Skythianos

schriftliche Fassung des Vortrags, den Dimitar Mangurov auf der Konferenz „Die Seeles Europas“ in Varna am 31.08.2014 gehalten hat

Konferenz-Video

Der ganze Vortrag im PDF-Format

„Also kam er und nahm den Leichnam ab.“

Johannes-Evangelium, 19-38

Nach der demokratischen Umwandlung in Bulgarien erzählte ein ehemaliger Offizier des Geheimdienstes im engen Kreis eine Geschichte aus der Zeit des Totalitarismus. Er war dienstlich im damaligen Leningrad (jetzt Sankt Petersburg) und entschied sich unter anderem, die Eremitage zu besichtigen, genauer gesagt die in den unterirdischen Kammern gelagerten Artefakte, die den gewöhnlichen Besuchern nie gezeigt werden. Eine KGB-Majorin begleitete ihn dabei. Der Offizier hat lange die zahlreichen „skythischen“ Funde bewundert, aber am meisten beeindruckte ihn ein Paar Ohrringe, die etwa drei cm lang waren und aus Hunderten, sogar Tausenden winzig kleinen Goldkörnern bestanden, die auf wundersame Weise aneinanderklebten. Die Majorin erklärte, dass heutzutage kein Handwerker in der ganzen Welt in der Lage wäre, so etwas herzustellen. Die Russen sollen im Weltall ähnliche Versuche unternommen haben, jedoch mit einem sehr bescheidenen Ergebnis. „Welches Volk hat dieses Technologiewunder vollbracht?“ – rief unser Landsmann aus. Die Antwort war mehr als überraschend: „Die alten Bulgaren.“

Nach den Theorien der offiziellen Geschichtsschreibung der vergangenen 150 Jahren sollen die sog. „Urbulgaren“ aus Asien in die heutigen bulgarischen Gebiete eingewandert sein. Sie wurden als ein Turkvolk bzw. Tataro-Mongolen, Ugrofinnen, Samojeden, Hunno-Bulgaren, Hunnoren  u.dgl. betrachtet, nur nicht als die Stammbevölkerung der Balkanhalbinsel. Rudolf Steiner hat sie nur zwei oder drei Mal erwähnt, als ob er das Thema absichtlich vermeiden wollte. Er fragte: „Warum sind denn die Bulgaren z.B. ein slawisches Volk? Rassegemäß sind sie es nicht. Rassegemäß sind sie verwandt mit den Finnen, mit den Hunnen. Sie sind eine Art mongolisch-tatarischen Volkstums. Aber sie haben frühzeitig ein slawisches Idiom angenommen und sind dadurch zu einem slawischen Volk geworden. Das, was sie mit der Sprache, mit der äußeren Kultur angenommen haben, ist durchaus in ihre Organisation hineingegangen (GA 303, S. 183).

In dieser Aussage gibt es kaum Wahres, aber andererseits weist Steiner auf die „merkwürdige“ Tatsache hin, dass alle Menschen in Europa, die hellsichtig für die Gegenüberstellung der guten und der bösen Mächte „Bulgaren“ genannt wurden, denn sie waren am zahlreichsten dort, wo „später“ der Staat Bulgarien entstand (vgl. GA 237, S. 65). Offenbar wusste Steiner nichts von der Landkarte des seligen Hieronymus aus dem vierten Jahrhundert, die das Gebiet Mösien als „Bulgarien“ darstellt.

 

Jeronim Blajeni

              Landkarte des Seligen Hieronymus aus dem vierten Jahrhundert

Steiner hat Ita Wegmann, deren letzte Reise im Leben sie nicht zufällig in unser Land führte, mitgeteilt, dass „Bulgarien seine eigenen geistigen Lehrer hat“. Und als er Bojan Boev zum Bodhisattva Beinsa Douno schickte, damit er sein Schüler wurde, erklärte er ihm, dass er selbst sich mit dem Verstand und der fünften Kulturepoche befasse und der große Eingeweihte, zu dem er ihn schicke, als Schwerpunkt seiner Arbeit das Herz und die sechste Kulturepoche habe. Steiner sagte auch unmissverständlich, dass Bulgarien ein kleines Land ist, dem es bevorsteht, eine wichtige Rolle in der Zukunft zu spielen. Bojan Boev ist der einzige Mensch, der in direktem und bewusstem Kontakt mit den beiden großen Meistern des 20. Jahrhundert war. Bisher wissen wir nicht, welche Individualität hinter Bojan Boevs Person steckt, aber sie hat mit Sicherheit eine besondere Bedeutung für die geistige Evolution der Menschheit gehabt und wird sich uns bestimmt bald zeigen. (Später hat sich diese Aussage tatsächlich bewahrheitet, eine wichtige Inkarnation von Boev zur Zeitenwende wurde enthüllt, vgl. die in diesem Blog veröffentlichte Vorlesung „Der soziale Organismus und der Pfingstgeist“ https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/05/09/der-soziale-organismus-und-der-pfingstgeist/).

Was geht nun daraus hervor: die Bulgaren sollen zu den Tataromongolen gehören, aber in geistiger Hinsicht weltführend sein? Irgendetwas stimmt hier nicht.  Auf der Grundlage der eigenen okkulten Erfahrung kann ich behaupten, dass der Begründer der Anthroposophie sehr wohl gewusst hat, wer die Bulgaren sind, aber wegen wichtiger Ursachen, die mit der Mission des Bodhisattva und besonders mit ihrem Höhepunkt 1936 zusammenhängen (auf die in der Vorlesung über die Bodhisattvas eingegangen wird, vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/06/08/die-bodhisattvas-1-teil/), die Wahrheit bewusst verheimlicht hat. Das Paar Rudolf Steiner – Ita Wegmann ist nun wieder inkarniert, es existiert eine Beziehung zwischen ihnen und Bulgarien, aber es wird sich in der Zukunft zeigen, was für eine Einstellung sie zum ältesten Volk aufbauen werden, das unglücklicherweise unter allen Völkern der Erde die am stärksten gefälschte und ausgeraubte Geschichte besitzt.

Die Lösung des Rätsels des bulgarischen Volks hängt mit einem anderen Mysterium zusammen – dem Mysterium Skythianos‘, über das Steiner absichtlich nicht gesprochen hat. Der einzige, der sich erkühnte, beide Mysterien miteinander zu verbinden, war derjenige Mann, der nach Bojan Boev den Weg der Geisteswissenschaft in Bulgarien gebahnt hat – Dimo Daskalov. Diese Vorlesung ist ihm gewidmet.

Was sagt die Geisteswissenschaft über Skythianos und was hat Steiner bewusst verschwiegen? Was hat der neulich die Schwelle überschrittene Sergej Prokofieff berührt und was konnte er nicht  begreifen?

Skythianos ist einer der höchsten Eingeweihten der Erde, der in der Urzeit von der Großen Weißen Bruderschaft mit sehr wichtigen langfristigen Aufgaben beauftragt wurde. Im Sonnenorakel der Atlantis stand er dem Avatar Manu nah, der unter dem Namen Noah (später Melchisedek) bekannter ist. Kurze Zeit vor der Katastrophe gründete Manu nicht weit vom Gebiet des heutigen Irlands ein Einweihungszentrum, in dem die wichtigsten geistigen Charakteristika der zukünftigen zwei nachatlantischen Strömungen – der Nord- und Südströmung – eine Einheit bildeten. Der Führer dieses „innersten geheimen Ortes“ war Skythianos, denn er beherrschte unter allen Meistern am besten die Fähigkeit, eine Synthese zwischen unterschiedlichen geistigen Strömungen vorzunehmen. In diesem Zentrum haben sich entwicklungsmäßig fortgeschrittene Menschen aufgehalten, die vorbestimmt waren, die Kulturentwicklung nach dem Eintritt der nahenden Katastrophe weiterzutreiben. Gerade hier setzt die Trennung der gemeinsamen Strömung der Mysterienweisheit des Sonnenorakels ein, die sich in eine nördliche und eine südliche spaltete. Zuerst übertrug Skythianos nach dem endgültigen Versinken der Atlantis diese Weisheit auf die bereits entstandene Insel Irland, um danach die drei wichtigsten Mysterienstätten auf dem Kontinent zu gründen. Eine von ihnen befand sich im Norden am Weißen Meer und dort wurde das Denken ausgebildet. Später entstanden auf diesem Gebiet die Drotten-Mysterien. Das zweite Zentrum lag unweit der heutigen Stadt Santiago de Compostela und dort wurde am Fühlen gearbeitet. Das dritte Zentrum befand sich in der Gegend des Aladscha Klosters bei Varna und es war der Ausbildung des Willens gewidmet.

Skythianos und Zarathustra führten die nördliche Strömung an, die die Beziehung zum Logos hinter der Decke der äußeren Naturwelt suchte und Manu – die südliche Strömung, die die gleiche Beziehung über das menschliche Innere zu erreichen strebte. Die erste Strömung befasste sich mit den Mysterien des Fleisches und der Zahl 12. Wir können sie eine ‚kosmische‘ Strömung nennen. Die zweite Strömung befasste wich mit dem Mysterium des Blutes und der Zahl sieben und wir können sie die ‚menschliche‘ Strömung nennen. Manu erreichte die Gegend des asiatischen Tarimtals, Zarathustra zog in das Land der zukünftigen zweiten nachatlantischen Kulturepoche und Skythianos übernahm die Aufgaben für das weite Gebiet von Irland über Sibirien bis nach China. In seinen früheren Inkarnationen leitete er die okkulten Schulen im tiefen asiatischen Osten. Später begab er sich zu den Schulen in Europa. Seine gesamte Tätigkeit steht unter der Leitung der Bodhisattvas, wobei ihre Hauptaufgabe darin besteht, die atlantische Weisheit und das höhere atlantische Hellsehen für eine weiter in der Zukunft liegenden Zeit aufzubewahren. Aber da die Menschen in die Materie versanken und das Weiterleben dieser Weisheit unmöglich wurde, nahm er die von ihm geleitete Mysterienstätte auf der irischen Insel in die der Erde nächstliegenden geistigen Welt mit. Unten auf dem physischen Plan gründete er ungefähr am gleichen Ort die Mysterien, die später den Namen ‚Mysterien von Hybernia‘ erhielten.

Diese ausgesprochen rätselhaften Persönlichkeit, die sich sogar vor ihren Schülern versteckte (und diese hielten sich dem Zentrum der historischen Ereignisse fern), inspirierte die Herausbildung und Wanderung ganzer Völkerschaften und bereitete diese auf die Zeitenwende und die nachfolgende christliche Entwicklung vor. Das Hauptinstrument, mit dem er seine umfangreiche Tätigkeit verwirklichte, waren die Bulgaren. Ca. 3400-3500 Jahre v. Chr. unternahm der vierte vorchristliche Bodhisattva im Rilagebirge eine Synthese des „Produktes“ der drei oben erwähnten Zentren in der göttlichen Weisheit. Daraufhin erhob er sich zum Buddha und begann mit der Herausbildung der aus der äußeren Geschichte bekannten Völker in der dritten Kulturepoche. Das tat er nach dem umfassenden geistigen Plan, den die Weiße Bruderschaft entworfen hatte. In Wellen zogen die Bulgaren, um zu verschiedenen Zeiten verschiedene Reiche zu gründen und kulturell zu beeinflussen: Sumer und Babylon (wahrscheinlich nach der sog. „Schwarzmeersintflut“), Ägypten (seine ersten Führer waren weiße Menschen und später ersetzten die Bulgarin aus dem Mitanni-Reich Nofretete und ihr zweiter Gemahl Amenophis IV. Echnathon den Kult zum verborgenem Gott Amun durch den Kult zum Sonnengott Aton), China (wo die ersten drei Dynastien ebenfalls weiße Menschen waren und die Mumien ihrer Nachfahren im 20. Jh. in der Wüste Takla Makan entdeckt wurden), Troja (wo unsere Priester das Palladium von der Himmlischen Sophia empfangen haben), die kretisch-minoische Kultur und die viel später entstandene hellenische Kultur, Indien (mit dem großen Dionysos-Zug), Rom (mit dem fliehenden Aineias, der nach der Zerstörung Trojas durch die bulgarischen „Myrmidonen“ von Achilles und den  bulgarischen „Achaier“ von Agamemnon und Menelaos zuerst durch das Land seiner Ahnen von der Balkanhalbinsel und danach zu den Apenninen zog, Persien (mit den Medern – den Bulgaren aus dem heutigen Südwestbulgarien und dem wahrscheinlich im alten Balkhara geborenen Zoroaster). Die willensstärksten von ihnen erreichten die Indianer auf den amerikanischen Kontinent und konnten ihnen die Musik der alten europäischen Barden, die Heilerkunst und die preisterliche Einstellung zur Natur weitergeben. Wenn wir bei den mythischen Pelasgen anfangen, über die Tocharen, Hyksos, Etrusker, Kymerer, Sarmaten, Thraker, Skythen, Hunnen gehen und zu den Goten kommen, ist das nur ein Teil der zahlreichen Namen der alten Bulgaren, mit denen Skythianos den Plan erfüllte. Seine größten Bemühungen konzentrierten sich aber auf die europäische Bevölkerung, in deren Mitte der Christus-Impuls die tiefsten Wurzeln schlagen musste. Dazu musste Skythianos selbst etwas Grundlegendes in der Zeitenwende erleben.

Dieses göttlich-menschliche Drama, das sich über 33 Jahre der äußeren Geschichte erstreckte, ist voll tiefer kosmischer und menschlicher Geheimnisse, die die Menschheit noch in Jahrtausenden bewundern wird. Die Himmlische Sophia ist das Wesen, das auf eine erstaunlich genaue Weise die Akteure in diesem Schauspiel bestimmt hat. Es gab Tausende Teilnehmer, aber bei zehn von ihnen ist das Einweihungsprinzip deutlich erkennbar und verbindet sie alle miteinander. Wir können diese Akteure in drei Gruppen mit jeweils drei Teilnehmern einteilen, die die drei Dreiergrupppen der göttlichen Hierarchien von Engeln zu Seraphim widerspiegeln. Der zehnten Person fällt eine besondere Rolle zu. Von der Anthroposophie wissen wir, wer hinter drei dieser Teilnehmer steckt, Sergej Prokofieff beleuchtete zwei weitere und auf die Individualität der restlichen fünf werden wir hier eingehen.

Zuerst haben wir die Gruppe des Heiligen Geistes, die die bevorstehende Herabkunft des Erlösers in den Leib verkündete. Die Magier-Könige aus dem Osten sind die wieder inkarnierten Pythagoras, den Rudolf Steiner genannt hat, Daniel und Kyros der Große. Die letzten Zwei hat Sergej Prokofieff genannt. Die drei Könige zogen zu ihrem Meister aus vorherigen Leben in Babylon Zoroaster (Zarathustra), um sich vor ihm zu verbeugen. Nun wurde er als das Jesus-Kind aus der salomonischen Stammeslinie der Könige geboren. Der Philosoph Pythagoras, der fast sicher Bulgare und in die Mysterien des kosmischen Denkens eingeweiht war, trug jetzt die Gabe Gold, welche die den Astralleib reinigenden Kräfte symbolisiert. Der hebräische Prophet Daniel war in das kosmische Gefühl eingedrungen und brachte Weihrauch, der die Kräfte symbolisiert, die mit der Läuterung des Ätherleibes zusammenhängen. Der in den kosmischen Willen eingeweihte Kyros der Große (der von der Königin der sarmatischen Bulgaren Tomyris getötete Perser) schenkte Myrrhe – die Pflanze, die den physischen Leib läuternden Kräfte symbolisiert. Diese Gaben wiesen auf die drei Hüllen hin, die Zarathustra bei der Taufe im Jordanfluss für den aus den geistigen Welten herabkommenden Christus geopfert hat.

Die zweite Gruppe ist mit dem Prinzip des Sohnes aus der Trinität verbunden, der in den drei Jahren vollständig in den von Zarathustra gestellten Leib eintauchte. Während Seines irdischen Lebens erweckte Christus den Jungen zu Nain, den reichen jungen Mann Lazarus und die Tochter des Jaïrus von den Toten. Die Anthroposophie sagt, dass der Junge zu Nain  zum großen Meister Manes, dem späteren Parzival, heranwuchs. Lazarus verband sich mit der Entelechie des zwei Jahre früher geköpften Johannes (des Täufers) und wurde zu Johannes dem Evangelisten – dem späteren Christian Rosenkreutz. Vor ca. einem Jahr wurde uns enthüllt, dass in der Tochter des Jaïrus der gegenwärtige Bodhisattva Beinsa Douno selbst inkarniert war. Die rasante geistige Entwicklung der drei Persönlichkeiten in dem christlichen Zeitalter liegt vor allem an dieser direkten Einmischung Christi in ihr Schicksal.

Die dritte Gruppe repräsentiert das Prinzip des Vatergotts und sie hängt mit dem Ende des Dramas zusammen, als der Erlöser das Kreuz zum Golgatha trug, gekreuzigt, dann vom Kreuz heruntergenommen und ins Grab gelegt wurde. Die drei Persönlichkeiten, die das Kreuz direkt berührt hatten, waren Simon von Kyrene, Nikodemus und Joseph von Arimathäa. Steiner hat ihre Individualitäten nicht enthüllt. Wer sind sie?

Mit dem Kreuz der Schande beladen und ohne eine Sünde begangen zu haben, stieg Christus langsam den Hügel hinauf. Er stürzte und die Soldaten riefen einen scheinbar zufällig vorbeilaufenden Mann aus Kyrene und legten das Kreuz auf seinen Rücken. So wurde Simon zum Urbild des Menschen, der nach dem Vorbild Gottes sein eigenes Kreuz zum Golgatha tragen musste, das aus dem unerlebten Karma gebildet wurde. Simon ist der wieder inkarnierte Abraham, der 2000 Jahre vorher von Melchisedek die Einweihung des ununterbrochenen Blutstromes (des Weins) bekommen hatte und in drei mal vierzehn Generationen den für Christus bestimmten Leib (das Brot) schaffen musste. Die Zahl sieben spielt eine Hauptrolle im Mysterium der alten Juden, während ihre „himmlischen“ Eigenschaften („die Nachkommen sollen so zahlreich sein wie die Sterne im Himmel“), die mit der Zahl 12 zusammenhängt, zweitrangig waren. Während der Zeitenwende kam Simon-Abraham „vom Feld“ (aus dem jüdischen Volk) zurück, um das Ergebnis der Befolgung des Gebotes zwischen ihm und Melchisedek zu sehen. „Das Feld“(das jüdische Volk) hatte den Leib hervorgebracht, das am Kreuz verflossene Christus-Blut Kreuz klebte an seinem Rücken. Der Kreis hat sich geschlossen – die Aufgabe der Bewahrung des Blutes wurde erfüllt! Nun mussten sich Joseph von Arimathäa und Nikodemus um den Leib kümmern. Der erste nahm ihn vom Kreuz und sammelte das Blut im Heiligen Kelch, danach haben ihn beide mit Myrrhe und Aloe eingeölt und in leinene Tücher umhüllt. Zum Schluss legten sie den heiligen Körper ins Grab, das für Joseph von Arimathäa bestimmt war.

Die Legende besagt, dass der Kelch vom Geheimen Abendmahl im Sonnenorakel der Atlantis in den Händen Manus war, später erreichte er den phrygischen Bulgaren Hiram, der ihn der Königin von Saba Balkhis gab – der Königin des Volks mit dem beredten Namen “ Balkharis“. Sie soll ihn Salomo (dessen Mutter Bathseba von den Hathischen Bulgaren stammt) übergeben haben, damit er als ein Teil der Schätze im von ihm erbauten Tempel aufbewahrt wurde. Dieser Tempel war die irdische Widerspiegelung der himmlischen Gesetzmäßigkeiten, nach denen der physische Leib des Menschen aufgebaut ist.

Auf wunderbaren Wegen geriet dieser Kelch in Zeitenwende ins Haus des Joseph von Arimathäa, der sowohl in das kosmische (himmlische) Mysterium des Fleisches als auch in das menschliche Mysterium des Blutes eingeweiht war.

Nachdem die beiden Мysterien durch das in seinem Haus stattgefundene Geheime Abendmahl geistig angeregt und erlebt wurden, konnte er sie am nächsten Tag bei vollem Bewusstsein gegenüber dem Erlöser praktisch anwenden. Dabei half ihm Nikodemus, der nur in das Mysterium des Leibes eingeweiht war. Hinter Nikodemus taucht auf aufregende Weise die Königin von Saba auf, die als Bulgarin Tausend Jahre früher gekommen war, um den Sternen-Tempel zu sehen und den Kelch zu berühren. Aber zur Zeitenwende war das Sternenhafte, Himmlische zum Menschen geworden und durch sein Blut ein neues Mysterium – das Gralsmysterium – eingeleitet, auf das nur Joseph von Arimathäa vollständig vorbereitet war. Joseph von Arimathäa ist Skythianos selbst! Während die drei von Christus auferweckten Persönlichkeiten, auf die Christus während der Zeitenwende eingewirkt hatte, in den nächsten Inkarnationen einen gigantischen Sprung in der Evolutionsentwicklung durchgemacht haben, ist Skythianos der einzige der höheren Eingeweihten, der in der Lage war, die Synthese zwischen den Mysterien des Fleisches (der nördlichen Strömung) und des Blutes (der südlichen Strömung) als Ergebnis seiner großen vorchristlichen Evolution vorzunehmen. Deshalb steht er am Anfang der Gralsströmung und wurde zum ersten Hüter des Kelchs!

Die drei Gruppen von jeweils drei Individualitäten, die oben erwähnt wurden, werden durch eine zehnte Persönlichkeit vereinigt, die in jenem Augenblick die irdische Vertreterin der Kräfte der Himmlischen Sophia auf dem Golgatha-Hügel repräsentierte – Jungfrau Sophia. Die Verbindung zwischen der Gruppe der Könige und der Gruppe der Auferweckten hat Zarathustra hergestellt, der neben seinem Leib auch sein Ich für Christus opferte, um später zum Meister Jesus zu werden. Sein Vermittler zwischen den Auferweckten und “der Gruppe am Kreuz“ war Lazarus-Johannes. Jungfrau Sophia verlieh ihrerseits dem großen Drama die Vollständigkeit, indem sie alle Ereignisse mit der kosmischen Weisheit durchströmte. Zu ihr – der salomonischen Maria, waren die Könige gekommen, als sie den wieder inkarnierten Zarathustra zur Welt brachte. Dreißig Jahre später verband sie sich mit dem Ätherleib der nathanischen Maria, der die Kräfte der göttlichen Weisheit enthielt. Zusammen mit Lazarus-Johannes bildete sie unter dem Golgatha-Kreuz das erste Paar in der christlichen Entwicklung der Menschheit, für das die blutsverwandtschaftliche Beziehung aufgehört hat, um der Brüderlichkeit um den Christus  Platz zu machen. In ihr traf die Weisheit der Himmlischen Sophia auf die Liebe (das Buddhi-Prinzip) Christi, und sie konnte die ganze Bedeutung des sich entfaltenden Mysteriums begreifen. Die Erkenntnisfähigkeit wurde ihr bereits bei der vorherigen Inkarnation eingepflanzt. Jungfrau Sophia ist der inkarnierte Salomo, der der herausragendste alttestamentarische Vertreter der göttlichen Weisheit ist, auf welche er wunderbare Lobesworte  gesprochen hat, ohne das vollkommene Glück zu empfinden, weil die Liebe war noch nicht da war. Auf dem Golgatha-Hügel erlang Salomo seine Vollständigkeit! Tausend Jahre vorher wurde der bedeutendste Vertreter der Kainiten – Hiram – durch das stillschweigende Einverständnis des Abeliten Salomo ermordet, nun führte das Karma beide unter das Kreuz zusammen, die Christus durch das Buddhi-Prinzip wieder miteinander verbunden hat. Die Vereinigung der Kainiten und Abeliten, die 33 Jahre früher durch die Könige und Hirten angefangen hatte, wurde mit Johannes und Jungfrau Sophia endgültig vollzogen. So konnte Johannes das größte Buch aller Zeiten schreiben und jenes geistige Paar der menschlichen Geschichte gebildet werden, das eine wichtige Rolle in unserem späteren Schicksal spielen sollte. Neun Jahrhunderte später setzte dieses Paar den Anfang einer esoterischen christlichen Strömung, die Mitteleuropa gründlich erschütterte. Aber bis dahin sollten viele Ereignisse passieren, an denen Skythianos aktiv beteiligt war.

Im zweiten Jahrhundert inkarnierte er als der Händler Skythianos aus Skythien, der im ägyptischen Alexandria vier Bücher geschrieben hat. Später erreichten diese Bücher über seinen Schüler Therebinthus Mani  – den Begründer des Manichäismus. Wir nennen ihn ‚Skythianos‘, denn unter diesem aus dem bulgarischen Verb скитам ‚herumziehen, wandern’ stammenden Namen war er im frühen und späteren Mittelalter bekannt. Im Brief des Patriarchen von Konstantinopel an den bulgarischen Zaren Peter I., der aus dem 10. Jahrhundert stammt, wurde er auch als Skythian erwähnt. Im Manichäismus haben sich das östliche Mysterium (die Weisheit der Atlantis) und das Gralsmysterium auf eine solche Weise vereinigt, dass sie eine Strömung begründeten, deren Bedeutung für die menschliche Evolution uns erst in der sechsten Wurzelrasse deutlich werden wird. Ob Mani etwas mit den Bulgaren zu tun hat, können wir nicht mit Sicherheit behaupten, aber dass der Skythe Skythianos ein Bulgare war, steht außer Verdacht, wenn wir bedenken,  was die alten Autoren wie Aristophanes, Prokopios, Strabon, Cassius Dio, Theophylakt von Ohrid, Stephanos von Byzanz u.a. über die Beziehung zwischen den bulgarischen Thrakern und den Skythen gesagt haben.

Im vierten Jahrhundert war Skythianos wieder inkarniert und nahm zusammen mit Manes, Zarathustra und Buddha (Letzterer auf geistige Art) an jenem außerordentlich wichtigen Konzil teil, das an der Westküste des Schwarzen Meeres stattgefunden hat und an dem die weitere christliche Entwicklung Europas erörtert wurde.  Neben dem Beschluss über die zukünftige Gründung des Rosenkreuzertums als den Einweihungsweg der fünften Kulturepoche stellte ein die Frage der Herausbildung einer slawischen Gemeinschaft und konkreter des Christus-Volkes ein weiteres wichtiges Thema dar. Das Christus-Volk bildete sich erst im neunten bis zehnten Jahrhundert auf dem Gebiet heraus, das nördlich des Schwarzen Meeres liegt und wo einige Jahrhunderte vorher das alte Große Bulgarien bereits existiert hatte. Dieses alte Bulgarien wurde im Laufe von 515 Jahren vor dem Jahr 681 von Personen mit „rasierten Köpfen“ angeführt und dort wirkte das von Skythianos geleitete Zentrum für Inspirationen und Einweihungen. In diesem Zentrum gab er einem engen Kreis von Schülern die Erfahrung weiter, die er infolge seiner geistigen Erlebnisse in den drei Jahren und der Mitbegründung der Gralsströmung gesammelt hatte. Er half dabei, dass unter den Bulgaren eine besondere seelische Einstellung zur Aufnahme des Christus-Impulses ausgebildet wurde, indem er ihrer Empfindungsseele den Geist des Grals einpflanzte, in deren Tiefen sich das Göttliche in seiner wahren geistigen Form zeigen kann. Eine solche geistige Transformation ist ohne die Mithilfe der Schutzengel der jeweiligen Persönlichkeiten kaum möglich. Skythian hat zusammen mit ihnen gewirkt und dabei etwas anderes vollbracht.

Steiner sagt, dass Skythianos das lehrt, „was von Ewigkeit zu Ewigkeit leitet“ und dass er wie kein anderer das Geheimnis des physischen Leibes gekannt hat. Skythianos konnte die gesamte Entwicklung unseres Sonnensystems vom alten Saturn bis zum künftigen Vulkan erfassen und die Zustände von Ungeborensein und Unsterblichkeit miteinander verbinden, die der Mensch in der mitternächtlichen Daseinsstunde empfindet, sofern er in seinem irdischen Leben eine christliche Einweihung erfahren hat. Als der Hüter des Mysteriums der Weltmitternacht, die die Empfängnis unseres physischen Leibes auf dem alten Saturn und dessen vollständige Vergeistigung und Unsterblichkeit auf dem Vulkan mit einschließt, konnte Skythianos auf eine besondere Art die physische Körperlichkeit der Bulgaren beeinflussen – dort, wo die Einmischung der Erzengel unerlässlich ist. Auf diese Weise wurde durch die physische und seelisch-geistige Arbeit der Boden für die bevorstehende Erscheinung des Christus-Volkes ab dem 9. Bis 10. Jahrhundert vorbereitet, dessen wesentliche Herausbildung nach der Gründung der Kiewer Rus durch das bulgarische Geschlecht Rjurik begonnen hat. Es sei nur erwähnt, dass Igor zur Frau eine Nichte von Simeon dem Großen nahm –  nämlich Olga. Olgas Sohn Swjatoslaw pflegte, seinen Kopf in der den Bulgaren eigenen Art zu rasieren und trug eine Kika – eine lange Haarsträhne).

 

starobulgarska kika

Die altbulgarische männliche Haartracht: kahler Kopf mit Kika

Quelle: samoistina.com

Swjatoslaws Sohn Wladimir – der Täufer der Rus – war mit der bulgarischen Prinzessin Ana – der Tochter des Zaren Peter I. und der romäischen Prinzessin Irina-Maria – verheiratet. Aus ihrer Ehe, welche eine Blutmischung zweiten Grades darstellt, stammen die ersten russischen Heiligen Boris und Gleb. Der christliche Kult, das Christentum erreichte das Christus-Volk ebenfalls von Bulgarien aus. Das Christentum kam nicht aus Konstantinopel.  Der Kult hat intensiv über den Volkserzengel auf den Ätherleib der ihn Ausübenden gewirkt. Das geschah sowohl wegen des esoterischen „Sophiencharakters“ des Kultes, als auch wegen des Gebietes, auf dem er praktiziert wurde. Und dieses Gebiet zeichnet sich durch eine besondere okkulte Geografie aus, denn dort befindet sich der Schnittpunkt eines Weltenkreuzes, das die vier wichtigen geistigen Orten der Erde bilden: In dessen  Westen liegt die irische Insel mit den hybernischen Mysterien, im Osten – das Tarimtal mit Manu, im Norden – das Weiße Meer mit den Drottenmysterien und im Süden – der Golgatha-Hügel mit Christus. Zwischen diesen vier Punkten wanderte Skythianos umher (bg. скита). Dabei ist das Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres für die Entwicklung eines reinen Astralleibes (genauer gesagt einer Empfindungsseele) besonders geeignet, in der der Geist des Grals aufleben kann. Auch ist dieser Raum geeignet, wenn man hinter den Vorhang der Außenwelt sehen und in die kosmischen Mysterien eindringen will. Unter den zukünftigen Slawen legte Skythianos eine Weltanschauung an, die fünf Schichten der geistigen Welt betraf – die ätherische und astralische Welt, das niedere und  höhere Devachan und die Welt Vorsehung mit der Loge der zwölf Bodhisattvas ist. Diese Schichten verbinden sich dem Gralsgeist in der Empfindungsseele und führen, zwar unbewusst, jedoch in einer der damaligen Entwicklungsetappe geeigneten Art, zu einer spezifischen Synthese der beiden nachatlantischen geistigen Strömungen. Dabei ist Skythianos der beste unter den Meistern.

Aber er war nicht nur an der Entstehung des Slawentums und des Christus-Volkes beteiligt, sondern er war der erste Helfer des ehemaligen keltischen Erzengels bei der Gründung der esoterischen christlichen Lehren, die durch das Geheimnis des Heiligen Grals und das später entstandene Rosenkreuzertum wirken sollten. Das Rosenkreuzertum entstand im Schoß des Bogomilentums in Arbanassi und Skythianos war im Laufe von einigen Jahrhunderten der Lehrer dieser Mysterien im Westen. Zur Gründung des Bogomilentums selbst nahm das Paar Jungfrau Sophia – Johannes der Evangelist als die beiden „Syrer“ teil, die die ersten sechs Bogomilen in die Gralsmysterien eingeweiht haben. Das Geheimnis der konkreten Rolle, die Skythianos bei diesem geistigen und realen Akt spielte, bleibt bisher ungelöst. Aber es ist wichtiger zu verstehen, dass er nach dem Mysterium von Golgatha in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht zur Entwicklung des esoterischen Christentums beigetragen hat. ‚Räumlich‘ meint, dass er diese geistigen Strömungen nach Europa, Kleinasien u.a. verbreitet hat und ‚zeitlich‘ meint,  dass er die geistigen Früchte beider Strömungen in die zukünftige sechste Kulturepoche überträgt, bis der Mensch wieder den rechtmäßigen Kontakt mit den Göttern durch seine vergeistigte Bewusstseinsseele aufnehmen wird.  Die wichtigste Aufgabe Skythianos‘ im gegenwärtigen Augenblick ist die räumliche Verbreitung des Heiligen Impulses zur Rettung des geistigen Lebens der Menschheit, der Anfang des 21. Jh. von Bulgarien ausgestrahlt worden ist. Dieser Impuls besteht in der freien Synthese der Anthroposophie (des gegenwärtigen Rosenkreuzertums) und des Bodhisattva-Werks (des gegenwärtigen Manichäismus) im menschlichen Ich. Nur dadurch kann der Mensch auf eine der michaelischen Zeit angemessener Weise die Synthese der zwei nachatlantischen geistigen Strömungen vornehmen, das zurückkehrende erneuerte Palladium berühren und des Gralsgeist in seiner Bewusstseinsseele tragend dem bereits inkarnierten Ahriman vorbereitet entgegentreten. Die Weiße Weltbruderschaft hat dem russischen Volk die Mission auferlegt, bis zum Eintreten der sechsten Kulturepoche das Wesen des Grals als ein religiöses System und Kulturferment der ganzen Erde auszuarbeiten. Aber der Weg zur Erfüllung dieser Aufgabe führt obligatorisch zur Gewahrwerdung und Verwirklichung der besagten Synthese. Die besten Bedingungen dazu gibt es jedoch auf dem bulgarischen Boden, der mit der Geistigkeit aller Epochen der Menschenentwicklung getränkt ist.

In der vorchristlichen Zeit fanden beide nachatlantischen Strömungen ihre herausragendste bulgarische Erscheinungsform in den Mysterien von Apollo und Dionysos und dem bahnbrechenden Versuch des Buddha Orpheus, beide zu verbinden. Danach nahmen die bulgarischen Bogomilen die christliche Synthese zwischen der Artus- und der Gralsströmung unter den Bedingungen der auf die Erde heruntergestiegenen kosmischen Intelligenz vor, damit wir heute einen Zugang zum Heiligen Impuls haben, welcher durch eine persönlich erlangte kosmische Intelligenz verwirklicht wird. Auf diese Weise bedankt sich das privilegierte bulgarische Volk durch ausgewählte Vertreter für die großen Bemühungen, die Skythianos unternommen hat und weiterhin um die Leitung der Menschheit unternimmt, um sie zur sechsten Kulturepoche zu führen. In der sechsten nachatlantischen Epoche wird jeder durch das persönliche Sehen des Christus die Kommunion mit dem geistigen „Brot“ und „Blut“ von Ihm erhalten, um viel tiefer in das kosmische und menschliche Mysterium einzudringen, deren Gesamtheit das zukünftige Gralsmysterium ausmacht.

Der Sinn dieser Konferenz für die nahe Zukunft besteht darin, zu einem Instrument Skythianos‘ zur territorialen Verbreitung des Heiligen Impulses vom Anfang des 21. Jahrhunderts zu werden und dabei die dahinsiechende internationale Anthroposophische Gesellschaft mit Geist zu erfüllen. Mit diesem Heiligen Geist können wir dem Antichristen vorbereitet entgegentreten. Wenn der Austausch zwischen West-, Mittel- und Osteuropa, der den Namen ‚Die Seele Europas‘ trägt, zu Pfingsten für die internationale Anthroposophische Gesellschaft wird, dann haben wir die göttliche Vorsehung erfüllt und den Weg zu den Mysterien des Heiligen Grals in der sechsten slawischen Epoche gebahnt, welche den Samen für die sechste Wurzelrasse und die großen manichäischen Mysterien der zukünftigen Gottesmenschheit bilden werden!

 

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2 Gedanken zu „Skythianos

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