Die Bodhisattvas – 2. Teil

Edelweiß

 

Wie schon erwähnt, wurde auf die aus der versinkenden Atlantis in Richtung des entstehenden Europa fliehenden Menschenmassen großer Einfluss durch Skythianos ausgeübt. Unter seiner Führung wurden durch atlantische Eingeweihte drei Einweihungszentren gegründet, die ein gleichseitiges Dreieck bilden. Im ersten Einweihungszentrum, das im Norden nahe der heutigen Stadt Archangelsk und dem Weißen Meer in Russland lag, wurde das Denken ausgearbeitet. Dort entstanden später die berühmten Mysterien der Drotten (Trotten). Im zweiten Zentrum auf dem Gebiet der spanischen Stadt Santiago de Compostela wurde das Fühlen ausgearbeitet. Diese Stadt ist indirekt mit dem Gralsmysterium über den Heiligen Jakobus verbunden. Dort endet auch der in Südfrankreich beginnende und über die Pyrenäen und Nordspanien führende mystische Jakobsweg (Camino). Das dritte Zentrum wurde in der Nähe von Varna gegründet, wo das ehemalige Höhlenkloster Aladscha liegt und dort wurde am Willen gearbeitet. Der Bodhisattva Beinsa Douno bestätigte das Vorhandensein von atlantischen Eingeweihten an diesem Ort. Das Aladscha-Kloster selbst ist ein mystisches Gebiet, wo ein ätherisch-geistiges Wesen umherschweift. Bei seinem letzten Erscheinen in der Anwesenheit einer Besuchergruppe verkündete es, dass die Zeit komme. Ein Mitarbeiter des Museums teilte bewegt mit, dass der Aufstieg des bulgarischen Volks bevorsteht.

Die  Gründung der drei Einweihungsstätten bezweckte die allmähliche Entwicklung der drei Seeleneigenschaften unter der europäischen Menschheit im Laufe der tausendjährigen Stille, während im Osten die erste und zweite nachatlantische Zeit zur Entfaltung kamen. Die Entwicklung sollte zu einem bestimmten Zeitpunkt den Übergang des kulturbestimmenden Faktors von den Leibern zur Seele hervorrufen. Dieser Übergang wurde durch den vierten Bodhisattva zwischen 3500-3450 v.Chr. im Rilagebirge realisiert, wo sich laut Beinsa Douno eine der ältesten geistigen Schulen der Erde befand. In der Urzeit bildeten Rila, Pirin und Olymp eine einheitliche Gebirgskette mit einer Höhe von etwa 9000 m, die sich langsam senkte und teilte, wobei der höchste Teil Rilas nie unter Wasser gewesen ist.

In der Rila-Schule machte der Bodhisattva sechs Jahrhunderte vor dem Beginn der dritten Kulturepoche in seinem Astralleib eine Synthese des ganzen gedanklichen, gefühlsmäßigen und willensmäßigen Produkts der drei Spitzen des Europäischen Dreiecks, indem er sie durch das Prinzip der Weisheit wie das Zentrum eines gleichseitigen Dreiecks vereinte, um den Weg der menschlichen Entwicklung vom Astralleib zur Empfindungsseele zu bahnen. Sein harmonisierter Astralleib ähnelte einer Empfindungsseele, die mit der Weisheit Gottes eine Einheit war. Er wurde zu einem Buddha! Die Synthese kam durch die Weisheit im Rila (dem Berg der Weisheit) zustande, denn bis zum Golgatha hatte die Liebe keinen freien Zugang zum menschlichen Astralleib, den sie nach Pfingsten mit der ersten christlichen Tugend, dem Glauben erhielt. Vorläufig musste die Weisheit unsere drei Seeleneigenschaften harmonisieren, die hauptsächlich durch den Astralleib ausgedrückt wurden, wo der Verstand wie ein “ hungriger Adler“, das Gefühl wie ein „brüllender Löwe“ und der Wille wie ein “ wütender Stier“ die Hauptursachen für unsere Entfernung von der Weisheit waren. Die Art und Weise, diese „Tiere“ zu besänftigen, sollte beim fünften Bodhisattva besonders schön werden, aber ihre wahre Harmonisierung um das Zentrum der Liebe werden wir in der sechsten Kulturepoche beim siebten Bodhisattva beobachten können, wenn er uns seinen vollkommen durch das Geistselbst verwandelten „Leib des Ruhmes“ vorführen wird. Etwa tausend Jahre früher wird die Verwirklichung eines Plans abgeschlossen sein, über den uns der siebte Bodhisattva informiert. Anfang des 20. Jh. sagte Beinsa Douno, dass seit 5400 Jahren ein geistiger Plan für die Bulgaren existiert, der während der verschiedenen Kulturepochen gerade in Hinblick auf die heutige schicksalhafte Zeit zur Entfaltung kam. Der Beginn dieses Plans fällt beeindruckenderweise mit der Erhebung des vierten Bodhisattva in den Buddha-Rang im Rila, als er nicht nur einen Übergang vom Astralleib zur Empfindungsseele machte, sondern auch der Ich-Entwicklung einen mächtigen Trieb verlieh, der zur Formierung der zahlreichen Erdenvölker führte, in denen sich das einzelne Individuum sich nunmehr als Teil des jeweiligen Volkes empfand. Bei der ersten und zweiten Kulturepochen kann von einem Volksbewusstsein nicht die Rede sein, denn es gab noch das Hellsehen und der Eingriff in das Menschenschicksal durch die geistige Welt war dermaßen sichtbar, dass das auf der Erde Geschehende als eine Illusion und weniger als die Realität empfunden wurde. Wir können mit Sicherheit behaupten, dass das Wunder von Rila der Wendepunkt auf dem Weg zur Herausbildung des Volksbewusstseins ist, das unsere Vorfahren auf der Balkanhalbinsel in alle Weltrichtungen verbreiteten. Nicht zufällig wurden die Bulgaren von Beinsa Douno „das älteste Volk der Erde“ genannt. Die Seele musste sich selbst zuerst als zum Volk zugehörig erleben, um dann das individuelle Ich-Bewusstsein zu erlangen und dem Kosmische Christus-Ich zu begegnen.

Einer der Hauptinspiratoren der Formierung der Völker im riesigen eurasischen Raum ist der geheimnisvolle Skythianos, der in seiner umfassenden Tätigkeit als wichtigstes Instrument das bulgarische Volk benutzte. Über die Bulgaren und Skythianos, wessen Name sich aus dem Verb ’skitam‘ „wandern“ herleitet, werden wir später zu sprechen kommen. Nun wollen wir uns die dritte Kulturepoche ansehen, als die durch den vierten Bodhisattva ausgearbeitete Empfindungsseele zum Kulturentwicklungsfaktor wurde.
Vom bisher Erörterten wird deutlich, dass die Bodhisattvas den Gang der allgemeinen Menschenentwicklung überholen, indem sie im Voraus die Fähigkeiten eines neuen leiblich-körperlichen bzw. Seelenwesensglieds und zukünftig auch eines neuen geistigen Wesensgliedes entwickeln. Das wird von der restlichen Menschheit in der nächsten oder sogar in der übernächsten  Epoche erreicht. Was geschah in der dritten nachatlantischen Kulturepoche?  Der hier angewendete Analogieschlüssel führt uns zum 14. Lebensjahr, wenn das Kind die mütterliche Astralhülle zurückstößt und beginnt, bis zu seinem 21. Jahr einen eigenen Astralleib zu schaffen. In der dritten Epoche sollten wir die Fähigkeiten unserer Empfindungsseele entfalten und anwenden, die der Lebensspanne zwischen dem 21. und 28. Jahr entsprechen, aber in unserem Wesen befanden wir uns immer noch in der Etappe zwischen dem 14. und dem 21. Lebensjahr. Jemand musste die „Tiere“ in unserem Astralleib besänftigen und etwas in unserer Empfindungsseele bewirken.

Den Keim und die Entwicklung einer Empfindungsseele besaß der Mensch bereits seit Lemurien, aber diese wurde zum kulturbestimmenden Faktor erst in der Epoche, die im Zeichen der Zahl 3 zum Vorschein kommt. Nach der Absonderung des Mondes von der Erde in der lemurischen Zeit wurde die Triade Sonne-Mond-Erde als eine Triade Osiris-Isis-Horus widerspiegelt. Die „Trennung“ in der Göttlichkeit verursachte das Entstehen verschiedener Erdenvölker, die sich selbst als eigenständige und eine eigene Sprache benutzende Völker empfanden. Ob vorher eine gemeinsame Sprache bestanden hatte, kann man heute nicht behaupten, aber die “ Zerstörung“ des Turmes von Babylon geschah, nachdem verschiedene Sprachen (Völker) herausgebildet worden waren. Luzifer war am Anfang der Kali-Yuga-Zeit inkarniert und es entstand der Prometheus-Mythos. Es existiert ein okkultes Gesetz, nach dem jede luziferische Bestrebung und Tat unumgänglich zum zerstörenden und an die Erde festbindenden Karma, d.h. zu Ahriman führen. Ahriman teilte die „Einheitssprache“, riss den Babylonsturm nieder und begann in seinen Ruinen in den menschlichen Astralleibern mit der Formierung der einzelnen Völker, wobei sein Blick unumkehrbar auf die physische Welt gerichtet war.  Sowohl der vierte, als auch der fünfte Bodhisattva wurden zu Buddhas unter den Bulgaren, damit die menschliche Entwicklung in die durch die Vorsehung Gottes bestimmte Richtung gehen konnte, zu der auch der unser Volk betreffende Plan gehörte. Dieser Bodhisattva ist Orpheus. Was bewirkte er?

Orfej

Orpheus, Statuengruppe aus Marmor, Regionalmuseum Stara Zagora

Indem er die Musik als Hauptmedium benutzte, besänftigte der Bodhisattva nicht nur die „Tiere“ in den bulgarischen Astralleibern, sondern rief auch etwas in ihren Empfindungsseelen hervor, das bisher bei keinem Erdenmenschen existiert hatte. Die Musik wurde physisch wahrgenommen, aber die Empfindungsseele spürte unbewusst, dass sie „aus den Gebieten kam, wo das Licht herunterstrahlt“. Die Sonne ist die Quelle des Lichts und sie ging auf und strahlte in der Empfindungsseele der Zuhörer. Diese Sonne war Christus, dem das Einkleiden in einen physischen Leib bevorstand, der mit den Ohren gehört und mit den Augen gesehen werden konnte. Aber erst in unserer Zeit sollte durch die Geisteswissenschaft möglich werden, ihn tatsächlich im Denken zu begreifen. Schon damals hatte uns Orpheus vorbereitet, indem er durch die Musik in unserer Empfindungsseele solche Kräfte vorbereitete, die später vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein steigen und durch die Bewusstseinsseele bearbeitet werden sollten, um sich in das uns heute bekannte logische Denken zu verwandeln.

Der Bodhisattva legte die Denkpotenz in die Empfindungsseele hinein, denn diese war gegenständlich genug, erschien uns objektiv und durch sie konnten wir die uns umgebende Welt auf eine viel geistigere Art empfinden als die heutige Einstellung zur Umwelt ist. Die Erinnerung an die vorherigen Leben war ebenfalls vorhanden. Wir hatten zwar keine eigenen Gedanken, aber das lebendige Wahrnehmen der Außenwelt und die Gegenüberstellung des Physischen dem Geistigen führte immerhin zur Prägung der Begriffe. Es entstanden die Geometrie, Astrologie und viele andere Wissenschaften. Das, was man durch Zarathustra, das Weltneujahr und die heiligen Rishi erlebt und gelernt hatte, musste auf dem physischen Plan angewendet werden. Es blühten die Kulturen von Sumer, Babylon, Ägypten, Chaldäa auf. Obwohl die Wissenschaften nicht rein menschlich, physisch waren, da die Begriffe von den geistigen Welten durch die Priester übersinnlich erlangt und diese des Prozesses selbst nicht gewahr wurden, können z.B. die heutigen Ärzte mit jenen Eingeweihten trotzdem nicht mithalten. Wenn wir nur einen Blick werfen auf die zahlreichen bulgarischen Sprichwörter, Sagen, Legenden, Mythen oder auf die atavistischen modernen „Heiler“, können wir eine Vorstellung von der Größe der Kenntnisse und Fähigkeiten bekommen, die die Meister in der dritten Kulturepoche besaßen, als die alte Gnosis entstand. Die Begriffe der Gnosis konnten aber dem Orpheus nicht als Vermittlung zum zukünftigen logischen Denken dienen. Mit seiner Lyra und der gottähnlichen Musik wurde er nicht nur zum Führer aller Barden des Altertums, sondern auch zum großen Wegbereiter der Menschen auf das Christus-Verständnis. Von ihm stammt die Sentenz „Die Menschen sind sterbliche Götter und die Götter – unsterbliche Menschen. Selig ist derjenige, der diese Worte versteht!“  Wenn wir uns in diese Sentenz vertiefen, werden wir wirklich dasWesen seiner Aufgabe, die physischen Zukunft des Erlösers vorzubereiten und begreifen, warum er u.a. auch auf Bildern als auf einem Kreuz und einer Lyra gekreuzigt dargestellt wurde.

Von der griechischen Kultur in der nächsten vierten Kulturepoche wurde bis heute der Mythos über den Lyra spielenden Apollo bewahrt, der eigentlich ein bulgarischer Orpheus-Mythos ist. Apollo ist die nathanische Seele und die Rettung unserer drei Seeleneigenschaften und des Astralleibes am Ende der atlantischen Zeit durch Christus über die nathanische Seele wurde nun durch Orpheus‘ Musik in den Astralleibern der Bulgaren widerspiegelt. Orpheus ist eine Art „verkörperter“ Apollo, der „Sohn Apollos“ und lebte zur Zeit, als das alte starke ätherische Hellsehertum, genannt „Eurydike“ (der Ätherleib des Mannes ist weiblich) das durch ein erloschenes Ich-Bewusstsein erreicht wurde, im Schwinden begriffen war. Eurydike wurde durch die „Schlange gebissen“(die luziferisierte geistige Weisheit), „starb“ und Apollo (Orpheus) suchte diese in der Unterwelt (der Vergangenheit), wobei er durch seine auf der Lyra gespielte Musik die Götter erweichte. Auf dem Rückweg durfte er nicht nach seiner Geliebten zurückschauen (dem alten ätherischen Hellsehertum), sondern nur nach vorne zur „Sonne“ blicken, d.h. zum neuen Hellsehen, das nicht durch die Leibeskräfte, sondern durch die Seele (das Ich) zu erreichen war. Apollo drehte sich aber zu dem, was er früher war und verlor „Eurydike“ endgültig, indem er zum „Orpheus“ wurde. Der Bodhisattva wurde zum Buddha, aber um den Preis der endgültig abgebrochenen Verbindung zwischen dem individuellen und Höheren Ich. Er ist das erste Menschenwesen, das im Voraus das Drama des zum Physisch-Irdischen hinuntersteigenden Ichs erlebte, das auf der Lyra (der Denkpotenz) und dem irdischen Kreuz gekreuzigt wurde. Aber nur so konnte er seine Verstandesseele allen anderen voraus entwickeln und diese den Menschen zum Erleben in der nächsten Epoche anbieten. Während in der Empfindungsseele das Ich sich als Teil des Volkes begriff („Ich und Abraham sind eins“), bestimmt sich das Ich in der Verstandesseele durch das Denken selbst als eine Einzelpersönlichkeit. Orpheus wurde zum großen Vorbereiter der Menschen zum individualisierten Empfang des verkörperten Christus, der nach den drei rettenden Handlungen über die nathanische Seele in den übersinnlichen Welten nun auf dem physischen Plan unser Ich retten musste.

Aus dem Erörterten geht hervor, dass sich der Buddha-Orpheus und der Buddha aus dem Rilagebirge in den Zustand des Nirvana aus dem Land der Bulgaren aus erhoben. Ob 5505 v.Chr. der dritte Bodhisattva auch in diesem Gebiet zum Buddha wurde, wissen wir nicht, aber nach Steiner sind alle nachatlantischen Kulturepochen im Mysterienraum des Schwarzen Meeres vertreten. Wie bereits erwähnt, haben die Vorfahren der heutigen Bulgaren Kolonisationszüge in alle Richtungen unternommen um Kulturen zu begründen; dazu liegen viele interdisziplinäre Beweise vor. Physisch war immer jemand von ihnen vertreten, wenn etwas Neues, etwa die Erhebung eines Bodhisattva zum Buddha passierte.

Im Zusammenhang mit dem Hauptthema soll ein weiterer Bulgare erwähnt werden, der eine wichtige Rolle für die Menschenentwicklung gespielt hat – Dionysos. Gemeint ist nicht der „alte“ Dionysos, der eine übersinnliche Wesenheit aus einer viel früheren Epoche war, sondern der körperlich inkarnierte „junge“ Dionysos, der laut Steiner etwa 100 Jahre vor Orpheus den berühmten Feldzug nach Indien führte und die dortigen Draviden in ein Volk mit großer Kultur verwandelte. Dieser Dionysos und der „skythische“ Prinz Rama sind dieselbe Persönlichkeit, und die Frage, ob hinter dem „alten“ Dionysos ein anderer Rama steckt, ist offen. Mit Sicherheit wissen wir aber von der Anthroposophie, dass er der erste Lehrer des Ichs war, dessen Seele nach seinem Tod in die intellektuelle Kultur der Menschheit hineinfloss und heute dort präsent ist. Nach Luzifers Inkarnation war Dionysos der leuchtendste Vertreter des luziferischen Prinzips, der auf Erden gelebt hatte. Etwas mehr: durch diesen Indien-Zug konnte einige Jahrhunderte später der sechste Bodhisattva zum Buddha gerade inmitten des indischen Volkes werden, während der fünfte, wie der bekannte Mythos erzählt, von den Bacchinnen zerrissen wurde. Letztere symbolisieren den Sonnenkult des Dionysos, der in irdische Leidenschaften degradierte. So trafen sich im Orpheus das Dionysos-Prinzip (das Luziferische) und das Apollo-Prinzip (das Christliche). Das Erste wirkte individualisierend auf das Ich und verwandelte den Astralleib in den  Kampfplatz der drei Seeleneigenschaften und das Zweite versuchte, sie durch Musik zu harmonisieren. Orpheus konnte beide nicht versöhnen und wurde zerrissen. Die Vereinigung beider Prinzipien konnte nur ein Wesen vollbringen, das aus einer anderen Richtung erschien. In der Zeitenwende kamen beide Kulte durch die Hirten und Waisen zum Vorschein, um im Christus eins zu werden, aber später teilten sie sich wieder in der Menschenentwicklung, da die Menschen unvorbereitet waren. Heute können wir im bulgarischen Volk viele atavistische Spuren des Dionysos in den Kukeri/ Ritual der geistervertreibung durch in Tiergestalt kostümierte Männer), Nestinari (ritale Tänze mit nackten Füßen auf glühenden Kohlen), im Fest der Rebstockbschneidung Triphon Saresan  entdecken,

Trifon Zarezan

             Trifon Saresan, das traditionelle Fest der Rebstockbeschneidung am 14.02.

während Orpheus mehr in der Musik und im Tanz weiterlebt. Aber das von den beiden in die Seelen der Bulgaren damals Hineingelegte tritt nun, in der Epoche der Bewusstseinsseele überzeugend zu Tage und wird sichtbar in der Intelligenz des Bulgaren, in seiner Fähigkeit, aus dem „Nichts“ etwas hervorzubringen, mit allen möglichen Situationen zurechtzukommen, sich an die verschiedensten Kulturen anzupassen. Die Kinder holen die Medaillen bei zahlreichen Olympiaden der Mathematik, Informatik usw.

Orpheus hat aber nur einen Teil seiner Aufgabe hinsichtlich der Bewusstseinsseele erfüllt. Am restlichen Teil sollte der sechste Bodhisattva in der vierten nachatlantischen Kulturepoche arbeiten, indem er eine neue Eigenschaft in unser Seelenleben hineinlegte. Infolge des langen Weges seit der atlantischen Flut erreichte der Mensch eine weitgehende Individualisierung, aber der Preis dafür war die erloschene Fähigkeit zur Erinnerung an seine früheren Leben. In der vorausgegangenen Epoche kam die Erinnerung über die wesentlich objektivere, gegenständlichere Empfindungsseele und nun durch die wesentlich unklarere, trägere, innerlich erlebten Seele der Vernunft und des Gefühls, die der Mensch nicht mehr als Mittel zum Eindringen in seine früheren Inkarnationen benutzen konnte. Das Anbinden an die Erde seit der dritten Kulturepoche wurde zu einem Körperkult und das Erdenleben gewann immer mehr an Bedeutung. Als Widerspiegelung der atlantischen Zeit, als wir nachts mit den zahlreichen Wesenheiten der geistigen Welten kommunizierten, war diese Epoche auch voller Götter, aber die Menschen erlebten sie sehr abstrakt und anthropomorphisch. Dionysos inkarnierte als Plato und besaß in dieser Gestalt immer noch ein lebendiges Verhältnis zur geistigen Welt. Er wendete die Begriffe auf die physische Welt an, und zwar in ihrer alten Form aus der vorherigen Epoche, als diese durch die Priester auf übersinnliche Weise erlangt wurden. Aber dann kam sein Schüler Aristoteles, der überlegte, ob es nicht möglich war, die Begriffe für die geistigen Welten aus eigener Kraft zu prägen, was den Menschen von diesen Welten trennte und rein irdische Wissenschaften begründete. Bei Plato existierte die Idee der Reinkarnation, obwohl sie ziemlich verwischt war. Aristoteles verzichtete auf die Reinkarnationsansicht, prägte die zehn irdischen Begriffe und schickte Alexander in die Welt hinaus, um seine Errungenschaften zu verbreiten. Nur durch eine solche Anschauung konnte nämlich das Erscheinen eines Impulses sichtbar werden, der sich von der gesamten nachatlantischen, von der Atlantis stammenden Weisheit unterschied. Der Christus-Impuls musste bewusst gemacht werden, damit wir mit seiner Kraft den Rückweg von der Materie zum Geist betreten konnten. Bis zum Anfang der vierten nachatlantischen Epoche war der Mensch nicht in der Lage, den Bodhisattvas etwas zu überbringen, was sein eigenes Gemütsleben hervorgebracht hatte. Sogar die schicksalhafte Entscheidung, was gut und böse ist, wurde durch die Bodhisattvas von oben heruntergeholt. Neben diesem „Mechanismus“ bestand auch ein anderer: wenn ein Mensch eine böse Tat begangen hatte, sah er astralisch die rachesüchtigen Erinnyen und Furien, um zu begreifen, dass er Böses angerichtet hatte. Die bis heute bestehende bulgarische  Wendung „wie eine Furie toben“ bezeugt die bulgarische Herkunft der Bezeichnungen der geistigen Wesenheiten in der griechischen und manchen anderen Mythologien.  Nun aber war es an der Zeit, dass in uns etwas von innen herauskommen sollte, das wir den Bodhisattvas überbringen konnten, so dass sich der sechste von ihnen inkarnierte, um dieses unbekannte Gefühl zu empfinden, das in der geistigen Welt nicht existierte. Bis zum sechsten Jh.v.Chr. konnte niemand von den Bodhisattvas zur „richtigen“ Inkarnation gelangen. In der Zeitspanne zwischen Aischylos (sechstes Jh.v.Chr.) und Euripides (fünftes Jh. v.Chr.) meldete sich „die innere Stimme“ in den Menschen, d.h. das Gewissen. Da konnte der sechste Bodhisattva vollkommen in den 29jährigen Sohn des Shuddhodana eintauchen, wurde unter dem Bodhi-Baum erleuchtet (dem Feigenbaum) und verwandelte sich in einen Buddha, denn in senem Herzen wurde die Kraft geboren, das Mitleid und die Liebe zu erkennen. Diese Fähigkeit gab er seinen Schülern weiter in der Form der „Lehre des achtstufigen Weges“, indem er auf den Weg hinwies, den die Menschenentwicklung gehen sollte. Eine einzige Inkarnation reichte ihm, um den Weg zu überblicken, den unsere innere Seelenentwicklung in der vierten, fünften und sechsten nachatlantischen Kulturepoche gehen sollte. Das „Werkzeug“ zu seiner Transformierung in einen Buddha war das Gewissen, das er nicht nur als Keim im Menschen vorausgesehen hatte, sondern auch als Impuls aus sich selbst herausstrahlte. Er entwickelte seine Bewusstseinsseele und erlebte die Lehre vom Mitleid und der Liebe gerade in diesem höchsten Teil seiner Seele. Die Menschheit befand sich in der Epoche der Verstandesseele und Buddha konzentrierte seine Lehre auf sie, damit sie im Menschen wirken konnte, und später, nachdem die Bewusstseinsseele zum Kulturentwicklungsfaktor geworden war, dort zum Vorschein kommen und sich dort als der „Achtstufige Weg“ zeigen konnte. Folglich wurde das Eindringen in die Verstandesseele durch die Bewusstseinsseele verwirklicht, aber weil die Entwicklung der Ersteren das Hirn hart und unempfindlich für eine derartige Lehre machte, brauchte Buddha ein weicheres Gehirn, das für die dritte Kulturepoche typisch war. Er fand es in Indien, wo Dionysos eine Zivilisation begründet hatte, die auf dem Prinzip der Kasteneinteilung (der Synarchie) basierte. Der Sohn Shuddhodanas ist geboren als „Sakya“  und die Saken sind Bulgaren aus “ Skythien“. Es mag seltsam klingeln, aber neben dem allen bekannten Bild Gautama Buddhas existieren auch andere Bilder, wo er als hellhäutig und blauäugig dargestellt wurde. Die Bulgaren hatten blaue oder brane Augen, blondes, rotes oder kastanienbraune Haare, sie hatten nicht die typisch asiatische Hautfarbe und Augenform. Attila aus dem Stamm Dulo wurde von einem Zeitgenossen als rothaarig und blauäugig beschrieben, als jemand, der Latein und Griechisch beherrschte, als einen sehr höflichen und edlen Herrscher, der nie über nichtmilitärische Ziele hergefallen ist.  Zu den Zwecken dieser Untersuchung ist die Tatsache wichtiger, dass er in Indien eine vorherige Menschenstruktur in der Epoche der Verstandsseele wiederholen konnte (die Empfindungsseele und das weiche Gehirn), um in die Verstandesseele eine zukünftige menschliche Fähigkeit einzupflanzen (den Achtstufigen Weg in der Bewusstseinsseele). Orpheus hatte auch in der vorausgegangenen Epoche die Empfindungsseele benutzt, damit wir heute über das logische Denken verfügen, denn zur Entwicklung der Verstandesfähigkeiten besitzt die Verstandesseele keine Kräfte. Zählen wir auch Dionysos dazu, haben wir vor uns die vorchristlichen Hauptwegbereiter des modernen menschlichen Denkens. Vom bisher Erörterten wird klar, dass je näher zur Erde das die Inkarnierung anstrebende Wort gelang, desto tiefer die Bodhisattvas hinunterstiegen und desto geringer der Abstand zwischen ihnen und dem irdischen Gefäß wurde. Dabei waren sie in der Lage, einen bestimmten Teil ihrer Seele zu entwickeln. Sie verkörperten das innere Wesen des Menschen und nachdem sie eine Eigenschaft ausgearbeitet hatten, pflanzten sie diese in den Menschen ein. Hier muss sofort präzisiert werden, dass wenn der Bodhisattva am Ende seiner Erdenaufgabe sich in das „Urbild“ einer Eigenschaft verwandelt, dieses Urbild nach seinem Tod als eine Kraft zu wirken beginnt, die von oben nach unten strömt und jedem Menschen die spätere Entwicklung dieser Eigenschaft ermöglicht. Will man den ausgewählten Analogieschlüssel auf Gautama Buddha anwenden, so kann man sagen: Er strahlte den Gewissensimpuls zur Empfindungsseele aus (der Lebensabschnitt zwischen dm 21. und 28. Jahr), die die Vergangenheit symbolisierte, entwickelte die Bewusstseinsseele (die Zukunft) und erfasste mit dieser von innen die Verstandesseele (seine Epoche). Aber die Verstandesseele musste auch von außen erfasst werden durch ein Wesen, das ganz anders wirkt, das sie nicht einfach unterrichtet, sondern sie formt und kreiert. Bisher gestalteten die Bodhisattvas das innere Wesen des Menschen, während Christus die ganze menschliche Natur gestalten musste. Wenn die Bodhisattvas ihren Astralleib in das Geistselbst verwandelten, gab Christus einen mächtigen Impuls zur Transformierung des Ätherleibes in den Lebensgeist. Von Vorbereitern der Logos-Ankunft sollten die Nächsten Bodhisattvas zu Logos-Nachfolgern werden. Es gab sechs Vorbereiter bis zur Zeitenwende und sechs Nachfolger danach. Der Übergang zur neuen Aufgabe wurde durch den gegenwärtigen siebten Bodhisattva vollzogen! Über ihn sagte Steiner überzeugt, dass er sich erst 5000 Jahre nach der Übernahme der Himmelstiara zum Buddha erheben wird, d.h. in der sechsten Kulturepoche. Jeder seiner Gefährten war jeweils in einer Epoche präsent, die Zeitspanne zwischen Orpheus und Gautama Buddha war sogar auf sieben Jahrhunderte reduziert. Warum ist eine so drastische Änderung eingetreten?  Wie bereits erwähnt, zeigte sich der Makrokosmische Logos-Ich bei seinem Opferbringenden Abstieg zur Erde auf verschiedene Art und Weise in den einzelnen „Stufen“ der Himmlischen Sophia. Der älteste Zarathustra sprach vom „Großen Sonnengeist“. Die Sonnensphäre ist die ursprüngluche Wohnstätte der zweiten Götterhierarchie – der Herrschaften, Mächte und Gewalten und schließt auch die Sphären von Mars, Jupiter und Saturn ein. Als die sechs vorchristlichen Bodhisattvas zu ihren irdischen Gefäßern hinunterstiegen, um den Menschen Weisheit zu bringen, schöpften sie diese Weisheit vom Sonnenlogos, jedoch nicht direkt, sondern durch die Vermittlung der Mondsphäre (Merkur und Venus einschließend), die durch die dritte Götterhierarchie der Archai, Erzengel und Engel repräsentiert wird. Bis zur Zeitenwende zeigten uns die sechs Bodhisattvas den Sonnenlogos wie einen Mondlogos, sie waren die „Mondboten“. Nachdem der Makrokosmische Logos-Ich die Sonne verlassen hatte, und auf der Erde durch den Tod und die Auferstehung ging, konnten nunmehr die sechs restlichen Bodhisattvas ihre Lebenskraft unmittelbar aus der Quelle des Golgatha-Mysteriums schöpfen, um die Sonnenweisheit Christi in einer völlig neuen Form zu tragen, die der Vermittlung durch die Mondenkräfte nicht mehr bedurfte. Seit Pfingsten ist die Christus-Sonne in jedes menschliche Ich eingetreten und sie wartet dort darauf, gefunden zu werden, damit wir mit ihrer Kraft in der siebten Kulturepoche die Erde mit dem Mond und anschließend die Erde mit der Sonne in den geistigen Welten zu verbinden, damit die während der hyperboräischen Zeit verlorengegangene Dreieinheit von Sonne, Erde und Mond wieder hergestellt wird. Dieser große Plan lässt sich nicht durch die Weisheit allein realisieren, und sei es die Sonnenweisheit, sondern durch die im Ich neugeborene Weisheit, die sich in Liebe transformiert. Christus unternahm die große Transformation der Makrokosmischen Weisheit in Makrokosmische Liebe und von da an wurden die Bodhisattvas von Meistern der Weisheit zu Meistern der Weisheit und Liebe. Die Arbeit an der Transformierung ihres Astralleibes in das Geistselbst wurde ebenfalls einer grundlegenden Wandlung unterzogen. Aus dem Lukas-Evangelium wissen wir, dass ein Engel (der ehemalige Schutzengel Gautama Buddhas mit dem Namen Vidar)  den Hirten auf dem Feld erschien und ihnen die Nachricht von der Geburt des Erlösers in der Stadt Davids verkündete.  Danach sahen die Hirte das „Engelsheer“. Dieses „Heer“ ist Gautama Buddhas “ Nirmanakaya“. Aber warum ist es nicht ein in sich geschlossener „Körper“, ein Engel (Geistselbst), sondern eine Menge? Jeder der sechs ersten Bodhisattvas verwandelte nur teilweise den Astralleib seines Gefäßes in ein Geistselbst, das später in der Menschheit als Kraft zur Geltung kam. Je mehr wir uns der Zeitenwende näherten, desto schneller kam der jeweilige Bodhisattva zur Metamorphose in einen Engel. Als die Hirte das “ Engelsheer“ sahen, bestand dieses aus den sechs Produkten (Kräften) der Bodhisattvas, die sich in eine besondere Art Wesen verwandelt hatten. Da der „Teil“ Gautama Buddhas der Engelsstufe am nächsten stand, nahm er den wichtigsten Platz im „Heer“ ein und die Hirte sahen ihn im Ätherisch-Astralen als eine Engelsaura. Das  „Engelsheer“ hatte sich sechs Jahrhunderte früher formiert, bei der Erleuchtung des Bodhisattva unter dem Bodhi-Baum, um sich nun auf das in der Krippe liegende Jesus-Kind (die nathanische Seele) zu richten und in seinen Ätherleib einzutauchen. Sieben Jahre später (zwischen dem fünften und dem siebten Lebensjahr) stießJesus die mütterliche Ärherhülle zurück.Vidar nahm zur Aufbewahrung in seinem Lebensgeist diese reinen ätherischen Kräfte, die sich nicht im Weltenäther auflösten und belebte mit ihnen den Ätherleib Jesu im Garten Getsemane. Zu dieser Zeit war der Prozess der Transformation des Ätherleibs Jesu aus einem makrokosmischen Ich in einen mikrokosmischen Lebensgeist dermaßen fortgeschritten, dass er kaum in der Lage war, den Zerfall des physischen Leibes aufzuhalten, der zum Erscheinen des „Blutschweißes“ führte. In seinem zwölften Lebensjahr verband sich die nathanische Seele bei dem Besuch in Jerusalem mit dem Zarathustra-Ich, streifte die mütterliche Ätherhülle ab und vereinigte sich mi dem Nirmanakaya Buddhas. Dabei wurde der Buddhismus dermaßen verjüngt, dass er später über Johannes den Täufer in einer völlig erneuerten Form zur Geltung kam. Jesus selbst erfuhr erst um sein 24. Lebensjahr von den drei rettenden Opfern Christi über die nathanische Seele (d.h. über ihn), aber er teilte das seiner Mutter erst mit, als er ca. 30 war. Nach diesem Gespräch verwandelte sich Maria in die Jungfrau Sophia und er begab sich zum Jordanfluss, damit das Wunder der Menschwerdung des Wortes stattfinden und sein nachfolgender Tod eintreten konnten, den die nathanische Seele als das vierte Opfer erlebte.

Aus dem bisher Erörterten sehen wir, dass der erste Bodhisattva, der die Möglichkeit haben wird, seinen Astralleib vollständig in ein Geistselbst zu verwandeln, der siebte in der Zwölferreihe ist, denn vor dem Golgatha-Mysterium gab es die für eine solche Transformation benötigten Kräfte noch nicht auf dem Erdenplan. Wie bereits hervorgehoben, erfolgte bei den frühen Bodhisattvas die Verbindung mit dem irdischen Gefäß auf der Stufe des Astralleibes, bei Orpheus reichte sie bis zum Ätherleib und bei Gautama Buddha – bis zum physischen Leib und war fast einer irdischen Inkarnation ähnlich. Nach Gautama Buddha können wir erwarten, dass nachdem der siebte Bodhisattva einmal pro hundert Jahre in insgesamt 5000 Jahren hinuntergestiegen sein wird, sich genauso fest mit den Leibern des Gefäßes wird verbinden können. Steiner erwähnte nur einen Hinunterstieg von ihm. 105 Jahre vor der Zeitenwende wurde Jeshu ben Pandira zum Verkünder der physischen Erscheinung des Wortes und wurde deshalb von seinen Gegnern gesteinigt und an ein Kreuz gehängt. Die frühen Bodhisattvas hatten kein wahres Todeserlebnis. Falls Orpheus tatsächlich getötet worden war, erlebte er den Tod deutlich spürbarer, Gautama Buddha stieg in den Himmel nach einem natürlichen Tode hinauf und Jeshu ben Pandira erle erlebte den Tod dramatisch, wobei er der Menschheit zeigte, was das Wort selbst erwartet, wenn es zum „Fleisch“ geworden ist. Wir können mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass bei seinen vorherigen Hinunterstiegen zwischen dem sechsten und zweiten Jh.v.Chr. der siebte Bodhisattva keinen gewaltsamen Tod erlebte im Unterschied zum Jahre 105 v.Chr., wo die Kraft, den Tod zu erleben aus dem Gewissen in seiner Empfindungsseele kam. Der Keim des Gewissens beim Menschen wird als die Widerspiegelung der drei übersinnlichen Opfer der Christus-Sonne formiert, die auch als ein Hauptgeheimnis den Schülern in den vorchristlichen Mysterienstätten enthüllt wurden. Indem sich Jeshu ben Pandira auf dieses Geheimnis und den von Gautama Buddha ausgestrahlten Gewissensimpuls stützte, erfüllte er seine verrkündende und vorbereitende Aufgabe und bezahlte das mit seinem Leben. Nach Pfingsten begann die Christus-Sonne, im Menschen-Ich als das Christus-Gewissen zu leben. Aber sie kam wieder durch die Empfindungsseele zum Vorschein, bis sie über die Verstandesseele zur Bewusstseinsseele durchkommen und diese dermaßen durchdringen muss, dass der Mensch von ihr den Großen Übergang zum Geistselbst meistern kann.

Unseren Lebensabschnitt, der mit dem Erleben im Ich der Empfindungs-, Verstandes- und Bewusstseinsseele verbunden ist, nennt man „Sonnenabschnitt“. Wenden wir wieder den Analogieschlüssel an, können wir zum wiederholtem Male seine Genauigkeit feststellen. Der siebte Bodhisattva begann mit dem Erleben des Gewissens in seiner Empfindungsseele, die er dann zu einer Verstandesseele erhöhen und sie in der Bewusstseinsseele erleben musste. Nachdem er im Laufe von 5000 Jahren seinen ganzen Sonnenabschnitt durchlebt haben wird, wird er sich in der sechsten Kulturepoche zum Geistselbst erheben und zum ersten Bodhisattva werden, der seinen Astralleib vollständig in einen „Engel“ mit der Christus-Kraft des Ichs in seinem Ich transformiert haben wird. Später werden wir versuchen darzulegen, wie er diese Aufgabe bisher meistert. Aber hier entsteht die logische Frage, ob in den drei Erdenjahren Christi der Bodhisattva auf dem Erdenplan dem Makrokosmischen Christus-Ich direkt begegnet ist und was aus dieser Begegnung erfolgt sein könnte?

Im Neuen Testament werden drei Auferweckungen durch den Erlöser erwähnt. Die Geisteswissenschaft sagt, dass der Junge zu Nain im dritten Jh.n.Chr. als Mani wirkte und den Manichäismus begründete. Lazarus dagegen war das einzige Menschenwesen, das durch Christus persönlich eingeweiht worden war. Deshalb konnte er Christus bis zum Golgatha-Kreuz folgen, um vom gekreuzigten Wort das Sophien-Verständnis der Ereignisse zu empfangen und das größte Buch aller Zeiten zu schreiben – das Johannes-Evangelium. Er wurde auch des Privilegs gewürdigt, auf die Vergangenheit und Zukunft der Menschheit in seiner Offenbarung zu blicken. Im 13. Jh. wurde er in Arbanassi zur Hauptfigur jenes Mysteriums, aus dem im 15. Jh. das Rosenkreuzertum geboren wurde.

Über die nächsten Inkarnationen der Tochter des Jaïrus sagt Steiner allerdings nichts. Wenn die Iche der anderen drei Auferweckten eine solche grundlegende Entwicklung erlebt haben, müssen wir uns fragen, welches Ich hinter dem Mädchen steckt, das mit dem Hierophantenaufruf des Logos in der alten bulgarischen Sprache ins Leben zurückgerufen wurde? Dieses Mädchen war der siebte Bodhisattva! Die Seele und das Ich des Mädchens waren die Seele und das Ich des Bodhisattva, der von der Mutter geboren wurde, die zusammen mit seinem Vater und den drei erhabensten Schülern unter den zwölf Jüngern dem sakralen Geheimnis beiwohnte.

In der Vorlesung „Die Große Schlacht auf Erden“ haben wir den Sinn der rettenden Christus-Tat sehr eingehend dargelegt. Durch diese Tat wurden die Kräfte der Zukunft für die Menschheit geheilt (das weibliche Element) und der Weg zur sechsten Kulturepoche gebahnt, wenn das Geistselbst zu den bereiten Seelen hinuntersteigen wird. Die geeignetste Individualität, in der der Samen dieser Epoche aufkeimen konnte, war der zukünftige Buddha Maitreya. Die zwölfjährige Tochter des Jaïrus besaß schon einen eigenen Ätherleib, aber die Geschlechtsreife war bei ihr noch nicht eingetreten. Außerhalb des physischen Leibes befanden sich alle restlichen Wesensglieder: der Ätherleib, der noch nicht fertige Astralleib zusammen mit der mütterlichen Astralhülle sowie die Seele und das Ich des Bodhisattva. Vom Ätherleib Jesu, der vom Christus-Ich durchdrungen und größtenteils in den Lebensgeist verwandelt worden war, flossen zum Ätherleib des Mädchens wie zu einem Altar belebende Kräfte. Das Mädchen wurde physisch zum Leben auferweckt. Gleichzeitig erfasste mit dem Aufruf „Talitha kumi“ das Ich des verkörperten Logos den Keim der Verstandesseele im Ätherleib und prägte sich dort als Gewissen ein. Wie die anderen zwei Auferweckungen wurden hier die Auferweckung und die Einprägung verwirklicht, während der Neophyt ein halbschclafendes Bewusstsein hatte, aber die Wirkung, die der Träger des Budhi-Prinzips auf den Ätherleib und die seelisch-geistige Natur des Bodhisattva ausgeübt hatte, mussten künftig bei den nächsten Inkarnationen zur Geltung kommen, diesmal jedoch bei wachem Bewusstsein. Ohne die ätherische „Speisung“ durch Christus wäre die zukünftige beschleunigte Evolution des Bodhisattva als auch das physische Standhalten der ihn später erwartenden höllischen Angriffe nicht möglich gewesen.

Es sticht ins Auge, dass die Persönlichkeiten, die in den drei Jahren direkt oder indirekt einen Kontakt mit dem Erlöser hatten, stark von den Persönlichkeiten in den uns bekannten christlichen Strömungen abweichen. Erst zum Ende seines Lebens erfuhr Steiner vom Archai Michael die Geheimnisse der platonischen und aristotelischen Strömungen der Seelen, der Schule in Chartres und der Sonnenschule Michaels usw. Aber einige der Seelen, die das seltene Privileg genossen hatten, den Logos während der Zeitenwende zu berühren, scheinen eine eigene Strömung zu bilden, die sehr eng mit der alten Gnosis, dem Gralsmsterium und natürlich mit den Bodhisattvas verbunden ist (in der Vorlesung vom 25.04.2016 wird eingehend auf diese dritte Strömung eingegangen, Anm. des Übersetzers). Es wurde bereits erwähnt, dass das im Jahre 5505 v.Chr. während des Großen Weltneujahres Erlebte in der dritten Kulturepoche bei der Entstehung der wahren esoterischen Gnosis widerspiegelt wurde, die nur in den tief verborgenen „Gnosis-Mysterien“ kultiviert worden war. Diese Mysterien lebten noch bis zum Anfang der Christlichen Zeitrechnung, ja sogar bis zum europäischen Mittelalter, allerdings in einer modifizierten Form, die Steiner „die Göttlichen Mysterien“ nannte und die einen exoterischen Charakter besaß. Doch in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung wurden zahlreiche Schriften der exoterischen Gnosis vernichtet.

Die Vertreter der esoterischen Gnosis in der Zeitenwende besaßen zwei vollkommen entwickelte Seelen – eine Empfindungs- und eine Verstandesseele. Durch die zweite waren sie unmittelbar mit ihrer historischen Zeit verbunden und durch die erste konnten sie nach der „Aktivierung“ ihrer Kräfte in die tiefen kosmischen Wechselbeziehungen der Verwirklichung des Golgatha-Mysteriums eindringen. Diese Fähigkeit nennt man heute „asoziatives“ Denken. Orpheus (und Dionysos) haben mit der Musik das abstrakte logische Denken in die Empfindungsseele hineingelegt, das in der Bewusstseinsseele erlebt wird. Aber nur die Vertreter der wahren Gnosis aus jener Zeit beherrschen neben dem abstrakten auch das assoziative Denken, das die Bewusstseinsseele nach und nach in eine imaginative Seele verwandelt, die das Geistselbst in sich aufnehmen kann. Bei solchen Persönlichkeiten spielt die Musik mit Sicherheit eine große Rolle in ihrem Leben, die sofort die besten Kräfte in ihrer Empfindungsseele erweckt und zur Transformierung der auf den ersten Blick kühlen Bewusstseinsseele in eine hellsehende Seele beiträgt.

Ein herausragender Vertreter der Gnosis aus der Zeitenwende ist Dionysius Areopagita.  In seinen jungen Jahren hat er lange in Ägypten gelebt, wo er sich auch während des Kreuztodes aufhielt. Wie das Evangelium sagt, erfasste ein starkes Erdbeben die ganze Erde, nachdem der Erlöser sein Leben ausgehaucht hatte. Dionysius soll vor Entsetzen erschaudert sein und gesagt haben: „Entweder leidet Gott der Urheber der Natur oder es geht die Welt zugrunde!“. Hier haben wir die aktivierte Empfindungsseele, die die kosmische Verbindung zwischen der äußeren Finsternis und dem auf dem Golgatha-Hügel Geschehenden erfasst!

Als späteres Mitglied des Obersten Rates in Athen, dem Areopag, hörte Dionysius vom Apostel Paulus die frohe Botschaft, seine Empfindungssseele wurde aktiviert, aber mit seiner Verstandesseele wollte er Beweise haben.  Beim Verlassen Athens machte Paulus das Kreuzzeichen über einen Blinden, der sehend wurde und von Paulus beauftragt zu Dionysius ging, der gemeinsam mit seiner ganzen Familie die Taufe erhilet. Paulus ernannte ihn zum Bischof Athens und zum Leiter der ersten esoterischen christlichen Schule auf Erden. Neben den anderen Jüngern wohnte er dem Tod der Jungfrau Sophia im Garten Getsemane bei. Er wurde ermordet. Einige Jahrhunderte später schrieb ein Nachfolger von ihm mit demselben Namen die Schrift „Über die himmlische Hierarchie“, deren Inhalt von Areopagita kommt, und später von Schüler zu Schüler in seiner Schule weitergegereicht wurde.

Wir haben uns eingehend mit dieser Individualität befasst, weil sie in ihren nächsten Inkarnationen eine große Rolle in der geistigen Entwicklung Europas und der der ganzen Welt spielte, die mit dem Hauptgeheimnis des Christentums,  dem Golgatha-Mysterium zusammenhängt, das als Weltbilder im Heiligen Kelch enthalten ist. Joseph von Arimathäa gehörte auch zu den Gnosis-Eingeweihten, drang in die tiefen kosmischen Wechselbeziehungen des Golgatha-Mysteriums ein und wurde nach dem Willen Christi zum ersten Gralshüter. Der Heilige Kelch musste physisch in den Westen gebracht werden, wo die Ritter des Königs Artus sich betätigten. Sein Weg ging zunächst durch das Land, das die Bulgaren seit Jahrtausenden bewohnt hatten. Die Bulgaren sind die alteingesessene Bevölkerung der Balkanhalbinsel, die von den nach dem achten Jh.v.Chr. hergekommenen Griechen mit dem beleidigenden Spottnamen „Thraker“ genannt wurden, was „Barbaren“ bedeutet. Die Griechen waren eine aus Ägypten stammende Bevölkerung mit dunkler Haut und lockigen Haaren. Durch Piratenzüge und räuberische Einfälle nahmen sie zuerst die südlichsten Teile der Halbinsel Peloponnes ein, dann weitere Gebiete. Alte Autoren beschreiben sie als Nichtsnutze, die sich mit List, Intrigen und Hinterhältigkeit auf der Balkanhalbinsel niederließen. Im Unterschied zu ihnen waren die Bulgaren tapfere und fähige Kämpfer mit einer hohen geistigen und materiellen Kultur. Sie schufen die kretisch-mykenische Kultur (die in der Zeitenwende durch die drei Könige vertreten war) wegen des zukünftigen Christus-Verständnisses. Sie hatten einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der hebräischen Strömung (vertreten durch die Hirte zur Zeitenwende), die mit dem inneren moralischen Erleben des Willens verbunden ist. Die Bulgaren schufen Troja und nach seinem Vernichtung begab sich der Bulgare Aineias zu der Apenninischen Halbinsel, um die Grundlage des Weltimperiums Rom zu schaffen. Im Grunde der glänzenden altgriechischen Kultur steht die Geistigkeit der Bulgaren. Die Namen der Balkanhalbinsel und des Kontinenten Europa kommen ebenfalls von den Bulgaren. Über dieses Volk ging Joseph von Arimathäa mit dem Gral, den die Bulgaren als erste berührten. Danach kamen Apostel Andreas „der Erstberufene“ und Apostel Paulus, um die Bulgaren zu den ersten Christen Europas zu machen, wobei ihr Christentum einen esoterischen Charakter hatte und anders als das spätere Christentum von Konstantinopel war, das heute „Orthodoxie“ genannt wird.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s