Armagedon

Rila-Kloster, „Harmagedon“, Wandmalerei im Narthex der Kirche

 

            Die Große Schlacht auf Erden

 

Da erschien ein großes Zeichen am Himmel: Ich sah eine Frau, die mit der Sonne bekleidet war; sie hatte den Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Kopf trug sie eine Krone aus zwölf Sternen.

Apokalypse 12, 1-6

In der Passionswoche besuchte uns der Begründer der Internetsite otizvora.com Ivan Stamenov und traf sich mit einigen Teilnehmern unserer Gruppe für esoterisches Christentum „Der Geist der Wahrheit“. Nachdem er weg war, diskutierten wir weiter über ernsthafte geistige Themen, aber das Gespräch drehte sich hauptsächlich um das Golgatha-Mysterium. Zum Schluss erzählte ich meinem Bruder von meinem besonderen Gefühl, dass die Frage nach der Himmlischen Sophia immer mehr in den Vordergrund tritt. Dieses Gefühl „materialisierte sich“ später während der Passionswoche aus dem Unterbewusstsein heraus in klares Denken in meinem wachen Ich-Bewusstsein durch eine Reihe von Begegnungen, die neben der Bewusstwerdung auch zu der Enthüllung eines lange bewahrten Geheimnisses der christlichen Esoterik führte.

Das Sternen-Ostern war am 08.04. und das Orthodoxe folgte eine Woche später, als meine Frau und ich ein stundenlanges Gespräch mit einigen Gleichgesinnten führten. Die Anwesenheit der geistigen Welt wurde so stark empfunden, damit wir auf die übliche Art das von ihr Vermittelte empfangen konnten, nämlich: „Es ist vor allem Weisheit notwendig!“

Am nächsten Tag fuhren meine Frau und ich nach Stara Zagora, um Formalitäten und Ämtergänge zu erledigen und besuchten unterwegs das Dorf Korten, wo einer der wenigen bulgarischen Anthroposophen wohnt, der sich der Dramatik der gegenwärtigen Zeit und der Bedeutung unserer heutigen Inkarnation für die weitere Entwicklung der Erdenevolution bewusst ist. Es war ein herrlicher, ruhiger und sonniger Tag, es standen drei Stühle unter einem alten Obstbaum – was brauchte man mehr für eine sechsstündige intensive Zusammenkunft in Christi Namen?! Hier wurde die Botschaft des Himmels konkreter: „Die Verbindung mit der Wesenheit Anthropos-Sophia ist sehr wichtig!“. Etwas später begann ich, über die Loge der zwölf Meister aus dem ätherischen Christus-Shamballa zu reden und erzählte, dass sieben von ihnen immer in einem physischen Körper unter den Menschen leben. Wenn jemand nach oben zurückgeht, steigt ein anderer hinunter, um ihn zu ersetzen. Ich erklärte weiter, dass die Meister inkognito wirken, indem sie durch auserwählte Seelen Ideen in sieben Richtungen (Strahlen) leiten, die unser ganzes Leben umfassen. Diese Ideen sind gerade das verbese indende Glied zwischen dem mikrokosmischen Menschen und den makrokosmischen Göttern, die an der Erfüllung des Willen Christi nach der Höchsten Vorsehung des Gottvaters wirken. Das Erspüren der Ideen, die die Hierarchien herunterreichen, ist unsere wahre Kommunion heute und die tatsächliche Zusammenarbeit mit dem Erlöser, bevor wir endgültig über die Schwelle zur übersinnlichen Welt beim Einweihungsakt schreiten. Die Meister warnten unmissverständlich, dass „niemand eine christliche Einweihung unter den heutigen Bedingungen erfahren darf, ohne die Vorsehung Gottes für die menschliche Entwicklung zu kennen.“ Das Wesen der Vorsehung kann man mit der Wahrheit (dem Heiligen Geist) enthüllen, die laut Beinsa Douno „mit den Sonnen spricht“  und uns zugänglich wird nur bei der „Ehe“ in unserem menschlichen Ich zwischen der Liebe (dem Gottvater) und der Weisheit (des Sohnes). Die Liebe unseres Ichs zum Gottvater ist die obligatorische Bedingung, wenn wir zur Sonnensphäre (dem Himmelsreich) hinaufstreben, aber diese können wir laut Beinsa Douno „nicht mit Liebe, sondern mit Weisheit betreten“. Die Weisheit strömt aus der Loge der zwölf Bodhisattvas mit Christus im Zentrum heraus über die höheren Wesensglieder der Himmlischen Sophia, dann hinunter zur Anthroposophia, um von den zwölf Meistern der ätherischen Stadt Shamballa übernommen und als die erwähnten Weisheitsideen zum Ich auserwählter Menschen geschickt zu werden, in dem die Begegnung mit der Liebe des Vaters stattfindet. Das Ergebnis der Begegnung, die im Ich neugeborene Weisheit, ist der Heilige Pfingstgeist als Wahrheit (kosmische Liebe), durch den heute im Unterschied zur Vergangenheit der Mensch an den Großen Hüter der Schwelle, Christus, vor der Sonnensphäre tritt und von ihm das Abendmahl „empfängt“. Das bedeutet, dass Christus ihm allmählich die Vorsehung Gottes für die Erdenentwicklung und die Entwicklung des ganzen Kosmos enthüllt, denn der Große Hüter hält den Schlüssel des Gedächtnisses und der Zukunft des Makrokosmos. Dies ist eine erhabene Perspektive vor dem Menschen, aber nur wenn er ständig Schritte in die richtige Richtung macht.

Erst nach zwölfjährigen Bemühungen (wie symptomatisch!) in diese Richtung durch die Synthese der zwei esoterischen christlichen Impulse des 20. Jh. beschlossen zwei Meister aus dem ätherischen Shamballa, sich uns in Korten namentlich vorzustellen: Nazarathos und Serapis. Warum gerade sie?

Um diese Frage genau zu beantworten, muss man das Wirkungsfeld der Meister und die Eigenschaften kennen, die sie im Menschen stimulieren.

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Die angeführte Liste stammt von der östlichen Schule. Es ist ersichtlich, dass die sieben Strahlen mit ihren Farben auf die Aktivierung der unbeweglichen „Lotusblätter“ unserer Chakren und die allmähliche Verwandlung des Menschen in einen „himmlischen Regenbogen“ wirken. Damit arbeiten die Meister an der Wiederherstellung der während des materialistischen Zeitalters verlorengegangenen Verbindung zwischen dem Mikro- und Makrokosmos. Von wesentlicher Bedeutung ist es, dass der Mensch jetzt und in der Zukunft den ersten Schritt macht. Deshalb hat der Regenbogen im zweiten, vierten und siebten Siegel in der Johannesapokalypse eine unterschiedliche Bedeutung. Das zweite Siegel symbolisiert das schöpferische makrokosmische Weltprinzip, das in den vergangenen Epochen siebengliedrig gewirkt hat über die vier Gruppenseelen, aber gleichzeitig weist es auf das Christus-Lamm als unsere zukünftige einheitliche Gruppenseele. Auf dem vierten Siegel beginnt der Mensch unseres Zeitalters, in sich selbst wie in einem „Buch“ zu lesen und bewusst mit dem Regenbogen, dem Makrokosmos, zu arbeiten. Auf dem siebten Siegel ist der Prozess vollendet – durch den Inhalt des Grals (der kosmischen Liebe und der Widerspiegelung des Christus-Ichs) hat der Mensch die Einschränkungen des Fleisches im dreidimensionalen Raum überwunden, ist zu einer „Taube“ (zum Heiligen Geist) geworden und fliegt zur unsichtbaren Welt, indem er sich in einen siebengliedrigen schöpferischen Regenbogen verwandelt.

Dorthin führen uns die Zwölf aus dem ätherischen Shamballa, die die Namen El Morya, Kuthumi usw. tragen. Aber es ist gut zu wissen, dass dies stellvertretende Namen sind, denn die wahren Namen besitzen eine okkulte Kraft und sind uns aus verschiedenen Gründen bisher unbekannt. Das gilt auch für die „beiden aus Korten“ – Nazarathos und Serapis. Unter Nazarathos müssen wir heute nicht den persisch-babylonischen, vielleicht aus Balhara stammenden Zoroaster (Zarathustra) wiedererkennen, sondern den Meister Jesus mit dem Ich desselben Zarathustra in ihm, der uns die großen sakralen Geheimnisse der Christus-Opfer auf dem Ersten und Zweiten Golgatha enthüllt. Der Meister Serapis führt uns auch nicht zu dem alten vorchristlichen Kult aus dem Zeitalter der ägyptischen Ptolemäer, sondern zeigt uns den Sinn des heutigen kultischen Lebens zur Herstellung einer rechtmäßigen Beziehung zwischen dem Menschen und den Christlichen Hierarchien. Der Erstere wirkt häufiger durch mich und der Letztere – durch meine Frau. Natürlich schließt dies nicht die Teilnahme der anderen Meister in der Verwirklichung des Werkes aus, das im Herbst 2000 begann und das Stimulieren einer Kombination von Eigenschaften in uns bewirkte. Von den heutigen geistig Suchenden wird nämlich erwartet, dass sie eine Art Widerspiegelung der sieben obenerwähnten Strahlen werden, was unter den Bedingungen der fast vollständigen Kontrolle durch Ahriman im Erdenleben außerordentlich schwierig ist. Wir müssen die Meister selbst suchen und nach ihren Kriterien auf eine Zusammenarbeit mit ihnen vorbereitet sein. Dann werden uns die Meister in die vorgesehene Richtung führen. Ihr Hauptkriterium bei der Zusammenarbeit mit uns ist „das Verständnis der Bedeutung des Golgatha-Mysteriums für die Evolution der Erde und des ganzen Kosmos“. In der östlichen Schule fehlt dieses Verständnis. Deshalb ist die obenerwähnte Liste nicht ganz genau. Ab dem 20. Jahrhundert emanzipierte sich die westliche Schule von der einheitlichen Ost-West-Schule und das übersinnliche „Altar“ für die Einweihung (die Synthese zwischen der Liebe und der Weisheit) wird schon durch Christian Rosenkreutz und Rudolf Steiner bewacht! Der Erstere steckt hinter dem am Anfang angedeuteten Geheimnis.

Es ist angebracht, an dieser Stelle einige Erläuterungen hinsichtlich der besagten Meister aus der Großen Loge zu geben, die die Menschheit führen und die Rudolf Steiner „Die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ nennt.  Am höchsten stehen die zwölf Bodhisattvas, die Christus über den Heiligen Geist leitet. Als Steiner das Wesen der Bodhisattvas begriff, begann er über zwölf Weltansichten, über die Betrachtung jeder Erscheinung von zwölf Standpunkten aus zu reden, denn durch den zukünftigen Buddha Maitreya wirkte auf ihn die ganze Sphäre bzw. Loge der Bodhisattvas. Diese zwölffache Wirkung aus der Sphäre der Vorsehung können wir „sternenhaft“ nennen und sie bringt das höhere Wesen der Bezeichnung „Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ zum Ausdruck.

Aber neben den Bodhisattvas gibt es in dieser Loge weitere Meister, die auch mit der Welt der Vorsehung verbunden sind und von dort Impulse für ihre Tätigkeit empfangen. Steiner hat unmissverständlich gesagt, dass wir bei der Nennung der Namen Skythianos, Zarathustra, Buddha über drei Bodhisattva-Verkörperungen reden. Skythianos und Zarathustra selbst sind nicht Teil der zwölf Bodhisattvas, aber in bestimmten Perioden der Menschheitsgeschichte sind sie zum Gefäß der Verkörperung oder Tätigkeit einiger der Bodhisattvas geworden. D.h. sie wurden durch den Heiligen Geist durchdrungen. El Morya, Serapis, Manes, Steiner und die restlichen sind Meister, denn sie sind auch vom Heiligen Geist durchdrungen! Im Unterschied aber vom „sternenhaften“ Einfluss des Heiligen Geistes durch den inkarnierten Bodhisattva, können wir die Wirkung des Heiligen Geistes unter den Menschen durch die Meister (El Morya, Serapis usw.) „planetarisch“ nennen, denn sie wird aus einer zwölffachen Wirkung in die sieben erwähnten Strahlen transformiert. Beinsa Douno spricht auch von Großen Brüdern aus sieben Kategorien, die in den geistigen Sphären der Erde wirken. Natürlich meint er mit „Großen Brüdern“ nicht nur fortgeschrittene Wesen der menschlichen Evolution (die Bodhisattvas sind das auch), sondern auch die anderen Wesenheiten (Engel, Erzengel usw.) des makrokosmischen Menschen, die in der geistigen Erdensphäre in sieben Richtungen wirken. In dieser uns am nächsten liegenden Sphäre, die in der christlichen Esoterik als „ätherisches Christus-Shamballa“ bekannt ist, erfolgt der Übergang vom „Sterneneinwirkung“ zur „Planeteneinwirkung“, wobei erstere die führende ist, die über die Bodhisattvas hinuntersteigt! Deswegen hat die Enthüllung der Identität des jetzigen Bodhisattva eine immense Bedeutung für das gesamte geistige Leben der Menschheit!

Von der Anthroposophie ist uns bekannt, dass der Übergang von „Sterneneinwirkungen“ zu „planetarischen“ Einwirkungen in der Sphäre der heutigen Sonne erfolgt. Warum halten wir dann das ätherische Shamballa für die andere „Sonnensphäre“ bei diesem Übergang? Der erste Übergang ist mit den Göttern verbunden und wir können ihn makrokosmisch nennen, während sich der zweite Übergang eher auf die „Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ bezieht und folglich mikrokosmisch genannt werden kann.

Gerade im Christus-Shamballa begann die Erde sich nach dem Mysterium von Golgatha aus einem Planeten in eine neue Sonne (den Geistigen Jupiter) zu verwandeln, die im Unterschied von der heutigen Sonne von Wesenheiten mit einem freien Willen geschaffen werden wird. Wir Menschen sind auserwählt, diesen bemerkenswerten Sprung in der Evolution des Göttlichen Werkes durch die Christus-Kraft in unserem Ich zu machen! Zum zukünftigen Jupiter führen uns die Meister und seine Errichtung ist unsere Hauptaufgabe im Erdenäon!

Nach den Aufregungen im Dorf Korten stand uns am nächsten Tag in Stara Zagora eine noch größere Überraschung bevor. Innerhalb von wenigen Stunden erledigten wir unseren Kram und betraten den gut sortierten Buchladen in der Hauptstraße im Stadtzentrum. Ich stand vor dem Regal mit den Geschichtsbüchern und schaute mir Neuerscheinungen an, als durch die Tür ein grob gebauter, etwa 120 Kilo schwerer Mann hereintrat. Von ihm hätte ich nie die Frage erwartet, die er an die Verkäuferin richtete: „Wo sind Rudolf Steiners Bücher?“ Nach ihrem Hinweis griff der seltsame Kunde zu der Reihe mit anthroposophischer Literatur und nahm symbolhaft GA 130 heraus. Das Geheimnis, das ich am Anfang erwähnte, wird gerade in diesem Buch erwähnt.

In jenem Augenblick aber ahnte ich nicht, wohin mich die Meister führten, sondern dachte von dem Mann: „Du bist noch weit entfernt davon, das esoterische Christentum zu begreifen“. GA 130 wurde in der Tat zurückgelegt und es wurden ein zweites, drittes und viertes Buch umgeblättert.  Es war deutlich, wie die Orientierungslosigkeit und die anwachsende Unruhe langsam den Riesen von seiner ursprünglichen Absicht, Steiner für sich zu entdecken, entfernten. Der durch den freien Willen zustandegebrachte Wunsch hätte ohne den Eingriff der Notwendigkeit unerfüllt bleiben können. Ich war die „Notwendigkeit“ und entschloss mich zu handeln. Indem ich auf die anthroposophische Literatur zeigte, erklärte ich entschieden: „Wer diese Bücher nicht gelesen hat, hat keine Ahnung!“ Im Raum gab es weitere Kunden, doch keiner von ihnen reagierte auf die Herausforderung. Nur der große Mann drehte sich zu mir und redete los: „Ich habe vieles von Peter Danov gelesen, aber von Steiner noch nichts. Ich war bei den Protestanten, Mormonen und anderen, aber dort gab es nicht das, wonach ich suchte. Bin 50, habe in einem Bergwerk gearbeitet, danach war ich Schweinehalter…“

Ich habe mir die Vorstellung angehört und griff seine Hände: „ Dreh sie um, damit ich deine Linien sehen kann!“ Dann sprach ich in einer solchen Weise zu ihm, dass er nach zwei oder drei Minuten den Ärmel seines rechten Armes aufkrempelte und mit feuchten Augen sagte: „Schau! Seitdem du redest, habe ich eine Gänsehaut. Mit meinem Herzen weiß ich, dass alles, was du sagst stimmt.“ „Ich weiß nicht, ob du mir glaubst“, setzte er fort, „aber heute Morgen habe ich zu Gott gebetet, dass er jemanden schickt, der mir den richtigen Weg weist. Ich habe viele geistige Erfahrungen. Ich habe Christus, Peter Danov, Wassil Lewski und Christo Botev gesehen (Lewski und Botev sind Revolutionäre und Kämpfer für die Befreiung Bulgariens vom türkischen Joch, Anm. des Übersetzetrs)… Die Sphäre von Christus ist endlos, die von Danov – so groß wie ein Fußballfeld und die von Lewski und Botev sind ganz klein.“

Ich habe ihn nach den Details ausgefragt, etwa was für ein Licht Christus ausstrahlt, ob er einen Bart hat usw. Dieser Mann war dem ätherischen Christus begegnet, ohne etwas von der Existenz der Anthroposophie geahnt zu haben! So wie Jesaiah Ben-Aharon musste er später die geistige Wissenschaft entdecken, um zu begreifen, was er in seiner Jugend gesehen hatte. Also stand dieser Seele eine aufregende Begegnung mit dem Wesen Anthroposophia bevor. Wie er diese erleben würde, hängt von der Reife seiner Vernunft ab, aber nachdem die wunderbaren Wege des Vaters meinen Weg mit dem seinen kreuzte, war ich wie Parzival verpflichtet, ihn zu fragen, ob Christus zu ihm gesprochen hatte. Die genauen Worte des Erlösers seien gewesen: „Heute ist es am wichtigsten, für Eva Geburtshilfe zu leisten!“

Vor zehn Tagen startete ich beim Gefühl von der Himmlischen Sophia, ging über das Bedürfnis der Weisheit und die Wichtigkeit der Wesenheit Anthropos-Sophia, um zu der Botschaft von Christus selbst von der Geburtshilfe für Eva zu gelangen. Ich habe fast sofort begriffen, was diese bedeutete, denn Ende März hatte ich nicht zufällig vor der Gruppe „Der Geist der Wahrheit“ eine lange Vorlesung gehalten, die u.a. diese Frage behandelte. Diese Vorlesung so wie viele andere, ist nicht veröffentlicht. In den vorliegenden Ausführungen werde ich Teile von ihnen verwenden, um zu verdeutlichen, was Christus mit der „Geburtshilfe für Eva“ meint, um danach die geistige Logik zu darzulegen, nach der die Beleuchtung des Geheimnisses aus GA 130 gerade um Ostern 2012 notwendig wurde.

Wie schon erwähnt, besteht die Hauptaufgabe des Menschen während des Erdenäons in der Verwandlung der Erde in die Jupiter-Sonne. D.h., wir müssen den gegenwärtigen Weisheitskosmos in einen Kosmos der Freiheit und Liebe verwandeln. Die Erfüllung dieser Aufgabe erfordert die Entwicklung eines solchen Ich-Bewusstseins (unseres vierten Wesensgliedes), mit dem wir die Wahrheit Christi erkennen und durch seine Kraft die große Transformation vollbringen können. Seit Lemurien waren viele Völker durch Gott erwählt, indem sie einen bestimmten Teil des Gesamtprozesses der Ich-Evolution erledigten. Das kann man deutlicher in der nachatlantischen Zeit beobachten, als die Formierung der einzelnen Völker begann. Manche von ihnen sind längst in der Finsternis der Geschichte verschwunden, manche bestehen wesentlich transformiert weiter und schauen sehnsüchtig auf ihre ruhmreiche Vergangenheit zurück. Andere leben in der Erwartung ihrer großen Zukunft, wenn sie selbst durch Gott erwählt sein werden. Es gibt aber ein Volk – das Bulgarische, das von Anfang an durch Gott erwählt wurde, für die Gesamtentwicklung des Ichs in allen Epochen seit Lemurien verantwortlich zu sein. Mit dieser Behauptung will ich keinesfalls große Töne spucken, denn sie ist eine geistige Tatsache, die „von oben“ nach jahrelanger geistiger Arbeit mitgeteilt wurde, die der nächsten außerordentlichen „Offenbarungsperle“ den Boden vorbereitet hatte. Wie der Bodhisattva Beinsa Douno sagt, sind die Bulgaren die Leber des gesamtmenschlichen Organismus auf Erden. Von der Anthroposophie wissen wir, dass dieselbe Funktion im Makrokosmischen Menschen unsere Väter und Erzeuger, die Elohim erfüllen. Von ihnen haben wir am Anfang unseres physischen Erdenexils das Ich (den Ich-Leib) erhalten. Die sechs Sonnen-Elohim „trugen“ das makrokosmische Christus-Ich bei der Verkörperung in Jesus und haben seine Geburt auf dem Erdenplan erlebt. Das Ich pulsiert im Blut und erfasst über dieses den ganzen Körper. Das Blut wird in der Leber produziert. So schließt sich der Kreis – ohne Leber gibt es kein Blut, keinen Boden für die Entwicklung, keine Wiedergeburt der Weisheit (Erde) im Ich. Dann kann die Erde auch nicht in den Geistigen Jupiter verwandelt werden, wozu das Golgatha-Opfer notwendig war. Es würde auch nicht die Einführung des neuen Prinzips der Evolution des Makrokosmischen Menschen durch unsere Verwandlung  in die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe möglich sein. Dann würde der Weg der neun Hierarchien zum Endpunkt der Schöpfung ohne den Erdenmenschen fortgesetzt werden, der dann endgültig in den Abgrund anderer ahrimanischer Welten gestürzt sein würde. Ahriman wünscht sich sehnlichst die Realisierung dieses Szenarios! Die Bulgaren sind direkt dem Christus verantwortlich, der nach der Auferstehung die ganze Macht im Himmel und auf Erden erhalten hat, dass der Wunsch des Antichristen nicht in Erfüllung geht! Nach den Worten des Bodhisattva stehen die Seelen im Jenseits „Schlange“, um inmitten der Bulgaren hinuntergeschickt zu werden. Als Bulgare heute geboren zu werden, wenn Ahriman inkarniert ist und unsere Begegnung mit ihm bevorsteht, ist ein Privileg und eine enorme Verantwortung, denn die Prüfungen des Ichs werden noch nie dagewesene Ausmaße haben. Die Bulgaren müssen die Art und Weise zeigen, wie wir die bevorstehende Prüfung meistern können.

Es ist schwierig zu beurteilen, ob das bulgarische Volk seine Göttliche Vorbestimmung in der Vergangenheit und heute erfüllt hat. Was die Vergangenheit betrifft, werden wir einige Aspekte aufzeigen, die mit dem Schicksal der Israeliten, des bekanntesten gotterwählten Volkes sowie mit der bulgarischen Teilnahme an diesem verbunden sind. Was die Gegenwart betrifft, kommt die Antwort zum Schluss dieser Ausführungen als logisches Ende des Erörterten.

Es wird der Begriff Israeliten verwendet, denn der Hauptkern der heutigen Juden sind die Nachfolger der im achten Jahrhundert judaisierten bulgarisch-chasarischen Bevölkerung im Rahmen des chasarischen Khaganats, während die alttestamentarischen Israeliten etwas anderes sind. Ihr Ursprung reicht bis zu den Erzvätern Jakob, Isaak, Abraham, Tarah und der prachtvollen Stadt Ur Kasdim (Chaldäisch Ur) in Mesopotamien, wo die Anwesenheit der Bulgaren in verschiedenen Geschichtschroniken, archäologischen Ausgrabungen und religiösen Texten belegt wurde. Es ist so, weil die Triebe der Ich-Evolution der Menschheit in die richtige Richtung laut der Göttlichen Vorsehung die physische Anwesenheit der ursprünglich erwählten Volkes dort erforderte, wo der Prozess begann – in Indien, Sumer, Ägypten, Babylon, Hellas, Rom. Unser Ziel ist es natürlich nicht, die Leser in die Glaubwürdigkeit dieser Behauptung zu überzeugen, die eine geistige Tatsache ist. Deshalb werden wir nur auf zwei Beweise anführen, die die Beziehung zwischen Bulgaren und Israeliten belegen, jeder ist frei, nach weiteren Beweisen zu suchen.

Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus 1989 erschienen viele Bücher über diese Fragen, meistens von nicht-professionellen Historikern verfasst. Schon Beinsa Douno hatte gesagt, dass keiner mehr das Verkünden der Wahrheit über das bulgarische Volk aufhalten werde. Aus der ältesten geschichtlich bekannten Zivilisation ist bis in unsere Tage hinein der Mythos über den legendären fünften Herrscher der ersten Dynastie der sumerischen Stadt Unug (Uruk auf semitisch), Bilgameš (sumerisch, Gilgamesch auf semitisch). Bilga, variiert als Balga, bedeutet „Erzvater“ oder „Ahn“ und Mes- „Held“, „Recke“. In anderen Zeiten werden Bulgaren unter dem Namen Unuguren bekannt. Aus der Stadt Unug (Uruk) ging Abraham in die Stadt Haran, wo sich wohl sein Weg mit den mysteriösen Hyksos-Bulgaren gekreuzt hatte. Dann begab er sich in das Gelobte Land Kanaan (Palästina), um die ihm vom Avatar Melchisedek gestellt Aufgabe zu erfüllen und zum Erzvater des auserwählten alttestamentarischen Volkes zu werden, welches über drei mal 14 Generationen den Leib für das heruntersteigende Christus-Wesen schuf.

Die zweite Tatsache finden wir in der Chronik des Konstanzer Konzils (1414-1418) Ulrich von Richenthals, wo über einem der zwei bulgarischen Staatswappen der folgende Text steht: „Rex Caldeorum“ (König der Chaldäer)

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Rex Caldeorum

Ur ist laut der Bibel chaldäisch. Unter dem Wappen ist zu lesen: „Bulgarien, das östlich von Damaskus und westlich von Indien liegt“ Der König der Chaldäer führte einen Staat an, der die Gebiete vom Zweiflussland (Mesopotamien) über die iranischen Berge und Mittelasien bis zum Indus-Flussgebiet umfasste. Dort weisen die Namen der Provinz Belutschistan sowie die Toponyme Balkh, Balkhika auf das Volk, das hier im Altertum wohnte. Dieser Beweis trägt ein späteres Datum und erklärt nicht, um welches der bulgarischen Reiche es sich handelt, aber er ist wichtig, da Ulrich von Richenthal als Deutscher hier unvoreingenommen ist.

Abraham hat seine Aufgabe erfüllt und wurde anschließend zusammen mit Sarah in die Familiengruft Makpellah (vielleicht Mak-benak, was „Das Seelisch-Geistige hat sich vom Physisch-Körperlichen abgetrennt“ bedeutet) beerdigt, die ihm der Hethiter Ephron überlassen hatte. Die Hethiter oder Hattier gehörten auch zu den damals zahlreichen Bulgaren. Wir sehen, wie Abraham seine Mission in der mit den Bulgaren verbundenen Stadt Ur begann, und am Ende seines Lebens unter ihnen im Land Kanaan wohnte, das seit alters her ein Anziehungspunkt für verschiedene Völker gewesen war. Schon im dritten Jahrtausend v.Chr. gab es Feldzüge der Ägypter in diese Richtung, aber sie eroberten Kanaan, wie sie Palästina nannten, erst im 19. Jahrhundert v.Chr. Der Name Palästina kommt von den Philistern, die damals Pelischti genannt wurden, während Kanaan ein bulgarisches Toponym ist. Denn im 18. Jh.v.Chr. drängten die bulgarischen Hyksos, Hattier und Kassiten die Ägypter aus Kanaan. Als im 15. Jh.v.Chr.  Moses das Volk Israel aus Ägypten führte, traf er auf dem Weg nach Palästina zuerst auf der Sinai-Halbinsel die Ammoreer und dann kämpfte er im Gelobten Land gegen die Kanaaniter, Hattier und andere Völker. Die im Alten Testament als Kanaaniter erwähnte Bevölkerung sind nämlich die Bulgaren, die hier bereits seit der Zeit Abrahams lebten und dem Land den Namen gaben.

Hier muss darauf hingewiesen werden, dass in der anthroposophischen Literatur das Datum des Auszugs Abrahams aus Ur gegen das 21. Jh.v.Chr. bestimmt wird, während die historischen Quellen ihn zwei bis drei Jahrhunderte später datieren. Für mich persönlich ist die Frage noch offen. Aber das ändert nicht den Sinn der Ereignisse in geistiger und äußerlich-historischer Sicht.

Die nomadischen Israeliten kämpften gegen verschiedene Völker während einiger Jahrhunderte, um sich erst im elften Jh.v.Chr. in Nordpalästina niederzulassen und die Erfüllung ihrer von Gott aufgetragenen Mission in ihrem ersten Staatsgebilde Israel unter Jerubbaal fortzusetzen. Die Kanaaniter und Hyksos fassten festen Fuß im Norden und Nordosten im Reich der Hattier, das während aller Einfälle der Israeliten auf dem Höhepunkt seiner Stärke war und problemlos Widerstand leistete. Es wird angenommen, dass die Israeliten ihr Schrifttum von den Bulgaren übernahmen, indem sie die alten piktographische und Hieroglyphenschrift von Sumer und Ägypten und das ammonitische Alphabet von Sinai weiterentwickelten. Ihr Blut mischte sich mit dem bulgarischen Blut und es kam zur Macht Israels unter Saul, denn in den vorchristlichen Zeiten waren die Bulgaren nach den Anforderungen der menschlichen Ich-Entwicklung die Hauptträger der Staatlichkeit in den damals bekannten Formen. Dem Beispiel folgend, entstand in Südpalästina ein zweiter israelitischer Staat – das Königreich Juda unter dem König David. Dort wurde das Vermächtnis des Jahwe-Elohims, das Moses aufgeschrieben hatte, das Blut nicht mit dem Blut fremder Völker zu vermischen, ausnahmslos befolgt: David mochte Saul nicht und kämpfte nach dessen Tod jahrelang gegen seinen Nachfolger Isch-Baal, bis es zur Gründung eines einheitlichen Staates unter seiner Führung kam. Aber er wurde bald mit dem starken bulgarischen Einfluss aus dem Norden konfrontiert und fügte laut dem russischen Historiker Wsewolod Igorewitsch Awdiev dem Jahwe-Kult die alten kanaanäischen „Heiligtümer, heiligen Quellen und Felsen“ bei, d.h. die von den Israeliten verachteten Naturkulte. Awdiev führt keine weiteren Details an, jedoch zeigte sich die bulgarische Einmischung in die Mission des auserwählten Volkes besonders stark gerade durch David, obwohl auf eine andere Art.

Der Sieger über Goliat begehrte Virsavia, die Frau des Hethiters (Bulgaren) Urija, den er in eine Schlacht schickte, damit er getötet werden konnte. Virsavia heißt eigentlich Bathseba. Sie ist die Tochter Ethials (Eliams) und die Enkelin Ahitofels, über den in der Bibel steht, dass er „mit dem Himmel spricht“. Ahitofel war der Ratgeber Davids, dessen Name laut Assen Tschilingirov nur einmal in der Heiligen Schrift erwähnt wird. Bathseba gebar aus der Beziehung mit David Salomo. Derselbe Salomo rief später den Baumeister Hiram Abif, um den Tempel für die Bundeslade mit den Steintafeln zu bauen. Hiram wird gewöhnlich für einen Phönizier gehalten, aber Steiner sagt über ihn, dass er ein Phryger ist, und die Phryger sind zweifelsohne Thraker, die Beinsa Douno „die sanften Bulgaren“ nannte. Während der Zeit Salomos (10. Jh. v.Chr.) hatten sie in Kleinasien ein Königreich. Ob Hiram aus der Stadt Tyros in Phönizien oder aus der tatsächlich damals existierenden phrygischen Stadt mit einem ähnlichen Namen nach Jerusalem kam, konnte bisher nicht sicher festgestellt werden. Das ist auch nicht so wichtig. Wichtiger ist Hirams Herkunft und dass er die Bauarbeiten des überwältigenden Tempels leitete. Die Königin von Saba Balkis, deren Volk in Nordmesopotamien den beredten Namen Balkharis trägt, besuchte Salomo und verliebte sich in Hiram. Mit dem schweigenden Einverständnis Salomos wurde Hiram ermordet und das gab den Anfang der „Tempel-Legende“, in der die heutige Freimaurerei ihren Ursprung sucht. Der Baumeister Hiram inkarnierte in der Zeitenwende als Lazarus-Johannes, und nahm später an einem Mysterium teil, das in engster Beziehung mit den Bulgaren steht.

Wir sehen, dass alle drei Hauptpersönlichkeiten, die mit dem Tempelbau zusammenhängen und die Weltansicht des Alten Testamentes verkörpern, Bulgaren waren. Mit Salomo beginnt die Abstammungslinie, die zum Jesus-Kind aus dem Matthäus-Evangelium reicht, in dem das Ich von Zarathustra inkarniert, das die ganze Erdenweisheit enthält. Da die Bulgaren für das Ich-Prinzip der Menschheit verantwortlich sind, haben sie dieses nicht nur initiiert, sondern in sich über den führenden Erzengel die Geistesfrucht dieser Entwicklung aufbewahrt. Vor dieser Geistesfrucht in Zarathustra haben sich die drei östlichen Könige verbeugt, der Schrein mit deren Gebeinen befindet sich übrigens im Kölner Dom. Der bedeutende Anthroposoph Sergej Prokofieff behauptet, dass zu Zarathustra seine inkarnierten früheren Schüler aus dem sechsten Jh.v.Chr. Pythagoras, Daniel und Kyros der Große kamen. Woher sie kamen und wer sie in der Zeitenwende waren, kann man noch nicht sagen (in späteren Vorlesungen wurden ihre Inkarnationen zur Zeit Christi schon beleuchtet, Anm. des Übersetzers). Kyros II der Große beeinflusste schicksalhaft das auserwählte Volk des Alten Testamentes. Nach dem Tode Salomos im Jahre 927 v.Chr. bekamen die Zentrifugalkräfte im einheitlichen Königreich die Oberhand und dieses zerfiel in ein Nordreich (Israel) und ein Südreich (Juda). Das erste existierte 200 Jahre, bis es von Assyrien zerschlagen wurde und das zweite war 300 Jahre lang unabhängig, bis Nebukadnezar es vernichtete. Der Tempel wurde zerstört und die Juden in Gefangenschaft genommen. Um 560 v.Chr. gründete Kyros II der Große das Persische Reich und befreite die Juden aus ihrer 50jährigen babylonischen Gefangenschaft. Um 536 v.Chr. wurde der Tempel wieder aufgebaut, aber ohne das Eherne Meer Hirams und ohne die verlorene Bundeslade mit den Gesetzestafeln in das Heiligtum zu stellen. Es existieren verschiedene Hypothesen über den Aufbewahrungsort der Bundeslade und der Gesetzestafeln. Sie liegen im Strandscha-Gebirge im Südosten Bulgariens, aber sie werden “entdeckt“ werden, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

 

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Das Strandscha-Gebirge im Südosten Bulgariens

Wir wollen nun zur Zeitenwende zurückkehren und die Rolle des auserwählten Volkes beim Hauptereignis auf Erden verfolgen! Die Abstammungslinie, die von dem blutvermischten Salomo geht, verletzt keinesfalls Jahwes Gebot des reinen Blutes, was wir sehen können, wenn wir das von Steiner enthüllte Mysterium der beiden Jesus-Kinder kennen. Über Nathans „Priester“-Abstammungslinie aus dem Lukas-Evangelium inkarniert die nathanische Seele, die die vom Irdischen nicht verschmutze Göttliche Weisheit trägt, und am Ende der salomonischen „Königsabstammung“ war Zarathustra, der, wie schon erwähnt, in seinem Ich die ganze Erdenweisheit besitzt. Zur Inkarnierung des makrokosmischen Christus-Ichs musste ein Leib vorbereitet werden, dessen Bestandteile von beiden Weisheiten bearbeitet werden sollten, der Göttlichen und der Irdischen. Der Beginn dieser „Bearbeitung“ war das Geschehnis im Tempel, als Zarathustras Ich den salomonischen Jesus verließ und in den zwölfjährigen nathanischen Jesus überging, der die Gelehrten mit seinem tiefen Verständnis der heiligen Schrift in Staunen versetzte. Bald danach starb der salomonische blutvermischte Jesus und der nathanische, einen reinen Stammbaum besitzende Jesus erlebte 18 Jahre später Epiphanias. In seinen Leibern begann das dreijährige Wunder der Göttlichen Menschwerdung, das mit dem Tod am Kreuz zu Ende ging und das Schicksal der Erdenmenschheit veränderte. Im Alten Testament sehen wir überall, wie sich das Physische für das Übersinnliche opfert, und das Neue Testament ist vom Opfer des Geistigen für das Physische durchdrungen. Abraham sah mit seinen physischen Augen die drei Erzengel. Moses sah mit den Organen seines ätherischen Leibes und Elija – mit den Organen seines Astralleibes. Die Wandlung im seelischen Leben, die zur Verbindung mit den Göttern (dem Geist) führt, vollzog sich von außen nach innen. Es musste der Augenblick kommen, als das Hellsehen nicht aus dem Körper (den Leibern) ausging, sondern vom Ich. Christus (der Geist, das Ich) begann, sich mit Jesus’ Leibern in umgekehrter Reihenfolge zu verbinden – von dem Astralischen am Anfang zum Physischen am Ende. Und das erste Wunder des Opfers des Übersinnlichen für das Physische geschah zur Hochzeit in Kana in Galiläa.

Im Johannes-Evangelium wird „in Galiläa“ hinzugefügt, da auch ein hetithisches (bulgarisches) Kana’an existierte. Die wichtigen Ereignisse im Alten Testament geschahen in Gilgal (Judäa), und im Neuen – in Galiläa. Elf der aufgerufenen Apostel stammten aus Galiläa, nur der Verräter Judas war aus Kerioth in Judäa. Der Name Kana in Galiläa, wo damals auch Bulgaren wohnten, führt zu Kain und die Entwicklung des Ich-Prinzips zurück, das in den vorchristlichen Zeiten über das Blut des Geschlechtes, über Kanaan zu dem Titel der bulgarischen Herrscher „Kana Iuvigi“, d.h. „schönes Blut“. Im Griechischen wird ein Maskulinum-s hinzugefügt, deshalb lauten die entdeckten Inschriften Kanas Iuvigi. Dass das bulgarische Blut schön, d.h. gesund ist, bestätigen moderne genetische Untersuchungen der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Die Lage Bulgariens auf einer geographischen Wegkreuzung und die unter türkischer Herrschaft verbrachten 500 Jahre haben die Gene der heutigen Bulgaren nicht verändert, der genetische Hauptbestandteil wurde von den Wissenschaftlern als „thrakisch“ bestimmt. Zum Vergleich besitzen die heutigen Ägypter nur 1% genetische Kompatibilität mit jenen aus der Zeit der Pharaonen.

Warum „thrakisches“ und nicht „bulgarisches“ Blut? Die Beantwortung dieser Frage bedarf einer gesonderten Untersuchung. Vorläufig kann man sagen: es ist eine okkulte Tatsache, dass in der Vergangenheit die Bulgaren in zwei große Zweige geteilt wurden – „aufsässige“ und „sanfte“. Sie widerspiegeln die beiden nachatlantischen Hauptströmungen der menschlichen Entwicklung, die wir in der Zeitenwende in den „Königen“ und den “Hirten“ bzw. im salomonischen und nathanischen Jesus wiederfinden. Wir können sie auch „Kainiten“ und „Abeliten“ nennen. Sie wurden in Christus vereinigt, der die Grenzen des Bluts durch sein Ich beseitigte. Die Vereinigung der „Aufsässigen“ und „Sanften“ im Erlöser geschah durch das Slawentum, aber das Blut der einen und der anderen Gruppe hat sich nicht wesentlich verändert, denn es ist von alters her der Träger des Ich-Prinzips, beide besaßen eine hohe Kompatibilitätsstufe. Wenn Beinsa Douno behauptet, dass „der Bulgare das härteste Element im Weltall ist“, meint er die Härte, die Beständigkeit des Ich-Prinzips unter den Bulgaren, welches wir im Blut finden. Wenn fünf Bulgaren genetisch sich mit fünf  Vertretern anderer Völker, beginnt das bulgarische Gen zu dominieren, denn die Evolution verlangt das.

Solche evolutionären Anforderungen zeigten sich in wichtigen Momenten auch während des dreijährigen Märtyrerwegs des Erlösers, der in der Stadt der Macht Kana begann, wo die schöpferischen, von der Natur geborenen übersinnlichen ätherischen Kräfte herrschten, um am Kreuz im physisch toten Judäa zu enden. Galiläa war das „Meer des Geistigen“, aber das Ich, das mit Christus hinunterstieg, musste auf dem Erdenplan im persönlichen Christentum zur Wirkung kommen. Beim persönlichen Christentum wird man reich an gemeinsamem geistigem Gut im „Meer des Geistes“, das von den Leibern ausgeht. Wenn man sein seelisches Leben mit Christus erfüllt, erlangt man neues Reichtum, das zur Gründung einer von der Blutsverwandtschaft unabhängigen Gemeinschaft freier Ich-Menschen führt, die als Zentrum den Erlöser selbst hat. Als „Fischer“ mussten die Jünger vom „Meer“  an „Land“ gehen und nach dem zurückgelegten Weg des persönlichen Christentums eine neue Gemeinschaft begründen. Christus musste sich mit einem Leib verbinden, um nach drei Jahren im Ich (im Seelenleben) der Menschen zu leben zu beginnen. Beide Prozesse fingen mit dem Wunder der Verwandlung des Wassers in Wein in Kana in Galiläa an.

Was ist das Wesen dieser Verwandlung? Wenn das Wasser über die Wurzel und den Stängel des Weinstockes in die Trauben steigt, wird es dort in Wein von der Sonne, d.h. von den kosmischen Christus(Ich)-Kräften verwandelt. Seit Noahs Zeit, der sich als Erster „betrank“, bis zur Zeitenwende wirkte Christus von oben und verursachte durch den Wein den Herabstieg des Menschen vom Leben in der geistigen Welt zum Ich-Leben auf dem physischen Plan. Bei der Inkarnation des Gottessohnes in Jesus hatte der Prozess sein Ende erreicht und es musste der Übergang zum Leben ohne Wein kommen, d.h. zu einem von innen heraussprudelnden und nicht von oben durch den Wein herabgesetzten Ich-Leben. Die alten Griechen nannten die kosmischen Ich-Kräfte, die das Wasser in Wein verwandeln, Dionysos Zagreus. Andere Kräfte, nämlich die menschlichen Ich-Kräfte, die das Wasser im Menschen selbst in Blut verwandelten, nannten sie Dionysos Iakhos. Die Geheimnisse dieser Verwandlungen und das ganze Pantheon ihrer Götter nahmen die Hellenen von den Thrakern, unter denen laut Stefan Gajdarski Dionysos als Dion-Jesus bekannt war. Zweifellos wussten die Thraker, dass eines Tages das kosmische Ich in Jesus herabsteigen und sich in ein menschliches Ich verwandeln würde, um den riesigen Umschwung in unserem Gemütsleben zu schaffen.

Der erste, der das Drama des Ichs mikrokosmisch erlebte, das sich in der Trennung vom Geistigen und Übergang zum Leben auf dem physischen Plan ausdrückt, war der große Bote Christi, der Bodhisattva Orpheus, der in seinem letzten Erdenleben als Bulgare inkarnierte und die Buddha-Stufe erreichte. Das gleiche Drama, aber makrokosmisch erlebt, stand Christus bevor. Das Wunder in Kana geschah bald nachdem er von der Sonne in den Jesus herabgestiegen war.  Sein makrokosmisches Ich war mit den kosmischen Kräften der Vergangenheit in Galiläa verwandt und er verband sich mit ihnen, aber er stellte diese in seinen Dienst, indem er ihnen das Ich-Wesen der Persönlichkeit verlieh, die aus ihm kam. Diese transformierten kosmischen Ich-Kräfte durchdrangen das Wasser in den steinernen Wasserkrügen, beseelten es neu und flossen durch den Geschmackssinn, der eher mit dem Innerlich-Seelischen als mit dem Äußerlich-Physischen (wie z.B. das Auge) verbunden ist, in die Seelen der Jünger und der anderen Hochzeitsgäste. Ale tranken Wasser, das ihnen als guter neuer Wein schmeckte, denn das menschliche Ich in ihrem Blut erkannte das kosmische Christus-Ich im verwandelten Wasser und wurde durch dieses befestigt, um vom „Meer“ der alten Geistigkeit zum „Land“ des persönlichen Christentums überzugehen. Auf welche Weise hatte Christus das Wasser in Wein neu beseelt?

Nach der teilweise sehr ungeschliffenen Luther-Übersetzung der Bibel wandte sich Jesus schroff an seine Mutter mit den Worten: „ Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau?“ Die wahren Worte lauten dagegen „O Weib, dieses geht von mir zu dir“ (Steiner, GA 112, S. 158).  An wen wandte sich Christus eigentlich? So wie der nathanische und salomonische Jesus zu einer Einheit wurden, als Träger jeweils der Göttlichen und Irdischen Weisheit, so wurden die Mutter des nathanischen und die Mutter des salomonischen Jesus, die Trägerinnen jeweils der Göttlichen und der Irdischen Weisheit, zu einer Einheit. In Kana stand die „vereinte“ 45-46 jährige Mutter einiger Kinder vor Christus, die von den Kräften der Himmlischen Sophia durchdrungen und zur physischen Jungfrau geworden war. Diese nennen wir Jungfrau Sophia oder die Gottesmutter. Sie ist die Trägerin des Ewig Weiblichen, des makrokosmischen Weltenmutterprinzips, des Heiligen Geistes, der der „Vertreter“ des weiblichen Prinzips in der Trinität ist. Durch diese Kräfte von Jungfrau Sophia verwandelte Christus das Wasser in Wein.

Hier haben wir es mit einem Geheimnis zu tun. Wenn das Kind geboren wird, fließen über die Nabelschnur die mütterlichen Blutkräfte von der Mutter in das Baby, die mit der Göttlichen Weisheit verbunden sind, im Unterschied zur Kraft der männlichen Befruchtungsfähigkeit, der Trägerin der Irdischen Weisheit. Die Göttlichen Kräfte der Mutter verwandeln das Wasser im Kind in Wein, d.h. jedes Neugeborene erlebt das Wunder in Kana, denn es muss vom „Meer“ der Weltweisheit zum Leben auf das „Land“ übergehen. Die schnelle, vorzeitige Durchtrennung der Nabelschnur, die heutzutage praktiziert wird, ist ein grobes Unverständnis, da auf diese Weise der fließende Übergang des Neugeborenen vom Geist in die Materie gestört wird. Noch etwas: die Nabelschnur selbst besteht aus einem halbätherischen Stoff, der außerordentlich elastisch ist, aus ihm werden Stammzellen „produziert“, die als menschliche „Ersatzteile“ dienen. Aber in der Produktion dieser Stammzellen wird die irdische, komplett ahrimanisierte Weisheit der „Wissenschaftler“ eingeprägt. Wir können uns vorstellen, wie diese Stammzellen aussehen, wenn sie mit dem geistigen Blick betrachtet werden! Der Antichrist übernimmt den Menschen schon bei seiner Geburt, um anschließend bis zu dessen 14. Lebensjahr durch das Bildungssystem jegliche Erinnerung an die Göttliche Weisheit in ihm, aus der er entstanden ist, zu töten und dann ihn an der von Steiner „Kaserne des Geistes“ genannten Universität endgültig zu erlegen. Wie hat Christus selbst die Durchtrennung seiner Nabelschnur erlebt?

Der Herabstieg des Ichs in Jesus an Epiphanie war noch nicht seine wahre Geburt auf dem Erdenplan. Bis zur Hochzeit in Kana bestand die Verbindung zur geistigen Welt über Maria als Weltmutter, aber sie kam nicht über die physische Nabelschnur, sondern auf geistige Art zustande. Die Verwandlung des Wassers in Wein war das einzige Wunder, das er zusammen mit Jungfrau Sophia vollbrachte – gerade wegen des Vorhandenseins dieser Verbindung. Danach wurde der Übergang zum „Land“ für Christus und für den Menschen überhaupt vollzogen. Es begann der lange Weg nach Hause, d.h. zum Leib – dem Schauplatz der Erscheinungsformen unseres Ichs, mit dem wir zu einer menschlichen, ein individuelles Leben führenden Persönlichkeit werden. Das Ich Christi verband sich immer enger mit den Leibern Jesu, um diese in geistige Leiber zu transformieren und zu jenem Urbild zu machen, das uns zeigt, was wir mit unseren Leibern zu tun haben. Pilatus sagte: „Seht, da ist der Mensch!“ Auf diesem Wege bewahrte der Erlöser den Erdenmenschen vor drei Gefahren, die jeden bedrohen, der wirklich ein persönliches Leben, ein Betreten des „Heimes“ und Weiterschreiten im Vergeistigungsprozess anstrebt:

1. Das Umfeld des Menschen (die Kräfte der Vergangenheit)

2. Die Gegenwart (das Innere des Menschen)

3. Die Gefahr, die die Teilnahme des Menschen am Aufbau seiner Zukunft bedroht.

Wir können die drei Gefahren folgendermaßen bezeichnen:

Schwäche – Vergangenheit

Krankheit – Gegenwart

Tod – Zukunft

Anders gesagt, wenn das Ich schwach ist, brennt die Seele, trocknet das Leben aus und der Körper kränkelt. Christus musste das menschliche Ich stärken, indem er zuerst das väterliche Vergangenheitsprinzip heilte, dann die Kräfte der Gegenwart, hinter denen der Sohn steht und zum Schluss die Kräfte der Zukunft, die mit dem Heiligen Geist verbunden sind. Drei Wunder kennzeichnen diese Schritte: die Heilung des Sohnes des römischen Hauptmanns, die Heilung des Gelähmten und die Auferweckung der Tochter des Synagogenvorstehers Jaïrus. Wir wollen diese in der angeführten Reihenfolge betrachten.

Bis zu seinem 14. Jahr stellt der Mensch ein unfertiges „Haus“ dar und die Seele wirkt von innen nach außen an dessen Errichtung, d.h. de Mensch erlebt sich durch den Körper. Mit Eintreten der Geschlechtsreife, durch das Erwecken des Astralleibes wird auch die Seele erweckt zum Erleben des Geistigen in sich selbst, was den Anfang ihrer Schwankung zwischen diese beiden Polen setzt – die aus dem Leib kommende Sinnlichkeit, und die in ihr aufwachenden Geistigkeit. Zum „Fertigstellen“ des Hauses sind noch sieben Jahre notwendig (der Astralleib ist erst gegen das 21. Jahr herausgebildet), aber die Seele und das Ich verlangen danach, im noch unfertigen „Haus“ zu wirken. Diese Diskrepanz kennen wir als die „Krise der Pubertät“. Der junge Mensch braucht die Stütze eines verwandten helfenden Leibes. In Judäa war der Vater (die Familie) die Stütze des Sohnes, denn in ihnen sah die Seele des Jungen wegen der Blutsverwandtschaft ihren Leib als vervielfältigt (die Ätherleiber der Juden waren „Kopien“ des Ätherleibes des Avatars Sem). In Galiläa aber, d.h. in Kafarnaum, wo das Wunder geschah, war der Junge von Fremdlingen mit fremdem Blut umringt. Der Vater (die Vergangenheit) war nicht mehr so nah, er war schwach und konnte seinem Sohn nicht helfen. Die Seele des Jungen schwankte zwischen dem Leib und dem Geist. Der Hauptmann suchte Christus, fand ihn in Kana und bat mit starkem Glauben: „Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst, sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.“ (laut Emil Bocks Bibelübersetzung handelt es sich hier nicht um den Diener, sondern um den Sohn des Hauptmanns). An die Stelle der irdischen, körperlichen, blutsmäßigen den Jungen umringenden Welt, die mit dem Vater verbunden ist, tritt Christus, von dem er die Kommunion empfängt und gesund wird. Das Wunder wird von außen, von Kana bewirkt; aber der Weg nach Hause wird schon betreten und mit ihm wurde das väterliche Prinzip der Vergangenheit geheilt.

Bei der zweiten Heilung – des Gelähmten, wurde Letzterer von vier Personen durch das Dach des Hauses hinabgelassen, denn hier trat die Krankheit im Unterschied zum Diener des Hauptmannes nicht wegen der Unzulänglichkeit der ihn umgebenden Außenwelt, sondern wegen innerer Ursachen. Deshalb war auch die Heilung eine andere. Mit den Worten „Deine Sünden sind dir vergeben“ kam zwischen Christus und dem Gelähmten eine innere Beziehung zustande, die dem Ich des Gelähmten Kräfte verlieh, welche das Feuer der Seele (des Astralleibes) löschen  und sie harmonisieren konnten und die Wässer des Lebens (im Ätherleib) wieder fließen ließen. Der Aufruf „Steh auf und geh umher!“ wendet sich direkt an das Ich des Kranken, der selbst seinen physischen Leib heilt. Damit wurde die zweite Gefahr überwunden, die unser persönliches Leben bedrohte – die Gefahr der Gegenwart, die Krankheiten verursacht. Das männliche Prinzip wurde geheilt.

Bei der Verwandlung des Wassers in Wein wurde das Wunder durch die Beziehung zwischen Christus und seiner Mutter, bei der Heilung des Jungen – durch die Beziehung zum Vater und hier – durch die Beziehung zum Ich des Kranken bewirkt. Wir sehen hier den Prozess des immer tieferen Einstiegs Christi in das Menschliche (in die Leiber Jesu) und das Verbinden mit ihm. Nun standen bevor die Rettung des weiblichen Prinzips und der Zukunft des Menschen vor dem Tod durch das Wunder der Auferweckung der Tochter des Jaïrus.

Die Atmosphäre im Hause ist heilig: auf der einen Seite sind die drei Blutsverwandten – der Vater, die Mutter und die kranke Tochter, ihnen gegenüber stehen drei geistige Verwandte – Petrus, Jakob und Johannes und in der Mitte – als Hierophant vor dem Mädchen wie vor einem Altar befindet sich Christus. Das zwölfjährige Mädchen ist „tot“, weil es „trocken“ ist. In ihm ist das Weibliche, das mit dem Eintreten der Geschlechtsreife verbunden ist, noch nicht erweckt. Es besteht die Gefahr, dass die Zukunft fruchtlos bleibt, wenn die Strömung, typisch für die damaligen Sybillen nicht einsetzt.

Wer waren die Sybillen? Bei ihnen kamen das Seelenleben und das geistige Sehen in die übersinnliche Welt von den äußeren Naturgewalten und wurden unbewusst erlebt. Einige Jahrhunderte vorher wurde diese Art der Verbindung zur geistigen Welt im Orakel von Delphi durch die Pythien rechtmäßig praktiziert, aber zur Zeitenwende war sie schon zur Magie degradiert. Christus wollte, dass das Sibyllische aufhört, und dass in den Vordergrund das Hellsehen vom Ich treten sollte, das die Frucht der Bemühungen des persönlichen Christentums ist. Deshalb heilte er auf dem Weg zu Jaïrus’ Haus eine Frau mit einem zwölfjährigen Blutfluss, indem er den Überfluss dieses sibyllinischen Elementes über sich auf das „trockene“ Mädchen übertrug. Diese Kraftübertragung aus dem Makrokosmos, die mit den alten natürlichen Kräften des Blutes (der Vater und Mutter) in Richtung des Mikrokosmos (des Mädchens und der Jünger) flossen, führten beim Mädchen zur Auferweckung neuer geistiger Kräfte des Blutes, die nicht mit dem Geschlecht verbunden waren. Der Makrokosmos starb, um im Mikrokosmos wiedergeboren zu werden, denn im Mikrokosmos ist der Beginn der neuen Schöpfung, der Anfang des neuen Seins. Das ist der große Moment des Übergangs vom weiblich-irdischen Element, das die sündige erste Eva symbolisiert und mit dem Geschlecht und Blut verbunden ist, zum Ewig-Weiblichen, das nicht mit dem Geschlecht und dem Blut verbunden ist und als Jungfrau Sophia, Gottesmutter oder die „neue Eva“ bekannt ist. Hier wurde das weibliche Prinzip selbst gerettet. Mit den geheimnisvollen Worten „ Talitha kumi!“ wurde im Mädchen die Jungfrau äußerlich- physisch auferweckt, während sie bei den Jüngern innerlich-geistig auferweckt wurde und diese Jünger in Träger der Zukunft, in einen von Christus empfangenen Samen des Neuen Lebens verwandelte. Von nun an konnten sie auch heilend unter den Menschen wirken und Leben schaffen. Christus hatte sie vom Meer auf das Land geführt, vom Land nach Hause und nun führte er sie mit „Talitha kumi“ außerhalb der Begrenzungen des Hauses (des Leibes) in den Raum, damit sie vom Persönlichen zum Kosmischen Christentum übergehen und wieder in das Meer des Geistes auf der nächsten Stufe der Spirale gelangen konnten. Das war der Weg zum Geistselbst, auf dem sie beim Gespräch mit einem anderen Menschen in seine Seele den von Christus empfangenen Samen einpflanzen konnten, der in der Seele aufkeimte. Das Gespräch wurde für die andere Seele zu einer unbefleckten Empfängnis, bei der der Samen aufkeimte und die Seele unbefleckt und rein blieb. Aber es gab eine Bedingung: Die Seele erlebte das Gespräch wie eine unbefleckte Empfängnis, wenn in ihr die Jungfrau lebte, d.h. wenn in ihr die neue Eva geboren war. Wie der ätherische Christus dem Mann in Stara Zagora enthüllt hatte, ist die Geburt der Eva in der menschlichen Seele heute das Wichtigste auf Erden. Es erfordert die tiefe Kenntnis des Wesens der Himmlischen Sophia, die die „Weisheit Gottes“ in unserem Kosmos sowie ihres neuesten Wesensgliedes Anthropos-Sophia verkörpert. Erst dann kann Jungfrau Sophia wirklich im Menschen auferstehen, damit er zum bewussten Mitarbeiter Christi durch den Heiligen Geist wird, der durch die „Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ wirkt. Wenn das Ewig-Weibliche im Menschen tot ist, wird kein Gespräch in der Lage sein, den Samen des Neuen Lebens auf ihn zu übertragen. Die Folge daraus ist Unproduktivität, Tod der Zukunft, die gerade mit der Jungfrau und dem Heiligen Geist verbunden sind. Für diesen Menschen ist das Wunder im Haus des Jaïrus unbrauchbar, so wie die nachfolgenden Opfer des Erlösers, der seine qualvollen Verbindung mit den Leibern Jesu fortsetzte und zum Kreuz kam.

Das alttestamentarische Volk war geistig geblendet, erkannte den Jahrhunderte lang erwarteten verkörperten Gott nicht und kreuzigte ihn. Andererseits aber konnte kein anderes Volk diese „undankbare“ Aufgabe erledigen, die es durch ein immenses Karma belastete. Ohne diese Tat hätte es keinen Tod und keine Auferstehung gegeben mit allem, was daraus folgte. Wir müssen dem jüdischen Volk dankbar sein, dass es Gott für die Evolution der Menschheit und des ganzen Kosmos tötete.

Schauen wir nun auf das Kreuz. Aus den Evangelien wissen wir, dass Christus sieben Sätze ausspricht, die Emil Bock folgendermaßen gruppiert:

Von Lukas:

1. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

2. Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

3. Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“

Von Matthäus und Markus:

„Eli eli lama sabachthani“ bzw. „Eloi eloi lamma sabachthani“

Von Johannes:

1. „Frau, sieh, dein Sohn! Sieh, deine Mutter!“

2. „Mich durstet.“

3. „Es ist vollbracht.“

Im Allgemeinen spricht in den drei Sätzen aus dem Lukas-Evangelium das Menschliche, das gerettet wurde, und in den Johannes-Sätzen spricht das Menschlich-Geistige, das zum Ende des Mysteriums aufgestiegen ist, indem es dieses mit den Worten „Es ist vollbracht“ versiegelt. Wir sehen aber, dass der Mittelpunkt der kultischen Handlung in zwei Varianten bei Markus und Matthäus auftaucht. Warum ist das so?

In den Zeremonien der alten Mysterien, wenn nach der Katharsis die Seele und der Geist (das Ich) des Neophyten sich vom Leib trennten und sich in die Richtung der geistigen Welt aufmachten, rief sie der Leib als Ausdruck der ihn befallende Entleerung und Sterben aus der physischen Welt auf mit den Worten, die wir aus dem 22. Psalm Davids kennen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Der Aufruf galt einem menschlichen (mikrokosmischen) Ich, während auf Golgatha der Jesus-Leib im „menschlichen“ Matthäus-Evangelium rief; „Eli eli lama sabachthani“ zum ihn verlassenden makrokosmischen Christus-Ich.

An anderer Stele sagte Steiner, dass dieser Satz „Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich erhöhet!“ bedeutet (GA 97, 76). Im „kosmischen“ Markus-Evangelium lauten die Worte „Eloi eloi lamma sabachthani“. Sie kommen vom Christus-Ich in der geistigen Welt und richten sich an den vollkommen von diesem in Geistselbst, Geistleben und Geistesmenschen umgestalteten dreigliedrigen Leib Jesu. Die Sätze bei Matthäus und Markus sind jeweils die wahren Todesworte und die Dämmerung der nahenden Auferstehung, die in ihrer Doppeldeutigkeit die Interdependenz zwischen Tod und Auferstehung veranschaulichen. Auf diesem Höhepunkt sprechen Jesus und Christus in einer den anderen unbekannten Sprache, was nur einmal während der drei Jahre vorkommt, und zwar als Jesus in Jaïrus’ Haus das „tote“ Mädchen mit den Mysterien-Worten „Talitha kumi!“ aufruft. In beiden Momenten haben wir die Rettung der menschlichen Zukunft vor uns, wobei bei der Auferweckung des Mädchens das Makrokosmische Christus-Ich die Jungfrau im Menschen rettete und am Kreuz – den menschlichen Leib, ohne den unsere mikrokosmische Ich-Entwicklung unmöglich gewesen wäre. In beiden heiligen Augenblicken sprach der Erlöser Bulgarisch, die Sprache, die der Bodhisattva Beinsa Douno als „die geeignetste Sprache“ charakterisierte, „in der die okkulten Gesetze und das Wort Gottes den Menschen gegeben werden können“. Seine Aussage betrifft die heutige bulgarische Sprache, die im Laufe der Zeit sich weiterentwickelt hat, aber sie bezieht sich mit voller Kraft auch auf die Sprache(en) der „aufsässigen“ und „sanften“ Bulgaren in den zahlreichen vorchristlichen Mysterien, die sie geschaffen hatten.

Der erste, der vor zwanzig Jahren über die Sprache der bulgarischen Tschuwaschen die bulgarische „Spur“ der Mysterien-Worte Christi sah, war Jordan Waltschev. Weil er die geistige Wissenschaft nicht kannte, schlussfolgerte er fälschlicherweise die bulgarische Herkunft Jesu Christi. Deswegen war ich in diesen Jahren  bis Ostern 2012 skeptisch, was den bulgarischen Charakter der beiden Sätze betrifft. Nun weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Waltschev Recht hatte!

Es gibt tatsächlich viele störende Fragen um die ethnische Herkunft des Gefäßes Jesus, wenn man Pilatus’ Brief an Kaiser Tiberius Caesar kennt, die Darstellung Jesu in den ersten Jahren ohne Bart usw. Nur die anthroposophische Erkenntnis gibt zufriedenstellende Antworten und treibt zur weiteren Suche an, so wie uns Rudolf Steiner selbst aufforderte. Wollen wir auf ihn hören und die bulgarische Teilnahme an der Weltgeschichte nach der Zeitenwende suchen. Diese ist nicht weniger groß als die vorchristliche!

Mit seinen mächtigen Worten hat uns der Bodhisattva an den sieben Rilaseen enthüllt, dass die Weiße Bruderschaft, zu der die Meister „der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ gehören, in den nachatlantischen Zeiten drei große geistige Impulse auf Erden hervorgebracht hat. Der erste hatte die Aufgabe, das Bewusstsein der Menschheit auf Christus’ Ankunft vorzubereiten, der zweite – den Christus-Impuls in die Menschheit hineinzutragen und der dritte – den Christus-Impuls im persönlichen und sozialen Leben des Menschen zu verwirklichen. Es ist ersichtlich, dass der vereinigende Mittelpunkt aller Impulse Christus und die Entwicklung des Ich-Bewusstseins sind.

Bisher haben wir nur teilweise die Teilnahme der Bulgaren als ursprüngliche Hervorbringer des Ich-Bewusstseins unter der irdischen Menschheit an der Verwirklichung des ersten und zweiten Impulses markiert. Gleich nach Pfingsten, als die Jünger Christi in die Welt hinaus gingen, um die frohe Botschaft zu verbreiten, kamen unter die bulgarischen Thraker zwei von ihnen – Andreas und Paulus, die eine besondere Stelle unter allen Aposteln einnehmen.

Andreas ist der erste Mensch auf Erden nach Johannes dem Täufer, der in Jesus den verkörperten Gott erkannte, und Paulus’ Verständnis des Golgatha-Mysteriums kann nur mit jenem des Johannes Evangelisten verglichen werden. Die Bulgaren haben von den beiden Jüngern das authentische Christentum kennengelernt! Die ersten christlichen Gemeinschaften (Kirchen) entstanden in Kleinasien und Südosteuropa in von Bulgaren bewohnten Ländern. Der Brief Paulus’ an die Philipper widmet sich an die Bewohner des alten Philippopolis, einige der ersten christlichen Märtyrer waren Bulgaren. Das Christentum erreichte hier ein Volk mit einer vorherigen Mysterienvorbereitung zur Ankunft des Erlösers, die Jahrtausende gedauert hatte. Diese Vorbereitung führte zur Herausbildung eines Kults mit stark esoterischem Charakter, denn das alte Hellsehertum verschwand am spätesten im Schwarzmeergebiet, dem Gebiet alter Mysterien.

Im vierten Jh. n.Chr. sahen die auf weiten Flächen lebenden Bulgaren direkt in der Astralwelt das Gegenüberstehen der dunklen und hellen Wesenheiten um jene geistige Schranke, die zwischen dem Schwarzen Meer und dem Ural verlief. Deshalb trugen bis spät in das Mittelalter hinein alle Menschen in Mittel- und Westeuropa, die fähig waren, in die geistige Welt zu sehen, den Gattungsnamen „Bulgaren“. Es ist kein Zufall, dass gerade in dieser Mysterien-Region auch im vierten Jh.n.Chr. das durch Manes einberufene geistige Konzil stattfand, an dem Skythianos, Buddha (in seinem geistigen Leib) und Zarathustra teilnahmen. Auf diesem Konzil wurde der außerordentlich wichtige Beschluss über die Art und Weise gefasst, wie die Weisheit aus der Sphäre der Bodhisattvas in die westliche Menschheit hineingetragen werden und – wie Steiner sagt – das höchste Objekt jeder Errungenschaft – Christus – erreicht werden konnte.

Was folgte auf dem Erdenplan aus diesem Konzil? Schon im Jahre 311 gab vom bulgarischen Land aus der bulgarischstämmige Kaiser Galerius den Christen im riesigen Römischen Reich mit dem Toleranzedikt von Serdica (die heutige Hauptstadt Sofia) die Freiheit, ihren Glauben zu bekennen. Zwei Jahre später bestätigte der ebenfalls bulgarischstämmige Kaiser Konstantin der Große mit dem Edikt von Mailand das Serdica-Edikt, indem er die institutionalisierte Verfolgung der Christen im Reich beseitigte. Später übersetzte der große christliche Eingeweihte Urfil (der Name bedeutet „Meister des Göttlichen Gesetzes“), der fälschlicherweise „Wulfila“ („Wölflein“) genannt wurde, die Bibel in die Sprache der thrakischen Geten, und nicht für irgendein nichtexistierendes „Nordvolk der Goten“.

Urfil

Bronzesiegel Urfils mit Monogramm

Die sog. „Gotische Bibel Wulfilas“ (Der Codex Argenteus „Silberner Kodex“), die sich in Uppsala befindet, ist eine viel spätere Abschrift eines Teils der Heiligen Schrift, die mit Urphil nichts zu tun hat. Leider hat sich in dieser wie in anderen Fragen, die die Bulgaren betreffen, sogar Rudolf Steiner getäuscht, da er das nicht auf okkulte Art und Weise geprüft hat). Es steht bevor, diese Fragen zu beleuchten, denn die Zeit ist gekommen, die Mysterien-Geschichte der Menschheit durch die Augen des ursprünglich gotterwählten Volkes zu betrachten. Zu dieser Geschichte gehört das besagte Konzil aus dem besonderen vierten Jh.n.Chr. Warum ist dieses Jahrhundert ein besonderes?

Die Antwort kommt von der Anthroposophie, die unseren Blick auf die Geschehnisse in der geistigen Welt und deren Widerspiegelung auf dem Erdenplan richtet. Gegen das vierte Jh.v.Chr. setzte ein Prozess ein, der bis zum 12., 13., ja sogar 14. Jh.n.Chr. dauerte, bei dem die Elohim die Leitung über die Gedankenmächte des Kosmos den Archai übergaben. Als Folge wurde die Gedankenwelt des Menschen immer individualistischer, d.h. die Gedanken kamen in den Besitz des Menschen. Das vierte Jh.n.Chr. ist die Mitte und der Höhepunkt dieser Periode, die so viele Ereignisse unter den Menschen auf Erden  hervorgerufen hat. Auf einige haben wir schon hingewiesen. Mit dem 13. nachchristlichen Jahrhundert beginnend, (auf das gesondert eingegangen wird) konnten die Archai durch die Ausübung der eigentlichen Gedankenleitung selbst nicht nur die Gedankenwelt der Menschen beeinflussen, sondern auch Impulse für die unmittelbare Formierung der individuellen menschlichen Persönlichkeit geben, was äußerlich in der Europäischen Renaissance zum Ausdruck kam. Danach zogen sie sich zurück von der unmittelbaren Führung der Menschheit und überließen diese den Erzengeln. Aber mit dem Beginn des 20. Jh. erhoben sie sich allmählich in den Rang der Geister der Form und seitdem schicken sie die neuen Offenbarungen auf die Erde hinunter.

Erzengel Michael hat seinerseits auf die Kontrolle über die Kosmische Intelligenz (die Denksubstanz selbst) verzichtet. Sie stieg in die Köpfe der Erdenmenschen hinunter und erreichte diese gegen das achte, neunte Jh.n.Chr. Durch die Anthroposophie kennen wir die zahlreichen dramatischen Wandlungen, die im neunten Jahrhundert auf dem Gebiet des Christentums erfolgten. Hier werden wir die bulgarische Teilnahme markieren: 1. die bulgarische „Grenzmarke“ in der Kirche auf dem VIII. Allgemeinen Konzil 869, 2. die Erfindung (wahrscheinlich) beider bulgarischen Alphabete durch Konstantin-Kyrill Philosoph (die Glagolitza ähnelt dem Alphabet, das der bulgarische Philosoph und Gelehrte aus dem vierten Jh.n.Chr. Aethicus Ister benutzte), 3. die Verbreitung der Alphabete durch Kyrill und seinen Bruder Method bis an die Grenzen des Heiligen Römischen Reiches und 4. die Epoche machenden Taten des Boris I. des Täufers, die er nach dem Willen des Elohims des gesamten Slawentums für die Zukunft des Menschengeschlechts vollbrachte. Aber das Aufgezählte war noch nicht der Höhepunkt!

Mit dem erwähnten Konzil im vierten Jh.n.Chr. wurde der wahre manichäische Impuls im Christentum ausgelöst, dessen Ausdruck auf dem Erdenplan wir in den Gralsmysterien sehen, die schon mit Joseph von Arimathäa anfingen, in den Westen vollkommen versteckt vor der Außenwelt über Titurel, Amfortas und Parzival zogen, um sich dann auf dem äußeren Plan mit besonderer Kraft im Bogomilentum zu zeigen, das im Jahre 928 in Bulgarien begann. Damals versammelten sich einige Bogomilen mit Bojan Maga („Bojan der Magier“) an der Spitze in der Kirche „Heilige Paraskeva“ in Weliki Preslav. Bojan Maga war der Sohn des Zaren Simeon des Großen und der Enkel des Boris I. Unter der Teilnahme zweier unbekannter „Syrer“ entstand jene Bewegung, die das Leben des mittelalterlichen Europas vollkommen veränderte. Die unbekannten „Syrer“ waren die Jungfrau Sophia (die diesmal als Mann inkarniert war) und der wieder inkarnierte Johannes Evangelist). Mit ihrem Segen verbreitete sich die bulgarische „Häresie“ in alle Richtungen Europas und ihre Anhänger trugen verschiedene Namen – Katharer, Albingenser, Patarener usw.

Die katholische Kirche reagierte unverzüglich mit der Gründung der „heiligen“ Inquisition, deren Vortrupp im Kampf gegen die Bogomilen der Orden der Dominikaner war. Als bekanntestes Mitglied in jener Zeit (13. Jh.) trat der Scholastiker Thomas von Aquin hervor. Als Teil dieses Ordens hat er sein persönliches Karma wesentlich belastet. Sollte Rudolf Steiner als Thomas von Aquin inkarniert gewesen sein, hat er im 20.Jh. diese Schuld glänzend abgetragen!

Trotz aller Bemühungen des Römischen „Christentums“ kamen die europäischen Völker zur Aufklärung und begannen an der Herausbildung der Bewusstseinsseele in der aufdämmernden fünften Kulturepoche zu arbeiten. Die Bedeutung des Bogomilentums für die Menschenevolution ist so umfangreich, dass sie noch in der Zukunft zu erschließen sein wird. Vorläufig kann man festhalten: der oben erwähnte dritte nachatlantische Impuls der Großen Weißen Bruderschaft trägt den Namen Bogomilenimpuls, denn die „vollkommenen“ Bogomilen zeigten offen, was im christlichen Zeitalter eine vergeistigte Verstandesseele bedeutet, die bereit ist, in der richtigen Weise zur Herausbildung einer vergeistigten Bewusstseinsseele überzugehen. Noch etwas: so wie Parzival im neunten Jh. noch weit vor dem Zeitalter der Bewusstseinsseele eine solche besaß, gilt das auch für die erhabensten unter den Bogomilen, denen die Weltführung die Aufgabe aufgetragen hatte, die europäischen Völker von der vierten zur fünften Kulturepoche hinüberzuleiten. Zu diesem Zweck sollte das Rosenkreuzertum als Teil des Bogomilenimpulses entstehen. Hier kommen wir zur Enthüllung des am Anfang angedeuteten Geheimnisses des esoterischen Christentums.

Wie bereits erwähnt, wurde im 13.Jh.n.Chr. die Übergabe der Leitung der kosmischen Gedankenkräfte durch die Elohim an die Erzengel abgschlossen. Das Jahr 1250 in diesem Jahrhundert war auch ein besonderes, denn damals wurde der Zugang zur geistigen Welt selbst den höchsten Eingeweihten vollkommen verschlossen. Aber unmittelbar nach der kurzen Verdunkelungsphase trat unter der westlichen Menschheit laut Steiner eine „neue Kultur“ auf, die sich in zwei Richtungen zeigte: eine exoterische, die im Aufblühen der hohen Scholastik in der zweiten Hälfte des 13. Jh. zum Ausdruck kam, und eine esoterische, nämlich die Gründung der rosenkreuzerischen Strömung durch Christian Rosenkrutz’ Einweihung bald nach 1250. Zur Entstehung des Rosenkreuzertums war eine komplizierte geistig-physische Konstellation notwendig, die nur damals vorhanden war. Neben dem Wirken der Bogomilen auf dem physichen Plan und der Übergabe der Gedankenkräfte in der geistigenWelt, wurde auf die Erde auch eine geistige Wirkung der besonderer Art durch die Elohim ausgeübt. Laut Steiner haben sie am meisten die physische Evolution auf der Erde beeinflusst und am wenigsten das innere Wesen des Menschen zur Zeit der großen atlantischen Katastrophe. Der entgegengesetzte Pol – die stärkste Einwirkung auf das Innere des Menschen und die schwächste auf die physische Erdenentwicklung war das Zeitalter um das Jahr 1250, als neben allen angeführten Bedingungen eine wesentliche Änderung der Erdachsenlage eintrat. Damals versammelten sich an einem Ort in Europa zwölf große geistige Individualitäten, von denen sieben die Weisheit der alten Atlantis besaßen, vier – die Weisheit der nachatlantischen Epochen und die letzte – das ganze intelligente Wissen der neueren Zeit. Wegen des verschlossenen Zugangs zu den höheren Welten schöpfte jeder dieser Zwölf seine Kenntnisse aus dem Gedächtnis seiner vergangenen Inkarnationen, als die höheren Welten ihm zugänglich waren. Die ganze Weltweisheit des Erdendaseins, die von der Loge der Bodhiisattvas hinunterstieg, teilten sie einer dreizehnten Individualität mit, die sie bis in seinen physischen Leib aufnahm und danach das Erlebnis von Paulus vor Damaskus wiederholte. Diese Individualität schaffte es, die Weisheit der Vergangenheit im Geiste des Christus-Impulses zu transformieren, genauso wie dieser Impuls seit dem Golgatha-Mysterium in der geistigen Erdensphäre wirkt. Danach gab der Dreizehnte die durch Christus durchdrungene alte menschliche Weisheit an die Zwölf zurück. Das stellte den Anfang dessen dar, was unter der westlichen Menschheit schon im nächsten Jahrhundert als Rosenkreuzerströmung bekannt wurde. Im 13. Jh. starb der Dreizehnte noch sehr jung, aber bei seiner Inkarnation im 14. Jahrhundert unter dem Namen Christian Rosenkreutz lebte er mehr als 100 Jahre. In dieser Inkarnation hatte er wieder das Erlebnis des Paulus vor Damaskus, wanderte sieben Jahre lang zu allen existierenden Mysterienzentren und begründete anschließend eine eigene rosenkreuzerische Strömung in Europa als den Weg der christlichen Einweihung des Westens und Möglichkeit, die „chymische Hochzeit“ zwischen der Seele und dem menschlichen Geist zu erleben. Steiner lüftete das Mysterium, dass hinter dem Namen Christian Rosenkreutz Johannes der Evangelist steckte, aber er hat bewusst nicht auf den Ort hingewiesen, von dem das Rosenkreuzertum seinen Weg nahm. Er musste verborgen bleiben bis Ostern 2012. Warum?

Ein paar Tage nach meiner Begegnung mit jenem Mann im Buchladen in Stara Zagora, rief er mich an und fragte: „Warum wird mir von irgendeinem Christian Rosenkreutz und Arbanassi erzählt?“ Im selben Moment ist mir bewusst geworden, dass das Mysterium im 13. Jh. unweit der Hauptstadt des zweiten bulgarischen Reiches Weliko Tarnowo in der Gegend des heutigen Dorfes Arbanassi stattgefunden hat!

 

Arbanassi

Das Dorf Arbanassi bei Weliko Tarnowo

Drei Tage später konnte ich mich aus persönlicher Erfahrung überzeugen, dass diese Tatsache wahr war, einige Monate vorher hatte ich die geistige Welt gefragt, ob es nicht schon an der Zeit sei, den Ort zu erfahren. Ob die Zwölf, die um den Dreizehnten versammelt waren, bulgarische Bogomilen waren, kann man nicht behaupten, aber die „Vollkommenen“ unter ihnen waren zweifellos die geistig erhabensten Eingeweihten in der damaligen christlichen Welt. Gerade sie müssten an diesem sakralen Mysterium teilgenommen haben, das im Land des Volks stattfand, das die neuen Impulse der Ich-Entwicklung des Menschengeschlechtes trug.

Beinsa Douno bestätigte auch, dass Arbanassi ein altes Bogomilendorf gewesen war. Steiner konnte auf den Ort nicht hinweisen, da zu derselben Zeit (1911-1912), als er die Vorlesung über dieses Mysterium und die Bodhisattvas hielt, der zukünftige Maitreya Buddha selbst in jenem Haus in Arbanassi „Das Vermächtnis der farbigen Lichtstrahlen“ schrieb, was ein starkes Mittel zur Arbeit am menschlichen Ätherleib im beginnenden Zeitalter des ätherischen Christus darstellt.

 

Zaveta                  Beinsa

„Das Vermächtnis der farbigen                                     Beinsa Douno

   Lichtstrahlen“  

Der Blick der Menschen durfte nicht auf das Mysterium der Bulgaren und den Nachrichtenüberbringer des ätherischen Christus gerichtet werden – des Bodhisattvas, dessen Erdenmission sich noch entfalten sollte. Genau hundert Jahre nach dem Aufschreiben jenes Vermächtnisses kam in der Osterzeit die Wahrheit über die nächste Teilnahme der Bulgaren in der Weltevolution aus der dunklen Höhle heraus und trat vor uns im Licht des Geistes des Christus-Impulses eingetaucht, der vor 2000 Jahren am wahren Ostertag geboren wurde.

Ob Christian Rosenkreutz während seiner siebenjährigen Wanderung im 14. Ch. den Ort besucht hat, wo im vorigen Jahrhundert sein physischer Leib durchsichtig wurde wie das von ihm selbst „gegossene Eherne Meer“ des ersten Salomonischen Tempels – das müssen wir nicht anzweifeln, trotz der dramatischen Wandlungen, die dem Schicksal der Bulgaren in der nahenden fünften Kulturepoche bevorstanden. Im achten Jh. rettete der bulgarische  Khan Tervel die Entwicklung des Christentums in Europa vor dem Sturm der arabischen Horde, im zehnten Jh. erhielten die mittel- und westeuropäischen Völker von den Bogomilen das esoterische Johannes-Christentum, um vor dem Hinuntersteigen in den Materialismus während der nahenden Epoche der Bewusstseinsseele bewahrt zu werden. Das russische Volk bekam in demselben zehnten Jh. von Bulgarien unter dem Zeichen der Jungfrau Sophia den exoterischen (mit viel Esoterischem) bulgarischen christlichen Kult, mit dem es von weitem auf die Erfüllung ihrer zukünftigen Mission in der sechsten Kulturepoche des Geistselbstes vorbereitet werden sollte.

Die fünfte Kulturepoche begann 1413, aber wegen der Verfolgung der Bogomilen fiel das bulgarische Volk 1396 unter die Herrschaft der osmanischen Türken, bei denen der Glanz des Arabismus (des moslemischen Aristotelismus) aus der Zeit Harun al-Raschids und der Schule von Bagdad völlig erloschen war. Für die Bulgaren brach die Finsternis herein! Im Westen wurde Jahrhunderte lang eine christliche Zivilisation aufgebaut, und hier geriet die Wahrheit über die ruhmreiche Vergangenheit der Bulgaren allmählich in Vergessenheit, was an den vereinten Bemühungen des russischen Panslawismus und des griechischen Byzantinertums liegt, die die Archive der Königs- und der Patriarchenbibiliotheken des Zweiten bulgarischen Reiches vernichtet hatten. Aber die Wahrheit kommt immer ans Licht!

1878 ist Bulgarien für ein neues Leben im 1879 beginnenden Zeitalter Michaels auferstanden. Es stand das Ende des Kali-Yuga und der Anfang des für die nächsten 3000 Jahre wichtigste Ereignisses bevor – der Wiederkehr des Christus im Ätherischen. Das von Anfang an gotterwählte Volk nahm von neuem die Erfüllung seiner Mission auf, was durch den Hinunterstieg des Hauptboten Christi auf Erden – den Bodhisattva selbst zum Ausdruck kam, der einen mächtigen manichäischen Impuls zum menschlichen Ich ausstrahlte. Die Bogomilen kamen zurück, von Maitreya Buddha selbst angeführt! Die Bulgaren waren schon immer von der Bodhisattva-Loge angeführt, vorläufig werden wir nur erwähnen, dass vor Beinsa Douno, Gautama Buddha und Orphäus ein anderer Bodhisattva hier gewirkt hatte, der in der alten geistigen Schule im Rilagebirge sich in die „Buddha“-Stufe erhob und in seinem Wesen die Synthese der Weisheit der geistigen Produkte dreier europäischer Zentren verwirklichte. Diese Zentren liegen an den Spitzen eines gleichseitigen Dreiecks – im Westen um die heutige spanischen Stadt Santiago de Compostela, im Norden – in Skandinavien mit den späteren Trotten-Mysterien und im Osten – um das heutige Aladscha-Kloster bei Varna. Sie haben Jahrtausende lang unter der damaligen europäischen Bevölkerung jeweils das Denken, das Fühlen und das Wollen entwickelt, indem sie diese Bevölkerung auf die Aufnahme des zukünftigen Christus-Impulses vorbereiteten. Die Auseinandersetzung mit dem Wollen im Zentrum bei Varna wurde später durch die okkulte Tatsache bestätigt, die von Beinsa Douno mitgeteilt wurde, dass im gesamtslawischen Organismus „die Bulgaren den Willen repräsentieren“.

Nach der Synthese, die von jenem Buddha im Rilagebirge vollzogen worden war, begann das menschliche Leben auf der Grundlage der Weisheit sich vom physischen Leib in das Ich zu vertiefen, was bereits erörtert wurde. Die Verkörperung der Weisheit – das Palladium – stieg in Troja unter die Bulgaren  hinunter und von dort sandten sie die Zivilisationsimpulse in alle Weltrichtungen an die in der dritten nachatlantischen Kulturepoche entstandenen Staaten. Die Weisheit herrschte und mit ihr schritt die Entwicklung des Volksbewusstseins im Menschen voran, das durch die Kraft der Blutsverwandtschaft hervorgerufen wurde. Das wahre Vereinigungszentrum des Dreiecks Denken-Fühlen-Wollen ist aber nicht die Weisheit, sondern die Liebe, die mit der Inkarnation des Christus-Ichs und des folgenden Opfers kam. Das Ich hat die Blutsverwandtschaft außer Kraft gesetzt! Während 19 Jahrhunderte hatte die europäische Menschheit das Ich-Bewusstsein entwickelt und versuchte, die Christus-Liebe im persönlichen und sozialen Leben anzuwenden, was wir auch besprochen haben. Europa wird hier bewusst von den restlichen Kontinenten gesondert behandelt, denn nur von diesem Gebiet aus kann das Aussenden christlichen Impulse erwartet werden, die zeitgerecht sind und eine bessere Zukunft der gesamten Menschheit garantieren.

Mit dem Anfang des 20 Jh. standen die Seelen, die nach dem Willen des Weltkarmas unter die europäischen Völker geschickt worden waren, vor der nächsten Herausforderung – die beginnende Wiederkunft des Christus im Ätherischen, die bis zur Mitte der sechsten Kulturepoche sich noch entfalten wird. Die geistige Welt reagierte sofort, und in Mittel- und Westeuropa ließ Michael über Rudolf Steiner seine lang ausgearbeitete „Geistesfrucht“ hinunter –  die Anthroposophie – , damit wir Christus verstehen und mit ihm zusammen den Weg zum Wassermann-Zeitalter zurücklegen können. In Bulgarien hat der Bodhisattva eine Schule gegründet, um uns zu lehren, wie wir in diesem Zeitalter leben sollen, das erst 3573 beginnt. Wir sehen, dass beide Impulse – der Impuls Michaels (durch Steiner) und der Christus-Impuls (durch den Bodhisattva) synchron wirken und ein Ziel haben – die Vorbereitung der europäischen und damit der restlichen Menschheit auf die Begegnung mit dem Ätherischen Christus und die richtige zukünftige Aufnahme der Offenbarungen des uns von oben erleuchtenden Geistselbstes durch die Herausbildung eines neuen Ätherorgans im Menschen, nämlich „des vernünftigen (denkenden) Herzen“. Deshalb können wir mit Sicherheit sagen, dass wir vom 20. Jh. an einen neuen, vierten Impuls der Großen Weißen Bruderschaft erleben, der durch die zwei erwähnten Meister ausgestrahlt wird!

Hier entsteht die berechtigte Frage, warum der Archai Michael von einem neuen, einzig rettenden Impuls für das geistige Leben der Menschheit sprach, den wir Ende des 20. Jh. erwarten konnten? Um welchen Impuls geht es und wurde dieser ausgestrahlt, diese Fragen werden im Buch „Der Weg zum Ich“ besprochen, in dem auch die vorher gestellte Frage beantwortet wird, ob die Bulgaren an ihrer Aufgabe weiterarbeiten, die menschliche Ich-Entwicklung zu gewährleisten. Die Antwort lautet „Ja“, denn das zwischen 2000 und 2007 Geschehene macht einen Teil des vierten Impulses der Großen Weißen Bruderschaft und die Erfüllung des Versprechens Michaels aus!

Es ist noch früh zu sagen, wie sich dieser vierte Impuls künftig entwickeln wird, aber die Prüfung seiner Kraft steht bevor in der Begegnung mit dem verkörperten Antichristen. Der Kampf gegen ihn wird solche Dimensionen haben, dass er für immer in der Akascha-Chronik unter dem Namen „Die große Schlacht auf Erden“ niedergeschrieben sein wird!

In manchen Religionen lassen sich Spuren einer anderen Schlacht finden – „der Schlacht im Himmel“, der vor Äonen in der geistigen Welt stattgefunden hat unter der Teilnahme der richtig evoluierten und der zurückgebliebenen Bewegungsgeistern. Aber im Unterschied zu damals wird die jetzige Schlacht auf dem physischen Plan unter der Teilnahme der Wesen stattfinden, die einen freien Willen besitzen. In Fleisch verkleidet, wird Ahriman ebenfalls über die Freiheit der Wahl verfügen zwischen dem „Sonnengenius“ – Christus, der Liebe, und dem „Sonnendämon“ – Sorat, dem Tod. As vor ca. 2000 Jahren Christus von der Sonne hinunterstieg und sich freiwillig opferte, wurde die Liebe auf Erden gesät. In der ersten Hälfte des 20. Jh. aber sprach sein Bote Beinsa Douno die auf den ersten Blick seltsamen Worte aus, dass „von den Bulgaren die Liebe ausgehen wird“ und seit Ende des 20 Jahrhunderts lebt unter der Erdenmenschheit Ahriman selbst – „Der Herr des Todes“. Über welche Liebe sprach Beinsa Douno und wie werden wir den Antichristen bekämpfen?

Wenn im Ich eines Menschen unwiderruflich Michael (d.h. das Wesen Anthroposophia) und Christus (der Bodhisattva-Impuls) aufeinander treffen, erfolgt aus dieser Begegnung die Wiederkehr des erneuerten Palladiums, das vom Träger der alten Sonnenweisheit (dem Geheimnis der dreifachen Sonne) in den Träger der Kosmischen Ich-Liebe (der Wahrheit) transformiert wurde. Die Quelle dieser Liebe ist die Dreifache Christus-Sonne in unserem Willen, die dort nach dem Mysterium von 1936 lebt, bei dem der unter die Bulgaren herabgestiegene Bodhisattva die Hauptrolle spielt. Warum behaupten wir, dass das erneuerte Palladium wie der Heilige Pfingstgeist der Träger der Liebe als Wahrheit ist!

Die Antwort muss immer im Christus und nirgendwo anders gesucht werden! Bis zur Zeitenwende empfing man in den Mysterien mit einem verdunkelten Ich-Bewusstsein die Offenbarungen der Weisheit–Christus über den Heiligen Geist aus der Sphäre der zwölf Bodhisattvas. Dieser Geist ist nicht mit dem Heiligen Geist aus der Dreifaltigkeit identisch, der in das menschliche Ich an Pfingsten herunterstieg infolge des Großen Opfers von Golgatha und der eingetretenen Änderung des Verhältnisses zwischen Vater und Sohn in der Heiligen Dreifaltigkeit. Nachdem auf dem Kreuz die Christus-Weisheit im Makrokosmischen Ich Christi wiedergeboren und in Kosmische Ich-Liebe verwandelt wurde, lebten die Wesen des gesamten Gotteswerkes in ihr, ohne dass individuelle Anstrengungen von ihnen notwendig waren. Die gleiche Liebe, jedoch durch das Mysterium von 1936 „bereichert“, lebt in unserem Willen. Aber diese Liebe können wir nicht erlangen, ohne dass unser Ich individuelle Anstrengungen unternimmt. Der Träger der erneuerten Liebe ist gerade das Palladium, ein geistiges Instrument, das nur der Erdenmensch braucht. Wenn man zusammen mit dem Archai Michael den Weg vom vergeistigten Denken (das durch das intensive Studium der Anthroposophie entwickelt werden kann), über das vernünftige Herz (das durch die entscheidende Hilfe des Bodhisattva-Impulses herausgebildet werden kann) zur Christus-Sonne in unserem Willen zurücklegt, wird man zum Träger des erneuerten Palladiums. Durch die Verbindung des Palladiums mit dem Heiligen Geist wird man vorbereitet, die Offenbarungen der Götter zu empfangen, was in der Praxis die Einpflanzung des Geistselbstes lange vor dem Hereindämmern der sechsten Kulturepoche bedeutet. Dieser Herunterstieg des Geistselbstes wird zum ersten Mal erst seit dem 20. Jh. ermöglicht. Dadurch können wir nicht nur dem Antichristen widerstehen, sondern auch ihn vom Gegner in einen Christus-Nachfolger transformieren. In der bevorstehenden apokalyptischen Auseinandersetzung werden ausgewählte vorbereitete Menschenseelen den ersten Schritt machen zum Geistselbst und zu ihrer eigenen Verwandlung in der weiten Zukunft in die „Frau, die mit der Sonne bekleidet ist und den Mond unter ihren Füßen hat“. Das erwarten die Götter von uns heute!

„Der heutige Mond“ ist Ahriman! Und wer wird zur Sonnen-Frau? Von Bulgarien wurde der Weg gezeigt! Nun müssen die anderen Völker diesen wiedererkennen!

Dimitar Mangurov, Varna, 12.08.2012

 

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