Archiv für den Monat Juni 2016

Gottes Plan und die freie Wahl des Menschen

manasieva hronika

‚Khan Terwel vertreibt die Araber aus Konstantinopel‘ –

         Miniatur aus der Manasses-Chronik (14. Jh.)

 

Vorlesung von Dimitar Mangurov, 29.05.2016, Varna

Link zum Video der Vorlesung

Gebet: Herr Jesus Christus, mach, dass die Nachkommen Ismaels den Weg zu Dir finden! Amen

 

Willkommen zu unserem neunten Treffen in diesem geistigen Jahr.Unser heutiges Thema ist „Gottes Plan und die freie Wahl des Menschen“. Wir haben in diesen 15 bis 16 jahren, in denen ich Vorlesungen halte, merhmals über diese zwei Strömungen in der Geistigkeit gesprochen, die die Menschen seit dem tiefen Altertum bewegen. Besonders nach der Ankunft Christi begann die Frage, wie der Plan Gottes aussieht und wie die freie Wahl des Menschen in diesen Plan hineinpasst, die Menschen immer intensiver zu beschäftigen. Mit dem Eintritt der fünften Kulturepoche drängte sich diese Frage mit großer Kraft in den Vordergrund und wir erleben heute, wie man auf der gegenwärtigen Evolutionsstufe diese Problematik versteht. Die Menschen schwanken zwischen zwei Polen – von der vollkommen passiven Unterordnung unter den Willen Gottes bis zur völligen Ablehnung seiner Existenz. Natürlich ist die Wahrheit irgendwo in der Mitte, denn die extremen Ansichten führen nie zu der eigentlichen Antwort.

Im Unterschied zu den vorherigen Vorträgen, in denen diese Fragenb behandelt worden sind, werden wir dies nun auf eine besondere Art tun – durch den Blick des Mohammedanertums. Weiterlesen

Skythianos

Schriftliche Fassung des Vortrags  Dimitar Mangurovs auf der Konferenz „Die Seele Europas“, Varna, 31.08.2014

Konferenz-Video

 

„Also kam er und nahm den Leichnam ab.“  Johannes-Evangelium, 19-38

Nach der demokratischen Umwandlung in Bulgarien erzählte ein ehemaliger Offizier des Geheimdienstes im engen Kreis eine Geschichte aus der Zeit des Totalitarismus. Er war dienstlich im damaligen Leningrad (jetzt Sankt Petersburg) und entschied sich unter anderem, die Eremitage zu besichtigen, genauer gesagt die in den unterirdischen Kammern gelagerten Artefakte, die den gewöhnlichen Besuchern nie gezeigt werden. Eine KGB-Majorin begleitete ihn dabei. Der Offizier hat lange die zahlreichen „skythischen“ Funde bewundert, aber am meisten beeindruckte ihn ein Paar Ohrringe, die etwa drei cm lang waren und aus Hunderten, sogar Tausenden winzig kleinen Goldkörnern bestanden, die auf wundersame Weise aneinanderklebten. Die Majorin erklärte, dass heutzutage kein Handwerker in der ganzen Welt in der Lage wäre, so etwas herzustellen. Die Russen sollen im Weltall ähnliche Versuche unternommen haben, jedoch mit einem sehr bescheidenen Ergebnis. „Welches Volk hat dieses Technologiewunder vollbracht?“ – rief unser Landsmann aus. Die Antwort war mehr als überraschend: „Die Alten Bulgaren.“

Nach den Theorien der offiziellen Geschichtsschreibung der vergangenen 150 Jahren waren die sog. „Urbulgaren“ aus Asien in die heutigen bulgarischen Gebiete eingewandert und wurden als ein Turkvolk bzw. Tataro-Mongolen, Ugrofinnen, Samojeden, Hunno-Bulgaren, Hunnoren  u.a. betrachtet, nur nicht als die Stammbevölkerung der Balkanhalbinsel. Rudolf Steiner hat sie nur zwei oder drei Mal erwähnt, als ob er das Thema absichtlich vermeiden wollte. Er fragte:  „Warum sind denn die Bulgaren z.B. ein slawisches Volk? Rassegemäß sind sie es nicht. Rassegemäß sind sie verwandt mit den Finnen, mit den Hunnen. Sie sind eine Art mongolisch-tatarischen Volkstums. Aber sie haben frühzeitig ein slawisches Idiom angenommen und sind dadurch zu einem slawischen Volk geworden. Das, was sie mit der Sprache, mit der äußeren Kultur angenommen haben, ist durchaus in ihre Organisation hineingegangen (GA 303, S. 183).
In dieser Aussage gibt es kaum Wahres, aber andererseits weist Steiner auf die „merkwürdige“ Tatsache hin, dass alle Menschen in Europa, die hellsichtig für die Gegenüberstellung der guten und der bösen Mächte „Bulgaren“ genannt wurden, denn sie waren am zahlreichsten dort, wo „später“ der Staat Bulgarien entstand. (vgl. GA 237, S. 65) Offenbar wusste Steiner nichts von der Landkarte des seligen Hieronymus aus dem vierten Jh., der das Gebiet Mösien als „Bulgarien“ darstellt.

Jeronim Blajeni

              Landkarte des Seligen Hieronymus aus dem vierten Jahrhundert

Ita Wegmann, deren letzte Reise im Leben sie nicht zufällig in unser Land führte, wurde von Steiner mitgeteilt, dass „Bulgarien seine eigenen geistigen Lehrer hat“. Und als er Bojan Boev zum Bodhisattva Beinsa Douno schickte, damit er dessen Schüler wurde, erklärte er ihm, dass er selbst sich mit dem Verstand und der fünften Kulturepoche beschäftige, und der große Eingeweihte, zu dem er ihn schicke, als Schwerpunkt seiner Arbeit das Herz und die sechste Kulturepoche habe. Steiner sagte auch unmissverständlich, dass Bulgarien ein kleines Land ist, dem es bevorsteht, eine wichtige Rolle in der Zukunft zu spielen. Bojan Boev ist der einzige Mensch, der direkt und bewusst mit den beiden großen Meistern des 20. Jh. in Kontakt war. Bisher wissen wir nicht, welche Individualität hinter seiner Person steckt, aber sie hat mit Sicherheit eine besondere Bedeutung für die geistige Evolution der Menschheit und wird sich uns bestimmt bald zeigen. (Später hat sich diese Aussage tatsächlich bewahrheitet, eine wichtige Inkarnation von Boev zur Zeitenwende wurde enthüllt, vgl. die in diesem Blog veröffentlichte Vorlesung „Der soziale Organismus und der Pfingstgeist“, Anm. des Übersetzers).

Was geht daraus hervor: die Bulgaren sollen zu den Tataromongolen gehören, aber in geistiger Hinsicht weltführend sein? Irgendetwas stimmt hier nicht.  Auf der Grundlage der eigenen okkulten Erfahrung kann ich behaupten, dass der Begründer der Anthroposophie sehr wohl gewusst hat, wer die Bulgaren sind, aber wegen wichtiger Ursachen, die mit der Mission des Bodhisattva und besonders mit ihrem Höhepunkt 1936  zusammenhängen (auf die in der Vorlesung über die Bodhisattvas eingegangen wird), die Wahrheit bewusst verheimlicht hat. Das Paar Rudolf Steiner – Ita Wegmann ist nun inkarniert, es existiert eine Beziehung zwischen diesem und Bulgarien, aber es wird sich in der Zukunft zeigen, was für eine Einstellung sie zum ältesten Volk aufbauen werden, das unglücklicherweise  die unter allen Erdenvölkern am stärksten gefälschte und ausgeraubte Geschichte besitzt.

Die Lösung des Rätsels „bulgarisches Volk“ ist mit einem anderen Mysterium verbunden – dem „Skythianos-Mysterium“, über das Steiner absichtlich zu sprechen vermieden hat. Der einzige, der sich erkühnte, beide miteinander zu verbinden, war derjenige, der nach Bojan Boev den Weg der Geisteswissenschaft in Bulgarien gebahnt hat – Dimo Daskalov. Diese Vorlesung ist ihm gewidmet.

Was sagt die Geisteswissenschaft über Skythianos und was hat Steiner bewusste verschwiegen? Was hat der neulich die Schwelle überschrittene Sergej Prokofieff gestreift und was konnte er nicht  begreifen?

Skythianos ist einer der höchsten Eingeweihten der Erde, der in der Urzeit von der Großen Weißen Bruderschaft mit sehr wichtigen langfristigen Aufgaben beauftragt wurde. Im Sonnenorakel der Atlantis stand er dem Avatar Manu nah, der unter dem Namen Noah bzw. später Melchisedek bekannter ist. Kurze Zeit vor der Katastrophe gründete Manu nicht weit vom Gebiet des heutigen Irlands ein Einweihungszentrum, in dem die wichtigsten geistigen Charakteristika der zukünftigen zwei nachatlantischen Strömungen, der Nord- und Südströmung, eine Einheit bildeten. Der Leiter dieses „innersten geheimen Ortes“ ist Skythianos, denn er beherrscht am besten unter allen Meistern die Fähigkeit, eine Synthese zwischen unterschiedlichen geistigen Strömungen vorzunehmen. In diesem Zentrum haben sich entwicklungsmäßig fortgeschrittene Menschen aufgehalten, die vorbestimmt waren, die Kulturentwicklung nach dem Eintreten der nahenden Katastrophe weiterzutreiben. Gerade hier beginnt die Trennung der gemeinsamen Strömung der Mysterienweisheit des Sonnenorakels in eine nördliche und eine südliche. Zuerst trug Skythianos nach dem endgültigen Versinken der Atlantis diese Weisheit auf die bereits entstandene Insel Irland, und danach gründete er die drei wichtigsten Mysterienstätten auf dem Kontinent. Eins befand sich im Norden am Weißen Meer und dort wurde das Denken ausgearbeitet, dort entstanden später die Drotten-Mysterien. Das zweite lag unweit der heutigen Stadt Santiago de Compostela und dort wurde das Fühlen ausgearbeitet. Das dritte befand sich in der Gegend „Aladscha Kloster“ bei Varna und diente zur Ausarbeitung des Willens.

Skythianos und Zarathustra führten die nördliche Strömung an, die die Beziehung zum Logos hinter der Decke der äußeren Naturwelt suchte und Manu – die südliche Strömung, die die gleiche Beziehung über das menschliche Innere zu erreichen strebte. Die erste Strömung befasste sich mit den Mysterien des Fleisches, der Zahl 12 und kann eine „kosmische“ Strömung genannt werden, die zweite befasste wich mit dem Mysterium des Blutes und der Zahl sieben und kann die „menschliche“ Strömung genannt werden. Manu erreichte die Gegend des Tarimtals, Zarathustra zog in das Land der zukünftigen zweiten nachatlantischen Kulturepoche und Skythianos übernahm die Aufgaben für das weite Gebiet von Irland über Sibirien bis nach China. In seinen früheren Inkarnationen leitete er die okkulten Schulen im tiefen asiatischen Osten und später begab er sich hauptsächlich zu den Schulen in Europa. Seine gesamte Tätigkeit steht unter der Leitung der Bodhisattvas, wobei ihre Hauptaufgabe darin besteht, die atlantische Weisheit und das höhere atlantische Hellsehen für eine weiter in der Zukunft liegenden Zeit aufzubewahren. Aber wegen des Versinkens der Menschen in die Materie und der Unmöglichkeit, dass diese Weisheit auf der Erde weiterlebt, nahm er die von ihm geleitete Mysterienstätte auf der irischen Insel in die der Erde nächstliegenden geistigen Welt. Unten gründete er ungefähr am gleichen Ort die Mysterien, die später den Namen „Mysterien von Hybernia“ erhielten.

Diese ausgesprochen rätselhaften Persönlichkeit, die sich sogar vor ihren Schülern versteckte (und sie selbst vor dem Zentrum der historischen Ereignisse), inspirierte die Formierung und Wanderung ganzer Völkerschaften und bereitete diese auf die Zeitenwende und die nachfolgende christliche Entwicklung vor. Das Hauptinstrument, mit dem er seine umfangreiche Tätigkeit verwirklichte, waren die Bulgaren. Ca. 3400-3500 Jahre v. Chr. unternahm der vierte vorchristliche Bodhisattva im Rilagebirge eine Synthese in der Göttlichen Weisheit des „Produkts“ der drei oben erwähnten Zentren, erhob sich zum Buddha und begann, die aus der äußeren Geschichte bekannten Völker in der dritten Kulturepoche zu formieren. Das tat er nach dem umfassenden Geistigen Plan, den die Weiße Bruderschaft entworfen hatte. In Wellen zogen die Bulgaren, um in verschiedenen Zeiten verschiedene Reiche zu gründen und kulturell zu beeinflussen – Sumer und Babylon (wahrscheinlich nach der sog. „Schwarzmeersintflut“, Ägypten (seine ersten Führer waren weiße Menschen und später ersetzten die Bulgarin aus dem Mitanni-Reich Nofretete und ihr zweiter Gemahl Amenophis IV. Echnathon den Kult zum verborgenem Gott Amun durch den Kult zum Sonnengott Aton), China (wo die ersten drei Dynastien ebenfalls weiße Menschen waren, die Mumien ihrer Nachfahren wurden im 20. Jh. in der Wüste Takla Makan entdeckt), Troja (wo unsere Priester das Palladium von der Himmlischen Sophia empfangen haben), die kretisch-minoische Kultur und die viel später folgende hellenische Kultur, Indien (mit dem großen Dionysos-Zug), Rom (mit dem fliehenden Aineias, der nach der Zerstörung Trojas durch die bulgarischen „Myrmidonen“ von Achilles und den  bulgarischen „Achaier“ von Agamemnon und Menelaos zuerst durch das Land seiner Ahnen von der Balkanhalbinsel und danach zu den Apenninen zog, Persien (mit den Medern – den Bulgaren aus dem heutigen Südwestbulgarien und dem wahrscheinlich im alten Balkhara geborenen Zoroaster), damit die willensstärksten von ihnen die Indianer auf den amerikanischen Kontinent erreichen und die Musik der alten europäischen Barden, die Heilerkunst und die Priester-Einstellung zur umgebenden Natur weitergeben konnten. Wenn wir bei den mythischen Pelasgen anfangen, über die Tocharen, Hyksos, Etrusker, Kymerer, Sarmaten, Thraker, Skythen, Hunnen gehen und zu den Goten kommen, sind das nur ein Teil der zahlreichen Namen der alten Bulgaren, mit denen Skythianos den Plan erfüllte. Seine größten Bemühungen konzentrierten sich aber auf die europäische Bevölkerung, unter der der Christus-Impuls die tiefsten Wurzeln schlagen musste. Dazu hatte Skythianos selbst etwas Grundlegendes in der Zeitenwende zu erleben.

Dieses Göttlich-Menschliche Drama, das 33 Jahre der äußeren Geschichte dauerte, ist voller tiefer kosmischer und menschlicher Geheimnisse, die die Menschheit noch in Jahrtausenden bewundern wird. Die Himmlische Sophia ist das Wesen, das auf eine erstaunlich genaue Weise die Akteure in diesem Schauspiel bestimmt hat. Es gab Tausende Teilnehmer, aber bei zehn von ihnen ist das Einweihungsprinzip deutlich erkennbar, so dass dieses alle miteinander verbindet. Wir können sie in drei Gruppen mit jeweils drei Teilnehmenden einteilen, die die drei Dreiergrupppen der Göttlichen Hierarchien von Engeln zu Seraphim darstellen. Dem zehnten Teilnehmer fällt eine besondere Rolle zu. Von der Anthroposophie wissen wir, wer hinter drei dieser Teilnehmer steckt, Sergej Prokofieff beleuchtete zwei und die restlichen fünf werden hier behandelt.

Zuerst haben wir die Gruppe des Heiligen Geistes, die die bevorstehende Herabkunft des Erlösers in den Leib verkündete. Die Magier-Könige aus dem Osten sind die wieder inkarnierten Pythagoras (genannt von Steiner), Daniel und Kyros der Große, die S. Prokofieff nannte. Die drei zogen zu ihrem Meister aus vorherigen Leben in Babylon Zoroaster (Zarathustra), um sich vor ihm zu verbeugen, der nun als das Jesus-Kind aus der salomonischen Stammeslinie der Könige geboren wurde. Der Philosoph Pythagoras, der fast sicher Bulgare und in die Mysterien des kosmischen Denkens eingeweiht war, trug  jetzt die Gabe Gold, welche die den Astralleib reinigenden Kräfte symbolisiert. Der Prophet Daniel (ein Jude) war in das kosmische Gefühl eingedrungen und brachte Weihrauch, der die Kräfte symbolisiert, die mit der Reinigung des Ätherleibes verbunden sind. Der in den kosmischen Willen eingeweihte Kyros der Große (der von der Königin der sarmatischen Bulgaren Tomyris getötete Perser) schenkte Myrrhe – die Pflanze, die den physischen Leib reinigenden Kräfte symbolisiert. Diese Gaben wiesen auf die drei Hüllen hin, die Zarathustra bei der Taufe im Jordanfluss für den aus den geistigen Welten herabkommenden Christus aufopfern sollte.

Die zweite Gruppe ist mit dem Prinzip des Sohnes aus der heiligen Dreifaltigkeit verbunden, der in den drei Jahren vollständig in den von Zarathustra gestellten Leib eintauchte. Während seines irdischen Lebens erweckte Christus den Jungen zu Nain, den reichen jungen Mann Lazarus und die Tochter des Jaïrus von den Toten. Die Anthroposophie sagt, dass der Junge zu Nain  zum großen Meister Manes, dem späteren Parzival, heranwuchs. Lazarus verband sich mit der Entelechie des zwei Jahre früher geköpften Johannes des Täufers und wurde zum Johannes dem Evangelisten, dem späteren Christian Rosenkreutz. Vor ca. einem Jahr wurde uns enthüllt, dass in der Tochter des Jaïrus der gegenwärtige Bodhisattva Beinsa Douno selbst inkarniert war. Die rasante geistige Entwicklung der drei Persönlichkeiten in dem christlichen Zeitalter ist gerade auf diese direkte Einmischung Christi in ihr Schicksal zurückzuführen.

Die dritte Gruppe repräsentiert das Prinzip des Vaters und ist mit dem Ende des Dramas verbunden, als der Erlöser das Kreuz zum Golgatha trug, gekreuzigt, dann vom Kreuz heruntergenommen und ins Grab gelegt wurde. Die drei Persönlichkeiten, die das Kreuz direkt berührt hatten, waren Simon von Kyrene, Nikodemus und Joseph von Arimathäa. Steiner hat ihre Individualitäten nicht enthüllt. Wer sind sie?

Mit dem Kreuz der Schande beladen, ohne eine Sünde begangen zu haben, stieg Christus langsam den Hügel hinauf. Er stieß es und die Soldaten riefen einen scheinbar zufällig vorbeilaufenden Mann aus Kyrene, legten das Kreuz auf seinen Rücken und Simon wurde zum Urbild des Menschen, der nach dem Vorbild Gottes sein eigenes Kreuz zum Golgatha tragen musste, das aus dem unerlebten Karma gebildet wurde. Simon ist der wieder inkarnierte Abraham, der 2000 Jahre vorher von Melchisedek die Einweihung des ununterbrochenen Blutstromes (des Weins) bekommen hatte, der in drei mal vierzehn Generationen den für Christus bestimmten Leib (das Brot) schaffen musste. Die Zahl sieben spielt eine Hauptrolle im Mysterium der alten Juden, während ihre Sternencharakteristik („die Nachkommen sollen so zahlreich sein wie die Sterne im Himmel“), die mit der Zahl 12 verbunden ist, zweitrangig war. Während der Zeitenwende kam Simon-Abraham „vom Feld“ (dem jüdischen Volk) zurück, um das Ergebnis der Erfüllung des Gebots zwischen ihm und Melchisedek zu sehen. „Das Feld“(das jüdische Volk) hatte den Leib hervorgebracht, das Christus-Blut vom Kreuz klebte an seinem Rücken und der Kreis schloss sich – die Aufgabe der Bewahrung des Blutes wurde erfüllt! Nun mussten sich Joseph von Arimathäa und Nikodemus um den Leib kümmern. Der erste nahm ihn vom Kreuz herunter und sammelte das Blut im Heiligen Kelch, dann haben beide den Leib mit Myrrhe und Aloe eingeölt, umhüllten ihn in leinene Tücher und legten ihn ins Grab, das für Joseph von Arimathäa bestimmt war.

Nach einer Legende war der Kelch vom Geheimen Abendmahl im Sonnenorakel der Atlantis in den Händen Manus, später kam er zum Bulgaren aus Phrygien Hiram, er gab ihn der Königin von Saba Balkhis (der Königin des Volks mit dem beredten Namen “ Balkharis“), sie übergab  ihn Salomo (dessen Mutter Bathseba von den Hathischen Bulgaren stammt), damit er als ein Teil der Schätze im von ihm erbauten Tempel aufbewahrt werden konnte. Dieser Tempel war die irdische Widerspiegelung der Sternen-Gesetzmäßigkeiten, nach denen der physische Leib des Menschen aufgebaut ist.

Auf wunderbaren Wegen erwies sich der Kelch zur Zeitenwende im Haus des Joseph von Arimathäa, der sowohl in das Kosmische (Sternen)Mysterium des Fleisches als auch in das menschliche Mysterium des Blutes eingeweiht war.

Nach der geistigen Aktivierung und dem Erlebnis dieser Mysterien, die durch das in seinem Haus stattfindenden Geheimen Abendmahl hervorgerufen wurden, konnte er sie am nächsten Tag bei vollem Bewusstsein gegenüber dem Erlöser praktisch anwenden. Nikodemus, der nur in das Mysterium des Leibes eingeweiht war, half ihm dabei. Hinter Nikodemus taucht auf aufregende Weise die Königin von Saba auf, die als Bulgarin tausend Jahre früher gekommen war, um den Sternen-Tempel zu sehen und den Kelch zu berühren. Aber zur Zeitenwende war das Sternenhafte zum Menschen geworden und von seinem Blut begann ein neues Mysterium – das Gralsmysterium, auf das nur Joseph von Arimathäa vollständig vorbereitet war, der Skythianos selbst ist! Während die drei von Christus auferweckten Persönlichkeiten in den nächsten Inkarnationen einen gigantischen Sprung in ihrer Evolutionsentwicklung gemacht haben wegen der Einwirkung Christi auf sie in der Zeitenwende, ist Skythianos der einzige von den höheren Eingeweihten, der fähig war, die Synthese zwischen den Mysterien des Fleisches (der nördlichen Strömung) und des Blutes (der südlichen Strömung) vorzunehmen als Ergebnis seiner immensen vorchristlichen Evolution. Deshalb steht er am Anfang der Gralsströmung und wurde zum ersten Hüter des Kelchs!

Die hier dargestellten drei Gruppen von jeweils drei Individualitäten wurden durch eine zehnte Persönlichkeit vereinigt, die in jenem Augenblick die irdische Vertreterin der Kräfte der Himmlischen Sophia auf dem Golgatha-Hügel repräsentierte. Das ist Jungfrau Sophia. Wenn die Verbindung zwischen der Gruppe der Könige und der Gruppe der Auferweckten durch Zarathustra hergestellt wurde, der neben seinem Leib auch sein Ich für Christus opferte, um später zum Meister Jesus zu werden und sein Vermittler zwischen den Auferweckten und “ der Gruppe am Kreuz“ Lazarus-Johannes war, verlieh Jungfrau Sophia dem großen Drama die Vollständigkeit, indem sie alles Geschehende durch die Kosmische Weisheit durchdrang.

Zu ihr – der salomonischen Maria, waren die Könige gekommen, denn sie brachte Zarathustra zur Welt. Dreißig Jahre später verband sie sich mit dem Ätherleib der nathanischen Maria, der die Kräfte der Gottesweisheit enthielt und konnte zusammen mit Johannes-Lazarus unter dem Golgatha-Kreuz das erste Paar in der christlichen Entwicklung der Menschheit bilden, für das die blutsverwandtschaftliche Beziehung aufhörte, um der Bruderschaft um den Christus als Mittelpunkt Platz zu machen. In ihr traf die Weisheit der Himmlischen Sophia auf die Liebe (das Buddhi-Prinzip) von Christus, um die ganze Bedeutung des erfolgenden Mysteriums zu begreifen. Die Fähigkeit das zu begreifen wurde ihr bereits bei der vorherigen Inkarnation hineingelegt. Jungfrau Sophia ist der inkarnierte Salomo, der der herausragendste alttestamentliche Vertreter der Gottesweisheit ist und wunderbare Lobesworte auf sie sprach, aber ohne das vollkommene Glück zu empfinden, denn die Liebe war noch nicht da. Auf dem Golgatha-Hügel erlang Salomo seine Vollständigkeit! Tausend Jahre vorher wurde der bedeutendste Vertreter der Kainiten – Hiram – durch das stillschweigende Einverständnis des bekannten Abeliten Salomo ermordet, nun führte das Karma beide unter das Kreuz zusammen, von dem aus Christus sie durch das Buddhi-Prinzip verband. Die 33 Jahre früher angefangene Vereinigung der Kainiten und Abeliten durch die Könige und Hirte in der Person Johannes‘ und der Jungfrau Sophia wurde endgültig vollzogen, damit Johannes das größte Buch aller Zeiten schreiben und jenes geistige Paar der menschlichen Geschichte sich formieren konnte, das eine wichtige Rolle in unserem späteren Schicksal zu spielen hatte. Neun Jahrhunderte später setzten sie den Anfang einer esoterischen christlichen Strömung, die Mitteleuropa gründlich erschütterte. Aber bis dahin mussten viele Ereignisse passieren, bei denen unsere Hauptperson Skythianos aktiv mitwirkte.

Im zweiten Jh. inkarnierte er wieder in den Händler Skythianos aus Skythien, der im ägyptischen Alexandria vier Bücher schrieb, die später über seinen Schüler Therebinthus Mani erreichten – dem Begründer des Manichäismus. Wir nennen ihn Skythianos, denn unter diesem aus dem bulgarischen Verb ’skitam‘ stammenden Namen war er im frühen und späteren Mittelalter bekannt. Im Brief aus dem zehnten Jh. des Patriarchen von Konstantinopel an den bulgarischen Zaren Peter I. wurde er auch als Skythian erwähnt. Im Manichäismus vereinigten sich das östliche Mysterium (die Weisheit der Atlantis) und das Gralsmysterium auf eine solche Weise, dass sie eine Strömung begründeten, deren Bedeutung für die menschliche Evolution erst in der sechsten Wurzelrasse verstanden werden wird. Ob Mani etwas mit den Bulgaren zu tun hat, können wir nicht mit Sicherheit behaupten, aber dass der Skythe Skythianos ein Bulgare war, steht außer Verdacht, wenn wir bedenken,  was die alten Autoren wie Aristophanes, Prokopios, Strabon, Cassius Dio, Theophylakt von Ohrid, Stephanos von Byzanz u.a. über die Beziehung zwischen den bulgarischen Thrakern und den Skythen sagen.

Im vierten Jh. war Skythianos wieder inkarniert und nahm zusammen mit Manes, Zarathustra und Buddha (auf geistige Art) an jenem außerordentlich wichtigen Konzil an der Westküste des Schwarzen Meeres teil, wo die weitere christliche Entwicklung Europas erörtert wurde.  Neben dem Beschluss über die zukünftige Gründung des Rosenkreuzertums als den Einweihungsweg in der fünften Kulturepoche war ein weiteres wichtiges Thema die Frage der Formierung einer slawischen Gemeinschaft und konkreter des Christus-Volkes. Das Christus-Volk bildete sich erst im neunten – zehnten Jh. auf dem Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres heraus, wo einige Jahrhunderte vorher das alte Große Bulgarien bereits existiert hatte und im Laufe von 515 Jahren vor dem Jahr 681 durch Personen mit „rasierten Köpfen“ angeführt wurde. Ebenfalls dort wirkte das von Skythianos geleitete Zentrum für Inspirationen und Einweihungen, wo in einem engen Kreis von Schülern er die Erfahrung weitergab, die er infolge des geistig Erlebten in den drei Jahren und seiner Teilnahme an der Gründung der Gralsströmung gesammelt hatte. In den Bulgaren formierte er auch eine besondere seelische Einstellung zur Aufnahme des Christus-Impulses, indem er in ihre Empfindungsseele den Geist des Grals hineinlegte, denn nur in ihren Tiefen zeigt sich das Göttliche in seiner wahren geistigen Form. Eine solche geistige Transformation ist ohne die Mithilfe der Schutzengel der jeweiligen Personen kaum möglich und Skythian hat zusammen mit ihnen gewirkt. Aber nicht nur das!

Steiner sagt, dass Skythianos “ das lehrt, was leitet von Ewigkeit zu Ewigkeit“ und dass er wie kein anderer das Geheimnis des physischen Leibes kennt. Er konnte die gesamte Entwicklung unseres Sonnensystems umfassen vom alten Saturn bis zum künftigen Vulkan und die Zustände von „Ungeborensein“ und „Unsterblichkeit“ verbinden, die der Mensch in der Mitternachtsstunde des Daseins empfindet, wenn er eine christliche Einweihung in seinem irdischen Leben erfahren hat. Als der Hüter des Mysteriums der Weltmitternacht, die die Empfängnis unseres physischen Leibes auf dem alten Saturn und das Erreichen seiner vollständigen Vergeistigung und Unsterblichkeit auf dem Vulkan umfasst, konnte Skythianos auf eine besondere Art die physische Körperlichkeit der Bulgaren beeinflussen und zwar dort, wo die Einmischung der Erzengel obligatorisch ist. Auf diese Weise wurde durch die physische und seelisch-geistige „Bearbeitung“ der Boden vorbereitet für die bevorstehende Erscheinung des Christus-Volkes seit dem 9.-10. Jh., dessen eigentliche Formierung nach der Gründung der Kiewer Rus durch das bulgarische Geschlecht Rjurik begann. Es wird nur erwähnt, dass Igor Olga zur Frau nahm – eine Nichte von Simeon dem Großen. Ihr Sohn Swjatoslaw hatte sich den Kopf auf eine für die Bulgaren typische Art rasiert und trug eine Kika (eine lange Haarsträhne).

 

starobulgarska kika

Die altbulgarische männliche Haartracht: kahler Kopf mit Kika

Quelle: samoistina.com

Swjatoslaws Sohn Wladimir – der Täufer der Rus war mit der bulgarischen Prinzessin Ana verheiratet (die Tochter des Zaren Peter I. und der romäischen Prinzessin Irina-Maria). Von ihrer Ehe, die eine Blutmischung zweiten Grades darstellt, stammen die ersten russischen Heiligen Boris und Gleb. Der christliche Kult, das Christentum, kam zum Christus-Volk ebenfalls aus Bulgarien und nicht aus Konstantinopel, wobei er auf intensive Weise über den Volkserzengel auf den Ätherleib der an ihm Teilnehmenden einwirkte. Das geschah sowohl wegen des esoterischen „Sophiencharakters“ des Kultes, als auch wegen des Gebietes, auf dem er praktiziert wurde. Und dieses Territorium hat eine besondere okkulte Geografie! Dort ist der Schnitzpunkt eines Weltkreuzes, das von den vier wichtigen geistigen Orten der Erde gebildet wird: im Westen die irische Insel mit den hybernischen Mysterien, im Osten das Tarimtal mit Manu, im Norden – das Weiße Meer mit den Drottenmysterien und im Süden – der Golgatha-Hügel mit Christus. In diesem Raum wanderte Skythianos umher (bg. „skitasche“), aber das Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres ist besonders geeignet zur Entwicklung eines reinen Astralleibes (genauer gesagt einer Empfindungsseele), in der der Gralsgeist aufleben kann. Auch ist dieser Raum geeignet zum Eintreten hinter den Vorhang der Außenwelt und Eindringen in die kosmischen Mysterien. Unter den zukünftigen Slawen legte Skythianos eine Weltanschauung, die fünf Schichten der geistigen Welt einschloss – die ätherische, astralische, das niedere Devachan, das Höhere Devachan und die Vorsehung (wo die Loge der zwölf Bodhisattvas ist), die sich mit dem Gralsgeist in der Empfindungsseele verbinden und unbewusst auf eine für jene Entwicklungsetappe geeignete Weise zu einer Synthese der beiden nachatlantischen geistigen Strömungen führen sollte. In diesem Werk ist Skythianos der beste unter den Lehrern…

Aber er befasste sich nicht nur mit der Formierung des Slawentums und des Christus-Volkes, sondern er war der erste Helfer des ehemaligen keltischen Erzengels bei der Gründung der esoterischen christlichen Lehren, die durch das Geheimnis des Heiligen Grals und das später entstandene Rosenkreuzertum wirken sollten. Das Rosenkreuzertum entstand in Arbanassi im Schoß des Bogomilentums und Skythianos war einige Jahrhunderte lang der Lehrer dieser Mysterien im Westen. Zur Gründung des Bogomilentums selbst nahm das Paar Jungfrau Sophia – Johannes der Evangelist als die beiden „Syrer“ teil, die die ersten sechs Bogomilen in die Gralsmysterien einweihten. Das Geheimnis der konkreten Rolle Skythianos‘ bei diesem geistigen und realen Akt bleibt bisher ungelöst. Aber es ist wichtiger zu verstehen, dass er nach dem Golgatha-Mysterium sowohl „räumlich“ als auch „zeitlich“ zur Entwicklung des esoterischen Christentums beiträgt. „Räumlich“ meint, dass er diese geistigen Strömungen nach Europa, Kleinasien u.a. verbreitet und „zeitlich“ meint,  dass er ihre geistigen Früchte in die zukünftige sechste Kulturepoche überträgt, – die Epoche, wenn der Mensch den rechtmäßigen Kontakt mit den Göttern durch seine vergeistigte Bewusstseinsseele wieder aufgenommen haben wird.  Die wichtigste Aufgabe vor Skythianos im heutigen Augenblick ist die räumliche Verbreitung des Anfang des 21. Jh. aus Bulgarien ausgestrahlten Heiligen Impulses zur Rettung des geistigen Lebens der Menschheit. Dieser Impuls besteht in der freien Ich-Synthese der Anthroposophie (des gegenwärtigen Rosenkreuzertums) und des Bodhisattva-Werks (des gegenwärtigen Manichäismus)! Nur auf diese Weise kann der Mensch auf eine der michaelischen Zeit adäquate Weise die Synthese der zwei nachatlantischen geistigen Strömungen vornehmen, das zurückkehrende erneuerte Palladium berühren und als Träger des Gralsgeistes in seiner Bewusstseinsseele dem bereits inkarnierten Ahriman vorbereitet entgegentreten. Die Weiße Bruderschaft hat dem russischen Volk die Mission auferlegt, bis zum Eintreten der sechsten Kulturepoche das Wesen des Grals als religiöses System und Kulturferment der ganzen Erde auszuarbeiten. Aber der Weg zur Erfüllung dieser Aufgabe führt obligatorisch zum Gewahrwerden und Verwirklichen der besagten Synthese. Die besten Bedingungen zu ihrer Realisierung gibt es jedoch auf dem mit der Geistigkeit aller Epochen der Menschenentwicklung verbundenen bulgarischen Boden.

In der vorchristlichen Zeit fanden beide nachatlantischen Strömungen ihre herausragendste bulgarische Erscheinungsform in den Mysterien von Apollo und Dionysos und dem bahnbrechendn Versuch des Buddha-Orpheus, beide zu verbinden. Danach machten die bulgarischen Bogomilen die christliche Synthese zwischen der Artus- und der Gralsströmung unter den Bedingungen der auf die Erde heruntergestiegenen Kosmischen Intelligenz, damit wir heute zum Heiligen Impuls kommen können, der durch eine persönlich angeeignete Kosmische Intelligenz verwirklicht wird. Auf diese Weise bedankt sich das privilegierte bulgarische Volk durch ausgewählte Vertreter für die großen Bemühungen, die Skythianos unternommen hat und unternimmt für die Leitung der Menschheit, die er zur sechsten Kulturepoche führen will. In dieser Epoche wird jeder durch das persönliche Hellsehen des Christus die Kommunion mit dem geistigen „Brot“ und „Blut“ von ihm erhalten, um viel tiefer in das Kosmische und Menschliche Mysterium einzudringen, deren Gesamtheit das zukünftige Gralsmysterium ist.

Der Sinn dieser Konferenz für die nahe Zukunft besteht darin, zu einem Instrument Skythianos‘ zu werden zen Mysterien der zukünftigen Gottesmenschheit sein wird!wecks territorialer Verbreitung des Heiligen Impulses vom Anfang des 21. Jh., damit die siechende internationale Anthroposophische Gesellschaft mit Geist erfüllt wird und wir mit diesem Heiligen Geist dem Antichristen vorbereitet entgegentreten können. Wenn der Austausch zwischen West-Mittel- und Osteuropa, der den Namen „Die Seele Europas“ trägt, zum Pfingsten für die internationale Anthroposophische Gesellschaft wird, dann haben wir die Gottes Vorsehung für sie erfüllt und den Weg gebahnt zu den Mysterien des Heiligen Grals in der sechsten slawischen Epoche, die der Samen für die sechste Wurzelrasse und die großen manichäischen Mysterien der zukünftigen Gottesmenschheit sein wird!

Die Bodhisattvas – 4. Teil

 izvora ryce, koito davat

                          Die Quelle „Hände, die geben“ im Rilagebirge

In der Sonnensphäre schuf Erzengel Michael die Schule des Kosmischen Christentums und unten erwiderte Ahriman das durch die Gründung seiner unterirdischen Schule, aus der jegliche materialistische Impulse ausgingen. Das Bogomilentum schien auf dem äußeren Plan verschwunden zu sein, aber es existierte esoterisch weiter über das Rosenkreuzertum bis zum Anfang des 20. Jh. Es kamen die Reformation, die Aufklärung und die industrielle Revolution auf, und die Bulgaren schienen wegen ihrer Sünde gegenüber den Bogomilen seitens der Herrscher und Kirchenführer aus der Evolution ausgeschlossen worden zu sein. Bulgarien hörte auf zu existieren am Anfang des Zeitalters der Bewusstseinsseele. Ein Jahr, bevor das Zeitalter des Erzengels Michael begann, ist das Land wieder aus dem Nichts auferstanden und die Ich-Führung der Menschheit übernommen, denn der Bodhisattva war hier! Das bulgarische Volk hatte das Elohim-Gebot erfüllt und das Gefäß für den Hauptboten Christi auf Erden vorbereitet. Und es taucht gleich die Frage auf, welches Ich sich im Körper Peter Danovs verbarg. Es war der inkarnierte Boris I.! Im Jahre 1897 begann sich mit dem von diesem Ich bewohnten Leib auch das Ich des Bodhisattva zu verbinden und ein Jahr später wandte sich der Elohim wiederholt an das bulgarische Volk in Varna über die Seele, die ihm 1000 Jahre früher zugehört hatte, aber nun zusammen mit dem Ich des zukünftigen Buddha Maitreya zuhörte. Auf die Frage, wie es möglich war, dass das bulgarische Volk nicht von der Weltbühne während der fünf Jahrhunderte dauernden geistigen Finsternis unter der osmanischen Herrschaft verschwand und das geistige Gespräch im Jahre 1898 in Varna stattfand, antwortete der Elohim selbst: “ Bei allen Leiden und Prüfungen habe ich euch mit meiner Hand unterstützt und euch Kraft und Geistesstärke verliehen, damit ihr nicht den Mut verliert und im Sumpf des Lebens und der Verzweiflung völlig untergeht. Und am Ende eurer lange dauernden Prüfung, als der Himmel entschieden hatte, nach dem Ermessen der Vorsehung Gottes euch von der schweren Sklaverei zu befreien, war ich der erste, der kam, um für euch einzutreten, euch zu befreien, wobei ich vermutete, dass ihr die geschenkte Wohltat nutzen werdet, um die Vergangenheit wieder gutzumachen“. Trotz des Missbrauchs der „Gaben der Freiheit“ durch die Bulgaren nach der Befreiung vom türkischen Joch sprach der Elohim wieder. 1000 Jahre vorher hatte er Boris gegenüber den Plan zur Schaffung der Slawischen Gemeinschaft und konkreter des “ Christus-Volks“ entworfen. Nun hörte dasselbe Ich, jedoch nicht über die Empfindungsseele, sondern über die Bewusstseinsseele der Fortsetzung des Plans zu, den der Elohim in seiner Eigenschaft als führender Geist der bereits entstandenen slawischen Familie aussprach. Über Russland sagte dieser, dass Gott ihm „eine große Zukunft vorbestimmt hat, damit sie seinen Willen zu eurem Ruhm (der Bulgaren) und zum Ruhm seines Reichs erfüllt. Ihr werdet von Russland Tribut  empfangen wie Melchisedek von Abraham“. Und in den Worten, die an die Gemeinschaft des Wortes gerichtet waren, wurde der Menschheit zum ersten Mal der bevorstehende Beginn der zweiten Ankunft Christi verkündet:

„Begreift die unabänderliche Wahrheit, dass die Erhebung des slawischen Geschlechts eine für alle notwendige Erhebung ist, die Gott selbst für seinen Auserwählten tut, den Führer der Erlösung, der bald unter euch in seinem vollen Ruhm und seiner vollen Macht erscheinen wird, um das ewige Reich des Friedens, das Reich Gottes auf Erden wieder herzustellen.

Elf Jahre später begann Rudolf Steiner, durch den Bodhisattva inspiriert, den Ätherischen Christus zu verkünden, denn vor dem „Gespräch“ in Varna war er zum ersten Menschen geworden, der sich auf sein eigenes Ich stützend bei vollem Bewusstsein durch das Denken den richtigen Weg zur Verbindung mit den geistigen Welten in der fünften Kulturepoche bahnte, so wie wir ihn aus der „Philosophie der Freiheit“ kennen. Dank dieser Leistung erhielt die Erdenmenschheit die Geisteswissenschaft, ohne die ihre weitere Entwicklung unmöglich ist. Das war die dritte Offenbarung, die Christus den Menschen gegeben hat. Die erste war in der dritten Kulturepoche über den Mondelohim Jehowa, sein „Mondgesicht“ Erzengel Michael und Moses in der Form der „Zehn Gebote“ vom Berg (im geistigen Sinne) Sinai, bei der zweiten Offenbarung (in der vierten Kulturepoche) stieg Christus in Jesus hinunter durch die sechs Sonnenelohim, erlebte das Golgatha-Mysterium und bezeugte sein irdisches Dasein durch die Niederschrift der Evangelien, während Michael in dieser Zeit auf der Sonne weilte. Die dritte Offenbarung – die Geisteswissenschaft – folgte dem zweiten (übersinnlichen) Golgatha, dem Hinunterstieg Erzengel Michaels in die der Erde nächsten geistigen Welt und seiner Erhebung in die Archai-Stufe, sowie der Übernahme der neuen Rolle der Elohim in der fünften Kulturepoche. Während der ersten Offenbarung regierten sie über die Gedanken-Kräfte des Kosmos. Vier Jahrhunderte vor der zweiten Offenbarung begann die Übernahme dieser Regierung durch die Archai wegen der bevorstehenden Individualisierung des menschlichen Denkens nach der Ankunft des Erlösers. Der Prozess dauerte fast bis zum Anfang des 15. Jh., aber sein spezifischer Höhepunkt war im vierten Jh.n.Chr., als das Konzil der vier großen Meister stattfand. Inzwischen verzichtete Michael auf die Kontrolle über die von ihm regierte Kosmische Intelligenz. Die beiden Prozesse wurden unten im Konzil widerspiegelt, der den Plan zur Reaktion der Menschheit unter den neuen Bedingungen entwarf. Und bei der dritten Offenbarung hatten die Elohim bereits ihre Rechte den Archai delegiert und bereiten sich seit diesem Zeitpunkt darauf, sich in Geister der Bewegung zu verwandeln.

Hier ist es angebracht, eine nicht allzu ausführliche Erläuterung der „Gedanken-Kräfte des Kosmos“ und der „Kosmischen Intelligenz“ zu geben. Die Quelle der Erkenntnis über die Wesenheiten in der ganzen Schöpfung Gottes ist der heilige Geist aus der Heiligen Dreifaltigkeit. Dieser beinhaltet die „Gedanken-Kräfte des Kosmos“ und wird äußerlich für uns über die dritte Götterhierarchie widerspiegelt – Archai, Erzengel und Engel, und ihre inneren „Widerspiegelungen“ in der zweiten Hierarchie (die die äußere Widerspiegelung des Logos ist) sind die Elohim. In den vorchristlichen Zeiten waren die Elohim die „Gedanken-Kräfte“, die auf eine automatische (unfreie) Weise visionäre Imaginationen  im Menschenbewusstsein hervorriefen. Die Einwirkung erfolgte von außen, auf natürliche Weise, denn sie sind so mächtig, dass sie beim direkten Eintritt in das Gemütsleben des Menschen sein Ich-Bewusstsein geradezu löschen könnten. Wir können nur rätseln, was Boris empfunden haben mag, als der Elohim direkt in sein individuelles Bewusstsein eingedrungen ist, aber seine nachfolgenden Taten sprechen Bände! Das „Werkzeug“ für dieses Eindringen ist die Kosmische Intelligenz, die das „Produkt“ der Himmlischen Sophia ist. Die Himmlische (Kosmische) Sophia selbst ist ein Gruppenwesen, das im Laufe der Entwicklung unseres Sonnensystems formiert wurde. Ob andere „Sophien“ im Kosmos existieren, ist bisher nicht bekannt, aber mit Sicherheit wäre ohne das von ihr geschaffene „Werkzeug“ die Möglichkeit zur Herstellung einer bewussten Verbindung zwischen dem Menschen und den Gedanken-Kräften des Kosmos nie eingetreten. Bildhaft ausgedrückt, „kondensiert“ die Himmlische Sophia den Heiligen Geist bis zu einer gedanklichen Substanz, die ihr herausragendster Sohn Michael im Laufe von Äonen bewachte und sie uns während der eingetretenen christlichen Entwicklung überbrachte als einen dem Christus-Vorbild folgenden Aufopferungsakt seinerseits.

Mit der Übernahme der Kontrolle über die Gedanken-Kräfte des Kosmos durch die Archai und der Verwandlung der Kosmischen Intelligenz in irdische Intelligenz befürchteten die Götter berechtigterweise, ob wenigstens ein Mensch auf Erden zu finden sein würde, der fähig sein könnte, auf eine den neuen geistigen Gegebenheiten entsprechende Weise den Kontakt zu ihnen zu suchen. Während das in der alten Zeit durch die Elohim im Menschenleib hervorgerufene Hellsehertum eine Frage der Physiologie war, wurde es nun zu einer Frage der Pathologie. Die Imaginationen mussten persönlich vom Ich von innen erlangt und nicht von außen hervorgebracht werden. Das Ich wurde zur „Gottheit“, die durch die reinen Gedanken die Imaginationen schafft und sie den Archai bietet, damit die Verbindung mit den Gedanken-Kräften des Kosmos rechtmäßig hergestellt werden kann, d.h. der Heilige Geist muss als Offenbarung ins Ich, in die Seele und den Menschenleib eintreten, ohne dass das individuelle Wachbewusstsein des Menschen erlischt. Wenn der Geist spricht, so kommt er zum Vorschein entweder als eine Imagination begleitet durch die Intuition oder als eine Inspiration begleitet durch die Intuition oder als die drei gleichzeitig. Aber die Intuition muss obligatorisch da sein und die Richtigkeit der empfangenen Offenbarung bezeugen. Von den Vertretern des Heiligen Geistes in der dritten Götterhierarchie besitzen nur die Archai ein entwickeltes intuitives Bewusstsein und sie sind es, die die Wahrhaftigkeit jeder wahren Offenbarung „bezeugen“, die der Suchende empfängt, begreift und in Begriffe einkleidet, um sie der Menschheit „mitzuteilen“. Da wir gegenwärtig im Zeitalter Michaels leben, der schon zu den Archai gestiegen ist, können wir den neuen Weg zum Himmel berechtigterweise den „Michaelsweg“ nennen. Der Erste Mensch, der ihn praktisch benutzt hat, ist Rudolf Steiner, der dadurch die Dritte Offenbarung Christi an die Menschen ermöglichte.

Es taucht die Frage auf, welche Rolle die Bodhisattvas in den drei Offenbarungen Christi spielen, wobei für uns mit Rücksicht auf die bevorstehende Begegnung mit Ahriman die Tätigkeit des siebten Bodhisattva im 20. Jh. besonders wichtig ist. Das Erscheinen der Ersten Offenbarung fällt mit Orpheus’ Zeit zusammen, als der Bodhisattva sich über sein irdisches Gefäß erhob. Moses stieg auf den „Berg“, um mit seinem „Mondbewusstsein“ die Gebote des Mondelohim Jahwe über den „mondischen“ Erzengel Michael zu empfangen. Michael ist nicht nur der Mitarbeiter Christi, sondern gehört auch zur Himmlischen Sophia, über die der Logos zur Erde hinunterstieg. Bis zur Zeitenwende widerspiegelten die Bodhisattvas auch 2mondisch“ die Weisheit Gottes über die dritte „modische“ Götterhierarchie, zu der Michael gehört. Da der Gotteswille in der Erdensphäre bekannterweise durch die Bodhisattvas erfüllt wird, müsste der fünfte von ihnen (der zukünftige Orpheus) geistig bei der Dekalogübergabe da gewesen sein.

Seine zweite Offenbarung machte Christus auf dem physischen Plan, indem er sie durch den Tod und die Auferstehung versiegelte und sich anschließend für immer mit der Erde und der Menschheit verband. Nach Christus verließ Michael die Sonne (erstarb für sie) und folgte der Kosmischen Intelligenz, um in die der Erde nächstgelegene geistige Welt hinunterzusteigen, wo er wieder Ahriman besiegte, als Archai „auferstand“  und zum „Sonnenbild“ Christi wurde. Nach dem Verpflanzen der Kosmischen Intelligenz in den Menschen im 15. Jh. durch die erste Götterhierarchie, wurde das „Gewand“ der Himmlischen Sophia in der nachfolgenden materialistischen Entwicklung ahrimanisiert, sie „erstarb“ für uns und wartet auf ihre „Auferstehung“. Der siebte Bodhisattva (die Tochter des Jaïrus) war ebenfalls in der Zeitenwende physisch tot, aber er wurde durch Christus auferweckt, um sich mit seiner Kraft im Ich auf die Dritte Offenbarung und die zukünftige „Auferstehung“ der Sophia vorzubereiten. Trotz seines Hinunterstiegs in allen Jahrhunderten blieb er scheinbar unbemerkt. Er nahm an allem geistig  Bedeutenden teil, ohne in den Vordergrund zu treten. Wie der Christus-Impuls, der sich in den unbewussten Tiefen der Menschenseelen „verbarg“, wirkte er dort, bewegte die Evolution in der Erwartung des Zeitalters, in dem er in unserem Wachbewusstsein auftauchen und uns zum dritten Mal nach dem Erleben des neuen Golgatha zeigen konnte.

Gegen Ende des 19. Jh. „saugte“ Christus die dunkle Sphäre materialistischer Gedanken „auf“, die die Erde umgab, verarbeitete sie auf eine manichäische Weise und strahlte geistiges Licht aus, wobei sein Astralbewusstsein in der nathanischen Seele (wo es sich nach der Zeitenwende befand) erlosch. Es folgte eine Auferstehung wieder in der nathanischen Seele, aber diesmal als Ätherbewusstsein im Lichtäther. Die nathanische Seele vollbrachte ihr fünftes Opfer und der Christus im Ätherischen wird in den nächsten 3000 Jahren immer sichtbarer für den geistigen Menschenblick werden. Ihn hat zum ersten Mal der Elohim dem Bodhisattva 1898 verkündet, der ihn dann Rudolf Steiner verkündete. Steiner sagte unmissverständlich, dass er die Ausdrücke benutzt, die er den Inspirationen des Bodhisattva selbst entnimmt, die zeigen, wie die zukünftige Ankunft Christi sein wird. 2000 Jahre vorher hatte Jeschua ben Pandira die physische Ankunft des Erlösers verkündet, nun sprach Beinsa Douno über die Ankunft Christi „über die Herzen und Seelen“ der Menschen, die ein hohes Ideal besaßen. Wenn die „Tochter des Jaïrus“ in der Seele des heutigen Menschen erweckt wird, bringt die Geisteswissenschaft den Astralleib in Bewegung, der Mensch geht vom Denken mit dem physischen zum Denken mit dem Äthergehirn über (später mit dem ganzen Ätherleib), damit ihm der Bodhisattva-Schlüssel enthüllt wird, der das Tor zum ätherischen Christus aufschließt. Rudolf Steiner benutzt denselben Schlüssel! Die Anthroposophie liefert das Wissen, ohne das man nicht frei im Denken wird, sich als individuelles, spezifisches Geistselbst erkennen kann. Die richtige „Benutzung“ der Geisteswissenschaft verwandelt unser Astralleib in das Geistselbst. Der Bodhisattva-Impuls wirkt an der Transformierung des Ätherleibes in den Lebensgeist und treibt die Seelen unvermeidlich zur Bildung einer Bruderschaft um den „Thron des Lammes“, in dem sie sich auch äußerlich zu ähneln scheinen. Es scheint, als ob sie gleich sind („nicht ich, sondern der Christus in mir“), denn alle tragen „weiße Gewänder“ und erkennen sich gegenseitig wegen der Treue zum „Lamm“. Die Anthroposophie, das sind der Heilige Geist und die Freiheit und der Bodhisattva ist das „Wort“ und die Liebe. Die Liebe ist ohne Freiheit nicht möglich. Wir können überzeugt sagen, dass die Hauptaufgabe der Anthroposophie darin besteht, uns zum siebten Bodhisattva zu führen, durch  den wir uns mit dem ätherischen Christus verbinden, um nicht nur dem inkarnierten Ahriman entgegentreten, sondern auch den Anfang der eigentlichen „Auferstehung“ der Himmlischen Sophia setzen zu können. Diese wird sich dann mit den Göttern der ersten Hierarchie verbinden und der Kosmos wird zum einheitlichen Organismus mit dem Christus als Zentrum, der die Erdenmenschheit als zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe mit einschließt.  Dann werden wir auch das Vater-Prinzip erreichen, in dem jeder wieder eine Chrisus-durchdrungene Individualität sein wird, denn „niemand kommt zum Vater außer durch mich“. Zum ersten bewussten „Spatenstich“ für diesen grandiosen Bau waren die Opfer von Rudolf Steiner und Beinsa Douno notwendig. Welche Opfer machten sie und worin unterschieden sich diese?

Gegen Ende des 19.Jh. hatte Rudolf Steiner sein Ich dermaßen mit dem Christus-Impuls durchleuchtet, dass er sich das Recht auf eine persönliche Begegnung mit Christus erlangte. Nach dieser Begegnung „erlaubte“ er den Göttern während drei siebenjährigen Perioden von 1902 bis zur Weihnachtstagung, jeweils durch seinen Astral-, Äther und physischen Leib zu wirken, damit die Menschheit die Geisteswissenschaft erhalten konnte. Auf der Weihnachtstagung selbst „holte“ er aus der geistigen Welt den Gral „herunter“ und tauchte ihn in die Seelen und Herzen der anwesenden Anthroposophen als ein „dodekaedrisches imaginatives Liebesgebilde“. Dieser Michaelische Gral ist der Grundstein der Anthroposophischen Gesellschaft, dessen Kraft zur Gegenwirkung gegen den verkörperten Ahriman ausreichen sollte. „Von oben“ wird aber „behauptet“, dass der Grundstein nicht ausreicht, um dem Ahriman entgegenzutreten! Warum? Denn neben der Weihnachtstagung fand im 20. Jh. auf der Erde noch ein herausragendes geistiges Ereignis statt, das die Menschheit völlig außer Acht gelassen und nicht begriffen hat. Ohne das Ergebnis dieses Opfers kann niemand Ahriman widerstehen. Worum geht es?

Am 04.05. 1936 waren der Bodhisattva Beinsa Douno und zwei seiner Nachfolger im Salon des Zentrums „Izgreva“ und musizierten. Es war ein Montag – der Tag des Mondes. Mit verdunkeltem Mondbewusstsein sprang ein Mitglied der Partei „Demokratische Eintracht“ Alexander Zankovs über den Zaun, zerschlug die Fensterscheibe zum Empfangsraum und verprügelte um 15:25 den Meister, der auf der linken Kopfseite (Luzifer) Schläge bekam, aber partiell rechtsseitig gelähmt wurde (Ahriman ist Luzifers Karma). Am 12.07., am Petrustag war der Meister in Sofia, sagte aber überraschend: „ Wir fahren ins Rilagebirge!“. Die Gruppe der Weißen Bruderschaft ging am 16.07. um 5:30 los. Einen Monat lang schrieb Beinsa Douno ins Heft der Stenografin Savka Keremidtschiewa eigenhändig mit seiner gelähmten rechten Hand Strich für Strich, jeden Tag einen Strich, den Satz „Gott ist Liebe“. Es sind elf Buchstaben („Богь е Любовь“). Ahriman benutzt die Zahl elf besonders intensiv im 20. und Anfang des 21. Jh. für seine Höllenpläne. Der niedergeschriebene Satz hatte aber die entgegensetzte Wirkung. Nach dem letzten Strich wurde der Meister auf wundersame Weise wieder gesund und sprach die geheimnisvollen Worte „Hier war mehr als Golgatha“ aus. Die Brüder und Schwestern waren begeistert, sie sangen ein Lied und gingen von seinem Zelt zur Quelle „Hände, die geben“. Der Liedtext ist vielsagend:„Von Gott gesegnet du, Meister der Liebe.Willkommen, willkommen, Meister der Weisheit!“

Für das Fest am 19.08. waren alle in Sofia versammelt, wo Beinsa Douno die inspirierende Rede „Um ihnen Leben zu geben“ hielt. Dass der siebte Bodhisattva der Meister der Liebe und Weisheit ist, d.h. der Wahrheit, steht außer Zweifel, aber wie ist es möglich, dass das Geschehene „mehr als Golgatha“ ist? Was geschah eigentlich?

Wie bereits erwähnt, ist die nathanische Seele (Jesus von Nazaret) das einzige Wesen, dessen drei Leiber schon durch das Christus-Ich vollkommen durchdrungen und vergeistigt wurden. Nach Pfingsten verband sich das Christus-Ich als Impuls über den Heiligen Geist mit dem Ich jedes Menschen und wartete darauf, dass die Seele ihn „entdeckt“, damit sie zusammen die menschlichen Leiber zu vergeistigen beginnen. Erst im 20. Jh. ist das frei erreichbar und Steiner führte es uns mustergültig vor. In den vergangenen Jahrhunderten seit dem Golgatha-Mysterium wurden in die Astral- und Ätherleibern bestimmter Menschen als „Platzhalter“ die in der geistigen Welt aufbewahrten Widerspiegelungen des Astral- und Ätherleibes des Christus Jesus eingeprägt, was diese Menschen zu Heiligen machte. Seit dem Beginn des michaelischen Zeitalters wurde dem Menschen möglich, in sein Ich die in der geistigen Welt aufbewahrten Widerspiegelungen des Abbilds des Christus-Ich in den Hüllen Jesu zu empfangen, wenn er in seinen früheren Leben ein inniges Verhältnis zum Gralsmysterium hatte oder zumindest intensiv an das Golgatha-Mysterium dachte. Das Christentum begann zum Ich-Christentum zu werden. In gewisser Weise erhielt als erster der Lieblingsschüler Christi unter dem Golgatha-Kreuz dieses Abbild. Im zehnten Jh. spürten die erhabensten Bogomilen auch seine Kraft, die später in Arbanassi die Leiber des wieder inkarnierten Johannes intensiv durchzog (s. auch die Vorlesung „Die große Schlacht auf Erden“). Aber die wahre Ich-Wirkung des Abbilds konnte erst nach dem Einzug des michaelischen Zeitalters zur Geltung kommen, als Steiner ihn bei vollem Bewusstsein erhielt, nachdem er aus eigener Kraft über das Denken den Weg zur geistigen Welt für die Menschheit abgesteckt hatte. Der siebte Bodhisattva hatte zweifellos eine tiefste Verbindung zum Mysterium des Göttlichen Blutes bei allen seinen Hinabkünften seit der Zeitenwende. Aber die Frage ist, wie diese Verbindung zur Geltung kam, so dass er diesen mysteriösen Satz 1936 ausgesprochen hat? War das nur die Erhaltung des Abbilds oder steckte noch etwas anderes dahinter?

Wir erwähnten bereits das zweite manichäische Golgatha Christi am Ende des 19. Jh., das in der uns nächsten geistigen Sphäre stattfand und neues geistiges Licht im Menschenbewusstsein hervorbrachte. Von dem Anthroposophen Jesaiah Ben-Aharon sind uns seine Erfahrungen bekannt, die die Fortsetzung des zweiten Golgatha Christi während der Zeitspanne 1933-1945 beweisen. Schon nach 1909 sprach Steiner über den Ätherischen Christus und darüber, dass er seit Anfang der 30er Jahre des 20.Jh. für bestimmte Menschen mit neuen übersinnlichen Fähigkeiten sichtbar sein wird, die in den nächsten 2500 Jahren auch bei den restlichen Menschen als eine natürliche Begabung entfaltet werden. Diese Fähigkeiten mussten durch die anthroposophische Anschauung beherrscht werden, denn andernfalls wäre das Tor für das Böse geöffnet worden. Die Menschheit war nicht vorbereitet, die dritte Offenbarung Christi zu empfangen, auf de Erde taten sich die Tore zur Hölle auf und das „Tier“ zeigte sich aus dem „Abgrund“. Aber nur in diesem Zustand völliger Verzweiflung konnte von unten nach oben die brennende Frage nach der Natur und Zukunft des Menschen ausgestrahlt werden. Aus eigener okkulter Erfahrung kann ich die Existenz dieser Frage bestätigen. Der Ätherische Christus hat sie gehört. Von hohem Mitgefühl bewegt, beschloss er, sich aufopfernd für immer mit dem Tier im Menschen zu verbinden und dieses künftig in Gutes zu transformieren, wenn das menschliche Ich es zulässt. Christus brauchte aber eine Brücke, über die er hinuntersteigen konnte. Die kleine Gemeinschaft menschlicher Iche, die Michael treu sind, befand sich in der geistigen Welt und sah mit tiefster Sorge auf das Bacchanal des Bösen und die Millionen Opfer. Diese Gruppe von Michaeliten formulierte und sprach diese Frage aus. Danach öffnete sie, von moralischer Kraft erfüllt, ihre Herzen für die Ströme aus dem ätherisierten Blut der Opfer, verband sich mit ihm und errichteten eine Ätherbrücke, über die der Ätherische Christus in den Drachen des Tieres hineinstieg, damit neue Kräfte im menschlichen Ich zur Bekämpfung des Bösen aufkommen konnten. Außerdem wurde die Sonne als eine neue Sonne im ätherischen Kosmos geboren. Welche Rolle spielte der Bodhisattva bei diesem Mysterium?

Die Michaeliten beobachteten mit ihrem geistigen Blick den Hinunterstieg des Ätherischen Christus über die von ihnen geschaffene Ätherbrücke, aber es war notwendig, dass jemand eine physische Brücke zu den Leibern der Erdenmenschheit baute. Das tat der Meister Beinsa Douno. Vor dem ersten Golgatha war das Makrokosmische Christus-Ich hinuntergestiegen und hatte  den Astral-, Äther- und physischen Leib der nathanischen Seele jeweils in Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch verwandelt. Die nathanische Seele wurde zum Urbild des Christus-Trägers, wobei sie bei dem Hinunterstieg an Epiphanie außerhalb des Leibes war. Nun stieg der Ätherische Christus über das Ich des Bodhisattva hinunter, ging durch den Astral- und Ätherleib und erreichte die übersinnlichen Teile seines physischen Leibes, um sich dort – im Willen – mit der bösen Natur der Erdenmenschheit zu verbinden. Das Christus-Bewusstsein in der nathanischen Seele stieg aus dem Lichtäther in den Wärmeäther (die niedrigstmögliche Stufe für den Abstieg der Götter), der schon seit dem alten Saturn in Verbindung mit dem Willen und dem physischen Menschenleib steht. Die nathanische Seele vollbrachte ihr sechstes Opfer und Beinsa Douno verwandelte sich ins Urbild eines Menschenwesens, das auf dem physischen Plan mit Wachbewusstsein zum Christus-Träger und freiwilligen Mitwirkenden bei der Erfüllung der Opfertat wurde. Die Leiber des Bodhisattva waren nicht wie diese der nathanischen Seele vergeistigt während der drei Jahre, aber immerhin in einem ausreichenden Maß durchdrungen, so dass aus dieser Zusammenarbeit entstanden die neue Erden-Menschen-Sonne im ätherischen Kosmos (Wärmekosmos) und die bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannten Kräfte im menschlichen Willen, dem Bösen zu widerstehen. Mit den ersten Bluttropfen auf dem Golgatha-Hügel leuchtete die Erde wie die zukünftige Astralsonne auf, und nun wurde sie als Äthersonne geboren dank der Michaeliten oben und vor allem dem Bodhisattva unten. „Das war mehr“, d.h. etwas Verschiedenes von dem physischen ersten Golgatha und dem zweiten übersinnlichen Golgatha. Letzteres kann man „makrokosmisch“ nennen, denn es geschah in der die Erde umgebenden Sphäre, und das Mysterium von 1936 hatte zweifellos einen mikrokosmischen Charakter wegen der Teilnahme des Bodhisattva als eines Wesens mit menschlicher Evolution. In dieser Eigenschaft ist er von außerordentlicher Bedeutung für die geistige Welt, denn über ihn erfahren die Götter die Geheimnisse der physischen Welt. Die ausgeübte Gewalt  und die nachfolgende Lähmung waren eine Widerspiegelung des Tieres aus dem Abgrund. Das Durchgehen des Willens von Beinsa Douno durch Christus kam im Aufschreiben des Satzes „Gott ist Liebe“ zum Ausdruck. Die Geburt der neuen Äthersonne belebte seinen Ätherleib wieder und die physische Lähmung verschwand auf wundersame Art.

Erst jetzt können wir mit mehr Sicherheit im Lichte dieser Ereignisse die Antwort der Frage suchen, warum „von oben“ die Warnung kommt, dass der durch die Anthroposophie formierte michaelische Gral nicht ausreicht, um dem verkörperten Ahriman zu widerstehen. Hier wird ein ungewöhnliches Herangehen an das Thema durch die Paneurhythmie angewendet. Bekannterweise besteht die Paneurhythmie aus drei Stufen: die 28 Übungen, die Sonnenstrahlen und das Pentagramm.

 Die Paneurhythmie im Rilagebirge

Stellen wir uns den Gral wie ein Weinglas vor, mit Kuppa (Kelch), Stiel und Fuß, aber mit dem Kelch nach unten stehend. Das Erste, was jeder Graleingeweihter tun muss, ist das Glas mit der Substanz der menschlichen Liebe zu füllen als Ergebnis der im Ich neugeborenen Weisheit. Das ist nicht die Liebe zum Urvater (Vatergott) aus dem Alten Testament oder die Liebe zum Nächsten (dem Sohn) aus dem Neuen Testament, sondern die Liebe zur Wahrheit (dem Heiligen Geist).

Die Wahrheit ist der höchste Berg der Liebe, und von nun an wird sie überzeugend über passende Gefäße sprechen, die durch eigene Kräfte erlangte Klarheit des Bewusstseins, Reinheit des Herzens und Stärke des Willens besitzen. Sie werden die tatsächlichen Nachfolger Christi auf Erden sein, die in ihrem Ich die Weisheit der Geisteswissenschaft und des Bodhisattva-Impulses im 20. Jh. von Neuem hervorbringen und jede neue, durch persönliche okkulte Erfahrung erreichte Weisheit in Liebe-Wahrheit verwandeln werden.

Das oben beschriebene Mysterium von 1936 war beim Grundstein verständlicherweise nicht dabei – Steiner verließ die Erde physisch im Jahre 1925. Ohne die Kräfte dieses Mysteriums aber besitzt die Substanz im Gralskelch nicht die nötige „Qualität“, um jenem kolossalen Bösen entgegenzutreten, das der verkörperte Antichrist „auslösen“ wird. Wäre der Grundstein völlig ausreichend gewesen, hätte der Archai Michael selbst nicht durch Steiner die Ausstrahlung eines neuen, für das geistige und andere Leben einzig rettenden Impulses am Ende des 20. und Anfang des 21. Jh. vorhergesagt. Wir behaupten, dass die freie Ich-Synthese zwischen der Anthroposophie (Michael) und dem Impuls Beinsa Dounos (Christus) eine qualitativ neue Art von individueller Liebe-Wahrheit (vom Heiligen Geist) hervorbringen kann, die der heutigen Menschheit völlig unbekannt (und unverständlich) ist und deshalb unter dem umgedrehten Gralskelch verborgen bleibt. Sie ist verborgen, denn sie entsteht im Willen beim „warmen“ Ätherischen Christus. Wer eine solche Substanz für seinen Gral schafft, kann die Verwandtschaft mit der Substanz im Gral eines anderen Menschen wiedererkennen, wobei auf diese Weise eine Bruderschaft von Individualitäten mit „weißen Gewändern“ entsteht. Die Kraft zur Vergeistigung des Astralleibes und seiner Verwandlung in Licht kommt vom Heiligen Geist, wohingegen die Kraft zur Verwandlung des Ätherleibes in ein „weißes Gewand“ bzw. „Kleid“ und in Leben von Christus kommt. Zum ersten Mal wird der Ausdruck „weißes Kleid“ in der Apokalypse Johannes‘ verwendet beim Brief des „Menschensohn mit dem spitzen Schwert im Mund“ an die Gemeinde in Sardes, d.h. an die Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters, die „den Namen“ hat, dass sie lebet, und „tot“ ist. Aber es gab etliche, die „ihre Kleider nicht besudelt hatten“, „und sie werden mit mir wandeln, in weißen Kleidern, denn sie sind’s wert.““ Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ Deutlicher könnte man es nicht sagen! Wer sein niedriges Ich besiegt, wird seinen ewigen Namen erhalten (das Geistselbst), wird zum Teil der Christus-Bruderschaft „mit weißen Gewändern“ (der Lebensgeist) werden, aber nur, wenn er empfohlen („bekannt“) durch Christus ist.

Zum zweien Mal werden “ die weißen Kleider“ im Brief an die Gemeinde in Laodizes erwähnt, d.h. an die Menschheit des siebten nachatlantischen Zeitalters, die „weder kalt noch warm“ sein wird, sondern lau: “ Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutet ist, daß du reich werdest, und weiße Kleider, daß du dich antust und nicht offenbart werde die Schand deiner Blöße.“ Der Mensch wird im Krieg aller gegen alle dringend die Weisheit (das Gold) brauchen, die aber durch das Feuer des verchristlichten Ichs durchgegangen ist, um sich in Liebe zu verwandeln und das Böse (die Nacktheit) in Gutes zu transformieren.

Zum dritten Mal tauchen die „weißen Kleider“ in der „Epoche der Siegel“ (der sechsten Wurzelrasse) auf. Bei der Öffnung des fünften Siegels sieht Johannes „unter dem Altar die Seelen derer, die erwürgt waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten“. Mit „großer Stimme“ fragten sie den Herrn den „Heiligen und Wahrhaftigen“, wann er richtet und rächt ihr Blut „an denen, die auf der Erde wohnen.“ Und ihnen wurde gegeben einem jeglichen ein weißes Kleid, und ward zu ihnen gesagt, daß sie ruhten noch eine kleine Zeit, bis daß vollends dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch sollten noch getötet werden gleich wie sie“.

In der Bibel wird der Vatergott „Gott“ genannt, das Wort ist „Gott“ und der Heilige Geist ist „Herr“. Die wegen des Wortes „Erwürgten“ fragen den Heiligen Geist, wann er richtet, denn die Fragen an den, der die „weißen Kleider“ verteilt, obligatorisch der „Billigung“ des Heiligen Geistes bedürfen.

Als das sechste Siegel geöffnet wird, beginnt die Vergeltung, aber die „Beschädigung“ der Erde, des Meeres und der Bäume wird verzogen, bis die Knechte unseres Gottes „an ihren Stirnen versiegelt werden“. Johannes hört die Zahl derer, die versiegelt wurden: „hundertvierundvierzigtausend, die versiegelt waren von allen Geschlechtern der Kinder Israel: je 12000 von allen Stämmen Israels“, danach sieht er „ eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl stehend und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen, schrieen mit großer Stimme und sprachen: Heil sei dem, der auf dem Stuhl sitzt, unserm Gott, und dem Lamm!“ Die „weiße Kleider“ Tragenden sind diejenigen, die gekommen sind aus großer Trübsal.“ Sie „ haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes“, das wie ein Hirt sie leiten wird zu Gott, damit er „ alle Tränen von ihren Augen“ abwischen wird. Nachdem sich das siebente Siegel aufgetan hatte, „ ward eine Stille in dem Himmel bei einer halben Stunde“ und es begann die“ Epoche der Posaunen“ (die siebte Wurzelrasse), begleitet durch den Gotteszorn und den Abschluss der physischen Erdenentwicklung.

Im Moment können wir kein tieferes Verständnis dieser Ereignisse aufbringen, die in 15-20000 Jahren stattfinden werden, aber aus den angeführten Zitaten über die Apokalypse wird deutlich, dass „das Anziehen der weißen Kleider“ durch einzelne geistig Suchende schon heute mit dem Aufbauen des persönlichen Grals beginnt. Wenn das Ich vollkommen bewusst die Synthese der Geisteswissenschaft (Michael) und des Impulses des Bodhisattva (Christus) vornimmt, so führt der Mensch eigentlich die 28 Übungen der Paneurhythmie, schafft seine Substanz als Liebe für den Gral und kleidet sich in „weiße Kleider“, wobei das „Zähmen des Tieres“ im Astralleib weitergeht. Ohne die moralische Kraft, die vom Bodhisattva kommt, können die „Anthroposophen“ ihr niedriges Ich nicht besiegen. Ohne die Anthroposophie bleiben die Nachfolger Beinsa Dounos ohne „Treibstoff“ für ihr Ich und die 28 Übungen führen sie nicht zum eigentlichen „Anziehen des weißen Gewandes“. Praktisch bleiben dann beide Impulse getrennt. Das Schicksal der Menschheit heute liegt in den Händen „einiger Menschen aus Sardes“, die ihre „Kleider nicht besudelt haben“.

Nur sie werden in der Lage sein, im Gral (in ihrem Ich) ihre mikrokosmische Liebessubstanz mit der Makrokosmischen Weltliebe zu vereinigen, die als eine mächtige kosmische Strömung nach der Zeitenwende durch unsere Welt hindurchfließt. Und in diesem neu entstandenen „Trank“, auf den die Götter so lange schon warten, ist das „Produkt“ des Jahres 1936 enthalten. Dann kann die Bewusstseinsseele tatsächlich den Christus-Impuls (das Abbild des Christus-Ichs) in sich aufnehmen und sich in eine imaginative Seele verwandeln. In diesem Prozess des Aufbaus des Kelchfußes sind die Bodhisattvas auch unersetzlich. Warum?

Die Anthroposophie berichtet, dass die Herausbildung unserer Sinnesorgane, des Nervensystems und des Gehirns aus dem „Festhalten“ in unserem Inneren geistiger Kraftströmungen resultiert, die jeweils aus der Astralwelt, dem niederen Devachan und höheren Devachan herrühren. „Dieses „Festhalten“ ist eine natürliche Fähigkeit, die die Götter im Menschen entwickelt haben, und die folglich nicht unser Verdienst ist. Die Ausarbeitung der Imaginationen in unserer Bewusstseinsseele ist aber unsere persönliche Tat, die erst im Zeitalter Michaels ermöglicht wurde, als in unserem intellektuellen Bewusstsein die Imaginationskraft eindrang. Diese geistige Kraft steigt aus der Bodhisattva-Loge hinunter. Sie muss „festgehalten“ werden, d.h. durch die Bewusstseinsseele bewusst gemacht werden, was in ihr zur Herausbildung eines „Kelchs“ führt für die durch das Ich strömende Welt-menschliche Liebe. Danach erhebt die Christuskraft, die aus dem Golgatha-Mysterium geboren wurde, den imaginativen menschlichen Kelch mit dem „Götternektar“ zu den Göttern und druckt sie in den kosmischen Imaginationen ab, wo er zu einem Teil des Weltinhalts wird. Und dann kommt das „verschwundene“ Palladium, das von der Bodhisattva-Loge zur Bewusstseinsseele des Menschen hinunterkommt, damit er den „Trank“ in sich als die wahre geistige Sonne erlebt. Die Rückkehr des Palladiums ist das Kennzeichen dafür, dass das Ich die zwölf Übungen der Paneurhythmie macht, die „Sonnenstrahlen“ heißen. Als Beinsa Douno unten auf der Erde die „Sonnenstrahlen“ vorspielte, imaginierte die ganze Loge der Bodhisattvas den Makrokosmischen Ich-Christus als die Liebe, in der nach dem Golgatha-Mysterium alle Lebewesen im Gotteswerk leben.  Durch Musik, Gesang und Tanz übte diese Liebe einen magnetischen Einfluss auf die Ätherleiber der Anwesenden aus. Aber sie muss verstanden werden! Ein Gespräch, das der junge Dimo Daskalov (bulgarischer Anthroposoph, 1907-1989, der während des Sozialismus zahlreiche Vorlesungen Rudolf Steiners unter Geheimhaltung übersetzt und verbreitet hat, Anm. des Übersetzers) mit Beinsa Douno im Rilagebrige führte, ist sehr aufschlussreich. Daskalov stellte die Frage: „Meister, warum werden Sie von Ihren Nachfolgern für Christus gehalten?“ Die Antwort lautete: „Wenn du an ihrer Stelle wärst, hättest du das gleiche gedacht!“. Die platonisch gestimmten Seelen um den Bodhisattva suchten durch die Paneurhythmie eher das „komische Erleben“ der „Sonnenstrahlen“, während der „Aristoteliker“ Dimo Daskalov sie zu begreifen suchte. Trotzdem hing bis zu seinem Tod ein Porträt Beinsa Dounos im Zimmer, in dem er die Werke Rudolf Steiners übersetzte und den Weg für die Anthroposophie in Bulgarien einebnete. Ein Porträt Steiners fehlte. Nur er weiß, was seine Seele erlebte, während er die Synthese der beiden unternahm, die richtig zur Geltung erst nach der Enthüllung des Bodhisattva im Jahre 2000 kommen konnte. Seitdem wurde es möglich, den erneuerten Gral aufzubauen und auch die Vorhersage Michaels über einen neuen Impuls am Ende des Jahrhunderts trat ein. Hier wird behauptet, dass der Impuls bis zum Jahr 2007 ausgestrahlt wurde, denn durch die 28 Übungen-Vorlesungen, die verbindlich von einem gemischten Paar aus einem Mann und einer Frau zu machen sind, die neue Art und Weise gezeigt wurde, den menschlichen Teil der „Ambrosia“ im erneuerten Gral zu formieren, die bis zur vollständigen Herausbildung verborgen und für die Menschen unverständlich bleibt. Um die „Sonnenstrahlen“ zu spielen ist die Bruderschaft um den Christus notwendig. Das „Pentagramm“ der Paneurhythmie ist der Abschluss des Werkes, das durch ein persönliches Opfer nach dem Bodhisattva-Vorbild versiegelt wird. In diesem Augenblick wird der Kelch umgedreht und das waagerecht liegende „Pentagramm“ wird zum Fuß, und die „Ambrosia“, die von einer himmlischen Lichthülle umgeben ist, wird für alle sichtbar. Die Himmelshülle ist die erlöste Kosmische Intelligenz, in der die menschlichen und Weltgedanken eine solche unzertrennliche Einheit bilden, dass der Archai Michael ruhig in ihr wirken kann. Die Erlösung wurde möglich, weil sie aus der Befolgung der unerlässlichen Bedingung kam, die selbst Michael stellte, dass die Anthroposophie mit „anderen Strömungen vereint wird“. Diese Strömung ist fraglos die geistige Strömung der Bodhisattvas, die im 20. Jh. uns die Paneurhythmie als ein imaginatives Bild des neuen Grals gegeben hat.

Hier können wir eine Imagination zur Veranschaulichung des Unterschieds zwischen dem Grundstein und der Paneurhythmie darstellen. Der niederländische Anthroposoph Bernard Lievegoed unterscheidet vier Mysterienströmungen, die in die Weihnachtsversammlung münden und eine Art waagerechtes Erdenkreuz bilden: Michaelsströmung im Norden, Rosenkreuzerstrom im Süden, Artusstrom im Westen und Gralsströmung im Osten. Aus ihnen wurde der Stein der Liebe gebildet und in die Seelen der Anthroposophen eingelegt, aber er muss zur Wahrheit erhoben werden. Wenn wir gedanklich eine senkrechte Linie von den vier Spitzen des Kreuzes in die Himmelsrichtung ziehen, entsteht eine Pyramide, deren Spitze in der Bodhisattva-Loge liegt. In der Pyramide sehen wir das Bild eines Menschenkopfs, der die erlöste Kosmische Intelligenz darstellt. Ohne die Meschenteilnahme kann Michael seine erlöste Gabe vom Erdenmenschen nicht erhalten!

Hier endet der Weg des Schülers und beginnt der Weg des Gralseingeweihten. Der Erste, der zur „Umdrehung des Kelches“ kommt, wird zu seinem neuen Hüter. Er wird Bulgare sein! Nach ihm werden es auch andere tun, damit sie sich den Seelen in Sardes anschließen „die ihre Kleider nicht besudelt haben“ und dem Antichristen in der bevorstehenden Großen Schlacht auf Erden gegenübertreten können. Auf sie werden sich die Götter verlassen, alle anderen werden in einem gewissen Maße „verführt“ werden. Aber die Aussicht ist nur äußerlich schlecht, denn den „Seelen aus Sardes“ werden sich „die Meister der Weisheit und der Harmonie der Empfindungen“ anschließen. Manes, Skythianos, Zarathustra (Jesus), Christian Rosenkreuz und die anderen sind eine enorme Macht. Ganz zu schweigen vom Bodhisattva, der nach dem Opfer von 1936 eine andere Stelle in der geistigen Welt innehat, die ihm ermöglicht, sogar an den Werken der Himmlischen Sophia direkt mitzuwirken! Als Beinsa Douno unter dem bulgarischen Volk weilte, weihte er uns ins Geheimnis ein, dass einmal jährlich im Himalaya und auf der Sonne Konzilien stattfinden. Er erwähnte nicht, welche Wesenheiten daran teilnehmen. Heute können wir sagen, dass hinter dem Himalaya das ätherische Shamballa steckt, das ist die irdisch-menschliche Sonne, die in der der Erde nächsten Ätherwelt liegt. Das Konzil findet dort zwischen dem 19. und 21. August statt. Das Konzil auf der Sonne findet an Pfingsten in der „Mutterloge“ statt, die in der niederen Sonnensphäre (dem niederen Devachan) liegt. Aber es gibt noch ein Konzil! Es findet im höheren Devachan (der höheren Sphäre der Himmlischen Sophia) während des Osterfestes statt. Dieses Konzil trifft die wichtigsten Entscheidungen, die das Schicksal unseres Sonnensystems und konkreter der Erde betreffen. Diese Entscheidungen werden dann den anderen zwei Konzilien zur Ausführung weitergereicht. An diesem dritten Konzil nehmen nur Wesenheiten mit einem „Sternendasein“ teil. Solche sind die höheren Wesensglieder der Himmlischen Sophia in der Person der Geister der Weisheit (das Gebiet der „Jungfrau“) und der Geister der Bewegung (das Gebiet der „Waage“), sowie die Götter aus der ersten Hierarchie. Die Elohim und die Wesenheiten unter ihnen haben nur ein „Planetendasein“. Sie tagen an Pfingsten in der „Mutterloge“ der Menschenführung, die die Tätigkeit der Sophia  in der ganzen Erdenentwicklung lenkt. Der Leiter dieser Loge ist der übermenschliche Avatar Manu bzw. Noah, der als Dhyani-Buddha den Übergang von der atlantischen zur nachatlantischen Wurzelrasse leitete. Am Konzil im ätherischen Shamballa im August nehmen die Meister der menschlichen Evolution teil.

An welcher Stelle in diesem Panorama müssen wir die Bodhisattvas, Buddhas und Dhyani-Buddhas suchen, die jeweils an der Verwandlung ihres Astralleibes in das Geistselbst, des Ätherleibes in Lebensgeist und des physischen Leibes in den Geistesmensch wirken? In seinem Buch „Die zwölf Heiligen Nächte und die geistigen Hierarchien“ schreibt Sergej Prokofieff, dass der Bodhisattva den „Tempel“, der die „Mutterloge“ genannt wird nicht betreten darf, Buddha betritt sein Heiligstes und der Dhyani-Buddha aus diesem Heiligsten aus als Leiter wirkt. Vor etwa zehn Jahren bekam eine Frau an Pfingsten während meines Vortrags „Das Risiko des Gottes“ in der Gegend „Reiter von Madara“  bei Schumen die klare Imagination, dass in demselben Augenblick auf der Sonne ein Konzil stattfindet, an dem geflügelte Wesenheiten teilnehmen und Beinsa Douno in „weißem Gewand“ zwischen diesen als Leiter herumgeht. Nach dem Mysterium von 1936, als der Bodhisattva vom Ätherischen Christus bis zu seinem physischen Leib durchdrungen wurde, verdiente er das Recht, in der „Mutterloge“ wie „Manu“ zu wirken, lange bevor er die Buddhas-Stufe erreicht hat, das in etwa 2500 Jahren passieren wird. Das ist der Sprung in der Evolution, zu dem die physische Begegnung mit der Ich-Kraft des Christus führen kann!

Die Bodhisattvas sind bekannterweise Wesenheiten aus der menschlichen Evolution. In den vorchristlichen Zeiten gehörte der Mensch vollständig der planetarischen Evolution an und die höchste Stufe, die ein irdischer Eingeweihter erreichen konnte, war die Buddha-Stufe. Sie erlaubt ihm, die Gegend der Waage bewusst zu erleben, wo die Planeteneinflüsse die Sterneneinflüsse streifen. Deshalb erhielten die Bodhisattvas bei ihrem Hinunterstieg in das irdische Gefäß Inspirationen von den Wesensgliedern der Himmlischen Sophia, die bis zu den Geistern der Bewegung reichten. Bis zur höheren Sphäre der Himmlischen Sophia in der Jungfrau, wo die geistige Ehe der Braut (Sophia) mit dem Lamm (dem Kosmischen Christus) stattfindet, konnten sich bewusst nur übermenschliche Wesenheiten wie Manu erheben. Nach dem Golgatha-Mysterium und besonders seitdem die bewusste Verbindung mit dem Christus-Impuls bereits auf der Erde möglich wurde, stand der Weg einiger Menschen zum Erreichen der Manu-Stufe offen. Von besonderer Bedeutung dabei ist die Arbeit am Erreichen einer bewussten Beziehung zum Auferstehungsleib (dem Phantom des physischen Leibes), der in der Zeitenwende aus dem Grab auf Golgatha sich erhoben hat und seitdem in den geistigen Substanzen der Erde durch die Kräfte wirkt, die mit dem höchsten Wesensglied des Menschenwesens verwandt sind – seinem Geistesmenschen. Der Bodhisattva des 20. Jh. wurde zum Urbild dieser realisierten Möglichkeit, mit der er nicht nur das Recht erlangte, als “Manu“ zu wirken, sondern auch den Prozess der Auferweckung der „getöteten“ Himmlischen Sophia  und die zukünftige Verbindung mit der ersten Götterhierarchie antrieb, zu der sie hoffnungsvoll sieht, wie der Mensch hoffnungsvoll zur dritten Götterhierarchie aufsieht, wo seine höheren Wesensglieder sind. Natürlich wird der gegenwärtige Bodhisattva nicht jener menschliche Manu sein, der nach Ende der siebten Kulturepoche den Übergang zur sechsten Wurzelrasse vollziehen wird, denn nach seiner Verwandlung in Buddha-Maitreya wird er nicht mehr auf die Erde hinuntersteigen. Welcher Mensch das tun wird, ist es noch zu früh zu sagen. Wichtig ist, die Werke der Bodhisattvas mit Verständnis zu betrachten und sie nachzuahmen, denn sie sind die Werke Christi!

Ein solches Werk war die Rettung der bulgarischen Juden im Jahre 1943. Viele Seiten wurden darüber vollgeschrieben, aber die Wahrheit kam auf okkulte Weise erst 2013 zu Tage, als sich dieses „Wunder“ zum 60. Mal jährte. Die Insider wissen, dass weder die Kirche noch Abgeordnete oder der König die Nachkommen jenes Volkes retten konnten, das den Erlöser vor 2000 Jahren kreuzigte. Das machte Beinsa Douno, der über Lubomir Lultschev den König Boris III. zwang, den Deportationsbefehl zu zerreißen und einen neuen zu schreiben. Aber das ist auch der äußere Grund für den günstigen Ausgang, während die Motive, die das „Zerreißen“  antrieben, erst 2013 enthüllt wurden. Als der Hauptvertreter Christi auf Erden begriff der Bodhisattva, dass die Juden ein Opfer darbrachten und sich ein enormes Karma aufluden, indem sie den Logos kreuzigten, wofür ihnen die Menschheit dankbar sein muss. Die einzige Möglichkeit zu büßen ist die Erscheinungen der Christus-Liebe in den „Andersgläubigen“ wiederzuerkennen. Diese Andersgläubigen waren die Bulgaren. Christus hat durch Beinsa Douno und die Bulgaren der Welt das Urbild der zukünftigen verständnisvollen Menschheit vorgeführt, die zu den Juden eine solche Liebe ausstrahlen wird, dass sie „bitterlich weinen, ihr Haupt mit Asche bestreuen“ und den Erlöser mit ihrer Seele aufnehmen werden. 1943 begriff nur Beinsa Douno, was vorging, während bei allen anderen am Mysterium Beteiligten Christus verborgen in ihren Willensimpulsen wirkte, wo er seit 1936 weilt. Trotzdem wurde unser Volk wider zum Urbild der zukünftigen Erdenmenschheit.

Leider hörten die äußeren Leiter Bulgariens die Warnung des Elohim vom Jahre 1898 nicht, erkannten das Licht des Bodhisattva nicht und es kam die Geißel Gottes zum Gebrauch – der Bolschewismus.  Diese 45 Jahre lang wirkende „Geißel“, die fünfhundertjährige Finsternis während der osmanischen Herrschaft und das Eindringen des Materialismus nach 1989 in der Form der „westlichen Demokratie“ üben eine zerstörende Wirkung auf das Volk aus, aber trotzdem gelang es ihm, seine Aufgabe zu erfüllen. Aus auf okkulte Weise empfangener Information wissen wir, dass jedes Mal, wenn eine Person eine Synthese geistiger Strömungen unternimmt, das der Ausdruck eines mächtigen geistigen Impulses oder bevorstehender Prüfungen der Menschheit oder beides zusammen bedeutet. Die Synthese aus dem Anfang des 21. Jh. bedeutet beides!

Die eingeweihten Bogomilen mit dem inkarnierten Bojan Maga an der Spitze sind wieder in Bulgarien, um die Evolution in die richtige Richtung zu treiben. Ob sie verstanden und befolgt werden, hängt von der Reife der anderen Menschen ab. Heute, 1150 Jahre nach dem „Gespräch“ zwischen dem Elohim und Boris I., sind das „Christus-Volk“ und das „Slawentum“ zwei physisch realisierte Bildungen. Die germanische Gemeinschaft existiert auch, aber sowohl sie als auch die „Gemeinschaft des Wortes“ kennen den Ausweg aus der bald unvermeidlichen Ausweglosigkeit nicht. Nur die neue bulgarische „Häresie“ ist in der Lage, dien Weg zu zeigen. Aber zu diesem Ziel muss der Mensch zuerst in einem notwendigen Maß seinen persönlichen Egoismus im Astralleib überwinden, danach den viel schwierigeren Nationalismus im Ätherleib und den Rassismus im physischen Leib. Viele „geistig orientierte“ Menschen halten die Überwindung des Nationalismus und Rassismus für eine nicht so schwierigere Aufgabe. Sie leben die Verbindung zum Volkserzengel mit Sicherheit nicht wahrhaftig und ohne diese wird der Übergang zum Archai Michael du die tatsächliche Überwindung des Rassismus unmöglich. Die Wahrheit über die Größe der Bulgaren in der Menschenentwicklung wird das „Slawentum“ und das „Germanentum“  sowie andere verblüffen, die sich unverdient vergangene Größe auf Kosten des ursprünglich von Gott auserwählten Volkes zugeschrieben haben. Mit geistiger Sicherheit behaupten wir, dass die Fälschung der Wahrheit über die Bulgaren Gottesbekämpfung darstellt, die zum Erhöhen der persönlichen und nationalen Karma führt. Deshalb sind heute manche „großen Gottesbekämpfer“ aus der Vergangenheit unter den Bewohnern des „irdischen Paradieses“ zwischen der Donau und dem Rhodopagebirge inkarniert, d.h. in Bulgarien. Diesen Bewohnern steht noch viel aus der Vorsehung Gottes bevor, das dem erwähnten Plan von über 5500 Jahren entspricht. In den nächsten 1500 Jahren müssen die Bulgaren die Menschheit bis zum Anfang der slawischen Kulturepoche „hinüberziehen“. Erst dann – 7000 Jahre nach dem Beginn dieses Plans – wird der große Plan über die Formierung und das Verschwinden einzelner Völker beendet werden und das jeweilige Ich-Produkt hervorgebracht werden. Das „Christus-Volk“ ist etwa verpflichtet, das Wesen des Grals auszuarbeiten als kulturelles Ferment für das zukünftige wahre esoterische Christentum. Mit diesem Christentum werden wir in die sechste Kulturepoche eingehen, dann wird es keine Völker mehr geben, sondern Rassen: die Rasse der „Guten“ und die Rasse der „Bösen“. Durch die magische Transformation des Bösen in ihrem Ich wird der siebte Bodhisattva in den Buddha des Guten werden und durch das Wort wird er uns die wahre Kraft des Buddhi-Prinzips vorführen, die die neuen „Feuermenschen“ aussprechen wird. Der heutige inkarnierte Mensch ist das ausgesprochene Wort der Götter. In dem Zeitalter des Wassermanns wird das Fleisch zu Wort und das Wort wird den Menschen aussprechen durch diejenigen, die aus eigener Kraft den Übergang zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe verwirklicht haben werden! Bulgare bedeutet „Mensch des Geistes“. Die zehnte Götterhierarchie wird aus unsterblichen Menschen bestehen, die vom Geist, von den Bulgaren geschaffen werden sein!

Gibt es heute Kandidaten. Bulgaren zu werden?

Dimitar Mangurov

Varna, den 26.01.2014

Die Bodhisattvas – 3. Teil

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Aber diese Ereignisse werden später behandelt, nun wollen wir zum Gral zurückkehren, der am Anfang der christlichen Zeitrechnung unter den Eingeweihten Impulse der Erkenntnis hervorrief. Je mehr aber die wahre esoterische Gnosis erlosch, desto geringer wurde die Zahl der Menschen, die ihre Empfindungsseele anregen und die kosmischen Wechselbeziehungen des Golgatha-Mysteriums erleben konnten.  Deshalb wurde der Gral von der Erde von gewissen geistigen Mächten zur Aufbewahrung mitgenommen, um ihn später wieder den Menschen zu übergeben, und zwar als Impulse der Gefühle, des geistigen Erlebnis, damit im Menschentum der Übergang von der Verstandes- zur Bewusstseinsseele vorbereitet werden kann. Aber vorher entstand der Manichäismus.

Von den bis zum heutigen Tag überlieferten mittelalterlichen Schriften, die die Feinde Manes’ verfasst haben, erfahren wir folgende Sage. In Alexandria des zweiten Jh. lebte ein Sarazene, der Skythianos hieß und Aristoteles nachahmend vier Bücher schrieb. Nach seinem Tod erbte sein Schüler Therebinthus (Terabinth) seine Bücher und sein Geld. Der Name Therbinthus bedeutet „heilige Eiche“, so wie die Eiche gegenüber dem Zelt Abrahams heißt, vor der er den drei Erzengeln begegnet. Therebinthus ging nach Judäa, aber da er dort unerwünscht war, zog er weiter nach Persien. Von dort wurde er auch vertrieben, aber diesmal von den Mithra-Nachfolgern, der eigentlich ein bulgarischer Gott war. Er fand Unterschlupf bei einer Witwe. Gegen Anfang des dritten Jh. n.Chr. stellte er sich auf das Hausdach, wandte sich in einer zeremoniellen Art, seinen Stock aus Feigenbaum haltend, an die Naturgeister der Luft, fiel hinunter und starb. Das Geld und die Bücher blieben bei der Witwe. Mit dem Geld kaufte sie einen siebenjährigen Jungen mit dem Namen Kubrik (Kobrik), der im Mesopotamien am oberen Lauf des Flusses Kuta in der Stadt Mardin geboren wurde. Sie hat ihn adoptiert und ihm eine persische Ausbildung angedeihen lassen. Der Junge wuchs im Kreise von Philosophen auf. Nach dem Tod der Witwe erbte er ihre Bücher und das Geld, änderte seinen Sklavennamen in Mani (Manes), was auf persisch „Unterhaltung“ oder „Sprache“  bedeutet, nannte sich aber selbst Paraklet (Heiligen Geist).

Der Sohn des persischen Königs wurde krank und niemand konnte ihn heilen. Mani sagte, dass er es schaffen würde, aber der Sohn starb und Mani kam in den Kerker. Ihm gelang es, nach Mesopotamien zu fliehen und der Kerkermeister wurden zur Mahnung ermordet. In Mesopotamien stritt Mani mit dem Bischof Archelaos in der Gegenwart von Philosophen, die als Richter den Streitgesprächen beiwohnten. Er floh von dort und versteckte sich in einem armen Ort. Archelaos suchte ihn, Mani sprang aus seinem Versteck, wurde aber von der Wache des persischen Königs aufgegriffen. Im Jahre 275 wurde er bei lebendem Leib gehäutet, sein Körper den Raubtieren zum Fraß hingeworfen und seine Haut vor dem Tor der Stadt Gondischapur aufgehängt, wo ein paar Jahrhunderte später jene furchtbare Akademie entstand. Das ist der Anfang des Manichäismus.

In seinem Brief an den bulgarischen Zaren Peter schrieb der Patriarch von Konstantinopel Theophylaktos, dass der Ägypter Skythianos sich selbst „Vater“ nenne, sein Schüler Therebinthus sich als „Buddha“, d.h. Gottessohn selbst bestimme und Kubrik sich für Manes (Heiligen Geist) erkläre.

In dieser Geschichte ziehen einige Umstände unsere Aufmerksamkeit auf sich. Zuerst die Tatsache, dass im Grunde des Manichäismus der geheimnisvolle Skythianos steht, der ein Sarazene ist. Sarazene bedeutet jemand, der nicht von Sarah (der Frau Abrahams) stammt und folglich kein Jude ist. Er kann sowohl arabischer als auch jeder anderen Herkunft sein. Skythianos nennt sich selbst „Vater“, was nur bei einem Eingeweihten gerechtfertigt ist, der das Mysterium des physischen Leibes kennt. Steiner bestätigte, dass Skythianos dieses Mysterium sehr gut kennt. In diesem Sinne kann er „Dhyani-Buddha“ genannt werden, obwohl er nicht zu den zwölf Bodhisattvas gehört. Diese Frage werden wir später aus einem anderen Gesichtspunkt betrachten. Therebinthus und Manes gehören auch nicht zu den Bodhisattvas, aber sie bestimmen sich selbst jeweils als „Buddha“ und „Geistselbst“ (Bodhisattva). Nach der Inkarnierung in die Tochter des Jaïrus begann der Bodhisattva bei seinen nächsten Hinabkünften auf die Erde nach dem Beispiel von Christus, alle hundert Jahre in ein menschliches Gefäß zwischen dessen 30. und 33. Lebensjahr inkorporiert. So wie der Erlöser für drei Jahre von den Leibern Jesu „Besitz ergriff“, drang auch der Bodhisattva in die Leiber des Gefäßes ein, wobei der Eindringungs- und Transformierungsgrad unterschiedlich waren und von der menschlichen Entwicklung abhingen. Man kann nicht behaupten, dass in Kubrik der siebte Bodhisattva inkorporiert und sich „Manes“ genannt hat, aber es versteht sich von selbst, dass Mani von ihm Inspirationen zur Gründung des Manichäismus bekommen hat. Mani starb einen furchtbaren Tod, aber dadurch versiegelte er den Anfang des großen Manichäischen Impulses, so wie Christus, der um seinen Impuls auszustrahlen, auch einen furchtbaren Tod gestorben ist. Therebinthus nannte sich „Buddha“, weil er das Geheimnis des Ätherleibes gekannt hatte, mit den Naturgeistern kommunizierte und wahrscheinlich von Gautama Buddha inspiriert wurde. Der „Feigenbaum“ verbindet beide ganz klar.

Und so ging der Manichäismus seinen Gang inmitten der Menschheit als eine spezifische Transformierung der vorchristlichen althebräischen Strömung, aber statt den nach innen zugewandten und durch ein Gefühl durchdrungenen tatenlosen Willen der alten Juden, richtete sie das Denken zum Zentrum des Willens, um in Freiheit Taten aus Liebe zu vollbringen und dem Bösen entgegenzuwirken. Die alten Juden lebten nach dem Gesetz der Notwendigkeit. Unter ihnen konnte die Liebe einzig über die Blutsverwandtschaft zum Vorschein kommen, während der Manichäismus unter freien Menschen aufkam, die um den Gral vereint waren, der das Opferblut des Gottes aufbewahrte.

Es wurde schon darauf hingewiesen, dass der Gral in den Himmel geholt wurde, um ein paar Jahrhunderte später in einer gewandelter Form hinuntergereicht zu werden. Aber davor hatte im vierten Jh. jenes geistige Konzil an der östlichen Schwarzmeerküste stattgefunden, das auf grandiose Weise der zukünftigen christlichen Entwicklung Europas die Marksteine legte. Durch das in seinem vorherigen Leben Erreichte und das von Christus in ihn während der Zeitenwende Hineingelegte konnte der inkarnierte Manes persönlich das Treffen organisieren, indem er die großen Lehrer Zarathustra, Skythianos und Gautama Buddha aufrief, wobei Letzterer geistig anwesend war. Steiner sagt, dass dort der Plan erörtert wurde, wie die Weisheit der Bodhisattvas aus der Sphäre der Vorsehung durch die Menschen empfangen werden konnte. Es mussten sich nicht die Bodhisattvas den Menschen enthüllen, sondern die Menschen mussten sich zu den Bodhisattvas erheben durch eine neue Einweihungsart, die der Epoche der Bewusstseinsseele adäquat war und als geistige Quelle das Golgatha-Mysterium hatte. Der Mensch hatte die Aufgabe, sich von dem „Quadrat“ (physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich) bis zur geistigen Zwölffachheit zu erheben, von der der dreifache Geist hinuntersteigt. Es dürfte keine Zweifel geben, dass hinter diesem Konzil der Bodhisattva steckt. Wir sind aber der Meinung, dass dort auch viele andere Fragen erörtert wurden, u.a. die Entstehung des „christlichen Volkes“ und des sog. „Slawentums“, das zum Träger der zukünftigen sechsten Kulturepoche werden sollten. Wieder von Steiner wissen wir, dass im Altertum Skythianos eine Einweihungsstätte unter den „Skythen“ gegründet hat, wobei er auf das innere Wesen ihrer Seelen so eingewirkt hat, dass sie auf eine völlig andere Durchdringung durch die vom Golgatha-Mysterium herausströmenden Kräfte vorbereitet wurden. Als Sergej Prokofieff sein Buch „Die geistigen Quellen Osteuropas und die künftigen Mysterien des Heiligen Gral“ schrieb beim Versuch, die geistigen Hintergründe der russischen Geschichte zu begreifen, stützte er sich nicht nur auf die Geisteswissenschaft, sondern auch auf die äußere Geschichtsschreibung, die uns berichtet, dass der Skythenstaat auf dem Gebiet Südrusslands nur vom siebten Jh.v.Chr. bis zum dritten Jh.n.Chr. existierte und von den „Goten“ drei Jahrhunderte vor der Ankunft der „slawischen Stämme“ in Europa vollständig zerstört wurde. Prokofieff stellt sich richtigerweise die Frage, wie das von Skythianos in die Seele der Skythen bis zum dritten Jh.n.Chr. Hineingelegte auf die Seele des „Christus-Volkes“ übergehen konnte, das auf demselben Gebiet, jedoch ab dem neunten-zehnten Jh.n.Chr. entstand. Dieses neue Volk soll nach den Historikern im fünften Jh. nach Europa etwa aus der Region Altais, des Sajangebirges und dem Baikalsee bzw. aus irgendeiner Region des Fernen Ostens eingewandert sein. Für Prokofieff existieren zwei mögliche Antworten. Die erste lautet, dass die Slawen, wenn diese in das Land der schon lange Zeit vorher „verschwundenen“ Skythen kommen, auf ein Gebiet gelangen, in dessen geistiger Atmosphäre immer noch die Folgen der Tätigkeit Skythianos’ spürbar sind. Die zweite Antwort hat eine materiellere Ausrichtung und lautet, dass wenn die Archäologen heute noch Beweise für die „skythische“ Kultur sogar im alten China finden, so könnten die zukünftigen Ostslawen außenhistorisch mit den Skythenstämmen und ihrem Hauptführer Skythianos in den weiten Gebieten hinter dem Ural in Asien in Kontakt gekommen sein.
Und die germanischen Stämme sollen aus den gleichen fernöstlichen Gebieten Asiens nach Europa zwischen dem zweiten Jh.v.Chr. und dem zweiten Jh.n.Chr. eingewandert sein. Indem Prokofieff Steiner zitiert, behauptet er, dass gerade „die alten Germanen“ und „die alten Slawen“ die beiden Migrationsströmungen seien, die die ganze weitere Bevölkerung formiert haben. In diesem Bild scheint es keinen Platz für die Bulgaren zu geben. Im Unterschied dazu wird hier behauptet, dass diese das ursprünglich vom Gott auserwählte Volk sind, das die ganze Ich-Evolution der Erdenmenschheit antreibt. Wenn das stimmt, haben die Bulgaren aktiv an der Formierung der germanischen, slawischen und jeder anderen bedeutenden Völkerschaften oder einzelner Völker in der Menschengeschichte gewirkt. Das Ziel dieser Untersuchung ist nicht, die zahlreichen rein äußerlich-historischen Tatsachen darzulegen, die diese grundlegende Behauptung beweisen, sondern die große geistige Vorsehung zu berühren, die hinter dem physisch Sichtbaren steht. Wenn die Historiker über die „große Völkerwanderung“ sprechen, die an der Grenze zwischen Altertum und Mittelalter stattfand, klingt ihre Datierung zwischen der zweiten Hälfte des zweiten Jh.n.Chr. und der zweiten Hälfte des siebten Jh.n.Chr äußerst seltsam. Das ist nämlich die Periode zwischen der Entstehung des Alten Großbulgariens im Norden und Nordosten des Schwarzen Meeres bis zum Ural im zweiten Jh. und seinem Zerfall und der Gründung des Donaubulgariens durch Asparuch im Jahre 681.
„Die große Völkerwanderung“ bedeutet nicht das Eindringen irgendwelcher Barbaren aus dem fernen Asien nach Europa, sondern die Bildung von Koalitionen verschiedener Völker und Stämme zur Vernichtung des Römischen Reichs und zukünftigen christlichen Entwicklung Europas, wobei die Führer dieser Koalitionen immer die Bulgaren waren, die in der Antike durch Aineias (Äneas) die Grundlage Roms gelegt hatten und nun dieses Reich vernichteten. Die Bulgaren Attila und Odoaker beendeten im fünften Jh.n.Chr. die Existenz des Weströmischen Reichs und der bulgarische Kaiser Konstantin der Große schuf als rettenden Ausweg im vierten Jh.n.Chr. das Oströmische Reich, erklärte das Christentum zur Hauptreligion und lud den großen christlichen Eingeweihten – den Bulgaren Urfil ein, in die Gebiete südlich der Donau zurückzukehren, zusammen mit den zehntausenden Bulgaren, die im vierten Jh.v.Chr. von Alexander von Mazedonien nördlich der Donau vertrieben wurden. Von Konstantin bis Justin dem II folgten 15 Kaiser, von denen mindestens zwölf bulgarischer Abstammung waren. Sie schufen die Größe des sog. „Byzantinischen“ Reichs, das bis zu seinen letzten Tagen im 15. Jh. nie diesen Namen getragen hat.
An diesem Prozess nahmen keine Slawen oder Germanen teil, die aus Asien gekommen waren, denn in Asien hat es nie solche gegeben. Die germanische Völkerschaft entstand aus den Kelten, die vom vierten Jh.v.Chr. bis zum vierten Jh.n.Chr. bestanden, als ihr Erzengel die Führung über alle esoterische Strömungen in Europa und der Welt übernahm. Die Kelten selbst waren das Endergebnis der kolonisatorischen Zivilisationszüge der Bulgaren von der Balkanhalbinsel und aus Kleinasien in westliche Richtung zwecks Vorbereitung der dortigen wilden Bevölkerung auf seine zukünftige christliche Entwicklung. Der erste Zug fand am Anfang der dritten Kulturepoche statt, die zweite Welle war nach der Zerstörung Trojas und die dritte – nach dem Beginn der erwähnten Pirateneingriffe der Hellenen auf die südlichen Teile der Balkanhalbinsel. Als das Keltentum formiert wurde, empfingen ihre Führer – die Druiden – die Spiritualität der Bulgaren in der Person des getischen Eingeweihten Zalmoxis. Und als nach dem vierten Jh. die Kelten völlig verschwanden, tauchten auf einmal die sog. „Goten“ auf, die nach den heutigen Historikern Germanen sind. Das Volk „Goten“ hat nie existiert und hat nie den Staat der Skythen (Bulgaren) im nördlichen Schwarzmeergebiet zerstört. Deshalb finden die deutschen Archäologen trotz der zahlreichen Expeditionen in diese Region bis heute kein Artefakt, das eine germanische Anwesenheit hier belegen könnte. Sie werden auch keine finden, denn unter „Goten“ verstehen alle Autoren des Altertums die bulgarischen Geten. Den Austausch der Namen machte höchstwahrscheinlich der römische Kaiser Caracalla am Anfang des dritten Jh. Er hatte die Gewohnheit, sich selbst Beinamen wie „Germanicus“, „Arabicus“, „Particus“ usw. zu geben Ein Vertrauter warf scherzhaft ein, er solle seinem Namen auch „Geticus maximus“ hinzufügen. Das wurde von Caracalla als eine Anspielung auf seinen Bruder Geta aufgefasst, der von Caracalla ermordet worden war. Nach Getas Ermordung wurde jeder, der seinen Namen auch nur geflüstert hatte, zum Tode verurteilt. Der Witzbold wurde ebenfalls ermordet. Von da an wurden die Geten auch Goten genannt. Es ist wahr, dass die alten germanischen Stämme an der Zerschlagung des Weströmischen Reichs teilgenommen haben, aber die führende Kraft dabei waren die Bulgaren.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte niemand von Slawen gesprochen. Aber die Teilnehmer des geistigen Konzils sprachen über Slawen. Seit dem neunten-zehnten Jh. sollte im Gebiet des Alten Großbulgarischen Reichs, wo Skythianos unter den bulgarischen „Skythen“ wirkte, das „Christus-Volk“ formiert werden, d.h. „das Volk des Wortes“ und damit die Gemeinschaft der „Slowenen“ (slovo bedeutet „Wort“, Anm. des Übersetzers), die in ihrer Seele den Gralsgeist tragen musste. Aber vorher wurde der Heilige Kelch vom Westen nach Osten verlegt.
Im achten Jh.n.Chr. entstand in Westeuropa die reale okkult-historische Gralsströmung, in der eine Persönlichkeit zum Hüter des Heiligen Kelchs wurde. Der Erste war Titurel, der von den Engeln den Kelch entgegennahm. Bei ihm spielte sich das Gralsmysterium hauptsächlich in seiner Empfindungsseele ab, wo die Beziehung zur geistigen Welt am reinsten und stabilsten ist. Bei Amfortas erhob sich das Erlebte zu einer chaotischen Verstandesseele und er wurde durch „Klingsors Lanze“ erstochen, was auch seinen Vater (oder Großvater) Titurel betraf. Jemand musste Amfortas (die Verstandesseele) heilen und die ursprünglichen Kräfte der Empfindungsseele (Titurel) retten, die immer noch mit der geistigen Welt verbunden waren. Das machte der letzte Gralshüter Parzival. Er entwickelte seine Bewusstseinsseele, heilte Amfortas und machten den Weg frei für die Kräfte der Empfindungsseele, damit sie sich zu einer Bewusstseinsseele erheben konnten. So erhielt der Mensch die Möglichkeit einer neuen, völlig bewussten Einstellung zu den höheren Welten. Parzival hat tatsächlich gelebt und gewirkt auf Erden im neunten, ja sogar im zehnten Jh. Er ist der wieder inkarnierte Manes.
Das höhere Ziel der Gralsmysterien ist der Übergang von der Bewusstseinsseele zum Geistselbst durch das Hineintragen der Gralssubstanz in die Menschenseele und darauf basierend der Entstehung einer neuen sozialen Gemeinschaft, die von dem einheitlichen, vom Christus herausgehenden Heiligen Geist vereint und durchdrungen ist. Dieses Ideal wird erst in der sechsten Kulturepoche zur Wirklichkeit werden, was vom zurückgelegten Weg in die richtige Richtung abhängt.
Nach Parzival kam der Heilige Kelch ins Reich des „Presbyters Johannes“. In sein geheimnisvolles Reich, das sich die Menschen im Mittelalter als außerhalb der den Kreuzzüglern zugänglichen Gebiete liegend vorstellten, wurde der Gral hinübergetragen, und zwar „vorübergehend und als er in Europa wieder unsichtbar geworden war“. So wie das Geistselbst nicht auf Erden gefunden werden kann, so ist auch dieses Reich kein irdisches, obwohl es scheinbar im geographischen Osten liegt. Von nun an standen die Seelen der Eingeweihten vor der Aufgabe, zu Trägern der Gralssubstanz in ihrer Bewusstseinsseele zu werden und sich dem Geistselbst zu öffnen, der zu ihr hinuntersteigt. Diejenigen, die den Übergang von Parzival zum „Presbyter Johannes“ schlossen, waren die Bulgaren. Wie wurde das zustande gebracht?
Wir wissen von der Anthroposophie, dass dem Artus-Christentum, das sich in Richtung Westen – Osten entwickelte, nach dem Golgatha-Mysterium vom Osten nach Westen das Christentum des Gral entgegenkam. Die erste Strömung suchte den Lebensgeist des Christus im Umkreis der Erde durch die Kontemplation der Elementargeister der Natur und die zweite trug das Christus-Ich als einen Impuls, der durch Herz und Blut der Christen ging. In der ersten Strömung widerspiegelte sich die Kosmische Christus-Sonne und deshalb ist der König Artus von zwölf Rittern umgeben, was der Sphäre der Vorsehung und der Bodhisattvas-Loge nachempfunden ist. Aber Christus war Mensch geworden, indem er sich über Jesus mit dem Blut (das Judentum) und die „Sieben“ verband. Nachdem die Kraft der Ritter, sich mit dem Lebensgeist Christi zu verbinden, schwächer wurde, ging die Artusströmung unter und im achten Jh. kam die Strömung der Gralshüter auf, die durch das Blut verbunden waren. Die Artusritter sahen und hüteten physisch den Heiligen Kelch und nachdem dieser durch die Engel genommen worden war und Titurel ihn wiederbekommen hatte, erfolgte das Sehen und Hüten des Grals auf übersinnliche Weise. Während die Artus-Burg Tintagel im heutigen Westengland physisch existiert hat, war die Burg Monsalvat in „Spanien“ unsichtbar für die physischen Augen, weshalb auch die Gralsströmung selbst völlig verborgen von der Außenwelt bestand.
Die entgegenkommende Strömung von Osten nach Westen trug die Christus-Sonne im Blut als Bruder der ganzen Menschheit, ohne Beziehung zur Blutsverwandtschaft, deshalb entstanden auch die ersten christlichen Brüdergemeinschaften in Europa nicht im Westen, sondern unter den Bulgaren in Kleinasien und auf der Balkanhalbinsel. Das Gralsmysterium wirkte tief in der Empfindungsseele unserer Vorfahren und trieb sie zur Bruderschaft an, aber diese Gemeinden entstanden in der Epoche der Verstandesseele und der fortschreitende Prozess wurde logischerweise durch viele Irrungen begleitet. Eine neue Brüderschaftsart war fällig.
Im Jahre 869 trafen sich beide Strömungen in Mitteleuropa, und zwar vor allem in der geistigen Welt. Der erste Mensch, in dessen Seele diese Begegnung in ihrer Tiefe stattfand, war Parzival. Er vollzog den besagten Übergang von der Verstandes- zur Bewusstseinsseele, wo man sich des Gralsmysteriums bewusst werden kann. Die Kosmische Intelligenz, die das Werkzeug dieser Bewusstwerdung ist, war ebenfalls schon auf die Erde hinuntergestiegen und erleuchtete den Verstand der höchstentwickelten Menschen. Es kam die Zeit des Boris I. und seiner Epoche machenden Taten. Im Jahre 840 übernahm der Erzengel Raphael sowohl die Führung der Menschheit als „Zeitgeist“ als auch die Aufgabe des „Gruppen-Ichs“ des bulgarischen Volks. Von den vier Erzengeln Michael, Gabriel, Raphael und Uriel, die eine Art Weltkreuz in der geistigen Welt bilden durch die vier Feste – Michaelistag, Christi Geburt, Ostern und Johannestag, ist Raphael für das Hauptfest – Ostern „verantwortlich“, von dem das Gruppen-Ich des Menschentums geboren wurde und das Gralsmysterium entstand. Die Bulgaren sind von Anfang an für die Ich-Entwicklung zuständig, wobei diese Aufgabe in Abhängigkeit von den Wandlungen in der geistigen Welt und dem menschlichen Gemütsleben erfüllt wurde. Acht Jahrhunderte lang existierten das Christentum und das Heidentum nebeneinander im bulgarischen Volk unter der Führung des vorherigen Erzengels. Boris I. hatte die Aufgabe, das Christentum zum offiziellen Glauben in diesem Volk mit heidnischen Wurzeln und Traditionen zu erklären, die seit Jahrtausenden bestanden hatten und in alle Richtungen hinausgetragen worden waren.  Wenn wir  unter den Indianern auf dem amerikanischen Kontinent Stämme mit den Namen Päonen und Kikonen finden, die von Thomas Mayne Reid erwähnt wurden, sollen wir uns nicht wundern, dass dieselben Namen unter den thrakischen Stämmen vorkommen.

Es ist eine okkulte Tatsache, dass die willensstärksten und kriegerischsten der „aufsässigen“ Bulgaren, die von der geistigen Welt geführt wurden, den langen Weg zurücklegen konnten wegen der Ich-Entwicklung jener Bevölkerung, die dem Aussterben geweiht war. Welchen Mut, welchen starken Willen Boris I. gebraucht haben mag, um sich dem Paganismus mit unerschütterlicher Entschiedenheit entgegenzustellen und eine Wende beim Volk zu bewirken, das etwas erschaffen musste, von dem die Menschenzukunft abhing? Solche Entschiedenheit kann nur von der geistigen Welt kommen. Und sie kam von den sechs Sonnenelohim, die das Makrokosmische Christus-Ich von der Sonne empfangen hatten und es bis zu seiner Inkarnation in Jesus „begleiteten“. Einer von diesen Elohim erschien Boris I. und verkündete ihm den Willen desjenigen, der nach Ostern „die ganze Macht im Himmel und auf Erden erhalten hat“. Wohlgemerkt: Das war kein Engel, Erzengel oder Archai, sondern ein Elohim! Warum? Denn es stand die Formierung des „Volkes des Wortes“ bevor und der „Gemeinschaft des Wortes“, die in der sechsten Kulturepoche in der Lage sein werden, das Geistselbst über die Bewusstseinsseele zu empfangen und das Schicksal der Erdenmenschheit zu bestimmen, indem sie ihr durch sich selbst den Weg zum Überwinden des „Krieges aller gegen alle“ zur Sechsten Wurzelrasse zeigen werden. Ihre Hauptvorbestimmung erfüllend, stellten sich in den Grund dieses grandiosen Plans die Bulgaren durch ihren Vertreter Boris, dem der Elohim den Gottesplan eröffnet hatte.
Skythianos hatte schon lange vorher den „Geist des Grals“ in die Empfindungsseele der nördlich des Schwarzen Meeres lebenden Bulgaren hineingelegt. Seit dem neunten Jh. begann dort die Formierung des „Volks des Christus“. Es stellt sich die Frage, welches Volk das ist. Vom heutigen Standpunkt aus sind das die Völker Russlands (in seinem europäischen Teil), Weißrusslands und der Ukraine. Diese sind nicht nur das „Christus-Volk“, sondern auch Slawen. Und wer sind die Slawen?

Der Begriff „Slawe“ wurde zuerst vom kroatischen Historiker Vinko Pribojević im 14. Jh. gebraucht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte niemand von den Autoren des Altertums sog. Slawen erwähnt. Nach dem Tod Peters I., der merkwürdigerweise „der Große“ genannt wird, schoben die Jesuiten den russischen Herrschern das sog.“Testament“ des Peter I.“ unter, mit dem die katholische Kirche das „Christus-Volk“ von seiner wahren Vorbestimmung ablenken wollte. Katharina II, ebenfalls die „Große“ genannt, weitete das besagte Testament zum verhängnisvollen Panslawismus aus, der bis heute in der russischen Politik Spuren hinterlässt. Bisher gibt es keine endgültige Antwort auf die Frage, woher die Slawen selbst gekommen sind.  Wie bereits oben erwähnt, kamen aus der versinkenden Atlantis Menschenmassen nach Europa, aber sie trafen hier auch auf bereits eingesessene Bevölkerung. Im Laufe von Tausenden Jahren bereiteten sie sich auf die Ankunft Christi. Nach der Zerstörung der von den Bulgaren gebauten Stadt Troja war der Übergang zur vierten Kulturepoche offen und diese entwickelte sich, wie wir wissen, im Westen. Viele Vorfahren der Bulgaren siedelten in die Gebiete über, die bis zur Atlantikküste Europas und den Britischen Inseln reichten, um die spätere Entstehung des Keltentums zu ermöglichen. Andere schufen Rom und andere wiederum besiedelten höchstwahrscheinlich die heutigen „slawischen Gebiete“, jedoch nicht nur das vom „Christus-Volk“ bewohnte Territorium, sondern auch die Gebiete Mitteleuropas. Die hellenische Invasion führte ebenfalls zu Aussiedlungsprozessen in westliche und nordwestliche Richtung. Wie bereits erwähnt, drängte Alexander der Große vor seinem Feldzug in den Osten den Großteil der Geten aus Kleinskythien (dem heutigen Süddobrudscha in Nordostbulgarien) zur anderen Donauseite. Bei all diesen (und vielleicht auch anderen) „Umzügen“, die von Skythianos inspiriert wurden, verbreiteten die Bulgaren das Gen P1H1, setzten ihre Kultur in allen Lebensgebieten durch und wurden zum wichtigsten volksbildenden Faktor für die dortige Bevölkerung. Aus der Vermischung der Bulgaren mit der örtlichen Bevölkerung entstand auch jene Völkergemeinschaft, die heute die „slawische“ genannt wird. Das Hauptfaktor, der sie als eine Gemeinschaft bestimmt, sind nicht so sehr das Gen oder die Kultur, die im Laufe der Zeit unumgänglich Wandlungen unterworfen waren, sondern die Sprache. Das ist die altbulgarische Sprache, die bei der Vermischung mit den einfacheren Sprachen der örtlichen Bevölkerung sich in den heutigen zahlreichen „slawischen“ Sprachen vervielfältigte, indem sie eine unterschiedliche Form einnahm, die abhängig von den Aufgaben der Erzengel der jeweiligen Völker war. Die modernen Sprachen Slowenisch, Tschechisch, Polnisch, Russisch, Serbisch, Kroatisch usw. stellen ein mit der Zeit evoluiertes Bulgarisch dar, das mit den lokalen Dialekten vermischt wurde.

Zur Formierung einer Gemeinschaft ist auch ein gemeinsames Schrifttum notwendig. Der Elohim ordnete Boris I. an, Kyrill und Method aufzunehmen wegen des von ihnen (genauer gesagt von Kyrill) ausgearbeiteten Alphabets. Die Rolle Kyrills war es, das Alphabet zusammenzustellen und die seines Bruders – das Wort Gottes (das Neue Testament) durch das neue Schrifttum zu verbreiten. Zuerst geschah das durch die Glagoliza, und später durch die Kyrilliza. Beide Alphabete wurden auf der Grundlage alter Muster entwickelt, so hat die Kyrilliza viele Gemeinsamkeiten mit Urfils Alphabet, das fünf Jahrhunderte früher für die Bulgaren entwickelt worden war. Urfil hatte das Alte und Neue Testament übersetzt, wobei die vier Kapitel des Alten Testaments über die Könige ausgelassen wurden, denn die zahlreichen Kriege, die dort beschrieben werden, hätten die kriegerischen Bulgaren angeblich schlecht beeinflusst. Es ist wahrscheinlich, dass Kyrill und Method aus Mangel an Zeit nur das Neue Testament übersetzt und für das Alte Urfils Vorbild benutzt haben. Die eckige Glagoliza wurde einige Jahrhunderte lang durch die Kroaten verwendet, die mitteleuropäischen Slawen benutzten das lateinische Alphabet, während die Kyrilliza bis heute von den Bulgaren, dem „Christus-Volk“ und einigen anderen nichtslawischen Völkern benutzt wird. Das enorme geistige Potenzial der Glagoliza-Symbole erwies sich als unpassend für die Menschheit, die dabei war, die Beziehung zum Göttlichen zu verlieren, sie blieb, um in Zukunft zum Gebrauch zu kommen.

glagloliza

Runde und eckige Glagoliza, Quelle: alexandradelova.blogspot.de

Neben dem Schrifttum  erhielten „das Christus-Volk“ und die „Gemeinschaft des Wortes“  auch eine Religion von den Bulgaren. Damals lag Bulgarien zwischen den beidem großen europäischen Zentren – dem Oströmischen Reich und dem Heiligen Römischen Reich im Westen. Im Jahre 864  nahm Boris I.  und diejenigen Bulgaren, die noch Heiden waren, das Christentum an. Dadurch, dass er zwischen der Orthodoxie und dem Katholizismus lavierte, gelang es ihm, die Autokephalie (Regierung durch ein eigenes Oberhaupt) der bulgarischen Kirche zu erkämpfen, in der ein größtenteils esoterischer Kult aufbewahrt wurde, im Unterschied zu den beiden anderen Kirchen. Dieses esoterische Christentum empfing das zukünftige „Christus-Volk“ durch Bulgarien. Es wirkte in einzelnen Seelen bis hin zu Tolstoi weiter, obwohl Peter I. und Katharina II. ihm einen vernichtenden Schlag versetzten. Interessanterweise bekam im zehnten Jh. „das Christus-Volk“ das Angebot von den Wolgabulgaren, den mystischen Sufi-Islam (Sufismus) anzunehmen, aber das kam nicht zustande, denn es widersprach der Vorsehung Christi. Die ersten Kiewer Metropoliten stammen aus Bulgarien, die erste russische Heilige Olga ist eine Bulgarin, die ersten russischen christlichen Märtyrer sind die Bulgaren Gleb und Roman. Das ganze russische Schrifttum bestand Jahrhunderte lang aus Abschriften bulgarischer Schriften aus dem Mittelalter, die später parallel mit dem an Geschwindigkeit gewinnenden Panslawismus verfälscht wurden. Selbst der Begründer der russischen Staatlichkeit Rjurik ist kein „Normanne“, sondern ein Bulgare aus dem Geschlecht Dulo. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Formierung des „Christus-Volks“ vollkommen unter dem Einfluss der Bulgaren verlief. Was die „Gemeinschaft des Wortes“ in westlicher Richtung betrifft, so widersetzten sich diesem Unterfangen Boris’ der Katholizismus und die lateinische Sprache. Ihnen sollte einige Jahrhunderte später etwas anderes angeboten werden.

Diese Prozesse trafen unumgänglicherweise auf den Widerstand der Paganismus-Anhänger in Bulgarien, die von Boris’ Sohn Wladimir Rassate angeführt wurden. Damals geschah dieses fast übersinnliche Wunder, über das die westliche Welt später jahrelang berichtete. Mit dem absoluten Glauben an die Unterstützung durch die geistige Welt erhob Boris das Schwert des Ichs gegen das Heidentum und die Blutsverwandtschaft, erstach die 52 Boljaren (Adlige) zusammen mit ihren erstgeborenen Nachkommen, blendete Rassate und setzte seinen jüngeren Sohn Simeon auf den Thron, der sein Werk fortsetzen sollte. Mit diesem Aufopferungsakt nahm Boris ein großes persönliches Karma auf sich, aber gleichzeitig versiegelte er  seine bedingungslose Treue dem Willen Christi. Diese Treue beinhaltete noch etwas anderes: nach dem Jahr 864 musste das bulgarische Volk im Laufe von 1000 Jahren den Körper für den Bodhisattva des 20. Jh. erschaffen, der selbst eine große Tat zu vollbringen hatte. Die Aufgabe wurde im Jahre 1864 mit der Geburt Petar Danovs erfüllt, in den 33 Jahre später sich der Bodhisattva inkorporierte. Ein Jahr später erschien ihm derselbe Sonnenelohim, der schon zu Boris I. gesprochen hatte, um ihm die nahende Ankunft Christi im Ätherischen zu verkünden. Die Einschätzung des Elohims des Werk Boris’, die wir im „Aufruf an mein bulgarisches Volk, die Söhne der slawischen Familie“ finden, können wir der Charakterisierung entnehmen, dass Boris der „Vater des slawischen Geschlechts“ genannt wird und dass „im slawischen Haus kein anderer Herrscher geboren wurde, der so fromm und mit reinem Herzen und unerschütterlichen Glauben das gegebene Versprechen angenommen und wie Abraham seinen Sohn nicht verschont, sondern ihn dem lebendigen Gott geopfert hat.“ Der Elohim selbst bestätigte, dass die Bulgaren in der Person Boris’ die Begründer des Slawentums und konkreter des „Christus-Volks“ sind. Dies wurde dadurch ermöglicht, dass Boris den Willen Christi in seine Empfindungsseele aufnahm. Seine großen Taten vollbrachte er durch das Erleben des Ichs in dieser, wo die Kräfte wirken, die uns direkt mit der geistigen Welt verbinden. Trotz der auffallenden Analogie (Abraham ist der physische Stammvater des gotterwählten Volks) und Boris – der geistige Stammvater der gotterwählten Gemeinschaft des Wortes) wissen wir nicht, ob Boris der wieder inkarnierte Abraham ist, aber es steht außer Zweifel, dass er das Gralsmysterium wie Titurel in seiner Empfindungsseele erlebte. Titurel setzte den Anfang der verborgenen Strömung der Gralshüter, während Boris zum Vater jener Menschenströmung wurde, die den Gral in der Seele trägt und auf dem äußeren Plan durch physische Taten zum Ausdruck bringt. Boris I. wurde zum ersten Strahl des bevorstehenden Bogomilentums, das von seinem Enkel begründet wurde. Der Übergang von Parzival zum „Reich des Presbyters Johannes“ nahm seinen Lauf.

Ähnlich wie bei Titurel und Parzival, wo der Weg zwischen ihnen über Amfortas’ Drama führte, geschah es beim Übergang zwischen Boris und seinem Enkel Bojan Maga. Im Westen wurde Amfortas von Klingsors „Lanze“  in die Leisten wegen Wollust getroffen, hier wurde Simeon durch die „Lanze Konstantinopels“ in sein eitles, Macht begehrendes Herz getroffen. Während bei Amfortas die Schwäche der Verstandesseele im Gefühlselement zum Vorschein kam, wurde bei Simeon wegen seiner viel höheren Bildung sein Verstand stärker betroffen. Die nicht rechtmäßige Benutzung der Kosmischen Intelligenz führte zu weit größeren Schäden als bei Amfortas, denn sie wurde auch durch äußere Macht begleitet. Jemand hatte nicht so sehr Simeon den Großen und das von ihm hinerlassene Reich zu retten, sondern die Erfüllung des Plans, den der Elohim Boris verkündet hatte. Als im Westen Parzival Amfortas heilte, rettete er auch die Titurel-Kräfte der Zukunft. Als Bojan Maga die „Wunden“ Simeons zu heilen begann, rettete er auch das Werk seines Großvaters wegen der Menschenzukunft.

Im Jahre 927 starb der Zar Simeon „plotzlich“ an Herzversagen, wohl durch eine in Konstantinopel angefertigte schwarze Magie verursacht. Bojan, der den christlichen Namen Beniamin trug, lernte zu dieser Zeit an der damals berühmten Magnaur-Schule in Konstantinopel, wo er trotz seiner 17 jahre die Lehrer durch außerordentliche Belesenheit und durch sein Charisma in Erstaunen versetzte. Als er die Nachricht vom Tod seines Vaters bekam, kehrte er zur bulgarischen Hauptstadt Weliki Preslaw zurück.

Dort bot ihm sein Bruder Peter den Zarentrhon an, aber Bojan musste eine viel wichtigere Mission erfüllen. Bereits in Konstantinopel hatte er in Kontakt zu zwei mysteriösen „Syrern“, die 928 nach Weliki Preslaw kamen und ihn und fünf weitere Mitstreiter im Kloster „Heilige Paraskeva“ trafen. Dort wurden sie in das Gralsmysterium eingeweiht und  lösten somit den Bogomilenimpuls aus. Die beiden „Syrer“ waren die inkarnierte Jungfrau Sophia (die Gottesmutter) und Johannes der Evangelist. Seit den Worten, die Christus an sie auf dem Golgatha-Hügel richtete, bilden beide eine Einheit. Johannes führte die Prozession an bei der Beerdigung der Jungfrau Sophia im Getsemane. Er schrieb das Sophien-Evangelium, dessen Original nun beide den sechs „Johannes-Christen“ übergaben, wie die Bogomilen ursprünglich hießen. Einer von ihnen hatte vor neun Jahrhunderten der Beisetzung in Getsemane beigewohnt. Das war Bojan, der der wieder inkarnierte Dionysius Areopagita ist. In Weliki Preslaw begriff er von allen am besten, wie groß und umfassend das Beginnende war. Deshalb führte er es an! In diesem Augenblick wurde der Weg vom letzten Gralshüter Parzival (der Bewusstseinsseele) zum Gralsträger Bojan (dem Geistselbst) gebahnt. Die Beziehung zum Reich des „Presbyters Johannes“ wurde endgültig aufgenommen. Von nun an trugen die eingeweihten Bogomilen den Gral in ihren Seelen und bildeten um diesen herum Brüdergemeinden in ganz Europa, in denen der Heilige Geist in erneuerter Form zum Vorschein kam. Im Unterschied zu den christlichen Urgemeinden, die unmittelbar nach dem Pfingstwunder entstanden waren, wirkten diese nun unter den Bedingungen einer zum Menschen hinuntergestiegenen Kosmischen Intelligenz. Diese besaßen sie noch nicht persönlich, so wie dies nach dem 15. Jh. der Fall war, aber sie war in der Lage, das Empfinden des eigenständigen Denkens hervorzurufen, das Christus gewidmet und zum Geistselbst gerichtet war. Das Einmalige der Bogomilen bestand darin, dass sie in sich das intensive gefühlsmäßige Erleben der Gralsgeheimnisse mit dem Versuch ihrer Sinngebung nach Sophias Art zu vereinigen. Als Resultat dieser Synthese entstanden zahlreiche Bücher (die von der orthodoxen und katholischen Kirche verbrannt wurden), das reale Brüderleben, die Gleichstellung der Frau 1000 Jahre vor den heutigen „zivilisierten“ Völkern, die Kenntnis der Reinkarnation, der außerordentliche Mut im Gesicht des Todes und via., was sie zum Nachahmungsbeispiel und Magnet für tausende Seelen aus allen sozialen Schichten machte. Ihre übernationale Heldentat liegt auch daran, dass sie nach dem Christus-Beispiel im Kloster „Heilige Paraskeva“ aus den sechs und den zwei „Syrern“ als Einheit das Urbild jener geistigen Brüder-Siebenzahl bildeten, in der die Blutsverwandtschaft überhaupt keine Rolle mehr spielte. Als Christus von oben herabstieg und übersinnlich in Jesus geboren wurde, wurde die Abhängigkeit von der mit der Zahl sieben zusammenhängenden Blutsverwandtschaft überwunden. Als Christus auf die Erde kam, zeigte er uns die geistige Brüderschaft der Loge der zwölf Bodhisattvas durch die zwölf Jünger, mit denen er sich umgab. Dann konnte er nur in drei Jahren bis zu seinem Golgatha-Tod unter der Einwirkung des zwölffachen Tierkreises und durch die eigene Ich-Kraft den physischen Leib Jesu in einen Geistesmenschen verwandeln und sein Phantom aus dem Grab beleben und in die geistige Welt holen, wo es herstammt (von den Thronen). Seitdem wirkte dieses Phantom in den geistigen Substanzen der Erde durch die Kräfte, die mit dem Geistesmenschen verwandt sind.

Johannes stand unter dem Kreuz und begriff mit einem höheren gnostischen Bewusstsein die Geburt und den Tod von Christus-Jesus. Damals befand sich die Kosmische Intelligenz immer noch in der Sonnensphäre unter Michaels Leitung. In Weliki Preslaw war sie unten und Johannes nahm am geheimnisvollen Akt der Überwindung der blutsverwandtschaftlichen „Siebenzahl“ teil, die sich mit der Gralsmacht (dem Ich-Impuls Christi) zum Geistselbst erhob und zu einer Acht wurde – in eine neue „Oktave“ (denn Johannes und Jungfrau Sophia sind immerhin Einzelindividualitäten). Drei Jahrhunderte später wurde der wieder inkarnierte Johannes auf bulgarischem Boden zur Hauptfigur der geheimnisvollen Überwindung der irdischen Zwölf, als unter der Einwirkung des Grals, der Elohim und der zwölf eingeweihten Bogomilen sein Leib durchsichtig wurde. Er verwandelte sich nicht in seinem Wesen zum Geistesmenschen, so wie der physische Leib Jesu, aber der Übergang zur Überwindung der irdischen Zwölffachheit durch den Menschen (dem Tod des physischen Körpers) und die Verwandlung des Fleisches in Wort hatte schon ihren Lauf begonnen. Die ganze Weisheit der Bodhisattvas, die bisher auf die Erde heruntergestiegen war, durchdrang ihn bis zu seinem physischen Leib und nach ihrer Transformierung durch den Christus-Impuls sprach das Fleisch als Wort (geistige Zwölffachheit). Das Fleisch wird vollständig zum Wort erst in der sechsten Kulturepoche in der Person Maitreya-Buddhas werden, wenn dieser bei vollem Bewusstsein mit der Kraft des Christus-Impulses in seinem Ich diese große Transformation vollbringen wird. In Arbanassi wurde der Anfang im nicht völlig wachem Bewusstsein gesetzt. Im 20 Jh. wurde der Vorgang mit der Heldentat Rudolf Steiners und Beinsa Dounos im Wachbewusstsein und unter anderen Bedingungen fortgesetzt.

Auf diese Weise wurde der Beschluss des Konzils aus dem vierten Jh. zur Überwindung des „Quadrats“ und zum Übergang zu der neuartigen, „zwölffachen“(rosenkreuzerischen) Einweihung etappenweise im zehnten und 13. Jh. unter den bulgarischen Bogomilen realisiert. Im 13. Jh. war der Scholastiker Thomas von Aquin aus dem Orden der Dominikaner der Zeitgenosse des Arbanassi-Mysteriums. Während das Rosenkreuzertum die Folge des geistigen Konzils im vierten Jh. war, so entstand die Scholastik infolge der Entscheidung Aristoteles’ und Alexanders, die sich während der Schlacht von 869 in der geistigen Welt gegen den mohammedanischen Aristotelismus sich zum Ziel setzten, dass auf Erden auch ein christlicher Aristotelismus entstehen musste. D.h. der Aristotelismus und der Alexandrismus mussten zum christlichen Geist durch Michaels Impuls zusammengeführt werden. Aristoteles inkarnierte als Thomas von Aquin und vollzog dies erfolgreich, indem er sich auf die bereits irdisch gewordene, jedoch durch ihn stark vergeistigte Kosmische Intelligenz stützte. Die Scholastiker suchten die Antwort auf die Frage, wie die Offenbarung (der Glaube) und die Erkenntnis (die Wissenschaft) durch das Denken zusammengeführt werden konnten, wie Christus in das Denken in der bevorstehenden fünften Kulturepoche eingehen konnte, wenn nach dem 15. Jh. die Kosmische Intelligenz uns zur vollen Nutzung zur Verfügung gestellt werden musste und wie wir diese Michael in seiner Epoche nach 1879 zurückgeben konnten.

Die Antwort konnte nicht beim Übergang vom vorintellektuellen zur intellektuellen Menschenentwicklung im 13. Jh. kommen, sondern erst an der Schwelle zwischen dem 19. und 20. Jh., als das Zeitalter Michaels begann. Christus erlebte sein zweites Golgatha und Kali-Yuga ging zu Ende. Das machte wieder Thomas von Aquin, der als Rudolf Steiner inkarnierte. Er durfte diesmal frei über das Seelenkarma, die Ich-Reinkarnation, das Gralsmysterium sprechen, während er im 13. Jh. trotz der leidenschaftlich verteidigten Ansicht von der Aufbewahrung des individuellen Prinzips des Ichs beim Menschen nach seinem Tod nicht zur Inkarnationsidee gelang. Wegen karmischer Gründe konnten sich die scholastischen Dominikaner bewusst dem Gralsmysterium nicht nähern, weshalb sie zur Hauptwaffe der katholischen Kirche im Kampf gegen die Gralsträger, die Bogomilen, wurden. Die Dominikaner gehörten weder zum „Christus-Volk“ noch zur „Gemeinschaft des Wortes“ und Thomas von Aquin selbst befand sich während der Zeitenwende in der geistigen Welt, als unten auf Erden auf dem physischen Plan das Gralsmysterium geboren wurde. Dieser Umstand beeinflusst das Karma!

Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die Seelen, die während der drei Jahre Christi auf Erden mit ihm in Berührung kamen, sich von den anderen unterscheiden. Sie besitzen sowohl die idealistische Einstellung der Platoniker, die sie auf die Suche nach brüderlicher Einheit mit den Göttern schickt, sowohl das Denkerische, das sich mit dem Streben zum Individuellen der Aristoteliker vereint. Eine solche Kombination von Eigenschaften verwandelt die Persönlichkeit in den idealen Vollführer des Gotteswillen, der auf Erden durch die Bodhisattvas hinuntersteigt und diese Iche dazu bewegt, nicht die aus der Geschichte bekannten militanten Orden im Rahmen der katholischen Kirche (die in der orthodoxen Kirche nicht existieren) zu gründen, sondern Brüdergemeinden freier Seelen um den Gral als Zentrum. Solche Persönlichkeiten waren die bulgarischen Bogomilen. Sie führten Mittel- und Westeuropa die neue Art und Weise vor, sich mit dem Gral zu verbinden, die sich grundlegend unterschied von der esoterischen Strömung der Hüter im achten und neunten Jh. und von der Ende des 12. Jh. entstandenen exoterischen Strömung, bekannt aus den Romanen Chrétien de Troyes‘, Wolfram von Eschenbachs und Robert de Borons. Im Bogomilentum bestand eine harmonische Synthese zwischen dem Esoterischen und dem Exoterischen, die als einzige den Kirchen Roms und Konstantinopels widerstehen konnte, die das lebendige Christentum immer weiter töteten. Diese Kirchen erkannten die große Gefahr, die ihre Macht bedrohte und schufen jeweils die Inquisition und die Konzilien gegen die bulgarische „Häresie“ um Kreuzzüge gegen sie zu führen. Trotz des höllischen Hasses gegen die Bogomilen und ihrer satanischen Vernichtung gelang es ihnen, die in geistige Finsternis getauchte westeuropäische Menschheit zur Renaissance zu führen. So konnte die fünfte Kulturepoche beginnen und die Völker die Erfüllung ihrer Missionen aufnehmen.

Die Bodhisattvas – 2. Teil

Edelweiß

 

Wie schon erwähnt, wurde auf die aus der versinkenden Atlantis in Richtung des entstehenden Europa fliehenden Menschenmassen großer Einfluss durch Skythianos ausgeübt. Unter seiner Führung wurden durch atlantische Eingeweihte drei Einweihungszentren gegründet, die ein gleichseitiges Dreieck bilden. Im ersten Einweihungszentrum, das im Norden nahe der heutigen Stadt Archangelsk und dem Weißen Meer in Russland lag, wurde das Denken ausgearbeitet. Dort entstanden später die berühmten Mysterien der Drotten (Trotten). Im zweiten Zentrum auf dem Gebiet der spanischen Stadt Santiago de Compostela wurde das Fühlen ausgearbeitet. Diese Stadt ist indirekt mit dem Gralsmysterium über den Heiligen Jakobus verbunden. Dort endet auch der in Südfrankreich beginnende und über die Pyrenäen und Nordspanien führende mystische Jakobsweg (Camino). Das dritte Zentrum wurde in der Nähe von Varna gegründet, wo das ehemalige Höhlenkloster Aladscha liegt und dort wurde am Willen gearbeitet. Der Bodhisattva Beinsa Douno bestätigte das Vorhandensein von atlantischen Eingeweihten an diesem Ort. Das Aladscha-Kloster selbst ist ein mystisches Gebiet, wo ein ätherisch-geistiges Wesen umherschweift. Bei seinem letzten Erscheinen in der Anwesenheit einer Besuchergruppe verkündete es, dass die Zeit komme. Ein Mitarbeiter des Museums teilte bewegt mit, dass der Aufstieg des bulgarischen Volks bevorsteht.

Die  Gründung der drei Einweihungsstätten bezweckte die allmähliche Entwicklung der drei Seeleneigenschaften unter der europäischen Menschheit im Laufe der tausendjährigen Stille, während im Osten die erste und zweite nachatlantische Zeit zur Entfaltung kamen. Die Entwicklung sollte zu einem bestimmten Zeitpunkt den Übergang des kulturbestimmenden Faktors von den Leibern zur Seele hervorrufen. Dieser Übergang wurde durch den vierten Bodhisattva zwischen 3500-3450 v.Chr. im Rilagebirge realisiert, wo sich laut Beinsa Douno eine der ältesten geistigen Schulen der Erde befand. In der Urzeit bildeten Rila, Pirin und Olymp eine einheitliche Gebirgskette mit einer Höhe von etwa 9000 m, die sich langsam senkte und teilte, wobei der höchste Teil Rilas nie unter Wasser gewesen ist.

In der Rila-Schule machte der Bodhisattva sechs Jahrhunderte vor dem Beginn der dritten Kulturepoche in seinem Astralleib eine Synthese des ganzen gedanklichen, gefühlsmäßigen und willensmäßigen Produkts der drei Spitzen des Europäischen Dreiecks, indem er sie durch das Prinzip der Weisheit wie das Zentrum eines gleichseitigen Dreiecks vereinte, um den Weg der menschlichen Entwicklung vom Astralleib zur Empfindungsseele zu bahnen. Sein harmonisierter Astralleib ähnelte einer Empfindungsseele, die mit der Weisheit Gottes eine Einheit war. Er wurde zu einem Buddha! Die Synthese kam durch die Weisheit im Rila (dem Berg der Weisheit) zustande, denn bis zum Golgatha hatte die Liebe keinen freien Zugang zum menschlichen Astralleib, den sie nach Pfingsten mit der ersten christlichen Tugend, dem Glauben erhielt. Vorläufig musste die Weisheit unsere drei Seeleneigenschaften harmonisieren, die hauptsächlich durch den Astralleib ausgedrückt wurden, wo der Verstand wie ein “ hungriger Adler“, das Gefühl wie ein „brüllender Löwe“ und der Wille wie ein “ wütender Stier“ die Hauptursachen für unsere Entfernung von der Weisheit waren. Die Art und Weise, diese „Tiere“ zu besänftigen, sollte beim fünften Bodhisattva besonders schön werden, aber ihre wahre Harmonisierung um das Zentrum der Liebe werden wir in der sechsten Kulturepoche beim siebten Bodhisattva beobachten können, wenn er uns seinen vollkommen durch das Geistselbst verwandelten „Leib des Ruhmes“ vorführen wird. Etwa tausend Jahre früher wird die Verwirklichung eines Plans abgeschlossen sein, über den uns der siebte Bodhisattva informiert. Anfang des 20. Jh. sagte Beinsa Douno, dass seit 5400 Jahren ein geistiger Plan für die Bulgaren existiert, der während der verschiedenen Kulturepochen gerade in Hinblick auf die heutige schicksalhafte Zeit zur Entfaltung kam. Der Beginn dieses Plans fällt beeindruckenderweise mit der Erhebung des vierten Bodhisattva in den Buddha-Rang im Rila, als er nicht nur einen Übergang vom Astralleib zur Empfindungsseele machte, sondern auch der Ich-Entwicklung einen mächtigen Trieb verlieh, der zur Formierung der zahlreichen Erdenvölker führte, in denen sich das einzelne Individuum sich nunmehr als Teil des jeweiligen Volkes empfand. Bei der ersten und zweiten Kulturepochen kann von einem Volksbewusstsein nicht die Rede sein, denn es gab noch das Hellsehen und der Eingriff in das Menschenschicksal durch die geistige Welt war dermaßen sichtbar, dass das auf der Erde Geschehende als eine Illusion und weniger als die Realität empfunden wurde. Wir können mit Sicherheit behaupten, dass das Wunder von Rila der Wendepunkt auf dem Weg zur Herausbildung des Volksbewusstseins ist, das unsere Vorfahren auf der Balkanhalbinsel in alle Weltrichtungen verbreiteten. Nicht zufällig wurden die Bulgaren von Beinsa Douno „das älteste Volk der Erde“ genannt. Die Seele musste sich selbst zuerst als zum Volk zugehörig erleben, um dann das individuelle Ich-Bewusstsein zu erlangen und dem Kosmische Christus-Ich zu begegnen.

Einer der Hauptinspiratoren der Formierung der Völker im riesigen eurasischen Raum ist der geheimnisvolle Skythianos, der in seiner umfassenden Tätigkeit als wichtigstes Instrument das bulgarische Volk benutzte. Über die Bulgaren und Skythianos, wessen Name sich aus dem Verb ’skitam‘ „wandern“ herleitet, werden wir später zu sprechen kommen. Nun wollen wir uns die dritte Kulturepoche ansehen, als die durch den vierten Bodhisattva ausgearbeitete Empfindungsseele zum Kulturentwicklungsfaktor wurde.
Vom bisher Erörterten wird deutlich, dass die Bodhisattvas den Gang der allgemeinen Menschenentwicklung überholen, indem sie im Voraus die Fähigkeiten eines neuen leiblich-körperlichen bzw. Seelenwesensglieds und zukünftig auch eines neuen geistigen Wesensgliedes entwickeln. Das wird von der restlichen Menschheit in der nächsten oder sogar in der übernächsten  Epoche erreicht. Was geschah in der dritten nachatlantischen Kulturepoche?  Der hier angewendete Analogieschlüssel führt uns zum 14. Lebensjahr, wenn das Kind die mütterliche Astralhülle zurückstößt und beginnt, bis zu seinem 21. Jahr einen eigenen Astralleib zu schaffen. In der dritten Epoche sollten wir die Fähigkeiten unserer Empfindungsseele entfalten und anwenden, die der Lebensspanne zwischen dem 21. und 28. Jahr entsprechen, aber in unserem Wesen befanden wir uns immer noch in der Etappe zwischen dem 14. und dem 21. Lebensjahr. Jemand musste die „Tiere“ in unserem Astralleib besänftigen und etwas in unserer Empfindungsseele bewirken.

Den Keim und die Entwicklung einer Empfindungsseele besaß der Mensch bereits seit Lemurien, aber diese wurde zum kulturbestimmenden Faktor erst in der Epoche, die im Zeichen der Zahl 3 zum Vorschein kommt. Nach der Absonderung des Mondes von der Erde in der lemurischen Zeit wurde die Triade Sonne-Mond-Erde als eine Triade Osiris-Isis-Horus widerspiegelt. Die „Trennung“ in der Göttlichkeit verursachte das Entstehen verschiedener Erdenvölker, die sich selbst als eigenständige und eine eigene Sprache benutzende Völker empfanden. Ob vorher eine gemeinsame Sprache bestanden hatte, kann man heute nicht behaupten, aber die “ Zerstörung“ des Turmes von Babylon geschah, nachdem verschiedene Sprachen (Völker) herausgebildet worden waren. Luzifer war am Anfang der Kali-Yuga-Zeit inkarniert und es entstand der Prometheus-Mythos. Es existiert ein okkultes Gesetz, nach dem jede luziferische Bestrebung und Tat unumgänglich zum zerstörenden und an die Erde festbindenden Karma, d.h. zu Ahriman führen. Ahriman teilte die „Einheitssprache“, riss den Babylonsturm nieder und begann in seinen Ruinen in den menschlichen Astralleibern mit der Formierung der einzelnen Völker, wobei sein Blick unumkehrbar auf die physische Welt gerichtet war.  Sowohl der vierte, als auch der fünfte Bodhisattva wurden zu Buddhas unter den Bulgaren, damit die menschliche Entwicklung in die durch die Vorsehung Gottes bestimmte Richtung gehen konnte, zu der auch der unser Volk betreffende Plan gehörte. Dieser Bodhisattva ist Orpheus. Was bewirkte er?

Orfej

Orpheus, Statuengruppe aus Marmor, Regionalmuseum Stara Zagora

Indem er die Musik als Hauptmedium benutzte, besänftigte der Bodhisattva nicht nur die „Tiere“ in den bulgarischen Astralleibern, sondern rief auch etwas in ihren Empfindungsseelen hervor, das bisher bei keinem Erdenmenschen existiert hatte. Die Musik wurde physisch wahrgenommen, aber die Empfindungsseele spürte unbewusst, dass sie „aus den Gebieten kam, wo das Licht herunterstrahlt“. Die Sonne ist die Quelle des Lichts und sie ging auf und strahlte in der Empfindungsseele der Zuhörer. Diese Sonne war Christus, dem das Einkleiden in einen physischen Leib bevorstand, der mit den Ohren gehört und mit den Augen gesehen werden konnte. Aber erst in unserer Zeit sollte durch die Geisteswissenschaft möglich werden, ihn tatsächlich im Denken zu begreifen. Schon damals hatte uns Orpheus vorbereitet, indem er durch die Musik in unserer Empfindungsseele solche Kräfte vorbereitete, die später vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein steigen und durch die Bewusstseinsseele bearbeitet werden sollten, um sich in das uns heute bekannte logische Denken zu verwandeln.

Der Bodhisattva legte die Denkpotenz in die Empfindungsseele hinein, denn diese war gegenständlich genug, erschien uns objektiv und durch sie konnten wir die uns umgebende Welt auf eine viel geistigere Art empfinden als die heutige Einstellung zur Umwelt ist. Die Erinnerung an die vorherigen Leben war ebenfalls vorhanden. Wir hatten zwar keine eigenen Gedanken, aber das lebendige Wahrnehmen der Außenwelt und die Gegenüberstellung des Physischen dem Geistigen führte immerhin zur Prägung der Begriffe. Es entstanden die Geometrie, Astrologie und viele andere Wissenschaften. Das, was man durch Zarathustra, das Weltneujahr und die heiligen Rishi erlebt und gelernt hatte, musste auf dem physischen Plan angewendet werden. Es blühten die Kulturen von Sumer, Babylon, Ägypten, Chaldäa auf. Obwohl die Wissenschaften nicht rein menschlich, physisch waren, da die Begriffe von den geistigen Welten durch die Priester übersinnlich erlangt und diese des Prozesses selbst nicht gewahr wurden, können z.B. die heutigen Ärzte mit jenen Eingeweihten trotzdem nicht mithalten. Wenn wir nur einen Blick werfen auf die zahlreichen bulgarischen Sprichwörter, Sagen, Legenden, Mythen oder auf die atavistischen modernen „Heiler“, können wir eine Vorstellung von der Größe der Kenntnisse und Fähigkeiten bekommen, die die Meister in der dritten Kulturepoche besaßen, als die alte Gnosis entstand. Die Begriffe der Gnosis konnten aber dem Orpheus nicht als Vermittlung zum zukünftigen logischen Denken dienen. Mit seiner Lyra und der gottähnlichen Musik wurde er nicht nur zum Führer aller Barden des Altertums, sondern auch zum großen Wegbereiter der Menschen auf das Christus-Verständnis. Von ihm stammt die Sentenz „Die Menschen sind sterbliche Götter und die Götter – unsterbliche Menschen. Selig ist derjenige, der diese Worte versteht!“  Wenn wir uns in diese Sentenz vertiefen, werden wir wirklich dasWesen seiner Aufgabe, die physischen Zukunft des Erlösers vorzubereiten und begreifen, warum er u.a. auch auf Bildern als auf einem Kreuz und einer Lyra gekreuzigt dargestellt wurde.

Von der griechischen Kultur in der nächsten vierten Kulturepoche wurde bis heute der Mythos über den Lyra spielenden Apollo bewahrt, der eigentlich ein bulgarischer Orpheus-Mythos ist. Apollo ist die nathanische Seele und die Rettung unserer drei Seeleneigenschaften und des Astralleibes am Ende der atlantischen Zeit durch Christus über die nathanische Seele wurde nun durch Orpheus‘ Musik in den Astralleibern der Bulgaren widerspiegelt. Orpheus ist eine Art „verkörperter“ Apollo, der „Sohn Apollos“ und lebte zur Zeit, als das alte starke ätherische Hellsehertum, genannt „Eurydike“ (der Ätherleib des Mannes ist weiblich) das durch ein erloschenes Ich-Bewusstsein erreicht wurde, im Schwinden begriffen war. Eurydike wurde durch die „Schlange gebissen“(die luziferisierte geistige Weisheit), „starb“ und Apollo (Orpheus) suchte diese in der Unterwelt (der Vergangenheit), wobei er durch seine auf der Lyra gespielte Musik die Götter erweichte. Auf dem Rückweg durfte er nicht nach seiner Geliebten zurückschauen (dem alten ätherischen Hellsehertum), sondern nur nach vorne zur „Sonne“ blicken, d.h. zum neuen Hellsehen, das nicht durch die Leibeskräfte, sondern durch die Seele (das Ich) zu erreichen war. Apollo drehte sich aber zu dem, was er früher war und verlor „Eurydike“ endgültig, indem er zum „Orpheus“ wurde. Der Bodhisattva wurde zum Buddha, aber um den Preis der endgültig abgebrochenen Verbindung zwischen dem individuellen und Höheren Ich. Er ist das erste Menschenwesen, das im Voraus das Drama des zum Physisch-Irdischen hinuntersteigenden Ichs erlebte, das auf der Lyra (der Denkpotenz) und dem irdischen Kreuz gekreuzigt wurde. Aber nur so konnte er seine Verstandesseele allen anderen voraus entwickeln und diese den Menschen zum Erleben in der nächsten Epoche anbieten. Während in der Empfindungsseele das Ich sich als Teil des Volkes begriff („Ich und Abraham sind eins“), bestimmt sich das Ich in der Verstandesseele durch das Denken selbst als eine Einzelpersönlichkeit. Orpheus wurde zum großen Vorbereiter der Menschen zum individualisierten Empfang des verkörperten Christus, der nach den drei rettenden Handlungen über die nathanische Seele in den übersinnlichen Welten nun auf dem physischen Plan unser Ich retten musste.

Aus dem Erörterten geht hervor, dass sich der Buddha-Orpheus und der Buddha aus dem Rilagebirge in den Zustand des Nirvana aus dem Land der Bulgaren aus erhoben. Ob 5505 v.Chr. der dritte Bodhisattva auch in diesem Gebiet zum Buddha wurde, wissen wir nicht, aber nach Steiner sind alle nachatlantischen Kulturepochen im Mysterienraum des Schwarzen Meeres vertreten. Wie bereits erwähnt, haben die Vorfahren der heutigen Bulgaren Kolonisationszüge in alle Richtungen unternommen um Kulturen zu begründen; dazu liegen viele interdisziplinäre Beweise vor. Physisch war immer jemand von ihnen vertreten, wenn etwas Neues, etwa die Erhebung eines Bodhisattva zum Buddha passierte.

Im Zusammenhang mit dem Hauptthema soll ein weiterer Bulgare erwähnt werden, der eine wichtige Rolle für die Menschenentwicklung gespielt hat – Dionysos. Gemeint ist nicht der „alte“ Dionysos, der eine übersinnliche Wesenheit aus einer viel früheren Epoche war, sondern der körperlich inkarnierte „junge“ Dionysos, der laut Steiner etwa 100 Jahre vor Orpheus den berühmten Feldzug nach Indien führte und die dortigen Draviden in ein Volk mit großer Kultur verwandelte. Dieser Dionysos und der „skythische“ Prinz Rama sind dieselbe Persönlichkeit, und die Frage, ob hinter dem „alten“ Dionysos ein anderer Rama steckt, ist offen. Mit Sicherheit wissen wir aber von der Anthroposophie, dass er der erste Lehrer des Ichs war, dessen Seele nach seinem Tod in die intellektuelle Kultur der Menschheit hineinfloss und heute dort präsent ist. Nach Luzifers Inkarnation war Dionysos der leuchtendste Vertreter des luziferischen Prinzips, der auf Erden gelebt hatte. Etwas mehr: durch diesen Indien-Zug konnte einige Jahrhunderte später der sechste Bodhisattva zum Buddha gerade inmitten des indischen Volkes werden, während der fünfte, wie der bekannte Mythos erzählt, von den Bacchinnen zerrissen wurde. Letztere symbolisieren den Sonnenkult des Dionysos, der in irdische Leidenschaften degradierte. So trafen sich im Orpheus das Dionysos-Prinzip (das Luziferische) und das Apollo-Prinzip (das Christliche). Das Erste wirkte individualisierend auf das Ich und verwandelte den Astralleib in den  Kampfplatz der drei Seeleneigenschaften und das Zweite versuchte, sie durch Musik zu harmonisieren. Orpheus konnte beide nicht versöhnen und wurde zerrissen. Die Vereinigung beider Prinzipien konnte nur ein Wesen vollbringen, das aus einer anderen Richtung erschien. In der Zeitenwende kamen beide Kulte durch die Hirten und Waisen zum Vorschein, um im Christus eins zu werden, aber später teilten sie sich wieder in der Menschenentwicklung, da die Menschen unvorbereitet waren. Heute können wir im bulgarischen Volk viele atavistische Spuren des Dionysos in den Kukeri/ Ritual der geistervertreibung durch in Tiergestalt kostümierte Männer), Nestinari (ritale Tänze mit nackten Füßen auf glühenden Kohlen), im Fest der Rebstockbschneidung Triphon Saresan  entdecken,

Trifon Zarezan

             Trifon Saresan, das traditionelle Fest der Rebstockbeschneidung am 14.02.

während Orpheus mehr in der Musik und im Tanz weiterlebt. Aber das von den beiden in die Seelen der Bulgaren damals Hineingelegte tritt nun, in der Epoche der Bewusstseinsseele überzeugend zu Tage und wird sichtbar in der Intelligenz des Bulgaren, in seiner Fähigkeit, aus dem „Nichts“ etwas hervorzubringen, mit allen möglichen Situationen zurechtzukommen, sich an die verschiedensten Kulturen anzupassen. Die Kinder holen die Medaillen bei zahlreichen Olympiaden der Mathematik, Informatik usw.

Orpheus hat aber nur einen Teil seiner Aufgabe hinsichtlich der Bewusstseinsseele erfüllt. Am restlichen Teil sollte der sechste Bodhisattva in der vierten nachatlantischen Kulturepoche arbeiten, indem er eine neue Eigenschaft in unser Seelenleben hineinlegte. Infolge des langen Weges seit der atlantischen Flut erreichte der Mensch eine weitgehende Individualisierung, aber der Preis dafür war die erloschene Fähigkeit zur Erinnerung an seine früheren Leben. In der vorausgegangenen Epoche kam die Erinnerung über die wesentlich objektivere, gegenständlichere Empfindungsseele und nun durch die wesentlich unklarere, trägere, innerlich erlebten Seele der Vernunft und des Gefühls, die der Mensch nicht mehr als Mittel zum Eindringen in seine früheren Inkarnationen benutzen konnte. Das Anbinden an die Erde seit der dritten Kulturepoche wurde zu einem Körperkult und das Erdenleben gewann immer mehr an Bedeutung. Als Widerspiegelung der atlantischen Zeit, als wir nachts mit den zahlreichen Wesenheiten der geistigen Welten kommunizierten, war diese Epoche auch voller Götter, aber die Menschen erlebten sie sehr abstrakt und anthropomorphisch. Dionysos inkarnierte als Plato und besaß in dieser Gestalt immer noch ein lebendiges Verhältnis zur geistigen Welt. Er wendete die Begriffe auf die physische Welt an, und zwar in ihrer alten Form aus der vorherigen Epoche, als diese durch die Priester auf übersinnliche Weise erlangt wurden. Aber dann kam sein Schüler Aristoteles, der überlegte, ob es nicht möglich war, die Begriffe für die geistigen Welten aus eigener Kraft zu prägen, was den Menschen von diesen Welten trennte und rein irdische Wissenschaften begründete. Bei Plato existierte die Idee der Reinkarnation, obwohl sie ziemlich verwischt war. Aristoteles verzichtete auf die Reinkarnationsansicht, prägte die zehn irdischen Begriffe und schickte Alexander in die Welt hinaus, um seine Errungenschaften zu verbreiten. Nur durch eine solche Anschauung konnte nämlich das Erscheinen eines Impulses sichtbar werden, der sich von der gesamten nachatlantischen, von der Atlantis stammenden Weisheit unterschied. Der Christus-Impuls musste bewusst gemacht werden, damit wir mit seiner Kraft den Rückweg von der Materie zum Geist betreten konnten. Bis zum Anfang der vierten nachatlantischen Epoche war der Mensch nicht in der Lage, den Bodhisattvas etwas zu überbringen, was sein eigenes Gemütsleben hervorgebracht hatte. Sogar die schicksalhafte Entscheidung, was gut und böse ist, wurde durch die Bodhisattvas von oben heruntergeholt. Neben diesem „Mechanismus“ bestand auch ein anderer: wenn ein Mensch eine böse Tat begangen hatte, sah er astralisch die rachesüchtigen Erinnyen und Furien, um zu begreifen, dass er Böses angerichtet hatte. Die bis heute bestehende bulgarische  Wendung „wie eine Furie toben“ bezeugt die bulgarische Herkunft der Bezeichnungen der geistigen Wesenheiten in der griechischen und manchen anderen Mythologien.  Nun aber war es an der Zeit, dass in uns etwas von innen herauskommen sollte, das wir den Bodhisattvas überbringen konnten, so dass sich der sechste von ihnen inkarnierte, um dieses unbekannte Gefühl zu empfinden, das in der geistigen Welt nicht existierte. Bis zum sechsten Jh.v.Chr. konnte niemand von den Bodhisattvas zur „richtigen“ Inkarnation gelangen. In der Zeitspanne zwischen Aischylos (sechstes Jh.v.Chr.) und Euripides (fünftes Jh. v.Chr.) meldete sich „die innere Stimme“ in den Menschen, d.h. das Gewissen. Da konnte der sechste Bodhisattva vollkommen in den 29jährigen Sohn des Shuddhodana eintauchen, wurde unter dem Bodhi-Baum erleuchtet (dem Feigenbaum) und verwandelte sich in einen Buddha, denn in senem Herzen wurde die Kraft geboren, das Mitleid und die Liebe zu erkennen. Diese Fähigkeit gab er seinen Schülern weiter in der Form der „Lehre des achtstufigen Weges“, indem er auf den Weg hinwies, den die Menschenentwicklung gehen sollte. Eine einzige Inkarnation reichte ihm, um den Weg zu überblicken, den unsere innere Seelenentwicklung in der vierten, fünften und sechsten nachatlantischen Kulturepoche gehen sollte. Das „Werkzeug“ zu seiner Transformierung in einen Buddha war das Gewissen, das er nicht nur als Keim im Menschen vorausgesehen hatte, sondern auch als Impuls aus sich selbst herausstrahlte. Er entwickelte seine Bewusstseinsseele und erlebte die Lehre vom Mitleid und der Liebe gerade in diesem höchsten Teil seiner Seele. Die Menschheit befand sich in der Epoche der Verstandesseele und Buddha konzentrierte seine Lehre auf sie, damit sie im Menschen wirken konnte, und später, nachdem die Bewusstseinsseele zum Kulturentwicklungsfaktor geworden war, dort zum Vorschein kommen und sich dort als der „Achtstufige Weg“ zeigen konnte. Folglich wurde das Eindringen in die Verstandesseele durch die Bewusstseinsseele verwirklicht, aber weil die Entwicklung der Ersteren das Hirn hart und unempfindlich für eine derartige Lehre machte, brauchte Buddha ein weicheres Gehirn, das für die dritte Kulturepoche typisch war. Er fand es in Indien, wo Dionysos eine Zivilisation begründet hatte, die auf dem Prinzip der Kasteneinteilung (der Synarchie) basierte. Der Sohn Shuddhodanas ist geboren als „Sakya“  und die Saken sind Bulgaren aus “ Skythien“. Es mag seltsam klingeln, aber neben dem allen bekannten Bild Gautama Buddhas existieren auch andere Bilder, wo er als hellhäutig und blauäugig dargestellt wurde. Die Bulgaren hatten blaue oder brane Augen, blondes, rotes oder kastanienbraune Haare, sie hatten nicht die typisch asiatische Hautfarbe und Augenform. Attila aus dem Stamm Dulo wurde von einem Zeitgenossen als rothaarig und blauäugig beschrieben, als jemand, der Latein und Griechisch beherrschte, als einen sehr höflichen und edlen Herrscher, der nie über nichtmilitärische Ziele hergefallen ist.  Zu den Zwecken dieser Untersuchung ist die Tatsache wichtiger, dass er in Indien eine vorherige Menschenstruktur in der Epoche der Verstandsseele wiederholen konnte (die Empfindungsseele und das weiche Gehirn), um in die Verstandesseele eine zukünftige menschliche Fähigkeit einzupflanzen (den Achtstufigen Weg in der Bewusstseinsseele). Orpheus hatte auch in der vorausgegangenen Epoche die Empfindungsseele benutzt, damit wir heute über das logische Denken verfügen, denn zur Entwicklung der Verstandesfähigkeiten besitzt die Verstandesseele keine Kräfte. Zählen wir auch Dionysos dazu, haben wir vor uns die vorchristlichen Hauptwegbereiter des modernen menschlichen Denkens. Vom bisher Erörterten wird klar, dass je näher zur Erde das die Inkarnierung anstrebende Wort gelang, desto tiefer die Bodhisattvas hinunterstiegen und desto geringer der Abstand zwischen ihnen und dem irdischen Gefäß wurde. Dabei waren sie in der Lage, einen bestimmten Teil ihrer Seele zu entwickeln. Sie verkörperten das innere Wesen des Menschen und nachdem sie eine Eigenschaft ausgearbeitet hatten, pflanzten sie diese in den Menschen ein. Hier muss sofort präzisiert werden, dass wenn der Bodhisattva am Ende seiner Erdenaufgabe sich in das „Urbild“ einer Eigenschaft verwandelt, dieses Urbild nach seinem Tod als eine Kraft zu wirken beginnt, die von oben nach unten strömt und jedem Menschen die spätere Entwicklung dieser Eigenschaft ermöglicht. Will man den ausgewählten Analogieschlüssel auf Gautama Buddha anwenden, so kann man sagen: Er strahlte den Gewissensimpuls zur Empfindungsseele aus (der Lebensabschnitt zwischen dm 21. und 28. Jahr), die die Vergangenheit symbolisierte, entwickelte die Bewusstseinsseele (die Zukunft) und erfasste mit dieser von innen die Verstandesseele (seine Epoche). Aber die Verstandesseele musste auch von außen erfasst werden durch ein Wesen, das ganz anders wirkt, das sie nicht einfach unterrichtet, sondern sie formt und kreiert. Bisher gestalteten die Bodhisattvas das innere Wesen des Menschen, während Christus die ganze menschliche Natur gestalten musste. Wenn die Bodhisattvas ihren Astralleib in das Geistselbst verwandelten, gab Christus einen mächtigen Impuls zur Transformierung des Ätherleibes in den Lebensgeist. Von Vorbereitern der Logos-Ankunft sollten die Nächsten Bodhisattvas zu Logos-Nachfolgern werden. Es gab sechs Vorbereiter bis zur Zeitenwende und sechs Nachfolger danach. Der Übergang zur neuen Aufgabe wurde durch den gegenwärtigen siebten Bodhisattva vollzogen! Über ihn sagte Steiner überzeugt, dass er sich erst 5000 Jahre nach der Übernahme der Himmelstiara zum Buddha erheben wird, d.h. in der sechsten Kulturepoche. Jeder seiner Gefährten war jeweils in einer Epoche präsent, die Zeitspanne zwischen Orpheus und Gautama Buddha war sogar auf sieben Jahrhunderte reduziert. Warum ist eine so drastische Änderung eingetreten?  Wie bereits erwähnt, zeigte sich der Makrokosmische Logos-Ich bei seinem Opferbringenden Abstieg zur Erde auf verschiedene Art und Weise in den einzelnen „Stufen“ der Himmlischen Sophia. Der älteste Zarathustra sprach vom „Großen Sonnengeist“. Die Sonnensphäre ist die ursprüngluche Wohnstätte der zweiten Götterhierarchie – der Herrschaften, Mächte und Gewalten und schließt auch die Sphären von Mars, Jupiter und Saturn ein. Als die sechs vorchristlichen Bodhisattvas zu ihren irdischen Gefäßern hinunterstiegen, um den Menschen Weisheit zu bringen, schöpften sie diese Weisheit vom Sonnenlogos, jedoch nicht direkt, sondern durch die Vermittlung der Mondsphäre (Merkur und Venus einschließend), die durch die dritte Götterhierarchie der Archai, Erzengel und Engel repräsentiert wird. Bis zur Zeitenwende zeigten uns die sechs Bodhisattvas den Sonnenlogos wie einen Mondlogos, sie waren die „Mondboten“. Nachdem der Makrokosmische Logos-Ich die Sonne verlassen hatte, und auf der Erde durch den Tod und die Auferstehung ging, konnten nunmehr die sechs restlichen Bodhisattvas ihre Lebenskraft unmittelbar aus der Quelle des Golgatha-Mysteriums schöpfen, um die Sonnenweisheit Christi in einer völlig neuen Form zu tragen, die der Vermittlung durch die Mondenkräfte nicht mehr bedurfte. Seit Pfingsten ist die Christus-Sonne in jedes menschliche Ich eingetreten und sie wartet dort darauf, gefunden zu werden, damit wir mit ihrer Kraft in der siebten Kulturepoche die Erde mit dem Mond und anschließend die Erde mit der Sonne in den geistigen Welten zu verbinden, damit die während der hyperboräischen Zeit verlorengegangene Dreieinheit von Sonne, Erde und Mond wieder hergestellt wird. Dieser große Plan lässt sich nicht durch die Weisheit allein realisieren, und sei es die Sonnenweisheit, sondern durch die im Ich neugeborene Weisheit, die sich in Liebe transformiert. Christus unternahm die große Transformation der Makrokosmischen Weisheit in Makrokosmische Liebe und von da an wurden die Bodhisattvas von Meistern der Weisheit zu Meistern der Weisheit und Liebe. Die Arbeit an der Transformierung ihres Astralleibes in das Geistselbst wurde ebenfalls einer grundlegenden Wandlung unterzogen. Aus dem Lukas-Evangelium wissen wir, dass ein Engel (der ehemalige Schutzengel Gautama Buddhas mit dem Namen Vidar)  den Hirten auf dem Feld erschien und ihnen die Nachricht von der Geburt des Erlösers in der Stadt Davids verkündete.  Danach sahen die Hirte das „Engelsheer“. Dieses „Heer“ ist Gautama Buddhas “ Nirmanakaya“. Aber warum ist es nicht ein in sich geschlossener „Körper“, ein Engel (Geistselbst), sondern eine Menge? Jeder der sechs ersten Bodhisattvas verwandelte nur teilweise den Astralleib seines Gefäßes in ein Geistselbst, das später in der Menschheit als Kraft zur Geltung kam. Je mehr wir uns der Zeitenwende näherten, desto schneller kam der jeweilige Bodhisattva zur Metamorphose in einen Engel. Als die Hirte das “ Engelsheer“ sahen, bestand dieses aus den sechs Produkten (Kräften) der Bodhisattvas, die sich in eine besondere Art Wesen verwandelt hatten. Da der „Teil“ Gautama Buddhas der Engelsstufe am nächsten stand, nahm er den wichtigsten Platz im „Heer“ ein und die Hirte sahen ihn im Ätherisch-Astralen als eine Engelsaura. Das  „Engelsheer“ hatte sich sechs Jahrhunderte früher formiert, bei der Erleuchtung des Bodhisattva unter dem Bodhi-Baum, um sich nun auf das in der Krippe liegende Jesus-Kind (die nathanische Seele) zu richten und in seinen Ätherleib einzutauchen. Sieben Jahre später (zwischen dem fünften und dem siebten Lebensjahr) stießJesus die mütterliche Ärherhülle zurück.Vidar nahm zur Aufbewahrung in seinem Lebensgeist diese reinen ätherischen Kräfte, die sich nicht im Weltenäther auflösten und belebte mit ihnen den Ätherleib Jesu im Garten Getsemane. Zu dieser Zeit war der Prozess der Transformation des Ätherleibs Jesu aus einem makrokosmischen Ich in einen mikrokosmischen Lebensgeist dermaßen fortgeschritten, dass er kaum in der Lage war, den Zerfall des physischen Leibes aufzuhalten, der zum Erscheinen des „Blutschweißes“ führte. In seinem zwölften Lebensjahr verband sich die nathanische Seele bei dem Besuch in Jerusalem mit dem Zarathustra-Ich, streifte die mütterliche Ätherhülle ab und vereinigte sich mi dem Nirmanakaya Buddhas. Dabei wurde der Buddhismus dermaßen verjüngt, dass er später über Johannes den Täufer in einer völlig erneuerten Form zur Geltung kam. Jesus selbst erfuhr erst um sein 24. Lebensjahr von den drei rettenden Opfern Christi über die nathanische Seele (d.h. über ihn), aber er teilte das seiner Mutter erst mit, als er ca. 30 war. Nach diesem Gespräch verwandelte sich Maria in die Jungfrau Sophia und er begab sich zum Jordanfluss, damit das Wunder der Menschwerdung des Wortes stattfinden und sein nachfolgender Tod eintreten konnten, den die nathanische Seele als das vierte Opfer erlebte.

Aus dem bisher Erörterten sehen wir, dass der erste Bodhisattva, der die Möglichkeit haben wird, seinen Astralleib vollständig in ein Geistselbst zu verwandeln, der siebte in der Zwölferreihe ist, denn vor dem Golgatha-Mysterium gab es die für eine solche Transformation benötigten Kräfte noch nicht auf dem Erdenplan. Wie bereits hervorgehoben, erfolgte bei den frühen Bodhisattvas die Verbindung mit dem irdischen Gefäß auf der Stufe des Astralleibes, bei Orpheus reichte sie bis zum Ätherleib und bei Gautama Buddha – bis zum physischen Leib und war fast einer irdischen Inkarnation ähnlich. Nach Gautama Buddha können wir erwarten, dass nachdem der siebte Bodhisattva einmal pro hundert Jahre in insgesamt 5000 Jahren hinuntergestiegen sein wird, sich genauso fest mit den Leibern des Gefäßes wird verbinden können. Steiner erwähnte nur einen Hinunterstieg von ihm. 105 Jahre vor der Zeitenwende wurde Jeshu ben Pandira zum Verkünder der physischen Erscheinung des Wortes und wurde deshalb von seinen Gegnern gesteinigt und an ein Kreuz gehängt. Die frühen Bodhisattvas hatten kein wahres Todeserlebnis. Falls Orpheus tatsächlich getötet worden war, erlebte er den Tod deutlich spürbarer, Gautama Buddha stieg in den Himmel nach einem natürlichen Tode hinauf und Jeshu ben Pandira erle erlebte den Tod dramatisch, wobei er der Menschheit zeigte, was das Wort selbst erwartet, wenn es zum „Fleisch“ geworden ist. Wir können mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass bei seinen vorherigen Hinunterstiegen zwischen dem sechsten und zweiten Jh.v.Chr. der siebte Bodhisattva keinen gewaltsamen Tod erlebte im Unterschied zum Jahre 105 v.Chr., wo die Kraft, den Tod zu erleben aus dem Gewissen in seiner Empfindungsseele kam. Der Keim des Gewissens beim Menschen wird als die Widerspiegelung der drei übersinnlichen Opfer der Christus-Sonne formiert, die auch als ein Hauptgeheimnis den Schülern in den vorchristlichen Mysterienstätten enthüllt wurden. Indem sich Jeshu ben Pandira auf dieses Geheimnis und den von Gautama Buddha ausgestrahlten Gewissensimpuls stützte, erfüllte er seine verrkündende und vorbereitende Aufgabe und bezahlte das mit seinem Leben. Nach Pfingsten begann die Christus-Sonne, im Menschen-Ich als das Christus-Gewissen zu leben. Aber sie kam wieder durch die Empfindungsseele zum Vorschein, bis sie über die Verstandesseele zur Bewusstseinsseele durchkommen und diese dermaßen durchdringen muss, dass der Mensch von ihr den Großen Übergang zum Geistselbst meistern kann.

Unseren Lebensabschnitt, der mit dem Erleben im Ich der Empfindungs-, Verstandes- und Bewusstseinsseele verbunden ist, nennt man „Sonnenabschnitt“. Wenden wir wieder den Analogieschlüssel an, können wir zum wiederholtem Male seine Genauigkeit feststellen. Der siebte Bodhisattva begann mit dem Erleben des Gewissens in seiner Empfindungsseele, die er dann zu einer Verstandesseele erhöhen und sie in der Bewusstseinsseele erleben musste. Nachdem er im Laufe von 5000 Jahren seinen ganzen Sonnenabschnitt durchlebt haben wird, wird er sich in der sechsten Kulturepoche zum Geistselbst erheben und zum ersten Bodhisattva werden, der seinen Astralleib vollständig in einen „Engel“ mit der Christus-Kraft des Ichs in seinem Ich transformiert haben wird. Später werden wir versuchen darzulegen, wie er diese Aufgabe bisher meistert. Aber hier entsteht die logische Frage, ob in den drei Erdenjahren Christi der Bodhisattva auf dem Erdenplan dem Makrokosmischen Christus-Ich direkt begegnet ist und was aus dieser Begegnung erfolgt sein könnte?

Im Neuen Testament werden drei Auferweckungen durch den Erlöser erwähnt. Die Geisteswissenschaft sagt, dass der Junge zu Nain im dritten Jh.n.Chr. als Mani wirkte und den Manichäismus begründete. Lazarus dagegen war das einzige Menschenwesen, das durch Christus persönlich eingeweiht worden war. Deshalb konnte er Christus bis zum Golgatha-Kreuz folgen, um vom gekreuzigten Wort das Sophien-Verständnis der Ereignisse zu empfangen und das größte Buch aller Zeiten zu schreiben – das Johannes-Evangelium. Er wurde auch des Privilegs gewürdigt, auf die Vergangenheit und Zukunft der Menschheit in seiner Offenbarung zu blicken. Im 13. Jh. wurde er in Arbanassi zur Hauptfigur jenes Mysteriums, aus dem im 15. Jh. das Rosenkreuzertum geboren wurde.

Über die nächsten Inkarnationen der Tochter des Jaïrus sagt Steiner allerdings nichts. Wenn die Iche der anderen drei Auferweckten eine solche grundlegende Entwicklung erlebt haben, müssen wir uns fragen, welches Ich hinter dem Mädchen steckt, das mit dem Hierophantenaufruf des Logos in der alten bulgarischen Sprache ins Leben zurückgerufen wurde? Dieses Mädchen war der siebte Bodhisattva! Die Seele und das Ich des Mädchens waren die Seele und das Ich des Bodhisattva, der von der Mutter geboren wurde, die zusammen mit seinem Vater und den drei erhabensten Schülern unter den zwölf Jüngern dem sakralen Geheimnis beiwohnte.

In der Vorlesung „Die Große Schlacht auf Erden“ haben wir den Sinn der rettenden Christus-Tat sehr eingehend dargelegt. Durch diese Tat wurden die Kräfte der Zukunft für die Menschheit geheilt (das weibliche Element) und der Weg zur sechsten Kulturepoche gebahnt, wenn das Geistselbst zu den bereiten Seelen hinuntersteigen wird. Die geeignetste Individualität, in der der Samen dieser Epoche aufkeimen konnte, war der zukünftige Buddha Maitreya. Die zwölfjährige Tochter des Jaïrus besaß schon einen eigenen Ätherleib, aber die Geschlechtsreife war bei ihr noch nicht eingetreten. Außerhalb des physischen Leibes befanden sich alle restlichen Wesensglieder: der Ätherleib, der noch nicht fertige Astralleib zusammen mit der mütterlichen Astralhülle sowie die Seele und das Ich des Bodhisattva. Vom Ätherleib Jesu, der vom Christus-Ich durchdrungen und größtenteils in den Lebensgeist verwandelt worden war, flossen zum Ätherleib des Mädchens wie zu einem Altar belebende Kräfte. Das Mädchen wurde physisch zum Leben auferweckt. Gleichzeitig erfasste mit dem Aufruf „Talitha kumi“ das Ich des verkörperten Logos den Keim der Verstandesseele im Ätherleib und prägte sich dort als Gewissen ein. Wie die anderen zwei Auferweckungen wurden hier die Auferweckung und die Einprägung verwirklicht, während der Neophyt ein halbschclafendes Bewusstsein hatte, aber die Wirkung, die der Träger des Budhi-Prinzips auf den Ätherleib und die seelisch-geistige Natur des Bodhisattva ausgeübt hatte, mussten künftig bei den nächsten Inkarnationen zur Geltung kommen, diesmal jedoch bei wachem Bewusstsein. Ohne die ätherische „Speisung“ durch Christus wäre die zukünftige beschleunigte Evolution des Bodhisattva als auch das physische Standhalten der ihn später erwartenden höllischen Angriffe nicht möglich gewesen.

Es sticht ins Auge, dass die Persönlichkeiten, die in den drei Jahren direkt oder indirekt einen Kontakt mit dem Erlöser hatten, stark von den Persönlichkeiten in den uns bekannten christlichen Strömungen abweichen. Erst zum Ende seines Lebens erfuhr Steiner vom Archai Michael die Geheimnisse der platonischen und aristotelischen Strömungen der Seelen, der Schule in Chartres und der Sonnenschule Michaels usw. Aber einige der Seelen, die das seltene Privileg genossen hatten, den Logos während der Zeitenwende zu berühren, scheinen eine eigene Strömung zu bilden, die sehr eng mit der alten Gnosis, dem Gralsmsterium und natürlich mit den Bodhisattvas verbunden ist (in der Vorlesung vom 25.04.2016 wird eingehend auf diese dritte Strömung eingegangen, Anm. des Übersetzers). Es wurde bereits erwähnt, dass das im Jahre 5505 v.Chr. während des Großen Weltneujahres Erlebte in der dritten Kulturepoche bei der Entstehung der wahren esoterischen Gnosis widerspiegelt wurde, die nur in den tief verborgenen „Gnosis-Mysterien“ kultiviert worden war. Diese Mysterien lebten noch bis zum Anfang der Christlichen Zeitrechnung, ja sogar bis zum europäischen Mittelalter, allerdings in einer modifizierten Form, die Steiner „die Göttlichen Mysterien“ nannte und die einen exoterischen Charakter besaß. Doch in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung wurden zahlreiche Schriften der exoterischen Gnosis vernichtet.

Die Vertreter der esoterischen Gnosis in der Zeitenwende besaßen zwei vollkommen entwickelte Seelen – eine Empfindungs- und eine Verstandesseele. Durch die zweite waren sie unmittelbar mit ihrer historischen Zeit verbunden und durch die erste konnten sie nach der „Aktivierung“ ihrer Kräfte in die tiefen kosmischen Wechselbeziehungen der Verwirklichung des Golgatha-Mysteriums eindringen. Diese Fähigkeit nennt man heute „asoziatives“ Denken. Orpheus (und Dionysos) haben mit der Musik das abstrakte logische Denken in die Empfindungsseele hineingelegt, das in der Bewusstseinsseele erlebt wird. Aber nur die Vertreter der wahren Gnosis aus jener Zeit beherrschen neben dem abstrakten auch das assoziative Denken, das die Bewusstseinsseele nach und nach in eine imaginative Seele verwandelt, die das Geistselbst in sich aufnehmen kann. Bei solchen Persönlichkeiten spielt die Musik mit Sicherheit eine große Rolle in ihrem Leben, die sofort die besten Kräfte in ihrer Empfindungsseele erweckt und zur Transformierung der auf den ersten Blick kühlen Bewusstseinsseele in eine hellsehende Seele beiträgt.

Ein herausragender Vertreter der Gnosis aus der Zeitenwende ist Dionysius Areopagita.  In seinen jungen Jahren hat er lange in Ägypten gelebt, wo er sich auch während des Kreuztodes aufhielt. Wie das Evangelium sagt, erfasste ein starkes Erdbeben die ganze Erde, nachdem der Erlöser sein Leben ausgehaucht hatte. Dionysius soll vor Entsetzen erschaudert sein und gesagt haben: „Entweder leidet Gott der Urheber der Natur oder es geht die Welt zugrunde!“. Hier haben wir die aktivierte Empfindungsseele, die die kosmische Verbindung zwischen der äußeren Finsternis und dem auf dem Golgatha-Hügel Geschehenden erfasst!

Als späteres Mitglied des Obersten Rates in Athen, dem Areopag, hörte Dionysius vom Apostel Paulus die frohe Botschaft, seine Empfindungssseele wurde aktiviert, aber mit seiner Verstandesseele wollte er Beweise haben.  Beim Verlassen Athens machte Paulus das Kreuzzeichen über einen Blinden, der sehend wurde und von Paulus beauftragt zu Dionysius ging, der gemeinsam mit seiner ganzen Familie die Taufe erhilet. Paulus ernannte ihn zum Bischof Athens und zum Leiter der ersten esoterischen christlichen Schule auf Erden. Neben den anderen Jüngern wohnte er dem Tod der Jungfrau Sophia im Garten Getsemane bei. Er wurde ermordet. Einige Jahrhunderte später schrieb ein Nachfolger von ihm mit demselben Namen die Schrift „Über die himmlische Hierarchie“, deren Inhalt von Areopagita kommt, und später von Schüler zu Schüler in seiner Schule weitergegereicht wurde.

Wir haben uns eingehend mit dieser Individualität befasst, weil sie in ihren nächsten Inkarnationen eine große Rolle in der geistigen Entwicklung Europas und der der ganzen Welt spielte, die mit dem Hauptgeheimnis des Christentums,  dem Golgatha-Mysterium zusammenhängt, das als Weltbilder im Heiligen Kelch enthalten ist. Joseph von Arimathäa gehörte auch zu den Gnosis-Eingeweihten, drang in die tiefen kosmischen Wechselbeziehungen des Golgatha-Mysteriums ein und wurde nach dem Willen Christi zum ersten Gralshüter. Der Heilige Kelch musste physisch in den Westen gebracht werden, wo die Ritter des Königs Artus sich betätigten. Sein Weg ging zunächst durch das Land, das die Bulgaren seit Jahrtausenden bewohnt hatten. Die Bulgaren sind die alteingesessene Bevölkerung der Balkanhalbinsel, die von den nach dem achten Jh.v.Chr. hergekommenen Griechen mit dem beleidigenden Spottnamen „Thraker“ genannt wurden, was „Barbaren“ bedeutet. Die Griechen waren eine aus Ägypten stammende Bevölkerung mit dunkler Haut und lockigen Haaren. Durch Piratenzüge und räuberische Einfälle nahmen sie zuerst die südlichsten Teile der Halbinsel Peloponnes ein, dann weitere Gebiete. Alte Autoren beschreiben sie als Nichtsnutze, die sich mit List, Intrigen und Hinterhältigkeit auf der Balkanhalbinsel niederließen. Im Unterschied zu ihnen waren die Bulgaren tapfere und fähige Kämpfer mit einer hohen geistigen und materiellen Kultur. Sie schufen die kretisch-mykenische Kultur (die in der Zeitenwende durch die drei Könige vertreten war) wegen des zukünftigen Christus-Verständnisses. Sie hatten einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der hebräischen Strömung (vertreten durch die Hirte zur Zeitenwende), die mit dem inneren moralischen Erleben des Willens verbunden ist. Die Bulgaren schufen Troja und nach seinem Vernichtung begab sich der Bulgare Aineias zu der Apenninischen Halbinsel, um die Grundlage des Weltimperiums Rom zu schaffen. Im Grunde der glänzenden altgriechischen Kultur steht die Geistigkeit der Bulgaren. Die Namen der Balkanhalbinsel und des Kontinenten Europa kommen ebenfalls von den Bulgaren. Über dieses Volk ging Joseph von Arimathäa mit dem Gral, den die Bulgaren als erste berührten. Danach kamen Apostel Andreas „der Erstberufene“ und Apostel Paulus, um die Bulgaren zu den ersten Christen Europas zu machen, wobei ihr Christentum einen esoterischen Charakter hatte und anders als das spätere Christentum von Konstantinopel war, das heute „Orthodoxie“ genannt wird.

 

Die Bodhisattvas – 1. Teil

 

bodhisatvite 1

 

 

 

 

„…Diese sind’s, die gekommen sind aus  großer Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider  hell gemacht im Blut des Lammes.“

Offenbarung des Johannes

 

Nach der demokratischer Umwandlung in Bulgarien erzählte ein ehemaliger Offizier des Geheimdienstes im engen Kreis eine Geschichte aus der Zeit des Totalitarismus. Er war dienstlich im damaligen Leningrad (jetzt Sankt Petersburg) und entschied sich unter anderem die Eremitage zu besichtigen, genauer gesagt die in den unterirdischen Kammern gelagerten Artefakte, die den gewöhnlichen Besuchern nie gezeigt werden. Eine KGB-Majorin begleitete ihn dabei. Der Offizier hat lange die zahlreichen „skythischen“ Funde bewundert, aber am meisten beeindruckte ihn ein Paar Ohrringe, die etwa drei cm lang waren und aus Hunderten, sogar Tausenden winzig kleinen Goldkörnern bestanden, die auf wundersame Weise aneinanderklebten. Die Majorin erklärte, dass heutzutage kein Handwerker in der ganzen Welt in der Lage wäre, so etwas herzustellen. Die Russen sollen im Weltall ähnliche Versuche unternommen haben, jedoch mit einem sehr bescheidenen Ergebnis. „Welches Volk hat dieses Technologiewunder vollbracht?“ – rief unser Landsmann aus. Die Antwort war mehr als überraschend: „Die Alten Bulgaren.“

Die „Genossen“ konnten natürlich oben in den Sälen keinesfalls solche Artefakte ausstellen, die von Touristen aus der ganzen Welt besichtigt werden, denn ihnen hätten sie auch dieselbe Antwort geben müssen. Die „offizielle“ Version lautete schließlich, dass im Jahre 681 Asparuch diesseits der Donau eine zahlenmäßig schwache Horde mongolisch aussehender Halbwilde herüberführte, die außer geschicktes Pferdereiten und Schwertschwingen nichts anderes konnte. Anschließend sollen sie sich im „slawischen Meer“ aufgelöst haben und nur der Name „Bulgaren“ soll von ihnen übrig geblieben sein. Nun gab es diese „unbequemen“ Ohrringe und die tausenden ähnlichen „skythischen“, „keltischen“, „gotischen“, „griechischen“ u.dgl. Artefakte, die der Wissenschaft eine Reihe störender Fragen der historischen, mystischen, ja sogar kosmischen Art stellen. Wie soll der zweifellos kluge Zeitgenosse begreifen, dass die Zähmung des Pferdes durch die Bulgaren, die zum ersten Mal im dritten vorchristlichen Jahrtausend in den Steppen nördlich des Schwarzen Meeres erfolgte, die „Anreitung“ des Verstandes wegen der Ich-Entwicklung darstellte – der Hauptaufgabe des Menschen im Erdenäon? Wie soll derselbe hochtechnisierte Mensch sich bewusst werden, dass hinter dem geschickten Schwingen der Schwerter durch die alten Bulgaren die richtige Ausrichtung des Ichs (das zweischneidige Schwert aus der „Offenbarung des Johannes“) steckt, die nach einem umfassenden geistigen, über alle bisherigen Epochen gehenden Plan die Evolution der ganzen Menschheit bezweckt? Dass die Herstellung der erwähnten Ohrringe ermöglicht wurde durch die konsequente Befolgung dieses Plans, dessen Umrisse in der Zukunft erst vor der nichts ahnenden Menschheit deutlich hervortreten werden? Ob der im fünften Jh.n.Chr. im heutigen Frankreich geborene Magnus Felix Ennodius das Vorhandensein eines solchen Plans und die Hauptrolle der Bulgaren in ihm geahnt haben mag, können wir nicht mit Sicherheit behaupten, aber die Worte, die er 486 geschrieben hat in der Lobrede auf Theoderich, sind mehr als beredt: „Die Bulgaren, das ist das Volk, das alles bekam, was es sich gewünscht hatte; sie glaubten, dass die Welt ihnen offen stand; sie bezweifelten nie ihren Sieg; das ist das Volk, über das sich die Welt wunderte.“

Warum lebten die alten Bulgaren in der Überzeugung, dass die Welt ihretwegen geschaffen wurde? Welche ist die nie versiegende Quelle, aus der sie immer die Kraft schöpften, um auch heute die Welt mit ihren Errungenschaften in allen Lebensbereichen zum Staunen zu bringen? Können wir die Vorsehung Gottes über die Erdenmenschheit und konkreter über unser Volk wenigstens berühren, um die Aufgabe zu entdecken, die das Hauptwerkzeug Gottes zur Erfüllung dieser Vorsehung hat? Wir wollen es versuchen, und die bevorstehenden Jahrzehnte werden zeigen, ob wir recht hatten!

Vor jedem Menschen stehen drei Hauptfragen, die er lösen soll, von denen unsere Zukunft abhängt. Die erste ist die Frage nach Christus und dem Ich, die zweite- nach den geistigen Hierarchien und die dritte- nach der Loge der Bodhisattvas und der mit ihr verbundenen Meister. Vom Titel des vorliegenden Beitrags ist ersichtlich, dass hier auf die dritte Frage eingegangen wird, ohne dass diese von den anderen zwei, mit denen sie eine Dreieinigkeit bildet, abgesondert wird. Mit einem majestätischen Schwung lüftete Rudolf Steiner 1909 in der Anwesenheit der erstaunten Zuhörer den Vorhang vor den geistigen Höhen, die lange Zeit für den immer tiefer ins Materielle versinkenden Menschen verborgen waren. „Gefühlt und erkannt wird in den Stätten wahrer Geisteswissenschaft, dass es eines gibt, was zunächst geht durch alle Kulturen der nachatlantischen Zeit; was schon gegangen ist durch die uraltindische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische Kultur und so weiter, was gehen wird auch durch diejenigen Kulturen, die auf diese folgen bis zur nächsten großen Katastrophe und darüber hinaus… „es ist, wenn man es in Wirklichkeit betrachtet, nicht etwas Abstraktes, sondern etwas Konkretes, ein Wesen“, im Vergleich zu dem „alle anderen Wesen, seien es die sieben heiligen Rishis oder selbst höhere Wesenheiten die gar nicht heruntersteigen bis zu physischen Verkörperung, Sendboten sind, so können wir es bezeichnen mit einem Namen, den der Orient richtig geprägt hat“ – die Gesamtheit (der Geist) der Bodhisattvas. Die christliche Anschauung würde es als Heiligen Geist bezeichnen.“ (GA113, S.182ff.)

Jede frohe Botschaft, jede Weisheit auf Erden führt zu dieser Quelle der Ursprünglichen Weisheit, die die zwölf im Kreis (wie in einer Loge) angeordneten Bodhisattvas in den schwindelerregenden geistigen Höhen der Welt der Vorsehung (Budhi) und in ihrer Gesamtheit eine besondere Wesenheit bilden, die Steiner „den Großen Lehrer“ nennt, der „ in der nachatlantischen Epoche“ oft die Menschenform angenommen hat“. Wenn wir „im Laufe unserer irdischen Entwicklung Verkörperungen der Bodhisattvas finden, nennen wir sie deshalb die großen Lehrer der Menschheit, denn in ihnen ist das Wesentliche der Bodhisattvas als Verkörperung der Weisheit.“

Wir müssen aber den Unterschied zwischen dem Christus-Prinzip und dem Bodhisattva-Prinzip sehr gut klären, denn die unrechtmäßige Vermischung der beiden stellt einen der größten okkulten Fehler dar. Dort, in der Welt der Vorsehung, im Zentrum der Loge finden wir Christus, der „von allem befreit ist, was er auf Erden und nahe der Erde geworden ist“. Christus ist „die Grundlage der Menschheit, das, woraus jedes Leben stammt“ und er manifestiert „Seinen Ruhm und Seine eigene Herrlichkeit“. Die Bodhisattvas haben das Privileg, Sein Wesen zu betrachten und sich an Ihm zu ergötzen und dieses Leben hervorbringende Christus-Wesen wird auf dem Erdenplan als eine Lehre widerspiegelt. Christus ist nicht einfach ein Meister, sondern die Lehren entstehen in den verschiedenen Kulturepochen, damit die Menschen Christus besser begreifen. Er ist vielmehr Objekt, als Subjekt der Lehren, sagt Steiner.

Nach diesen Ausführungen müsste selbst ein voreingenommener Esoteriker begreifen, dass die richtige Klärung der Bodhisattva-Frage (einer der schwierigsten in der Christologie) und die Enthüllung des im 20. Jahrhundert in menschlicher Form inkarnierten Geistes der Bodhisattvas eine entscheidende Rolle für das geistige Leben der Menschheit spielt. Jedes Widersetzen dieser Wahrheiten ist eine unverzeihliche Sünde gegenüber dem Heiligen Geist, der den Weg zum Kosmischen Ich-Christus versperrt, was seinerseits zur allmählichen Austrocknung des Lebens für das jeweilige Individuum führt und letztendlich sich in Gottesbekämpfung verwandelt, das den verkörperten Antichristen in seinem Kampf gegen den ätherischen Christus unterstützt! Hoffentlich werden die vorliegenden Ausführungen zu einem Hilfsmittel, um diesem bitteren Schicksal zu entgehen. Wir wollen nun zu der detaillierten Erörterung des Bodhisattva-Mysteriums von Anfang an bis zum Golgatha übergehen, um den inneren Sinn der kolossalen Wandlung zu erspüren, die NACH dem Golgatha-Ereignis eingetreten ist!

Von der Anthroposophie wissen wir, dass das Hauptereignis im entstandenen Kosmos, das seine Bewohner gründlich erschüttert hat, die Menschwerdung der zweiten Hypostase der Trinität ist, die das „Wort“ genannt wird. Auf seinem langen Weg zum Golgatha-Opfer entdeckte das Wort zuerst seine Sternenwesenheit als „Sohn“ (im Tierkreis), dann „verdichtete“ er sich zum Weisheitsgeist auf der alten Sonne, später offenbarte er sich „planetarisch“ als die Gemeinschaft der sechs Sonnenelohim bzw. Formgeister im Erdenäon. Dann trat er in die Mondsphäre als Erzengel (Michael) ein und an der Engelssphäre vorbei begann er, sein Makrokosmisches Ich während dreier Jahre mit den drei Leibern Jesu nach dem Wunder von Epiphanie im Jordanfluss zu verbinden. Irgendwo im Panorama dieser märtyrerhaften Verkleinerungen schuf der Erlöser die Loge der zwölf Bodhisattvas, indem er sie zum Hauptinstrument zur Durchführung Seines Willens in der Erdensphäre machte. Die Bildung der Bodhisattva-Loge war kein einmaliger Akt, sondern ein langwieriger Prozess, der bereits in der hyperboräischen Zeit begann. In der vorausgegangenen polarischen Zeit, der Widerspiegelung des alten Saturns, war alles einheitlich und wir können nicht von einem Formierungsprozess der Loge als selbständigen Organismus reden. Der Anfang war in der Mitte der hyperboräischen Zeit (der Widerspiegelung der alten Sonne), als sich die Sonne zusammen mit Christus aus ihrer Dreieinheit mit dem Mond und der Erde absonderte. Mars, Jupiter und Saturn existierten bereits als selbständige Planeten, Merkur und Venus bildeten sich etwas später heraus und der Mond und die Erde wurden zu selbständigen Himmelskörpern erst während der lemurischen Zeit. Die Herausbildung des heutigen Sonnensystems verlief auf dem geistigen Plan im Niederen Devachan, es existierte nichts „Hartes“ und die zukünftigen Bodhisattvas mussten noch als Menschen ausgebaut werden, um später die Führung über die Erdenentwicklung zu übernehmen. Aber schon damals wurden sie durch den Großen Sonnengeist (Christus) mit speziellen Aufgaben zu den Planeten hinausgeschickt. Steiner berichtet, dass das Wesen, das eines Tages Gautama Buddha werden sollte, zum Venus, d.h. zum Merkur gesandt wurde. Wohin die restlichen Bodhisattvas gesandt worden sind und was sie dort gemacht haben, wissen wir bisher nicht, aber wir können mit Sicherheit die okkulte Tatsache mitteilen, dass während der großen „Mondkrise“ in der lemurischen Zeit die zukünftigen Bodhisattvas einen großen Akt vollbrachten, ohne den unsere ganze Evolution schiefgegangen wäre. Sie waren die Seelen, die Iche, die die notwendige Kraft besaßen, um den mörderisch stagnierenden Mondenkräften zu widerstehen und auf der Erde zu bleiben, wobei sie die Kontinuität der nach dem Sündenfall begonnenen menschlichen Inkarnationen gewährleisteten. Dank diesem heldenhaften Opfer erlangten sie jene Eigenschaften, die ihnen in der Mitte der atlantischen Zeit erlaubten, die Arbeit an der Loge endgültig abzuschließen und die Rolle geistiger Führer zu übernehmen. Während der ganzen Zeit konzentrierten sich ihre Bestrebungen auf den sich immer „verdichtenden“ Christus, der die Quelle ihrer Kraft blieb. Bei seinem Drang nach unten vollbrachte Christus „unterwegs“ über die nathanische Seele drei übersinnliche Opfer, indem er am Ende der lemurischen Zeit unsere zwölf Sinne und unseren physischen Leib rettete. Am Anfang der atlantischen Zeit rettete er unsere sieben Hauptorgane und unseren Ätherleib und am Ende der atlantischen Zeit – unsere drei Geisteskräfte und unseren Astralleib. Als Ergebnis dieser Opfer wurde der Mensch zu einer Ich-Entwicklung fähig, indem er den aufrechten Gang, die Sprache und die Anfänge der Denktätigkeit lernte. Das Menschen-Ich sollte vom Erlöser selbst zur Zeitenwende auf der Erde geheilt werden. Nun konnten die Bodhisattvas schon wirken, indem sie bei unserem physischen Leib anfingen. Damit wir wenigstens teilweise den Charakter ihrer Wirkung begreifen können, müssen wir zunächst auf die Frage eingehen, was für ein Wesen der Bodhisattva ist.

Nach seinem Tod steigt der Mensch bis zur planetenartigen Sphäre zwischen Mars und Jupiter auf, der Eingeweihte erreicht die Grenzen des Höheren Devachans und kann den Budhi-Plan betrachten. Die Bodhisattvas steigen zu der Budhi-Sphäre, wo sie in ihrer Gemeinsamkeit das Wesen „Heiliger Geist“ bilden und Christus begegnen, der ihnen aus den höheren Bewusstseinsstufen heruntersteigend entgegenkommt. Vom kosmischen Standpunkt aus ist also Christus die Sonne und die Bodhisattvas sind die zwölf Sterne, die von der Sonne Licht und Wärme, Kraft und Leben erhalten, um diese zu uns auf die Erde weiterzureichen. Als sich Christus als der „Sohn“ im Tierkreis zeigte, trug er die zwölffache Fülle der Vaterskräfte, von denen unser physischer Leib (das Vater-Prinzip) aufgebaut ist. Der Bodhisattva-Kreis wurde nach diesem Muster geschaffen als Körper, der vom Heiligen Geist durchleuchtet ist und die zwölf Aspekte des Kosmischen Christus in der Erdensphäre widerspiegelt. Der Heilige Geist schöpft seine Kraft aus der unmittelbaren Christus-Kontemplation. Seit Mitte der atlantischen Zeit steigt diese Kraft zu den Erdenmenschen hinunter in der Form der allumfassenden Weisheit. Hier entsteht die Frage, um welchen Heiligen Geist es sich handelt.

Das dritte Gesicht der Heiligen Dreifaltigkeit ist das „Ergebnis“ der „Vereinigung“ der Liebe (des Vater-Prinzips) und der Weisheit (des Wort-Prinzips). Bis zum Golgatha-Mysterium strahlte der Heilige Geist (der gemeinsame Geist der Bodhisattvas) nur „seinen Teil“ des Wortes herunter, d.h. nur die Weisheit. In den bewegenden Abschiedsreden des Johannes-Evangeliums, versprach das Wort den Jüngern (und der ganzen Menschheit), dass er vom Vater erbittet zu senden einen tröstenden Geist, den Geist der Wahrheit, den Heiligen Geist, durch den beide „eine Stätte“ in jedem Menschen „bereiten“, wenn er Jesus liebt. Erst als am Kreuz das Wort in seinem Makrokosmischen Ich die Weisheit wiedergebar und diese sich in Liebe verwandelte, wurde es möglich, dass ein menschliches Wesen – Jesus, zum tatsächlichen Vertreter der ganzen Heiligen Dreifaltigkeit auf der Erde wurde. Dadurch fand der Heilige Geist aus der Bodhisattvas-Loge nach Pfingsten Zugang zum Menschen-Ich, indem er diesem allmählich die Geheimnisse des Golgatha-Mysteriums und damit das Mysterium der Heiligen Dreifaltigkeit als Liebe, Weisheit und Wahrheit enthüllte. Von Boten des Heiligen Geistes in den vorchrisltichen Zeiten, die die Weisheit des Wortes trugen, wurden die Bodhisattvas zu Nachfolgern des Erlösers und Trägern des Heiligen Geistes als Wahrheit und Erlöser. Es trat eine große Wandlung in der Loge der Zwölf ein, die im ersten christlichen Bodhisattva zum Ausdruck kommt: die Boten des Kosmischen Logos wurden zu Nachfolgern des Menschen Christus Jesus, denn der Logos war zum Menschen geworden und verband sich für immer mit der Erde, indem er sich ins Zentrum ihrer Entwicklung stellte. Bis zum Golgatha-Mysterium wurde der Sinn der Erdenentwicklung den Einzuweihenden in der Loge der Zwölf enthüllt, seit dem Golgatha-Ereignis lebt er in jedem Menschen-Ich als Christus-Impuls. Die Aufgabe der Bodhisattvas besteht darin, uns auf immer höheren Bewusstseinsstufen Seinen Inhalt zu enthüllen und ihn uns praktisch vorzuleben. Um zu begreifen, was uns die Bodhisattvas sagen und was sie tun, müssen wir noch tiefer in ihr Wesen eindringen.

In einem gewissen Sinne ist der Bodhisattva ein kosmisches Wesen, denn schon auf dem Erdenplan arbeitet er mithilfe seines Ichs bewusst mit dem Schutzengel zusammen daran, seinen Astralleib in das Geistselbst zu verwandeln. Der gleiche Prozess wird bei der restlichen Menschheit erst auf dem zukünftigen Jupiter stattfinden. Bei dieser Arbeit erhält der Bodhisattva auch in seinem Ätherleib Inspirationen vom Erzengel des jeweiligen Volks, in dem er aus der Budhi-Sphäre hinuntergestiegen ist. Nach Ablauf seiner Erdenaufenthalte wird beim letzten Leben der Astralleib in einen Leib mit bestimmten Fähigkeiten verwandelt, der „Nirmanakaya“ heißt (der leuchtende Leib des Geistselbstes). Der Bodhisattva steigt ins Nirvana, erlangt die Buddhastufe (den Buddha-Rang), entlässt den Schutzengel und aus seinem Geistselbst als Ich-Prinzip ausgehend, beginnt er zusammen mit einer Erzengelwesenheit an der Transformierung seines Ätherleibes in einen Lebensgeist zu wirken, ohne auf die Erde hinunterzusteigen. Diese Transformation wird uns erst im zukünftigen Äon Venus möglich sein. Dann übernimmt der nächste Bodhisattva die „Tiara des Himmels“ und beginnt seine Aufgabe zusammen mit seinem persönlichen Schutzengel zu erfüllen. Die Engel wirken in der Sphäre zwischen Erde und Mond. Rudolf Steiner nennt die Bodhisattvas „die Boten des Himmels“, denn der Mond ist ein geistiger Spiegel, durch den die Sonnenweisheit des Wortes vor dem Golgatha-Mysterium bis zu den Menschen normalerweise eindrang. Dann wurde das Wort dem Bodhisattva-Kreis durch die Geister der Weisheit – die höchsten Wesenheiten im Himmlischen Sophia, der Weisheit Gottes,- enthüllt, die die Vertreter des Wort-Prinzips im Dasein sind. Diese Weisheit strömte im Wesen „Heiliger Geist“ zusammen (dem gemeinsamen Geist der Bodhisattvas) und floss von dort in den nächsten Epochen über den jeweiligen Bodhisattva hinunter. Dieses „Hinunterfließen“ erfolgte mit der Hilfe der Archai, Erzengel und Engel, die das Prinzip des Heiligen Geistes im Dasein repräsentieren. War der Bodhisattva auf der Erde, stand er im Kontakt mit dem Schutzengel und dem Erzengel des jeweiligen Volks, aber er hatte keinen Zugang zum Archai. Dieser wurde nur in dem Moment möglich, als er sich in den Buddha-Rang erhob. Das liegt daran, dass durch die Zusammenarbeit mit dem Schutzengel der Bodhisattva Impulse zur Einwirkung auf sich selbst erhielt (zur Verwandlung seines Astralleibs in Nirmanakaya), durch die Erzengelimpulse beeinflusst er das Schicksal des Volks. Aber erst wenn er zum Buddha wird, kann er unter der Einwirkung eines Archai die Entwicklung der ganzen Menschheit in einer Epoche lenken. Während er auf der Erde ist, wird die Vereinigung mit dem Archai zum Ideal des Bodhisattva und jedes Mal, wenn er zurück zur Einheit der  evolutionsleitenden Loge zurückkehrt, wird diese Beziehung zum Archai wiederhergestellt. In der Vorsehung gehört der Kreis der Zwölf  zu den Archai, Erzengeln und Engeln und deshalb nennt ihn Steiner den „Heiligen Geist“, aber diesen Kreis können wir auch den Erzengelkreis nennen, die die Hauptrolle in ihm spielen, denn der Sinn seiner Existenz ist in seinem Schöpfer, dem Wort, und die Erzengel sind die Vertreter des Wort-Prinzips in der Triade der erwähnten Wesen. Die Erzengel werden von unten durch die Engel unterstützt und von oben durch die Archai inspiriert und die Gemeinsamkeit der drei Hierarchien macht den kosmischen Aspekt der Zwölfer-Loge aus. Hier müssen wir etwas erörtern: die Loge der Zwölf ist nicht der Tierkreis selbst, in dem die höchsten Wesen wirken (Seraphim, Herubim und Throne), die das Vater-Prinzip im Sein vertreten, sondern sie sind eine Widerspiegelung des Tierkreises durch die Mondkräfte (als ein geistiger Spiegel). Aber selbst das hat sich nach dem Golgatha-Mysterium in irdischer und kosmischer Sicht verändert, denn Christus „füllte alle Lücken zwischen Mensch und Gott aus“, wie der erste christliche Bodhisattva im 20. Jh. treffend sagte. Als das Wort den Tierkreis verließ und sich durch das Tor des höchsten Geistes der Weisheit mit dem Urbild der heutigen Himmlischen Sophia verband, wurde sie zur übersinnlichen Leiter, auf die der Logos zu den Archai, Erzengeln und Engeln und den von unten nach oben strebenden Bodhisattvas hinunterstieg, um aus der Fülle der Vaterskräfte diesen zwölffachen geistigen Organismus zu formieren, der vom Heiligen Geist durchleuchtet ist und die zwölf Aspekte des Kosmischen Christus zum Ausdruck bringt. Das Wissen über ihn tragen die Bodhisattvas in der Form der allumfassenden Weltweisheit in die Erdenentwicklung hinein. Der Tierkreis ist das hohe Ideal der Himmlischen Sophia, mit dem sie sich vereinen möchte, so wie sie es im Äon der alten Sonne beim Hinunterstieg des Wortes tat. Aber damals war das nur ein einmaliger Akt und nicht endgültig. Vom Erdenmenschen hängt die endgültige Verwirklichung dieses Ideals ab, und dadurch werden wir unsere Schuld bei Sophia begleichen, ohne die das Wort nicht zum Menschen werden und die Involution in Evolution wenden konnte für unsere Erlösung  und die Einführung des neuen Prinzips der Freiheit und Liebe im Kosmos. Diese Schuld können wir nur begleichen, wenn wir die Aufgaben der einzelnen Bodhisattvas begreifen, die bisher auf die Erde hinuntergestiegen sind und dann auf die zukünftigen von ihnen schauen, deren Mission in der entfernten Zukunft liegt.

Zu diesem Ziel werden wir das Mittel der Anthroposophie benutzen, die laut Steiner den Bodhisattvas zum Wohl der Menschheit folgen soll.

Die Geisteswissenschaft weiß, dass Gautama Buddha der sechste aus der Reihe der zwölf Bodhisattvas ist, der den Buddha-Rang erlangt hat, sein Vorgänger war Orpheus und über die vier Bodhisattvas, denen er folgt, wissen wir fast nichts. Wenn wir uns zurück in die Vergangenheit versetzen, stellen wir fest, dass der seelische Aufbau des Menschen einer ständigen Veränderung ausgesetzt ist und wir diese berücksichtigen sollten, wenn wir nach Antworten suchen, denn die äußeren „Zivilisationsereignisse“ das, was im Inneren des Ichs, der Seele und in unseren Leibern geschieht, nur widerspiegeln. Eine passende Methode, in das Mysterium der sich in allen Zeitaltern entfaltenden Taten der Bodhisattvas einzudringen, ist ihre Gegenüberstellung mit den Perioden des menschlichen Lebens.

Nach der physischen Empfängnis bleiben wir neun Monate im Mutterleib. In der Fähigkeit der Frau, ein Kind zu empfangen, die Frucht auszutragen und ein zum selbständigen Leben bereites Lebewesen zu gebären, steckt die Tätigkeit der Himmlischen Sophia. Wenn wir den Moment bestimmen, in dem die ganze Menschheit physisch „empfangen“ wurde, können wir nach dem Ausgangspunkt suchen, in dem die leitende Tätigkeit der Zwölfer-Loge begann, indem wir beim Ersten von ihnen anfangen. Nachdem wir unser Ich von den Elohim erhalten haben, drang dieses gegen Ende der lemurischen Zeit in unseren Astralleib ein, um diesen zusammen mit der Seele und der entscheidenden Hilfe der Götter in eine Empfindungsseele zu transformieren. Diese wurde sofort durch die luziferischen Wesenheiten angegriffen und als Folge begannen wir, uns nach Eindrücken von der Erde zu sehnen. Wenn die Verführer sich uns nicht genährt hätten, wären wir sehend für die materielle Welt – und zwar geistig sehend – erst gegen Mitte der atlantischen Zeit geworden. In den früheren Etappen des atlantischen Zeitalters drang das Ich in den Ätherleib ein und begann, diesen in eine Verstandesseele zu transformieren. Auf Letztere konzentrierten die ahrimanischen Geister ihre Wirkung, denn in der Verstandesseele hat der Mensch zum ersten Mal das Aufdämmern des Ichs gespürt, und Ahriman und sein Heer hassen am meisten die Freiheit des Menschen, die das „Kind“ bewusster Bemühungen des Ichs ist. Die unbewusste „Erbsünde“ in Lemurien wurde bis zu einem gewissen Grade „bewusst“, was das Öffnen unserer physischen Augen für die Sicht unter dem Bauchnabel verursachte, die wir mit Feigenblättern verbargen. Bis zu diesem Zeitpunkt führten wir ein halbgeistiges Dasein. Die Mitte der atlantischen Zeit ist der von uns gesuchte Moment, als mit der Hilfe Ahrimans der Akt unserer irdischen „Empfängnis“ vollbracht wurde und die Bodhisattvas zu wirken begannen. Der Sinn ihrer Wirkung besteht darin, dass jeder von ihnen nach Abschluss seiner Tätigkeit auf dem Erdenplan in sich als Urbild eine solche Fähigkeit entwickelt, die nach einer bestimmten Zeit zur allgemein menschlichen Fähigkeit wird. Je früher sie zeitlich ausgebaut wird, desto später wird sie in der restlichen Menschheit zum Vorschein kommen, und zwar in der Zeit, wenn ihre Seelenstruktur sich grundlegend von dem Zeitalter des „Urbilds“ unterscheiden wird. Vielleicht ist das die Erklärung, warum Steiner nicht über die ersten Bodhisattvas berichtet, die zu Buddhas in jenen zeitlich entfernten Epochen geworden sind und die unter der Menschheit erst Jahrtausende nach unserer gegenwärtigen Zeit „widerspiegelt“ werden. Trotzdem wollen wir im Lichte dieser Erläuterungen den ersten Bodhisattva in einem bestimmten Maß begreifen, um die geistige Logik der Tätigkeit seiner Nachfolger zu verstehen.

Nach der Empfängnis macht sich die menschliche Seele an die Arbeit am physischen Leib des Embryos im Mutterleib zwischen dem 18. und dem 21. Tag. Das Embryo wird sichtbar größer und ist physisch geformt, aber der Prozess besteht höchstenteils im Hineingießen geistiger Kräfte durch die Weisheit Gottes. So war auch unser Zustand ab Mitte der atlantischen Zeit, als unser physischer Leib im Unterschied zum Jetzigen eine sehr plastische Bildung darstellte,  auf die die Hierarchien der Himmlischen Sophia bestimmte Wirkungen ausübten. Zweifellos nahm der erste Bodhisattva daran teil, indem er endlos in die geistigen Höhen über das menschliche Gefäß unten hinausragte, das ihm zur Erfüllung seiner Aufgabe diente. Wenn dieses Gefäß starb, erlebte der Bodhisattva den Tod nicht wie in späteren Zeiten, denn sein Dasein war fast ausschließlich geistiger Natur. Das, was er als individuelle Fähigkeit entwickelt, kann auf die Gesamtmenschheit nur unter Wesen widerspiegelt werden, die die uns bekannte Reproduktionsmethode nicht mehr praktizieren und eine unsterbliche ätherisch-geistige Existenz haben. Solche Wesen werden die Bewohner während der Sechsten Wurzelrasse sein, die auf dem schon jetzt entstehenden neuen Kontinent in den Tiefen des Stillen Ozeans leben wird. Worin diese Fähigkeit besteht und wie sie widerspiegelt wird, kann nur ein wahrer christlicher Eingeweihter sagen.

Die gleiche Erhebung über das körperliche Gefäß bestand auch beim zweiten Bodhisattva, der an seiner Aufgabe unter veränderten Bedingungen arbeitete. In der späteren atlantischen Zeit drang das Ich in den physischen Leib ein, rief die Herausbildung der Bewusstseinsseele hervor, wir sahen unseren ganzen physischen Leib, es leuchteten die ersten Strahlen des Denkens auf und der Mensch wurde zu einem individualisierten seelischen Wesen, das „Ich“ zu sich selbst sagen konnte. Trotzdem waren wir weiter von den Göttern bis zum Ende der atlantischen Zeit völlig abhängig, so wie das Kind im Mutterleib von der Mutter abhängig ist. Die Seele arbeitet zwar an dem Leib, ab dem 21. Tag nach der Empfängnis schaltet sich auch das Ich ein, aber nicht sie sind der entscheidende Faktor zum Wachsen des Leibes bis zum Verlassen des Mutterleibes, sondern die Weisheit Gottes. Auf eine ähnliche Weise baute der zweite Bodhisattva durch die Kräfte der Himmlischen Sophia und durch seine eigenen Kräfte eine neue, noch nicht bekannte Fähigkeit aus, deren Widerspiegelung im Menschentum wahrscheinlich in der ersten Kulturepoche der sechsten Wurzelrasse stattfinden wird. Diese Widerspiegelung wird sich eher auf die geistige Tätigkeit konzentrieren, während wir die Fähigkeit des ersten Bodhisattva in der zweiten Kulturepoche derselben Wurzelrasse erleben müssten, aber auf die Ich-Tätigkeit konzentriert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Tätigkeit der ersten zwei Bodhisattvas von der Mitte der atlantischen Zeit bis zu ihrem Ende die Arbeit an unserem physischen Leib zum Ziel hatte und dem Leben des Menschen im Mutterleib ähnelte. Der Ausgang aus der nebligen, sinkenden Atlantis war dramatisch und laut, verlief in Etappen, so wie das Kind aus dem dunklen Mutterleib in Etappen herauskommt, dramatisch und schreiend, um im Hellen (unter dem Himmelsgewölbe) seine selbständige Entwicklung aufzunehmen.

Zu Ende ging die vierte Wurzelrasse mit ihren sieben Unterrassen, bei denen der Faktor der menschlichen Entwicklung zum größten Teil der physische Leib war. Es fing die fünfte Wurzelrasse an mit den sieben Kulturepochen, bei denen wir immer tiefer in unsere Leiber eingehen und unser Seelenleben dermaßen vertiefen mussten, dass wir in uns die Kraft eines Ichs aufnehmen konnten, die einzig mögliche Kraft, die uns in die zehnte Hierarchie verwandeln und bis zum Ende der Schöpfung führen kann.

Der übermenschliche Avatar Manu führte aus der versinkenden Atlantis die mit Hinblick auf die Zukunft fortgeschrittensten Menschen heraus, die fähig waren, das Denken zu entwickeln. Diese Strömung erreichte die heutige Wüste Gobi, die damals eine blühende Gegend war und setzte den Anfang der altindischen Kulturepoche.

Eine andere Strömung unter der Führung der beiden großen eingeweihten Adepten (Schüler des Manu im Sonnenorakel der Atlantis), die später unter den Namen Skythian(os) und Zarathustra bekannt wurden, besiedelte weite Gebiete in Europa und Asien. Dabei hatte Zarathustra eher Asien im Blick, während die Hauptaufgabe des Skythianos in der Teilnahme an der Formierung eines solchen Gemütslebens bestand, das den Logos empfangen und sein Opfer begreifen konnte. Die außerordentlich aktive Tätigkeit der beiden Adepten verlief völlig synchron mit der Loge der Zwölf und Steiner nannte sie nicht zufällig „Bodhisattvas“. Was der dritte Bodhisattva tat, der dem zweiten folgte, lässt sich gegenwärtig schwierig beleuchten. Trotzdem werden wir das unter Anwendung der Analogie versuchen.

Nach der Abtrennung der Nabelschnur des physischen Mutterleibes (der Himmlischen Sophia) beginnen wir, einen eigenen Leib auszubauen, aber zwischen beiden gibt es eine Ähnlichkeit, denn die Verbindung zum mütterlichen Ätherleib bleibt bis zum siebten Jahr sehr stabil. Analog wurde der Faktor der Kulturentwicklung vom physischen Leib während der atlantischen Zeit auf den Ätherleib in der ersten nachatlantischen Epoche verlegt. Die Weisheit der Heiligen Rishi aus dieser Periode war eine vollständige Wiederholung der atlantischen Weisheit und sie wurde durch Bilder und nicht durch Begriffe weitergegeben. Wenn wir uns mit unserem heutigen Intellekt in jene Zeit versetzen und zu sprechen beginnen, würde niemand etwas verstehen. Es standen noch bevor die Verinnerlichung unseres Ich-Lebens und die Einkleidung der großen atlantischen Weisheit in Begriffe, welche in veränderter Form bis zur Zeitenwende floss. Damals existierten die Begriffe nicht und es war nicht wichtig, was der Meister sprach, sondern welche Qualität seine Seele besaß, was sie enthielt und welche Bilder sie in den Seelen der Hörer hervorrief.

Als ein halbkosmisches Wesen und größter unter den Meistern, d.h. Adepten, ragte der Bodhisattva weit nach oben über sein irdisches Gefäß hinaus, ohne wirklich zu inkarnieren und den Tod zu erleben. Indem er nur astralisch mit seinem Gefäß verbunden war, bediente er sich nicht aller Elemente seines Gehirns, besaß keine Verstandes- und Bewusstseinsseele, war aber trotzdem viel fortgeschrittener als die anderen in Hinblick auf seinen Ätherleib. Das ermöglichte ihm, Nachrichten aus den geistigen Welten zu überbringen, Impulse zur Bewegung auf die Zukunft hin zu geben und zum Vorboten dessen zu werden, was die Menschen durch ihren Astralleib in der zweiten Kulturepoche empfinden sollten. Folglich legte der Bodhisattva während der altindischen Epoche im Moment seines Erhebens zum Buddha in seinen Ätherleib etwas hinein, was diesen scheinbar in einen Astralleib verwandelte. Dieses Etwas sollte zum Faktor der Kulturentwicklung in der nächsten altpersischen Epoche werden. Ob das von ihm Aufgebaute nur damals zum Vorschein kam oder auch in einer viel späteren Zeit kommen wird, ist eine Frage, die wir nun zumindest teilweise zu beantworten versuchen werden.

Der Ätherleib ist mit der Zeit verbunden. In einer kurzen Vorlesung sagt Steiner, dass im sechsten vorchristlichen Jahrtausend die Menschheit das große Neujahr auf der Erde gefeiert hat (Neujahrsbetrachtungen, GA 165). Um das Wesen des Erlebten zu erläutern, macht er eine Analogie zwischen den Lebenszyklen der Pflanzen und der Menschen. Beim Traum sind unsere höhere Natur (das Ich und der Astralleib) außerhalb unserer niedrigen Natur (des physischen und Ätherleibes), wobei die erstere schläft und die letztere wacht und in ihr Wachstumsprozesse verlaufen. Am Tage ist es umgekehrt – die höhere Natur kehrt zurück und beginnt im Wachzustand die schlafende niedrige Natur „aufzuessen“. Die Pflanzen schlafen im Frühling und Sommer und wachsen dann, sie sind wirklich wach nur in der Zeitspanne zwischen Christi Geburt und Epiphanie, wenn die Wachstumsprozesse zum Stillstand kommen, aber ihr Bewusstsein vereinigt sich mit dem mineralischen Bewusstsein der Erde. Wir wissen von der Anthroposophie, dass im Frühling das Ich und die Seele der Erde den planetarischen Leib verlassen und sich in die Sternenwelten begeben, wo sie beim verdunkelten Bewusstsein im Sommer die Geheimnisse der Weltweisheit erleben. Im Herbst kehren sie zurück, um sich am Anfang des Winters wieder mit dem planetarischen Mineralreich zu vereinigen, indem sie sich mit dem wachen Bewusstsein in der erwähnten Periode erinnern, was sie bei den Sternen erlebt haben. Bei der Vereinigung mit dem Mineralreich werden die Pflanzen auch für diese Weltgeheimnisse wach und können denken, wie nach ihrem Einfluss im Frühling sie wachsen, Blätter und Blüten bekommen  und später Früchte tragen werden, um ihre Bestimmung zu erfüllen. So wie zum Neujahr das Bewusstsein der Pflanzen (d.h. ihrer Gruppen-Iche) durch das Bewusstsein der Mineralien geht, so vereinigte sich im sechsten vorchristlichen Jahrhundert  das Bewusstsein unserer Seele mit dem Bewusstsein unseres Astralleibes, damit wir die endlose Weltenweisheit im Nachdenken versunken betrachten können. Aus diesem Weltenwissen, das damals erlangt worden war, schöpften Zarathustra und alle Eingeweihten, die nach ihm kamen, sogar die Gnostiker in der Zeitenwende, bei denen seine letzten Strahlen völlig erloschen. Während die Pflanzen einmal jährlich während der Heiligen Tage sich dem Kosmos Auge in Auge gegenüberstellen, wird sich das von der Menschheit erlebte Kosmische Bewusstsein im sechsten vorchristlichen Jahrtausend 12000 Jahre später wiederholen. Steiner gibt nicht das genaue Jahr des ersten Erlebnisses an, damit wir auch das Nächste datieren können. Können wir das nun tun?

Wenn wir nach der Inschrift der Omurtag-Säule in Pliska urteilen können, hat der genaueste Kalender der Welt, der bulgarische Zyklen-Sonnenkalender, als das Jahr 5505 v.Chr. als Anfang, ohne einen konkreten Tag zu nennen.

kalendar na prabulgarite

                                                             Der Kalender der alten Bulgaren

Angel Manev und Tanjo Tanev aus Stara Zagora waren die Einzigen, die ihn untersuchen wollten, indem sie ein interdisziplinäres Herangehen angewandt haben, ohne welches das schwierige, aber inspirierende Thema des Bulgarischen Mysteriums nicht lösbar ist. Was sagen sie?

Angel Manev Tanyo Tanev

                                                       Angel Manev und Tanjo Tanev

Die Astronomen wissen, dass die Satelliten sich um die Planeten drehen, die Planeten – um die Sonne. Die Sonne macht zusammen mit diesen allen während 26000 Jahre eine volle Umrundung des Tierkreises, indem sie sich um einen doppelten Stern im Sternbild Fische dreht, der Zeta Piscium bzw. Revati heißt.

Von Sri Yukteswar, dem Guru des bekannten Paramahansa Yogananda, erfahren wir über eine andere Umrundung im Rahmen der vorherigen, die zwei Mal 12000 Jahre dauert, wobei die erstere von dem Frühlingsgleichtag abhängt und die letztere – vom Herbstgleichtag. Beide Umrundungen stehen in Relation zu einem Zentrum, das im Osten „das Tor zum Unsichtbaren“ genannt wird, dort ist der „Sitz Brahmas“. Wenn der Herbstgleichtag in das Sternzeichen Widder kommt, ist die Sonne diesem „Tor“ am nächsten und unsere Verstandes-sinnlichen Fähigkeiten sind in ihrem besten Zustand, um in die Geheimnisse der geistigen Welten einzudringen. Nach 12000 Jahren, wenn sich der Herbstgleichtag im entgegengesetzten Sternzeichen Waage befindet, versinken wir am tiefsten ins Materielle und unsere geistigen Fähigkeiten sind am schwächsten. Daran schließt sich eine aufsteigende Entwicklung an, um wieder den höchstmöglichen Zustand nach 12000 Jahren zu erreichen. Das Ende der absteigenden Hälfte der 12000 Jahre und der Anfang der aufsteigenden sind mit dem Stern Mesarthim (Gamma arietis) aus dem Tierkreis Widder verbunden. Manev und Tanev prüften astrologisch jeden Tag des Jahres 5505 v.Chr., indem sie die Sternenkonstellation suchten, in der sie den ersten Tag des bulgarischen Kalenders finden konnten. Und sie fanden ihn: den 15. August! Das Sternbild an diesem Tag ist wirklich beeindruckend: alle Planeten, einschließlich der Sonne, sind über dem Horizont, fünf von ihnen, einschließlich der Sonne,  kulminieren in Jungfrau, Jupiter kennzeichnet die Zeitenwende und unten geht Lilith mit stark stagnierenden Kräften auf.

Der Moment, in dem der Mond die Trennungslinie zwischen Zeta-Revati im Sternbild Fisch darstellt und sich mit Mesarthim im Sternbild Widder vereinigt,  schlägt den Gong zum Zeitenwechsel. Die beiden Forscher haben diesen Moment sogar fixiert – um 9 Uhr 49 Minuten und 7 Sekunden. Aus einem persönlichen Gespräch mit Manev weiß ich, dass wir damals nicht nur zu einer materialistischeren Weltanschauung übergingen, sondern das auch der Augenblick unseres Abstiegs von der geistigen zur irdischen Existenz war. Kurz gesagt, das war  der Tag der Schöpfung! Die alten Bulgaren haben mit Sicherheit nicht so gedacht. Trotz der falschen Schlussfolgerung, ist der Beitrag der beiden Forscher Tanev und Manev unbestreitbar und verdient Respekt. Der Kalender selbst ist dem Kalender aus den apokryphen Henochbüchern sehr ähnlich. Henoch bekam diesen Kalender während der atlantischen Zeit durch den Erzengel Uriel, aber erst nachdem er „in den Himmel geholt worden war“. Ob Henoch die fünfte semitische Unterrasse symbolisiert, deren Samen die fünfte Wurzelrasse begründete, ob er der erste oder zweite atlantische Bodhisattva war oder etwas anderes, wissen wir noch nicht, aber wichtiger in diesem Fall ist die Tatsache, dass Uriel mit dem Äon des alten Saturns verbunden ist, als die Zeit entstand. Nur die ältesten Völker hatten das Privileg eines engen Kontakts mit dem Hüter der Weisheit der Zeit.

Ein anderes interessantes Element im bulgarischen Kalender ist die Nutzung der Zahl 12 als Hauptzeitzyklus, und diese Zahl entspricht der Periode, in der der Weisheitsplanet Jupiter die Sonne umrundet. Wir können das Datum 15.08. hinzufügen, das in der christlichen Ära zum Fest der Jungfrau Sophia wurde – der irdischen Vertreterin der Weisheit Gottes.

Indem wir alle Tatsachen berücksichtigen, können wir erklären, dass im Jahre 5505 v.Chr. die Menschheit das große Weltneujahr auf Erden erlebte. Damals wurde der dritte Bodhisattva zum Buddha, wohnte den Weltgeheimnissen der Weisheit bei und prägte sie sich seinem Ätherleib ein. Später machten die Bulgaren dieses Jahr zum Anfang ihres Kalenders. Als das für die ganze Ich-Evolution der Menschheit verantwortliche Volk waren sie immer mit der Bodhisattva-Loge verbunden, denn ihre Hauptaufgabe besteht gerade im Aufbau des Ich-Bewusstseins im Menschen. Da er in diese Richtung wirkte, konnte das durch den dritten Bodhisattva im Ätherleib Ausgearbeitete in der zweiten nachatlantischen Zeit in den Astralleibern der damaligen Menschen widerspiegelt werden, denn das Erlebnis des Astralleibes wurde zum Faktor der Kulturentwicklung.  Während die vorausgegangene Kulturepoche eine spezifische Wiederholung der polarischen Zeit war, als die Einheit herrschte, trat nun die Trennung zwischen Gut und Böse auf als Widerspiegelung der Trennung in der hyperboräischen Zeit der Sonne, d.h. des Guten, vom Mond (mit der Erde), d.h. dem Bösen. Das vom dritten Bodhisattva Aufgebaute kam zum Vorschein! Wenn wir wieder den ausgewählten Schlüssel zum Begreifen des Bodhisattva-Mysteriums anwenden, können wir Folgendes feststellen. Nach dem siebten Jahr stößt das Kind die Ätherhülle der Mutter zurück und beginnt, sich einen eigenen Ätherleib auszubauen, obwohl es immer noch von der  mütterlichen Ätherhülle abhängig ist. In der gleichen Abhängigkeit befanden sich die Menschen der zweiten Kulturepoche, die den Einfluss des Ätherleibes des dritten Bodhisattva empfanden, der in ihnen als Astralleib wirkte. Durch diesen Einfluss erlebten sie in ihren Astralleibern den Übergang von der Eins zur Zwei, der sich am deutlichsten im alten Zarathustra zeigte, der vom Sonnengeist Ormuzd und dem düsteren Mondgeist Angra Manyu sprach. Er war der erste Mensch auf Erden, der derart durch das Produkt des dritten Bodhisattva durchleuchtet war,  dass er in seinem Astralleib das im Weltneujahr Erlebte und das durch die heiligen Rishi der vorhergehenden Epoche in Bildern ausgesprochene Wissen über die geistigen Welten verstehen konnte. Nicht nur hat er das mit seinem Verstand begriffen, sondern er begann es in menschlichen Begriffen zu formulieren und an die Schüler in seinen Schulen weiterzugeben. Als der erhabenste Nachfolger des dritten Bodhisattva wurde Zarathustra zum menschlichen Urbild des Erkennens des Bösen. Er wirkte als eine Brücke, über die sein Lehrer seinen eigenen Weg zur siebten nachatlantischen Kulturepoche wies, wenn die von ihm entwickelte Fähigkeit als die Kraft zum Erkennen des Bösen widerspiegelt werden wird, aber nicht durch den Ätherleib, der als Astralleib wirken wird, sondern durch den zum Ätherleib hinuntersteigenden Lebensgeist (das Budhi-Prinzip). Letzterer ist eng mit dem Kosmischen Christus und der Loge der Zwölf verbunden. Dann werden wir im Jahr 6495 n.Chr. wieder das Weltneujahr auf Erden erleben, der Mond wird sich mit der Erde vereinen und die lange vorher entstandene „Rasse der Guten“ muss nicht nur die Kraft zum Erkennen des Bösen im zurückkehrenden Mond besitzen, sondern auch die Kraft ihrer Transformierung in Gutes. Das Urbild der zweiten Kraft ist der Gottesmensch Christus mit seinem ersten und zweiten Golgatha, und zum menschlichen Urbild musste einer der Zwölf werden.

Hier wird die Tragödie des Ostens sichtbar, der Christus nicht begreift. Wollen wir uns an das von Sri Yukteswar Geschriebene halten, müssten wir im besagten Jahr 6495 dem „Tor des Unbekannten“  am entferntesten sein, mit den schwächsten geistigen Möglichkeiten und folglich völlig unvorbereitet zur Rückkehr des Mondes. Können wir ihn zur Übereinstimmung mit Steiner bringen? Ja, das können wir! Das Verbinden mit dem Mond bedeutet praktisch den Übergang unseres Ich-Bewusstseins durch das Bewusstsein unseres Astralleibes und dieser Prozess wird nämlich das Erlebnis hervorrufen, das Steiner „das Weltneujahr auf Erden“ nennt. Wir werden dann dem Tor zum Unbekannten am entferntesten sein, aber wir müssen vorher eine solche Ich-Kraft entwickelt haben, dass wir die Prüfung in der Art meistern können, wie sie der Erlöser am Kreuz vorführte, der damals seinem Vater am entferntesten war! Die Rückkehr des Mondes wird ein solches kolossales Entfachen des Bösen in den Astralleibern der „Rasse der Bösen“ bewirken, die die Christus-Kraft nicht aufgenommen hat, dass sie den Krieg aller gegen alle entflammen wird als den sichtbaren Ausdruck des Versinkens eines Teils der Menschheit ins Materielle. Nach Ende dieses Krieges wird auf dem neuen Kontinent eine aufsteigende Entwicklung und ein allmähliches Nähern zu Brahmas Sitz wieder im Laufe von 12000 Jahren beginnen. So können sich die östliche und die westliche Weisheit in der Anthroposophie treffen, um das Bodhisattva-Mysterium besser zu begreifen, in dem der Christus-Wille ans Licht kommt und kommen wird bis zum Ende der physischen Existenz der Erde. Wir werden nun unsere Reise fortsetzen!