• Kaspar Hauser und das Mysterium von  Golgatha                                    

Vorlesung des bulgarischen Anthroposophen Dimitar Mangurov,

gehalten am 27.03.2016 in Varna

 

Link zur Vorlesung in bulgarischer Sprache

Gebet: Herr Jesus Christus, wir danken dir für das große Opfer, mit dem du uns die Möglichkeit gegeben hast, die Hierarchie der Freiheit und Liebe zu werden. Amen

Unser heutiges Thema findet wie bestellt am wichtigsten Tag statt, dem größten Tag nicht nur im ganzen Jahr, sondern auch in der ganzen Schöpfung. Da nun mehr Menschen diese Videos schauen, werden wir erläutern, warum heute, am 27.04., der Ostersonntag ist und nicht am 01. Mai, wie die orthodoxe Kirche Ostern datiert. Einmal fiel das orthodoxe Ostern sogar auf den 05. Mai, fast am Georgstag, was einfach lächerlich ist.

An der Bestimmung des Ostertages nehmen jährlich die neun Hierarchien von Engeln bis Seraphim teil und das Datum wird im Himmel verlautbart. Wir wissen, dass das Frühlingsäquinoktium immer noch im Sternzeichen Fische um den 21.03. erscheint und noch in weiter Zukunft erscheinen wird. Das ist die Wirkungssphäre der ersten Hierarchie Throne, Herubim und Seraphim, die Sternsphäre. Danach kommt der Vollmond, der vor ein paar Tagen stattfand, was die Wirkungssphäre der dritten Hierarchie ist, Engel, Erzengel und Archai und danach kommt der Sonntag nach dem Vollmond, nämlich heute, Ostersonntag, die Sonnensphäre, die Wirkungssphäre des Sohnes, d.h der Herrschaften, Mächte und Gewalten. So wird jedes Jahr Ostern nicht nach katholischer oder orthodoxer, sondern nach der esoterischen christlichen Tradition bestimmt, die die eingeweihten Katholiken kennen. So kommt es, dass der katholische Ostertag richtig datiert wird im Unterschied zum Orthodoxen.

Indem Christus mit seinem Opfer nicht nur die Regeln auf der Erde, sondern auch den seelische Gliederung des Menschen änderte, erhob er alle Hierarchien, damit sie neue Aufgaben erfüllen können. Die ersten Drei, Throne, Cherubim und Seraphim bekamen neue Möglichkeiten. Dieses Opfer Christi hat Konsequenzen nicht nur für die Erde, da sich das Verhältnis zwischen den drei Hypostasen in der Dreifalt geändert hat. Es führt zu Veränderungen auf allen sinnlichen und übersinnlichen Ebenen des Daseins, die die Eingeweihten kennen. Das ist der Schnittpunkt aller Zyklen, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Deshalb freue ich mich auf die heutige Vorlesung und habe mit so viel Begeisterung an diesem Thema gearbeitet.

Nachdem wir das letzte Thema abgeschlossen hatten, kam Stella Ruskova auf mich zu und meinte, ich solle über das Golgatha reden. Ich habe geantwortet, dass ich meine Vorlesungen nicht per Auftrag mache, aber ich werde sehen, was mir so bis zum 10., 12. 03. kommt. Sie meinte, du weißt nie, was zu dir kommen kann und woher. Zwei oder drei Tage später hatte ich mich schon entschlossen, worüber ich reden wollte und noch ein oder zwei Tage danach kam die Offenbarung, die dieser ganzen Vorlesung den Sinn gab. Genauer genommen waren es drei Offenbarungen in diesem Monat und alle drei sind im Sinne dieser Vorlesung. Als ich daran arbeitete, begann ich mit der Einstellung jener Offenbarung, die am 04.03. kam, die nicht zufällig damals kam. Am Ende der Vorlesung werde ich eine Tatsache erwähnen, die zwölf Jahre zurückliegt. In zwei oder drei Stunden werden die drei Offenbarungen kundgetan als Quintessenz dieser Vorlesung.

Unser Thema ist wirklich sehr umfangreich und ich habe zu meinem Bruder gesagt, ich möchte mich in das Leben von Kaspar Hauser eintauchen und schauen, was daraus kommt. Was kam, ist wirklich sehr aufregend und das wird uns zum aufregendsten Augenblick der Menschengeschichte führen.

Die letzte Vorlesung habe ich mit den Worten Steiners begonnen, die er am 03.03. 1925 zum Grafen Polzer-Hoditz gesagt haben soll, weniger als einen Monat vor seinem Wegscheiden. Diese Worte Steiners habe ich in Prokofieffs Buch „Die geistigen Quellen Osteuropas und die zukünftigen Gralsmysterien“ gefunden.

Die Erfüllung dieses Auftrags solle wichtige Bedeutung für die Zukunft haben. Aber nachdem ich das Original bei Steiner gefunden habe, habe ich festgestellt, dass dieses etwas anders lautet als bei Prokofieff. Es ist wichtig das zu erläutern. Die genauen Worte Steiners lauten:

“ Dann sprachen wir über die Bestrebungen römischer und westlicher Logen und mit größtem Ernst betonte Herr Doktor, dass drei Aufgaben zu lösen seien, deren Ergebnisse für die Zukunft von ganz besonderer Wichtigkeit seien:

  1. Die Frage nach der beiden Johanessen
  2. Wer war Demetrius?
  3. Woher kam Kaspar Hauser?

Bei allen Fragen ist es besonders wichtig, dass man sich nicht auf den Tod, sondern auf die Geburt konzentriert. Woher kamen sie und mit welchen Aufgaben? Die Individualität, die hinter Kaspar Hauser steckt, ist ein Wesen, das von Anfang an inspirierend auf das Rosenkreuzertum gewirkt hat und dann am 29.09.1812 als der Sohn des Badener Großherzogs Karl und seiner Frau Stephanie de Beauharnais inkarnierte. Er hatte eine wichtige Mission für das esoterische Christentum“.

Genau das Gegenteil bei Prokofieff: Es sei völlig unwesentlich, wer Pseudodimitri und Kaspar Hauser waren, da dies uns von den wirklichen Ereignissen ablenkt. Uns muss interessieren nicht wer sie waren, sondern was durch sie gewollt war, denn in einer solchen Blickrichtung werden wir stets einen Schlüssel zum Verständnis finden mancher Schwierigkeiten.

Beim ersten Lesen dieser Worte sieht man, dass im Kontext des Gespräches zwischen Steiner und Graf Polzer-Hoditz die westlichen okkulten Logen und die Jesuiten standen.  In diesem Zusammenhang teilte er sogar mit, wann Kaspar Hauser geboren wurde und wer er war, wessen Sohn er war. Prokofieff sagt in seinem Buch, dass Steiner offensichtlich Dimitri und nicht Pseudodimitri meinte, obwohl Steiner genau Pseudodimitri meinte, denn es geht um die Manipulationen dieser Logen. Über den Pseudodimitri selbst gibt es viele Informationen, deshalb ist für Prokofieff  Dimitri und die Aufgaben, die das russische Volk durch ihn lösen musste, nämlich den Übergang zur Verstandesseele in der fünften Kulturepoche und nicht in der vierten, wo das russische Volk auf der Ebene der Sinnesseele war, während die anderen Völker auf der Ebene der Verstandesseele waren und zur Bewusstseinsseele übergehen mussten. So oder so hatte auch der letzte russische Muschik nach dem 15. Jahrhundert seine kosmische Intelligenz und unterschied sich qualitativ von der egyptisch-haldäischen Epoche. Wenn wir heute also über Menschen sprechen, die auf der Ebene der Verstandesseele sind, müssen wir bedenken, dass diese eine eingebaute kosmische Intelligenz besitzen, Menschen auf der Ebene der Sinnesseele haben auch eine eingebaute kosmische Intelligenz, sogar die letzten Papua. Eine andere Frage ist es, ob der Mensch diese arbeiten lässt. Bei jedem Menschen, jedem Volk oder jeder Rasse müssen wir bedenken, wie sich die seelischen Voraussetzungen erfüllen. Das russische Volk sollte zur Verstandesseele überzugehen und Dimitri hatte eine damit verbundene Aufgabe. Der Pseudodimtiri wurde vorbereitet von den Jesuiten durch ihre okkulte Methoden der Einweihung in den Willen, die Steiner erst 1911 beleuchtet hat (Gewaltausübung auf den Willen). Damit wurde jenem Kind eingeflößt, dass es Dimitri sei und als der Augenblick kam nach der Exekution des richtigen Dimitri, des letzen Erben Rjuriks, kam er nach Russland und mit ihm sollte der Jesuitismus, d.h. der Katholizismus als Jesuitismus in dieses Volk eingehen, das ein immenses geistiges Potenzial für die Zukunft und die sechste Kulturepoche hat mit den Gralsmysterien. Dieses Potenzial sollte für die Zwecke des römischen Jesuitismus eingespannt werden. So wurde der Pseudodimitri zum betrogenen Betrüger. Er wurde betrogen, wer er ist und dann betrog er die anderen. Sein Schicksal war tragisch und nach seinem Tod ging die Entwicklung des russischen Volkes in eine völlig falsche Richtung  zum Imperialismus und Militarismus bis zum heutigen Tage.

Die Offenbarung, die Mitte dieses Monats kam, bestätigt das, was ich letztes Mal und schon öfter gesagt habe, dass das Geschlecht Rjurik, das die Staatlichkeit des russischen Volkes gegeben und es organisiert hat, von den kimmerischen Bulgaren stammt und sie lautete: Mit der Ermordung des Dimitri wurde das russische Volkes von seiner bulgarischen Wurzel abgetrennt. Das ist der Wortlaut der Aussage der geistigen Welt. Sie bezeugt, dass mit der Ermordung dieses Kindes das ganze Rjurikgeschlecht liquidiert wurde. Das habe ich zuerst gesagt, dann wurde es mir von der geistigen Welt bestätigt. Warum sage ich das? Jeder Anthroposoph, der die okkulte Geschichte des russischen Volkes betrachtet, die im Bezug auf die Zukunft sehr interessant ist, stützt sich auf Steiners Worte, dass Normannen aus Skandinavien kamen bzw. im weiteren Sinne das Germanentum als der Träger des Ich-Impulses, um diesen Impuls in das russische Volk einzuführen und seine Staatlichkeit zu organisieren. Es waren aber keine Normannen, sondern die authentischen Träger des Ich-Impulses selbst, nämlich die Bulgaren. Prokofieff, der auch diesen Weg geht beim Suchen der geistigen Quellen seines Volkes, fiel nicht ein, dass die Bulgaren hier eine wesentliche Rolle gespielt haben. Alles von Boris I. dem Täufer (dem Zaren Boris Michail, Anm. des Übersetzers) ab wurde ihnen von den Bulgaren gegeben, was auch der letzte russische Patriarch bestätigte. Die russische Geschichte entwickelte sich parallel zu der bulgarischen Geschichte.(Ich möchte alle warnen, die die nun laufenden Fernsehsendungen über die bulgarischen Mysterien sehen, dass die okkulten Quellen verschleiert werden, denn niemand von denen, die über das bulgarische Mysterium reden, versteht etwas von esoterischem Christentum. Hier mischt sich Ahriman ein, hier soll man selbst herausfinden, worum es geht. Diejenigen, die über die Bogomilen reden, verstehen weder das Bogomilentum noch das Christentum.)

Hat Prokofieff nun einen Fehler begangen mit der Verdrehung der Worte Steiners?  Ohne Zweifel bleibt die Frage, wer Dimitri war, wessen Geistes Inkarnation er war. Diese Frage bleibt bestehen. Heute gehen wir auf die Frage ein, wer Kaspar Hauser war. Prokofieff können wir sehr dankbar sein für alles, was er auf dem Gebiet der Christologie und der geistigen Hierarchien getan hat. Von allen Anthroposophen ist er in diese Frage am weitesten eingedrungen. Aber man muss auch diese Ungereimtheiten erwähnen. Eine russische Anthroposophin hat sich die Mühe gemacht, Prokofieffs Bücher zu prüfen – jeder, der seine Bücher gelesen hat, weiß dass es am Ende ein riesengroßes Register gibt mit verwendeter Literatur. Ihr ist aufgefallen, dass Prokofieff an manchen Stellen den Sinn der Worte Steiners variiert, um seine These zu beweisen. Andere Anthroposophen bemängelten, dass Prokofieffs Verzeichnis verwendeter Literatur, teilweise bis zu einem Viertel des ganzen Buches umfassend, viel zu umfangreich sei. Nun, die westlichen Anthroposophen können den Gedankenkosmos Prokofieffs nicht umfassen, über den Seja Zimmermann auf der Konferenz 2014 sagte, dass er immens ist. Ich hatte keine Probleme mit diesem Verzeichnis, für mich war es ein ausgezeichnetes Hilfsmittel. Soviel ich weiß, hat Prokofieff in seinen späteren Büchern dieses Verzeichnis stark reduziert und Steiner teilweise aus dem Gedächtnis zitiert. Die wahre Ursache, warum Prokofieff gezwungen war, sich die Mühe mit dem Verzeichnis zu sparen, war dass die westlichen Anthroposophen kein geistiges Potenzial für Anthroposophie besitzen. Es mussten Bondarev und Prokofieff aus dem Osten kommen, um ihnen vorzuführen, was geistiges Potenzial bedeutet. Wer solches besitzt, freut sich über Prokofieffs Bücher und ist ihm tief dankbar.

Man kann die leichten Änderungen auch als schöpferisches Herangehen Prokofieffs an Steiners Erbe auffassen, denn in jedem nicht von Steiner selbst herausgegebenen Buch steht, dass es auf nicht durchgesehenen Aufzeichnungen basiert. So besteht immer die Möglichkeit, dass etwas nicht korrekt wiedergegeben wurde. Aber das hier ist keine Boulevardliteratur und etwas, was nicht korrekt niedergeschrieben wurde, kann dem Leser eine völlig falsche Richtung seiner okkulten Suche geben. So dass dies Prokofieff in gewisser Weise freisprechen kann.

Eine andere interessante Behauptung Prokofieffs, die Mittwoch dieser Woche widerlegt wurde, wird am Ende dieser Vorlesung mitgeteilt werden. Es war sehr interessant auf welche Weise diese drei Offenbarungen kamen und wie sie sich entwickelten, besonders in der Zeit zwischen der Ersten und der Dritten.

Nun wollen wir uns der Frage nach Kaspar Hauser widmen. Am 26.05.1828, am Pfingsttag, wurde auf einer Straße in Nürnberg, einer Stadt in Bayern (nicht zufällig in Süddeutschland, alles spielt sich nicht zufällig dort ab) tauchte ein Jugendlicher von etwa fünfzehn, sechzehn Jahren auf, der an die heutigen Autisten erinnerte. Er taumelte und konnte sich kaum auf seinen Füßen halten, als er  wie aus dem Nichts erschien, und keiner wusste, woher er kam. Er hatte Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Die ersten, die ihm entgegenkamen, waren zwei Schuhmacher, die versuchten, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, aber sie sahen, dass es aussichtslos war, denn der Jugendliche beherrschte nur eine begrenzte Anzahl von Wörtern.  Sie konnten nicht herausfinden, woher er kam und wie er hieß. Aber er hielt in seinen Händen einen Brief, der an den Rittmeister Wessenig adressiert war. Die beiden führten Kaspar Hauser zum Haus vom Rittmeister. Dort wurden ihm Bier und Fleisch angeboten, was ihn anwiderte und er geriet fast in Ohnmacht. Nachdem er Brot und Wasser bekam, die er gern verzehrte, wurde ihm im Stall etwas Stroh gegeben und er schlief  tief ein.

Fünf Jahre lebte Kaspar Hauser nur nach der Zeit seines Auftauchens in Nürnberg und in diesen fünf Jahren sollte etwas Außerordentliches geschehen. Was war geschehen? Steiner betont, dass es für uns wichtig ist, zu wissen, wer Kaspar Hauser ist, und heute wird mit dem Beantworten dieser Frage, einschließlich der zusätzlichen Information vom Mittwoch, ein 200 Jahre altes Rätsel enthüllt, das viele westlichen Anthroposophen und Autoren beschäftigt hat. Heute am Ostertag wird dieses Rätsel in seinem vollen Glanz auf unerwartete Weise enthüllt. Alle, die nach Kaspar Hausers Individualität gesucht haben, wurden von Steiners Worten oder von Worten, die Steiner zugeschrieben werden, in die Irre geführt, nämlich dass Kaspar Hauser seit der atlantischen Zeit nicht mehr inkarniert war.

Nachdem alle großen Individualitäten in der Welt ständig inkarnieren, wer wird wohl diese Persönlichkeit sein? Wir werden sehen, ob sie tatsächlich nie inkarniert war.

Steiner schrieb, dass dieser Jugendliche im Badener Geschlecht zur Welt kam und eigentlich der Thronfolger war, der Erbe des Badener Großherzogs Karls und seiner Ehefrau Stephanie Beauharnais. Sie war die Stieftochter Napoleons, oder besser ausgedrückt, ihr Stiefvater war Napoleon selbst. Hier beginnt die erstaunliche Beziehung zwischen Kaspar Hauser und Napoleon, die am Ende der Vorlesung auch beleuchtet wird. Warum hängt Napoleon damit zusammen, warum hat er diese Tochter adoptiert, obwohl ihre Eltern noch lebten? Während der Napoleon-Kriege hat Napoleon das Herzogtum Baden gegründet und Stephanies Heirat mit dem Großherzog Karl von Baden veranlasst. Am Michaelistag, den 29.09.1812, kam aus dieser Ehe das Kind Kaspar Hauser zur Welt.
Warum Napoleon an dieser Sache beteiligt war, werden wir noch nicht ganz enthüllen. Seine Aufgabe bestand darin, die äußeren und inneren Bedingungen zur Mission Kaspar Hausers zu schaffen. Steiner machte eine sehr interessante Aussage zu Napoleon: Im 18. Jahrhundert zu der Zeit der Revolutionen, war Napoleons Seele oben und suchte nach einem Leib, den sie nicht finden konnte, deshalb nahm sie nur geistig an den Ereignissen auf Erden teil.

Auf einmal kam dieser Seele wie aus dem Nichts ein Leib entgegen – das ist ein großes Rätsel, das in Zukunft zu enthüllen sein wird. Verstehen Sie, es war, als ob sich diese Seele nicht ihren eigenen Körper geschaffen hätte, sondern es kam ein Leib ohne Seele, der nach einer Seele suchte. Wir wissen, dass der Mensch oben beginnt, sich mithilfe der Hierarchien einen Körper zu schaffen und am 18. bis. 20. Tag nach der Empfängnis beginnen das Ich und die Seele, an dem Embryo zu arbeiten. Bei Napoleon gab es keinen Körper und auf einmal erschien ein Leib, der der Ausdruck des ganzen damals herrschenden Chaos war. Wir wissen nämlich, dass Napoleon klein war, es ist sehr interessant, seine Körperkonstruktion zu erforschen und die Kräfte, die auf ihn wirkten. Er begann zu wirken als Leib ohne Seele und die französische Revolution war Seele ohne Leib, deshalb artete sie in eine große, völlig unmotivierte Anarchie aus. Was auch Napoleon machte und dadurch seine Mission nicht erfüllte, waren wirklich unmotivierte Taten.

Was heißt das? Was musste Napoleon tun, was hat er nicht gemacht?  Warum war seine Beziehung zu Kaspar Hauser so wichtig, dass er diese Aufgabe hatte? Vorläufig können wir Folgendes sagen:  Ende des 16. Jahrhunderts fand jene wichtige Konferenz statt, bei der Christian Rosenkreutz die größten Lehrer der Menschheit zusammenkommen ließ und daran nahmen auch übersinnlich Wesenheiten teil, die nie wieder inkarnierten, z.B. Gautama Buddha. Bei dieser Konferenz wurde erörtert, wie die Trennung der Menschen in der fünften nachatlantischen Kulturepoche in reine Praktiker und reine Mystiker zu vermeiden war. Mit dem Einbau der kosmischen Intelligenz in uns und dem Beginn der Tätigkeit der ahrimanischen Wesenheiten wären sonst bis zum Eintritt der Michaelischen Epoche die Menschen entweder reine Praktiker ohne jegliche Spiritualität oder zerstreute Mystiker ohne jeglichen Bezug zur Realität geworden. Das Rosenkreuzertum verlangt, dass man beide Aspekte besitzt, gleichzeitig eine mächtige Spiritualität und festen Bezug zur Wirklichkeit. Nicht zufällig ließ Beinsa Douno seine Schüler Gartenarbeiten verrichten, denn ohne Bewegungen der Extremitäten, gibt es keine Bewegung der Geistigkeit.

Wie konnte die erwähnte Gefahr vermieden werden? Auf dem Mars herrschten Kriege auf dem astralischen Plan, was für die Seelen, die die Marssphäre durchquerten, böse Folgen gehabt hätte. Deshalb war ein Opfer ähnlich dem Golgatha-Opfer notwendig, aber auf dem Astralischen. Buddha, der Boddhisattva, der ein Schüler von Chrisian Rosenkreutz war, opferte sich. Der Kontakt zu Christus zur Zeitenwende hat eine fundamentale Bedeutung für die zukünftige Entwicklung einer Individualität.

Seit Gautama Buddhas Opfer ist er mit Mars verbunden und seitdem wurde die Atmosphäre auf dem Mars besser. Die Menschen, die danach auf die Erde herabstiegen, besaßen schon die Veranlagung zum Rosenkreuzertum. Das Bogomilentum war zu dieser Zeit abgeklungen, es hatte schon das Rosenkreuzertum ausgestrahlt, denn das Rosenrkeuzertum wurde im Bogomilentum geboren. Deshalb sagte Beinsa Douno bei einem seiner Vorträge im Rilagebirge: “Die anderen werden zu uns kommen, nicht wir werden zu ihnen gehen.“

Nach dem Buddha-Opfer auf dem Mars überquerte Napoleon diese Sphäre und nahm jene Spiritualität, die dort existierte, auf. Als er inkarnierte, hatte er die Aufgabe, in der Atmosphäre Deutschlands, insbesondere Süddeutschlands, die von Goethe, Schiller, Herder, den Romantikern als Vorbereitung auf die Epoche Michaels beeinflusst wurde, die äußeren Bedingungen für die Inkarnation Kaspar Hausers vorzubereiten und zur friedlichen Vereinigung der europäischen Völker beizutragen. Nicht der Völker des Osmanischen Reiches, das damals noch existierte, sondern der christlichen europäischen Völker! Napoleon hat äußerlich seinen Auftrag erfüllt, indem er Stephanie adoptierte und sie mit Karl von Baden vermählte. Aber die andere Aufgabe hat er nicht erfüllt, sondern er zog mit Mars’ Einfluss, mit dem Schwert los und wir wissen, was er mit seinen Kriegen bewirkte. Das bedeutet, dass er seine Mission vergessen hat.

Diese Mission stand im Zusammenhang mit dem Übergang vom Mars- zum Merkuranfang. Wir wissen, dass der Erdäon der einzige ist, der aus zwei Hälften besteht, einer Marshälfte und einer Merkurhälfte. Merkur ist das Quecksilber, entstanden aus den Merkurkräften in der Mitte der atlantischen Periode, der Hälfte des Erdäons und des ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus. Damals erschien das Metall Quecksilber als Ätherbildung auf der Erde, um sich mit Christus zu verbinden, der schon in die Erdensphäre eintrat und mit seinem Lebensgeist den Erdenäther umfasste.  Auf diese Weise sollten sich die Menschen allmählich durch das Quecksilber mit den ätherischen Einflüssen Christi in der Ätheraura der Erde verbinden und sich auf sein zukünftiges  Erscheinen auf der Erde vorbereiten. Das Quecksilber ist das einzige flüssige Metall. Wenn aus einer kleinen Kugel Quecksilber kleine Tröpfchen getrennt werden, streben sie wieder zur Quecksilber-Kugel. Das Quecksilber steht für Plastizität, die eine integrierende Rolle spielt. In der Marshälfte des Erdäons haben wir uns vom Gott entfernt und sind zu Individualitäten geworden und in der Merkurhälfte müssen wir wie das Quecksilber zusammenkommen, d.h. zurück zur geistigen Welt gelangen. Das ist eine außergewöhnliche Imagination zum Wesen des Quecksilbers. Und Steiner sagt: Je spiritueller die Menschen in Zukunft werden, desto fester wird das Quecksilber, bis es zu einem Hartmetall wird. Nun ist es das einzige flüssige Metall und es ist giftig für uns, denn wir haben uns vom Gott abgetrennt, wirken hier unten mit unseren niedrigen Ich und denken, dass es unser wahres Ich ist. Es ist also an der Zeit, zum Merkur überzugehen. Und gerade Napoleon musste die Umstände schaffen, damit das Merkurianische seine Wirkung entfalten konnte in der Epoche Michaels und der Goethesche Geist, der jene Logen in Schrecken versetzte, später Früchte tragen konnte. Diese Früchte haben wir bei Steiner gesehen, die er weiterentwickelte, aber die Atmosphäre Europas, als Kaspar Hauser inkarnierte, war völlig unvorbereitet.

Warum werden uns diese Inkarnationsdetails gegeben, die zu den größten Geheimnissen gehören? Steiner war es erlaubt, über solche Inkarnationsketten erst nach der Weihnachtsversammlung zu reden und er sagte: Die Dunklen mussten schweigen. Vorher war es ihm nicht erlaubt, darüber zu reden. Steiner musste einen Impuls aussenden, damit es ihm erlaubt wurde, über diese größten Geheimnisse zu reden. Beachten Sie, er beleuchtete hautsächlich Personen, die mit Michaels Strömung verbunden waren, aber nicht Individualitäten, die mit der Zeitenwende verbunden waren, Lazarus und Johannes ausgenommen. Steiner beschäftigte sich vor allem mit Persönlichkeiten der Michaelsströmung als ob es ihm nicht erlaubt war, Details zu verlautbaren. Ob er sie gewusst hat oder sie ihm verschlossen waren, wissen wir nicht, denn nicht alles war ihm zugänglich. Steiner sagt z.B.: „Ich habe mir wirklich viel Mühe gegeben …die Seele Napoleons zu finden … ich kann sie nicht finden, und ich glaube auch nicht, dass ich sie je finden werde, denn sie ist wohl nicht da.“ Nein, sie ist nicht verschwunden, Napoleon ist in diesem Moment inkarniert und er wird diese Vorlesung hören.

Warum wird es jetzt möglich, Individualitäten aus der Zeitenwende zu beleuchten, die praktisch die Verborgensten waren?  Jeder soll sich selbst diese Frage beantworten. Steiner durfte darüber reden, denn er hat den Impuls ausgesandt. Wurde nun auch der heilige Impuls, der einzig das geistige Leben der Menschen retten kann, ausgesandt, so dass dies möglich ist? Jeder soll diese Frage für sich selbst beantworten.

Napoleon hat die Merkurarbeit für die europäischen Völker nicht getan, sondern er begann, etwas ganz anderes hervorzubringen – den Nationalismus. Er hat nämlich dem Nationalismus im heutigen Sinne den Weg geebnet, der dann im Nationalismus Woodrow Wilsons  mit seinen 14 Punkten seinen Höhepunkt erlebte, laut denen alle Völker das Recht auf Selbstbestimmung haben, aber nur sofern sie die amerikanische Lebensweise pflegen. Alle sollen frei sein, aber es soll nur eine einzige Lebensweise auf der Erde geben – das will Ahriman. Das ist Woodrow Wilson und das kommt von Napoleon, deshalb ist Napoleon gescheitert. Im wichtigsten Teil seiner Aufgabe, dem Geistigen, ist er gescheitert. Er hat zwar den physischen, äußeren Teil erfüllt, aber er hat bewirkt, dass die Jesuiten und die westlichen okkulten Logen schnell wirken mussten. Wie Steiner sagt, „arbeiten beide in ihren Spitzenorganisationen seit 1802 nachweislich zusammen gegen Christus und gegen seine Interessen, gegen die Menschheit“. Mit seiner Tätigkeit durchkreuzte Napoleon ihre Pläne und sie beschleunigten ihre Vereinigung. So wurde er in gewisser Weise unbewusst zur Ursache der Kreationen des Bösen, die wir kennen und die daher stammen, von dieser unnatürlichen luziferisch-ahrimanischen Ehe. Über die Macht dieser Ehe und der okkulten Möglichkeiten dieser Menschen, die seitdem unheimlich gewachsen sind, können wir aus folgender Tatsache schlussfolgern: Diese Menschen haben gewusst, wer zur Welt kommen sollte, wann er zur Welt kommen sollte und wo er zur Welt kommen sollte. Ich meine die Individualität, die Kaspar Hauser wurde. Diese Menschen wissen, wer inkarniert und was für eine Gefahr er darstellt und sie treffen Maßnahmen diesbezüglich! Stellen Sie sich vor, welche Individualität inkarnieren sollte und was für eine Gefahr sie für die Logen darstellte, dass sie gezwungen waren, dieses ekelhafte Experiment durchzuführen. Das Kind Kaspar Hauser wurde in okkulter Gefangenschaft gehalten und ein weiterer Plan wurde ausgeheckt.

Was geschah eigentlich? Nachdem Kaspar in Karlsruhe, im Sitz des Badener Herzogtums,  dem Schloss von Karl und Stephanie zur Welt kam, lag er zwei Wochen lang in der Wiege neben seiner Mutter. Danach wurde er von dem konkurrierenden Geschlecht der Zähringer durch die Gräfin Hochberg entführt. Hat sie das eigenhändig ausgeführt? Wahrscheinlich, denn sie war es, die Zugang zum Thronfolger hatte, nicht der Pferdeknecht etwa. Das Kind wurde in unbekannte Richtung entführt, möglicherweise ins Schloss der Gräfin Hochberg und dort wurde es bis zum Alter von zwei bis drei Jahren gehalten. Es entwickelte sich normal, aber in völliger Isolation. Was bedeutet es, dass sich ein Kind normal entwickelt? Im ersten Jahr muss es sich aufrichten, im zweiten Jahr anfangen, in seiner Babysprache  zu sprechen  und im dritten Jahr Gedanken, Logik und Gedächtnis entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt wurde Kaspar Hauser langsam gefährlich für diejenigen, die ihn entführt hatten, denn in diesem Alter beginnt ein Kind, sich zu erinnern und kann von seinen Erlebnissen erzählen.

Es taucht die Frage auf, warum Kaspar nicht gleich ermordet wurde. Hinge es von der Gräfin Hochberg ab, hätte sie ihn sofort ermordet, damit ihr Sohn Leopold zum Erben würde, so wie es 1830 tatsächlich geschah. Stephanie hatte u.a. fünf Kinder, drei Mädchen und zwei Jungen. Es waren nur die Jungen berechtigt, den Thron zu besteigen. Kaspars Bruder Alexander, der anderthalb Jahre später zur Welt kam, wurde ermordet, mit einem Jahr starb er auf unerklärliche Weise. Alle konkurrierenden Kinder wurden ermordet. Und 1830 hat der Sohn der Gräfin Hochberg wirklich den Thron nach Karls Tod bestiegen. Aber seine Zeit auf dem Thron war eine Katastrophe, die Gräfin Hochberg wurde wahnsinnig, die Beteiligten haben alle nichts Gutes erlebt.

Das Ich des Kindes Kaspar Hauser, das ein Gedächtnis und das Denken brauchte, begann von seinem Leib Besitz zu ergreifen, das haben die Logen gesehen und ihn in einen Käfig gesteckt, wo er  in völliger Isolation bis zu seinem 15. Lebensjahr eingesperrt war und nur mit Brot und Wasser am Leben erhalten wurde. Jeder Arzt hätte gesagt, das Kind litt an Avitaminose, Skorbut und dergleichen Krankheiten, die mit der falschen Ernährung zusammenhingen. Ein Aufseher ereichte Kaspar nur im Dunkeln Brot und Wasser. Kaspar konnte kein einziges Wort, da er keinen Kontakt zu Menschen hatte. Er wurde in einem Zwischenzustand des Ich gehalten. Das ist das Böse, denn jene Logen wussten, wie man den Zustand erreichen kann, bei dem das Ich weder inkarniert noch nicht inkarniert ist. Das Ich ist zwar mit diesem Leib verbunden, aber er kann nicht völlig inkarnieren und von diesem Körper Besitz ergreifen. Dadurch, dass das Ich in einem Zwischenzustand ist, kann sich der Körper nicht entwickeln.

Kaspar Hauser erlebte furchtbare Leiden in diesem Käfig, in dem er sich nicht aufrichten konnte. Er konnte nur in totaler Finsternis gerade so sitzen und liegen. Einen oder zwei Monate bevor Kaspar befreit wurde, hat ihm der Aufseher etwa 40 Worte und den Namen Kaspar Hauser zu schreiben beigebracht. Er zeigte ihm, wie man aufrecht steht, und der Gefangene wurde am Pfingsttag im Jahr 1826 in Nürnberg freigelassen.

Als Kaspar Hauser wach wurde im Stall des Rittmeisters, war er sehr beeindruckt von dessen Uniform. Im Polizeirevier, wohin er gebracht wurde,  schrieb er zum ersten Mal den Namen Kaspar Hauser. Warum wurde dieser Name gewählt? Diejenigen, die diesen teuflischen Plan ausgeheckt hatten, hatten an alles gedacht. Aber sie hatten nicht vorausgesehen, wie die Vorsehung sich einmischen würde. Seine Mutter wollte, dass er den Namen Gaspard trug, die Logen nannten ihn Kaspar. In den regierenden Geschlechtern gab es nie einen Herrscher mit dem Namen Kaspar, das Ziel war, dass er unter den Dienern und Pferdeknechten mit seinen Fähigkeiten untergehen sollte. Warum wurde er nicht gleich ermordet?  Warum haben sie sich die ganze Mühe gemacht?  Die Logen wussten sehr wohl, dass ein Kind, das klein stirbt, bald danach wieder inkarniert. Dann wäre ein neuer Plan fällig gewesen. Deshalb wurde dieses Herangehen gewählt, das Kind sollte in der Unterschicht verloren gehen und als Unbekannter sterben. Das war der schlaue Plan.

Der Name Kaspar führt uns zu einem der drei Könige aus der Bibel. Wir wissen, dass von den drei Königen, die aus Persien kamen, einer weiß war, der andere der Vertreter der gelben Rasse und der dritte – der schwarzen Rasse. Der Weiße verkörperte das Denken, der zweite das Gefühl und der dritte – den Willen. Der schwarze König Kaspar repräsentierte den Willen, der mit der Zukunft verbunden ist. Indem Kaspar Hauser diesen Namen bekam, wurde darin verschlüsselt, dass seine Mission mit der Zukunft zusammenhing. Das Haus Baden wurde jener Zweig genannt, der den Kaiser zustande bringen sollte. Das Wort Haus führt uns zum Berg Tabor, als Peter Christus fragte, ob sie sich nicht ein Haus bauen sollten. Der Name Kaspar führt also zum Erdenplan und Hauser zum göttlichen Plan, zum Reich Gottes. Es sollte die Wiederbelebung der Beziehung der Menschheit zum geistigen Plan durch Kaspar Hauser abgewendet werden.

Wie geht die Geschichte weiter? Vom Polizeirevier wurde Kaspar Hauser ins Gefängnis geschickt, wo sein Aufseher der erste Bote der Vorsehung war, der ihm helfen sollte und der die Pläne der Schwarzen durchkreuzt hat. Der Aufseher war ein Mensch mit reicher Lebenserfahrung, dem der Kontakt zu den Verbrechern den gesunden Verstand gab, um beurteilen zu können, wer vor ihm stand. Vor zweihundert Jahren haben nämlich sogar die menschlichen Sinne besser gearbeitet als heute. Deshalb meinte Steiner, dass Goethe in der heutigen Zeit sofort gestorben wäre, sein feiner Geist, der die Logen erschreckte, hätte es nicht ausgehalten.

Der Aufseher Hickel hatte die Aufgabe, Kaspar Hauser auszufragen. Er war dermaßen von diesem Kind beeindruckt, dass er sofort begriff, dass dieses Wesen solche Gütigkeit, solches Mitleid ausstrahlte, kurzum alles, was wir als die Frucht des Geistes bei Apostel Paulus kennen, Liebe, Freude, Friede, Geduld usw. Dieses Wesen verkörperte all diese Geschenke des Geistes. Er nahm es zu sich nach Hause mit und war sehr beeindruckt von ihm. Bis zu seinem Tod verteidigte er immer Kaspar Hausers Ruf verteidigt, denn nachdem Kaspar ermordet wurde, übergossen ihn die Logen mit allen erdenklichen Schmähungen.

Später wurde Kaspar Hauser in einen Turm gesteckt, wo er in einer kleinen Kammer leben sollte. Hier fällt die Parallele zur Hochehrwürdigen Stojna (einer bulgarischen blinden Hellseherin, die in einer früheren Inkarnation eine hocheingeweihte Bogomilin war, Anm. des Übersetzers) auf, die in einer Kammer im ersten Stock in der Kirche in Zlatolist gelebt hat. Kaspars Sinne waren so verschiedener als die Sinne der normalen Menschen, dass man nur staunen konnte. Er sah im Dunkeln, konnte aus 100 Metern Entfernung die Holunderbeeren einzeln zählen, wenn jemand mit negativer Energie hinter ihm auftauchte, spürte er das. D.h. alle Sinne, die mit dem Christus-Phantom, mit dem Auferstehungskörper zu tun hatten, waren bei ihm entwickelt. Das setzt eine Beziehung zum Christus-Phantom voraus. Wir sehen solche scharfen Sinnen bei Menschen mit Stigmata, etwa bei Judith von Halle. Andererseits sagte Steiner angeblich, dass Kaspar Hauser nie inkarniert war, wann sollte dieser die Möglichkeit gehabt haben, eine Beziehung zu Christus aufzubauen? Die Beziehung zum christlichen Impuls wird nämlich nur auf dem Erdenplan erreicht, nicht auf dem Geistigen nach dem Tod. Also musste Kaspar Hauser irgendwann eine Begegnung mit Christus erlebt haben.

Dann wurde Kaspar zu Daumer geführt, über den Steiner sagt, dass er der letzte Rosenkreuzer war. Aber vorher mischte sich eine andere Persönlichkeit von den Sieben ein, die durch die Vorsehung geschickt wurden – der Bürgermeister Binder. Er war sehr beeindruckt von Kaspar Hauser und er musste ordnungshalber eine Bekanntmachung verfassen. Binder schrieb über Kaspar Hauser: „Die Gemeinde liebt ihn und betrachtet ihn als einen von der Vorsehung zugeführten Pfand der Liebe“.

Vorher wurde ein anderer von den Sieben gerufen, der Arzt Preu, der feststellte, dass Kaspar nicht irre oder schwachsinnig war, sondern keine Erziehung und Kommunikation genossen hatte. Er hatte also deutlich gemacht, dass Kaspar mit Gewalt in Isolation gehalten wurde. Nach Hickel, dem Aufseher, dem Arzt Preu und Binder tauchte Daumer auf, der Kaspars Erzieher wurde und ihn in seinem Haus aufnahm. Daumer war nur 12 Jahre älter als Kaspar. Je mehr er Kaspar das Lesen und Schreiben, die Intellektualität beibrachte, desto schneller verschwanden dessen übersinnlichen Fähigkeiten. Angebotenes Fleisch erschütterte Kaspar, auch Alkohol und Tabak konnte er nicht ertragen.

Zwei Sachen haben Kaspar während Daumers Unterricht beeindruckt – als ihm das Alphabet gezeigt wurde und als er erfuhr, dass die Bäume nicht von den Menschen geschaffen sind, sondern sich aus einem Samen entwickeln. Das waren zwei Schlüsselerlebnisse und Kaspar begann mit großer Neugierde, alles aufzuholen. Daumer war der vierte von den Sieben Boten der Vorsehung und Steiner sagte über ihn, dass er der letzte Rosenkreuzer war. Die Individualität, die als Kaspar Hauser inkarnierte, hat von Anfang an das Rosenkreuzertum inspiriert. D.h. wir haben hier Kaspar als den ersten und Daumer als den letzten Rosenkreuzer.

Lassen wir uns an den Anfang des Rosenkreuzertums erinnern und daran, wie er mit diesem Mysterium zusammenhängen kann. Wir wissen, dass das Rosenkreuzertum nicht im 14. Jahrhundert seinen Anfang nimmt, als Christian Rosenkreuz inkarniert, sondern in jenem Mysterium 1250 in Arbanassi, als die Zwölf versammelt waren. Das geschah im Rahmen des Bogomilentums, wir haben schon mehrmals darüber gesprochen. Als dieser junge Mann, Christian Rosenkreutz, von dem wir wissen, dass er Johannes der Evangelist war, jegliche Nahrung verweigerte, wurde er gleichzeitig sehr geistig und sein Körper durchsichtig. Die zwölf Vertreter der atlantischen Rassen, der vier Kulturepochen und einschließlich des letzten Zwölften, der die damals noch nicht begonnene fünfte Kulturepoche repräsentierte, führten durch Formeln und Gebete die ganze Weisheit der Menschheit in diesen Körper ein. Er war nicht wach, es war eine Art alte Einweihung. Zwei Wochen später wachte dieser junge Mann auf und begann diese Weisheit auszustrahlen. Die Weisheit wurde nunmehr durch Imaginationen gegeben. Auf diese Weise entstanden die geheimen Bilder der Rosenkreuzer. Bei diesem Mysterium war Kaspar Hauser nur inspirierend dabei. War er nun auf der Erde inkarniert? Laut Steiner war er in der geistigen Welt. Wie hat er auf diesen Körper inspirierend gewirkt, auf den Ätherleib, von dem wir wissen, dass nach dem Tod dieses Jugendlichen  der reine Ätherleib blieb. Wir wissen, dass er inspirierend auf alle wirkt, die ein Verhältnis zum Rosenkreuzertum haben und nun zur Anthroposophie und zur Synthese der zwei Impulse (Michaels und des Bodhisattva).

Damit dieser Impuls aus der geistigen Welt wirken konnte, musste es vorher ein Verhältnis zum Christus-Impulses gegeben haben, d.h. die Individualität musste ein Verhältnis zum Phantom oder genauer gesagt zum Auferstehungsleib gehabt haben. Diesen Unterschied macht Prokofieff, lesen Sie den Artikel in der letzten Ausgabe der „Antroposofski vesti“  nach (Heft des bulgarischen Anthroposophischen Vereins). Es ist ein außerordentlich aufschlussreicher Artikel („Das Mysterium von Golgatha und die geistige Kommunion“, Anm. des Übersetzers), übersetzt von Vesselina Velkova. Da ich diese Frage gestellt hatte, erschien der Artikel vielliecht, mich interessierten die Argumente Prokofieffs, wenn er differenziert zwischen dem Phantomkörper und dem Auferstehungskörper. Ich denke, dass er dies dort sehr überzeugend begründet. Wir werden später darauf wieder eingehen.

Mit dem Satz Steiners, dass Kaspar Hauser von Anfang an inspirierend auf das Rosenkreuzertum wirkte, löste er das Rätsel nicht, sondern machte es noch verwickelter. Wir wissen, dass im 14. Jahrhundert diese Individualität, Christian Rosenkreutz, wieder inkarniert, erlebt wieder die Begegnung Paulus vor Damaskus, denn das Erlebnis von Christian Rosenkreutz in Arbanassi war die Begegnung mit Christus, mit dem auferstandenen Christus, damit jene Weisheit in ihm neugeboren und nach außen ausgestrahlt werden konnte. Dann hatte er wieder dieses Erlebnis von Paulus vor Damaskus um 1449, als er vom großen Mani  in die Mysterien des Bösen eingeweiht wurde. Also hatte Christian Rosenkreutz zwei Arten von Einweihung, als das Rosenkreuzertum auf dem äußeren Plan begann und dank dieser Einweihungen kann er selbst andere einweihen. Dieses Rätsel bleibt und wird immer mysteriöser mit der Anmerkung Steiners, dass der letzte Rosenkreuzer Daumer dem ersten Rosenkreuzer Kaspar Hauser begegnet.

1829 beschloss Daumer, die Biographie Kaspar Hausers aufzuschreiben nach den Informationen, die er von ihm selbst erhielt. Das verursachte sofort das Aufleuchten der roten Lampe bei den Dunklen und sie organisieren einen Anschlag auf Kaspar Hauser. Die Dunklen sahen ein, dass der Plan, dass Kaspar in Vergessenheit geraten sollte, nicht aufging. Es mischten sich Menschen ein, die von anderer Stelle gesandt wurden und sich ihrer Kontrolle nicht unterzogen. 1829 kam eine mit einem Messer bewaffnete Person in Daumers Haus und nur die unbewusste Reaktion Kaspars schützte ihn davor, dass ihm der Hals durchschnitten wurde. Er trug eine große Narbe auf seiner Stirn davon.

Das, was Kaspar spürte, war nicht Boshaftigkeit, Hass, Rachegefühl oder dergleichen, sondern eine Riesenangst um sein Leben, das gerade begann. Deshalb traute er sich bis zum Ende seines Lebens nicht mehr, z.B. in einen Fluss zu gehen, um nicht zu sterben. Er hatte Angst um sein Leben und Durst nach Leben, Streben, sich vorzubereiten und seine Mission zu erfüllen.

Ein halbes Jahr nach diesem Anschlag kam  Kaspar in das Haus vom Baron von Tucher, auch einer von den Sieben. Von Anfang an wurde er Kaspars Vormund. Er war sehr gerecht und edel und verteidigte Kaspar nach dessen Tod gegen alle bösen Verleumdungen. Dort blieb Kaspar zwei Jahre, bis ihn der Gesandte der Dunklen Lord Stanhope fand. Dieser kam wie Luzifers Schlange und versuchte, durch Versprechen und Lobhudeleien bei Kaspar Eitelkeit und Stolz aufkeimen zu lassen und ihn moralisch in Verruf zu bringen. Wenn man ihn moralisch tötete, bedeutete das ein Ende seiner Aufgabe. Diese Mächte wussten, wie sie handeln sollten. Den Baron von Tucher hatten sie zeitweise an ihrer Angel. Die Logen hatten überall ihre Helfer und sie schafften es, dass Lord Stanhope Kaspars Vormund wurde. Bedenken Sie, wer sein Vormund wurde!  Natürlich war der Lord nur der äußere Ausführer, er war nicht in die größten Mysterien eingeweiht. Aber er war der Vertreter jener Kreise. Von Daumer, der so aufmerksam war in seinem Unterricht, wurde Kaspar zum Lehrer Mayer geschickt, der auch den dunklen Mächten angehörte. Er begann einen trockenen Unterricht, nur mit Formeln, mit allem, was das im Kind Veranlagten tötet, praktisch wie der heutige Schulunterricht. Der heutige Unterricht heißt nur Unterricht, er besteht eigentlich aus Spritzen, die in den Körper, in die Seele des Kindes injiziert werden, so dass jeder Zugang zum Geist gesperrt wird. Deshalb ist die heutige Zivilisation in diesem Zustand.

Zwei Jahre lang quälte man Kaspar und unterbrach seine ganze Entwicklung. Dann wurde der Entschluss gefasst, ihn zu töten, denn mit der Vollendung des 21. Jahres beginnt das Ich zu wirken, und keine okkulte Loge kann sich dem widersetzen. Kaspar wollte zu seinen Freunden und zu Daumer zurück, indem er naiv hoffte, dass ihn Lord Stanhope gehen lassen würde.

In Ansbach gab es zum Glück noch zwei Helfer von den Sieben, die dem aus Stanhope und Lehrer Mayer Kommenden entgegenwirken konnten. Der eine war Feuerbach, der Kaspar schon in Nürnberg besucht hatte. Er besaß ein feuriges Temperament, war Jurist und Kriminalpsychologe und hatte durch seine kriminalistischen Methoden festgestellt, dass Kaspar kein Betrüger war.1833 starb er unter mysteriösen Umständen in seinem Wohnort Ansbach.

Der Letzte von den sieben Helfern war der Pfarrer Fuhrmann, der Kaspar am Tag Christi Himmelfahrt konfirmierte. Als Kaspar die Konfirmation erhielt,  kniete er vor dem Altar und flüsterte heiße Gebete, die alle in der Kirche Anwesenden wiederholten. Seine Tränen flossen ununerbrochen, als er der Geschichte Jesu Christi lauschte. Es wurde Folgendes festgestellt: Kaspar kam aus seiner Gefangenschaft ohne eine Idee vom Gott und der geistigen Welt zu haben. Diese Idee kommt nämlich aus dem Umfeld des Menschen. Je nach der Evolutionsstufe und danach, wer wir in unserem früheren Leben waren, kann der Samen dieser Idee aufkeimen oder man bleibt Atheist in seinem Leben.

Wie man sieht, wurde durch Fuhrmann Kaspar zum Christentum gerichtet, das führte zu einem tiefen Erlebnis und einer tiefgreifenden Veränderung in ihm, besonders wenn es dabei um die Leiden Jesu Christi ging.

Kurz danach wurde Kaspar Hauser ermordet. Jemand hat ihn in den Hofgarten von Ansbach gelockt, Kaspar ging dorthin, weil er naiv war und er wurde an vier Stellen erstochen, in der Lunge, im Magen, im Zwerchfell und im Herzen. Vier lebensgefährliche Wunden waren das. Sehen Sie, was für mächtige Ätherkräfte dieser Körper besaß, der den Abstand zwischen dem Park und Mayers Haus zurücklegen konnte. Mayer sagte ihm, dass er lüge, er habe sich die Wunden selbst zugefügt. Dann sind beide zurück in den Park gegangen, damit Kaspar die Stelle zeigen konnte, auf dem Rückweg musste er schon gestützt werden. Drei Tage lag er im Sterben, Fuhrmann an seiner Seite. Laut Fuhrmann flüsterte Kaspar vergebende Worte für alle. Daumer, der Kaspar den paradiesischen Urmenschen nannte, teilte Kaspar Hausers Worte mit, ihm  sei kein Böses zugefügt worden. Dabei wurde diesem Menschen so viel Böses angetan! Er starb mit einer Lüge, aber das war die Lüge des Engels. Einmal soll Steiner  Kaspar einen Engel genannt haben. So starb er, indem er allen vergab. Der Pfarrer hielt eine bemerkenswerte Rede an seinem Grab. Man sagt, dass bei der Beerdigung auf der einen Seite die Sonne aufging und auf der anderen Seite, im Westen, ging der Mond unter. Wenn man das astronomisch und astrologisch prüft, stimmt das nicht, das ist eine geistige Konstellation: Das Mondische geht unter und das Sonnenhafte geht auf.

Warum sage ich das? Um Steiners und Beinsa Dounos Gebot zu erfüllen, müssen wir nicht alles für bare Münze halten, sondern es prüfen, wenn das möglich ist. Denn wir wissen, dass das gedankenlose Vertrauen in die Autorität der größte Schlag gegen den freien Willen des Menschen ist. Ich habe dieses Beispiel zitiert, wie Steiner sich irrte im Bezug auf das silberne Codex in Uppsala, das nichts zu tun hat mit Wulfila, sondern eine Fälschung aus späterer Zeit ist. Sollen wir alle Worte Steiners für bare Münze nehmen? Nein, wir sollen kreativ herangehen und alles prüfen. Das gilt auch für Prokofieff, der so oder so ein sekundärer Anthroposoph ist. Man kann sagen, dass ich auch ein sekundärer anthroposophischer Autor bin.

Das Rätsel um Kaspar Hauser blieb also bis zum heutigen Tage. Man weiß, wie er gestorben ist und welche Logen damit zu tun haben, man weiß, wer er ist, welche Eltern er hatte, aber man weiß nicht, welche Individualität er war. Die Dunklen wussten und wissen es bis heute, wer zur Welt kommt, der ihnen gefährlich werden kann, wo und wann er zur Welt kommt und sie wollen die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Die einzige Rettung gegen diese Maßnahmen ist der Schutz der geistigen Welt. Wenn der Mensch sich auf seinem Weg befindet, stehen hinter ihm zahlreiche starke helle Mächte. Wenn man sich nicht auf dem richtigen Pfad befindet, geht man in die Büsche, wie das bei dem hier vorhin stattgefundenen Kurs der Fall war. Jeder hat das Recht auf seine eigene Spiritualität und seinen eigenen Weg.

Kaspar Hausers Mission wurde auf dem äußeren Plan abgebrochen und man hat ihn hilflos gemacht. Aber er wurde stark, indem er sich opferte. Hier haben sich die Dunklen geirrt. Indem er allen vergab, verwandelte Kaspar seinen Tod vom Opfer in eine bewusste Opferdarbringung  in der Art des Christus-Opfers. Genau so eine Opferdarbringung ist das, ohne dass er eine Sünde begangen hat.  Das konnten jene Logen nicht voraussehen und seitdem wirkt Kaspar Hauser inspirierend auf jeden, der ihn liebt. Sehr mächtig ist diese Wirkung, denn er wurde für immer zu einem christlichen Beispiel. Dagegen haben die Dunklen keine Macht und das schränkt ihre Macht außerordentlich ein. Das Benennen dieser Persönlichkeiten, der Inkarnationen solcher Persönlichkeiten ist ein großer Schlag gegen die Dunklen. Das aktiviert nämlich mehr Menschen, die sich auf diese Persönlichkeit konzentrieren mit der notwendigen Liebe, denn Kaspar kann man lieben, nur wenn man ihn versteht. Ihn äußerlich anzusehen, ist es etwas ganz anderes. Die Menschen sehen nur die äußere Verpackung. Stellen Sie sich vor, was Kaspar Hauser ausgestrahlt haben muss, um solche Wirkung auf diejenigen zu haben, die ihn persönlich kannten. Deshalb begriff der letzte Rosenkreuzer Daumer sofort, dass die Möglichkeit, Kaspar zu kennen, die Mission seines Lebens war, das Geschenk seines Lebens. Alle, die einen persönlichen Kontakt zu Kaspar hatten, wussten, dass das Geschenk ihres Lebens war. Das gab ihrem Leben einen Sinn und erhob es auf eine ganz andere Ebene.

Einmal hat Steiner auf die Frage Friedrich Rittelmayers, des Mitbegründers der Christengemeinschaft nach den Ursachen für den ersten Weltkrieg, geantwortet: Es musste nicht so geschehen, aber es geschah das, was notwendig war. Das ist eine universelle Antwort, die wie ein Widerspruch, ein Oxymoron klingt. Es ist schwer zu entschlüsseln, darüber haben wir neulich diskutiert. Wenn das Ich geistig aktiviert wird, ich meine das höhere Ich, nicht das Ego, dann sieht alles aus, was es durch das Böse erlebt, wie eine Notwendigkeit. Das ist so, denn das Gute kommt nie, ohne dass es über das Böse geht. Es war also nicht vorgesehen, was mit Kaspar passierte, aber das, was passierte, war notwendig. Kaspar Hauser hat sich vor seiner Inkarnation gewünscht, all dieses Böse zu erleben. Es ist kein Zufall, dass das älteste Ich, das Ich von Adam, Johannes der Täufer, in seiner Inkarnation als Novalis sagt: Alles, was passiert, will ich. Wenn jemand sich also für andere opfert, dann hat er das so gewollt und wenn er Undankbarkeit für dieses Opfer begegnet, hat er nicht das Recht, denjenigen zu verurteilen, denn gerade er hat es gewollt, dass alles so passiert, deshalb heißt es „Richtet nicht“.

Kaspar Hauser ist wie Christus gestorben. Man hat nicht das Recht jemanden zu verurteilen. Wer richtet und Dankbarkeit für sein Tun verlangt, versteht nichts vom Christentum des Gral, sondern er ist noch in den alttestamentarischen Zeiten. Das ist die Antwort auf die Frage, wo die Freiheit und wo die Notwendigkeit ist. Der Mensch wird richtig frei über die Notwendigkeit.  Gottes Wille war im Garten Gethsemane, Christus sollte sich ihm unterordnen und über Golgatha gehen, Christus hat es getan und wurde richtig frei. Das Gute kommt nie, ohne über das Böse zu gehen. Ich meine dass echt Gute im manichäischen Sinne, der Rest sind menschliche Widerspiegelungen. Nicht zufällig kann sich die Frage nach dem Guten und Bösen, die Mani bewegte, vollkommen erst in der sechsten Wurzelrasse in 6000 Jahren entfalten. Denn der Kern des Christentums ist gerade das, was ich gerade mit Kasper veranschaulicht habe und das Urbild befindet sich auf dem Golgatha-Hügel.

Das war Kaspar Hausers Opfer und seit jener Zeit konnte er wirken. Was waren seine wirklichen Aufgaben? Steiner sagt auch den Schlüsselsatz: Hätte er nicht so gelebt und wäre er nicht so gestorben, wäre der Kontakt des Menschen zur geistigen Welt vollständig abgebrochen. Steiner enthüllt auch die wahre Aufgabe Kaspar Hausers.

In Süddeutschland (nicht zufällig hat Bayern so ein gutes Verhältnis zu Bulgarien. Todor Zhivkov wandte sich einmal nach einer gemeinsamen Jagd an Franz Joseph Strauß mit der Bitte, dahin zu wirken, dass Bulgarien Mitglied der Europäischen Union wird! Die engen Kontakte zu Bayern bestanden schon lange.) sollte Kaspar Hauser alle Menschen vereinen, die zum Gral streben und einen Gralskreis begründen. Die ganze Atmosphäre, die der Romantismus, der Geist Goethes geschafft hatten, sollte dort kultiviert und Europa vorbereitet werden auf Michaels Epoche. Das musste Kaspar tun. Bayern, Süddeutschland sollten zum Stützpunkt der neuen Gralsmysterien werden  und von dort sollten Impulse für die menschliche Entwicklung kommen. Das ist Mitteleuropa. Auf keinen Fall wollten diejenigen, die dagegen waren, erlauben, dass Mitteleuropa solches Leben kultivierte und den Impuls für die fünfte Kulturepoche ausstrahlte! Deshalb wurde Deutschland in eine ganz andere Richtung geschoben. Bismarck tauchte auf und Deutschland ging den Weg des Militarismus, Nationalismus und der sinnlosen Erhöhung seiner Wirtschaftskraft. Es wurde das zweite und danach das dritte Reich gegründet und wir kennen die deutsche Katastrophe.  Die Deutschen gingen in eine völlig falsche Richtung.

Wenn man als Ausgangspunkt Kaspar Hausers Geburtsjahr und sein Todesjahr nimmt, erhält man erstaunliche Parallelen zu der weiteren Entwicklung. Sie wissen, dass nach einem okkulten Gesetz, das von Steiner besprochen wurde, alles, was im Dasein passiert,  33 Jahre später wieder auf eine neue Art erwacht. 100 Jahre später erwacht der Impuls in seiner vollen Kraft. Das, was jetzt getan wird, wird in 100 Jahren in seiner vollen Macht erwachen. Sie sehen, 1923 strahle Steiner den Weihnachtsimpuls aus, das Jahr 2023 ist nicht weit. Dann werden wir die wahre Macht des Weihnachtsimpulses sehen, denn eine Generation beträgt nach den okkulten Gesetzen 33 Jahre, dann noch zweimal 33 Jahre, drei Generationen später, erscheint die wahre Macht eines Impulses. 1812 ist Kaspars Geburtsjahr, 33 Jahre später ist 1845, Michaels Kampf gegen die ahrimanischen Wesenheiten, noch 33 Jahre später, 1878, war der Anfang von Michaels Epoche. Dann kam 1911. Wenn wir den Zyklus „Vom Jesus zum Christus“ nehmen, den Steiner 1911 vortrug, wurde dieser genau 99 Jahre nach Kaspars Geburtstag vorgetragen, genau auf die Tage, als Kaspar in der Wiege bei seiner Mutter war. Stellen Sie sich vor, wie chirurgisch genau alles ist! Damals hat Steiner zum ersten Mal die Methode der Jesuiten enthüllt, auf den Willen zu wirken, die dazu führt, dass der Wille zu einer okkulten Waffe mit immenser Macht wird, gegen die laut Steiner sogar der Geist nicht immer widerstehen kann. Die Einweihung der Jesuiten ist also solcher Art, dass sie eine Sünde direkt gegen den Geist darstellt und dadurch auch gegen Christus. Sie wissen, dass die Sünde gegen den Geist nicht vergeben wird. Was heißt das? Eine Sünde gegen den Geist ist es, wenn man die Wahrheit kennt und bewusst dagegen  arbeitet. Wenn man dumm ist und sich gegen die Anthroposophie auslässt, ist man zwar ein Dummkopf, aber das ist keine Sünde gegen den Geist, das ist eine Sünde gegen Christus und Michael. Aber wenn man das Wesen der Anthroposophie kennt und gegen diese spricht, dann ist das eine Sünde gegen  den Geist und diese Sünde schneidet den Weg des Menschen ab zum neuen Christentum des Heiligen Geistes, das jetzt beginnt. Deshalb sagt Steiner: Die größte Sünde der Jesuiten besteht darin, dass sie das religiöse Leben des Menschen vernichtet haben. Das bedeutet, dass sie die Möglichkeit des Menschen vernichten, seine persönliche Verbindung zur geistigen Welt zu erlangen und von den Geschenken des Geistes zu schöpfen, eines von denen gleich mitgeteilt werden soll. Das wollen sie nicht und ihr Triumph ist der Papst, der nur abstrakt von Liebe und Güte spricht, aber dahinter sieht man jene Einweihung, die gegen die Menschheit arbeitet. Rufe von Liebe und dem Guten hören wir von Popsängerinnen und dem Papst, es gibt keinen Unterschied zwischen ihren Rufen. Nur dass die Sängerinnen völlig hirnlos sind, während der Papst eine jesuitische Einweihung genossen hat. Wer ihn hört, soll ihn verstehen, so z.B. bei seiner Behauptung, dass der Urknall der Schöpfung nicht widerspreche.  Das sagt Ahriman durch den Papst. Das ist keine Offenbarung des Papstes, seit 1870 wird jede okkulte Erfahrung des Papstes automatisch zu einem Dogma in der katholischen Kirche. Das ist der Sieg des jesuitischen Geistes im Katholizismus und die volle Widersetzung jeglicher Zukunft der Menschheit! Der Katholizismus möchte, dass die Menschen in der vierten Kulturepoche bleiben, ohne Zugang zur Bewusstseinsseele. Jene westlichen Logen wissen, dass sie den Menschen auf seinem Weg zur Bewusstseinsseele nicht aufhalten können, aber sie möchten diesen ahrimanisieren. Ohne Bewusstseinsseele gibt es keinen individuellenWeg zum Geist, was eigentlich das Christentum des Heiligen Geistes ist, dass man zur wahren Individualität wird, dass in der sechsten Kulturepoche der Heilige Geist in den Manas als eine Gruppenseele eintreten kann. Der Heilige Geist arbeitet nun durch Individualitäten, danach wird er nur in Gruppen von Individualitäten herabsteigen können und alle werden hellseherisch sein. Aber das muss auf die richtige Art und Weise erfolgen.

Nehmen wir den 33jährigen Zyklus, werden wir sehen, dass nach diesem Zyklus, als Steiner das Geheimnis des Phantoms und der jesuitischen Einweihung lüftete, der wahre Kampf der Dunklen gegen die Anthroposophie begann. Nehmen wir als Ausgangspunkt Kaspar Hausers Tod, sehen wir, was 1866, 1899 passierte, dann Hitlers Machtergreifung 1933. Wir sehen, dass mit Kaspars Tod der Weg zum Bösen geöffnet wurde, Deutschland ging seinem Niedergang zu und 1933 war der Höhepunkt des Sterbens des Goetheschen Geistes. Alles wurde damals vernichtet. Wo ist nun Deutschland,  wird es sich irgendwann an seinen goetheschen Geist erinnern?  Steiner bemühte sich, diesen Geist aufzuleben und weiterzuentwickeln. Dies gelang ihm, aber er wurde auch getroffen. Nun sehen wir das Ergebnis: „ Oma Merkel, wohin des Weges? Ich gehe in die Moschee, Mustafa. (aktueller bulgarischer  Reim über die gegenwärtige Situation in Deutschland, Anm. des Übersetzers).

Wenn Kaspar Hauser nicht auf diese Weise gelebt hätte und gestorben wäre, wäre die Verbindung zur geistigen Welt komplett abgebrochen. Durch seine Opferbringung bewirkte er, dass diese Verbindung für die Menschen möglich bleibt, wenn sie Liebe zu ihm empfinden und einen Geist voller Fragen an ihn besitzen. So wirkt er.

Nehmen wir als Ausgangspunkt ein okkultes Gesetz, nach dem wir die Widerspiegelung eines Ereignisses sehen, etwa das Jahr 1879 und die Oktoberrevolution. Nehmen wir diesen Ausgangspunkt und gehen wir 46 Jahre zurück.  1879 -46 ist 1833. 1879 + 46 ist 1933. 1833 wurde Kaspar Hauser ermordet und 1925 starb Steiner. Genau 46 Jahre nach 1879, das ist auch ein okkultes Gesetz. Nach dem Erscheinen von Kaspar 1828 + 33 1861 ist Rudolf Steiner geboren.

Mit Kaspar Hauser war es geplant, dass die neuen Gralsmysterien zum Leben erwachen, aber das gelang nicht. Und nun kommen wir zu der Frage, wer diese Individualität war, dass sie so eine enorme Aufgabe übernahm, von der in gewisser Weise die Rettung der Menschheit abhängt? Hier müssen wir uns auf die Zeitenwende richten, mit ihr und mit der Verbindung zum Phantom hängen alle Antworten zusammen. Die neun Punkte der Gräfin Keyserlink, über die wir vorletztes Mal gesprochen haben, dass sie eine Inspiration von Steiner im Augenblick seiner Einäscherung hatte, haben wir als eine Fälschung enthüllt. Karl Heyer, der auch seine Erinnerungen hatte, sagte, es gebe jemanden, dem er völlig vertraue, der auch Steiner nach Kaspar gefragt habe, und dieselbe Antwort bekäme. Steiner soll einmal gesagt haben, dass Kaspar ein versprengter Atlant wäre, da er über ein riesiges Gedächtnis verfügte. Dieses Gedächtnis begann mit der Intellektualisierung nachzulassen. Die Logen wollten mit diesem Experiment bewirken, dass nur das Atlantische in Kaspar wirkte und kein Verhältnis zum Christus entwickelt wurde. Aber wir sehen, dass Kaspar durch den Pfarrer Fuhrmann die Begegnung mit Christus erlebt hatte. Er hatte also irgendwann ein Verhältnis zum Christus aufgebaut.

Diese Angaben von Steiner führen die Anthroposophen praktisch in die Irre und man kann nicht hinter diese Individualität kommen. Andererseits schreibt Peter Tradowsky in seinem Buch über Kaspar Hauser, wir sprachen von ihm im Zusammenhang mit Judith von Halle, dass Daumer bemerkt habe, wie Kaspars linke Stirnseite und sein linker Arm vibrierten, als er sich aufregte. Also müssen wir uns fragen, ob diese Individualität eine Beziehung zum Christus-Phantom hat.

Was ist das Christus-Phantom oder der Auferstehungskörper?  Was sagt Prokofieff? Was ist das Phantom? Das ist die unsichtbare Form des Menschen, die uns schon auf dem alten Saturn aus reinem Weltwillen  gegeben wurde.  Den Willen können wir uns vorstellen nur über die Instinkte, z.B. wenn man sich die Finger verbrennt, zieht man seine Hand zurück, das kommt von den Geistern des Willen und wurde uns zugrunde gelegt.  Das ist zwar  nicht das Phantom, aber sie sind von derselben Substanz. Dieses Phantom hatten die Götter vorgesehen, uns in Lemurien zu geben, die Impulse des Ich aufzunehmen von der Ich-Substanz, die von den Elohim ausgestrahlt wurde und die jeder von uns als sein Ich individualisieren sollte. Diese Einwirkungen auf das Phantom sollten beim Menschen zwei Formen des Bewusstseins bewirken, wach und schlafend. Bewusstseinsformen wohlgemerkt, nicht Daseinsformen. Stellen sie sich einen Kolben mit durchsichtiger Flüssigkeit vor. Fügen wir etwas Rotes hinzu, sehen wir das Rote sofort. So war es, als wir von den luziferischen Wesen verführt wurden. Dieses Phantom war eigentlich unsere geistig-physische Form, nicht die Mineralische, die Physische, denn unser physischer Körper, der auf dem alten Saturn uns gegeben wurde, ist nicht mineralisch. Mineralisch kam erst im Erdenäon, dass es z.B. weh tut, wenn etwas auf unseren Kopf fällt. Jenes ist das Physische. Es gibt einen Unterschied zwischen physisch und mineralisch. Damals haben wir den physischen Leib und die Form erhalten. Also unsere geistig-physische Form. Die luziferische Versuchung rief in uns das Streben nach dem Irdischen, Mineralischen hervor und führte dazu, dass das reine, durchsichtige Phantom mit Mineralischem erfüllt wurde. Es ist reiner Geist, Weltwille, keine Seele, etwas Unsichtbares. Dann hat eigentlich unser Phantom begannen, unterzugehen unter diesem Schlag und statt zwei Arten von Bewusstsein haben wir zwei Arten von Dasein bekommen. Das Eine war das geistige Dasein nach dem Tod und das andere – das sinnliche Dasein hier und jetzt, wo wir auf dem lebendigen Wesen Erde treten. Je mehr dieses Streben nach dem Irdischen vorwärtsschritt, desto stärker band sich das Ich daran, und zu desto schlimmeren Folgen führte dies für das Ich, das sich in ein niedriges Ich verwandelte. Das führte zu schlimmen Folgen für dieses Phantom, das zur Zeit Golgathas kaum die Mineralien aufzuhalten vermochte. Etwas noch Schlimmeres – dieses Ankleben an das Irdische führte zu einer immer schwächeren Beziehung zum Geistigen und nach dem Tod konnte das Ich nicht aufwachen (mit Ausnahme der Eingeweihten natürlich) und konnte nicht richtig an dem geistigen Leben dort teilnehmen, damit es sich auf das nächste Leben vorbereiten konnte. Das Ich als Substanz verschwand schon als Entwicklungsfaktor. Alles wurde durch die Illusion des niederen Ich ersetzt.

Das war die Situation in der vierten Kulturepoche. Was machte Christus, als er kam? Bei ihm ging alles von dem Jordanfluss. Lassen wir uns daran erinnern, was im „Fünften Evangelium“ steht: Als wir inkarnieren, arbeiten das Embryo, die Seele und das Ich an unserem Körper, bis wir geboren werden. Dann leben wir auf der Erde, sterben und gehen wieder nach oben zurück. Das ist der Kreis. Wir haben also eine embryonale Entwicklung im Mutterleib  und danach ein Erdenleben.

Wie kam Christus? Er ging den umgekehrten Weg. Er kam von außen. Als er sich im Jordanfluss mit dem Leib von Jesus verband, das war ähnlich wie der Augenblick unserer Empfängnis. Das ist Christus’ Eintritt in den Körper, d.h. das Ich von Christus beginnt, an diesen Leibern zu arbeiten. Während wir ein Embryo sind, beginnt unser Ich nach dem 20. Tag an unserem Leib zu arbeiten und ihn zu formieren. Das sind die Parallelen. Christus kam als ein Körper aus drei vorher geschaffenen Leibern und verwandelte ihn in den Geist.  Die drei Jahre, die Christus auf der Erde war, ähneln unserem Aufenthalt im Mutterleib. D.h. Christus war praktisch nicht auf Erden geboren. Das schließt nicht das Wesen seiner Inkarnation aus, denn im Moment, in dem er im Garten Gethsemane völlig mit dem physischen Leib verbunden war und ihn in einen Geistmenschen verwandelte, und die anderen Leiber hatte er schon vorher in Geist verwandelt, stand er vor seiner Geburt. So wie wir vor unserer Geburt unseren Leib völlig gestaltet haben, hatte Christus diesen Leib vollständig vorbereitet, der von anderen vorbereitet war und er verwandelten ihn in reinen Geist. Er kam, um gekreuzigt zu werden, damit jenes große Mysterium stattfinden sollte. In dem Moment, als er sagte, „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist“, und verschied, wurde Christus geboren. Jesus starb und Christus wurde geboren auf dem Erdenplan. Die Geburt Christi auf dem Erdenplan ist in dem Moment, in dem Jesus sein Leben aushaucht. Dann ging Christus mit dem Auferstehungsleib 40 Tage lang mit den Aposteln zusammen, Sie wissen, den Weg nach Emmaus usw. Das war Christi Wanderung auf der Erde. Was ist die Parallele in uns? Wenn wir geboren werden, leben wir 50 oder 100 Jahre und sterben. Diese 40 Tage Christi auf Erden sind unserem  Erdenleben ähnlich. Und Christus wanderte mit dem Auferstehungsleib auf der Erde. Mit welchem Körper, das ist die große Frage. Dann verschwand er, um zehn Tage später in der Gestalt des Heiligen Geistes, als Heiliger Geist in das Ich jedes Menschen herabzusteigen. Nicht als Auferstehungsleib, sondern als Heiliger Geist, wodurch er Zugang zu unserem Ich finden konnte, denn nur auf diese Weise konnte er unseren freien Willen nicht löschen. Christus lebt unbewusst in unserem Ich und alles Gute, was wir tun, tut der Christus, aber wir denken, dass wir es tun. Alles Böse, was wir tun, tun die Dunklen in uns. Es gibt kein Gutes im Menschen, egal ob es ein Inder, Mexikaner ist, was nicht vom Christus kommt. Kein anderer tut es, nur dass der Inder nicht weiß, dass Christus dieses Gute tut.

Wie ist Christus auferstanden? Wir danken wieder Vesselina Velkova, die diesen Artikel übersetzt hat, der aus einem der späteren nichtübersetzten Büchern Prokofieffs stammt. Seinem Freund Peter Selg gegenüber sprach er von mindestens vier Geschenken, für die er sehr dankbar war. Peter Selg erwähnt gerade dieses Geschenk Gottes an erster Stelle, die Unterscheidung zwischen dem Phantomleib und dem Auferstehungsleib. Ich stellte mir die Frage, um welchen Leib es geht?

Als Jesus verschied und ins Grab gelegt wurde, gab es ein Erdbeben, das Grab öffnete sich, der Leib ging hinein und das Grab schloss sich. Das ist die Hostie. Also die Bluttropfen gehen als Ich nieder auf die Erde und die Erde beginnt wie eine Sonne zu leuchten, denn das ist vergeistigtes Blut. Und der Leib, das ist nicht das flüssige, sondern das feste Element, das von der Erde aufgenommen wird als Hostie. Das, was reiner Geistmensch ist. Folglich beginnt die Erde sich auf zweierlei Weise zu vergeistigen, durch das flüssige und durch das feste Element. Das gehört nicht zu Prokofieffs Argumentation, das ist meine Argumentation.  Durch das Opfer, das Christus beim Geheimen Abendmahl darzubringen begann als Eindringen seines Ichs in die festen und flüssigen Elemente und Eindringen des Leibes („Nehmet, esset, das ist mein Leib …“)  konnte durch seinen Tod und vorher durch sein Blut zur Hostie werden. Deshalb ist die Erde mit den festen und flüssigen Elementen Christus, deshalb beginnt die Erde zu leuchten, stellen Sie sich vor, worum es geht, um die Vergeistigung der Knochen! Gleichzeitig konnte sein Umhang, d.h. die Aura der Erde nicht aufgeteilt werden. Wenn es irgendwo kracht, breitet sich die Radiation bis zum anderen Ende der Erde aus, d.h. wir atmen und essen und trinken Christus. Unser ganzes Erdenleben ist von Christus abhängig. Wir essen, trinken und atmen ihn. Ohne diese Prozesse können wir nicht existieren. Christus wurde tatsächlich zum Geist der Erde.

Was passierte? Was aus dem Grab auferstand, nennt Steiner das Phantom, die vollständig wiederhergestellte Form, die wir von Anfang an hatten und die nach der Ich-Versuchung beschädigt wurde. Deshalb hat Beinsa Douno im 20. Jahrhundert gesagt, dass der heutige Mensch eine Karikatur des ursprünglichen Menschen ist. Wenn man einen perfekten Körper sieht, ist das eigentlich nicht der Mensch, der ursprünglich geschaffen wurde mit dem durchsichtigen Phantom, in dem die Ich-Substanz der Elohim arbeiten sollte. Je mehr wir phantom-ähnlich werden, eine Beziehung zum Christus-Phantom haben, desto mehr nähern wir uns jener Form, in der wir als Ebenbild und Bildnis Gottes geschaffen wurden.

Wie kommt die Beziehung zum Christus-Phantom zustande?  Wenn man den Christus-Impuls aufnimmt und die Botschaft des Apostels Paulus bekennt, dass Jesus Christus, der Retter, starb und auferstand, hat man eine Beziehung zum Christus-Phantom. Wenn dieses Phantom einmal auferstanden ist, hat es nach dem Gesetz der spirituellen Ökonomie die Fähigkeit, sich ständig zu vervielfältigen. So wie das Quecksilber seine Tröpfchen versprüht und sie wieder anzieht, sind wir voneinander getrennt, aber wenn wir Christus aufnehmen, beginnen wir, uns vom Christus-Phantom anziehen zu lassen. Nicht vom Auferstehungsleib, sondern vom Phantom. Jeder kann ein individuelles Phantom erhalten von jenem Phantom. Auf diese Weise wird man gleichzeitig zur absoluten Individualität und durch das Merkurisch-Vereinigende des Christus-Phantoms  schafft dieses eine Bruderschaft von Individuen. Die Bedingung hierfür ist aber die richtige Einstellung zum Christus-Impuls und zwar der aktuellen Zeit entsprechend. Dann strömen die Kräfte des Lebens zu uns, zu unserem Ätherleib.U.a. habe ich mich vorgestern furchtbar erkältet, und ich wusste nicht, ob wir diese Veranstaltung durchführen konnten. Aber ich habe nicht ein einziges Mal gehustet heute nach jener schlimmen Erkältung.

Das Phantom ist die eine Seite. Die andere ist der Auferstehungsleib. Das hier ist Prokofieffs Beitrag. Nicht zufällig hat schon Emil Bock vom Körper gesprochen, der die Dichte eines Ätherleibes erhalten hat. Es ist weder physisch noch ätherisch. Diese Unterschiede macht Emil Bock, ein wunderbarer Theologiedoktor, nicht so präzise wie Prokofieff. Das Phantom ist das eine, was aus dem Grab auferstand, aber danach hat dieses Phantom den Ätherleib angezogen und das, was den Jüngern erschien, das sie mit anderem Bewusstsein sahen, war der Auferstehungsleib, mit dem Christus 40 tage lang auf der Erde wanderte. Das war eigentlich sein Leben auf Erden. Also das eine ist, was zur Erde abstieg und Blut und  physischen Leib aufnahm, das andere ist das Phantom, das dritte ist das, womit es erschien. Diesen Unterschied macht Steiner nicht so präzise und das erhält Prokofieff nicht zufällig als ein Geschenk Gottes. Danach kam das zweite Geschenk, dass er sah, dass die Meditation des grundlegenden Steines eine Beziehung zum Auferstehungsleib hat. In den 19 esoterischen Lektionen der ersten Klasse wird der Weg vom Jesus zum Christus-Bewusstsein zurückgelegt. Er spricht auch davon, dass im Inneren der Erde dort, wo die erste Hierarchie der Götter arbeitet, diese nur durch die Mitternachtsstunde des Daseins vom Bösen getrennt. Das Böse und die erste Hierarchie der Götter wirken im Inneren der Erde, nur durch die Mitternachtsstunde des Daseins getrennt. Im erwähnten Artikel spricht Prokofieff darüber, dass im Moment, in dem das Mysterium von Golgatha geschah, die Mitternachtsstunde des Daseins auf die Erde kam.

Was ist die Mitternachtsstunde des Daseins?  Nach dem Tod  kommen zum höchsten Punkt, zum höheren Devachan und zu der Sphäre der Bodhisattvas, jener zwölf, zu denen Beinsa Douno gehört, eigentlich nur die Eingeweihten. Alle anderen Verstorbenen erreichen die Sphäre zwischen Mars und Jupiter. Diese Mitternachtsstunde des Daseins ging nieder auf die Erde am Golgatha, als Christus geboren wurde und am Pfingsttag, als er in jedes Menschen-Ich herabstieg, holte er das Devachan herunter. Wenn wir sterben, gehen wir über die astralische Welt, die Hölle, nach einem Drittel des Erdenlebens erreichen wir die Sonnensphäre ohne Karma. Danach steigen wir zu Mars, Jupiter usw. auf. Also nach unserem Tod legen wir den Weg zur Weltmitternacht zurück, jeder, der dorthin gelangt, sieht, wie die neun Hierarchien und die Gruppenwesen des Karmas und alle Geistigkeit im Kosmos das Karma des Kosmos schafft und synchronisiert. Das ist der mächtigste Eindruck, den eine Seele haben kann, wenn sie überhaupt dorthin gelangt. Wenn sie wieder auf die Erde kommt, möchte sie jenes Erlebnis in der Form der Weltbruderschaft, die sie dort gesehen hat, auf die Erde holen. Das nennt man Weltmittag. Steiner spricht von zwei Kulten, einen sakramentalen, kirchlichen und den entgegengesetzten, der in den Geheimgesellschaften wie bei den Rosenkreuzern gepflegt wird d.h. es gibt den  kosmischen Kult und unten den Weltmittag.

Christus hat sich nicht zurückgezogen und sich zu Gott gesetzt, sondern er hat das Devachan, sein Reich herunter in den Menschen gezogen und begann, im Menschen zu leben und seitdem ist er immer mit uns verbunden. Er hat den entgegengesetzten Weg zurückgelegt im Unterschied zum Menschen, der nach seinem Tod in die andere Richtung geht. Das war das zweite große Opfer Christi, dass er seine Evolution, sein Dasein für immer mit uns verbunden hat. Von unserer Ich-Evolution hängt es ab, wie viele Leiden er zu ertragen hat in der Zukunft.

Wer sind die Helfer, die Christus dabei unterstützen? Der eine ist zweifelsohne Kaspar Hauser. Durch diese Leiden Christi wurde überhaupt die Auferstehung und die Zukunft der Menschheit möglich. Wie hat sich aber Kaspar Hauser da reingemischt? In den Evangelien gibt es sieben Sätze, die Christus vom Kreuz aus sagt. Wohlgemerkt, die bewegendsten Sätze kommen im Lukasevangelium vor. Es sind drei Sätze. Der eine lautet „Gott, in deine Hände lege ich meinen Geist!“.  Der andere lautet „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Und den dritten Satz finden wir in die Anrede des Räubers. Kommen Sie schon dahinter?  In der vorvorletzten Vorlesungen, als ich nach Ende der Vorlesung über Longinus sprach, kam mein Bruder und sagte zu mir: “Hast du dich schon gefragt, wer der gute Räuber ist?“ Ich habe es verneint, dann meinte mein Bruder, ich solle die Frage stellen und schauen, wie die Antwort sein werde. Er hatte diese Frage gestellt, nicht ich.

 

Von den beiden Räubern, die an den Seiten Christi standen, war derjenige, dem Christus antwortete, der gute. Unten standen die irren Schaulustigen und die Kriegsknechte sagten zu Christus: „Bist du der Juden König, so helf dir selber!“ Christus sagte, „Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun!“ Das gleiche sagte Kaspar Hauser, ich vergebe allen. Der Räuber zur linken Seite Christi sagte und durch ihn sagte Ahriman:“ Bist du Christus,  so hilf dir selber und uns!“ Christus antwortete ihm nicht. An seiner rechten Seite hing der andere Räuber, in dem der Samen des Glaubens lebendig war. Christus stand an seiner linken Seite. Deshalb begannen Kaspars linke Seite, die linke Seite seiner Stirn und seine linke Hand und sein linker Arm zu vibrieren, wenn er sich stark aufregte. Stellen Sie sich vor, was er erlebt hat im aufregendsten Augenblick der ganzen menschlichen Entwicklung! Er wendet sich an den anderen Räuber und sagt: “ Und wir zwar sind billig darin, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes getan!“

 

Das steht nur im Lukasevangelium, dem Warmherzigsten von allen Evangelien. Und dann wendet sich der gute Räuber an Christus: “Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Und Christus antwortet ihm, nur ihm, dem einzigen Menschen, zu dem er vom Kreuz aus spricht: „Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein!“ D.h.., in Steiners Worten, wenn du weißt, dass die Beziehung zur geistigen Welt existiert, wirst du heute mit mir im Paradies sein. Heute wirst du eine Beziehung zum Phantom haben, mit dem Auferstehungsleib.

Stellen Sie sich nun vor, warum Napoleon Kaspar Hausers Weg einebnen musste. „Weil er ihn erstochen hat.“ (Zwischenruf aus dem Auditorium). Lassen wir uns einmal diesen bewegendsten Augenblick vorstellen, wie die Drei gekreuzigt werden vor dem Mittag. Man hatte ihnen die Füße gestützt, damit ihre Leiden länger dauerten.  Manchmal blieben Gekreuzigte drei Tage lang am Kreuz. Da sein vom Geist verbrannter Leib erschöpft war, starb Christus um drei Uhr nachmittags. Die anderen lebten dann noch.  Wir wissen nicht, was ihr Verbrechen war, aber die Worte „Wir empfangen, was unsere Taten wert sind“ zeigen, dass sie nach den damaligen Gesetzen gesündigt hatten.

Schon um Mittag 12 Uhr beginnt eine Finsternis,  es kommt Angst auf, Christus stirbt und es kommen jene Sätze „Mich dürstet“, „Es ist vollbracht“, die im Markus- und Mathäusevangelium vorkommen. Welche Sätze kommen nur im Lukasevangelium vor? Christus antwortet auf die Frage einer am Kreuz hängenden Person, nur ihr! Um was für eine Individualität hat es sich wohl gehandelt! Das ist die Offenbarung vom Mittwoch. Wir werden sehen, wer sie in einem vorherigen Leben war und wie sich die Übergänge zwischen Alttestamentarischem und Neutestamentarischem gestalten.

Nachdem Jesus starb und es finster wurde, kamen Pharisäer, Sadukäer, wollten, dass die Gekreuzigten sterben, denn am anderen Tag sollte das Passah-Fest stattfinden, es sollten keine Verbrecher am Kreuz hängen. Die Beiden lebten noch, Jesus war gestorben und Christus war geboren, so wie wir aus dem Mutterleib herauskommen. Es kamen jene, brachen die Schienbeinknochen der Gekreuzigten, damit sie schneller sterben, denn sie lebten noch. Deshalb waren Kaspar Hausers Beinknochen und Knie anders gebaut. Als Dr. Preu ihn untersuchte, stellte er fest, dass das Kniegelenk in gerader Streckung beim Sitzen auf dem Boden so fest lag, dass man kaum ein Kartenblatt unter die Kniekehle schieben konnte. Seine Knie und seine Schienbeinknochen waren anders gebaut.

Wir wissen, dass die Schienbeinknochen der Räuber gebrochen wurden, aber bei Christus durfte nichts gebrochen werden, denn er drang ein und vergeisterte sogar den physischen Leib. Das Blut wurde vergeistigt, aber es wird im Rückgrat produziert, wovon Prokofieff  richtigerweise spricht, im Knochenmark. Sie wissen, wenn das Knochenmark nicht funktioniert, kommt es zu Leukämie. Wir haben es also mit einer Vergeistigung des Blutes und der Knochen zu tun und damit das Phantom in seinem ursprünglichen Glanz erwachen konnte, durfte kein Knochen gebrochen werden. Nachdem Christus von Longinus mit der Lanze gestoßen wurde und dieser somit seine Aufgabe erfüllte, wurde Blut vergossen. Das geschah später, als Joseph von Arimathäa da war, lebten die beiden Räuber noch. In dem Moment also, als Joseph von Arimathäa kam und Longinus Christus stach und der Kelch gereicht wurde, wurden gerade die Beinknochen der beiden gebrochen. In dem Moment, in dem Joseph von Arimathäa den Kelch untersetzt und das Mysterium des Gral anfängt, sieht jener Räuber den Anfang des Gralsmysteriums mit seinem wachen Bewusstsein. Sogar Johannes, dessen Bewusstsein über dem höheren Devachan war, dort, wo die Boddhisattvas sind, in der Sphäre der Vorsehung, konnte die physische Tatsache nicht erfassen, selbst derjenige, der der zukünftige Christian Rosenkreutz wurde! Jungfrau Sophia, die das ganze Wissen darüber trägt, ich nehme an, sie hatte auch ein höheres gnostisches Bewusstsein in diesem Augenblick. Ob das stimmt? Das ist eine große Frage, wir stellen sie hiermit. Es geht darum, dass derjenige, der Christi Leiden am stärksten erlebt hat, Christian Rosenkreutz ist laut Steiner. Er sagt auch, außer Christian Rosenkreutz hat Kaspar Hauser am direktesten, am wesentlichsten die Leiden Christi erlebt. Johannes war unten, aber Kaspar war oben am Kreuz und Christus und er sprachen zueinander.

Was passiert? Warum kam diese Offenbarung zwölf Jahren später? Es gibt einen Vortrag von Radoslav Radev aus Plovdiv,  „Das Symbol des kosmischen Kreuzes“, den er am 05.04. 2004 vor Anthroposophen gehalten hat. Er spricht über das Kreuz mit einem tiefen Verständnis, obwohl er jung ist, zweifelsohne ist er eine spezielle Seele. Nach dem Vortrag sagten teilnehmende Anthroposophen: „ Fällt dir etwas nicht auf? Können wir nicht von den beiden Räubern am Kreuz denjenigen, der an Christus glaubte als Vertreter der Menschen sehen, die mit den hellen Mächten verbunden sind und den anderen als Urbild derjenigen, die nicht an Christus glauben werden, als Vertreter der dunklen Mächte von Saturn bis Vulkan?  Und Radoslav Radev meinte danach, als er seinen Vortrag ins Internet stellte, dass ihm dieser Einfall sehr gut gefiel und er ihn in den Vortrag aufnehmen wolle. Als ich diesen Vortrag mit diesem Einfall las, meinte ich, dass es hier etwas gibt. Das ist der lebendige Augenblick! Radoslav Radev hat diesen Vortrag am 05.05.2004 gehalten, am 05.03.2016 wusste ich, wer Kaspar Hauser war,  zwölf Jahre später. Die Antwort, die zwölf Jahre warten musste. Aber es ist wichtig, die richtigen Fragen zu stellen.

Longinus, der später Napoleon wurde, hat seine Aufgabe erfüllt. Dort oben am Kreuz war der Räuber, der den Anfang des Gralsmysteriums sah, deshalb musste er zur Stütze der Gralsmysterien in Süddeutschland werden. Verstehen Sie, was dieser Mensch erlebte, der alles mit seinem wachen Tagesbewusstsein sah, als er gekreuzigt wurde und die Leiden selbst erlitt und der Christus vor seinem Tod,  und vor dessen Geburt auf dem Erdenplan noch wiedererkannt hatte?  Alles, was Christus erlebte, hat Kaspar Hauser von Anfang an miterlebt dort im Ätherpunkt der Erde.

Was für eine Individualität könnte er sein? Seit dieser Beziehung zu Christus ist er der erste Mensch auf der Erde, der den Tod „In Christo morimur“ erlebt hat. Er ist das Urbild der zukünftigen guten Rasse, so wie der andere Räuber, wessen Inkarnation ist er wohl? – das Urbild der bösen Rasse ist. In der Zukunft wird es bekannterweise zwei Rassen geben. Das ist das Urbild derjenigen, die Christus finden werden und die die Menschen mit weißen Gewändern sein werden, von denen in Johannes’ Apokalypse die Rede ist.

Nachdem ich das begriffen hatte, spürte ich während eines sehr interessantes und besonderen Gesprächs mit meiner Frau, dass es noch etwas anderes gab. Ich möchte keine Details über den Mechanismus erwähnen, wie das passierte, aber es war sehr aufschlussreich und es kam zum ersten Mal auf diese Weise.

Sie wissen, dass ich in meiner Vorlesung über Skythianos während der Konferenz „Die Seele Europas“ 2014 in Varna jene fünf Individualitäten aufzeigte, die oben anwesend sind, und dabei die drei Könige erwähnte. Nicht zufällig haben wir nun auch den Kaspar erwähnt. Steiner hat nur eine von diesen drei Individualitäten beleuchtet, nämlich den Pythagoras, den Vertreter des Denkens. Prokofieff sagt, dass man leicht darauf kommen kann, dass die anderen zwei Individualitäten waren der Prophet Daniel, der in babylonischer Gefangenschaft unter Nabuchodonosor war und Kyros der Große, der die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft befreite, sie ins Gelobte Land zurückschickte und den Salomonischen Tempel wieder aufbaute, das Symbol der alttestamentarischen Weltanschauung.  Prokofieff sagt, dass Danail und Kyros der Große die anderen zwei Könige sind. Als ich den Vortrag über Skythianos hielt, erwähnte ich das. Nachdem wir uns in die Sache ernsthafter vertieft hatten, erwies sich, dass die vorherige Inkarnation dieses Räubers und des Urbildes der guten Rasse Kyros der Große war. Kyros der Große war derjenige, der es der alttestamentarischen Vorsehung ermöglichte, sich zu erfüllen. Er war es, der später als der Räuber am Kreuz inkarnierte.

Hier taucht natürlich die Frage auf, wieso Kyros der Große als ein Räuber inkarnieren konnte. Das größte Gut wird nur durch das Böse ermöglicht. Kyros der Große hat Babylon friedlich erobert und befreit. Interessanterweise wurde er, wie ich schon mal erwähnt habe, von der Anführerin der bulgarischen Kimmeriern, Thamyris, ermordet. Diese Individualität, der einen Schlüsselplatz in diesem Drama zukommt, ist jener Räuber, der später als Kaspar Hauser inkarnierte.

Folglich sieht man die manichäische Verbindung, die Verbindung zum Gral deutlich, die fundamentale Trennung der Menschheit, die Radoslav Radev sehr gut veranschaulicht hat, dass wir zuerst eine Einheit bilden, dann in Gute und Böse geteilt werden und danach wieder eine Einheit bilden sollen. Die Aufgabe dieser Individualität besteht darin, dass es immer eine Rückkehr zur Vorsehung gibt, als Kyros der Große, als der Räuber, als Kaspar Hauser, es ist möglich dass auch dazwischen christliche Inkarnationen von ihm gab.  Wenn die größten Individualitäten der Menschheit inkarnieren, inkarniert er auch. Dass er über ein immenses Gedächtnis verfügte und wie ein versprengter Atlanter aussah, wie Steiner gesagt haben soll, sehen Sie, wie viele falsche Spuren es gab? So wie es in der Weißen Bruderschaft Legenden gibt, so gibt es hier auch Legenden. Beinsa Douno soll dies und jenes gesagt haben, was überhaupt nicht stimmt. Man muss von Anthroposophie verstehen, um zu begreifen, was Beinsa Douno gesagt haben kann und was nicht.

Für diese Vorlesung, die ich mit großem Enthusiasmus vorbereitete,  haben ihren Beitrag geleistet Evgeni (mein Bruder), Rada (meine Frau), Stella, die eine Vorlesung über das Golgatha wünschte und Radoslav Radev, die er vielleicht schon vergessen hat. Die Beziehung zu Napoleon, die wir besprochen haben,  existiert, denn Longinus leitet diejenigen, die die Beine der Gekreuzigten brechen, er tritt in eine karmische Beziehung zu denjenigen ein, deren Knochen gebrochen werden. Deshalb musste Napoleon die Bedingungen für Kaspar Hausers Wirken schaffen und auf diese Weise sein Karma auszahlen. Das hat er nur auf dem äußeren Plan gemacht, aber die geistigen Bedingungen hat er vergessen. Ich hoffe, dass der inkarnierte Napoleon jetzt seine Mission nicht vergessen und das Richtige wählen wird.

Ich danke für die Aufmerksamkeit. Es blieben vielleicht zahlreiche Einzelheiten, unerwähnt, die aber in einer Buchvariante mitgeteilt werden. Mein besonderer Dank gilt natürlich Peter Tradowsky für sein Buch über Kaspar Hauser, dem ich die Informationen entnahm, und der lange Zeit seines Lebens benutzte, um die Beeren mit Informationen über Kaspar Hauser aufzulesen, der aber nicht zu der Lösung des Rätsels kam. Mir wurde die Lösung förmlich gegeben, damit ich mit dieser Einstellung auf diese Vorlesung komme und ich habe vor Ergriffenheit geweint. Ich war allein und habe mich ausgeweint, Nur ich und die geistige Welt waren dabei. Das ist eine sehr schöne Situation. Ich hoffe, dass dieses Material irgendwann, in irgendeiner Weise Peter Tradowsky erreichen wird, damit seine Bemühungen Früchte tragen werden, zu dem ich ohne ihn zu kennen, eine sehr gute Einstellung habe, u.a. im Zusammenhang mit seinem Einsatz um Judith von Halle. Ich danke noch mal für die Aufmerksamkeit.

 

 

 

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