihrem jetzigen Leben vergönnt, die Liebe zu erfahren, die dem normalen Menschen vertraut ist, denn „sie ist für die Armen im Geiste. Die größte Liebe wird denjenigen zuteil, die im Geiste am meisten benachteiligt sind.“ Sie blieb eine Jungfrau. Sie schwitzte nicht und konnte Glut in ihrer Hand tragen. Diese und andere „Merkwürdigkeiten“ hat sie aus ihrem früheren Leben vorbereitet, worauf später im Vortrag eingegangen wird.

Im Alter von zwanzig Jahren war sie in ganz Belomorie-Thrakien berühmt. Das Leben der Menschen, die kamen und um Hilfe baten, erschien ihr in Form „einer Ausstellung von Bildern, die nebeneinander angeordnet sind, aber nicht nach Zeit oder Ort, sondern nur nach den Bedürfnissen der Seele, dies oder jenes zu tun“.

Sie sah die Worte, bevor sie ausgesprochen wurden, sie sagte voraus und heilte alle möglichen Krankheiten kostenlos, wobei sie die Qualen der Kranken in Form von starkem Juckreiz und Ausschlag auf sich nahm. Doch niemals sagte sie den Tod voraus, selbst wenn sie ihn sah. Und die Menschen gaben ihr, was sie hatten – Getreide, Obst, Kleintiere, kleinen Hausrat. Der Pope verkaufte, was er konnte, aber er kam nie dazu, “ die Wände der Kapelle zu verputzen, weder außen noch innen“.

Am Tag des heiligen Demetrios (26. Oktober) 1912, nur ein oder zwei Tage nach der schweren Schlacht des Balkankrieges bei Çatalca, die mit vielen Verlusten einherging, fiel Stojna zum ersten Mal in den Zustand, den sie примиране ‘scheinbaren Tod’ nannte. Sie zog sich saubere Kleider an, nahm einige Tage lang nur wenig Wasser zu sich und betete, „bis sie ohnmächtig wurde“, und als sie fertig war, legte sie sich hin, faltete die Kutte um ihren Körper, zog die Füße zusammem, faltete die Hände auf dem Bauch, ohne eine Kerze zu halten, verringerte die Anzahl und Tiefe ihrer Atemzüge. Schläfrigkeit ergriff sie und das Leben in ihr erstarrte. Kein Atemzug kam aus ihr heraus, kein Schweiß oder irgendetwas anderes, was bei einem lebenden Menschen der Fall ist. Sie wurde  kalt, aber nicht wie bei den Toten und sie schlüpfte aus dem Körper heraus „wie die Schlange aus einem Loch“. Sie wurde „leicht wie Pappelflaum“ und versank in dem Gefühl, in die Seelen- und Geisterwelt abzuheben. Der heilige Georg erklärte ihr, dass es einen unsichtbaren Faden im Menschen gibt, der sich bei solchen Ausstrahlungen aus dem Körper dehnen und dünner werden, jedoch nicht zerreißen kann, bevor die Stunde des Sterbens gekommen ist.

Zuerst sah sie das Dorf und seine Umgebung, aber in viel helleren Farben. Allmählich verschwand die Sicht und wurde zu einem starken, doch für das Auge erträglichen Licht. Sie empfand Liebe für alles, was existierte und ein besonderes Glück, am Leben zu sein. Sie nahm einen Duft wahr, der dem einer weißen Rose glich, unsichtbare, sich ständig verändernde Gestalten tanzten um sie herum und hüllten sie ein wie „der Glanz von tausend Küssen“. Sie wurde vom heiligen Georg begrüßt, der in Form von „etwas Rundem, das aus Gold gewebt und von Pfeilen durchbohrt war, die denen der Sonne glichen“ erschien. Dann verwandelten sich die leuchtenden Farben in ein flaches, pulsierendes Blau. Sie sah sich gleichsam auf „dem Flügel eines Daches sitzen, mit den Beinen über den Rand hängend, und vor ihr, ebenfalls auf einem anderen Flügel reitend, erhob sich das Bild eines Mannes mit schwarzem Bart im Alter Christi“, dessen „Aura den ganzen Raum des Blickes einnahm und golden flimmerte“. Sie hatte ihn einst gesehen, wusste aber nicht, wer er war. 

Ihr gegenüber stand der heilige Иван Рилски, Johannes von Rila, der Schutzpatron Bulgariens, und er sah nicht aus wie auf den Ikonen – in einem ehrwürdigen Alter mit weißem Bart -, denn in demjenigen Alter, in dem man unten auf der Erde Gott zum ersten Mal in sich spürt, in demselben Alter ist  man auch in der geistigen Welt. Stojna kam den ganzen Weg hierher und bat darum, dass die Seelen der Getöteten zur Erde zurückgebracht werden, weil sie sehr jung waren und von ihren Familien gebraucht wurden. Darauf folgte die klare Antwort, dass sie den Tod herbeigewünscht hätten, als sie vor der Flagge schworen, ohne Angst für Bulgarien zu sterben.

Nicht einmal Gott der Vater könne sich gegen ihren Willen stellen. In den allsehenden Augen des Schöpfers ist der Wille, und der Himmel ehrt ihn. Die Hauptaussage der Reise war, dass „die Macht und der Wille bei euch liegen. Ein Übermaß an Macht verändert den Willen und beraubt ihn des Gedankens. Wir können euch helfen, aber nur, wenn ihr und wir das gleiche Ziel haben. Ihr seid so ungebildet wie Kleinkinder. Wir sind besorgt.“

In der Nacht von 16. auf den 17. Juni 1913, dem so genannten „Tag des verbrecherischen Wahnsinns“, begann der   Interalliierte Krieg, der zur ersten nationalen Katastrophe Bulgariens führte. Am 22. Juni bekam Stojna einen Ausschlag und wusste, dass etwas Schlimmes im Gange war. Die nahe gelegene Stadt Sjar (heute Serrai in Griechenland) wurde in Brand gesteckt, Bulgaren, Griechen und Türken töteten sich gegenseitig. Die Menschen flohen aus Hasnatar, doch Stojna blieb in der Kapelle. Der heilige Georg erschien und sagte ihr, sie solle in das Dorf Dolna Suschiza (heute Slatolist) gehen, das sich auf bulgarischem Gebiet befindet. Sie solle in der örtlichen Kirche bleiben, die den Namen des Heiligen Georgs trägt.

Das Pferd brachte sie selbständig dorthin und sie sah die tausendjährige Platane, die sie auch in ihrem früheren Leben berührt hatte. Sie begann zu prophezeien und die Menschen vor Ort zu heilen, die ihr ein an die Kirche angeschlossenes Zimmer bauten, in dem sie bis zu ihrem Tod lebte. Wegen ihres langen Gewandes nannte man sie „die Nonne“. Nach dem Interalliierten Krieg begann der Erste Weltkrieg, dem Bulgarien 1915 beitrat.

Viele Menschen starben in Angst, die laut Stojna nach „Aas“ roch. Eines Tages kam die Königin Eleonora[2] in die Kirche, die das Volk wegen ihrer Bescheidenheit, ihres Mitleids und ihrer Selbstaufopferung den „gekrönten Engel Bulgariens“ nannte. Stojna sah, dass diese außergewöhnliche Frau bald sterben würde, und zwar auf ihrer Reise mit dem Schiff nach Amerika. Sie war das erste europäische Mitglied einer Königsfamilie, das von US-Präsident Woodrow Wilson eingeladen wurde, sein Land zu besuchen. Der Schmerz ihrer Krankheit würde so stark sein, dass Eleonora ins Meer springen könnte und dann würde ihre Seele nach dem Tod für Hunderte von Jahren in Dunkelheit, Einsamkeit und Kälte verbleiben. Auf Empfehlung von Stojna schrieb der Dorfpriester einen Brief an die Königin, in dem er sie aufrief, das Land für die nächsten zwei oder drei Monate nicht zu verlassen und sich nicht operieren zu lassen. Die Königin hat die Warnung jedoch nicht beachtet.

Dann fiel Stojna zum zweiten Mal in den Zustand des scheinbaren Todes und bat die himmlischen Beschützer, die Reise aufzuheben und dem Volk seine Mutter und Beschützerin nicht wegzunehmen. Die Antwort lautete, dass es der Königin vorbestimmt sei, grenzwertige körperliche Qualen zu erleiden und Ort und Zeit des Ereignisses ließen sich nur dahingehend ändern, dass es etwas verschoben oder vorverlegt würde. Und so geschah es auch. Als sich Eleonora auf ihre Reise nach Amerika vorbereitete, verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand plötzlich, sie blieb im Lande und starb bald darauf im Euxinograd-Palast bei Varna in der unsichtbaren Gesellschaft aller bulgarischen Heiligen und Beschützer. Die Engel nahmen die helle Seele auf ihre Flügel und trugen sie in den Himmel.

Im November 1919, nach dem Ende des Krieges, gelang sie zum dritten Mal in den Zustand des scheinbaren Todes, als im Pariser Vorort Neuilly der für Bulgarien verheerende Friedensvertrag unterzeichnet wurde, der eine zweite nationale Katastrophe bedeutete. Stojna sah den Tisch und die Vertreter der darum versammelten Siegerstaaten sah sie wie „ein Rudel Schakale, das einen hilflosen und verwundeten Hund umzingelt“ hatten. Die Schakale warteten nur auf ein Zeichen der Zustimmung, um den Hund zu zerreißen. Nach dem Plan, der nach dem griechischen Ministerpräsidenten Venizelos benannt wurde, sollte unser Land in drei autonome Regionen zwischen Griechenland, Serbien und Rumänien aufgeteilt werden und damit aufhören, als Staat zu existieren. Eine ganze Woche lang, Tag und Nacht auf den Knien, ohne Schlaf und Brot, betete Stojna vor den heiligen Fürsprechern Bulgariens und bereitete sich, als sie körperlich völlig erschöpft ist, auf die primirane vor. Aber es passierte noch etwas anderes: Diesmal ging sie nicht zu den Heiligen, sondern sie kamen  zu ihr, angeführt vom Fürsten Boris-Michail dem Täufer. Sie ähnelten „sechs goldenen, pulsierenden Wolken, die alle radial von grauen Sorgenlinien durchzogen waren“ und sich fast ähnlich sahen. Trotzdem erkannte sie im lichtdurchfluteten Raum Boris-Michail auf eine unerklärliche Weise wieder.

An dieser Stelle muss erläutert werden, dass in derselben Zeit das Ich von Boris-Michail auf der Erde im Menschen Peter Danov inkarniert war, der 1897 durch Inkorporation den gegenwärtigen Bodhisattva und den zukünftigen Buddha Maitreya aufgenommen hatte und als der Meister Beinsa Douno bekannt ist. Das Ich des Menschen kommt direkt vom väterlichen Weltengrund und kann dem hellsichtigen Blick eines anderen Menschen in verschiedenen Formen, entsprechend seinem Bewusstsein, erscheinen. Boris sagte, die Bulgaren seien selbst schuld an dem Geschehenen gewesen. Das Volk warf seinem  Monarchen vor, die Schuld an der verheerenden  Kriegsteilnahme zu tragen, weil er in einer Goldkutsche als Sieger in Konstantinopel einfahren wollte. Doch den Heiligen zufolge hat das Volk selbst ihn gewählt: „ihr seid ihm zu Füßen gefallen, es war euer Wille, ihm die Krone zu geben und ihr habt euch als seine gehorsamen Kinder bezeichnet und euer Schicksal in seine Hände gelegt. Wer oben ist, folgt dem Willen der Niedеrung, denn er ist auserwählt. So ist eure Wahl zu der Strafe geworden, die euer erbittertster Feind euch nicht auferlegen konnte“, aber „nichts Schlimmeres würde dem Volk widerfahren als das, was es verdient hat und alles, was Menschen und Völkern widerfährt, die unnötig unterwürfig und ängstlich in ihren Gedanken sind“. Und weiter: „Schlimmes erwartet das bulgarische Volk, wenn es weiterhin widerstandslos seinem Schicksal zusieht. Doch ist ihm alles gegeben, was es mit der Zeit zum geistigen Führer der Welt machen wird, wenn es natürlich den Willen dazu zeigt. Es gibt immer ein Entweder-Oder. Und ihr dürft euch hinterher nicht damit rechtfertigen, dass es eigentlich für euch vorbestimmt war. Es kommt darauf an, wie ihr das Vorbestimmte deutet“.

Die Heiligen empfahlen Stojna, unter die Menschen zu gehen und ihnen zu versichern, dass „Gott eine Teilung unseres Landes nicht zulassen wird“. Sie selbst werde Helfer bekommen – einen Mann, der sie überleben und ihr Wirken fortsetzen werde und eine blinde Frau, die „noch jung ist und nicht weiß, was sie erwartet“. Und „über ihnen wird ein Meister in irdischer Gestalt sein, der noch lange nach seinem Ableben leuchten wird“. Der Mann ist der wiedergeborene Johannes der Täufer, der als der bulgarische Seher, Prophet und Heiler Vlajtscho Zhetschev auftrat und schon in jungen Jahren respektvoll ‚Djado Vlajtscho‘ (‚Großvater‘ Vlajtscho, hier als Ausdruck der Hochachtung) genannt wurde. Der Meister ist zweifelsohne der Bodhisattva Beinsa Douno. Im 20. Jahrhundert wurde Bulgarien mit einer Fülle solcher spiritueller Persönlichkeiten gesegnet, die der Stolz jeder Nation auf der Erde sein können!

Die himmlischen Beschützer beruhigten das Volk, es brauche keine Angst vor dem Kommenden zu haben, denn „wo Schuld ist, da ist auch Vergebung“. Dank des sog. Soldatenaufstandes, bei dem die Soldaten, angewidert und wütend über die langwierigen Kriege und fast entwaffnet, nach Sofia marschierten, wandten sich die Beschützer an Gottvater und baten um Gnade.

Es fanden sich ein Mann und sein Land, die in dieser tragischen Stunde Bulgarien eine helfende Hand reichten. Ausgerechnet Woodrow Wilson war es, der nachdrücklich erklärte, dass er „lieber die Konferenz und Paris verlassen würde, als der Teilung einer Nation mit einem unabhängigen Staat und einer unabhängigen Vergangenheit zuzustimmen“. Obwohl Bulgarien Territorien zugunsten seiner Nachbarn abtreten sollte und wirtschaftlich völlig ruiniert war, blieb es für die Welt sichtbar bestehen. Der amerikanische Präsident Wilson mag mit seinen berühmten „vierzehn Punkten“ der Vermittler des Ahrimanismus gewesen sein, aber dank der Gebete und Taten irdischer Menschen haben die Mächte des Guten die Mächte des Bösen eingespannt, um ihr rettendes Werk zu vollbringen. Der von Meister Beinsa Douno bekannt gemachte Dritte Bund Christi wurde in die Tat umgesetzt. Und am 16.9.2021 wurde im Zentrum von Sofia ein Denkmal Woodrow Wilsons errichtet.

Unmittelbar nach dem Treffen mit den Heiligen kamen fremde Männer von überall her nach Dolna Suschiza, mit Briefen von Priestern und Bürgermeistern, die baten, Stojna möge in ihre Dörfer kommen und den Menschen vorhersagen, was sie in der kommenden Zeit erwartete. Der Winter war hart, aber sie ritt auf einem Pferd los. Dabei wurde sie von zwei jungen Männern, ebenfalls auf Pferden reitend, begleitet – der eine vorne trug einen Säbel, der andere hinten trug ein Gewehr. Jahre zuvor hatte Stojna ihrem kinderlosen Vater in der Stadt Sjar vorausgesagt, dass er „nächstes Jahr zu Ostern Zwillinge bekommen werde“. Nun wurde sie von diesen Zwillingen begleitet. Überall läuteten die Glocken feierlich und die Menschen empfingen die Drei mit dem Vertrauen und der Hoffnung, dass auch sie durch Stojna „Gott irgendwie näher kommen“. Stojna warnte: „Wenn die Politiker Zwiespalt unter das Volk stiften, so dass die Menschen einander zu hassen beginnen, wird es zu Hunger und Pestilenz kommen. Die Menschen brauchen Liebe“.

An Epiphanie 1923 erklärte sie: „Bulgarien und Russland sind für immer verbunden wie der Leib und die Seele, allerdings nicht immer zum Guten. Der Leib ist groß und die Seele ist klein, aber ohne sie ist das Fleisch nur Aas, Gestank und Finsternis für den Verstand. Bulgarien ist die Seele, denn von hier aus sind sowohl der Glaube als auch die Schrift und der Patriarch nach Russland gegangen. Alles von Gott haben wir ihr geschickt. Aber der Leib ist unverständig. Er ist eine ungebildete,  blinde Macht: Heute siehst du, dass sie dich umarmen will; Morgen siehst du, dass sie dich verschlingen will. Das passiert, wenn der Leib seine Seele nicht ehrt und sie manchmal nicht einmal als lebendig anerkennt. Der Himmel verheißt böse Zeiten für Russland. Kein Jahrhundert wird vergehen und Russland, das sich jetzt aufgemacht hat, die Welt zu überrennen, zerschlagen und in ihre Schranken zurückgewiesen, lange Zeit nur flüstern und seufzen wird. Dann wird Russland wieder eine Seele brauchen und wieder Bulgarien umarmen. Eure Enkelkinder werden es noch erleben.“

Alle unsere herausragenden Revolutionäre der Wiedergeburtszeit erkannten ganz klar, was die imperiale panslawistische russische Politik darstellte und äußerten sich entsprechend. In der Sowjetunion manifestierte sich diese Politik auf eine neue Art und Weise und in den 90er  Jahren stürzte Russland ab – „ es zog sich in sein Flußbett zurück“. Statt sich zu besinnen und nach seiner Seele zu suchen, hat sich Russland mit dem neuen Führer Putin wieder als Imperium erhoben und ist an einen Punkt gelangt, an dem einem russischen Anthroposophen zufolge von 1.000 heutigen Russen 997 nicht in der Lage sind zu denken.

Bevor sie auf der Erde inkarnieren, können die Menschen ihre Eltern, ihr Heimatland und sogar ihr irdisches Schicksal wählen, jedoch gilt das nicht für die Völker. Laut Stojna ist die Stammesgeschichte eines jeden Volkes „im Voraus in Form einer Krone oder eines Nimbus über seinem Territorium in der Luft gekennzeichnet“.

Das Zeichen Bulgariens sah dem alten Buchstaben Ѣ (jat) sehr ähnlich und laut Stojna seien keine Ereignisse in der Lage, es zu verändern. Es ist eine Kombination aus dem Kreuz (astrologisches Zeichen der Erde) und dem Zeichen des Saturn. Als die Bolschewiken in Russland die Macht eroberten, entfernten sie diesen Buchstaben sofort aus dem kyrillischen Alphabet. Ihre bulgarischen Nachfolger taten 1945 das Gleiche, als sie auch den so genannten „großen Jus“ (Ѫ) entsorgten. Raphael, der Erzengel der Bulgaren, ist am unmittelbarsten mit dem Mysterium von Golgatha und dem Kreuz verbunden. Unser Land steht im Tierkreiszeichen des Steinbocks und Saturn steht als das Gedächtnis der Menschheit genau in diesem Zeichen auf seinem Thron. Laut Stojna ist den Bulgaren das Schicksal der „Ewigkeit“ zuteil geworden. Und wir sind „der Griffel des Himmels, das ins Gras, auf Steine, auf Wasser und sogar in den Himmel schreibt. Wo immer sie vorbeikommen, hinterlassen sie ein Zeichen – manchmal sichtbar und manchmal nicht: Sie bauen eine Stadt in der Wüste, sie bringen Erde und Himmel zusammen und wenn sie sie miteinander vermischt haben, werden sie daraus ein Lied, eine Legende oder ein Märchen machen und sie in ein Buch aufschreiben, damit die Erinnerung an sie weiterlebt.“ Wir können nicht umhin, uns an die Worte des in Frankreich geborenen Magnus Felix Ennodius zu erinnern, der in seiner Lobrede auf König Theoderich im Jahr 486 sagte: „Die Bulgaren – das ist das Volk, das alles hatte, was es sich wünschte. Sie haben geglaubt, dass ihnen die Welt offensteht; sie haben nie an ihrem Sieg gezweifelt; das ist das Volk, über das die Welt staunt.“ Diese Worte wurden zwei Jahrhunderte vor der „offiziellen“ Version der so genannten „Historiker“ über den Beginn des bulgarischen Staates gesprochen. Wie ärmlich ihr Weltbild ist, wird gleich deutlich werden. Und im 20. Jahrhundert hat der bulgarische Historiker und Folklorist Christophor Tzavella (1934-2018) mehr als 300 000 Sprüche, Sprichwörter und andere von unserem Volk bewahrte Denksprüche aufgespürt und gesammelt, in denen das Echo der alten Weisheit deutlich zu erkennen ist.

Woher kommt dieses Vertrauen bezüglich der führenden Rolle in der Welt? Von der ursprünglichen Aufgabe der Bulgaren, für die Ich-Evolution der ganzen Welt verantwortlich zu sein! Deshalb erschien im 9. Jahrhundert das glagolitische Alphabet als jenes göttliche Alphabet, das nach einer Offenbarung, die wir vor kurzem erhalten haben, das universelle Ich-Gespräch eines jeden Menschen mit Gott darstellt, das mit dem Beginn seines Auftauchens aus dem väterlichen Weltengrund einsetzt und sich entfaltet als ein individuelles Panorama von allem, was seitdem geschehen ist, sowie von allem, was bis zum Ende des gegenwärtigen Zyklus, der mit dem zukünftigen Vulkan endet, geschehen wird. Und das kyrillische Alphabet ist eine Art Übersetzung dieses Gesprächs in eine für den Menschen geeignete Form, bis er zum Verständnis der göttlichen Glagoliza heranwächst.

Die Ich-Führung kann sich jedoch nicht nur in sozialer Hinsicht, sondern auch in Form von Trennung, Abgrenzung und Umzäunung äußern. Laut Stojna waren die Bulgaren in der Vergangenheit bestrebt, die Welt zu teilen und jeder wollte sie für sich allein haben und sich von den anderen abgrenzen. So gaben sie „das erste himmlische Geschenk an die Menschheit – sie lehrten sie, wie man Staaten begründet“. Sie umgaben nicht eine einzelne Stadt mit Mauern oder Gräben, sondern das ganze Land.

Die Zeit verging, es wurde eng für die Völker. Einige Länder wuchsen „durch das Graben“ nach unten, andere dagegen, die nicht so fleißig sind und mehr denken, wie die Bulgaren, beschlossen, sich nach oben in Richtung Himmel auszudehnen. Auf diese Weise, so Stojna, erfunden sie  und „boten der Welt ihr zweites himmlisches Geschenk an“. Und hier kommen wir zum Ursprung und zur Ursache der erstaunlichen Gaben unserer Heldin – ihrem Leben als Bogomilin im 12. Jahrhundert.

In der Gemeinde der Bogomilen, auf Bulgarisch общинария, waren die Hütten in drei konzentrischen Kreisen angeordnet. In der äußersten wohnten die „Hörer“[3], die heiraten, Fleisch essen und sich bis zu einem gewissen Grad dem weltlichen Lebensstil der damaligen Zeit annähern durften. Um in die inneren Kreise zu gelangen, wurden die Anforderungen und Prüfungen immer größer. Im 12. Jahrhundert kam Stojna zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder unter diese Menschen, nachdem sie eine Begegnung mit dem legendären Eingeweihten Vassilij Vratsch ‚Basilius der Heiler‘ hatte. Dort, tief im Wald, las sie bereits im zweiten Jahr die wichtigsten Bücher der Bogomilen – das Johannesevangelium und die Apostelgeschichte. Sie war damals 14 und  Vassilij – 36.

Mit 16 wurde sie, da sie fleißig las und das Geschriebene schnell behielt, in ein kleines Zimmer verbannt, um vier Jahre lang den Weg der Vollkommenheit zu gehen, der aufgeteilt war in vier Evangelienwege von je zwölf Monaten. Ihre Lehrerin war eine vollkommene Bogomilin namens Vedra, ‚die Klare’. Um ein Gläubiger zu werden, musste man im ersten Jahr siebenmal am Tag und fünfmal in der Nacht beten, was durch strenges Fasten begleitet war. Auf dem zweiten Evangelienweg ging man dazu über, auf atmende Nahrung, fleischliche Vergnügen, Äußerlichkeiten wie bunte Kleidung und Schmuck, lautes Lachen und sogar Schlaf zu verzichten. Auf dem dritten Weg lehrte Vedra sie, alle Arten von Krankheiten mit Kräutern, Gräsern, Steinen und Wasser und vor allem mit Gebeten zu heilen. Auf dem letzten, vierten Evangelienweg lernte Stojna, wie die Seele den Körper verlassen und ihn von der Seite betrachten kann. Im Schlaf treten das Ich und der Astralleib durch die Füße aus und kehren beim Aufwachen durch den Kopfbereich zurück. In der Gemeinde lernte Stojna, aus dem Scheitel herauszutreten, aber nicht mit den Füßen nach vorne, wie es die Seelen der Sterbenden tun, sondern sich gleichsam durchseihend, als fließe Wasser durch einen dünnen Stoff. Der Lebensatem verließ den Körper und er blieb kühl, aber nicht totenkalt. Stojna tat es aus eigenem Antrieb und reiste tagelang umher, um andere Seelen zu treffen. Sie erlangte auch die Fähigkeit, selbst die starrköpfigsten Menschen, Tiere und manchmal auch Winde oder Hagel mit ihren Gedanken und ihrem Willen zu bändigen. Dies gelang ihr, nachdem sie die Prüfung über sich ergehen ließ, den Blutfluss zu stoppen, während sie auf Glasscherben herumsprang. Wie soll man da nicht an Djado Vlajtscho denken, der bei einem Hagelschauer den Eiskügelchen befahl, in die Beete zwischen den Pflanzen zu fallen und die Pflanzen blieben unversehrt!

Nachdem sie alle Einweihungsstufen erfolgreich durchlaufen hatte, wurde Stojna auf der Innenseite ihres rechten Handgelenks das Zeichen der Vollkommenen gebrandmarkt, das zwei sich senkrecht schneidende Ellipsen darstellt. Von Vedra erhielt sie eine schwarze Kapuzenkutte  mit einer tiefen Innentasche, ein anderer Vollkommener gab ihr zwei neue Beutel, die mit einer gemeinsamen Schnur verbunden waren, um über der Schulter getragen zu werden. In dem einen befand sich Brot, in dem anderen Kräuter, ein heiliges Buch und ein grüner durchsichtiger Stein, mit dem sie den Kranken in die Augen schauen konnte. Damit begann der Lebensweg der Volkommenen Makrina, wie Stojna damals genannt wurde.

In der Gemeinde lernten die Kinder geistige Freiheit und Vergebung – das heiligste Geschenk, das man einem anderen machen kann. Die Mitglieder lebten in Gemeinschaft, ohne Neid, Verleumdung und Krankheit, ohne Steuern und Geld, sondern tauschten nach ihren Bedürfnissen das, was jeder hergestellt hatte. Tausend Jahre vor den heutigen zivilisierten Nationen waren die Frauen den Männern völlig gleichgestellt, denn es gab gleiche Strenge und gleiche Gesetze für alle.

Durch die Bogomilen haben die Bulgaren der Welt das zweite Geschenk gemacht – die Idee, dass die Menschen frei und gleich geboren werden und sich als Brüder lieben. Damit bereiteten sie die Ankunft der fünften Kulturepoche und des Christentums des Ich vor. Wegen dieser Gabe, die im 10. Jahrhundert von dem legendären Bojan Maga und seinen Gefährten im Staat des bulgarischen Königs Simeon des Großen ausging, wurden die Vollkommenen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Im 12. Jahrhundert stand Bulgarien unter der Herrschaft des Oströmischen Reiches, das zwei Jahrhunderte nach seinem Ende ‚Byzanz‘ genannt wurde, um es vom Weströmischen Reich zu unterscheiden. Laut Vassilij Vratsch haben die  Rhomäer die bulgarischen Kirchenbücher  und die königlichen Annalen, in denen die bulgarische Geschichte aufgezeichnet wurde, aus den Klöstern entwendet, sie nach Belieben und nach ihrem Gutdünken ins Griechische übersetzt und die echten Bücher verbrannt. Und „jetzt werden sie eure Kinder glauben lassen, dass unser bulgarischer Stamm genau das ist, was seine Feinde behaupten.“ Wie lächerlich klingt das Credo der gegenwärtigen Historiker „Gibt es ein Dokument, so gibt es Geschichte, gibt es kein Dokument – so gibt es keine Geschichte“! Historisch gesehen ist das bulgarische Volk das größte Rätsel, das allmählich enträtselt wird, so dass eines Tages die Welt über seine Geschichte erstaunt sein wird, die schon immer eine Bedrohung für das Selbstwertgefühl anderer Völker und Reiche war. Deshalb wurde sie im Laufe der Zeit verfälscht, was schon in der Zeit der alten Hellenen begonnen wurde. Aus diesem Grund und wegen des zweiten Geschenks der Bulgaren an die Menschheit wurde Vassilij auf dem Scheiterhaufen in Konstantinopel verbrannt. Ihm folgte auch Makrina. Ihre Wege kreuzten sich oft. Bei der alten Platane in Stojnas Dorf Gorna Suschiza hatte sie in ihrem früheren Leben vor sündiger Liebe zu Vassilij gebrannt und 1111 in Konstantinopel etwas getan, was nach den Worten des heiligen Georg für den Verstand unannehmbar, obwohl für das Herz erklärbar war – sie hat ihr Leben selbst beendet.

Sie tat das aus Liebe, wenn auch „im Namen des Himmels“. Vassilij wurde von dem Basileus [4] Alexios Komnenos nach Konstantinopel gelockt, weil dieser ausrichten ließ, er wäre bereit, den bogomilischen Glauben anzunehmen. Vassilij wusste, dass eine Falle für ihn vorbereitet wurde, ging jedoch hin, weil „sein Weg ihn dorthin führte“. Er trug dem Kaiser das Wesentliche der Bogomilen-Lehre vor, während ein hinter den Türen versteckter Schreiber  alles aufschrieb, damit das Todesurteil durch Verbrennung „wegen schwarzer Ketzerei“ begründet

werden konnte.

Im Hippodrom, das damals hunderttausend Menschen fasste, wurden zwei Scheiterhaufen errichtet – der Scheiterhaufen des Fleisches, der aus trockenem Holz bestand und der Scheiterhaufen des Geistes, der aus einem riesigen Holzkreuz bestand, das in den Boden gerammt wurde. Die Bogomilen bekreuzigten sich nie, weil Christus an das Kreuz genagelt war. Man sagte Vassilij, dass er, wenn er das Kreuz umarmen würde, mit einem hohen Rang und anderen Auszeichnungen belohnt werden würde. Da Vassilij keine Antwort gab, banden ihn die beiden Henker an den Pfahl des Scheiterhaufens und zündeten ihn an. Verkleidet als eine schwache, schmutzige und abgemagerte alte Frau, die sich auf Krücken stützte und einen Stock im Mund trug, ging Makrina zum Scheiterhaufen, um ihren „Beitrag zur Verbrennung des Ketzers“ zu leisten. Die Menge bejubelte sie lautstark. Kurz bevor die Flammen sie verzehrten, warf sie die Krücken, hob die Hände und rief das heilige Gebet der Bogomilen zum Himmel: „Herr, steige in mich herab, damit ich dir dienen kann!“ Und sie warf sich ins Feuer. Es war der 11.11.1111. Drei Jahrhunderte später warf eine alte Frau Reisig in den Scheiterhaufen von Jan Hus und er sagte seinen berühmten Satz: „Oh, heilige Einfalt“!

In ihrer „Alexiade“ schreibt Anna Komnena, die Tochter des Basileus, ohne ein Wort über Makrina zu verlieren, dass „die Flamme, gleichsam wütend geworden, den Gottlosen verschlang, so dass kein Geruch zu spüren war und der Rauch sich nicht veränderte; Nur ein weißer Streifen erschien inmitten der Flamme“. Diese Worte deuten auf die größte Gabe von Vassilij und Makrina hin, auf die später eingegangen wird.  Nach den Worten des heiligen Georg „freuten sich alle Heiligen, fürchteten aber, dass Makrina in Einsamkeit, Dunkelheit und Kälte gestürzt werden würde, was mit jedem Selbstmörder geschieht. Aber Gott hatte Erbarmen mit ihr und „erwählte sie zu seiner vertrauten Seele.“

Diese Seele erschien im 20. Jahrhundert im Leib der hochehrwürdigen Stojna, die neben der Fähigkeit, sich in den Zustand des scheinbaren Todes zu versetzen, zwei weitere erstaunliche Fähigkeiten manifestierte – die in der esoterischen Literatur bekannten Levitation und Teleportation.

Als Stojna sich mit dem heiligen Georg unterhielt, stand sie nicht auf dem Boden der Kirche, sondern erhob sich in die Luft, um „dem heiligen Sieger näher zu sein“. Zuerst fiel sie vor seiner Ikone auf die Knie und begann, aus ihrem ganzen Herzen und mit vollem Vertrauen in seine göttliche Kraft zu beten. Sie wurde vom Geist erfüllt „wie von einem zarten Duft“, die Füße begannen leicht zu zittern, dann spürte der ganze Körper einen Hauch von Kälte, die Atmung wurde langsam und flach, das Blut schien zu gefrieren und einzuschlafen. Sie fühlte sich selbst nicht lebendig, sondern „wie eine riesige Blase, die innen weiß leuchtet und mehr als einen Meter über dem Boden schwebt“. Diese zweite Fähigkeit war jedoch nur eine Etappe auf dem Weg zur dritten, größten Fähigkeit, die darin bestand, den Körper zu entmaterialisieren und ihn über eine gewisse Entfernung zu versetzen. Sie hat diese Fähigkeit zweimal vorgeführt, obwohl sie nicht gerne darüber sprach. Das erste Mal war es, als „das Wunder mit der Nonne“ geschah, das sich irgendwann vor 1930 ereignete. Eine Nonne aus dem Rozhen-Kloster namens Sophia besuchte Stojna in Dolna Suschiza. Eines Abends kamen die beiden von einem Spaziergang zurück. Plötzlich bemerkte Sophia, dass ihre Begleiterin verschwunden war. Vom Glockenturm der Kirche aus blitzte es stark auf („wie die Sonne“) und sie hörte die Stimme der Hochehrwürdigen. Stojna sagte der Nonne, sie sei „hoch oben“ und  würde der Nonne

„leuchten“. Sophia wurde mit dieser Offenbarung „durch den heiligen Willen des großen Märtyrers und Siegers wegen ihrer Reinheit der Seele und Rechtschaffenheit des Verstandes“ geehrt. Stojna warnte sie, die Begebenheit nicht mit gottesfürchtigen und ungläubigen Menschen zu teilen, denn „nichts verunreinigt die heilige Wahrheit so sehr wie ihre Verunglimpfung durch den Unglauben“. Wir wissen jedoch aus einer Offenbarung, dass das Göttliche nicht verunreinigt werden kann, sondern der Mensch verunreinigt sich selbst, indem er über die Offenbarung lästert.

Sophia hielt sich nicht an die Empfehlung, sondern berichtete über ihr Erlebnis der Äbtissin des Klosters und ihrem Beichtvater. Der Bericht erreichte den Bischof Maxim von Branitschevo, der auf seinem Weg von Athos zur Diözese von Lovetsch durch Stojnas Dorf ging. In seiner Gegenwart erhob sie sich in der Kirche in der oben beschriebenen Weise in die Luft, wo die sie beschützenden Heiligen sie ermunterten, dem Bischof ihre dritte „himmlische Gabe“ vorzuführen. Sie stieg langsam hinab, blieb auf dem Boden, bis sie wieder normal atmen konnte und dann öffnete sich die Kirchentür von selbst. Maxim hatte sich vom Bischofsthron erhoben, ganz zitternd und mit großen Augen schauend.

Sie näherte sich ihm so, dass er alles ganz deutlich sehen konnte, blieb einen Moment stehen und wurde wieder von himmlischen Kräften erfüllt. Plötzlich brach sie zusammen und zerbröselte, als wäre sie aus Sand. „Ihre Seele flog wie ein leuchtendes Bündel durch die Tür hinaus und blieb im Geäst der alten Platane stehen. Das Fleisch folgte ihr augenblicklich wie ein Wirbelwind aus Sandkörnern, holte sie im Geäst ein, die Kraft saugte sie wie ein Trichter wieder auf und klebte die unzähligen Teilchen des Körpers zusammen .“

Im nächsten Augenblick war sie wieder heil, sie glitt den Baumstamm hinunter, durchquerte den Garten, kniete vor dem alten Mann nieder und küsste das Ende seines Rocks. Völlig erstaunt bekreuzigte er sich wie im Fieber. Schweigend hob er sie hoch, nahm das silberne Bischofskreuz von seiner Brust, hängte es ihr um den Hals und sagte, dass sie würdiger sei als er, es zu tragen. Später benutzte Stojna dieses Kreuz, um das Wasser heilend zu machen und böse Kräfte zu vertreiben.

Bojana Palikarova schreibt im Buch, dass Albert Einstein 22 Jahre nach dem Tod von Stojna das Wissen über die Levitation und Teleportation erlangt, jedoch die Blätter mit der Entdeckung selbst verbrannt hatte. Später wurde die Asche von den Seiten mit den Berechnungen mit seiner eigenen Asche vermischt, damit die Menschheit nicht mit Wissen verführt würde, für das sie noch nicht reif war – Stojna sagte unter anderem auch, dass es eine Sünde sei, wenn der Mensch unreif zu Wissen gelangt.     

Alles, was auf der Erde existiert, ist das Ergebnis einer dreifachen Entstehung: zuerst ist es eine höchste himmlische Idee, dann wird es die Frucht der menschlichen Vernunft und schließlich das Ergebnis unserer Tätigkeit. „Oben ist längst alles erfunden und es ist an den Menschen unten, den universellen Entwurf zu erfassen und in Worte oder in einen Gegenstand zu übertragen“. Laut Stojna geschieht das jedoch nicht in seiner Gesamtheit und Vollständigkeit und auch nicht gleichzeitig. Wie weit Einsteins reflektierendes Denken zum Geheimnis der Levitation und Teleportation vordrang, ist angesichts seiner abstrakten Relativitätstheorien und seiner Gottesleugnung am Ende seines Lebens unbekannt. Ohne die persönliche Ich-Beziehung zu Christus können diese Geheimnisse nicht richtig verstanden und in einem christlichen Sinne aufgenommen werden. Stattdessen mischen sich immer dunkle Mächte ein, die ihre Ziele durch den jeweiligen Menschen erreichen wollen.

Und hier stellen sich uns eine Reihe von Fragen zu den von Stojna gezeigten geistigen Fähigkeiten, die wir im Rahmen dieses Vortrags so weit wie möglich beantworten werden. Dabei müssen wir uns fragen, ob Stojna den Versuchungen unterlag, denen Christus in den vierzig Tagen nach seinem Herabstieg in Jesus ausgesetzt war. Zunächst versprach Ihm Luzifer vom „hohen Berg“ aus seine Reiche, wenn der Erlöser ihn anbeten würde. Wenn Stojna in den Zustand des scheinbaren Todes fällt und sich in die geistigen Welten begibt, tut sie dies nicht aus Prahlerei, Eitelkeit oder Neugier, um irdischen Problemen zu entkommen, sondern aus echter Sorge und Mitgefühl für die Notlage anderer. Sie gerät nicht in das trügerische luziferische Reich, das einen unweigerlich karmisch in das irdische Reich Ahrimans führt, sondern begegnet den wahren christlichen Heiligen in der von ihnen bewohnten Sphäre. Bei diesem Prozess befinden sich das Ich und der Astralleib außerhalb des physischen und des Ätherleibes. Über den „silbernen Faden“ hat sich ein Teil des Ätherleibes abgetrennt, anders ist lässt sich nicht erklären, warum der Körper abgekühlt ist und wie tot aussieht. Dabei waren um Stojna keine zwölf Hierophanten versammelt, wie das in den alten Mysterien der Fall war oder bei jenem Mysterium mit Christian Rosenkreutz im 13. Jahrhundert in Arbanassi. Stojna führte alles allein aus, ohne in luziferische Gefangenschaft zu gelangen, weil sie die vollständige Kontrolle über das Ego hatte.

Wir müssen deutlich unterscheiden zwischen: 1. dem Ich, das jedem einzelnen Menschen vom väterlichen Weltengrund geschenkt wurde und das die Inkarnationen durchläuft, 2. der Ich-Form, die uns von den Elohim geschenkt wurde, in der sich das Ich als ein reflektierendes niederes Ich, als eine gegenständliche Form des Bewusstseins manifestiert, und 3. dem Ego, das nach den Informationen, die von bestimmten Naturgeistern [5] über Verena Staël von Holstein übermittelt wurden, jener Abdruck Luzifers in uns ist, der von unserer Verführung in Lemurien zurückgeblieben ist. Es ist kein Wesen, sondern ein „Kräfteabdruck“, das zu viele Pseudo-Ich-Kräfte auf sich zieht und unser Ich nach außen drängt. Dieser Abdruck nistet sich zwischen die Leiber ein und umhüllt die Seele. Deshalb ist die Absicht, unsere Mitmenschen zu töten, ursprünglich in unserem Astralleib verborgen, wie bei Kain, der Abel tötete, weil er ihn als jemand anderen und nicht als Teil seiner selbst ansah. Es ist gut, dass dem Menschen die freie Sicht auf diese Absicht durch das Verschließen des Astralleibes von dem physischen und dem Ätherleib verdeckt ist und der Wunsch zu töten nicht zu einer massenhaft vorkommenden physischen Tatsache wird.

Es sei angemerkt, dass der Geist frei vom Ego ist und dass der physische Leib selbst auch frei von dieser Kraft ist, die uns im Grunde von der ganzen kosmisch-irdischen Geschichte trennen will, ohne dass wir uns um die Materie kümmern. Stojna blieb davon unberührt und kehrte nach Abschluss ihrer himmlischen Reisen in den Körper zurück, um „ihre Gebete und ihren Dienst an Gott“ fortzusetzen, so wie Christus selbst auf die erste Versuchung reagierte.

Im Grunde genommen lässt sich die gesamte Sphäre der übersinnlichen Erfahrung in zwei Teile unterteilen: die horizontale Wahrnehmung dessen, was außerhalb der Seele liegt und die vertikale Wahrnehmung der Offenbarung, die über der Seele wohnt. Bei der ersten Wahrnehmungsart, die „bildhaftes Sehen“ genannt sei, können wir mit den Seelenaugen zum Beispiel das Bild eines Heiligen sehen. Die zweite Wahrnehmungsart, die von keinem Bild begleitet wird, können wir „intelligentes Sehen“ nennen. Bei ihr sieht die Seele nicht, sondern sie reagiert auf diese Erfahrung des Geistes und nimmt an den Ergebnissen der gegebenen Erfahrung teil. Der Geist „sieht, hört, fühlt“ und sättigt die Seele durch seinen Einzug mit den Früchten seiner Erfahrung. Dadurch gewinnt die Seele ein solches Vertrauen, als hätte sie selbst gesehen und gehört, ohne tatsächlich etwas zu sehen oder zu hören. Dieses Vertrauen ist sogar noch größer als beim „imaginativen Sehen“, wenn die Seele „ihre Augen“, d.h. die „Lotusblüten“ benutzt.

Die unteren Lotusblumen sind die Organe des bildhaften imaginativen Sehens und Zentren der Gewissheit aus unmittelbarer Erfahrung, die uns die unsichtbaren Dinge in „sichtbarem Licht“ als Formen, Bewegungen, Farben, Klänge, Atemzüge manifestieren. Sie manifestieren sie als konkret und objektiv, auch wenn sie vom Gesichtspunkt der Sehkraft für die physische Welt nichtstofflich sind. Mit ihnen wird man zum „Augenzeugen“ der unsichtbaren Dinge.

Die drei höheren Lotusblumen werden als Organe des Geistes bei der Offenbarung verwendet, wobei mit „Geist“ der Geist des Menschen, eines hierarchischen Wesens und des Heiligen Geistes selbst gemeint ist. Diese Lotusblumen sind Zentren des eingeflößten Vertrauens oder des „unsichtbaren Lichts“. Die beiden Lichtarten treffen im Zentralchakra aufeinander, das sich in der Herzgegend befindet und in diesem Chakra nimmt die Synthese der beiden Arten des Hellsehens die Form der dritten Art an. Im Lotus der Liebe werden alle Unterschiede aufgehoben, indem sie als Eindrücke und Schattierungen der geistigen Wärme wahrgenommen werden. Hier wird der wahre Glaube geboren und sein Feuer führt uns unerschütterlich auf den Weg der Synthese der beiden Arten von Fähigkeiten. Ich werde nie vergessen, wie ich 2004 in Krastova gora „Kreuzwald“, dem bulgarischen Jerusalem, einen 35-jährigen Mann mehr als zwei Stunden lang mit sehr harter anthroposophischer „Nahrung“ fütterte. Als ich ihn anschließend fragte, was er von dem, was er gehört hatte, empfunden hatte, zeigte er auf sein Herz, wo große Wärme eingedrungen war und auf den Kopf, wo Licht aufgegangen war. Dieser Mann hatte noch nie etwas von der Existenz der Anthroposophie gehört.

Stojna besaß alle drei der oben erwähnten Arten von Hellsichtigkeit, die nichts mit jenen übersinnlichen Erfahrungen zu tun haben, die auf eine außergewöhnliche Verfeinerung der physischen Sinne oder auf deren Geraten unter Halluzinationen zurückzuführen sind – das Lesen versiegelter Briefe, das Sehen einer umgedrehten Karte usw. Derlei ist keine geistige Erfahrung mit den „Augen der Seele“, sondern mit den „Augen des Fleisches“.

Bei der zweiten Fähigkeit – der Erhebung mit dem physischen Leib über die Erde – sieht man sofort, dass es hier um die Überwindung der Erdanziehung, d.h. der „Gravitation“, geht, die als regulierender Faktor im Sonnensystem, im Aufbau des Atoms, in der lebenden Zelle usw. eine zentrale Stellung einnimmt. Darüber hinaus präsentiert sich uns das gesamte Universum in Form eines allumfassenden Gravitationssystems, das aus einzelnen Systemen besteht. Wir wissen jedoch, dass das Mineralische nur in unserem Sonnensystem vorkommt. Wenn wir unser Verständnis der Schwerkraft auf das übertragen, was wir nachts am Himmel sehen, werden wir einem Irrtum unterliegen. Dort herrscht das physikalische Prinzip, das sich aber nicht im mineralischen Zustand manifestiert.

In Valentin Tombergs Hauptbuch aus seiner postanthroposophischen Periode, „Die großen Arcana des Tarots“, unterteilt der Autor die Gravitation in physikalische, seelische und geistige, die ihre jeweiligen Anziehungszentren haben. Das Zentrum der geistigen Gravitation ist Gott und das Grundgesetz ist die Ausstrahlung, d.h. die Ausdehnung der mentalen, psychischen und physischen Substanz zu diesem Zentrum. Als Adam aus ihr herausfiel, wurde er von der irdischen Gravitation, deren Zentrum die Schlange bildet, „abgefangen“, wo das Grundgesetz die Kontraktion der drei Substanzen um die jeweiligen Anziehungszentren herrscht – Erde, Nation, Individuum, Organismus. Der spirituelle Mensch wurde fleischlich.  Wer es schafft, im Gleichgewicht zwischen beiden Gravitationsfeldern zu leben, ist ein „seelischer“ Mensch und hier ist die Sphäre des freien Geisteslebens.

Die himmlische Anziehungskraft kann für die Seele so stark sein, dass sie nicht nur die Seele, sondern auch den physischen Leib umfasst, der von den Füßen ausgehend, über die Erde erhoben wird. Stojna sagte, sie fühle sich nicht lebendig, sondern als „eine riesige, weiß leuchtende Blase“. Das gewöhnliche Bewusstsein, das Vernunft,  Gedächtnis und Sinneswahrnehmung einschließt, wird beim Vorgang entfernt und erhebt sich zu seiner ekstatischen Form und das Blut ist „gefroren und schläft“. Dieser „spirituelle Mensch“ ist das Thema des zwölften Arcanums des Tarots, des „Aufgehängten“, das uns das Bild eines kopfüber aufgehängten Mannes zeigt und von Tomberg sehr genau beschrieben wird. Der „feste Boden“ unter den Füßen des Aufgehängten ist oben und der irdische Boden  unterliegt nur der Sorge und den Wahrnehmungen des Kopfes. Der Wille steht in direktem Kontakt mit dem Himmel und wird nicht durch Gedanken und Gefühle vermittelt. Er weiß, was der Kopf noch nicht weiß. Die Seele, die zwischen Himmel und Erde aufgehängt wurde, bleibt allein zwischen beiden Welten und trifft an diesem „Nullpunkt“ die Entscheidung, was sie als Nächstes tun will. Nicht die Erfahrung und die Erinnerung an die Vergangenheit wirken durch den Willen, sondern das himmlische Vorgezeichnete über die Zukunft. Der Wille wurde von der letzten Ursache veranlasst und vor uns steht der Mensch der Zukunft. In ihm hat die Seele die übersinnliche Gabe des Glaubens im wahren christlichen Sinne empfangen, denn der Wille ist ganz in der Liebe zur Tat selbst aufgegangen und versteht nicht einmal selbst, wie er liebt. Es beginnt mit einer Handlung, dann folgt der Wunsch, dann das Gefühl für die Bedeutung der Handlung und schließlich das Begreifen. Im Herbst 2000 beschloss ich: „Ich gehe diesen Weg,  komme was wolle. Was ich anfange, ist das Richtige!“ Später kam die Erkenntnis der weltgeschichtlichen Notwendigkeit dieses Werks und dann freuten sich Denken, Fühlen und Wollen gemeinsam.

Als sich Stojna über die Erde erhob, war sie ein „geistiger Mensch“, der von der himmlischen Schwerkraft angezogen wurde. Aber ein solcher Aufstieg wird auch bei manch einem Medium beobachtet. Worin besteht der Unterschied?  Während Stojna einem „fliegenden Ballon“ ähnelt, haben wir bei den Medien so etwas wie eine „fliegende Rakete“, die von den aus ihr austretenden Feuerstrahlen angetrieben wird. Die schlummernde elektrische Kraft der „Schlange“ im Menschen befindet sich im vierblättrigen Wurzelchakra, wo die Kundalini-Energie beginnt. Sie kann erweckt und entweder nach oben gerichtet werden, wie bei den Yogis, was Tomberg ‚unwillentliche Magie‘ nennt, oder bewusst nach unten und nach außen in Form von ‚willentliche Magie’. In beiden Fällen ist die Levitation jedoch eine Folge der elektrischen Kraft im menschlichen Organismus, die als abstoßende Kraft wirkt. Das Bild der Baba Jaga mit dem Besen, das wir aus den Märchen kennen, veranschaulicht genau das Fliegen mit dieser reaktiven Kraft.

Ist Stojna mit der zweiten Versuchung Christi in der „Wüste“ in Widerspruch geraten? Luzifer hatte den Erlöser herausgefordert, sich vom „Tempeldach“ hinabzustürzen und in seinem physischen Leib die Kräfte der irdischen Schwerkraft zu überwinden, damit er in ihm leben könne, wie es nur im Ätherreich richtig ist. Ahriman versprach ihm seinerseits, Ihn von jeglichem Gefühl der Angst aufgrund des Missbrauchs geistiger Macht zu befreien. Die Versuchung besteht hier darin, aus dem freien Geistesleben, d.h. vom Dach des Tagesbewusstseins in den Abgrund des Unterbewusstseins, von den luziferischen Höhen in die ahrimanische Finsternis hinabzufallen. Christus antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht in Versuchung führen“. Das Ich, das ist Gott. Bei der Levitation überwand Stojna die irdische Schwerkraft und erhob sich in den Himmel, wo sie ihren „Bruder“, den heiligen Georg, traf und nicht in die Fallen der unterbewussten Welten geriet. Daher können wir ihr nicht die Schuld zuschreiben, gegen das Gesetz der Schwerkraft verstoßen zu haben.

Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die Levitation jedoch nur ein Schritt zu ihrer dritten Gabe ist – das Versetzen des physischen Leibes auf eine Art, die dem heutigen „rational“ denkenden Menschen völlig unverständlich ist. Hier werden wir mit der Versuchung konfrontiert, „Steine in Brot zu verwandeln“ und mit dem Geheimnis des Phantoms, das sich als Auferstehungsleib aus dem Grab erhob. Aus einer Offenbarung wissen wir, dass bei Stojna das Phantom an der „Verschüttung“ und anschließenden „Zusammenfügung“ ihres physischen Leibes beteiligt war. Aber war nur das Phantom daran beteiligt?

Wir haben bereits angedeutet, dass seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts verschiedene spirituelle Forscher, die mit der Anthroposophie vertraut sind, in Kontakt mit den Naturgeistern treten und von ihnen wertvolles Wissen über eine Reihe von Themen erhalten. Diese Forscher[6] berichten über die Existenz eines Wesens im Menschen, das als „Körperelementargeist“ bezeichnet wird. Es handelt sich nicht um eine Art Elemental von kurzer Lebensdauer, das vom Menschen durch Gedanken, Gefühle oder Willensimpulse geschaffen wird. Es geht auch nicht um den Hauptdoppelgänger  in uns – den von Rudolf Steiner beschriebenen ‚ahrimanischen Doppelgänger‘ -,  von dem bekannt ist, dass er kurz vor der Geburt in unseren physischen Leib hineinschlüpft und ihn wenige Tage vor dem Tod verlässt. Wir wissen aus einer Offenbarung, dass sich dieser Körperelementargeist nach dem Sündenfall in unseren Körper eingeschlichen hat und nach den Aussagen der Naturgeister[7] ist dieses „ahrimanische Phantom“ für uns absolut notwendig, denn ohne ihn würden wir ein kurzes Leben haben. Der Körperelementargeist wird erst verschwinden, wenn wir unseren Phantomleib richtig und vollständig im christlichen Sinne aufgebaut haben, was natürlich ein sehr langer Prozess ist. Doch warum ist er für uns so notwendig? Denn wenn wir von der Spiritualität durchdrungen werden und das Böse in ein Gutes verwandeln, lernt er dazu, seine eigene ahrimanische Kraft wird schwächer und liefert buchstäblich die Substanz für den Phantomleib. Vorerst geht er nach unserem Tod in die Erde und liegt dort wie eine „Schieferschicht“ und wartet auf die nächste Geburt „seines“ Menschen, um ihn mit neuer Kraft – wenn der Mensch es zulässt – zur Erlangung der ahrimanischen Unsterblichkeit nach den Absichten Ahrimans oder in die entgegengesetzte, für uns gute Richtung zu treiben.

Der Körperelementargeist kann leicht mit dem ahrimanischen Doppelgänger verwechselt werden, weil er auch bei der ersten Inkarnation eines Menschen erschien. Jedoch schlüpft er nicht unmittelbar vor der Geburt in uns hinein, sondern er wird als Keim im männlichen Samen getragen und entsteht zusammen mit dem Leib, der andernfalls einfach nicht gebildet werden könnte. Er wird von der Erde einer Seele hinzugegeben und baut nach ihrem Willen den Leib aus den vier Elementen auf. Die Seele braucht Unterstützung für ihre Inkarnation und muss wissen, wie sich der Geist unter den Bedingungen der festen Materie manifestieren kann. Über lange Zeiträume hinweg haben die Elementargeister durch ihre Beteiligung an den Materialisierungsprozessen der Erdsysteme diese Weisheit angesammelt, und an dieser Weisheit nimmt die Seele teil, die mit ihnen während ihrer Inkarnationen ihren Lebensraum teilt.

Dieser unsichtbare Elementargeist des physischen Leibes regelt und erhält nach Thomas Mayer[8] die Kraftströme im Ätherleib, steht aber eine Stufe höher und hält nach Marko  Pogačnik[9] unsere Körperfunktionen im Gleichgewicht und harmonischen Zusammenspiel und stellt somit eine Art „Körperbewusstsein“ dar. Wegen seiner Vermittlerrolle zwischen Geist, Seele und fester Materie nennt ihn Pogačnik sogar „unser elementares Selbst“. Der Körperelementargeist baut unser materielles Leben auf und ist daher zu Beginn der Inkarnation klein, nachdem er den neuen Bauplan für den physischen Körper erhalten hat. Er wächst zusammen mit dem Menschen und wird mit jeder weiteren Inkarnation weiser. Bei jungen Seelen mit wenigen Inkarnationen hat er einen kindlichen Charakter.

Verschiedene Forscher finden ihn an verschiedenen Stellen im Körper – im Brustbereich, im Bereich des zweiten Chakras usw. Er kann sich frei bewegen und überall sein, weil er in enger Verbindung mit dem Ätherleib wirkt und von ihm abhängt, indem er seine Gestalt schnell verändert. Für die einen ist es ein kleines Männchen, für die anderen „eine pulsierende Lichtzelle, die von der Mutter Erde für jede Seele gesandt wurde“, usw. Er hat  kein Geschlecht, doch wie der Ätherleib trägt er den Charakter eines Gegenstücks zu den Geschlechtsmerkmalen des physischen Leibes.

Steiner hat nicht von diesem Wesen gesprochen, aber in GA 168 (Vorträge vom 9.11. und 3.12.1916) vergleicht er unseren Ätherleib mit „einem Sonnenelementarwesen, das „von einer Anzahl von Elementarwesen begleitet wird“, „die zu ihm gehören wie die Planeten zur Sonne“, und zu denen wir während unseres Lebens in Beziehung stehen. Beim Tod ziehen sie unseren Ätherleib aus dem physischen Leib heraus und führen ihn an einen bestimmten Ort in der Elementarwelt. Vor allem der Körperelementargeist beginnt nach unserem 35. Lebensjahr, das physische Leben zu zerstören, aber im Gegensatz zum ahrimanischen Doppelgänger, der als Verursacher aller von innen herrührenden Krankheiten erscheint, weiß der Körperelementargeist, welche Behandlung für den ihm anvertrauten Menschen am besten ist. Seit dem Mysterium von Golgatha erfordert jede Behandlung einen individuellen Ansatz, über den wir gleich noch sprechen werden, aber wie viele der heutigen Ärzte verstehen das?

Wenn wir sterben, überträgt der Körperelementargeist seine Erinnerungen an den Weltäther und geht dann in die allgemeine Materie über. Nach Margarete Sennekamp[10] geht er in eine Art Höhle ins Innere der Erde und ruht sich dort nach der abgeschlossenen Inkarnation aus.

Die Möglichkeiten, mit der Materie zu arbeiten, sind endlos. Es ist besonders wichtig zu wissen, dass die Entmaterialisierung des Körpers im Kontakt mit diesem Körperelementarwesen stattfindet. In alten Zeiten war der Kontakt eng, weil der Schutzengel in der Nähe war. Nun aber hat er sich aufgrund der Ausübung unseres freien Willens in eine gewisse „Ferne“ begeben, und folglich bleibt der Körperelementargeist ohne ausreichende Führung zurück und erwartet, dass der Mensch ihn anleitet. Die Verbindung wird hergestellt, indem wir unseren Körper als einen Menschen behandeln. Steiner sah, dass der Kult um den physischen Körper so stark werden würde, dass er in groben Materialismus ausartet, den er „praktischen Darwinismus“ nannte. Aus diesem Grund sprach er nicht von der Existenz eines solchen Wesens in unserem Körper. Sowohl der erwähnte Kult als auch die Askese sind für die Seele besonders schädlich, wenn sie nicht über eine richtig ausgebildete Weltanschauung im Sinne des esoterischen Christentums verfügt. Der Mensch von heute kennt und achtet den Körperelementargeist nicht und dieses Wesen ist wie ein verlorenes Kind, das unter dem immer stärker werdenden Wahnsinn leidet, der die Menschheit ergreift. Mehr noch: Dieses Wesen kann die eigenen Motive unseres Ich und unsere Willensimpulse nicht von denen des ahrimanischen Doppelgängers unterscheiden und arbeitet sowohl für uns als auch für den Doppelgänger. Das ist ein großes Problem, denn laut den Naturgeistern ist „der Herr des ahrimanischen Doppelgängers“ bereits in Erdennähe! Dieses Wissen wurde im 21. Jahrhundert erhalten. Ahriman bereitet sich darauf vor, sein leibliches Gefäß 2029 zu betreten und dort erwartet ihn der ahrimanische Doppelgänger. Wie fühlt sich wohl der Körperelementargeist in diesem Gefäß? Das weiß nur er!

Der Mensch nimmt jedoch nicht nur den Körperelementargeist, sondern auch das Phantom seines eigenen physischen Leibes nicht wahr. Nach seiner Erschaffung bereits auf dem alten Saturn und den Metamorphosen, die es auf der alten Sonne und auf dem alten Mond erfahren hat, haben die Elohim in unserem Äon mit ihrem schöpferischen, lebendigen Denken unsere ideale Form erdacht und sie im lemurischen Zeitalter den Archai zur weiteren Gestaltung übergeben. Sie wirken in ihr und nehmen nach unserem Tod, so Steiner in GA 205 (Vortrag vom 17.07.1921), etwas davon auf.

Das Urphantom von uns allen war in Lemurien identisch und die Aufgabe des Ich war es, das individuelle Phantom zu erschaffen, ohne einen großen Fall in die Materie zu erleben. Das Phantom ist physisch, besteht aus irdischer Substanz und aus der bereits erwähnten Substanz des ahrimanischen Doppelgängers, aber es bleibt für die physischen Augen unsichtbar. Im Gegensatz zur Materie unterliegt es nicht dem Tod, aber es ist auch kein Geist. Den Naturgeistern zufolge ist die Beziehung des Ich zum Phantomleib „die größtmögliche“ und es könnte nicht anders sein, da das Ich dazu berufen ist, ihn in den Geistesmenschen  umzuwandeln.

Seit dem Sündenfall ist der Mensch jedoch immer stärker in die Abhängigkeit von der Materie geraten, an die er sich mit seinen geistigen Erkenntniskräften  „stoßen“ und sie durchdringen kann. Das Ich, das von außen kommt, stößt sich an das Blut, damit wir unseren Weg zur Freiheit und zur Erlangung der ersten Form des Ich-Selbstbewusstseins – der reflektierenden – zurücklegen können. Über das Blut gelangt es zu unseren Organen und von dort zu den Planeten des Sonnensystems, aus denen die Organe gebildet wurden. Jeder ist verpflichtet, den Weg seines Ich vom Blut durch das Nervensystem in die geistige Welt voranzutreiben, wie ich das in meinem Vortrag „Die michaelische Methode der Verbindung mit der geistigen Welt“[11] beschrieben habe. Ohne diesen vom Menschen bewusst erkannten Kreislauf bleibt man nur im reflektierenden Selbstbewusstsein und landet unweigerlich bei der von Ahriman erdachten Symbiose des Menschen mit der Materie in Form eines Bioroboters.

Das Ich stößt sich nicht an das Phantom, und allmählich wurde die Form des physischen Leibes von den Menschen vergessen. Die Kräfte des Todes drangen in sie ein, sie wurde dünner und begann zu zerfallen. Nach dem Tod wurde das Bewusstsein vernebelt und das Ich war blind für das Geistige, weil es ihm unmöglich wurde, seine „Phantomaugen“ zu benutzen. Nach der Aussage der Naturgeister besitzt der Mensch neben den uns vertrauten physischen Augen und den bereits erwähnten ätherischen „Augen“ der Seele für das Sehen in die übersinnlichen Welten auch „Phantomaugen“ für das geistige Sehen[12].

Weil der Mensch seinen Blick nur auf die materielle Welt richtete, bestand die Gefahr, zum Sterben zu werden, aus der materiellen Körperlichkeit herauszutreten. Der Mensch wäre einem Affen ähnlich geworden, und nach dem Tod, insofern dieser möglich gewesen wäre, wäre sein Bewusstsein so weit verdunkelt, dass er eines Tages hätte das himmlische Licht überhaupt nicht wahrnehmen können. Christus musste kommen und uns in den drei Jahren seines irdischen Lebens zeigen, wie wir unseren Phantomleib gestalten können.

Den Naturgeistern zufolge ist Christus mit seinem Ich und seinem Willen in die Atomkerne eingedrungen und hat die Protonen und Elektronen in ihren Bahnen gehalten, wodurch seine Macht als Gott im Makrokosmos abnahm, Er aber im Mikrokosmos zu Gott wurde, dem das Gesetz der Schwerkraft unterliegt [13]. Am Ende dieser Entwicklung überschnitten sich der

Phantomleib und der materiell-physische Leib Jesu, ohne dass die Verbindung zwischen ihnen unterbrochen wurde. Deshalb kennzeichneten die Nägel des Kreuzes das Phantom.

Nach dem Tod begann die Trennung dieser Verbindung, als sich die Materie auflöste und der Erlöser mit Seinem Phantomleib in die Welt der Toten eintrat, um ihre verdunkelten Augen zu erleuchten, und dann in die Erdschichten bis zum Mittelpunkt der Erde herabstieg. Laut den Naturgeistern gibt es dort Wesen, weder „hell noch dunkel“, die eine Art „Spiegelbild“ der Hierarchien darstellen. Sie werden die „Erd-Eigentlichen“ genannt und erlauben der Erde, Erde zu sein. Sie bestehen aus dem physischen Element, verzehren die Materie, die allmählich im Zentrum verschwindet, um in einer völlig anderen Form im Reich des Willens, also jenseits des Tierkreises, wieder aufzutauchen. Atlantis selbst wurde von den Erd-Eigentlichen aufgesaugt, weshalb sich keine Artefakte davon auf dem Grund des heutigen gleichnamigen Ozeans finden lassen. Wenn heute an verschiedenen Orten der Welt plötzlich große Mengen von Landmassen stürzen, wird das Ereignis wiederum von ihnen ausgelöst, weil sie sehr wütend sind über unsere Nachlässigkeit ihnen und der Erde im Allgemeinen gegenüber. Wir kommen nur vorübergehend auf die Erde und verlassen sie mit dem Tod, sie aber sind ständig in der Erde und erwarten von uns, dass wir den Weg der Phantombildung gehen, so wie Christus es uns gezeigt hat.

Für die Umwandlung des Astral- und Ätherleibes Jesu in das Geistselbst  bzw. den Lebensgeist musste Christus nicht durch den Tod gehen. Für die Umwandlung des physischen Leibes in den Geistesmenschen aber kam es zu den dramatischen Ereignisse im Garten Gethsemane und zu der Kreuzigung. Der Erlöser erlebte den Tod persönlich, damit die völlige Befreiung des Phantoms aus der Bindung an den materiellen Leib geschrhen und erst dann der Triumph der Auferstehung im „Auferstehungsleib“ als neuer Prototyp des stigmatisierten Phantoms für die ganze Menschheit kommen konnte. Von jedem Menschen wird erwartet, dass er sich aus  eigenem freiem Willen mit diesem Leib und mit seinem Ich verbindet, um sein neues Phantom zu schaffen, was bedeutet, dem Beispiel Christi während Seiner drei Erdenjahre zu folgen und schließlich die sieben Stufen Seines Passionsweges zu durchlaufen, der mit der Fußwaschung begann und drei Tage bis zur Kreuzigung dauerte. Und das ist die christliche Initiation in ihrem Kern. Auf diese Weise wird der Mensch als ein Ich in der Lage sein, nicht nur auf seinen physischen Leib, sondern auf die ganze Erde phantomschaffend und phantomverändernd einzuwirken. Nur aus einer solchen „durchsichtigen Kristallerde“ kann der künftige geistige Jupiter gebaut werden.

Nach jedem irdischen Tod des Menschen wird das Phantom von den Archai übernommen und durch sie zu den Thronen gebracht, aber der umgewandelte Phantomteil bleibt auf der Erde und wird vom Schutzengel und dem persönlichen Körperelementargeist bewacht. Wir können diesen Phantomteil von der geistigen Welt aus betrachten und wenn wir auf die Erde zurückkehren, durchdringt er uns erneut mit der Erwartung, durch das Leben hier unten vergrößert zu werden. Stojna folgte dem Christusweg, wurde in ihrer Inkarnation als Bogomilin eingeweiht und konnte in ihrem letzten Leben durch die eigenen Bemühungen, ihre Phantombeziehung mit dem Auferstehungsleib zu stärken, diese erstaunliche Beherrschung der Materie vorführen. Sie badete nie im Hellen und sah nie ihren nackten physischen Körper.

Sie behandelte ihn so, dass sie die engste Beziehung zum Körperelementargeist hatte und mit ihm zusammen das Wunder der Entmaterialisierung vollbringen konnte, ohne der dritten Versuchung Christi in der Wüste zu widersprechen. Diese Fähigkeit ist eine sehr wichtige Etappe auf dem Weg zur Auferstehung im durchchristeten Phantom, damit die Verwirklichung von Ahrimans Absicht, „die Steine in Brot zu verwandeln“, abgewendet werden kann. Die übliche Interpretation dieser Herausforderung besagt, dass man arbeiten soll, um Geld zu verdienen und Brot für den Leib zu kaufen. Tiefer betrachtet will uns Ahriman nicht nur an das Irdische binden, sondern er will, dass wir anstelle der Auferstehung in das durchchristete Phantom, zu einem „kosmischen Tod“ gelangen, bei dem nicht die Steine zu Brot werden, sondern der Mensch wie eine Maschine aus mineralischen Stoffen mineralisiert und von „Steinen“ ernährt wird. Heute ist im Angesicht der bevorstehenden Inkorporationen des Antichristen diese Absicht mit dem bloßen Auge sichtbar. Und was erwartet uns wohl in der Zukunft!? Und wie sollen wir darauf reagieren, damit der Entwurf des väterlichen Weltengrundes für uns nicht scheitert?

Christus hat uns nicht nur im geistig-körperlichen Bereich ein Geschenk gemacht, sondern auch in den anderen Bereichen unseres Wesens. Er brachte Seine Ich-Heilkräfte in die irdische Aura ein, mit denen er unsere Ätherleiber belebte, und von da an kann jede Heilung individualisiert werden. Stojna heilte mit diesen Kräften, sie kommunizierte mit Pflanzen und Tieren und nutzte ihre heilenden ätherischen Kräfte. Heute ist die Frage nach den Impfstoffen gegen das Coronavirus und ihren schädlichen Auswirkungen von besonderer Bedeutung. Wir wissen aus einer Offenbarung, dass der Geimpfte, der sich vor diesen Wirkungen schützen will, am besten in eine Kirche gehen und sich unter die Hauptkuppel stellen soll, wo die Ätherkräfte am stärksten sind. Dort soll er sein Ich-Einzelgespräch mit dem Heiler Christus führen.

Die beiden erwähnten Gaben, die das Geistig-Physische und Ätherische im weiteren Sinne betreffen, gelten für alle Menschen, unabhängig davon, ob sie an den Erlöser glauben oder nicht. Was jedoch den Astralleib und das Ich betrifft, so ist es für ihre Durchdringung mit Christus notwendig, einen individuellen Weg zu Ihm zu suchen, und zwar durch die aufkeimenden Kräfte der Bewusstseinsseele, in deren Allerheiligstem das Ich erscheint. Das Seelenelement muss durch unsere Ich-Kräfte geformt werden und das ist eine notwendige Stufe der Umwandlung des Astralleibes in das Geistselbst, damit der Mensch auch auf der ganzen Erde rechtmäßig phantombildend und phantomumwandelnd wirken kann. Der höchste Grad, den der Mensch in der zweiten Richtung bisher erreichen kann, ist die Durchdringung unserer Gedanken mit dem Christusmysterium.

Das Verständnis dieses Mysteriums muss sich radikal von der Zeit vor dem Anbruch des Zeitalters der Bewusstseinsseele. Mit dem Aufkommen des Christentums des Heiligen Geistes nach dem Ende des Kali Yuga hat sich die Auffassung von Freiheit so stark verändert, dass heute nur wenige wissen, was es bedeutet, im Zeitalter des Erzengels Michael, das 1879 begann, frei zu sein. Der Mensch ist dazu berufen, die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe zu werden, deshalb ist seine Freiheit für die Götter heilig und unantastbar. Für sie ist der Mensch eine „Religion“ und sie erwarten von ihm, dass er mit den freien Kräften seines Ich eine Entscheidung trifft, seine Leiber in den nächsten drei Äonen in Manas, Buddhi und Atma umzuwandeln.

Im Gegensatz zu den Göttern achten die Mächte des Bösen nicht unsere Freiheit. Aus Mitleid mit der Menschheit geben manche Okkultisten ihrer Absicht nach, die Menschen gewaltsam zum Guten zu führen, wodurch sie das menschliche Ich eliminieren und somit selbst dem Bösen zum Opfer fallen. Dann erobern andere Wesen im Laufe der okkulten Entwicklung ihre niederen Wesensglieder. In der Praxis widerstehen diese Okkultisten den drei Versuchungen Christi in der Wüste nicht. Als Christus in Jesus hinabstieg, brauchte Er vierzig Tage, um kosmisch zu sterben und irdisch geboren zu werden, um danach unter die Menschen zu gehen. Wenn der Mensch für das Irdische stirbt, folgen das Panorama des Lebens und die vierzig Tage, bevor er ins Kamaloka geht, um kosmisch geboren zu werden. Wenn wir einen globaleren Blickwinkel einnehmen, können wir die Frage stellen, auf welcher Stufe ihrer Existenz sich die heutige Menschheit insgesamt befindet.

Im Sinne der kulturellen Entwicklung hat die gegenwärtige Kulturepoche im Gegensatz zu früheren Epochen keine Zukunft. Alles, was die Erde uns an Lebenskräften geben konnte, hat sie uns bereits gegeben. Die Kulturimpulse sind erschöpft und es werden keine neuen erscheinen. Nach dem Kommen Rudolf Steiners und Beinsa Dounos rückte die Erfahrung des kulturellen Todes immer näher, denn die Menschen waren auf die Beantwortung der Frage, wie sie ihn erleben sollten, nicht vorbereitet: Sollten sie in Christo mit „Nicht ich, sondern Christus in mir“ sterben oder in Ahriman mit der völligen Auslöschung des reflektierenden niederen Ich und der Trennung der Beziehung zum höheren Ich. Das Jüngste Gericht ist bereits im Gange, denn das Ende der Welt, d.h. der „Tag des Gerichts“ ist im Sinne einer sterbenden Kultur gekommen, der nur noch von der geistigen Welt geholfen werden kann. Das geschah

durch Rudolf Steiner, der uns ein großartiges Bild der Erdgeschichte in Form der anthroposophischen Kosmogonie präsentiert hat. Für die gesamte Menschheit war dies in der Tat eine Erfahrung, die dem Panorama entspricht, das jeder Verstorbene unmittelbar nach seinem irdischen Tod sieht. Die ätherische Offenbarung Christi erfolgte eben nach der Präsentierung dieser Kosmogonie, so wie die Erfahrung des Lebenspanoramas dem Eintritt in den Zustand von Kamaloka vorausgeht. Genau an diesem Punkt wird die liebevolle Frage Christi an jeden Verstorbenen gestellt: „Was hast du mit deinem irdischen Leben gemacht?“ Diese Frage wurde bereits jedem Menschen gestellt und es erweist sich, dass wir uns jetzt in der Zeit der vierzig Tage zwischen dem Panorama des Lebens und dem Eintritt in den Zustand von Kamaloka befinden – in der Zeit, in der wir die drei Versuchungen der heutigen sozialen Wüste durchlaufen werden. Wenn wir es in der Art schaffen, die uns Christus in seinen 40 Tagen der Prüfungen vorführte und dem Weg Seiner Leiden folgen, um für unsere Sünden zu büßen und im Geist aufzuerstehen, haben wir die Richtung nach oben gewählt. Diejenigen, die den Tod der heutigen Kultur als das wahre Leben betrachten und versuchen, dem Jüngsten Gericht zu entgehen, werden in den ahrimanischen Strom in die Zukunft verleitet. Die bevorstehende Inkorporation Ahrimans wird jeden einzelnen Menschen äußerst stark bei der Entscheidung prägen, welchem der beiden karmischen Ströme er sich anschließen will. Unsere Waffe gegen das Böse kann nicht aus dem Arsenal des Bösen selbst stammen, sondern aus dem Guten, das niemals das Gesetz der Freiheit verletzt, welche nur der irdisch inkarnierte Mensch besitzt.

Und wie können uns die Götter im Kampf gegen das Böse helfen, ohne dass sie die Ursache sind, die unseren Willen auslöst? Das geschieht mithilfe der Idee, die zum Ideal wird, das sich jeder zu eigen machen kann, weil es allumfassend und universell menschlich ist und in ihm jeder sich selbst und seine Zukunft wiedererkennt. Christus ist das hellste, bedeutungsvollste und lebendigste Ideal der ganzen Menschheit, der sie nicht mechanisch als eine natürliche Ursache, sondern geistig durch sein persönliches Beispiel beeinflusst. Das Ideal ist zum Menschen herabgestiegen und wurde von ihm gekreuzigt, aber es ist nach dem Tod im Phantom des Jesus von Nazareth wieder auferstanden und hat in unserem Willen das Gewissen geweckt, um das begangene Unrecht zu korrigieren. Auch wenn Sie sich nicht persönlich an dieser Ungerechtigkeit beteiligt haben, sind Sie verpflichtet, sie zu korrigieren! Mit Seinem Leidensweg wurde der Erlöser unser Richter, der Herrscher über das universelle menschliche Karma, jedoch nicht aus der Position eines Rächers nach dem mosaischen Prinzip heraus, sondern durch die Erweckung des Gewissens.

Der Auferstehungsleib scheint aus der Substanz des Gewissens gewoben zu sein. Die Menschheit muss zum Erleben der eigenen Nichtigkeit reifen und den kommenden Tod der Kultur spüren, um sich seinem inneren Richter bewusst zu stellen und ihn zu erleben. Das Wichtigste ist, zu verstehen, dass man alles, was man anderen an Gutem und Bösem antut, Christus antut und dass man tiefste Reue und Zerknirschung empfinden sollte, weil man weiß, was man dem Erlöser durch seine Taten angetan hat. Die Wirkung einer solchen Einsicht ist viel stärker, als wenn von Seiten des Bösen Gewalt ausgeübt wird, auch wenn sie scheinbar gut gemeint ist. Heute ist der Mensch aufgerufen, an die göttliche Güte des Gerichts Christi zu glauben, so wie Christus an unsere menschliche Freiheit glaubt.

Nach dem Tod dieser Kultur werden wir in das Erleben des allgemein menschlichen Kamaloka eintreten. Jeder von uns wird nicht nur sein eigenes Fehlverhalten erleben, sondern auch das Fehlverhalten aller Anderen angesichts unseres großen Ideals. So wird Christus in den Bereich des universellen menschlichen Kamaloka eintreten und das persönliche Karma zu einem Erleben des universellen menschlichen Karmas vertiefen. Es bleibt nicht mehr viel Zeit bis zum Tod der gegenwärtigen Kultur und jeder ist verpflichtet, den Weg zu seinem großen Ideal zu suchen. Die letzte Hilfe der geistigen Welt ist die Entstehung der Ich-Synthese zwischen den beiden christlich-esoterischen Impulsen, die von Rudolf Steiner und Meister Beinsa Duno kamen.

Vor dem Eintritt ins Kamaloka, der im Zeitalter des Erzengels Oriphiel stattfinden wird, wird es kein weiteres Geschenk geben. Dieses Geschenk kam zu Beginn des 21. Jahrhunderts aus Bulgarien und damit wurde wahr, was der Heilige Georg der hochehrwürdigen Stojna vorausgesagt hatte. Der Heilige war unmissverständlich: „Die Bulgaren stehen unter dem Schatten der rechten Hand Gottes. Und so war es schon immer. Es gibt Völker, die Gleichnisse sind. Sie werden als die Auserwählten Gottes bezeichnet. Und die Bulgaren sind ein solches Volk. Aber nicht, weil sie die Klügsten oder die Rechtschaffensten sind, sondern weil sie die Langlebigsten von allen sind. Deshalb wurden sie nach dem Willen Gottes auf diese Erde mit einem Auftrag gesandt. Sie bestehen aus Kornelkirschbaum, dem stärksten aller Bäume. Er blüht im Frühjahr als Erster, reift aber im Herbst als Letzter. Spät werden die Früchte deines Volkes kommen, aber sie werden ersehnt und heilend sein. Es hat viel geopfert und es soll ihm viel gegeben werden… Es kommt die Zeit des Geistes. Und ihr seid gleichzeitig seine Quelle und sein himmlischer Bote. Vorher aber wird Bulgarien menschenleer sein und die Menschen werden wild werden. Wenn sie sich nicht gegenseitig umbringen, werden sie schließlich einander hassen. Bulgarien wird herunterstürzen wie der Eimer eines versiegten Brunnens. Bis es auf den Boden stößt und keine Hoffnung mehr für die Durstigen übrig lässt. Dann werden diejenigen, die in fremde Länder verbannt wurden, durch Enkel und Urenkel zurückkehren. Sie wurden deswegen einst von Gott weit weggeschickt, um für die neue Zeit bewahrt, beschützt und erhalten zu werden. Sie werden zurückkehren und Bulgarien zu einem Tempel mit alter Vergoldung und neuen Ikonen machen. Und dann wird es hier keine Städte mehr geben, sondern nur noch Dörfer und Bauernhöfe. Und es wird mehr Kinder als Sterne geben.“

Bei solchen Botschaften, die von einem so großen Märtyrer stammen, sollte jeder Bulgare zunächst einmal bei sich selbst schauen, was er denkt, fühlt und tut und dann erkennen, wer die Ursache für die Spaltung und den Hass ist, die heute im Begriff sind, nicht nur unser Land, sondern auch alle zwischenmenschlichen Beziehungen zu zerstören. Die übersinnlichen Kräfte des Bösen haben immer menschliche Kanäle und diese Kanäle sind auf allen Ebenen der sozialen Struktur unseres Landes zu finden. Aus der gegenwärtigen Sackgasse herauszukommen wird wahrscheinlich die wichtigste Prüfung für die Bulgaren sein, bevor wir dem Antichristen begegnen.

Die nächsten Parlamentswahlen stehen vor der Tür und parallel dazu auch die Wahl eines neuen Präsidenten. Vor langer Zeit wählte das Volk Ferdinand von Sachsen und Coburg-Gotha, unter dessen Führung sich zwei nationale Katastrophen ereigneten. Vor zweitausend Jahren zogen die Juden den Räuber Barabbas Christus vor. Vor fünf Jahren wählten zwei Millionen verwirrte Bulgaren Rumen Radev zum Präsidenten. Heute ist das Ergebnis dieser Wahl sichtbar. Vor zweitausend Jahren bezahlten die Juden mit 60.000 Gekreuzigten und heute bezahlen die Bulgaren mit tiefer Spaltung, Hass untereinander, dem Aufkommen aller möglichen politischen Gauner, dem Stillstand der Entwicklung und der Ausweglosigkeit. In diesem Umfeld ist Bojko Borissov zuversichtlich, dass „das Gute auf jeden Fall gewinnen wird“. Das ist die Zuversicht des Christen gegen die eklatante Torheit des Bösen gegen ihn. Gibt es eine Grundlage für eine solche Gewissheit? Der heilige Georg sagte Stojna: „Der Mensch ist ein Kind der Himmel und ihre heilige Hoffnung, denn nur durch die Menschen wird der Allerhöchste auch morgen weiterleben, so wie die Sterblichen durch ihre Kinder weiterleben. Ohne den Menschen ist Gott kraftlos und ohnmächtig. Du lebst, um vollkommener zu sterben, als du geboren wurdest.“

Jeder „orthodoxe“ Christ wird wahrscheinlich mit vehementem Widerspruch auf die Behauptung,   Gott sei ohne den Menschen „kraftlos und ohnmächtig“ reagieren. Wir wissen, dass Gott allmächtig, allwissend, allsehend usw. ist. Warum misst der Heilige Georg uns Menschen dann eine so große Bedeutung bei? In vielen Vorträgen haben wir diese Frage aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Jetzt werden wir sie durch das Prisma einer kürzlich empfangenen Offenbarung neu betrachten.

Den Naturgeistern zufolge wird der Mensch eines Tages den Körperelementargeist nicht mehr benötigen, weil er in der Lage sein wird, sich ohne seine Hilfe zu inkarnieren. In der fernen Zukunft wird er in der Lage sein, die Funktionen seines physischen Körpers – Atmung, Kreislauf usw. – selbst zu kontrollieren. Wir sind jedoch seit langem in der Lage, die Materie durch unser geistiges Denken zu transsubstantiieren und das wird die Materie des zukünftigen geistigen Jupiter sein.

Unser Körperelementargeist lernt durch diese Tätigkeit, mit der neuen Materie umzugehen, an die sich die Iche der Tiere „stoßen“ werden. Dazu werden sie die von uns geschulten Körperelementargeister brauchen. Unsere Verantwortung für die Tiere ist allerdings nicht darauf beschränkt. Die Tiere haben Gruppenseelen, die dann ihr menschliche Stufe durchlaufen und dementsprechend eine Form für ihr Ich brauchen werden. Die Form für sein Ich erhielt der Mensch von den Elohim. Gemäß der erhaltenen Offenbarung werden wir, wenn wir unseren Astralleib in das Geistselbst verwandeln, dieses den Tieren für ihre Ich-Form schenken. Die Tiere sind verfrüht komprimierte menschliche Leidenschaften.

Wenn der Mensch mit seinem Ich seine Leidenschaften im Astralleib umwandelt und dieser zum Geist wird, kann dieser Geist verliehen werden und so wird die Evolution weitergehen. Sofort stellt sich die Frage: Wie ist es überhaupt möglich, dass dies zur Tatsache wird, da wir uns dann nur noch auf der Engelsstufe des Bewusstseins befinden werden? Die Erklärung

der  geistigen Welt lautet, dass die Erlangung des Geistselbst in uns unter den schwierigsten Bedingungen stattfinden wird, die im Vergleich zu allen anderen Hierarchien möglich waren, als sie dieses Wesensglied ausbildeten. Daher steht es uns zu, gewissermaßen die „Vaterschöpfer“ der Tierwelt zu werden, damit sie „Mensch“ wird.

Auf der zukünftigen Venus werden wir unseren Lebensgeist für die Ich-Form der gegenwärtigen Pflanzenwelt schenken, so dass auch sie ihre gegenständliche Bewusstseinsform zurücklegen kann; Auf dem zukünftigen Vulkan wird die mineralische Welt ihre Ich-Form von uns erhalten. Vorerst wollen wir nur die Vermutung äußern, dass wir bei der Ausarbeitung der letzten beiden höheren Wesensglieder auf das Geheimnis des Lebens bzw. das Geheimnis des Todes stoßen werden. Als wir die geistige Welt nach den Namen und Dienstfunktionen der drei zukünftigen Hierarchien fragten, in die sich die drei Naturreiche verwandeln werden, war die Antwort selbstredend: „Ihr wollt viel wissen. Reicht es euch nicht, dass ihr bereits euren hierarchischen Namen kennt? Es ist noch zu früh.“

Unsere drei Opfer an die Naturreiche bedeuten ihre Auferstehung zur Menschlichkeit, zur Ichheit und wir können ihr Urbild in den drei Auferweckungen jeweils des Jünglings von Nain, der Tochter des  Jaïrus und des Lazarus finden. Und das vierte Opfer – das Opfer unseres Ich, das wir auf dem Vulkan bringen werden, um die neue Substanz für den nächsten Entwicklungszyklus vorzubereiten, hat sein Urbild im Opfer des Christus-Ich auf Golgatha. Je mehr wir uns auf das Geheimnis von Golgatha einlassen, desto mehr Geheimnisse werden uns offenbart. Sie sind der „Treibstoff“ für die Ich-Liebe.

Jeder Mensch hat seinen eigenen Stern, unter dem er geboren wird. Dieser Stern ist sein physischer und geistiger Ort, der das Instrument für das Recht des Ich darstellt, sich durch das physische Prinzip zu manifestieren. Wir haben wiederholt erwähnt, dass es außerhalb des Sonnensystems unter den Sternen keine Materie gibt, aber als die Substanz des gegenwärtigen Zyklus ist das physische Prinzip auf allen Ebenen der Schöpfung präsent. Wir kommen von den Sternen und kehren wieder dorthin zurück. Der Stützpunkt unseres Ich auf der Erde wird immer das Mysterium von Golgatha bleiben. In der Zukunft werden wir Christus auf immer höheren Bewusstseinsebenen erleben, aber wir werden unweigerlich immer wieder zur Zeitenwende zurückkehren, als der Prozess zur Verwandlung unseres Planeten in einen Stern, in eine Sonne begann. Die Verantwortung des Menschen für diesen Prozess ist ebenso immens wie seine Verantwortung für die Naturreiche. Wenn wir den Zweck unserer drei Leiber nicht erkennen, wird Gott „kraftlos und ohnmächtig“ sein, weil wir uns als das schwache Glied in seinem großen Plan erweisen werden. Ohne die Hierarchie der Freiheit und Liebe verliert der gesamte Saturn-Vulkan-Zyklus seine wichtigste Bedeutung – die Vorbereitung des nächsten Zyklus. Gott ist allverzeihend, aber kann ein solches Versagen vergeben werden?

Wie viele Menschen auf der Erde sind sich heute bewusst, was von uns erwartet wird?!


[1] Bojana Palikarova, „Die hochehrwürdige Stojna – die nichtkanonisierte bulgarische Heilige“, Aufzeichnungen aus dem Jahr 1933“, Sofia, 2019.

[2] Eleonore Caroline Gasparine Louise Prinzessin Reuß zu Köstritz (1860 – 1917) war die zweite Frau des bulgarischen Königs Ferdinand.

[3] Die Bogomilen hatten drei Einweihungsstufen: Hörer (bzw. Auditoren bei den Katharern), Gläubige (Credentes) und Vollkommene (Perfecti).

[4] Titel der Kaiser des Byzantinischen Reiches

[5] Im Buch „Von Ewigkeit und Lebensdunkel: Naturgeister 7“, Wolfgang Weirauch, Verena Staël von Holstein, 2006.

[6] Z.B. Verena Staël von Holstein oder Thomas Mayer

[7] Vgl.  „Naturgeister 3. Von Rauchwesen, Wiesenwesen, Torfwesen und Maschinenwesen“, Wolfgang Weirauch, Verena Staël von Holstein

[8] In seinem Buch „Zusammenarbeit mit Elementarwesen – 13 Gespräche mit Praktikern“, 2010

[9] In seinem Buch „Elementarwesen“, 1995

[10] Im oben zitierten Buch von Thomas Mayer

[11] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/11/13/die-michaelische-methode-der-beziehung-zur-geistigen-welt/

[12] Vgl. „Von Ewigkeit und Lebensdunkel: Naturgeister 7“, Wolfgang Weirauch, Verena Staël von Holstein, 2006.

[13] Ebd.

Die Geheimnisse der drei Prophezeiungen von Fatima

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Link zum Vorlesungsvideo

Vorgetragen von Dimitar Mangurov am 09.05.2021 in Varna

Christus ist auferstanden, Brüder und Schwestern in Christo! Heute, am 9. Mai, den Tag Europas, werde ich über „Die Geheimnisse der drei Prophezeiungen von Fatima“ vortragen. Manchen mag es seltsam vorkommen, dass wir uns mit Prophezeiungen beschäftigen werden, die nach der offiziellen Stellungnahme der katholischen Kirche bereits in Erfüllung gegangen sind und daher kein Bedarf besteht, dass man noch über sie spricht. Ich möchte gleich unmissverständlich erklären, dass dasjenige, was vor mehr als 100 Jahren in Fatima prophezeit wurde, keine Vergangenheit darstellt, sondern unsere Gegenwart und Zukunft. Deshalb ist das Hauptziel des Vortrags, das Prophezeite in einem solchen Licht darzustellen, wobei besonders auf die dritte Prophezeiung eingegangen wird, die nachdem sie offiziell verkündet wurde, die meisten skeptischen Kommentare hervorrief. Wir werden auch über die Ereignisse in Bulgarien sprechen, weil sie sich durchaus ins Bild einfügen, das wir zeichnen werden.

Am Anfang wollen wir daran erinnern, was in jenem portugiesischen Ort am 13.5.1917 geschah. Drei Hirtenkinder – Lucia (10), ihr neunjähriger Cousin Francisco und ihre siebenjährige Cousine Jacinta wurden mit dem seltenen Privileg beehrt, der Jungfrau Maria zu begegnen. Sie sagte den Kindern, in einem Monat zum selben Ort zu kommen und dass sie sie am 13. jeden Monats bis einschließlich Oktober sehen würden. Es gab insgesamt sechs Begegnungen, wobei die Kinder dreimal jeweils im Frühling, Sommer und Herbst von einem Engelswesen auf diese Begegnungen vorbereitet wurden. Die Kinder waren sehr gläubig und wurden bei der ersten Erscheinung des Engels tief berührt. Sie wiederholten stundenlang das Gebet, das er ihnen beibrachte. Im Sommer munterte sie der Engel auf, zu entsagen, was sie entsagen können, um „Opfer für die Bekehrung der Sünder zu bringen“ und alles im Leben ohne Beschwerden stoisch zu ertragen. Sie befolgten das, brachten ein Fastenopfer und verteilten Brot und Obst an ihre Nächsten. Zum dritten Mal erschien der Engel im Herbst. Diesmal hielt er einen Kelch, über dem eine Hostie schwebte, von der Blutstropfen in den Kelch fielen. Der Engel ließ den Kelch in der Luft schweben, kniete sich nieder und wiederholte dreimal ein Gebet an die Heilige Trinität. Danach erhob er sich und reichte Lucia die heilige Hostie, den Inhalt des Kelchs gab er den anderen Kindern zu trinken. Auf diese Weise wurden sie auf die Begegnung mit der Jungfrau vorbereitet.

Von einem Lichtstrahl erleuchtet, stieg sie am 13. Mai senkrecht von oben über die Krone einer Steineiche herab und hatte die Gestalt einer sehr feinen, nicht mehr als einen Meter hohen Frau mit dem Körper eines 12-15jährigen Kindes. Sie trug ein weißes Gewand mit einem goldenen Gürtel, das strahlender als die Sonne war und eine Kapuze hatte, die Haare und Ohren der Jungfrau bedeckte. In der Magengegend hatte sie eine leuchtende Kugel und während sie sprach, bewegte sie die Lippen nicht und zeigte keine Gesichtsmimik. Auch die Beine bewegte sie nicht, nur die Arme. Sie hatte vollkommen schwarze Augen. Lucia sah sie als Erste und sprach mit ihr, Jacinta sah und hörte sie, ohne sich mit ihr zu unterhalten und Francisco hatte nur eine Vision. Es ist klar, dass bei den Kindern das Übersinnliche auf verschiedene Art empfunden wurde. Die Imagination kann sich außer in ihrer reinen Form auch als inspirativ und intuitiv manifestieren und die Inspiration und Intuition können auch auf dreierlei Art erscheinen. Die Kinder haben genau gesehen und verstanden, dass die strahlende Jungfrau vom Himmel herkommt. Das Gespräch selbst dauerte wenige Minuten und die Kinder erhielten den Auftrag, am 13. jeden Monats bis Oktober zu kommen. Sie fragten noch, ob sie in den Himmel kommen würden. Das wurde ihnen bestätigt und auch gesagt, dass sie Opfer bringen sollen, um die Sünder zu bekehren. Sie wurden gewarnt, dass sie viel leiden, jedoch nach der Gnade Gottes Kräfte erhalten würden. Aus den Händen der Jungfrau erschien ein geheimnisvolles Licht, das die Kinder umgab und sie sahen sich im Gott klarer als im besten Spiegel. Die Jungfrau bat sie, jeden Tag den Rosenkranz zu beten. 1919 starb Francisco, 1920 Jacinta. Damals tobte in Europa die Spanische Grippe, an der Millionen Menschen starben. Die Jungfrau versprach Lucia, dass sie ein hohes Alter erreichen werde. Während der Erscheinung im Juni zeigte sie den Kindern vor ihrer rechten Hand ihr unbeflecktes, von Dornen umgebenes Herz und die Dornen schienen es zu durchbohren. Das war die Antwort auf die Frage, ob die Kinder in den Himmel kommen würden. Lucia sollte aber eine bestimmte Zeit auf der Erde bleiben, da „Jesus die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens auf der Welt einrichten will.“ Lucia wurde Nonne und starb erst 2005 mit 98 Jahren. 

Während bei der ersten Erscheinung die Kinder allein waren, schlossen sich ihnen bei der zweiten Begegnung mit der Jungfrau etwa 50 Menschen an. Die Juli-Offenbarungen machen den Hauptteil der Ereignisse von Fatima aus, als den Kindern die drei sog. Prophezeiungen gegeben wurden. Da sie aber der Verbreitung falscher Geschichten beschuldigt wurden, haben schon vor dem 13. August die neuen Regierenden, die 1910 in Portugal durch einen Putsch an die Macht kamen, sie in der Präfektur eingesperrt. Damals wurden der König und der Kronprinz ermordet, der andere Königssohn wurde des Landes verwiesen und Portugal zur Republik erklärt. Die Kirche wurde vom Staat getrennt, die verschiedenen religiösen Orden aufgelöst und ihr Eigentum konfisziert, viele hohe Priester wurden vertrieben. Und 1917 begann auch der Erst Weltkrieg.

Nach der Einsperrung kam es trotzdem zu einer Begegnung am 19. August an einem Ort, der sich unweit der ersten Erscheinung der Jungfrau befand. Die Jungfrau versprach den Kindern ein Wunder, das sie am 13. Oktober sehen würden. Sie rief sie zu Opfern für die Sünder auf und versicherte ihnen bei der Begegnung im September, dass Gott mit der Wandlung in ihren Herzen zufrieden ist. Sie bat sie erneut, den Rosenkranz zu beten, damit der Krieg zu Ende gehen möge.

Am 13. Oktober geschah das versprochene Wunder, dem mindestens 70 000 Menschen beiwohnten. Wie bereits erwähnt, starben Francisco und Jacinta ein paar Jahre später, ohne über ihre Leiden zu klagen. Die ganze Zeit bis zu ihrem Tod hatten sie das Geheimnis vor den Behörden mit Beständigkeit und Entschiedenheit bewahrt. Sie waren sogar bereit zu sterben, doch der Jungfrau treu zu bleiben. 

Die Veröffentlichung der drei Prophezeiungen blieb die Aufgabe Lucias. Zwei Geheimnisse hatte sie schon im August 1941 auf Bitte des Bischofs von Leiria enthüllt. Lucia war zu dieser Zeit schwer an Grippe und Pleuritis erkrankt. Am 15.9.1941 bat sie der Priester, auch das dritte Geheimnis offenzulegen, da sie sterben und das Geheimnis mit ins Grab nehmen könnte. Lucia lehnte es ab, weil sie nicht überzeugt war, dass Gott ihr erlaubt, das Geheimnis zu enthüllen.

Im Oktober befahl ihr der Priester, das Geheimnis aufzuschreiben und sie erfüllte den Befehl am 3. Januar 1944. Sie verschloss das Geschriebene in einen Umschlag, der dem Vatikan vor dem Jahr 1960 übergeben werden sollte, wenn das Geheimnis deutlicher verstanden werden könne. Damals war der Reformator Johannes XXIII. Papst, der auch als „der bulgarische Papst“ bekannt ist, da er noch vor seinem Pontifikat unter dem weltlichen Namen Angelo Roncalli von 1925 bis 1935 Apostolischer Nuntius in Bulgarien war. Er hatte ein sehr warmes Verhältnis zum bulgarischen Volk, von dem viel gesprochen wurde. Unter seiner Ägide fand 1962 das zweite Vatikanische Konzil statt. Im nächsten Jahr starb jedoch Johannes XXIII. und das Konzil wurde unter einem neuen Papst fortgesetzt. 1960 hatte Johannes XXIII. zwar den Umschlag geöffnet, jedoch erklärt, dass der Inhalt des Briefes sich nicht auf seine Zeit beziehe. Als Karol Wojtyla sein Pontifikat unter dem Namen Johannes Paul II. übernahm, redete er sich auch heraus, indem er sagte, dass dies eine gänzlich geistige Botschaft sei, in der keine konkreten Ereignisse erwähnt seien, um die umsonst Sensationen geschürt worden seien. Immerhin hat er gemeinsam mit dem Kardinal Joseph Ratzinger, dem zukünftigen Benedikt XVI., das Geheimnis veröffentlicht. Aber das hat die Neugier der Menschen nicht befriedigt. Genau 100 Jahre nach der ersten Vision der Kinder hat der Papst Franziskus I. am 13.5.2017 Jacinta und Francisco heiliggesprochen und 2008 wurde das Seligsprechungsverfahren für Lucia eingeleitet.

Das ist die äußere Geschichte der drei Prophezeiungen, aber was steckt dahinter? Unter Anthroposophen besteht die Ansicht, dass die Ereignisse in Fatima eine Art energetische Manipulation darstellen, die gewisse Kräfte, in deren Interesse das liegt, vorgenommen haben. Ich habe ursprünglich diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen. Aber das stimmt nicht –  dort erschien tatsächlich die Jungfrau Maria! Doch welche von den beiden? Die Gestalt über der Steineiche „kam vom Himmel“ und hatte den Körper eines 12-15jährigen Kindes. Sie entspricht der„Gesegneten“ aus dem Lukas-Evangelium. Diese Maria gebar die nathanische Seele im Alter von ca. 13 Jahren und starb mit ca. 25 Jahren. Die andere – die salomonische Maria – aus dem Matthäus-Evangelium gebar das Kind mit dem Zarathustra-Ich und wurde im Alter von 45-46 Jahren zur Jungfrau Sophia, von der Seele der „Gesegneten“ durchstrahlt, die lange vorher die Erde nach einer einzigen Inkarnation verlassen und die Kräfte der Himmlischen Sophia aufgenommen hatte. Im Unterschied zu ihr steigt die salomonische Maria ständig auf die Erde wie wir alle herab. Uns sind einige ihrer Inkarnationen bekannt – der weise Salomo der vorchristlichen Zeit, der eine der beiden „unbekannten Syrer“, die im zehnten Jahrhundert nach Veliki Preslav kamen, um das Bogomilentum einzuleiten. 1917 wandelte sie auf der Erde in der Person des Malers Boris Georgiev. Ohne Zweifel war meine persönliche Begegnung, die ich vor Jahren hatte, mit ihr. Sie erschien mir in einer ziegelroten Robe und mit einem Blick, der unmissverständlich von jungfräulicher Reinheit und persönlicher Weisheit sprach. Allem Ansehen nach hatten die Kinder aus Fatima die äußerst seltene Möglichkeit, vor der „gesegneten“ Maria zu stehen. Warum geschah diese Begegnung genau im Jahr 1917?

Von der Anthroposophie wissen wir, dass zwischen 1841-1879 in den höheren geistigen Sphären Erzengel Michael einen großen Kampf mit dem Drachen führte. Als Ergebnis davon wurden die Scharen der ahrimanischen Geister der Finsternis in das Erdengebiet heruntergeworfen, wo sie die menschliche Intelligenz durchdrangen. Es trat der Höhepunkt des abstrakten materialistischen Denkens in West- und Mitteleuropa auf, dessen Bannerträger der Marxismus war. Der Marxismus stellt die Anwendung der Hegelschen Dialektik auf die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen Englands aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar, denn gerade England wurde von der Weltenführung dazu bestimmt, zu einer Art Wiege der aufgehenden Kräfte der Bewusstseinsseele in der fünften nachatlantischen Kulturepoche zu werden. Doch der Sozialismus im Sinne des Marxismus ist reiner Intellektualismus, ein logisches Kopferleben, das nur mit den blinden Bedürfnissen und Instinkten des Menschen und nicht mit dem Geistigen in Beziehung steht. Die Ausrichtung des Impulses der Bewusstseinsseele in einer höchst einseitigen Weise nur auf das sinnlich wahrnehmbare Leben führte unvermeidlich zum Verfall der Philosophie. Die Marxsche Weltanschauung erwies sich nicht nur für das Proletariat als überzeugend, sondern auch für viele der sog. Intellektuellen. „Das Kapital“ wurde zum neuen Evangelium des Marxismus, den Marx selbst in seinem 1848 erschienenen „Manifest der kommunistischen Partei“ mit einem Gespenst verglichen hat, das in Europa umgeht. Oben tobte der Kampf Michaels mit dem Drachen und unten auf der Erde nistete sich das kommunistische Gespenst in das Bewusstsein zahlreicher Menschen ein. Als Folge davon erschienen Personen wie Lenin und Trotzki, die diese abstrakte Lehre in die Praxis als eine neue soziale Ordnung zuerst in Russland und danach auf der ganzen Welt umsetzen wollten. Der Bolschewismus begann, sich auf dem Erdenplan gegen Ende des Kampfes 1879 herauszubilden und er beendete seine Entwicklung mit dem staatlichen Umsturz im Oktober 1917. Bei den Bolschewiken sind die Bewusstseinsseele und der physische Leib dermaßen verwachsen, dass sie sich, ihre stärksten tierischen Instinkte nach außen kehrend, in „eine Tierherde“ verwandeln, die nur raffiniert denken kann“, wie Rudolf Steiners sie in GA 197 (Vortrag vom 13.06.1913) charakterisiert hat. Für den Beginn der satanischen Tätigkeit Lenins gab es einen äußeren Vorwand – die Hinrichtung seines Bruders wegen der Teilnahme am Attentat auf den russischen Kaiser.

1841 war die Macht des Erzengels Michael über die „Dunklen“ am schwächsten und 1879 am stärksten. Nach dem Gesetz der geistigen Widerspiegelung wurde sie jedoch 1917 wieder schwächer und in dieser Zeit begann die Durchführung „sozialistischer Experimente“ in Russland, die von den westlichen Geheimlogen geplant und von den oben erwähnten Dienern der Geister der Finsternis“ durchgesetzt wurden. Die 38jährige Periode 1841 – 1879 fand ihre Widerspiegelung in der Periode 1879 – 1917. Deshalb erschien die Jungfrau im Jahr 1917, um die Menschen zu warnen, was auf sie wartet, wenn sie nicht die Erlösung in Christus suchen. Alle drei Offenbarungen hängen mit dem Bösen zusammen, das „losgebunden“ wurde und aus dem „Abgrund“ herauszukriechen begann, wobei es seine Wirkung im Bündnis mit den vom Erzengel Michael vertriebenen Wesen verstärkte. Am 13. Juli zeigte die Jungfrau den Kindern für einen kurzen Augenblick, wie die „Hölle“ aussieht. Lucia hat folgende Beschreibung notiert:[1]

„Die Jungfrau zeigte uns ein riesiges Feuermeer, dass unter der Erde zu sein schien. In dieses Feuermeer sind eingetaucht Dämonen und Geister (im deutschen Text ist im Unterschied zum bulgarischen von „Teufeln“ die Rede), als ob sie durchscheinend, schwarz und bronzefarbig glühende  Kohlen  in menschlicher  Gestalt  waren,  die  in  diesem  Feuer  schwammen, emporgeschleudert  von  den  Flammen,  die  mit  Rauchwolken  aus ihnen selbst hervorschlugen. Sie fielen nach allen Seiten wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schreien und Heulen vor Schmerz und Verzweiflung, was  uns erbeben und erstarren ließ… 

Die  Teufel unterschieden sich durch die schreckliche und scheußliche Gestalt widerlicher, unbekannter Tiere. Sie waren aber durchscheinend wie schwarze, glühende Kohle. Diese Vision war kurz. Wie können wir unserer lieben göttlichen Mutter danken, die uns schon vorbereitet und uns bei ihrer ersten Erscheinung versprochen hat, uns ins Paradies zu führen. Sonst wären wir, denke ich, aus Angst und Schrecken gestorben.“

Die wenige Sekunden dauernde Vision endet mit dem Gebet, das die Jungfrau den Kindern zum Beten mit dem Rosenkranz gibt, das vor dem Höllenfeuer schützt. Aus dieser apokalyptischen Beschreibung sieht man, dass die Hölle nicht im Kamaloka ist, wohin die Menschenseelen nach dem Tod gehen, sondern innerhalb der Erdenschichten – hauptsächlich in der sechsten Schicht, wo der Sitz der ahrimanischen Wesen ist, die den Kindern als „widerliche unbekannte Tiere“ in menschlicher Gestalt erschienen, die „schreien und heulen“, weil das ein für sie ungeeignetes „Territorium“ ist, in das sie gelangt sind, da sie es nicht geschafft haben, die gegenständliche menschliche Bewusstseinsform zu erlangen, als die passenden Bedingungen bestanden. Die Dämonen suchen hektisch nach jeglicher Möglichkeit, herauszukommen und im Erdenmenschen eine partielle Beruhigung zu finden, indem sie sich mit dessen niederen Begierden verbinden. Nach Ende des Kali Yuga 1899 findet das Böse immer leichter einen Zugang zum Menschen und wir alle wissen, was auf dem äußeren Plan im 20. Jahrhundert folgte. Durch die Kinder warnte uns die Jungfrau vor der radikalen Änderung in den geistigen Realitäten im neuen Zeitalter Michaels, wo die große Gefahr besteht, dass die „Dunklen“ uns in die Hölle mitreißen, von der das Entkommen äußerst schwer sein wird. Das Böse sollte man nicht fliehen oder leugnen, sondern es zum Arbeiten für das Gute einspannen. Nur so wird der ätherische Christus in übersinnlicher Weise als der einzige Erlöser unter den neuen Bedingungen sichtbarer werden.

Wegen der neulich empfangenen Offenbarung behaupten wir, dass nur Christus durch die Erdenschichten bis zum Mittelpunkt der Erde herabgestiegen ist, da Er „absolute Reinheit besaß“. Alle drei Leiber Jesu wurden in reinen Geist verwandelt. Kein einziger Mensch zeichnet sich durch solche Reinheit aus und kann daher nicht im Wesentlichen herabsteigen, sondern ihm wird lediglich in Abhängigkeit von seiner Einweihungsstufe erlaubt, in das hineinzublicken, was dort drin ist. Nachdem der Erlöser während des ersten Golgatha sein Leben aushauchte, ging Er zuerst ins Kamaloka und die Menschenseelen, die sich dort befanden, erhielten den Impuls, in höhere geistige Sphären aufzusteigen; Dann triumphierte Er über das Böse im Erdinneren und mit der Rettung des Phantoms des menschlichen physischen Leibes zeigte Er, dass das Gute stärker ist als das Böse. Mit dem zweiten Golgatha vom Ende des 19. Jahrhunderts gab Er uns die Möglichkeit, ein neues Bewusstsein zu erlangen und Ihm in Seiner Ätherform zu begegnen. Bei dem Mysterium von 1936 verband sich Christus opfervoll mit der niederen Natur des Menschen bis zum Wärmeäther, wobei Er uns mit qualitativ neuen Seelenkräften beschenkte, mit denen wir diese Natur umwandeln können. Das Werkzeug zum Wirken gegen das Böse und gegen die Aussicht, in die „Hölle“ zu gelangen, haben wir erhalten, da die „Hölle“ sowohl unsere Gegenwart als auch unsere Zukunft ist. Doch wie haben wir dieses Geschenk benutzt?

Die erste der drei Prophezeiungen von Fatima ist eher eine Vision, die nächsten zwei sind die wahren Prophezeiungen. Wie bereits erwähnt, wurde das zweite Geheimnis erst im August 1941 enthüllt, als der Zweite Weltkrieg begonnen hatte und viele Zeitgenossen die Notizen Lucias mit Skeptizismus betrachteten. Die Vorhersage lautet: „Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen in der Welt begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg geht seinem Ende entgegen. Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Pius XlI. ein anderer, schlimmerer Krieg beginnen. Wenn ihr eine Nacht erhellt seht durch ein unbekanntes Licht, dann wißt, daß dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, daß er nun die Welt für ihre Missetaten mit Krieg, Hungersnot, Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters strafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen und um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen bitten. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren, und es wird Friede sein; wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Verfolgungen der Kirche heraufbeschwören, die Guten werden gemartert werden und der heilige Vater wird viel zu leiden haben. Verschiedene Nationen werden vernichtet werden. Am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird und eine Zeit des Friedens wird der Welt  geschenkt  werden.“

1930 teilte Lucia ihrem Beichtvater mit, dass sie 1929 eine Vision der Jungfrau Maria und der heiligen Trinität hatte, durch die Gott „die Weihe Russlands an die Heiligen Herzen Jesu und Mariens unter der Beteiligung aller Priester der Welt“ forderte.

Wir müssen sofort klarstellen, dass die Offenbarungen, die als Imagination, Inspiration oder Intuition kommen, immer eine Form haben, die dem Bewusstsein des Empfängers angemessen ist. Die Kinder aus Fatima wurden katholisch getauft und sind mit dem Weltempfinden und den Ritualen des Katholizismus verbunden. Die Gebetsrituale, die an den ersten neun Freitagen der Monate vollführt wurden, sind dem Sühnen der Sünden der Menschen gegen das „Heilige Herz Jesu“ gewidmet und die Rituale an den ersten fünf Samstagen, die in der zweiten Prophezeiung gefordert werden, waren auf den Schutz der unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria und ihrer Jungfräulichkeit sowie auf die göttliche Mutterschaft gerichtet. Sie waren auch ein Gegenmittel gegen die Gleichgültigkeit, Missachtung und den Hass auf die Gottesmutter, sowie gegen die Beleidigungen ihrer heiligen Bilder. Uns interessiert jedoch das Wesen der zweiten Prophezeiung und ihre Glaubwürdigkeit, wobei man auch die offizielle Deutung der katholischen Kirche im Auge behält, nach der diese Prophezeiung den Ersten und Zweiten Weltkrieg betrifft, also bereits in Erfüllung gegangen ist. Ob das wirklich so ist? Ohne uns im Klaren über das Wesen des Katholizismus zu sein, können wir weder die ersten beiden, noch die dritte Prophezeiung verstehen. 

Zum ersten Mal setzte sich mit Franziskus I. auf den päpstlichen Thron ein Jesuit, der so dreist war, den geistigen Namen des Franz von Assisi anzunehmen. Zwischen dem heiligen Franz von Assisi und dem Jesuitismus ist das einzige Gemeinsame die Tatsache, dass beide „unter den Fittichen“ der katholischen Kirche gewirkt haben. Der heilige Franz von Assisi war ein Mensch, der gleichsam nicht für diese Welt und ihre materiellen Notwendigkeiten geboren war. Er suchte vielmehr nach der Vereinigung mit der geistigen Welt und wurde deshalb nach seinem Tod ein Schüler Gautama Buddhas, den er bei seiner Mission auf dem Mars unterstützte. 1604 berief Christian Rosenkreutz ein geistiges Konzil aller führenden christlichen Eingeweihten, um zu beschließen, wie  in der anbrechenden fünften Kulturepoche die Gefahr der Trennung der Menschen in zwei Rassen vermieden werden kann – in extreme Materialisten, die einzig mit den Interessen der äußeren materialistischen Zivilisation leben, und in einseitige spirituell gestimmte Menschen, die die Außenwelt und ihre Sorgen meiden und nur für die eigene innere Entwicklung leben. Deshalb schickte Christian Rosenkreutz seinen Schüler Gautama Buddha in die geistige Sphäre des Mars, wo dieser sein astralisches Golgatha erlebte und dadurch die kriegerischen Marswesen beeinflusste, damit den Menschenseelen, die nach dem Tod diese Sphäre durchqueren müssen, keine Kräfte einverleibt werden, die nach dem Herabstieg auf die Erde zu dieser Trennung der Menschheit in zwei Rassen führen würden.

Vorher war Martin Luther erschienen, der auf dem äußeren Plan die Reformation des Katholizismus einleitete. 1534 gründete der Spanier Ignatius von Loyola in Paris „Die Societas Jesu“ – die Hauptwaffe der Gegenreformation. 1540 bestätigte sie Paulus III. als den Orden der Kirche, der gegen die Kräfte der Bewusstseinsseele und die Freiheit des Menschen, d.h. gegen die Weltentwicklung kämpfte. Die katholische Kirche entstand in der vierten Kulturepoche nach dem Modell des Römischen Reiches und ist in der fünften Kulturepoche bereits ein Atavismus, der bis zum Ende der Welt fortgesetzt werden soll. Die Hauptschuld des Katholizismus besteht darin, dass er das Christus-Reich, das nicht von dieser Welt ist, durch ein weltliches Christus-Reich auf der Erde ersetzen will, in dem die Unterordnung unter die absolute Autorität des Papstes als Stellvertreter Christi auf Erden nicht bezweifelt werden darf. Seit seiner Entstehung strebt der Jesuitismus danach, das Prinzip der „Unfehlbarkeit“ des Papstes als das Hauptprinzip des Katholizismus durchzusetzen. Mit dem Herunterholen des Christus-Reiches auf die Erde geraten die Katholiken unter die erste Versuchung Christi in der Wüste, die eine Tat Luzifers war. Zur Verwirklichung dieses Ziels sind jegliche Mittel erlaubt, einschließlich der Simonie – d.h. der Vermischung der geistigen mit der weltlichen Macht. Die Handlungen der Jesuiten, die sich in politischen und spekulativen handelsmäßigen Machenschaften sowie im Widerstand gegen jegliche Ideen der Aufklärung und Wissenschaft ausdrücken, sind so widerlich, dass Clemens XIV. 1773 diesen Orden verbot. Das rettete nicht die Autorität der römisch-katholischen Kirche und der Papst selbst starb ein Jahr später, wahrscheinlich an einer Vergiftung. Damals begann unter den Bedingungen des Verbots die Annäherung der Jesuiten an die geheimen westlichen Brüderschaften, in denen viele Jesuiten zu hohen Posten kamen. Der Annäherungsprozess wurde gegen 1802 abgeschlossen, als Napoleon Bonaparte an der Macht war. 1809 vertrieb er alle Kardinäle aus Rom, ließ den Papst verhaften und im Schloss Fontainebleau bei Paris einsperren. Nach Napoleons Krach im Krieg gegen Russland kehrte der Papst nach Rom zurück und stellte als Erstes 1814 alle Rechte des Jesuitenordens wieder her. Die Periode von 41 Jahren des Verbots erwies sich als besonders günstig für die Verbreitung des Jesuitismus in Europa und außerhalb Europas, aber auch für das erwähnte Bündnis mit den Brüderschaften. Das erste Opfer dieses Bündnisses war Kaspar Hauser. Die Jesuiten haben niemals das Hauptprinzip vergessen, das sie durchsetzen wollen, was ihnen beim ersten Vatikanischen Konzil gelang. Dieses Konzil begann 1869 und endete im Sommer 1970. Genau ein Jahrtausend nach dem Achten Konzil in Konstantinopel, als der Geist im Menschen verleugnet wurde, erreichten diese „Kriege“ der Kirche ihr Ziel. Mit der Aufnahme des Dogmas von der Unfehlbarkeit des Papstes war der Prozess des Geistesverleugnung abgeschlossen – es siegte die luziferische Versuchung. Nach diesem Dogma ist der Papst in den Augenblicken unfehlbar, wenn nach seiner eigenen Meinung durch ihn der Heilige Geist spreche. Dann kann die empfangene Offenbarung sofort zu einem Dogma für die ganze katholische Welt werden. Zur Vollbringung dieses Austausches fand man auch den geeigneten Papst Pius ІХ., der zum ausführenden Werkzeug in den Händen der Jesuiten wurde. Seitdem kann das Dogma, solange das Papsttum existiert, nicht aufgehoben werden, es sei denn, das Prinzip des Papsttums selbst wird aufgehoben, was praktisch unmöglich ist. Von 1870 an können der Jesuitismus und das Papsttum nicht mehr voneinander getrennt werden, selbst wenn ein Papst den Mut haben würde, die „Societas Jesu“ zu verbieten, denn der Geist des Jesuitismus ist in der katholischen Kirche vorherrschend. Der Geist an sich kann nicht völlig vernichtet werden, aber die Zahl derjenigen Menschen, die ihn in die Zukunft hineintragen werden, ist gering.

Natürlich hat sich die Aktion des Herunrerholens des Christus-Reiches auf die Erde nicht mit dem besagten Dogma ausgeschöpft. Am 08.12.1854 wurde das Dogma „von der unbefleckten Empfängnis Mariens“ definiert. Dem nach war die glorreiche Jungfrau niemals der Ursünde unterworfen – seit dem Empfängnisaugenblick durch ihre Mutter Anna. 1950 hat der den Jesuiten nahestehende Papst Pius XII. das Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel aufgenommen. Wie weit von der Wahrheit entfernt beide Dogmen sind, wird einem klar, wenn man begreift, dass die „unbefleckte Empfängnis“ keinen physischen, sondern einen geistigen Sinn hat – sie bedeutet die unbefleckte Empfängnis und Geburt der kosmischen Kräfte der Sophia in der Seele Marias. Als Folge davon wurde diese 46jährige Frau zum Urbild der Repräsentanz der Kräfte der himmlischen Sophia auf der Erde. Die Katholiken bzw. die äußeren Christen unterscheiden nicht zwischen der nathanischen Maria und der Jungfrau Sophia. Über die Letztere behaupten sie, dass sie am Ende ihres Lebens leiblich in den Himmel aufgenommen wurde und begreifen nicht, dass ihre Seele eigentlich nach dem Tod in die kosmische Sphäre der Sophia aufgestiegen ist. Auf diese Weise wurden rein übersinnliche Prozesse zweimal in ihr Gegenteil gewendet und in einer offenen materialistischen Form dem größten Teil der christlichem Menschheit auferlegt. Dadurch hat sich der Materialismus in breite Kreise der Erde verbreitet. Das ist das gesetzmäßige Ergebnis des Kampfes gegen den Geist, den der Katholizismus 869 bereits aufgenommen hat und der zum Materialismus in der fünften Kulturepoche führte. Nachdem die Jesuiten vor mehr als 200 Jahren ein natürliches Bündnis mit den westlichen Brüderschaftеn geschlossen hatten, übernahmen sie die weltanschaulichen und geistigen Fragen und überließen das Wirtschaftliche den angloamerikanischen Logen. Letztere wurden die Diener der ahrimanischen Kräfte und gerieten unter die zweite Versuchung Christi in der Wüste, indem sie gegen den Sohn kämpften. Während die luziferischen Wesen den Menschen hauptsächlich durch den Astralleib erfassen und in ihm Egoismus, Stolz, Ruhmsucht, Eitelkeit, d.h. eine Überschätzung der eigenen inneren und äußeren Möglichkeiten zum Herunterholen des Christus-Reiches auf die Erde verursachen, wirkt Ahriman hauptsächlich durch die übersinnlichen Kräfte des physischen Leibes und zwar vor allem dadurch,  dass die Kräfte der Zerstörung und des Todes ständig im Leib anwesend sind. Ahriman verführt den Menschen mit Angst, verleitet ihn zur Lüge, zum Hass und zu grenzenloser Machtbesessenheit. Die beiden Widersacher treffen in unserem Ätherleib aufeinander. Luzifer verstärkt in ihm die Neigung zum Aufblasen und Vereinen mit der Sphäre der Sonne und Sterne und bringt den Menschen dazu, sich um die irdischen Angelegenheiten nicht zu kümmern, während Ahriman danach strebt, unserem Ätherleib die Gesetzmäßigkeit des physischen Leibes zu verleihen, so dass die Gesetze des Todes und der Zerstörung, durch die er uranfänglich die materielle Welt regiert, auch auf den Ätherleib ausgedehnt werden. 

Die zweite Versuchung Christi kommt nicht „auf dem hohen Berg“ zustande, d.h. vom Irdischen entfernt und vor dem Angesicht des Astralkosmos, wo die erhabene Urheimat des Astralleibes ist, sondern auf dem Tempeldach. In der Esoterik bedeutet der Tempel den physischen Menschenleib und außerhalb des Tempels, also auf dem Dach, ist jene nächste übersinnliche Erdumgebung des physischen Leibes, von wo aus der Ätherleib das Leben des physischen Leibes unterhält. Bei der ersten Versuchung antwortet Christus Luzifer: „Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen“. Im Kontext des bisher Dargelegten können wir diese Worte folgendermaßen formulieren: „Nicht vor dem Papst in dessen Erdenreich sollst du dich verbeugen, sondern nur Christus und dem Reich Christi sollst du dienen“. Bei der zweiten Versuchung fordert Luzifer Christus heraus, sich vom Tempeldach hinabzustürzen und in Seinem physischen Leib die Kräfte der Erdenschwere zu überwinden, damit Er auch in ihm so leben kann, wie es im Äthergebiet rechtmäßig ist. Ahriman seinerseits verspricht Christus, Ihn von jedem Angstgefühl zu befreien, das mit der willkürlichen Verletzung der Weltengesetze zusammenhängt, d.h. mit dem unrechtmäßigen Verweilen im physischen Leib und dem Missbrauch der höheren geistigen Kraft. Ahriman beruhigt Christus, dass nach der Verletzung des Gesetzes der Anziehung die Engel Ihn „auf ihren Händen tragen“ würden, „damit sein Fuß nicht an einen Stein stößt“. In der Weltevolution ist die Angst eine karmische Folge der Lüge und Irreführung, die als Ergebnis der Wirkung Ahrimans in der atlantischen Zeit aufkamen. Dieser Stachel der Angst bohrte sich sehr früh und sehr tief in unseren physischen Leib hinein und führte zur Verdunkelung der höheren geistigen Offenbarungen. Es entstand die Möglichkeit zu irren. Ahriman ist der Urheber der Angst, aber gerade er ist es, der Christus beruhigt, Er brauche keine Angst vor der vorzeitigen Eindringung all Seiner Kräfte aus dem Ätherleib in den physischen Leib, was erst im Garten Gethsemane geschehen sollte, als das makrokosmisches Ich Christi sich vollständig mit dem physischen Leib Jesu verband. Christus gab nicht nach und erwiderte: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen“. Das Ich ist der Gott im Menschen und wenn wir die Aufforderung an das Ich Christi zur vorzeitigen Verbindung mit dem physischen Leib als Versuchung in unsere Zeit hineinversetzen, stellen wir fest, dass die größte Versuchung des menschlichen Ich darin besteht, sich vom Tempel des physischen Leibes durch die Überwindung der Erdanziehung zu trennen und vom Tempeldach, d.h. von der Erde aus zu anderen Planeten zu fliegen, wo der Mensch – die Erde der Willkür ihres Schicksals überlassend – seine zukünftige Wohnstätte suchen soll. Hinter dieser Versuchung stehen die westlichen Brüderschaften, deren ausführende Werkzeuge Wesen wie Elon Musk u.dgl. sind. Musk begann, in hohem Tempo eine Unzahl von Satelliten in einer Höhe von 500 km über der Erde zu installieren, die den Blick des Menschen auf die Sternenwelt – seine makrokosmische Urheimat – verdecken sollen. Der Name seines jüngsten Kindes liest sich wie der Code eines Bioroboters. Allein dies reicht, damit uns klar wird, welche dunklen Kräfte das Schicksal des Menschen heimgesucht haben. 

Jemand könnte einwenden, dass die Bolschewiken der UdSSR auch danach strebten. Hier kommen wir zu der dritten Versuchung – der Verwandlung der Steine in Brot. Der Luziferismus landet am Ende unbedingt bei seinem ahrimanischen Karma und das Ahrimanische, das an eine gewisse Grenze gekommen ist, verwandelt sich in Asurismus und wird zu einem Kampf gegen das Prinzip des Vatergotts, d.h. gegen den physischen Menschenleib und damit auch gegen die menschliche Bewusstseinsseele und das Ich. Die Bolschewiken leugnen alles Göttliche im Menschen, ja sie leugnen Gott selbst. Die Seele dieser radikalsten und überzeugtesten Atheisten ist schwer krank, denn sie ist nur auf das Irdische ausgerichtet. Die dritte Versuchung, deren Überwindung für Christus am schwierigsten war, kam nur von Ahriman: „Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird“. Der Erlöser wusste nach Seinem Herabstieg nicht, dass die Menschen sich nicht nur vom Geist ernähren können, sondern dass auf der Erde, im Mineralischen, das Metall zu Geld werden soll, damit sie sich Brot kaufen und ihren physischen Leib ernähren können. Der Bolschewismus wollte, dass eine neue soziale Ordnung innerhalb der ganzen Menschheit zustande kommt, die sich allein auf der Verwandlung der Steine in Brot gründet. Christus erwiderte Ahriman: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“. Für die Bolschewiken ist jedoch das Wort Gottes „Opium für das Volk“, das Geistesleben – nur eine Art Überbau über der Materie, eine Illusion, wie das Marxsche Doktrin behauptet. Ahriman ist der große Geist der Weltlüge und Irreführung und seine Hauptwaffe, mit der er das allumfassende Reich der Lüge auf die ganze Erde verbreitet, ist der Bolschewismus mit der marxistischen Ideologie des Materialismus. Seine Wurzeln liegen in der materialistischen Ansicht, dass die physisch-sinnliche Welt die einzige Wirklichkeit ist. Die Hauptschuld für das Auftauchen dieses naturwissenschaftlichen Materialismus in der fünften Kulturepoche trägt, wie bereits erwähnt, die katholische Kirche mit ihrem Konzil von 869. Das ist der Grund, warum die Lüge des Materialismus vor ca. fünf Jahrhunderten in Westeuropa erschien, wo der Katholizismus vorherrschend war und wo die Völker ein Riesenkarma der Unwahrheit aufgehäuft haben. Diese Völker waren vorbestimmt, Träger der Kräfte der aufkeimenden Bewusstseinsseele zu werden, aber wegen der Manifestation dieser Kräfte in einer einseitigen und entstellten Form und lediglich auf die materielle Welt gerichtet musste das Karma nach Ende des Kali Yuga gemäß den geistigen Gesetzen abgetragen werden. Die angloamerikanischen dunklen Logen planten, ein sog. „sozialistisches Experiment“ in Russland durchzuführen, wo das Karma des Materialismus praktisch nicht existierte. Die Völker Osteuropas wurden in einem hohen Maße davor bewahrt, doch gerade sie waren es, die die Hauptlast der Karma-Abbezahlung zu tragen hatten. Zuerst begann der Erste Weltkrieg, dann machten sich die „vernünftigen Tiere“ Lenins, Trotzkis und Co. daran, mit einer in der Geschichte nie gekannten Wut alle Fundamente zu zerstören, auf die sich das russische Volk verlassen konnte – Familie, Eigentum, Religion, Monarchie, Polizei, Literatur, Wissenschaft, nationale Identität und alles Mögliche. Sie wurden durch Surrogate ersetzt und es trat ein Chaos ein, in dem Massenmorden, Banditismus und Selbstjustiz herrschten. Auf den Straßen konnte man völlig nackte Menschen mit Plakaten sehen, auf denen „Keine Scham“ stand, es wurde wahllos kopuliert, denn „im Kommunismus sind die Frauen Gemeinschaftseigentum“. Die Wissenschaft machte sich daran, Natur und Klima ihren Zwecken unterzuordnen, im Institut für Bluttransfusion begann man, massenhaft Bluttransfusionen vorzunehmen, um den Individualismus in den Arbeitern zu zerstören und sie zu einfach gestrickten Brüdern zu machen, die die Seelenqualen einer komplizierten Persönlichkeit nicht kennen, sondern den Willen der Partei widerstandslos erfüllen. Im Institut zur Erforschung des Gehirns Lenins versuchte die Wissenschaft, das Geheimnis des „genialen“ Führers zu enträtseln, bei dem eigentlich ein Viertel des Gehirns bereits ausgetrocknet war und nur durch ein Wunder funktionierte. Das letzte Jahr seines Lebens verbrachte dieses „Genie“ in einer Anstalt und verwandelte sich noch zu Lebzeiten in eine stumme Mumie, die wohl auf Genosse Stalins Geheiß allmählich vergiftet wurde.

Nach den Vorstellungen der Bolschewiken sollte der Mensch auf dem Weg zum „neuen Paradies“ in ein neues Wesen verwandelt werden – den Kommunisten. Es wurde nach dem berühmten Spruch Lenins gehandelt „Jede Köchin muss lernen, den Staat zu regieren“. Durch die Kollektivierung, Industrialisierung und die unmenschliche Kulturrevolution in der Erziehung und Bildung und mit dem Preis von Millionen unschuldiger, jedoch „notwendiger“ geopferten Leben bezahlt, wurde am kommunistischen Paradies gebaut. Doch nicht die „Bruderschaft und Liebe“ herrschten, sondern es kamen Hunger, Dorfentvölkerung, Zensur, totale Ausspionierung auf. Es blühten der Neid und der Kampf um Beziehungen, Posten oder Mangelwaren… Als unvermeidliches Ergebnis kam es zur absoluten Diktatur eines Führers, der durch seinen repressiven Apparat zusammen mit einer grausamen Elite über alle anderen Menschen herrschte. Und diese Elite zwang in einer äußerst aggressiven Art ihre Ansichten über das Leben anderen Völkern auf, die durch Stacheldraht und den „Eiseren Vorhang“, jedoch unter dem Motto „Alles im Namen des Volkes“ eingezäunt wurden. Als Hitler aufkam und nach der Weltmacht griff, war seine Ideologie ebenfalls eine Art Sozialismus, jedoch bis aufs Äußerste zum Nationalismus verstärkt. Dem Seelenleben des Bolschewiken liegen die Lüge, die Angst und der Hass zugrunde, er schafft ständig Böses, das er auf die Welt unter der Maske des Guten verbreitet, was die erste Stufe der bolschewistischen Einweihung darstellt. Dann wird die Maske der Lüge abgenommen und das Böse entblößt sich in seiner uranfänglich widerlichen Gestalt. In die Seele nistet sich eine tierische Angst wegen des verrichteten Bösen ein, aber aus Angst macht der Mensch weiter. Die schwächeren Seelen bleiben auf dieser Stufe und die „starken“ Seelen verwandeln die tierische Angst in wilde, ungezügelte Aggression und in Hass auf jede wahre Manifestation des Geistes in der Erdenentwicklung sowie auf die menschliche Freiheit. Äußerlich kann das der Hass auf den „Klassenfeind“, den „Volksfeind“, die „Saboteure“ usw. sein. Dann wird das Böse von unerschütterlicher Überzeugtheit und fanatischer „Furchtlosigkeit“ begleitet. Der Bolschewismus ist deshalb so zerstörerisch, weil er das alleinige Ergebnis des materiellen Gehirns ist. Die Menschen in Osteuropa haben ihn auf die schmerzlichste Art am eigenen Leib erfahren, damit die westliche Welt nach Ende des Kali Yuga an der Lösung der Hauptaufgaben der fünften Kulturepoche – der Verinnerlichung und Vergeistigung der Bewusstseinsseele –  arbeiten konnte. Das gibt den slawischen Völkern in einem höheren Maß als den anderen Völkern die Möglichkeit, Zeugen der ätherischen Wiederkunft Christi zu werden. Allerdings müssen wir bedenken, dass Christus das Karma der objektiven Sünden der Menschheit freiwillig auf sich genommen hat, während die Völker Osteuropas gewaltsam gezwungen wurden, das Karma der Unwahrheit zu übernehmen, das die westlichen Völker aufgehäuft hatten.

Nach dem Scheitern des sozialistischen Experiments wurde der Sozialismus auf dem äußeren Plan durch den Amerikanismus ersetzt, der als überspitzter Materialismus geradezu magische Fähigkeiten besitzt, sich an die gefallenen unterphysischen Äther anzunähern. Doch sowohl der Bolschewismus als auch der Amerikanismus sind die dämonischen Masken der Bewusstseinsseele und wir können feststellen, dass der Westen bei seiner Hauptaufgabe bezüglich der Bewusstseinsseele gescheitert ist. Nicht nur das – die dortigen Geheimbrüderschaften planten gemeinsam mit den Jesuiten ein neues Experiment für das Slawentum und begannen es zu verwirklichen. Das Slawentum sollte – bisher nur in geistiger Hinsicht – in zwei Rassen geteilt werden –  in Menschen, die den Verführungen des überspitzten Materialismus vollständig verfallen sind und in Menschen, die zwar nach dem Geist streben, doch nur auf dem Weg der Rückkehr zu der traditionellen vergangenen Spiritualität, die den Aufgaben der gegenwärtigen Kulturepoche völlig fremd ist.

Somit kehren wir zu der zweiten Prophezeiung von Fatima zurück, die Lucia erst 1941 ihrem Priester anvertrautе, nachdem sie 1929 eine neue Vision der Jungfrau Maria zusammen mit der heiligen Trinität gehabt hatte, in der Gott „die Weihe Russlands an die heiligen Herzen Jesu und Mariens durch den Papst unter der Teilnahme aller Priester der Welt“ forderte. Es ist klar, das hier etwas nicht stimmt. Die Zukunft gehört dem Slawentum und die Mysterien der Sophia werden zusammen mit den Mysterien des Wortes nicht nur zum Weltfrieden, sondern auch zu der neuen menschlichen Reproduktionsart durch den modifizierten männlichen Kehlkopf führen. Zu diesem Zweck sind die Reinheit der gesegneten Maria und das Verständnis der Jungfrau Sophia von Christus und den Christus-Mysterien erforderlich, die zu einer solchen Weisheit und Liebe führen werden, dass der Mensch durch die Vereinigung der beiden zu bisher nicht gekannten Höhen in der Wahrheit aufsteigen kann. Nachdem der jesuitische Geist den Katholizismus und das Papsttum seinen Zwecken vollständig unterordnet hat und praktisch zu einem der Hauptfeinde des Pfingstgeistes wurde, wird uns klar, dass die Zukunft Russlands und des Slawentums in keiner Weise an den Papst und dem Katholizismus, sondern an das esoterische Christentum gebunden ist. Russland hat tatsächlich seine Fehler auf die Welt verbreitet, indem es Kriege und Kirchenverfolgungen verursachte, doch sein Volk selbst hat im 20. Jahrhundert 100 Millionen Menschenleben verloren, ohne ins Bolschewiken-Paradies zu gelangen, sondern zur Ausgangslage vor dem Oktober-Umsturz zurückzukehren – nämlich zu einer Pseudomonarchie mit einem Präsidenten und Oligarchen nach der Art der ehemaligen Pomeschtschiks. Es erschien auch eine Art Nazismus russischer Ausprägung, der ein Bündnis der orthodoxen Kirche mit den radikalen Nationalpatrioten und mit offen faschistischen Kräften darstellt. Im Wesentlichen ist das die Ehe in der Verstandesseele und der Empfindungsseele zwischen Ahriman und Luzifer, die Erinnerungen an das neunte Jahrhundert aufsteigen lässt, als eine ähnliche Ehe zwischen Klingsor und Iblis bestand. In einem privaten Vortrag hat Steiner vorhergesagt, dass Russland, falls es bei seiner Aufgabe bezüglich der sechsten Kulturepoche scheitert, durch das brasilianische Volk ersetzt werden würde, das eine ähnliche Intensität des christlichen Erlebens wie das russische Volk besitzt. Allerdings weist dieses brasilianische Erleben des Christentums eine ganz andere Qualität als das russische auf, was unvermeidlich zum Scheitern der Menschheit in der nächsten Kulturepoche führen würde.

Am 30.07.1918 hat Rudolf Steiner unmissverständlich erklärt: „Der Bolschewismus wird in der Form, wie er aufgetreten ist, vielleicht nur ein kurzes Dasein haben; aber mit dem, was hinter ihm steckt, wird die ganze Menschheit sehr lange zu tun haben“. Als der russische Bolschewismus aufkam, haben westliche Intellektuelle Stalin unterstützt und ihn – sei es aus Dummheit, sei es wegen etwaiger Mitgliedschaft in Geheimlogen – dadurch legitimiert. Die überwiegende Mehrheit von ihnen hat das Bild einer gerechten Gesellschaft in der UdSSR geschaffen und dieser Linksradikalismus erfasste allmählich den intellektuellen Raum und die Universitätslehrstühle. Als der Nationalsozialismus Hitlers nach dem Zweiten Weltkrieg vernichtet wurde, hat man ihn verurteilt und verboten, während die stalinistische linke Version einer Gesellschaftsordnung als „Opfer“ im Krieg verschont und ihr falsches Wesen nicht entlarvt wurde. Gegenwärtig läuft in Russland sogar ein Prozess ihrer Freisprechung von der Schuld, nachdem Jahrzehnte vergangen sind und der Schock nach Solschenizyns „Archipel Gulag“ und nach den Enthüllungen während der sog. Perestroika verblasst ist. Heutzutage sitzt auf dem Thron in Russland schon seit zwanzig Jahren ein KGB-Bolschewik, der in Simonie mit dem bolschewistischen Patriarchen ist. Ihnen stehen zwei weitere Vertreter der „Spiritualität“ in nichts nach – der Ökumenische Patriarch und der Papst. Die Rede ist natürlich von verschiedenen Ausprägungen des Bolschewismus, was das tragische Bild des äußeren Christentums in keiner Weise verbessert, da sie in völligem Einklang mit dem linksradikalen Populismus steht, der das Fundament der heutigen Welt zersetzt.

Der christliche Ethnophiletismus Russlands ist nationalistischer atheistischer Bolschewismus reinster Ausprägung, der nur die Maske des konservativen Christentums aufgesetzt hat. Der Ökumenische Patriarch gibt sich als eine Opposition seiner russischen „Brüder in Christo“ aus und ist zu jedem Kompromiss bereit, nur um im Amt des Vorstehers der orthodoxen Christen zu bleiben. Was den Papst betrifft, so zeigt er sich uns mit seinen Aussagen bezüglich der eingeschlechtlichen Ehe, des „Urknalls“ und anderer Fragen deutlich als ein christlicher progressiver Atheist, der nicht zufällig von den Jesuiten auf den Thron gesetzt wurde, um seinе Schäfchen auf Ahrimans Ankunft vorzubereiten. 

Im Westen hat die Linke nach einer Reihe von Metamorphosen seit der Zeit des „Kommunistischen Manifestes“ das Territorium der Liebe und Fürsorge für den Nächsten usurpiert, die vorher eine Domäne der christlichen Ethik und Moral waren. Mehr als das – die Linke hat auch den ganzen Raum des Richters usurpiert, der entscheidet, was moralisch, wahr und richtig ist und was nicht. Die Anhänger der traditionellen Werte, die von der Rechten repräsentiert werden, wurden in die Ecke geschoben und müssen sich gegenwärtig immer verteidigen, indem sie sich gegen die Beleidigungen, Anschuldigungen und Verleumdungen von allerlei Neotrotzkisten, Anarchokommunisten, Anarcho-Liberalen, Maoisten u.dgl. rechtfertigen müssen, die sie für Faschisten, Nazis, Ausländerfeinde, Antisemiten u.ä. erklären. Die eigenen Verbrechen schieben sie den Rechten zu und die Lüge nimmt gigantische Ausmaße an. Die freie Rede wird durch das falsche Neusprech und die politische Korrektheit ersetzt, die akademische Freiheit des Denkens wird durch linksradikale Universitätsfächer ersetzt, die von neotrotzkistischen, multikulturellen, genderistischen und feministischen Theorien überwuchert sind.

Unter die Fahne der Linken, die sich schon seit der Zeit Karl Marx’ für Verteidiger der ungerecht Behandelten erklären, haben langsam und systematisch immer neue und neue Gruppen Position bezogen – die Frauen mit ihrem Kampf um Wahlrechte, religiöse Gemeinschaften, sexuelle Minderheiten der LGBTI, Personen, die gegen Rassenungleichheit, das industrielle Wachstum, das Kohlendioxid usw. kämpfen. Die Massenmedien sind eine wahrhaft schwarzmagische Propagandamaschinerie, die Tatsachen, Meinungen und Fiktionen zu einem gigantischen Mittel der öffentlichen Desinformation vermischt, welche gerade den linken Bolschewismus bedient. Dadurch, dass die Filmindustrie einen spezifischen Inhalt durchsetzt und dabei die Ideen der Depersonalisation der individuellen menschlichen Unterschiede und der Schaffung einer falschen Realität bedient (sie erinnert uns an den aus der nahen Vergangenheit bekannten sozialistischen Realismus), wurde sie zu einem Mittel der Umerziehung der Massen. Die nationalen politischen Eliten sind in einem hohen Grade den linksradikalen Globalisten unterordnet, deren Absichten sie erfüllen. Heute wüten die sog. „Linken“ in alle Richtungen der existierenden sozialen Ordnung und demontieren sie ungeniert und mit anwachsenden Aggressivität, Intoleranz und Hass – der Frucht der ursprünglichen Lüge des Materialismus, auf die sie sich stützen. Jede Lüge im Irdischen wirkt in der geistigen Welt als die stärkste Zerstörungskraft, die nur mit einem Mord auf dem physischen Plan vergleichbar ist. Diese Zerstörungskräfte kehren ihrerseits zurück und beeinflussen die Beziehungen auf dem physischen Plan. Sie verursachen – besonders bei den materiell gestimmten links gerichteten Menschen – die fast unüberwindliche Neigung, die anderen zu quälen und unschuldiges Blut zu vergießen. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass dies eine schwere Krankheit der Seele ist. Aus den Geschehnissen des vergangenen Sommers in den USA, aber auch in Bulgarien oder an anderen Orten, wurde deutlich, wohin das den Menschen führt. Die Rede ist von Erscheinungsformen des modernen Bolschewismus, den wir gegenwärtig erleben und der mit der nahenden Inkorporation Ahrimans noch stärker wüten wird.

Hier kommen wir zur dritten Prophezeiungen von Fatima, die verschiedene Zweifel und Interpretationen verursacht hat. Die von den katholischen Kirche veröffentlichten Worte Lucias lauten: „Ich schreibe aus Gehorsam gegenüber Euch, meinem Gott, der es mir aufträgt, durch seine Exzellenz, den Hochwürdigsten Herrn Bischof von Leiria, und durch Eure und meine allerheiligste Mutter. Nach den zwei Teilen, die ich schon dargestellt habe, haben wir links von Unserer Lieben Frau etwas oberhalb einen Engel gesehen, der ein Feuerschwert in der linken Hand hielt; es sprühte Funken, und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden; doch die Flammen verlöschten, als sie mit dem Glanz in Berührung kamen, den Unsere Liebe Frau von ihrer rechten Hand auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf die Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße, Buße, Buße! Und wir sahen in einem ungeheuren Licht, das Gott ist: etwas, das aussieht wie Personen in einem Spiegel, wenn sie davor vorübergehen, einen in Weiß gekleideten Bischof – wir hatten die Ahnung, daß es der Heilige Vater war. Verschiedene andere Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein großes Kreuz befand aus rohen Stämmen wie aus Korkeiche mit Rinde. Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war und halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen, kniete er zu Füßen des großen Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen. Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte eine Gießkanne aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten.“

Gemäß der offiziellen Deutung der Katholiken bezieht sich die dritte Prophezeiung auf die Verfolgungen der Christen im 20. Jahrhundert mit dem Höhepunkt des Attentats auf den Papst Johannes Paulus II., das am 13.05.1981 von Mehmet Ali Ağca verübt wurde. Neulich gab Ağca nach Jahrzehnten des Schweigens dem bulgarischen Fernsehsender „Nova“ ein Interview, dem zufolge dieses Attentat zwei Aspekte der Wahrheit habe – einen übermenschlichen, der mit der Erfüllung der dritten Prophezeiung von Fatima zusammenhänge und einen irdischen, der mit der Vorbereitung des Attentats seitens der UdSSR verbunden sei, weil der Papst eine Bedrohung für das sozialistische System darstellte. Der übersinnliche Aspekt drücke sich im Sturz des Kommunismus aus und das sei laut Ağca mehr ein Wunder als ein Terrorakt. Beim Treffen mit dem Papst, der Ağca im Gefängnis besuchte, habe ihm Johannes Paul II. mitgeteilt, dass er das Attentat als seine notwendigen Leiden empfunden habe, damit der Kommunismus zusammenbreche. Die beiden hätten sich auch über das Ende der Welt ausgetauscht, wobei der Papst überzeugt gewesen sei, dass dieses bald komme. In welchem Grad man Ağca glauben kann, ist eine andere Frage, denn er hat mehrmals seine Zeugenaussagen geändert. Doch er bringt seine Behauptungen klar mit dem Mysterium von Fatima in Verbindung. Bekanntlich gab es zwei Schüsse gegen den Papst. Beim Attentat hatte er sich gebückt, um ein Mädchen zu küssen, das ein Medaillon trug, welches die Jungfrau von Fatima darstellte. Das soll sein Leben gerettet haben. Danach hat der Papst die aus seinem Körper herausoperierte Kugel der Stadt Fatima geschenkt, damit diese in die Krone der Skulptur der Jungfrau eingearbeitet wird, die dort errichtet wurde. Am Ort der Vision hat man eine kleine Kapelle und später eine Basilika gebaut und Fatima wurde zum Pilgerort für Millionen Katholiken. 

Die offiziellen Präsentation der dritten Prophezeiung im Jahre 2000 wurde durch drei religiösen Gemälde veranschaulicht. Das erste stellt einen Engel mit einem Feuerschwert dar, der links von der Jungfrau steht und an eine Szene aus der „Apokalypse des Johannes“ erinnert. Mit dem aus ihrer Hand herauskommenden Licht hält die Jungfrau den Engel auf, die Strafe Gottes anzuwenden. Es wurden die Worte „Buße, Buße, Buße!“ gegeben. Das Bild bringt die Kraft der Unbefleckten gegen das Böse und einen Aufruf zur Freiheit des Menschen in der Sühne zum Ausdruck. Das zweite Gemälde stellt einen Priester in weißem Gewand sowie Geistliche und Laien dar, die auf einen Berg durch eine Stadt in Ruinen zugehen. Es gibt ein Kreuz – das Ziel und der Orientierungspunkt der menschlichen Entwicklung, die ohne das Kreuz nichtig ist. Das dritte Gemälde zeigt, wie die Engel unter dem Kreuz die Seelen der Märtyrer mit dem Blut Christi tränkt, um sie an Gott näher zu bringen. Die Märtyrer gehören dem 20. Jahrhundert an und haben ihren Beitrag zur Erneuerung der Erdengestalt geleistet.

Es existieren verschiedenen Deutungen der dritten Prophezeiung. 2000 haben bestimmte Personen in Bulgarien ihre Ansicht vorgestellt, für die der Priester im weißen Gewand der Meister Beinsa Douno sei. Andere sagen, dass in dieser Prophezeiung das Geheimnis um die Persönlichkeit der Zweiten Wiederkunft gelüftet wird. Es geht sogar das Gerücht um, dass dies gar nicht der echte Brief Lucias wäre. Doch sie starb erst 2005 und man kann wohl nicht annehmen, dass der Vatikan riskieren würde, nur fünf Jahre später den Brief Lucias zu ersetzen!

Als ich die zitierten Worte las, tauchte in mir sofort der Zweifel an der Identität dieses Priesters auf, den die Kinder wie im Spiegel sahen und der zum falschen Kreuz aus Korkeiche mit Rinde schreitet. Und die Szene mit den zwei Engeln, die mit dem Blut der Märtyrer die Seelen der dem Priester folgenden Menschen tränkten, deutet auf einen großen Betrug. Was ist die Wahrheit? 

Die Jungfrau hat vor den Kindern ein wahres Bild entfaltet, jedoch ist dies das Bild der Ankunft Ahrimans und nicht die Zweite Ankunft Christi im physischen Leib, was suggeriert wird! Das wurde uns auf eine kategorische Art bestätigt. Auf diese Weise wurde mit den drei Prophezeiungen den Kindern ein vollendetes Bild dargestellt, das mit der Hölle beginnt, die Befreiung der Dämonen nach Ende des Kali Yuga und deren Wirkung durch die Menschen im 20. Jahrhundert wiedergibt und mit dem Höhepunkt des Bösen bei der Ankunft des Antichristen endet. Die heilige Hildegard von Bingenhat schon im 12. Jahrhundert vorhergesehen, dass die Welt bei der Geburt des Antichristen in eine neue Epoche eintreten wird und dass seine Geburt in die Zeit desjenigen Papstes fällt, der einen Doppelnamen hat. Das leibliche Gefäß für Ahriman kam am 11.08.1999 zur Welt und ein Jahr später enthüllte der Papst mit dem Doppelnamen die dritte Prophezeiung von Fatima, allerdings gemäß den Interessen des Katholizismus. 

Die Ankunft Ahrimans ist ein Ereignis von immenser Bedeutung für den weiteren Verlauf der Menschheitsentwicklung, analog der Ankunft Luzifers und Christus‘. Es ist äußerst wichtig, dass die Inkorporation Ahrimans ganz genau verstanden wird. Nach der bestehenden Gesetzmäßigkeit erscheint das, was in der geistigen Welt eine bestimmte Gestalt hat, auf dem physischen Plan als sein Gegenbild. In der geistigen Welt ist Luzifer glänzend und schön, aber 3000 Jahre v.Chr. erschien er auf der Erde als ein Kind, das in der Umgebung des zeremoniellen Mysteriendienstes im geschlossenen Raum eines chinesischen Tempels aufwuchs. Als er ca. 40 Jahre alt wurde, begann er plötzlich mit Hilfe der menschlichen Urteilskraft den Sinn dessen zu erfassen, was früher in den Mysterien nur als Offenbarung gegeben wurde. Er ist der Erste, der die Organe des menschlichen Verstandes nutzen sollte und hat durch die Urteilskraft den Sinn der Mysterien erfasst, ohne dass dazu Offenbarungen notwendig waren. Nur die Priester hatten prophetisch die Inkarnation Luzifers gesehen, der in der geistigen Welt glänzend war und auf der Erde bescheiden und vor der äußeren Welt versteckt erschien. Trotzdem war das Geschehen der Gipfel des ganzen vorherigen Einflusses der luziferischen Wesen als Versucher der Menschen. Deshalb war es Luzifer, der bei der ersten Versuchung Christi in der Wüste als Vertreter der Vergangenheit erschien.

Die Ankunft Christi im physischen Leib blieb bis zu einem hohen Grad auch von der Menschheit unbemerkt. In der geistigen Welt ist Er das Ich, das der systembildende Faktor des ganzen Zyklus vom Saturn bis zum Vulkan darstellt, doch auf der Erde erschien Er in der bescheidenen Hülle des Zimmermannssohnes Jesus. Bei der zweiten Versuchung wirkten Luzifer und Ahriman gemeinsam und das deutet in einem gewissen Sinne auf unsere jetzige Situation. Die dritte Versuchung kam von Ahriman persönlich und sie bezieht sich auf die nächste und fernere Zukunft, wenn der Einfluss der ahrimanischen Wesen außerordentlich stark anwachsen wird. Der Kampf wird um die Zukunft der Menschheit überhaupt und um deren Vorbestimmung auf der Erde geführt. Aus diesem Grund hat die Antwort auf die Frage, wie sich der Antichrist manifestieren wird, eine entscheidende Bedeutung. Auf dem geistigen Plan ist er in Dunkelheit verhüllt und wirkt durch andere Wesen, aber auf dem physischen Plan wird er sich unbedingt mächtig und für die ganze Welt mit einem satanischen Charisma sichtbar zeigen. Die dritte Prophezeiung von Fatima suggeriert uns, dass er der Führer und „Erretter“ aller Christen sein wird, die Vertreter des exoterischen Christentums sind. Dieser falsche Christus wird durch eine halb zerstörte Stadt gehen (wohl Jerusalem), um ein Sakrament zu vollziehen. Vorher muss er aber auf die Weltbühne in einer Art treten, die ihn als Wohltäter und Erlöser der Menschheit ausweisen soll. Er könnte mit seinem genialen Verstand ein Entwickler werden und in kurzer Zeit Weltruhm und großen Reichtum erlangen. Wir erleben heute, wie junge Menschen innerhalb von wenigen Jahren auf dem Gebiet der Informationstechnologien Milliardäre werden. Ahrimans Ziel ist es, die Menschheit in einen gigantischen Mechanismus zu verwandeln, in dem der einzelne Mensch eine Partikel ohne freien Geist ist und nur dem von Ahriman bestimmten Programm folgt. 

Auf der Tagesordnung steht die Schaffung des künstlichen Intellekts, der jedes menschliche Bewusstsein erfassen soll. Wie ich schon in einem vorherigen Vortrag dargelegt habe, ist es unmöglich, das menschliche Denken vollkommen nachzuahmen, denn die Sucher des künstlichen Intellekts kennen das Geheimnis des Lebens nicht. Aber der Weg zur totalen Kontrolle wird mit einem atemberaubenden Tempo zurückgelegt und es wird angestrebt, sogar unsere Gefühle zu programmieren. Steiner hatte gewarnt, dass bei den zukünftigen Kriegen und anderen Prüfungen der menschliche Geist ungewöhnlich erfinderisch im Bereich des physischen Lebens werden wird, was die Entstehung einer solchen Leiblichkeit ermöglicht, in der sich Ahriman verkörpern kann. Diese leibliche Individualität ist bereits seit 21 Jahren auf der Erde – der wieder inkarnierte Klingsor. Wir können nur Vermutungen anstellen darüber, welche dunklen Kräfte an der Schaffung seiner jetzigen Leiblichkeit beteiligt waren, die für Ahrimans Inkorporation im Jahr 2029 vorbestimmt ist. Natürlich hat Ahriman schon lange vor diesem Zeitpunkt von der geistigen Welt aus sein Gefäß durch gewisse magische Schulen vorbereitet, in denen versucht wird, die Materie unzerstörbar zu machen, aus der neue Leiber entstehen können. Das, was im CERN oder im Silicon Valley geschieht, die Nanotechnologien u.v.a. sind Schritte in diese Richtung. Die neuen Leiber sollen dem Tod nicht unterliegen und mit ihnen werden die Menschen zu Teilen einer gigantischen Maschine, die Ahriman mit Hilfe eines von ihm selbst geschaffenen Programms steuern wird. Als ein genialer Schachspieler hat er das Programm dazu bereits entworfen. Ein unzertrennlicher Teil dieses Plans wird die Schaffung von Schulen für Hellseher sein, in denen die grandiose Kunst der Zauberei praktiziert wird, die jedoch zu Chaos im Hellsehen führen wird, da die Vorbedingungen der vorherigen Anstrengung zur Läuterung der inneren Dunkelheit der Menschen missachtet werden. Jeder wird verschiedene Beschreibungen der geistigen Welt liefern und auf diese Weise wird die ganze irdische Kultur unter Ahrimans Gewalt geraten. Für Ahriman ist die Wahrheit unwichtig, da sie vom Verstand nicht erfasst werden kann. Durch die Methode des Verstandes kann man beweisen, was einem selbst passt und deshalb sind für Ahriman in der Welt des Denkens alle möglichen Theorien zulässig, aber er soll der Einzige sein, der entscheidet, was zu tun ist. Wenn jeder Standpunkt wahr ist, wenn jeder seine eigene Wahrheit hat, bedeutet dies, dass die Wahrheit überhaupt nicht existiert – von hier zur Lüge führt nur ein kleiner Schritt. Die Wahrheit ist jedoch etwas Absolutes und Objektives. Sie ist Geist, sie ist Christus, sie ist ein Ich und nicht die Frucht des physischen Gehirns. Die heute tobenden Sozialismusvarianten – der internationale, nationale, der Rassensozialismus – dienen in bestmöglicher Art dem Übergang von der demokratischen Gesellschaftsordnung zur Diktatur eines alleinigen Herrschers. Wenn die Menschen vom Chaos der Krisen in der Wirtschaft, Gesundheit und von den militärischen Konfrontationen müde werden, werden sie den Frieden suchen und dann wird Ahriman als der „Retter“ erscheinen. Und die Christen werden ihm unbedingt auf dem Weg, der in den Abgrund führt, folgen.

Die dritte Prophezeiung berichtet auch von Menschen, die „mit Feuerwaffen und Pfeilen“ schießen. Es ist möglich, dass dies die Vertreter des Islams oder einer anderen Konfession sein werden, die Ahrimans unvermeidlichen Untergang beschleunigen wollen. Allerdings wissen wir aus einer Offenbarung, dass die Hauptursache seines Todes die Selbstzerstörung des leiblichen Gefäßes wegen karmischer Gründe sein wird. Bis diese Zeit kommt, wird er durch alle möglichen Mittel versuchen, seine Aufgabe als der Satan in einem physischen Leib zu erfüllen, wozu er keine zweite Möglichkeit haben wird. Der überwiegende Teil der Menschheit wird ihn unterstützen. Ihren Beitrag hierzu leisteten auch viele Bulgaren, die sich auf die Seite der Lüge stellten. 

Genau am Ostertag, den 4. April 2021, gab es in Bulgarien Wahlen für ein neues Parlament. Die Gangster bekamen ihre Vertretung und schmiedeten ein dunkles Bündnis, um den Premier Bojko Borissov und die Partei GERB „herauszuschaben“ – das war das verwendete Wort – wobei die Hoffnungen vor allem auf dem neuen „Messias“ Stanislav (Slavi) Trifonov lagen. Die politischen Analysten haben richtigerweise festgestellt, dass er bereits der dritte „Messias“ ist, der nach dem Sturz des Kommunismus kommt. Der erste war der Thronfolger Simeon Sakskoburggotski (von Sachsen und Coburg-Gotha). Er kam aus der Vergangenheit und erklärte bescheiden, dass er sich nicht für materielle Dinge interessiere und versprach, Bulgarien innerhalb von 800 Tagen „in Ordnung zu bringen“. Doch bald erwies sich, dass er vor allem daran interessiert war, die königlichen Immobilien zurückzubekommen. Er ist Luzifer in der Troika der bulgarischen „Erlöser“. Zusammen mit ihm erschien auch der Christ Bojko Borissov, der sich von seiner Vergangenheit distanzierte, die Krise der Wirtschaft, die Migrantenkrise und die heutige Gesundheitskrise meisterte und eine riesige Bautätigkeit im ganzen Land veranlasste. Er wuchs zu einem Staatsmann europäischen Ausmaßes heran, sammelte bemerkenswerte Erfahrungen und persönliche Weisheit an. Auf jede erdenkliche Art versucht er, zwischen sich einander widersetzenden Persönlichkeiten, Völkern und sogar Bündnissen zu balancieren. Er zeigte eine bisher nie gekannte Fähigkeit, der ständigen ungerechten Verleumdung aus vielen Richtungen standzuhalten und nahm auf sich das Kreuz der Führung des bulgarischen Volks.  

Nach der zehnjährigen Regierungszeit Bojko Borissovs erschien der dritte „König“ mit der auf seinem Rücken tätowierten Drohung, dass er komme und die Hölle mit sich bringe“. Groß gewachsen, Gewalt, Angst und Macht ausstrahlend – genau wie Ahriman im Kosmos -, erwies sich der Showmaster Trifonov als ein ängstlicher, komplexbeladener und ärmlicher kranker Mensch, der ausgewiesener Atheist und Antichrist ist. In seinen Sendungen hat er Jahrzehnte lang vom Fernsehbildschirm aus die breiten Massen in vulgärer Art zu Lastern verleitet und dadurch ein bestimmtes Programm in die Sphäre ihres Verstandes und ihrer Gefühle hineingetragen, damit sie in einer gegebenen Situation instinktiv reagieren. Bei den vergangenen Wahlen haben viele junge Menschen, die von seiner Show umprogrammiert wurden, für ihn gestimmt, ohne überhaupt erfahren zu haben, was er in jeder Lebenssphäre zu tun beabsichtigt. Durch die Lüge und Verleumdung gegen Geld – sein Haupthandlungsmittel – strebt dieser karmisch zusammengebrochener Mensch nach der ganzen Macht, mit der er aber nicht weiß, was er tun soll. Dieser bulgarische Ahriman erfüllt eine Aufgabe, die andere Mächte ihm gestellt haben und er verspricht uns das, was sein Verständnis von der Hölle ist. Das Ich wächst, wenn es zwischen der luziferischen Vergangenheit der alten und neuen Bolschewiken und der ahrimanische Zukunft steht, welche die „neuen Barbaren“ – wie ein Lied Trifonovs heißt – des besagten Showmasters versprechen. Borissov balanciert zwischen beiden und jeder Bulgare ist verpflichtet, das Gleiche in seinem persönliche Leben zu tun, denn im Falle, dass sich beide dunklen Mächte vereinen, wird der Weg für die Asuras freigelegt. 

An der Spitze des schleichenden Umsturzes in Bulgarien zwecks Wiederbelebung der totalitären Praktiken steht der Präsident Rumen Radev und hinter seinem Rücken lauert der russische Panslawismus. Radev hat Angst vor dem Generalstaatsanwalt Ivan Geschev, weil er zahlreiche Sünden hat. Deshalb versucht er mit äußerster Boshaftigkeit und Rachsucht, an ein zweites Präsidentenmandat zu kommen, da er in diesem Fall eine Immunität gegen gerichtliche Verfolgung haben würde. Die ihm unterstehende Junta verursacht eine Riesenspannung in der bulgarischen Gesellschaft, was unvermeidlich zu Chaos und Unruhe führen wird, denn ein großer Teil der Menschen werden zumindest wegen wirtschaftlicher Gründe die Geduld verlieren. Und das ist es, was Ahriman will. Die Evolution ist ein schwieriger und langwieriger Prozess, während der revolutionäre Revanchismus, der zu einer Diktatur führt, immer mit Gesetzlosigkeit, Zerstörung und Tod verbunden ist. Das bulgarische Volk wird gegenwärtig einer Prüfung unterzogen, deren Ergebnis bisher unbekannt ist. Zukünftig wird es noch größere Prüfungen geben, die mit dem Bösen, das der ganzen Menschheit gegenübersteht, zusammenhängen. Jeder muss sich darüber klar sein. Das hat uns die Jungfrau von Fatima mit dem von ihr versprochenen Wunder vorgeführt, das am 13.10.1917 geschah.

Hinter dem Regenvorhang schien die Sonne vor dem Blick der Menschenmassen mit schwachem Licht, so dass man in sie blicken konnte. Sie sah eher wie ein großer Mond aus. Auf einmal begann die Sonne, sich wie ein Feuerwerk um ihre Achse zu drehen und Funken in allen Regenbogenfarben zu versprühen. Sie hielt kurz an und drehte sich dann noch schneller. Dann hielt sie wieder an und begann, sich wieder zu drehen. Schließlich fiel sie gleichsam vom Himmel und verschwand in die Erde. Die Reaktionen der Menschen waren unterschiedlich – einige beteten, andere bekannten ihre Sünden, weil sie dachten, es komme das Ende der Welt, andere dankten für das Wunder, während weitere vor Schrecken schrien. Es war gegen drei Uhr nachmittags – um diese Zeit starb Jesus am Kreuz.

Was sagt uns diese Begebenheit? Ohne den Anspruch zu erheben, das Wunder vollständig zu erfassen, können wir sagen, dass im Licht der drei Prophezeiungen, die mit der Erscheinung des Bösen zusammenhängen, das Wunder den Menschen zeigt, wo der Ausweg von dem ist, was uns in der fernen Zukunft erwartet. Die dreifache Drehung der Sonne bedeutet, dass sie keine heiße Gaskugel, sondern ein lebendiges Wesen ist, das dem Plan der heiligen Trinität folgend, von einem empfangenden zu einem gebenden Wesen geworden ist. Sie sah wie ein großer Mond aus, denn in der siebten nachatlantischen Kulturepoche wird die Menschheit nicht nur von der heutigen weiblichen mondenhaften Reproduktionsart zu der neuen männlichen sonnenhaften übergegangen sein, sondern auch die Fähigkeit erlangt haben, an der Wiedervereinigung der Erde mit dem Mond mitzuwirken. Dabei wird die Menschheit vor dem Bösen gegenüberstehen, das in der lemurischen Wurzelrasse wegen der richtigen Geschwindigkeit der eigenen Entwicklung abgespalten wurde. In noch fernerer Zukunft wird sich auch die Sonne mit ihnen verbinden, damit die Einheit der drei Himmelskörper aus der hyperboräischen Wurzelrasse wieder hergestellt wird, aber unter ganz anderen geistigen Bedingungen und unter der aktiven Teilnahme des Menschen. Das wird ein kosmischer Gral sein, durch den die Erde sich in den zukünftigen Jupiter verwandeln wird.

Als vor 2000 Jahren der Leib Jesu vom Kreuz abgenommen und ins Grab gelegt wurde, folgte ein Erdbeben und es tat sich eine Spalte in der Erde auf. Während der drei Jahre hatte das von der Sonne herabgestiegene Christus-Ich in diesem Leib gewirkt, der in die Spalte wie eine Sonnenhostie hineinging. Seitdem begann die Erde zu leuchten, wenn auch mit schwachem Licht. Hoffentlich wird auch dieser Vortrag eine Art Sonnenhostie für unsere Seelen sein, die nach dem Ich, dem Geist und nach Christus suchen, ohne die sie zu einem Leben ohne Sinn verurteilt sind. Christus ist auferstanden und Er muss immer vor unserem Bewusstsein als die absolute Wahrheit stehen, dass in Ihm die Zuversicht, Hoffnung und Sicherheit unserer lichten Zukunft liegen!


[1] Die deutschen Zitate wurden dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima“ entnommen (http://document.kathtube.com/33326.pdf).

Die karmischen Strömungen des Guten und des Bösen 

Link zum Video



                          vorgetragen von Dimitar Mangurov am 21.02.2021 in Varna 
   
Seit unserem letzten Treffen wurden einige Offenbarungen aus der geistigen Welt empfangen, die in der heutigen Vorlesung in der geeigneten Weise präsentiert werden. Eine von ihnen betrifft die Impfung gegen das chinesische Virus. Dieses Problem scheint gegenwärtig das menschliche Bewusstsein am intensivsten zu beschäftigen, jedoch werden wir wegen der Anforderungen der bemerkenswerten Epoche, in der wir das Privileg haben, in dieser Inkarnation zu leben, wichtigere Themen streifen.  
  
Wenn wir die Geschichte der menschlichen Erkenntnis betrachten, können wir feststellen, dass eine zentrale Frage existiert – die Frage nach der Quelle der geistigen Welt und unseres eigenen Bewusstseins. Wenn wir den Atheismus als eine Seelenkrankheit ignorieren und ihn nicht zu den Erscheinungen rechnen, die einen Erkenntnischarakter haben, können wir die Antworten auf diese Frage in drei Hauptrichtungen gruppieren – Pantheismus, Theismus und Deismus. Für die Vertreter des Pantheismus ist das Universum als Ganzes die Gottheit und sie ist das Allbewusstsein, das in der Welt leuchtet und jede Form des Lebens durchdringt, einschließlich der menschlichen Seele. Der Theismus behauptet, dass ein Uranfang existiert, der von außen das von Ihm erschaffene Universum regiert, das vor diesem Göttlichen steht und der Mensch als selbständiges Wesen dem Göttlichen in freiem Verkehr gegenübersteht. Die Vertreter des Deismus dagegen sehen im Universum, das irgendwann erschaffenen wurde, ein schöpferisches Wesen/eine schöpferische Substanz, die jedoch nicht mehr am Erschaffenen teilnimmt, sondern in ihm transzendent nicht mehr und nicht weniger anwesend ist als etwa der Uhrmacher in der von ihm gefertigten Uhr. Der Mensch spürt nicht den Strom des Göttlichen und dessen Offenbarung in der Welt in freiem Verkehr, sondern lediglich die Erinnerung an dieses Göttliche in der Gestalt der über alles regierenden vernünftigen Gesetzmäßigkeit. Im Wesentlichen erkennt der Deist nur Gott den Vater, der Theist – Gott den Sohn und der Pantheist – Gott den Heiligen Geist an. Deshalb befinden sich alle drei Strömungen in einem unvereinbaren Gegensatz zueinander. Diese Einseitigkeit führt sie letztendlich zum Fatalismus, Materialismus und Egoismus. Was sie brauchen, ist das Licht des Geistes, die Liebe des Sohnes und die Kraft des Vaters. Deshalb können die drei erörterten Weltanschauungen nur im christlichen Verständnis der Heiligen Trinität zur Verständigung untereinander kommen, so dass ihnen das Geheimnis des Ich in uns, in Christo und im väterlichen Weltengrund offenbar wird, das Leib, Seele und Geist des „nach dem Bild und Gleichnis Gottes“ geschaffenen Erdenmenschen vereint. Erst dann besteht für uns die Möglichkeit, in einer für jeden Menschen einmaligen Art zu einer Säule zu werden, die Himmel und Erde verbindet und trotz aller Stürme, die in der Welt toben, standhaft bleibt. 
   
Der Weg zu diesem Ziel begann bereits mit der Veranlagung unseres physischen Leibes auf dem alten Saturn und führte zum Anhängen unseres Ätherleibes bzw. unseres Astralleibes während der alten Sonnen- bzw. Mondenzeit. Im Äon der Erde haben die Geister der Bewegung diesem dreifachen Leib die Empfindungs- und die Verstandesseele hinzugefügt, die Geister der Form – die Bewusstseinsseele dazugegeben. Dem folgte der wichtigste Moment –  der Einbau des Ich-Funkens in das vorbereitete Gefäß, was vom väterlichen Weltengrund durch Christus verwirklicht wurde. Als Lebewesen, die eine besondere direkte Beziehung zu Christus und zum Ich-Prinzip pflegen, haben uns die Geister der Form mit der Form für das Ich ausgestattet. Als die Elohim sich in das Wesen Jahve-Elohim vereinigten, konnten sie während der lemurischen Wurzelrasse vom väterlichen Weltengrund auch unser unsterbliches „zweischneidiges“ Ich erbeten. Seitdem begann die eigentliche Involution des Menschen, in der sein Leib und seine Seele bewusst verinnerlicht wurden, mit denen er später zur Evolution übergehen konnte, in der sie in höhere Wesensglieder umgewandelt und den Wesen aus der Großen Universellen Weißen Bruderschaft zurückgegeben werden. 

Kaum war der Alte Adam „vervollständigt“, folgte der Sündenfall – Adam wurde verführt, vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu essen. Der luziferische Einfluss drang durch die Empfindungsseele in unseren Astralleib ein. Dieser Astralleib wurde gegenüber den geistigen Hierarchien selbständig und begann, ihr Licht für sich zu behalten. Dies führte dazu, dass der Egoismus des angegriffenen „zweischneidigen“ Ich mit einer Naturgewalt in das Blut eindrang und Irrtümer, Krankheiten und Tod verursachte. In Form des Zusammenstoßes von Gut und Böse entstand das Karma der Erdenmenschheit und über uns wird ständig ein Urteil verhängt, weil unser Wille böse wurde und sich in die Erbsünde jedes Menschen während seiner Inkarnationen verwandelte. Der Sinn der Schöpfung des Menschen und der Welt liegt in der Entstehung unseres Karmas – wir wurden nämlich als sündhaft entworfen und der Sündenfall ist eigentlich unsere Geburt. Mit dem Eindringen des Mineralischen in das durchsichtige Phantom unseres physischen Leibes wurden wir für das kosmische Licht des Geistes undurchsichtig. Anstatt selbst zu leuchten, öffneten sich unsere Augen für die uns umgebende WeltWir begannen, Schatten zu werfen und gerieten unter die Angriffe der materialistischen Verführung zur „Verwandlung der Steine in Brot“. Das Kosten der verbotenen Frucht bedeutete, dass wir nicht nur mit dem Bösen konfrontiert wurden – wir sollten dieses Böse in uns aufnehmen, innerlich erkennen und das Fundament der Freiheit der Wahl legend, Entscheidungen treffen. 

Das hatte sowohl äußere als auch innere Folgen. Die äußeren Folgen bestehen im dreifachen „Fluch“ des Vatergotts, dass wir Schmerzen (Leid) bei der Geburt empfinden, mit Mühe jede Arbeit verrichten und unvermeidlich dem Tod geweiht sind. Die inneren Folgen kamen bei den aus dem Paradies vertriebenen Adam und Eva als „Scham“ und „Angst“ zum Vorschein. Die Scham bringt den Menschen dazu, sich vom Paradies abzuwenden, die Angst lässt ihn dem Paradies nicht nah herankommen. Wir wissen, dass die Scham im Gesicht, d.h. in der Vorderhälfte des menschlichen Leibes sichtbar wird. Verursacht wird sie vom Blick in die Vergangenheit unseres luziferisch verursachten Stolperns während der lemurischen Zeit. Das Gedächtnis wird im Ätherleib gespeichert, der dem physischen Leib gegensätzlich ist. Deshalb sehen wir in unserer Vorderhälfte mit dem Ätherleib in die Vergangenheit und mit der physischen Hinterhälfte fürchten wir uns vor der Zukunft, was Angst vor dem Ahrimanischen ist. Die Scham empfanden wir, als wir merkten, dass wir vorne „nackt“ sind, aus dem Paradies flohen wir, als die Angst uns den Rücken hochkroch. Der Wärme- und der Lichtäther sind ihrem Wesen nach Wille und Gefühl und unterliegen der willkürlichen Wahl. Sie sind die gestohlenen Licht und Wärme, die für den Geist undurchsichtig wurden. Da in sie das Böse   eindrang, haben wir unsere Nacktheit bemerkt und uns aus Scham vor der geistigen Welt versteckt. Das geistige Wesen des Ton- und Lebensäthers machen der göttliche Gedanke und das göttliche Ziel aus und sie wurden vor der Welt unserer Wahl verhüllt. In ihnen steckt das Geheimnis des Guten in der geistigen Welt und der Mensch muss durch eine Einweihung innerlich geheiligt werden, um dieses Geheimnis zu begreifen. Die Pforten zwischen dem Geheimnis des Bösen und dem Geheimnis des Guten treffen in uns aufeinander, wobei die eine sich hinter dem Schleier der Scham und Angst in unserem Bewusstsein versteckt, während die andere durch den „Schweiß“ des reinen Denkens, durch die Kummer und Pein aus der Läuterung der Gefühle und durch die Willkür der „Rückkehr des Todes“ auf die Erde bewacht wird. Seit dem Sündenfall ist der Mensch der Schlüssel für beide Pforten, die zu den Geheimnissen der geistigen Welt über die Welt des Bösen sowie zu den Geheimnissen der Welt des Bösen für die geistige Welt führen. Die Götter selbst können das Böse in sich nicht erleben, andernfalls würden sie böse Wesen werden. Sie können lediglich vor dem Bösen stehen und es anhand seiner Handlungen erkennen. In dieser Welt ist das Karma durch den Menschen entstanden und die geistige Welt ist mit dem inneren Erleben von Gut und Böse durch den Menschen ein enormes kosmisches Risiko eingegangen, da die Möglichkeit besteht, dass wir das Böse doch liebgewinnen. In diesem Sinne steht hinter dem Hauptimpuls für unsere Erdeninkarnation ungewöhnliche und heldenhafte Stärke, was Ehrfurcht in uns hervorrufen sollte, falls wir es als eine kosmische Tatsache begreifen können. Ich erinnere mich an die Tränen, die aus den Augen meines Enkels flossen, als er ein Baby war und die Pforte zwischen dem Schlaf und dem Wachleben passierte. Die Tränen flossen, weil die Zeitspanne zwischen seiner vorherigen und jetzigen Inkarnation sehr klein ist und er bei jedem Aufwachen der vorsichtigen Einführung in die hiesige Wirklichkeit bedurfte. Die geistigen Hierarchien ehren den Menschen viel mehr als er überhaupt in der Lage ist, etwas zu ehren. Deshalb konnte Steiner die erhabenen Worte sagen, dass der Mensch die Religion der Götter ist. [1]

Die beiden karmischen Hauptströmungen bildeten sich unmittelbar nach dem Sündenfall heraus. Sie werden von Kain und Abel als zwei Arten der Reaktion auf den göttlichen Fluch repräsentiert. Der Opferrauch Abels war der Ausdruck der aufrichtigen Dankbarkeit und Annahme des Vaterfluchs als höchste Liebe und als Segen. Deshalb stieg er zum Himmel empor. Demgegenüber wurde für Kain der Fluch Wirklichkeit und der Opferrauch der Unzufriedenheit mit seinem irdischen Los wurde zur Seite weggeweht. Die Schutzengel zogen sich von der Lenkung unseres Astralleibes zurück, um Platz für das Ich zu machen. Seitdem inspirieren sie uns, ohne unsere Freiheit zu verletzen, ohne uns zu guten Taten zu zwingen, sondern sie geben Ratschläge, beschützen und festigen uns, falls wir uns in Freiheit für das Gute entschieden haben. 

Die gefallenen luziferischen Engel, die gegen den Willen der Götter handelten, machten sich jedoch daran, uns vor den drohenden Leiden nach dem Sündenfall zu retten. Seitdem hat jeder von uns einen tief in seinen Astralleib hinabgestiegenen luziferischen Doppelgänger, der unsere Selbstsucht schürt. Um dem und auch um der Trennung zwischen den Menschen entgegenzuwirken, bildete Jahve aus dem Ätherisch-Physischen einen Strom, der aus dem Unterbewusstsein des Menschen als die elementare Kraft der blutsverwandtschaftlichen Liebe auf der Erde wirkte. Jahve ist ein Wesen der zweiten Hierarchie und hatte Macht über die Lebenskraft im Blut. Das Blut ist ein „besonderer Saft“, eine Grenzerscheinung zwischen dem physischen Leib und dem Ätherleib, es braucht nur sehr wenig zur Ätherisierung und baut andererseits sogar die härtesten Teile des Körpers auf. Daher bedeutete die Verleugnung dieser Liebe, die im Unterbewusstsein des auserwählten jüdischen Volkes durch das Blut wirkte, buchstäblich den Tod. Das Alte Testament enthält zahlreiche Beidpiele hierfür. Jahve wirkte natürlich nicht nur durch die Tür des Lebens, sondern auch durch das Wissen, durch das Bewusstsein der alten hebräischen Propheten, aber in diesem Vortrag interessiert uns eher das Schicksal der gesamten Menschheit. 
   
Die geistige Welt wirkt in der physischen Welt durch das Karma, deshalb sind die bewusst ausgeführten menschlichen Handlungen das Tor, durch das die Götter auf der Erde wirken können. Wenn die Handlungen aus dem Unterbewusstsein heraus kommen, werden sie zu einem Einfallstor für die Manifestation der Wesen, die die Rolle des Bösen übernehmen. Ein solches Wesen ist der ahrimanische Doppelgänger, der sich nach dem Sündenfall durch die Verstandesseele in unseren Ätherleib eingenistet hat. Dieser Doppelgänger ist die Quelle von Krankheiten und Leiden und er verursacht letztendlich den Tod infolge der luziferischen Irrtümer des Egoismus, die Teile unseres Ätherleibes umgeben und verfinstert haben und dort zu einer Lüge geworden sind. Luzifer hat das Tor für Ahriman aufgerissen, aber den Boden, auf den Luzifer selbst trat, hat der Mensch zur Verfügung gestellt und das ist das Gebiet des Karmas. Wir haben aber auch einen physischen Leib, nach dem die Asuras durch unsere Bewusstseinsseele greifen. Den Boden für ihr Erscheinen und für das Wirken ihres Anführers Asura bereitet zwar Ahriman vor, doch er wirkt durch den Menschen. Asura ist das Karma Ahrimans und in Zukunft wird der schwarze Okkultismus in unvorstellbaren Ausmaßen auf der Erde gedeihen.  
   
Wir wissen aus der Anthroposophie, dass es die drei verschiedenen Arten des Okkultismus in zweifacher Ausführung gibt – als weißen und als schwarzen Okkultismus. Der weiße hygienische Okkultismus hat die Aufgabe, die Kräfte der menschlichen Organisation zu regulieren. Der eugenische Okkultismus strebt an, die richtige Einstellung der geistigen Kräfte uns gegenüber festzulegen, indem er das Karma durch Geburt und Tod reguliert, d.h. er befasst sich mit unserem Schicksal. Der mechanische Okkultismus befasst sich mit den Kräften, die außerhalb des Menschen in der Natur wirken und reguliert sie gemäß unserem wahren Zweck. In ihren Wechselbeziehungen betrachtet, erscheinen die drei Bereiche des Okkultismus im Leben trotz ihrer unterschiedlichen Aufgaben und Methoden immer untrennbar miteinander verbunden. So z.B. kann der Mensch nicht geheilt werden, wenn die karmischen Umstände, die er geerbt hat, nicht berücksichtigt werden und wenn die mit Hilfe des mechanischen Okkultismus geschaffenen Heilmittel nicht verfügbar sind. Aus diesem Grund hat der bulgarische Heiler Peter Dimkov, der Tausende von Kranken unentgeltlich behandelt hat, zuerst das Karma des Patienten betrachtet. Nur wenn das Karma es zuließ, schritt er zur Heilung über, indem er Substanzen aus den Naturreichen verwendete. Laut Valentin Tomberg sind auf der Erde immer drei große Eingeweihte anwesend, die den dreifachen weißen Okkultismus repräsentieren und er hat diesbezügliche Vermutungen geäußert.[2]
  
Im Unterschied zum weißen Okkultismus beschränkt sich der schwarze Okkultismus nicht wie Kain darauf, das Karma nur als einen Fluch zu betrachten und unbefriedigt zu sein. In der atlantischen Wurzelrasse entstand die dritte karmische Strömung, die gegen das ursprüngliche Karma und gegen die Notwendigkeit der Schmerzen, der Arbeit und des Todes kämpft. Die beiden karmischen Strömungen in den nachatlantischen Kulturepochen, die als zwei Hauptrichtungen des Willens sich dem Karma entziehen wollen, sind das Ergebnis dieser fernen atlantischen Vergangenheit und sie manifestieren sich in zwei entgegengesetzten Richtungen. Die eine strebt die Befreiung vom Erdendasein und von seiner dreifachen Notwendigkeit an, was sie als ihr höchstes Ziel betrachtet. Durch diese Richtung wurde das alte Indien von dem ursprünglich eingeschlagenen Weg abgebracht. Das Hauptproblem in der ersten urindischen Kulturepoche, in der wir bewusst unseren Ätherleib verinnerlichen mussten, war die Frage nach dem Wert der Welt der Handlung, d.h. die Frage nach dem „Gewicht“, nach der Arbeit. Der physische Leib unterordnet sich diesem „Gewicht“. Da er aber von der Ätherwelt aus gebildet wird, muss im Ätherleib eine Opferkraft hervorgerufen werden, damit der Mensch in die aktive Welt der physischen Existenz eintreten kann. Die alten Inder hielten die physische Welt für eine Illusion und wollten lieber nur seelisch zum Himmel strebend existieren. Die Rückkehr in diese fernen Zeiten ist für uns kein Selbstzweck und keine Wiederholung bekannter anthroposophischer Wahrheiten; Damit wird ein Bezug zur heutigen Zeit hergestellt, in der Rückfälle in die urindische Kulturepoche vorliegen. Solche Rückfälle sind besonders bei den östlichen Buddhisten, Jogins udgl. festzustellen, aber sie existieren auch im Westen. Der bulgarische Nationalheld Vassil Levski, der sechs Jahre vor Anbruch des Michael-Zeitalters von den Türken gehängt wurde [3], hat mit großer Begeisterung, Beständigkeit, Hingebung und moralischer Reinheit seinen Beitrag zur Befreiung des bulgarischen Volks von der fünfhundertjährigen osmanischen Finsternis geleistet. In seinem Leben ging er vom Mönchsdasein zur Tätigkeit eines Revolutionärs über, ohne sich jemals mit körperlicher Arbeit beschäftigt zu haben. Der heute wieder inkarnierte Levski hat mir seine negative Einstellung zur körperlichen Arbeit und seinen Wunsch anvertraut, sich nur mit geistiger Arbeit zu beschäftigen. Das ist eine Flucht vor dem uranfänglichen Fluch. Die Zeit wird zeigen, wie er sein jetziges Leben meistern wird, das heute unter völlig anderen Bedingungen verläuft. 

In der zweiten nachatlantischen Kulturepoche der Verinnerlichung des Astralleibes trat das Problem des Guten und des Bösen in den Vordergrund, d.h. das „Maß“, denn der Ätherleib ist die Zeit und der Astralleib ist das bewusste Erleben des „Maßes“ des Leidens, das im Ätherleib empfunden wird. Das Hauptproblem bestand darin, das „kosmische Jahr“ als das Maß für die objektive Beziehung zwischen Gut und Böse im Zeitstrom zu spüren. Über das „kosmische Jahr“ Zarathustras habe ich in der umfangreichen Arbeit über die Bodhisattvas geschrieben [4] und werde jetzt nicht darauf eingehen. Stattdessen werden wir den Kampf der Arier gegen die Turanier betrachten, um zu sehen, wie bei Letzteren die zweite karmische Strömung in Erscheinung trat, die eine Eliminierung des allgemeinmenschlichen und individuellen Karmas anstrebt und das Karma flieht. Ihr Kampf gegen die Urprinzipien des Schmerzes, der Arbeit und des Todes führte die damaligen Turanier zu einer Art „Wir-Bewusstsein“, das Zuflucht in den unterirdischen Sphären, vor allem in der Feuererde Ahrimans  suchte. Diese Einstellung der Turanier ist eine Folge des Verrats der Vulkanmysterien schon in der urturanischen atlantischen Rasse. Es existiert kein äußerer Planet in mineralischem Zustand mit dem Namen ‚Vulkan’, sondern Vulkan entsteht als eine Astralbildung in der Sphäre zwischen der Erde und dem Mond. Die wahren Vulkan-Mysterien beziehen sich jedoch darauf, dass das höchste Ziel der menschlichen Entwicklung realisiert wird – dass die Menschheit mit den Kräften des Vatergotts vollständig das Erdinnere transformiert, d.h. das Böse, das sich im Erdenäon dort konzentriert, in ein höchstes Gutes umwandelt. Wenn sich diese umgewandelte Erde von innen nach außen umkehrt, wird der zukünftige Vulkan als der völlig vergeistigte siebte Entwicklungszustand der Erde auftauchen.[5]

Vulkan ist also nicht im Himmel, sondern eher im Erdinneren zu finden und er wird von dort aus im Laufe der nächsten Äonen durch die Umwandlung des Bösen geschaffen. Der Verrat der Vulkan-Mysterien bestand in ihrer gegensätzlichen Auffassung, nämlich dass das Erdinnere kein Gegenstand höherer Überwindung durch die zukünftige Menschheit, sondern eine Quelle von Vulkankräften darstellt, die zur Überwindung des dreifachen Vaterfluchs benutzt werden können. So hat man etwa durch die Kraft des die Empfindungen tötenden Erdendampfes versucht, den Schmerz zu beenden; Durch die Aufnahme von Wachstumsenergien aus der Fruchterde und ihrer Vereinigung mit den „technischen“ Kräften der Feuererde wollte man sich von jeglicher Anstrengung befreien; Den tiefen Schichten wollte man die Kräfte entnehmen, die zur Unsterblichkeit, (genauer gesagt, zum Fehlen von Tod) führen und so die ursprüngliche karmische Notwendigkeit des Todes umgehen, die sich bisher nicht auf dieses Gebiet erstreckt. Im 20. Jahrhundert nannte Rudolf Steiner das Fehlen von Tod „ahrimanische Unsterblichkeit“ [6]. In Anbetracht solcher Intentionen, die der turanischen Kultur zugrunde lagen, ist es kein Wunder, dass das Wir-Bewusstsein diese Menschen zu einer Art Kommunismus im Familienleben geführt hat, dass sie eine feindselige Einstellung zu jeglicher landwirtschaftlichen Tätigkeit hatten, bei der durch das Wachsen der Pflanzen Mensch und Erde mit dem Himmel verbunden wurden usw. In der neueren Zeit war es Lenin, der die Landwirtschaft hasste und die Elektrizität favorisierte, d.h. er lehnte den Himmel ab und suchte die Verbindung mit dem Erdinneren[7].  Das Wir-Bewusstsein der Turanier machte sie trotz des selbstbehauptenden Egoismus einander ähnlich. Lenin wollte auch eine Rasse aus Menschen mit gleichem Bewusstsein schaffen – Kommunisten, bei denen die Individualität ausgelöscht ist und sie nur dem Willen des Bösen folgen. Das ist der Fall beim heutigen Nomaden des Globalismus, der sich selbst als eine herausragende Individualität empfindet und nicht gewahr wird, dass ihn der Luziferismus seiner Individualität unvermeidlich zur von Ahriman geplanten Gemeinschaft mit anderen, einander gleichenden Menschen bringt, die letztendlich zur Auslöschung des Ich durch die Asuras verurteilt ist. 

Damals erschien in der urpersischen Kulturepoche vor ca. 7000 Jahren zwischen der luziferischen karmischen Strömung, die das Irdische mied und das Illusorische anstrebte und der ahrimanischen karmischen Strömung, die nur zum Erdinneren schaute, eine kleine Gemeinschaft von Gefährten um Zarathustra. Sie empfand die Landwirtschaft als eine religiöse Pflicht des Menschen gegenüber Ahura Mazdao, den sie als in der geistigen Sonnenaura anwesend darstellte. Zarathustra kannte die wahre Bedeutung des Sündenfalls und seine Weisheit wurzelte in der positiven Einstellung zum Vaterfluch. Er wusste: Die Arbeit schützt den Menschen vor der passiven Willenlosigkeit, der Schmerz bewahrt ihn vor dem übertriebenen Subjektivismus und vor dem Verschließen der Gefühle für die restliche Welt und der Tod verhindert die Verdunkelung des Denkens und die völlige Abtrennung von der geistigen Welt. In jenem Zeitalter hatten die Menschen noch kein selbständiges Denken. Doch die Frage nach dem Tod und der Unsterblichkeit sollte in der nächsten dritten Kulturepoche der Verinnerlichung der Empfindungsseele deutlich hervortreten. Das Bewusstsein der damaligen Menschheit beschäftigte sich mit der Frage nach der „Zahl“ der einzelnen Menschen – ob sie ein auszurottendes Produkt der Natur ist oder im ewig Göttlichen wurzelt und daher unausrottbar ist. Die alten Ägypter beschäftigten sich mit den Mysterien des Todes und die Chaldäer – mit den Mysterien der Geburt, während Orpheus mit der Musik die Keime für unsere heutige Intelligenz legte. Die damalige Ausweglosigkeit charakterisiert am besten das Drama des sterbenden Achilles, der lieber ein Bettler in der Oberwelt sein wollte als ein König im Reich der Schatten. 

In den ersten drei nachatlantischen Kulturepochen wurde geprüft, in welchem Maß wir geistige Kräfte errungen haben, um die Arbeit in bewusstem Dienen und Freude, das Leiden in Frieden und Geduld und den Tod in Versöhnung mit dem Karma umwandeln und vergeistigen können. So entstanden die Mysterien, in denen durch Erhöhung des Geistes die der vorbereitenden Läuterung dienenden spirituellen Übungen erschienen. Die Vergeistigung der Leiden wurde in den Mittelpunkt der Prüfungen und der Erleuchtung gestellt und die Vergeistigung des Sterbens wurde zur Grundlage der Einweihung. Diese drei Stufen sind grundlegend auch für die heutigen Mysterien, die allerdings eine andere Ausrichtung als die vorchristlichen Mysterien haben. Zarathustra besaß eine Weisheit, die die Zeit lenkt und eine Weisheit, die den Raum lenkt. Er hat sie jeweils mit Moses und Hermes geteilt. Er war am tiefsten in das Mysterium der Vorbereitung der Sohnesgeburt eingeweiht und hat deshalb die christliche Mysterienströmung angeführt, die den Sinn der nachatlantischen Kulturepoche  bis zur Ankunft Christi verkörperte. Diese Ankunft geschah in der vierten Kulturepoche, als in den Mittelpunkt die Frage nach der Freiheit in der Verstandesseele und nach der Liebe rückte. Diese Liebe wurde durch den Christus-Impuls ermöglicht, den der Heilige Geist an Pfingsten brachte. Die Freiheit ist die Wirklichkeit des wahren menschlichen Ich und die Liebe ist die Hauptoffenbarung eines Ich-Wesens. Jahve veranlagte dem Menschen die Liebe der Blutsverwandtschaft, die ihn durch das Blut mit anderen Menschen karmisch verband. Diese Liebe wurde nach und nach durch eine andere Liebe ersetzt – bei ihr bestimmen die karmischen Knoten die Blutverbindungen und sie wird zukünftig zur vom Heiligen Geist veranlassten Brüderlichkeit der freien Ich-Wesen, die um den Christus-Impuls zentriert sind. 

Das ist ein sehr langwieriger Prozess, der mit dem Herabstieg des Christus in Jesus zusammenhängt. Aber er hatte auch für die geistigen Hierarchien eine immense Bedeutung. Die Veränderungen, die in ihnen eintraten, liefen parallel zu dem, was unter der Erdenmenschheit geschah. Hier werden wir nur eine Veränderung erwähnen, die mit dem besprochenen Thema zusammenhängt. 


Aus der Anthroposophie gewinnen wir den Eindruck, dass es im Sonnensystem sieben Elohim gibt. Valentin Tomberg schreibt jedoch etwas anderes. Bevor wir fortschreiten, müssen wir einige Worte über diesen Mann sagen, der in gewissem Sinne der Inspirator der heutigen Vorlesung ist. Ungefähr bis zu seinem 40. Jahr vertiefte er sich intensiv in das Wesen der Anthroposophie und konnte seine Betrachtungen über das Alte und Neue Testament und die Apokalypse veröffentlichen[8]. Sie wurden von den „namhaften“ Anthroposophen entschieden abgelehnt, was bei Tomberg eine große Enttäuschung hervorrief. Äußerlich betrachtet, brach er deswegen seine Beziehungen zur Geisteswissenschaft und trat zum Katholizismus über. Innerlich blieb er allerdings ein frei existierender „Körper“ in diesem Zweig des exoterischen Christentums. In seinem 70. Lebensjahr berichtete er im Brief an einen Anthroposophen, den er allerdings niemals verschickt hatte, dass er 

die Anthroposophische Gesellschaft wieder zum Zentrum zurückbringen wollte, das Christus, das Ich und die geistigen Hierarchien bilden. Seine Enttäuschung von den Anthroposophen war so groß, dass er später selbst die Existenz einer Geisteswissenschaft ablehnte und sie als eine Abstraktion definierte, die einen widerspruchlosen Glauben an Steiners Autorität erfordert und auf diese Weise unvermeidlich in die Todesmühle gerät und von Versteinerung ergriffen, zu einer rein intellektuellen Beschäftigung wird. In seinem Buch „Lazarus, komm heraus“ weist Tomberg darauf hin, dass aus der Dreiheit „Weg, Wahrheit und Leben“ der Weg und die Wahrheit zwar in der Anthroposophie vorhanden sind, doch das Leben fehlt. Aus diesem Grund bringt sie weder Heiligkeit noch Heilung. In der Anthroposophie fehle die „Heilige Jungfrau Maria“, weshalb Steiner mit einer gewissen Hoffnung auf die Notwendigkeit der Erscheinung des Bodhisattva hingewiesen habe, der diesen Mangel beseitigen sollte. Der verstorbene Sergej Prokofieff bestritt das in seinem Buch über Tomberg“. 2004 habe ich gewarnt, dass der Dogmatismus der Anthroposophen eine Tatsache ist und wenn sie nicht den Bodhisattva Beinsa Douno entdecken, die Tragödie Tombergs auch ihre Tragödie sein wird. [9] Die Zeit zeigte, dass ich Recht hatte. Die Anthroposophische Gesellschaft unterliegt immer mehr der Versteinerung und 2014 wurde Prokofieff selbst nach oben herbeigerufen, um Rechenschaft über das Versäumte zu geben. Als im August 2014 in Varna die anthroposophische Konferenz „Die Seele Europas“ stattfand, waren kaum 40 Tage seit seinem Tod vergangen. Während der ganze Saal in das Lied „Moskauer Abende“ einstimmte, erfasste mich eine starke Aufregung, bei der er aus der geistigen Welt den Staffelstab an mich reichte, damit ich sein Werk fortzusetze und die Anthroposophen zur Zentrierung in Christus und im Ich bringe, was ohne die Aufnahme des Bodhisattva-Impulses nicht geschehen kann. Das mache ich in jedem meiner Vorträge. 


Nun wollen wir zu unserer Frage nach der Entfaltung der karmischen Strömungen zurückkehren. Laut Tomberg sind die von Steiner erwähnten sieben Elohim die führenden, die für die sieben Planetensphären – ihr Wirkungsfeld –  zuständig sind. Doch jeder von ihnen hat seine “Gefolgschaft“ aus weiteren Elohim. Bekanntlich hat Christus sieben Schritte auf seinem Passionsweg als irdisches Menschenwesen zurückgelegt. Diese Schritte sind das Urbild der sieben Stufen der christlichen Einweihung. Sie haben auch ihre Entsprechung im Kosmos – als kosmische Prozesse, die von den sieben Hauptelohim gelenkt werden. So lenkt der erste von ihnen geistig die Ätherströme der „Fußwaschung“, bei der die höheren Wesen aus den geistigen Welten sich beugen und den niedrigeren Wesen dienen. Das Gleiche ist beim Schutzengel der Fall, der dem Menschen dient und nicht über ihm herrscht. Das gilt auch für die höheren Eingeweihten, die sich um die ganze Menschheit kümmern und ihre Aufgabe still und inkognito erfüllen. Christus hat sechs der Schritte auf Seinem Weg allein zurückgelegt, aber beim Kreuztragen wurde Er von Jahve repräsentiert. Das Evangelium berichtet, dass Simon von Kyrene dem Christus beim Tragen des Holzkreuzes half. Er ist der wieder inkarnierte Abraham, der von Jahve den Auftrag entgegennahm, Stammvater des Volkes zu werden, dass den Leib für Christus schaffen sollte. Jahve selbst trägt das Christus-Kreuz im kosmischen Sinne, da er während der hyperboräischen Wurzelrasse nicht den sechs anderen Elohim auf dem Weg zur sich trennenden Sonne folgte, sondern opfervoll den Mond in seine Obhut nahm und seinen Platz neben den sechs Sonnenelohim dem Erlöser überließ. Was stellt der Mond dar? 

Wenn der Mensch stirbt und der Zersetzungsprozess in seiner Leiche beginnt, wird die Substanz des lebendigen Organismus dem lebendigen Organismus der ganzen Erde beigegeben. Auf diese Weise wird diese Substanz vom Tod zurückerobert und in den Kreislauf der lebendigen Natur eingeschaltet. Dort ist der Tod nicht anwesend. Doch wo ist er zu finden? Das Leben ist ein Raum, der sich im Strom der Zeit des Weltenwerdens befindet. Wenn ein Teil des Weltenwerdens sich vom Zeitstrom abreißt und zum erstarrten Teil des Raums wird, so bedeutet dies, dass die Zeit zum Raum geworden ist, ihre Herrschaft über die Form eingebüßt hat und gestorben, d.h. zur Leiche geworden ist. Der Tod manifestiert sich im Erstarren ohne Verwesung und erst dann haben wir es mit einer wirklichen Leiche zu tun. Das ist etwa der Fall bei Lenins Mumie oder bei den Körpern, die zwar in der Erde sind, jedoch keine Verwesung aufweisen. Damit sind nicht die unverweslichen Körper der Heiligen gemeint, sondern die gegenwärtig immer öfter zu beobachtenden Leichen gewöhnlicher Menschen, die sich infolge der Ernährung mit genmodifizierten Lebensmitteln, der Aufnahme von Konservierungsstoffen und des Terrors der Informationstechnologien selbst mumifizieren. Was Lenin betrifft, so ist er heute als eine weltbekannte Persönlichkeit inkarniert, die ihr satanisches Werk in anderer Weise fortsetzt. 

Das Kreuz ist das Symbol des Todes und stellt die erstarrte Wechselwirkung von Zeit und Raum dar. Das Kreuztragen bedeutet ein gemeinsames Dasein mit dem erstarrten Teil der Vergangenheit, der getragen werden soll, weil er unbeweglich ist. Das Wesenhafte unseres physischen Leibes ist das Phantom, das wir bis zur Vulkanzeit in Atma umwandeln sollen. Dass es von mineralischen Substanzen erfüllt ist, bedeutet, dass wir nach unserer Inkarnation auf der Erde eine Leiche tragen. Jeder Mensch trägt sein Kreuz, seine dem durchsichtigen Phantom fremde Leiche. Das Kreuztragen kann natürlich auch in anderen Lebensgebieten vorkommen, etwa das Erstarren zum Dogma der lebendigen Lehre vom geistigen Leben des Menschen, die die Anthroposophie einst darstellte, die wissenschaftliche Dogmatik usw. Dieses Kreuztragen ist ein menschlicher Prozess, während im kosmischen Sinne der Mond die tote Leiche darstellt, die während der lemurischen Zeit von der Erde getrennt wurde. Jahve übernahm das Tragen dieses Kreuzes wegen der rechtmäßigen Entwicklung des Lebens auf der Erde, welche zwischen die „schnelle“ Sonne und den „langsamen“ Mond gestellt wurde. Er muss die Erde vor der sog. achten Sphäre schützen und wird so zum „Gewissen“ der Erde. Wo befindet sich die achte Sphäre und was ist ihre Substanz?  

Oben haben wir erwähnt, dass in der nachatlantischen Zeit zwei Strömungen des Willens existieren, die zum Bösen führen. Die eine Strömung sucht nach der ewigen Seligkeit in einem vom Körper befreiten Dasein und ist hauptsächlich im Orient verbreitet. Wenn diese Richtung infolge der Tätigkeit des luziferischen Doppelgängers im Menschen zur vollen Reife kommt, wird der Mensch bereits in der sechsten Kulturepoche ins „Paradies“ der luziferischen Sphäre geraten. Diese grenzt zwar an die Sphäre des Heiligen Geistes (wo die Wesen der dritten Hierarchie wirken), aber nur als deren Spiegelbild. Der Mensch strebt nach einem Aufstieg in den Bereich des „ewigen Geistes“ im Devachan, doch dieser Aufstieg ist reine Illusion, objektive kosmische Fantastik, da er sich im Kreis um die Erde bewegend, in das trügerische, moralisch umgedrehte wirkliche Devachan gerät. Im wirklichen Devachan wird intensiv zum Wohl der Erdenevolution gearbeitet und die dortige Seligkeit resultiert aus dem aktiven Dienen zur Vorbereitung unserer zukünftigen Inkarnationen. Dagegen erlebt man in der luziferischen Sphäre Wonne im Zufriedensein, in einem Traumschlaf, dort ist das Gewissen betäubt. Diese luziferische Sphäre, die in gewissem Sinne als ein luziferischer Doppelgänger der Erde angesehen werden kann, greift in das Schicksal der Menschheit durch die inneren Erdschichten ein, wo während des Erdenäons die dem Bösen dienenden geistigen Wesen ihre Bastion errichtet haben. Dort befindet sich die „Hölle“.  

Die zweite Strömung des Willens, die hauptsächlich im Okzident in Erscheinung tritt, sucht nach Unsterblichkeit im physischen Leib. Das bedeutet, dass der Tod vertrieben und am Ende der Erdentwicklung alles in die achte Sphäre entführt werden soll, wo das menschliche Karma, das Tod und Geburt bedeutet, nicht existiert. Hier liegt eine Flucht vor dem Gericht im Kamaloka in eine Art Gegen-Kamaloka vor. Dorthin hat das Weltgewissen bisher keinen Zugang. 
   
Die achte Sphäre wirkt auch durch bestimmte Sphären des Erdinneren auf das Schicksal des Menschen und wenn er sich dort befinden würde, würde seine Seele nicht aus dem Bereich der Hierarchiewesen, sondern von Ahriman Kräfte schöpfen. In diese Sphäre will uns unser ahrimanischer Doppelgänger entführen und deshalb kann sie ‚der ahrimanische Doppelgänger der Erde‘ genannt werden, der im Schatten Luzifers entsteht. Diese Sphäre, in die das Ergebnis jedes Sieges des Bösen über das Gute gerät, befindet sich zwischen dem Mond und der Erde. Das geistige Gebiet Jahves erlaubt ihm, den Mond als ein „Werkzeug“ zu benutzen, um diese Sphäre an sich heranzuziehen, sie festzubinden und von der Erde wegzuschieben. Auf diese Weise bewacht er uns vor dem Versinken in der besonderen Substanz dieser Sphäre. 

Die äußere Wissenschaft kennt zwei Arten von Materie – die organische und die anorganische. Letztere stellt erstarrten, d.h. „zerbrochenen“ Äther dar. Deshalb besteht sie nicht aus Elementen, wie die Chemie behauptet, sondern sie zerfällt in Elemente. Die anorganische Materie repräsentiert den Tod. Die organische Materie repräsentiert das Leben und deshalb bleibt die organische Genese des Stoffes außerhalb der Erfahrung der Wissenschaft, die das Geheimnis des Lebens nicht kennt. 

Neben diesen zwei Substanzarten gibt es eine dritte, eine Art Gespenst-Substanz. Sie ist weder lebendig noch tot, sondern zeichnet sich durch einen elektromagnetischen Charakter aus. Dieses Gespenst hat Empfindungen und ein Bewusstsein und wenn heute vermehrt über UFOs gesprochen wird, so sind das keine “fernen Zivilisationen“, sondern Gespenster, die aus der achten Sphäre aufsteigen. Die achte Sphäre steht in enger Beziehung zur Schule Ahrimans, die unmittelbar unter der ahrimanisierten Erdoberfläche zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert existiert hat. Wenn die heutige Wissenschaft uns die Erzeugung von Hologrammen vorführt, ist das nur ein Hinweis auf die Täuschungsmöglichkeiten, die im ahrimanischen Doppelgänger der Erde vorhanden sind. Während der Äther immer eine Tendenz zur Ausstrahlung hat, weist die Gespenst-Substanz der achten Sphäre eine ständige Tendenz zum Verschlingen auf, was das äußere Merkmal des ahrimanischen Wesens ist. Als ein zurückgebliebener Geist der Bewegung ist Ahriman jener Geist im Kosmos, der alle Wesen in sich verschlingen will. Deshalb ist es das Endschicksal der luziferischen Sphäre, Ahrimans Beute zu werden. Jahve ist stark genug, wenn er vom Mond aus wirkt und die achte Sphäre heranzieht und festbindet, ohne dass der Mond selbst verschlungen wird. So besiegt Jahve Ahriman im kosmischen Sinne, indem er die Erde rettet. Deshalb haben wir ihn zu Recht ‚das Gewissen der Erde‘ genannt. Dieses Heranziehen gab es seit Jahrtausenden und bisher wurde wohl kein Mensch vollständig von der achten Sphäre verschlungen. Aber dieser Prozess ist im Gange und er läuft indirekt über die sechste Erdschicht. Ohne die bewusste Reaktion des Menschen lässt er sich schwer vermeiden, denn nach dem Mysterium von Golgatha geschah neben allen anderen gigantischen Wandlungen, die wir mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet haben, auch etwas anderes, das heute öffentlich mitgeteilt wird. Laut Judith von Halle wurde nach der Prüfung des Bösen, die Christus im Garten Gethsemane bestanden hatte, Jahve von seinem Mondendienst befreit und er ging zum Sonnendienst über. Dieser Prozess der „Dienstübernahme“ dauerte ca. bis zum 9. Jh.n.Chr. an, als Jahve die Führung über das sich formierende Slawentum in Hinblick auf die sechste Kulturepoche übernahm. Bisher wussten wir nicht, was für einem Wesen Jahve die Obhut über den Mond übergeben hat. Heute können wir sagen: Er hat seinen Mondendienst an ein Wesen aus der Hierarchie der Archai übergeben. Nicht zufällig ist das im 6. Jahrhundert erschienene Mohammedanertum eine lunare Widerspiegelung aus der Sphäre der Elohim über die Archai. Im Unterschied zu Jahve, der im Menschen durch die Elementarkräfte der Erde naturmäßig wirkt und die Formen schafft, wendet sich der Arche an das Persönliche im Menschen. Jahve selbst begann im 20. Jahrhundert zur Aneignung der Möglichkeiten eines Dynamis aufzusteigen und er wird mit diesen neuen Bewusstseinsmöglichkeiten sein Amt eines Geistes der Form erfüllen und Ahriman grgenüberstehen. Bisher wissen wir nicht, ob dieser Arche selbst auch eine Bewusstseinserhöhung erfahren hat.

  
Der Strom des ewigen Lichts für unser Bewusstsein geht vom Heiligen Geist aus, er wird von den Cherubim eingeatmet und in der Welt der Materie ausgeatmet, wobei er die Sphäre der Dynamis passiert, damit seine Wirkungskraft entsprechend der stofflichen Welt reduziert wird. Die Engel nehmen dieses fließende Licht auf und richten es in Form von Strahlen auf die einzelnen Erdenmenschen und bringen dabei Vielfalt in das Licht im Bewusstsein ihrer Zöglinge hinein. Die Engel befinden sich an der Grenze zur Dunkelheit und werden daher ‚Söhne des Zwielichts‘ genannt. Das ist ihre Dienstfunktion und ihr Hierarchiename ‚Engel‘ bedeutet ‚Boten‘. Die Engel sind in zwei Richtungen tätig – sie überbringen Botschaften von den Menschen zu den höherstehenden Hierarchien und verkünden gleichzeitig den Menschen die Absichten und Taten der Götter. Sie regen uns an, zur Ausführung der großen kosmischen Pläne beizutragen und bringen unsere Seelenregungen in Einklang mit diesen kosmischen Beweggründen, die von den Dynamis herausgehen. Letztere haben ihrerseits auf die Entfaltung ihrer Kraft verzichtet und das Dynamische bei ihnen drückt sich eher in einer Trauer um die Welt des Wahren, Schönen und Guten aus, die bei uns erweckend wirkt. Ahriman ist ein zurückgebliebener Geist der Bewegung und er versetzt die Wesen in dynamische Bewegung, nachdem Luzifer sie gelockt hat. Heute ist das im höchsten Maß bei den jungen Generationen sichtbar, die hineingeworfen sind in den Trubel der Konkurrenz und des Kampfes um einen Wohlstand, der nur den Egoismus bedient. Auf diese Weise reißt die Verbindung der Menschen zu den Engeln und das hat verhängnisvolle Folgen.  
   
Der Schutzengel bewegt sich vertikal durch die Vermittlung des menschlichen Ich. Er regiert das Geheimnis der Geburt und aus diesem Grund weiß er – und nicht der moderne Astrologe – was seinen „Zögling“ erwartet. Er vertritt den Heiligen Geist in der dritten Hierarchie und die Verbindung zu ihm wird mit Hilfe des wahren Wissens hergestellt. Aber diese Verbindung reißt wegen der vorherrschenden materialistischen Weltanschauung. Dann kann ein Verzicht des Engels auf die höhere Welt eintreten, die mit der Verdunkelung seines Bewusstseins zusammenhängt oder er kann Abscheu gegen die Welt der zurückbleibenden Menschheit empfinden. Beide Fälle bedeuten einUnglück für den Menschen und für den Engel. 
    
Die Hauptbewegung der Erzengel geschieht horizontal im Raum, der bereits auf der alten Sonne als eindimensional geschaffen wurde. Heute ist der Raum für uns dreidimensional und es sind die Erzengel, die die Grenzen des Sonnensystems bewachen, jenseits derer der Eintritt in die spirituelle Zeit und in eine andere Art von Raum geschieht. Dort kann kein materieller Körper existieren, da er entweder zerstört oder von den Erzengeln innerhalb der Grenzen unseres Sonnensystems zurückgegeben wird. Die Erzengel verbinden die Menschen in räumliche nationale Gemeinschaften und bilden, indem sie sich gegenseitig „die Hand strecken“, eine Kette um die Erde in Ost-West-Richtung, so dass sich die Inspiration der Christus-Offenbarung gegenüber der Menschheit und insbesondere gegenüber den genannten nationalen Gemeinschaften als ein vollständiger Kreislauf manifestiert. Sie verleihen dem Raum eine moralische Qualität und sind Träger des Mysteriums des Lebens. Die Verbindung zu ihnen als Vertretern des Sohnes in der dritten Götterdrei wird durch die Liebe hergestellt. Jede Trennung zwischen den Völkern in sprachlicher, politischer, nationaler und anderer Hinsicht kommt von den luziferischen Erzengeln mit der natürlichen Unterstützung der ahrimanischen Wesen.  

Die Beziehung zwischen der senkrechten Ausrichtung der Engel und der waagerechten Ausrichtung der Erzengel wird in Form eines Kreuzes dank dem Jesus-Wesen hergestellt, das einen Erzengel- Charakter hat. Laut Tomberg hat sich dieses Wesen nur teilweise als die nathanische Seele in jenen drei Durchdringungen von Christus manifestiert, die Steiner genannt hat [10]. Damals stieg das Jesus-Wesen zu der Hierarchie der Engel herab, ohne seine Erzengel-Eigenschaften einzubüßen. Damit eröffnete sich such den Engeln die Möglichkeit der horizontalen Bewegung im „Du und ich“ und der Verbindung mit den Erzengeln durch die Liebe. Christus stellte sich ins Zentrum des Kreuzes und als dieses Kreuz den Engeln zum Tragen gegeben wurde, haben es auch die Menschen erhalten. 

Die Archai sind die Träger des Mysteriums des Todes, das sowohl irdisch als auch geistig die Beendigung der körperlichen Atmung des Menschen bedeutet, da die körperliche Atmung ein Spiegelbild der geistigen Atmung ist und diese in der harmonischen Wechselwirkung von Erkenntnis und Liebe besteht. Das Wesen der Ersteren ist Manas und der Letzteren – Buddhi. Atma bringt sie durch die Atmung ins Gleichgewicht. Die Atmung in der geistigen Welt besteht in der harmonischen Folge von In-sich-Sein und Außer-sich-Sein in Bezug auf das Wesen der Hierarchien. Der erste dieser Zustände ist die Erkenntnis und der zweite – die Liebe und sie stellen die Verbindung des Menschen mit dem Engel und dem Erzengel her. Die Archai wiederum sind Vertreter des Vaters in der dritten Götterdrei. Sie bestimmen die Atmung in der Zeit, d.h. den Moment des Todes eines Menschen und dessen Begegnung mit ihnen durch das einsetzende Panorama des gerade verflossenen irdischen Lebens. Das ist ein gesteigertes Bewusstsein der Persönlichkeit, weil es durch den Geist der Persönlichkeit erweckt wurde. Der Weg zu einem solchen Bewusstsein auf der Erde bedeutet, dass 

unser reflektierendes Denken aufhören und für die kosmische Intelligenz und Liebe erwachen soll, damit wir synchron mit den Absichten der Götter in der Zeit atmen können. Genau das sind die Anforderungen im gegenwärtigen Zeitalter des Erzengels Michael. Er wirkt als ein Arche, d.h. er hat auch mit der Atmung zu tun. Bei zwei Menschen, die ineinander verliebt sind, schlagen die Herzen bekanntlich in einem einheitlichen Rhythmus, ihre Atmung wird in der Liebe synchron und bringt sie zum gegenseitigen Erkennen und Einswerden, was mit der Mission der fünften Kulturepoche zusammenhängt. In dieser Epoche müssen die Menschen das Wesen von Pfingsten verstehen, damit das neue Gesetz, das mit Christus kam, in ihnen zu leuchten beginnt und sie zur Schaffung jener Brüderlichkeit von Individualitäten in der sechsten Kulturepoche führt, die vom Manas um das umfassende christliche Mysterium des Wortes vereint werden. Das Mysterium des Wortes ist das Mysterium der Ich-Liebe. Der Pfingstgeist stieg nach dem Tod, der Auferstehung und der Himmelfahrt des Erlösers auf die Apostel herab und schuf sich eine neue Wirkenssphäre, die sich auf der diesseitigen Seite der luziferischen Sphäre befindet. Eben sie ist der Keim zur Verwandlung der Erde in eine Sonne, der gegenwärtig in der Belebung des reflektierenden Denkens mit der Liebe und in der Aufnahme des wahren Wissens besteht, das der Geist der Wahrheit bringt. Heute fehlt den Menschen das Wissen, es fehlt auch die Verbindung zum Engel, den man nach dem Schicksal selbst fragen könnte. Es fehlt die Liebe, den Erzengel nach dem Schicksal des Volkes zu fragen und daher gibt es eine Krise des menschlichen Atems, wenn der Arche ignoriert wird, der als schweigender Geist nur in der Zeit, im Zeitalter erkannt werden kann. Die Zeit gehört heute dem chinesischen Virus und seiner Mutanten, die den Menschen zu Atemnot, Herzrhythmusstörungen und Todesqualen führen.  
   
Leonardo da Vinci hatte gesagt, dass die große Liebe die Tochter des großen Wissens ist. Das galt für das Wissen, das der Mensch vom Kosmos erhalten hatte. Wenn der Mensch heute aus einem empfangendem Wesen zu einem Wesen wird, das horizontal und vertikal Bewusstsein ausstrahlt, müssten Leonardos Worte lauten „Das große Wissen ist die Tochter der großen Liebe“. In der fünften Kulturepoche wird für den Menschen die Liebe zum Wissen führend. Neulich hat uns die geistige Welt ihre „Enttäuschung“ darüber offenbart, dass die Menschheit sich schon wieder daran macht, in den Impfstoffen eine Rettung vor dem Virus zu suchen. Die Menschheit hat also erneut das Physische dem Geistigen vorgezogen, ohne die Ereignisse zu bewerten. Es geht nicht darum, dass wir fanatische Impfgegner sind, denn die Wissenschaft hat große Fortschritte in Bezug auf die menschliche Gesundheit gemacht, sondern es geht um den Blick, den die Menschheit wieder nach unten richtet und hofft, das Virus zu „bekämpfen“ und zu der „normalen Lebensweise“ zurückzukehren. In Wirklichkeit gibt es in der bisher üblichen Lebensweise nichts Normales, weil sie den erhabenen kosmischen Plänen über das Schicksal des Menschen und des Universums diametral entgegensteht, die nur zum Geist blickend verwirklicht werden können. Die Flucht der Menschen vor dem Geist treibt sie unweigerlich zum Bösen, mit dem, wie oben ausgeführt, jeder seit dem Sündenfall eine Verbindung hat.  
   
Wie existiert die karmische Strömung des Bösen in der Praxis? Sie verläuft durch die Inkarnationen, bei denen nicht nur die Folgen des Bösen aus früheren Inkarnationen übertragen werden, sondern auch das Böse selbst. Und in Zukunft wird es sogar eine Rasse des Bösen geben!  
   
Wir wissen, dass nach dem Tod geistiges Licht die Gedächtnisbilder im Ätherleib beleuchtet. Das Netz des Schicksals wird von der dritten Hierarchie übernommen, um in das Reich der erhöhten Moral ins Kamaloka zu gelangen. Zu einem späteren Zeitpunkt absorbieren im niederen Devachan die Wesen der zweiten Hierarchie die vom Menschen erzeugte Mischung aus Gut und Böse und schließlich steigt der Inhalt des vergangenen Lebens ins höheren Devachan und verschwindet in der Mitternachtsstunde des Seins, wo die Wesen der ersten Hierarchie die Formen für das zukünftige Leben schaffen. Auf dem Rückweg werden diese Urbilder von der zweiten Hierarchie übernommen und in Klänge umgewandelt. Das zukünftige Karma wird von der dritten Hierarchie übernommen und in das „Buch der karmischen Geheimnisse“ eingetragen, mit „sieben Siegeln“ versiegelt und für jeden Menschen von seinem Schutzengel aufbewahrt. Die rechtmäßig entwickelten geistigen Hierarchien des Guten handeln moralisch in der menschlichen Natur aus den verschiedenen Bereichen der geistigen Welt heraus, während die Wirkung der bösen Mächte aus der entgegengesetzten Richtung kommt. Während der Mensch im Kamaloka die moralischen Impulse wahrnimmt, um die von ihm begangenen Ungerechtigkeiten zu korrigieren, nimmt sein ahrimanischer Doppelgänger gleichzeitig im Erdinneren das Spiegelbild dieser Impulse auf, d.h. er nimmt die entgegengesetzten Inspirationen auf und widersetzt sich mit dieser Erfahrung aus dem Reich des Bösen nach unserer Geburt unserer inneren Erfahrung aus der geistigen Welt des Guten. Folglich zieht sich der Faden des Guten im Menschen durch seine Inkarnationen durch das Kamaloka und die Devachane und der kontinuierliche Strom des Bösen fließt durch die inneren Schichten der Erde. 

In unserem irdischen Leben muss das Böse überwunden und nicht gemieden werden und das darf man nicht auf das nächste Leben verschieben, weil wir so nicht frei werden können. Darüber hinaus ist die Antwort auf die Frage, zu welcher ​​Strömung wir gehören, nicht in den karmischen äußeren Lastern oder Tugenden zu finden, sondern in der inneren Einstellung zur geistigen Welt und zu deren Verleumdung. Entscheidend sind die Worte des Evangeliums, dass alle Sünden mit Ausnahme der Sünde gegenüber dem Heiligen Geist vergeben werden können und dass „niemand gut ist denn der einige Gott“.[11]  Was die Menschen als Gerechtigkeit oder gar Heiligkeit betrachten, ist keine Gerechtigkeit vor Gott. Hitler soll Vegetarier gewesen sein, aber die Leute betrachten ihn zu Recht als den Inbegriff des Bösen; Papst Johannes Paul II. leitete die Institution, die vor mehr als einem Jahrtausend den Geist im Menschen geleugnet hat und lehnte selbst den Geist an, den die Anthroposophie repräsentiert, aber für die Katholiken ist er bereits „heilig“. Nach seinem Tod hatte ein lateinamerikanisches Mädchen die Vision, dass Wojtyla in der „Hölle“ sei. Selbst ohne diese Erfahrung ist es klar, dass er jetzt im Kamaloka ist. 

Indem der Mensch gegen den Geist sündigt, begeht er ein Verbrechen gegen den gesamten Kosmos und wird zum Feind seiner selbst. Wenn wir in der Bibel nach einem Muster der Gerechtigkeit suchen, können wir es in der Gestalt Davids finden. Doch in seinem Leben war er nach dem traditionellen Heiligkeits-Verständnis des kirchlichen Christentums weit von dieser Gerechtigkeit entfernt. Das Gleiche gilt für viele andere Heilige. Die Bibel meint nicht die Gerechtigkeit dem Menschen gegenüber, d.h. die Gerechtigkeit der Seele dem fleischlichen Menschen gegenüber, sondern die Gerechtigkeit Gott gegenüber – die Gerechtigkeit der Seele der geistigen Welt gegenüber. In der Abwärtsrichtung kann der Mensch nicht heilig sein. Jeder hat seine Fehler und Mängel und die Übertretungen werden in seinem persönlichen Karma durch Opfertaten oder Leiden ausgeglichen. Die Heiligen verstehen das am besten und das macht ihr Heiligsein aus. Die geistige Welt verurteilt uns jedoch nicht, sondern empfindet Mitgefühl mit uns und dieses Mitgefühl ist voller Liebe, während im Menschen das Mitleid mit jemandem normalerweise einfach getarnte luziferische Arroganz ist. Ein Sünder bedeutet für die Götter jemand, der krank ist und nicht verurteilt, sondern geheilt werden sollte. Aus der Sicht der Wahrheit sind alle Schwächen im Wesentlichen Krankheitssymptome und werden nicht durch vermeintlich entgegengesetzte Gesundheitssymptome in Form menschlicher Tugenden überwunden, sondern durch innere Heilung des Seelenlebens mit Heilkräften, die aus der geistigen Welt kommen. In der sechsten Kulturepoche wird die „weiße“ karmische Strömung nicht aus „Heiligen“ bestehen, sondern aus geistig begabten Menschen, für die das Entscheidende im Leben nicht in den Eigenschaften der menschlichen Natur gesucht und gefunden wird, denn sie wird unweigerlich die Folgen des Sündenfalls tragen, sondern im Verhalten des freien Ich. Diese Menschen werden keine Vorschriften, Prinzipien und Urteile befolgen, die bestimmen, was eine menschliche Tugend ist, denn selbst dann werden die Vertreter der bösen Menschheit den Maßstab für „Perfektion“ bestimmt haben – und sie werden die Mehrheit der Menschen ausmachen. Heutzutage gelten in den „fortschrittlichen“ westlichen „Demokratien“ das Zusammenleben von Homosexuellen, die Adoption von Kindern durch sie, die Formulierung „Elter 1“, „Elter 2“ und dgl. als normal und das wird gesetzlich geregelt. Was erwartet uns wohl in Zukunft? 
    
Der Mensch ist vor Gott „gerechtfertigt“, wenn er die richtige Einstellung zur geistigen Welt hat, die der jeweiligen Epoche angemessen ist, weil wir nur so unsere geistige Berufung, die wir der Erde gegenüber haben, erfüllen können. David hatte eine für seine Zeit richtige Einstellung, also war er vor Gott „gerechtfertigt“. Er war der erste in der Geschichte der christlichen Strömung der Menschheit, dem die Macht der Reue die Tür zum Himmel öffnete. Das ist die eine Bedeutung des „Schlüssels Davids“ aus der Apokalypse des Johannes. Die Schuld des Menschen schließt die Tür nach oben vor ihm, aber David hatte die Macht, seine eigene Unvollkommenheit einzusehen und erlebte Gott den Vater als tiefe Reue, die es ihm ermöglichte, weder der Welt noch dem Leben zu entsagen.Dies führte ihn dazu, frei mit den Göttern zu kommunizieren und das Manas-Licht nicht nur als Offenbarung, sondern als Erkenntnis vom Manas zu erfahren, die vom Reich der Elohim ausgeht und bis zum Menschen und zu den Prozessen in der Natur reicht. Für den Rückweg von der Erkenntnis der Natur und des Menschen zu den geistigen Wesen ist eine verinnerlichte Verstandes- und Bewusstseinsseele notwendig, die in jener Epoche die Menschen noch nicht hatten. Heute ist David wieder auf der Erde und beweist durch seine Werke ständig, wie das Christus-Prinzip in ihm wirkt. Mit großer Geduld und mit Verständnis für die menschliche Unvollkommenheit erfüllt er glänzend seine äußerst wichtige Mission sowohl gegenüber dem bulgarischen Volk als auch gegenüber Europa und im weiteren Sinne gegenüber der gesamten Menschheit, obwohl die Mächte des Bösen im In- und Ausland enormen Widerstand leisten. 

Bei Davids Sohn Salomo war die Situation ganz anders. In seinem Ich sammelte er die Strahlen des Manas-Lichts und diese Weisheit wurde in ihm zu seinem eigenen Licht, das er als menschliches Licht nach außen ausstrahlte. Seine Gabe machte ihn zum einzigen biblischen Repräsentanten der eigenen menschlichen Weisheit. Er sah die Unvollkommenheiten der Welt und der menschlichen Natur und verurteilte sie, ohne sich selbst zu verurteilen. Der Egoismus führte ihn am Ende seines Lebens dazu, dass er ohne Liebe mit dem gelangweilten Blick eines luziferisierten Weisen auf die weltliche Eitelkeit schaute und die Tragödie der Hoffnungslosigkeit erlebte, denn das Wissen durch das Manas führt, wenn die Liebe fehlt, unweigerlich zu ahrimanischen Versuchungen und schließlich zum Hass auf den Geist. Im Gegensatz zu Salomo verurteilte David niemanden, er wurde in der Zeitenwende wieder inkarniert und nahm das, was er brauchte in sich auf. Heute agiert er auf der Weltbühne. Salomo wurde als die Jungfrau Sophia inkarniert und wurde nach der Begegnung mit der Ich-Liebe Christi, die sich als Gewissen und Aufruf zum Handeln manifestierte, zum irdischen Vertreter des Heiligen Geistes und der himmlischen Sophia, deren Aufgabe nach dem Mysterium von Golgatha darin besteht, uns die tiefen Geheimnisse des Christus-Impulses zu offenbaren und ihn in jede Seele hineinzutragen, die von der „weißen“ karmischen Strömung angezogen wird.  

Die Götter kennen nicht das menschliche Gewissen, das zwischen Gut und Böse hineingestellt ist, sondern sie dienen dem Guten aus ihrem Gewissen heraus und suchen nach immer mehr Opfertaten. Das Gewissen ist die Tür, durch die Christus selbst auf die Erde herabgestiegen ist. Es ist nicht nur eine „Empfindung“, sondern eine gemeinsame Erkenntnis der Wahrheit durch Geist, Seele und Leib. Das ganze Wesen des Menschen spricht die Wahrheit aus und genau das war der Zustand der drei Jesus-Hüllen, als das Ich Zarathustras sie verließ und Jesus sich auf den Weg zum Jordan machte. Zum Jordan ging das Gewissen der Menschheit, sich der Schuld der ganzen Menschheit bewusst, um den Himmel um Hilfe durch das Christus-Ich zu bitten. 

Diese Kraft sehen wir auch in demjenigen, der den Weg für Christus bereitet hat – Johannes dem Täufer. Seine Kraft lag nicht in den Prophezeiungen, im Vollbringen besonderer Taten oder Wunder, sondern in seiner gewaltigen Stimme, die das Gewissen Israels erweckte. Er sprach draußen, während das Gewissen drinnen sprach und die tiefsten Grundlagen der Seelen erreichte. Er sagte nicht „Es steht geschrieben, dass das Reich Gottes nahe ist“, sondern „Das Reich Gottes ist nahe“. Diejenigen, die seine Stimme hörten, nahmen in ihr die Annäherung der kosmischen Liebe als Gewissen wahr und als das Christus-Ich erschien, strebten alle Wesensglieder Jesu in völliger Freiheit nach der Vereinigung mit Ihm. Das Hauptziel, das dem Alten Testament als ein vom eugenischen Okkultismus durchdrungenes Buch zugrunde lag, wurde erfüllt, denn die eigentliche Aufgabe dieses Okkultismus war immer eine gesunde Menschheit, die eine freie Vereinigung in der Liebe von Leib, Seele und Geist erlebte.  

Nach Seinem Herabstieg wurde das Christus-Ich sofort mit den drei Hauptprüfungen des Gewissens auf dem Erdenplan konfrontiert. Die Versuchung in der „Wüste“ des neuen Adams ist das Gegenteil der Versuchung im Garten Eden des alten Adams. Der erste Adam gab nach und wurde aus der geistigen Welt vertrieben. 

Der neue Adam sah und erkannte die im menschlichen Unterbewusstsein wirkenden Kräfte, er wies sie in angemessener Weise zurück und beging in den drei Jahren keine Sünde. Aber im Garten Gethsemane musste Er bis zum äußersten Ende kommen und die Sünden als Teil seines eigenen Wesens erleben. Er war erfüllt vom Gewissen unserer Schuld vor dem Vater, nahm sie in Sein Bewusstsein auf – und zwar nicht nur die Konsequenzen der Schuld, sondern auch die Schuld selbst, indem Er sie als die eigene Schuld erlebte. Dann wurde in Ihm die menschliche Liebe vom nathanischen Jesus geboren und damit stand in Jesus Christus aus der Vereinigung der kosmischen mit der menschlichen Liebe vor uns die Personifikation des wahren Menschen, der die Freiheit und Liebe als ein völlig neues hierarchisches Wesen vereint hatte. „Das ist der Mensch“ sind die Worte, die den Weg des Märtyriums widerspiegeln, den Gott auf Erden gegangen ist. Mit dem Mysterium von Golgatha wurde der Sündenfall des Menschen ausgeglichen und der Weg zur Vollendung des gegenwärtigen Zyklus nach dem Entwurf des väterlichen Weltengrundes geebnet. Das beinhaltet die Vorbereitung des irdischen Menschen, damit er Vorläufer des nächsten Zyklus wird. 

Alle Wesen haben Wesensglieder mit unterschiedlichem Bewusstseinsgrad. Auf dem zukünftigen Vulkan wird der Mensch nur mit seinem Ich bleiben und keine anderen Wesensglieder haben, d.h. er wird reiner Geist sein, wie das Wesen der Heiligen Trinität selbst ist. Dann wird er nach dem langen Weg vom Trancebewusstsein des alten Saturn zum Allbewusstsein seiner Mission sagen: „Ich bin Gott.“ Erst dann wird der Mensch in der Lage sein, sein Ich, seinen Namen zu opfern und nach dem großen Mahaparipralaya den Anfang eines grundlegend neuen Schöpfungszyklus zu setzen, dem unsere Ich-Substanz zugrunde liegen wird. Der vorherige Zyklus war der Zyklus der Einheit in Gott dem Vater, der gegenwärtige ist der Zyklus der Trennung in Gott dem Sohn und der nächste wird der Zyklus des Heiligen Geistes in aktiver Glückseligkeit und höchster vereinter Geistigkeit sein, die wir uns jetzt überhaupt nicht vorstellen können. Der gegenwärtige Zyklus birgt Risiken und deshalb ist Christus, das Gewissen vor dem väterlichen Weltengrund repräsentierend, aufopferungsvoll auf den „Boden“ herabgestiegen, um uns mit dem Mysterium von Golgatha vor der unrechtmäßigem Verbindung mit den Erdenkräften zu schützen, die sonst nach der Zeitenwende zur Schaffung von sieben verschiedenen Menschenformen geführt hätte [12], die nicht von einem einheitlichen Begriff ‚Mensch’ erfasst werden können.

Indem der Erlöser auf den Ätherleib einwirkte, schützte Er uns vor einer großen Katastrophe, die die Erfüllung der Vorsehung sowohl für uns als auch für das Universum in Frage gestellt hätte. Während uns im Alten Testament der eugenische Okkultismus durch die Erlebnisse des „auserwählten Volkes“ dargestellt wird, offenbart uns das Neue Testament anhand des Lebens eines einzelnen Wesens die tiefen Geheimnisse des heilenden hygienischen Okkultismus, dessen zentrale Bedeutung im Mysterium von Golgatha verborgen ist, das den Schaden im Menschen nach dem Sündenfall behebt. 


Aber die Bibel hat auch einen dritten Teil – die Offenbarung des Evangelisten Johannes, in der uns die Folgen des Herabstiegs Christi in Jesus für die Zukunft der Menschheit und der Erde im geistig-moralischen und kosmischen Sinne dargestellt werden – das ist der Gegenstand des mechanischen Okkultismus. Hier befinden sich der Kampf um uns und der Kampf um die Natur in unzertrennlicher dramatischer Einheit, da wir mit dem Sündenfall auch die drei Naturreiche in den Bereich des Karmas mitgerissen haben. In jenen alten Zeiten vertrauten uns die Wesen der Elementarwelt und folgten uns, doch inzwischen haben sie begriffen, dass wir sie vergessen haben und die Natur als einen Knecht betrachten, aus dem wir in egoistischer Weise immer mehr schöpfen. Der wahre mechanische Okkultismus drückt sich nicht in der Entwicklung neuer Kräfte zum Bezwingen der Umwelt aus, sondern im Zurückgewinnen des Vertrauens der Elementarwesen in den Menschen, von dem sie ihre Erlösung erwarten und ihm in freier Liebe dienen wollen. Die Menschen müssen auch den Elementarwesen dienen und nur mit dieser Einstellung dürfen sie das Gepräge der Natur bestimmen. Doch bisher stöhnt sie und trägt immer noch die Fesseln ihres Dienstes an den ahrimanischen Kräften des dunklen Okkultismus. 

In einer früheren Vorlesung ging es um den fünften Äther, den Gedankenäther, den wir auch ‚moralisch‘ nennen können. Er ist keine latente Kraft in unserem Körper, sondern eine neue Kraft, die wir nach und nach aus der Durchdringung unseres Willens und unserer Tätigkeit mit dem Christus-Impuls hervorbringen werden. Eine der Bedeutungen des Bibelausdrucks „das Salz der Erde“ finden wir in diesem Äther, der dem moralischen Element einen solchen Zugang zur Natur gewährt, dass das Gute in ihr wirken und als Gewissen zur Geltung kommen kann, damit sie der Menschheit frei folgt. Das ist das Geheimnis des zukünftigen weißen mechanischen Okkultismus, der sich Ahriman in der äußeren objektiven Welt widersetzt. Bei diesem Okkultismus herrschen nicht die Maschinen über die Natur, sondern die Naturkräfte, die dem moralischen Äther folgen, werden die Maschinen in Bewegung setzen. 

Aus dem Evangelium wird deutlich, dass wir auch berufen sind, „das Licht der Welt“ zu werden und über Luzifer in der äußeren objektiven Welt zu siegen, wenn wir fähig werden, in die geistige Welt Licht im Interesse der ganzen Menschheit hineinzustrahlen. Dieses altruistische Licht können die Götter von der für sie dunkel erscheinenden Erde wahrnehmen. Nur das macht uns zu Individualitäten, nicht das Wir-Bewusstsein, das uns durch die neuen Technologien immer mehr der Persönlichkeit beraubt und zukünftig „die Synagoge Satans“ formieren wird, die Johannes in der Offenbarung vorausgesehen hat. Die „Synagoge Satans“ werden Massenorganisationen der Gotteslästerung und Verschlingung der Individualität sein, das karmische Gegenstück zum „ewigen Israel“, dessen zwölf Stämme eine Gemeinschaf freier, um den Christus-Impuls vereinter Ich-Wesen bilden. 
   
Die Entstehung des „ewigen Israels“ aus karmisch miteinander verbundenen Menschen begann im Sonnenorakel der atlantischen Wurzelrasse. Diese Menschen wurden berufen, Vorbereiter, Träger und Boten des Sonnenwesens zu sein, das in Jesus herabsteigen sollte. Die zwölf Apostel in der Zeitenwende sind in ihrem Wesen eine Art „Väter“ dieser zwölf karmischen Stämme, welche die Namen der Söhne Jakobs aus dem Alten Testament tragen. In der Zeitenwende war Jakob wieder auf der Erde inkarniert und im 20. Jahrhundert stand er als Wlad Paschov an der Seite Beinsa Dounos.  

Zukünftig werden die „Söhne Jakobs“ mit für die vier Welten – höheres Devachan, niederes Devachan, Astralwelt und physische Welt – erwecktem Bewusstsein den Christus-Impuls auf der Erde verkörpern, indem sie bei „Ich bin Gott“ vom Pralaya beginnen, was den „Schlüssel Davids in seinem eigentlichen Sinne darstellt. Nur ein solches Ich kann der Dreizehnte inmitten der Zwölf werden, wie Christus der Dreizehnte unter den zwölf Aposteln war. Deshalb ist es kein Wunder, dass im heute inkarnierten David so stark das Sonnenprinzip wirkt und er immer versucht, alles mit seinem Ich zu „beleuchten“.

Doch „das ewige Israel“ bedeutet nicht, dass eine Anzahl von Individualitäten für immer „auserwählt“ ist, sondern es steht auch neuen Menschen offen oder es kann von karmischen Verrätern verlassen werden, die zur Strömung des Bösen übertreten. Immerhin gibt es seit alters her führende Individualitäten, die entschieden und treu der weißen Strömung angehören und ihre Aufgaben in der konkreten Inkarnation erfüllen. Zu ihnen gehören Zarathustra, Skythianos oder die alten biblischen Propheten. Einer von ihnen – Elischa – erschien nach der Zeitenwende in der Gestalt der letzten Pythia, an die sich Julian Apostata gewendet hatte; Heut ist er wieder inkarniert und erfüllt eine wichtige Aufgabe im esoterischen Christentum. 
   
Solche Individualitäten sind die Hoffnung der Menschheit auf das richtige Erkennen von Gut und Böse. Als der Vorhang im Tempel zerriss, war das Christi Versprechen, das Mysterium des Guten zu lüften, das auch den Menschen zugänglich werden sollte. Bisher ist die weiße Magie den Hierarchiewesen und bis zu einem gewissen Grad den führenden Individualitäten auf der Erde vorenthalten. In der sechsten Kulturepoche wird sie der Mensch von sich heraus entwickeln und das wird am herausragendsten vom zukünftigen Buddha des Guten (Maitreya Buddha) repräsentiert. Mit dem Erdbeben nach dem Tod auf Golgatha versprach uns Christus, dass das Mysterium des Bösen durch die Umwandlung in ein Gutes unumkehrbar gelüftet sein wird. Während der Vatergott karmisch in den äußeren Ereignissen als die Manifestation der karmischen Gerechtigkeit sichtbar ist und von den Menschen in der Angst vor der Rache und in der Hoffnung auf Belohnung geehrt wird, trat nach dem Mysterium auf Golgatha Christus in das Karma-Gebiet ein. Nun nimmt Er an der Lenkung der kosmischen Gerechtigkeit derart teil, dass Seine Handlungen Ihn nicht sichtbar machen, sondern Er im Gebiet des Karmas nur in Freiheit und aus Liebe zum Guten als Solchen und ohne die Erwartung einer Belohnung gefunden werden kann. Der Mensch muss fähig werden, aus der Liebe des Ich zum Geistigen, zur Menschheit und zu sich selbst zu leben, denn er wird ständig mit der großen Prüfung der luziferischen Versuchung konfrontiert, eine tiefe Enttäuschung von der Nichtigkeit der menschlichen Bestrebungen, Möglichkeiten und Erkenntnisse zu erleben. Salomo aus dem Alten Testament spottete über die Nichtigkeit des Menschen und viele der heutigen Salomos verspotten den „einfältigen“ David, ohne überhaupt etwas von der Weisheit des Manas zu besitzen. Das gilt auch für viele der bulgarischen Anthroposophen, die mit ihrem „Wissen“ „glücklich“ sind. Sie beweisen praktisch durch sich selbst, dass die Beschäftigung nur mit der Anthroposophie, ohne den Weg zum Meister Beinsa Douno gehen zu wollen, unvermeidlich zur Stagnation und Erstarrung führt und die Ablehnung des Bodhisattva wegen der unverzeihbaren Sünde gegen den Heiligen Geist in Gottesleugnung endet.

      
Das positive Karma der Menschheit wird zukünftig nicht zur Erscheinung einer wachsenden Anzahl glücklicher Menschen auf der Erde führen, sondern zur Erhöhung der Anzahl derjenigen, die ihr Karma mit dem Christus-Impuls vereinen, damit ihnen das Geheimnis Christi als Erleben einer neuen Art von Leiden und Schmerzen offenbar wird. Dabei wird man unvermeidlich durch Finsternis, Öde und Einsamkeit – eben durch die „Wüste“ – gehen, um in das Nichts unterzutauchen, ohne zu wissen, ob es eine Auferstehung geben wird. Es wird eine Zeit kommen, da werden die Menschen nur soviel Freude in ihrem Leben haben, wie ihnen das Kultivieren der Ich-Synthese erlauben wird. Seit Jahren spreche ich über diese Synthese, denn die Entwicklung wird gänzlich von der senkrechten Beziehung zur geistigen Welt abhängen, während die waagerechte Beziehung mit der Raumeswelt nur Unruhe und Sorgen anbieten wird. Die „Werte“ unserer Zeit – der „wissenschaftliche Fortschritt“, „der Aufschwung“, das „Wirtschaftswachstum“ werden wie altes Spielzeug entsorgt werden und in der sechsten Kulturepoche wird der Mensch demütig vor der geistigen Welt stehen, damit Himmelsmanna von oben kommt  und Gemeinschaften aus vorbereiteten Menschen schafft. Die Realität des Leidens wird ins Zentrum des Bewusstseins geraten, denn jetzt ist das Böse im Inneren des Menschen, aber in der sechsten Kulturepoche wird es draußen sein – sowohl in der Natur als auch dem menschlichen Gesicht und Körper aufgeprägt. Die Zukunft braucht neue Leiber, denn die Unterschiede zu der antimanasischen Strömung werden nicht nur geistig und seelisch, sondern auch körperlich manifestiert sein. Dann wird die Strömung des Bösen die „weiße“ Strömung zahlenmäßig überragen und Impulse aus dem Unterbewusstsein, aus der Sexualität im Blut und aus den Dämonen schöpfen, die ständig die Inspirationen der Götter in ihren Gegensatz verwandeln, was den Menschen „enthauptet“ , d.h. im Sinne der Apokalypse die Auslöschung des Ich bedeutet. 

Noch etwas: In der geistigen Welt gibt es neun Urbilder der neun Wesensglieder des Menschen und ihre Verkörperung in uns ist die ursprüngliche Absicht der Kräfte des Guten. Das Weltenböse versucht, diese neun Wesensglieder als Urbilder aus den Kräften und Substanzen in den neun Schichten des Erdinneren zu bilden. Laut Tomberg werden die gegensätzlichen Manas, Buddhi und Atma jeweils aus der siebten, achten und neunten Schicht erscheinen. Rudolf Steiner sprach von neun Schichten, Judith von Halle behauptet, dass es eine zehnte Schicht gibt. Aus einer Offenbarung wissen wir, dass zukünftig eine elfte und eine zwölfte Schicht entdeckt werden. Bisher sind sie uns völlig unbekannt, aber wir wissen, dass es sowohl aufwärts als auch abwärts kein Ende gibt. Die Aussicht ist wirklich beängstigend, wenn wir unumkehrbar in den Abgrund sinken. Deshalb erklingen drei laute erweckende Aufrufe an das Gewissen aller Seelen auf der Welt – sie beziehen sich auf das Unglück der geistigen Welt, auf das Unglück der Natur und auf das Unglück der Menschheit. Alle drei stehen in direktem Zusammenhang mit dem Karma.

Ein großer Teil der Menschen lebt immer noch nach dem Alten Testament und dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, während Christus uns zeigte, wie man das Karma überwinden kann – durch die Vergebung. In unserer astralen Natur können wir den Inhalt unserer Sünde ändern, wir können auch die Schuld der anderen auslöschen, indem wir die Antipathie gegen sie überwinden. Die Auslöschung der Sünde im Ätherleib des anderen kann dagegen nur von Gott dem Vater vorgenommen werden – wenn wir vergeben. In einem älteren Vortrag [13] hatte ich aus eigener Erfahrung die vier Schritte zur praktischen Verwirklichung der Vergebung im christlichen Sinne und deren Ergebnisse erörtert.

Wir werden jetzt nicht zu diesem Vortrag zurückkehren, sondern auf die Leiden der Wesen aus der geistigen Welt eingehen, die sich aus der Verweigerung der Vergebung durch die Menschen ergeben. Diese Verweigerung macht es unmöglich, die Geschenke zu erhalten, die der Himmel für denjenigen bereit hält, der vergeben hat. Christus hat ein außerordentlich großes Opfer dargebracht, um uns von der Erbsünde zu befreien und diese Beschränkungen aufzuheben, aber die Menschheit lehnt die Gaben ab und die Götter leiden darunter. Sie kennen unsere Fehler und könnten mit göttlicher Trauer sagen: „Das ist dein Karma, ertrage es“, weil diese Worte von Mitgefühl erfüllt und keine luziferisierte menschliche „Weisheit“ sind. Wie viel größer ist jedoch ihre Freude, wenn das Gute im Sünder die Oberhand gewinnt! Diese Freude ist sogar größer als die Freude am Guten im „Heiligen“, also in einem Wesen, das sich dem Bösen verweigert und es nicht an sich heranlässt.  

Als der wieder inkarnierte Großinquisitor Torquemada vor einigen Jahren „zufällig“ auf meine Vorträge im Internet stieß, begann er, sie rund um die Uhr zu hören, obwohl er auch in diesem Leben großes Übel in sich hereingelassen hatte. Im Unterschied zu ihm werden diese Vorträge von manchen „anthroposophischen Heiligen“ oder „weißen Brüdern“ abgelehnt und verspottet. Diese Personen gehören zur dritten karmischen Zwischenströmung des Kompromisses, die zwar den Geist nicht leugnet, doch in der Praxis gegen ihn kämpft und seine neuen Offenbarungen ablehnt. Einer von den besagten Anthroposophen beschuldigte sogar den Meister Beinsa Douno, sein Penragramm beim zweifelhaften Okkultisten Eliphas Levi abgekupfert zu haben. Die karmische Kompromissströmung wird in der sechsten Kulturepoche vollständig verschwunden sein und die Menschheit wird as zwei Kulturen – einer guten und einer bösen – bestehen. Und in der siebten Kulturepoche wird sie aus zwei Rassen bestehen. Dann wird es die Versuchung geben, sich mit den geistigen Reichtümern der Vergangenheit zufrieden zu geben und „weder heiß noch kalt“ zu sein. Infolgedessen werden die Versuchten spezifische Schicksalsschläge erleben, damit sie innerlich aktiviert werden und „Kälte und Feuer“ empfinden. Ihnen gilt die Regel „Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er“ (Hebräer 12:6). Das sind besonders wertvolle Seelen, denen aber immer noch etwas in den einzelnen Inkarnationen fehlt und sie nicht zum Zentrum der Spiritualität gelangen können. Zu ihnen gehörte auch Apollonius von Tyana, der in der Zeitenwende lebte. Dieser Magier kannte die führende Spiritualität der Mysterienzentren seiner Zeit und war sehr bekannt, aber er verpasste das wichtigste Ereignis jener Epoche – die Herabkunft Christi. In seinem nächsten Leben erschien er als Julian Apostata und erlebte auf tragische Weise das Drama der Ausweglosigkeit, indem er wieder Christus verfehlte und durch einen christlichen Eiferer tragisch starb. Wir kennen seine späteren Inkarnationen als Herzeloyde und Tycho de Brache aus der Anthroposophie. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg er wieder auf die Erde herunter, nahm seit seinen Jugendjahren die Anthroposophie von ganzem Herzen auf, erkannte die Wahrheit, dass Beinsa Douno der Bodhisattva ist und zweifelte nicht daran, dass die Synthese der beiden Zweige des esoterischen Christentums das Mittel zur Heilung des geistigen Lebens ist. Aber er ist bis heute nicht davon überzeugt, dass die Synthese bereits verwirklicht wurde und dass sich Steiners prophetische Worte über einen heilenden Impuls zu Beginn des 21. Jahrhunderts erfüllt haben. Schwere karmische Schläge haben diesen Menschen getroffen und es wäre leicht, ihm zu sagen: „Das ist dein Karma, ertrage es“, aber in solchen Worten klingt die oben erwähnte luziferische „Weisheit“ offensichtlich mit. Der Mensch ist verpflichtet, das negative Karma seines Nächsten zu mildern und sogar zu verhindern. Es ist vor allem geistige Heilung notwendig, weil der heutige Mensch einfach nicht weiß, warum er lebt. Es fehlt ihm das Wichtigste – das Ich, das durch Synthese erreichbar ist. 

Was das Unglück der Natur betrifft, so verbreiten wir jetzt mit der Mechanisierung, mit dem Egoismus und Materialismus, den Tod immer mehr in ihre Sphäre. Die Reiche der Natur „stöhnen“, weil ihnen Wesentliches fehlt. Dem Mineralreich fehlt die Wärme, das Feuer des alten Saturn, das während des hyperboräischen Zeitalters mit der Sonne aus der Erde kam, und das Physische allmählich in einen kalten toten Stein erstarrte. Bei der Überwindung der dritten Versuchung durch Christus – „die Steine in Brot zu verwandeln“ – blieb Ahrimans Absicht geheim und die gesamte Mission der menschlichen Evolution bis zum Vulkan ist vom Kampf um dieses umstrittene Gebiet gekennteichnet. Ahriman will unseren Planeten austrocknen und verhärten, also braucht die Erde etwas, was sie „auflockert“. Diese Arbeit erledigen die menschlichen Leichen. Die Leiche trägt den Samen des materiellen und aktiven moralischen Einflusses in die Erde und belebt sie wieder. Dieser moralische Prozess weckt und unterhält auch bei einer Einäscherung den Wunsch der irdischen Substanzen, den Substanzen im menschlichen Körper ähnlich zu werden, die gleiche Verbindung zueinander wie die Substanzen in unserem Organismus zu haben, Träger eines Bewusstseins zu sein. Die Gnome wirken auch auflockernd gegen die Verhärtung der Mineralschicht, aber der stärkste Einfluss liegt in den okkulten Übungen, wenn wir das Feuer, das durch unser Ich gegangen ist und das aus dem Mittelpunkt zwischen beiden Augen ausgeht, dem Mineralischen durch Eindringung in die Erdschichten abgeben. Diese Übungen wirken sich auch auf den menschlichen Speichel aus, der eine Art kondensierte Moral ist.

Wenn der Mensch Liebe empfindet, wird sein Speichel in Zukunft heilen können, wenn er Hass empfindet, wird sein Speichel giftig sein. Das Sekret aus den Speicheldrüsen ist der Ausdruck der ätherischen Aktivität des Blutes, denn die Liebe und der Hass, die das Ich bzw. der Astralleib ausstrahlen, erreichen sogar das Blut. Wir können uns daran erinnern, wie Christus mit Speichel, dem Ausdruck Seiner Liebe, gemischt mit dem Mineral, die Augen des Blinden bestrich und dieser wieder sehend wurde.

Dem Pflanzenreich fehlt das Licht der Alten Sonne und deshalb sucht die Pflanze immer das jetzige Sonnenlicht. Tatsächlich sehnt sich die Pflanze nach dem Licht der Sonnenliebe des Menschen, die sich in Verständnis und Fürsorge Musik manifestiert. Dem Tier fehlt die Sprache, das Licht des Denkens, das Wort und dem Menschen fehlt das Ich, das der lebendigen Präsenz in ihm den Sinn des Lebens verleiht. 

Wenn wir die vier Mängel addieren, stellt sich heraus, dass der wahre Ich-Mensch, der Gott-Mensch fehlt. Als viertes Naturreich existiert er bereits und als Gottmensch ist er auch für die geistigen Wesen ein Ideal, denen er das geben kann, was sie nicht haben – die Freiheit. Die Freiheit wird ihren kosmischen Zweck erfüllen, wenn das Weltenkarma überwunden und selbst in den äußeren Prozessen der Natur das Gesetz der Gerechtigkeit durch die Liebe ersetzt wird. Diese Aufgabe obliegt nur dem inkarnierten Menschen.

In gewissem Sinne versuchen die geistigen Wesen auch, sich am Beispiel Christi zu „vermenschlichen“ und Macht über die Überwindung des Karmas zu erlangen und der Mensch muss ihre Liebe in seinem Willen akzeptieren. Doch er zieht sich zurück, weil sein Wille nach dem Sündenfall von Natur aus böse ist. Das Karma hat uns zu einer Zivilisation werden lassen, die ausschließlich auf dem reflektierenden Denken und den mechanischen Kräften aus dem Zerfall der materiellen Welt beruht. Wenn sich der Mensch inmitten dieser Todeskräfte befindet, können die inneren Kräfte seiner Seele entweder zu höheren Sinnen erwachen oder vollständig einschlafen. Sterben und Wachheit müssen in ständigem Gleichgewicht sein.

Die Aufgabe des Eingeweihten ist es, die große Krise des menschlichen Okkultismus zu erleben und auf die Richtung zu weisen, die Aufgabe der Schüler ist es, die Krise der Gemeinschaft zu erleben. Die Vertreter der gegenwärtigen Kultur sollen ihrerseits den wahren moralischen Wert der Anschauungen erkennen und erleben. In der sechsten Kulturepoche werden keine Meinungen und Weltanschauungen existieren, sondern die Menschen aus der weißen karmischen Strömung werden die Offenbarungen einer einheitlichen Weisheit aufnehmen – des esoterischen Christentums. Wissen und Moral werden dann im Einklang wirken – das ist eine weitere Bedeutung des Schlüssels Davids aus der Apokalypse. 

Heute behauptet dieses esoterische Christentum felsenfest, dass Ahriman sich im Jahr 2029 inkorporieren wird. Die Begegnung mit ihm wird gewaltige karmische Folgen für die Menschheit haben. In diesem Zusammenhang sind die Vergleiche mit dem Herabstieg Christi in Jesus wegen des fundamentalen Charakters der beiden Ereignisse unvermeidlich. 

Seit dem Mysterium von Golgatha gibt es drei innere Folgen im Weltenkarma mit Rücksicht auf die drei Hauptvertreter des Bösen Luzifer, Ahriman und Asura – die Bekehrung Luzifers, die Entdeckung der Möglichkeit zur Überwindung Ahrimans und die Vernichtung Asuras in der entfernten Zukunft im Feuer des Vaters (falls der Prophet Daniel das in seiner Vision gesehen hatte). Über Asura ist kaum etwas bekannt, doch über die beiden anderen Widersacher weiß die Anthroposophie viel zu berichten und es kann hier auch auf Neues hingewiesen werden. 

Bis zum Mysterium von Golgatha strebte Luzifer mit seiner Schar zurückgebliebener Engel danach, dem Menschen eine falsche Einstellung zum Heiligen Geist einzupflanzen. Ahriman kämpfte mit seiner Schar zurückgebliebener Erzengel gegen Christus und er widersetzt sich heute noch gegen der Einheit der Menschheit und drängt sie immer mehr in einen mechanisierten Raum. Asura versucht mit seiner Schar zurückgebliebener Archai, die Kette, die die rechtmäßig entwickelten Archai verbindet, zu durchbrechen, d.h. die Einheit der Zeit als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu unterbrechen. Für uns ist besonders gefährlich der „Knoten“, also der Bund Ahrimans mit den luziferisierten Erzengeln und Archai, die sich bereits teilweise ahrimanisiert haben. Entweder werden sie sich zu Christus bekehren oder sie werden Ahrimans Beute, danach wird das bis zum Äußersten gelangte Ahrimansiche unvermeidlich Asuras Beute werden in seinem Kampf gegen die Vergeistigung unseres physischen Leibes. Bisher wird der Kampf vor allem im Äther- und Astralleib geführt und das ist die Quelle der Beschädigung des physischen Leibes. Die direkte Eindringung der Widersacher in das Gebiet des Physischen bedeutet eine Begegnung mit dem Vatergott, von dem die Substanz – der „Thron“ – für den gegenwärtigen Evolutionszyklus kam. Deshalb versuchen sie, diese Begegnung zu vermeiden, aber die Symptome für ihren Angriff in diese Richtung sind zwar nicht sichtbar, doch bereits vorhanden.

Uns interessiert jedoch was mit Luzifer geschehen und wie die Inkorporation Ahrimans erfolgen wird. Als Christus in Jesus eindrang, trat Luzifer aus dem Menschen heraus und beobachtete aus der übersinnlichen Welt die Passion Christi auf der Erde. Dieses Erlebnis führte zu seiner inneren Bekehrung zum Erlöser, die uns durch den reuigen Schächer am Kreuz gezeigt wurde. In diesem Verbrecher erwachte das Gewissen mit großer Kraft und er begriff, dass neben ihm Gott hing, ohne eine Sünde begangen zu haben. Das Gewissen verwandelte sich in Liebe und er bat inniglich, in Sein Reich mitgenommen zu werden. Luzifer begann Christus zu lieben, weil er zu der Überzeugung kam, dass er nicht im Rechten war. Nicht seine sich selbst wahrnehmende Schönheit des Ich, das sich vom Ganzen getrennt hat, sondern das Opfer des Ich ist wahrhaftig schön. Luzifer wurde zum Paraklet – zum Tröstergeist, der denjeinigen Menschen innere Hilfe erweist, die den Christus-Impuls aufgenommen haben. Die Offenbarung des Heiligen Geistes als der „Geist der Wahrheit“ an Pfingsten war ein besonderer Bund zwischen der Himmlischen Sophia und Luzifer, der unseren Weg zum Ich durch die Opferung wies. Seitdem dient Luzifer demütig Christus-Sophia und sehnt sich danach, im Kosmos ein Märtyrium zu erleben, das demjenigen Märtyrium gleich ist, welches der Erlöser auf der Erde erlebte. Dieses Streben nach Leiden und Märtyrertum manifestierte sich besonders stark in den ersten Jahren nach Golgatha, als in den Ätherleibern der Christen immer noch das Opfer auf Golgatha Widerhall fand. Deshalb ist es kein Wunder, dass der reuige Schächer, der im 19. Jarhhundert als Kaspar Hauser inkarnierte und durch sein Umfeld so viel Schlimmes erlebte, in den letzten Stunden seines Lebens sagte, dass niemand ihm Böses angetan hat. Die direkte Begegnung mit Christus in der Zeitenwende führt zu einer wahrhaftigen Wandlung im Menschen!

Nach seiner Umwandlung begann Luzifer, sein Gebiet für das Werk des Guten abzutreten und das versiegelte in einem großen Maß das Schicksal Ahrimans. Vor dem Mysterium von Golgatha rechnete er damit, das karmische Erbe des ganzen Gebiets seines kosmischen Gegners durch Absorption aller Wesen und Kräfte zu erben. Auf dem kosmischen Plan wurde dieser zurückgebliebene Geist der Bewegung im Grunde schon besiegt, da das Gebiet, das verschlungen werden konnte, kleiner wurde. Doch auf dem Erdenplan müssen die Menschen Ahriman besiegen und hierzu liegen die Hoffnungen im ätherischen Christus, denn der wichtigste Kampf, der heute ausgetragen wird, ist der Kampf um den Ätherleib. Seiner inneren Struktur nach ist der Ätherleib nicht räumlich, sondern zeitlich und er trägt nicht das Gedächtnis schlechthin, sondern ist lebendige Vergangenheit. Sein inneres Bewegungssystem ist eine lebendige Erinnerung an die Tätigkeit der Geister der Bewegung im Äon des alten Mondes. Nun wird der Ätherlieb von Ahriman wütend angegriffen, deshalb verband sich Christus mit dem Bodhisattva in jenem Mysterium von 1936 sogar mit unserem Willen im Wärmeäther – dort, wo die Willkür des Bösen aus den Informationstechnologien und dgl. menschlichen „Errungenschaften“ tobt, doch wo auch das Unterpfand unserer wahren Freiheit zu finden ist. Ahriman hat eine enorme Kraft, die sich objektiv als äußere Erscheinungen im Kosmos manifestiert. Eigentlich ist sie eine Illusion, die uns besticht oder bedroht. Es ist der Verzicht auf Kompromisse notwendig, denn jeder Kompromiss resultiert aus einer Art Bestechung. Das Geistige ist mächtig existiert, solange es keine Kompromisse eingeht. Die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse aus dem 20. Jahrhundert ist kein Kompromiss, sondern ein Ausweg. 

Während der Todeskampf Jesu am Kreuz Luzifer innerlich umwandelte, enthüllt uns die Art und Weise, wie Jesus Christus starb, das Geheimnis Ahrimans und seiner maskierten Kraft sowohl für die geistige Welt als auch für die Erdenmenschen – wenn sie sich in der rechten Beziehung mit dem Erlöser befinden. Jesus Christus starb anders als alle anderen Menschen. Vor unserer Geburt sehen wir die luziferische Sphäre nicht, damit wir nicht der Versuchung nachgeben, in der geistigen Welt zu bleiben, sondern das karmische Panorama unseres bevorstehenden Lebens anschauen, das uns Christus und Michael zeigen. Wenn wir sterben, sehen wir beim Betrachten des Panoramas des gerade verflossenen Lebens nicht das Reich Ahrimans, den Abgrund der unterirdischen Sphären. Wir werden vor diesem erschreckenden Anblick geschützt, damit wir unser nachtodliches Panorama richtig verfolgen können. Als Christus starb, verzichtete Er auf Sein Panorama und stellte es den Menschen zur Verfügung, damit sie es anschauen und behalten, wie uns das mit dem Herabstieg des Pfingstfeuers über die Apostel und später über die Eingeweihten gezeigt wurde. Wenn die Erde irgendwann stirbt und das Letzte Gericht beginnt, wird die ganze Menschheit dieses Panorama sehen, denn Christus verzichtete auf den „Vorhang vor der Hölle“ und stieg mit Seinem ganzen Wesen in die Dunkelheit der unterirdischen Sphären.

Bei seinem Erlebnis Prüfung im Garten Gethsemane erwarteten die Wesen der geistigen Welt mit tiefer Sorge die Christus-Entscheidung  – ob Er zum Kreuz gehen oder die Engelsscharen aufrufen und Seine Feinde zerschlagen würde. Bei Seinem Abstieg in die Hölle am Karsamstag erwarteten sie auch mit angehaltenem Atem, ob der Triumph der Auferstehung oder eine Katastrophe ohne Auferstehung folgen würde. Als das Christus-Ich aus dem Finsternis des Abgrunds auftauchte, folgte ein kosmischer Jubel, der jegliche menschliche Vorstellung übersteigt. Seitdem ist das ahrimanische Geheimnis von dem Erdinneren sowohl für das erkennende Erleben als auch für den Einfluss des Christus-Impulses und Seiner Kraft zugänglich. 

Doch der Sieg über Ahriman, den die Menschen erringen können, bedeutet nicht, dass sie das ahrimansiche Element angreifen oder versuchen sollen, ihn gewaltsam äußerlich umzuwandeln. Es ist auch umstritten, inwieweit sein Einfluss innerlich transformiert werden kann. Derjenige Verbrecher, der seine Taten nicht bereute und bis zum Schluss den Christus verspottete und verleumdete, trägt in sich das Geheimnis des Schicksals Ahrimans und in einem breiteren Sinne das Geheimnis des Bösen in unserem Zyklus. Wir wissen schon, dass die ahrimansichen Wesen in ihrer Entwicklung den nächsten Zyklus erreichen werden, wo sie als rechtmäßige Geister führende Engel des Mineralreichs sein werden, damit auch das Mineral zum Hierarchiewesen aufsteigen kann. In welcher Weise diese grandiose Umwandlung verwirklicht wird, wissen wir bisher nicht. Wir wissen Folgendes: Das Ahrimanische muss wiedererkannt und furchtlos genannt werden, damit seine Wirkung in der äußeren Welt begrenzt und der ahrimanische Doppelgänger in uns durch Selbsterkenntnis im Unterbewusstsein entkräftet werden kann. Nur das Wort, das für uns zum Christus-Impuls des Ich geworden ist, kann durch unsere Stimme den antichristlichen Kräften widerstehen. Das Gute gewinnt, wenn es anerkannt wird und das Böse verliert, wenn es wiedererkannt wird. Das Wiedererkennen wird immer unerlässlicher werden, denn der obenerwähnte luziferische Knoten bereitet durch den Angriff auf die vier Teile der stofflich-elementarischen Welt jenes karmische Gebiet der „Unsterblichkeit“ vor, das den Eingriff der Asuras und die Zerstückelung unseres Ich erlauben würde, das Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges während unserer Inkarnationen als eine Kontinuität des Bewusstseins in der Zeit vereint. Die Zeit ist einheitlich und wird von den Archai durch das auf der Erde wirkende Karmagesetz bewahrt. Wenn unser Ich das Karmagebiet verlässt, ist die Kontinuität der Zeit im Erdengeschehen gefährdet und dem Menschen droht geistiger Tod. Das kann etwa dann passieren, wenn das Ich seinen Astralleib wegen des Fehlens an Schlaf und den Ätherleib wegen des Fehlens an Tod nicht gefunden hat. Dann wird die Möglichkeit beendet, dass geistige Kräfte von der ersten Hierarchie zum physischen Leib fließen. Das wird der Beweis sein, dass die Menschen in ihrer Freiheit nicht Christus, sondern Ahriman gewählt haben und dieser Beweis wird dem Vatergott vorgelegt. In seiner bevorstehenden Inkarnation wird Ahriman versuchen, viel in dieser Richtung zu erreichen, indem er mit Hilfe der Asuras eine Unterbrechung des Zeitrhythmus verursachen will. Es ist nicht klar, inwieweit das ihm gelingen wird, denn bisher schaltet er durch die Mechanisierung die moralisch-schöpferische Zeit aus, ohne sie zu unterbrechen. Das gilt für die Mehrheit der Menschen, doch für die Autisten, Alzheimer-Kranken und bei ähnlichen Erkrankungen des Ich-Selbstbewusstseins liegt eine solche Unterbrechung bereits vor. Es ist auch unklar, inwieweit der Mond die achte Sphäre heranziehen wird, um die Erde zu retten. Bei Ahriman selbst wirkt nur ein kleiner Teil von ihm auf der Erde durch das groteske Bild des ahrimanischen Doppelgängers, während sein wichtigster böser Teil sich in der achten Sphäre breit macht. Die von ihm geraubten menschlichen Kräfte werden in Fähigkeiten des Doppelgängers verwandelt und dann tauchen „glänzende“ besessene Persönlichkeiten wie Ilon Musk, Bill Gates oder Mark Zuckerberg auf. Sie werden garantiert die Quittung für ihre Handlungen bereits in diesem Leben erhalten. Doch für uns ist es wichtiger, wie die Menschheit selbst mit Ahriman fertig wird.

Vorläufig können wir nur teilweise auf die Fragen antworten. Wir wissen schon, dass Ahriman ein rechtmäßig erworbenes Ich bereits im vorherigen Zyklus besaß. Sein Äußeres, das Rudolf Steiner in der Holzplastik darstellte, zeigt uns, in was sich der Mensch verwandeln wird, wenn er Ahriman folgt, der eigentlich freiwillig opfervoll die Rolle des Vertreters des Bösen übernommen hat. Wenn dieses Ich sich in das menschliche Gefäß inkorporiert, wird es zu einem gewaltigen Zusammenstoß zwischen einem göttlichen Ich und dem reflektierenden Ich des Gefäßes kommen, das dem mächtigsten schwarzen Magier in der Menschheitsgeschichte gehört. 

Hier müssen wir etwas berühren, was vorläufig schwer zu begreifen ist. Die Wesen der dritten Hierarchie, die es nicht geschafft haben, in diesem Zyklus ihr göttliches Ich zu erlangen, verfügen trotzdem über eine Form des reflektierenden Ich, die jedoch unter grundlegend anderen Bedingungen erlangt wurde als denjenigen des gegenwärtigen Äons, in dem wir zu unserem reflektierenden Ich kamen. Im Unterschied zu den zurückbleibenden Engeln, Erzengeln und Archai traten die Widersacher Luzifer, Ahriman und Asura in den heutigen Zyklus mit einem erlangten Ich ein. Dass sie aber die Rolle der Widersacher annahmen, hatte die unvermeidliche Folge, dass sie sich teilweise von der Sphäre des Guten absonderten. Sie wirken böse mit einer für uns unbegreiflichen reflektierenden Form ihres Ich. Trotzdem wird das Ich Ahrimans bei seiner Eindringung in das Gefäß sowohl auf den erbitterten Widerstand der dort befindlichen dunklen Wesen stoßen, was eine Art dreifache Versuchung für ihn sein wird, als auch auf das reflektierende Ich des schwarzen Magiers. Bei Christus gab es die freie und vollständige Annahme durch Jesus, doch im Fall Ahrimans wird etwas völlig Unterschiedliches geschehen. Obwohl das menschliche Gefäß ein schweres schwarzes Karma aus vergangenen Leben angehäuft hat, wird es für diesen Menschen bis zu seinem 30. Jahr keine karmische Vergeltung geben und er wird äußerlich „gut“ aussehen. Die Vergeltung wird ab 2029 beginnen und während 42 Monate zu seiner schnellen Selbstzerstörung durch den inneren Kampf mit Ahriman führen. Auf dem Erdenplan wird das ein Krach für beide sein, doch auf dem kosmischen Plan wird ein Triumph Ahrimans folgen, denn es werden sich zwölf Menschen finden, die das Geschehende verstehen und der Menschheit mutig verkünden werden. Der große Betrug, die Ankunft des Antichrist als die „Zweite Wiederkunft Christi“ in physischem Leib auszugeben muss entlarvt werden! Die Offenbarungen des Himmels enthüllen uns nach und nach die tiefen Geheimnisse der bevorstehenden Begegnung, aber die moralische Kraft und der Mut, die uns auf sie vorbereiten, sind das Werk jedes einzelnen. Die Scham des Sündenfalls muss sich in das Gewissen vor Christus verwandeln und die Angst – in Ehrfurcht vor der göttlichen Vorsehung.

Neulich bekamen wir auch Hilfe in dieser Hinsicht – durch die Konjunktion der Planeten Saturn und Jupiter, die es in dieser Art seit 800 Jahren nicht gegeben hat. Als Behüter des Gedächtnisses erzählt uns Saturn von der Vergangenheit unseres Planetensystems. Das ist die Sphäre der mächtigen Throne. Doch Saturn warnt uns mit inneren Wärme und Feuer, dass es dem Menschen gefährlich werden kann, von der Vergangenheit verführt zu werden, sie zu lieben und vollständig in sie unterzutauchen. Die Jupiter-Geheimnisse ihrerseits werden uns nur in gedanklicher Form enthüllt, denn Jupiter ist der Denker im Universum und aus dieser Sphäre der Geister der Weisheit können uns wichtige Aufgaben des Daseins enthüllt werden. Jupiter erzählt uns die Gegenwart und macht unser Denken lebendig und beweglich. Bei der Konjunktion der beiden Planeten wird uns durch das Denken der Gegenwart Vieles über die Vergangenheit enthüllt und es findet, wie Steiner sagt [14], eine Erneuerung der alten Impulse statt. Die vorige Konjunktion fand im 13. Jahrhundert statt und damals entstand in Aebanassi das Rosenkreuzertum als die Erneuerung der alten Mysterienweisheit durch das Mysterium von Golgatha. In jenen zwölf eingeweihten Bogomilen tauchten unter den Bedingungen der unterbrochenen Beziehungen zum Himmel innere Erinnerungen aus vergangenen Leben in Gedankenform und nachdem sie diese durch mantrische Formeln dem Dreizehnten eingeprägt hatten, wurde die erneuerte Weisheit geboren. 

Das ist nur eine der Möglichkeiten der Erkenntnis des Weltenkarmas. Die höchsten Eingeweihten sind fähig, in der Akasha-Chronik zu lesen und Menschen mit einer niedrigeren Einweihungsstufe empfangen aus der geistigen Welt Imaginationen und Inspirationen, die an die Menschheit weitergegeben werden müssen. Bei uns geschieht das normalerweise in der dritten Art. Die Synthese ist ein Kind der Zeit, der geistigen Einflüsse von Saturn und Jupiter, die in Einheit wirken, denn sie ist jener Impuls, der das Ich in den Dreizehnten unter den zwölf Weltanschauungen verwandelt und es von einem Empfangendem zu einem Ausstrahlenden macht. Die zahlreichen Offenbarungen, die wir im Laufe der Zeit über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges mitgeteilt haben, resultieren aus dieser Metamorphose und sind für die Wachheit des Menschen unerlässlich. Ohne Wachheit werden wir die bevorstehenden Herausforderungen nicht meistern können, die immer komplizierter zu enträtseln und überwinden sein werden. Es sind das Gedächtnis und die Weisheit notwendig, ohne sie gibt es keine Freiheit, keine Liebe, kein Ich. Die Freiheit ist die Wirklichkeit des Ich und die Liebe ist die Hauptoffenbarung des Ich, der Asi, der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe! 


[1] Das genaue Zitat aus GA 153 (10.4.1914) lautet: „Das Menschenideal, man hat es drüben in der geistigen Welt als Religion… Den Göttern schwebte als das Ziel ihrer Schöpfung das Menschenideal vor, und zwar jenes Menschenideal, welches wirklich sich nicht so auslebt, wie jetzt der physische Mensch ist, sondern so, wie höchstes menschliches Seelen-Geistesleben in den vollkommen ausgebildeten Anlagen dieses physischen Menschen sich ausleben könnte. So schwebt als Ziel, als höchstes Ideal, als die Götterreligion den Göttern ein Bild der Menschheit vor.“ 

[2] Vgl. Valentin Tomberg, „Anthroposophische Betrachtungen über das Alte Testament“, 1. Kapitel. 

[3] Vgl. http://macedonia.kroraina.com/en/bulgarien1943/herrschaft.html

[4] https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/06/08/die-bodhisattvas-1-teil/

[5] Bedenkt man die Unterteilung des Erdenäons in zwei Hälften, ist Vulkan sogar der achte Zustand der Erde.

[6] In GA 174, Vortrag vom 20. Januar 1917.

[7] Die Elektrizität ist der unterphysische Lichtäther.

[8] Die Betrachtungen über die Apokalypse hat Tomberg nicht vollendet.

[9] Vgl. https://derheiligeimpuls.files.wordpress.com/2018/06/die-letzten-werden-die-ersten-sein.pdf. Mangurov nimmt Bezug auf den russischen Titel des Buchs von Sergej Prokofieff und Christian Lazarides „Die Tragödie Tombergs“, während die deutsche Ausgabe „Der Fall Tomberg“ heißt. 

[10] Vgl. GA 152, Vortrag vom 5.3.1914. 

[11] Lukas 18:19

[12] Vgl. GA 165, Vortrag vom 9.1.1916.

[13] https://derheiligeimpuls.wordpress.com/2017/02/27/das-zeichen/

[14] Vgl. GA 228, Vortrag vom 27.07.1923.

Was geschieht auf der Welt und bei uns?

      vorgetragen von Dimitar Mangurov am 09.08.2020 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

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An einem Sonntagnachmittag vor ca. 15 Jahren waren meine Frau und ich auf dem Rückweg von unserem Sommerhaus nach Varna. An einer Haltestelle sah ich eine Frau auf den Bus warten, hielt das Auto an und botihr an einzusteigen. Sie willigte ein und erklärte, sie sei zu einer Verwandten im Krankenhaus unterwegs. BeiBegegnungen mit unbekannten Menschen  werfe ich immer zwei oder drei Sätze auf, die einen spirituellen Inhalt haben, um anhand der Reaktion der Person zu beurteilen, ob wir in solchen Fällen etwas Bedeutenderes als die traditionellen Banalitäten austauschen können. Die Frau reagierte gut und teilte unter anderem eine eigene Erfahrung mit. Ihre Großmutter war eine Kräuterfrau. Irgendwann musste sie ihreFähigkeiten auch auf die krebskranke Tante unserer Mitfahrerin anwenden. Die Großmutter empfahl die Einnahme von bestimmten Kräuterextrakten, um die Ausbreitung der Krankheit aufzuhalten – nicht zu heilen, sondern lediglich aufzuhalten -, so dass die Tante ein normales Leben führen konnte. Dies ging etwa 10 Jahregut, bis die Tante beschloss, „dieses bittere Zeug“ nicht mehr zu trinken. Die Großmutter war sehr empört und schalt die Tante mit den Worten, das sei eine Gotteslästerung, weil Gott in den Kräutern ist und Er sie heilt. Die Tante blieb jedoch stur, die Vermehrung der Krebszellen wurde ausgelöst und einige Monate später ging die Tante ins Kamaloka, um Rechenschaft über das gerade verflossene Leben zu geben.

Aber es war nicht diese Erinnerung, die in der Geschichte unserer Mitfahrerin wichtig war, sondern etwas vielInteressanteres und Aufschlussreicheres. Als unsere Begleiterin noch ein kleines Kind war, zeigte die Großmutter immer auf eine bestimmte Pflanze und riet ihr: „Achte auf dieses Kraut, Kind. Siehst du den schwarzen Fleck in der Mitte der Blüte? Wenn er eines Tages so groß wie ein Stecknadelkopf wird, wirst du wissen, dass sehr schlimme Zeiten gekommen sind.“

Im Volksmund heißt diese Pflanze „Schamkraut“[1]. Ihre Blütendolde ist rund, weiß und besteht aus vielen einzelnen Blütenblättern, die einem Kristallgitter ähneln,  in der Mitte befindet sich der erwähnte schwarzeFleck. In früheren Zeiten nahm seine Größe ¾ von der Oberfläche der Blütendolde ein, vor einigen Jahrzehnten schrumpfte er auf die Größe einer Ein-Cent-Münze und heutzutage ist der Fleck tatsächlich so groß wie ein Stecknadelkopf, wobei er bei vielen Blüten fehlt. Der Punkt in der Mitte der Blütendolde sieht auf den ersten Blick schwarz aus, bei näherer Betrachtung erscheint er jedoch purpurrot. 

Der Mensch errötet, wenn etwas Verborgenes und Dunkles in ihm ans Licht kommt. Die Quelle der Scham ist das Gewissen, d.h. Christus, der sich vor etwa 2000 Jahren an Pfingsten durch den Heiligen Geist mit unserem Willen aufopferungsvoll verbunden hat. Aus diesen dem Menschen unbewussten Tiefen heraus appelliert das Ich des Makrokosmos ständig als das Gewissen an unsere Moral, die direkte Auswirkungen auf alle drei Königreiche der Natur hat. Wegen des Erwerbs unserer ersten Ich-Form, die zwar reflektierend, aber immerhin eine Ich-Form ist, sind die Naturreiche von uns abgefallen. Manche Tiere wurden zu fleischfressenden Raubtieren, weil der Mensch übermäßig die Materie liebgewonnen und Genuss an der Fleischnahrung gefunden hat. Der heutige Moralverfall, den uns das „Schamkraut“ in einer deutlichen Art veranschaulicht, schließt das Verschwinden von Gewissen, Scham und Moral im heutigen Menschen ein, was zu dem unvermeidlichen Absturz auf solche Bewusstseinsstufen führt, die eher für die sog. „Umwelt“ charakteristisch sind. Schon der große Philosoph des Ich Fichte hatte mit Erstaunen und wachsender Besorgnis festgestellt, dass „die meisten Menschen sich lieber für ein Stück Lava im Monde halten würden als für ein Ich“[2]. Unser reflektierendes Ich ist dabei, seine Möglichkeiten auszuschöpfen und hat den Scheideweg erreicht, an dem die Zivilisation nur zwei Möglichkeiten vor sich hat – entweder unumkehrbar zum Abgrund der unterphysischen Welten zu gehen oder durch die Synthese der Anthroposophie mit dem Impuls des Bodhisattva Beinsa Douno nach einer rechtmäßigen Verbindung mit unserem unsterblichen, ewigen individuellen ICH zu suchen, das der väterliche Weltengrund jedem Menschen direkt geschenkt hat. Bedauerlicherweise ist der zweite Weg dem überwiegenden Teil der Menschheit völlig unbekannt und heutzutage beobachten wir zahlreiche Prozesse in der Welt, die den Zerfall des (niederen) Ich bezeugen. Wenn wir diese Prozesse nach der von Rudolf Steiner eingeführten Methode der historischen Symptomatologie betrachten, können wir zwei Erscheinungen als die sichtbarsten Kennzeichen identifizieren – die Pandemie des chinesischen Coronavirus und die linksextremen Unruhen, die viele sog. „demokratische“Länder erfasst haben. Wir wollen beide zunächst einzeln betrachten und dann sie miteinander verbinden, um das Bild zu verdeutlichen.

Wie die Anthroposophie lehrt, erschienen die Viren unter die Menschheit während der atlantischen Wurzelrasse infolge des Kampfes von Erzengel Michael gegen den Drachen. Unter dem „Drachen“ versteht die christliche Esoterik die Vereinigung der luziferischen und ahrimanischen Kräfte. Nach dem Sündenfall der lemurischen Zeit begann die Menschheit, sich nach dem Irdischen zu sehnen, verfiel den Illusionen über beide Welten, was Leiden, Krankheit und Tod als Folge hatte. Wie oben erwähnt, wirkte sich dies schicksalhaft auf die gesamte Natur aus, deshalb hatte der große Apostel Paulus (der heute wieder inkarniert ist) im Römerbrief erklärt, dass „die gesamte Schöpfung unter dem Gewicht der allmählichen Verhärtung leidet und seufzt und Spiritualisierung erwartet“.[3]

In den vorchristlichen Zeiten hatten wir immer noch die Fähigkeit, zwischen den luziferischen und ahrimanischen Kräften zu unterscheiden, weil sie unsere Seele getrennt und auf zwei verschiedene Arten angriffen. Nach der letzten Schlacht zwischen Michael und dem Drachen 1879 drangen nicht nur manche sehr mächtige ahrimanische Geister in den Menschen ein, sondern sie schlossen vor unserer Seele ein Bündnis mit den ansonsten entgegengesetzten luziferischen Wesen. Gerade dieser „Knoten“, den der Mensch nicht kennt und dessen Bestandteile er nicht voneinander unterscheidet, greift ihn an. 

Der Erste Weltkrieg brach aus, es kamen die bolschewistische Oktoberrevolution, die für das russische Volk todbringend war, und der Abstieg des deutschen Volks in den Nationalsozialismus. Es folgte der Zweite Weltkrieg, der noch mehr Opfer und Zerstörungen mit sich brachte und zu einer Reihe weiterer totalitären Regimes an verschiedenen Orten auf der Erde führte. Hier sehen wir auch das Eingreifen der gefährlichenAsuras, allerdings müssen wir ausdrücklich hervorheben, dass sie den Menschen nicht direkt angreifen, weil wir immer noch zu schwach sind, um einem solchen Angriff standzuhalten. Wenn wir über die tödlichen sexuellen Bacchanalien in Großstädten, über die epidemische Verbreitung der Drogensucht oder den wahnsinnigen Terrorismus sprechen, so ist das alles nur ein Abglanz der wahren Macht dieser nicht verwirklichten Archai. Die von uns empfangene Offenbarung berücksichtigend, können wir sagen, dass die Asuras nur dann direkt als Widersacherwesen eingreifen, wenn es dem Menschen gelungen ist, die Verbindung zwischen dem (niederen) Ich und dem (höheren) ICH zu bahnen und damit den Beginn der langen Reise zur Verinnerlichung des von Christus auferweckten Phantoms Jesu (des Auferstehungsleibes) zu setzen. Die Entstehung der Möglichkeit für die gesamte Menschheit, einen solchen Anfang zu machen, erschien erst nach der Ausstrahlung der beiden oben genannten esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts und der Vollbringung ihrer urbildhafte Synthese an der Wende zum 21. Jahrhundert.

Was das „Tier mit den zwei Hörnern“ betrifft, so greift Sorat nur dann ein, wenn es im aktuellen Zyklus in einer bestimmten Art zu einem Übergang vom siebenstufigen Grundgesetz der Entwicklung zur Oktave kommt, was sich in einer Vorbereitung auf den nächsten Zyklus ausdrückt. Diese Vorbereitung hängt zusammen mit jenemmysteriösen Geistesmenschen, den Christus auf der Sonne zurückgelassen hat, mit den tiefen Geheimnissendes Heiligen Geistes von Pfingsten und mit dem ewigen Leben, das dem Auferstehungsleib innewohnt. Heute interessiert sich fast niemand auf der Erde für die Elemente der Oktave und die wenigen Menschen, die es wagen, ihren spirituellen Blick auf diese höchsten Bereiche des Bewusstseins zu richten, sind vor Täuschungen nicht sicher. Etwas Ähnliches geschah mit der bemerkenswerten stigmatisierten AnthroposophinJudith von Halle bei der Darlegung ihrer Ansichten über die Coronavirus-Pandemie[4]. Sie ging nicht von der Genese des Phänomens in China aus, sondern von dem österreichischen Skiort Ischgl, über den im Frühjahr dieses Jahres viel die Rede war und entwickelte ihre These über das Karma der Menschheit, die Neigung des heutigen westlichen Menschen zu immer mehr Materialismus, Vergnügungen, Konsum usw.

Zu Beginn dieses Vortrags benutzte ich die Bezeichnung ‚chinesisches Virus‘ und nicht ‚Coronavirus‘, welche die von China finanzierte ahrimanisierte Weltgesundheitsorganisation absichtlich durchgesetzt hat, um durch den Austausch der Bezeichnungen die Infektionsquelle zu vertuschen. Dieses Virus ist etwas ganz Besonderes und jeder müsste begriffen haben, dass wir es hier mit etwas anderem zu tun haben als mit den uns bekannten Viren. Dementsprechend ist der Grund für das Auftreten dieses Virus ein anderer. In einem früheren Vortrag haben wir ausführlicher über dieses Thema gesprochen[5], nun werden wir Einiges  für die Zwecke des heutigen Vortrags wiederholen. 

Zweifellos läuft gerade ein Abbezahlen des Menschheitskarmas ab und die westlichen Konsumgesellschaften werden ihre Rechnung bezahlen müssen. Ich betone jedoch ausdrücklich, dass hinter diesem Virus nicht die Asuras oder gar Sorat selbst stehen, wie Judith von Halle behauptet, sondern die Vertreter der hellen geistigen Mächte, die uns vor der immensen Gefahr China schützen wollen, wo die luziferischen und ahrimanischen Kräfte durch die Asuras im dortigen Drachen eng miteinander verflochten sind. Einerseits schaut man in China auf die Vergangenheit mit dem Konfuzianismus in ihrem Mittelpunkt, andererseits tobt dort die ahrimanische Zukunft mit den heutigen Technologien unter dem Stern ihres spezifischen Kommunismus und all das machtden Menschen zu einem „vernünftigen Tier“. Solche „vernünftigen Tiere“ sind die chinesischen Führer, obwohl dort auch eine Spaltung in zwei Flügel der Kommunistischen Partei zu beobachten ist – in Vertreter des pro-westlichen bolschewistisch-liberalen Flügels  unter Premierminister Li Keqiang und Anhänger des Nationalismus chinesischer Ausprägung unter Präsident Xi Jinping. Im Allgemeinen erheben die chinesischenFührer den Anspruch auf  Multipolarität in der Welt und ihnen zufolge sollten diese „Pole“ um China selbst, um die USA, die Europäische Union, Russland und eventuell Indien gebildet werden. Man spricht in China über ein Asien für die Asiaten, über die eigene technologische und wirtschaftliche Überlegenheit und über die Gleichberechtigung der politischen Systeme. Damit will man den eigenen Entwicklungsweg legitimieren, derjedoch für die Welt katastrophal ist. Hinter jedem Privatunternehmen, das sich auf den Weg macht, in fremdes Territorium einzudringen, steht auch chinesisches Staatskapital. Damit werden Geschäfte nach chinesischemModell und chinesischen Regeln in denjenigen Ländern durchgesetzt, in denen China landet – in den USA, Europa oder in Afrika, das mit seinen endlosen natürlichen und menschlichen Ressourcen besonders attraktivist. Das Himmlische Reich fühlte sich sogar militärisch so stark, dass ein hochrangiger Führer auf die Kritik des US-Außenministers Mike Pompeo mit folgendem Kommentar verachtungsvoll reagierte: „Die Ameise versucht, einen Baum zu schütteln.“ Der chinesische Drache ist allmählich zu einem wilden Tiger geworden, der mit dem Segen Russlands und der westlichen Nationen gezüchtet wurde und bereit ist, sie etappenweise zu zerreißen. Wegen dieser tödlichen Bedrohung trat auch das von einer Fledermaus auf den Menschen übertragene Virus auf. Die Fledermaus ist ein Symbol für Ahriman und auf den ersten Blick scheint es, als ob er uns angegriffenund zu dieser sozioökonomischen Destabilisierung der Welt geführt hat. Aufgrund seiner bevorstehenden Inkorporation braucht er wirklich eine Destabilisierung in alle Richtungen. Es ist kein Zufall, dass es den „Arabischen Frühling“, die Orangenem Revolutionen und alle Arten von Konfrontationen auf der zwischenmenschlichen Ebene, zwischen einzelnen Völkern und sogar Rassen gibt. Am 11.08.2020 wurde das menschliche Gefäß, das für diese Inkorporation bestimmt worden war, 21 Jahre alt. Nach den okkulten Gesetzen markiert das den Beginn der Manifestation des Ich, obwohl in diesem Fall die Manifestationen viel früher beginnen. Deshalb braucht Ahriman eine globale Destabilisierung und er hat sie von den hellen Kräften erhalten. Ist das ein Paradox?! Nein.

Die westlichen Völker brauchten eine Schockwirkung, um zu erkennen, dass der Weg, den sie in ihren Beziehungen zu China eingeschlagen haben, zutiefst fehlerhaft ist und sich ändern muss. Wie der Prozess ablaufen wird, hängt von vielen Faktoren ab und es ist gut, den geistigen Hintergrund zu kennen, vor dem er sich verwirklichen wird. Und das Hintergrundbild zeigt, dass ab der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die allmähliche Trennung des menschlichem Ätherleibes vom physischen Leib begann. Das ist an und für sich ein Einweihungsprozess, der dem Menschen unbewusst ist und in ihm extreme Unruhe verursacht. Jeder Mensch spürt innerlich diesen Aufstieg zum Astralen, ohne jedoch zu verstehen, was mit ihm geschieht. Jede unrechte, d.h. unbewusst verlaufende Initiation kehrt jedoch auf destruktive Weise mit rückwirkender Kraft auf den Menschen zurück. Dies ist einer der Hauptgründe für die Kataklysmen, die im 20. Jahrhundert geschahen, als die Zweite Wiederkunft Christi begann. Zu Christus können wir aufsteigen und Ihm begegnen nur durcheine der heutigen Zeit angemessene christliche Einweihung. Christus wartet auf uns, aber Ahriman hat seine Kräfte eingespannt und setzt alle möglichen Werkzeuge ein, um diese Begegnung zu verhindern. 2017 jährte sich zum 100. Mal die bolschewistische Revolution in Russland und da konnte er nicht umhin, um das heutezu beobachtende linke Chaos zu katalysieren. Dieses Chaos aktivierte auch die sechste Erdschicht, aus der dunkle Wesen auftauchen und den Prozess intensivieren. Kaum hatte es Macron geschafft, mit den sog.„gelben Westen“ fertig zu werden, da loderte es schon in Amerika auf. Und was in den Vereinigten Staaten geschieht, ist für die ganze Welt von besonderer Bedeutung. Rudolf Steiners Prophezeiungen begannen in Erfüllung zu gehen. Wir können mehrere Hauptgründe für den Wahnsinn aufzeigen, der das mächtigste Land der Welt erfasst hat. Steiner hatte gewarnt, dass das, was die angloamerikanischen Logen als Bolschewismus nach Russland gebracht hatten, nach nicht allzu langer Zeit in veränderter Form in die angloamerikanische Welt zurückkehren würde. Russland wurde der internationale Bolschewismus auferlegt, nun tobt der rassenmäßige Bolschewismus in den Vereinigten Staaten. Wir wissen, wozu die erste Variante des Bolschewismus geführt hat. Wohin wird die zweite führen?! Während die Schäden, welche die erste Bolschewismusart verursacht,  mit den Defekten im Astralleib zusammenhängen, erschüttert die zweite die Fundamente des physischen Leibes selbst, weshalb auch die Schäden hier weitaus gefährlicher sein werden. Zwischen beide Bolschewismusarten stellt sich der nationalistische Bolschewismus, der den Ätherleib befällt. Wir können ihn in China, Nordkorea und keimhaft auch an vielen anderen Orten beobachten.

Als zweiten Hauptgrund für das, was in den USA geschieht, können wir die unrechtmäßige Verinnerlichung der Bewusstseinsseele durch die Vertreter der angloamerikanischen Völker nennen, mit der sie gemäß dergeistigen Vorbestimmtheit der Menschheit geboren werden. Aber es ist nicht das Gleiche, ob jemand mit diesem höchsten Teil der Seele geboren ist, der ihm nach dem Erbprinzip veranlagt wurde, oder ob er seine Seele derart kultiviert hat, dass sie zur absolut obligatorischen Brücke wird, auf die der Heilige Geist zumMenschen herabsteigt. Wenn man dies nicht tut, macht der Geist einen Bogen und steigt durch die Verstandes- und sogar durch die Empfindungsseele herab. Das aktiviert im Menschen den Egoismus jeglicherArt – denjenigen der Nationen, Rassen, Konzerne usw. – und macht die Bewusstseinsseele zu einem Zentrum der destruktiven Kräfte, das sowohl die persönliche als auch die allgemeinmenschliche Apokalypse (im negativen Sinne) vorbereitet. Genau das passiert jetzt in den USA.

Hinzu kommt die mangelnde Immunität dieser Völker gegen den Bolschewismus und der problemlose Verlaufdieses linksliberalen Prozesses in den letzten 30 bis 40 Jahren bei ihnen. Der schwache Schutz führt jetzt zu Hilflosigkeit im Umgang mit den Folgen und die Situation wird durch die karmische Vergeltung für die Sklaverei, die vor 200 Jahren in Amerika existierte, noch komplizierter. Deshalb nimmt der Bolschewismus dort eine rassenmäßige Nuance an. Wenn man bedenkt, dass  auch das Karma der Weltherrschaft abgetragen werden soll, die von den herrschenden Eliten Amerikas auf eine unangemessene, selbstische Weise praktiziert wird, sieht man in der Tat, wie unkontrollierbar die Situation dort wird. Als Trump an die Macht kam, erklärte er mit Nachdruck, dass die Vereinigten Staaten die zivilisatorische Entwicklung der Welt erneut bestimmen würden. 

Rudolf Steiner hatte vor der Gefahr der angloamerikanischen Einflüsse gewarnt, die nur Tod und Zerstörungfür die kulturelle Entwicklung der Völker Europas bedeuten. Wir alle haben erlebt, wie diese Folgen nach dem Zweiten Weltkrieg unter den Völkern Europas westlich des Eisernen Vorhangs waren und wie sie nach dessenFall unter den Völkern östlich des Vorhangs sind. Die zerstörerische Kraft wird auch durch die Mittel des unrechtmäßig praktizierten mechanischen Okkultismus extrem erhöht, zu dem die angloamerikanischen Völker von Geburt an eine Neigung haben. Dieser Okkultismus führt mit satanischem Drang zur Suche nach der künstlichen Intelligenz und zur Schaffung von Designerbabys, um dem Menschen die Denk- und Reproduktionsfähigkeit zu entziehen und sie in die Hände der menschlichen Vertreter der dunklen Mächte auf der Erde zu legen, die sich vollständig den Widersachern ergeben haben. Zu dieser Spezies gehören die Chefs von Facebook, Google, Amazon, Tesla usw. Sie besitzen eine gigantische Wirtschaftskraft, die unvermeidlich zur Selbstzerstörung der Zivilisation führen wird, die wir heute kennen, weil das Potenzial des niederen Ich erschöpft ist, um sich an es anzulehnen. Das würde nur weitere schmerzvolle, zerstörendeTodesqualen verursachen.

Zu dieser Zerstörungskraft gehört auch die verbissene Trennung der Menschen in „linke“ und „rechte“ und beide Arten unterscheiden sich in ihrer Seelenkonstitution gründlich voneinander. Diese Seelenkonstitution wurde ihnen schon in Urzeiten angelegt, als sich die Stammes- und Völkergemeinschaften unter dem Einfluss zweier entgegengesetzt wirkender Kräfte ausbildeten. Die eine stieg aus der geistigen Welt zum Irdischen herab und durch sie gingen Einflüsse des jeweiligen Egregors zu seinen Zöglingen auf der Erde as. In einem Teil der Menschen überwogen jene Einflüsse, die wir, nachdem sie eine Reihe von Metamorphosen erfahren haben, heute in den „linksorientierten“ Menschen feststellen können. Die entgegengesetzt wirkenden Kräfte kamen aus dem Irdischen, das sich in den Besonderheiten der Geographie, des Klimas, Erdbodens usw. widerspiegelt. Aus ihnen entstanden die Stimmungen des anderen Teils des jeweiligen Stamms oder Volks, die heutzutage für die sog. „Rechten“ charakteristisch sind.

Trotz ihrer Polarität, die wir z.B. in den USA zwischen Demokraten und Republikanern beobachten können, lassen sich viele der Charakteristika der Rechten wegen des oben erwähnten, von den Asuras gebundenen „Knotens“ zwischen den ahrimanischen und luziferischen Wesen bei den Linken beobachten bzw. umgekehrt. Die Linken erheben den Anspruch, Ideen zu haben, spirituell zu sein. Doch ihr Luziferismus hat nichts gegen das Geld der Rechten und der ahrimanisierte Spürsinn für gute Geschäfte der Rechten ist unvermeidlich mit dem luziferischen Stolz der Linken verbunden. Der Clinton-Clan ist ein herausragender Vertreter der Linken und der Trump-Clan – der Rechten. Die Konfrontation zwischen Republikanern und Demokraten hat sich dermaßen zugespitzt, dass beide schon jetzt erklären, dass sie bei einem eventuellen Verlust der bevorstehenden, in der Geschichte der USA wichtigsten Präsidentschaftswahlen, die Ergebnisse nicht anerkennen werden. Bisher wissen wir nicht, wohin die USA nach den Wahlen steuern werden, doch Trump scheint trotz seiner Mängel die bessere Variante zu sein. In Hinblick der 30 Millionen Menschen, die schon in dritter Generation Sozialhilfe beziehen, ohne zu arbeiten, würde die Finanzstabilität zusammenbrechen, wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst und kein Kapital aus dem Ausland zurückkommt. Dann würden die dämonischen Leidenschaften, die wir gegenwärtig dort beobachten, noch stärker toben. Die Linksliberalen sind nicht fähig, einen Wirtschaftsaufschwung zu bewirken, da sie die Vorteile der Macht nur konsumieren wollen. Diese Besonderheit gehört zu ihrem Charakter. In dieser Phase gibt es keine Alternative für Trump. Und selbst wenn er in diesem Land wiedergewählt wird, das einen führenden Geist hat, der sich der rechtmäßigen Weltentwicklung widersetzt, würden dort trotzdem die notwendigen Kräfte fehlen, die mit dem kommenden Ahriman fertig werden können. Und Ahriman wird sich höchstwahrscheinlich in ein dort geborenes menschliches Gefäß inkorporieren. Die Gegenwehr wird aus einer anderen Richtung kommen. 

Wenn wir auf die restlichen Zentren der – nach dem Verständnis der chinesischen Staatsführer multipolaren Welt – schauen, können wir von der alten indischen Spiritualität auch nicht erwarten, dass sie mit Ahriman fertig werden kann, egal wie erhaben sie ist. Dazu ist ein Christentum in einer der heutigen Zeit angemessenen Form notwendig, das in Indien definitiv nicht vorhanden ist. Dort ist kein Ausweg in die Zukunft zu finfen. Das gilt bedauerlicherweise auch für Russland, wo der orthodoxe Ethnophilitismus[6] in Verbindung mit dem politischen Asiatentum vorherrscht und Putin nach der Betonierung seiner lebenslangen Macht durch das neulich durchgeführte Referendum versucht, die Sowjetunion in einer neuen Form wiederzubeleben. Das wird man auf die schon bekannte extensive Art probieren – nach Weißrussland, Kaukasus, in die zentralasiatischen Republiken oder auch ins Baltikum, nach Moldavien… Russland Putins, der eine Reinkarnation einer der widerlichsten historischen Persönlichkeiten ist, strahlt eine Aggressivität aus, die nichts Gemeinsames hat mit dem unbesiegbaren Gralsgeist, welcher der Empfindungsseele dieses Volks innewohnt und sich in der zukünftigen sechsten Kulturepoche in der möglichst kategorischen Art durch die verinnerlichte Bewusstseinsseele manifestieren wird. Dieser Geist wurde im vierten und fünften Jh.n.Chr. vom geheimnisvollen Skythianos jenen Bulgaren angelegt, die in den Gebieten des alten großbulgarischen Reichs lebte, das sich zwischen dem zweiten und siebten Jahrhundert auf einem umfangreichen Territorium nördlich des Schwarzen Meeres erstreckte. Diese Menschen waren es, die das Fundament der Kiewer Russ bildeten, bis im neunten Jh. Boris I – der Fürst Donaubulgariens – von der geistigen Welt die Aufgabe erhielt, die zukünftige slawische Gemeinschaft zu schaffen, in der die Menschen mit angelegter Fähigkeit zum eugenischen Okkultismus geboren werden. Dieser Okkultismus wird zukünftig beim Übergang der Menschheit zur geschlechtlosen Reproduktion durch das Wort auf der Grundlage des umgebauten männlichen Kehlkopfs sehr notwendig sein. Die Bulgaren haben Russland das Schrifttum, das Christentum und die Anführer gegeben. Doch mit der Ermordung des Thronfolgers aus dem bulgarischen Herrschergeschlecht der Rjuriks wurde die Nabelschnur zu den Bulgaren abgetrennt und das russische Volk schlug eine falsche Entwicklungsrichtung ein. Nach dem jahrhundertelangen Umherirren kam es zu den heutigen Verfallsprozessen. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen sind die Russen weltweit am stärksten von der Alkoholabhängigkeit betroffen, die Drogensucht wächst an und die Hoffnungslosigkeit hat dauerhaft die russische Seele ergriffen. Es besteht die schwache Hoffnung, dass der in Weißrussland eingesetzte Prozess der Erhebung der jungen Menschen sich auch in Richtung Osten verbreiten kann, um den imperialen Instinkt, der für die russische Politik verhängnisvoll ist, abzuschütteln, so dass dieses leidgeplagte Volk den ihm von der Vorsehung vorgezeichneten wahren Weg findet.

Wenn wir unseren Blick auf die Südhalbkugel lenken, sehen wir, dass dort ein  Polzentrum um Brasilien entstehen könnte, da sein Volk die Rolle einer Reservevariante für die sechste Kulturepoche erfüllt, falls das Slawentum scheitern sollte. Das dortige intensive Erleben des katholischen Christentums ist mit dem Christus-Erleben der russischen Seele vergleichbar, allerdings enthält es keinerlei keimhafte Gralskräfte. Daher würde auf diesem Boden lediglich ein Ersatz, eine ausgetauschte slawische Kulturepoche entstehen. Der unter den Brasilianern weit verbreitete Linksradikalismus, gepaart mit dem ultrarechten Präsidenten Bolsonaro und der Pandemie des chinesischen Virus lassen bisher keine besonderen Hoffnungen aufkeimen. Dabei muss man bedenken, dass sich die gesamte Kulturentwicklung in der nachatlantischen Zeit auf das Territorium der Nordhalbkugel entfaltet hat. Die Südhalbkugel mag ihre Bedeutung haben, aber den Weg in die Zukunft müssen wir im Norden suchen, in Europa, wo gegenwärtig fast alle Länder in der Europäischen Union vereint sind. Wegen historischer und karmischer Ursachen hat diese Union sehr bunte Bestandteile. Nicht von ungefähr haben sich einzelne Mitgliedstaaten in gewisse informelle innere Gruppierungen zusammengetan – die Wischegrader Vier, die Vier der „Sparsamen“, die Gruppe der Südländer, die auf mehr Ausgaben bestehen, und das Paar Bulgarien-Rumänien, das sich nach der Aufnahme Bulgariens in den Warteraum der Eurozone gewisserweise gespalten hat. Es ist ein Prozess der Änderungen und Umschichtungen im Gange. Seinem imperialen Reflex folgend, bevorzugte Großbritannien eine zweifelhafte „Befreiung“ von der EU. Die auf den Resten des Römischen Reichs entstandenen südlichen lateinischen Völker sowie die westlich verlegten Völker werden nun mit den karmischen Folgen des Kolonialismus konfrontiert, nachdem sie lange Zeit auch vom Angloamerikanismus mit seinem Säkularismus angegriffen worden waren. Die skandinavischen Länder sind von den verschiedenen Formen des Linksradikalismus und dem Eindringen zahlreicher Vertreter anderer Rassen besonders geschädigt. Die mitteleuropäischen Völker, die mit den Anlagen des hygienischen Okkultismus geboren werden, vergaßen, wie man über den Geist rechtmäßig nachdenkt und verfielen der Ausweglosigkeit des Materialismus und des gemütlichen Bürgertums. Die alte Geistigkeit, die dort mit Goethe, mit den großen deutschen Philosophen und vor allem mit der Anthroposophie entstand, wird gegenwärtig von liberalen Wahnsinnigkeiten ersetzt, die das Deutschtum auf eine verhängnisvolle Art von seiner wahren Bestimmung entfernen. Die jungen Menschen befinden sich in der Gefangenschaft der Bolschewiken, die eine „grüne“ Maske aufgesetzt und sich zum Ziel gestellt haben, die Ressourcen der Gesellschaft in allen erdenklichen parasitären Arten abzusaugen. Wenn das verwirrte Mädchen Greta Thunberg den Kurs der EU zum „Green Deal“ bewirken konnte, dann muss wohl die gesunde Vernunft stark beschädigt sein. Das Problem der Klimaanomalien hängt nicht mit dem Kohlendioxid zusammen, sondern mit den materialistischen Gedanken der Menschen, welche den Wärmeäther zerstören und den ahrimanischen Wesen erlauben, mit dem Wärmeelement alles nach ihrem Belieben zu tun. Wenn wir dem die barbarische Digitalisierung hinzufügen, sind wir auf Ahrimans Ankunft „bestens“ vorbereitet. Was könnte ihm entgegengesetzt werden?!

Unter den jetzigen Bedingungen einer grassierenden Pandemie begann Deutschland, allmählich mit der vollständigen Abhängigkeit vom Willen der USA zu brechen. Es ist ein gutes Zeichen für die richtige Richtung, dass Deutschland nicht damit einverstanden war, den Bau des Nordstream 2 aufzuhalten. Die Zukunft der Welt liegt im Bauen einer Brücke, die das Slawentum mit dem Deutschtum verbindet, allerdings nicht nur durch Wirtschaftsbeziehungen zwischen Merkel und Putin, die sich gegenseitig nicht ausstehen können, sondern durch die von Bulgarien begonnene Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts. Der deutsche und der russische Erzengel hoffen, miteinander über den bulgarischen Erzengel Raphael zu „verkehren“. Das kann geschehen, wenn ihre Zöglinge auf der Erde sich der Synthese zuwenden. In diesem Sinne ist es erfreulich, dass es Deutsche gibt, die versuchen, eine solche Synthese vorzunehmen und ernsthafte Fragen an mich richten, die ich in angemessener Art zu beantworten versuche.

Und was passiert auf der Balkanhalbinsel? Die Verträge Bulgarien-Nordmazedonien und Griechenland-Nordmazedonien gaben den sog. „Mazedoniern“ einen ernsthaften Ansporn auf ihrem Weg zur europäischen Integration. Es ist jedoch noch ein langer Weg zu gehen, auf dem sie mit den Lügen zu brechen haben, die ihnen der Kommunismus in Bezug auf ihre Identität eingepflanzt hat. Das wird für sie nicht einfach sein. Die Hoffnungsträger sind die jungen Menschen, die eher bereit sind, ihre Weltanschauung zu ändern. Die anderen sind – nach der Definition eines „Mazedoniers“, der seit mehreren Jahren in Bulgarien lebt und mit einer bulgarischen Frau verheiratet ist, – „Idioten“. Sie werden es bis zu ihrem Tod bleiben. Der Kommunismus ist ein Unglück, das sich aus dem tiefen Abgrund des Bösen herausgeschlichen hat und die drei Leiber, die Seele und das Ich des Menschen auf eine Weise schädigt, deren Folgen sich in Zukunft immer wieder manifestieren werden. Der in Deutschland angefangene Berliner Prozess, der die Absicht hat, Hilfe zu leisten und später Mazedonien in die allgemeineuropäische Familie der Westbalkanländer zu integrieren, ist richtig. Obwohl der Prozess wegen der Pandemie vorübergehend ins Stocken geriet, ist er zukunftsträchtig.

Es wird notwendig sein, eine Einigung und ein Abkommen zwischen dem Kosovo und Serbien zu erzielen, die schädliche Russophilie in der sog. „Republika Srpska“, welche zu Bosnien und Herzegowina gehört, zu eliminieren und eine Reihe weitere Hindernisse zu überwinden. Die Balkanländer sind mit zu viel Geschichtehinter ihren Rücken belastet, die es gilt, richtig zu interpretieren, um vorwärts zu gehen. Ein wichtiger Faktor in dieser Region ist die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reichs, die unter Erdogan einen Kurs auf Re-Islamisierung nahm, deren Ziel war, Führer der gesamten islamischen Welt und ein weltweiter Faktor in der Politik zu werden. Die Türkei ist zwar gescheitert, aber wir müssen uns noch zukünftig mit diesem Austauschdes weltlichen Prinzips im Land herumärgern. Der Gründer der säkularen Türkei Mustafa Kemal Atatürk, der als Militärattaché in Sofia eine nicht verwirklichte Liebe mit der Tochter eines hochrangigen bulgarischen Offizier erlebte, hatte ein sehr warmes Verhältnis zu unserem Volk. Heute ist er unter den Bulgaren inkarniert, wobei er wie viele andere Menschen seinen Weg zur Synthese sucht. Unter welchen Bedingungen machendie Bulgaren das?

Seit 20 Jahren laufen in Bulgarien drei Prozesse ab, die wir auf die drei Glieder des sozialen Organismus nach Rudolf Steiner beziehen können. Diese Prozesse werden von drei Persönlichkeiten repräsentiert. Für den wirtschaftlichen Teil ist dies der Showmaster Slawi Trifonow.

Slawi Trifonow

Als er noch ein armer Student an der Musikhochschule mit dem Fach Bratsche war, erwuchs in ihm der Wunsch, eines Tages reich, berühmt und einflussreich zu werden. Die Entstehung dieser Absicht fiel mit dem Beginn der demokratischen Veränderungen in Bulgarien zusammen und sein Schicksal wurde dadurch in Gang gesetzt, dass man ihm die Möglichkeit bot, bei der damals sehr beliebten Studentenfernsehshow „Ku-ku“ mitzumachen. Als jemand, der ein stark ausgeprägtes Ego und den Drang nach Dominanz hat, machte Trifonow seine eigene Show und seit dem Herbst 2000, als er bei einem der größten Fernsehsender landete, gewann die Umsetzung seiner Absichten an Dynamik. Er erkannte sehr gut, dass man unter Nutzung der Fernsehzeit, um politische und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu beschimpfen und zu schmähen, viel Geld verdienen und Einfluss gewinnen kann. Mit seiner Sendung setzte er einen Prozess der Verrohung und Verdummung der Bevölkerung durch, hinter dem die dunklen Kräfte des Übergangs standen, deren Handlanger die Gangster und die kommunistische Staatssicherheit sind. 

Jemand könnte einwenden, dass dieser Mann zum geistigen Teil des sozialen Organismus gehört, aber meiner Meinung nach ist er das herausragendste Beispiel für die äußerst ungerechte Art und Weise, in der die Umverteilung des Reichtums im wirtschaftlichen Bereich stattgefunden hat. In einem weiteren Sinne ist Trifonow der schmutzige Schaum von allem, was in diesem Bereich passiert ist. Nicht zufällig ist sein Aussehen schrecklich, sein Gesundheitszustand hat sich drastisch verschlechtert und er ist Single geblieben – unfähig, eine Familie zu gründen. Jetzt ist Trifonow so dreist, sich als Retter des Volkes vor den „Bösen“ zu präsentieren und politische Macht zu beanspruchen. So wie die kommunistische Infektion schwer zu heilen ist und auf sehr tiefen Ebenen in Erscheinung tritt, so werden auch die Folgen des Verdummungsprozesses noch lange das öffentliche und private Leben in Bulgarien vergiften. Den fraglichen „Retter“ erwarten unumgänglicherweise ein weiterer Absturz und die Karma-Vergeltung für seine Sünden. Hoffentlich wird der Schaden, den er zukünftig verursachen kann, nicht so groß sein.

Im staatlich-rechtlichen Bereich – genauer gesagt in seinem ersten Teil – begann vor zwanzig Jahren der Stern von Bojko Borissow zu leuchten und in der vergangenen Zeit nahm sein Glanz nicht ab, sondern verstärkte sich und beleuchtete sogar das politische Leben von Europa gemäß der vor Jahrzehnten gemachten Vorhersage einer unserer herausragendsten Hellseherinnen. Die Absicht, mit der er den Weg der Erfüllung seiner Mission bestieg, unterscheidet sich grundlegend von der des genannten Showmasters. Sie lautet: „Ich werde das bulgarische Volk durch alle bevorstehenden Hindernisse führen.“ Dies ist ein direktes Gelübde vorChristus, vergleichbar mit dem, was Moses vor etwa 3.500 Jahren getan hat. In der vergangenen Zeit hatBorissow so viel für Bulgarien getan, dass wir stundenlang sprechen müssten, wenn wir es auflisten wollten. Er lernte on-the-Job, indem er zwischen mehreren sog. „Großmächten“ lavierte. Er schaffte es, Bulgarien vor dem Migrantenzunami zu bewahren, Gaspipelines, Autobahnen, Kläranlagen, Schulen, Kindergärten und vieles andere zu bauen. Aber vor allem verbesserte er Bulgariens Image und trug dazu bei, das Vertrauen Europas und der Welt wiederherzustellen. Das sieht man an der verbesserten Bonität des Landes oder an der erwähnten Aufnahme in den Warteraum der Eurozone, an seiner enormen friedensstiftenden Rolle auf dem Balkan und an den zahlreichen für beide Seiten vorteilhaften Kontakten mit verschiedenen Weltführern.

Leider fehlte im zweiten Teil des staatlich-rechtlichen Bereichs des dreigliedrigen sozialen Organismus – der Justiz – eine herausragende Persönlichkeit, die in der Lage wäre, diesen Bereich mit Inhalten zu füllen. Sieben Jahre lang mimte die odiöse Gestalt des kommunistischen Sprößlings Boris Weltschew nur den Generalstaatsanwalt nach und bediente die Interessen der politischen und wirtschaftlichen Oligarchie, die mit der ehemaligen kommunistischen Nomenklatura verbunden war. Sein Nachfolger Sotir Tsatsarow betrat trotz anfänglicher Zweifel allmählich die Gebiete der dunklen Interessen, in die sich vor ihm niemand getraut hatte. So bereitete er den Boden für denjenigen, der am Ende dieser zwanzigjährigen Periode mit der möglichst radikalen Absicht kommen sollte, die von einem Generalstaatsanwalt formuliert werden kann: „Jeder, der während des Übergangs sich illegal bereichert oder ein Verbrechen begangen hat, soll unabhängig von seinem Platz in der sozialen Hierarchie der Gesellschaft verurteilt werden.“ Iwan Geschew begann diese Absicht in die Tat umzusetzen, indem er Oligarchen, die bis vor kurzer Zeit sich unantastbar wähnten, in die Untersuchungshaft brachte, indem er sogar das Präsidialamt betrat, um die dortigen dunklen Angelegenheiten zu beleuchten, indem er auch die kleinen Ortschaften erreichte, in denen bis vor kurzem sich ungestört Kriminelle aus den untersten Ebenen austobten. Leider ist im Rechtsbereich noch nicht jene Persönlichkeiterschienen, die das Vertrauen in das Richteramt wiederherstellen kann, da bisher an der Spitze der Richter dieäußerst kontroverse und zweifelhafte Person Lozan Panows stand. Doch es besteht die Hoffnung, dass die Richter genau wie die Staatsanwälte ihren unbestrittenen Führer nominieren werden.

Und im dritten Glied des sozialen Organismus – dem Geistigen – begann im Oktober 2000 die Ausstrahlung der Synthese der beiden esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts, die für das geistige Leben der Menschheit rettend sein kann. Die Absicht, mit der dieser Prozess eingeleitet wurde, war: „den Anfang von etwas zu setzen, was zum ersten Mal als ein individueller Ich-Akt geschieht und danach allen anderen Menschen auf der Erde zur Verfügung stehen wird, wenn sie es wollen.“ Die Synthese hat heute im spirituellen Leben der Menschheit keine Alternative und dies wird im gesamten fünften Kulturzeitalter bis zu seinem Ende so sein.

Nicht umsonst legen wir so viel Wert auf die ursprüngliche Absicht, die den Handlungen der genannten Persönlichkeiten Impulse verlieh. Bulgarien steht unter dem Zeichen des Steinbocks und Saturn trat vor etwa zwei Jahren in dieses Zeichen ein. Er setzte sich auf „seinen Thron“, um dann wieder in einem neuen 28-jährigen Zyklus die Sonne zu umkreisen. Es gibt sieben seelische Einstellungen und die erste davon – ‚Gnosis’ hängt mit dem Planeten Saturn zusammen. Im Kreis der zwölf Weltanschauungen wird die Anschauung desSpiritualismus aus der geistigen Sphäre des Steinbocks ausgestrahlt. In den letzten 28 Jahren, als Saturn die Sonne umkreiste, war der Sternenhimmel für Bulgarien in einer Art angeordnet, die deutlich zeigte, dass der Übergang vom Sozialismus zum liberalen Kapitalismus von viel Dunkelheit, Intrigen, Aktivitäten hinter den Kulissen und Diebstählen begleitet sein wird. Der aktuelle Zyklus begann mit dem Versprechen, dass alles Dunkle ans Licht kommt. Und wie wir wissen, braucht jede Zeit ihre Persönlichkeiten und ruft sie auf, damit die notwendige Arbeit erledigt wird. 

Deshalb trat Geschew auf, dessen berufliche und persönliche Qualitäten niemand bestreitet. Das einzige „Argument“ seiner Gegner gegen ihn ist der absurde Vorwurf, dass er eine Mütze trägt. Als er das Präsidialamtbetrat, um einige der ehemaligen Militärangehörige und Polizisten zu verhaften, die sich dort zusammen mit dem pro-russischen Präsidenten Rumen Radew angesiedelt hatten, wurde der Generalstaatsanwalt für manche Kreise äußerst unangenehm. Es erhob sich ein Protest, der von denselben dunklen Mächten und ihren Bediensteten in der Wirtschaft und dem politische Sektor inspiriert worden war. Mit Geld von Oligarchen finanziert, die sich im Ausland verstecken[7], begannen in einigen  Städten Proteste mit bescheidener Teilnehmerzahl, denen sich leider auch Menschen anschlossen, die als  „intelligent“ gelten. Auch Studenten, die wegen der Pandemie aus dem Ausland zurückgekehrt waren oder sogar Menschen, die als „spirituell“wahrgenommen werden, machten bei den Protesten mit. 

Warum sollten wir uns wundern, dass die jetzt wieder inkarnierten Karl Marx und Friedrich Engels auch unter den Demonstranten waren?! Äußerlich angeführt von dem sogenannten „giftigen Trio“, bestehend aus einem erfolglosen Anwalt[8], einem Inhaber von Fake News speienden Internetseiten[9] und einem gescheiterten Künstler[10] begann das ganze Amalgam von Menschen, das unsichtbar vom langen Arm des Panslawismusgesteuert wurde, vor allem in Sofia zu wüten, wobei es den Rücktritt der Regierung, des Generalstaatsanwalts, des Direktors des nationalen Fernsehens und jedes möglichen Amtinhabers verlangte, der ihnen einfallen konnte. Dabei hatte niemand der Protester eine Ahnung, wie es nach einem Fall derRegierung weitergehen würde. Es wurden Särge herumgetragen, schwarze Totensäcke[11] ausgelegt, Galgen aufgebaut, Barrikaden aus Mülleimern, Bänken und allem, was sich auf den Straßen finden ließ, errichtet, umwichtige Kreuzungen zu blockieren. Es wurden Polizisten beleidigt und ständig provoziert und die schwarzmagischen Medien haben alles inszeniert und überbetont, um den Protesten den Charakter eines „Volksaufstands“ zu verleihen. Die jungen Leute riefen „Rücktritt“ und wiederholten papageienartig den bolschewistischen Slogan „Gangster raus“, den der Präsident Rumen Radew mit einer in Rotfront-Manier erhobenen  Faust vorgab – man verlangte den Rücktritt der Regierung, des Parlaments und desGeneralstaatsanwalts, ohne die geringste Ahnung zu haben, was man tat. Diese Menschen erinnern mich anmeinen kleinen Enkel, der einmal im Alter von fünf Jahren rot vor Wut folgende Worte sprach:  „Ich will, ich will, aber ich weiß nicht, was ich will“. Nur dass diese jungen Protester nicht fünf, sondern 20, 25 oder 30 Jahre alt sind. Es ist ihnen eigen, dass sie auch von einem gewissen Idealismus geführt werden, dass sie einen Kampf gegen den Status Quo, gegen die „bösen“ Erwachsenen führen. Wenn man sich jedoch der Konsequenzen seiner Handlungen nicht bewusst ist, stellt jeder Widerstand einen destruktiven anarchistischen Radikalismus dar, der unvorhersehbare Konsequenzen nach sich zieht. Während die Engel, Erzengel und die höheren Wesen eine bestimmte Absicht ausstrahlen und erst zum Schluss sehen, welche Ergebnisse erzielt wurden, ist es hier in der physischen Welt erforderlich, wenn man sich aufmacht, etwas zu tun, auch die Konsequenzen seiner Handlung vorauszusehen. Was benötigt wird, ist die Entwicklung des Bewusstseins im Sinne der Synthese, die der einzige Ausweg in die Zukunft ist, nicht die Umsetzung permanenter trotzkistischer Revolutionen, die den Dämonen das Tor im Menschen öffnen und nur Zerstörung und Tod bringen. Das habe  wir im sog. „Großen Volksaufstand“ am 2.09.2020 gesehen. Am Feuer, das diese dunklen Leidenschaften entfachen, wärmt sich Ahriman gern und bereitet seine Inkorporation vor. Die jungen Menschen haben keine Weisheit und keinen Immunschutz gegen den Bolschewismus, den sie weder verstehen noch verstehen wollen. Das gilt für fast alle jungen Menschen in den sog. „etablierten Demokratien“. In der heutigen Jugend wirken unbewusst die Kräfte des Michael-Zeitalters und rufen sie zu Offenheit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Einheit, Liebe und Verständigung auf, aber all diese Impulse werden nicht vom täglichen Wachbewusstsein  bewusst erkannt. Deshalb arten sie oft in wahnsinnigen ökologischen und anderen Ideen aus, über die sich die politischen Geier hermachen, deren letztes Ziel es ist, mehr Geld in den Taschen und Macht über die Naivlinge zu haben. Solche politischen Geier kreisten auch um die Proteste in Bulgarien. Unter den Demonstranten gibt es gescheiterte Existenzen aller Art, die als Schlägertruppe oder nur Komparsen erscheinen und darauf warten, einige Krümel in dieser Bacchanalie abzubekommen, die vom Präsidenten, dem „giftigen Trio“ und den erwähnten Oligarchen geleitet wird. 

Bei dieser Entwicklung zogen sich viele Menschen, die als „Denker“ galten, von den Protesten zurück, um nicht mit den besagten Verlierern gleichgesetzt zu werden, die von den dunklen Mächten – wohlgemerkt: nur wenige Monate vor den regulären Parlamentswahlen – ausgenutzt werden, um einen illegalen Putsch gegen die absolut legitimen Behörden in unserem Land zu probieren. 

Und wie reagierte Bojko Borissow in dieser Situation? Neulich verglich ihn ein Schriftsteller mit Mahatma Gandhi und dessen Verzicht auf Gewalt, mit dem Gandhi Indiens Unabhängigkeit erkämpfte. Und genau hier sind die ersten Strahlen jenes zukünftigen Manichäismus zu bemerken, auf den die Menschheit überhaupt noch nicht vorbereitet ist. 

Das Hauptmerkmal, das den bulgarischen Premierminister auszeichnet, ist die Tatsache, dass er ein Christ ist, der seit Tausenden von Jahren vorbereitet wurde auf seine Mission in der gegenwärtigen Zeit, die der „Großen Schlacht auf Erden“ bevorsteht – der Begegnung mit Ahriman. Bojko Borissow ist sowohl links gestimmt als auch auf seine spezifische Art rechts situiert. Doch wenn seine christliche Natur zwischen diesen beiden Extremen nicht bemerkt wird, bleibt er der Öffentlichkeit zutiefst unbekannt. Als ein „Zwilling“[12] kann er in bestimmten Momenten auch schwanken, weshalb er nicht streng verurteilt, sondern in seiner Aufgabe und Führung unterstützt werden sollte, die vorerst ohne Alternative ist. Natürlich gibt es keinen Grund für den vorzeitigen Rücktritt dieser Regierung und nur böswillige und mit sich selbst unzufriedene Menschen, geleitet von dem für die Bulgaren so charakteristischen Neid, können sich weiterhin die Lunge aus dem Leib mit den „Rücktritt“-Rufen schreien und das Weiße „schwarz“ nennen. Es gibt angehäufte Gefühle der Ungerechtigkeit, es gibt Korruption, Vetternwirtschaft und Probleme aller Art. Aber hinter diesem Protest stehen dunkle und nicht  helle Kräfte und daher gibt er keine Antwort auf die Frage, wie man danach vorgeht, sondern macht die Situation noch schwieriger. Das zweite Kommen Christi ist im Gange und damit geht das aus dem Evangelium bekannte  „Jüngste Gericht“ einher, um das Karma der Menschheit zu regeln, das in den letzten Jahrhunderten bis zur Unkenntlichkeit verwickelt wurde. Jeder Mensch ist der geistigen Welt gegenüber persönlich verantwortlich für das, was er denkt, sagt und tut. Das betrifft in besonders hohem  Maße die Menschen, die sich für spirituell halten. Mit tiefem Bedauern muss ich jedoch feststellen, dass die Zahl derjenigen, die kein Verständnis der Ereignisse aufbringen können, gar nicht gering ist. Ich hoffe, dass dieser Vortrag den Menschen hilft, damit in ihnen eine neue Sicht auf die äußeren Ereignisse aufgeht und sie sich auf die Seite des Guten und der Gerechtigkeit stellen, die in Bulgarien unumkehrbar in Gang gesetzt wurden!


[1] Bulg. срамниче, wörtl. ‚Schamkraut‘, die deutsche Bezeichnung der Pflanze ist ‚wilde Möhre‘.

[2] Zit. nach GA 117,  S. 153.

[3] Vgl. „Brief an die Römer“ (8:19)

[4] In ihrem Buch „Die Coronavirus-Pandemie. Anthroposophische Gesichtspunkte“ von 2020.

[5] Vgl https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2020/04/16/warum-nahm-das-coronavirus-von-china-aus-seinen-gang/

[6] Ethnophilitismus – Unterordnung unter die weltliche Macht, die nach dem Kanon eine Häresie darstellt. 

[7] Es geht um Zwetan Wassilew und Wassil Boschkow, die sich in Serbien bzw. Dubai vor der Rechtsprechung verstecken.

[8] Nikolaj Hadschigenow

[9] Arman Babikjan

[10] Welislaw Minekow

[11] So z. B. vor Bojko Borissows Haus in Bankja.

[12] Geboren ist er am 13.6.1959.

Die Auferweckungen der Zeitenwende und die Inkorporation Ahrimans

     vorgetragen von Dimitar Mangurov am 4.4.2020 in Varna

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Der heutige Lazarustag[1], der 4.4.2020, ist besonders geeignet, zwei Videovorträge aufzuzeichnen – der erste hat den Titel „Die Auferweckungen der Zeitenwende und die Inkorporation Ahrimans“ und der zweite – „Warum das Coronavirus von China aus seinen Gang nahm?“. Der erste Vortrag wurde bei unserem letzten Treffen angekündigt, als wir über die „Apokalypse“ des Evangelisten Johannes sprachen und den zweiten hat die sich vor unseren Augen entfaltende Situation in der Welt angeregt. Nun werden wir versuchen, aus einem anderen Blickwinkel die Ereignisse zu betrachten, die sich vor ca. 2000 Jahren zugetragen haben und endlose Geheimnisse hüten, um eine Brücke zum bevorstehenden Eintritt Ahrimans in einen Menschenleib zu schlagen. Dieser Eintritt steht in direktester Verbindung zur gegenwärtigen Prüfung, der die gesamte Menschheit durch das Virus, das aus China kam, unterzogen wird. Als eine rechtzeitige Hilfe betrachte ich das neulich erschienene Buch des russischen Anthroposophen Gennadij Bondarew „Und ihr werdet die Wahrheit erkennen …“, das hoffentlich nicht das letzte in seinem Leben sein wird!

Die enorme Vielschichtigkeit und Kompliziertheit der Ersten Ankunft Christi erfordert, dass sich unser Bewusstsein unbedingt möglichst hoch erhebt, so dass wir verfolgen können – wenn auch zusammengefasst – wie es zur Notwendigkeit des Golgatha-Opfers kam. Das würde uns wenigstens einen Schritt näher an das Gewahrwerden der Folgen dieses Opfers für die Menschheit und das ganze Weltall bringen. Gleichzeitig wird uns auch die Rolle der sog. dunklen Mächte in der höchsten Vorsehung, die zur Realisierung von den Höhen des väterlichen Weltengrundes herabsteigt, immer klarer werden.

Vor dem Beginn des Zyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan „kam“ der väterliche Weltengrund aus dem Mahaparipralaya-Zustand zu einer Uroffenbarung „heraus“, die im Osten ‚Mahaparinirvana‘ genannt wird. Diese entfaltete sich in drei Etappen, die noch keine Evolution darstellten, sondern gleichsam die drei göttlichen Hypostasen „ordneten“, damit sie zur Handlung „nach draußen“ in der Gestalt der drei Logoi Atma, Buddhi und Manas und unter der Führung des anfänglichen Logos-Christus herausgehen konnten, der das makrokosmische Ich-bin-Prinzip im Weltall trägt und als dessen Allerhalter wirkt. Der väterliche Weltengrund offenbarte sich im Mittelpunkt eines Kreises, der Kreis zog sich zu einer Ellipse mit zwei Punkten an beiden Enden zusammen. Diese Punkte stellten den Ort der Manifestation Gott des Vaters und Gott des Heiligen Geistes dar. Doch damit die Entwicklung in Bewegung kommen konnte, musste die Ellipse „gezwirnt“

Und zu zwei Schlaufen der Lemniskate werden, was seinerseits einen dritten Punkt zwischen diesen beiden Punkten hervorbrachte, in dem sie aufeinander treffen und ineinander übergehen können. Auf diese Art kam die Hauptachse im Evolutionszyklus im Sinne seines Herabstiegs zur Materialisierung des Geistes zustande, wobei das Erreichen einer bestimmten Grenze die Einleitung des entgegengesetzten Prozesses der Vergeistigung bewirkte. Das Leben des Weltalls bewegt sich auf einer Lemniskate, doch das Neue entsteht immer im Mittelpunkt – dem Punkt des Sohnesgottes. Als Erster Logos strahlte der Vatergott über die Throne opfervoll die Substanz der Welt aus, die ein bewusstes Allbewusstsein darstellte. Darauf nahmen die Hierarchiewesen ihre Plätze auf der Weltachse ein, um ihrerseits diese Substanz entsprechend der vom Gott dem Heiligen Geist getragenen Idee des Zyklus zu verinnerlichen. Sofern der Prozess durch die Bewegung der Evolution in der Zeit begleitet wird, entsteht eine weitere Waagerechtachse und sie schneidet die Senkrechtachse im Mittelpunkt, in dem das Mysterium der Verinnerlichung der Substanz stattfindet. Auf diese Weise wurde das Hauptstrukturkreuz der Welt „aufgestellt“, auf dem die Weltenseele, d.h. das Leben der Seele gekreuzigt wird, das nach der Idee der Welt organisiert wird und funktioniert. Die Entwicklung selbst, in der Substanz, Leben und Idee in den verschiedensten Formen auftreten, hat die Form einer Ellipse oder eines Kelchs angenommen, in dem sich die Hypostase des Sohnes entlang den beiden Kreuzachsen offenbart und als Christus und das Ich-bin dieses Kreuz auch auf sich genommen hat, um es während der Erfüllung Seiner Aufgabe im gegenwärtigen Zyklus und bei der Vorbereitung des nächsten Zyklus zu tragen. Der Erdenmensch ist aufgerufen, Haupthelfer Christi bei dieser äußerst schwierigen Aufgabe zu werden, die unter den Bedingungen immer anwachsender Konfrontation zwischen den hellen und dunklen Mächte im Weltall erfüllt werden muss. Welche sind diese Mächte und was stellt eigentlich das Weltall dar?

Jeder „Rückzug“ Gottes bedeutet die Entfaltung des luziferischen Prinzips zu immer weiteren Lebenssphären. Deshalb übernahmen die luziferischen Götter mit großer Begeisterung und Zuversicht die Offenbarung bzw. „Ausatmung des väterlichen Weltengrundes“, um während der ersten drei Äonen das geistige Weltall zu schaffen. Seit dem vorherigen Zyklus besaßen sie ein eigenes Ich, doch je weiter sie fortschritten und sich vom Ausgangspunkt entfernten, desto mehr „erschöpften“ sie sich und näherten sich der Grenze, wo die Uroffenbarung zur „Einatmung“ und Rückkehr in die Höhen ihres Urquells übergehen sollte, was die Wesen mit Begeisterung wegen des Einswerdens mit der All-Einheit erfüllte. Im irdischen Äon ist diese Grenze unser Sonnensystem und vor allem der Planet Erde. Indem sich die luziferischen Götter, die im alten Thrakien und danach im alten Griechenland ‚apollonische Götter‘ genannt wurden, in der oberen Schlaufe der Lemniskate bewegten und dem Ende des Weltalls zustrebten, stießen sie in einem bestimmten Zeitpunkt auf ein gewisses „Stauben“, auf etwas Mineralisches, was der Eingriff ahrimanischer Wesen bewirkt hatte. Die zwei Arten von  Widersachermächten nahmen Platz auf beiden Seiten der zwei Achsen des Weltenkreuzes und wirkten polarisch entgegengesetzt. Doch die makrokosmische Bildung des irdischen Äons und der besagten materiellen Grenze war das Ergebnis hauptsächlich der anwachsenden Polarisierung zwischen dem oberen Weltall der apollonischen Götter, das in der Schlaufe des Heiligen Geistes mit Blick auf die zukünftigen Äonen entstanden war und des unteren Weltalls, das in der Schlafe des Vaters lag, wo sich die im alten Thrakien ‚chthonisch‘, also ‚unterirdisch‘ genannten Götter aufhalten und wirken. Sie sind die ursprünglichen, wahren Götter, denen die „oberen“ Götter lediglich als Spiegel zur Selbsterkenntnis dienten, eine Art Vertretung der „unteren“ Götter bildeten. Letztere überließen es ihnen, die Uroffenbarung in den ersten drei Äonen zu entfalten, blieben aber gleichzeitig die Hüter der vergangenen Evolution. Zudem ist in ihrem höheren Bewusstsein das Vorgefühl der zukünftigen drei Äonen enthalten, wenn sie gemäß der Stufe der Entfaltung in ihre Sphäre die apollonischen Götter aufnehmen werden, was zum Verschmelzen in Einheit der höheren Wirklichkeit des Weltalls mit seinem Spiegelbild führen wird. Vorläufig aber besteht diese Grenze zwischen beiden Götterarten. Es war wegen des Aufkommens eines reflektierenden Ich-Selbstbewusstseins beim Menschen absolut notwendig, dass sich eine solche Grenze herausbildete. Gott hatte nämlich geplant, eine neue Hierarchie mit Eigenschaften zu schaffen, die nur Er selbst besitzt. Dazu soll in den Wesen dieser Hierarchie die Liebe mit dem freien Willen vereinigt werden, damit Gutes entsteht, das keiner der anderen Hierarchien bekannt ist. Zu diesem Zweck musste Gott die Herabsenkung Seines wesentlichen Bewusstseins bis zum Nichtsein ertragen. Aus diesem Grund wurde das Böse zum unvermeidlichen Begleiter des Guten. Während im vorigen Zyklus, als die Entwicklung nur im aufsteigenden Bewusstseinsstrom verlief und wir schließen können, dass die Liebe von der Liebe angenommen wurde, herrscht in unserem Zyklus eine Trennung zwischen Weisheit und Liebe vor und ihre „Verheiratung“ in der Wahrheit wird von unermesslichen Leiden der Menschheit begleitet und die Liebe kann sogar abgelehnt werden.

Das anfängliche bewusste Allbewusstsein, das auf dem alten Saturn unserem physischen Leib als Geistesmensch eingepflanzt wurde, verwandelte sich in unser niederes Ich; die damalige Seelenwärme „erlosch“ und nahm die Form des toten Mineralreichs an. Einerseits schloss sich das „Tor“ unseres Ich-Selbstbewusstseins für den freien Durchgang des Lebens, denn die ursprüngliche Lemniskate des Weltalls in der Schöpfung nahm die Form der theoretisch-erkenntnismäßigen Lemniskate der uns bekannte dialektischen Logik an; andererseits erschien auch das „Tor der Natur“ in der Gestalt des Planeten Erde und dieses Tor wurde für das menschliche Bewusstsein unüberwindbar. Es kam die „Götterdämmerung“. Die Wechselbeziehung zwischen Substanz, Leben und Idee im Zyklus brach ab und die Schaffung neuer Formen, in denen das Leben evolvieren konnte, wurde blockiert. Die versteinerte Erde bildete sich in der „Niemandssphäre“ aus, in der sich die obere und niedere Sphäre schneiden und einander teilweise überlagern. Dort ist der Schnittpunkt der beiden Achsen des Weltenkreuzes. Die Lösung der Weltenkonfrontation zwischen der „oberen“ und „unteren“ Götter wurde gänzlich auf unseren Planeten und den Menschen übertragen. Gemäß den Gesetzen, die sie bedingen, ist die Erdenbildung „linsenförmig“, wobei die eine „Oberfläche“ von den apollonischen Göttern gebildet wird. Das ist der Vorhang, der uns für unsere Sinnesorgane gegeben wurde. Er ist verdichtete Illusion, denn hinter diesem Vorhang gibt es keine Materie, er stellt nur ein Phänomen dar, hinter dem das Geistige steht. Wenn wir vom oberen Zentrum der Lemniskate aus unseren Planeten, der in der Peripherie des Weltalls liegt, betrachten, stellt er eine Art illusorische staubvolle Stelle, ein Nichts dar. Dementsprechend ist der Blick von der Erde aus zum geozentrischen Bild des Weltalls illusorisch. Durch das Aufhalten des Strebens der oberen Schlaufe der Weltlemniskate nach ihrer Vollendung entsteht eine Form, die nur von der Sinneswelt aus betrachtet wie ein Planet aussieht. Das ist eigentlich die materielle Grenze des luziferisch gebildeten Weltalls, weshalb uns bei der Betrachtung von der Erde aus vorkommt, dass das ganze Weltall um uns materiell ist. Wir übertragen einfach die dreidimensionale Wahrnehmung der uns umgebenden Natur auf den ganzen Kosmos.

Das Prinzip der Existenz der Materie „verdichtet“ sich bis zur sichtbaren Form des materiellen Seins als Folge der Wirkung, die aus der unteren Schlaufe der „chthonischen“ Götter kommt, die materielle Grenze aufhebt und die Wirkung des allgemeinen Prinzips der Metamorphose wieder herstellt, das für die von oben abwärts wirkenden luziferischen Götter blockiert wurde. Die andere „Oberfläche“ der „Erdenlinse“ ist nicht einfach materiell, sondern ätherisch-physisch. In ihr zeigt sich die Weltätherität der uranfänglichen Götter gleich nach dem Vorhang der physischen Welt, die das Aussehen der vier Ätherarten hat. Diese vier Ätherarten stellen den geistigen Pol der vier Elemente (im rosenkreuzerischen Sinne) dar und die Elemente zeigen sich ihrerseits in den Aggregatzuständen der Formen aus dem materiellen Sein. Aus diesem Grund fängt laut Rudolf Steiner das Weltall sofort mit der Ätherorganisation an und dort draußen gibt es nichts Physisches. Der blaue Himmel ist der Äther um uns herum, der bewirkt, dass wir ihn sinnlich wahrnehmen können. Doch eigentlich machen unendlich viele Elementarwesen die Ätherarten in ihrer übersinnlichen Wirklichkeit aus. Diese Wesen haben die Hierarchien hervorgerufen, damit sie an der Peripherie der Weltschöpfung eine Daseinssphäre bilden können, in der das Ich herausgebildet werden kann. Aus diesem Grund ist die Materialisierung der zweiten „Erdenoberfläche“ nicht illusorisch. Sie ist das Erscheinen der peripherischen Elementarkräfte des Weltenäthers und stellt hier vor uns eine Art „Tor der Natur“ dar. Wenn wir durch dieses Tor gehen, treten wir in die Sphäre des Weltenäthers, des Weltenlebens ein und hinter dem äußeren, luziferischen Vorhang der Natur eröffnet sich dem Eingeweihten die ganze vergangene Evolution in den Äonen, die im sog. Kamaloka von der Astralwelt „aufbewahrt“ wird. Das „Nichts“ der Erde verwandelte sich in einen „Stein“, der die auf der Senkrechtachse der Welt abwärts gehenden Entwicklungsprozesse sowie das zweite Weltall verhindert. Für das gesamte Weltall wurde die Erde zu einem Problem, das die freie Atmung der Entstehung behindert, die auf der ganzen Lemniskate verläuft. Insbesondere erlaubt sie der mittleren Kraft, d.h. Christus nicht, die drei vergangenen in drei zukünftige Äonen über das menschliche reflektierende Denken zu verwandeln, das gerade auf der mineralisierten Erde entstanden ist. Damit das Problem gelöst wird und unser Planet nicht von der Evolution abfällt, muss die Waagerechtachse des Weltenkreuzes erhöht, vergeistigt werden. Das bedeutet, das Verhärtete muss aufgeweicht werden. Diese Aufgabe ist äußerst schwierig, denn sie bedeutet, dass die Substanz der Welt metamorphosiert und das Bewusstsein des väterlichen Weltengrundes von der Evolution zu Seiner höchsten Unausgesprochenheit zurückgebracht werden muss. Die große Schwierigkeit kommt daher, dass eine starke Wandlung im Verhalten der luziferischen Wesen eingetreten ist, die uns das logische Denken geschenkt haben. Ihre fortschrittliche Rolle in den vorherigen Äonen machte sie zu „Brüdern“ Christi, doch als sie die „verstaubte“ Erde erreichten, gingen sie tief in sie hinein und wurden zu Verführern des Menschen. An der materiellen Grenze kamen ihnen die ahrimanischen Wesen entgegen, deren Natur eigen ist, das Weltall zurück „einzuatmen“, doch nicht zur All-Einheit des väterlichen Weltengrundes, sondern als ein Akt der Unterschlagung von allem Ausgeatmeten, was auch dem Charakter des egoistischen Selbstbewusstseins des niederen menschlichen Ich entspricht. Beide Arten von Wesen ließen sich im Erdeninneren nieder, in das sich immense Kräfte des Bösen konzentrierten, besonders in den Mittelpunkt der Erde, der mit dem Schnittpunkt des Weltenkreuzes zusammenfällt. Jemand musste die Grenze zwischen dem luziferischen Weltall und dem Weltall der chthonischen Götter überwinden. Letztere können wir auch ‚Götter der Weltmitte’ nennen, die Christus treu blieben. Christus war derjenige, der die Grenze in einer opfervollen Art  „überquerte”, die es nie wieder geben wird und die auf ewig als Urbild bleibt, das nur in bestimmter Weise befolgt, jedoch nicht wiederholt werden kann. An dieser Stelle müssen wir mit Bewunderung und ewiger Dankbarkeit an einen Teil der wichtigen Geheimnisse treten, die im Mysterium von Golgatha verborgen sind.

Wenn der Mensch sich inkarniert, steigt sein individuelles Ich bis zum physischen Leib herab, nachdem es auf der Schlaufe der apollonischen Götter von den Devachans die Astralwelt durchlaufen hat. Stirbt der Mensch, so nimmt das Ich den Rückweg, was jedoch zu einem gewissen Herabsenken des höheren Ich-Selbstbewusstseins führt, das auf der Erde erlangt worden ist. Wenn die Seelen zusammen mit dem Ich herabsteigen, ist die irdische Inkarnation vom Standpunkt der nur auf dem physischen Plan erreichbaren Individualisierung aus eigentlich ein Aufstieg; Wenn das Ich heraustritt, stirbt der Leib, dann kehrt die Seele zuerst ins Kamaloka zurück, um geläutert zu werden und danach in die geistigen Welten aufzusteigen und sich auf ihren nächsten Herabstieg vorzubereiten. Ob sie sich zu den höchsten Geistessphären erhebt, wo die beiden Teile des Weltalls eine Einheit bilden, hängt von ihren Taten auf der Erde ab. Auf dem Weg ins Kamaloka wird sie von einem Extrakt des Astralleibes begleitet; ein Extrakt des Ätherleibes kehrt in die Welt der wahren Götter zurück, wo die Sphäre des Lebens ist. Natürlich bleiben die menschlichen Monaden, die ihrem Wesen nach ein Ich sind, bei ihrer Inkarnation in einem gewissen Sinne Bürger des geistigen Weltalls, da ihnen das Materielle als solches nur äußerlich in den Sinneswahrnehmungen gegeben wird, hinter deren Hülle sie nicht eindringen können. Wenn die Grenze dieser chthonischen Hülle erreicht wird, werden sie zurückgestoßen, d.h. sie sterben und nehmen den Rückweg durch das luziferische Weltall.

Das Mysterium der Jordantaufe vollzog sich auch in der oberen Schlaufe der Weltlemniskate. Als Johannes der Täufer Jesus unter das Wasser tauchte, lösten sich Teile des Astral- und Ätherleibes vom physischen Leib; das Zarathustra-Ich trat heraus und strebte in die Astralwelt und an seine Stelle trat das Christus-Ich hinein, das aus der Sphäre über dem höheren Devachan herabgestiegen und ebenso durch die obere Schlaufe der luziferischen Götter gegangen war. Der Leib starb nicht, im Gegenteil – es folgte eine höchstmögliche Verstärkung des Lebens, das vom kosmischen Bewusstsein Christi erfüllt wurde. Dieser Ich-Lebensgeist sollte in weniger als drei Jahren die drei Leiber Jesu jeweils in Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch verwandeln, d.h. sie vollkommen vergeistigen, nachdem ein kaum vorstellbarer Märtyrerweg zurückgelegt worden war. Für Christus war das auch ein Aufstieg zum Vollbringen Seines höchsten Opfers, denn Er hat dieses Opfer unter Bedingungen vollbracht, die den Hierarchiewesen unbekannt sind. Der Erlöser durchquerte die „verstaubte“ Grenze und trat auf die physisch-ätherische Erdoberfläche, wo der Tod als Mineralisches herrscht. Zum ersten Mal hat ein Hierarchiewesen die äußere Grenze sinnlich gesehen und ihr dabei einen wesentlichen Charakter verliehen. Auf dieser Grenze geschah das Mysterium von Golgatha, mit dem die sinnliche Realität dem Tod entrissen wurde. Wie hat Christus das verwirklicht?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir auf das Innere der Erde und ihre Schichten schauen. Die neunte Schicht bildet den Erdkern, der die Wohnstätte des Planetengeistes ist. Er ist ein Wesen, das in der Vergangenheit solche Entwicklungsstufen erreicht hat, zu denen der Mensch erst in der sechsten und siebten Runde unseres Äons aufsteigen wird. Gegenüber dem Planeten erfüllt dieser Geist eine solche Rolle, die das individuelle ICH gegenüber dem Menschen erfüllt. Wenn wir diese Analogie fortsetzen, können wir sagen, dass die Geister des Zeitlaufs den planetarischen Astralleib bilden und unserem Astralleib entsprechen; die Naturgeister machen den Ätherleib der Erde aus und entsprechen dem menschlichen Ätherleib und die sinnlich wahrnehmbare Welt des Planeten entspricht unserem physischen Leib. Der Planetengeist wirkt im Sinne der wahren Götter, denn sie bewohnen auch das Erdinnere. Der helle Wille der chthonischen Throne kommt bis zum Mittelpunkt der Erde selbst und wir können sagen, dass der Urquell der Handlungen Christi in den drei Jahren gerade der Welt dieser Götter entstammte. Doch die dunklen Geister zieht es auch nach dem Erdkern. Über (bzw. unter) dem Kern befindet sich die achte Schicht, welche den Okkultisten als „Zersplitterer“ bekannt ist und im Neuen Testament ‚Hölle‘ genannt wird. Dort ist alles unharmonisch, rebellisch, amoralisch, der absolute Gegenpol der mit Liebe erfüllten Treue zum Göttlichen, die wir auf dem Buddhi-Plan über dem höheren Devachan finden können, wo sich die Loge der zwölf Bodhisattvas befindet. In der achten Schicht ist ein „völliges Versinken im Persönlichen“ zu beobachten, weshalb das Böse gerade hier seine Substanz bereitet und organisiert, um dann den Weg durch die restlichen Schichten bis zur Oberfläche und den Menschen zu suchen. Es inspiriert die Menschen mit Impulsen, die sie mit Feindseligkeit erfüllen, antisoziale Handlungen verursachen und das individuelle Prinzip atomisieren. Dadurch kommt die Beziehung zwischen Freiheit und Liebe abhanden und wird durch Willkür ersetzt. Diese Willkür verursacht noch nie dagewesene Entstellungen der Normalität, welche uns als globale „Tugenden“ propagiert werden. Diese Schicht ist auch eine Art Spiegelbild des höheren Devachan, jedoch mit dem entgegengesetzten Vorzeichen, da sie aus dem zerfallenen Lebensäther gebildet wird, der in unterphysische Kräfte mit immenser Vernichtungskraft verwandelt wurde. Wir kennen die zerstörende Wirkung der Atomenergie. Aus diesem, dem Devachan gegensätzlichen Reich der Asuras, dem ihr Anführer Asura vorsteht, schöpfen durch bestimmte Rituale diejenigen Menschen Kraft, die sich mit schwarzer Magie befassen.

Die achte Schicht ist auch ein Bestandteil der sog.“achten Sphäre“, die den „Raum“ umfasst, den die Mondbewegung um die Erde bildet. Dabei machen der Planet selbst und sein Satellit nicht diese achte Sphäre aus. Allerdings leben wir ständig in der achten Sphäre, ohne uns dessen bewusst zu sein, denn sie ist nicht mineralisch, sondern stellt visionäre Imaginationen dar. In diesem Sinne ist die achte Sphäre eine Art Rest der alten Mondzeit, als alle Substanzen imaginativ wahrgenommen wurden. In der achten Sphäre sind vergangene Zustände der Welt konserviert, weshalb dort die Freiheit unmöglich ist. Wenn der Mensch Autoritäten befolgt, dem Fatalismus verfällt oder den okkulten Materialismus praktiziert, geht ein Teil von ihm in diese Richtung, denn die mineralische Substanz wurde von der Erde abgetrennt und zurück in den imaginativen Zustand versetzt. Luzifer und Ahriman interessieren sich besonders für unsere edelsten Substanzen – das Gehirn und den Schädel. Ahriman will mit dem Menschen einen neuen Evolutionszyklus einleiten und dabei die achte und neunte Schicht mit unseren Seelen besiedeln. Er hätte keine Chance gehabt, wenn die achte Sphäre nicht in einer Einheit verbunden geblieben wäre mit der planetarischen Gesamtheit der Erde. Doch ein Problem für Ahriman stellt der Umstand dar, dass die Seele nach dem Tod in die entgegengesetzte Richtung ins Kamaloka und nach oben durch die geistigen Welten geht. Aus diesem Grund gehen gegenwärtig nicht mal die am tiefsten im Persönlichen versunkenen Menschen in diese beiden Schichten. Das Kamaloka gehört zur schlechten Astralwelt, die erst in unserem Äon ausgebildet wurde und deckt sich „räumlich“ mit der achten Sphäre, was Ahriman immerhin die Möglichkeit gibt, seine Absichten zu erfüllen. Er bekommt Hilfe auch von den Asuras, die ebenfalls Interesse für diese Sphäre haben. Aber es gibt noch ein wesentliches Hindernis – die achte Sphäre deckt sich räumlich auch mit dem zukünftigen Vulkanzustand. Der Vulkan stellt sowohl das Ende des Zyklus als auch die Erhebung in die Oktave dar, der ein Übergang zum nächsten Zyklus folgt. Aber vorläufig ist er nur eine Idee, die wir noch mit Substanz auszufüllen haben. Im rechtmäßigen Sinne wird die achte Sphäre von den Elohim bewohnt, die in ihr von der Sonne aus wirken und bereits auf den nächsten Zyklus mit Rücksicht auf den Übergang in die Oktave schauen. Und was stellt sich heraus: derselbe „Raum“ erhält die verschiedensten Charakteristika, je nachdem welche Wesen ihn bewohnen und welche Ziele sie verfolgen. Dort hat sich ein so fester Knoten des Kampfes um Einfluss auf den Menschen zusammengebunden und dies ist ein wahrhaft grandioser Anblick. Einzig der Mensch ist in der Lage, diesen Knoten zu lösen.

Das Verbinden der achten Sphäre mit dem Erdinneren ist ein allmählich entstehender Prozess. Wenn der Mensch sich in seinem Erdenleben mit dem unterphysischen höheren Devachan verbindet, entsteht eine Beziehung des Kamaloka mit der achten und neunten Schicht, sowie mit der achten Sphäre in deren negativem Aspekt, woraus der Begriff ‚Hölle‘ eine erweiterte Bedeutung erhält – die „Hölle“ kommt an die Oberfläche heraus. Aus der neunten Schicht erhebt sich „das Tier mit den beiden Hörnern gleich einem Lamm“, um den Übergang zur Oktave zu verhindern. Die Throne haben sich schon bei ihrem Opfer auf dem alten Saturn mit der Substanz verbunden, um sie bis zum Ende des Zyklus zu führen. Ihr Mitbruder Sorat hat die Aufgabe, den Prozess aufzuhalten, indem er die in den Tiefen der Erde versammelten Geister der Hindernisse anführt. Solche Geister sind auch die ahrimanischen Wesen, deren Festung die sechste Schicht ist. Die sechste Schicht wurde in ein unterphysisches niederes Devachan verwandelt, nachdem der Tonäther beschädigt und in die Energie des Magnetismus transformiert wurde. Aus diesem „Reservoir“ des reinen „Feuerwillens“ und des Lebens in astralem Zustand, das von Leidenschaften durchzogen, in ständiger Bewegung begriffen ist, steigen durch Kanäle zu der über ihr liegenden Schicht der „Fruchterde“ Kräfte auf, um durch Hohlräume die mineralische Erde zu erreichen und dort Massen aus Feuermaterie anheizend, Erdbeben, Vulkanausbrüche usw. hervorzurufen. Das ist ein Mittel, dessen sich Ahriman bedient, um die Menschheit auf dem Weg zu seinem Hauptziel anzugreifen. Und sein Ziel ist, die physische Substanz des Menschen zu rauben und sie in die achte Sphäre zu übertragen, nachdem er sie in eine feinere Existenzform, also in Energie verwandelt haben wird. Von dort will Ahriman diese Substanz zusammen mit der Menschenseele in sein unterirdisches Reich entführen, wo er mit ihnen die untere Schlaufe der Weltlemniskate abschließen will. Auf der Senkrechten der Entwicklung schafft Luzifer bzw. das luziferische Prinzip jede Form, die zukünftig vergeistigt und aufbewahrt werden soll, während Ahriman danach strebt, die Involution und Evolution im Augenblick aufzuhalten. Sobald er die Form in unterphysisches Materielles verwandelt hat, wird er dieses hinunterreißen, ohne die Chance auf zukünftige Vergeistigung. Luzifer hält sich im negativen Sinne auch in der achten Sphäre auf. Aber er ist bestrebt, die Entwicklung zurückzubringen, d.h. aufwärts auf der Senkrechten, jedoch nicht die empirische Zeit in die Sphäre des Organischen umzuwenden, was er nicht darf, sondern den individuellen Geist in das Seelisch-Geistige des Menschen in Form des Gruppenbewusstseins in verschiedenen Ausführungen einzuführen. Das bedeutet Ewigkeit in den Augenblick auszugießen. Luzifers Reich ist die vierte Schicht der unterphysischen Astralwelt, die aus dem gefallenen und in Elektrizität verwandelten Lichtäther gebildet wurde. Dort ist die Grenze, von der abwärts die unterphysischen geistigen Welten beginnen und aufwärts sich der allmähliche Übergang zu dem uns bekannten Materiellen der ersten Schicht gestaltet. Allgemeiner ausgedrückt, verschmelzen die geistigen Sphären im Inneren in der achten Schicht. Auf diese Weise wird den Kräften des Bösen ein breiterer Zugang zur Menschheit und zur Zukunft der Welt gewährt. Jemand musste sie aufhalten und sie zumindest für eine bestimmte Zeit in Fesseln legen, bis der Mensch zu seiner Bewusstseinsseele erwächst und fähig wird, den Weg zum Geistselbst, Lebensgeist und selbst zum Geistesmenschen zu bahnen – das war Christus.

Wie bereits erwähnt, stieg Er bis zur Grenze der beiden Weltalls, wo der Tod herrscht. Christus hat den Tod persönlich erlebt und besiegt, wobei Er zeigte, dass das „Alles“ der Materie ein „Nichts“ ist. Dieses Nichts hat Christus zum „Alles“ des Geistes erhoben und bewiesen, dass der Tod nur eine Metamorphose ist, die das ewige Leben zur Erhebung des individuellen Geistes schenkt. Der Mensch erhält die Todeskräfte aus dem Zentrum der ahrimanisierten Erde und in einem breiteren Sinne kommen sie auch aus der achten Sphäre, die wie oben angedeutet, „räumlich“ in drei Aspekten betrachtet werden kann. Christus selbst gewährleistet als makrokosmisches Ich-Prinzip die Einheit der drei göttlichen Hypostasen in der Schöpfung. Deshalb müssten wir jede Seiner Handlungen als dreifach und dreieinig betrachten. Ohne Seine Handlungen in räumlich-zeitlichen Unterschieden einzuschränken, können wir von drei Himmelfahrten und drei Auferstehungen Christi sprechen. Unmittelbar nach dem Kreuzestod am Karfreitag fuhr Er wie jedes Menschen-Ich, begleitet von der nathanischen Seele ins Kamaloka auf, wo sich die Menschenseelen anhäuften, die keine Kraft hatten, in die höheren Geistessphären aufzusteigen. Sie erlebten ihre Hölle, beobachteten aber auch die Gefahr, in die wahre Hölle der achten Schicht mitgerissen zu werden, aus der kein Entkommen möglich war. In ihrem Alptraum leuchtete ein starkes, das Bewusstsein tröstendes Licht auf und unter den dunklen Geistern kam Panik auf. Doch Christus setzte nicht Seinen Weg nach oben zu den Devachans und dem väterlichen Weltengrund fort, auf dem Er schon heruntergestiegen war, sondern änderte scharf die Richtung und strebte dorthin, wohin kein einziges Menschenwesen bisher heruntergestiegen war – in das Innere der Erde, damit die Menschen Kräfte bekamen, mit denen sie wenigstens für eine bestimmte Zeit das Böse in Gutes umwandeln konnten. Am Karsamstag stieg der Erlöser in die wahre „Hölle“ herab, zum Entsetzen aller dort befindlichen dunklen Geister und fesselte die Asuras, bis sie wieder befreit werden sollten. Zum Zentrum der Erde angelangt, wo der Schnittpunkt des Weltenkreuzes ist, vereinigte sich der Erlöser mit dem Planetengeist. So wurde Christus der Neue Geist der Erde und seitdem verwandelte sich in der stärksten Verdichtung, wo auch die Zuflucht Seines Hauptgegners Sorat ist, das Leben der Welt in das Herz der Welt, das in der Entwicklung grundsätzlich anders als vorher pulsiert – in Bezug auf die Erde mit der sie bewohnenden Menschheit und auf die Wesen des ganzen Weltalls. Danach überquerte der durch die Begegnung mit dem Bösen geistig gefestigte Christus die materielle Grenze des Weltalls, d.h. das „Tor der Natur“ zwischen den luziferischen und chthonischen Göttern, um auch das „Tor des Menschen“ zu passieren und vor dem imaginativen Blick der Apostel in die Welt der wahren Götter aufzufahren. Er kehrte zum väterlichen Weltengrund zurück und „setzte sich an Seine rechte Seite“ nicht durch die Sphäre der apollonischen Götter, sondern der wahren, Seinen Götter. „Stirb und werde“ wurde zur Tatsache für das ganze Weltall!

Damit es drei Himmelfahrten geben kann, mussten auch drei Auferstehungen da sein. Als Christus im Kamaloka auferstand und dort Sein Licht hineinbrachte, bahnte Er für die Menschen den Weg zum Geist der Wahrheit, der an Pfingsten herabstieg und das Verständnis für die Ereignisse der Zeitenwende mitbrachte, bei denen die Illusion des materiellen Seins und die Illusion des Todes überwunden wurden. Der Geist sollte direkt vom väterlichen Weltengrund herabsteigen, denn diese Auferstehung fand in der Sphäre des Heiligen Geistes und hing mit der Zukunft zusammen.

Als der Erlöser in der Hölle auferstand, trat Er in die Sphäre des Sohnes ein, d.h. in Seine eigene mittlere Sphäre, wo Er einerseits unter den „Dunklen“ Entsetzen verursachte und andererseits das Fundament anlegte, damit das Böse durch seine Umwandlung in ein Gutes erlöst werden kann. Diese Umwandlung vermag nur der Erdenmensch zu vollziehen und sie soll seine ewige Gegenwart sein, bis die uranfängliche Vorsehung für die Trennung in unserem Zyklus und dessen Übergang zur Einheit vollständig verwirklicht wird. Als Christus am Sonntag das Phantom Jesu in Seinen Lebensgeist erhob, war das eine Auferstehung in der Sphäre des Vatergottes, die zur Rettung der vergangenen Evolution führte und den Weg durch die Gegenwart zur Zukunft bahnte. Diese Auferstehung fand an der Oberfläche der Erde statt, wo die luziferische und ätherisch-physische „Oberflächen“ aufeinander treffen. Durch das „Tor des Menschen“ passierte der Erlöser das ätherisch-physische „Tor der Natur“ und besiegte den Tod, indem Er eine neue Bildung im Zyklus schuf, die eine Synthese des Anfangs und des zur Oktave führenden Endes darstellt. Hinter den Grenzen des Mysteriums von Golgatha blieb in der Welt dieses Entwicklungszyklus nichts und in diesem Herabstieg und gleichzeitigem Aufstieg Christi manifestierten sich Seine Freiheit und Liebe zur Schöpfung, die der die Welt noch nicht bekannt waren, denn keiner konnte Christus Seine Opferung anordnen.

Die Entscheidung traf Er unter den Bedingungen der freien Wahl, die nur auf der Erde existiert. Die Fähigkeit, eine Synthese zwischen Notwendigkeit und Freiheit vorzunehmen, bringt Er offenbar aus dem vorherigen Zyklus mit. Doch das soz. „theoretische“ Wissen unter den Bedingungen fehlender Trennung ist etwas ganz anderes im Vergleich zur praktischen Vollbringung in den höchst erschwerten realen Bedingungen der sinnlichen Welt. Die Wahl wurde im Garten Gethsemane getroffen und seitdem ist der Weg des Menschen zu seinem Aufstieg als zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe geöffnet. Der Mensch muss diesen Weg nur zurücklegen, indem er dem Erlöser mit dem paulinischen Wort „Nicht ich, sondern Christus in mir“ folgt.

Zu diesem Ziel gab uns der Erlöser drei menschliche Helfer, indem Er in ihnen durch eine besondere Einweihung dasjenige veranlagte, das sie später der Menschheit geben sollten. Über den jüngsten Helfer – die Tochter des Jaïrus – berichtet das Markus-Evangelium (nach der Übersetzung Emil Bocks), dass der Erlöser sie an die Hand fasste und sich an sie mit den Worten „Talita kumi“ wendete, was „Jungfrau, ich sage dir, steh auf“ bedeutet. Die zwölfjährige Jungfrau stand sofort auf und begann zu laufen und „über alle stieg ein höheres Bewusstsein herab“. Christus verbot ihnen, jemandem über das Geschehnis zu erzählen und ordnete an, der Jungfrau zu essen zu geben. Im Lukas-Evangelium wird das wichtige Detail hinzugefügt, dass nach dem Aufruf „Talita kumi“ „ihr Geist zurückkam“.

Aus den angeführten Stellen wird klar, dass Christus die Jungfrau, d.h. die reine Menschenseele an die Hand fasste und zum Geist führte, in dem sie „laufen“ und von seinen Früchten „essen“ kann, nachdem sie eine Einweihung durchlaufen und das „höhere Bewusstsein“ erlangt hat. Seit einigen Jahren wissen wir, dass im Augenblick der Einweihung nicht nur das Ich des Mädchens zurückkehrte, sondern auch der Bodhisattva sich in sie inkorporierte. Er musste dieses Mysterium erleben, um jene Kräfte von Christus zu erhalten, die ihn in ca. 2500 Jahren in den zukünftigen Buddha Maitreya verwandeln werden. Seine Hauptaufgabe besteht darin, dahingehend zu wirken, dass die Menschheit die Wahrheit über das Mysterium von Golgatha gewahr wird. Deshalb können wir eine direkte Verbindung herstellen zwischen der Auferstehung-Himmelfahrt Christi im Kamaloka und dem dort eingeströmten Licht von Ihm mit dem Ereignis im Haus von Jairus, dem die Eltern und drei Apostel beiwohnten. Im Lukas-Evangelium (8:56) heißt es, dass die Eltern „außer sich gerieten“, was ein Erlebnis ist, das der Pfingstgeist immer verursacht, wenn er in das Bewusstsein des Menschen einströmt. Die Himmelfahrt und die Auferstehung Christi in der Hölle der Erdenschichten hat sein Präludium in der Auferweckung des Jungen von Nain. Bei Lukas (7:15) lesen wir, dass nach den beruhigenden Worten „Weine nicht“, die an die Witwe gerichtet waren, Christus den Sarg anrührte und sich als Hierophant an den Jungen mit den Worten wendete „Jüngling, ich sage dir, stehe auf!“ Daraufhin „richtete sich“ der Tote auf und fing an zu reden“. Christus „gab ihn seiner Mutter“ (ebd.) „Und es kam sie alle eine Furcht an“ (Lukas 7:16), heißt es über die Anwesenden, die aber danach begannen Gott zu preisen und sprachen: „Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht“ (ebd.) Hier haben wir nicht mehr ein Mädchen, eine Ausrichtung auf den Heiligen Geist und das weibliche Prinzip, sondern einen jungen Mann und eine Ausrichtung auf den Sohnesgott. Unser „Sarg“ ist der physische Leib. Aus diesem Sarg erhob sich der in den Tempelschlaf geratene „Sohn der Witwe“, der in einer früheren Inkarnation in Ägypten unvorbereitet den Schleier der „Witwe Isis“ gehoben hatte, und begann zu sprechen – wohl über die große göttliche Vorsehung, die das Böse in der Welt zugelassen hat. Die Wahrheiten über das Böse versetzten alle Anwesenden – die Apostel, die wieder inkarnierten ägyptischen Eingeweihten und die restlichen Menschen, die die Prozession begleiteten, in Schrecken, doch kurz darauf begannen sie, den jungen Mann als großen Propheten zu preisen. Dieser Prophet inkarnierte sich später als Mani – der Begründer des Manichäismus – einer Strömung, die auf die sechste Wurzelrasse hinarbeitet, in der wir schon zu der neuen Reproduktionsart durch das aus dem umgewandelten männlichen Kehlkopf ausgesprochene Wort übergegangen sein werden. Durch sein Wort wird Maitreya der Vorbereiter dieser Zukunft sein, damit im weiteren Verlauf der Entwicklung der Sündenfall überwunden wird, die Notwendigkeit der physischen Nahrung verschwindet und der Mensch bereit sein kann, das Böse in Gutes umzuwandeln. Der zukünftige Buddha wird der Buddha des Guten sein. Nicht zufällig war es Mani, der das Konzil im vierten Jh. n.Chr. berief, bei dem Skythianos, der Meister Jesus und Gautama Buddha (übersinnlich) anwesend waren, um zu beschließen, wie die Weisheit der Bodhisattvas zukünftig zu den Menschen herabsteigen kann oder wie die Menschen zu ihr aufsteigen sollten. Mani und der Bodhisattva wirken im Einklang mit Rücksicht auf die Zukunft. Deshalb nahm Beinsa Douno 1936 an jenem Mysterium teil, das Christus vollbrachte und aus dem qualitativ neue Kräfte zum Bezwingen des Bösen entstanden, die dem Zeitalter der Bewusstseinsseele angemessen sind.

Und das größte Übel ist der Tod. Sein Schrecken musste durch die Auferstehung der Substanz im Leib und die Auffahrt zu der Sphäre des Vatergottes überwunden werden. Christus schaffte das durch Jesus, indem Er das Phantom Jesu durch Seinen Ich-Lebensgeist auferweckte. Das Präludium zu diesem Triumph war das Wunder, das mit Lazarus geschah. Dieses Wunder geschah als letztes Ereignis vor der Passionswoche und nicht von ungefähr ist Lazarus der „älteste“ – wie der Vatergott, von dem der Zyklus begann. Lazarus ist laut Judith von Halle[2] jener 27-28jährige junge Mann, der Christus fragte, was er tun solle, um das ewige Leben zu erlangen (Markus 10: 17-22). Die Antwort, er müsse alles verkaufen, was er besitze, das Geld den Armen geben und Christus nachfolgen, machte den jungen Mann traurig, weil er reich war. Er musste das „Reichtum“ seines niederen Ich abgeben und nach dem wahren Tod seines Leibes auferstehen und zum Apostel und Autor der „Apokalypse“ Johannes werden, der als Einziger dem Erlöser nach den dramatischen Ereignissen im Garten Gethsemane folgen konnte. Wir haben über das Mysterium des Lazarus in einem älteren Vortrag gesprochen[3] und deshalb werden wir jetzt ganz kurz einige Tatsachen in Erinnerung bringen, um zum tieferen Verständnis dieses Mysteriums vorzudringen. Der „silberne Faden“ war gerissen und es bestand keine Wahrscheinlichkeit, dass das Leben in den ins Grab gelegte physischen Leib zurückkehrt. Der Astralleib und die Seele nahmen den Weg ins Kamaloka, der Ätherleib – den Weg zu den chthonischen Göttern, das Phantom strömte zusammen mit dem Ich zum höheren Devachan hinauf und mit dem Zerfall des Gehirns war schon das niedere Ich im Begriffe zu zerfallen. Johannes der Täufer hatte sich bereits zum höheren Devachan erhoben und Christus befand sich vor dem Grab.

Nach dem Aufruf „Lazarus, komm heraus“ begann das „Vervollständigen“ des Lazarus und seine Umwandlung in Johannes. Bei jeder Inkarnation erhält der Mensch einen neuen Ätherleib, der bekanntlich gänzlich aus Gedanken besteht. Der Gedanke ist eine geistige astrale Substanz, die von außen den Äther erfüllt. In diesem Fall kam der Ätherleib (der ja in diesem Fall weiblich ist) von Johannes Zebedäus, weil das in jener Zeit möglich war. Insbesondere weil Johannes Zebedäus sowohl bei der Verklärung auf dem Berg Tabor als auch bei den zwei vorausgegangenen Auferweckungen anwesend war. Diesem Ätherleib fügte sich wahrscheinlich der Extrakt aus dem Ätherleib des Lazarus selbst hinzu. Der Astralleib, die Empfindungs- und Verstandesseele kehrten aus dem Kamaloka zurück, die Bewusstseinsseele, das Geistselbst, der Lebensgeist und der Geistesmensch kamen vom Täufer herab und mit ihnen kam das Phantom des physischen Leibes. Judith von Halle schreibt im zitierten Buch, dass der physische Leib des Lazarus zerfallen war und ein neuer blitzschnell auf wundersame Art gebildet wurde. Hier kommen wir zum Kern des Mysteriums von Lazarus-Johannes. Judith von Halle hat Recht, was wir in einem älteren Vortrag bestätigt haben[4], doch nicht ganz – der physische Leib war zwar zerfallen, jedoch nicht in einem solchen Maße, dass er völlig eliminiert werden kann. Dieser Leib war noch nicht zu einer Art halbätherisiertem Staub geworden wie bei Jesus im Grab. Obwohl Lazarus in einem früheren Leben Hiram Abiff selbst war, der bis zu einem gewissen Grade eine Einweihung erlebt hatte, konnte er jetzt bis zum Selbstbewusstsein des reflektierenden Ich gelangen und seinen mineralischen Leib nicht „aufweichen“. Im Gegenteil – Lazarus kam aus dem Grab mit seinem alten physischen Leib, den der Lebensgeist Christi auf der materiellen Grenze zwischen beiden Weltalls mit der wertvollen Hilfe der Substanz des Geistesmenschen belebt hatte, die der Erlöser bei Seinem Herabstieg zur physischen Inkarnation auf der Sonne zurückgelassen hatte. Diese Substanz ist für den nächsten Zyklus als eine höhere Notwendigkeit vorgesehen, die im gegenwärtigen Zyklus neben der Freiheit besteht. Bevor Christus Lazarus auferweckte, hat er sich an den Vatergott, von dem diese Substanz kommt und durch Vatergott auch an Gott selbst gewendet, der den Erlöser auf die Erde geschickt hatte. Die Anwesenden mussten auf das bevorstehende Mysterium von Golgatha vorbereitet werden. Ihretwegen geschah die Auferweckung des Lazarus.

Im „Paradies“ der geistigen Welt waren die Zweige des Baums des Lebens und des Baums der Erkenntnis ineinander verflochten, aber dann hat Kain (der Verstand) Abel (das Leben) in unserem Nervensystem getötet. Wir kamen danach zu unserem reflektierenden Ich-Selbstbewusstsein. Johannes der Täufer war der herausragendste Abelit und repräsentierte die gesamte Vergangenheit der Menschheit in Hinblick auf deren Verbindung zur göttlichen Welt. Lazarus war eine Reinkarnation des herausragendsten Kainiten und der neu erschaffene Evangelist Johannes musste aus der Zukunft als eine Art Urbild des Menschen kommen, der zu einem Hierarchiewesen aufsteigen soll und in dem das Denken nicht das Leben tötet. Die beiden vorher getrennten Strömungen mussten also wieder vereint werden. Der Geistesmensch des Abeliten Johannes des Täufers bzw. der Vergangenheit verband sich im höheren Devachan mit dem Phantom des in der Gegenwart geborenen Kainiten Lazarus und aus der Zukunft erschien das Ergebnis ihrer Begegnung in der Gestalt des neu erschaffenen Evangelisten Johannes. Der Strom Vergangenheit-Zukunft traf auf den Strom Zukunft-Vergangenheit in der Senkrechten des Lazarus-Ich unter der Leitung des Ich-bin Christi. Bei diesem Mysterium kommen gleichzeitig alle drei Mysterienarten – alte, halbalte und halbneue -, die wir letztes Mal behandelt haben und die mit einer Einweihung jeweils in den drei Leibern einhergehen. Physisch war Lazarus gestorben und sein mineralischer Leib war dabei zu zerfallen und sich mit der Erde im Felsengrab zu verbinden. Der Ätherleib des Johannes Zebedäus erfüllte die Rolle des Sonnenferments, das fähig war, die Materie von innen zu erleuchten und ihren Zerfall aufzuhalten. Der Aufruf des Logos „Lazarus, komm heraus“ hallte in dessen Astralleib so gewaltig, dass er später ohne Zweifel schreiben konnte „Im Urbeginne war das Wort“, das aus dem Pralaya ins Manvantara herabstieg und alles von Grund auf änderte. Die Rückkehr vom Tod zum Leben erlaubte einige Jahrzehnte später Johannes, von Christus den Inhalt seiner Einweihung in Form der „Apokalypse“ zu empfangen und in seinem Ich zu erleben. Diese Auferweckung hatte auch Einfluss auf jenes Mysterium im 13. Jahrhundert, bei dem der physische Leib des ehemaligen Johannes durchsichtig wurde und nach dem von den Hierophanten vollzogenen Mysterium auch der Ätherleib erhalten blieb. Das ist die wahre Ursache für das Erscheinen des Rosenkreuzertums unter den Menschen bei seiner nachfolgenden Inkarnation. Das Rosenkreuzertum ist notwendig, damit der Mensch der fünften Kulturepoche das Mysterium von Golgatha verstehen und immer tiefer in dessen drei Richtungen aufnehmen kann. Dazu trägt insbesondere auch der in der Zeitenwende erneuerte Astralleib des Meisters Jesus, der zusammen mit dem ehemaligen Lazarus an der Spitze der westlichen christlichen Esoterik steht.

Wenn wir die Auferweckung des Lazarus und des Phantoms Jesu miteinander vergleichen, müssen wir immer den Unterschied hervorheben, dass bei Lazarus kein Herabstieg in die Hölle der Erdenschichten vorliegt und er im Verhältnis eines Neophyten zu seinem Hierophanten war. Bei Christus liegt eine vollständige Überwindung der Grenze der mineralischen Welt mit der Kraft Seines Ich-Lebensgeistes vor. Wie bereits erwähnt, geschah das Wunder mit Lazarus wegen der Menschen und es war als Vorbereitung auf die Schaffung des Auferstehungsleibes erforderlich. Das gibt uns die Sicherheit, dass jedem Menschen die Möglichkeit offen steht in seinem Leib aufzuerstehen und ihn bis zur zukünftigen Vulkanzeit in einen Geistesmenschen zu verwandeln, indem er eine Verbindung zum Geistesmenschen Christi auf der Sonne eingeht. Dadurch wird er opfervoll den nächsten Zyklus einleiten.

Das Mysterium von Golgatha ist nicht irgendein vergangenes Ereignis, sondern eines, das auf dem Weg zur großen Zukunft des Menschen die ewige menschliche Gegenwart sein wird. Wir werden aus diesem Ereignis Kräfte zur Umwandlung des Bösen in Gutes in einer solchen Art schöpfen, dass wir uns selbst über die Seraphim erheben und ein entscheidenden Faktor der Entstehung des Makrokosmos in der Zukunft sein werden. Wir sind Kinder der Weltevolution, doch nach der Zeitenwende und der Erscheinung des „neuen Adams“ ist der Mensch-Mikrokosmos bereits verpflichtet, den Weltall-Makrokosmos zu schaffen, denn es wird die Hierarchie der Freiheit und Liebe geboren sein, in dessen Namen Asi[5] Gott selbst als die personifizerte Einheit der göttlichen Trinität in einer Offenbarung Sein unausgesprochenes Prinzip ausgesprochen hat. Dieses Prinzip ist das Wesen des menschlichen Ich, weshalb in unserem Ich die ganze Zukunft des Weltalls verborgen ist. Nur mit einem solchen Bewusstsein hat der Mensch wenigstens eine gewisse Chance, vorbereitet der bevorstehenden gigantischen Prüfung gegenüberzustehen – der Inkorporation Ahrimans in einen Menschenleib.

Über dieses Ereignis gibt es unter den wenigen Menschen, die sich für das Thema interessieren, verschiedene Ansichten. Eines dieser wachsamen Menschen ist der russische Anthroposoph Gennadij Bondarew. Er ist sich längst im Klaren, dass es zwei Ereignisse gibt, die für die menschliche Evolution von größter Bedeutung sind – die ätherische Wiederkunft Christi und die Ankunft Ahrimans. Diese Ereignisse machen die gegenwärtige Zeit zu einem Wendepunkt des ganzen Zyklus. In seinem neuesten Buch bietet uns der Autor seine originelle Ansicht über das zweite Ereignis. Laut Bondarew muss der Satan im Unterschied zu Christus, der aus dem Pralaya über die luziferische Sphäre herabstieg, aus dem Inneren der Erde kommen. Genauer gesagt, aus der sechsten Schicht, wo der menschliche Astralleib normalerweise nach dem Tod nicht entdeckt wird. Wie wir Menschen, so wird auch Ahriman drei Leiber brauchen, die auf natürliche Art geboren wurden. Der Astralleib müsste jedoch fähig sein, sich dem schwarzmagischen „Reservoir“ im Erdinneren zu öffnen und dabei eine Art „Portal“ zu bilden, durch das die übersinnlichen Wesen real und nicht nur in der menschlichen Phantasie in die sinnliche Welt übergehen. Das wird durch das Ritual der schwarzen Magie erreicht, wobei besonders mächtig die sog. „schwarze Messe“ ist. Indem Bondarew den Rhythmus der Zahl 666 berücksichtigt, vertritt er die Meinung, dass ein solcher Leib 1998 geschaffen wurde, bei dem ein wesentlicher Teil ein Produkt der Technomagien, Robotisierung, des Digitalen ist, das die biologische Struktur mit dem unterphysischen Magnetismus verbindet. Indem Bondarew Rudolf Steiners Äußerung berücksichtigt, dass wenn das menschliche Gefäß 18 Jahre alt wird, Ahriman in dieses inkorporieren könnte, vermutet der Autor, dass Schwarzmagier eine besondere rituelle Einwirkung auf ihn ausüben könnten, um den Astralleib zu einem Portal zu machen. Dieses Portal würde Zugang zur achten Schicht und zum Erdkern verschaffen, wodurch sich Ahriman mit der menschlichen Monade auf der Erde verbinden kann. Vom menschlichen Standpunkt aus ist die schwarze Messe äußerst unmoralisch, da sie die Wesen der erwähnten Schichten auf das Äußerste erregt, damit sie an die Oberfläche kommen und in die Ausübenden der Messe Kräfte einströmen lassen. Ein solches Ereignis, das selbst die Medien als „schwarze Messe“ bezeichneten, war die Aufführung bei der Eröffnung des Gotthardtunnels. Die Hauptpersonage in dieser „Performance“ war Baphomet und damals gab es Kommentare im Internet über die „Eröffnung des Portals für den Antichrist“. Laut Bondarew geschah die Vereinigung mit dem Leib am 1.6.2016. Natürlich nicht im Tunnel selbst, sondern im Haupttempel der ahrimanischen Mysterien in der Anwesenheit der herausragendsten schwarzen Hierophanten. Die Vorstellung im Tunnel bildete die „Begleitung“ zu diesem schwarzen Mysterium. Das Ganze fand in der Jahreszeit statt, in der die Elementargeister der Natur in höchstem Maße die Erde auf ihrem Weg zu den geistigen Höhen verlassen und sie stark materialisiert, also ahrimanisiert wird. Der Vertreter des kosmischen Gewissens Erzengel Uriel kann am 1.6. noch nicht in seiner vollen Kraft wirken, die sich in der Zeit um den Johannistag am 24. Juni entfaltet. In dieser Zeit befindet sich unser Planet in ständiger reger Entwicklung auf der Lemniskate. Von jedem Punkt seiner Oberfläche aus verinnerlichen zahlreiche Elementargeister die Erscheinungen der menschlichen seelisch-geistigen Tätigkeit – vor allem unsere Gedanken – und bringen sie zum Zentrum. Im Erdkern werden diese Gedanken entweder von den chthonischen Göttern oder von den Asuras aufgegriffen und kehren nach einer Metamorphosierung zur Oberfläche zurück. Im ersteren Fall werden sie von den Kräften der guten Hierarchien mit moralischen Impulsen bereichert. In den Menschen eintretend, verstärken sie seinen aufopfernden Enthusiasmus. Im letzteren Fall kommt die Kraft der schwarzen Magie zur Oberfläche zurück und verstärkt den Egoismus. Im ersten Fall erleuchtet das von uns geschickte „Produkt“ die in den Erdtiefen wohnenden dunklen Mächte moralisch und im zweiten Fall stürzt sich der Mensch selbst in die achte Sphäre, wo er die Einflüsse dieser Tiefen erlebt. Das haben die Teilnehmer an den einstigen chthonischen, ins Besondere an den dionysischen Mysterien gewusst, daher wurden diese Mysterien für die gefährlichsten gehalten, wenn der Einzuweihende nicht in höchstem Maße seelisch geläutert war. So ist es bis heute geblieben.„Und werdet die Wahrheit erkennen…“

Hat Gennadij Bondarew mit seiner Vermutung Recht? Er ist der Auffassung, dass Ahriman ein zurückgebliebener Erzengel ist. Über (oder unter) ihm befinden sich die Asuras, die Nicht-Götter, einer von denen der Satan ist (der Antichrist, Asura). Der Hauptantichrist ist allerdings Sorat, der ein nicht verwirklichter Elohim ist. Sein Wesen wurzelt darin, dass er in der heutigen Sonne eine Art Gegensonne bzw. Sonnendämonismus bildet. Doch der Antichrist Asura herrscht auch in der achten Sphäre, in der achten Schicht und im Erdkern. Er ist der „Patron“ der irdischen Inkorporation Ahrimans. Er konsolidiert die Materie und wenn diese Wirkung von ihm nachlässt, legt die Erde „phantastische“ – vom Standpunkt der Sinneswelt – Eigenschaften an den Tag. Dann können die ahrimanischen Wesen der achten Schicht die Grenze überqueren und an die Erdoberfläche kommen. Das wird von der anwachsende Wirkung der Energien aus den unterphysischen Welten auf den Menschen begleitet.

Laut Bondarew ist das gesamte Leben der Kultur und Zivilisation, nachdem Ahriman das Portal passiert hatte, zu einer Vollführung einer schwarzen Messe geworden, was mit der Wahl Trumps zum Präsidenten der USA begonnen hat. Die Menschheit ist inmitten verschiedener Burlesken geraten, von denen eine seltsamer und irrationaler als die andere ist. Daher verlieren die Menschen jegliche Vorstellung vom Wesen der Erscheinungen.

Alles, was Bondarew schreibt, klingt überzeugend und es kann gar nicht anders sein, wenn man bedenkt, dass er mindestens 60 Jahre lang die Anthroposophie studiert hat, viele Prüfungen durch die Begegnung mit den Feinden der Geisteswissenschaft erlebt und das auf seinem Lebensweg Erreichte in vielen dicken Büchern dargestellt hat. Wir können ihm nur dankbar für dasjenige sein, das er der Anthroposophie gegeben hat. Trotzdem können wir nicht mit seiner Vermutung über den 1.6.1998 (als Geburtsdatum Ahrimans) oder mit seiner Ansichten über den Hierarchierang Ahrimans, Asuras und Sorats einverstanden sein. Das Gefäß für Ahriman wurde am 11.8.1999 während der Sonnenfinsternis geboren und es wird vorläufig von der Seele und dem (niederen) Ich des wohl mächtigsten schwarzen Magiers in der Menschheitsgeschichte bewohnt. Dieser Magier hat die grauenhaften Rituale der Maya in der Zeitenwende geleitet, durch die er sich in einem enormen Maß in seinem Astralleib mit dem Bösen in dessen widerwärtigsten Form verbunden hat, die zu einem Märtyrertod führt. Ein Extrakt aus diesem Leib wurde zum Bestandteil seines neuen Astralleibes, als er im 9. Jahrhundert als der Schwarzmagier Klingsor lebte, der den als Parsifal wieder inkarnierten größten Kenner des Bösen ermorden wollte. Damals hat er wieder seinen Astralleib mit Blick auf unsere Zeit bearbeitet. Wie wir wissen, spiegelt sich das im Astralleib Erlebte im Äther- und im physischen Leib, also im Phantom. Ein Extrakt aus seinem Astral- und Ätherleib wurde auf seine jetzigen jeweiligen Leiber übertragen. Von den heutigen schwarzmagischen Ritualen und vor allem vom Mysterium des Digitalismus verstärkt, werden diese Leiber besonders geeignet, die Wohnstätte des Hauptmörders des Lebens Ahriman zu sein. Ob er aus dem Erdinneren, aus der Welt der luziferischen Götter oder aus der achten Sphären kommt, wie sein Phantom heute aussieht – das wissen wir bisher nicht. Ahriman ist der Gott der Täuschung und damit er sich für Christus ausgibt, wird er uns wahrscheinlich eine starke illusorische „Performance“ im Himmel anbieten, die von der ganzen Menschheit gesehen werden soll. Mit einem glänzenden Hologramm wird er die Ankunft Christi in den „Wolken“ nachahmen und das Wesen der Zweiten Wiederkunft ersetzen. In demselben Augenblick wird er in den Leib eintreten. Wir werden künftig weitere Details über dieses Mysterium erfahren, dessen Ziel es ist, die ganze Menschheit zu täuschen. Wenn die Zeit kommt, werden wir es verstehen. Nun ist es wichtig, auf den heutigen Tag zu schauen und die Diagnose zu stellen, um zu erkennen, wo die Heilung ist.

Wenn wir auf der Erde geboren werden, sind wir völlig hilflos und um eine Individualität zu werden, müssen wir bewusst die aufrechte Haltung, das Sprechen und das Denken meistern. Diese drei Fähigkeiten haben ihre Entsprechungen in der geistigen Welt als die Orientierung unter den Hierarchien, das tönende Wort und die Weltgedanken. Wenn sie zu irdischen Fähigkeiten werden, verliert der Mensch das Erleben der kosmischen Moralität. Deshalb ist das Kind „demoralisch“ und die umgebenden Naturerscheinungen sprechen zu ihm auch „demoralisch“. Später in seinem Leben kann der Mensch entsprechend seiner seelisch-geistigen Entwicklung in einem gewissen Grade moralisch werden, indem er in der Praxis das ihm gegebene Recht auf freie Wahl ausübt.

In welcher Sphäre sind wir aber frei? Unser physischer Leib steht in enger Beziehung mit der Erde als einer Planetenbildung, wobei auch der Mond eine wesentliche Rolle spielt. Der Ätherleib erstreckt sich in das ganze Sonnensystem und der Astralleib – bis zur Sphäre der Fixsterne. Für uns ist das die Naturwelt. Das Tier hat auch einen Astralleib und bildet einen Teil des dritten Naturreiches und der Mensch als Produkt der Evolution stellt das vierte Naturreich dar. In den Naturerscheinungen ist das Gesetz der Untergrund des erscheinenden Seins, deshalb unterliegt jeder Naturprozess eines Bedingenden und eines Bedingten, einer Ursache und einer Folge. Der Mensch muss durch sein Denken die Ursache für die vorliegende Folge herausfinden, das Gesetz verstehen, aufgrund dessen eine bestimmte Ursache diese Wirkung verursacht hat. Bei den Menschentaten ist es jedoch völlig anders. Dort kommt die Gesetzmäßigkeit, die eine Erscheinung bedingt, selbst zur Wirkung, das Dasein erscheint als Gesetz und ist durch nichts außer durch sich selbst bedingt. Wenn die Naturprozesse lediglich als eine Manifestation der Idee erscheinen, so ist die Menschenhandlung die wirkende Idee selbst. Deshalb können wir die Handlungen, sagen wir, eines Staatsoberhaupts nur dann begreifen, wenn wir seine Absicht, seine Idee kennen. Dann brauchen wir nicht hinter die Grenze der Erscheinung herauszugehen.

Der Inhalt unseres Bewusstseins ist nicht einfach ein Mittel zum Spiegeln des Weltgrundes, sondern dieser selbst manifestiert sich in seinem ursprünglichen Bild in unserem Denken und dann können wir nicht umhin, seine bedingungslose Wirkung unmittelbar in der menschlichen Tätigkeit zu erkennen.

Der Weltführer hat seine ganze Macht dem Menschen übergeben, indem Er Sein eigenes individuelles Sein zerstört und dem Menschen eine Aufgabe gestellt hat: „Handle du weiter!“ „Eine Handlung um ihrer selbst willen ausführen, heißt aus Liebe handeln. Nur derjenige, den die Liebe zum Tun, die Hingabe an die Objektivität leitet, handelt wahrhaft frei.“[6] Und was kann in einem Menschen die „Liebe zum Handeln“ in der Freiheit bewirken?

Wir haben bereits festgestellt, dass ein Kind an der sinnlichen Grenze des Weltalls durch die Umwandlung der geistigen moralischen Entsprechungen in seine drei irdischen Fähigkeiten unmoralisch wird, ohne die es nicht zu einem Individuum werden kann. In der vom Tierkreis eingeschlossenen Sphäre fehlt die Moral und in unserem Astralleib sind wir völlig abhängig von dem, was die Sterne wollen. Ein Tier kann in diesem Bereich nichts falsch machen. In seinem Astralleib macht der Mensch wie das Tier keine Fehler. Wir beginnen Fehler zu machen, wenn wir unser Verhalten über den Tierkreises hinausführen, wo es keine natürliche Notwendigkeit gibt. Darin können wir unsere moralische Welt nicht erweitern, und wenn wir dies schaffen, „schreiben wir sie in den Makrokosmos außerhalb des Tierkreises ein“. Dort ist die Welt unseres (höheren) Ich und dort müssen wir suchen, was uns frei macht, weil es mit unserer Natur, unseren moralischen Taten verbunden ist. Mit unserem reflektierenden Ich bleiben wir im natürlichen Bedürfnis und in der Unfreiheit unter dem „Deckel“ des Sternenhimmels.

Wenn unsere Bewusstseinsseele allmählich durchchristet wird, bedeutet dies, dass sie in eine substanzielle Beziehung zum Auferstehungsleib eintritt und die Schwelle überwinden kann, die sie von der Quelle der moralischen Intuitionen trennt, die einzig den Menschen frei machen. Diese Quelle ist der Pfingstgeist, der die Intuitionen mitbringt und der Mensch, der ursprünglich ein Naturwesen war, das sein Ich-Selbstbewusstsein auf der Illusion der sinnlich sichtbaren physischen Welt erhalten hat, konnte zum ersten Mal seinen Kopf über den Tierkreis „heben“ und eine Verbindung mit seinem ihm von Gott geschenkten unsterblichen individuellen Ich herstellen, das der wahre Erzeuger jeder freien Handlung im Menschen ist, die aus Liebe erfolgt.

Wenn es dem Menschen zum ersten Mal gelingt, seinen Kopf über den Tierkreis zu „heben“, weiß er sofort, dass er in zwei gegeneinander laufende Evolutionsströme eingeschaltet ist. Der erste ist aufsteigend und wir können ihn ‚klassisch‘ nennen. Er hat zunächst das Gruppenbewusstsein der Menschheit auf die Form des individuellen, in Begriffen denkenden Bewusstseins heruntergeholt. Ferner muss dieses Bewusstsein zur Kontemplation übergehen, d.h. zur Wahrnehmung der Ideen und weiter – zur imaginativen Wahrnehmung und zur Beherrschung der inspirativen und intuitiven Bewusstseinsform.

Aber wenn nur diese Entwicklung existiert hätte, dann hätten wir nur durch die Arbeit des Bewusstseins auf der Grundlage eines universellen Entwicklungsgesetzes in die höheren Sphären des Geistes aufsteigen können. Dann wäre es nicht notwendig gewesen, die Moral zu erheben, den Begriff von „Gott“ zu beherrschen und das Mysterium von Golgatha wäre überflüssig gewesen. Dann hätte die Erschaffung der Welt und des Menschen nur einen mechanischen Charakter gehabt. Einer solchen falschen Vorstellung von der Evolution setzt sich ständig die grundlegende Wirkung des höchsten göttlichen Wesens entgegen, dessen bedingungslos unmotivierte Offenbarung die reine Liebe zur Schöpfung war. Dies ist das andere nichtkausale Prinzip der Evolution – das ethische Prinzip. In der Bibel heißt es darüber: „Gott ist Liebe!“

Gott hat unseren Zyklus so gestaltet, dass aus der Vereinigung von Freiheit und Liebe eine grundlegend neue Hierarchie entstehen kann, die sich von allen anderen unterscheidet. Die direkte, aufsteigende Evolution ist nur insofern von alles bestimmender Bedeutung, bis der Wille des Menschen, sein aktives Dasein in eine wesenhafte Einheit mit der Idee der Welt kommt, die durch das Wesen des väterlichen Weltengrundes offenbart wird. Diese Idee ist das Wesen des Menschen selbst und wenn sie in der Sinneswelt erscheint, wird sie „verursachend“, d.h. von Willen durchdrungen und sie wirkt in absteigender Reihenfolge als die Welt rettend. Sie trägt zur Errettung der Welt und ihrer Wesen vor ihrer Entfernung von Gott bei. Dies ist auch der Hauptwesenszug des Manichäismus, wenn man ihn im Ich-Sinne versteht.

Gott opferte sich selbst, indem Er den Sohn in die Welt mit dem Wissen sendete, dass das Opfer sogar abgelehnt werden, dass der Sohn aufgeben und sich weigern könnte, das Kreuz auf Golgatha zu tragen. Das Ich-bin Christi hat jedoch das Opfern angenommen und in diesem Mysterium ist die Gelegenheit für uns, unsere Aufgabe zu bewältigen, d.h. unser Ich in Christo zu opfern. Unser niederes Ich hat als Grenze seines Aufstiegs die Bewusstseinsseele und durch die Identifizierung mit der Verstandesseele synthesiert es die Erfahrung des Selbstbewusstseins, das in der gesamten dreieinigen Seele geboren wird. Es hängt mit dem Wärmeäther zusammen und kann nicht zum Lebensäther aufsteigen und von den Früchten des „Baums des Lebens“ kosten, weil nur unser höheres Ich Zugang zum Lebensäther hat. Der Hauptwohnort dieses ICH ist der Lebensgeist und von ihm aus erstreckt es seine ordnende Tätigkeit über den ganzen dreifachen Geist. Ahriman ist gegen den Aufstieg des Menschen vom niederen zum höheren Ich, gegen das Mysterium von Golgatha und dessen Verbindung mit der „Oberfläche“ der Erde. Deshalb „bewacht“ er das Tor, wo der Geist Materie wird und umgekehrt, d.h. wo unser Ätherleib ständig danach strebt, die physische Materie ins Nichts aufzulösen. Dieses Tor befindet sich zwischen der Materie und dem Wärmeäther im Wärmeelement. Der Übergang ist nur beim Menschen möglich, daher versucht der Satan, unsere Verbindung mit dem Wärmeäther zu zerstören und die Natur der anderen Äther zu verderben, wodurch unsere Verbindung mit dem Phänomen des Lebens und den wahren Göttern überhaupt verloren gehen würde.

Im Laufe der biologischen Entwicklung verbanden sich die vier Ätherarten mit den vier Elementen und deren Projektionen in der physischen Welt als die vier Aggregatzustände. Hinter den Elementen stehen moralische Eigenschaften und die Handlungen der hierarchischen Götter. Ahriman beginnt seinen Angriff von zwei Seiten aus. Auf der einen Seite inspiriert er Ansichten im Menschen, die Vorrang des Daseins vor dem Bewusstsein geben, unsere Herkunft vom Affen ableiten, die „sexuelle Revolution“ propagieren usw. Dadurch gelingt es ihm, den Weg unseres Ätherleibes zur Moralität des Weltäthers, die von den Gedanken der Götter erfüllt ist. Auf diese Weise vernichtet Ahriman die Weltanschauung des Menschen, indem er die tausendjährigen Errungenschaften von Kultur, Moral, Gewissen, Rechtsbewusstsein, Selbstbewusstsein zunichte macht, weil er die Welt der menschlichen Sinneswahrnehmungen an sich gerissen hat und dem Menschen nur das materielle Weltall erscheinen lässt. Auf der anderen Seite unterzieht er den Ätherleib den groben Auswirkungen der unterphysischen Welten, um mit seinen unterphysischen Energien die vier alchemistischen Elemente zu durchdringen, die sich in den vier Aggregatzuständen der Materie manifestieren. Das ist auch ein Angriff auf die Substanz des physischen Leibes selbst. Auf diese Weise versklavt Ahriman schließlich die Elementarwesen, das Denken bleibt vollständig reflektierend und verbindet sich mit dem Silizium ohne die Verbindung zum Weltätherischen, was die Abtrennung des physischen Leibes vom Seelisch-Geistigen im Menschen bedeutet. Wir müssen zugeben, dass Ahriman seine Absichten vorerst erfolgreich erfüllt, weil die überwiegende Mehrheit der Menschheit kein Verständnis dafür hat.

Das Leben des Erdelementes befindet sich im Wesentlichen auf dem Mahaparinirvana-Plan, auf dem das Bewusstsein des Ersten Logos herrscht, der einst das Weltall erschaffen hat. Was wir daher als „fest“ annehmen, ist das Bewusstsein, das von der höchsten Ebene des geistigen Seins herabkommt. Damit jedoch diese höheren Kräfte auf der Erde zu schöpferischen Kräften der Natur werden, müssen sie durch die achte Sphäre gehen, in deren „Raum“ unter anderem auch die Voraussetzungen für die Entstehung des nächsten Zyklus geschaffen werden müssen. Das Leben des flüssigen Elementes stammt aus Parinirvana, das Leben des Luftelementes stammt aus dem Nirvana und das Leben des Wärmeelementes ist auf dem Buddhi-Plan. Deshalb musste der gegenwärtige Bodhisattva an dem Mysterium von 1936 teilnehmen, als Christus bis zur Stufe herabstieg, die möglichst nah an das Wärmeelement grenzt – das ist der Wärmeäther.

Wie bereits erwähnt, ist der untere Aspekt der achten Sphäre dem Buddhi-Plan polar entgegengesetzt. Der Mensch steht an der Grenze zwischen der Welt der unendlichen Übersinnlichkeit und deren Widerspiegelung. Er ist diese Grenze selbst und es hängt von ihm ab, in welche Richtung er das obenerwähnte Tor öffnet. Der Kampf dort ist besonders heftig, weil beim Übergang des Materiellen in das Seelische das Wärmeelement und der Wärmeäther fast nicht voneinander zu unterscheiden sind. Wir unterscheiden zwischen dem inneren – dem seelischen – Feuer und dem äußeren Feuer, das ein Tor zum Seelischen ist. Wenn etwas brennt, entsteht Licht. Es ist äußerlich nicht wahrnehmbar, aber es lässt alles sichtbar erscheinen. Im Licht wirken helle Geister und wenn das Licht in unseren Körper absorbiert wird, fließen gute moralische Impulse in uns hinein. Die Elektrizität ist das Gegenteil von Licht und in ihr wohnen die bösen luziferischen, aber hauptsächlich die arimanischen Dämonen, die dem Körper unmoralische Impulse zuführen und im Menschen die Instinkte des Bösen wecken. Die Elektrizität lässt die Seele nicht in den physischen Leib eindringen. Ihre Fähigkeiten sind so stark gewachsen, dass sie nicht einmal mehr Leitungen benötigt, und dies verändert ihre Eigenschaften wie Spannung, Feldfrequenz usw. radikal. Die Bestrahlung der Menschen ist ein gigantisches Experiment, eine physiologische Diktatur und wenn wir dem die Diktatur der Ansichten hinzufügen, entsteht eine Diktatur, die in der Geschichte der Menschheit bisher unbekannt war. Wie Bondarew zu Recht betont, ist die Digitalisierung keine Religion, sondern ein Mysterium, das unseren physischen Leib raubt und die Moral im Menschen beseitigt, um ihn in die achte Sphäre zu schicken. Von dort wird früher oder später das Seelische des Menschen auch in die Erdschichten heruntergerissen, ohne die Möglichkeit nachfolgender Inkarnationen. Dort wird der Mensch eine Art „Ton“ für Ahriman darstellen, aus dem er den ersten Äon seines Evolutionszyklus schaffen will. Dieser „Ton“ wird aus unserem geraubten physischen Leib und dem Geistesmenschen in ihm bestehen – auf beide hält Ahriman Ausschau, wie bereits darauf hingewiesen wurde.

Vor 100 Jahren sagte Rudolf Steiner, dass wir nicht auf den Fortschritt, auf die Elektrizität verzichten, sondern immer stärkere geistige Fähigkeiten – viel stärker als vor 100 Jahren – entwickeln müssten, um menschlich zu sein. Wer kann heute angesichts des digitalen Terrors behaupten, genug geistige Kräfte zu haben, um überhaupt als Mensch bezeichnet zu werden? Durch Steiner warnte uns 1904 die geistige Welt auch, dass der Antichrist wieder kommen wird, wenn sich ihm nicht das Prinzip Christi in seinem ursprünglichen Sinne gegenüberstellt. Dieses Prinzip ist das Prinzip des ICH und der Weg zu ihm geht über die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts. Erst dann können wir über die Umwandlung des Bösen in das Gute im Sinne der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe sprechen. Andernfalls werden wir auf eine Vielzahl von verborgenen Formen des Materialismus stoßen, da Arimans Ankunft von der Aktivierung „seiner Menschen“ begleitet wird. Diese Menschen stellen sich an die Spitze der Spiritualität und geben sich als aufrichtige Christen aus, die sowohl Rudolf Steiner als auch Beinsa Douno Treue schwören. Zu ihnen gehören Karl Marx und Friedrich Engels, die heute wieder auf der Erde leben und sehr aktive „christliche Esoteriker“ sind. Doch wenn es um die Ich-Synthese geht, werden sie wütend, da sie diese Synthese in ihrem Wesen nicht verstehen. Es ist Christus, der sie in Angst versetzt!

Der Antichrist wird zweifellos kommen, aber wir müssen ihn nicht nur in seinem negativen Sinne wahrnehmen, sondern auch erkennen, dass er mit seinem eigenen Ich aus dem vorherigen Entwicklungszyklus kommt, aber jetzt eine Rolle spielt, von der ihn nur der Mensch befreien kann. Das Gleiche gilt für Luzifer, Asura und Sorat. Alle vier erwarten, dass der Mensch sie erlöst. Je mehr die Waagerechtachse des Weltenkreuzes mit der Kraft Christi nach oben steigt, desto mehr nimmt der Antagonismus zwischen den luziferischen und ahrimanischen Kräften und die schreckliche rechtswidrige Synthese der beiden durch die Asuras zu. Sorat wird sich uns weiterhin nur als ein Sonnendämonium präsentieren, weil er nicht die Möglichkeit hat, seine ichhafte „Sonnenseite“ zu manifestieren. Er hat keinen „dämonischen“ Einfluss auf die Sonne, das „Dämonische“ ist nur ein Zeichen dafür, dass seine Rolle darin besteht, der Hauptgegner Christi zu sein. Er ist nicht der Gegner des Ich-Prinzips, sondern unseres niederen Ich in dessen lunarem Aspekt, auf den er als „Versuchung“ einwirken muss. Dies ist jedoch ein großes Hindernis für das „Tier mit den zwei Hörnern gleich einem Lamm“, sich Christus zuzuwenden.

Der Mensch ist aufgerufen, den mittleren Weg auszuwählen, den Ich-Weg Christi. Er wird eine seine Entwicklung wahrhaftig fördernde Synthese der hellen und dunklen Mächte sein, die gleichzeitig die „Dunklen“ von ihren Rollen befreit und den Menschen selbst zu einem Hierarchiewesen macht.

Vor 2000 Jahren erreichte Jesus die Würde der zehnten Hierarchie in der freien Wahl zwischen Gut und Böse, zwischen Auferstehung und Tod. Jetzt sind wir an der Reihe, denn die Zeit ist gekommen, dass wir ICHE werden. Im ICH findet jede Frage, jede Krise, jedes Leiden und jede Sackgasse eine Antwort, im ICH ist Gott. Der Mensch ist Gott. Es bleibt, dass er sich dessen bewusst wird und in aller Ewigkeit manifestiert. Will er das?!

[1] Лазаровден ‘Lazarustag‘, beliebtes Frühlingsfest und Namenstag in Bulgarien, mit dem verschiedene Bräuche verbunden sind, vgl. z. B. https://bulgarieninside.blogspot.com/2012/04/lazarustag-in-bulgarien-welches-madchen.html

[2] Vgl. „Vom Mysterium des Lazarus und der drei Johannes: Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Johannes Zebedäus“, Dornach, 2009

[3] https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2019/03/28/der-jahve-elohim-und-das-mysterium-des-bulgarischen-volks/

[4] Ebd.

[5] Vgl. den Vortrag https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2020/03/19/die-apokalypse-des-johannes-und-der-hierarchiename-des-menschen/

[6] GA 1, S. 201f.

Warum nahm das Coronavirus von China aus seinen Gang?

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 4.4.2020 in Varna

Link zum Vortrags-Video

Im März habe ich einen Arzt aus der „Weißen Bruderschaft“ angerufen, um mich nach dem Gesundheitszustand von jemandem zu erkundigen und es entstand ein längeres Gespräch. Er fragte mich, was ich von den Migrationsprozessen in Europa und der Teilnahme übersinnlicher Wesen an ihnen halte und interessierte sich, ob es in den vergangenen Jahrhunderten etwas Ähnliches stattgefunden hat. Wir kamen dabei natürlich auch auf das vom Coronavirus verursachte Problem zu sprechen, das so unverhofft die ganze Menschheit angegriffen hat. Ich begann meine Ansicht der Frage darzulegen, indem ich sagte, dass die Seele des heutigen Chinesen einer entsetzlichen Presse aus zwei Richtungen ausgesetzt ist – einerseits aus der Empfindung der Größe der chinesischen Vergangenheit und ihrer reichen Geschichte, andererseits aus dem Druck der heutigen ökonomischen Wirklichkeit. Aus der Vergangenheit lugt Luzifer heraus und aus der vorzeitig angekommenen Zukunft zerdrückt sie Ahriman, ohne dass Christus in der Mitte anwesend ist. Das führt zu einer extremen Abschwächung der Immunität des physischen Leibes und wenn man den Druck der Digitalisierung hinzufügt, zerstört das alles völlig die Immunität der Chinesen. Außerdem existiert die Absicht Chinas, welche die kommunistische Partei formuliert hat, die Welt ökonomisch zu erobern … und in diesem Augenblick kam die Offenbarung der geistigen Welt! Sie lautete, dass „die wahre Ursache für das Auftauchen des Virus darin besteht, den Drang Chinas nach der Weltherrschaft aufzuhalten“. Ein paar Tage später kam als Ergänzung eine weitere Offenbarung.

Worin drückt sich dieser Drang aus? Im Unterschied zu den Führern der „weißen Völker“, die größtenteils längst die Existenz Christi vergessen haben und auf die sozialen Prozesse rein weltlich schauen, ohne ein klares Zukunftsziel zu haben, verstanden die chinesischen Führer schon immer die Evolutionsentwicklung in jedem Zeitalter auf eine völlig andere Art. Für sie stellt die Geschichte eine Reihe von nacheinander folgenden Zyklen dar, die der Wirbelbewegung des Kosmos folgt. Dabei hat jeder Zyklus drei Perioden – „Chaos“, „kleines Aufblühen“ und „große Einigung“. Demnach soll sich China gegenwärtig im achten Zyklus befinden und es ist besonders interessant zu präzisieren, in welcher seiner drei Perioden sich das Land aktuell befindet. Jahrtausende lang war dieses Land vom Rest der Welt abgetrennt, aber als die ersten weißen Menschen dort auftauchten, traten unvermeidlich Wandlungen ein. Im 19. Jahrhundert beherrschte das Britische Imperium die Welt, das seinen egoistischen Interessen folgte und versuchte, die Chinesen in ein Volk von Drogensüchtigen zu verwandeln und ihnen die Reichtümer zu entziehen. Durch die beiden Opiumkriege wurde ein großes Karma geschaffen und nicht von ungefähr begannen viele Chinesen, in der weißen Rasse zu inkarnieren. Nach dem Fall des 12. Kaiser der Quing-Dynastie und dem nachfolgenden Bürgerkrieg spaltete sich Taiwan ab und China ging zu einer kommunistischen Führung über, indem es zwischen den beiden Militärkolossen lavierte – den USA und der UdSSR. Die Chinesen benutzten das Modell „des weisen Affen“, der auf dem Berggipfel stand und von dort aus den Kampf der beiden Tiger im Tal beobachtete. Je nach ihrem Interesse und der Konjunktur war China mal der einen, mal der anderen Seite zugewandt. Von den USA bekamen sie zivile Technologien und von der UdSSR – Militärtechnologien. 1999 unterschrieb der amerikanischen Präsident Clinton mit dem damaligen chinesischen Führen Jiang Zemin einen 20-Jahresvertrag für „konstruktive Zusammenarbeit“. Diesem Vertrag entsprechend sollte China zur „Weltfabrik“ werden und die weißen Menschen der sog. „goldenen Milliarde“ mit Waren zu beliefern. So war die Politik des liberalen Kapitalismus, der einfach eine andere Form des Marxismus ist. Davon wurde auch Europa angesteckt. Das führte die Entindustrialisierung Amerikas und den Übergang zum virtuellen Finanzkapitalismus herbei, welcher die Krise im Jahr 2009 verursachte. 2001 unterschrieb der andere „Tiger“ – Putin – einen Vertrag für „gute Nachbarschaft“ mit Jiang Zemin, der bis 2020 gültig sein sollte und dessen Ziel darin bestand, einen weiten Zugang zu den Naturressourcen Russlands zu öffnen mit dem Zweck, die Bedürfnisse der „Fabrik des 21. Jahrhunderts“ zu befriedigen. Die Chinesen sind der Meinung, dass die „Chaosperiode“ des achten Zyklus bis zur Ankunft Deng Xiaoping abgeschlossen war. Uns ist sein berühmter Satz bekannt „Es ist nicht wichtig, wie die Katze aussieht, sondern ob sie Mäuse fangen kann“. Mit Deng Xiaoping begann die Periode des „kleinen Aufblühens“. Sie erforderte auch die entsprechenden Änderungen. Der 8.11.2012 wurde zu einem Schlüsseldatum, als beim 18. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas der Übergang von den marxistischen und den ihnen folgenden „allgemeinmenschlichen“ Werten zum chinesischen Internationalismus beschlossen wurde, der auf der konfuzianischen Ethik basierte, mit der China zu einem „Weltreich“ aufsteigen sollte. Bei dieser Ethik ist der Herrscher der „Vater der Familie bzw. des Volkes“ oder besser gesagt des Staates wie in einer vereinten Familie, die auf das Prinzip der Sippschaft beruht und deren Mitglieder durch die führende Rolle der Autoritäten auf den jeweiligen Hierarchiestufen miteinander verbunden werden. Der Parteitag erhob den fünften Kaiser der roten Dynastie Xi Jinping an die Spitze mit der Aufgabe, bis 2022 das „kleine Aufblühen“ zu verwirklichen. Dieses drückte sich in der Rückkehr Taiwans zu China aus, in der Umwandlung des „Reichs unter dem Himmel“ aus einem industriellen in einen innovativen Staat der sechsten technologischen Welle und in einer Verstärkung der Militärstärke, welche eine Erweiterung der Landes- und Seegrenzen bis zu den Erdpolen erlaubt. 2015 war Xi Jinping auf Staatsvisite in London und die Queen hat sich nicht nur vor ihm verbeugt (im übertragenen Sinne) und ihm erlaubt, im Buckingham Palace zu übernachten, sondern er war das einzige Staatsoberhaupt, das in der königlichen Kutsche in der Stadt spazierengefahren ist. Im britischen Parlament erklärte Jinping selbstbewusst, dass diese Institution seit einigen Jahrhunderten bestehe, aber die Chinesen hätten bereits vor 4000 Jahren begonnen, über die Menschenrechte und die Herrschaft des Gesetzes zu sprechen. Die Queen und die Rothschilds haben ihre Augen vor dem tragischen Zustand der Menschenrechte in China geschlossen und der Weg des östlichen Drachen zum Ziel des „kleinen Aufblühens“ stand völlig offen. Während sie 1683 einen ähnlichen Höhepunkt des Aufschwungs im vorherigen Zyklus hatten, bedeutete nun das Jahr 2019 einen solchen Höhepunkt. In dieser Zeit wurde Europa mit Migranten überflutet, überraschenderweise kam in den USA Trump als Alternative des liberalen Marxismus an die Macht; in Russland festigte Putin seine Macht und nach der Ablehnung des Gorbatschovschen und Elzinschen Liberalismus begann man dort die neue Ideologie des orthodoxen eurasischen Nationalismus zu formulieren. So erschienen die drei herausragendsten Führer auf der waagerechten Ost-West- bzw. West-Ost-Achse, auf der ständig anwachsende Spannung herrscht.

China wuchs mit atemberaubendem Tempo als Wirtschafts- und Militärmacht, aber die „große Einigung“ sah man dort in der luziferischen Wiederbelebung  der Vergangenheit. Am Anfang des Kali Yuga inkarnierte Luzifer in einer angesehenen chinesischen Familie (wahrscheinlich als Kaiser) und mit ihm begann der Übergang zum persönlichen Prinzip im Menschen. Doch Luzifer ist auch eine Schlange, ein Drache, der in der „Apokalypse“ des Johannes als der Verführer dargestellt ist, der die Menschen zur Gruppenbewusstseinsform führt. Der Drache besitzt auch eine ahrimanische Natur, die im heutigen China schlagartig zur Geltung kommt mit den Ansprüchen auf Cyberunabhängigkeit, Dominanz im globalen Netz und auf alles, was mit Digitalisierung und Wirtschaft zusammenhängt. Wie bereits erwähnt, fehlt dort Christus und es hat sich der besondere gelbe Drache mit roter Schattierung in der Gestalt der kommunistischen Partei Chinas breitgemacht. Hier reden wir von einem Eingriff der Asuras. Zur äußeren Welt dringen Nachrichten über die Gewalt, die gegen die Falun-Dafa Nachfolger ausgeübt wird. Kaum jemand glaubt, dass lediglich 3000 Menschen am Coronavirus gestorben sind. Nach alter kommunistischer Manier wird alles vertuscht oder die Information wird entstellt.

In Russland sind Putin und seine Clique wohl nicht sehr geneigt, dеn Chinesen widerstandslos Zugang zu den eigenen Naturreichtümern zu gewähren. Das ist gut, doch der russische Traum, die Welt zu beherrschen ist jeder Begründung entleert, denn wie die Anthroposophie uns lehrt, wird die Zeit des Slawentums erst in der sechsten Kulturepoche kommen. Hinter dem Einfluss des orthodoxen Christentums in Russland lauert der luziferisch-ahrimansiche Asurismus in Aktion. Wenn die Menschen wüssten, welch atheistischer Unmensch in Putin wiedergeboren ist, würden sie ihm niemals etwas glauben, egal worüber er spricht!

Bei Trump ist alles klar – kommt man zu ihm als Käufer, ist man willkommen, denn Amerika muss „Nummer 1“ sein. Wir leben im Zeitalter der Bewusstseinsseele und die Vertreter der angelsächsischen Völker werden buchstäblich damit geboren. Doch wenn sie die Bewusstseinsseele nicht in christlicher Art, mit Anstrengung meistern („Das Reich Gottes wird mit Kraft errungen“), dann tauchen sie die Bewusstseinsseele in die instinktive Grundlage der Empfindungsseele ein, wo der Gruppenegoismus regiert und dann beginnen sie, verschiedenen Doppelgängern zu dienen. Damit werden diese Völker zum Anziehungspunkt für Zerstörungskräfte, womit sie ihre persönliche und allgemeinmenschliche Apokalypse (im negativen Sinne) vorbereiten. Wenn Trump dem Weg des Egoismus folgt, hat Amerika nichts Gutes zu erwarten. Trump hat Amerika wirtschaftlich angehoben, aber das Coronavirus tauchte auf und es stellte sich heraus, dass der Koloss auf tönernen Füßen steht. Wir alle wissen, dass das „gekrönte“ Virus aus Wuhan kam. Es soll von Fledermäusen stammen, dann waren Schlangen oder Gürteltiere im Gespräch, die vom Markt auf den Tisch kamen. Wenn das stimmen sollte, so ist die Symbolik klar – die Fledermaus-Ahriman und die Schlange-Luzifer gingen vom Symbol der heutigen Zivilisation des Konsums – dem Markt – aus, um mit vereinten Kräften den mittleren Teil des Menschen anzugreifen – das Atmungssystem, in dem Christus – das Herz der Welt – anwesend sein sollte. 2019 war der chinesische Drache bereit, die Flügel aufzuschlagen und zur Weltherrschaft hochzufliegen, doch vorläufig hat ihn ein unsichtbares Virus aufgehalten. Die chinesische Führung hat lange die Wahrheit verheimlicht und der nach Gewinn und Vergnügen lechzende weiße Mensch hat es zugelassen, dass er ungehindert angegriffen wird. Nun beobachten wir die Angst, die alle ergriffen hat. Es ist sehr charakteristisch, in welcher Zeit des Jahres diese Pandemie kam. Aus der Anthroposophie wissen wir, dass vier Erzengel ein Weltenkreuz aus zwei Sonnenwenden und zwei Tagundnachtgleichen bilden. Die Epidemie begann ungefähr in der Zeit des Erzengels Gabriel, der eng mit dem Fest der Geburt Jesu, dem Stoffwechselsystem und den Kräften der Ernährung verbunden ist. Sein Aufruf an den Menschen lautet: „Hüte dich vor dem Bösen!“ Wir alle wissen, welche Tiere, Insekten und alles, was sich bewegt, die Chinesen essen. Am Anfang jedes spirituellen Weges steht die richtige Ernährung und die Chinesen sind ein Beispiel gerade für das Gegenteil. Der Erzengel Gabriel macht die Kräfte frei, die in den Impulsen der Ernährung wirken und schickt sie zum mit der Atmung verbundenen Erzengel Rafael, bei dem sie zu heilenden Kräften werden. Der Erzengel des bulgarischen Volkes Rafael steht in direkter Verbindung mir dem Osterfest und ruft uns zur Reue auf, damit wir seine „Empfehlung“ hören: „Mensch, erkenne dich selbst!“ Die gegenwärtige Quarantäne ist die geeignetste Zeit, in der sich jeder die wichtigsten Fragen stellt und den Weg des Christus besteigt, um selbst als ein unsterbliches ICH zu finden. Das Coronavirus befällt die Lunge, d.h. die Atmung, da dem Menschen das unserer Zeit angemessene Christus-Verständnis abhanden gekommen ist und er in schnellem Tempo zur Hölle der unterphysischen Welten schreitet.

Ohne den Erlöser und sich selbst zu finden, können diese heilenden Kräfte nicht im Sommer weiterwirken und sich in Kräfte des Denkens und in eine aufgeklärte geistige Weisheit verwandeln, die die Moralität der Hierarchiewesen darstellt. Von der Höhe des Sommers aus schaut der Träger des kosmischen Gewissens Erzengel Uriel und ruft uns auf, „das Licht“ vom Pfingstgeist zu „empfangen“, damit es sich auf seinem Weg zum Herbst und zum Erzengel Michael in Wille, in Kraft der Bewegung verwandelt, die den Menschen auf seinem Weg führen. Das ist die Kraft des individuellen unsterblichen ICH, das Michael im Menschen sehen möchte.

Leider wird die heutige Menschheit vollständig von ihrem reflektierenden Ich geleitet. Doch während beim einfachen Menschen die Folgen nur ihn selbst betreffen, können diese Folgen bei den Staatsführern der „großen“ Mächte weltengroße Dimensionen annehmen, wie das bei den chinesischen Führern der Fall ist. Die Fortsetzung der am Anfang angeführten Offenbarung lautet: „Sie wissen sehr gut, dass sie auf dem Weg, den sie eingeschlagen haben, sowohl die Natur als auch den Menschen zerstören. Wenn sie nicht aufhören, wird die Pandemie eine Fortsetzung haben.“ Es ist wohl nicht nötig, wieder auf die schlimme Wirkung der Digitalisierung auf unsere Physiologie oder der Zerstörung der Naturreiche wegen der Verfolgung des ständigen Wirtschaftswachstums zu verweisen. Die hellen Mächte werden es nicht zulassen, dass dasjenige, was sie im Laufe von Äonen geschaffen haben, nur innerhalb von wenigen Jahrzehnten unumkehrbar beschädigt wird, weil der Mensch sich weigert, eine rechtmäßige Verbindung mit ihnen im Sinne der christlichen Esoterik einzugehen. Dass man die guten Mächte so lange ignoriert hat, führt dazu, dass sie sich an uns rächen werden und wenn wir nicht zur Vernunft kommen, wird das jetzige Virus nur der Anfang sein!

Die Apokalypse des Johannes und der Hierarchiename des Menschen

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 29.02.2020 in Varna

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Wie aus dem Titel ersichtlich ist, werden wir heute unser Bewusstsein auf das am schwierigsten zu begreifende Buch der Bibel richten, in dem wir nach Antworten auf viele Fragen suchen wollen, die für unser gegenwärtiges Zeitalter von immenser Bedeutung sind.

Eines der wichtigsten Rätsel, das schon seit langer Zeit vor mir steht, ist der Hierarchiename des Menschen. Es musste der 25.12.2019 kommen, als an Weihnachten dieses Mysterium gelüftet wurde. Danach wurde meine Aufmerksamkeit natürlich auf den Vortragszyklus Rudolf Steiners von 1924 (GA 346) gelenkt, den er in Dornach vor jenem Gestirn bemerkenswerter evangelischer Pfarrer hielt, die sich der Erneuerung des exoterischen Christentums gewidmet haben. 16 Jahre vorher hat Steiner auch schon über das Thema gesprochen, aber in einer anderen Art – indem er die Anthroposophie selbst auf der Grundlage der Apokalypse interpretierte. Wir werden versuchen, die beiden Vortragszyklen in Verbindung zueinander zu stellen, und zwar gerade am heutigen Schalttag des Jahres 2020, der eine Art Oktave einer Vierjahresperiode darstellt. Auf diese Weise werden wir uns in einer möglichst angemessenen Art dem Ziel dieses Vortrags nähern.

Lassen Sie uns als Anfang in das Zeitalter uns zurückversetzen, als Johannes persönlich von Christus mit der höchsten Offenbarung in seinem Willen beschenkt wurde. Vor unserem inneren Blick wird ein erstaunliches Bild auftauchen. Es war gegen Ende des ersten Jahrhunderts n.Chr. Im Westen war die Sonne bereits untergegangen, doch man konnte immer noch die nachlassende Wirkung ihrer Strahlen spüren. In ihnen erschien das Sternbild Jungfrau mit dem Mond „unter ihren Füßen“. Fest auf dem Felsen auf der Insel Patmos stehend, um nicht von allem, was sich in ihm und um ihn herum aufregte, betete der Apostel in der heiligen Atmosphäre des Nachklangs der ältesten Mysterien. Er wurde in das Geistgebiet des Jahres 30.9.395 versetzt – am Tag des Herrn (Sonntag) – und empfing den Inhalt seiner so geheimnisvollen Einweihung, die er einige Jahrzehnte früher bei seiner Auferweckung aus dem Grab durch den Ruf „Lazarus, komm heraus!“ erlebt hatte.

Wie keinem anderen Menschen wurde Johannes die ganze Vergangenheit und Zukunft der Erdenmenschheit offenbart. In den geistigen Welten, die sich über unserer physisch-mineralischen Erde befinden und in denen die Zeit in anderen als den uns bekannten Formen existiert, hat der Apostel Johannes Bilder gesehen und danach beschrieben, deren Verständnis die Menschheit noch zukünftig zu erringen haben wird – mit dem Fortschreiten der ätherischen Ankunft Christi wird es uns nämlich immer dringender, sie zu begreifen und im Ich aufzunehmen. Heute werden wir dem Ariadnefaden den Aufgaben unseres Themas entsprechend folgen und beobachten, wohin er uns führen wird.

Die „Apokalypse“ ist ein Mysterium und zuerst müssen wir begreifen, warum es genau zu jenem Zeitpunkt durch Johannes empfangen wurde. In seinem Vortrag vom 5.9.1924 (in GA 346) sprach Rudolf Steiner über die Wandlung des Mysterienlebens während der vergangenen Jahrtausende, indem er zwischen „alten“, „halbalten“, „halbneuen“ und „neuen“ Mysterien unterschied. Über die alten Mysterien existieren keine äußeren historischen Angaben, sie können nur hellseherisch geschaut und begriffen werden. Sie fanden in natürlichen Felsenhöhlen bzw. in künstlich erbauten Dolmen statt.  Zu dem im unterirdischen Tempel liegenden Neophyten stiegen die Götter herab, um ihn mit der Menschenweihehandlung der Transsubstantiation in Kultuszeremonien zu weihen. Das wurde astrologisch auf die Konstellation der Himmelskörper abgestimmt. Die Transsubstantiation und die Kommunion sind die beiden Hauptteile der Menschenweihehandlung. Die Transformation des Stoffes ist eine äußerlich unsichtbare geistige Realität und bei der Weihe mit irdischen Substanzen kam der Einzuweihende zu einer apokalyptischen Einstellung und erfüllte sich mit dem Verständnis der erhabenen Wahrheiten des Weltalls, d.h. mit der Substanz des Apokalyptischen. Das Geheimnis der Weihe ist ein Erkenntnisweg und die Apokalypse ist das Objekt der heiligen Erkenntnis. Das Erleben des physischen Leibes im Bereich des höheren Devachan machte ihn zu einem göttlichen Menschen und aus der Vereinigung der aufwärts- und abwärtsfließenden Strömungen mit dem ganzen Weltall hatte der Einzuweihende ein Erlebnis, das man ungefähr mit den folgenden Worten beschreiben kann: „Ich bin jetzt nicht der, der da herumgeht in der physischen Welt; ich bin der, in dem der Gott, der herabgestiegen ist, lebt; ich bin der, dessen Name alle Laute umfaßt, der gewesen ist im Anfang, der ist in der Mitte, der sein wird am Ende. Ich bin das Alpha und das Omega.“[1] Damals verstand man die Apokalypse als das Vorhandensein der Götter, die am Anfang, in der Mitte und am Ende standen, also als das Alpha und Omega der ganzen Entwicklung.

In den halbalten Mysterien zogen sich die Hierarchiewesen zurück und stiegen nicht mehr in ihrer eigenen Wesenheit herunter, sondern sandten ihre Kräfte herunter[2]. Die Tempel kamen an die Erdoberfläche und der Prozess der Umwandlung richtete sich auf das Verstärken und Erleben des Ätherleibes, des Flüssigen im Menschen durch die Verbindung mit der Sphärenmusik und dem vom Himmel zur Erde tönenden Weltenwortes, das alles geschaffen hat, alles schafft und in allem lebt. Das Geheimnis der Transsubstantiation wurde schon im Inneren desjenigen gesucht, das man in der alten Alchimie die ‚Fermente’ nannte. In heiligen Gefäßen bewahrte man uraltes Substanzielles auf, das Sonnenglanz verbreitete und ein Gefühl der Ewigkeit, der Unsterblichkeit bewirkte, da in ihm die Sonne – der eigentliche Quell der belebenden Ätherkräfte in unserem Planetensystem – gewirkt hat. Man bewahrte einen kleinen Teil auf und gab ihn der Substanz bei, wobei sie eine Umwandlung erfuhr. Die Kräfte selbst wurden zum Erkenntnisorgan bei der apokalyptischen Suche nach der Wahrheit. Den Nachklang jener Zeiten finden wir in der Tradition des rituellem Besprühens oder gar Waschens mit Weihwasser.

Bei den halbneuen Mysterien stieg das Erleben der Transsubstantiation bis zum Luftelement und Astralleib auf. Das geschah durch die Beherrschung des Rhythmus in der magischen Kultussprache, in der die innere Wesenheit des Lautes klang und in die Herzen der Priester eindrang – obwohl sie sich dessen nur halbbewusst waren -, um die notwendige Atmosphäre zu schaffen, damit ihnen nach dem Vollzug eines Opferaktes das Apokalyptische aufgeht. So hat man bei den Mysterien der Kabiren Substanzen in Opferkrügen entzündet. Der Rauch stieg in die Höhe, es transsubstantiierte sich das Wort selbst und der Weg zu den göttlichen Kräften wurde in Imaginationen sichtbar, woraus später das Erlebnis „Wenn ich spreche, dann spricht Gott in mir“ entstand.

Wenn wir uns heute fragen, wie die heiligen Alphabete des Altertums entstanden sind, so können wir das nicht begreifen, ohne zu berücksichtigen, wie tief der Laut in den damaligen Menschen ertönte. Wenn das Wort ‚Alpha‘ ausgesprochen wurde, so wurde der Mensch gleichsam in die alte Saturnzeit zurückversetzt, als er ursprünglich als ein Wärmeleib entstand, der in höchster Weise über die Welt wegen seines eigenen Seins staunte, das er gerade gefunden hatte. Beim Laut ‚Beta‘ spürte der Mensch die ihn umgebende Welt wie sein Zuhause, wie seine „Haut“. Dann hat er, durch diese Welt gehend, sie aufnehmend und sich mit ihr vereinend – was bis zum zukünftigen Vulkan dauern wird, wenn er eins mit dem ganzen Universum sein wird – diesen ganzen Prozess durch die Laute des Alphabets als eine Summe geistiger, aus allen Richtungen zu ihm sprechenden Wesen widerspiegelt. Das heilige Kultuswort hat ihn mit den Göttern vereint und nach der Zurücklegung des gesamten grandiosen Weges der Entfernung vom Gott und der Rückkehr zu Ihm wird der Mensch vollberechtigt sagen können: „Ich bin das Alpha und das Omega“.

Mit dem Übergang zum reflektierenden Denken blieb jedoch der Astralleib gänzlich außerhalb des menschlichen Bewusstseins, die Götter zogen sich von den heiligen Lauten des Altertums zurück. Unten zogen in die leeren Hüllen von a,b,c usw. in dämonischer Art ahrimanische Wesen ein. Die Worte haben das Wort, ihre Kraft eingebüßt. Im Unterschied zu den anderen Evangelisten begann Lazarus-Johannes dank seiner Einweihung durch den Logos Christus sein Evangelium über die Einweihung mit dem vollkommen bewussten Erleben, dass „am Anfang das Wort war“. Zudem wurde er der erste Mensch auf Erden, der das Aufsteigen des apokalyptischen Inhalts in sein Ich erlebte, d.h. er erlebte die Einheit seines absolut bewussten Ich mit dem Inhalt der Apokalypse. So wie ein jeder Mensch das Wort ‚Ich‘ mit seinem üblichen Bewusstsein aussprechen und in diesem Laut seine innere Welt zum Ausdruck bringen kann, wurde der Inhalt der „Apokalypse“ zum Inhalt des Ich Johannes‘. Es existiert nur eine „Apokalypse“, die er als Einziger erlebt hat, doch gleichzeitig kann deren Inhalt in jedes höhere Menschen-Ich eingehen, denn sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich vervielfältigen kann. Und das führt uns zu den neuen Mysterien, die Rudolf Steiners Worten zufolge mit dem Brand des Goetheanums eingesetzt haben. Das Menschen-Ich wird apokalyptisch, wenn man es Christus gewidmet hat und die ersten Schritte hin zu der Vereinigung des Priesters und des Eingeweihten in seiner Person macht und dabei zum Avatar des Erlösers wird. 1936 hat uns der Bodhisattva Beinsa Douno das in einer unmissverständlichen Art vorgeführt.

In beiden Vortragszyklen von 1908 und 1924, die der Apokalypse gewidmet sind, stellt Rudolf Steiner die Ich-Entwicklung ins Zentrum, für die wir unsere physisch-mineralische Daseinsform angenommen haben. Wie ist dieses Dasein in den nachatlantischen Kulturepochen verlaufen, die unserer Zeit vorgehen?

Nach dem Versinken der Atlantis ließen sich in den Gebieten nördlich des heutigen Indiens die fortgeschrittensten menschlichen Individuen nieder, die fähig waren, durch die urindische Kulturepoche den Anfang des Ich-Impulses aus dem Westen ostwärts einzuleiten. Demnach wurde der ganze Kontinent ‚Asien‘ genannt. Die indische Bevölkerung erreichte ein hohes Niveau der seelischen Entwicklung, jedoch bei herabgedämpftem Bewusstsein. In den Jahrtausenden, die der Sintflut folgten, erlang sie solche seelischen Fähigkeiten und Kräfte, mit denen sie selbst in die Wirkungssphäre der Dynamis und Kyriotetes eindringen konnte. Die Gesamtheit der Ersteren nannte sie Mula-Prakriti und der Letzteren – Maha-Puruscha. Als die Inder später mit dem alten dämmerhaften Hellsehen abschlossen und zum Ich-Selbstbewusstsein erwachten, hatten sie bereits vergessen, wann die Engel und Erzengel an ihrem Seelenhaften gearbeitet hatten. Dementsprechend standen sie diesen Wesenheiten völlig teilnahmslos gegenüber und interessierten sich hauptsächlich für die Tätigkeit der Mula-Prakriti und Maha-Puruscha. Ihr erwachtes Ich blieb für sie etwas Subjektives, Erkennendes, aber ein objektives Wesen unter den anderen Wesen der geistigen Welt. Im Orient blieb die Kosmogonie unpersönlich, ichlos, pantheistisch.

Beim urpersischen Volk erwachte das Ich auf einer niedrigeren Seelenebene und der Umgang mit den Hierarchien konzentrierte sich hauptsächlich auf die Gewalten, die ‚Amshaspands‘ genannt wurden. Bei den Völkern von Ägypten, Chaldäa u.a. der dritten Kulturepoche sank der Blick zu den Archai. Sowohl bei ihnen als auch bei den Hellenen und Römern der vierten Kulturepoche gab es nur eine Erinnerung an den Eingriff der Engel und Erzengel in ihre Entwicklung und die Mythologien waren eben aus diesen Erinnerungen entstanden. Das Auftauchen des reflektierenden Denkens und das Erwachen des Ich fiel mit der Verinnerlichung der Verstandesseele zusammen. Nicht von ungefähr erschien in der griechischen Polis die Demokratie und bei den Römern – das römische Recht. Im Unterschied von ihnen haben die Bulgaren – Thraker, Skythen, Hunnen, „Goten“ usw. – am längsten im Vergleich zur gesamten europäischen Bevölkerung das alte Hellsehen in atavistischer Art aufbewahrt. Sie erlebten ganz spürbar den Eingriff der Engel und Erzengel in das Erwachen ihres Ich. Diese Bulgaren übernahmen die Aufgabe, die europäische Bevölkerung auf die Ankunft des Ich-bin-Prinzips Christi vorzubereiten. Der griechischen und römischen Mythologie liegt die Mythologie der Thraker zugrunde und der Kontinent Europa trägt nicht zufällig den Namen des von ihnen besiedelten Gebiets im Südosten. Hierher kam Paulus und er geriet unter Menschen, die für die Verbreitung des Christus-Impulses geeignet waren.

Die Völker von West-, Mittel- und Nordeuropa befanden sich auf einer niedrigen Stufe der  Kulturentwicklung, als ihr Ich zu erwachen begann. Dafür waren sie im Rahmen des alten Hellsehens unmittelbar in den Prozessen anwesend, in denen die Engel und Erzengel in ihren Seelen wirkten. Das führte dazu, dass sie das Ich als ein objektives Wesen unter den Ichen der geistigen Hierarchien anschauten, und zwar lange Zeit, bevor sie die wahre innere Anregung zu diesem Ich gewahr werden konnten. Während vorher übersinnliche Wesen sich um die Beziehungen des Menschen mit der Außenwelt kümmerten und diese Beziehungen eher instinktiv waren, stand nach seinem Erwachen das Ich im Mittelpunkt des Menschenlebens. Der Europäer musste es in allen möglichen Arten mit der äußeren Sinneswelt verbinden, indem er über die Beziehungen des Menschen zum ganzen Universum sprach. In der nordgermanischen Mythologie, in der die Spuren der bulgarischen Anwesenheit sichtbar sind (z.B. bei Odin-Wotan), wurden die Engel und Erzengel ‚Asen‘ genannt, da sie die Rolle von Gruppen-Ichen[3] gegenüber den einzelnen Stämmen, Gemeinschaften, Völkern spielten, bevor ihre einzelnen Mitglieder für das eigene Ich-Selbstbewusstsein erwachten. Im Laufe vieler Jahrhunderte und Jahrtausende führten die rechtmäßigen geistigen Wesen ihre „Zöglinge“ auf der Erde durch das Prinzip der Blutsverwandtschaft. Dem widersetzten sich die luziferischen und ahrimanischen Geister der Finsternis. Sie strebten danach, dass der irdische Mensch die Freiheit, die eine Ich-Entwicklung mit sich bringt, beschleunigt erlangt und dass er schnell zur Vergeistigung kommt.

Das in der geistigen Welt befindliche Weltall-Ich Christi wurde in den Mysterien grundsätzlich in luziferischer Art heruntergeholt und inspirierte die Evolution als Wissen, als Weisheit. Allerdings stellte diese Weisheit reflektiertes Licht dar. Als Christus auf die Erde herabstieg, kam Luzifer aus dem menschlichen Astralleib heraus und in diesen strömte das wahre Licht aus dem Pralaya hinein. Bis zu diesem Zeitpunkt wohnten die rechtmäßigen „Asen“ im menschlichen Wesenskern. Als jedoch Christus in Jesus herabstieg, verließen sie den Wesenskern und in ihm blieb nur die Hülle des „kleinen“ Ich zurück – das, was der Mensch individuell durch die Sinneswahrnehmungen und Lebensprozesse,  durch die Befolgung der Gebote, das bildhafte Denken usw. ausgearbeitet hatte. Bis zur Zeitenwende führte die Menschheit eine geradezu illusorische Existenz; nach der Zeitenwende musste in die freigewordene Hülle Christus einziehen, damit der Mensch die Verbindung zu seinem (höheren) Ich suchen und irgendwann aus eigener Kraft zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe werden kann. Und hier stellt sich die Frage, welches sein Hierarchiename ist.

In der „ Apokalypse“ 19:11 beschreibt Johannes, wie der Himmel sich auftut und eine Kraft auf einem weißen Pferd erscheint, die sein ganzes Wesen durchdringt und sich als die drei Antlitze des einigen Gottes, d.h. des väterlichen Weltengrundes manifestiert. Aus der Anthroposophie wissen wir, dass Sein Bild in der geistigen Welt einheitlich ist und erst wenn es sich auf die physische Welt überträgt, als drei Hypostasen erscheint. Wir wissen auch, dass wir auf dem physischen Plan eine Einheit von Leib, Seele und Geist bilden. Doch wenn wir in die geistige Welt eintreten, zersplittern unsere drei Seeleningredienzen Wille, Fühlen, Denken und erhalten eine gewisse Selbständigkeit und der dreieinige Gott wird uns zum einigen Gott. Im Pralaya finden die drei göttlichen Hypostasen im väterlichen Weltengrund ihre Einheit, die im Manvantara in Christus verwirklicht wird. Warum spaltet sich dann der Apostel beim hellseherischen Erscheinen des weißen Pferdes mit dem Reiter nicht in seiner Seele in drei Teile, was zum Schauen eines Bildes führen würde, sondern es geschieht genau das Gegenteil, dass sich der Reiter in drei Bildern zeigt? Wen sah Johannes? Er sah Christus – und zwar dreihaft – denn beim Herabstieg des Ich-bin-Prinzips aus dem Pralaya in den physischen Jesus füllte der Erlöser alle Lücken zwischen dem Menschen und Gott aus. Dank seiner Auferweckung, die sich so stark von der Auferweckung des Jünglings von Nain und der Tochter des Jaïrus unterscheidet, war Johannes in der Lage, eine der wichtigsten Offenbarungen anzuschauen, die je ein Eingeweihter erhalten hat. Dabei geschah, wie wir bereits erwähnt haben, wohl das Gegenteil der Regeln, die für den physisch inkarnierten Menschen gelten. Im Kapitel 19 der „Apokalypse“ lesen wir auch, dass der Reiter „einen Namen geschrieben“ hatte, „den niemand wusste denn er selbst.“ Was ist dieser Name? Nach der Ausbildung der Sprache im atlantischen Zeitalter sprach der Mensch in der dritten Person über sich, denn der Fokuspunkt des Bewusstseins lag außerhalb der Stirn im großen Ätherkopf. Doch das Ich der arischen Rasse konnte bewusst realisiert werden, nur wenn das Zentrum des Ätherleibes in das physische Gehirn verlegt wurde. In den alten nachatlantischen Sprachen hat man das Ich nicht als Solches bezeichnet und benannt, sondern es war in der Verbform und dadurch bis zu einem gewissen Grade in den Pronomen enthalten. Aber Derjenige, der aus der übersinnlichen Welt herabsteigt, trägt einen Namen, der auf Ihn geschrieben ist, den Er nicht nur ausspricht, indem Er sich selbst bezeichnet, sondern den Er als Einziger und kein anderer versteht. Johannes sah prophetisch voraus, dass Er in der Zukunft kommen und der Welt „das Dasein der Moral“ (nach der Übersetzung von Emil Bock) bringen wird, denn die Moral ist möglich und sie wird durch „Seine Entscheidungen und Kämpfe“ Wirklichkeit werden. Auch wird Er „Glauben und Wissen“ verwirklichen, die in den Menschen eingehen können, wenn der Reiter in das menschliche Ich eingeht. Dann wird der Reiter den Namen des Menschen verstehen und der Mensch wird zusammen mit Ihm diesen Namen und alles im Weltall verstehen, was mit Seinem Namen zusammenhängt. In uns wird sich das Licht des Verständnisses von Ihm entzünden, denn Er wird das Licht sein, welches das Bewusstsein für Seine Präsenz in unserer Seele bestrahlt. Ein solches Erlebnis heißt „das Explodieren des Ich“[4] und es führt zu der erhabenen Erleuchtung im Bewusstsein, dass der Mensch ein Ich ist und dass dieses Ich Gott selbst in ihm ist. Hier befindet sich das Fichtesche Ich = Ich in seiner für den physischen Plan höchstmöglichen Erscheinung. Der väterliche Weltengrund hat sich durch Christus mit dem Namen „Ich“ im Menschen manifestiert und der Mensch hat den ersten Schritt zu seiner Verwandlung in einen Avatar des Erlösers getan.

Wir können nicht umhin, die Botschaft an die Kirche von Pergamon (2:17) zu erwähnen, die die dritte Kulturepoche mit ihrem Streben nach der Läuterung des Tierischen im Astralleib repräsentiert. Diese Läuterung hat das Ziel, dass der Mensch „das verborgene Manna“ erhält, d.h. das Licht des Verständnisses über den „weißen Stein“, auf dem „ein neuer Name“ steht, „den nur der kennt, der ihn empfängt.“ Hier geht es natürlich um den individuellen, ewigen Namen jedes Menschen. Das Explodieren des Ich ist ein Schritt zum Erfahren dieses Namens, doch in diesem Vortrag interessiert uns der für die ganze Menschheit gültige Hierarchiename. Der Weg zu ihm geht durch das zweite Bild Christi: „Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt „Das Wort Gottes“ (19:13). Hier trägt das mit dem auf Golgatha vergossenen Blut getränkte Gewand auch einen bestimmten Namen, doch er ist nicht derjenige, von dem in der Strophe 12 die Rede ist. Wenn wir in unser (niederes) Ich den ersten Namen aufgenommen haben, dann erfüllt uns der Reiter mit Christus als dem göttlichen Logos, dem Anfang der manifestierten Welt, ihr „Alpha und Omega“. Die Heiden empfingen den Logos in den Naturerscheinungen auf dem Weg der äußeren Offenbarungen; demgegenüber können die Christen Ihn nur empfangen, wenn sie den Erlöser in ihr Ich hereingelassen haben. Das Korn des Wortes ist im Mysterium von Golgatha enthalten – im Verständnis des gepeinigten und gekreuzigten Leibes/„Gewandes“ auf dem physischen Plan. Bei jedem Menschen, dessen Ich „explodiert“ ist, wird das Ereignis auf dem Hügel Golgatha zum Zentrum seiner Bestrebungen. Es ist der Fokuspunkt, durch den er immer von neuem und auf jeder gemeisterten Stufe der eigenen Ich-Entwicklung gehen wird.

Erst jetzt wird uns auch der immense Unterschied zwischen den vorchristlichen Alphabeten und der bulgarischen Glagolitza verständlich, die mit dem Buchstaben аз (ausgesprochen als as mit einem stimmhaften s) beginnt.

Glagolit

Nicht mit ‚Alpha‘ – dem Anfang aus der alten Saturnzeit für den Menschen, sondern mit dem ‚Ich‘ (bulg. аз), das vom väterlichen Weltengrund durch Christus herabgestiegen ist und Tod und Auferstehung erlebt hat. Im ersten Buchstaben der Glagolitza als graphischen Zeichen ist die ganze Schöpfung von ihrem Entwurf im väterlichen Weltengrund bis zum Vulkan enthalten und die nächsten Buchstaben sind einfach die konsequente Ausführung dieses Entwurfs. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Bedeutung des Namens des Hauses Dulo zu kennen. Dulo bildete das Rückgrat der bulgarischen Staatlichkeit von der Mitte des zweiten Jh.n.Chr. (im Gebiet der heutigen Ukraine) bis zum Ende des 10. Jh., als nach dem Tod ihres letzten Vertreters in Donaubulgarien Roman die Zarenmacht auf Samuil entfiel. Dulo bedeutet „Ich-Menschen“[5] und der Name betont in überzeugender Weise die Mission der Bulgaren in Hinblick auf die Ich-Entwicklung der Menschheit. Zu diesem Geschlecht gehörte auch der legendäre Bojan Maga (Magus), den Begründer des Bogomilentums, mit dem die europäischen Völker auf die fünfte Kulturepoche und die wesentliche Manifestation des Ich-Prinzips im Sinne Christi vorbereitet werden sollten.

Nachdem Christus sich im ersten Bild durch sich selbst und im zweiten – durch sein „Gewand“ manifestiert, wird im dritten Bild die Aufmerksamkeit auf das Schwert Seines Willens gerichtet, mit dem Er durch die Ich-Taten des Menschen und der Menschheit wirkt. Seine Taten tragen den dritten Namen – „ein König aller Könige und ein Herr aller Herren“ (19:16). Ein König oder Herr ist derjenige, der einem anderen Wesen die Richtung angibt. Die Notwendigkeit, äußere Herren zu haben, entfällt jedoch, wenn Christus mit dem Namen, den nur Er versteht, ins menschliche Ich einzieht. Dann wird der Mensch zu seinem eigenen Führer, da der „Herr aller Herren“ in ihm lebt. Er vollzieht eine Metamorphose seines Willens in eine Kraft innerer Liebe, die eine Ich-Liebe, eine Christus-Liebe ist. Die Synthese der beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts ist die Frucht einer solchen Metamorphose. Wenn das Ich zum Leben berufen worden ist, richtet es unvermeidlicherweise seine Existenz auf die Umsetzung des großen paulinischen Wortes „Nicht ich, sondern Christus in mir“ in Taten. Die Zeit, in der wir ein „König aller Könige“ werden können, das ist die fünfte Kulturepoche und der Anfang der ätherischen Wiederkunft Christi.

Die Bilder des „zweischneidigen Schwerts“, des „Manna“ und des „weißen Steins mit dem Namen“ darauf, die der dritten Kulturepoche angehören, spiegeln sich in der gegenwärtigen Kulturepoche (der Gemeinde von Sardes), nachdem die vierte Kulturepoche (die Gemeinde von Thyatira) abgelaufen ist, in der Gottes Sohn selbst, der das Ich-bin-Prinzip trug, herabgestiegen ist. Jeder Mensch muss Ihn erkennen, um den „Morgenstern“ zu erhalten, d.h. von der involutionären Marsentwicklung zur evolutionären Merkurentwicklung des Erdenäons überzugehen. Wenn die Bewusstseinsseele nicht in rechter Weise verinnerlicht wird und den Übergang zum höheren Ich nicht schafft, dann hat der Mensch den Namen, dass „er lebt und ist tot“ (3:1). Das bedeutet, dass er das reflektierende Ich besitzt, aber das ist nicht das wahre Ich, welches die äußere Welt nicht in der Lage ist, im Menschen zum Leben zu erwecken, da der Mensch sie nur als physische Welt betrachtet. In diesem Sinne ist es völlig aussichtslos, mit der „Apokalypse“ derart zu arbeiten, dass man sie nur kommentiert. Vielmehr muss unser Bewusstsein apokalyptisch werden und wir müssen unsere Zeit in apokalyptischer Weise verstehen und ihre Impulse zum Motor unserer eigenen Tätigkeit machen. Erst dann werden wir in der Lage sein, uns zum Erfahren unseres gesamtmenschlichen Hierarchienamens zu erheben. Wir sind berufen, die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe zu werden, was unsere „Dienstfunktion“ in der kosmischen Reihenfolge bezeichnet. Doch bis zum heutigen Zeitpunkt hat noch niemand den allgemeinen Hierarchienamen der Menschheit benannt. Dieser Name ist Asi![6]

Jedes Hierarchiewesen besitzt sein Ich. Wie bereits erwähnt, haben sich die Engel und Erzengel in den vorchristlichen Zeiten um unsere Entwicklung gekümmert und die nordgermanische Mythologie nannte sie Asen. Doch ihre wahren Namen sind Engel und Erzengel und ihre Dienstfunktionen lauten jeweils ‚Geister des Zwielichts‘ und ‚Feuergeister‘. Nur der väterliche Weltengrund trägt den Namen Ich im höchsten Sinne dieses Begriffes und der Name Christi lautet Ich-bin. Der Mensch hat das große Privileg, den göttlichen Namen selbst als seinen Hierarchienamen zu tragen! Mit uns kommt der gigantische Weg des Herabstiegs dieses Namens zu seinem Abschluss und es beginnt die Rückkehr dorthin, wo alles Existierende entworfen wurde. Dieser Weg ist weit und schließt unumgänglicherweise den Aufbau des „Neuen Jerusalems“ ein. Für das gotterwählte alttestamentliche Volk bildete das alte Jerusalem den irdische Pol, an dem sich die eigentliche Wohnstätte der Menschenseele auf Erden befand. Dort war die ganze äußere Kultur konzentriert und der salomonische Tempel stellte die Krönung dieses Pols dar.

Der Tempel, der aus Erdenelementen errichtet worden war, wurde nach der Ankunft des Erlösers nutzlos und die Römer haben ihn zerstört. Wenn heute nach Möglichkeiten gesucht wird, ihm wieder aufzubauen, drückt das ein völliges Missverstehen aus, denn die Substanzen für den Aufbau des apokalyptischen „Jerusalems“ werden aus der geistigen Welt heruntergesandt. Der Prozess begann schon mit dem Mysterium von Golgatha und der Mensch ist verpflichtet, diese Substanzen in seinen Willen aufzunehmen. Die Aufnahme geht mit dem dreifachen Erleben des oben erwähnten Christus-Namens einher, während die Kräfte des Bösen konsequent anwachsen. Wenn sich der Himmel öffnet und die geistigen Welten sich unseren Gedanken, Gefühlen und Handlungen annähern, so werden sofort nach dem geistigen Gesetz auch die Pforten zum Abgrund geöffnet. Der dreifachen Offenbarung mit dem Namen aus der „Apokalypse“ entspricht der dreifache Fall der antichristlichen Mächte. Was bedeutet dieser dreifache Fall?

Zuerst kommt der Fall Babylons. Für Johannes ist die Versuchung Babylon alles, was zum Herabsinken unter die Stufe des niederen Ich führt, bei dem die sonst existenzberechtigten Emotionen,

Triebe und Leidenschaften außer Kontrolle geraten und die Harmonie zwischen den materiellen und geistigen Prinzipien verletzen. Letzteres führt zu einem Verrat des Geistigen, der in einer späteren Phase der alten babylonischen Mysterien herrschte, als der mediumistische Weg zum Eindringen  in die Geheimnisse der Sternenwelten praktiziert wurde. Heute ist dieser Weg äußerst unzuverlässig, denn wenn der Mensch nicht die notwendige lange Vorbereitung auf die Transformation seiner niederen Natur zurückgelegt hat, gerät er beim Herausholen des Ich und des Astralleibes aus dem physischen und Ätherleib unter Wesenheiten der geistigen Welt, die ihre wahre Identität nicht offenbaren. Dann dringt eine Macht in das Ich und den Astralleib ein, die gut oder böse sein kann, je nachdem welche Absichten in ihnen enthalten sind. Aufgrund der uns bekannten Logik können wir – obwohl viele Menschen nicht mal das schaffen – die Wahrheit von der Lüge unterscheiden. Diese Logik können wir allerdings nicht auf die geistige Welt übertragen, wo selbst die bösen geistigen Wesen im Rahmen ihres Geschlechts wahrhaftig sind. Wenn das Medium zu seinem physischen und Ätherleib zurückkehrt, bringt es eine solche Denkart mit sich, die in der geistigen Welt rechtmäßig sein mag, aber jedes moralische Gefühl und jede Empfindung für die physische Welt verdirbt, da sie mit den unserer Welt angemessenen Begriffen arbeiten soll und dies nicht kann. Als Ergebnis davon wird der Mensch noch unmoralischer als vorher und vermischt in gefährlicher Art die Wahrheit mit der Lüge. Aus dem materiellen Untergrund wirken unten in den Emotionen in „babylonisch“ verderbender Art die ahrimanischen Wesen, während sich oben der luziferische Engel (14:8) an dem menschlichen Leiden und Fall erfreut, denn ein Teil des Erdendaseins wurde Ahrimans Macht entzogen und die Ehe zwischen Geist und Materie in diesem Erdendasein verhindert. Der Astralleib und das Ich setzen ihren Weg des Karmas fort, während der physische und der Ätherleib, welche die über sie ausgeübte Macht der höheren Wesensglieder vermissen, untauglich werden und von der Entwicklung abfallen. Der babylonische Fall geschieht wegen der Irrtümer des Menschen selbst. Damit man nicht von der Evolution abfällt, braucht man Christus, der als Einziger das Ahrimanische der materiellen Welt und das Luziferische der übersinnlichen Welt ausgleichen kann.

Der zweite Fall ist der Fall des „Tieres“ und des seine Lehre verkündenden falschen Propheten. Sie greifen nicht den einzelnen Menschen mit all seinen Schwächen an. Hier haben wir es mit übersinnlichen ahrimanischen Wesen zu tun, die nach Ende des mediumistischen Zustandes durch das Ich und den Astralleib in den Ätherleib und den physischen Leib direkt eindringen, um Böses auf der Erde zu tun. Das Tier und der falsche Prophet wollen das Ich beseitigen. Durch solche wandelnden dämonenhaften Menschen, die keine wirklichen Menschen sind, beschädigen sie ganze Menschengemeinschaften. Rudolf Steiner führte als Beispiel den Philosophen Nietzsche an, der es nicht schaffte, sein luziferisiertes Ich zu Christus zu erheben, der Erlöser ablehnte, weswegen er schließlich verrückt wurde. In unserer Gegenwart ist die Welt voll solcher Wesen, über die wir eher sagen können, dass sie ein viertes Naturreich bilden, das als lebendig gilt, doch eigentlich tot sein müsste nach der „Diagnose“ der fünften Kulturepoche, die in der Botschaft an die Gemeinde von Sardes enthalten ist. Sowohl aus dem “Wissenschaftler“, der die Menschheit zu überzeugen versucht, dass sie vom Affen abstammt, als auch aus demjenigen, der “schwarze Löcher“ oder „Außerirdische“ zu sehen glaubt – aus all diesen Menschen spricht Ahriman, da ihr Ich ausgetauscht wurde. Johannes hat geschaut, dass das Tier und der falsche Prophet nach dem Fall der verdorbenen Babylonmenschen gestürzt werden.

In der „Apokalypse“ ist auch von anderen „Tieren“ die Rede, auf die wir später eingehen werden. Wir wollen nun unseren Blick auf den dritten Fall richten – auf den Fall des Satans. Während beim ersten und zweiten Fall der Mensch moralisch und intellektuell in die falsche Richtung gegangen ist, strebt der Satan an, nicht nur ihn, sondern die ganze Erde von ihrem Weg abzubringen. Wie will er das erreichen? Indem er die vorbeikommenden Kometen abfängt, die sich seltsam bewegen und die Erde und die anderen Planeten des Sonnensystems aus ihren Bahnen bringt. Auf diese Weise will er sie von den göttlich-geistigen Kräften herausreißen und sie zu einem völlig anderen Entwicklungsweg hinführen. Laut Steiner ist der Satan ein zurückgebliebener Arche.[7] Warum will er sich der Kometen bedienen und liegt das in seinen Möglichkeiten?

Die Wissenschaft ist der Meinung, dass im Fall, dass ein Komet auf der einen Seite des Sonnensystems erscheint, er aus dem tiefen Kosmos nach einem langen Weg gekommen ist. Aber das ist überhaupt nicht wahr. Jedes Mal, wenn der Komet für uns physisch sichtbar vorbeifliegt, entsteht er eigentlich von neuem. Wenn die Zeit seiner Erscheinung naht, dann zieht der Komet wie ein geistiges Kraftzentrum alle schädlichen luziferischen Strömungen aus dem Planetensystem an und sammelt sie um sich. Zu diesem Astralen zieht er auch mineralischen Stoff an, der später auf die Erde als Meteoriten-Regen niederfällt. Wenn ein Komet das Ende des Sonnensystems erreicht hat, wirft er die schädliche Astralität in den Weltenraum hinaus und reinigt auf diese Weise das Sonnensystem. Wenn der Komet für unseren Blick verschwindet, zerfällt er und nimmt den Weg durch eine Welt, die nicht innerhalb der drei Raumdimensionen begrenzt ist. Dann entsteht der Komet von neuem. In den Kometen ist Zyanid enthalten. Wenn es mit den Meteoriten in kleinen Mengen herunterfällt, reinigt  es den menschlichen Astralleib, wirkt therapeutisch auf unser Nervensystem und beeinflusst wohltuend unsere Leiblichkeit, damit wir dem technologischen „Fortschritt“ standhalten können. Es kann sogar zum Aufschwung im geistigen Leben führen, wie das bei dem Kometen im Jahr 1872 der Fall war, der vor dem Beginn des michaelschen Zeitalters vorbeikam. Es gibt jedoch Kometen, die von der Erde verschlungen, zur Freilassung der wilden Kräfte aus der Astralwelt führen, welche aus dem Abgrund aufzusteigen scheinen. Wir wissen alle, was im 20. Jahrhundert dabei geschah. Rudolf Steiner wies darauf hin[8], dass die Evolution innerhalb der Kometen abhängig ist von den Wesenheiten der höchsten Hierarchien – den Cherubim und Seraphim. In demselben Vortragszyklus sagte er[9] , dass die Form der Planeten von den Geistern der Form stammt und ihre innere Beweglichkeit von den Geistern der Bewegung geleitet wird; Das niedrigste Bewusstsein wird von den Geistern der Weisheit geregelt, der Willensimpuls zur Bewegung durch den Raum kommt von den Geistern des Willens, die Cherubim harmonisieren die Bewegungen der Planeten und die Seraphim regeln das Zusammenstimmen der Planetensysteme miteinander. Dabei ist es gut zu wissen, dass das physische Prinzip in mineralischer  Form nur in unserem Sonnensystem existiert.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Satan ein Arche ist und das er Ahriman ist, können wir uns fragen, ob er in der Lage ist, einen Kometen abzufangen, für den die mächtigen Cherubim und Seraphim verantwortlich sind. In GA 346[10] sagte Steiner, dass die Intelligenz eines Engels „nicht unmittelbar  ergriffen werden könnte von dieser satanischen Macht. Nur in gewissen Ausnahmefällen kann das geschehen“. Zukünftig wird der Satan auch Erzengel verführen und an sich binden! Seine Macht wird so stark werden, dass er in den vier Himmelsrichtungen wirken  und sowohl kleine (Gog) als auch große (Magog) Menschengemeinschaften unter seine Macht bringen wird. Er wird laut Steiner zuerst ein Chaos im Planetensystem verursachen, so dass sich bestimmte Planeten nicht dort befinden werden, wo sie nach den sonst korrekten Berechnungen der Astronomen befinden sollten. So etwas wird in großen Ausmaßen vorkommen. Doch auch der Fall des Satans ist vorgesehen. Den Kampf gegen ihn führt Michael. Obwohl er Erzengel ist, ist er derjenige, der in einem breiteren Sinne gegen den „feuerroten Drachen mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Kronen auf seinen Köpfen“ kämpft, der am Himmel erschienen ist (12:3). Seiner Natur nach ist er gleichzeitig „Teufel“ und „Satan“, trotzdem warf Michael den Drachen auf die Erde „und seine Engel wurden auch dahin geworfen“ (12:9).

In der „Apokalypse“ spricht Johannes auch über das „Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern“, das aus dem Meer stieg (13:1) sowie über ein „Tier mit zwei Hörnern wie ein Lamm“, das „aus der Erde heraufstieg“ (13:11). Wie können wir uns bei all diesen Bildern zurechtfinden?

Aus der Anthroposophie wissen wir, dass die physisch sichtbaren Dinge „zerbrochene“ Ätherität darstellen. Im Okkultismus heißt das dem Ätherleib potenziell als Form Veranlagte  „Kopf“ und das, was physisch verdichtet durch einen bestimmten Teil des Ätherleibes hervorgebracht wird – „Horn“, d.h. das Horn ist der äußerlich-physische Ausdruck der ätherischen Aktivität. So z.B. geht aus dem Ätherleib die „Kopfform“ Löwe hervor und das Herz ist das „Horn“ des Löwenkopfes. In den ersten vier Unterrassen der atlantischen Wurzelrasse war der Mensch in seinem Ätherleib mit vier „Köpfen“ versehen. Das sind die uns aus dem zweiten apokalyptischen Siegel bekannten Gruppenseelen – Löwe, Adler, Stier und Mensch. Jede von ihnen hat ein „Horn“. In der Mitte der Wurzelrasse trat eine Bewusstwerdung der Geschlechterteilung zutage und in den verbleibenden drei Unterrassen haben wir drei weitere „Köpfe“ erhalten, wobei jedes wegen der Teilung in Mann bzw. Frau zwei „Hörner“ besaß. Dieser Prozess war ein wichtiger und notwendiger Aspekt der Vorbereitung der Menschheit auf die bevorstehende nachatlantische Entwicklung zur Ich-Selbstbewusstwerdung hin. Am Anfang dieser  Entwicklung hatten wir in unseren Astralleib „sieben Köpfe und zehn Hörner“ eingebaut, die für den geistigen Blick nach jedem Erdentod von uns sichtbar wurden.

In einem gewissen Sinne kann das aus dem Meer aufsteigende Tier auch mit dem siebenköpfigen Land[11] verglichen werden, das sich nach der Sintflut über das Wasser erhob und zum Auftauchen der Fähigkeit zum Sehen in der physischen Welt beitrug und mit seiner Geistigkeit das emotionale Leben der Menschen einer Prüfung unterzieht.

Es war notwendig, das geistige Schauen im Laufe der Evolution zu verlieren – uns sollte der Blick auf das Physische freigegeben werden. Wir sind jedoch verpflichtet, im Laufe der Evolution durch die Kraft des Ich-Prinzips Christi die Gruppenseelenhaftigkeit  der „Köpfe“ und „Hörner“ zu metamorphosieren, das Tier in uns durch die Überwindung der Geschlechterteilung auszulöschen und zu einer neuen Reproduktionsart überzugehen. Nach dem „ersten Tod“, d.h. nach unserem letzten physischen Tod vor der Vergeistigung der Erde wird der Mensch das „weiße Gewand“ des von tierischer Astralität geläuterten Ätherleibes anziehen und zusammen mit der astralisierten Erde sich mit der Sonne vereinigen, um ohne Dramen auch seinen „zweiten“ Tod zu erleben – den Abfall seines Ätherleibes. Gott wird „alle Tränen von seinen Augen abwischen“, da der Mensch vorher Christus in sein Ich aufgenommen und in seinem Leib auferstanden sein wird.

Aber das Schicksal all derjenigen, die das Tier in ihrem Inneren nicht besiegt haben, wird tragisch sein. Der Abfall des Ätherleibes wird für sie eine wahre Qual sein, da sie wegen der ungeläuterten Astralität in ihrem Ätherleib vor Sehnsucht nach dem Irdischen, Physischen brennen werden. Diese Menschen werden auch zu Astralformen übergehen, die jedoch tierischer Natur sein werden – mit zehn „Hörnern“, also zehn verhärteten Teilen des physischen Leibes – und sie werden einen die vergeistigte Erde umkreisenden  Satelliten bewohnen. Das wird für sie der Abgrund sein, in dem das Tier aus dem Wasser heraufgestiegen sein wird. Ein solcher Mensch wird nach seiner alten ichlosen Gruppenform aus der Zeit der atlantischen Flut streben, die auf dem physischen Plan vom Christus-Prinzip nicht durchdrungen wurde. Das Tier in ihnen wird toben, nachdem es die Aufmerksamkeit eines anderen, as dem Erdinneren aufsteigenden „Tieres“ auf sich gezogen haben wird. Das erste Tier, das ist die Beute im Menschen und das zweite ist der Verführer „mit zwei Hörnern wie ein Lamm“. Es ähnelt nur äußerlich dem Lamm-Christus (2. Apokalyptisches Siegel), aber es ist ein Sonnendämonium, das – wie sein Symbolzeichen zeigt – die rechtmäßige Entwicklung des Menschen zur astralen Einheit mit der Sonne umwenden will. Sorat gehört zu den Geistern des Willens und hat ein Ich aus dem vorherigen Zyklus, als die Sonnen- und Erdenintentionen in diesem Ich einheitlich waren. Während bei Christus die Bindung an die Erdenintention zu keinem Übel führte, sondern zu einem höchsten Guten wurde, verwandelten sich bei Sorat beide Intentionen in „Hörner“, die den Menschen zum Toten, zum Physisch-Materiellen mitreißen. Die Atlantis versank wegen des Missbrauchs der geistigen Fähigkeiten auf schwarzmagische Art und in der fünften Kulturepoche zieht ein solcher Missbrauch Sorat an, der die dem Missbrauch anheimgefallenen Menschen in Abgrundwelten herunterreißt, von deren Existenz sie nicht mal geträumt haben. Heute sehen wir, wie durch die Informationstechnologien eine nie dagewesene Unzucht mit der Materie getrieben wird, die eine entsetzliche Verbindung des Menschen mit den Kräften der unvergeistigten Materie darstellt. Sorat ist allerdings nicht derjenige, der uns zur Amoralität, Digitalisierung, Herstellung von Hologrammen und ähnlichen, das menschliche Bewusstsein immer mehr einnehmenden „Errungenschaften“ antreibt. Er erfüllt nur die Rolle des Verführers und er macht das gut, wenn man bedenkt, dass die Menschen ihm selbst in ihrem (niederen) Ich die eigenen geistigen Kräfte übergeben. Der Mensch drückt selbst das Siegel der Zahl 666 auf seine Stirn auf, wenn er zum unbewussten Mittler der bösen Mächte wird, wenn er die geistigen und materiellen Prozesse nicht begreift und sich weigert, nach der Formel „Nicht ich, sondern Christus in mir“ aufzusteigen. Der Weg, der nach oben zum Himmel oder nach unten in die unterphysischen Welten der Erde führt, ist endlos.

Wer hat diesen ganzen Prozess eingeleitet, der uns zum jetzigen Zustand geführt hat? Es war der Drache aus dem Himmel, der seiner Natur nach „Teufel und Satan“ ist. Dieser Drache ist die übersinnliche Ursache für das Erscheinen des Tieres aus dem Meer, das seinerseits dem Drachen zur Verwirklichung auf dem irdischen Plan im Menschen verhilft. Der Drache hat „sieben Kronen“ auf seinen Köpfen, denn alles verläuft im Rhythmus der Siebenzahl, dem der ganze Zyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan unterliegt. Erzengel Michael hat den Drachen heruntergeholt und dann hat das „Tier aus dem Meer“ große Kraft erhalten „und es wurde ermächtigt, mit seinem Maul anmaßende Worte und Lästerungen auszusprechen; es wurde ihm Macht gegeben, dies zweiundvierzig Monate zu tun (13:5). „Alle Bewohner der Erde fallen nieder vor ihm“, „deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt eingetragen ist ins Lebensbuch des Lammes“ (13:8). Sorat wirkt seinerseits mit der ganzen Macht seines „Gefährten“, wenn der Mensch es zulässt, verführt zu werden. Er und der Drache sprechen wie aus einer Stimme und die ganze Erde verbeugt sich vor dem Drachen, besonders wenn einer seiner Köpfe verwundet ist, aber geheilt wird (13:3). An dieser Stelle der Apokalypse geht es wahrscheinlich um die Ankunft Christi in der vierten Kulturepoche als Kontrapunkt des entstandenen „Kopfmenschen“ aus dem zweiten apokalyptischen Siegel während der vierten atlantischen Unterrasse. Der Erlöser hat den Sündenfall ausgeglichen, dessen Folgen der Mensch zum ersten Mal als ein zweigeschlechtliches Wesen gerade in der vierten Unterrasse der atlantischen Wurzelrasse gewahr wurde. Christus hat den „Kopf“ verwundet, aber die Menschen haben Ihn nicht verstanden und deshalb wurde die Wunde geheilt. Dann kommt der Satan, der laut Steiner nach der Astralisierung der Erde die Rolle des Tieres mit sieben Köpfen und zehn Hörnern erfüllen wird. Wer ist der Satan? Ist das Ahriman und ist er ein Arche? Welchen Rang hat er unter allen Vertretern des Bösen?

Wir haben bereits gesagt, dass Sorat zu den Thronen gehört und das erste makrokosmische Prinzip des physischen Leibes aus dem vorherigen Zyklus besitzt. Wenn wir uns eine solche Analogie erlauben dürfen, hatte er – vom Standpunkt des Erdenäons betrachtet – auf dem alten Saturn die Fähigkeiten eines Formgeistes. Deshalb war er fähig, ein Opfer darzubringen, aus dem die Substanz für unseren Zyklus erschien. Dann ging er zusammen mit dieser Substanz abwärts, wobei er eine spezielle langfristige Aufgabe erfüllte. Auf dem alten Saturn hatte er vermutlich keine „Hörner“, da es dort nur einen Wärmeäther und kein Objekt der Verführung gab. Sorat erscheint als ein Nicht-Ich, ohne ein Gegner des Ich zu sein, da es im vorherigen Zyklus kein Zurückbleiben gab. Im nächsten Vortrag werden wir darauf eingehen, wessen Gegner er ist.

In der alten Saturnzeit entstanden als eine rechtmäßige Synthese des luziferischen und ahrimanischen Prinzips auch die Anfänge der Zahl 666 – die Asuras. Das Wesen des ersten Prinzips besteht in der Entfernung vom Göttlichen und im Erlangen des Ich-Prinzips in einer grundsätzlich anderen Art als im vorherigen Zyklus – indem es durch eine Substanzialität gespiegelt wurde, die sich auf einer niedrigeren Stufe befand. Das zweite Prinzip brachte diese Entfernung  bis an die Grenze des Mineralreiches. Asura – der Anführer der Asuras, ist ein Wesen, das zu den Geistern der Weisheit gehört und das Potenzial eines Zeitgeistes (vom Standpunkt des irdischen Äons) besitzt, wenn wir uns wieder einen solchen Vergleich erlauben dürfen.

Auf dem alten Saturn wurde das Prinzip des Asurismus inauguriert und auf der alten Sonne kamen auch die restlichen zwei Sechsen vollberechtigt zum Vorschein. Luzifer wurde der Anführer der luziferischen Wesen. Er gehört zu den Geistern der Form und gemäß dem oben erwähnten Vergleich besaß er in der Saturnzeit das Potenzial eines Engels (vom Standpunkt des irdischen Äons). Auf der alten Sonne hat er unberechtigterweise das Licht für sich behalten und als unrechtmäßiger Erzengel den eigentlichen Luziferismus eingeleitet. Taucht der Luziferismus auf, ist es unvermeidlich, dass ihm das ahrimanische Prinzip folgt.

Wenn wir annehmen, dass der Satan Ahriman ist, so ist er ein Wesen, das zu den Geistern der Bewegung gehört. Auf dem alten Saturn besaß er das Potenzial eines Erzengels (vom Standpunkt unseres Äons) und auf der alten Sonne wurde er als unrechtmäßiger Arche (wieder vom Standpunkt unseres Äons) der Anführer des inaugurierten ahrimanischen Prinzips. Unter diesem Vorbehalt können wir der Aussage Rudolf Steiners zustimmen, dass der Satan ein Wesen aus der Gruppe der Archai ist.

Auf der alten Sonne wurde von den Cherubim über die Herrschaften das Leben unseres Zyklus ausgestrahlt und es ist anzunehmen, dass damals die Herausbildung der beiden „Hörner“ Sorats begann – als eine Folge der Trennung der beiden Intentionen bei Luzifer und Christus, die bis dahin kosmische Brüder waren. Das führte zu einer weiteren Verzerrung der Entwicklung, und zwar in Ausmaßen, die eine Rückkehr zur rechtmäßigen Entwicklung gefährdeten. In welchen Perioden der Erdenevolution können wir eine Entfaltung dieser Verzerrung erwarten?

Wie bereits erwähnt, bietet uns Rudolf Steiner in seinen Zyklen von 1908  und 1924 zwei Herangehen zur Betrachtung der in der „Apokalypse des Johannes“ beschriebenen Ereignisse. Im ersten Vortragszyklus beziehen sich die Botschaften an die Gemeinden auf die Entwicklung in den sieben nachatlantischen Kulturepochen sowie auf dasjenige, was über die Einweihung mit den Mitteln der physischen Welt gesagt werden kann. Bei der Öffnung der Siegel ist die Bewusstseinserhebung in der Welt der Bilder und in der sechsten Wurzelrasse, in der die Nachfolger Christi Sein Zeichen tragen werden. Die sieben Posaunen tönen aus der Sphärenharmonie (aus dem niederen Devachan) und aus der siebten Wurzelrasse, mit der das Ende der physischen Erdentwicklung gesetzt und ein Astralzustand der Erde eingeleitet wird. Die sieben Zornesschalen ergießen sich als das Gegenteil der Göttlichen Liebe auf die Menschheit aus der Sphäre des höheren Devachan.

Demgegenüber lenkte Rudolf Steiner im 1924 gehaltenen Vortragszyklus unseren Blick vor allem auf die Zeit nach dem Mysterium von Golgatha. Er betrachtete die Zeit von dem Mysterium von Golgatha bis zum Zeitalter der Kreuzzüge „als eine kleinere Epoche der Sieben-Siegel-Eröffnung“.[12] Der Blick der Menschen zum Göttlichen richtete sich in die Tiefen des Kosmos und Gott offenbarte sich ihnen im ganzen Universum. Damals hat sich das Christentum in verschiedenen Etappen und Formen bis zur Zeit der Kreuzzüge verbreitet, als das siebte Siegel geöffnet wurde und die Posaunen ertönten. Aus dem Osten in den Westen kam ein neues Christus-Licht, das mystisch in den Menschenseelen wie eine Posaunenstimme wirkte. Dieses Leben im Zeitalter der Posaunenstimmen bezieht sich nur auf die Entwicklung der Bewusstseinsseele, die nicht parallel zur Entwicklung des Astralleibes bzw. zur menschlichen Entwicklung als Ganzem (im Sinne der Vorträge von 1908) geht, sondern es scheint sich in diese einzuschalten. Das hängt immer mit dem Prinzip der Entwicklung in der Zeit nach der Siebenzahl zusammen.

Die fünfte Posaune hat schon abgeklungen und von den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts an, als Michael den Kampf mit dem Drachen von neuem aufgenommen hat, ertönte die sechste apokalyptische Posaune. Während in der alten atlantischen Zeit Michael den Drachen eher in dessen „luziferischen Teil“ in der übersinnlichen Welt besiegte und als Folge dieses Kampfes unter die Menschen auf der Erde die Viren aufkamen, errang  Michael 1879 einen Sieg über den Drachen in dessen „ahrimanischen Teil“. Diesmal waren die Folgen für die Menschen viel schwerwiegender,  denn in ihre Gedanken, Gefühle und Willensimpulse siedelten sich sehr gefährliche ahrimanisierte Engel an. In der ganzen vergangenen nachatlantischen Zeit bis hin zum 15. Jh.n.Chr. wirkten in der Menschheit die „alten“ Geister der Finsternis gegen die Blutsverwandtschaft weiter, die eine beschleunigte Vergeistigung des Menschen zur absoluten Freiheit anstreben, ohne dass er ausreichend für sein Ich-Selbstbewusstsein reif geworden ist. Aus der geistigen Welt heraus verführten die luziferischen Wesen den Menschen und die ahrimanischen Geister zogen ihn aus der Außenwelt an. Doch beide Verführer kamen auf getrennten Wegen vor seine Seele und der Mensch konnte zwischen Skylla und Charybdis unterscheiden und sich vor ihnen durch die physische Vererbung schützen. Die Asuras griffen damals nicht ein und das luziferische und ahrimanische Prinzip konnten sich bis zu einem gewissen Grade ausgleichen. Nach dem 15. Jahrhundert tauchten aus der unterphysischen Schule Ahrimans Abkömmlinge der alten dunklen Geister auf, die viel größere Kräfte und Wirkungsmöglichkeiten hatten. Sie vereinigten sich mit den Asuras zu einem Knoten vor der Menschenseele und drangen in sie als furchterregender Asurismus ein. Die Seele konnte diese Geister nicht voneinander unterscheiden.

Unter den Engeln und Erzengeln gab es auch eine Verschiebung. Wie bereits hervorgehoben, wirkten diese beiden rechtmäßig entwickelten Arten von Wesen in der vierten Kulturepoche durch die Blutsverwandtschaft, wobei die Leitung der Ereignisse auf der Erde hauptsächlich den Erzengeln anvertraut wurde. Vom Beginn der fünften Kulturepoche an begannen die Engel, immer selbständiger zu werden, indem sie die Herrschaft über unser Blut herstellten und zur direkten Leitung des Menschen übergingen. Die Erzengel haben ihrerseits unser Nervensystem unter ihre Obhut genommen, damit wir eine Möglichkeit haben, zum anschauenden Denken überzugehen. Im 19. Jahrhundert versuchten manche der zurückgebliebene Engel den Bereich des Blutes zu verlassen und den Platz der Erzengel in unser Nervensystem einzunehmen. Aber sie wurden zurückgeworfen und nun hört man ihr Getöse im Stammesmäßigen, im Nationalismus. Trotzdem wirken die Geister der Finsternis, allen voran die ahrimanischen Wesen, überwiegend in der von ihnen geraubten kosmischen Intelligenz, die zu menschlicher Intelligenz wurde. Dagegen befinden sich in unserem Fühlen und Wollen die göttlichen Kräfte und dort ist der Satan gezwungen, sich mit ihnen zu konfrontieren. Seinem Wesen nach ist jedes Problem die Folge des falschen Denkens, des toten Intellekts.

Was sind die Ergebnisse der beschriebenen Prozesse? Die erste apokalyptische „Wehe“ (8:13) suchte die Menschen beim Erscheinen der kopernikanischen Anschauung und des Materialismus (von den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts an) heim. Dabei wurde ein Drittel der Menschen geistig getötet. Im 20. Jahrhundert waren wir Zeugen des bestialischen Bolschewismus und Nationalsozialismus, des magischen Materialismus. All dies resultiert aus dem direkten Eingriff Ahrimans in den 40er Jahren. Vom geistigen Standpunkt aus sind die im 20. Jahrhundert vollbrachten Verbrechen für die menschliche Evolution als Ganzes nicht so wichtig wie der besagte Eingriff Ahrimans, aber der Mensch kann sich der Verantwortung für seine Handlungen nicht entziehen. Die Schuld an unseren Sünden tragen nicht „das Tier mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern“ oder Sorat, obwohl Rudolf Steiner auf eine interessante Weise auch ihre Schuld gesehen hat. Er berichtet über einen Kometen, der sich im 19. Jahrhundert in sieben Teile gespalten hat[13]  – das Tier mit sieben Köpfen. Ein vorbeigeflogener Komet mit zwei Schweifen ist ihm zufolge das „zweihörnige Tier“. Natürlich sprechen wir hier in einem viel engeren Sinne über die besagten Tiere, aber die sich überschlagenden Ereignisse haben durchaus dazu geführt, dass die Erde von „Heuschrecken mit Menschengesichtern“ heimgesucht wurde (9:7). Das begann nach dem Ertönen der fünften Posaune, aber es machte sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts bemerkbar. Was sind diese Heuschrecken?

Die Heuschrecken sind Menschen, die hereingestellt werden in die physische Vererbung, einen Äther- und Astralleib sowie eine Seele bekommen, doch kein Ich haben und in ihrem Astralleib wie „ätherische Menschen“ aussehen“[14].1924 sagte Rudolf Steiner voraus, dass wir mit solchen Menschen zu tun haben werden, aber sie wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als die uns bekannten Autisten diagnostiziert. Wegen ihres Astralleibes haben sie ein Bewusstsein, das eher ahrimanisch ist. Sie besitzen jedoch kein Gedächtnis und deshalb fehlt ihnen die Empfindung eines eigenen Ich. Ungefähr bis zu ihrem 20. Jahr haben sie eine menschliche Natur und wenn danach die Periode der Verinnerlichung der seelischen Wesensglieder und des Ich eintritt, bleibt ihre Entwicklung stehen, so dass sie auf der Stufe des Kindes verbleiben. Manchmal sind das Seelen, die später von den Planeten herabgestiegen sind, auf die sie in einer bestimmten Evolutionsperiode geschickt worden sind, in anderen Fällen sind das jüngere Seelen, die später zur Inkarnation kamen und entsprechend zurückgeblieben sind. Laut Steiner an der Anwesenheit solcher Heuschrecken, die in einem gewissen Sinne eine Last für die Menschenentwicklung darstellen, vor allem die spirituellen Menschen, da das Ich das Zentrum der menschlichen Entwicklung bildet. Das bedeutet aber nicht, dass solche Zeitgenossen wie Verrückte zu behandeln sind,  sie müssen vielmehr mit den anderen Menschen in Verbindung sein, damit sie eine Entwicklung durchmachen können und in ihren nächsten Inkarnationen nicht als „Heuschrecken“ aussehen. Zudem sind sie nicht unbedingt böse – ihr Verzicht auf eine Verbindung des Ich mit dem physischen Leib kann auf die Angst vor der Vergeltung des alten Karmas oder auch auf die unheimlichen Qualen zurückgeführt werden, die sie im vergangenen Leben erlitten haben und die bei ihnen eine Abscheu vor der Inkarnation verursachen. Diese Frage ist sehr kompliziert und ihre Beantwortung kann nicht eindeutig sein.

Doch warum sehen diese Menschen wie „Heuschrecken“ aus, wie Johannes sie geschaut hat? Das materialistische Bewusstsein verwüstet und ahrimanisiert den Astralleib, das mit Ätherleib und  Vergangenheit zusammenhängende Gedächtnis wird abgeschwächt und schwindet. Aber unsere Zukunft ist doch das Ergebnis der Metamorphosierung unserer Vergangenheit. So wie nach einer Heuschreckenplage eine verwüstete Ödnis bleibt, in der kein Leben ist, wird auch das Bewusstsein der heutigen Materialisten verwüstet und in ihrem nächsten Leben werden sie Autisten sein und wie „ätherische Heuschrecken“ aussehen. Die zahlreichen heutigen ichlosen Mittler des „Tieres und seines falschen Propheten“, die wir als den zweiten Fall der antichristlichen Kräfte charakterisierten, sehen jetzt nicht wie Heuschrecken aus, doch zukünftig wird das unbedingt der Fall sein.

Wir leben im michaelischen Zeitalter, doch die Menschheit will offenbar massenhaft zur „Heuschrecke“ werden. Nach dem Zeitalter Michaels kommt das Zeitalter Oriphiels und dann wird nur eine kleine Gruppe Menschen bleiben, die Licht in ihrem Ich tragen und Bürgen der weiteren Evolution sein werden. Diese weitere Evolution steht in direkter Beziehung zur Ankunft Ahrimans im Jahr 2029 und zur siebten apokalyptischen Posaune. 1924 sagte Steiner voraus, dass der siebte Engel zu blasen beginnen wird, wenn am Ende des 20. Jahrhunderts bestimmte Ereignisse eintreten[15]. Die zweite apokalyptische Wehe begann in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts und sie wird uns zur dritten Wehe im nächsten Zeitalter führen, wenn die Zornesschalen ausgegossen werden, die von menschenverursachten Naturkatastrophen begleitet sein werden. Wir befinden uns in der Mitte der drei Wehen und es ist besonders wichtig zu begreifen, worauf der siebte Engel am Ende des 20. Jahrhunderts gewartet hatte, bevor er zu posaunen begann. Rudolf Steiner hat das Ausstrahlen eines geheiligten Impulses für das geistige Leben der Menschheit an der Wende zum 21. Jahrhundert vorausgesagt. Das ist mit der Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse eingetreten, die durch Rudolf Steiner und Beinsa Douno erschienen sind. Die Synthese ruft jene geheimnisvollen 140 000 Menschen auf, an deren Stirn in der fünften Kulturepoche das Ich-Siegel Gottes erscheinen wird und die erfolgreich in den Heuschreckenschwärmen wirken werden.

Steiner sprach auch über das geistige Bild einer „mit der Sonne bekleideten Frau“ (12:1), die den Sohn  gebar und mit ihren Füßen den von Michael gestürzten Drachen trat. Dieser Drache befindet sich bereits im Menschen und dort wird Michaels Kampf mit ihm ausgefochten.

Bis zur Mitte der atlantischen Wurzelrasse sahen die Menschen in der geistigen Aura der Sonne „die kosmische Frau, die den Sohn gebären wird“ und bis zur Ankunft Christi wurde unser Ich von oben entzündet. Nach dem Mysterium von Golgatha findet diese Entzündung von innen statt, aber es mussten 2000 Jahre vergehen, bevor wir über „das Explodieren des Ich“ sprechen konnten. Zudem findet seit der Mitte des 19. Jahrhunderts der Evolutionsprozess statt, bei dem sich der Ätherleib vom physischen Leib löst und der Mensch unbewusst am Hüter der Schwelle zur übersinnlichen Welt  vorbeigeht. Das sollte er eigentlich bewusst erleben, und zwar bevor die „in Sonne bekleidete Frau“ erscheint. Steiner wies darauf hin, dass dieses Ereignis in unserer Zeit stattfinden wird. Das Bild der Frau ist das Symbol der Weisheit Gottes, der himmlischen Sophia, des „Buches“, das die Weltgeheimnisse der „Apokalypse“ aufbewahrt. In den alten Zeiten wurde dieses Buch von außen erhalten, nun muss es in das Menscheninnere eingehen. Am Anfang ist es „süß wie Honig“ – das Offenbaren der Geheimnisse wirkt inspirierend -, aber es ist „bitter im Magen“, denn alles muss von Grund auf neu gedacht und gemessen werden mit einem „Messstab“ (11:1). Im engeren Sinne ist das „Buch“ das erneuerte Palladium als die Synthese zwischen Liebe und Weisheit, das Maß ist der Ich-Impuls Christi vom Golgatha-Mysterium und das „Messwerkzeug“ ist die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse aus dem 20. Jahrhundert. Bis zu der Zeit, wenn wir fähig zu dieser Handlung werden, ist der Drache besiegt und für „Tausend Jahre“ gefesselt worden – also auf eine bestimmte Art für die Außenwelt besiegt, weil die geistige Sichtweise auf die Welt immer noch dem Materialismus entgegengesetzt werden kann.

Der Satan wurde für eine bestimmte Zeit gefesselt, damit er nicht in entsetzlicher Art wütet. Aber er wird „für kurze Zeit“ freigelassen werden und dasjenige tun, was er vorhat. Johannes hat wahrscheinlich die Ankunft Ahrimans im Jahre 2029 und sein Aufenthalt in einem Menschenleib für 42 Monate im Sinne der fünften Kulturepoche gemeint. Mit Ahrimans Ankunft wird es Naturkataklysmen, neue Krankheiten und selbst einen Klimawandel geben. Einerseits erklärt Steiner, dass unter dem „gläsernen Meer“ in der „Apokalypse“ das Erscheinen des Mineralreiches in seiner ursprünglichen Form im Erdenäon zu verstehen ist, andererseits betrachtet er es als einen Zwischenzustand zwischen Sommer und Winter, wenn Eis und Schnee als ein durchsichtiger dicker Stoff mit spiegelnder Oberfläche das wässrige Element sein wird, das Sommer und Winter bleiben wird[16]. Mit seiner hohlen Intellektualität wird der Mensch zu dieser drastischen Veränderung in der Natur beitragen – wir sind die Zeitgenossen ihrer ersten Symptome.

Der Verfall der Seelenkräfte ist heutzutage so stark, dass der Mensch geradezu jeglicher Möglichkeit der Verbindung mit dem Geist entleert wird. Von zahlreichen Illusionen umringt, ist er kaum einer sinnvollen Evolution fähig und verschließt sich in seinem eigenen Egoismus. In Großbritannien wollte man sogar ein Ministerium für Einsamkeit einrichten[17], weil fast zehn Millionen Briten trotz der globalen Verbundenheit im Internet an Einsamkeit leiden. In Japan gibt es Menschen, die seit zehn Jahren keinen lebendigen Kontakt mehr zu anderen Menschen hatten und lieber mit digitalen Kontakten leben möchten. In den reichen Ländern ist die Selbstmordrate höher als in den armen Ländern. Die Wissenschaft berichtet, dass in den letzten Jahren die Körpertemperatur des Menschen sinkt. Das Lösen des Ätherleibes führt zu keiner rechtmäßigen Beziehung mit der übersinnlichen Welt, sondern zum Erkalten der Liebe und Verschließen im Egoismus des niederen Ich. Nur die langfristigen Ziele und das hohe Ideal, das der spirituelle Mensch hat, impulsieren seinen Willen, beleben seine Kräfte und werden zu rechtmäßigen zukünftigen Handlungen. Die „Apokalypse“ ist überfüllt mit weiten Zielen und die Notwendigkeit, sie zu begreifen, wird in den nächsten 2500 Jahren ständig anwachsen. Das wird das neue „Jahrhundert“ nach dem Kali Yuga sein, in dem der ätherische Christus für unsere geistigen Sinne immer sichtbarer werden wird.

Mit diesem Vortrag haben wir lediglich einige der Geheimnisse in der „Offenbarung des Johannes“ gestreift und in Zukunft werden wir versuchen, in immer tiefere Schichten der „Apokalypse“ einzudringen, um uns noch mehr dem Träger des kosmischen Ich-bin-Prinzips anzunähern und unseres erhabenen Hierarchienamens Asi würdig zu sein!

 

[1] GA 346, Vortrag vom 5.9.1924

[2] Ebd.

[3] Das bulgarische Wort аз bedeutet ich.

[4] Vgl. Mangurovs Buch „Der Weg zum Ich“

[5] Einer von Mangurov empfangenen Offenbarung zufolge

[6] Dieser Name entspricht der von Mangurov empfangenen Offenbarung. Deshalb wird er transliteriert und nicht übersetzt. Im Bulgarischen gibt es das Wort (auch als Personalpronomen) аз ‚ich‘,  dessen Pluralform азове ‚Iche‘ lautet. Die Bezeichnung der zehnten Hierarchie ist laut Mangurov ази, was sich von der üblichen Bezeichnung für Icheазове – unterscheidet. Der Bezug zum bulgarischen Wort аз ist im Namen ази zwar deutlich vorhanden, trotzdem ist ази nicht einfach eine Pluralform von аз, sondern etwas anderes.

[7] Vgl. GA 98, Vortrag vom 29.4.1908

[8] In GA 136, Vortrag vom 10.4.1912

[9] Ebd., Vortrag vom 7.4.1912

[10] Vortrag vom 22.9.1924

[11] Die Rede ist von den sieben Kontinenten; der Verlust des alten Hellsehens hat unser emotionales Leben beeinflusst, das seitdem vollständig als Folge dieser verlorenen Beziehung zustande kommt.

[12] Vgl. GA 346, Vortrag vom 17.9.1924

[13] Vgl. GA 346, Vortrag vom 20.9.1924

[14] Ebd., Vortrag vom 17.9.1924

[15] Ebd.

[16] Ebd., Vortrag vom 19.9.1924

[17] Vgl. z.B. folgenden Artikel: https://www.spiegel.de/politik/ausland/grossbritannien-hat-kuenftig-ein-ministerium-fuer-einsamkeit-a-1188423.html, abgerufen am 17.3.2020.

Die räumlich-zeitlichen Metamorphosen und das Einstein-Problem

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 14.12.2019 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

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Anfang des 20. Jahrhunderts veröffentlichte der Physiker Albert Einstein zwei Relativitätstheorien – eine spezielle und eine allgemeine Relativitätstheorie. Beide geben seine Denkweise wieder, für die die Menschheit diesen Wissenschaftler als ein Genie wahrnahm, ohne das Problem seines Denkens zu erkennen.

Laut Einstein kann man im Kosmos nur von relativen, jedoch nicht von absoluten Bewegungen sprechen und der Mensch kann nicht mit Sicherheit behaupten, ob ein Körper sich bewegt oder in Ruhe befindet. Die Objekte befinden sich in relativer Ruhe, während für den Betrachter sie sich nur scheinbar in Bewegung oder in Ruhe befinden. Einstein gibt auch die entsprechenden Beispiele, z.B. das mit der Streichholzschachtel und dem Streichholz. Es sei egal, was sich bewegt, nachdem sich das Feuer entzündet hat. Oder mit den sich parallel und vielleicht aneinander vorbeifahrenden Zügen, von denen einer schnell und der andere langsamer ist. Von ihren Bewegungen könnten wir uns keine einheitliche Meinung bilden bezüglich der Fragen, wie und mit welcher Geschwindigkeit sie sich bewegen. Wenn die Bewegung relativ ist, so Einstein, ist es unmöglich, auch etwas Wahres über die Synchronizität zu sagen, weil sie wahrscheinlich nicht vorhanden ist. Nehmen wir das Beispiel zweier Uhren, die sich in zwei verschiedenen Städten befinden. Sie zeigen die gleiche Zeit, aber unsere Beobachtung ist möglicherweise nicht korrekt, weil sie weit voneinander entfernt sind.

Wenn man von dieser Denkweise ausgeht, gehen die Dinge zu weit und erstrecken sich auf die ganze Welt, was zu allerlei ungewöhnlichen Konsequenzen führt. Einstein behauptet Folgendes: Wenn wir in den Weltraum eine Uhr schicken, deren Zeiger sich in einer bestimmten Position befinden und wenn sich diese Uhr mit der Lichtgeschwindigkeit bewegt und danach den entgegengesetzten Weg nimmt, würde eine solche Bewegung für das Innere der Uhr nicht von Bedeutung sein, dieses würde unverändert zurückkommen. Unabhängig davon, ob die Uhr sich bewegt hat oder in Ruhe geblieben ist, seien keine Veränderungen eingetreten. Daher könne man nicht behaupten, ob sich der Körper bewegt oder nicht.

Sich auf solche Behauptungen stützend, gehen Einsteins Anhänger noch einen Schritt weiter, indem sie erklären, dass die Größe einer Person auch relativ sei, weil es keine absolute, sondern nur eine relative Größe gebe. Es komme uns nur vor, dass sie eine bestimmte Größe hat, weil sie in Bezug auf Bäume, Häuser usw. eine Größe habe, aber man könne nicht von ihrer absoluten Größe sprechen. Daher könne ihr  Kopf  20, 50, 100-mal größer als die jetzige Größe sein oder ihr Puls könne 5.000, 10.000 Schläge pro Minute sein.

In seiner ersten Theorie beschreibt Einstein eine von Äther erfüllte Welt. Später lehnte er das aus dem Raum kommende Leben ab und es kam zu Schlussfolgerungen seiner Anhänger, die den gesund denkenden Menschen geradezu in Erstaunen versetzen. Stellen wir uns vor, dass ein Ton an einem Ort entsteht, der sich zu einem anderen Ort ausbreitet. Befindet sich eine Person an dem Ort, an dem der Ton erzeugt wird, wird sie ihn sofort hören. Wenn sie sich ein Stück entfernt hat und sich langsamer als der Ton bewegt, so wird sie ihn später hören, als der Ton erzeugt wurde. Wenn sie sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie der Ton bewegt und den anderen Ort erreicht, wird sie laut Einsteins Nachfolger den Ton nicht hören, weil er ihr entkommen würde. Wenn sie sich mit einer höheren Geschwindigkeit als der Ton bewegt, wird sie ihn noch vor seinem Entstehen hören.

Nachdem sich Rudolf Steiner mit den oben erwähnten Beispielen und Behauptungen bekannt gemacht hatte, zeigte er geschickt die Absurdität solcher Ansichten auf, welche die Bewegungstheorie nicht auf der Grundlage der auftretenden inneren Veränderungen in den Objekten entwickeln, sondern nur auf Grund der äußeren Beobachtungen. Wenn jemand einen Berg besteigt, ist es nicht der Berg, der ihm entgegenkommt, sondern umgekehrt – es ist der Bergsteiger, der müde wird. Wenn wir eine Uhr mit der Lichtgeschwindigkeit in den Weltraum schicken, wird sie nicht nur ihr Äußeres verändern, sondern sofort zu Staub werden, so dass wir sie überhaupt nicht sehen würden. Jeder Körper, jedes Wesen hat als innere Qualität seine konkrete eigene innere Geschwindigkeit und sie ist ein grundlegender Begriff. Die Uhr bzw. der physische Menschenkörper können sich nicht mit der Lichtgeschwindigkeit bewegen, aber der Lichtäther kann das. Unser Puls könnte nicht 5.000 Schläge pro Minute betragen, weil wir dann aufhören würden, Menschen zu sein. Der Kopf kann nicht 100-mal größer sein, da er etwas Absolutes in sich trägt, dessen Größe das gesamte Universum bestimmt hat. Seine Größe kann innerhalb bestimmter Grenzen variieren, aber neben dem Relativen ist auch hier das Absolute maßgebend. Über Relativismus kann nicht gesprochen werden, da es sonst für jede Kopfgröße ein eigenes Universum geben müsste, aber es gibt nur ein einziges. Wenn wir über das Hören und Bewusstmachen des Tons durch den Menschen sprechen, ist der gesamte Prozess sehr komplex und an ihm beteiligen sich sowohl die verschiedenen Ätherarten als auch eine Reihe von Wesensgliedern des Menschen selbst.

Zweifellos war Einstein ein talentierter Mathematiker, der bemerkenswert logisch dachte, aber in seinen Theorien fehlt das Leben und sie haben keinen Zusammenhang mit dem Wirklichen, mit der Realität. Wie kann man einen Ton hören, der überhaupt nicht erzeugt ist?! Solche Behauptungen sind das Ergebnis eines entstellten ahrimanisierten Denkens seelisch kranker Menschen und sie sind völlig nutzlos. Der bulgarische Maler Boris Georgiev[1] porträtierte sowohl den Meister Beinsa Douno als auch Einstein mit geschlossenen Augen und in die Zukunft blickend.

einstein   B.Douno

  Albert Einstein und Beinsa Douno, porträtiert von Boris Georgiev

Doch während der erstere diese Zukunft tatsächlich im Geist sah, vermochte der zweite das nicht zu machen und kannte nicht den Weg in diese glänzende Zukunft. Daher erklärte Einstein am Ende seines Lebens das Wort ‚Gott‘ für ein „Produkt menschlicher Schwächen“ und die Bibel – für „eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden“.[2] Die Bulgaren haben ein Sprichwort: „Die Hühner werden im Herbst gezählt“ (entspr. dt. „Man soll nicht den Tag vor dem Abend loben“). Trotz seines Pazifismus, Antinazismus usw. verfiel Einstein in den Zustand eines beschädigten Atheisten. Wenn Christus nämlich im menschlichen Bewusstsein fehlt, bleibt von diesem nur ein reflektierender Spiegel übrig, der von „Torsionsfeldern“, „Schwarzen Löchern“ sprechen oder eine „Stringtheorie“ über die Struktur des Universums und dergleichen erfinden kann, wie sie im 20. Jahrhundert erschien. Die Wissenschaft versteht nicht das Wesen von Licht, Geschwindigkeit, Zeit und Raum, Materie und Leben, deshalb hat sie eine schnelle Reise statt zum Geist, zum Abgrund der unterphysischen Welten unternommen und dabei die menschliche Seele mitgerissen.

Wie soll ein Mensch denken, wenn er das Wesen der oben genannten Begriffe verstehen will, die ihm in unserer Gegenwart recht abstrakt klingen? Wie wir schon mehrmals besprochen haben, wurde im vorhergehenden, unter der Regentschaft des Vatergotts verlaufenen Entwicklungszyklus durch das gemeinsame Wirken der hierarchischen Wesen die Vorbereitung der Substanz des unausgesprochenen Gottes auf die Entwicklungsbedingungen des gegenwärtigen Zyklus verwirklicht. Damals fand die Schöpfung im „Weilenden“, im Heimlichen, im Wesenskern statt, was wir uns kaum vorstellen können. Man kann sagen, dass die hierarchische Wesen damals das „Innere“ der Zeit unter den Bedingungen der Ewigkeit bewohnten – in Einheit von Sein und Wesen im Wesenskern – und die Zeit erschien nicht im Angesicht jener Wesen, die zu Beginn des nächsten Zyklus geboren werden mussten.

Der Raum hatte einen vieldeutigen Charakter mit vielen Varianten, der in der christlichen Esoterik ’Kristallhimmel’ genannt wird. Die alten Griechen nannten ihn ‚Chaos‘, und es ist kein Zufall, dass in jedem befruchteten Ei des Menschen die Substanz in den Zustand des primären Chaos versetzt wird, damit das neue Wesen wie vom Anfang der Welt selbst entsteht. Im räumlichen Chaos, das in einer uns unbekannten Art aufgebaut ist, befanden sich die Auf- und Abstiegsintentionen in der Substanz in Einheit, aber sie mussten in einer möglichst dramatischen Art voneinander getrennt werden.

Die Geister des Willens stiegen in ihrer Entwicklung zum Grad der bewussten Allwissenheit auf, der vom Willen des Vatergotts, Opfer zu bringen, durchdrungen war. Indem sie diesen Bewusstseinswillen verinnerlichten, bereiteten sie sich auf ihr zukünftiges Opfer vor, das die Grundlage des nächsten Zyklus als dessen Fundamentthron bildete. Deshalb nannte Dionysius der Areopagit diese Geister ‚Throne‘.

Nach dem großen Mahaparipralaya zwischen den beiden Zyklen offenbarte das Absolute in einer neuen Uroffenbarung einen Teil von sich. Das ist der väterliche Weltengrund. Wir können ihn auch ‚Gott‘ oder ‚Wesen‘ nennen. Die drei Stufen der Uroffenbarung haben wir mehrmals erörtert, deshalb werden sie hier nur angedeutet. Für die erste Stufe gilt das Fichtesche Ich = Ich und dies ist das allsehende Ich-Auge mancher bekannter Symbole. Auf der zweiten Stufe manifestierte sich Christus als eine Einheit zwischen Objekt und Subjekt und hier steht das Ich-bin-Prinzip noch ganz an seinem Anfang – das ist der Anfang des Logos. Und auf der dritten Stufe offenbart sich Gott in Seinen drei Hypostasen – als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Sie sind eines Wesens und identisch, tragen nicht die Merkmale einer evolutionären Entwicklung. Ihre höchste Einheit wird von Gott verwirklicht. Dieses Prinzip der Einheit wird im Neuen Testament als ‚Alles‘ bezeichnet. Dieses ‚Alles‘ hat beschlossen, sich in der Existenz des neuen Zyklus der evolutionären Entwicklung zu offenbaren, und die Heilige Trinität erlangt durch drei universelle Strahlen, in denen alle Wesen existieren und wirken, die Eigenschaften einer Hierarchie.

Gott verlieh Christus das Prinzip der Einheit und Christus wurde der Allerhalter, der den Zyklus aufhielt und sein Zerfallen in einzelne Elemente, die keine Beziehung zueinander haben, verhinderte. Das Ich-bin Christi nahm seinen Platz im Mittelpunkt des Zyklus ein und bereitete sich darauf vor, irgendwann bis auf dessen tiefsten Grund zu gehen und sich opfervoll mit dem physischen Leib eines Menschen zu verbinden. Für die Menschen ist Gott Liebe – die aufopferungsvolle Liebe -, aber ihnen steht noch bevor, ihr Bewusstsein zu erheben für das Verständnis von Gott als das Ich-bin-Prinzip und dadurch auch für das Verständnis von Ich = Ich, d.h. für die verinnerlichte Offenbarung „Ich bin Gott selbst.“ Auf diesem grandiosen Aufstiegspfad ist der Heilige Geist – die Idee des gegenwärtigen Zyklus – unser Anführer. Diese Idee wurde im Schoß des alten Zyklus geboren und deshalb geht der Heilige Geist vom Vater aus. Jetzt wird an der Idee für den nächsten Zyklus gearbeitet und in diesem Sinne geht der Heilige Geist von Christus aus. Wenn man ein solches Verständnis hat, würde sich der tausendjährige Streit zwischen Katholiken und Orthodoxen erübrigen, aber leider ist das nicht der Fall.

Eine der ersten Definitionen von Gott ist die Unendlichkeit. Wir wollen sie als Abstraktion annehmen, da wir sie kaum definieren können. Die Uroffenbarung ist eine unendliche Ausstrahlung, die von einem Punkt ausgeht und sich in alle Richtungen verbreitet, aber da Gott nur in Seiner Unendlichkeit offenbart werden kann, ist Seine Offenbarung eine unendliche Verinnerlichung von Ihm in Seinem Wesen. Aber damit ist der Unendlichkeit eine Grenze gesetzt – der Punkt des Nichts. Dieser Punkt ist der alte Saturn. Er entstand als eine Schleife der Lemniskate, die in einer anderen verdreht ist, welche äußerlich unausdrücklich war.

Das grenzenlose Ausstrecken als ein Verinnerlichungsprozess wird zu einer Bewegung auf einer sich schließenden Spirale, die zu einem Punkt wird. So wird der Punkt des sich offenbarenden „Alles“ im Sein des alten Saturn zum Punkt des „Nichts“ – zum Zentrums des alten Saturnzustandes der Erde, auf den die hierarchische Wesen ihre Tätigkeit richten. Hier stirbt der Geist und es werden die Materie und das sinnliche Universum geboren, welches in sich die Unendlichkeit des Universums des Geistes widerspiegelt.

Dieses „Brechen“ des Geistes, der Unendlichkeit Gottes bedeutet nicht, dass sie begrenzt wird, sondern dass sie sich qualitativ metamorphosiert, indem sie einen Ausdruck in der Tätigkeit der hierarchischen Wesen findet. In die unserem Zyklus uranfänglich angelegte Konfrontation zwischen Geist und Materie hineinversetzt, erfährt der Prozess der grenzenlosen Ausdehnung der Welten-Einheit auch eine ständige Zusammenziehung. Es ist, als würden sich die Dimensionen nacheinander entfalten, weil die Unendlichkeit alle möglichen räumlichen Dimensionen und alle Zeitformen in sich enthält, die in der evolutionären Entwicklung noch entstehen mussten.

In allen Hierarchien manifestiert Gott Seine Unendlichkeit, aber diese lebt in ihnen unter sich ständig ändernden Bedingungen, die folgendem Grundgesetz des Zyklus entsprechen: „Im Universum entwickelt sich alles durch die siebenstufige Metamorphose“ – von den sieben Stufen (Äonen) des Bewusstseins bis zu den Siebenjahresperioden im menschlichen Leben. Und wie wir bereits gesagt haben, werden diese grenzenlosen Metamorphosen von Christus global in Einheit gehalten, weil jede Entwicklung immer innerhalb einer höheren Einheit erfolgt, die der Erdenmensch als ‚Gesetz’ definiert. Mit dem Beginn der Uroffenbarung wurde auch ihr Ende keimhaft angelegt, von dem aus Gott den Heiligen Geist schickte, damit er dem Zyklus, den der Vater durch die Geister des Willens eingeleitet hatte, die Richtung zur Vollendung gibt.

Gottes Beziehung zur Hypostase des Vaters ist eine Beziehung der absoluten Notwendigkeit und gerade vom Vater ging mit dem aus der Vergangenheit in die Zukunft wirkenden Gesetz der Kausalität die räumlich-zeitliche Evolution aus. Damit es aber freies Schöpfertum gibt, muss dieses nicht nur Folgen der Vergangenheit benutzen. Daher wirkt der Heilige Geist in Freiheit von der Zukunft in die Vergangenheit und schafft Bewusstseinsformen gemäß dem im Zyklus beständig fließenden Leben des Sohnes. Die freie Schöpfung bleibt innerhalb der Grenzen der Notwendigkeit der Evolution, welche die Substanz mit sich bringt. Eine solche Kombination schränkt nicht ein, sondern bringt Organisation und strukturelle Bestimmung der Freiheit mit sich. Wir wissen nicht, ob das Gesetz der Einheit von Vorherbestimmung und Freiheit im vorhergehenden Zyklus herrschte, aber jetzt begegnen sich beide im Allerhalter Christus. Er ist das Alpha und Omega des Zyklus, und in Ihm wird die Vorbestimmung zum Leben erweckt, damit das Neue hervorgebracht werden kann. Daher ist die Beziehung Gottes zu Christus von absoluter Freiheit geprägt und daher bleibt das Ich-bin-Prinzip immer ideell, mit keinen Formen von Raum und Zeit verbunden. Er steigt lediglich senkrecht herab und auf der Senkrechten des Geistes wieder auf. Darin herrscht das Prinzip „Ich und Gott sind eins“. Und da das Wirken Christi auf der Senkrechten des Geistes in erster Linie von den Cherubim vermittelt wird, bringen auch ihnen die Hierarchien ihre Opfer dar – von der Seite des Vaters oder des Heiligen Geistes.

Gott hat die Existenz der entstehenden Welt im doppelten Sinne geplant:

a. immanent – durch die Reihe von Metamorphosen, in denen das Gesetz der Entwicklung untrennbar mit der phänomenalen Welt verbunden ist und nur in ihr wirkt, und

b. transzendent – als eine opfervolle Offenbarung von oben.

Die mysteriöse Beziehung zwischen ihnen stellt ein grundlegendes Problem der Philosophie dar, das nicht schrittweise zu lösen ist, wenn nicht erkannt wird, dass in jedem Äon Wesen sich opfern und in der Evolution zur Substanz, zum Substrat, zum Stoff werden. Wenn sich die Substanz in etwas metamorphosiert, auf dessen Grundlage der Beginn der Individualisierung zur Geltung kommt, spricht man von einem Substrat und der Stoff ist die letzte Phase in der Reihe von Substanz-Metamorphosen.

Wie ist die Substanz selbst entstanden? Sie kam von den großen Opfern der Geister des Willens. Mit selbstloser Liebe und unermesslicher Moral zogen sie sich von den Prinzipien ihrer Existenz vor dem alten Saturn zurück und übergaben vor dem Altar des neuen Zyklus das, was sie vom „Kristallhimmel“ und der Ewigkeit erlangt hatten. Wie oben erwähnt, war die Uroffenbarung Gottes im Zyklus in der Art eines Punktes und musste die Form eines einheitlichen Kreises annehmen (welcher einen zerlegten Punkt darstellt), der allmählich zu einem Punkt schrumpft. Die Throne kamen aus dem Nirvana und zeigten sich auf der Ebene des höheren Devachan in diesem Kreis, der die Offenbarung des verborgenen Weltraum-Chaos vor dem alten Saturn darstellt. Die Unendlichkeit des Chaos ist durch den Punkt der Zusammenziehung gegangen und die Throne streben opfervoll auf ihn zu. Da aber ihre Bewusstseinskraft nicht ausreicht, um diesen Punkt direkt zu treffen, bringen sie ihr Opfer vor den Cherubim.

Der „Kreis“ ihres Opfers ist die Beziehung zwischen Substanz und Idee, und sie erreichen das Zentrum der Einheit in verschiedenen Momenten ihres Abstiegs. Dadurch wird der „Kreis“ der Einheit zu einer sich nach unten ausdehnenden Spirale. Das Zusammenziehen des Chaos und die Handlung der Throne verursachten das Auftreten des Raumes während der alten Saturnzeit. Der Raum ist ein Geist, eine Null, jedoch kein Fehlen an Raum. In ihm sind alle Arten von räumlichen Dimensionen „aufgelöst“, die sich später zur Dreidimensionalität verdichten mussten. Es ist gut zu wissen, dass die höheren Bewusstseinswelten nicht ärmer, sondern inhaltlich viel reicher sind als die niedrigeren. Die göttliche Gedankenabsicht enthält in sich potenziell absolut alles, was sich in der Schöpfung offenbart. Sie trat in die Schöpfung ein als eine Willenssubstanz, als das neutrale Weltenfeuer, als reine Wärme, als Leib und Ich der Throne, als das Atma-Prinzip. Das Atma-Prinzip als Geistesmensch streckte sich sofort und umhüllte den Zustand des zukünftigen Vulkan. In einem überzeitlichen und überräumlichen Zustand und als reiner Geistesmensch entstand also der Vulkan bereits auf dem alten Saturn und nahm „Kurs“ von der Zukunft in die Vergangenheit. Alles in unserem Zyklus ist durch diesen Geistesmenschen begrenzt, aber die Vulkan-Existenz ist nicht garantiert, sondern er muss mit Substanz ausgefüllt werden. Seine Präsenz in der Evolution zeigt sich darin, dass die Äonen sich ineinander metamorphosieren.

Der Geistesmensch von den Thronen entstand aus dem Schoß des Wesenskerns, aus dem „Punkt“, aber er war gleichzeitig innerlich auf das Anderssein ausgerichtet. Deshalb wurde neben der Richtung Zukunft-Vergangenheit seine Hauptbewegungsrichtung die Richtung Vergangenheit-Zukunft und das Herabsteigen auf den Evolutionsstufen – die Hauptrichtung seiner Bewegung. Auf diesem Weg hat der Lebensgeist auf der alten Sonne die zukünftige Venus als reines Sein hervorgebracht und auf dem alten Mond umhüllte das Geistselbst den zukünftigen Jupiter mit sich selbst als reines Bewusstsein. Im Äon der Erde bewegte sich der Vulkan bis zum Gebiet, das von den Umlaufbahnen der Planeten Erde und Mond begrenzt wird und es liegt am Menschen, ihn mit Substanz auszufüllen.

Auf dem alten Saturn sprachen die Throne den besten Teil ihres Wesens gegenüber den Cherubim aus, die ihrerseits der zu ihnen herüberklingenden Substanz der reinen Wärme die Form verliehen, woraus die Kinder der Throne und Cherubim geboren wurden – die Geister der Zeit bzw. Persönlichkeit. Der Nullraum entstand aus dem Opfer, das unter den Bedingungen der Zeitlosigkeit und Raumlosigkeit dargebracht wurde und es erschien die Zeit als eigenständiges Wesen, das die  altgriechische Mythologie unter dem Namen ‚Chronos‘ kannte. Das Opfer am Kreuz der Evolution war das ausgesprochene Wort und das Wort wurde zu einem Zeitwesen, das in seinem Charakter ein Geist der Persönlichkeit ist. Damit wurde der Anfang der Persönlichkeit gesetzt und die Zeit ist eine Form für die Manifestation der Persönlichkeit. Sie ist eine subjektive Kategorie, deshalb ist das Phänomen der Entwicklung in der Zeit nur bei einem Ich-Bewusstsein, d.h. bei Persönlichkeiten bekannt. Die Zeit ist in dem Moment entstanden, in dem die Geister der Persönlichkeit ihr Ich (sich selbst) als eine Personifizierung der Zeit erkannt haben, als sie erkannt haben, dass sie selbst Geister der Zeit sind.

Als Geister der Zeit üben sie ihr hierarchisches Amt und ihre Rolle aus, aber ihr wahrer Name ist ‚Archai‘, also Urbeginne, weil mit ihnen ein neues Prinzip in die Entwicklung hineinkam. Das Wort wurde auf ganz andere Weise zu einer Persönlichkeit als die oben genannten Hierarchien – durch die Umwandlung des Opfers der Throne in die Zeit. Als Wesen stammen die Urbeginne aus dem früheren Zyklus, wo sie ihre Astralität bereits entwickelt hatten; Auf dem Saturn erwarben sie eine weitere Form der Leiblichkeit – die Ich-Form. Diese Form wurde jedoch mit reflektierendem Denken und unter Abstoßung, Zurückstrahlung im Spiegel des bewusstlosen Allbewusstseins der damaligen Wärmeform (Stoffform) des Andersseins ausgebildet. Die Verwandlung der Archai in die ersten „Menschen“ des neuen Zyklus wurde ermöglicht, weil der von den Thronen ausgehenden Substanz eine neue Möglichkeit zugrunde lag, die den vor dem alten Saturn existierenden Wesen unbekannt war – die Fähigkeit zur Opposition, die zum Grundprinzip der Individualisierung wurde. Das Wesen dieses Prinzips liegt im Reflektieren des substanziellen Ich durch das „Nicht-Ich“, das zu einer immer stärkeren Entfernung von der göttlichen Urquelle führt. Seitdem sind das reflektierende Bewusstsein, die Stofflichkeit und die Zeit untrennbar miteinander verbunden und aus der Bewegung dieser Wechselbeziehungen musste die Reihe der räumlichen Seinsformen entstehen, denen die Wesen Existenz geben.

Mit der Entstehung der Zeit als die erste Art „Mensch“ im gegenwärtigen Zyklus hat dieser einen neuen Platz inmitten der Hierarchien eingenommen. Er baute neue Beziehungen aus und veränderte damit den Charakter der kosmischen Intelligenz. Seitdem wird auch die Zeit als das neue Entwicklungsprinzip bei jeder Entstehung eines Ich-Bewusstseins berücksichtigt –  bei den Erzengeln, Engeln und Menschen im Erdenäon, bei den unter uns stehenden Naturreichen in den nächsten Äonen. Im Gegensatz zu unserem reflektierenden Denken, in dem die Substanz nur vorübergehend eine Form von Gedankenwesen mit elementarer Natur annimmt, welche sich schnell im astralen Element auflöst, weil unsere Gedanken nicht mit Leben erfüllt sind, war das Bewusstsein der Geister der Persönlichkeit kontemplativ und ihr Wissen unmittelbar. Die von ihnen zurückgespiegelte kosmische Intelligenz kehrte sofort in die geistige Welt als eine Substanz zurück, die mit dieser Welt verwandt war. Die Gottgleichheit eines Wesens besteht darin, dass es ein anderes Wesen erschafft, in dem das Selbstbewusstsein entflammt. Auf dem alten Saturn waren es gerade die Geister der Persönlichkeit, die in unseren Wärmeleibern das Persönliche modellierten und dabei zu unseren „Vätern“ wurden. Mit der Entstehung der Zeit verliehen sie diesem Persönlichen die Dauer.

Ansonsten war das Ich der Urbeginne seinem Wesen nach ein Nicht-Ich, das dem Ich der Throne entgegengesetzt war. Vor der Erscheinung dieses Nicht-Ich hatte die Schöpfung einen vorläufigen Charakter, weil die höheren Hierarchien das Instrument der Reflexion und dementsprechend die Zeit nicht brauchten, um ihr Ich zu erleben. Insbesondere einige Wesen aus der ersten Hierarchie blieben größtenteils im Überzeitlichen, im „Kristallhimmel“. Sie gewährleisten die Verbindung der Schöpfung mit dem göttlichen Urquell, während mit dem Aufkommen der Zeitpersönlichkeit alle anderen höheren Hierarchien gezwungen waren, den Raum jenseits der Grenze in einer Offenbarung zu manifestieren und zur Gluederung der Welt und ihrer Wesen zu gelangen, wobei sie dem Gesetz von Entstehen und Vergehen folgten.

Die Geister der Persönlichkeit wurden unter den Bedingungen einer ungegliederten Welt geboren und durch sie offenbarte die göttliche Trinität in ihrem Wesen ein neues Wahrnehmungsorgan, das die Zeit wahrnimmt und selbst eine Zeit und ein Wesen ist. Es ist kein Zufall, dass wir auch den Begriff für dieses Wesen haben, das gleichzeitig zu einem niedrigen Wesensglied/Bewusstsein der Wesenheiten der zweiten Hierarchie wurde, mit dessen Augen sie begannen, sich von außen zu erkennen. Das gesamte Universum war in einen neuen Evolutionsprozess involviert und bewegte sich zum Entstehen von Gegensätzen jeder Ordnung – Entstehen -Vergehen, Geburt-Tod, Licht – Dunkelheit, Geist – Materie, Gut – Böse, Freiheit – Notwendigkeit … Auf diesem „Schleifstein“ musste der Anfang der Persönlichkeit, die Ich-Selbstbewusstwerdung geschliffen und verfeinert werden. Die der einheitlichen vorsaturnischen Substanz angelegten Auf- und Abstiegsintentionen begannen, sich voneinander zu trennen. Da erwiesen sich einzelne Wesen stärker in ihren äußeren Reflexionsapparat eingebunden, wodurch sie das Gegenstandsbewusstsein nicht beherrschen und nicht vollwertige Menschen des alten Saturn werden konnten. Bei manchen wiederholte sich das Zurückbleiben in den nächsten zwei Äonen. Diese Wesen attackieren uns jetzt in der Gestalt der schrecklichen Asuras.

In jedem Äon gibt es drei im höheren Devachan entstehende Lebensstufen (Runden), die mit dem Herabsteigen zu irgendeiner Form der Materialisierung zusammenhängen sowie drei Stufen des Aufstiegs zur Spiritualisierung und einen Übergang dazwischen. Dort beginnt die Trennung in der individuellen Entwicklung eines jeden Wesens gegenüber einem anderen in ein ähnliches und auf den drei aufsteigenden Stufen wird die persönliche Schuld für sein Zurückbleiben sichtbar. Und wenn in der zweiten und ersten Hierarchie das Zurückbleiben nur unter Vorbehalt stattfindet, weil sie ihr unzerstörbares Ich unter den grundlegend anderen Bedingungen des vorhergehenden Zyklus erlangt haben, können wir bei der dritten Hierarchie in gewissen Grenzen und beim Erdenmenschen sogar ohne Vorbehalt von Schuld sprechen. In Zukunft werden diesem Test auch die Gruppenseelen der  Naturreiche, die sich unter uns befinden, unterzogen werden.

Es obliegt dem Menschen, in einer geistigen Synthese den Dualismus von Geburt und Tod zu überwinden, nachdem das Wort selbst zu ihm während des Erdenäons gekommen und in Fleisch herabgestiegen ist. Gemäß der korrekten Übersetzung des Neuen Testaments von Emil Bock kam das Wort „zu den Ich-Menschen“. Diese Ich-Menschen waren dem Wort wesensgleich, weil das Wort sie selbst auf dem alten Saturn in unlösbarer Verbindung mit den ersten Persönlichkeiten eines neuen Typs in unserem Zyklus erschuf – den Urbeginnen, die in der Zeit entstehen. Der Ursprung der substanziellen Herkunft der Erzengel und Engel führt uns zum vorhergehenden Zyklus und obwohl sie das Ich in einer geteilten Welt erworben haben, kennen sie den Tod nicht. Nur Christus und der Mensch kennen den Tod. Deshalb kann nur der Mensch durch die Kraft Christi in seinem Ich in einer geistigen Synthese den Dualismus zwischen Geburt und Tod überwinden und seine große Aufgabe in diesem Zyklus fortsetzen.

Nachdem auf dem alten Saturn dem ewigen, außerräumlichen Sein sich das zeitliche und räumliche Nicht-Sein gegenüberstellte und zwischen diesen sich das Schaffen auf allen sich in der Zeit entwickelnden Stufen des Lebens, der Form usw. erstreckte, wurde eine Organisation dieser Entwicklung notwendig. Dadurch begann sich im Zyklus des Andersseins eine Art Restpersönlichkeit herauszubilden – die in Form eines Wesens „versachlichte“ Zeit.

Zu diesem Zweck entstanden aus der Interaktion der Cherubim und der Throne die Dienstgeister – die Geister des Zeitkreislaufs. Sie haben ihre menschliche, gegenständliche Bewusstseinsform durchlaufen und stehen in unterschiedlichem Maße über dem Menschen, aber sie sind keine hierarchischen Wesen, sondern Nachkommen der Hierarchien. In ähnlicher Art erschienen später die Nachkommen der zweiten Hierarchie – die Gruppenseelen der Tiere – und die Nachkommen der dritten Hierarchie – die Elementargeister der Natur.

Die Substanz der Geister der Persönlichkeit ist ihrem Ursprung nach überpersönlich, weil sie von den Geistern des Willens stammt, aber soweit sie geopfert wurde, ist sie ein Nicht-Ich und zur Zurückspiegelung fähig. Als die Persönlichkeit auf dem alten Saturn erschien, stand sie in unterschiedlichen Positionen in Bezug auf den Kreis der Himmelskräfte, die später den Tierkreis bildeten und jeder Bereich dieser zwölf Kräfte bildete so etwas wie eine „Weltenstunde“. In ihnen durchläuft jede planetarische Inkarnation fünf Pralaya-Zustände (die in der Esoterik ‚Nächte‘ genannt werden) und sieben Lebenszustände (genannt ‚Tage‘), wobei letztere von den Geistern des Zeitkreislaufs geleitet werden.

So entstehen räumlich-zeitliche Verhältnisse. Es ist, als ob sich die reine Persönlichkeit von einer Tierkreisregion in eine andere bewege und das ist eigentlich die Zeit. Grundsätzlich versucht die ganze unbewusste Substanz, ein Ich zu werden und soweit sie zurückspiegelt, geschieht die Entwicklung in der Zeit. Die Bewegung der Persönlichkeit bewirkt die eine oder andere Reaktion in den Wesen der Hierarchien und sie wirken in einem bestimmten Rhythmus auf die Substanz der Persönlichkeit, woraus in ihr eine Metamorphose entsteht und die im Raum fließende empirische Zeit auftritt.

Wenn wir sie grafisch darstellen können, so beziehen sich die Leitung der Entwicklung durch die Geister des Zeitkreislaufs  in der empirischen Zeit und die Zeitpersönlichkeit als der horizontale und der vertikale Entwicklungsvektor zueinander. Aus der Vergangenheit der empirischen Zeit, die in die Richtung der Zukunft verläuft, in der in den vergangenen dreieinhalb Äonen für den Menschen unbewusst die 24 Geister des Zeitkreislaufs entstanden, sehen heute die aus der „Apokalypse des Johannes“ bekannten 24 Ältesten auf den Erdenmenschen herab. Jeder von ihnen ist eine Art Urphänomen eines einzelnen Lebenszustandes (einer Runde).

Ansonsten sind die wahren Regenten der Lebenszustände die rechtmäßig entwickelten Geister der Weisheit, die eben dieses Leben erschaffen. Sie können jedoch die Schöpfung nicht vom Schöpfer trennen und in das Raum-Zeit-Sein eintreten, zu dem sie nur eine ideelle Beziehung haben, weil sie mit der Opposition nicht vertraut sind. Dazu sind die Geister des Zeitkreislaufs notwendig, welche die Entwicklung in der Zeit regulieren. Sie sind eine Art Astralleib der Erde und erfüllen eine Vielzahl von Funktionen: Sie verteilen die Arbeit der Elementargeister auf die Jahreszeiten, beteiligen sich an der Rotation der Erde um ihre Achse usw.

Trotzdem gibt Steiner eine zweifache Beschreibung der Entstehung des Phänomens der Zeit. In einem Fall sind dies die erwähnten Ältesten, die in der vierten Runde des Erdenäons hinter dem stehen, was wir als den 24-Stunden-Tag erleben. Im Vortrag vom 21.08.1910 in GA 122 sprach er von den sieben Geistern der Zeit (hebr. ‚yom’). Sie wurden von den sieben Elohim an ihren eigenen Platz gestellt, nachdem sie das Licht mit ihren höheren regulierenden Kräften erschaffen hatten, denen sie zurückgebliebene saturnische Geister entgegenstellten, welche die Sonnenstufe nicht erreicht hatten und im Dunkeln wirkten. Das im Dunkeln Lebende nannten sie ‚Lilith‘ und das ist eine Art Antizeit, die auf luziferische Weise ständig gegen die Evolution in der Zeit wirkt und zur Ewigkeit aufruft.

Die Geister des Zeitkreislaufs holten die Runde auf den vier Stufen des Formzustandes herunter und besiegten dabei Lilith. Aber in den nächsten drei Stufen vergeistigten sie wieder das Sein, als wären sie von Lilith besiegt worden und die Entwicklung ging in das kleine Pralaya zwischen den einzelnen Runden über. In dieser Spiritualisierung kommt auch die oben erwähnte Schuld der Wesen in Bezug auf die verpassten Möglichkeiten der Ich-Entwicklung zur Geltung. Die hierarchischen Wesen haben die Aufgabe, die Voraussetzungen für eine solche Entwicklung zu schaffen, zu der Raum und Licht unabdingbar gehören.

Während sich die Throne auf dem alten Saturn in einem „Kreis“ opferten, der nach dem Zentrum strebte, in dem sich die Wärmemonaden des heutigen Menschen befanden, breitete sich auf der alten Sonne die von den Geistern der Weisheit ausgestrahlte ätherische „schenkende Tugend“ kugelförmig vom Zentrum nach außen aus und begann, das ewige, durch die Zyklen fließtende Leben an das Leben der Substanz und ihre Aufgaben im gegenwärtigen Zyklus anzupassen. Einige der Cherubim blieben jedoch zusammen mit den Seraphim im Dasein der Ewigkeit, wie es vor dem alten Saturn war und lehnten sowohl das wiederholte Opfer der Throne als auch das Opfer der Herrschaften ab. Sie gewährleisten die unzertrennliche Verbindung des Transzendenten mit dem immanent Eigenen, der Ewigkeit mit der Zeit. Und die Geister der Weisheit erhielten den Namen ‚Herrschaften‘, weil später durch sie Christus-der Gott Sein Ich-bin als Lebensgeist in eine unzerstörbare Verbindung mit dem Zyklus und sogar mit dem Menschen selbst im Äon der Erde bringen musste.

Den „Rauch“ der lebendigen Ideenweisheit, die von den Geistern der Weisheit in die Inspirationssphäre ausgestrahlt wurde, trugen die Urbeginne auf ihren Flügeln zur Peripherie der alten Sonne, wo die Erzengel sie nicht nur reflektierten, um ihr Ich-Bewusstsein zu erlangen, sondern ihn metamorphosierten und in Licht umwandelten, indem sie ihn aus der intuitiven und inspirativen Sphäre in die imaginative herunterholten, also das Leben astralisierten. Das hervorgebrachte Licht kehrte zum Zentrum der bis zu dieser Zeit dunklen Sonne zurück und beleuchtete sie von innen heraus. Auf diese Weise entstand die Dauer – also ein Vorher-Nachher – indem die in der Zeit lebenden Weisheit in Licht umgewandelt wurde. Die Zeit verwandelte sich in Zweierlei – in innerliche und äußerliche. Es entstand der eindimensionale Raum, wobei Oben-Unten und Links-Rechts noch nicht existierten. Die aus dem Inneren der Herrschaften ausgestrahlte Gabe kam später als etwas Äußerliches und in einer anderen Eigenschaft zu ihnen als eine neue Daseinsform zurück, welche die Erzengel durch die Vermittlung der Archai hervorbrachten. Die Erzengel sind Engel (Boten) der Archai und das in ihnen geborene Licht des Selbstbewusstseins beleuchtete nicht nur innerlich die Sonne. Vielmehr war das eine evolutionäre Handlung Christi, der die Entwicklung eines Ich-Bewusstseins fördert, welches sich der Erfüllung der eigenen Aufgaben widmet. Dieses Bewusstsein darf nicht direkt durch das unausgesprochene Licht der Ewigkeit beleuchtet werden, das äußerst kraftvoll ist, für die Bedürfnisse der Entwicklung zu kraftvoll. Christus ist der Träger dieses Lichts, das die Geister der Weisheit durchdrungen und dann als sekundäres Licht die Erzengel zurückgespiegelt haben.

Die Erzengel selbst erhielten ihr höheres Ich als den Manas-Keim von den Archai; Ihr niederes Ich, d.h. ihr gegenständliches Bewusstsein bildeten sie aus, nachdem sie ihr Leben in den dunklen, jenseits von ihnen liegenden Sphären des Bewusstlosen reflektiert hatten, welche nicht in der Lage waren, die lichttragende Weltenweisheit wahrzunehmen.

Während die eindimensionale spirituelle Sphäre in die Richtung des Zentrums der alten Sonne nach innen und oben auf die intuitive Spiritualität und dementsprechend auf die Nichträumlichkeit des „Punktes“ gerichtet war, welcher die nachhaltigste Sphäre des kosmischen Denkens darstellt, so wirkten in den dunklen Sphären die Gesetze des zukünftigen materiellen Universums, in dem das Physische bis zum Mineralischen herabsteigen musste. Natürlich existierte die Materialität dort imaginativ und die Wesen nahmen das Licht nur äußerlich an und stießen es ab, aber das war kein physikalischer, sondern ein evolutionärer Prozess in der Lemniskate. Jedes Evolutionäre hat eine äußere und eine innere Manifestation, und es ist kein Zufall, dass das Sonnenlicht im irdischen Äon nicht in den Weiten des Weltraumes verloren geht, sondern an einer bestimmten Grenze wieder zur Sonne zurückkehrt, jedoch dann auf der Lemniskate als übersinnliches Licht kommt.

Auf der alten Sonne fehlten unsere gegenwärtigen Entfernungen, der Weltraum wurde lediglich hervorgebracht und begann sich unter der Wirkung der Geister der Bewegung zu „bewegen“. Diese eindimensionale, genauer gesagt 1 ½-lineare Raumwelt, die äußere und innere Beziehungen besaß, erstreckte sich erwartungsvoll bis zur zukünftigen Venus. Während auf dem alten Saturn der Geistesmensch sich ausdehnte und das gesamte Räumlich-Zeitliche bis zum Vulkan in seine Grenzen einschloss, umfasste jetzt auf der alten Sonne der Lebensgeist der Herrschaften – als Keim auch dem Ätherleib der menschlichen Monade eingeprägt -die zukünftige Venus. Aber der Weg dorthin geht durch einen immer stärkeren Widerstand unter den Göttern und dieser Widerstand wird im Menschen selbst abgebildet.

An die Grenze zur dunklen Sphäre der alten Sonne stellte sich opfervoll eine zweite Art von Weisheitsgeistern, die das Gesetz des Zusammenziehens zu einem Punkt ohne Aufstieg im Geist inaugurierten. Das ist wiederum ein Streben nach Gott, das jedoch gemäß dem Gesetz des „Weglaufens“ und des Abfalls von Ihm mit der Absicht verbunden ist, das Geistige durch das Materielle zu ersetzen und dieses bis zum Punkt des absoluten Nichts zusammenzuziehen. Es entstand das ahrimanische Prinzip, dessen Aufgabe darin bestand, die Materie zu konsolidieren. Ist es nicht das, was wir heute mit den Sinnen im Phänomen der sog. „sehr massereichen Sterne“ beobachten?

Natürlich ist das luziferische Prinzip, das den Egozentrismus einbrachte, primär, aber ihm folgt unvermeidlich das ahrimanische Prinzip. Die Fixsterne wären für uns heute im Raum unsichtbar, wenn nicht die mächtigen spirituellen Wesenheiten da wären, die Träger des luziferisierten und ahrimanisierten Lichtes sind. In den sogenannten „Schwarzen Löchern“ verschwindet das sinnlich wahrnehmbare luziferisierte Licht und wird zu einem ahrimanisierten geistigen Licht, der beleuchtete Mond leuchtet luziferisch und in seinem dunklen Teil ist das Licht geistig. Das Licht selbst ist jedoch etwas anderes, das dem Menschen in der Zeitenwende durch Christus offenbar wurde, der sagte: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh. 8:12). Dieses Licht leuchtet nicht nur, sondern wirkt schaffend, weil es den nächsten Zyklus innerhalb des gegenwärtigen Zyklus vorbereitet. Es ist das direkte Licht des Lebensgeistes Christi. Dieses Leben ist Weisheit und steht sogar höher als das durch alle Zyklen verlaufende ewige Leben. Die Wahrheit über Christus wird vom Heiligen Geist getragen, der an Pfingsten in den Menschen herabgestiegen ist und ihm die wunderbarsten Geheimnisse des Universums offenbart, die in früheren Epochen nicht verfügbar waren. Aber das geschieht nur, wenn der Mensch den Heiligen Geist nach diesen Geheimnissen befragt und sich auf sie vorbereitet, indem er die kosmische Intelligenz erlangt. Wir werden im nächsten Vortrag über mindestens ein solches Geheimnis sprechen.

Auf dem astralisierten alten Mond wurde die Intelligenz des Zyklus zum Wirken gebracht und er fing an, für sich selbst zu denken. Das Denken der Wesen geschah gänzlich in der verworfenen Substanz, daher heißt dieser Äon ‚Äon der Trauer‘ nach der verlorenen Einheit mit dem höheren Dasein. Damals war das räumliche Bild der Welt zweidimensional und der Mensch empfing in seinem Astralleib den Keim des Geistselbst, zu dem er nach seinem Abstieg bis zum mineralischen Zustand der Ursubstanz und dem Erwerb des Ich-Selbstbewusstseins in unserem Äon streben sollte.

Wie wurden Zeit und Raum im irdischen Äon ausgebildet? Ausgehend vom Nullraum und durch die hierarchischen Wesen verlaufend, verdichtete der göttliche Wille – bzw. „verzerrte“, um uns der Sprache der Physik zu bedienen – den Raum zum eindimensionalen Raum und gelangte auf diese Weise vom fünfgliedrigen Pralaya (Subjekt) in das Manvantrata/Dasein. Der spirituelle Punkt im Zentrum der alten Sonne hat sich bis zum Kreis des Zodiaks zersetzt, wo jetzt die Grenze des Universums liegt. Dort befindet sich der Raum in der höheren Astralität.

Wir haben bereits gesagt, dass im Kreis von zwölf Teilen die Zahl 7 die Lebenszustände (Tage) ausdrückt und zusammen mit dem fünfgliedrigen Pralaya (Nächte) eine unauflösliche Einheit bildet, in der die Perioden der Offenbarung zum Geheimsten zurückkehren und die Zustände des Ich und Nicht-Ich einander abwechseln. Wenn der Kreis in zwei gleiche Hälften geteilt wäre (6:6), würde die Verbindung des Ewigen mit dem Zeitlichen, der Persönlichkeit/des Subjekts mit dem Zustand der Form/des Daseins zerstört und wir würden nur die empirische Zeit erhalten, die uns als eine Bewegung von der Vergangenheit in die Zukunft bekannt ist.

Der eindimensionale Raum, den wir auch als zwölfgliedrig bestimmen können, wird auf seinem Weg hinunter zur Sonne unseres Planetensystems zur siebengliedrigen Zeit, indem er sich dem Gesetz der siebengliedrigen Metamorphose unterordnet. Der Raum ist die Gesamtheit ständig zusammenwirkender geistiger Wesen. In der Welt der Fixsterne sind das die Wesen der ersten Hierarchie, die Gott unmittelbar anschauen.

Zwischen ihnen und dem dreieinigen Gott entsteht eine Beziehung von Innerem und Äußerem. In die Welt der Planeten projiziert, nimmt sie den Charakter entgegenwirkender Kräfte an – die drei äußeren Planeten Saturn, Jupiter und Mars gegenüber den drei inneren Merkur, Venus und Mond. Die in unserem Planetensystem wirkenden Kräfte unterscheiden sich stark von den Kräften, die im Tierkreis wirken und die Sonne ist der Punkt einer sphärenförmigen Lemniskate, die sich auf der anderen Seite in eine imaginativ-zweidimensionale und schließlich in eine dreidimensionale umwandelt. Dort findet der Übergang aus dem geistigen in das physisch-sinnliche Universum bzw. umgekehrt statt, dort ist die Quelle des Äthers bzw. des Lebensprozesses, der für unser Planetensystem in der Zeit verläuft und einen immer materielleren Charakter annimmt. Dort – auf der Sonne als Stern – wird der Gegensatz zwischen den Kräften der äußeren und inneren Planeten aufgehoben, damit zum Schluss die Wirkung der höheren Kräfte in den dreidimensionalen Raum des Menschen umgeleitet wird. Die Evolutionsentwicklung in der Zeit bewirkte, dass das Sonnensystem selbst aus sieben Planeten besteht. Aber damit es sich in den Raum entfalten kann, muss diese Zahl auch 12 wie die Zahl des höheren Raumes im Tierkreis sein. Deshalb sind allem Anschein nach die Planeten Uran, Neptun und Pluto sowie ein bisher unbekannter Planet zu Hilfe gekommen, für dessen Existenz es bestimmte Anzeichen gibt. Diese Planeten haben sich nicht mit uns an der Entwicklung seit dem alten Saturn beteiligt.

Insofern sich das Leben, das die Sonne hervorbringt, in der physisch-materiellen Welt entfaltet, können wir sagen: Die Sonne bringt den Raum in seiner letzten Form – der dreidimensionalen – hervor, nachdem Äther und Materie in eine Wechselwirkung getreten sind, die in der Zeit, also nach dem Gesetz des Lebens, verläuft. Hier spielen die Geister des Zeitkreislaufs eine entscheidende Rolle. Den bis zur Ätherizität der Sonne heruntergeholten Geistesmenschen durchdringen sie mit planetarischer Astralität, d.h. mit sich selbst und es entsteht das niedere Astralische  – die Grundlage des Psychischen, das sich allmählich in den aufkommenden physisch-ätherisch-astralischen menschlichen Formen manifestiert, welche sich von der imaginativen Welt trennen und den Raum in drei Dimensionen aufschließen. Der Übergang vom imaginativen zweidimensionalen Raum zum dreidimensionalen Raum ist nur durch die Zeit möglich, in der sich die irdische Person entwickelt. Auf diese Weise stieg der durch die Hierarchien vermittelte göttliche Wille, der auf drei Strahlen aus dem außerräumlichen (in unserem Sinne) Nullraum zur physischen Welt herunterstieg und die Form eines sich immer stärker auflösenden Raum hatte. Er erreichte den physischen materiellen Menschen und spiegelte sich in ihm als dreidimensional wider.

Diese Auflösung ist in der Tat eine Verdichtung des höheren Raumes, deren letzter Ausdruck im Sinne der Sinneswahrnehmung der Mensch ist. Der dreifache Gott spiegelte sich im Menschen als der dreidimensionale Raum wider, der subjektiv für uns nur eine Idee darstellt, weil wir sonst behaupten müssten, dass wir Gott mit unseren physischen Augen sehen würden. Sofern die reale Idee ein Wesen mit eigenem Dasein ist, besitzt der dreidimensionale Raum auch den Charakter eines Lebewesens – das ist der mehrgliedrige Mensch. Wegen seiner Ich-Entwicklung ist der Raum dreidimensional geworden und somit ist der Mensch das Maß aller Dinge: Zuerst gibt es den 24-Stunden-langen mikrokosmischen Zyklus seines Lebens, der mit der Bewegung der Erde um ihre Achse zusammenhängt; Dann ist der jährliche Zyklus der Metamorphosen da,  der sich im Wechsel der Jahreszeiten widerspiegelt und mit der Bewegung der Erde um die Sonne zusammenhängt; Weiter haben wir die Metamorphose der Kulturepochen in eine Wurzelrasse, die mit dem platonischen Jahr zusammenhängt, welches die Bewegung des Sonnensystems innerhalb des Tierkreises widerspiegelt; Es gibt auch den Wechsel der Formzustände, die der Mensch im Übergang von einer in die nächste Inkarnation erfährt, indem er Zeit und Raum selbst in eine Metamorphose bringt durch Wechsel der kreisförmigen Bewegung aus einer linearen, die von der Erde hinter den Tierkreis ausgeht und zurückkehrt; Schließlich existiert die Metamorphose der Lebenszustände, die in der Raum gewordenen Zeit verlaufen, d.h. sich in die Vergangenheit und Zukunft erstrecken. Wir sprechen hier vom Bewusstsein, das der gewöhnliche Mensch nur in der kurzen Kamalokazeit nach seinem Tod hat und über das Bewusstsein, das der Eingeweihte noch während seines Lebens auf der Erde steuern kann.

Da der Mensch der letzte räumliche Ausdruck des dreieinigen Gottes und des höheren Tierkreisraumes ist, muss er in seinen drei dreigliedrigen Hypostasen ebenfalls zwölfgliedrig sein: im Leib – vom Kopf (Widder) bis zu den Füßen (Fische), in der Seele – als ein System von zwölf Sinnen – und im Geiste – als ein System von zwölf von den Tierkreiskräften bewirkten Weltanschauungen. Im Prozess seiner Involution erhielt der Mensch diese drei dreigliedrigen Gebilde und als sein Achsen-Prinzip verläuft durch diese Wechselbeziehungen der dreidimensionale Raum und schafft die Bedingungen für das Erleben von Denken, Fühlen und Wollen. Diese Bedingungen entstehen an der Spitze der Möglichkeiten, welche die Entwicklung bei der engsten Verflechtung von Zeit und Raum und deren ständigem Ineinanderfließen erhält, obwohl Raum und Zeit in der Erfahrung selbst sterben – ähnlich der These und Antithese in der Synthese. Denken, Fühlen und Wollen erhalten dank unserem dreigliedrigen Körper die Möglichkeit, in der dreidimensionalen Welt zur Geltung zu kommen, während sie für sich selbst nur in der Zeit leben, sofern die Zeit eine Persönlichkeit, ein Bewusstsein ist.

Die übersinnlichen Kräfte der Erkenntnis kommen von der stellaren Peripherie der Welt – einer eindimensionale Welt – zu unserem Denken herunter. Das Gefühl ist zweidimensional und entsteht innerhalb des Menschen in jener Ebene ohne Dicke, die ihn in eine linke und eine rechte Hälfte unterteilt und sogar durch das gesamte Universum geht. Der Wille kommt aus den von unten aufsteigenden untersinnlichen Kräften der Erde zur Geltung und ist als einziger in uns in vollem Umfang dreidimensional. Die Phänomenologie unseres Seelenlebens beinhaltet die Einheit dieser drei Aspekte – des individuellen, planetarischen und stellaren. Ihnen entsprechend entstehen die drei Ebenen der Raumbildung, die wir uns als drei senkrecht zueinander stehende, sich in der Mitte, im Ich-Punkt kreuzende Ebenen vorstellen können – oben/ unten, links/rechts, vorne/hinten. Das Ich ist nicht räumlich, aber es entsteht im Raum und existiert dank ihm, dank dem mehrgliedrigen Wesen des Menschen. Der Schnittpunkt liegt im Bereich des Solarplexus und es ist kein Zufall, dass das Ich die Funktionen der Umwandlung der Sternkräfte in das Sinnlich-Materielle übernommen hat, was die Sonne in unserem Sonnensystem macht. Auf dem Fundament des dreieinigen Wechselspiels zwischen Denken, Fühlen und Wollen, zwischen dem Stellaren, Planetarischen und Irdischen wuchs das Ich-Selbstbewusstsein des Menschen allmählich in drei Stufen – im Seelenleib, im niederen Ich und dem individuellen Ich, wobei Letzteres auch das Solarplexusgebiet als seinen Stützpunkt hat.

Der Seelen- bzw. Empfindungsleib entstand als die Spitze der organischen Evolution. Er ist die Schlüsseleinheit, in der sich die Involution des individuellen menschlichen Geistes in Evolution umwandelt, deshalb steht er zwischen Leib und Seele. Darin bezog der Mensch wie in einem ätherisch-physischen Substrat zum ersten Mal die Empfindungen auf sich selbst und bestieg den Weg der Individualisierung. Das niedere Ich erscheint im „Raum“ zwischen der Seele und unserem Geist, und am höchsten steht das aus dem Pralaya heruntersteigende höhere Ich. Es vollendet den vollständigen Ausbau des Menschen, der aus fünf Dreigliedrigkeiten besteht – einer leiblichen, einer seelischen, einer geistigen, einer psychischen und einer Ich-Dreiheit. In ihnen sollte das individuelle Ich auf die Erde kommen und sich im Menschen als Nicht-Ich widerspiegeln, ohne dass die Einheit zwischen ihnen zerfällt, welche im weitesten Sinne die sieben „Welttage“ (Stunden) des manifestierten Seins und die fünf Weltnächte der Rückkehr zum Wesen umfasst. Dabei bilden zwei der „Tages“-Stunden einen Übergang vom „Weltentag“ zur „Nacht“ und von der „Nacht“ zum „Tag“. Dieser Übergang ist wie eine Dämmerung, wie ein Wechsel vom Chaos oder von der Welten-Unbestimmtheit zum „regulierten“ Sein der Welt der Offenbarungen nach unten.

Es ist offensichtlich, dass sich Pralaya und Manvantara wegen des Menschen und in ihm in Raum und Zeit als reines Subjekt und manifestiertes (objektiviertes) Sein des Subjekts zusammenkommen und ihren Ausdruck im dreidimensionalen Raum finden, der im Wesentlichen ein System von sieben Kategorien ist. Diese Kategorien zeigen uns die Natur der Kräfte, die den siebengliedrigen Menschen auf dem Weg des siebengliedrigen zeitlichen schöpferischen Impulses, der den zwölfgliedrigen Raum zum Schluss in einen dreidimensionalen metamorphosiert hat. Diese sieben Kategorien sind: Substanz, Opfer, Reflexion, Beziehung, Aufrichtung, Sprache und Bewusstsein (Denken). Darüber hinaus existieren im zwölffachen Kreis der Evolution fünf neue Kategorien, die jenem Teil des Kreises entsprechen, der phasenhaft ins Pralaya verschwindet, wo das Subjekt zu sich selbst im höheren Subjekt/Gott zurückkehrt, nachdem es den zwölffachen Raum und die siebengliedrige Zeit-Persönlichkeit durchlaufen hat, die sich in beide Richtungen durch den Menschen ineinander metamorphosieren und sowohl die menschliche Zwölfgliedrigkeit als auch die zwölfgliedrige Struktur der Zeit bilden. In der Erscheinung zeigt sich das Subjekt als ein aktives, aktuelles Urphänomen, das wir anhand der Kategorien Sein, Aufbau, Wesen, Qualität und Quantität ausdrücken können. So wird die Siebengliedrigkeit zu einer Form der zeitlichen Entwicklung des Raumes und die Zwölfgliedrigkeit zu einer Form der räumlichen Bildung in der Zeit. Die Gesamtheit der zwölf Kategorien beschreibt den Prozess der Umwandlung des höheren Ich in ein Nicht-Ich, d.h. in ein menschliches Ich, in einen individuellen Geist mit 12 Weltanschauungen, der in der Lage ist, wieder aufzusteigen und die Raum-Zeit-Beziehungen, die ihn in die Materie heruntergeholt haben, aufzuheben.

Dazu muss man jedoch die Vorgänge, die in Raum und Zeit ablaufen, mit den von oben herabströmenden Impulsen des Geistes verbinden. Das Bindeglied ist unsere dreifache Seele. Wenn sie eine Evolution erfährt, kann der Punkt der drei sich im Gebiet des Solarplexus schneidenden Ebenen, welcher den dreidimensionalen Raum bildet, als Ergebnis der Phänomenologie unseres Seelenlebens zum Gebiet der zweiblättrigen Lotusblüte aufsteigen. Als Resultierende zwischen den Kräften des höheren und niederen Ich entsteht der Punkt in der Gegend der sechzehnblättrigen Lotusblüte, wo das niedere Ich einerseits durch Ton und Sprache sich selbst in der Sinneswelt objektiviert (dort wurzelt auch seine Beziehung zum Raum) und andererseits die dreifache Tätigkeit der Seele zusammenfasst und sie in Verbindung zum höheren Ich bringt.

Das eigentliche Substrat der Seele ist vorwiegend involutionär, d.h. es ist das Ergebnis des Aufsaugens, der Absorption. Es schafft nur die Voraussetzungen für die Objektivierung des niederen Ich, ist aber selbst nicht dazu in der Lage. Im Substrat wirken objektiv-evolutionär die aufeinander gerichteten Strömungen der Astral- und Ätherkräfte. Diese beiden sich horizontal bewegenden Strömungen hängen mit den räumlich-zeitlichen Metamorphosen zusammen und bringen verschiedene Lebensformen hervor. Vorrang hat die von der Vergangenheit in die Zukunft (in der empirischen Zeit) fließende Strömung der Ätherkräfte in unserem Ätherleib, in dem die siebengliedrige Metamorphose den Übergang vom zwölfgliedrigen kosmischen Raum in die Zeit und von der Zeit – in den dreidimensionalen Raum bei der Verbindung mit unserem physischen Leib darstellt. Dieser Strömung der Evolution entgegen fließt die substanzielle Strömung der Astralkräfte und sie ist eine  Zeitpersönlichkeit und ein Überbewusstsein. Dank dieser Strömung drückt die Zwölfgliedrigkeit unter den Bedingungen der Erde den Übergang von der empirischen Zeit zu den Räumen der höheren Welt aus – 1/2/0 (Punktraum). Mit der Ätherströmung strömt das Göttliche in den Menschen ein, aber nach den Gesetzen des Astralen, das sich beim Menschen in der Erkenntnis desjenigen ausdrückt, was ihm als Grundlage des Lebens in der fernen Vergangenheit angelegt wurde. Die Bewusstwerdung geschieht dank dem Individuellen, das in der Astralströmung fließt, aber den Gesetzen des Ätherischen unterliegt (von der Vergangenheit in die Zukunft).

In der ersten Strömung entstehen die Vorstellungen und breiten sich in Zukunft und Vergangenheit aus und in der zweiten Strömung entstehen die Begehrungen und strömen gegen die Astralströmung selbst in die Zukunft. Die Begehrung ist die erste Existenzform der Materie in der Welt des Bewusstseins und sie stellt eine Modifizierung des menschlichen Willens dar. Übertragen wir diese Form auf die Größe des Himmelsgewölbes, das sich über uns erstreckt, so sehen wir, dass dieses in seinem Wesen zweidimensional ist und die Ebene für die Begegnung der kosmischen Begehrung mit der physischen Welt darstellt. Daher müssten die Aussagen über die „gigantischen“ Entfernungen im Universum auf diese Begegnung zurückgeführt werden. Der von den Geistern des Willens während der alten Saturnzeit ausgestrahlte Wille bzw. Geistesmensch stieg die Evolutionsstufen herunter und „löste“ in der Ebene von Denken, Fühlen und Wollen die Entwicklung zu einer räumlich-zeitlichen (in der Sphäre der Planeten) und schließlich zur dreidimensionalen räumlichen Daseinsform auf. Diese hat der Mensch von der Erde aus mit den Wahrnehmungen seiner Sinne und mit seinem Denken durch die Planetensphären bis zum Tierkreis und zum Himmelsgewölbe als Ganzen ausgebreitet, wo die besagte Begegnung der kosmischen Begehrung mit unserem unter den Bedingungen der materiellen Welt entstandenen Denken stattfindet. Vor diesem Hintergrund können wir verstehen, dass die Spektralanalyse, derer sich die Wissenschaft bedient, uns nicht die Anwesenheit von Substanzen in den Sternen zeigt, sondern eher geistige Urphänomene, die sich je nach dem Grad der Annäherung an die Erde – dem materiellen Zentrum des Universums – zur Lichtmaterie materialisieren. Die ganze Materie ist doch verdichtetes Licht!

Unter einer Begehrung versteht die Anthroposophie den Durst nach Individualisierung, „ein selbständiges Erlebnis“, „das der «astralische Mensch» zu dem Hungergefühl hinzufügt.“[3] Sie wirkt vom Leib und von der Zukunft aus. In den Wirkungskreis des höheren Ich eintretend, erhalten die Strömungen der Begehrungen und Vorstellungen den Charakter von einem „Astral- und Ätherleib der Seele“[4], aber sie sind eigentlich kein Seelenleben, sondern stehen nur in am Ursprung seiner Entstehung. Die Individualisierung der Seele hängt auch nicht von beiden Strömungen ab, diese bilden lediglich ihre Voraussetzungen. Sie entsteht, wenn die Strömung der auf der Senkrechten aufsteigenden Entwicklung angeregt wird, was bereits eine Objektivierung des niederen Ich darstellt, welches eine Modifizierung des höheren, vom Absoluten kommenden Selbst  bzw. des absoluten Ich darstellt, das allerdings aus der Sphäre des Nichtseins, aus dem Nichts des Stoffs entsteht, zu der die Substanz gekommen war. Die Substanz des Ich ist ihrem Wesen nach reiner kosmische Wille. Wenn dieser Wille aber in die Welt der Erscheinungen eintaucht, wird er zu einer Begehrung. Für das Ich ist die Begehrung ein Objekt, so wie für unser individuelles Selbst unser reflektierendes Ich ein Objekt ist.

Das Seelensubstrat schafft nicht das Ich, sondern setzt dessen Objektivierung durch die Geburt des Bewusstseins aus der Begegnung des „Astral- und Ätherleibes der Seele“ und aus ihrem Stehenbleiben im physischen Leib voraus. Letzterer ist wiederum organisch in die 7-, 9- und 12-gliedrige Struktur des Menschen verwoben. Ohne den physischen Leib würden die beiden Strömungen frei fließen, deshalb wird das Bewusstsein, wenn der Mensch stirbt und keinen physischen und ätherischen Leib mehr hat, im Kamaloka von der astralen Strömung mitgerissen und bewegt sich von der Zukunft in die Vergangenheit. Diese Erscheinung kennen wir als das Anschauen des Panoramas des soeben verstrichenen Lebens.

In unserem Wachleben schnellen die beiden Strömungen jedoch gegeneinander und aus ihrer Synthese entsteht das Urteil, das im irdischen Bewusstsein vorhanden ist, aber keinen Bezug zu Zeit und Raum hat. Es ist ein Attribut des niederen Ich, das seinerseits in der Zeit lebt, aber eine zeitlose Bildung ist.

Im Menschen wirken zwei Impulse des Selbstbewusstseins – der eine steigt von den Höhen durch das höhere Ich herab und der andere – das niedere Ich – ist das Ergebnis der Verschmelzung von Evolution und Involution entlang der Ellipse der Waagerechten. Der Erstere befindet sich außerhalb von Raum und Zeit, und die Erschaffung des Letzteren wird gänzlich von Raum und Zeit bedingt. Der Mensch ist die ewige Gegenwart, der niemals endende Prozess von Augenblicken der Synthese  der aus Vergangenheit und Zukunft kommenden Impulse. Diese Synthesen werden entweder durch das von oben herab wirkende höhere Ich oder durch das von unten hinauf wirkende niedere Ich verwirklicht. Dies ruft eine senkrechte Metamorphose hervor, die „senkrecht“ zur Raum-Zeit-Metamorphose verläuft. Es ist keineswegs einfach, den irdischen Menschen zu erleben, der sich gleichzeitig in Raum und Zeit aufhält und auf dem Bogen der Evolution und Individualisierung in Zukunft und Vergangenheit bewegt, gleichzeitig auf der Senkrechten der Bewusstseinsstufen aufsteigend. In jedem Moment der Gegenwart wird er auf allen Stufen der evolutionären Metamorphosen gewoben!

In der Welt des Nichtseins geboren und handelnd, stützt sich das niedere Ich in seiner Evolution auf beide Seiten der Wirklichkeit – auf das Substrat und die Substanz. Aber einmal entstanden, wird es durch nichts vorausgesetzt und wird in Fausts Worten zu „allem“ – zum höheren Ich. Der Mensch ist verpflichtet, sich des Prozesses der Umwandlung des niederen Ich in das höhere, der Erhebung vom niederen zum höheren Bewusstsein bewusst zu werden, ohne sich auf augenblickliche Sprünge ohne vorher geschaffene Voraussetzungen zu verlassen. Mit einem Sprung kann man seine Vorstellungen ändern, aber nicht den Astral- und Ätherleib. Die Offenbarungen sind unterwegs empfangene Gaben, doch im Rahmen der normalen Entwicklung geht der Bewusstseinssprung mit dem Übergang in einen Traum- oder Trancezustand einher. Die gegenwärtige Initiation erfordert einen langen und umfassenden Weg der Vorbereitung, welcher im Wachbewusstsein zurückgelegt wird.

Aus dem bisher Gesagten geht hervor, dass wir den Raum anzusehen haben als natürlich-evolutionär – wenn wir das mehrgliedrige Wesen des Menschen als ein zeitliches Wesen und Gefäß Gottes meinen – und spirituell-evolutionär – wenn der Mensch das zeitliche Sein überwindet und gleichzeitig den dreidimensionalen Raum verlässt, um sich der Ewigkeit anzuschließen. Die Zeit haben wir auch auf zweierlei Weise betrachtet – als empirische Zeit, d.h. als die Zeit des Schaffens in der Natur, aus dem der Jahreskreislauf der Natur mit dem Menschen in ihm hervorgeht und als reine, geistige, substanzielle Zeit, die sich in den Früchten der Persönlichkeit ausdrückt, welche in die Zukunft und Vergangenheit einzudringen vermag. In der Involution durchströmen die astralen und ätherischen Strömungen, die entgegengesetzt sind, unsere verschiedenen Wesensglieder in eine Richtung, was den Übergang von der ätherisch-physischen Substanz im Astralen und ihre gegenseitige Metamorphose erleichtert. Im Prozess der individuellen Evolution, der im Wesentlichen nach dem Kommen Christi begann und sich darin ausdrückt, dass der Mensch opfervoll dasjenige abgibt, was er von den Hierarchien erhalten und selbst erarbeitet hat, fließen die beiden Strömungen in jedem seiner Wesensglieder in entgegengesetzte Richtungen. Dabei entsteht das Selbstbewusstsein, das sich selbst durch Erstarkung und Abschwächung in der Gegenwart voraussetzt. Und die Gegenwart als solche ist nicht präsent, denn sie ist ein ununterbrochener Prozess der Entstehung, der Bildung und verändert ihr Erscheinungsbild im Laufe der Zeitalter erheblich.

In der Mitte der atlantischen Wurzelrasse hatten das zeitliche (Chronos) und das räumliche (Zeus) Prinzip ihre äußerste Vollständigkeit in der materiellen (Chtonos) Form des Seins erreicht. Der Mensch begann sich aufzurichten, weil über ihm – wenn auch noch nicht individuell – die gesamte Fülle der dreieinigen Seele wirkte. In der Entwicklung der Religionen führte dies dazu, dass zuerst der dreieinige Gott verstanden wurde, der sich im dreidimensionalen Raum durch den Menschen spiegelte, welcher seinerseits nicht nur das Verhältnis von innen/außen, sondern auch von oben/unten und links/rechts erkannte. Die Grundlage für die Empfindung der Trinität liegt im alten Erleben des mit dem Sein verbundenen Raumes (daher beträgt die Zahl des Raumes 12), während das Erleben der Zeit durch die Seele, mit der die Bewegung auf dem Weg der Metamorphosen zusammenhängt, im Zeichen der Zahl 7 steht. Ein solches Erleben kennt ein Vorher und Nachher, was zu einem Gefühl der Widerspiegelung des einen Gottes als das Verhältnis des „vorherigen“ Göttlichen zum „nachfolgenden“ Nichtgöttlichen führt, wie dieses zuerst bei Platon, Aristoteles und den Gnostikern auftrat.

Der Monotheismus liegt dem alten Erleben der Zeit zugrunde und der Übergang zum Bekennen des dreieinigen Gottes dauert bis heute an – sowohl im Islam als auch unter Katholiken, Orthodoxen und Protestanten, für die der Gang der historischen Entwicklung nur ein Abfallen von Gott, aber keine evolutionäre Erhebung des Menschen vom Nichtgöttlichen der Gegenwart zum Göttlichen der Zukunft darstellt.

Die Zeit lebt zwar in der Bewegung, ohne jedoch selbst hier anwesend zu sein, deshalb können wir nur von einer Organisation in der Zeit sprechen, die von den Geistern des Zeitkreislaufs vollbracht wird. Einerseits neigt sie dazu, in die Ewigkeit aufzusteigen und ist daher die Offenbarung des Einen Gottes, andererseits überführt sie das Sein in den dreidimensionalen Raum, was wiederum die Offenbarung des dreieinigen Gottes ist. Beide Offenbarungen werden durch die Wirkung von 12 Arten von Wesen (die neun Hierarchien und ihre drei Nachkommen) in der unsichtbaren Welt vermittelt. Das bedeutet, dass die Ideenfülle der Welt ebenfalls zwölfgliedrig ist. Christus stieg diese Leiter von oben nach unten zur physischen Inkarnation hinab, wobei Er die Ankunft jenes Zeitalters abwartete, in dem beim Übergang vom mythologisch-bildhaften zum Ich-Selbstbewusstsein in einzelnen Vertretern der Menschheit (u.a. bei Paulus oder Dionysius dem Areopagit) die Verstandesseele sich bis zu einem gewissen Grade individualisiert, so dass sie das Wunder der Menschwerdung, des Todes und der Auferstehung Christi verstehen konnten. Christus kam nicht aus der Vergangenheit oder Zukunft, sondern von oben herab – aus der Gegenwart. Er durchdrang mit Seinem Welten-Ich die Leiber Jesu und verwandelte sie jeweils in Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen. Zum Schluss nahm Er nur die Ideenform aus dem physischen Leib, um sie mit dem direkten Licht Seines Lebensgeistes auszufüllen und mit der Auferstehung einen Formleib zu schaffen, der die Identität von Leben und Licht darstellt, in dem Sein makrokosmisches Ich lebt. Christus füllte das Ich des Menschen mit sich selbst aus und ebnete uns den Weg zu einem solchen höheren Ich, das nicht nur im gegenwärtigen Zyklus erschaffen wird, sondern selbst am nächsten Zyklus schon jetzt wirkt und den höchsten Plan Gottes erfüllt.

Der Erlöser stieg aus dem höheren Raum mit den Werten der Ewigkeit herab und brachte als der Geist des Raumes der irdischen Kultur etwas Räumliches – die nebeneinander als eine Seele in Beziehung zur anderen stehenden Menschen, ohne Abhängigkeit von den zeitlichen Beziehungen. Die luziferisierte Blutsverwandtschaft wurde durch das Prinzip der geistigen Brüderlichkeit ersetzt. Der Erlöser brachte keinen „Frieden“, sondern das „Schwert“ des Ich und Er wies uns auf den Weg zur Überwindung des Sündenfalls. Er brachte auch die reine, materielle, nicht durch die Trennung im Zyklus beeinträchtigte Zeit des Geistesmenschen, die auf dem alten Saturn in der Gestalt der Geister der Persönlichkeit geboren wurde.

Mit dem Eintritt in Jesus wurde das gesamte Wissen der Vergangenheit in einen Körper konzentriert und dies war die größte Involution, die uns den Weg zur Evolution geebnet hat. Christus hat ein einziges Mal den physischen Leib des Menschen zu einem reinen Geist gemacht, zu einer Persönlichkeit, zu einem Selbst, zu einem Geistesmenschen. Mit dem Mysterium von Golgatha verband Er unseren physischen Leib mit den Geistern der Persönlichkeit wie mit dem individuellen Geist des Menschen. Das ist die Vereinigung mit der substanziellen Zeit. Der Geistesmensch ist eine Synthese zwischen der Substanz des höheren Ich und der Zeit, deshalb durchdringt das Sein des durch Christus auferweckten  Geistesmenschen die gesamte Menschheit. Den Geistesmenschen zu meistern bedeutet, den Stoff in eine Substanz umzuwandeln und letztendlich Raum und Zeit zu besiegen, in denen die Evolution der Welt in sieben Äonen stattfindet.

Das Erkennen Christi steht nach dem Mysterium von Golgatha im Zeichen der Synthese zwischen Sein und Bewusstsein und nicht im Zeichen der Widerspiegelung, der Vielheit. Die Sugenblicke der Synthese zwischen den Strömungen aus Vergangenheit und Zukunft in der ewig fließenden Gegenwart bedeuten eine Aufhebung der Kraftspannung zwischen ihnen und einen Aufstieg des Menschen vom niederen zum höheren Ich, bei dem das Wissen über das Ich-bin Christi und dessen Verinnerlichung ständig größer werden. Dieses Wissen wird vom Heiligen Geist getragen. Er erhöht das Ich und die Zeit wird zu einer Persönlichkeit, zu einer individuellen Evolution, in der alles aus der real uns entgegenströmenden Zukunft kommt, die auf den Stufen der Form herabsteigt, um schließlich eine astrale Form anzunehmen. Nicht jedoch die astrale Form, die aus der Vergangenheit getragen wird, wo sie mit dem Ätherischen und dem Physischen verflochten ist, sondern das zukünftige Astrale, das mit dem Geistselbst kommt und auch Lebensgeist und Geistesmenschen in sich enthält. Dieses Astrale wird ‚plastischer Formzustand’ genannt und es wurde dem Menschen vom Heiligen Geist ermöglicht, der an Pfingsten herabströmte und aus der Zukunft und von den Höhen aus als ein höheres Ich wirkt, als ein für uns involutionäres Geistselbst, das in den räumlich-zeitlichen Prozess eintritt und ihn in einen Bewusstseinszustand verwandelt.

Das Erscheinen des Lebensgeistes in der Hülle des Geistselbst – das ist der „tröstende Geist“, der die Offenbarungen über Christus trägt. Aus der Kraft des Geistesmenschen in der Hülle des Geistselbst werden die Gedankenformen geboren. Sie sind geistige Wesen und in ihnen drückt sich die Gottähnlichkeit des Menschen aus. Und noch etwas: Dank dem Geistesmenschen, der aus dem Gebiet des höheren Devachan herabsteigt, können in der Sphäre des Geistselbst auch moralische Intuitionen erlebt werden, was erst nach dem Opfer Christi in der Zeitenwende, insbesondere aber nach dem Ende des Kali-Yuga möglich wurde. Im gegenwärtigen Zeitalter des Erzengels Michael können wir eine solche Erfahrung in ihrer höchsten Form als ein ‚Explodieren des Ich’ bezeichnen, das zum Gewahrwerden der erhabenen Wahrheitsidee „Ich bin Gott“ führt.

Was bedeutet es konkreter, vom eindimensionalen zum dreidimensionalen Raum herabzusteigen? Durch die Antwort können wir auch das Wesen des umgekehrten Prozesses des Aufstiegs zum Null- oder sogar zum Punktraum verstehen. In GA1[5] gibt Steiner folgendes Beispiel: In der ersten Dimension beziehe ich zwei konkrete Erscheinungselemente der Sinnenwelt aufeinander, z.B. zwei Menschen in Bezug auf die Freundschaft, die sie verbindet; In der zweiten Dimension beziehe ich diese räumlichen Bezüge selbst aufeinander. Ich habe eine Beziehung zwischen Beziehungen hergestellt, indem ich ein weiteres Menschenpaar vom Standpunkt der sie verbindenden Freundschaft betrachte. Nun gibt es zwei Begriffe für Freundschaft – a und b. Die konkreten Erscheinungen haben wir abgestreift, die konkreten Beziehungen sind geblieben. In der dritten Etappe beziehen wir die konkreten Beziehungen selbst räumlich aufeinander, d.h. wir sehen ganz von den konkreten Menschen ab und erhalten den Begriff der Freundschaft überhaupt. „Dann aber muß ich ganz dasselbe, was ich in der einen finde, in der zweiten wiederfinden“, setzt Steiner fort. Ich finde Beziehungen zwischen Ähnlichem und kann mit dem Begriff der Freundschaft an das Erforschen von so vielen Menschen herangehen, wie ich will und zum Schluss kommen, dass ich eine Einheit im allgemeinen Freundschaftsbegriff gefunden habe. Doch ich habe vom Standpunkt dieses Begriffes begonnen, zwei konkrete Menschen zu betrachten. Also kehre ich auf der dritten Stufe zur ersten zurück.

Wenn wir eine solche Operation mit dem Raum durchführen, stellen wir in der ersten Dimension ein Verhältnis zwischen zwei Wahrnehmungen der Sinne fest und entdecken nur hier etwas von der Kontemplation. In der ersten Dimension haben wir eine konkrete Vorstellung oder Wahrnehmung mit dem ihr immanenten Begriff. Alles andere ist eine Manifestation der gedanklichen Feststellung der äußersten Einheit von Objekten aus der Sinneswelt, ohne dass ihr inneres Wesen berührt wird. Gleichzeitig ist diese Einheit real, sie existiert und hat eine ähnliche Natur wie das denkende Bewusstsein, das zwar reflektierend ist, aber in ihm der Abglanz der übersinnlichen Realität spricht. Sie enthält die Selbstbewegung, sie ist dialektisch und kann später einige „organische“ Elemente in sich hereinbringen, sich aufgrund des Gesetzes der Metamorphose bewegen und eine Beziehung mit der Zeit eingehen. Dann bezeichnen wir die zweite Dimension als das Verhältnis (das eine Abstraktion ist) zweier konkreter Vorstellungen, während die dritte Dimension die Ideen-Einheit der Abstraktionen bildet. Aus dem kosmischen Bewusstsein entstand die biologische Form bzw. das biologische Sein, das fähig ist, sich aufzurichten (entspricht den Vorstellungen), zu sprechen (entspricht der Beziehung der Vorstellungen) und in sich Denken (entspricht der Ideeneinheit), Bewusstsein zu fassen. Diese Form ist der mehrgliedrige Mensch, durch den die göttliche Idee zu sich selbst zurückkehrt.

Der Mensch ist aus der Idee und in der Idee – dem dreidimensionalen Raum – geboren. Das Sein der Idee als Menschen (den dreidimensionalen Raum) schauen wir mit unseren physischen Augen an, aber die dreidimensionale Raumidee selbst ist ohne Sein nur dem denkenden menschlichen Bewusstsein zugänglich, das mit Hilfe des niederen und höheren Ich und des Christus bis in den Punktraum aufsteigen kann. In der Welt der unausgesprochenen Einheit des Einen Gottes entdeckt sich der Mensch als Ich = Ich, d.h. er erlebt: „Ich bin Gott.“ Dort ist das Bewusstsein Sein und das Sein – gleichzeitig Bewusstsein und alles Phänomenale, sogar geistig Phänomenale ist beseitigt.

In der Welt der Intuition finden wir diese Einheit in der Offenbarung des Einen Gottes, der Seiner Schöpfung in der Gestalt von drei Hypostasen zugewandt ist und Sein wichtigstes Vorrecht Christus überlassen hat. Dies ist die ausgesprochene Einheit von „Ich-bin“, die opfervoll als Nullraum manifestiert ist. Hier findet der Übergang des Zyklus ins Pralaya statt. Und als die Wesen das eigene Leben des Zyklus einleiteten, entstand der eindimensionale Raum, ein Ausdruck der Einheit der Ideen hinter jedem Sein im Manvantara. Wir können es mit Folgendem vergleichen: Alle unsere Organe haben ein Bewusstsein und wenn wir in dieses hineingehen, werden wir mit der Rückkehr zur Einheit im Ich-Bewusstsein den Anschein eines Übergangs vom zweidimensionalen zum eindimensionalen Raum haben. Der Verfasser dieser Zeilen erlebte das als die Offenbarung der Idee, dass „nach dem Mysterium von Golgatha alle Wesen im Universum die Liebe Christi atmen und in ihr leben und dass diese Liebe anders als die Liebe des Vaters ist“[6], weil der Erlöser in absoluter Freiheit das Licht des wahren Lebens von Gott brachte – das sich vom den Bedürfnissen des Zyklus angepassten Leben unterscheidet – und dieses durch Sein Opfer in Liebe verwandelte, die sogar den physischen Leib wiederbeleben und ihn in einen Geistesmenschen transformieren kann. Diese Erfahrung „verzeichnete“ die Rückkehr des erneuerten Palladiums – des „Werkzeugs“ des Pfingstgeistes, mit dem die Geheimnisse Christi nach Beginn der Zweiten Wiederkunft gelüftet werden können.

Das sinnliche Bild eines eindimensionalen Raumes auf der Erde ist nur das Mineralreich. In ihm fehlen das Leben und das Astrale, während der Geistesmensch danach strebt, alles in Kristalle zu verwandeln, auch den menschlichen physischen Leib, der als ein „durchsichtiger Diamant“ zumindest in seiner Form und Beständigkeit seinem Ideen-Urbild entsprechen soll. Der Kristall selbst ist ein indirekter Beweis nicht für den eindimensionalen Raum, sondern für den  ½-halbdimensionalem Raum, ohne dieser Raum selbst zu sein. Das Wichtigste im Mineralreich ist seine Ideen-Einheit, als ein systematisches, vollständiges Objekt ist es das gesamte physikalische Universum, das durch das Gesetz des universellen Gravitationspunktes vereint ist. In diesem Sinne kam die vorgenannte Offenbarung von der Sphäre zwischen dem eindimensionalen und dem Nullraum, in dem der besagte Übergang des Manvantara ins Pralaya stattfindet.

Das Pflanzenreich befindet sich im zweidimensionalen, genauer gesagt, im 1 ½-dimensionalen Raum, denn die Schwerkraft wird durch die Kraft des Wachstums in seiner Tendenz zum Aufrichten überwunden. Die Pflanze ist etwas Sonnenhaftes, aber unter den irdischen Bedingungen, deshalb wirkt in ihr das ätherisch-zeitliche Prinzip des ständigen Aufbaus und Übergangs.

Das Tierreich hat einen Astralleib und keimhaftes psychisches Leben, aber es kann sich ohne ein Ich nicht vollständig aufrichten. Deshalb existiert es in der zweiten Dimension, wobei es wegen seiner Empfindungen in eine partielle Beziehung mit der dritten Dimension eintritt, d.h. es existiert im  2 ½-dimensionalen Raum und ist nicht in der Lage, in seinem keimhaften Bewusstsein eine Idee hervorzubringen.

Wegen seines Ich lebt nur der Mensch in der dritten Dimension und kann sich auf den Bewusstseinsstufen zum Überbewusstsein erheben, wenn eine Idee in seinem Kopf entsteht. Die kugelförmige Gestalt unseres Kopfes wird durch die im Tierkreis vorherrschende zentripetale Tendenz zusammengehalten. Im Tierkreis strebt der Geistesmensch an, alles auf den Punkt des überweltlichen Raumes zusammenzuziehen. Wenn eine Idee in unserem Kopf entsteht, hat der Geistesmensch teilweise sein Ziel erreicht und bringt uns vom dreidimensionalen in den zweidimensionalen Raum zurück – die geistige Aufrichtung des Menschen hat begonnen.

Mit dem Übergang zur imaginativen Welt wurde die Sinneswahrnehmung aufgehoben, die darin verborgene Idee blieb jedoch bestehen. Das Verhältnis zwischen den drei kosmischen Prinzipienstrahlen bewegt sich hier auch in der Zeit, denn das geistige Leben des Menschen, sofern er eine Persönlichkeit ist, verläuft in der Zeit und die Zeit ist eine Persönlichkeit. Die Naturreiche unter uns leben nicht im dreidimensionalen Raum und kennen nicht einmal die Zeit. Sie kennen nur die Entwicklungszustände, die Entwicklungsetappen. Der Übergang zur Zweidimensionalität bedeutet nicht nur die Beseitigung einer Dimension, sondern auch die vollständige Umgruppierung der Kräfte, die die Dreidimensionalität bilden. Die „Verzerrung“ scheint in Richtung der Vierdimensionalität zu gehen, aber es ist gut zu wissen, dass sich dieses Phänomen in der entgegengesetzten Richtung manifestiert. Beim Abstieg durchlaufen die drei Strahlen der göttlichen Hypostasen eine alchemistische Metamorphose und manifestieren sich als die vier Elemente, die den ätherisch-stofflichen Ursprung der vier Naturreiche (einschließlich des Menschenreiches) darstellen. Die drei Naturreiche selbst sind ein Nebeneffekt des Übergangs zur Objektivierung des höheren Ich in das niedere Ich des Menschen. Das Ziel ist es, die Trinität in uns abzubilden und wir sind diejenigen, die die höhere Dreieinigkeit durch uns selbst in eine Vierfachheit, Fünffachheit (das Pentagramm), Sechsfachheit (das Symbol des Grals), Siebenfachheit (den Zyklus der Metamorphosen) metamorphosieren.

Im zweidimensionalen Raum wurde die Zeit unserer Anschauung als eine Reihe von räumlichen Bildern, Zuständen gegeben, in denen Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart als eine Reihe von nebeneinander gestellten Bildern existieren, d.h. hier kann der Raum angeschaut werden. Darin drückt sich die Anwesenheit des Astralen im Ätherischen bzw. umgekehrt aus. Das Ätherische entwickelt die Lebensform und das Astrale verleiht ihr das Aussehen eines stabilen Bewusstseinszustandes. Die Ereignisse, die nicht zu derselben Zeit stattfinden, befinden sich in keinen mittelbaren Wechselbeziehungen, was dem zweidimensionalen Raum „Umfang“ verleiht. Die Objekt-Subjekt-Beziehung wird aufbewahrt, jedoch in einer anderen Form. Die Ideen-Wahrnehmungen können in ihrer Einheit in Beziehung zueinander gebracht werden und dann wird ihr Wesen offenbar. Wir müssen immerhin wissen, dass die vollständige Einheit der Ideen erst nach einem Aufstieg ins höhere Devachan erreicht wird. In der Sinneswelt ist sie vom Menschen sehr schwer zu erreichen. Dem Verfasser dieses Vortrags wurde sie durch die Offenbarung eröffnet, dass „die Menschen heutzutage Christus nicht verstehen, weil sie sich selbst nicht als Götter erkennen“. Die zahlreichen Wahrnehmungen von Erfahrungen mit spirituellen Gemeinschaften haben sich zu einem übersinnlichen „Volumen“ angeordnet – zu der Idee, dass „Christus auf eine neue Art präsentiert werden muss“. Und diese neue Art wurde auf dem physischen Plan des dreidimensionalen Raumes durch die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts im Ich gesucht. Die lange Reise, die mit der Offenbarung von Ich = Ich begonnen und alle Bewusstseinsebenen durchlaufen hatte, führte zur Synthese und eröffnete somit jedem Menschen auf der Erde die Möglichkeit, selbst diese Reise zu machen, jedoch in entgegengesetzter Richtung – vom niederen Ich über das höhere Ich und Christus zu Gott.

Dieser große Aufstieg beginnt mit der Beherrschung der Logik des anschauenden Denkens, die uns zur Logik des imaginativen Denkens und zu den Imaginationen selbst führt. Die Imagination ist gleichsam das 13. Element im „Kollegium“ der 12 Kategorien, ohne selbst eine Kategorie zu sein. Sie gehört vielmehr zur ersten Stufe des höheren Überbewusstseins, in dem Bewusstsein und Sein zur Einheit werden und drückt durch sich die räumliche Präsenz des höheren Ich im niederen Ich aus, welches sonst nicht zu Gott, zum Außerräumlichen zurückfinden würde – so wie ohne das achte Element die Evolution nicht aus der ewigen Wiederholung in sieben Stufen herausgegangen wäre. Die achte Stufe beginnt jedoch nicht nach der siebten, die eigentlich die erste Stufe des neuen Zyklus bildet, sondern sie stellt das mysteriöse Intervall zwischen der sechsten und der siebten Stufe dar, das in die achte Stufe und in den Beginn des neuen Zyklus übergeht.

In der imaginativen Logik wird auf der sechsten Stufe die Idee individualisiert, sie scheint ihr Ich zu erlangen, und dieses Ich der Idee wird vom höheren Ich erfasst, um die gesamte logische Ordnung zu einer Synthese zu bringen, woraus auch die siebte (achte) Stufe hervorgeht. In mir hat die Idee von Ich = Ich ihr „Ich“ mit meiner entstandenen Absicht erhalten, Christus auf eine neue Art darzustellen, d.h. unter den neuen Bedingungen einen neuen Weg zu Seinem makrokosmischen Ich-bin und durch Ihn einen neuen Weg zur wesentlichen Erfahrung des menschlichen höheren Ich zu finden. Im mysteriösen Intervall zwischen der sechsten und siebten Stufe wurde die oben erwähnte moralische Technik – die Synthese – geboren. Sie ist das siebte abschließende Element der gesamten logischen Ordnung, die in anderen Vorlesungen detailliert dargelegt wurde. Gleichzeitig stellt sie den Ausgang zur achten Stufe dar, welche die Phänomenologie des menschlichen Geistes in den kosmischen hineinführt, wobei das Subjekt als ein gottähnliches Wesen, das  bewusst eine Metamorphose zu der anderen bringt und andere Wesen schafft, immer wichtiger wird.

Indem man Leben, Zeitpersönlichkeit oder das Prinzip der Metamorphose und das Opfern des niederen Ich in das Bewusstsein bringt, beginnt in unserer Bewusstseinsseele eine Durchchristung der natürlichen empirischen Zeit und wir erwachen zum ewigen Leben. Indem wir die sozialen Beziehungen durch geistige Brüderlichkeit durchchristen, durchchristen wir auch den „sozialen Raum“ – den geistigen Raum des Individuums -, in dem der bei dem Mysterium von Golgatha auferstande Geistesmensch wohnt. Beides wird mit der Synthese durchchristet, aber es sind umfangreiche Vorbereitungen erforderlich, um das wahre Wissen zu erlangen und das ethische Prinzip im tiefstmöglichen gegenwärtigen christlichen Sinne zu beleben. Es ist auch gut zu wissen, dass wir nicht zur Imagination aufsteigen, sondern mit Ehrfurcht auf ihr Herabkommen in die auf diese Weise vorbereitete Bewusstseinsseele warten.

Die Synthese ist nicht ein Weg zum geistigen Schauen schlechthin, sondern das rettende Mittel für die gesamte fünfte Kulturepoche der Bewusstseinsseele, in der wir zu einer neuen Bewusstseinsform gelangen müssen. Die Wirkungen dieses Mittels erstrecken sich im weiteren Verlauf des platonischen Jahres bis zu den nächsten Wurzelrassen, Formstufen, Lebensstufen und Äonen, in denen das höhere Ich den Vulkan-Zustand erreichen und sich auf sein grundlegendes Opfer vorbereiten wird, das den nächsten Evolutionszyklus in Gang setzen wird – den Zyklus des Heiligen Geistes. Solche hohen Bewusstseinssphären eröffnen sich dem spirituellen Blick eines Menschen, der die Bedeutung des von Bulgarien aus im Jahr 2000 ausgelösten Impulses wirklich versteht!

Im laufenden platonischen Jahr von 25920 Jahren ist unser Sonnensystem mit Beginn der fünften Wurzelrasse in das Gebiet der Tages-Tierkreiszeichen eingetreten, in denen das Geistige auf der Grundlage des Organischen entsteht.

Die Zeit hat den höheren Raum besiegt, der illusorisch wie die materielle Welt wurde, in der er einerseits in Form einer abstrakten Idee lebt und andererseits die Gestalt des mehrgliedrigen Menschenwesens angenommen hat. In ihm begann die Zeit in Form eines Geistes, einer Persönlichkeit zu leben, die ihrem Wesen nach transzendent ist und Inkarnationen unterliegt. Neben der Zwölffachheit hat die Zeit – das betonen wir noch einmal – einen zweiten Aspekt: ​​den Tag-Nacht-Aspekt, der aus 7 „Tagen“ des empirischen Lebens und 5 „Nächten“ des Transzendentalen, des Ewigen entsteht. Der irdische Mensch wurde als ein fünfgliedriges Subjekt aus vier Gruppenseelen erschaffen, die das Lamm, also Christus, zu einer höheren Einheit bringt.

Der Prozess, durch den die „Nacht“ (die Zeit, das Individuell-Geistige) den „Tag“ (den Raum, das Organische) zu besiegen begann, nahm ihren Lauf mit dem Übergang zum begrifflichen Denken. Dieses Denken erhält Leben auf Kosten des Absterbens der Materie in unserem Nervensystem und wird mit dem Rückzug des Manvantara ins Pralaya enden. Das wird seinerseits das Ergebnis des Sieges des höheren Raumes über die empirische Zeit sein. In der gegenwärtigen Wurzelrasse durchlaufen wir die Beziehung 7 zu 5 – zuerst als Phänomenologie des kosmischen Geistes, dann wird das höhere Ich im niederen Ich geboren und es folgt die Synthese des Seins mit dem Anderssein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine vollständige Synthese nur im Pralaya möglich ist, das wie die Ich-Entwicklung auf der Senkrechten des Seins entsteht.

Am Ende dieser Wurzelrasse wird die Entwicklung des individuellen menschlichen Geistes eine starke Tendenz erhalten, die empirische Zeit zu verlassen, so dass die nächste Wurzelrasse das Verhältnis von 5 zu 7 haben wird. Ihre Kulturepochen werden in das nächste platonische Jahr und in die Sphäre der Tages-Tierkreiszeichen übergehen, in denen die Phänomenologie des menschlichen Geistes innerhalb des kosmischen Geistes in voller Ausprägung zur Geltung kommen wird. Jenem Zustand des menschlichen Geistes wird die freie Bewegung in der Zeit von der Vergangenheit in die Zukunft und zurück eigen sein. Die Zeit wird zu einer Reihe von räumlichen Bildern des vergangenen Lebens und der Zukunft werden und der Mensch wird sie beeinflussen können. Die Vergangenheit wird allmählich auf einer bewussten (nicht materiellen) Ebene metamorphosiert zu seiner Zukunft werden. Der Geist der menschlichen Persönlichkeit wird in den zweidimensionalen imaginativen Raum zurückkehren und die Illusion der dreidimensionalen Welt wird vergehen, ohne dass dies einen Übergang in den Pralaya-Zustand bedeutet.

Die Einheit von Sein und Bewusstsein beim Übergang zu einer neuen Wurzelrasse bedeutet nur, signifikante Änderungen in der Beziehung zwischen beiden vorzunehmen. Mit dem Übergang zum Phänomen des imaginativen Denkens bleibt diese Beziehung unter den Bedingungen der räumlich-zeitlichen Welt existieren, aber sie bewegt sich gleichzeitig auf der Senkrechten des Weltdualismus in Richtung der Einheit. Wir brauchen ein neues Bewusstsein, das nicht aus Evolution und Involution entsteht, sondern aus etwas anderem, aus der Schöpfung aus dem Nichts. Hier geht es um den Impuls von oben, von der ewigen (aber nicht verewigten) Gegenwart, und das ist der Sinn des Ich-Wachstums.

Heutzutage lässt sich die Trauer nach dem Geist, nach dem höheren Ich nicht mit Philosophie oder Kunst stillen, egal wie erhaben sie sein mögen, sondern nur mit jenem esoterischen Christentum, das dem Zeitgeist angemessen ist. Der jetzige Regent der 1879 eingeleiteten Unterepoche der fünften Kulturepoche ist Michael. Aufgrund seiner Ich-Herkunft ist er ein Erzengel, der aber jetzt die Fähigkeit besitzt, seine Aufgaben von der Position eines Archen aus zu erfüllen. Durch die Erzengel, mit denen (und insbesondere mit Michael) Christus eine enge Beziehung hat, treten die Geister der Zeit in Verbindung mit dem Raum, aus dem der Mensch als ein Mikrokosmos hervorgegangen ist, der in sich selbst und aus sich selbst den dreidimensionalen Raum hervorbringt.

Die Erzengel drücken aber auch die Fähigkeit der Archai aus, das Entstehen des individuellen Geistes in der Zeit zu bewirken, was zur Überwindung der Zeit vom höheren Raum aus und zum Entstehen des Zustandes des Pralaya führt, der bereits im materiellen Sein als individueller Geist vorhanden ist. Im dreidimensionalen Raum lebt das Ich, das aber seinem Wesen nach als eine Widerspiegelung des höheren Ich-Subjekts zum Pralaya gehört. Dieses Sein des Subjekts entfaltet sich in einer Reihe persönlicher Zustände, die das Erleben des Zeitlaufs ergeben.

Nachdem das fünfgliedrige Subjekt-Wesen im siebengliedrigen Wesen des dreidimensionalen Raumes Erfahrungen erlangt hat, kehrt es zum absoluten Subjekt ins Pralaya zurück. Als ein Gesamtwesen aus Leib, Seele und Geist deckt der Mensch den gesamten Evolutionszyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkans mit sich selbst ab und ist im räumlich-zeitlichen Sein nur ein kleiner Teil, ein Fragment von sich selbst, das aber die größten Erfahrungen des Selbstseins hat.

Im jetzigen Zeitalter des Erzengels Michael mit seinen Möglichkeiten als Zeitgeist ist der Zeitpunkt, um den Übergang von der dreidimensionalen Raumidee und unserem zeitlichen Sein zur Zeitpersönlichkeit, zur Ewigkeit einzuleiten. Als eine Brücke zwischen Leib und Ich kann die Seele, die von den paulinischen Worten „Nicht ich, sondern Christus in mir“ geleitet wird, im Gegensatz zum Gang der objektiven Evolution sich selbst als ein zeitliches und sogar überzeitliches Wesen in die Entwicklung stellen und vom niederen zum höheren Ich aufsteigen. Durch diesen Prozess wird der Mensch zu einer Art „Zeitgeist“, zu einer Persönlichkeit, die mit sich selbst die Zeit verkörpert und die Zeit ist zu einem Phänomen seiner Persönlichkeit, seines höheren Ich geworden. Wir können nicht umhin, uns an die tiefen Einsichten des bulgarischen Freiheitskämpfers Vassil Levski zu erinnern, die er bereits vor dem Anbruch des Michael-Zeitalters ausgesprochen hat: „Die Zeit ist in uns und wir sind in der Zeit. Sie wendet uns um und wir wenden sie um.“[7] Michael ist das Tages-Antlitz Christi, das uns zur „Nacht“ des Pralaya-Bewusstseins führt, nachdem wir zu einem Ich geworden sind, das Offenbarungen dieser „Nacht“ völlig bewusst empfangen und sein Bewusstsein sogar auf den nächsten Entwicklungszyklus vorbereiten kann. Christus findet in Seinem Verweilen in unserem Zyklus den Sinn, den nächsten Zyklus vorzubereiten. Der Weg zu Michael geht durch die Synthese und nur sie kann uns den Erlöser als den Herrn des höheren Raumes, als den Träger des uranfänglichen Ich-Prinzips offenbaren, dessen Verinnerlichung dem ganzen irdischen Äon den Sinn gibt. Das ist das esoterische Christentum der Gegenwart und Zukunft, das ist das große Christentum des Heiligen Geistes, das wir heute so dringend brauchen! Wenn dieses Christentum im Ich nicht anwesend ist, wird der Mensch machtlos gegen Ahriman sein, der bereits kommt!

 

[1] Über Boris Georgiev vgl. die Vorlesung Der Aufstieg des Ewig-Weiblichen

[2] Vgl. folgenden Artikel https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/geschichte/albert-einstein-relativ-unglaeubig/1233610.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F (abgerufen am 6.1.2020)

[3] Vgl. GA 45, Kapitel V, S. 57.

[4] Vgl. GA 115

[5] Vgl. GA 1, S. 292

[6] Vgl. die Vorlesung vom 12.09.2010 Offenbarung

[7] ‚Umwenden‘ ist im Sinne von umwandeln zu verstehen.

Das außergewöhnliche Leben des Meisters

Vlad Paschov (1902-1974), einer der engsten Schüler Beinsa Dounos, sammelte im Laufe von mehreren Jahrzehnten Erinnerungen an wundertätige Ereignisse, über die ihm verschiedene Augenzeugen berichtet haben. Aus diesen Berichten entstand sein Buch „Das außergewöhnliche Leben des Meisters Petar Danov. Augenzeugenberichte“[1]. Der folgende Text Paschovs stellt das Vorwort dar.

„Wenn wir über die okkulte Seite des Lebens und der Phänomene sprechen, meinen wir das, was vom Überbewusstsein kommt. Es gibt zwei Wesensarten in der Natur: eine äußere, die durch Bewusstsein und Selbstbewusstsein bedingt wird; und eine verborgene innere, die durch das Unterbewusstsein und das Überbewusstsein bestimmt wird. Bewusstsein und Selbstbewusstsein sind die Pole im gewöhnlichen Leben des gegenwärtigen Menschen, während Unterbewusstsein und Überbewusstsein dem göttlichen Leben eigen sind. Der Meister verband das Bewusstsein mit dem Herzen und das Selbstbewusstsein mit dem Verstand, das Unterbewusstsein mit der Seele und das Überbewusstsein mit dem Geist. Jedes Bewusstsein steht in Verbindung mit bestimmten Kräften oder ist ihre Quelle. Das Überbewusstsein ist kosmisch und wirkt mit mächtigen Kräften zusammen. Für den Menschen des Selbstbewusstseins befindet sich die Beziehung zu ihnen in einem Schlafzustand, sie manifestiert sich jedoch im Menschen mit kosmischem Bewusstsein.

Das kosmische Bewusstsein ist der Schritt, welcher der Entwicklung des Selbstbewusstseins folgt. Wie sich der Unterschied gestaltet zwischen dem Bewusstsein, in dem die Tiere leben, und dem Selbstbewusstsein, in dem der Mensch lebt, so ist der Unterschied zwischen dem Selbstbewusstsein, in dem der moderne Mensch existiert, und dem Überbewusstsein. Wie die Fähigkeiten der Tiere im Vergleich zu Menschen sind, so sind die Möglichkeiten der Menschen in Bezug im Vergleich zu einem Wesen mit kosmischem Bewusstsein. Was für das kosmische Bewusstsein möglich, aber für das Selbstbewusstsein unzugänglich ist, bildet den Bereich der okkulten Phänomene. Als der Meister Kräfte manifestierte, die aus dem Überbewusstsein entstehen, waren für ihn Dinge möglich, die wir als Wunder betrachten. Und für die Kraft des kosmischen Bewusstseins sind sie in Wirklichkeit objektive, reale und natürliche Phänomene.

Der Meister sagte: „Wenn ich mit Menschen zusammen bin, benehme ich mich wie sie. Aber wenn ich allein in der Natur bin, brauche ich nur eine Handbewegung zu machen und ein paar spezielle Worte auszusprechen und vor mir erscheint das, was ich wünsche, was ich brauche. Ich möchte eine Verschnaufpause einlegen, und ein Zelt mit einem Bett und einem Tisch erscheint vor mir, auf dem frisches Weizenbrot und schöne Früchte serviert sind, die ich mir wünsche. Wenn ich gegessen und mich ausgeruht habe, mache ich wieder bestimmte Bewegungen und sage bestimmte Worte – das Zelt verschwindet samt Inhalt.“

Für das kosmische Bewusstsein sind das natürliche Handlungen, denn alles in unserer Welt ist nur ein Schatten dessen, was in der vierdimensionalen Welt existiert, in der sich die kosmischen Möglichkeiten manifestieren. Der Mensch des kosmischen Bewusstseins kann lange Distanzen überwinden und gleichzeitig an vielen Orten in verschiedenen Teilen der Erde erscheinen. Er kann hier und in der gleichen Zeit in Amerika, Russland, Indien usw. sein. Der Meister pflegte zu sagen: „Ich bin nicht im Leib, mein Leib ist nur ein Rednerpult, von dem aus ich spreche.“ Er sagte weiter: „Ich kann sichtbar und unsichtbar werden, wann ich will. Ich kann aus dem Leib herausgehen und in ihn wieder eingehen, wann immer ich wünsche. Ich möchte auch euch diese Kunst beibringen.“ Viele solcher Beispiele aus seinem Leben gibt es. Der Meister erinnerte uns daran, dass Christus auch diese Kunst beherrschte: „Als sie Christus ins Grab legten, zerstückelte Er seinen Körper und verschwand, und als Er dann seinen Jüngern erschien, baute Er ihn wieder zusammen.“

Jemand, der sichtbar und unsichtbar werden kann, ist Herr über den Tod. Und wenn er trotzdem durch die Tür des Todes geht, dann macht er dies, um die Menschen um sich herum nicht zu verführen und die ihm Nahestehenden vor der Regierung und Gesellschaft nicht zu diskreditieren. Schließlich tritt er durch die Tür des Todes und erleichtert den Weg der einfachen Menschen, da er den Tod selbst erzieht. Denn auch der Tod ist ein lebendiges Wesen. Ging Christus nicht durch die Tür des Todes in die Hölle hinunter, um die Tür der Hölle zu öffnen und alle Sünder von dort auszuführen? So heißt es ja in der Schrift. Dabei erteilte der Meister dem Tod eine Lektion und zeigte ihm, dass er stärker war. Er behauptete auch, dass ein Heiliger und ein Meister nicht im Grab bleiben würden. Wenn die Erde den Sarg bedeckt, entmaterialisieren sie ihren Leib, der nicht dem Leib einer durchschnittlichen Person entspricht.

Ihr Körper sieht nur gewöhnlich aus, tatsächlich ist er eine kondensierte Kraft des Geistes. Der Meister sagte Folgendes: „Lasst uns einen Versuch machen: Ihr werdet mich ins Grab legen und wenn ihr mich dort nach einer Weile findet, bin ich überhaupt kein Meister. Wenn ich euch ins Grab lege und euch nach einer Weile dort finde, seid ihr auch keine Schüler.“ Er war Herr des Lebens und des Todes.

Der Meister sagte mehrmals: „Meine Lehre ist ohne Form und ohne Dogma. Meine Lehre ist Wissenschaft und Religion.“ Die Fakten zeigen, dass er kein abstrakter Philosoph war, sondern eine Person des realen Lebens, welches im gesamten Kosmos pulsiert, schafft und ewig erneuert. Über den Meister kann gesagt werden: „Wissen heißt können.“ Die Informationen, die ich in diesem Buch anbiete, machen deutlich, dass er nicht nur Wissen besaß, was er durch sein Wort bewiesen hat, sondern auch Können. Das kann nur derjenige, der das gelebte, lebendige Wissen besitzt.

Alle Fakten, Ereignisse und Phänomene auf den folgenden Seiten wurden mir von denen erzählt, die sie beobachtet und erlebt haben. Alles ist real, wir haben nichts erfunden. Die Phänomene und Ereignisse im Leben des Meisters zeigen uns, dass wir vor einem hohen spirituellen Wesen stehen, das die göttliche Welt auf die Erde heruntergeholt hat. Der Meister hatte kein persönliches Leben, sein Leben unter uns war der Ausdruck des kosmischen Seins. Er sagte: „Der ganze Himmel steht hinter mir. Und das Wort, das ich zu euch spreche, ist nicht meins, es ist das Wort der Wesen, die  hinter mir stehen und es gibt derer nicht wenige, sondern Tausende und Millionen. Das sind die Ideen des Gottes, der das ganze Universum ausfüllt.“

Es gibt viele Fälle und Tatsachen aus dem Leben des Meisters, die von seinen Fähigkeiten eines großen Eingeweihten, eines Mannes Zeugnis ablegen, für den es keine unmöglichen Dinge gibt. Das Auge des Meisters war für jedes Unheil und jede Freude, für alle menschlichen Handlungen wach. Er durchdrang das ganze menschliche Leben und trug es, sozusagen, in sich, er erlebte es und half damit allen, die litten. Der Meister warnte und half dort, wo das karmische Gesetz dies erlaubte. Es gibt nämlich Fälle, in denen man ein bestimmtes Leiden erleben, eine Prüfung bestehen soll. In diesem Fall griff er nicht ein, selbst wenn jemand mit seinem Leben bezahlen könnte, denn das ist eine Erfahrung, aus der man etwas lernen, bestimmtes Wissen erwerben soll. Und für den Meister und den Schüler seiner Schule war die Erfahrung die Grundlage des Wissens.

So wie es für die Sonne selbstverständlich ist, dass sie scheint und wärmt, so war es auch für den Meister selbstverständlich zu helfen, wenn das notwendig war – zum Beispiel in verschiedener Weise  zu heilen. Für ihn war es nicht notwendig, den Kranken zu sehen um die Diagnose zu bestimmen, denn sein kosmisches Bewusstsein durchdrang und beherrschte den gesamten Raum. Daher konnte er mit nur einem Blick, mit einer Geste Krankheiten heilen, welche die Ärzte für unheilbar erklärt hatten.

Der Meister konnte den Elementen befehlen, die Naturphänomene verändern und sie in eine andere Richtung lenken, wozu er in Verbindung mit den Lebewesen trat, die hinter diesen Phänomenen standen. Die Naturphänomene wie Regen, Sturm, Hagel, Schnee, Dürre, Erdbeben, vulkanische Aktivität usw. sind keine mechanischen Prozesse, sondern das Ergebnis der Tätigkeit bestimmter intelligenter Wesen und derjenige, der sich mit ihnen verbinden kann, vermag manche Ereignisse aufzuheben oder zu verschieben. Aber der Meister lehrte auch, dass jeder Mensch mit seinem Gedanken, mit seinem Leben ebenfalls auf die Naturgewalten einwirkt.

Der Meister war ein Magier von höchstem Rang, denn er hatte die Kräfte der Natur zur Verfügung, um den Willen Gottes zu erfüllen, zum Wohle sowohl des Einzelnen als auch der gesamten Menschheit. Er war ein Hellseher der höchstmöglichen Stufe, der nicht nur alles um sich herum sah, sondern alles, was auf der ganzen Erde und im ganzen Kosmos geschah, er sah in die Vergangenheit und in die Zukunft.

Als ich diese Erinnerungen an Erscheinungen und Ereignisse sammelte, stieß ich auf die Tatsache , dass alle Menschen, die mit dem Meister in Berührung kamen, seine Kraft, sein Wissen, seine Liebe , seine Beziehung mit dem Himmel, seine Hellsichtigkeit, seine magische Kraft in verschiedensten Formen erlebten. Die Kranken erlebten sie, als der Meister ihnen zur Heilung verhalf. Diejenigen, die den falschen Weg in ihrem Leben eingeschlagen hatten – indem sie die richtige Richtung fanden; Menschen, welche die Realität der spirituellen Welt anzweifelten, erlebten sie durch spirituelle Erfahrungen. Diejenigen, deren physisches Leben in Gefahr geriet, erlebten sie durch blitzschnelle Hilfe, nachdem sie ihren Gedanken zum Meister gerichtet hatten. Und wenn man alle Zeugnisse, Erscheinungen und Ereignisse aus dem okkulten Leben des Meisters zusammentragen könnte, würde ich wie der Apostel Johannes sagen: „Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eins nach dem andern geschrieben werden, achte ich, die Welt würde die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.“(Joh. 21:25)

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