Die Bodhisattvas – 3. Teil

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Aber diese Ereignisse werden später behandelt, nun wollen wir zum Gral zurückkehren, der am Anfang der christlichen Zeitrechnung unter den Eingeweihten Impulse der Erkenntnis hervorrief. Je mehr aber die wahre esoterische Gnosis erlosch, desto geringer wurde die Zahl der Menschen, die ihre Empfindungsseele anregen und die kosmischen Wechselbeziehungen des Golgatha-Mysteriums erleben konnten.  Deshalb wurde der Gral von der Erde von gewissen geistigen Mächten zur Aufbewahrung mitgenommen, um ihn später wieder den Menschen zu übergeben, und zwar als Impulse der Gefühle, des geistigen Erlebnis, damit im Menschentum der Übergang von der Verstandes- zur Bewusstseinsseele vorbereitet werden kann. Aber vorher entstand der Manichäismus.

Von den bis zum heutigen Tag überlieferten mittelalterlichen Schriften, die die Feinde Manes’ verfasst haben, erfahren wir folgende Sage. In Alexandria des zweiten Jh. lebte ein Sarazene, der Skythianos hieß und Aristoteles nachahmend vier Bücher schrieb. Nach seinem Tod erbte sein Schüler Therebinthus (Terabinth) seine Bücher und sein Geld. Der Name Therbinthus bedeutet „heilige Eiche“, so wie die Eiche gegenüber dem Zelt Abrahams heißt, vor der er den drei Erzengeln begegnet. Therebinthus ging nach Judäa, aber da er dort unerwünscht war, zog er weiter nach Persien. Von dort wurde er auch vertrieben, aber diesmal von den Mithra-Nachfolgern, der eigentlich ein bulgarischer Gott war. Er fand Unterschlupf bei einer Witwe. Gegen Anfang des dritten Jh. n.Chr. stellte er sich auf das Hausdach, wandte sich in einer zeremoniellen Art, seinen Stock aus Feigenbaum haltend, an die Naturgeister der Luft, fiel hinunter und starb. Das Geld und die Bücher blieben bei der Witwe. Mit dem Geld kaufte sie einen siebenjährigen Jungen mit dem Namen Kubrik (Kobrik), der im Mesopotamien am oberen Lauf des Flusses Kuta in der Stadt Mardin geboren wurde. Sie hat ihn adoptiert und ihm eine persische Ausbildung angedeihen lassen. Der Junge wuchs im Kreise von Philosophen auf. Nach dem Tod der Witwe erbte er ihre Bücher und das Geld, änderte seinen Sklavennamen in Mani (Manes), was auf persisch „Unterhaltung“ oder „Sprache“  bedeutet, nannte sich aber selbst Paraklet (Heiligen Geist).

Der Sohn des persischen Königs wurde krank und niemand konnte ihn heilen. Mani sagte, dass er es schaffen würde, aber der Sohn starb und Mani kam in den Kerker. Ihm gelang es, nach Mesopotamien zu fliehen und der Kerkermeister wurden zur Mahnung ermordet. In Mesopotamien stritt Mani mit dem Bischof Archelaos in der Gegenwart von Philosophen, die als Richter den Streitgesprächen beiwohnten. Er floh von dort und versteckte sich in einem armen Ort. Archelaos suchte ihn, Mani sprang aus seinem Versteck, wurde aber von der Wache des persischen Königs aufgegriffen. Im Jahre 275 wurde er bei lebendem Leib gehäutet, sein Körper den Raubtieren zum Fraß hingeworfen und seine Haut vor dem Tor der Stadt Gondischapur aufgehängt, wo ein paar Jahrhunderte später jene furchtbare Akademie entstand. Das ist der Anfang des Manichäismus.

In seinem Brief an den bulgarischen Zaren Peter schrieb der Patriarch von Konstantinopel Theophylaktos, dass der Ägypter Skythianos sich selbst „Vater“ nenne, sein Schüler Therebinthus sich als „Buddha“, d.h. Gottessohn selbst bestimme und Kubrik sich für Manes (Heiligen Geist) erkläre.

In dieser Geschichte ziehen einige Umstände unsere Aufmerksamkeit auf sich. Zuerst die Tatsache, dass im Grunde des Manichäismus der geheimnisvolle Skythianos steht, der ein Sarazene ist. Sarazene bedeutet jemand, der nicht von Sarah (der Frau Abrahams) stammt und folglich kein Jude ist. Er kann sowohl arabischer als auch jeder anderen Herkunft sein. Skythianos nennt sich selbst „Vater“, was nur bei einem Eingeweihten gerechtfertigt ist, der das Mysterium des physischen Leibes kennt. Steiner bestätigte, dass Skythianos dieses Mysterium sehr gut kennt. In diesem Sinne kann er „Dhyani-Buddha“ genannt werden, obwohl er nicht zu den zwölf Bodhisattvas gehört. Diese Frage werden wir später aus einem anderen Gesichtspunkt betrachten. Therebinthus und Manes gehören auch nicht zu den Bodhisattvas, aber sie bestimmen sich selbst jeweils als „Buddha“ und „Geistselbst“ (Bodhisattva). Nach der Inkarnierung in die Tochter des Jaïrus begann der Bodhisattva bei seinen nächsten Hinabkünften auf die Erde nach dem Beispiel von Christus, alle hundert Jahre in ein menschliches Gefäß zwischen dessen 30. und 33. Lebensjahr inkorporiert. So wie der Erlöser für drei Jahre von den Leibern Jesu „Besitz ergriff“, drang auch der Bodhisattva in die Leiber des Gefäßes ein, wobei der Eindringungs- und Transformierungsgrad unterschiedlich waren und von der menschlichen Entwicklung abhingen. Man kann nicht behaupten, dass in Kubrik der siebte Bodhisattva inkorporiert und sich „Manes“ genannt hat, aber es versteht sich von selbst, dass Mani von ihm Inspirationen zur Gründung des Manichäismus bekommen hat. Mani starb einen furchtbaren Tod, aber dadurch versiegelte er den Anfang des großen Manichäischen Impulses, so wie Christus, der um seinen Impuls auszustrahlen, auch einen furchtbaren Tod gestorben ist. Therebinthus nannte sich „Buddha“, weil er das Geheimnis des Ätherleibes gekannt hatte, mit den Naturgeistern kommunizierte und wahrscheinlich von Gautama Buddha inspiriert wurde. Der „Feigenbaum“ verbindet beide ganz klar.

Und so ging der Manichäismus seinen Gang inmitten der Menschheit als eine spezifische Transformierung der vorchristlichen althebräischen Strömung, aber statt den nach innen zugewandten und durch ein Gefühl durchdrungenen tatenlosen Willen der alten Juden, richtete sie das Denken zum Zentrum des Willens, um in Freiheit Taten aus Liebe zu vollbringen und dem Bösen entgegenzuwirken. Die alten Juden lebten nach dem Gesetz der Notwendigkeit. Unter ihnen konnte die Liebe einzig über die Blutsverwandtschaft zum Vorschein kommen, während der Manichäismus unter freien Menschen aufkam, die um den Gral vereint waren, der das Opferblut des Gottes aufbewahrte.

Es wurde schon darauf hingewiesen, dass der Gral in den Himmel geholt wurde, um ein paar Jahrhunderte später in einer gewandelter Form hinuntergereicht zu werden. Aber davor hatte im vierten Jh. jenes geistige Konzil an der östlichen Schwarzmeerküste stattgefunden, das auf grandiose Weise der zukünftigen christlichen Entwicklung Europas die Marksteine legte. Durch das in seinem vorherigen Leben Erreichte und das von Christus in ihn während der Zeitenwende Hineingelegte konnte der inkarnierte Manes persönlich das Treffen organisieren, indem er die großen Lehrer Zarathustra, Skythianos und Gautama Buddha aufrief, wobei Letzterer geistig anwesend war. Steiner sagt, dass dort der Plan erörtert wurde, wie die Weisheit der Bodhisattvas aus der Sphäre der Vorsehung durch die Menschen empfangen werden konnte. Es mussten sich nicht die Bodhisattvas den Menschen enthüllen, sondern die Menschen mussten sich zu den Bodhisattvas erheben durch eine neue Einweihungsart, die der Epoche der Bewusstseinsseele adäquat war und als geistige Quelle das Golgatha-Mysterium hatte. Der Mensch hatte die Aufgabe, sich von dem „Quadrat“ (physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich) bis zur geistigen Zwölffachheit zu erheben, von der der dreifache Geist hinuntersteigt. Es dürfte keine Zweifel geben, dass hinter diesem Konzil der Bodhisattva steckt. Wir sind aber der Meinung, dass dort auch viele andere Fragen erörtert wurden, u.a. die Entstehung des „christlichen Volkes“ und des sog. „Slawentums“, das zum Träger der zukünftigen sechsten Kulturepoche werden sollten. Wieder von Steiner wissen wir, dass im Altertum Skythianos eine Einweihungsstätte unter den „Skythen“ gegründet hat, wobei er auf das innere Wesen ihrer Seelen so eingewirkt hat, dass sie auf eine völlig andere Durchdringung durch die vom Golgatha-Mysterium herausströmenden Kräfte vorbereitet wurden. Als Sergej Prokofieff sein Buch „Die geistigen Quellen Osteuropas und die künftigen Mysterien des Heiligen Gral“ schrieb beim Versuch, die geistigen Hintergründe der russischen Geschichte zu begreifen, stützte er sich nicht nur auf die Geisteswissenschaft, sondern auch auf die äußere Geschichtsschreibung, die uns berichtet, dass der Skythenstaat auf dem Gebiet Südrusslands nur vom siebten Jh.v.Chr. bis zum dritten Jh.n.Chr. existierte und von den „Goten“ drei Jahrhunderte vor der Ankunft der „slawischen Stämme“ in Europa vollständig zerstört wurde. Prokofieff stellt sich richtigerweise die Frage, wie das von Skythianos in die Seele der Skythen bis zum dritten Jh.n.Chr. Hineingelegte auf die Seele des „Christus-Volkes“ übergehen konnte, das auf demselben Gebiet, jedoch ab dem neunten-zehnten Jh.n.Chr. entstand. Dieses neue Volk soll nach den Historikern im fünften Jh. nach Europa etwa aus der Region Altais, des Sajangebirges und dem Baikalsee bzw. aus irgendeiner Region des Fernen Ostens eingewandert sein. Für Prokofieff existieren zwei mögliche Antworten. Die erste lautet, dass die Slawen, wenn diese in das Land der schon lange Zeit vorher „verschwundenen“ Skythen kommen, auf ein Gebiet gelangen, in dessen geistiger Atmosphäre immer noch die Folgen der Tätigkeit Skythianos’ spürbar sind. Die zweite Antwort hat eine materiellere Ausrichtung und lautet, dass wenn die Archäologen heute noch Beweise für die „skythische“ Kultur sogar im alten China finden, so könnten die zukünftigen Ostslawen außenhistorisch mit den Skythenstämmen und ihrem Hauptführer Skythianos in den weiten Gebieten hinter dem Ural in Asien in Kontakt gekommen sein.
Und die germanischen Stämme sollen aus den gleichen fernöstlichen Gebieten Asiens nach Europa zwischen dem zweiten Jh.v.Chr. und dem zweiten Jh.n.Chr. eingewandert sein. Indem Prokofieff Steiner zitiert, behauptet er, dass gerade „die alten Germanen“ und „die alten Slawen“ die beiden Migrationsströmungen seien, die die ganze weitere Bevölkerung formiert haben. In diesem Bild scheint es keinen Platz für die Bulgaren zu geben. Im Unterschied dazu wird hier behauptet, dass diese das ursprünglich vom Gott auserwählte Volk sind, das die ganze Ich-Evolution der Erdenmenschheit antreibt. Wenn das stimmt, haben die Bulgaren aktiv an der Formierung der germanischen, slawischen und jeder anderen bedeutenden Völkerschaften oder einzelner Völker in der Menschengeschichte gewirkt. Das Ziel dieser Untersuchung ist nicht, die zahlreichen rein äußerlich-historischen Tatsachen darzulegen, die diese grundlegende Behauptung beweisen, sondern die große geistige Vorsehung zu berühren, die hinter dem physisch Sichtbaren steht. Wenn die Historiker über die „große Völkerwanderung“ sprechen, die an der Grenze zwischen Altertum und Mittelalter stattfand, klingt ihre Datierung zwischen der zweiten Hälfte des zweiten Jh.n.Chr. und der zweiten Hälfte des siebten Jh.n.Chr äußerst seltsam. Das ist nämlich die Periode zwischen der Entstehung des Alten Großbulgariens im Norden und Nordosten des Schwarzen Meeres bis zum Ural im zweiten Jh. und seinem Zerfall und der Gründung des Donaubulgariens durch Asparuch im Jahre 681.
„Die große Völkerwanderung“ bedeutet nicht das Eindringen irgendwelcher Barbaren aus dem fernen Asien nach Europa, sondern die Bildung von Koalitionen verschiedener Völker und Stämme zur Vernichtung des Römischen Reichs und zukünftigen christlichen Entwicklung Europas, wobei die Führer dieser Koalitionen immer die Bulgaren waren, die in der Antike durch Aineias (Äneas) die Grundlage Roms gelegt hatten und nun dieses Reich vernichteten. Die Bulgaren Attila und Odoaker beendeten im fünften Jh.n.Chr. die Existenz des Weströmischen Reichs und der bulgarische Kaiser Konstantin der Große schuf als rettenden Ausweg im vierten Jh.n.Chr. das Oströmische Reich, erklärte das Christentum zur Hauptreligion und lud den großen christlichen Eingeweihten – den Bulgaren Urfil ein, in die Gebiete südlich der Donau zurückzukehren, zusammen mit den zehntausenden Bulgaren, die im vierten Jh.v.Chr. von Alexander von Mazedonien nördlich der Donau vertrieben wurden. Von Konstantin bis Justin dem II folgten 15 Kaiser, von denen mindestens zwölf bulgarischer Abstammung waren. Sie schufen die Größe des sog. „Byzantinischen“ Reichs, das bis zu seinen letzten Tagen im 15. Jh. nie diesen Namen getragen hat.
An diesem Prozess nahmen keine Slawen oder Germanen teil, die aus Asien gekommen waren, denn in Asien hat es nie solche gegeben. Die germanische Völkerschaft entstand aus den Kelten, die vom vierten Jh.v.Chr. bis zum vierten Jh.n.Chr. bestanden, als ihr Erzengel die Führung über alle esoterische Strömungen in Europa und der Welt übernahm. Die Kelten selbst waren das Endergebnis der kolonisatorischen Zivilisationszüge der Bulgaren von der Balkanhalbinsel und aus Kleinasien in westliche Richtung zwecks Vorbereitung der dortigen wilden Bevölkerung auf seine zukünftige christliche Entwicklung. Der erste Zug fand am Anfang der dritten Kulturepoche statt, die zweite Welle war nach der Zerstörung Trojas und die dritte – nach dem Beginn der erwähnten Pirateneingriffe der Hellenen auf die südlichen Teile der Balkanhalbinsel. Als das Keltentum formiert wurde, empfingen ihre Führer – die Druiden – die Spiritualität der Bulgaren in der Person des getischen Eingeweihten Zalmoxis. Und als nach dem vierten Jh. die Kelten völlig verschwanden, tauchten auf einmal die sog. „Goten“ auf, die nach den heutigen Historikern Germanen sind. Das Volk „Goten“ hat nie existiert und hat nie den Staat der Skythen (Bulgaren) im nördlichen Schwarzmeergebiet zerstört. Deshalb finden die deutschen Archäologen trotz der zahlreichen Expeditionen in diese Region bis heute kein Artefakt, das eine germanische Anwesenheit hier belegen könnte. Sie werden auch keine finden, denn unter „Goten“ verstehen alle Autoren des Altertums die bulgarischen Geten. Den Austausch der Namen machte höchstwahrscheinlich der römische Kaiser Caracalla am Anfang des dritten Jh. Er hatte die Gewohnheit, sich selbst Beinamen wie „Germanicus“, „Arabicus“, „Particus“ usw. zu geben Ein Vertrauter warf scherzhaft ein, er solle seinem Namen auch „Geticus maximus“ hinzufügen. Das wurde von Caracalla als eine Anspielung auf seinen Bruder Geta aufgefasst, der von Caracalla ermordet worden war. Nach Getas Ermordung wurde jeder, der seinen Namen auch nur geflüstert hatte, zum Tode verurteilt. Der Witzbold wurde ebenfalls ermordet. Von da an wurden die Geten auch Goten genannt. Es ist wahr, dass die alten germanischen Stämme an der Zerschlagung des Weströmischen Reichs teilgenommen haben, aber die führende Kraft dabei waren die Bulgaren.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte niemand von Slawen gesprochen. Aber die Teilnehmer des geistigen Konzils sprachen über Slawen. Seit dem neunten-zehnten Jh. sollte im Gebiet des Alten Großbulgarischen Reichs, wo Skythianos unter den bulgarischen „Skythen“ wirkte, das „Christus-Volk“ formiert werden, d.h. „das Volk des Wortes“ und damit die Gemeinschaft der „Slowenen“ (slovo bedeutet „Wort“, Anm. des Übersetzers), die in ihrer Seele den Gralsgeist tragen musste. Aber vorher wurde der Heilige Kelch vom Westen nach Osten verlegt.
Im achten Jh.n.Chr. entstand in Westeuropa die reale okkult-historische Gralsströmung, in der eine Persönlichkeit zum Hüter des Heiligen Kelchs wurde. Der Erste war Titurel, der von den Engeln den Kelch entgegennahm. Bei ihm spielte sich das Gralsmysterium hauptsächlich in seiner Empfindungsseele ab, wo die Beziehung zur geistigen Welt am reinsten und stabilsten ist. Bei Amfortas erhob sich das Erlebte zu einer chaotischen Verstandesseele und er wurde durch „Klingsors Lanze“ erstochen, was auch seinen Vater (oder Großvater) Titurel betraf. Jemand musste Amfortas (die Verstandesseele) heilen und die ursprünglichen Kräfte der Empfindungsseele (Titurel) retten, die immer noch mit der geistigen Welt verbunden waren. Das machte der letzte Gralshüter Parzival. Er entwickelte seine Bewusstseinsseele, heilte Amfortas und machten den Weg frei für die Kräfte der Empfindungsseele, damit sie sich zu einer Bewusstseinsseele erheben konnten. So erhielt der Mensch die Möglichkeit einer neuen, völlig bewussten Einstellung zu den höheren Welten. Parzival hat tatsächlich gelebt und gewirkt auf Erden im neunten, ja sogar im zehnten Jh. Er ist der wieder inkarnierte Manes.
Das höhere Ziel der Gralsmysterien ist der Übergang von der Bewusstseinsseele zum Geistselbst durch das Hineintragen der Gralssubstanz in die Menschenseele und darauf basierend der Entstehung einer neuen sozialen Gemeinschaft, die von dem einheitlichen, vom Christus herausgehenden Heiligen Geist vereint und durchdrungen ist. Dieses Ideal wird erst in der sechsten Kulturepoche zur Wirklichkeit werden, was vom zurückgelegten Weg in die richtige Richtung abhängt.
Nach Parzival kam der Heilige Kelch ins Reich des „Presbyters Johannes“. In sein geheimnisvolles Reich, das sich die Menschen im Mittelalter als außerhalb der den Kreuzzüglern zugänglichen Gebiete liegend vorstellten, wurde der Gral hinübergetragen, und zwar „vorübergehend und als er in Europa wieder unsichtbar geworden war“. So wie das Geistselbst nicht auf Erden gefunden werden kann, so ist auch dieses Reich kein irdisches, obwohl es scheinbar im geographischen Osten liegt. Von nun an standen die Seelen der Eingeweihten vor der Aufgabe, zu Trägern der Gralssubstanz in ihrer Bewusstseinsseele zu werden und sich dem Geistselbst zu öffnen, der zu ihr hinuntersteigt. Diejenigen, die den Übergang von Parzival zum „Presbyter Johannes“ schlossen, waren die Bulgaren. Wie wurde das zustande gebracht?
Wir wissen von der Anthroposophie, dass dem Artus-Christentum, das sich in Richtung Westen – Osten entwickelte, nach dem Golgatha-Mysterium vom Osten nach Westen das Christentum des Gral entgegenkam. Die erste Strömung suchte den Lebensgeist des Christus im Umkreis der Erde durch die Kontemplation der Elementargeister der Natur und die zweite trug das Christus-Ich als einen Impuls, der durch Herz und Blut der Christen ging. In der ersten Strömung widerspiegelte sich die Kosmische Christus-Sonne und deshalb ist der König Artus von zwölf Rittern umgeben, was der Sphäre der Vorsehung und der Bodhisattvas-Loge nachempfunden ist. Aber Christus war Mensch geworden, indem er sich über Jesus mit dem Blut (das Judentum) und die „Sieben“ verband. Nachdem die Kraft der Ritter, sich mit dem Lebensgeist Christi zu verbinden, schwächer wurde, ging die Artusströmung unter und im achten Jh. kam die Strömung der Gralshüter auf, die durch das Blut verbunden waren. Die Artusritter sahen und hüteten physisch den Heiligen Kelch und nachdem dieser durch die Engel genommen worden war und Titurel ihn wiederbekommen hatte, erfolgte das Sehen und Hüten des Grals auf übersinnliche Weise. Während die Artus-Burg Tintagel im heutigen Westengland physisch existiert hat, war die Burg Monsalvat in „Spanien“ unsichtbar für die physischen Augen, weshalb auch die Gralsströmung selbst völlig verborgen von der Außenwelt bestand.
Die entgegenkommende Strömung von Osten nach Westen trug die Christus-Sonne im Blut als Bruder der ganzen Menschheit, ohne Beziehung zur Blutsverwandtschaft, deshalb entstanden auch die ersten christlichen Brüdergemeinschaften in Europa nicht im Westen, sondern unter den Bulgaren in Kleinasien und auf der Balkanhalbinsel. Das Gralsmysterium wirkte tief in der Empfindungsseele unserer Vorfahren und trieb sie zur Bruderschaft an, aber diese Gemeinden entstanden in der Epoche der Verstandesseele und der fortschreitende Prozess wurde logischerweise durch viele Irrungen begleitet. Eine neue Brüderschaftsart war fällig.
Im Jahre 869 trafen sich beide Strömungen in Mitteleuropa, und zwar vor allem in der geistigen Welt. Der erste Mensch, in dessen Seele diese Begegnung in ihrer Tiefe stattfand, war Parzival. Er vollzog den besagten Übergang von der Verstandes- zur Bewusstseinsseele, wo man sich des Gralsmysteriums bewusst werden kann. Die Kosmische Intelligenz, die das Werkzeug dieser Bewusstwerdung ist, war ebenfalls schon auf die Erde hinuntergestiegen und erleuchtete den Verstand der höchstentwickelten Menschen. Es kam die Zeit des Boris I. und seiner Epoche machenden Taten. Im Jahre 840 übernahm der Erzengel Raphael sowohl die Führung der Menschheit als „Zeitgeist“ als auch die Aufgabe des „Gruppen-Ichs“ des bulgarischen Volks. Von den vier Erzengeln Michael, Gabriel, Raphael und Uriel, die eine Art Weltkreuz in der geistigen Welt bilden durch die vier Feste – Michaelistag, Christi Geburt, Ostern und Johannestag, ist Raphael für das Hauptfest – Ostern „verantwortlich“, von dem das Gruppen-Ich des Menschentums geboren wurde und das Gralsmysterium entstand. Die Bulgaren sind von Anfang an für die Ich-Entwicklung zuständig, wobei diese Aufgabe in Abhängigkeit von den Wandlungen in der geistigen Welt und dem menschlichen Gemütsleben erfüllt wurde. Acht Jahrhunderte lang existierten das Christentum und das Heidentum nebeneinander im bulgarischen Volk unter der Führung des vorherigen Erzengels. Boris I. hatte die Aufgabe, das Christentum zum offiziellen Glauben in diesem Volk mit heidnischen Wurzeln und Traditionen zu erklären, die seit Jahrtausenden bestanden hatten und in alle Richtungen hinausgetragen worden waren.  Wenn wir  unter den Indianern auf dem amerikanischen Kontinent Stämme mit den Namen Päonen und Kikonen finden, die von Thomas Mayne Reid erwähnt wurden, sollen wir uns nicht wundern, dass dieselben Namen unter den thrakischen Stämmen vorkommen.

Es ist eine okkulte Tatsache, dass die willensstärksten und kriegerischsten der „aufsässigen“ Bulgaren, die von der geistigen Welt geführt wurden, den langen Weg zurücklegen konnten wegen der Ich-Entwicklung jener Bevölkerung, die dem Aussterben geweiht war. Welchen Mut, welchen starken Willen Boris I. gebraucht haben mag, um sich dem Paganismus mit unerschütterlicher Entschiedenheit entgegenzustellen und eine Wende beim Volk zu bewirken, das etwas erschaffen musste, von dem die Menschenzukunft abhing? Solche Entschiedenheit kann nur von der geistigen Welt kommen. Und sie kam von den sechs Sonnenelohim, die das Makrokosmische Christus-Ich von der Sonne empfangen hatten und es bis zu seiner Inkarnation in Jesus „begleiteten“. Einer von diesen Elohim erschien Boris I. und verkündete ihm den Willen desjenigen, der nach Ostern „die ganze Macht im Himmel und auf Erden erhalten hat“. Wohlgemerkt: Das war kein Engel, Erzengel oder Archai, sondern ein Elohim! Warum? Denn es stand die Formierung des „Volkes des Wortes“ bevor und der „Gemeinschaft des Wortes“, die in der sechsten Kulturepoche in der Lage sein werden, das Geistselbst über die Bewusstseinsseele zu empfangen und das Schicksal der Erdenmenschheit zu bestimmen, indem sie ihr durch sich selbst den Weg zum Überwinden des „Krieges aller gegen alle“ zur Sechsten Wurzelrasse zeigen werden. Ihre Hauptvorbestimmung erfüllend, stellten sich in den Grund dieses grandiosen Plans die Bulgaren durch ihren Vertreter Boris, dem der Elohim den Gottesplan eröffnet hatte.
Skythianos hatte schon lange vorher den „Geist des Grals“ in die Empfindungsseele der nördlich des Schwarzen Meeres lebenden Bulgaren hineingelegt. Seit dem neunten Jh. begann dort die Formierung des „Volks des Christus“. Es stellt sich die Frage, welches Volk das ist. Vom heutigen Standpunkt aus sind das die Völker Russlands (in seinem europäischen Teil), Weißrusslands und der Ukraine. Diese sind nicht nur das „Christus-Volk“, sondern auch Slawen. Und wer sind die Slawen?

Der Begriff „Slawe“ wurde zuerst vom kroatischen Historiker Vinko Pribojević im 14. Jh. gebraucht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte niemand von den Autoren des Altertums sog. Slawen erwähnt. Nach dem Tod Peters I., der merkwürdigerweise „der Große“ genannt wird, schoben die Jesuiten den russischen Herrschern das sog.“Testament“ des Peter I.“ unter, mit dem die katholische Kirche das „Christus-Volk“ von seiner wahren Vorbestimmung ablenken wollte. Katharina II, ebenfalls die „Große“ genannt, weitete das besagte Testament zum verhängnisvollen Panslawismus aus, der bis heute in der russischen Politik Spuren hinterlässt. Bisher gibt es keine endgültige Antwort auf die Frage, woher die Slawen selbst gekommen sind.  Wie bereits oben erwähnt, kamen aus der versinkenden Atlantis Menschenmassen nach Europa, aber sie trafen hier auch auf bereits eingesessene Bevölkerung. Im Laufe von Tausenden Jahren bereiteten sie sich auf die Ankunft Christi. Nach der Zerstörung der von den Bulgaren gebauten Stadt Troja war der Übergang zur vierten Kulturepoche offen und diese entwickelte sich, wie wir wissen, im Westen. Viele Vorfahren der Bulgaren siedelten in die Gebiete über, die bis zur Atlantikküste Europas und den Britischen Inseln reichten, um die spätere Entstehung des Keltentums zu ermöglichen. Andere schufen Rom und andere wiederum besiedelten höchstwahrscheinlich die heutigen „slawischen Gebiete“, jedoch nicht nur das vom „Christus-Volk“ bewohnte Territorium, sondern auch die Gebiete Mitteleuropas. Die hellenische Invasion führte ebenfalls zu Aussiedlungsprozessen in westliche und nordwestliche Richtung. Wie bereits erwähnt, drängte Alexander der Große vor seinem Feldzug in den Osten den Großteil der Geten aus Kleinskythien (dem heutigen Süddobrudscha in Nordostbulgarien) zur anderen Donauseite. Bei all diesen (und vielleicht auch anderen) „Umzügen“, die von Skythianos inspiriert wurden, verbreiteten die Bulgaren das Gen P1H1, setzten ihre Kultur in allen Lebensgebieten durch und wurden zum wichtigsten volksbildenden Faktor für die dortige Bevölkerung. Aus der Vermischung der Bulgaren mit der örtlichen Bevölkerung entstand auch jene Völkergemeinschaft, die heute die „slawische“ genannt wird. Das Hauptfaktor, der sie als eine Gemeinschaft bestimmt, sind nicht so sehr das Gen oder die Kultur, die im Laufe der Zeit unumgänglich Wandlungen unterworfen waren, sondern die Sprache. Das ist die altbulgarische Sprache, die bei der Vermischung mit den einfacheren Sprachen der örtlichen Bevölkerung sich in den heutigen zahlreichen „slawischen“ Sprachen vervielfältigte, indem sie eine unterschiedliche Form einnahm, die abhängig von den Aufgaben der Erzengel der jeweiligen Völker war. Die modernen Sprachen Slowenisch, Tschechisch, Polnisch, Russisch, Serbisch, Kroatisch usw. stellen ein mit der Zeit evoluiertes Bulgarisch dar, das mit den lokalen Dialekten vermischt wurde.

Zur Formierung einer Gemeinschaft ist auch ein gemeinsames Schrifttum notwendig. Der Elohim ordnete Boris I. an, Kyrill und Method aufzunehmen wegen des von ihnen (genauer gesagt von Kyrill) ausgearbeiteten Alphabets. Die Rolle Kyrills war es, das Alphabet zusammenzustellen und die seines Bruders – das Wort Gottes (das Neue Testament) durch das neue Schrifttum zu verbreiten. Zuerst geschah das durch die Glagoliza, und später durch die Kyrilliza. Beide Alphabete wurden auf der Grundlage alter Muster entwickelt, so hat die Kyrilliza viele Gemeinsamkeiten mit Urfils Alphabet, das fünf Jahrhunderte früher für die Bulgaren entwickelt worden war. Urfil hatte das Alte und Neue Testament übersetzt, wobei die vier Kapitel des Alten Testaments über die Könige ausgelassen wurden, denn die zahlreichen Kriege, die dort beschrieben werden, hätten die kriegerischen Bulgaren angeblich schlecht beeinflusst. Es ist wahrscheinlich, dass Kyrill und Method aus Mangel an Zeit nur das Neue Testament übersetzt und für das Alte Urfils Vorbild benutzt haben. Die eckige Glagoliza wurde einige Jahrhunderte lang durch die Kroaten verwendet, die mitteleuropäischen Slawen benutzten das lateinische Alphabet, während die Kyrilliza bis heute von den Bulgaren, dem „Christus-Volk“ und einigen anderen nichtslawischen Völkern benutzt wird. Das enorme geistige Potenzial der Glagoliza-Symbole erwies sich als unpassend für die Menschheit, die dabei war, die Beziehung zum Göttlichen zu verlieren, sie blieb, um in Zukunft zum Gebrauch zu kommen.

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Runde und eckige Glagoliza, Quelle: alexandradelova.blogspot.de

Neben dem Schrifttum  erhielten „das Christus-Volk“ und die „Gemeinschaft des Wortes“  auch eine Religion von den Bulgaren. Damals lag Bulgarien zwischen den beidem großen europäischen Zentren – dem Oströmischen Reich und dem Heiligen Römischen Reich im Westen. Im Jahre 864  nahm Boris I.  und diejenigen Bulgaren, die noch Heiden waren, das Christentum an. Dadurch, dass er zwischen der Orthodoxie und dem Katholizismus lavierte, gelang es ihm, die Autokephalie (Regierung durch ein eigenes Oberhaupt) der bulgarischen Kirche zu erkämpfen, in der ein größtenteils esoterischer Kult aufbewahrt wurde, im Unterschied zu den beiden anderen Kirchen. Dieses esoterische Christentum empfing das zukünftige „Christus-Volk“ durch Bulgarien. Es wirkte in einzelnen Seelen bis hin zu Tolstoi weiter, obwohl Peter I. und Katharina II. ihm einen vernichtenden Schlag versetzten. Interessanterweise bekam im zehnten Jh. „das Christus-Volk“ das Angebot von den Wolgabulgaren, den mystischen Sufi-Islam (Sufismus) anzunehmen, aber das kam nicht zustande, denn es widersprach der Vorsehung Christi. Die ersten Kiewer Metropoliten stammen aus Bulgarien, die erste russische Heilige Olga ist eine Bulgarin, die ersten russischen christlichen Märtyrer sind die Bulgaren Gleb und Roman. Das ganze russische Schrifttum bestand Jahrhunderte lang aus Abschriften bulgarischer Schriften aus dem Mittelalter, die später parallel mit dem an Geschwindigkeit gewinnenden Panslawismus verfälscht wurden. Selbst der Begründer der russischen Staatlichkeit Rjurik ist kein „Normanne“, sondern ein Bulgare aus dem Geschlecht Dulo. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Formierung des „Christus-Volks“ vollkommen unter dem Einfluss der Bulgaren verlief. Was die „Gemeinschaft des Wortes“ in westlicher Richtung betrifft, so widersetzten sich diesem Unterfangen Boris’ der Katholizismus und die lateinische Sprache. Ihnen sollte einige Jahrhunderte später etwas anderes angeboten werden.

Diese Prozesse trafen unumgänglicherweise auf den Widerstand der Paganismus-Anhänger in Bulgarien, die von Boris’ Sohn Wladimir Rassate angeführt wurden. Damals geschah dieses fast übersinnliche Wunder, über das die westliche Welt später jahrelang berichtete. Mit dem absoluten Glauben an die Unterstützung durch die geistige Welt erhob Boris das Schwert des Ichs gegen das Heidentum und die Blutsverwandtschaft, erstach die 52 Boljaren (Adlige) zusammen mit ihren erstgeborenen Nachkommen, blendete Rassate und setzte seinen jüngeren Sohn Simeon auf den Thron, der sein Werk fortsetzen sollte. Mit diesem Aufopferungsakt nahm Boris ein großes persönliches Karma auf sich, aber gleichzeitig versiegelte er  seine bedingungslose Treue dem Willen Christi. Diese Treue beinhaltete noch etwas anderes: nach dem Jahr 864 musste das bulgarische Volk im Laufe von 1000 Jahren den Körper für den Bodhisattva des 20. Jh. erschaffen, der selbst eine große Tat zu vollbringen hatte. Die Aufgabe wurde im Jahre 1864 mit der Geburt Petar Danovs erfüllt, in den 33 Jahre später sich der Bodhisattva inkorporierte. Ein Jahr später erschien ihm derselbe Sonnenelohim, der schon zu Boris I. gesprochen hatte, um ihm die nahende Ankunft Christi im Ätherischen zu verkünden. Die Einschätzung des Elohims des Werk Boris’, die wir im „Aufruf an mein bulgarisches Volk, die Söhne der slawischen Familie“ finden, können wir der Charakterisierung entnehmen, dass Boris der „Vater des slawischen Geschlechts“ genannt wird und dass „im slawischen Haus kein anderer Herrscher geboren wurde, der so fromm und mit reinem Herzen und unerschütterlichen Glauben das gegebene Versprechen angenommen und wie Abraham seinen Sohn nicht verschont, sondern ihn dem lebendigen Gott geopfert hat.“ Der Elohim selbst bestätigte, dass die Bulgaren in der Person Boris’ die Begründer des Slawentums und konkreter des „Christus-Volks“ sind. Dies wurde dadurch ermöglicht, dass Boris den Willen Christi in seine Empfindungsseele aufnahm. Seine großen Taten vollbrachte er durch das Erleben des Ichs in dieser, wo die Kräfte wirken, die uns direkt mit der geistigen Welt verbinden. Trotz der auffallenden Analogie (Abraham ist der physische Stammvater des gotterwählten Volks) und Boris – der geistige Stammvater der gotterwählten Gemeinschaft des Wortes) wissen wir nicht, ob Boris der wieder inkarnierte Abraham ist, aber es steht außer Zweifel, dass er das Gralsmysterium wie Titurel in seiner Empfindungsseele erlebte. Titurel setzte den Anfang der verborgenen Strömung der Gralshüter, während Boris zum Vater jener Menschenströmung wurde, die den Gral in der Seele trägt und auf dem äußeren Plan durch physische Taten zum Ausdruck bringt. Boris I. wurde zum ersten Strahl des bevorstehenden Bogomilentums, das von seinem Enkel begründet wurde. Der Übergang von Parzival zum „Reich des Presbyters Johannes“ nahm seinen Lauf.

Ähnlich wie bei Titurel und Parzival, wo der Weg zwischen ihnen über Amfortas’ Drama führte, geschah es beim Übergang zwischen Boris und seinem Enkel Bojan Maga. Im Westen wurde Amfortas von Klingsors „Lanze“  in die Leisten wegen Wollust getroffen, hier wurde Simeon durch die „Lanze Konstantinopels“ in sein eitles, Macht begehrendes Herz getroffen. Während bei Amfortas die Schwäche der Verstandesseele im Gefühlselement zum Vorschein kam, wurde bei Simeon wegen seiner viel höheren Bildung sein Verstand stärker betroffen. Die nicht rechtmäßige Benutzung der Kosmischen Intelligenz führte zu weit größeren Schäden als bei Amfortas, denn sie wurde auch durch äußere Macht begleitet. Jemand hatte nicht so sehr Simeon den Großen und das von ihm hinerlassene Reich zu retten, sondern die Erfüllung des Plans, den der Elohim Boris verkündet hatte. Als im Westen Parzival Amfortas heilte, rettete er auch die Titurel-Kräfte der Zukunft. Als Bojan Maga die „Wunden“ Simeons zu heilen begann, rettete er auch das Werk seines Großvaters wegen der Menschenzukunft.

Im Jahre 927 starb der Zar Simeon „plotzlich“ an Herzversagen, wohl durch eine in Konstantinopel angefertigte schwarze Magie verursacht. Bojan, der den christlichen Namen Beniamin trug, lernte zu dieser Zeit an der damals berühmten Magnaur-Schule in Konstantinopel, wo er trotz seiner 17 jahre die Lehrer durch außerordentliche Belesenheit und durch sein Charisma in Erstaunen versetzte. Als er die Nachricht vom Tod seines Vaters bekam, kehrte er zur bulgarischen Hauptstadt Weliki Preslaw zurück.

Dort bot ihm sein Bruder Peter den Zarentrhon an, aber Bojan musste eine viel wichtigere Mission erfüllen. Bereits in Konstantinopel hatte er in Kontakt zu zwei mysteriösen „Syrern“, die 928 nach Weliki Preslaw kamen und ihn und fünf weitere Mitstreiter im Kloster „Heilige Paraskeva“ trafen. Dort wurden sie in das Gralsmysterium eingeweiht und  lösten somit den Bogomilenimpuls aus. Die beiden „Syrer“ waren die inkarnierte Jungfrau Sophia (die Gottesmutter) und Johannes der Evangelist. Seit den Worten, die Christus an sie auf dem Golgatha-Hügel richtete, bilden beide eine Einheit. Johannes führte die Prozession an bei der Beerdigung der Jungfrau Sophia im Getsemane. Er schrieb das Sophien-Evangelium, dessen Original nun beide den sechs „Johannes-Christen“ übergaben, wie die Bogomilen ursprünglich hießen. Einer von ihnen hatte vor neun Jahrhunderten der Beisetzung in Getsemane beigewohnt. Das war Bojan, der der wieder inkarnierte Dionysius Areopagita ist. In Weliki Preslaw begriff er von allen am besten, wie groß und umfassend das Beginnende war. Deshalb führte er es an! In diesem Augenblick wurde der Weg vom letzten Gralshüter Parzival (der Bewusstseinsseele) zum Gralsträger Bojan (dem Geistselbst) gebahnt. Die Beziehung zum Reich des „Presbyters Johannes“ wurde endgültig aufgenommen. Von nun an trugen die eingeweihten Bogomilen den Gral in ihren Seelen und bildeten um diesen herum Brüdergemeinden in ganz Europa, in denen der Heilige Geist in erneuerter Form zum Vorschein kam. Im Unterschied zu den christlichen Urgemeinden, die unmittelbar nach dem Pfingstwunder entstanden waren, wirkten diese nun unter den Bedingungen einer zum Menschen hinuntergestiegenen Kosmischen Intelligenz. Diese besaßen sie noch nicht persönlich, so wie dies nach dem 15. Jh. der Fall war, aber sie war in der Lage, das Empfinden des eigenständigen Denkens hervorzurufen, das Christus gewidmet und zum Geistselbst gerichtet war. Das Einmalige der Bogomilen bestand darin, dass sie in sich das intensive gefühlsmäßige Erleben der Gralsgeheimnisse mit dem Versuch ihrer Sinngebung nach Sophias Art zu vereinigen. Als Resultat dieser Synthese entstanden zahlreiche Bücher (die von der orthodoxen und katholischen Kirche verbrannt wurden), das reale Brüderleben, die Gleichstellung der Frau 1000 Jahre vor den heutigen „zivilisierten“ Völkern, die Kenntnis der Reinkarnation, der außerordentliche Mut im Gesicht des Todes und via., was sie zum Nachahmungsbeispiel und Magnet für tausende Seelen aus allen sozialen Schichten machte. Ihre übernationale Heldentat liegt auch daran, dass sie nach dem Christus-Beispiel im Kloster „Heilige Paraskeva“ aus den sechs und den zwei „Syrern“ als Einheit das Urbild jener geistigen Brüder-Siebenzahl bildeten, in der die Blutsverwandtschaft überhaupt keine Rolle mehr spielte. Als Christus von oben herabstieg und übersinnlich in Jesus geboren wurde, wurde die Abhängigkeit von der mit der Zahl sieben zusammenhängenden Blutsverwandtschaft überwunden. Als Christus auf die Erde kam, zeigte er uns die geistige Brüderschaft der Loge der zwölf Bodhisattvas durch die zwölf Jünger, mit denen er sich umgab. Dann konnte er nur in drei Jahren bis zu seinem Golgatha-Tod unter der Einwirkung des zwölffachen Tierkreises und durch die eigene Ich-Kraft den physischen Leib Jesu in einen Geistesmenschen verwandeln und sein Phantom aus dem Grab beleben und in die geistige Welt holen, wo es herstammt (von den Thronen). Seitdem wirkte dieses Phantom in den geistigen Substanzen der Erde durch die Kräfte, die mit dem Geistesmenschen verwandt sind.

Johannes stand unter dem Kreuz und begriff mit einem höheren gnostischen Bewusstsein die Geburt und den Tod von Christus-Jesus. Damals befand sich die Kosmische Intelligenz immer noch in der Sonnensphäre unter Michaels Leitung. In Weliki Preslaw war sie unten und Johannes nahm am geheimnisvollen Akt der Überwindung der blutsverwandtschaftlichen „Siebenzahl“ teil, die sich mit der Gralsmacht (dem Ich-Impuls Christi) zum Geistselbst erhob und zu einer Acht wurde – in eine neue „Oktave“ (denn Johannes und Jungfrau Sophia sind immerhin Einzelindividualitäten). Drei Jahrhunderte später wurde der wieder inkarnierte Johannes auf bulgarischem Boden zur Hauptfigur der geheimnisvollen Überwindung der irdischen Zwölf, als unter der Einwirkung des Grals, der Elohim und der zwölf eingeweihten Bogomilen sein Leib durchsichtig wurde. Er verwandelte sich nicht in seinem Wesen zum Geistesmenschen, so wie der physische Leib Jesu, aber der Übergang zur Überwindung der irdischen Zwölffachheit durch den Menschen (dem Tod des physischen Körpers) und die Verwandlung des Fleisches in Wort hatte schon ihren Lauf begonnen. Die ganze Weisheit der Bodhisattvas, die bisher auf die Erde heruntergestiegen war, durchdrang ihn bis zu seinem physischen Leib und nach ihrer Transformierung durch den Christus-Impuls sprach das Fleisch als Wort (geistige Zwölffachheit). Das Fleisch wird vollständig zum Wort erst in der sechsten Kulturepoche in der Person Maitreya-Buddhas werden, wenn dieser bei vollem Bewusstsein mit der Kraft des Christus-Impulses in seinem Ich diese große Transformation vollbringen wird. In Arbanassi wurde der Anfang im nicht völlig wachem Bewusstsein gesetzt. Im 20 Jh. wurde der Vorgang mit der Heldentat Rudolf Steiners und Beinsa Dounos im Wachbewusstsein und unter anderen Bedingungen fortgesetzt.

Auf diese Weise wurde der Beschluss des Konzils aus dem vierten Jh. zur Überwindung des „Quadrats“ und zum Übergang zu der neuartigen, „zwölffachen“(rosenkreuzerischen) Einweihung etappenweise im zehnten und 13. Jh. unter den bulgarischen Bogomilen realisiert. Im 13. Jh. war der Scholastiker Thomas von Aquin aus dem Orden der Dominikaner der Zeitgenosse des Arbanassi-Mysteriums. Während das Rosenkreuzertum die Folge des geistigen Konzils im vierten Jh. war, so entstand die Scholastik infolge der Entscheidung Aristoteles’ und Alexanders, die sich während der Schlacht von 869 in der geistigen Welt gegen den mohammedanischen Aristotelismus sich zum Ziel setzten, dass auf Erden auch ein christlicher Aristotelismus entstehen musste. D.h. der Aristotelismus und der Alexandrismus mussten zum christlichen Geist durch Michaels Impuls zusammengeführt werden. Aristoteles inkarnierte als Thomas von Aquin und vollzog dies erfolgreich, indem er sich auf die bereits irdisch gewordene, jedoch durch ihn stark vergeistigte Kosmische Intelligenz stützte. Die Scholastiker suchten die Antwort auf die Frage, wie die Offenbarung (der Glaube) und die Erkenntnis (die Wissenschaft) durch das Denken zusammengeführt werden konnten, wie Christus in das Denken in der bevorstehenden fünften Kulturepoche eingehen konnte, wenn nach dem 15. Jh. die Kosmische Intelligenz uns zur vollen Nutzung zur Verfügung gestellt werden musste und wie wir diese Michael in seiner Epoche nach 1879 zurückgeben konnten.

Die Antwort konnte nicht beim Übergang vom vorintellektuellen zur intellektuellen Menschenentwicklung im 13. Jh. kommen, sondern erst an der Schwelle zwischen dem 19. und 20. Jh., als das Zeitalter Michaels begann. Christus erlebte sein zweites Golgatha und Kali-Yuga ging zu Ende. Das machte wieder Thomas von Aquin, der als Rudolf Steiner inkarnierte. Er durfte diesmal frei über das Seelenkarma, die Ich-Reinkarnation, das Gralsmysterium sprechen, während er im 13. Jh. trotz der leidenschaftlich verteidigten Ansicht von der Aufbewahrung des individuellen Prinzips des Ichs beim Menschen nach seinem Tod nicht zur Inkarnationsidee gelang. Wegen karmischer Gründe konnten sich die scholastischen Dominikaner bewusst dem Gralsmysterium nicht nähern, weshalb sie zur Hauptwaffe der katholischen Kirche im Kampf gegen die Gralsträger, die Bogomilen, wurden. Die Dominikaner gehörten weder zum „Christus-Volk“ noch zur „Gemeinschaft des Wortes“ und Thomas von Aquin selbst befand sich während der Zeitenwende in der geistigen Welt, als unten auf Erden auf dem physischen Plan das Gralsmysterium geboren wurde. Dieser Umstand beeinflusst das Karma!

Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die Seelen, die während der drei Jahre Christi auf Erden mit ihm in Berührung kamen, sich von den anderen unterscheiden. Sie besitzen sowohl die idealistische Einstellung der Platoniker, die sie auf die Suche nach brüderlicher Einheit mit den Göttern schickt, sowohl das Denkerische, das sich mit dem Streben zum Individuellen der Aristoteliker vereint. Eine solche Kombination von Eigenschaften verwandelt die Persönlichkeit in den idealen Vollführer des Gotteswillen, der auf Erden durch die Bodhisattvas hinuntersteigt und diese Iche dazu bewegt, nicht die aus der Geschichte bekannten militanten Orden im Rahmen der katholischen Kirche (die in der orthodoxen Kirche nicht existieren) zu gründen, sondern Brüdergemeinden freier Seelen um den Gral als Zentrum. Solche Persönlichkeiten waren die bulgarischen Bogomilen. Sie führten Mittel- und Westeuropa die neue Art und Weise vor, sich mit dem Gral zu verbinden, die sich grundlegend unterschied von der esoterischen Strömung der Hüter im achten und neunten Jh. und von der Ende des 12. Jh. entstandenen exoterischen Strömung, bekannt aus den Romanen Chrétien de Troyes‘, Wolfram von Eschenbachs und Robert de Borons. Im Bogomilentum bestand eine harmonische Synthese zwischen dem Esoterischen und dem Exoterischen, die als einzige den Kirchen Roms und Konstantinopels widerstehen konnte, die das lebendige Christentum immer weiter töteten. Diese Kirchen erkannten die große Gefahr, die ihre Macht bedrohte und schufen jeweils die Inquisition und die Konzilien gegen die bulgarische „Häresie“ um Kreuzzüge gegen sie zu führen. Trotz des höllischen Hasses gegen die Bogomilen und ihrer satanischen Vernichtung gelang es ihnen, die in geistige Finsternis getauchte westeuropäische Menschheit zur Renaissance zu führen. So konnte die fünfte Kulturepoche beginnen und die Völker die Erfüllung ihrer Missionen aufnehmen.

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