Archiv für den Monat Mai 2016

Die Große Schlacht auf Erden

Armagedon

Rila-Kloster, „Harmagedon“, Wandmalerei im Narthex der Kirche


        vorgetragen von Dimitar Mangurov am 12.08.2012 in Varna

Die Vorlesung im PDF-Format

Da erschien ein großes Zeichen am Himmel: Ich sah eine Frau, die mit der Sonne bekleidet war; sie hatte den Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Kopf trug sie eine Krone aus zwölf Sternen.

Apokalypse 12, 1-6

In der Passionswoche besuchte uns der Begründer der Internetseite otizvora.com Ivan Stamenov und traf sich mit einigen Teilnehmern unserer Gruppe für esoterisches Christentum „Der Geist der Wahrheit“. Nachdem sich unser Gast verabschiedet hatte, setzten wir unsere Diskussion über ernsthafte geistige Themen fort, wobei sich das Gespräch hauptsächlich um das Golgatha-Mysterium drehte. Zum Schluss erzählte ich meinem Bruder von meinem besonderen Gefühl, dass die Frage nach der Himmlischen Sophia immer mehr in den Vordergrund tritt. Dieses Gefühl „materialisierte sich“ später während der Passionswoche aus dem Unterbewusstsein heraus in klares Denken in meinem wachen Ich-Bewusstsein durch eine Reihe von Begegnungen, die neben der Bewusstwerdung auch zu der Enthüllung eines lange bewahrten Geheimnisses der christlichen Esoterik führen sollte.

Das himmlische Osterfest war am 08.04. und das orthodoxe Osterfest folgte eine Woche später, und meine Frau und ich führten damals ein stundenlanges Gespräch mit einigen Gleichgesinnten. Die Anwesenheit der geistigen Welt wurde sehr stark empfunden, damit wir auf die übliche Art das von ihr Vermittelte empfangen konnten, nämlich: „Es ist vor allem Weisheit notwendig!“

Am nächsten Tag fuhren meine Frau und ich nach Stara Zagora, um Formalitäten und Ämtergänge zu erledigen. Unterwegs besuchten wir das Dorf Korten, wo einer der wenigen bulgarischen Anthroposophen wohnt, der sich der Dramatik der gegenwärtigen Zeit und der Bedeutung unserer heutigen Inkarnation für die weitere Entwicklung der Erdenevolution bewusst ist. Es war ein herrlicher, ruhiger und sonniger Tag, es standen drei Stühle unter einem alten Obstbaum – was brauchte man mehr für eine sechsstündige intensive Zusammenkunft in Christi Namen?! Hier wurde die Botschaft des Himmels konkreter: „Die Verbindung mit der Wesenheit Anthropos-Sophia ist sehr wichtig!“. Etwas später begann ich, über die Loge der zwölf Meister aus dem ätherischen Christus-Shamballa zu reden und erzählte, dass sieben von ihnen immer in einem physischen Körper unter den Menschen leben. Wenn jemand von den Meistern nach oben zurückgeht, steigt ein anderer herab, um ihn zu ersetzen. Ich erklärte weiter, dass die Meister inkognito wirken, indem sie durch auserwählte Seelen Ideen in sieben Richtungen (Strahlen) ausbreiten, welche unser ganzes Leben umfassen. Diese Ideen sind gerade das verbindende Glied zwischen dem mikrokosmischen Menschen und den makrokosmischen Göttern, welche an der Erfüllung des Willen Christi nach dem höchsten Plan des Vatergottes wirken. Das Erspüren der Ideen, die die Hierarchien herunterreichen, ist unsere wahre Kommunion heute und die tatsächliche Zusammenarbeit mit dem Erlöser, bevor wir endgültig über die Schwelle zur übersinnlichen Welt beim Einweihungsakt schreiten. Die Meister warnten unmissverständlich, dass „niemand eine christliche Einweihung unter den heutigen Bedingungen erfahren darf, ohne die göttliche Vorsehung für die menschliche Entwicklung zu kennen.“ Das Wesen der Vorsehung kann man mit der Wahrheit (dem Heiligen Geist) enthüllen, die laut Beinsa Douno „mit den Sonnen spricht“ und uns zugänglich wird nur bei der „Ehe“ in unserem menschlichen Ich zwischen der Liebe (dem Vater) und der Weisheit (des Sohnes). Die Liebe unseres Ich zum Vater ist die obligatorische Bedingung, wenn wir zu der Sonnensphäre (dem Himmelsreich) hinaufstreben. Doch laut Beinsa Douno können wir diese Sphäre „nicht mit Liebe, sondern mit Weisheit betreten“. Die Weisheit strömt aus der Loge der zwölf Bodhisattvas um das Zentrum Christus über die höheren Wesensglieder der Himmlischen Sophia zur Anthroposophia hinunter, um von den zwölf Meistern der ätherischen Stadt Shamballa übernommen und als die erwähnten Weisheitsideen zu den Ichen auserwählter Menschen geschickt zu werden, in denen die Begegnung mit der Liebe des Vaters stattfindet. Das Ergebnis der Begegnung, – die im Ich neugeborene Weisheit -, ist der Heilige Pfingstgeist als Wahrheit (kosmische Liebe), durch den heute im Unterschied zur Vergangenheit der Mensch an den Großen Hüter der Schwelle Christus vor der Sonnensphäre tritt und von Ihm das Abendmahl „empfängt“. Das bedeutet, dass Christus ihm allmählich die Vorsehung Gottes für die Erdentwicklung und die Entwicklung des ganzen Kosmos enthüllt. Der Große Hüter hält nämlich den Schlüssel des Gedächtnisses und der Zukunft des Makrokosmos. Dies ist eine erhabene Perspektive vor dem Menschen, aber nur wenn er ständig Schritte in die richtige Richtung macht.

Erst nach zwölfjährigen Bemühungen (wie symptomatisch!) in diese Richtung durch die Synthese der zwei esoterischen christlichen Impulse des 20. Jh. beschlossen zwei Meister aus dem ätherischen Shamballa, sich uns in Korten namentlich vorzustellen: Nazarathos und Serapis. Warum gerade sie?

Um diese Frage genau zu beantworten, muss man das Wirkungsfeld der Meister und die Eigenschaften kennen, die sie im Menschen stimulieren.

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Die angeführte Liste stammt von der östlichen Schule. Es ist ersichtlich, dass die sieben Strahlen mit ihren Farben auf die Aktivierung der unbeweglichen Lotusblätter unserer Chakren und die allmähliche Verwandlung des Menschen in einen „himmlischen Regenbogen“ wirken. Damit arbeiten die Meister an der Wiederherstellung der Verbindung zwischen dem Mikro- und Makrokosmos, die während des Zeitalters des Materialismus abhanden kommt. Von wesentlicher Bedeutung ist es, dass der Mensch jetzt und in der Zukunft den ersten Schritt macht. Deshalb hat der Regenbogen im zweiten, vierten und siebten Siegel in der Apokalypse des Johannes eine jeweils unterschiedliche Bedeutung. Das zweite Siegel symbolisiert das schöpferische makrokosmische Weltprinzip, das in den vergangenen Epochen über die vier Gruppenseelen als siebengliedrig gewirkt hat. Gleichzeitig weist es auf das Christus-Lamm als unsere zukünftige einheitliche Gruppenseele hin. Auf dem vierten Siegel beginnt der Mensch unseres Zeitalters, in sich selbst wie in einem Buch zu lesen und bewusst mit dem Regenbogen – dem Makrokosmos – zu arbeiten. Auf dem siebten Siegel ist der Prozess vollendet – durch den Inhalt des Grals (der kosmischen Liebe und der Widerspiegelung des Christus-Ich) hat der Mensch die Einschränkungen des Fleisches im dreidimensionalen Raum überwunden, ist zu einer „Taube“, also zu einem Heiligen Geist geworden und fliegt zur unsichtbaren Welt, indem er sich in einen siebengliedrigen schöpferischen Regenbogen verwandelt.

Dorthin führen uns die Zwölf aus dem ätherischen Shamballa, die die Namen El Morya, Kuthumi usw. tragen. Aber es ist gut zu wissen, dass diese Namen lediglich Platzhalter sind, denn die wahren Namen der Meister besitzen eine okkulte Kraft und sind uns aus verschiedenen Gründen bisher unbekannt. Das gilt auch für die beiden, die sich uns in Korten „vorstellten“ – Nazarathos und Serapis. Unter Nazarathos müssen wir heute nicht den persisch-babylonischen, vielleicht aus Balhara stammenden Zoroaster bzw. Zarathustra verstehen, sondern den Meister Jesus mit dem Ich desselben Zarathustra in sich. Dieser Meister enthüllt uns die großen sakralen Geheimnisse der Christus-Opfer bei dem Ersten und Zweiten Golgatha. Der Meister Serapis führt uns auch nicht zu dem alten vorchristlichen Kult aus dem Zeitalter der ägyptischen Ptolemäer, sondern zeigt uns den Sinn des heutigen kultischen Lebens zur Herstellung einer rechtmäßigen Beziehung zwischen dem Menschen und den göttlichen Hierarchien. Der Erstere wirkt häufiger durch mich und der Letztere – durch meine Frau. Natürlich schließt dies nicht die Teilnahme der anderen Meister in der Verwirklichung des Werkes aus, das im Herbst 2000 begonnen und die Heranbildung einer Kombination von Eigenschaften in uns bewirkt hat. Von den heutigen geistig Suchenden wird erwartet, dass sie eine Art Widerspiegelung der sieben obenerwähnten Strahlen werden, was unter den Bedingungen der fast vollständigen Kontrolle durch Ahriman im Erdenleben außerordentlich schwierig wird. Wir müssen die Meister selbst suchen und uns auf eine Zusammenarbeit mit ihnen nach ihren eigenen Kriterien vorbereiten. Dann werden sie uns in die vorgesehene Richtung führen. Ihr Hauptkriterium bei der Zusammenarbeit mit uns ist „das Verständnis der Bedeutung des Golgatha-Mysteriums für die Evolution der Erde und des ganzen Kosmos“. In der östlichen Schule fehlt dieses Verständnis. Deshalb ist die obenerwähnte Liste nicht ganz korrekt. Ab dem 20. Jahrhundert emanzipierte sich die westliche Schule von der einheitlichen Ost-West-Schule und das übersinnliche „Altar“ für die Einweihung (die Synthese zwischen der Liebe und der Weisheit) wird schon durch Christian Rosenkreutz und Rudolf Steiner bewacht. Der Erstere steckt hinter dem am Anfang angedeuteten Geheimnis.

Es ist angebracht, an dieser Stelle einige Erläuterungen hinsichtlich der besagten Meister aus der Großen Loge zu geben, die die Menschheit führen und die Rudolf Steiner „Die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ nennt.  Am höchsten stehen die zwölf Bodhisattvas, die Christus über den Heiligen Geist leitet. Als Steiner das Wesen der Bodhisattvas begriff, begann er über zwölf Weltansichten, über die Betrachtung jeder Erscheinung von zwölf Standpunkten aus zu reden, denn durch den zukünftigen Buddha Maitreya wirkte auf ihn die ganze Sphäre bzw. Loge der Bodhisattvas. Diese zwölffache Wirkung aus der Sphäre der Vorsehung können wir ‚Sternenwirkung’ nennen und sie bringt das höhere Wesen der Bezeichnung „Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ zum Ausdruck.

Aber neben den Bodhisattvas gibt es in dieser Loge weitere Meister, die auch mit der Welt der Vorsehung verbunden sind und von dort Impulse für ihre Tätigkeit empfangen. Steiner hat unmissverständlich gesagt, dass wir bei der Nennung der Namen Skythianos, Zarathustra, Buddha über drei Bodhisattva-Verkörperungen reden. Skythianos und Zarathustra selbst sind nicht Teil der Gruppe der zwölf Bodhisattvas, aber sie sind in bestimmten Perioden der Menschheitsgeschichte zum Gefäß der Verkörperung oder Tätigkeit einiger der Bodhisattvas geworden. D.h., dass sie durch den Heiligen Geist durchdrungen wurden. El Morya, Serapis, Manes, Steiner und die restlichen sind Meister, denn sie sind auch vom Heiligen Geist durchdrungen. Im Unterschied von der Sternenwirkung des Heiligen Geistes durch den inkarnierten Bodhisattva, können wir die Wirkung des Heiligen Geistes unter den Menschen durch die Meister (El Morya, Serapis usw.) eine ‚Planetenwirkung’ nennen, denn sie wird aus einer zwölffachen Wirkung heraus in die sieben erwähnten Strahlen transformiert. Beinsa Douno spricht auch von „Großen Brüdern“ aus sieben Kategorien, die in den geistigen Sphären der Erde wirken. Natürlich meint er mit „Großen Brüdern“ nicht nur fortgeschrittene Wesen der menschlichen Evolution (die Bodhisattvas sind das ja auch), sondern auch die anderen Wesenheiten (Engel, Erzengel usw.) des makrokosmischen Menschen, die in der geistigen Erdensphäre in sieben Richtungen wirken. In dieser uns am nächsten liegenden Sphäre, die in der christlichen Esoterik als „ätherisches Christus-Shamballa“ bekannt ist, erfolgt der Übergang von der „Sterneneinwirkung“ zur „Planeteneinwirkung“, wobei erstere die führende ist, die über die Bodhisattvas hinuntersteigt. Deswegen hat die Enthüllung der Identität des jetzigen Bodhisattva eine immense Bedeutung für das gesamte geistige Leben der Menschheit!

Von der Anthroposophie ist uns bekannt, dass der Übergang von „Sterneneinwirkungen“ zu „planetarischen“ Einwirkungen in der Sphäre der heutigen Sonne erfolgt. Warum halten wir dann das ätherische Shamballa für die andere „Sonnensphäre“ bei diesem Übergang? Der erste Übergang ist mit den Göttern verbunden und wir können ihn makrokosmisch nennen, während sich der zweite Übergang eher auf die „Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ bezieht und folglich mikrokosmisch genannt werden kann.

Gerade im Christus-Shamballa begann die Erde sich nach dem Mysterium von Golgatha von einem Planeten in eine neue Sonne (den sog. geistigen Jupiter) zu verwandeln, die im Unterschied zu der heutigen Sonne von Wesenheiten mit einem freien Willen geschaffen werden wird. Wir Menschen sind auserwählt, diesen bemerkenswerten Sprung in der Evolution des Göttlichen Werkes durch die Christus-Kraft in unserem Ich zu machen. Die Meister führen uns zum zukünftigen Jupiter, dessen Errichtung unsere Hauptaufgabe im heutigen irdischen Äon ist!

Nach den Aufregungen im Dorf Korten stand uns am nächsten Tag in Stara Zagora eine noch größere Überraschung bevor. Innerhalb von wenigen Stunden erledigten wir unseren Kram und betraten den gut sortierten Buchladen in der Hauptstraße des Stadtzentrums. Ich stand vor dem Regal mit den Geschichtsbüchern und schaute mir Neuerscheinungen an, als durch die Tür ein grob gebauter, etwa 120 Kilo schwerer Mann hereintrat. Von ihm hätte ich nie die Frage erwartet, die er an die Verkäuferin richtete: „Wo sind Rudolf Steiners Bücher?“ Nach ihrem Hinweis griff der seltsame Kunde zu der Reihe mit anthroposophischer Literatur und nahm symbolhaft GA 130 heraus. Das Geheimnis, das ich am Anfang erwähnte, wird gerade in diesem Buch erwähnt.

In jenem Augenblick aber ahnte ich nicht, wohin mich die Meister führten, sondern dachte von dem Mann: „Du bist noch weit entfernt davon, das esoterische Christentum zu begreifen“. GA 130 wurde in der Tat zurückgelegt und es wurden ein zweites, drittes und viertes Buch umgeblättert. Es war deutlich, wie die Orientierungslosigkeit und die anwachsende Unruhe langsam den Riesen von seiner ursprünglichen Absicht, Steiner für sich zu entdecken, entfernten. Der durch den freien Willen zustandegebrachte Wunsch hätte ohne den Eingriff der Notwendigkeit unerfüllt bleiben können. Ich war in jenem Augenblick die „Notwendigkeit“ und entschloss mich deshalb zu handeln. Indem ich auf die anthroposophische Literatur zeigte, erklärte ich entschieden: „Wer diese Bücher nicht gelesen hat, hat keine Ahnung!“ Im Raum gab es weitere Kunden, doch keiner von ihnen reagierte auf die Herausforderung. Nur der große Mann drehte sich zu mir und redete los: „Ich habe vieles von Peter Danov gelesen, aber von Steiner noch nichts. Ich war bei den Protestanten, Mormonen und in anderen Kirchen, aber dort gab es nicht das, wonach ich suchte. Bin 50, habe in einem Bergwerk gearbeitet, danach war ich Schweinehalter…“

Ich habe mir die Vorstellung angehört und griff seine Hände: „ Dreh sie um, damit ich deine Linien sehen kann!“ Dann sprach ich in einer solchen Weise zu ihm, dass er nach zwei oder drei Minuten den Ärmel seines rechten Armes aufkrempelte und mit feuchten Augen sagte: „Schau! Seitdem du redest, habe ich eine Gänsehaut. Mit meinem Herzen weiß ich, dass alles, was du sagst, stimmt.“ „Ich weiß nicht, ob du mir glaubst“, setzte er fort, „aber heute Morgen habe ich zu Gott gebetet, dass er jemanden schickt, der mir den richtigen Weg weist. Ich habe viele geistige Erfahrungen. Ich habe Christus, Peter Danov, Wassil Lewski und Christo Botev gesehen (Lewski und Botev sind Revolutionäre und Kämpfer für die Befreiung Bulgariens vom türkischen Joch)… Die Sphäre von Christus ist endlos, die von Danov – so groß wie ein Fußballfeld und die von Lewski und Botev sind ganz klein.“

Ich habe ihn nach den Details ausgefragt, etwa was für ein Licht Christus ausstrahlt, ob Er einen Bart hat usw. Dieser Mann war dem ätherischen Christus begegnet, ohne etwas von der Existenz der Anthroposophie geahnt zu haben! So wie Jesaiah Ben-Aharon musste er später die geistige Wissenschaft entdecken, um zu begreifen, was er in seiner Jugend gesehen hatte. Also stand dieser Seele eine aufregende Begegnung mit dem Wesen Anthroposophia bevor. Wie er diese erleben würde, hängt von der Reife seines Verstandes ab, aber nachdem die wunderbaren Wege des Vaters meinen Weg mit dem seinen gekreuzt hatte, war ich wie Parzival verpflichtet, ihn zu fragen, ob Christus zu ihm gesprochen hatte. Die genauen Worte des Erlösers seien gewesen: „Heute ist es am wichtigsten, für Eva Geburtshilfe zu leisten!“

Vor zehn Tagen startete ich beim Gefühl von der Himmlischen Sophia, ging über das Bedürfnis der Weisheit und die Wichtigkeit der Wesenheit Anthropos-Sophia, um zu der Botschaft von Christus selbst von der „Geburtshilfe für Eva“ zu gelangen. Im März hatte ich nicht zufällig vor der Gruppe „Der Geist der Wahrheit“ eine lange Vorlesung gehalten, die auch auf diese Frage eingeht. Diese Vorlesung ist wie viele andere auch nicht veröffentlicht. In den vorliegenden Ausführungen werde ich Teile von ihnen verwenden, um zu verdeutlichen, was Christus mit der „Geburtshilfe für Eva“ meint, um danach die geistige Logik zu darzulegen, nach der die Beleuchtung des Geheimnisses aus GA 130 gerade um Ostern 2012 notwendig wurde.

Wie schon erwähnt, besteht die Hauptaufgabe des Menschen im Erdenäon in der Verwandlung der Erde in die Jupiter-Sonne. D.h., wir müssen den gegenwärtigen Weisheitskosmos in einen Kosmos der Freiheit und Liebe verwandeln. Die Erfüllung dieser Aufgabe erfordert die Entwicklung eines solchen Ich-Bewusstseins – unseres vierten Wesensgliedes -, mit dem wir die Wahrheit Christi erkennen und durch Seine Kraft die große Transformation vollbringen können. Seit Lemurien waren viele Völker durch Gott erwählt, einen bestimmten Anteil der Arbeit am Gesamtprozess der Ich-Evolution zu erledigen. Das kann man deutlicher in der nachatlantischen Zeit beobachten, als die Herausbildung der einzelnen Völker begann. Manche von ihnen sind längst in der Finsternis der Geschichte verschwunden, andere bestehen nach bedeutsamen Transformationen weiter und schauen sehnsuchterfüllt auf ihre ruhmreiche Vergangenheit zurück. Andere leben in der Erwartung ihrer großen Zukunft, wenn sie selbst durch Gott erwählt sein werden. Es gibt aber ein Volk – das Bulgarische, das von Anfang an durch Gott erwählt wurde, für die Gesamtentwicklung des Ich in allen Epochen seit Lemurien verantwortlich zu sein. Mit dieser Behauptung will ich keinesfalls große Töne spucken, denn sie ist eine geistige Tatsache, die von der geistigen Welt nach jahrelanger geistiger Arbeit als Vorbereitung der nächsten außerordentlichen „Offenbarungsperle“ enthüllt wurde. Wie der Bodhisattva Beinsa Douno sagt, sind die Bulgaren die Leber des gesamtmenschlichen Organismus auf Erden. Von der Anthroposophie wissen wir, dass dieselbe Funktion im makrokosmischen Menschen unsere Väter und Erzeuger, die Elohim erfüllen. Von ihnen haben wir am Anfang unseres physischen Erdenexils das Ich (den Ich-Leib) erhalten. Die sechs Sonnenelohim „trugen“ das makrokosmische Christus-Ich bei der Verkörperung in Jesus und haben seine Geburt auf dem Erdenplan erlebt. Das Ich pulsiert im Blut und erfasst mit ihm den ganzen Körper. Das Blut wird in der Leber produziert. So schließt sich der Kreis – ohne Leber gibt es kein Blut, keinen Boden für die Entwicklung, keine Wiedergeburt der Weisheit im Ich. Dann kann auch die Erde nicht in den Geistigen Jupiter verwandelt werden, wozu das Golgatha-Opfer notwendig war. Es würde auch nicht die Einführung des neuen Prinzips der Evolution des makrokosmischen Menschen durch unsere Verwandlung  in die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe möglich sein. Dann würde der Weg der neun Hierarchien zum Endpunkt der Schöpfung ohne den Erdenmenschen fortgesetzt werden, der dann endgültig in den Abgrund anderer ahrimanischer Welten gestürzt sein würde. Ahriman wünscht sich sehnlichst die Realisierung dieses Szenarios! Die Bulgaren sind Christus gegenüber, Der nach der Auferstehung die ganze Macht im Himmel und auf Erden erhalten hat, dafür verantwortlich. dass der Plan Ahrimans nicht in Erfüllung geht! Nach den Worten des Bodhisattva „stehen“ die Seelen im Jenseits „Schlange“, um inmitten der Bulgaren hinuntergeschickt zu werden. Als Bulgare in der Zeit der Inkarnation Ahrimans geboren zu werden, ist ein Privileg und eine enorme Verantwortung, denn die Prüfungen des Ich werden noch nie dagewesene Ausmaße haben. Die Bulgaren müssen zeigen, wie wir die bevorstehende Prüfung meistern können.

Es ist schwierig zu beurteilen, ob das bulgarische Volk seine Göttliche Vorbestimmung in der Vergangenheit und heute erfüllt hat. Was die Vergangenheit betrifft, werden wir einige Aspekte aufzeigen, die mit dem Schicksal der Israeliten, des bekanntesten gotterwählten Volkes sowie mit der bulgarischen Teilnahme an diesem verbunden sind. Was die Gegenwart betrifft, wird die Antwort zum Schluss dieser Ausführungen als logisches Ende des Erörterten gegeben.

Der Hauptkern der heutigen Juden sind die Nachfolger der im achten Jahrhundert judaisierten bulgarisch-chasarischen Bevölkerung im Rahmen des chasarischen Khaganats, während die alttestamentarischen Israeliten etwas anderes sind. Ihr Ursprung reicht bis zu den Erzvätern Jakob, Isaak, Abraham, Tarah und der prachtvollen Stadt Ur Kasdim (Chaldäisch Ur) in Mesopotamien, wo die Anwesenheit der Bulgaren in verschiedenen Geschichtschroniken, archäologischen Ausgrabungen und religiösen Texten belegt wurde. Das liegt daran, dass die Triebe der Ich-Evolution der Menschheit in die richtige Richtung laut der Göttlichen Vorsehung die physische Anwesenheit der ursprünglich erwählten Volkes dort erforderte, wo der Prozess begann – in Indien, Sumer, Ägypten, Babylon, Hellas, Rom. Unser Ziel ist es natürlich nicht, die Leser in die Glaubwürdigkeit dieser Behauptung zu überzeugen, die eine geistige Tatsache ist. Deshalb werden wir nur zwei Beweise anführen, die die Beziehung zwischen Bulgaren und Israeliten belegen, jeder ist frei, nach weiteren Beweisen zu suchen.

Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus 1989 erschienen viele Bücher über diese Fragen, meistens von nicht-professionellen Historikern verfasst. Schon Beinsa Douno hatte gesagt, dass keiner das Verkünden der Wahrheit über das bulgarische Volk aufhalten werde. Aus der ältesten geschichtlich bekannten Zivilisation ist bis in unsere Tage hinein der Mythos über den legendären fünften Herrscher der ersten Dynastie der sumerischen Stadt Unug (semitisch Uruk) – Bilgameš (sumerisch, Gilgamesch auf semitisch). Bilga, variiert als Balga, bedeutet „Erzvater“ oder „Ahn“ und Mes – „Held“, „Recke“. In anderen Zeiten werden Bulgaren unter dem Namen Unuguren bekannt. Aus der Stadt Unug (Uruk) ging Abraham in die Stadt Haran, wo sich wohl sein Weg mit den mysteriösen Hyksos-Bulgaren gekreuzt hat. Dann begab er sich in das Gelobte Land Kanaan (Palästina), um die ihm vom Avatar Melchisedek gestellte Aufgabe zu erfüllen und zum Stammvater des auserwählten alttestamentarischen Volkes zu werden, welches über dreimal 14 Generationen den Leib für das heruntersteigende Christus-Wesen schaffen sollte.

Die zweite Tatsache finden wir in der Chronik des Konstanzer Konzils (1414-1418) Ulrich von Richenthals, wo über einem der zwei bulgarischen Staatswappen der folgende Text steht: „Rex Caldeorum“ (König der Chaldäer)

 

 

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Rex Caldeorum

 

Ur ist laut der Bibel chaldäisch. Unter dem Wappen ist zu lesen: „Bulgarien, das östlich von Damaskus und westlich von Indien liegt“ Der König der Chaldäer führte einen Staat an, der die Gebiete vom Zweiflussland (Mesopotamien) über die iranischen Berge und Mittelasien bis zum Indus-Flussgebiet umfasste. Dort weisen der Name der Provinz Belutschistan sowie die Toponyme Balkh, Balkhika auf das Volk, das auf diesem Gebiet im Altertum wohnte. Dieser Beweis trägt ein späteres Datum und erklärt nicht, um welches der bulgarischen Reiche es sich handelt, aber er ist wichtig, da Ulrich von Richenthal als Deutscher hier unvoreingenommen ist.

Abraham hat seine Aufgabe erfüllt und wurde anschließend zusammen mit Sarah in die Familiengruft Makpellah (vielleicht Mak-benak, was „Das Seelisch-Geistige hat sich vom Physisch-Körperlichen abgetrennt“ bedeutet) beerdigt, die ihm der Hethiter Ephron überlassen hatte. Die Hethiter oder Hattier gehörten auch zu den damals zahlreichen Bulgaren. Wir sehen, wie Abraham seine Mission in der mit den Bulgaren verbundenen Stadt Ur begann, und am Ende seines Lebens unter ihnen im Land Kanaan wohnte, das seit alters her ein Anziehungspunkt für verschiedene Völker gewesen war. Schon im dritten Jahrtausend v.Chr. gab es Feldzüge der Ägypter in diese Richtung, aber sie eroberten Kanaan, wie sie Palästina nannten, erst im 19. Jahrhundert v.Chr. Der Name Palästina kommt von den Philistern, die damals Pelischti genannt wurden, während Kanaan ein bulgarisches Toponym ist. Denn im 18. Jh.v.Chr. verdrängten die bulgarischen Hyksos, Hattier und Kassiten die Ägypter aus Kanaan. Als im 15. Jh.v.Chr.  Moses das Volk Israel aus Ägypten herausführte, traf er auf dem Weg nach Palästina zuerst auf der Sinai-Halbinsel die Ammoreer, danach kämpfte er im Gelobten Land gegen die Kanaaniter, Hattier und andere Völker. Die im Alten Testament als Kanaaniter erwähnte Bevölkerung sind nämlich die Bulgaren, die hier bereits seit der Zeit Abrahams lebten und dem Land den Namen gaben.

Hier muss darauf hingewiesen werden, dass in der anthroposophischen Literatur das Datum des Auszugs Abrahams aus Ur gegen das 21. Jh.v.Chr. bestimmt wird, während die historischen Quellen ihn zwei bis drei Jahrhunderte später datieren. Für mich persönlich ist die Frage noch offen. Aber das ändert nicht den Sinn der Ereignisse in geistiger und äußerlich-historischer Sicht.

Die nomadischen Israeliten kämpften gegen verschiedene Völker während einiger Jahrhunderte, um sich erst im elften Jh.v.Chr. in Nordpalästina niederzulassen und die Erfüllung ihrer von Gott aufgetragenen Mission in ihrem ersten Staatsgebilde Israel unter Jerubbaal fortzusetzen. Die Kanaaniter und Hyksos fassten festen Fuß im Norden und Nordosten im Reich der Hattier, das während aller Einfälle der Israeliten auf dem Höhepunkt seiner Stärke war und problemlos Widerstand leistete. Es wird angenommen, dass die Israeliten ihr Schrifttum von den Bulgaren übernahmen, indem sie die alten piktographische und Hieroglyphenschrift von Sumer und Ägypten und das ammonitische Alphabet von Sinai weiterentwickelten. Ihr Blut mischte sich mit dem bulgarischen Blut und es kam zur Macht Israels unter Saul, denn in den vorchristlichen Zeiten waren die Bulgaren nach den Anforderungen der menschlichen Ich-Entwicklung die Hauptträger der Staatlichkeit in den damals bekannten Formen. Dem Beispiel folgend, entstand in Südpalästina ein zweiter israelitischer Staat – das Königreich Juda unter dem König David. Dort wurde das Vermächtnis Jahves, das Moses aufgeschrieben hatte, das Blut nicht mit dem Blut fremder Völker zu vermischen, ausnahmslos befolgt: David mochte Saul nicht und kämpfte nach dessen Tod jahrelang gegen seinen Nachfolger Isch-Baal, bis es zur Gründung eines einheitlichen Staates unter seiner Führung kam. Aber er wurde bald mit dem starken bulgarischen Einfluss aus dem Norden konfrontiert und fügte laut dem russischen Historiker Wsewolod Igorewitsch Awdiev dem Jahwe-Kult die alten kanaanäischen „Heiligtümer, heiligen Quellen und Felsen“ bei, d.h. die von den Israeliten verachteten Naturkulte. Awdiev führt keine weiteren Details an, jedoch zeigte sich die bulgarische Einmischung in die Mission des auserwählten Volkes besonders stark gerade durch David, obwohl in anderer Weise.

Der Sieger über Goliat begehrte Virsavia, die Frau des Hethiters (Bulgaren) Urija, und er schickte Urija in eine Schlacht, damit er getötet werden konnte. Virsavia heißt eigentlich Bathseba. Sie ist die Tochter Ethials (Eliams) und die Enkelin Ahitofels, über den in der Bibel steht, dass er „mit dem Himmel spricht“. Ahitofel war der Ratgeber Davids, dessen Name laut Assen Tschilingirov nur einmal in der Heiligen Schrift erwähnt wird. Bathseba gebar aus der Beziehung mit David Salomo. Derselbe Salomo rief später den Baumeister Hiram Abif, um den Tempel für die Bundeslade mit den Steintafeln zu bauen. Hiram wird gewöhnlich für einen Phönizier gehalten, aber Steiner sagt über ihn, dass er ein Phryger ist, und die Phryger sind zweifelsohne Thraker, die Beinsa Douno „die sanftmütigen Bulgaren“ nannte. Während der Zeit Salomos (10. Jh. v.Chr.) hatten sie in Kleinasien ein Königreich. Ob Hiram aus der Stadt Tyros in Phönizien oder aus der tatsächlich damals existierenden phrygischen Stadt mit einem ähnlichen Namen nach Jerusalem kam, konnte bisher nicht sicher festgestellt werden. Das ist auch nicht so wichtig. Wichtiger ist Hirams Herkunft und dass er die Bauarbeiten des überwältigenden Tempels leitete. Die Königin von Saba Balkis, deren Volk in Nordmesopotamien den beredten Namen Balkharis trägt, besuchte Salomo und verliebte sich in Hiram. Mit dem schweigenden Einverständnis Salomos wurde Hiram ermordet. Das gab den Anfang der „Tempel-Legende“, in der die heutige Freimaurerei ihren Ursprung sucht. Der Baumeister Hiram inkarnierte in der Zeitenwende als Lazarus-Johannes, und nahm später an einem Mysterium teil, das in engster Beziehung mit den Bulgaren steht.

Wir sehen, dass alle drei Hauptpersönlichkeiten, die mit dem Tempelbau zusammenhängen und die Weltansicht des Alten Testamentes verkörpern, Bulgaren waren. Mit Salomo beginnt die Abstammungslinie, die zum Jesus-Kind aus dem Matthäus-Evangelium reicht, in dem das Ich von Zarathustra inkarniert, das die ganze Erdenweisheit enthält. Da die Bulgaren für das Ich-Prinzip der Menschheit verantwortlich sind, haben sie dieses nicht nur initiiert, sondern in sich über den führenden Erzengel die Geistesfrucht dieser Entwicklung aufbewahrt. Vor dieser Geistesfrucht in Zarathustra haben sich die drei östlichen Könige verbeugt. Der Schrein mit ihren Gebeinen befindet sich übrigens im Kölner Dom. Der bedeutende Anthroposoph Sergej Prokofieff behauptet, dass zu Zarathustra seine inkarnierten früheren Schüler aus dem sechsten Jh.v.Chr. Pythagoras, Daniel und Kyros der Große kamen. Woher sie kamen und wer sie in der Zeitenwende waren, kann man noch nicht sagen (in späteren Vorlesungen Mangurovs wurden ihre Inkarnationen zur Zeit Christi beleuchtet). Kyros II der Große beeinflusste schicksalhaft das auserwählte Volk des Alten Testaments. Nach dem Tode Salomos im Jahre 927 v.Chr. bekamen die Zentrifugalkräfte im einheitlichen Königreich die Oberhand und dieses zerfiel in ein Nordreich (Israel) und ein Südreich (Juda). Das erste existierte 200 Jahre, bis es von Assyrien zerschlagen wurde und das zweite war 300 Jahre lang unabhängig, bis Nebukadnezar es vernichtete. Der Tempel wurde zerstört und die Juden in Gefangenschaft genommen. Um 560 v.Chr. gründete Kyros II der Große das Persische Reich und befreite die Juden aus ihrer 50jährigen babylonischen Gefangenschaft. Um 536 v.Chr. wurde der Tempel wieder aufgebaut, in dem allerdings das Eherne Meer Hirams und die verlorene Bundeslade mit den Gesetzestafeln fehlten. Es existieren verschiedene Hypothesen über den Aufbewahrungsort der Bundeslade und der Gesetzestafeln. Sie liegen im Strandscha-Gebirge im Südosten Bulgariens, aber sie werden erst dann “entdeckt“, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

 

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Das Strandscha-Gebirge im Südosten Bulgariens

Wir wollen nun zur Zeitenwende zurückkehren und die Rolle des auserwählten Volkes beim Hauptereignis auf Erden verfolgen. Die Abstammungslinie, die von dem „blutvermischten“ Salomo geht, verletzt keinesfalls Jahwes Gebot des reinen Blutes, was wir sehen können, wenn wir das von Steiner enthüllte Mysterium der beiden Jesus-Kinder kennen. In Nathans Priester-Abstammungslinie aus dem Lukas-Evangelium inkarniert die nathanische Seele, die die vom Irdischen nicht verschmutze Göttliche Weisheit trägt, und am Ende der salomonischen Königsabstammung steht Zarathustra, der in seinem Ich die ganze Erdenweisheit besitzt. Zur Inkarnation des makrokosmischen Christus-Ich musste ein Leib vorbereitet werden, dessen Bestandteile von beiden Weisheiten bearbeitet werden sollten, der Göttlichen und der Irdischen. Der Beginn dieser „Bearbeitung“ war das Geschehnis im Tempel, als Zarathustras Ich den salomonischen Jesus verließ und in den zwölfjährigen nathanischen Jesus eintrat, der die Gelehrten mit seinem tiefen Verständnis der heiligen Schrift in Staunen versetzte. Bald danach starb der salomonische blutvermischte Jesus und der nathanische, einen reinen Stammbaum besitzende Jesus erlebte 18 Jahre später Epiphanias. In seinen Leibern begann das dreijährige Wunder der Göttlichen Menschwerdung, welches mit dem Kreuztod zu Ende ging und das Schicksal der Erdenmenschheit veränderte. Im Alten Testament sehen wir überall, wie sich das Physische für das Übersinnliche opfert, und das Neue Testament ist vom Opfer des Geistigen für das Physische durchdrungen. Abraham sah mit seinen physischen Augen die drei Erzengel. Moses sah mit den Organen seines ätherischen Leibes und Elija – mit den Organen seines Astralleibes. Die Wandlung im seelischen Leben, die zur Verbindung mit den Göttern (dem Geist) führt, vollzog sich von außen nach innen. Es musste der Augenblick kommen, als das Hellsehen nicht vom Körper (von den Leibern) ausging, sondern vom Ich. Christus (der Geist, das Ich) begann, sich mit Jesus’ Leibern in umgekehrter Reihenfolge zu verbinden – von dem Astralischen zum Physischen. Und das erste Wunder des Opfers des Übersinnlichen für das Physische geschah zur Hochzeit in Kana in Galiläa.

Im Johannes-Evangelium wird „in Galiläa“ hinzugefügt, da auch ein hetithisches (bulgarisches) Kana’an existierte. Die wichtigen Ereignisse im Alten Testament geschahen in Gilgal (Judäa), und im Neuen – in Galiläa. Elf der aufgerufenen Apostel stammten aus Galiläa, nur der Verräter Judas war aus Kerioth in Judäa. Der Name Kana in Galiläa, wo damals auch Bulgaren wohnten, führt zu Kain und die Entwicklung des Ich-Prinzips zurück, das in den vorchristlichen Zeiten über das Blut des Geschlechtes, über Kanaan auf den Titel der bulgarischen Herrscher „Kana Iuvigi“, d.h. „schönes Blut“ hinweist. Im Griechischen wird ein Maskulinum-s hinzugefügt, deshalb lauten die entdeckten Inschriften Kanas Iuvigi. Dass das bulgarische Blut „schön“, d.h. gesund ist, bestätigen moderne genetische Untersuchungen der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Die Lage Bulgariens auf einer geographischen Wegkreuzung und die unter türkischer Herrschaft verbrachten 500 Jahre haben die Gene der heutigen Bulgaren nicht verändert, der genetische Hauptbestandteil wurde von den Wissenschaftlern als „thrakisch“ bestimmt. Zum Vergleich besitzen die heutigen Ägypter nur 1% genetische Kompatibilität mit jenen aus der Zeit der Pharaonen.

Warum „thrakisches“ und nicht „bulgarisches“ Blut? Die Beantwortung dieser Frage bedarf einer gesonderten Untersuchung. Vorläufig kann man sagen: es ist eine okkulte Tatsache, dass in der Vergangenheit die Bulgaren in zwein großen Zweigen existierten – den sog. „aufsässigen“ und „sanftmütigen“ Bulgaren. Sie widerspiegeln die beiden nachatlantischen Hauptströmungen der menschlichen Entwicklung, die wir in der Zeitenwende in den „Königen“ und den “Hirten“ bzw. im salomonischen und nathanischen Jesus wiederfinden. Wir können sie auch „Kainiten“ und „Abeliten“ nennen. Sie wurden in Christo vereinigt, der die Grenzen des Blutes durch sein Ich aufhob. Die Vereinigung der „Aufsässigen“ und „Sanftmütigem“ im Erlöser geschah durch das Slawentum, aber das Blut der einen und der anderen Gruppe hat sich nicht wesentlich verändert – es ist von alters her der Träger des Ich-Prinzips, so dass beide Gruppen eine hohe Kompatibilitätsstufe besaßen. Wenn Beinsa Douno behauptet, dass „der Bulgare das härteste Element im Weltall ist“, meint er die Härte, die Beständigkeit des Ich-Prinzips unter den Bulgaren, welches wir im Blut finden. Wenn fünf Bulgaren genetisch sich mit fünf Vertretern anderer Völker vermischen, beginnt das bulgarische Gen evolutionsbedingt zu dominieren.

Solche evolutionären Anforderungen zeigten sich in wichtigen Momenten auch während des dreijährigen Märtyrerwegs des Erlösers, der in der Stadt der Macht Kana begann, wo die schöpferischen, von der Natur geborenen übersinnlichen ätherischen Kräfte herrschten, um am Kreuz im physisch toten Judäa zu enden. Galiläa war das „Meer des Geistigen“, aber das Ich, das mit Christus herabstieg, musste auf dem Erdenplan im persönlichen Christentum zur Wirkung kommen. Beim persönlichen Christentum wird man reich an gemeinsamem geistigem Gut im „Meer des Geistes“, das von den Leibern ausgeht. Wenn man sein seelisches Leben mit Christus erfüllt, erlangt man neues Reichtum, das zur Gründung einer von der Blutsverwandtschaft unabhängigen Gemeinschaft freier Ich-Menschen führt, die als Zentrum den Erlöser hat. Als „Fischer“ mussten die Jünger vom „Meer“ an „Land“ gehen und nach dem zurückgelegten Weg des persönlichen Christentums eine neue Gemeinschaft begründen. Christus musste Sich mit einem Leib verbinden, um nach drei Jahren im Ich (im Seelenleben) der Menschen aufzuleben. Beide Prozesse fingen mit dem Wunder der Verwandlung des Wassers in Wein in Kana in Galiläa an.

Was ist das Wesen dieser Verwandlung? Wenn das Wasser über die Wurzel und den Stängel des Weinstockes in die Trauben steigt, wird es dort von der Sonne – d.h. von den kosmischen Christus(Ich)-Kräften – in Wein verwandelt. Seit der Zeit Noahs, der sich als Erster „betrunken“ hat, bis zur Zeitenwende wirkte Christus von oben und verursachte durch den Wein den Herabstieg des Menschen vom Leben in der geistigen Welt zum Ich-Leben auf dem physischen Plan. Bei der Inkarnation des Gottessohnes in Jesus hat dieser Prozess sein Ende erreicht und es musste der Übergang zum Leben ohne Wein folgen, d.h. der Übergang zu einem von innen heraus sprudelnden und nicht von oben durch den Wein herabgesetzten Ich-Leben. Die alten Griechen nannten die kosmischen Ich-Kräfte, die das Wasser in Wein verwandeln, Dionysos Zagreus. Andere Kräfte – die menschlichen Ich-Kräfte -, die das Wasser im Menschen in Blut verwandeln, nannten sie Dionysos Iakhos. Die Geheimnisse dieser Verwandlungen und das ganze Pantheon ihrer Götter übernahmen die Hellenen von den Thrakern, unter denen laut Stefan Gajdarski Dionysos als Dion-Jesus bekannt war. Zweifellos wussten die Thraker, dass eines Tages das kosmische Ich in Jesus herabsteigen und sich in ein menschliches Ich verwandeln würde, um den riesigen Umschwung in unserem Gemütsleben zu schaffen.

Der Erste, der mikrokosmisch das Drama des Ich hinsichtlich der Trennung von der geistigen Welt und des Übergangs zum Leben auf dem physischen Plan erlebte, war der große Bote Christi – der Bodhisattva Orpheus, der in seinem letzten Erdenleben als Bulgare inkarnierte und die Buddha-Stufe erreichte. Das gleiche Drama, diesmal makrokosmisch erlebt, stand Christus bevor. Das Wunder in Kana geschah bald nachdem Er von der Sonne in den Jesus herabgestiegen war. Sein makrokosmisches Ich war mit den kosmischen Kräften der Vergangenheit in Galiläa verwandt und Er verband Sich mit ihnen und stellte sie in Seinen Dienst, indem Er ihnen das aus Ihm Selbst strömende Ich-Wesen der Persönlichkeit verlieh. Diese transformierten kosmischen Ich-Kräfte durchdrangen das Wasser in den steinernen Wasserkrügen, beseelten es neu und flossen durch den Geschmackssinn, welcher eher mit dem Innerlich-Seelischen als mit dem Äußerlich-Physischen (wie z.B. das Auge) zusammenhängt, in die Seelen der Jünger und der anderen Hochzeitsgäste. Ale tranken Wasser und es schmeckte ihnen wie guter neuer Wein, denn das menschliche Ich im Blut der Anwesenden erkannte das kosmische Christus-Ich im verwandelten Wasser und wurde durch dieses befestigt, um vom „Meer“ der alten Geistigkeit zum „Land“ des persönlichen Christentums überzugehen. Auf welche Weise hatte Christus das Wasser in Wein neu beseelt?

Nach der teilweise sehr ungeschliffenen Luther-Übersetzung der Bibel wandte sich Jesus schroff an seine Mutter mit den Worten: „ Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau?“ Die wahren Worte lauten dagegen „O Weib, dieses geht von mir zu dir“ (vgl. Steiner, GA 112, S. 158).  An wen wandte Sich Christus eigentlich? So wie der nathanische und salomonische Jesus zu einer Einheit, als Träger jeweils der Göttlichen und Irdischen Weisheit wurden, so wurden die Mutter des nathanischen und die Mutter des salomonischen Jesus – die Trägerinnen jeweils der Göttlichen und der Irdischen Weisheit -, zu einer Einheit. In Kana stand die „vereinte“ 45-46 jährige Mutter mehrerer Kinder vor Christus. Sie war von den Kräften der Himmlischen Sophia durchdrungen und zur physischen Jungfrau geworden. Diese Mutter nennen wir die Jungfrau Sophia oder die GottesmutterSie ist die Trägerin des Ewig Weiblichen, des makrokosmischen Weltenmutterprinzips, des Heiligen Geistes, der das weibliche Prinzip der Trinität repräsentiert. Durch diese Kräfte von Jungfrau Sophia verwandelte Christus das Wasser in Wein.

Hier haben wir es mit einem Geheimnis zu tun. Wenn das Kind geboren wird, fließen über die Nabelschnur die mütterlichen Blutkräfte von der Mutter in das Baby. Sie sind mit der Göttlichen Weisheit verbunden, während die Kraft der männlichen Befruchtungsfähigkeit die Trägerin der Irdischen Weisheit ist. Die Göttlichen Kräfte der Mutter verwandeln das Wasser im Kind in Wein, d.h. jedes Neugeborene erlebt das Wunder in Kana, denn es muss vom „Meer“ der Weltenweisheit zum Leben auf das „Land“ übergehen. Die schnelle, vorzeitige Durchtrennung der Nabelschnur, die heutzutage gang und gäbe ist, resultiert aus einem groben Unverständnis, denn auf diese Weise wird der fließende Übergang des Neugeborenen vom Geist in die Materie gestört. Zudem besteht die Nabelschnur selbst aus einem halbätherischen Stoff, der außerordentlich elastisch ist. Aus ihm werden Stammzellen „erzeugt“, die als menschliche „Ersatzteile“ dienen. Aber bei der Produktion dieser Stammzellen wird ihnen die irdische, komplett ahrimanisierte Weisheit der Wissenschaftler eingeprägt. Wir können uns vorstellen, wie diese Stammzellen für den geistigen Blick aussehen werden! Der Antichrist übernimmt uns Menschen schon bei der Geburt, um anschließend bis zu unserem 14. Lebensjahr durch das Bildungssystem jegliche Erinnerung an die Göttliche Weisheit, aus der wir entstanden sind, zu töten und dann uns an den von Steiner „Kasernen des Geistes“ genannten Universitäten endgültig zu erlegen. Wie hat Christus selbst die Durchtrennung Seiner Nabelschnur erlebt?

Der Herabstieg des Ich in Jesus an Epiphanie war noch nicht Seine wahre Geburt auf dem Erdenplan. Bis zur Hochzeit in Kana bestand die Verbindung zur geistigen Welt über Maria als Weltmutter, doch diese Verbindung kam nicht über die physische Nabelschnur, sondern auf geistige Art zustande. Die Verwandlung des Wassers in Wein war das einzige Wunder, das Er zusammen mit Jungfrau Sophia vollbracht hat – gerade weil es diese Verbindung gab. Danach wurde der Übergang zum „Land“ für Christus und für den Menschen überhaupt vollzogen. Es begann der lange Heimweg zu dem Leib – dem Schauplatz der Erscheinungsformen unseres Ich, mit dem wir zu einer menschlichen, ein individuelles Leben führenden Persönlichkeit werden. Das Ich Christi verband sich immer enger mit den Leibern Jesu, um diese in geistige Leiber umzuwandeln und zu einem Urbild zu machen, das uns zeigt, was wir mit unseren Leibern zu tun haben. Pilatus sagte: „Seht, da ist der Mensch!“ Auf diesem Wege bewahrte der Erlöser den Erdenmenschen vor drei Gefahren, die jeden bedrohen, der wirklich ein persönliches Leben, ein Betreten des „Heimes“ und Fortschritte im Vergeistigungsprozess anstrebt:

  1. Das Umfeld des Menschen (die Kräfte der Vergangenheit)
  2. Die Gegenwart (das Innere des Menschen)
  3. Die Gefahr, die die Teilnahme des Menschen am Aufbau seiner Zukunft bedroht.

Wir können die drei Gefahren folgendermaßen bezeichnen:

Schwäche – Vergangenheit

Krankheit – Gegenwart

Tod – Zukunft

Wir können es auch anders formulieren: Wenn das Ich schwach ist, brennt die Seele, das Leben trocknet aus und der Körper kränkelt. Christus musste das menschliche Ich stärken. Dazu heilte Er zuerst das Vergangenheitsprinzip des Vaters, dann die Kräfte der Gegenwart, hinter denen der Sohn steht und zum Schluss die Kräfte der Zukunft, die mit dem Heiligen Geist zusammenhängen. Drei Wunder kennzeichnen diese Schritte: die Heilung des Sohnes des römischen Hauptmanns, die Heilung des Gelähmten und die Auferweckung der Tochter des Synagogenvorstehers Jaïrus. Wir wollen diese Wunder in der angeführten Reihenfolge betrachten.

Bis zu seinem 14. Jahr stellt der Mensch ein unfertiges „Haus“ dar und die Seele wirkt von innen nach außen an dessen Errichtung, d.h. der Mensch erlebt sich selbst durch den Körper. Mit Eintreten der Geschlechtsreife, durch das Erwecken des Astralleibes wird auch die Seele zum Erleben des Geistigen in sich selbst erweckt, was den Anfang ihrer Schwankung zwischen diese beiden Polen bildet – die aus dem Leib kommende Sinnlichkeit, und die in ihr aufwachenden Geistigkeit. Zum „Fertigstellen“ des Hauses sind noch sieben Jahre notwendig (der Astralleib wird erst gegen das 21. Jahr herangebildet), aber die Seele und das Ich verlangen danach, im noch unfertigen „Haus“ zu wirken. Diese Diskrepanz kennen wir als die „Krise der Pubertät“. Der junge Mensch braucht die Stütze eines verwandten helfenden Leibes. In Judäa war der Vater (die Familie) die Stütze des Sohnes, denn in ihnen sah die Seele des Jungen wegen der Blutsverwandtschaft ihren Leib als vervielfältigt (die Ätherleiber der Juden waren „Kopien“ des Ätherleibes des Avatars Sem). In Galiläa aber, d.h. in Kafarnaum, wo das Wunder geschah, war der Junge von Fremdlingen mit fremdem Blut umgeben. Der Vater (die Vergangenheit) war nicht mehr so nah, er war schwach und konnte seinem Sohn nicht helfen. Die Seele des Jungen schwankte zwischen dem Leib und dem Geist. Der Hauptmann suchte Christus, fand ihn in Kana und bat Ihn mit starkem Glauben: „Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst, sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.“ (laut Emil Bocks Bibelübersetzung handelt es sich hier nicht um den Diener, sondern um den Sohn des Hauptmanns). An die Stelle der irdischen, körperlichen, blutsmäßigen Welt, die den Jungen umringt und mit dem Vater zusammenhängt, tritt Christus, von dem er die Kommunion empfängt und gesund wird. Das Wunder wird von außen, von Kana aus bewirkt, aber der Weg nach Hause wird schon betreten und mit ihm wurde das väterliche Prinzip der Vergangenheit geheilt.

Bei der zweiten Heilung – der des Gelähmten – wurde der Kranke  von vier Personen durch das Dach des Hauses hinabgelassen, denn hier trat die Krankheit im Unterschied zum Diener des Hauptmannes nicht wegen der Unzulänglichkeit der ihn umgebenden Außenwelt ein, sondern wegen innerer Ursachen. Deshalb war auch die Heilung eine andere. Mit den Worten „Deine Sünden sind dir vergeben“ kam zwischen Christus und dem Gelähmten eine innere Beziehung zustande, die dem Ich des Gelähmten Kräfte verlieh, welche das Feuer der Seele (des Astralleibes) löschen und sie harmonisieren konnten und die Wässer des Lebens (im Ätherleib) wieder fließen ließen. Der Aufruf „Steh auf und geh umher!“ wendet sich direkt an das Ich des Kranken, der selbst seinen physischen Leib heilte. Damit wurde die zweite Gefahr überwunden, die unser persönliches Leben bedrohte – die Gefahr der Gegenwart, welche Krankheiten verursacht. Das männliche Prinzip wurde geheilt.

Bei der Verwandlung des Wassers in Wein wurde das Wunder durch die Beziehung zwischen Christus und Seiner Mutter, bei der Heilung des Jungen – durch die Beziehung zum Vater und hier – durch die Beziehung zum Ich des Kranken bewirkt. Wir sehen hier den Prozess des immer tieferen Einstiegs Christi in das Menschliche (in die Leiber Jesu) und das Verbinden mit ihm. Nun standen bevor die Rettung des weiblichen Prinzips und der Zukunft des Menschen vor dem Tod durch das Wunder der Auferweckung der Tochter des Jaïrus.

Die Atmosphäre im Hause ist heilig: auf der einen Seite sind die drei Blutsverwandten – der Vater, die Mutter und die kranke Tochter, ihnen gegenüber stehen drei geistig Verwandte – Petrus, Jakob und Johannes und in der Mitte – als Hierophant – befindet Sich Christus vor dem Mädchen wie vor einem Altar. Das zwölfjährige Mädchen ist „tot“, weil es „trocken“ ist. In ihm ist das Weibliche, das mit dem Eintreten der Geschlechtsreife in Erscheinung tritt, noch nicht erweckt. Es besteht die Gefahr, dass die Zukunft fruchtlos bleibt, wenn die Strömung, die für die damaligen Sybillen typisch war,  nicht einsetzt.

Wer waren die Sybillen? Bei ihnen kamen das Seelenleben und das geistige Sehen in die übersinnliche Welt  von den äußeren Naturgewalten und wurden unbewusst erlebt. Einige Jahrhunderte vorher wurde diese Art der Verbindung zur geistigen Welt im Orakel von Delphi durch die Pythien rechtmäßig praktiziert, aber zur Zeitenwende war diese Verbindungsart schon zur Magie degradiert. Christus wollte, dass das Sibyllische aufhört, und dass in den Vordergrund das Hellsehen vom Ich treten sollte – die Frucht der Bemühungen des persönlichen Christentums. Deshalb heilte er auf dem Weg zu Jaïrus’ Haus die Frau mit dem zwölfjährigen Blutfluss, indem Er den Überfluss dieses sibyllinischen Elementes über Sich auf das „trockene“ Mädchen übertrug. Diese Kraftübertragung aus dem Makrokosmos, die mit den alten natürlichen Kräften des Blutes (des Vaters und der Mutter) in Richtung des Mikrokosmos (des Mädchens und der Jünger) floss, führte beim Mädchen zur Auferweckung neuer geistiger Kräfte des Blutes, die nicht mit dem Geschlecht zusammenhingen. Der Makrokosmos starb, um im Mikrokosmos wiedergeboren zu werden, denn im Mikrokosmos ist der Beginn der neuen Schöpfung, der Anfang des neuen Seins. Das ist der große Moment des Übergangs vom weiblich-irdischen Element, das die sündige erste Eva symbolisiert und mit Geschlecht und Blut zusammenhängt, zum Ewig-Weiblichen, das nicht mit dem Geschlecht und dem Blut zusammenhängt und als Jungfrau Sophia, Gottesmutter oder die „neue Eva“ bekannt ist. Hier wurde das weibliche Prinzip selbst gerettet. Mit den geheimnisvollen Worten „ Talitha kumi!“ wurde im Mädchen die Jungfrau äußerlich-physisch auferweckt, während sie bei den Jüngern innerlich-geistig auferweckt wurde und die Jünger in Träger der Zukunft, in einen von Christus empfangenen Samen des neuen Lebens verwandelte. Von nun an konnten die Apostel auch heilend unter den Menschen wirken und Leben schaffen. Christus hatte sie vom Meer auf das Land, vom Land nach Hause geführt. Nun führte er sie mit „Talitha kumi“ aus der Begrenzung des Hauses (des Leibes) in den Raum hinaus, damit sie auf der nächsten Stufe der Spirale vom Persönlichen zum Kosmischen Christentum übergehen und wieder in das Meer des Geistes gelangen konnten. Das war der Weg zum Geistselbst, auf dem sie beim Gespräch mit einem anderen Menschen in seine Seele den von Christus empfangenen Samen einpflanzen konnten, der in der Seele aufkeimte. Das Gespräch wurde für die andere Seele zu einer unbefleckten Empfängnis, bei der der Samen aufkeimte und die Seele unbefleckt und rein blieb. Aber es gab eine Bedingung: Die Seele erlebte das Gespräch wie eine unbefleckte Empfängnis, wenn in ihr die Jungfrau lebte, d.h. wenn in ihr die neue Eva geboren war. Wie der ätherische Christus dem Mann in Stara Zagora enthüllt hatte, ist die Geburt der Eva in der menschlichen Seele heute das Wichtigste auf der Erde. Das erfordert tiefe Kenntnisse über das Wesen der Himmlischen Sophia, die die „Weisheit Gottes“ in unserem Kosmos sowie ihres neuesten Wesensgliedes Anthropos-Sophia verkörpert. Erst dann kann Jungfrau Sophia wirklich im Menschen auferstehen, damit er zum bewussten Mitarbeiter Christi durch den durch die „Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ wirkenden Heiligen Geist wird. Wenn das Ewig-Weibliche im Menschen tot ist, wird kein Gespräch in der Lage sein, den Samen des Neuen Lebens in ihn einzupflanzen. Die Folge ist Unproduktivität, Tod der Zukunft, die gerade mit der Jungfrau und dem Heiligen Geist zusammenhängt. Für einen solchen Menschen ist das Wunder im Haus des Jaïrus unbrauchbar, ebenso die nachfolgenden Opfer des Erlösers, Der Seine qualvolle Verbindung mit den Leibern Jesu auf dem Weg zum Kreuz fortsetzte.

Das alttestamentarische Volk war geistig geblendet, erkannte den Jahrhunderte lang erwarteten verkörperten Gott nicht und kreuzigte Ihn. Andererseits aber konnte kein anderes Volk diese „undankbare“ und durch ein immenses Karma belastende Aufgabe. Ohne diese Tat hätte es keinen Tod und keine Auferstehung mit all ihren Folgen gegeben. Also müssen wir dem jüdischen Volk dankbar sein, dass es Gott für die Evolution der Menschheit und des ganzen Kosmos tötete.

Wir wollen nun auf das Kreuz schauen. Aus den Evangelien wissen wir, dass Christus sieben Sätze vom Kreuz aus sprach, die Emil Bock folgendermaßen gruppiert:

Von Lukas:

  1. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
  2. Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
  3. Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“

Von Matthäus und Markus:

„Eli eli lama sabachthani“ bzw. „Eloi eloi lamma sabachthani“

Von Johannes:

  1. „Frau, sieh, dein Sohn! Sieh, deine Mutter!“
  2. „Mich durstet.“
  3. „Es ist vollbracht.“

Im Allgemeinen spricht in den drei Sätzen aus dem Lukas-Evangelium das gerettete Menschliche und in den Johannes-Sätzen spricht das Menschlich-Geistige, das zum Ende des Mysteriums aufgestiegen ist, indem es das Mysterium mit den Worten „Es ist vollbracht“ besiegelt. Wir sehen aber, dass der Mittelpunkt der kultischen Handlung in zwei Varianten bei Markus und Matthäus auftaucht. Woran liegt das?

In den Zeremonien der alten Mysterien, wenn nach der Katharsis die Seele und der Geist (das Ich) des Neophyten sich vom Leib lösten und in die Richtung der geistigen Welt aufmachten, rief sie der Leib als Ausdruck von ihn befallenden Entleerung und Sterben aus der physischen Welt auf mit den Worten, die wir aus dem 22. Psalm Davids kennen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Der Aufruf galt einem menschlichen (mikrokosmischen) Ich, während auf Golgatha der Jesus-Leib im „menschlichen“ Matthäus-Evangelium „Eli eli lama sabachthani“ zum ihn verlassenden makrokosmischen Christus-Ich rief.

An anderer Stele sagte Steiner, dass dieser Satz „Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich erhöhet!“ bedeutet (GA 97, 76). Im „kosmischen“ Markus-Evangelium lauten die Worte „Eloi eloi lamma sabachthani“. Sie kommen vom Christus-Ich in der geistigen Welt und richten sich an den vollkommen von diesem in Geistselbst, Geistleben und Geistesmenschen umgestalteten dreigliedrigen Leib Jesu. Die Sätze bei Matthäus und Markus sind jeweils die wahren Todesworte und die Dämmerung der nahenden Auferstehung, die in ihrer Doppeldeutigkeit die Interdependenz zwischen Tod und Auferstehung veranschaulichen. Auf diesem Höhepunkt sprechen Jesus und Christus in einer den anderen unbekannten Sprache, was nur einmal während der drei Jahre vorkommt, und zwar als Jesus in Jaïrus’ Haus das „tote“ Mädchen mit den Mysterien-Worten „Talitha kumi!“ aufruft. In beiden Momenten haben wir die Rettung der menschlichen Zukunft vor uns, wobei bei der Auferweckung des Mädchens das makrokosmische Christus-Ich die Jungfrau im Menschen rettete und am Kreuz – den menschlichen Leib, ohne den unsere mikrokosmische Ich-Entwicklung unmöglich gewesen wäre.

Mit seinen mächtigen Worten hat uns der Bodhisattva an den sieben Rilaseen enthüllt, dass die Weiße Bruderschaft, zu der die Meister „der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ gehören, in den nachatlantischen Zeiten drei große geistige Impulse auf Erden hervorgebracht hat. Der erste hatte die Aufgabe, das Bewusstsein der Menschheit auf Christus’ Ankunft vorzubereiten, der zweite – den Christus-Impuls in die Menschheit hineinzutragen und der dritte – den Christus-Impuls im persönlichen und sozialen Leben des Menschen zu verwirklichen. Es ist ersichtlich, dass den vereinigenden Mittelpunkt aller Impulse Christus und die Entwicklung des Ich-Bewusstseins darstellen.

Bisher haben wir nur teilweise die Teilnahme der Bulgaren als ursprüngliche Hervorbringer des Ich-Bewusstseins unter der irdischen Menschheit an der Verwirklichung des ersten und zweiten Impulses markiert. Gleich nach Pfingsten, als die Jünger Christi in die Welt hinaus gingen, um die frohe Botschaft zu verbreiten, kamen unter die bulgarischen Thraker zwei von ihnen – Andreas und Paulus, die eine besondere Stelle unter allen Aposteln einnehmen.

Andreas ist der erste Mensch nach Johannes dem Täufer, der den in Jesus verkörperten Gott erkannte, und Paulus’ tiefes Verständnis des Golgatha-Mysteriums kann nur mit dem Verständnis eines Johannes Evangelisten verglichen werden. Die Bulgaren haben von den beiden Jüngern das authentische Christentum kennengelernt. Die ersten christlichen Gemeinschaften (Kirchen) entstanden in Kleinasien und Südosteuropa auf Gebieten, die die Vorfahren der Bulgaren bewohnten. Der Brief Paulus’ an die Philipper widmet sich an die Bewohner des alten Philippopolis, einige der ersten christlichen Märtyrer waren Bulgaren. Das Christentum hat hier ein Volk mit einer vorherigen Mysterienvorbereitung zur Ankunft des Erlösers erreicht, die Jahrtausende lang gedauert hatte. Diese Vorbereitung führte zur Herausbildung eines Kults mit starkem esoterischen Charakter und das alte Hellsehertum verschwand am spätesten im Schwarzmeergebiet – dem Gebiet alter Mysterien.

Im vierten Jh. n.Chr. sahen die auf weiten Flächen lebenden Bulgaren direkt in der Astralwelt das Gegenüberstehen der dunklen und hellen Wesenheiten um jene geistige Schranke herum, die zwischen dem Schwarzen Meer und dem Ural verlief. Deshalb trugen bis spät in das Mittelalter hinein alle Menschen in Mittel- und Westeuropa, die fähig waren, in die geistige Welt zu sehen, den Gattungsnamen Bulgaren“. Es ist kein Zufall, dass gerade in dieser Mysterien-Region auch im vierten Jh.n.Chr. das durch Manes einberufene geistige Konzil stattgefunden hat, an dem Skythianos, Buddha (in seinem geistigen Leib) und Zarathustra teilgenommen haben. Auf diesem Konzil wurde laut Steiner der äußerst wichtige Beschluss über die Art und Weise gefasst, wie die Weisheit aus der Sphäre der Bodhisattvas in die westliche Menschheit hineingetragen und das höchste Objekt jeder Errungenschaft – Christus – erreicht werden konnte.

Was waren die irdischen Folgen dieses Konzils? Schon im Jahre 311 gab vom bulgarischen Land aus der bulgarischstämmige Kaiser Galerius den Christen im riesigen Römischen Reich mit dem Toleranzedikt von Serdica (der heutigen Hauptstadt Sofia) die Freiheit, ihren Glauben zu bekennen. Zwei Jahre später bestätigte der ebenfalls bulgarischstämmige Kaiser Konstantin der Große mit dem Edikt von Mailand das Serdica-Edikt, indem er die institutionalisierte Verfolgung der Christen im Reich aufhob. Später übersetzte der große christliche Eingeweihte Urfil (der Name bedeutet „Meister des Göttlichen Gesetzes“), der fälschlicherweise „Wulfila“ („Wölflein“) genannt wird, die Bibel in die Sprache der thrakischen Geten, und nicht in die Sprache eines nicht existenten „Nordvolks der Goten“.

 

 

Urfil

Bronzesiegel Urfils mit Monogramm

Die sog. „Gotische Bibel Wulfilas“ (Der Codex Argenteus ‚Silberner Kodex’), die sich heute in Uppsala befindet, ist eine viel spätere Abschrift eines Teils der Heiligen Schrift, die mit Urphil nichts zu tun hat. Leider hat sich in dieser wie in anderen Fragen, die die Bulgaren betreffen, sogar Rudolf Steiner getäuscht, da er das nicht auf okkulte Art und Weise geprüft hat. Es steht bevor, diese Fragen zu beleuchten, denn die Zeit ist bereits gekommen, die Mysterien-Geschichte der Menschheit durch die Augen des ursprünglich gotterwählten Volkes zu betrachten. Zu dieser Geschichte gehört das besagte Konzil aus dem vierten Jh.n.Chr. Warum ist dieses Jahrhundert ein besonderes?

Die Antwort kommt von der Anthroposophie, die uns Einblick in die Geschehnisse in der geistigen Welt und deren Widerspiegelung auf dem Erdenplan gewähren kann. Gegen das vierte Jh.v.Chr. setzte ein Prozess ein, der bis zum 12., 13., ja sogar 14. Jh.n.Chr. dauerte, bei dem die Elohim die Leitung über die Gedankenmächte des Kosmos den Archai übertrugen. Als Folge wurde die Gedankenwelt des Menschen immer individualistischer – d.h. die Gedanken kamen in den Besitz des Menschen. Das vierte nachchristliche Jahrhundert. ist die Mitte und der Höhepunkt dieser Periode, die mannigfaltige Ereignisse auf dem Erdenplan hervorgerufen hat. Auf einige haben wir schon hingewiesen. Mit dem 13. nachchristlichen Jahrhundert beginnend, auf das gesondert eingegangen wird, konnten die Archai durch die Ausübung der eigentlichen Gedankenleitung nicht nur die Gedankenwelt der Menschen beeinflussen, sondern auch Impulse für die unmittelbare Herausbildung der individuellen menschlichen Persönlichkeit geben. Das kam äußerlich in der Europäischen Renaissance zum Ausdruck. Danach zogen sie sich von der unmittelbaren Führung der Menschheit zurück und überließen sie den Erzengeln. Aber zu Beginn des 20. Jh. Stiegen sie zum Rang der Formgeister auf. Seitdem schicken sie die neuen Offenbarungen auf die Erde herab.

Erzengel Michael hat seinerseits auf die Kontrolle über die kosmische Intelligenz (die Denksubstanz selbst) verzichtet. Die kosmische Intelligenz strömte in die Köpfe der Erdenmenschen herab und erreichte sie gegen das achte, neunte Jh.n.Chr. Durch die Anthroposophie kennen wir die zahlreichen dramatischen Wandlungen, die im neunten Jahrhundert auf dem Gebiet des Christentums erfolgten. Hier werden wir die bulgarische Teilnahme markieren: 1. die bulgarische „Grenzmarke“ in der Kirche auf dem VIII. Allgemeinen Konzil 869, 2. die Erfindung (wahrscheinlich) beider bulgarischen Alphabete durch Konstantin-Kyrill Philosoph (die Glagolitza ähnelt dem Alphabet, das der bulgarische Philosoph und Gelehrte aus dem vierten Jh.n.Chr. Aethicus Ister benutzte), 3. die Verbreitung der Alphabete durch Kyrill und seinen Bruder Method bis an die Grenzen des Heiligen Römischen Reiches und 4. die Epoche machenden Taten des Boris I. des Täufers, die er nach dem Willen des Eloah (sg. Von Elohim) des gesamten Slawentums für die Zukunft des Menschengeschlechts vollbrachte. Aber das ist noch nicht alles.

Mit dem erwähnten Konzil im vierten Jh.n.Chr. wurde der wahre manichäische Impuls im Christentum ausgelöst, dessen Ausdruck auf dem Erdenplan wir in den Gralsmysterien sehen, die mit Joseph von Arimathäa anfangend, in den Westen vor der Außenwelt vollkommen unbemerkt über Titurel, Amfortas und Parzival zogen, um sich dann auf dem äußeren Plan mit besonderer Kraft im Bogomilentum zu manifestieren, das im Jahre 928 in Bulgarien begann. Damals versammelten sich einige Bogomilen unter Bojan Maga („Bojan der Magier“) in der Kirche „Heilige Paraskeva“ in Weliki Preslav. Bojan Maga war der Sohn des Zaren Simeon des Großen und der Enkel des Boris I. Unter der Teilnahme zweier unbekannter „Syrer“ entstand jene Bewegung, die das Leben des mittelalterlichen Europa vollkommen veränderte. Die unbekannten „Syrer“ waren die Jungfrau Sophia (die diesmal als Mann inkarniert war) und der wieder inkarnierte Johannes Evangelist). Mit ihrem Segen verbreitete sich die bulgarische „Häresie“ in alle Richtungen Europas und ihre Anhänger trugen verschiedene Namen – Katharer, Albingenser, Patarener usw.

Die katholische Kirche reagierte unverzüglich auf diese Bewegung mit der Gründung der „heiligen“ Inquisition, zu deren Vortrupp im Kampf gegen die Bogomilen der Orden der Dominikaner wurde. Als bekanntestes Mitglied in jener Zeit (13. Jh.) trat der Scholastiker Thomas von Aquin hervor. Die Teilnahme an diesem Orden hat sein persönliches Karma wesentlich belastet. Doch der als Rudolf Steiner inkarnierte Thomas von Aquin hat im 20.Jh. diese Schuld glänzend abgetragen!

Trotz aller Bemühungen des Römischen „Christentums“ setzte unter den europäischen Völkern die Aufklärung ein und sie begannen, auf die Herausbildung der Bewusstseinsseele in der aufdämmernden fünften Kulturepoche hinzuarbeiten. Die Bedeutung des Bogomilentums für die Menschenevolution ist so umfangreich, dass sie noch zukünftig zu erschließen sein wird. Vorläufig kann man festhalten: der oben erwähnte dritte nachatlantische Impuls der Großen Weißen Bruderschaft trägt den Namen Bogomilenimpuls, denn die „vollkommenen“ Bogomilen führten vor, was eine vergeistigte Verstandesseele bedeutet, die bereit ist, in der richtigen Weise den Übergang zur Herausbildung einer vergeistigten Bewusstseinsseele zu machen. Parzival  besaß im neunten Jh. Schon (noch weit vor dem Zeitalter der Bewusstseinsseele) eine Bewusstseinsseele. Das gilt auch für die erhabensten Bogomilen, denen die Weltführung die Aufgabe aufgetragen hatte, die europäischen Völker von der vierten zur fünften Kulturepoche hinüberzuleiten. Zu diesem Zweck sollte das Rosenkreuzertum als Teil des Bogomilenimpulses entstehen. Hier kommen wir zur Enthüllung des am Anfang angedeuteten Geheimnisses des esoterischen Christentums.

Wie bereits erwähnt, wurde im 13. Jh.n.Chr. die Übergabe der Leitung der kosmischen Gedankenkräfte durch die Elohim an die Erzengel abgeschlossen. Das Jahr 1250 war ein besonderes, denn damals wurde der Zugang zur geistigen Welt selbst vor den höchsten Eingeweihten vollkommen verschlossen. Aber unmittelbar nach der kurzen Verdunkelungsphase trat unter der westlichen Menschheit laut Steiner eine „neue Kultur“ auf, die sich in zwei Richtungen zeigte: eine exoterische, die im Aufblühen der hohen Scholastik in der zweiten Hälfte des 13. Jh. zum Ausdruck kam, und eine esoterische – die Gründung der rosenkreuzerischen Strömung durch Christian Rosenkreutz, welche nach seiner Einweihung bald nach 1250 stattfand. Zur Entstehung des Rosenkreuzertums war eine komplizierte geistig-physische Konstellation notwendig, die nur damals vorhanden war. Neben dem Wirken der Bogomilen auf dem physischen Plan und der Übergabe der Gedankenkräfte auf dem geistigen Plan wurde auch eine geistige Wirkung der besonderen Art durch die Elohim ausgeübt. Laut Steiner haben die Elohim die physische Evolution auf der Erde am meisten beeinflusst und das innere Wesen des Menschen zur Zeit der großen atlantischen Katastrophe – am wenigsten. Der entgegengesetzte Pol – die stärkste Einwirkung auf das Innere des Menschen und die schwächste auf die physische Erdenentwicklung war die Zeit um 1250, als neben allen angeführten Bedingungen eine wesentliche Änderung der Erdachsenlage eingetreten ist. Zu jener Zeit  kamen an einen Ort in Europa zwölf große geistige Individualitäten zusammen, von denen sieben die Weisheit der alten Atlantis besaßen, vier – die Weisheit der nachatlantischen Epochen und die letzte Individualität – das ganze intelligente Wissen der neueren Zeit in dich angehäuft hatte. Wegen des verschlossenen Zugangs zu den höheren Welten schöpfte jede dieser zwölf Individualitäten ihre Kenntnisse aus dem Gedächtnis der eigenen vergangenen Inkarnationen, als die höheren Welten ihr zugänglich waren. Die ganze Weltweisheit des Erdendaseins, die von der Loge der Bodhisattvas herniederströmte, teilten die Zwölf mit einer dreizehnten Individualität, die die Weisheit bis in den physischen Leib hinein aufnahm und danach das Erlebnis von Paulus vor Damaskus wiederholte. Diese Individualität schaffte es, die Weisheit der Vergangenheit im Geiste des Christus-Impulses zu transformieren, also in der Art, in der dieser Impuls seit dem Golgatha-Mysterium in der geistigen Erdensphäre wirkt. Danach gab der Dreizehnte die durch Christus durchdrungene alte menschliche Weisheit an die Zwölf zurück. Das stellte den Anfang dessen dar, was unter der westlichen Menschheit schon im nächsten Jahrhundert als Rosenkreuzerströmung bekannt wurde. Im 13. Jh. starb der Dreizehnte in sehr jungen Jahren, aber bei seiner Inkarnation im 14. Jahrhundert unter dem Namen Christian Rosenkreutz lebte er länger als 100 Jahre. In dieser Inkarnation hatte er wieder das paulinische Erlebnis vor Damaskus und wanderte sieben Jahre lang zu allen existierenden Mysterienzentren. Anschließend begründete er eine eigene rosenkreuzerische Strömung in Europa als den Weg der christlichen Einweihung des Westens und die Möglichkeit, die „chymische Hochzeit“ zwischen Seele und Geist zu erleben. Steiner lüftete das Mysterium, dass hinter dem Namen Christian Rosenkreutz Johannes der Evangelist steckt, aber er hat bewusst nicht auf den Ort hingewiesen, von dem aus das Rosenkreuzertum seinen Weg nahm. Bis Ostern 2012 blieb der Name des Ortes verborgen. Warum?

Ein paar Tage nach meiner Begegnung mit jenem Mann im Buchladen in Stara Zagora rief er mich an und fragte: „Warum wird mir von irgendeinem Christian Rosenkreutz und Arbanassi erzählt?“ Im selben Moment ist mir bewusst geworden, dass das Mysterium im 13. Jh. unweit der Hauptstadt des zweiten bulgarischen Reiches Weliko Tarnowo in der Gegend des heutigen Dorfes Arbanassi stattgefunden hat.

 

Arbanassi

Das Dorf Arbanassi bei Weliko Tarnowo

Drei Tage später konnte ich mich aus persönlicher Erfahrung überzeugen, dass diese Tatsache der Wahrheit entsprach. Einige Monate vorher hatte ich die geistige Welt gefragt, ob es nicht schon an der Zeit ist, den Ort zu erfahren. Ob die Zwölf, die um den Dreizehnten versammelt waren, bulgarische Bogomilen waren, weiß man nicht, aber die „Vollkommenen“ unter ihnen waren zweifellos die geistig erhabensten Eingeweihten in der damaligen christlichen Welt. Gerade sie müssten an diesem sakralen Mysterium teilgenommen haben, welches  im Land des Volks stattfand, das die neuen Impulse der Ich-Entwicklung des Menschengeschlechtes trug.

Beinsa Douno bestätigte auch, dass Arbanassi ein altes Bogomilendorf gewesen war. Steiner konnte auf den Ort nicht hinweisen, da zu derselben Zeit (1911-1912), als er die Vorlesung über dieses Mysterium und die Bodhisattvas hielt, der zukünftige Maitreya Buddha selbst in jenem Haus in Arbanassi  an seinem „Das Vermächtnis der farbigen Lichtstrahlen“ schrieb, das ein mächtiges Werk zur Arbeit am Ätherleib im beginnenden Zeitalter des ätherischen Christus darstellt.

 

Zaveta                       Beinsa

„Das Vermächtnis der farbigen                                     Beinsa Douno

   Lichtstrahlen“  

Der Blick durfte noch nicht auf das Mysterium der Bulgaren und den Nachrichtenüberbringer des ätherischen Christus gerichtet werden – des Bodhisattvas, dessen Erdenmission sich noch zu entfalten hatte. Genau hundert Jahre nach dem Fertigstellen jenes Vermächtnisses kam in der Osterzeit die Wahrheit über diese Beteiligung an der Weltevolution seitens der Bulgaren ans Tageslicht und trat vor uns vom Licht des Geistes des Christus-Impulses erhellt, der vor 2000 Jahren am wahren Ostertag geboren wurde.

Ob Christian Rosenkreutz während seiner siebenjährigen Wanderung im 14. Ch. den Ort besucht hat, wo im vorigen Jahrhundert sein physischer Leib wie das von ihm selbst „gegossene Eherne Meer“ des ersten Salomonischen Tempels durchsichtig wurde?  Das müssen wir trotz der dramatischen Wandlungen, die dem Schicksal der Bulgaren in der nahenden fünften Kulturepoche bevorstanden nicht anzweifeln. Im achten Jh. rettete der bulgarische  Khan Tervel die Entwicklung des Christentums in Europa vor dem Sturm der arabischen Horde, im zehnten Jh. erhielten die mittel- und westeuropäischen Völker von den Bogomilen das esoterische johanneische Christentum, damit sie  vor dem Absturz in den Materialismus während der nahenden Epoche der Bewusstseinsseele bewahrt werden. Das russische Volk bekam in demselben zehnten Jh. von Bulgarien aus unter dem Zeichen der Jungfrau Sophia den exoterischen bulgarischen christlichen Kult, der auch viel Esoterisches enthielt und mit dem Russland auf die Erfüllung seiner zukünftigen Mission in der sechsten Kulturepoche des Geistselbst eine lange Vorbereitung erfahren sollte.

Die fünfte Kulturepoche begann 1413, aber wegen der Verfolgung der Bogomilen fiel das bulgarische Volk 1396 unter die Herrschaft der osmanischen Türken, bei denen der Glanz des Arabismus (des moslemischen Aristotelismus) aus der Zeit Harun al-Raschids und der Schule von Bagdad völlig erloschen war. Für die Bulgaren brach die Finsternis herein. Im Westen wurde Jahrhunderte lang eine christliche Zivilisation aufgebaut, und hier geriet die Wahrheit über die ruhmreiche Vergangenheit der Bulgaren allmählich in Vergessenheit, was an den vereinten Bemühungen des russischen Panslawismus und des griechischen Byzantinertums liegt, die die Archive der Königs- und der Patriarchenbibiliotheken des Zweiten bulgarischen Reiches vernichteten. Aber die Wahrheit kommt immer ans Licht.

1878 – ein Jahr vor Beginn des michaelischen Zeitalters – ist Bulgarien für ein neues Leben auferstanden. Es stand das Ende des Kali-Yuga und der Anfang des Ereignisses bevor, welches für die nächsten 3000 Jahre am wichtigsten sein würde – der Wiederkehr des Christus im Ätherischen. Das von Anfang an gotterwählte Volk nahm von neuem die Erfüllung seiner Mission auf, was durch den Herabstieg des Hauptboten Christi auf Erden – den Bodhisattva selbst – zum Ausdruck kam. Der Bodhisattva Beinsa Douno strahlte einen mächtigen manichäischen Impuls zum menschlichen Ich aus. Die Bogomilen kamen zurück und sie wurden diesmal von Maitreya Buddha selbst angeführt. Die Bulgaren wurden schon immer von der Bodhisattva-Loge angeführt, vorläufig werden wir nur erwähnen, dass vor Beinsa Douno, Gautama Buddha und Orpheus ein anderer Bodhisattva hier gewirkt hat, der in der alten geistigen Schule im Rilagebirge die „Buddha-Stufe erlangt hatte und in seinem Wesen die Synthese der Weisheit der geistigen Produkte dreier europäischer Zentren verwirklichte. Diese Zentren liegen an den Spitzen eines gleichseitigen Dreiecks – im Westen um die heutige spanischen Stadt Santiago de Compostela, im Norden – in Skandinavien mit den späteren Trotten-Mysterien und im Osten – um das heutige Aladscha-Kloster bei Varna. In diesen Zentren wurden Jahrtausende lang unter der damaligen europäischen Bevölkerung jeweils das Denken, Fühlen und Wollen entwickelt, damit diese Bevölkerung auf die Aufnahme des zukünftigen Christus-Impulses vorbereitet werden konnte. Die Auseinandersetzung mit dem Wollen im Zentrum bei Varna wurde später durch die okkulte Tatsache bestätigt, die von Beinsa Douno mitgeteilt wurde, dass im gesamtslawischen Organismus „die Bulgaren den Willen repräsentieren“.

Nach der Synthese, die jener Buddha im Rilagebirge vollzogen hatte, begann das menschliche Leben, sich vom physischen Leib auf der Grundlage der Weisheit  in das Ich zu vertiefen. Die Verkörperung der Weisheit – das Palladium – stieg in Troja unter die Bulgaren hinunter und sie  sandten Zivilisationsimpulse in alle Weltrichtungen an die in der dritten nachatlantischen Kulturepoche entstandenen Staaten aus. Mit der Weisheit schritt die Entwicklung des Volksbewusstseins im Menschen voran, welches durch die Kraft der Blutsverwandtschaft hervorgerufen worden war. Das wahre Vereinigungszentrum des Dreiecks Denken-Fühlen-Wollen ist aber nicht die Weisheit, sondern die Liebe, die mit der Inkarnation des Christus-Ich und der folgenden Aufopferungstat kam. Das Ich hat die Blutsverwandtschaft außer Kraft gesetzt. Während 19 Jahrhunderte hatte die europäische Menschheit das Ich-Bewusstsein entwickelt und versuchte, die Christus-Liebe im persönlichen und sozialen Leben anzuwenden. Europa wurde bewusst von den restlichen Kontinenten herausgenommen, denn nur von diesem Gebiet aus kann das Aussenden christlicher Impulse erwartet werden, die zeitgemäß sind und eine bessere Zukunft der gesamten Menschheit gewährleisten.

Zu Beginn des 20 Jh. standen die Seelen, die nach dem Willen des Weltkarma unter die europäischen Völker geschickt worden waren, vor der nächsten Herausforderung – die beginnende Wiederkunft des Christus im Ätherischen, die sich bis zur Mitte der sechsten Kulturepoche entfalten wird. Die geistige Welt ließ in Mittel- und Westeuropa durch Michael über Rudolf Steiner die lange gereifte „Geistesfrucht“ hinunter –  die Anthroposophie –, durch die wir Christus verstehen und mit Ihm zusammen den Weg zum Wassermann-Zeitalter zurücklegen können. In Bulgarien hat der Bodhisattva eine Schule gegründet, um uns zu unterweisen, wie wir in diesem Zeitalter leben sollen, das erst 3573 beginnt. Wir sehen, dass beide Impulse – der Impuls Michaels (durch Steiner) und der Christus-Impuls (durch den Bodhisattva) synchron wirken und das gleiche Ziel haben – die Vorbereitung der europäischen und damit der restlichen Menschheit auf die Begegnung mit dem Ätherischen Christus und die richtige zukünftige Aufnahme der Offenbarungen des uns von oben erleuchtenden Geistselbst in einem neuen Ätherorgan – dem sog.“ vernünftigen (denkenden) Herzen“. Deshalb können wir mit Sicherheit sagen, dass wir vom 20. Jh. an einen neuen, vierten Impuls der Großen Weißen Bruderschaft erleben, der durch die zwei erwähnten Meister ausgestrahlt wird.

Hier entsteht die berechtigte Frage, warum Michael über Steiner von einem neuen, einzig rettenden Impuls für das geistige Leben der Menschheit sprach, den wir Ende des 20. Jh. Zu erwarten hätten. Um welchen Impuls es sich handelt und ob dieser ausgestrahlt wurde – diese Fragen werden im Buch „Der Weg zum Ich“ besprochen, in dem auch die vorher gestellte Frage beantwortet wird, ob die Bulgaren weiter  an ihrer Aufgabe arbeiten,, die menschliche Ich-Entwicklung zu gewährleisten. Die Antwort lautet „Ja“, denn das zwischen 2000 und 2007 Geschehene macht einen Teil des vierten Impulses der Großen Weißen Bruderschaft aus und ist die Erfüllung des Versprechens Michaels.

Es ist noch früh zu sagen, wie sich dieser vierte Impuls künftig entwickeln wird, aber die Prüfung seiner Kraft steht  in der Begegnung mit dem verkörperten Antichristen bevor. Der Kampf gegen ihn wird solche Dimensionen haben, dass er für immer in die Akasha-Chronik unter dem Namen „Die große Schlacht auf Erden“ eingehen wird!

In manchen Religionen lassen sich Spuren einer anderen Schlacht finden – „der Schlacht im Himmel“, die vor Äonen in der geistigen Welt  unter der Teilnahme der rechtmäßigen und der zurückgebliebenen Geister der Bewegung stattgefunden hat. Aber im Unterschied zu damals wird die jetzige Schlacht auf dem physischen Plan unter der Teilnahme der Wesen mit einem freien Willen stattfinden. In Fleisch verkörpert wird Ahriman ebenfalls über die Freiheit der Wahl zwischen dem „Sonnengenius“ – Christus, der Liebe, und dem „Sonnendämon“ – Sorat, dem Tod verfügen. As vor ca. 2000 Jahren Christus von der Sonne stieg und Sich freiwillig opferte, wurde die Liebe auf Erden gesät. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sprach Sein Bote Beinsa Douno die auf den ersten Blick seltsamen Worte, dass „von den Bulgaren die Liebe ausgehen wird“. Seit Ende des 20 Jahrhunderts lebt unter der Erdenmenschheit Ahriman selbst. Über welche Liebe sprach Beinsa Douno und wie werden wir den Antichristen bekämpfen?

Wenn im Ich eines Menschen Michael (d.h. das Wesen Anthroposophia) und Christus (der Bodhisattva-Impuls) aufeinander treffen, erfolgt aus dieser Begegnung die Wiederkehr des erneuerten Palladiums, welches aus dem Träger der alten Sonnenweisheit (dem Geheimnis der dreifachen Sonne) in einen Träger der kosmischen Ich-Liebe (der Wahrheit) umgewandelt wurde. Die Quelle dieser Liebe ist die dreifache Christus-Sonne in unserem Willen, die dort nach dem Mysterium von 1936 lebt, in dem der unter die Bulgaren herabgestiegene Bodhisattva die Hauptrolle spielt. Warum behaupten wir, dass das erneuerte Palladium wie der Heilige Pfingstgeist der Träger der Liebe als Wahrheit ist?

Die Antwort muss immer im Christus und nirgendwo anders gesucht werden. Bis zur Zeitenwende empfingen die Menschen in den Mysterien mit herabgedämpftem Ich-Bewusstsein die Offenbarungen der Weisheit Christi über den Heiligen Geist aus der Sphäre der zwölf Bodhisattvas. Dieser Heilige Geist ist nicht mit dem Heiligen Geist aus der Trinität identisch, welcher in das menschliche Ich an Pfingsten infolge des Opfers von Golgatha und der eingetretenen Änderung des Verhältnisses zwischen Vater und Sohn in der Trinität herabstieg. Nachdem auf dem Kreuz die Christus-Weisheit im makrokosmischen Ich Christi wiedergeboren und in kosmische Ich-Liebe verwandelt wurde, lebten die Wesen der gesamten Schöpfung in ihr, ohne dass individuelle Anstrengungen von ihnen notwendig waren. Die gleiche Liebe, jedoch durch das Mysterium von 1936 bereichert, lebt in unserem Willen. Aber diese Liebe können wir nicht die individuelle Anstrengung unseres Ich erlangen. Der Träger der erneuerten Liebe ist das Palladium – ein geistiges Instrument, das nur der Erdenmensch braucht. Wenn man zusammen mit Michael den Weg vom vergeistigten, durch das intensive Studium der Anthroposophie zu entwickelnden Denken über das vernünftige Herz, welches mit der entscheidenden Hilfe des Bodhisattva-Impulses ausgebildet werden kann, zur Christus-Sonne in unserem Willen zurücklegt, wird man zum Träger des erneuerten Palladiums. Durch die Verbindung des Palladiums mit dem Heiligen Geist wird man auf den Empfang der Offenbarungen der Götter vorbereitet. In der Praxis bedeutet das die Einpflanzung des Geistselbst lange vor dem Einbruch der sechsten Kulturepoche. Dieser Herunterstieg des Geistselbst wird zum ersten Mal erst seit dem 20. Jahrhundert ermöglicht. Dadurch können wir nicht nur dem Antichristen widerstehen, sondern auch ihn aus einem Gegner Christi in einen Christus-Nachfolger umwandeln. In der bevorstehenden apokalyptischen Auseinandersetzung werden ausgewählte vorbereitete Menschenseelen den ersten Schritt auf das Geistselbst zu machen und darauf hinarbeiten, sich zukünftig in eine „Frau“ zu verwandeln, die „mit  der Sonne bekleidet ist und den Mond unter ihren Füßen hat“. Das erwarten die Götter von uns heute!

„Der heutige Mond“ ist Ahriman! Und wer wird zur Sonnen-Frau? Von Bulgarien aus wurde auf den Weg dazu verwiesen, nun müssen die anderen Völker diesen Weg erkennen.

 

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Der soziale Organismus und der Pfingstgeist

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 28.02.2016 in Varna

Link zum Vorlesungsvideo

Die Vorlesung im PDF-Format

 

Gebet: Herr Jesus Christus, bitte hilf dabei, dass die europäischen Völker für die Gemeinsamkeit erwachen und ihre Mission in der Menschheitsgeschichte erfüllen.

 

Unser heutiges Thema ist „Der soziale Organismus und der Pfingstgeist“  –  ein endloses Thema, das wir hier wohl nur teilweise behandeln können – wahrscheinlich während der nächsten drei Stunden.

Am Ende seines Lebens soll Rudolf Steiner mit sehr ernsthaftem Ton zum Grafen Polzer-Hoditz Folgendes gesagt haben: „Die Anthroposophen, somit die ganze Menschheit, hat drei Aufgaben in der Zukunft zu lösen. Natürlich gibt es viel mehr zu tun, aber diese Aufgaben sind spezifisch: die Aufdeckung des Geheimnisses der zwei Johannesse, des Demetrius und des Kasper Hauser“.

Die beiden Johannes sind Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist. Konkret bei Demetrius und Kasper Hauser gab Steiner den Auftrag herauszufinden, welche Individualitäten in ihnen inkarniert waren, woher sie kamen und welche Aufgabe sie hatten, die nicht gelöst wurde.

Was haben wir jetzt hinsichtlich dieses Auftrags Steiners zu berichten? Wir haben mehrmals über die beiden Johannes gesprochen und zusammenfassend können wir Folgendes sagen: das Ich, das im Johannes dem Täufer inkarniert war – laut Steiner das älteste Ich der Welt, quasi Adams Ich -, war der Vertreter des männlichen Prinzips (im okkulten Sinne) in der Erdenentwicklung. Hiram Abif, der später Lazarus-Johannes wurde, war auch der bedeutendste Vertreter des männlichen Prinzips im okkulten Sinne. Wir sehen, dass sie beide in den vorchristlichen Zeiten bei unserem Herabstieg in das Irdische die Träger jenes Impulses waren, der rechtmäßig  – wollen wir das so ausdrücken –  den Herabstieg ins Materielle, das Bezwingen der physischen Welt bezweckte. Der rechtmäßige Impuls war auf den Herabstieg aus der geistigen Welt und die Meisterung der physischen Welt gerichtet. Lazarus wurde zu Johannes, stellte sich unter das Golgatha-Kreuz und empfing von der Jungfrau Sophia die Weisheit über das Mysterium von Golgatha. Der Täufer war der erste, der vorher den in Fleisch inkarnierten Gott wiedererkannt und auf Ihn hingewiesen hat. Danach haben sowohl Johannes-Lazarus als auch Johannes der Täufer eine Transformation erfahren und sind sozusagen zur Manifestation des weiblichen Prinzips im Okkultismus übergegangen. Wir können danach den Apostel Johannes als einen der beiden Syrer  wiedererkennen – der andere war die Jungfrau Sophia -, die die Bogomilenbewegung in die Wege leiteten. Später finden wir ihn als denjenigen, der in Arbanassi unter den Bogomilenpriestern war bei dem großen Mysterium des 13. Jahrhunderts, als der zukünftige Christian Rosenkreutz die ganze bisherige Weisheit der Menschheit aufgenommen und in Christus-Licht transformiert hat. Zum Schluss hat er sich uns als die Schwester des großen bulgarischen Malers Boris Georgiev Katja gezeigt, die eine außerordentliche Spiritualität besaß.

Der Maler Boris Georgiev (1888-1962), Bild seiner Schwester Katja

Ob Christian Rosenkreutz danach inkarniert war und wann, wissen wir bisher nicht, aber mit Sicherheit war er auch nach diesem kurzen Leben als die junge Frau Katja inkarniert, denn bekanntlich inkarniert er genauso wie der Meister Jesus grundsätzlich sieben Jahre nach dem Tod wieder.

Über Johannes dem Täufer wissen wir bereits von Rudolf Steiner, dass er Raffael und Novalis war. Danach war er als Djado Vlajtscho [1]inkarniert.

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Vlajtscho Zhetschev (1894-1981)

Wir sehen, dass beide die Vertreter des weiblichen Prinzips sind. Wenn wir den Anspruch erheben dürfen, etwas zur Erfüllung des Auftrags Rudolf Steiners beigetragen zu haben, dann sind das gerade die Feststellung dieser Transformation, die infolge des zur Zeitenwende Erlebten in ihnen eingetreten ist sowie die Aufdeckung ihrer Inkarnationen nach dieser Zeit. Diese Behauptungen sind okkulte Tatsachen, für die ich mich hundertprozentig verbürge.

Auf Demetrius hat sich hauptsächlich der große verstorbene Anthroposoph Sergej Prokofieff  konzentriert. Vom geistigen Standpunkt aus dachte er dabei sehr logisch.  Demetrius war der letzte Sohn und Erbe der Rjuriks von der letzten achten Frau des Ivan IV. Grosny. 1591 wurde er als achtjähriger Junge in Uglitsch ermordet. Mit ihm ist etwas sehr Wichtiges unterbrochen worden. Die Tatsache, dass Steiner die Persönlichkeiten von Demetrius und Kasper Hauser neben die anderen zwei mächtigen Iche der Menschheitsgeschichte stellt, ist ein großes Mysterium an sich. Wer waren die beiden wirklich und was wurde durch die dunklen Mächte mit ihrer Ermordung verhindert?

Die Rjuriks, sind, wie ich schon längst erwähnt habe, nicht jene Waräger, die als Normannen aus Skandinavien kamen, um die Staatlichkeit in der zukünftigen Kiewer Rus und später in Russland zu begründen, sondern die kimmerischen Bulgaren, die ein paar Jahrhunderte nach Christi nach Skandinavien gezogen waren. Sie verbreiteten unter die Völker, die das zukünftige Germanentum bilden sollten, ihre Kultur. Im 20. Jahrhundert haben die Archäologen Artefakte der kimmerischen  Kultur entdeckt und festgestellt, dass sie eins zu eins der thrakischen, d.h. bulgarischen Kultur entspricht. Die Idee, dass das Ich-Prinzip und die Wurzeln der höheren Schichten des russischen Staates von den Warägern, von den Normannen bzw. vom Germanentum stammen, wurde bereits auch von der russischen Historiographie verworfen. Wir wissen ja, dass die Bulgaren die Träger des Ich-Impulses sind, sie sind für diesen Impuls in der Weltgeschichte verantwortlich. Sie hatten dafür gesorgt, zu jenen wilden Völkern zu gehen und ihnen die Kultur zu geben, die Tausende Jahre lang durch die Menschheitsführung auf die Entwicklung der Bewusstseinsseele in der fünften nachatlantischen Kulturepoche vorbereitet worden waren. Das war aber mit der Unterentwicklung der äußeren Kultur dieser Stämme verbunden, die buchstäblich als Wildlinge lebten. Die kimmerischen Bulgaren strömten in das heutige Skandinavien und brachten die äußere Kultur mit. Sie zogen nach Skandinavien, um zum richtigen Zeitpunkt der Formierung jener Völker da zu sein, die in den ersten Jahrhunderten nach Christi noch in einzelnen Stämmen lebten. Das hatte zum Ziel, dass diese Stämme gleichzeitig mit dem Bewusstsein des eigenen Volkes auch eine äußere Kultur entwickeln konnten. In der fünften Kulturepoche waren sie daher in der Lage, jene Rolle in der Entwicklung zu übernehmen, die die Weltenführung ihnen zugedacht hatte. Die bulgarische Herkunft der Rjuriks ist auch historisch erwiesen, er ist aus einem bulgarischen Geschlecht, nicht aus einem germanischen. Mit der Ermordung des jungen Demetrius, des letzten Erben Rjuriks, wurde etwas Wichtiges in der Entwicklung des russischen Volkes unterbunden, das erst in der sechsten nachatlantischen Epoche wirken sollte.

Was für Überlegungen hat hierzu Prokofieff angestellt? Er schreibt, dass sich das russische Volk damals auf der Ebene der Empfindungsseele befand. Wie wir wissen, entwickeln sich die Völker in unterschiedlichem Tempo. Das russische Volk war für die sechste Kulturepoche vorbestimmt, für die Zeit in der das Geistselbst der Entwicklungsfaktor darstellen wird. Als Demetrius 1591 starb, mussten die Völker mit der Entwicklung der Bewusstseinsseele begonnen haben. Dazu waren die westeuropäischen Völker vorbestimmt, später auch das amerikanische Volk, das sich nicht zufällig nach der sog. Entdeckung Amerikas herausbildete. In jener Zeit befanden sich nicht nur das russische, sondern auch viele andere Völker als eine Mehrheit von Analphabeten auf der Ebene der Empfindungsseele. Das betrifft auch einen Großteil der europäischen Völker in Mittel- und Westeuropa, wo mit Ausnahme der sich herausbildenden Kulturträger und des Adels der Rest des Volkes aus wilden Analphabeten bestand. Wir wissen, dass sich die Verstandesseele ausbildet,  wenn das Denken in richtiger Weise entwickelt wird, so dass das Ich-Bewusstsein erreicht wird. Das Denken nahm in der dritten Kulturepoche seinen Anfang in unserem Unterbewusstsein in der Empfindungsseele. Nicht zufällig aktivierte der Buddha Orpheus durch die Musik jene im Menschen veranlagten mentalen Kräfte unter den thrakischen Bulgaren, die allmählich den Weg zur Verstandesseele finden sollten. Damit sollte das Denken entwickelt werden, um mit diesem in der fünften Kulturepoche das Bewusstsein zu bilden, wenn der Mensch sich des Denkens an sich bewusst wird. Unsere Entwicklung ging parallel mit der Entwicklung der Wesenheit Anthropos-Sophia vor sich, über die wir letztes Mal eingehend gesprochen haben. Diese ging über die Entwicklung des Denkens, über die leiblichen und seelischen Elemente. Nun steht uns die Ausbildung des ersten geistigen Elementes – des Geistselbst – bevor. Deshalb habe ich gesagt, dass die ungebildeten Menschen in Mittel- und Westeuropa praktisch auf der Ebene der Empfindungsseele waren. Die Jahrtausende lange Ich-Entwicklung hatte in ihnen ohne eine äußere Kultur die seelischen Kräfte ausgebildet, die ihnen erlaubten, sich kulturell in der fünften nachatlantischen Epoche zu entfalten.

Dagegen war das russische Volk in Hinblick auf seine weit in die Zukunft reichende Aufgabe mehrheitlich  auf der Ebene der Empfindungsseele. Prokofieff stellt die Vermutung an, dass jemand mit einer entwickelten Verstandesseele erscheinen musste um diesem Volk eine vergeistigte Verstandesseele vorzuleben, nach der die Bewusstseinsseele aufblühen und sich richtig entwickeln konnte. Das Geistselbst kann sonst nicht herabsteigen, wenn es keine entwickelte vergeistigte Bewusstseinsseele vorfinden kann.

Wir wissen, dass nach den unruhigen Zeiten unter Iwan Grosny, während der Einmischung Boris Godunovs, der fälschlicherweise als Tatar bestimmt wird, und am Anfang der Romanov-Dynastie, das russische Volk in einer desolaten Lage war. Demetrius hatte den Impuls zur Entwicklung der Verstandesseele auszustrahlen. Wir haben gesehen, wie sich nach seinem Tod drei verschiedene Richtungen der Entwicklung der Verstandesseele bildeten, die Prokofieff bei der okkulten Betrachtung der Metageschichte des russischen Volkes sehr gut erkannt hat. Es gibt aber bisher keine Antwort auf die Frage, wer Demetrius war, woher er kam und ob er wirklich die Aufgabe hatte, dem russischen Volk eine vergeistigte Verstandesseele vorzuleben. Verständlicherweise sucht Prokofieff im inneren Kreis der Gralshüter nach ihm, indem er die Gralsströmung betrachtet, die in Mittel- und Westeuropa wirkte – im Osten Europas haben wir es nicht mit einer Gralsströmung im Sinne der mittel- und westeuropäischen zu tun. Vielmehr haben wir hier eine Sophien-Entwicklung des Christentums, bei der zweifelsohne die Bulgaren nach ihrer Christianisierung durch die in unseren Gebieten wirkenden Apostel Paulus und Andreas führend waren. Das Sophien-Christentum ist das rein bulgarische Christentum. Auf der anderen Seite Europas entwickelte sich das Christentum des Heiligen Gral, das in seiner äußeren Form durch die Lieder der Minnesänger bekannt wurde,  während das geheime Gralschristentum von Amfortas und Parzival vor der äußeren Welt versteckt war. Es gab bekanntlich zwölf Gralshüter, dazu einen äußeren Kreis von 36 und dann einen dritten Kreis, in den jeder eintreten durfte. Prokofieff suchte Demetrius unter den Zwölf des inneren Kreises, die von außen und nicht aus der Entwicklung ihrer eigenen Kräfte heraus eingeweiht wurden. Was heißt das? Der erste Mensch in der Weltgeschichte, der eigenständig die Bewusstseinsseele erreicht hat, war der inkarnierte Manes, der im neunten Jahrhundert als Parzival erschien. Die vorherigen Gralshüter, einschließlich Amfortas, der als Sergej Prokofieff  im 20. Jahrhundert inkarniert war, wurden vom vorherigen Gralshüter eingeweiht – sozusagen auf der Ebene der Verstandesseele. Keiner von ihnen besaß eine Bewusstseinsseele.  Da der als Demetrius Inkarnierte eine vergeistigte Verstandesseele besitzen sollte, suchte Prokofieff nach ihm unter diesen Gralshütern, die auch Parzivals genannt wurden. Sie unterschieden sich vom wahren Parzival dadurch, dass sie auf der „Schwanenstufe“ waren, wie es im Okkultismus heißt. Ob das alles stimmt? Sollte im russischen Volk jemand mit so einer Seele inkarnieren oder eher jemand, der eine entwickelte Bewusstseinsseele besaß? Und müssen wir nur dort nach der vorherigen Inkarnation Demetrius’ suchen?

Die Bogomilenströmung hat Prokofieff komplett aus dem Auge verloren. Bekanntlich lebte Parzival bis zum Anfang des zehnten Jahrhunderts und Anfang des zehnten Jahrhunderts kamen die Jungfrau Sophia und der reinkarnierte Johannes der Theologe als „die beiden Syrer“, um das Bogomilentum zu begründen, das auch eine Art Gralschristentum darstellt. Nicht zufällig besagt die Legende vom Gral, dass nach dem Tod Parzivals – des letzten Hüters -, der Gral in den Osten ging. Der Osten bedeutet im Okkultismus immer die Spiritualität und der Westen bedeutet den Untergang der Spiritualität.  Wir sehen, dass die wahren Gralsmysterien in die östliche Richtung zogen, zu den Bogomilen. Bekannterweise  gibt es bei den Bogomilen auch drei Kreise – einen inneren, einen mittleren und  einen äußeren Kreis. Zum inneren Kreis gehörten die sog. Vollkommenen. Sie besaßen eine vergeistigte Bewusstseinsseele mit der Bemerkung, dass sowohl Parzival als auch die größten Bogomilenpriester ihre Bewusstseinsseele  unter den Bedingungen einer nicht persönlich besessenen kosmischen Intelligenz entwickelten.

Wir wissen, dass Michael die kosmische Intelligenz nach den Ereignissen von Golgatha als Goldregen hat herunterregnen lassen. Gegen das achte, neunte Jahrhundert begann sie zuerst von den fortgeschrittensten Menschen zuerst empfangen zu werden, damit sie angeeignet und für Gott von unten nach oben benutzt werden konnte. Anders geschah es im 15. Jahrhundert, als die erste Götterdrei über die zweite diese kosmische Intelligenz in den Verstand jedes Menschen einführte, so dass ein jeder von einem Herzensmenschen zu einem Verstandesmenschen wurde. Nachdem diese Intelligenz ahrimanisiert worden war, hat sie die ganze heutige Kultur hervorgebracht. Nur hier und da sieht man eine vergeistigte Bewusstseinsseele aufleuchten.

Wir müssen also eine Inkarnation des Demetrius nicht zwingend in den Gralsmysterien suchen, denn das Bogomilentum entstand im zehnten Jahrhundert. Bis 1591 gab es während der dazwischen liegenden Jahrhunderte eine große Anzahl von eingeweihten vollkommenen Bogomilen in Bulgarien und Katharer und Albigenser in Westeuropa, die als eine mögliche Inkarnation von Demetrius infrage kommen. Das sollten wir bedenken. Bisher weiß ich nicht, wer Demetrius in seiner früheren Inkarnation war, um diese Frage in okkulter Hinsicht zu beleuchten. Aber ich hoffe, dass es irgendwann möglich sein wird, diese Aufgabe zu lösen.

Was geschah im russischen Volk, nachdem Demetrius auf grausame Weise ermordet worden war? Wir wissen, dass Peter der „Große“, auftauchte – dieser wahnsinnige Träger einer ahrimanisierten Verstandesseele. Ihm folgten die Großfürstin Elisabeth und Katharina II. auf dem Thron, die jetzt in Bulgarien inkarniert ist. Es entstand die Idee des Panslawismus und der Imperialismus nahm in Russland seine Entwicklung auf. Nach ihnen kamen die beiden Nikolai, die Alexander, die ganze Entwicklung in Russland ging unter den Bedingungen des Sklaventums und der Leibeigenschaft vor sich. Von Iwan dem Grosny ab entwickelte sich das russische Volk unter den Bedingungen des Sklaventums. Und das nach 1413, im Zeitalter der Bewusstseinsseele! Erst der Zar Alexander II. schaffte die Leibeigenschaft 1861 mit einem Manifest ab, weshalb er den Beinamen Befreier trägt und nicht wie fälschlicherweise angenommen wird, weil er Bulgarien von der osmanischen Herrschaft befreit hat. Die Abschaffung der Leibeigenschaft war ein großer Akt und bis zur Ankunft der Bolschewiken mit ihrem Satanismus lebten die Russen etwa 60 Jahre lang frei von Sklaventum und Leibeigenschaft, obwohl diese in verschiedenen Formen weiterbestanden. Dann folgte der Bolschewismus als eine Form des Satanismus mit seinen lebenslang regierenden Führern. Heute haben wir den Führer Wladimir Wladimirowitsch Putin. In dieser ganzen Zeit waren der Imperialismus und Panslawismus in der russischen Geschichte vorherrschend und das russische Volk wurde von seinen Aufgaben völlig abgelenkt.

Vorgestern hat unser Parlament eine Kommission berufen, die festzustellen soll, wie sich die Türkei und Russland in unsere inneren Angelegenheiten einmischen. Das war ein richtiger Akt, obwohl man auch entgegengesetzte Meinungen gehört hat. Unser Außenministerium hat unverzüglich dem russischen Außenministerium geantwortet, das behauptete, dass viele Generationen von Bulgaren Russland für die Befreiung von den Türken verpflichtet sein sollten.  Das haben sie uns jetzt vor dem Nationalfeiertag der Befreiung, dem dritten März, zum wiederholten Male vorgeworfen. Unser Außenministerium antwortete Zähne zeigend. Der Ministerpräsident Bojko Borissov sagte, wir sollten eine Konfrontation mit der Türkei und Russland vermeiden.

Der russische Imperialismus hat also nicht aufgehört zu bestehen. Heutzutage steuert Russland sogar auf den Nationalsozialismus zu – diese Tendenz, die nun deutlich wird, hatte Prokofieff schon vor 20 Jahren vorausgesagt. Wer richtig beurteilen kann, worum es geht, kann das bemerken. Aber ich möchte diese Erinnerung und diese Klammer nicht zufällig einschieben, denn die Videos der Vorlesungen erreichen schon viele Menschen und das hier Besprochene ist und bleibt in der nächsten Zukunft hochaktuell. Ja, das russische Volk hat die Bulgaren befreit. Der Führer des gesamten Slawentums – eine Wesenheit aus der Hierarchie der Elohim – sagte am 8.10.1898 in Varna zum Meister Beinsa Douno: „… in all euren Leiden und Prüfungen habe ich euch mit meiner Hand gestützt und eurem Geist Kraft und Macht verliehen, damit ihr geistig nicht schwach werdet und im Sumpf der Verzweiflung völlig untergeht. Mit aller mir verfügbaren Kraft begann ich, in euch eine reine und keusche Seele mit einem göttlichen Benehmen zu schaffen. Und am Ende eurer jahrhundertelangen Prüfung, als der Himmel beschlossen hat, euch nach der höheren Entscheidung der Göttlichen Vorsehung vom schweren Joch[2] zu befreien, war ich der Erste, der für eure Befreiung eintrat…“

Das russische Volk war also das Werkzeug in den Händen eines der sechs Sonnen-Elohim, das erschienen war, um Bulgarien mit der entscheidenden Hilfe der eigenen Landwehr zu befreien. Nur 20 Jahre später sagte derselbe Elohim wieder zu Beinsa Douno: „Seine heutige Kraft und Macht schuldet es (Russland) euch, (denn) so sind die Göttlichen Verfügungen: der eine sät, der andere erntet, am Ende werden alle am Göttlichen Wohl teilnehmen“.

Es entsteht sofort die Frage und zwar im Sinne des reinen Okkultismus, nicht der Historizität: Wieso sollte das russische Volk den Ruhm einer Weltmacht, die neu eroberten Territorien usw. ausgerechnet Bulgarien schulden, das in einem großen Teil der fünften Kulturepoche keine eigene Staatlichkeit hatte, also juristisch nicht existierte? All das liegt an den Verdiensten der Bulgaren, nicht der Russen, das sagte der gemeinsame Elohim des ganzen Slawentums.  Was wollte er damit sagen, was weder die Bulgaren noch die Russen oder die restliche Welt verstehen können?

Der bulgarische Zar Boris I. der Täufer war derjenige, dem derselbe Elohim im neunten Jahrhundert erschienen war, um ihm den Willen des Himmels mitzuteilen, das Slawentum im Schoße des bulgarischen Volkes zu schaffen, das aus den Bulgaren herausgehen sollte. Boris ist der Vater des Slawenstammes. So wie Abraham der Vater des jüdischen Volkes ist, ist Boris I. der Täufer der Vater des gesamten Slawentums – bis zu diesem Zeitpunkt existierte kein Slawentum. Dieses entstand auf der Grundlage der Sprache. Nachdem ein Volk sich auszubilden beginnt, übernimmt der jeweilige Erzengel die Führung dieses Volks. Solange sich eine bestimmte Menschengruppe auf der Stammesstufe befindet, hat sie keinen Erzengel, sondern einen anderen führenden Geist – wohl einen Egregor aus den vorchristlichen Zeiten, eine Wesenheit aus einer anderen Ordnung. Erst wenn ein Stamm beginnt, sich als Volk seiner selbst bewusst zu werden, übernimmt ein Erzengel seine Führung und arbeitet zuerst seelisch und erst später geistig an ihm. Deshalb spricht Steiner nicht nur von Volksgeistern, sondern auch von Volksseelen. Er behandelt die Erzengel der Völker in seelischem und geistigem Sinne. Gibt es hier einen Widerspruch? Nein, denn wenn ein Erzengel an den ihm anvertrauten Menschen arbeitet, kann er nicht als ein Volksgeist wirken, wenn diese auf der Ebene der Verstandesseele sind. Er kann dann nur als Volksseele wirken.

Das russische Volk wurde gänzlich von den Bulgaren ausgebildet, im Schoße der hinter und vor dem Ural lebenden Stämme – Mordwinen u.dgl., die ein bisschen chaotisch unter dem Oberbegriff Finno-ugrische Völker zusammengefasst werden. Die Bulgaren gaben die Sprache, das Sophien-Christentum und die Kultur. Bis ins 18. Jahrhundert hinein waren die alten bulgarischen Bücher alles, was in Russland an Schrifttum abgeschrieben wurde. Die russische Sprache – das ist die bulgarische Sprache, die mit der Zeit eine Evolution erfahren, doch die Kasus beibehalten hat. Die altbulgarische Sprache hatte nämlich zahlreiche Kasusformen, die in Bulgarien nur in einzelnen Berggebieten aufbewahrt wurden. Die Bulgaren haben Russland über die Rjuriks Dynastie die Staatlichkeit sowie die ersten Heiligen gegeben. Kurzum haben die Bulgaren das russische Volk gebildet und dieses ihrem glänzenden Erzengel übergeben, der nun Schwierigkeiten hat, zu diesem Volk eine Beziehung herzustellen. Selbst die seelische Verbindung wurde durch den Panslawismus getrennt. Deshalb sagte der Elohim jene Worte zu Beinsa Douno, denen ich mich jetzt an die Tatsachen haltend auch anschließe: Wenn die Russen das Verdienst der Befreiung Bulgariens vom türkischen Joch und das Neuerringen der bulgarischen Staatlichkeit für sich beanspruchen, so  beansprucht Bulgarien das Verdienst, dass die Russen als Volk überhaupt existieren. Alles, was sie haben, verdanken sie den Bulgaren. Doch dies kollidiert mit dem starken Panslawismus. Deshalb sagte der Elohim: „Erst wenn das russische Volk den Bulgaren Anerkennung zollt, so wie Abraham sich vor Melchisedek verbeugte, erst wenn das russische Volk dessen gewahr wird, was war, was ist und was kommt, wird es Entwicklungsfortschritte machen und eine Beziehung zu seinem Erzengel aufnehmen. Eine andere Möglichkeit dazu besteht nicht. Wladimir Wladimirowitsch Putin war bisher nützlich, nun wird er allmählich schädlich. Mit Verlaub gesagt, führt er die Russen auf den Weg zum Nichts. Das russische Volk hat einen ganz anderen Weg zu gehen. Soviel zu dieser Frage.

Wir kommen zur Person von Kaspar Haus, der am Pfingsttag im Jahre 1828 in Nürnberg als Findelkind auftauchte – dort, wo später das Herz des Nationalsozialismus schlagen und Hitler seine tiefsten nationalsozialistischen Reden halten würde. Genau dort, wo später das Herz des Nationalsozialismus schlug, tauchte dieses Kind auf. Auf den ersten Blick war Kaspar Hauser ein Autist, der kaum sprechen und laufen konnte und kein entwickeltes Denken besaß – Sprache geht bekanntlich mit Denken einher. Das Kind lernt zuerst laufen, dann sprechen und Gedanken formulieren, um schließlich zu einer Persönlichkeit zu werden. Keiner wusste, woher dieses Findelkind gekommen war, es hielt nur einen Zettel, wo es stand, wohin man es führen sollte. Das Kind hatte außerordentliche Fähigkeiten. Es wurde an Michaeli 1812 als Erbe des Badener Thrones geboren. Diese Zeit war die Epoche des Romantismus, in der Goethe, Schiller, Novalis, Heine, Schelling, Fichte in Vorbereitung des Übergangs der deutschen Seele zur vergeisterten Bewusstseinsseele wirkten. Das ist sehr wichtig! Demetrius wurde zu den Russen geschickt, die die Zukunft der Welt repräsentieren, und seine Mission scheiterte. Kaspar Hauser wurde zu den Deutschen geschickt, die uns nun die Ich-Entwicklung geben und uns eine vergeistigte Bewusstseinsseele vorführen sollen.

Dieses Kind wurde entführt und versteckt, aber man hat es als gestorben gemeldet. Das Enthüllen seiner Individualität ist ein Auftrag Steiners von besonderer Wichtigkeit, wir werden gleich darauf zu sprechen kommen. Kaspar wurde in vollkommener Dunkelheit gehalten und bekam 16 Jahre lang nur Brot und Wasser, die ihm vorgelegt wurden, während er schlief, so dass er keinen Menschen sehen konnte. Er war gezwungen, entweder zu sitzen oder zu liegen, so dass er nicht den aufrechten Gang gelernt hat. Kaspar Hauser konnte kaum sprechen, geschweige denn denken. Wegen der Isolation konnte das Ich von seinem Körper nicht Besitz ergreifen. Wie wir wissen, beginnen das Ich und die Seele ungefähr am 20. Tag nach der Empfängnis auf das Embryo zu wirken. Dadurch wird jede Abtreibung des Embryos nach dem 20. Tag eigentlich zum Mord, da das Ich und die Seele bereits in das Embryo als den zukünftigen Leib eingegriffen haben. Die Frauen merken die Schwangerschaft erst anderthalb Monate später, was viel zu spät ist. Das Ich und die Seele arbeiten und bilden den Leib, der aus dem ganzen Kosmos gewonnen wird. Der ganze Tierkreis wirkt unter der Kontrolle von Ich und Seele da drin. Es wird der Leib ausgebildet und geboren, das Kind muss sich aufrichten, sprechen lernen usw. Nimmt man dem kindlichen Leib die Möglichkeit, sich aufzurichten und durch den Kontakt zur seiner Umwelt die Sprache zu entwickeln, versetzt man das Ich in einen Zwischenzustand, in dem es weder inkarniert noch nicht inkarniert ist. Die heutigen Autisten verkörpern diese Situation, die bei  Kaspar Hauser durch ein schreckliches Verbrechen der westlichen okkulten Logen hervorgerufen wurde. Steiner hat das nur teilweise enthüllt, doch wir wissen, dass seit 1802 die Spitzenleitungen der Jesuiten und der angloamerikanischen Logen zusammenarbeiten, obwohl sie sich äußerlich gegenüberstehen und jede dritte oder vierte päpstliche Enzyklika gegen die Freimaurer gerichtet ist. Das ist jedoch nur vorgetäuscht und gerade diese vereinten Mächte haben Kaspar Hauser entführt. Als sie erkannt hatten, dass ihr Plan nicht aufgeht, beschlossen sie, ihn zu liquidieren. Jemand stach Kaspar zwischen die Rippen und nach drei Tagen Todeskampf starb er 1833 mit 21 Jahren – genau zum Zeitpunkt, wenn nach den Regeln der Elohim das Ich entwickelt werden soll. Kaspar Hauser starb, indem er allen vergab und alle segnete. Stellen Sie sich vor, um was für einen Geist es sich hier handelt!

Als ihm Fleisch angeboten wurde und er das Denken entwickelte, verlor er seine Fähigkeiten, die er deshalb besaß, weil er in seiner Entwicklung zurückgeblieben war.  Durch die Augen eines zweijährigen Kindes sieht uns sein Ich, jenes Ich, dass die ewige Individualität des Menschen ist, die von dem Gruppenhaften, das von der Elohim wie eine Ich-Substanz kam, individualisiert wurde. Später wird der Blick eines Kindes schlau, wenn das Ego sich ausgebildet hat, aber im Alter von drei bis vier Jahren sieht uns durch das Kind sein individuelles Ich. Aus diesem Grund sehen die Kinder Geister, worüber die Erwachsenen manchmal lachen. Kaspar Hauser konnte sofort in einen Menschen, in sein Ich und seine Seele sehen und ihn spüren. Er konnte Geräusche in sehr weiter Entfernung hören, in seinem Beisein wurden wilde Tiere zahm. Die Logen wollten unter anderem auch seine okkulten Fähigkeiten benutzen, sonst hätten sie ihn schon nach seiner Geburt ermordet.

In dem Moment, als Kaspar begann, das Ich-Selbstbewusstsein zu entwickeln  und zu denken, was parallel zueinander geschieht, wurde er eliminiert. Das haben die vereinten Jesuiten und Logen getan, obwohl auf dem äußeren Plan alles dem um den Thron konkurrierenden Geschlecht zugeschrieben wurde. Normalerweise wird jemand getötet, wenn man ihn beseitigen möchte. Ihn 16 Jahre lang bei Brot und Wasser am Leben zu erhalten ist ein Umstand, der sonst nicht erklärbar ist. Es ist klar, dass wir hier mit einer okkulten Einmischung zu tun haben, damit Kaspar Hauser in diesem Zwischenzustand bleiben und sein Ich vom Leib nicht Besitz ergreifen konnte. Als er Fleisch probierte und abstrakt zu denken begann, verlor er die okkulten Fähigkeiten. Das abstrakte Denken wird im Menschen auf Kosten seiner übersinnlichen Fähigkeiten entwickelt. Deshalb besitzen die Menschen diese Fähigkeiten nicht und deshalb muss das Denken als eine neue Methode der Verbindung zur geistigen Welt spiritualisiert werden. Kaspar Hauser sollte das Beispiel einer vergeistigten Bewusstseinsseele sein und das allmähliche Öffnen für den Geist unter den Deutschen vorführen, denn sie müssen heute die Ich-Entwicklung der Welt geben. Aber sie tun es nicht, weshalb es zur aktuellen Entwicklung gekommen ist. Die Menschheit ging den Abgrund hinunter. Mit der Ermordung Kaspar Hausers begann 1833 der Karfreitag für die Menschheit, der 100 Jahre – bis 1933 – dauerte. In dieser Zeitspanne kollidieren die Menschen frontal mit dem Materialismus, sie entwickelten eine materialistische Weltanschauung, die in vorigen Jahrhunderten nicht möglich gewesen war. Christus hat die dunkle Sphäre materialistischer Gedanken – das Ergebnis der fünfhundertjährigen materialistischen Entwicklung -, in Sich aufgenommen und annihiliert und dadurch der Menschheit den Zugang zu einem ganz anderen geistigen Licht Michaels den Zugang ermöglicht. Trotzdem steuerte die Menschheit frontal auf die unternatürlichen, untermenschlichen und untersozialen Welten zu.

Was heißt das? Wenn der Lichtäther aus der Astralwelt unterphysisch in Luzifers Sphäre reflektiert wird, manifestiert er sich auf dem physischen Plan als Elektrizität; Wenn der Tonäther aus dem niederen Devachan unterphysisch in Ahrimans Sphäre reflektiert wird, entsteht der Magnetismus und bei der Widerspiegelung des Lebensäthers aus dem höheren Devachan in der unterphysischen Sphäre der zurückgebliebenen Asuras entsteht die alles zerstörende Atomkraft. All dem ging eine vorbereitende Stufe voraus – die erste industrielle Revolution. Als Ende des 18. Jahrhunderts James Watt die Dampfmaschine entwickelte und die Kraft des Wassers als Dampf erobert und in Vakuumpumpen angewendet wurde, nahm die erste industrielle Revolution von Großbritannien aus ihren Lauf. Sie dauerte an, bis die Elektrizität durch Thomas Alva Edison mit der Glühbirne nutzbar gemacht wurde. Ich habe es schon erwähnt – Th. A. Edison ist heute wieder inkarniert und besitzt einen dermaßen verhärteten Ätherleib, dass er keinen elektrischen Schlag bekommt, wenn er eine Leitung anfasst. Können Sie sich vorstellen, zu welcher Verhärtung des Ätherleibes das Hineinsinken in die erste unterphysische Welt, die Sphäre der Elektrizität, führt! Natürlich hat Th.A. Edison auch den Magnetismus gestreift, etwa während des Stromkrieges mit Thesla – Sie wissen – die Konstruktion von  Maschinen mit Gleichstrom oder Wechselstrom. Der Ätherleib wird dadurch vernichtet, dass man mit diesen beiden unterphysischen Sphären in Berührung kommt.

Die zweite industrielle Revolution bestand in der Nutzbarmachung der Elektrizität und des Magnetismus und sie dauerte bis zur Entdeckung der Kernkraft an. In dieser Zeit sind die Wissenschaft und die Technologien eine unrechtmäßige Ehe eingegangen. Mit der nachfolgenden Anwendung der Kernkraft und dem Abstieg in die dritte unternatürliche Welt sind die Wissenschaft und die Technologien dermaßen zusammengewachsen, dass die Technologien nunmehr ausschließlich für militärische Zwecke benutzt werden. Es kam zu einer totalen Dämonisierung der Wissenschaft. Die Informationstechnologien tauchten auf und ab dem Zweiten Weltkrieg kam es zur dritten industriellen Revolution. Im Januar 2016 war beim Weltwirtschaftsforum in Davos von der vierten industriellen Revolution die Rede, bei der die Grenzen zwischen der physischen, digitalen und biologischen Sphäre verwischt werden sollen. Verstehen Sie, was vorbereitet wird, d.h. es wurde schon vorbereitet und nun hat man es nur verkündet. Das bedeutet, dass die physische Welt, die Informationstechnologien und der Mensch zu einer Einheit verschmelzen sollen. Die Grenzen zwischen ihnen sollen verschwinden. Im Patient Protection and Affordable Care Act (sog. Obamacare) wurde unter dem scheinheiligen Vorwand der Identifizierung und Verfolgung des Gesundheitsstatus der Bürger eine Strategie zur Einpflanzung eines Mikrochips in jedermanns Körper angenommen. Es fängt schon an. Das ist die vierte industrielle Revolution und es wird bereits eine fünfte Revolution angedeutet.

Warum sage ich all das? Weil es nicht nur hochaktuell ist, sondern weil etwas Furchtbares dahintersteckt. Die Nutzbarmachung des Dampfes als Zugkraft und Vakuum war noch der harmlose Part. Aber er förderte unterphysische Kräfte zutage, die auf dem äußeren Plan durch Maschinen, Technologien und mechanische Operationen verdinglicht werden.  Jede Maschine auf der Welt stellt die Verdinglichung unterphysischer Kräfte dar, mit denen der Mensch noch nie in der Weltgeschichte zu tun hatte. All das stürzt auf das Ich nieder und mit einer völlig ahrimanisierten Bewusstseinsseele hat der Mensch keinerlei Schutzmechanismen gegen diesen Wahnsinn, den man als technischen Fortschritt bezeichnet und als Triumph des menschlichen Gedankens feiert.

Wohin führt all dieses Hineintauchen in die Unternatur? Beachten Sie – in der Vorstufe, als mechanische Webstühle die Arbeitskraft ersetzten, vernichteten die Ludditen (die Maschinenstürmer) Ende des 18. Jahrhunderts in England Webstühle, da der mechanische und weitaus produktivere Webstuhl erschienen war, der einen großen Teil der Arbeiter überflüssig machte. Warum haben diese Arbeiter die Maschinen und nicht die Köpfe ihrer Ausbeuter kaputtgemacht? Denn die Menschen wurden – wie der englische Dichter William Blake schrieb – in dunkle satanische Fabriken eingezwängt. Die Menschen hatten damals noch richtig funktionierende, nicht durch 3D- und andere Technologien verdrehte Sinne und  spürten, dass durch diese Maschinen etwas Furchtbares kam. Sie spürten, dass sie keinen technischen Fortschritt darstellten, sondern reiner Satanismus waren. Dieser Fortschritt hat die unterphysischen Kräfte zutage befördert und nach außen als ratternde Ausgeburten verdinglicht, die den Menschen eliminierten. Die Technik zieht den Menschen in die unterphysischen Welten hinunter, doch sie führt auch zu etwas anderem: Jeder von uns benutzt verschiedene technische Geräte, aber wenn man vor ihnen sitzt und weiß, wer einem gegenüber steht, kann man moralisch mit dieser Technik umgehen. Nur partiell können die unterphysischen Kräfte zutage befördert werden, die durch die Informationstechnologien außerordentlich stark satanisiert wurden. Man sollte versuchen, die Technik, über die wir verfügen, rechtmäßig zu benutzen, was ich unter anderem bei der Vorbereitung dieser Vorlesungen am Computer tue. Auf diese Weise können wir dorthin, woher diese Kräfte kommen, unsere geistigen Kräfte hineinführen. Andernfalls würde die Menschheit zugrunde gehen. Deshalb habe ich allen meinen bisherigen Autos einen Namen gegeben. So muss es sein, damit die Einstellung zum eigenen Wagen keine Aggression hervorruft. Wenn man das Auto lenkt, kommt so oder so eine gewisse Aggressivität hoch, denn das Lenken stellt ein Herausziehen unterphysischer Kräfte dar. Wie viel Zeit braucht ein Auto, um produziert zu werden? Es wurde jetzt ein Lamborghini gebaut, der über drei Millionen Pfund kosten soll. Hat jemand von Ihnen mitverfolgt, welche Technologien der KGB zeigte, die sich Putin neulich zeigen ließ? Das ist ein absolut satanistisches Werk! Im Menschen, der solche Technik benutzt, wohnen schreckliche Kräfte inne und er lenkt die Technik, ohne das Bewusstsein für diese Kräfte zu haben.

Was bezweckt Ahriman damit? Es gab die Idee, dass auch Sechzehnjährige den Führerschein bekommen dürfen. Man sollte nicht Auto fahren, bevor man 28, eigentlich 26,5 Jahre wird (wegen der allgemeinen Verjüngung der Menschheit in der fünften Kulturepoche, was wir bei der Vorlesung „Der Heilige Impuls und Amerikas Mission“[3] besprochen haben). Das sind unterphysische Kräfte und wenn man unmoralisch, ohne ein in rechter Weise entwickeltes Ich an sie herangeht, was meistens der Fall ist, führt dies zum Verschieben der unterbewussten Ebenen im Menschen. D.h. man kommt in die Sphäre der Doppelgänger. Die Benutzung der Technik an sich und das Herausziehen der unterphysischen Kräfte führen automatisch zum Herumwühlen im Morast des Menschen. Je komplizierter die Technik ist, die man steuert, desto größer ist das Durcheinander, das in einem hochkommt. Und man hat keine Vorstellung, was passiert. Im Morast werden Kreaturen aktiv – das sind übersinnliche Wesen, die unseren drei Leibern und dem Ich innewohnen.

Auf der Stufe des physischen Leibes sind das die Doppelgänger, die mit dem elektromagnetischen Feldes des Menschen zusammenhängen. Dieses Feld ist ein Produkt des Ahrimanismus, es wurde uns nicht von Gott veranlagt, sondern es steht in Verbindung zum elektromagnetischen Feld der Erde[4]. Das sind die ätherischen Doppelgänger, die bekanntlich in Amerika im Zusammenhang mit der Lage und Ausrichtung seiner Berge am stärksten wirken. Auf einer anderen Stufe befinden sich die Doppelgänger im Ätherleib. Hier geht es um die Gewohnheiten und den Charakter des Menschen, die aus einem früheren Leben stammen und auch im jetzigen Leben ausgebildet werden. Sie erzeugen einen Doppelgänger im Ätherleib, was zur Entstehung der materialistischen Weltanschauung führt. All das saugt den Ätherleib heraus und führt zum Verlust von Lebenskraft. Die materialistische Weltanschauung hat Gebrechlichkeit zur Folge. Der Mensch kränkelt, denn er hat sich nicht mit der geistigen Welt in der Art verbunden, dass der Geist in ihn einströmen kann. Der Ätherleib ist nämlich der Lebensleib, der Leib des Geistes.

Welche sind die Doppelgänger im Astralleib? Nicht überwundene Ängste, Leidenschaften und Verlangen aus früheren Leben bilden den heutigen astralischen Doppelgänger des Menschen aus. Der Doppelgänger verhindert uns bei der Entwicklung positiver seelischer Eigenschaften in diesem Leben. Das liegt daran, dass man die nicht überwundenen Leidenschaften, Verlangen und Ängste mit sich zieht. Mit der materialistischen Weltanschauung vom Doppelgänger im Ätherleib und durch die elektromagnetischen Doppelgänger im physischen Leib verstärkt, führt das sogar zur Entstehung von Doppelgängern, die auf andere Menschen projiziert werden. Es kommt zu einer völligen Anarchie in den menschlichen Astralleibern.

Am furchtbarsten ist der Doppelgänger im Ich, der alles Positive und Negative aus unseren früheren Leben zu einem sog. karmischen Doppelgänger zusammenführt. All das, was vom Ich-Doppelgänger und den anderen Doppelgängern in unseren Leibern entstanden ist, macht den inneren Drachen im Menschen aus, den wir den kleinen Hüter der Schwelle nennen können. Eigentlich müsste er ein leuchtendes Engelswesen sein, aber er ist in Wirklichkeit eine Widerspiegelung unserer niedrigen Natur, die wir überwinden müssen.

Die Entwicklung der Technik selbst führt zur Aktivierung aller unterbewussten Ebenen im Menschen, einschließlich seines Ich. Wenn man eine materialistische Weltanschauung hat, arbeitet das alles unbewusst im Menschen, der ohne die Ausbildung einer geistigen Anschauung das nicht gewahr werden kann. Im Zusammenhang mit diesem Durcheinanderbringen im Menschen steht der Boom der Psychologie am Ende des 19. Jahrhunderts. Es tauchten „Leuchten“ wie Freud auf, der in der Sexualität die Antworten auf alle Fragen suchte. Mit der Entwicklung der Psychologie des Unterbewussten haben sich nämlich auch die Technologien und Techniken zur Manipulation und Beeinflussung des Menschen entwickelt. Verstehen Sie das Furchtbare – es ist der manipulierte Mensch entstanden.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts konnte noch von manipulierten Menschen nicht die Rede sein, aber mit der fortschreitenden Entwicklung der Technik und dem Eindringen in die untermenschlichen Welten kam der manipulierte Mensch auf, denn durch die Technik steigen wir in die Unternatur und durch die Doppelgänger – in die untermenschlichen Welten hinunter. Heute hat der Mensch keinen Überblick, im Internet gibt es widersprüchliche Informationen über alles. In der Politik ist es genauso. Die Medien sind ein Riesenungeheuer, das manipulierend wirkt und vollkommen in Ahrimans Dienst steht. Nichts Vernünftiges kann sich dort durchsetzen. Wenn etwas Geistiges im Medienozean auftaucht, ist es so zart, wacklig und irreführend, unumgänglicherweise luziferisiert, dass es untergeht und nur das Luziferische zum Ahrimanischen hinzufügt. Wie Sie wissen, umarmen sich am Ende jedes Jahrhunderts und Jahrtausends Luzifer und Ahriman, d.h. sie arbeiten dann zusammen. So kam also der manipulierte Mensch auf.

Nachdem Maschinen gebaut worden waren, stiegen wir in die Unternatur hinein, nachdem die psychologische Bearbeitung erschienen war, stiegen wir in die untermenschlichen Welten hinein. Die nächsttiefere Ebene der untersozialen Welten, auf die wir weiter abwärts sanken, erreichten wir mit unserem unmoralischen Ich, das durch die materialistische Weltanschauung ausgebaut wurde, die vor dem 18. Jahrhundert noch völlig unmöglich gewesen ist. Alles ist miteinander verkettet.

Welche sind die untersozialen Welten? In der Welt kamen der Bolschewismus, der Nationalsozialismus und der Amerikanismus auf, Letzteren  kennen wir als den Globalismus. All das sind die untersozialen Höllenwelten. Wann tauchten sie auf? Von 1833 (der Ermordung Kaspar Hausers) bis 1933, über welches Jahr Steiner sagte, dass Menschen erscheinen werden, die die Wiederkunft Christi im Ätherischen sehen können, dauerte unser 100jähriger Karfreitag an. Wir wurden damals am Kreuz des Materialismus zusammen mit Christus gekreuzigt. Danach stiegen wir beschleunigt in die untersozialen Welten hinunter. Es kam der Karsamstag für die Menschheit, der von 1933 bis 2033 andauern wird. Wir stecken nun mittendrin.

Wodurch charakterisiert sich dieser Karsamstag? Am Karsamstag stieg Christus in die Erdschichten hinunter bis zur neunten Schicht und dem Erdmittelpunkt, wo der Planetengeist der Erde wohnt. Als Christus den Planetenkern erreichte, vereinigte er sich mit dem Planetengeist und wurde zum Geist der Erde. Danach begann der Aufstieg durch alle diese neun Sphären, die wir in Dantes „Göttlicher Komödie“ als die neun Höllenkreise finden. Dann kam die Auferstehung am Ostersonntag.

Was geschieht mit uns in diesen hundert Jahren, von denen uns noch bis zum Jahr 2033 knapp 16 bleiben? Was haben wir seit 1933 gemacht? Wir sind in all diese Unterwelten hinuntergestiegen. Man kann zwar denken: „Mir geht es gut“, aber die Menschheit hat den Zweiten Weltkrieg und andere militärische Konflikte erlebt, sie wird intensiv manipuliert, es sterben tagtäglich Millionen Menschen. Sie sehen die Situation im Nahen Osten und Afrika und können sich vorstellen, was uns vorbereitet wird. Wir gehen buchstäblich den Bach runter!  Was bedeutet dieser Abstieg?

Um diesen Weg zu gehen, brauchten wir Hilfe. 1936 geschah das große Mysterium von Christus, das Er gemeinsam mit Beinsa Douno vollbracht hat, als die neuen Kräfte zur Bewältigung des Bösen erschienen. Christus begleitet uns durch alle Schichten auf dem Weg nach unten. Dieser Abstieg wird sogar in Zusammenhang mit Jupiters Umlauf um die Sonne gebracht, der, wie man weiß, 11 Jahre 315 Tage und drei Stunden beträgt.  U.a. basiert der alte bulgarische Kalender, der am genauesten ist, auf Jupiters Sonnenumlauf, weshalb er in zwölfjährige Perioden eingeteilt ist. Kein anderer Kalender ist in der Lage, das heutige Datum in 1000 Jahren zu zeigen. Wir stiegen in die Unterwelten in zwölfjährigen Etappen, und indem wir von 1933 abwärts gehen, stellen wir fest, dass das Ende des Zweiten Weltkrieges mit dem Ende der zwölfjährigen Periode 1945 zusammenfällt.

Welcher Grundsatz liegt dem Überqueren der Höllenschichten zugrunde? Wenn man einer Schicht näher tritt und in diese hineinkommt, führt das zum starken Anwachsen der Kräfte des Bösen. Nicht zufällig ergriff Hitler im Jahre 1933 die Macht und der Prozess kam in Gang. Dagegen besteht beim Verlassen einer Schicht die Möglichkeit, dass etwas Gutes passiert. Das war etwa das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945. Dann gingen wir wieder hinunter, als die Amerikaner die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki warfen und beim Verlassen der jeweiligen Schicht ereignete sich der Ungarnaufstand 1956, der etwas Gutes war (der Widerstand gegen die kommunistische Diktatur). Danach wurde der erste Satellit auf den Mond gesteuert, was reiner Satanismus darstellte, anschließend kam der Prager Frühling. Dann kamen die sog. Star Wars von Ronald Reagan,  bis wir in ständiger Abwechslung von Gut und Böse das Jahr 2016 erreichten, als wir mit dem Eintritt in den achten Höllenkreis (die achte Erdschicht) begannen – die Migrantenflut. Mit den  Millionen nach Europa strömenden Migranten fängt ein neuer zwölfjähriger Zyklus an, in dem das Böse in einem höchsten Maße einziehen und aktiv werden wird. 2028 werden wir allmählich aus dieser Schicht herauskommen und in den neunten Höllenkreis eingehen – das Finale des 100jährigen Zyklus, wenn der Kampf gegen Ahriman stattfinden wird.

Damit dieser Abstieg in die Höllenkreise für uns leichter wird – Sie sollen das als eine Art sardonischen Humor auffassen -, werden wir von Christus begleitet. Wir müssen Beinsa Douno für sein Opfer tief verpflichtet sein. Jeder, der Aussagen über ihn macht, muss das bedenken – gemeint sind die Anthroposophen, denn die Anhänger Beinsa Dounos aus der heutigen „Weißen Bruderschaft“ kennen diese Mysterien nicht. Das ist Beinsa Dounos größtes Verdienst und seine Mission neben seiner okkulten Schule, der Paneurhythmie und allen Methoden, die er uns hinterlassen hat. Wir werden sein Opfer noch Jahrtausende lang brauchen, während das Böse uns begleiten wird. Je mehr Böses wir in Gutes transformieren, desto sichtbarer wird die Auferstehung Christi im Ätherischen. In dieser Art hängt das eine mit dem anderen zusammen. Christus begleitet uns, bis wir den Grund erreichen und der Osteraufstieg, die Auferstehung von 2033 bis 2133 beginnt. Dann werden wir wieder durch diese Schichten nach oben aufsteigen. Nach der Begegnung mit dem Antichristen, die 2033 zu Ende sein wird, werden wieder Prüfungen bestehen müssen.

Wie hat sich Rudolf Steiner unserem Abstieg in die sozialen Unterwelten widersetzt? Mit dem dreigliedrigen sozialen Organismus, den wir heute als Thema haben. Doch das Thema musste ausgebreitet werden, damit diese Umstände ausgesprochen werden. Woran stützte sich Steiner, als er die soziale Dreigliederung entwarf und wie arbeitete er sie aus?

Unter dem Kanonendonner 1917 schrieb Steiner im Frühling ein Memorandum und besprach es zunächst mit dem Grafen Ludwig von Polzer-Hoditz, dann mit Otto Graf Lerchenfeld. Im Juli gab er das Memorandum Polzer-Hoditz. Steiner verkehrte intensiv in den Adelskreisen, da er für seine Tätigkeit intelligente und gebildete Menschen brauchte. Die Theosophische Gesellschaft bestand zu einem großen Teil aus gebildeten Vertretern des Adels. Das Memorandum sollte die Ministerpräsidenten von Deutschland und Österreich-Ungarn erreichen. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes des Kaiserreichs Kühlmann ging mit dem Memorandum in der Tasche zu den Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk, als der Raubfrieden abgeschlossen wurde und die Bolschewiken Luft holen konnten. Er musste das Memorandum herausholen und auf den Tisch legen. Er hat es nicht getan und somit wurde dieser weltgeschichtlich wichtige Moment verpasst. Dieser Umstand öffnete den Weg in die untersozialen Welten – für Russland als Bolschewismus und für Deutschland (neben dem ungerechten  Friedensvertrag von Versailles) – als Nationalsozialismus. In Deutschland durfte kein Bolschewismus entstehen, dort hatte der Nationalismus die Aufgabe, auf seine spezifische Art das deutsche Volk zu befallen. In Russland dagegen wurde mit jenem Sozialismus experimentiert, um etwas unter der ahrimanischen Maske vorwegzunehmen und auszutauschen, was eigentlich erst in der sechsten Kulturepoche erreicht werden sollte – die Brüderlichkeit, das Zusammenkommen in Christo mit dem herabsteigenden Geist. Dem russischen Volk, das 72 Jahre später diese Maske des Ahrimanismus abnehmen konnte  wurde die neue Maske des Amerikanismus übergestülpt – das andere Gesicht Ahrimans. Ein Teil der Verstandesseele des Russen, die der Träger des Gralsgeistes ist  – das sieht man einfach -, wurde durch den Materialismus beschädigt. Das geschah in der Art, dass alle materiellen Werte, die den Russen während des Sozialismus unzugänglich waren, plötzlich wie ein Füllhorn über sie ausgeschüttet wurden. Ähnlich war es in Bulgarien, obwohl es uns hier materiell besser ging, besonders in Varna, das den damaligen russischen Touristen wie Kalifornien erschien.

Der andere Teil der russischen Verstandesseele hat den Reflex, die Geistigkeit als Schutzmechanismus gegen den Amerikanismus zu suchen, denn die russische Seele kann auf keinen Fall hundertprozentig den Amerikanismus annehmen. Wir können sehen, wie sich die Dinge in Russland nach dem hässlichen Wiederaufleben des Cäsaropapismus nun immer mehr in Richtung Nationalsozialismus entwickeln. Das ist eigentlich die heutige Dämonisierung der russischen Verstandesseele. Es besteht keine Aussicht zur Entwicklung der Bewusstseinsseele, stattdessen ist ein weiterer Absturz zur Empfindungsseele und in östliche Lehren in der Art von Agni Yoga festzustellen, die sich in Russland wohlfühlen und widerstandslos ausbreiten. Das wird keinesfalls alle russischen Seelen betreffen, doch wir sehen viele, die diesen Weg hinunterrutschen. Ein weiteres Versinken würde zur schwarzen Magie führen. Die russische Seele braucht einen Ausweg. Dieser Ausweg muss natürlicherweise aus Bulgarien und nirgendwo anders herkommen, denn Bulgarien ist das Ich und Russland ist der Leib des gemeinsamen slawischen Organismus. Das Ich hat sich seinen Leib aus dem Embryo geschaffen, aber dieser russische Leib ist enorm gewachsen und möchte das Ich ersticken. Der Leib hat jedoch ohne Ich und Seele keinen Zweck, er muss sein Ich fragen, was zu tun ist. Das ist sowohl in okkulter als auch in historischer und kulturologischer Sicht unbestritten. Also müssen sich die Russen wieder auf ihr Ich besinnen.

Die von Steiner angebotene soziale Dreigliederung bot die Lösung, aber Deutschland schaffte es nicht, diese anzuwenden, als es günstige Bedingungen gab. Worin besteht das Wesen des dreigliedrigen sozialen Organismus, der ein Ausweg für die Menschheit ist? Wir müssen uns fragen, ob er heute anwendbar ist.  Gibt es die Bedingungen dazu und was lässt sich  machen, damit er angewendet werden kann?  Wir können diese wesentliche Frage nicht beantworten, wenn wir nicht wissen, was der dreigliedrige soziale Organismus ist.

Steiner spricht von asozialen und antisozialen Kräften, die im Menschen besonders mit der Entwicklung der Bewusstseinsseele wirksam werden. Asoziale Kräfte wirken, wenn man sich absondern und allein entwickeln will. Jeder hat das Bedürfnis, irgendwann alleine zu bleiben, um eine individuelle Entwicklung zu genießen. Antisozial sind die Kräfte, die sich im Menschen entfalten, wenn er Güter nur für sich selbst benutzt. Beide Kräfte, die im Menschen wirken, sind in moralischer Hinsicht neutral. Jeder hat das Recht, sich individuell zu entwickeln und nicht ständig sozial zu sein, jeder darf Güter verbrauchen, um die Bedürfnisse seines physischen Leibes zu befriedigen. Aber wenn man seine geistige Frucht den anderen aus einer Machtposition aus aufdringen will und sie ausbeutet, um sich selbst zu bereichern, werden die sonst moralisch neutralen und natürlichen Begleiter der Entwicklung der Bewusstseinsseele – das Asoziale und das Antisoziale – zum Bösen.

Bevor Steiner das Memorandum schrieb, um den Abstieg in die untersozialen Welten zu vermeiden, hatten diese Ideen lange in ihm gereift. Er kam zu der großartigen Idee, dass der Mensch dreigliedrig ist, indem er aus Kopf, rhythmischem System und Stoffwechsel-Gliedmaßen-System besteht. Damit der soziale Organismus der Menschheit – die Art und Weise wie wir leben, untereinander Beziehungen eingehen, ohne dass wir uns gegenseitig töten – organisiert wird, muss das Urbild – zu diesem Schluss kam Steiner – in etwas Lebendigem und nicht in etwas Totem sein. Alles, was die Menschheitsgeschichte an geistigen Weltanschauungen hervorgebracht hatte, wurde im 19. Jahrhundert in Ideologien verwandelt, die sich im 20. Jahrhundert überall verbreiteten – als Maoismus, Nationalsozialismus, Bolschewismus, Leninismus usw. All das sind keine spirituellen Weltanschauungen, sondern Ideologien, tote Schemata, die das Produkt des Verstandes sind und keinen Tropfen inneres Leben haben. Die Menschheit als ein sozialer Organismus braucht in ihrer Geschichte aber immer verschiedene Formen des Sozialen, in denen sie leben kann. Diese Formen ändern sich mit der Zeit. Würden sie sich nicht ändern, würden sie luziferisiert werden. Würde man eine Form aus der Zukunft vorwegnehmend und gewaltsam in der Gegenwart einführen, wie das mit dem Bolschewismus der Fall war, würde sie ahrimanisiert werden. Die Kirche ist dagegen reiner Luziferismus, das ist eine überholte Form. Die Jesuiten und die angloamerikanischen Logen wirken in ihrer Bestrebung, die Bewusstseinsseele zu eliminieren, zusammen, wobei die einen die verzerrte Vergangenheit, die anderen – die verzerrte Zukunft repräsentieren. Nach 1802 haben sie sich die Einflusssphären aufgeteilt, indem alle weltanschaulichen und religiösen Ansichten in den Zuständigkeitsbereich der Jesuiten und alle wirtschaftlichen Faktoren – die Güterverteilung usw. – in den Zuständigkeitsbereich der angloamerikanischen Logen fielen. Sie haben die Welt untereinander parzelliert und sind eine unrechtmäßige luziferisch-ahrimanische Ehe eingegangen, aus der der Bolschewismus, der Nationalsozialismus sowie der im 19. Jahrhundert entstandene Zionismus als Kinder hervorgegangen sind. Das Urbild dieser Ehe finden wir bei Klingsor und der luziferisierten östlichen Prinzessin Iblis aus dem 10. Jahrhundert im Schloss Kalot bobot auf Sizilien.

Steiner hat erkannt, dass das Modell der sozialen Existenz der Menschheit nach dem menschlichen Modell gebaut werden muss. Der Mensch funktioniert als eine Einheit aus drei Systemen, die ein unabhängiges Leben haben, aber trotzdem miteinander verbunden sind. Z.B. erreichen unsere Gedanken sogar die Zehenspitzen, wir haben auch einen Rhythmus im Herzschlag, einen Stoffwechsel und Gliedmaßen. Wir können uns ein Haus vorstellen, das aus Dach, Stockwerk und Fundament besteht. Oben ist das Dach, das ist das Wirtschaftsleben des Menschen. Um das richtige Funktionieren des Wirtschaftslebens des Menschen zu veranschaulichen, leitete Steiner drei Hauptgesetze ab. Das erste ist das soziale Hauptgesetz, welches lautet: „Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist um so größer, je weniger der Einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, d.h. je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden“ (Rudolf Steiner, 14.08.1916).

Das soziale Hauptgesetz, liegt dem Wirtschaftsleben zugrunde.  Das Urbild des Wirtschaftslebens, des sozialen Hauptgesetzes und des Wirtschaftsbereichs überhaupt ist der Menschenkopf, d.h. das Nerven-Sinnes-System. Nicht zufällig ist der Mensch am leblosesten im Denken, es sei denn er transformiert es in geistiges, lebendiges Denken. Am lebendigsten ist der Mensch unten im Willen, hier ist das Geist-Reservoir.

Was schließt man daraus? Wie wir wissen, brachen alle Wirtschaftsmodelle zusammen, sie können keinen Ausweg der Menschheit bieten. Damit das Wirtschaftssystem in richtiger Weise funktionieren kann, muss es sich auf die Brüderlichkeit, nicht auf den Wettbewerb gründen, d.h. auf eine Assoziation von Menschen, die etwas produzieren und Fachleute auf diesem Gebiet sind. Gleichzeitig besitzt jedes Individuum eine gewisse Selbständigkeit. Ein gemeinsames geistiges Ideal soll die Menschen in dieser Assoziation vereinen, sonst wird die Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben nicht zustande kommen.  Die Hauptbedingung für einen großen Wohlstand ist die Trennung zwischen Arbeit und Ertrag der Arbeit. Nun ist es so, dass jeder, den man heute auf der Straße trifft, das, was er geleistet hat, gern bezahlt bekommen möchte. Das ist es, was das Wirtschaftsleben auf keine Weise erreichen kann. Aus diesem Grund differenziert Beinsa Douno zwischen Leiden, Mühe und Arbeit.  Das Tier leidet, denn es ist ichlos. Wir mühen uns für das tägliche Brot ab, die Arbeit dagegen ist für Gott und sie muss umsonst sein. Damit ein gesundes Wirtschaftsleben existiert, müssen wir uns zu dem Bewusstsein erheben, die Arbeit für Gott zu verrichten. Indem man für die anderen arbeitet, arbeitet man unentgeltlich für Gott. Die eigenen Bedürfnisse, die jeder verständlicherweise hat, werden durch die Arbeit der anderen befriedigt. So entsteht die Brüderlichkeit.

Als Steiner das Memorandum schrieb, das er 1919 zusammen mit der sozialen Frage in einem Buch veröffentlichte, warnte er die Leser, das Ausgeführte nicht für eine bloße Utopie zu halten. Alle Ideologien, die die toten sozialen Programme hervorbringen, und die nach sich sogar mit fünf Sätzen Revolutionen herziehen – „Proletarier aller Länder, vereinigt euch“ -, führen letztendlich zu Chaos und Zerstörungen. Nichts kann die Menschheit retten und ihr Wirtschaftsleben organisieren, wenn es kein Urbild in etwas Lebendigem hat, hier ist das das  Nerven-Sinnes-System des Menschen. Aber Steiner sagte auch, dass das Herangehen an die Dreigliederung des sozialen Organismus nicht aus dem Verständnis des Sozialen kommt, so wie jeder es versteht, sondern aus viel größeren Anforderungen an die moralischen Kräfte im Menschen, die einen Teil seines Seelenlebens ausmachen. Also muss es zuerst eine Änderung im Bewusstsein geben, damit dieser Prozess in Gang gesetzt und fortgeführt werden kann. Alles Sonstige artet aus, kein anderes Programm kann wirksam sein. Also muss die Brüderlichkeit das vorherrschende Prinzip in der Wirtschaftssphäre sein. Auf das Geld werden wir nicht eingehen, Steiner hat darüber geschrieben, es gibt verschiedene Arten von Geld, das auch zukünftig existieren wird, um als eine Tauscheinheit zu dienen und die drei Sphären des Wirtschaftslebens Produktion, Handel und Konsum zu bedienen. Das Wirtschaftsleben besteht aus diesen drei Teilen, so wie jeder der drei Teile des sozialen Organismus seinerseits dreigliedrig ist.

Das zweite System im dreigliedrigen menschlichen Organismus ist das rhythmische System, das sich auf das sog. soziale Urphänomen gründet. Während wir in der ersten Sphäre – im Wirtschaftsleben – unsere Beziehungen zur Natur und den Naturreichen regeln, so wie der Mensch in seinem physischen Leib eine Beziehung zu den äußeren Naturreichen hat, geht es hier schon um das Regulieren der Beziehungen zwischen den Menschen. Beim Wirtschaftsleben reden wir über den Kopf, hier reden wir über die Seele, wobei wir immer tiefer eingehen. Hier muss das Prinzip der Gleichheit herrschen – alle sind vor dem Gesetz gleich. Die Menschen müssen jene Fähigkeiten entwickeln, die wir in den vorherigen Vorlesungen behandelt haben. Wenn ich z.B. jetzt rede, dann wirkt das männliche Prinzip, dann arbeitet die Intelligenz. Um mich richtig zu verstehen, müssen Sie sich in die Lage des weiblichen Prinzips versetzen. Es müssen Sympathien und Antipathien in Ihnen erlöschen und während Sie mir zuhören, muss das Gesagte in Ihnen widerhallen. In dem Moment, in dem ich wach bin, schlafen Sie sozusagen ein. Das ist das Prinzip des sozialen Urphänomens. In einem weiteren Augenblick, wenn die Vorlesung vorbei ist und jemand anderer das Wort ergreift, muss ich einschlafen. Geschieht das, wird ein Mechanismus in Gang gesetzt, damit die seelische Sphäre des Menschen bzw. der mittlere Teil des sozialen Organismus – das Rechtsleben – funktionieren kann. Wenn ich nun diese Erkenntnisse darlege, bringe ich meine Emotionen, mein Gemütsleben, meine Stimme, mein Ich hinein. Alles ist drin, denn der Kehlkopf ist die Emanation des Menschen und bekanntlich wird der modifizierte Kehlkopf das zukünftige Reproduktionsorgan sein. Wenn Sie mir also in richtiger Weise zuhören, dann erleben Sie mich in richtiger Weise und schicken Ihr Erlebnis zu mir zurück. Erreicht mich dieses, fühle ich mich als wiedergeboren und in Ihnen wiedererkannt. Das ist der eigentliche Sinn des sozialen Urphänomens. Daraus folgt die Frage, wie man das in der staatlich-rechtlichen Sphäre – dem zweiten Teil des dreigliedrigen sozialen Organismus – anwenden kann.

Wenn die Menschen die notwendige geistige Weltanschauung erringen und beginnen, sich miteinander auszutauschen, werden in diesem Austausch die Gesetze entstehen, die die zwischenmenschlichen Beziehungen reglementieren werden. Das wird die staatlich-rechtliche Sphäre sein, die die zwischenmenschlichen Beziehungen regeln soll. Stellen Sie sich vor, wie die Gesetze heutzutage in Worte gekleidet werden! Von wem und wie sie formuliert werden! Im Geschrei der parlamentarischen Sitzungen ist jeder der entgegengesetzten Meinung. Das, was jetzt als Gesetze zustande kommt, ist das Ergebnis der 2000jährigen christlichen Entwicklung. Das verhindert (noch) die Verfassung völlig absurder Gesetze – etwa dass ich das Recht habe, jemanden von Ihnen aufzuessen. In Zukunft, wenn die Menschen völlig verrückt werden, ist auch mit solcherlei Gesetzen zu rechnen.

Steiner hat nicht detailliert den dreigliedrigen Organismus uns insbesondere die staatlich-rechtliche Sphäre ausgearbeitet, denn das ist eine Aufgabe für die Zukunft, wenn die Menschen beginnen sich auszutauschen. Dann werden die Gesetze entstehen, die diese Beziehungen regulieren. Er hat nicht Punkt für Punkt alles niedergeschrieben, andernfalls hätte Ahriman auch dort eingegriffen. Alles muss in Entwicklung begriffen sein und aus dem Leben heraus entstehen. Im Stockwerk des Hauses muss die Gleichheit sein, denn dort leben wir tatsächlich, wir leben nicht im Dach oder im Fundament, sondern im Stockwerk. Dort  verkehren wir miteinander, dort müssen wir uns verständigen.

Der dritte Bereich der sozialen Dreigliederung ist das Geistesleben. Dort wirkt das Soziologische Grundgesetz. Steiner hat das Soziale Hauptgesetz 1905 und 1906 formuliert, das Soziologische Grundgesetz aber schon 1898. Alles hat sich allmählich entwickelt, wofür wir Steiner sehr dankbar sein müssen. Was lautet das Soziologische Grundgesetz? Die Individualität muss in der Assoziation, d.h. im Leben mit den anderen, ihre vollkommene Freiheit wahren. Oben im Dach muss die Brüderlichkeit herrschen, in der Mitte – die Gleichheit und unten, im Fundament des Hauses – die Freiheit. Um einen sozialen Organismus aufzubauen, muss zuerst das Fundament gelegt werden. Deshalb konzentrieren sich meine Bemühungen seit 15 Jahren in diese Richtung, um das richtige Fundament für das Haus zu legen. Das ist das geistige Leben des Menschen, das auch dreigliedrig ist. So wie das staatlich-rechtliche Leben aus Judikative, Exekutive und Legislative besteht, so besteht auch das geistige Leben aus Wissenschaft, Kunst und Religion. Je tiefer man hinuntersteigt, desto näher kommt man den religiösen Impulsen, sie sind die Grundlegendsten. Wenn sie nicht richtig gelegt worden sind, artet die Kunst aus, wie wir das bei Picasso beobachten können. Es artet auch die Wissenschaft aus, was wir in CERN oder Silicon Valley sehen. Ohne ein gesundes geistiges Leben im Fundament kann kein Haus existieren – es würde zusammenbrechen. Deshalb sage ich, dass die Synthese der zwei Impulse – des michaelischen Impulses und des Impulses des Bodhisattva Beinsa Douno – jene rettende Idee ist, die wir als das Fundament des sozialen Organismus legen müssen. Ich freue mich, dass diese Synthese schon Ergebnisse zeitigt. Es ist unvermeidlich, dass die Synthese zwischen Beinsa Douno und Rudolf Steiner verwirklicht wird und in einem Monat wird in Varna eine gemeinsame Konferenz der Bulgarischen Anthroposophischen Gesellschaft und der „Weißen Bruderschaft“ stattfinden. Das ist das einzig Rettende, was wir als Fundament legen können. Das ist kein „Frankensteinertum“ und diejenigen, die mich 2006 des Frankensteinertums bezichtigt haben, werden sich demnächst gern in diesem Frankensteinertum üben. Wie sich die Dinge gewendet haben! Aber es gibt ein Aber. Man muss Reue zeigen,  die für den einzelnen Menschen notwendig ist, damit die Dinge in Gang gesetzt und der Weg geöffnet werden kann. Bei mir braucht sich keiner zu entschuldigen, Reuebekenntnisse brauche ich von niemandem. Die Reue ist ein persönlicher Moment und sie ist etwas, was der Mensch selbst braucht, damit dieser Impuls auch durch andere zu wirken beginnt. Der Impuls wirkt durch mich, aber es gibt viele, die „zugestopft“ sind, wie Beinsa Douno zu pflegen sagte. Sie müssen nicht mir gegenüber Reue bekennen, sondern der geistigen Welt gegenüber, damit sie sich frei machen, andernfalls wird ihre geistige Arbeit  keine Früchte tragen. Schon vor Jahren habe ich gesagt, dass derjenige, der sich gegen das stellt, was ich vortrage, keine geistigen Früchte zeitigen wird.

Nur aus dem geistigen Leben im Fundament, wenn dieses richtig gelegt worden ist, können Impulse ausgehen, die das staatlich-rechtliche und das Wirtschaftsleben durchdringen können. Das Gegenteil ist nun der Fall: Das Wirtschaftsleben dringt in das Staatlich-Rechtliche ein und die großen Konzerne kommandieren die Politiker wie Läufer hin- und her auf dem Brett; Das geistige Leben wird zermalmt und Wissenschaft, Kunst und Religion werden deformiert.

Neulich trafen sich der russische Patriarch Kyrill und der Papst. So ein Treffen hat schon seit dem Schisma 1054 nicht stattgefunden. Wozu trafen sie sich? Wer traf wen und mit welchen Erwartungen? Dieses Jahr soll auch ein orthodoxes Konzil auf Kreta stattfinden, das siebte für die Orthodoxie und wir werden sehen, was dort beschlossen wird. Ich persönlich knüpfe keine großen Erwartungen an dieses Konzil.

Der dreigliedrige Organismus kam aus vielen Gründen nicht zustande. Nun werde ich eine Ursache hervorheben, die ich letztes Mal nicht erwähnt habe und die mit den vier Welterzengeln und dem Jahreskreislauf zusammenhängt. Die Inkarnation der Wesenheit Anthroposophia auf dem Erdenplan ging in drei Etappen (1902-1909, 1909-1916 und 1916-1923) vor sich. Bekanntlich ist Michael der Herbsterzengel, der mit der Sonne, mit der Sonnenintelligenz verbunden ist. Der Name Michael bedeutet „das Antlitz Gottes“. Michael wurde durch Rudolf Steiner vertreten, der in der ersten Periode (1902 – 1907) eine Spiritualisierung des Denkens vorgenommen hat. Steiner führte uns vor, was die Vergeistigung des Denkens bedeutet und welche Früchte daraus erwachsen. In der zweiten Periode übernahm der Wintererzengel Gabriel den Staffelstab – der Erzengel des Mondes, dessen Name „Kraft ist Gott“ bedeutet. Das Symbol – wir wollen dieses Wort benutzen – des Erzengels Gabriel unter den Anthroposophen war Marie Steiner. Das war die zweite Etappe der Anthroposophischen Gesellschaft, als die Kunst, die Rezitation und Deklamation entwickelt und das Goetheanum gebaut wurden. Der nächste Erzengel ist Raphael – der Erzengel der Auferstehung, der Heilung, der unter anderem auch der Erzengel der Bulgaren ist. Sein Name bedeutet „Gott heilt“ und er wird durch Ita Wegman repräsentiert. Damals entwickelten sich die Heilerkunst und die Pädagogik, es wurde die soziale Dreigliederung entworfen. Zum Schluss führte Steiner 1923 die Anthroposophische Gesellschaft zu Pfingsten, denn Raphael und der Auferstehung gegenüber steht Pfingsten, es folgt Uriel – der mit Saturn verbundene Erzengel und es beginnt der Sommer.

In der Zeit von 1902 bis 1923 hat Steiner die Anthroposophen durch drei Perioden geführt, die von ihm, Marie Steiner und Ita Wegman repräsentiert werden – von Michaeli bis Pfingsten, als die Anthroposophen für den Geist aufwachen und den Schritt von Pfingsten zum Erzengel Uriel machen mussten. Der Erzengel Uriel hat unter anderem keinen Planeten, er ist aber mit Saturn verbunden, den wir als das Herrschaftsgebiet Oriphiels kennen, der Michael als Zeitgeist ablösen wird. Dann wird eine Zeit schrecklicher Kriege und Katastrophen kommen. Es ist durchaus möglich, dass der Erzengel Uriel der Erzengel des Planeten Vulkan ist, der in der Sonnensphäre liegt. Ich meine nicht den Vulkan-Äon, sondern den Planeten, dessen Existenz die Wissenschaftler widerlegt haben, den aber Beinsa Douno als den der Sonne am nächsten liegenden Planeten nannte. Steiner sagte, dass Wesen vom Vulkan schon seit ca.1888 auf die Erde auf übersinnliche Art niedersteigen.

Die Anthroposophen um Steiner sind bei der Weihnachtstagung „eingeschlafen“, d.h. sie sind in der Zeitspanne zwischen Himmelfahrt und Pfingsten stehengeblieben und verweilen dort bis zum heutigen Tag. Für sie ist Pfingsten bis heute nicht gekommen. 2014 waren die zwei sich scharf gegeneinander abgrenzenden Siebenjahresperioden in der Synthese beider Impulse (2000 – 2014) zu Ende. Am Ende meines Vortrags über Skythianos auf der anthroposophischen Konferenz „Die Seele Europas“, die 2014 in Varna stattfand, sagte ich: „Dieser Vortrag ist eine Warnung an euch Anthroposophen-  wenn Ihr wollt, dass Pfingsten für Euch kommt, müsst ihr das, was ich anbiete, sehr ernsthaft berücksichtigen“. Sie reagierten verständlicherweise in der Art, in der schlafende Menschen reagieren, in dieser Beziehung war ihre Verfassung dem Zustand der Jünger zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ähnlich. Dieser Zustand der Anthroposophen  herrschte in all den Jahren und er dauert bis zum heutigen Tag an. Deshalb sind auch die Früchte ihrer Arbeit imaginär. Sie zeitigen keine Früchte des Geistes, sondern nur traditionelle Früchte – etwa in der Waldorfpädagogik oder der biodynamischen Landwirtschaft. Aber bei den heutigen Anthroposophen vermisst man die wahren Früchte des Geistes.

Was bedeutet das? Was ist das Kennzeichen dafür, dass man in Uriels Sphäre gelangt und der Geist in einem arbeitet? Uriel strahlt die Geheimnisse der Inkarnationen aus. Sein Name bedeutet „göttliches Licht“, Christus-Licht. Er ist derjenige, der die Geheimnisse der Inkarnationen enthüllt. Seit der Zeit Steiners hat niemand mehr Inkarnationsdetails beleuchtet. Nach seinem Wegscheiden herrschte unter den Anthroposophen Chaos, es kam der Fall Tomberg, der im zweiten Teil seines Lebens die Geisteswissenschaft überhaupt leugnete. Keiner hat sich getraut, über diese Dinge zu sprechen. Wie viele Jahre rede ich schon darüber?  Das ist der Übergang von Pfingsten zu Uriel, bei dem immense moralische und soziale, kulturbestimmende Kräfte freigesetzt werden, die von Uriel kommen. Er ist ein außerordentlich mächtiger Erzengel, der – wie ihn Steiner beschreibt – mit einem strengen Blick auf das historische Gewissen schaut, wenn der Sommer naht. Wollen die Anthroposophen wenigstens einen kleinen Schritt auf Uriel zu machen,  so müssen sie sich dessen besinnen, was sie getan haben. Das ist wichtig für sie. Das Symbol des Absturzes der Anthroposophie war derjenige, der die Anthroposophische Gesellschaft nach Steiners Wegscheiden leitete – Albert Steffen, der wieder inkarnierte Maler Giotto. Er führte die Anthroposophische Gesellschaft zu ihrer völligen Katastrophe. Die drei Siebenjahresperioden der rechtmäßigen Entwicklung verbinden wir also mit Rudolf Steiner, Marie Steiner und Ita Wegmann, danach kam die Katastrophe mit dem selbstverliebten Albert Steffen. Seitdem kennen wir nur den Albert-Steffen-Zustand der Anthroposophie

Eine der Ursachen, warum der dreigliedrige soziale Organismus nicht zustande kam, war der Umstand, dass die Anthroposophen unvorbereitet waren. Natürlich gibt es auch andere bedeutende Ursachen. Nach Ende des jeweiligen Teils seines Vortrags sagte Steiner, ihm sei bewusst, dass das, was er mit der sozialen Dreigliederung unternehme, nicht erfolgreich sein werde, aber er sei verpflichtet, es trotz eventueller Fehler zu versuchen. Was war Steiners Grundidee? Brüderlichkeit der Leiber, Gleichheit in den Seelen und Freiheit im Geist. Auf diese Weise zerfällt der einheitliche zentralisierte Staat praktisch in drei Sphären, die selbständig  funktionieren und einander durchdringen. Wäre Kaspar Hauser am Leben geblieben, hätte er laut Steiner viel zur Entwicklung des dreigliedrigen sozialen Organismus und der Bewusstseinsseele beigetragen. Er wurde ermordet und das ist einer der wichtigen Gründe für das Scheitern der sozialen Dreigliederung.

Aber mit seinem Mord wurde auch etwas anderes bezweckt. In einer sehr aufschlussreichen Vorlesung – „Grundbedingungen des sozialen Lebens“ in GA 186 – sprach Steiner über die sozialen und antisozialen Triebe im Menschen. Das, was in den Tieren wirkt, das Tierische, führt sie zum Sozialen, und das Tierische im Menschen führt ihn zum Antisozialen, d.h. der Mensch wird zum Egoisten mit allen möglichen Folgen daraus. Die alten jüdischen Eingeweihten kannten ein grundlegendes Geheimnis, nämlich, dass der Mensch in seiner Embryonalentwicklung im Mutterschoß dem menschlichen Zustand im Traum ähnelt. Im Unterschied zu unserem Schlaf aber atmet der Embryo im Mutterschoß keine Außenluft. Trotzdem ähneln sich beide Zustände. Diese Ähnlichkeit im Auge behaltend suchten die Eingeweihten danach, eine Beziehung zur geistigen Welt durch das Atmen im Schlaf herzustellen. Wie wurde das verwirklicht? Indem sie sich in einen Zustand versetzten, der dem Schlafzustand ähnlich war. Dadurch stellten sie einen Kontakt zu Jahwe, dem Mond-Elohim her. Er schickte ihnen seine Weisheit hinunter, die ein Siebtel der gemeinsamen Weisheit der sieben Elohim war. Die Eingeweihten kamen damit zum Kontakt zu einem Siebtel der Elohim-Weisheit, die zu ihnen auf diese Weise durch die Schlafatmung, Mondatmung ähnlich dem Embryonalzustand kam.

Jahwe ergoss seine Weisheit in die Eingeweihten nicht, wenn sie im Wachzustand waren, sondern auf dem Weg der Mondatmung. Diese Weisheit kam auf dem äußeren Plan als abstraktes Denken zutage. Die Herausbildung des abstrakten Denkens begann mit Aristoteles, aber hauptsächlich nach dem 15. Jahrhundert begann der menschliche Weg zur materialistischen Weltanschauung. Schon damals, in der Zeit vor Aristoteles, wussten die Eingeweihten, dass durch Jahwes Weisheit und die Mondatmung abstraktes Denken zutage kommen konnte. Dieses abstrakte Denken führt automatisch zur Entfesselung der niederen Wesenheiten im Menschen und zu verschiedenen Erscheinungsformen des Egoismus, des Antisozialen. Damit diese Weisheit herunterfließen konnte, ohne das jüdische Volk zu fataler Antisozialität und völliger Behinderung der menschlichen Kontakte trotz der Blutverbindung zu führen, wurde sie den Eingeweihten in Form von Gesetzen gegeben. Diese Gesetze sollten die äußere Welt, das Leben dieses Volkes auf eine besondere Art regeln, die zu Sozialität führte. Das war die Art, auf die diese Weisheit hinunterfloss. Durch den mit der Sonnenintelligenz verbundenen Erzengel Michael, der Jahwes Mittler war, wurde gewährleistet, dass der Egoismus nicht die Oberhand erhielt und dieses Volk seine Gruppenaufgabe erfüllte, die bei dem Patriarchen Abraham begonnen und mit der Geburt Jesu abgeschlossen wurde. Es wurde eine einmalige Isolation dieses Volkes vom Zugang zu den Sonnenelohim erreicht, die bei den anderen Völkern die Mythen und Legenden hervorgebracht haben. Nur im jüdischen Volk entwickelte sich diese spezifische Weisheit. Jahwe verdrängte und isolierte die sechs Elohim: Stellen Sie sich vor, um was für mächtige geistige Wirklichkeiten es sich hier handelt! So hatten sie keinen Zugang zum jüdischen Volk und es kam zu dieser einmaligen Entwicklung und Vorbereitung von Abrahams Gehirn – dem ersten Menschen auf Erden, dessen physisches Gehirn denkfähig wurde. Diese Weisheit kam von Jahwe und mit ihr lebte das jüdische Volk bis zu den Ereignissen von Golgatha.  Wie Judith von Halle uns zeigt – und ich kann das meinerseits bestätigen -, stieß Christus bei der dritten Versuchung im Garten Gethsemane einen lauten Schrei aus. Dabei wurde Jahwe von seiner Aufgabe als Mond-Elohim erlöst.

Ich habe mir lange Zeit die Frage gestellt, was Jahwe bis zum 20 Jahrhundert gemacht haben könnte, wobei wir wissen, dass er seit Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Geist der Bewegung aufsteigt. Was hat er während dieser 2000 Jahre gemacht? Mit Pfingsten und dem Herabstieg des Christus-Impulses, begann dieser Impuls, im Ich jedes Menschen zu leben – das ist die von den sechs Elohim getragene Sonnenkraft. Unvermeidlich ist sie in jeden Menschen eingedrungen und in Vorbereitung auf den Anfang des Zeitalters Michaels begannen die Elohim im Menschen zu wirken. Das Denken sollte aus den unterbewussten Sphären über die Verstandesseele in der Bewusstseinsseele erstrahlen, so dass wir in das Zeitalter Michaels eintreten konnten. 2000 Jahre dauerte die Vorbereitung auf das Christentum und dieses wurde unter der gleichzeitigen Einmischung Jahwes und der sechs Elohim „antrainiert“, die diesmal parallel wirkten. Jahwe blockierte die Entfaltung der dunklen Mächte im jüdischen Volk durch das Gesetz. Dank des Gesetzes sind die Menschen nicht in die Gefangenschaft der dunklen Mächte geraten. Aber dort, wo das Gesetz herrscht, gibt es keine Freiheit. Die Sonnen-Elohim brachten die Freiheit den Menschen, die aber weiter mit den Gesetzen lebten. Jahwe setzte seine Wirkung in der Blutsverwandtschaft fort, denn es stand die Herausbildung der Völker in Europa bevor. Damals existierten keine Völker, mit Ausnahme des alten Großbulgarischen Reiches im Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres, das 156 gegründet wurde. Das alte Rom war da, aber dieses war ein Reich mit einer Million Römern, der Rest bestand aus Stämmen, die im römischen Dienst standen. Das waren praktisch keine Völker im wahren Sinne des Wortes, denn die Erzengel hatten sie noch nicht übernommen und das ist der Umstand, der eine große Menschengruppe zu einem Volk macht. Erst nach der Völkerwanderung, die zu einem großen Teil eine innereuropäische Bewegung der Bulgaren westwärts zwecks Vernichtung des römischen Reichs darstellte und kein Eindringen von Asiaten in Richtung Europa. Die Hauptrolle bei dieser innereuropäischen Stammesverschiebung spielten die Bulgaren, die der Herausbildung der Germanen, Franzosen, die Engländer usw. zugrunde lagen. Dazu gibt es sowohl okkulte als auch historische Tatsachen. Die Russen bildeten sich nach dem 7.-8. Jahrhundert als Volk heraus, nachdem Boris I. das Christentum angenommen hatte. Das Slawentum begann nach dem 10. Jahrhundert zu existieren, vorher mussten die Herausbildung der westeuropäischen Völker und der Eingriff ihrer führenden Erzengel beginnen. Das war das Ergebnis der sog. großen Völkerwanderung, die – ich möchte das noch einmal unterstreichen – hauptsächlich eine innereuropäische Angelegenheit war. Die Rede ist hier von Europäern, nicht von Migranten. Auf die werden wir später eingehen, um etwas sehr Wichtiges zu sagen.

Die europäischen Völker haben sich herausgebildet, wobei das Prinzip der Blutsverwandtschaft wirkte. Jahwe unterstützte die Erzengel, indem er zusammen mit ihnen über die Blutsverwandtschaft im Sinne Christi arbeitete. Die Völker wurden im christlichen Sinne vorbereitet, deshalb haben sie alle das Christentum angenommen. Bei der Herausbildung der Volksseelen, der Völker im christlichen Sinne, gab es einen immensen Unterschied zu den vorchristlichen Zeiten, als die Ankunft Jesu bevorstand. Alle europäischen Völker wurden christianisiert. Parallel dazu wirkte die individualisierende Sonnenkraft der sechs Elohim. Das war ein individualisierender Prozess, im Unterschied zur vorchristlichen Zeit, als Jahwe die anderen sechs Elohim isoliert hatte, damit sie nur unter den anderen Völkern arbeiteten, die auf das individualisierende Prinzip vorbereitet wurden. Trotz der Unterschiede zwischen West-, Mittel- und Osteuropäern sind die europäischen Völker die Träger des individuellen Prinzips in der Welt.

Als in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts Michaels Kampf gegen Ahriman begann und er die ahrimanischen Wesenheiten auf die Erde warf, zog sich Jahwe – so Steiner – zurück. Jahwe konnte dem Druck der niederen Wesenheiten nicht mehr standhalten und zog sich zurück. Manche, die diese Aussage Steiners in der fünften Vorlesung aus GA 186 deuten, nennen das eine Resignation Jahwes. Das Wort Resignation mag ich grundsätzlich nicht und das war auch keine Resignation Jahwes, sondern die europäischen Völker hatten eine Entwicklungsstufe erreicht, auf der eine bereits ausgebildete Bewusstseinsseele notwendig war und die ersten Keime des Geistselbst vorbereitet werden mussten, die nur in der Bewusstseinsseele gedeihen können. Jahwe musste dabei von seiner führenden Rolle bei der 19 Jahrhunderte lang wirkenden Blutsverwandtschaft zurücktreten, indem er das Risiko einging, dass niemand das Toben der dunklen Mächte zum Halten bringen konnte. Nur seine Weisheit nämlich, die ein Siebtel der Gesamtweisheit der Elohim ausmacht, kann den dunklen Mächten gegenüberstehen. D.h., bis zu den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts standen wir unter Jahwes Schutz. Als er sich zurückzog und Michael die dunklen Wesenheiten auf die Erde warf, konnten wir sehen, dass niemand die dunklen Mächte aufzuhalten vermochte. Jahwe stieg nämlich zu einem Geist der Bewegung (Dynamis) auf, er leitet Michael, der zu einem Geist der Persönlichkeit aufgestiegen ist und die Gruppe anführt, die dem Antichristen entgegentreten kann – bestehend aus den sieben Eingeweihten, die immer auf der Erde sind, sowie den zwölf Personen, die aus dem Kreis der Menschheit erscheinen werden. Ich möchte sehr deutlich klarstellen: Jahwe hat in den 40er Jahre des 19. Jahrhunderts nicht vor dem Bösen resigniert, sondern er ist aus natürlichen okkulten Gründen zurückgetreten, die mit der Menschheitsentwicklung zusammenhängen.  Jahwe musste sich zurückziehen, um dem individuellen Prinzip im Menschen den Weg freizumachen, der nunmehr auf sich selbst eingestellt war, und den Kampf gegen das Böse im michaelischen, manichäischen Sinne der Transformation des Bösen aufzunehmen. Hierbei spielen der Bodhisattva Beinsa Douno und sein Opfer von 1936 eine große Rolle.

Das individualisierende Prinzip – die Frucht der Arbeit der sechs Sonnenelohim – entwickelte sich weiter, doch es begann eine Entfesselung der dunklen Mächte, die gegenwärtig andauert. Nicht zufällig inkarnierte Moses, der das Gesetz in den alttestamentarischen Zeiten repräsentierte und der leuchtende Vertreter der Jahwe-Weisheit war, zur Zeitenwende als Petrus, der zu Christus ging, aber sein Bewusstsein „einschlief“. Danach inkarnierte er als Bojan Boev, einer der engsten Schüler Beinsa Dounos und der einzige Mensch, der im direkten Kontakt mit den beiden großen Meister der Erde hatte.

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   Bojan Boev (1883-1963)

Bojan Boev begegnete Rudolf Steiner in Deutschland, aber er kehrte nach Bulgarien zurück und schloss sich Beinsa Douno an. Das individuelle Prinzip bedarf nicht nur des von der Anthroposophie kommenden Bewusstseins, sondern auch der Moralität, die das Mysterium von 1936 hervorgebracht hat, andernfalls könnte es den dunklen Geistern anheimfallen.

Damit man den dunklen Geistern keine Angriffsfläche bietet, braucht man nicht nur das Bewusstsein, das die Anthroposophie gibt, sondern auch die Sittlichkeit, das Moralische, die durch das Opfer von 1936 kommt. Sehen Sie, wie diese Persönlichkeit durch ihre eigene Entwicklung die Entwicklung des Weltmysteriums veranschaulicht – von Moses über Petrus zu Bojan Boev. Das sind die Früchte Uriels, in dieser Art werden die Geheimnisse enthüllt.

Rudolf Steiner sagte:„Wenn Kaspar Hauser nicht so gelebt hätte und so gestorben wäre, wie er tat, so wäre der Kontakt zwischen der Erde und der  geistigen Welt vollkommen untergebrochen“. Gemeint ist die Zeit des 19. Jahrhunderts, als diese große Verschiebung in der geistigen Welt mit dem Abstieg auf die Erde stattgefunden hat. Folglich hängt Kaspar Hauser mit der Zukunft zusammen und ist eine Individualität von außerordentlicher Wichtigkeit. Er konnte gewährleisten, dass die Beziehung  zur geistigen Welt nicht abbricht und das Ausstrahlen des christlichen Bewusstseins im michaelischen Sinne seit dem 20. Jahrhundert möglich wird.

Was wird künftig passieren? In der fünften Kulturepoche steht der Herabstieg der Weisheit eines zweiten Elohim bevor. Bisher wurde nur ein Siebtel der Weisheit durch Jahwe gegeben. Er wird in Zukunft das Ausstrahlen der restlichen sechs Siebtel der Weisheit begleiten. Steiner erwähnte nicht, welcher der Elohim in der fünften Kulturepoche auf der Erde eine Rolle spielen wird. Ich werde es verkünden: Das ist der Gruppenelohim des Germanentums. Laut Steiner muss in der fünften Kulturepoche die Heilung der Bewusstseinsseele ausgestrahlt werden. Wo werden die Menschen geboren, denen seit der Geburt die Keime des hygienischen Okkultismus angelegt worden sind – des Okkultismus, der zum Bewusstsein aufgestiegen zum spirituellen Denken wird, das die Schwelle der übersinnlichen Welt überwindet? Der schon 1888 von Steiner formulierte Satz, dass „das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit die wahre Kommunion des Menschen ist“, bezieht sich auf diese Art von Okkultismus. Die Träger seiner Keime, jener von unten hervorkommenden Kräfte, die die heilende Wirkung aus der Transformation des Denkens und dessen Spiritualisierung tragen, sind die Menschen im Mitteleuropa und hauptsächlich das Germanentum.

Als die europäischen Völker sich herausbildeten und ihre Volksgeister zu wirken begannen,  wurden gleichzeitig größere Gruppen gebildet  – etwa das Germanentum und das Slawentum in Europa und das Amerikanertum in Übersee. Bisher habe ich mich nicht gefragt, welche die drei restlichen Gruppen sind, die von den Elohim geführt werden, das ist momentan auch nebensächlich. Der Elohim des Germanentums muss solche bewussten Seelen inmitten dieser Menschen ausfindig machen, bei denen er die Keime des hygienischen Okkultismus aktivieren kann, was die Genesung der Bewusstseinsseele der Menschheit herbeiführen wird. Doch er hat Schwierigkeiten, diese Aufgabe zu erfüllen. Der Erzengel des deutschen Volkes findet keinen Zugang zu den Menschen unten, da sie keine in richtiger Weise entwickelte Bewusstseinsseele besitzen. Aus diesem Grund hatten wir nach der Konferenz 2014 jenes Erlebnis, dass sich die Erzengel des deutschen und russischen Volkes durch die Vermittlung des bulgarischen Erzengels verbinden werden. Es ist wichtig, dass die Deutschen und die Russen die Synthese der beiden Impulse annehmen – der Impulse Michaels und des Bodhisattva. Auf dieser Grundlage werden sie eine Beziehung zueinander herstellen können. Die wichtigsten Impulse in der Geschichte sind immer von Bulgarien herausgekommen, mit Ausnahme der Geisteswissenschaft, die aus welthistorischen Ursachen über Steiner gegeben wurde. Die Menschen sind die Träger dieser Beziehung, über die wir reden. Jeder Bulgare, der zum Träger der besagten Synthese wird, verwandelt sich in ein Verbindungsglied zwischen Deutschen und Russen. Das macht die Beziehung zwischen den Erzengeln und den Elohim des Germanentums und des Slawentums aus.

In der sechsten Kulturepoche wird das dritte Siebtel der Elohim-Weisheit zur Geltung kommen, es wird der Elohim des Slawentums, der zu Boris I. und zu Beinsa Douno sprach, an die Reihe kommen. Er wird uns die Gabe des Hellsehens schenken. Die Heilung der Bewusstseinsseele muss vom Elohim des Germanentums kommen und die Gabe der Propheterie wird vom Elohim des Amerikanertums in der siebten Kulturepoche kommen. Damit die siebenfache Weisheit der Elohim vollkommen ausgeschöpft wird, werden die restlichen drei Sonnenelohim  ihre Weisheit in der sechsten Wurzelrasse in den Kulturepochen vermitteln, von denen wir noch nichts wissen. Ich habe mir auch noch nicht die Frage gestellt, welche Fähigkeiten sich dann im Menschen entfalten werden, möglicherweise in solchen Menschengemeinschaften, die sich in der Zukunft noch herausbilden werden. Diese Frage bleibt offen.

Nun kommen wir zu der Offenbarung, die ich schon anfangs angedeutet habe. In Bulgarien leben zwei Persönlichkeiten – die eine ist die Verkörperung der alttestamentlichen Mondenweisheit Jehovas und die anderen – die Verkörperung der Sonnenweisheit der Elohim, die erst jetzt ansatzweise von den Menschen bewusst angeeignet wird. Das sind zweifellos bekannte Persönlichkeiten – Ahmed Dogan – der ehemalige Vorsitzende der Partei der türkischstämmigen Bulgaren DPS – und Bojko Borissov – der bulgarische Ministerpräsident.

Ahmed Dogan                               Bojko Borissov

Ich habe schon Einiges über die Ereignisse in der DPS und ihre Folgen in der Vorlesung am 27.12.2015 [5] vorausgeschickt.

Als zwei Iche symbolisieren Ahmed Dogan und Bojko Borissov jeweils die DPS und GERB. Die Abkürzung DPS bedeutet „Bewegung für Rechte und Freiheiten“ – d.h. die Rechte, das Gesetz sollen die Freiheit von den niedrigen Geistern sichern. Im Namen der Partei selbst ist also das Alttestamentarische als Idee verschlüsselt. Diese Organisation ist in der Illegalität bereits während des Sozialismus als eine Kreatur der Sicherheitsdienste entstanden. In ihr wirkt das Mondische – alles, was unter der Leitung Jahwes stand und keinen Kontakt zum Sonnenprinzip und der Sonnenweisheit der Elohim hatte. Deshalb wirkt diese Partei so subversiv und die Ergebnisse ihrer Tätigkeit stellen eine karmische Vergeltung dar. Wie ich schon erwähnt habe, wurde über diese Partei die karmische Schuld Bulgariens wegen der Namensänderung der türkischsprechenden Minderheit im Sozialismus und ihrer Aussiedlung in die Türkei beglichen. Damit ist diese Sache beendet. Jeder, der die Prozesse in der DPS beobachtet, kann sehen, dass für sie der Countdown schon begonnen hat – es gibt Konflikte, es kam zu einer Trennung und Neugründung usw. Ein Beispiel in dieser Hinsicht ist die ehemalige politische Größe SDS (die bereits zerfallene Partei „Union demokratischer Kräfte“) – als die Abspaltungen auf die Tagesordnung kamen, begann der Countdown für sie. Die bisher einheitliche BSP („Bulgarische sozialistische Partei“) ist bereits den gleichen Weg gegangen. Bei DPS fehlt das individuelle Prinzip und wenn wir hier von der Mondenweisheit sprechen, müssen wir bedenken, dass Ahmed Dogan mit den Freimaurern verbunden ist, bei denen das Mondische zum Ausdruck kommt. Deshalb war die von ihm gegründete Partei ein „Kind des Mondes“.

Der völlige Gegensatz zu Ahmed Dogan ist der immer lächelnde, große, charismatische Bojko Borissov. Jeder, der Kontakt zu ihm hatte, kennt sein Charisma. Warum ist er charismatisch?  Damit jemand ein Charisma hat, muss er in seinen vorherigen Leben wichtige Inkarnationen erlebt haben. Dogan ist auch charismatisch, aber sein Charisma ist mondisch, kühl, erstarrend, distanzierend. Entsprechend zieht er neben türkischsprechenden Bulgaren auch Personen in sein Gefolge, die die eigenen Interessen vor jene der Gemeinschaft stellen. Trotz der 25jährigen Versuche, diese Partei als gesamtbulgarisch, d.h. als nicht blutsverwandtschaftlich-mondisch zu legitimieren, trotz der zahlreichen bulgarischstämmigen Mitglieder in ihren Reihen, hat sie sich im Bewusstsein des Bulgaren als eine ethnische Partei eingeprägt. Und sie hat ihre vom Mond-Prinzip kommende Rolle erfüllt. Je mehr Dogan künftig untergehen wird, desto mehr wird Bojko Borissov aufgehen. In ihm wirkt das Sonnenprinzip. Seit neun Tagen wissen wir, wer Ahmed Dogan und Bojko Borissov in früheren Leben waren. Was jetzt enthüllt werden darf und muss, ist ihre seit langem bestehende weltweit bekannte karmische Verbindung. Das ist alles, was enthüllt werden darf, denn das Beleuchten würde ein mächtiges Licht auf diese Konstellation werfen. Die Abbreviatur GERB bedeutet „Bürger für die europäische Entwicklung Bulgariens“, d.h. schon an den Namen beider Parteien erkennt man, wie die eine zurück in die Vergangenheit zieht und die andere – in die Zukunft. Unter allen EU-Ministerpräsidenten hat nur Bojko Borissov ein europäisches Bewusstsein und den ständigen Ruf nach einer gesamteuropäischen Lösung des Problems mit den herüberströmenden Migranten. Ich sage es ohne Umschweife: Das Potenzial, das Bojko Borissov als politischer und staatlicher Führer besitzt, ist um ein Vielfaches größer als dieses von Orbán, Merkel, Hollande usw.  Ihm steht eine bedeutende Zukunft bevor. Das Charisma Putins, der ein wichtiger Faktor in der Welt ist, ähnelt dem Charisma eines Polizisten. Falls man in Bojko Borissovs Entwicklung und in deren Geschwindigkeit beobachtend eindringt, sieht man, dass in seinem Charisma das individuelle Sonnenprinzip wirkt. Wenn er etwa „meine Minister“ sagt, sieht man darin das individuelle Sonnenprinzip wirken und sein Auftreten stört nicht denjenigen, der die Dinge durchschaut.

In der vorletzten Vorlesung sagte ich, dass Bojko Borissov eine vorübergehende Erscheinung für Bulgarien ist, wobei ich mich auf die Prophezeiung Slava Sevrjukovas [6] stützte, dass eine Frau erscheinen wird, die die Nation vereinigen wird. Ob sie Ministerpräsidentin oder Präsidentin Bulgariens sein und dabei zur geistigen Vereinigerin der Nation heranwachsen wird, weiß ich noch nicht. Bojko Borissov steht jedenfalls eine große Zukunft bevor, ihn werden viele berücksichtigen müssen, denn er denkt global.

Was passiert in Europa heute? Europa wurde als das Kind Asiens dreigliedrig herausgebildet, indem es vom Matriarchat der ältesten Zeit, in der das geistige Prinzip bestimmend war, zum Patriarchat überging, in dem das männliche Prinzip vorherrschend ist. Asien bedeutet das Land der Götter, d.h. der Iche. Dort sind alle bedeutenden Religionen, einschließlich des Christentums, das später nach Europa kam, entstanden. Europa ist also ein Kind der geistigen Welt, das auf den Erdenplan herabsteigend das Denken und das individuelle Ich-Prinzip entwickeln soll. So wurde es in einer dreifachen Strömung vorbereitet – einer östlichen, einer mittleren und einer westlichen. Als die Seele der Welt ist Europa entstanden, denn im Osten ist der Geist, in Europa – die Seele und im Westen bzw. in Amerika – der Leib.

Im 18. Jahrhundert kam die Aufklärung auf, in Frankreich wirkten Diderot und Voltaire. Zum ersten Mal gelangte die Menschheit durch die beiden zur Idee, dass sie auch ohne Gott, ohne das Christentum auskommen kann, wobei Europas christliche Herkunft nicht geleugnet wurde. Nach der Aufklärung artete die sog. Große Französische Bürgerliche Revolution mit der Losung „Brüderlichkeit, Gleichheit, Freiheit“ in die Tyrannei Robespierres und die Napoleonischen Kriege aus, also in eine  Katastrophe, denn wir haben bereits darüber gesprochen, wie diese Losung in der sozialen Dreigliederung in richtiger Weise anzuwenden ist. Stattdessen brach Chaos in Europa aus und eine Krankheit erfasste die Seele des Europäers und die Seele Europas. Was bedeutet die Seele Europas? Die Entwicklung des Wesens Anthroposophia macht die Seele Europas aus. Dieses Wesen beginnt jetzt, sein erstes geistiges Glied auszubilden und die europäischen Völker müssen ihren Geist finden.

Es gibt ein Phänomen in Mitteleuropa und das ist die Visegráder  Gruppe – das nicht slawische Ungarn sowie die drei slawischen Völker der Polen, Tschechen und Slowaken. Bei drei großen Kriegen in Europa haben diese Länder eine wichtige Rolle gespielt. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) bestand äußerlich in der Konfrontation des protestantischen Nordens mit dem katholischen Süden, aber es war eigentlich der Kampf der Jesuiten gegen das Rosenkreuzertum. Der Krieg begann aus dem formellen Anlass des Prager Fenstersturzes und führte zur Verwüstung Mitteleuropas, zu enormen materiellen und seelischen Zerstörungen. Bei diesen vier Ländern ist nur das Volk der Ungarn nicht slawisch, seiner Genese liegen die Bulgaren zugrunde –  die historischen Quellen belegen, dass der erste ungarische König Árpád aus dem bulgarischen Dulo-Geschlecht stammte. Nicht zufällig beginnt die Tetralogie des bulgarischen Schriftstellers Stefan Tsanev „Bulgarische Chroniken“ mit dessen Gespräch mit einem ungarischen Professor, der zum Autor sagte: „Ihr Bulgaren kennt eure große Geschichte nicht“. Die Freimaurer sagen öffentlich, dass ein Drittel der Weltgeschichte die Geschichte Bulgariens ist. Und falls jemand beabsichtigt, mich des Nationalismus zu bezichtigen und mir vorhält, dass ich in meinem früheren Leben vielleicht in einem anderen Land inkarniert war, möchte ich erwidern, dass ich auch in meinem vorherigen Leben im bulgarischen Volk gelebt und etwas geleistet habe, was mir das Recht gibt, so wie kein anderer über die Bulgaren zu reden.

In der Visegráder  Gruppe haben die Ungarn als die Träger des Ich-Prinzips – des bulgarischen Ich-Prinzips – die führende Rolle und all diese Länder sind immer ein wichtiges Korrektiv gewesen, das die die Deutschen an ihre Mission erinnert. Der erste Weltkrieg wurde auch in einer slawischen Gemeinschaft, in Sarajevo entfacht, als der Thronfolger Ferdinand ermordet wurde. Es war u.a. geplant, den bulgarischen König Ferdinand zu ermorden. Wieder haben die vier Visegrád-Länder Deutschland an seine Mission – Entwicklung der Bewusstseinsseele und des Ich – erinnert. Der Zweite Weltkrieg begann mit dem Einzug Deutschlands nach Polen –  wieder in einem slawischen Land. In all diesen Kriegen gab es eine Konfrontation und gegenseitiges Töten von Deutschen und Slawen. Stattdessen muss es eine Verbindung zwischen ihnen geben, eine große geistige Ehe, von der die Zukunft der Menschheit abhängt. Und diese Ehe wird immer verhindert. Nun sind wieder die vier Visegrád-Länder an der Spitze mit Orbán und den Ungarn als Vertretern des Ich-Prinzips diejenigen, die Deutschland an seine Aufgabe erinnern. Sie erinnern daran, dass Europa aus christlichen Ländern besteht und dass wir Aufgaben und Traditionen haben. In solchen Momenten meldet sich Jahwes Weisheit, doch gleichzeitig ist im Streben, das Christentum zu verteidigen, auch die Sonnen-Weisheit da. Viele bei uns wünschen sich, dass Bojko Borissov „etwas von Orbáns Courage zeigen könnte“. Bojko Borissov hat genug Courage, doch die Dimension seines Denkens reicht nicht nur bis zum flächendeckenden Umzäunen, sondern er strebt eine gesamteuropäische Lösung der Migrantenfrage an. Doch bekanntlich gilt der Prophet nichts im eigenen Land und unter den Bedingungen des sprießenden Nationalismus wird sein Standpunkt im Ausland begrüßt und bei uns stark kritisiert. Orbán wirkt quasi als unser Vertreter in Mitteleuropa, um die Deutschen an ihre Mission zu erinnern. Die Deutschen sind jedoch völlig amerikanisiert und können nicht erkennen, welche Prozesse im Gange sind. Nachdem Merkel die Migranten willkommen geheißen hatte – egal ob aus Dummheit oder nach der Anweisung der angloamerikanischen Logen – hätte sie eigentlich keinen einzigen Tag mehr auf diesem Posten bleiben dürfen. Das, was im Zentrum Europas geschieht, ist die Wiederholung von Prozessen, die sich seit Jahrhunderten vollziehen. Die Menschheit hat einen solchen Entwicklungsstand erreicht, dass der Aufstieg zum Geist die Entwicklung des individuellen Prinzips bedeutet und dass jeder in Europa zum gesamteuropäischen Bewusstsein kommen muss. Bisher hatten wir nur ein nationales Bewusstsein, das uns erlaubte, „ich bin Bulgare“ bzw. höchstens „ich bin Slawe“ zu sagen, obwohl wir keine Slawen sind, wir haben nur die Sprache gegeben. Wir sind rassenmäßig keine Slawen, aber wir sind Christen, Europäer des kaukasischen Typs, der arische Rasse genannt wird, obwohl dieser Begriff viel weiter ist. Die ganze fünfte Wurzelrasse ist arisch. Die Verkörperung des Arischen jedoch, der Entwicklung des Denkens und des individuellen Bewusstseins – das ist der europäische Mensch. Zum ersten Mal steht uns europäischen Völkern die Entwicklung eines europäischen Bewusstseins bevor. Das bulgarische Volk ist sehr tolerant, wir haben öfter Flüchtlinge aufgenommen – Armenier nach dem Völkermord, russische Emigranten nach der Oktoberrevolution usw. Die Migranten, die jetzt durch Bulgarien reisen, behaupten, in Bulgarien nicht gut aufgenommen worden zu sein. Alles geschieht, damit wir vor einem Masseneindrang nach Bulgarien geschützt werden, damit sie uns nicht zertreten, denn wir haben eine andere Aufgabe. Vorgesehen ist, dass die Migranten nach Mitteleuropa, ins europäische Herz gehen, um das deutsche Volk für das europäische Bewusstsein aufzurütteln, so dass die Menschen sich auch individuell dem Geist öffnen können. Bisher wurden wir nur als Völker über das Prinzip der Blutsverwandtschaft geführt, nun müssen wir zu einer Summe von Individualitäten werden. Das ist nicht die Aufgabe der Erzengel, sondern die Aufgabe jedes Menschen in Europa. Er muss zu einem Europäer im Sinne Michaels werden. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte wird eine solche Aufgabe gestellt – ein Bewusstsein über den Kontinent Europa als eine Schöpfung der himmlischen Sophia auszubilden, die Europa dazu erschaffen hat, das Herz, die Seele der Welt zu sein. Dieses Bewusstsein hat ein jeder selbst zu erreichen. So wie die Türken die Peitsche in Gottes Händen waren, der durch sie die Bulgaren wegen der Verfolgung der Bogomilen bestrafte, so wie die Bolschewiken die Peitsche in Gottes Händen waren, um die Bulgaren zu bestrafen, weil sie Beinsa Douno nicht in angemessener Weise angenommen haben, so wie die DPS die Peitsche Gottes als Bestrafung der Sünde mit der Namensänderung unserer türkischsprachigen Mitbürger war, so sind die muslimischen Migranten die Peitsche Gottes für Europa. Sie strömen herbei, damit vor allem Mitteleuropa erwacht. Deshalb haben die Migranten hauptsächlich Deutschland als Ziel, damit Deutschland für seine welthistorische Mission erwacht. Die Migranten sind ein Werkzeug, ein unglückliches Werkzeug freilich. Es wird gejammert, dass Europa zugrunde gehe. Aber sagen Sie mir, wie soll derjenige erwachen, der einige Tausend Euro monatlich verdient und nur den Weg von zu Hause ins Büro kennt, der sich jeden Wunsch nach materiellen Gütern befriedigen kann? Sonntags geht er höchstens in die Kirche, die das luziferisierte Christentum verkörpert, um sein Gewissen zu beruhigen. Wie soll ein solcher Mensch für diese Herausforderung, die ihm bevorsteht, erwachen? Die Herausforderung gilt gerade Mitteleuropa als Träger dieses Prinzips, deshalb gilt diese Peitsche den Mitteleuropäern. So wie die Bulgaren das Römische Reich vernichtet haben, so erledigen nun die Migranten diese Aufgabe am eingeschlafenen Europa. Von Bulgarien aus kommt der Erweckungsimpuls. Wenn es keine Erwachung gibt, sind die Alternative Chaos, Verwüstungen und ein Sieg Ahrimans. Es ist ein Entweder-Oder. Jeder muss zum Geist heranreifen, es gibt keine andere Rettung.

Das, was wir jetzt als die Europäische Union kennen, wurde als die Wiederbelebung des Karolinger Reiches aus dem neunten Jahrhundert geplant. Dieser Union haben sich später auch slawische Länder angeschlossen, darunter auch Bulgarien. Deutschland hatte die Aufgabe, innerhalb der Europäischen Union die osteuropäischen Länder davor zu schützen, nach dem Stiefel des Kommunismus nicht direkt unter den Stiefel des Amerikanismus zu geraten. Sergej Prokofieff war am Anfang seiner Übersiedlung nach Deutschland nicht von ungefähr geschockt, wie stark die Amerikanisierung fortgeschritten war, so dass Deutschland nichts von seiner Mission ahnt. Deutschland hat in der Praxis nichts dafür getan, die osteuropäischen Völker vor dem Amerikanismus zu schützen, es trägt eine große Schuld. Dem deutschen Volk muss geholfen werden, falls es sich natürlich helfen lässt, denn hier ist wieder das individuelle Prinzip führend. Die Deutschen müssen den Geist finden.

Wie findet man den Geist heute? Aus den vorchristlichen Zeiten kennen wir den Propheten Jesaja, der unter anderem der Lieblingsprophet Beinsa Dounos war. Wenn Jesaja von der Frucht des Geistes spricht, sagt er: „Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.“ (Jes 11,1-2)“. Wir sehen, dass in der damaligen Frucht Gottes die Weisheit an erster Stele steht. Die Liebe war noch nicht da. Als Vertreter der Weltweisheit in der Trinität ließ Christus diese Geschenke des Geistes über die himmlische Sophia, über das Wesen Anthroposophia hinunterfließen. Die eingeweihten Propheten Israels, die wieder inkarnierte Seelen aus allen anderen Volksgruppen waren, womit eine Mischung und Repräsentierung aller Völker im Volk Israel erreicht wurde, bekamen diese Geschenke Gottes mit der Weisheit als führende Gabe. Als der Pfingstgeist kam, haben ihn die Jünger als den Geist der allsiegenden kosmischen Liebe angenommen. Der Apostel Paulus sagt in seinem Brief  an die Galater: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.“ Wir sehen, dass die Liebe hier an erster Stelle steht und die anderen Gaben sich aus ihr ergeben. Im Vergleich zu den alten Gaben geht es hier um etwas ganz anderes. Was geschah mit den Früchten Gottes aus der vorchristlichen Zeit? Sind sie etwa verschwunden? Nein, sie sind nicht verschwunden. Die alten Früchte, zu denen jeder Eingeweihte Zugang hatte, kamen von außen und die neuen Früchte Gottes kommen von innen und entwickeln die Moralität. Sie müssen vom Menschen individuell mit seinem wachen Ich-Bewusstsein errungen werden. Nur wenn man mit seinem wachen Bewusstsein jene Gaben des Geistes versteht, können diese in sein Ich metamorphosieren. Die im Ich neugeborene Weisheit erscheint dann als Liebe und aus ihr entstehen Freude, Friede usw. Es ist erstaunlich, dass mich ein Zuhörer beim Vortragen als den Inbegriff der Demut empfunden hat – und das bei meiner Ausdrucksweise! Das ist der einzige, von dem ich das gehört habe.

Wie hat sich der Pfingstgeist auf die Jünger ausgewirkt? Im Augenblick, als der Geist am Pfingsten hinunterstieg, waren die Jungfrau Sophia und die Jünger da. Wer von ihnen hat die stärkste Transformation erlebt und eine Rede gehalten? Das war Petrus. Derjenige, der das Gesetz und die Gaben des alttestamentarischen Geistes als Moses verkörperte, erlebte als Petrus die dramatischste Transformation. Der Geist kam am Pfingsten in alle Seelen auf der Erde, nistete sich im Ich ein und lebte dort als der christliche Impuls, egal was für eine Seele man ist. Warum hat sich also nicht die ganze Menschheit wie Petrus erhoben? Damit diese Gaben des Geistes metamorphosieren können, muss man erstens eine Vorgeschichte aus früheren Leben und zweitens einen Weg gemeinsam mit Christus zurückgelegt haben. Nur bei Menschen, die zur Zeitenwende einen Weg zusammen mit Christus zurückgelegt hatten, konnte der Pfingstgeist zum Vorschein kommen – je nach ihrer individuellen Entwicklung in ihren früheren Inkarnationen. Bei Petrus geschah das so impulsiv, da der Geist nicht nur als Liebe, sondern auch als Reue kommt. Man bereut das, was man versäumt hat. Petrus hatte das große Privileg, mit Gott bis zum Schluss zu sein und er hat Ihn verleugnet! Deshalb kam das mit einer umgekehrten Metamorphose im Ich, die damals in der Verstandesseele geschah.

Nach langer Zeit fielen die Araber über Europa von Spanien aus her. Bei uns im Osten wurden sie vom bulgarischen Khan Tervel aufgehalten, doch auf dem Umweg über Spanien hat sich ihr Einfluss in Europa verbreitet. Später kam der Arabismus nach Europa über jene Inkarnationen, die allen Anthroposophen bekannt sind. Über den Arabismus kamen drei antichristliche Impulse. Der erste bestand im Favorisieren des abstrakten Denkens, welches das tote Bewusstsein des heutigen Menschen herbeiführte. Der zweite Impuls war jene Sichtweise der Natur, die die materialistische Anschauung und das materialistische Bewusstsein hervorgerufen hat. Die Araber brachten nach Europa auch – und das ist der dritte Impuls – den zentralisierten Staat, das Kalifat. Die heutigen europäischen Länder sind nach dem Modell des Kalifats aufgebaut, das kommt in der Einstellung zur Natur, im Denken und in der Zentralisierung zum Vorschein. Die Europäische Union ist superzentralisiert. Wenn ihre Zentralisierung nicht überwunden werden kann, wird das den roten Teppich für Ahriman ausrollen und Europa in ein Kalifat des modernen Typs verwandeln. Alles, was heutzutage in unserem Kontinent an Staatstypen existiert, verkörpert die verdinglichte arabische Anschauung. Unser Modell muss dagegen die soziale Dreigliederung sein.

Um zu der heutigen Zeit der Bewusstseinsseele zu kommen, können wir fragen, was mit den alt- und neutestamentarischen Gaben auf der Stufe der Bewusstseinsseele geschieht? Der Geist muss nunmehr in eine Bewusstseinsseele einziehen, die jene alttestamentarischen Gaben durch eine Beziehung zu Christus transformiert hat. Das ist die Anthroposophie, das ist die Weisheit. Wenn man sich die Anthroposophie aneignet, erhält man die alttestamentarischen Gaben, die persönlich erlangt werden. In dieser Beziehung ist die Anthroposophie heutzutage völlig unumgänglich, sie ist die Gabe der himmlischen Sophia, die die alttestamentarischen Gaben verkörpert, die aber vom Christus-Impuls gesättigt über Michaels übersinnliche Schule als die Anthroposophie von Steiner hinuntersteigen. Die wesenhafte Anthroposophia manifestiert sich dreifach – sie bringt dem Menschen die Zusammenfassung der alten Weisheit und der alten Rituale, weckt die Kräfte von Liebe und Auferstehung in ihm und führt ihn bei der Herstellung einer neuen Beziehung zur geistigen Welt durch die Transformation des Denkens.

Aber nur die Anthroposophia reicht nicht, um den Menschen zum ätherischen Christus zu führen – den großen Tröster, Retter, Führer zur Einweihung, Heiler und Gestalter des Sozialen durch uns. Hierzu ist auch der Impuls der Bodhisattvas notwendig, damit die Weisheit der Anthroposophie metamorphosieren kann und nicht der Egoismus aufblüht, den man bei manchen westlichen Anthroposophen, die leitende Ämter bekleiden, bemerken kann. Ihnen fehlt die Liebe und nicht zufällig sagte ein niederländischer Anthroposoph, dass Ahriman und Luzifer in den anthroposophischen Gesellschaften präsent sind, aber Christus dort fehlt. Christus fehlt deswegen, weil dort der Bodhisattva-Impuls fehlt, durch den die Weisheit metamorphosieren kann, ohne in Egoismus jeglichen Typs (Nationalegoismus, Rassenegoismus usw.) auszuarten.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Nationalfrage gelöst, die Reiche zerfielen in viele Völker, im Zweiten Weltkrieg gerieten die untersozialen Welten in einen Konflikt – der Bolschewismus und Nationalsozialismus kämpften gegeneinander und es musste die soziale Frage gelöst werden. Jetzt steht uns der Rassenkonflikt bevor. Nicht zufällig strömen nun Massen aller Rassen herbei, die vom monotheistischen luziferisierten Islam angeführt werden – einer Religion des alttestamentarischen Typs. Stellen Sie sich vor, wie sich diese Tendenz zu Rassengegensätzen verstärkt! Was wird dann aus Europa werden?

Damit die Anthroposophie im Ich als Weisheit wiedergeboren wird und die im Ich wiedergeborene Weisheit als Liebe in Erscheinung tritt, ist der Bodhisattva-Impuls notwendig. Der Bodhisattva ist der Vertreter Christi, der für die Wiederkehr Christi im Ätherischen verantwortlich ist. Steiner ist das eine okkulte Zentrum, der Bodhisattva ist das andere, so wie der Mensch zwei Beine hat. Wenn sich jene mächtige moralische Kraft Christi, die von Beinsa Douno kommt, mit der Anthroposophie vereinigt, kommt im Menschen eine Metamorphose zustande. Der Mensch macht Schritte zu seiner Selbsteinweihung und der Geist kann in ihm wirken und Liebe, Friede, Freude usw. bringen. Aber diesmal kommen sie aus der vergeistigten Bewusstseinsseele, das ist anders als das, was früher von der Verstandesseele kam. Deshalb unterscheidet sich auch die Liebe des Sohnes als die Liebe des Vatergotts. Das ist die Ankunft des Pfingstgeistes auf eine neue Art – als Geistselbst, das den Lebensgeist als das zurückkehrende erneuerte Palladium trägt. Das habe ich auch persönlich erlebt – die Erhebung zum kosmischen Bewusstsein. Das ist das heutige Erleben des Geistes, das der Bewusstseinsseele angemessen ist. Dann gibt es Liebe, Freude, Friede usw., die individuell von jedem Menschen auf seine eigene Art erlebt werden. Das ist die Frucht der Synthese. Christus war, wie Beinsa Douno sagte, das Herz der Welt und wurde zum Ich der ganzen Menschheit. Die Bulgaren sind laut Beinsa Douno die Leber der Menschheit. Die Leber ist mit dem Blut verbunden, in dem das Ich pulsiert. Der Mensch durchlebt seine Entwicklungsstufen – zuerst ist er Kind, aus dessen Augen das Ich herausschaut, dann setzt er die Maske der Person auf und das Ego tritt in den Vordergrund. Wenn er den richtigen Weg besteigt, beginnen in ihm die geistigen Impulse zu wirken und erwecken die innere Sonne, die in jedem Menschen präsent ist – Christus. Es kommt zu einer Explosion im Ego – das ist die Explosion des Ich. Dann kann man mit diesem explodierten Ich zum Vertreter der inneren Sonne vor der Außenwelt werden und die Gaben des Geistes aus sich im geistigen und alltäglichen Leben herausfließen lassen. So wirkt der Geist und so wird das Aufleuchten der inneren Sonne ermöglicht. Dann wird das Menschenherz, die Bewusstseinsseele zum Gral, der sich für die Gaben des Geistes öffnet. Die Inkarnationen, über die wir hier sprechen, die vielen Offenbarungen, sind die Gaben des Geistes.

Der japanische Professor Masaru Emoto war dafür bekannt, dass er das Gedächtnis des Wassers untersuchte. Dazu setzte er Wasser der Einwirkung verschiedener laut ausgesprochener Wörtern aus und fror dieses Wasser danach, um die Wasserkristalle zu beobachten. Bei der Betrachtung der Kristalle, die dem Namen Bulgarien ausgesetzt waren, staunte er über das Kristallgitter – es war mit den Kristallen keines anderen Landes vergleichbar.

2006 wollte Professor Emoto dieses Land mit dem ungewöhnlichen Kristallgitter sehen und besuchte Bulgarien. Er war im Rilagebirge, konnte vom Hubschrauber aus die Rilaseen und die dort im August stattfindende Große Paneurhythmie beobachten. Das ungewöhnliche am bulgarischen Kristall sind die sieben Strahlen. Hier können wir Parallelen ziehen zu der siebenstrahligen Rosette von Pliska, die die sieben Planeten repräsentiert, oder zur siebenstrahligen Gloriole Christi. Im Inneren des Kristallgitters ist der Stern, das ist die Bewusstseinsseele, die dort entsteht. Das Dunklere zwischen den beiden Armen, was wie ein Gralskelch aussieht, ähnelt dem Kehlkopf. Das ist die Bewusstseinsseele, die sich nach oben, zum Geist hin öffnet, damit er in sie herabsteigen kann und der Mensch zum reinen Herzen, zur reinen Bewusstseinsseele, zur Jungfrau Sophia, zum Gralskelch wird. Die neuen Eingeweihten werden Eingeweihte des Gral heißen und das werden die wahren Eingeweihten sein. Die Gaben des Geistes können in diese Seele einfließen, bewusst gemacht und in der Außenwelt angewendet werden. Als Träger des Ichs haben die Bulgaren selbst im Gedächtnis des Wassers das verschlüsselt.

Hier kann man folgende Frage stellen. Die Menschheit muss sich zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe hinaufentwickeln. Wie wird der Name dieser Hierarchie sein? Beinsa Douno sagte, dass das Wort Bulgare Mensch des Geistes bedeutet. In der sechsten Kulturepoche keimt der Samen für die sechste Wurzelrasse und in einem gewissen Sinne für den zukünftigen geistigen Jupiter, wenn wir dann schon rechtmäßig zur zehnten Hierarchie herangewachsen sein werden, in der der kulturbestimmende Faktor das Geistselbst sein wird. Werden die Menschen dann als zehnte Hierarchie Bulgaren heißen? Das verrät das Wasser. Aus einer Offenbarung weiß ich, dass in Zukunft die Menschheit selbst ihren Namen geben wird. Das Bild zeigt die Bedeutung der Bulgaren im zentralen Mysterium des Christentums, dem Gralsmysterium, dem Mysterium des individuellen Ich-Impulses, dem Mysterium der Freiheit und Liebe. Sie spielen eine Hauptrolle.

Als Zusammenfassung können wir Folgendes sagen: Entweder reifen die Menschen zu einem europäischen Bewusstsein heran und öffnen sich dem Geist, indem sie den heiligen Impuls annehmen, der von Bulgarien ausgeht oder Europa hat nichts Gutes zu erwarten. Ich hoffe, dass viele in Bulgarien diese Vorlesung sehen und sie nach außen tragen, so dass wir durch die nutzbringende Verwendung der neuen Technologien auf den kommenden Ahriman auch dort Druck ausüben können. Es gibt keine Möglichkeit den Christus im Ätherischen zu finden, ohne dass Ahriman uns aufsucht und zu zermalmen versucht. Werden wir das zulassen? Hoffentlich nicht.

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit!
[1] Djado ‚Opa’ Vlajtscho Zhetschev war ein beim bulgarischen Volk sehr beliebter Hellseher und Heiler.
[2] Gemeint ist die türkische Herrschaft, die 1878 mit dem Russisch-türkischen Krieg zu Ende ging.
[3] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/01/13/der-heilige-impuls-und-amerikas-mission-teil-1/
[4] Ebd.
[5] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/01/13/der-heilige-impuls-und-amerikas-mission-teil-1/
[6] Slava Sevrjukova (1902-1991), bulgarische Hellseherin