Gottes Plan und die freie Wahl des Menschen

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vorgetragen von Dimitar Mangurov am 29.05.2016 in Varna

Gebet: Herr Jesus Christus, mach, dass die Nachkommen Ismaels den Weg zu Dir finden! Amen!

Willkommen zu unserem neunten Treffen in diesem geistigen Jahr. Das heutige Thema ist „Gottes Plan und die freie Wahl des Menschen“. Wir haben in diesen 15 bis 16 Jahren, in denen ich Vorlesungen halte, mehrmals über diese zwei Strömungen in der Spiritualität gesprochen, die die Menschen seit dem tiefen Altertum bewegen. Besonders nach der Ankunft Christi beschäftigte die Frage, wie der göttliche Plan aussieht und wie die freie Wahl des Menschen in diesen Plan hineinpasst, die Menschen immer intensiver. Mit dem Anbruch der fünften Kulturepoche drängte sich diese Frage mit großer Kraft in den Vordergrund und wir erleben heute, wie diese Problematik auf der gegenwärtigen Evolutionsstufe verstanden wird. Die Menschen schwanken zwischen zwei Polen – von der völlig passiven Unterordnung unter den Willen Gottes bis zur völligen Ablehnung seiner Existenz. Natürlich ist die Wahrheit irgendwo in der Mitte, denn die extremen Ansichten führen nie zu der eigentlichen Antwort.

Im Unterschied zu den vorherigen Vorträgen, die diese Fragen behandeln, werden wir es heute auf eine besondere Art tun – durch den Blick des Mohammedanertums. Seit langem schon spürte ich, dass wir uns in Hinblick auf den äußersten Drang, mit dem der Islam in die Welt zieht, um seine Weltanschauung durchzusetzen, früher oder später diesem Thema widmen müssten. Wir wissen, dass nach der Zeitenwende Christus die ganze Macht über Himmel und Erde erhalten hat. Nachdem wir über diese grundlegende Auffassung verfügen, kann uns klar sein, dass das Mohammedanertum, das im sechsten bis siebten Jahrhundert auftauchte, mit der Erlaubnis des Gottes Jesu Christi entstanden ist. Natürlich wurde mit dem Aufkommen dieses mächtigen religiösen, geistigen Impulses etwas bezweckt. Was wurde damals bezweckt, wie hat sich dieser Impuls entwickelt und was hat Gott jetzt für den Islam vorgesehen? Zweifellos sind das Fragen allergrößter Wichtigkeit, wenn man bedenkt, welche islamischen Menschenmassen gegenwärtig nach Europa strömen und welche noch strömen werden, was unvorhersehbare Folgen für die europäische Bevölkerung haben wird. Um die Frage beantworten zu können, was damit bezweckt wird, was wir schon ein paar Mal dieses Jahr besprochen haben, werden wir heute durch das Eindringen in das Wesen des Mohammedanertums wahrscheinlich auch andere Antworten finden. Nie ist die Wahrheit einmalig oder fragmentär, sondern sie muss von verschiedenen Gesichtspunkten erfasst werden.

Wenn wir die Wurzeln des Mohammedanertums suchen, kommen wir unumgänglich zu Abraham und sogar zu der vorhergehenden Zeit. Wenn wir auf Abraham zurückblicken, entdecken wir seinen Vater Tharah in Chaldäisch Ur, der von dort auszog, seinen Enkel von seinem anderen Sohn Lot, Abraham und dessen Frau Sarai mitnahm und sich ins Gelobte Land Kanaan (Palästina) begab. Aber sie kamen nicht direkt dorthin, sondern gingen über die Stadt Charan, die etwas nördlicher liegt. Sie blieben dort bis zum Tod Tharahs im Alter von 205 Jahren. Erst nach Tharahs Tod erschien Gott Abraham, der schon 75 war, und wendete sich zum ersten Mal an ihn mit dem großen Versprechen an die Menschheit, das auf die zukünftigen Erlösung, auf die Zeitenwende hinwies. Er versprach ihm, dass von ihm ein großes Volk herkommen würde, das zusammen mit Abraham gesegnet sein würde. Alle, die dieses Volk gut behandeln, würden auch gesegnet sein, alle, die es verleumden, würden vom Gott verdammt sein und alle Völker würden durch dieses Volk die Segnung erhalten.

Was bedeutet Segnung im geistigen Sinne? Auf Bulgarisch setzt sich das entsprechende Verb благославям ‚segnen’ aus благо ‚gut‘,  und словение ‚Sprechen‘ –  d.h. es wird eine Wohltat durch das Wort gegeben: благодат ‚Wohltat‘. ‚Wohltat‘ bedeutet immer eine reale, direkte Verbindung zur geistigen Welt, die dem Zeitalter angemessen ist. Wie heute diese Wohltat von den verschiedenen Konfessionen verstanden wird, das werden wir mit ein paar Sätzen am Ende des Vortrags erwähnen. Dieses große Versprechen von der Ankunft des Erlösers – das erste Versprechen an die Menschheit, das den Weg zur Zeitenwende bahnt – wandte sich an den 75jährigen Abraham. Ihm wird versprochen, dass er ins Gelobte Land zieht. Abraham zog dorthin, aber es herrschte Hunger in Kanaan und er ging nach Ägypten. Nach Ende der Hungerszeit kehrte er zurück. Gott erschien ihm erneut und versprach ihm, dass das Volk, das aus ihm ausgeht, so zahlreich sein würde, wie der Sand im Meer, wie die Sterne am Himmel. Später geriet Lot in Gefangenschaft und Abraham kämpfte mit verschiedenen Stämmen. Auf seiner Rückkehr wurde er durch Melchisedek eingeweiht. Wir sprachen darüber, wer Melchisedek war, der „der König von Salim ohne Vater und ohne Mutter“ genannt wird – er war ein Avatar, der durch die Einweihung mit dem Brot und Wein den Schleier des zukünftigen Sonnengeheimnisses leicht lüftete, das sich in der Zeitenwende mit der Ankunft Gottes vor der Menschheit  in seiner vollen Kraft entfaltete. Melchisedek lüftete dieses Geheimnis nicht vollständig vor Abraham, denn Abrahams Religion und das Volk, das von ihm stammte, sollten das Siegel des Mondes tragen. Das bedeutet, dass die Verbindung zur geistigen Welt bei ihnen über den Mond hergestellt wurde. Aber es musste im Alten Testament allmählich der Vorhang zum Sonnengeheimnis aufgezogen werden und damit der Vorhang vor der Trinität. Nicht zufällig wohnte Abraham im Hain Mamre (Memre), dessen Besitzer wahrscheinlich so hieß und zwei Brüder hatte, die laut der Bibel Abrahams Verbündete waren. Hier sehen wir zum ersten Mal eine Andeutung auf die Trinität. Diese drei Personen wohnten in dem Hain, in dem Abraham eine Opferstätte errichtet hatte und wo alles geschah. Gott erschien ihm in der Nacht und versprach ihm einen Sohn. Zum ersten Mal nach dem Versprechen, dass aus ihm ein Volk ausgehen wird, aus dem die Erlösung für alle Erdenvölker zu erwarten ist, gab es hier das konkrete Versprechen eines Nachkommens. Natürlich kam der Nachkomme später, und das erwählte Volk selbst erfüllte seine wesentliche Aufgabe erst nach dem 400jährigen Sklaventum. Erst nach dem Auszug aus Ägypten wurde diese Anschauung, diese Religion des Alten Testamentes ausgebildet – die Ein-Gott-Religion Jahves. Bei Abraham und seinen Erben Isaak und Jakobus gab es noch nicht diese alttestamentliche Anschauung – den  Monotheismus mit dem einheitlichen Gott Jahve, der zu Moses sprach. Hier sprach auch Gott, aber nicht personalisiert, hier gab es ein Versprechen, das durch einen Sohn Abrahams in Erfüllung gehen würde. Zehn Jahre blieb Abraham in Kanaan und hatte noch keinen Sohn. Er war damals 85 Jahre, als seine Frau Sarah ihm anbot, mit seiner Magd, der ägyptischen Sklavin Hagar, einen Sohn zu zeugen. Dieser Sohn von der Magd wäre natürlich nicht der eigentliche Sohn Abrahams gewesen. Trotz des göttlichen Versprechens zeigte Abraham die Schwäche seines Glaubens und schwängerte seine Magd, die darauf überheblich zu Sarah wurde. Sarah demütigte sie und Hagar floh in die Wüste, aber der Engel des Herrn bewegte sie zurückzukehren, denn für sie und für denjenigen, den sie gebar, hatte Gott auch etwas vorgesehen: „Deine Nachkommen will ich so zahlreich machen, dass man sie nicht zählen kann“ (Gen 16, 10-11). Es sollten zwölf Fürsten erscheinen und dieses Volk sollte auch Aufgaben haben. Dieser Sohn würde wie ein Esel sein, der die Hand gegen alle erheben würde und alle ihre Hände gegen ihn erheben würden. Hagar kehrte zurück und Ismael kam zu Welt. Danach fand die Begegnung mit den drei Männern im Hain Mamre. Die christlichen Theologen haben Schwierigkeiten, diese Begegnung zu deuten, bei der Gott im Singular genannt wird und gleichzeitig von drei Männern die Rede ist. Wir wissen, dass diese drei Männer nach der althebräischen Sage die drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael waren. Aber es wird auch von dem einen Gott gesprochen, gleichzeitig im Singular und Plural. Diese drei Erzengel, die Abraham wohl mit seinen physischen Augen sah – diese Fähigkeit existierte nämlich damals -, sind eine Art Widerspiegelung der Trinität, eine Art Vertretung der Trinität auf der Erde. Die Drei im Hain Mamre repräsentieren eine Art geistige Verwandtschaft. Abraham hatte auf seinem Weg nach Mamre Opferstätten in Sechil und Vetil errichtet. An drei Stellen wurden also Opferstätten errichtet, was eine Verbindung zu Gott bedeutet. Die Haine sind an sich solche Naturgebiete, in die Menschen selten kommen, besonders in jenen Zeiten, als die Zahl der Erdenbewohner noch gering war. Wir wissen, dass die Naturgeister solche Orte bevorzugen, die nicht von Menschen aufgesucht werden. Wenn man sich an so einem Ort aufhält und die jeweiligen Rituale durchführt, ist die Verbindung zu diesen Naturgeistern, überhaupt zu der geistigen Welt, sehr klar und lässt sich leichter herstellen. Gott versprach durch die drei Männer Abraham einen Sohn, der zum Stammvater eines Volkes wird, das die zukünftige Erlösung aller Erdenstämme bringen wird. Wir sehen hier, dass Abraham nicht nur einen direkten Kontakt zu Vertretern der geistigen Welt hat, sondern auch diese bewirtet, sie essen mit ihm. Es ist schwer vorstellbar, wie Erzengel essen, aber hier geht es um gleichzeitige Geschehnisse auf dem sinnlichen und übersinnlichen Plan. Die drei sind nicht zufällig Männer, denn im Alten Testament erscheinen Erzengel in der Gestalt von Männern. Die Erzengel sind also jene Wesenheiten, die bei ihrer Erscheinung vor hellsichtigen Menschen als Männer wahrgenommen werden. Bei diesem sehr üppigen Schmaus essen göttliche Wesenheiten zusammen mit einem Menschen. Hier haben wir eine noch sichtbare Erhebung zum Sonnengeheimnis, zur Trinität, als das Wort zum Fleisch, zum Menschen wurde und das Göttliche über Tod und Auferstehung ging und den Weg zu den Menschen fand. Nach dieser Begegnung kam es zur Fürbitte um das Schicksal von Sodom und Gomor. Nicht nur haben wir hier eine gemeinsame Tafel, sondern Abraham wird schon zum Mitarbeiter Gottes, dem die Möglichkeit gegeben wird, in die Pläne Gottes einzudringen. Der Gott selbst sagt, dass er seinen Plan nicht vor seinem Sohn verbergen wird. Das sind folglich zwei Schritte von grundlegender Bedeutung in der Menschengeschichte. Was sagte Gott: Wir setzen uns beide an einen Tisch – das bedeutet eine Art Gleichrangigkeit, das ist der Keim des freien Willens – und ich kann euch meine Vorsehung für die Zukunft eröffnen. Hier dämmert etwas auf, was die Menschheit erwartete und was zustande kam, als Christus erschien und zum Menschen wurde.

Die Haupteigenschaft Abrahams ist seine Vaterschaft, die Haupteigenschaft des Sohnes, der ihm geboren wurde, als er 99 war, ist seine Sohnschaft. Dreizehn Jahre nach Ismaels Geburt fand diese Begegnung statt. Abraham bat Gott, er möge ihm Ismael bewahren. Dreizehn Jahre nach Ismaels Geburt kam also Isaak, der wahre Sohn, zur Welt. Was bedeutet der wahre Sohn im absoluten Sinne des Wortes? Ismael kam vor dem Aufdämmern der Idee der Trinität zur Welt, bevor Abram zu Abraham wurde. Bei der Begegnung mit den drei Erzengeln sagten sie ihm, dass er einen Sohn haben und der Vater vieler Völker sein werde, sein Name werde schon Abraham sein, was „der Vater vieler Völker“ bedeutet. Sarai werde Sarah heißen, was „Fürstin“ bedeutet. Das ist eine Art Einweihung, denn immer, wenn der Name eines Menschen geändert wird, hat man mit einer Einweihung zu tun. Das war Abrahams Einweihung. Er war nicht sicher, ob er nach Ismael noch einen Sohn haben würde. Doch im Alter von 100 Jahren wurde er der Vater von Isaak, dessen Haupteigenschaft die Sohnschaft ist. Ismael wurde vor der Entstehung der Trinitätsidee geboren, als der Monotheismus herrschte. Er ist nicht der Sohn in jenem Sinne, der später dem Johannes-Evangelium zugrunde gelegt wurde – dass Jesus der eingeborene Sohn Gottes ist. Der Sohn im absoluten Sinn dieses Wortes ist Isaak, der versprochene Sohn, aus dem das Volk ausgehen sollte, durch den alle Menschen erlöst werden würden. Hier beginnt nämlich der Übergang von Abraham, vom Väterlichen, von Abraham als Repräsentation des Vatergottes, zum Sohn Isaak – der Verkörperung des Prinzips des Sohnes. Von Isaak wurden geboren Esau und Jakob und von Jakob gingen die zwölf Geschlechter aus. Das ist das Prinzip des Heiligen Geistes – die Vervielfältigung der Wesen und die Beschenkung jedes dieser Wesen mit eigenständigem Bewusstsein. Die Trinität, vor der der Vorhang aufgezogen und die Entwicklung der Dreieinigkeit ins Alte Testament hineingelegt wurde, bezog sich auf Abraham, Isaak und Jakob. Im Neuen Testament wird auf diese Drei hingewiesen, sogar Christus bezieht sich auf sie. Das heißt, die Gruppe der drei Erzengel als Abglanz der Trinität und ihre Repräsentanz auf Erden ging über das verwandtschaftliche Prinzip zu Abraham, Isaak und Jakob – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Natürlich war Isaak nicht der Sohn in jenem Sinne, der im Gott selbst zum Vorschein kam, als Er hinunterstieg. Aber er war das Vorgefühl jenes Opfers, das später zustande kam, als Gott Abraham anwies, seinen Sohn auf dem Hügel Moriah zu opfern. Stellen Sie sich vor – Abraham hatte 100 Jahre auf diesen Sohn gewartet und trotzdem erhob er das Messer über ihn! Er hatte einen starken Glauben! Dann kam die dritte, völlig verdiente Verheißung, dass von Abraham das Volk ausgehen wird, durch das alle erlöst werden. Es gibt drei grundlegende Verheißungen im Alten Testament, im Pentateuch. Nicht zufällig beginnt das Alte Testament mit dem grandiosen Bild der Schöpfung der Welt und der Menschheit, um gleich danach sich zu der Geschichte des hebräischen Volkes zu verengen. Nach diesen drei Verheißungen und der Geburt des Sohnes begann der Übergang zum Prinzip des Sohnes.

Ismael, der ein 13jähriger Junge war, als Isaak zur Welt kam, verspottete Sarah und wurde zusammen mit seiner Mutter in die Wüste vertrieben, wo ein Engel sie beschützte. Danach verlieren sich seine Spuren bis zum Tod Abrahams, als sowohl Isaak als auch Ismael zur Beerdigung ihres Vaters anwesend sind. Die zwölf Fürsten, die von Ismael herauskommen, werden nicht namentlich erwähnt, aber aus den dort angeführten Stämmen kann man schlussfolgern, dass es sich um die Stämme der zukünftigen Araber handelt. Abraham hatte noch eine Frau – Ketura -, und auch Nachkommen von ihr, aber diese Frau spielte keine Rolle. In Frage kommen die zwei Linien  Abraham – Isaak – die Linie, die mit Christus endet – und Abraham – Ismael, die Linie, die in Mekka mit Mohammed endet. Die eine Linie endet in Jerusalem, die andere in Mekka. Wir wissen, dass die Linie von Abraham und Isaak drei Mal 14 Generationen umfasst. Wenn wir auf die letzte Triade achten, die von der babylonischen Gefangenschaft zu Jesus führt, sehen wir, dass es eigentlich keine 14 Generationen sind, sondern 13. Jesus ist der dreizehnte, d.h. der 41. in der Reihe und die Rechnung geht scheinbar nicht auf. Der 42. ist Christus selbst, denn diese Linie von Abraham ging über Tod und Auferstehung nach dem verwandtschaftlichen Prinzip mit der Geburt des Sohnes, d.h. über das Männliche: „Abraham zeugte Isaak“. Isaak hat keinen echten Tod und keine echte Auferstehung, sondern quasi einen geistigen Tod und eine geistige Auferstehung auf dem Berg Moriah erlebt. Aber für ihn war das eine richtige Einweihung und er konnte zum Sinnbild des Söhnlichen im Alten Testament und zu einem Vorgefühl auf die Zeitenwende und die Ankunft Gottes werden. Die Stammeslinie durchläuft 41 Generationen und das Erleben von Tod und Auferstehung stellt das Sterben des Vaters und die Geburt des Sohnes dar. Das Vater-Sohn-Prinzip geht durch die Generationen. Wenn wir die Linie bis zur letzten Vierzehn verfolgen, sehen wir bei ihr, dass Jesus keine Nachkommen hat und alles mit der 41. Generation endet. Die Vervielfältigung nach dem Leibes- Blutsprinzip hörte auf. Wer ist der 42. in der ganzen Kette? Der 42. ist Christus selbst, der nach seiner Menschwerdung und dem Erleben des Todes  aus dem Grab mit dem Phantom auferstand und die menschliche Natur von Grund auf veränderte. Das verwandtschaftliche Prinzip, bei dem der Vater stirbt und im Sohn wiedergeboren wird, erfährt eine Änderung. Das geschieht nicht mehr direkt auf dem Wege des Blutes, sondern es entsteht eine neue Gemeinschaft, an der jeder Mensch auf Erden, ohne Rücksicht darauf, wessen Sohn oder Tochter er ist, teilnehmen kann. Das Prinzip Abrahams spielt keine Rolle mehr, wenn eine persönliche Beziehung zum auferstandenen Phantom errichtet wird. Diese Gemeinschaft um Christus nennen wir ‚Kirche’.  Die Menschen können von diesem Auferstehungsleib das Abendmahl empfangen und eine qualitativ neue Gemeinschaft bilden, die Christus in ihrem Zentrum hat. Das Alte hörte folglich bei Jesus auf zu wirken und bei Christus sehen wir einen Übergang zu einer anderen menschlichen Natur. Das ist eine radikale Wandlung der menschlichen Natur. Vorher lebte das Hebräertum nach dem strengen mosaischen Gesetz, das als die zehn Gebote erhalten und befolgt wurde, wobei es viele „Ohrfeigen“ bekam. Je mehr das Hellsehen verloren ging, desto stärker transformierte sich die Kraft der alttestamentlichen Anschauung in eine Schrift. Nach der babylonischen Gefangenschaft begann der große Reformator Esra alle Sagen und Überlieferungen zu sammeln und sie aufzuschreiben. Allmählich gestalteten er und Nehemia jenes Buch, das wir als das Alte Testament kennen. Natürlich war das ein langer Prozess, der erst Ende des ersten Jh. n.Chr. zu Ende ging. Ich erwähne das, weil wir später sehr aufschlussreiche Bezüge herstellen werden.  So begann sich die hebräische Anschauung in schriftliche Werke zu verwandeln. Zur Zeit der Makkabäer, also gegen das zweite Jh.v.Chr. gab es schon zahlreiche Schriftgelehrten. Vom direkten Kontakt Abrahams mit den drei Erzengeln und Gott kam es also über Moses, Elija, Salomo zu den Schriftgelehrten. Wir wissen, wer sich gegen Jesus während der Zeitenwende stellte – die Schriftgelehrten. Sowohl die Pharisäer als auch die Sadukäer versuchten die Schriften zu deuten. Die Propheten vor ihnen begannen ihre Worte immer mit „So sprach Gott“. Die Gelehrten dagegen deuteten nur die Schriften und niemand von ihnen sagte „So sprach Gott“, denn sie hatten keinen Kontakt zu Gott bzw. zu einer höheren Wesenheit. Wir wissen z.B., dass Jakob zum fünften Himmel erhoben wurde, also kam er die Himmelsleiter hinauf zu der Reihe der Elohim. Je tiefer die Menschheit hinuntersteigt, desto niedriger ist der Rang derjenigen Geister, mit denen sie Kontakte hat – von den Archai, Erzengel, Engel usw. kam es zum Eintritt der niederen Wesen ins geistige Leben. Wir wissen, wie Jesus mit einem dreifachen Problem konfrontiert wurde, als er Kontakte mit den Essenern, den Heiden und dem Judaismus hatte, denen jenes dramatische Gespräch mit seiner Mutter folgte, das Steiner im „Fünften Evangelium“ schildert.

Ende des ersten Jahrhunderts, als das salomonische Tempel längst durch die Legionen des Titus vernichtet war, kamen die Ältesten zusammen und formten diese Variante des Alten Testamentes, die den Anspruch erhob, von Gott inspiriert worden zu sein. Diese Variante haben danach die Christen übersetzt und mit jeder weiteren Übersetzung in die modernen Sprachen schwand der Geist der alten hebräischen Sprache aus der Bibel. Auch aus den Evangelien, die auf Griechisch verfasst wurden (nur das Matthäus-Evangelium wurde auf Hebräisch verfasst), schwand der Geist. Später werden wir auf ein Gleichnis eingehen, das ein Wort enthält, über dessen wahre Bedeutung jahrhundertelang niemand gekommen war.

Bevor wir zur zweiten Linie kommen, die zu Mekka führt, müssen wir auf etwas eingehen, was für das Christentum Wesentliches von großer Bedeutung ist. Am Anfang der Vorlesung habe ich erwähnt, was auf das Christentum jetzt zukommt, wenn die Migranten in Massen nach Europa kommen. Wir wollen einen Blick auf das werfen, was in der Vergangenheit dem Christentum entgegentrat und es demjenigen gegenüberstellen, was ihm gegenwärtig entgegentritt, denn der Islam ist auch Wandlungen unterzogen. Damit wir begreifen, wie wir auf die heutigen Ereignisse reagieren sollen, müssen wir tiefer in das Wesen des Christentums eintauchen, in die Tatsache, dass das Wort Fleisch wurde. Das Johannes-Evangelium beginnt mit den Sätzen: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“ „Im Anfang war das Wort“ verweist auf die Ewigkeit. Der eingeborene, der absolute Sohn weilt in der Ewigkeit und dort gibt es keine Dynamik. In der nächsten Phrase „und das Wort war bei Gott“ bedeutet „bei Gott“  „ich und du“. In den ersten zwei Phrasen dieses Evangeliums also, die uns das wahre Wesen des Sohnes zeigen, gibt es zwei grundlegende Eigenschaften – Ewigkeit („Im Anfang war das Wort“)  und das Vorhandensein zweier Wesen („das Wort war bei Gott“), in denen das eine, also das Wort auszieht, um die endlose Ewigkeit zu erkennen, die den Vater ausmacht. Der Vater ist Liebe und damit die Liebe existieren kann, muss es „du und ich“ geben. Damit die Liebe existiert, muss man die Freiheit der Wahl haben, diese Liebe mit jemandem zu teilen. Der Vater ist absolut frei, und beschließt, einen Sohn zu haben, der aus der Ewigkeit in seinem Schoß selbst kommt – das ist das Prinzip der Ewigkeit. Gleichzeitig ist der Sohn bei Gott und der Vater gibt ihm die Möglichkeit, ihn zu erkennen. Dieses Prinzip der Ewigkeit ist es, das später, im vierten Jahrhundert beim Konzil von Nicäa, in den Kanon des Christentums als „den Sohn eines Wesen mit dem Vater“ eingetragen wurde. „Eines Wesens mit dem Vater“ bedeutet das Ewigkeitsprinzip. Unser bulgarische Sprache prägte das Wort подобносъщен ‚ebenbildlich‘, denn das bulgarische Christentum stammt vom Apostel Paulus, dessen Brief sich an die Bewohner  Philipoppolis‘, der heutigen Stadt Plovdiv wendet, (Die Thrakerin Lydia war die erste Christin, die Paulus in Europa, am Fluss Maritza eingeweiht hat) sowie vom Apostel Andreas dem Erstberufenen, der als Erster nach Johannes dem Täufer den Gott erkannt hat. Ebenbildlich war der Begriff, mit dem der Sohn definiert wurde und das Wort war auch im Glaubensbekenntnis der Bulgaren enthalten, einschließlich in Justiniana Prima bzw. im Erzbistum Ohrid, bis es von der sog. Orthodoxie, dem byzantinischen Christentum vernichtet wurde. Die Orthodoxie hat nichts zu tun mit dem ursprünglichen bulgarischen Christentum. Woher haben die Menschen damals dieses bemerkenswerte Wort gekannt? Höchstwahrscheinlich von Paulus, denn wir werden gleich auf Worte von ihm eingehen, die nicht in den Evangelien, sondern im Brief an die Hebräer enthalten sind. Nicht zufällig findet man diese Worte dort. 1905 sprach Steiner darüber, dass die Substanz des Sohnes während seiner Schaffung die gleiche wie die Substanz des Vaters ist, aber das Leben des Sohnes sich vom Leben des Vaters, des ersten Logos unterscheidet. Der erste Logos schafft den zweiten Logos, d.h. der Vater schafft den Sohn und die Substanz des Vaters ist die gleiche wie die des Sohnes, aber Letzterer hat ein anderes Leben. Es gibt einen Unterschied, es gibt bereits ein „Du und ich“. Das sind die beiden Prinzipien – die Ewigkeit und das unterschiedliche Leben. Anderenfalls bleibt der Vatergott transzendent und es besteht keine Chance, dass die Menschen Ihn erkennen, dann ist auch kein Mysterium von Golgatha notwendig, wenn dieses ursprüngliche Vater-Sohn-Verhältnis fehlt. Die Beziehung zwischen ihnen besteht also nicht ein für allemal in der ganzen Ewigkeit, sondern sie unterliegt einer Wandlung. Es gibt nichts Aufregenderes als das, denn wenn wir diesen Umstand begreifen, bedeutet das, dass wir durch den Sohn den ganzen Vater in der Ewigkeit erkennen können. Das, was Christus, die christliche Weltanschauung gibt, bietet den Menschen die freie Wahl, mit der sie die göttliche Vorsehung und alle möglichen Stufen, d.h. den ganzen Vater berühren können, der allerdings unerforschbar ist. Mit dem heutigen Christentum des Heiligen Geistes ist es möglich, dass diese hohen Gipfel erstiegen werden – etwas, was noch nie in der Menschengeschichte möglich war. Deshalb sagte Christus, dass die Menschen noch größere Wunder als seine vollbringen können. Wir werden am Ende der Vorlesung wieder auf diese Worte zurückkommen.

Paulus sagt im Brief an die Hebräer (5, 7-8): „Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch erhört, darum daß er Gott in Ehren hatte. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, was er litt Gehorsam gelernt. Und da er vollendet war, ist er geworden allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit“. Hier haben wir zwei Tatsachen von außerordentlicher Wichtigkeit. Christus wurde erhört und er lernte Gehorsam, obwohl er Gottes Sohn war. Woher hat Paulus diese Worte gekannt, die in diesem Sinne in keinem der vier Evangelien vorkommen?  Paulus hatte bei seinem wachen Tagesbewusstsein eine Begegnung mit dem ätherischen, mit dem auferstandenen Christus. Kein anderer Mensch hatte so eine Begegnung erlebt. Aus welchen Quellen konnte er genau diese Worte an die gotterwählten Hebräer schreiben? Der ganze Brief an die Hebräer enthält Botschaften von immenser Wichtigkeit.

Was bedeutet, dass der Sohn erhört wurde? Als er im Garten Gethsemane weilte, in einem der größten Augenblicke der Menschengeschichte, als die Frage nach der freien Wahl und der gesamten nachfolgenden Menschenevolution entschieden wurde, war sein physischer Leib dabei zu zerfallen…

Was ich jetzt sagen werde, habe ich irgendwo gelesen, aber nun wurde es mir von oben bestätigt, wofür ich sehr dankbar bin! Als Christus vom Vater geschickt wurde, um Tod und Auferstehung zu erleben, warnte er die Jünger: „Dieser Tempel wird zerstört und ich werde es wieder aufbauen, Matthäus 24). Er wusste aber nicht, dass sein erschöpfter physischer Leib – das Instrument, welches den Tod und die Auferstehung ermöglichte, denn ohne dieses Instrument hätte es kein auferstandenes Phantom des physischen Leibes gegeben – wegen der Verbrennung durch das makrokosmische Ich, das seit mehr als zwei Jahren in ihm weilte, zerfallen konnte. Im Garten Gethsemane stand Christus vor einer großen Frage. Er war dabei, zu zerfallen, bevor Er gekreuzigt wurde. Wie hätte er dann den göttlichen Willen erfüllt? Das war völlig unverständlich für ihn. Steiner deutete die Worte mit dem Kelch, der an Ihm vorbeigehen sollte, als Einsamkeit, doch es sind auch weitere Deutungen möglich. Der Kelch bedeutet auch das große unbekannte Ereignis, was Christus bevorstand, und zwar nicht in Hinblick auf den Tod und die Auferstehung, sondern in Hinblick auf die Art und Weise, wie Er den Leib bis zum Kreuz bringen konnte. Wie sollte er diese letzte Prüfung meistern, die ihn dazu bewegte, gerade dort sich mit den Worten „Mein Vater“ an den Vater zu wenden, die er in den drei Jahren auf Erden nie benutzt hat. Hier ist das Gefühl des Sohnes, das Christus zu seinem Vater empfindet, zu einer unvorhergesehenen Höhe erhoben. Was bei Isaak unter dem Messer Abrahams als Demut existiert, wird hier zur höchstmöglichen Demut erhoben, die ein Wesen empfinden kann: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst“. Das bedeutet: „Ich weiß nicht, wie ich diese Herausforderung meistern werde und ich überlasse mich deinem Willen, denn ich weiß, dass du Liebe bist.“ Egal, was einem Christen passiert, doch selbst bei den größten Prüfungen muss er das grundlegende Gefühl haben, dass der große Wille Gottes, der Liebe ist, über alles in der Welt wacht. Das können nur die Christen in diesem Sinne haben. Wer sagt das? Das sagt ein göttliches Wesen, das sagt Christus. Hier haben wir den dritten Satz im Johannes-Evangelium „und das Wort war Gott“. Also, zunächst gibt es die Ewigkeit, dann die Dynamik, dann wird bestätigt, dass der Sohn „eines Wesens“ Gott war. Warum wird das bestätigt? Hier erheben wir uns zu einem noch mächtigeren Verständnis des Christentums, das mit der freien Wahl und der Göttlichkeit zusammenhängt. Christus sagt: „Mein Vater ist mehr als ich.“ Das sagt ein göttliches Wesen. Nur ein göttliches Wesen, das seiner Göttlichkeit gewahr wird, kann das äußern. Manch einer könnte sich wundern, denn jeder von uns weiß, mein Vater ist mehr als ich und jeder kann das sagen. Aber das stimmt nicht. Wenn ein Mensch sagt „Mein Vater ist mehr als ich“, ist das Gotteslästerung und Missachtung der Subordination. Warum? Die Menschen arbeiten nicht mit ihrem Ich, das sie göttlich macht, sondern mit dem Schatten ihres Ich, das von den Elohim stammt. Das ist das nicht individualisierte Ich, das Abbild jenes Ich auf der Stufe des niederen Menschen-Ich. Heute benutzen die Menschen ihr niederes Selbst und deshalb denken sie abstrakt. Wenn jemand von diesem niederen Ich ausgeht und sagt „Mein Vater ist mehr als ich“, versetzt er sich in die Situation, dass er ein göttliches Wesen ist. Wenn man das von seinem niederen Selbst ausgehend sagt, ist das Gotteslästerung, denn man ist kein göttliches Wesen, man ist nicht zum wahren Erleben des Ich-bin-Prinzips herangereift. Nur ein Mensch kann das sagen, in dem eine Explosion und Individualisierung des Ich stattgefunden haben. Ich habe in meinem Buch „Der Weg zum Ich“ Sachen geschrieben, die einem vielleicht irrsinnig vorkommen. Das Wesen meines dort beschriebenen Erlebnisses war das Empfinden, dass ich nicht einfach ein göttliches Wesen bin, nicht gottesgleich, sondern der Vatergott selbst. Stellen Sie sich vor, was für ein Erlebnis das ist! Wenn ich so etwas erlebt habe, gehöre ich entweder in die Irrenanstalt, oder ist das Gotteslästerung oder etwas anderes. Was ist das Dritte? Was ermöglichte einem Menschenwesen das Erleben, das den Worten Christi „Ich und der Vater sind eins“ näher kommt,  d.h  „Er und ich sind das Gleiche“, ich bin quasi der Vatergott, obwohl hier auch der dynamische Aspekt zwischen Sohn und Vater existiert? Das war dieser Akt der größtmöglichen Demut im Garten Gethsemane  – „dein Wille geschehe“ –, was keine fatalistische Unterwerfung unter den Willen Gottes ist, sondern auch den dynamischen Aspekt enthält („also geschehe dein Wille“). Christus sagt eigentlich: „Vater, mach durch mich das, was du gedenkst, ich erlaube es Dir“, d.h. „Mach, dass mein Leib wirklich nach oben kommt, koste mich, was es wolle, selbst wenn ich diesen Kelch annehmen soll, denn der Kelch, von den Jüngern unverstanden und verlassen zu sein, ist, wie auch Steiner sagt, der “kleinere“ Kelch. Der größere Kelch, die größere Prüfung ist, dass Er Gott erlaubt, alles mit Ihm zu machen. Das ist ein viel tieferes Verständnis des Christentums und es führte dazu, dass Er erhört wurde, wie Paulus sagt. Und es kam der Engel Vidar und verlieh seinem Ätherleib ätherische Kräfte, damit der physische Leib belebt werden und den Hügel Golgatha erreichen konnte. Aber gleichzeitig lernte Er Gehorsam, wie Paulus sagt. Dank dieser Tatsache können die Menschen von da an erlöst werden. Das war die größtmögliche Hingabe an den Willen Gottes. Diesen Begriff ‚Hingabe’ sollen wir uns sehr gut merken, denn Islam bedeutet „völlige Hingabe an Gott“. Das, was Christus im Garten Gethsemane machte, ist das Urbild, das absolute Maß einer Hingabe an Gott, die überhaupt irgendwo existieren kann. Mit dieser Hingabe wendete Er alle göttlichen Gesetze an, alles, was vom Gott erbeten werden konnte. Und das geschah auf dem physischen Plan, als Er fast zerfiel und den ganzen Willen seines physischen Leibes anstrengen musste – im dynamischen Aspekt, nicht im fatalistischen Sinne, dass der Gott das Nötige tun würde. Er wird gewahr, dass es eine göttliche Vorsehung gibt, aber Er kennt diese nicht. Er weiß, dass Er diese Prüfung meistern muss. Und Gott gibt ihm die freie Wahl, zu wählen, sich zu unterordnen. Das ist die Kulmination und deshalb sprach Beinsa Douno folgende Worte: „Im Garten Gethsemane wurde dem Christus die ganze Vergangenheit offenbart, nach diesem Gehorsam wurde ihm am Kreuz der ganze Plan Gottes für die Zukunft geoffenbart.“ Der Plan Gottes kann also nur nach und nach Menschen offenbart werden, die ein individualisiertes Ich haben. Natürlich wird das nach und nach geschehen, nicht auf einmal. Das ist ein ewiges Eröffnen, eine ewige Reise und es gibt nichts Aufregenderes als das, das ist der Sinn des menschlichen Lebens. Deshalb sagte Paulus „nicht ich, sondern Christus in mir“.

Als ich jenes Erlebnis hatte, dass ich der Vatergott selbst bin, war der „Aufzug“, um diesen technischen Begriff zu benutzen, der mich hinaufhob, das Christus-Ich. Als Christus von der Trinität herunterstieg, ging er über diese Substanz, die von den Elohim kommt und die jeder von uns individualisieren muss. Diese Substanz wurde danach vom Christus-Ich durchdrungen, das durch Tod und Auferstehung gegangen war, durch diesen Gehorsam, durch diese Änderung der Beziehungen zwischen Vater und Sohn in der Trinität. Das ermöglichte die Ankunft des Heiligen Geistes im Menschen und die Trinität kann auf eine neue Weise im Menschen leben, die bisher nicht möglich war. Das Christus-Ich war dasjenige, was durch das Aufheben meines niederen Ich in jenem Augenblick und das Ankoppeln an das höhere Ich mein Ich wie in einem Aufzug hinaufhob.

Das ist nicht das Manas, was der vergeistigte Astralleib ist, sondern mein Ich selbst. Das Ich, das von den Elohim individualisiert und durch den Aufzug des Christus, durch sein makrokosmisches Ich durchdrungen wurde, erhebt einen zum Erlebnis, dass man der Vatergott selbst ist. Nichts anderes kann uns zum Vatergott führen, damit wir ihn erforschen und dadurch ein grundlegendes Erlebnis haben. Danach muss man, um nicht verrückt zu werden, den langen Weg zurücklegen, auf dem man Christus studiert und nicht das Ego, sondern Christus soll in einem arbeiten, damit ihm erlaubt werden kann, den Vater zu studieren. Damals begann meine große Reise zu Christus. Im Christentum besitzt also die Frage nach dem Gehorsam, nach der Unterwerfung unter den Willen Gottes und der freien Wahl außerordentlich tiefe Ebenen, ohne deren Verständnis wir in die Büsche gehen können, wo wir mit unserer Menschenvernunft nur rätseln würden über diese grundlegenden Fragen des Christentums, mit denen de facto unsere Menschennatur verändert wurde. Wenn wir diese Prinzipien im Christentum nicht kennen, wissen wir nicht, worüber wir verfügen und können nicht zu Mitstreitern Gottes werden. Schon im Alten Testament wurde uns dieser Weg angedeutet und mit dem Hinunterstieg des Heiligen Geistes wurde der rote Teppich vor uns entrollt, damit wir auf ihm gehen und zu Mitstreitern Gottes werden können. Das steht in der Offenbarung des Johannes (3:20): „(wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut), zu dem werde ich eingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir“. Wie kann das geschehen? Wenn es „du und ich“ gibt, wenn Christus an das Ich klopft und der Mensch ihm die Tür aufmacht, damit Er hereinkommen kann.

Christus hat seine Aufgabe erfüllt und das Christentum mit all seinen Zweigen ins Leben gerufen. Wir wollen nun zum anderen Weg schauen – dem Mekka-Weg von Abraham über Ismael zu Mohammed in Mekka. Im Jahre 570 oder 571 wurde Mohammed im Stamm der Quraisch geboren. Dieser Stamm gehört zu den Nachfahren Ismaels, d.h. Mohammed ist wirklich der direkte Nachkomme des Ismael über viele Generationen. Ismael wurde geboren, bevor das Prinzip der Trinität zur Geltung kommen konnte, er kam 13 Jahre früher als Isaak zur Welt. Mekka war damals ein Handelszentrum, durch das die Weg der Karawanen in Richtung Nord-Süd und Süd-Nord gingen und dort hielten. Es war ein wichtiges, vermögendes Zentrum in der arabischen Wüste. Der schon früh verwaiste Mohammed wurde von Verwandten großgezogen. Er war ein mystisch gestimmter Junge, der sich gern zurückzog. Als Mohammed älter wurde, arbeitete er als Karawanenführer. Vielleicht kam er in dieser Zeit mit Juden in Kontakt, wir wissen, dass die Juden ausgesiedelt wurden, nachdem Titus den Tempel von Jerusalem zerstört hatte. In jenen Gebieten gab es auch Juden. Als Mohammed  im Jahre 595 heiratete, lebten dort auch Christen aus den Zweigen der gnostischen Christen und der Nestorianer. Diese hatten besondere Ansichten über das Christentum. Damals gab es verschiedenartigen Ansichten, manche folgten dem Kanon, andere nicht, es gab auch Heiden. Mohammed heiratete 595 im Alter von 25 Jahren die reiche 40jährige Witwe Chadidscha, für die er zuvor gearbeitet hatte. Er liebte diese schöne Frau sehr, sie gebar ihm vier Töchter und Söhne, die allerdings früh starben. Seine Lieblingstochter war Fatima. Im Jahre 610, also ungefähr in seinem 40. Lebensjahr, wurde Mohammed berufen. Von diesem Ereignis beginnt die Geschichte des Mohammedanertums. Auf dem Berg Hira zog sich Mohammed gern zurück. Der Berg ist überhaupt ein menschenleerer Ort, an dem die Verbindung zur geistigen Welt leichter zustande kommt. Dort erschien ihm nach eigener Aussage der Engel Dschibril/Gabriel. Dieser entfaltete vor ihm die Sternenschrift – darunter ist eine Imagination zu verstehen – und befahl ihm sie zu lesen. Im Laufe von 22 Jahren, von 610 bis 632, als Mohammed im Juni im Alter von 62 Jahren starb, empfing er den Koran. 114 Suren umfasst der Koran, wobei jede Sure eine verschiedene Anzahl von Ajats (Versen) hat. Die längste Sure besteht z.B. aus 285 Versen. 22 Jahre lang sah Mohammed nach eigener Aussage immer die mächtige Figur des Dschibril, der sich in den Himmel erhob, egal ob er nach oben, unten, rechts oder links schaute. Dschibril diktierte ihm die Suren. Ob dieser Dschibril mit Gabriel aus dem Lukas-Evangelium identisch ist, wo er einzig namentlich erwähnt wird, bezweifle ich sehr. Zwar kann man, wenn man den Koran aufschlägt, vorne die Information lesen, etwa dass Dschibril Gabriel ist, Moses – Mussah, Jakob – Jussuf und Jesus – Issah. Aber dieser Dschibril ist nicht der Erzengel Gabriel, der Maria erschien, um ihr die frohe Botschaft zu verkünden.

Mohammed war Analphabet und die Suren wurden durch andere aufgeschrieben. Die ersten Suren wirkten mit einer ungestümen Elementargewalt in ihm und er beeilte sich, sie aufschreiben zu lassen, wobei sie durch seine arabische Wahrnehmung der Welt abgefärbt wurden. In Europa zeichnen sich die Menschen durch eine ganz andere Natur aus, sie empfinden die Welt ganz anders als die Menschen auf der Arabischen Halbinsel. Diese Suren sind also durch seine Wahrnehmung abgefärbt. Wer den Koran liest, wird bemerken, dass sich die ersten Suren am Ende des Korans befinden, denn alles wird rückwärts wie in der arabischen Schrift gelesen. Im Laufe der Zeit hat man versucht, die Suren chronologisch zu ordnen, eingeteilt in Suren aus Mekka und Medina. Die ersten Suren sind kurz und sehr mächtig, man spürt die große Begeisterung. Zweifellos hatte Mohammed geistige Erfahrungen. Die Suren aus Medina enthalten dagegen endlose Wiederholungen, die äußerst schwer zu lesen sind, es gibt Regeln, Gesetze, eingehende Anweisungen. Es sind also große Unterschiede im Aufenthalt Mohammeds in Mekka und Medina zu verzeichnen.

Etwa im Jahre 621 kam Mohammed in die Stadt Ta’if und wollte den dortigen Bewohnern seine Erfahrungen verkünden. Da sie ihn auslachten, ging er in die Wüste, wo er von einer Menge Dschinn umkreist war. Was sind die Wesenheuten, mit denen er in Kontakt war? Im Koran ist die Hierarchie der Bewusstsein besitzenden Wesenheiten dreistufig. Unten sind die Menschen, dann kommen die Dschinn, was eigentlich die Naturgeister sind, dann kommen die Engel und oben an der Spitze steht Allah. Das ist die hierarchische Ordnung des Islam. In den einzelnen Suren kann man Details der geistigen Erlebnisse Mohammeds finden. Aber das Studium des Korans wird für den gegenwärtigen Europäer der Bewusstseinsseele sehr erschwert durch die Stilistik, die das Seelenleben Mohammeds zum Ausdruck bringt. Allerdings müssen wir wissen, was dort steht und gegenwärtig zu uns herströmt. Es ist bereits nach Europa gelangt und wird in noch größeren Ausmaßen hierherkommen. Was kam früher auf uns zu und was jetzt? Zuerst müssen wir die Diagnose kennen, um das Medikament auszuwählen, dann müssen wir den Willen haben, es einzunehmen.

Mohammed war also von Dschinn umkreist, er begann zu beten mit den Worten, die Gott ihm gab im Koran und die Dschinn hörten aufmerksam zu, ohne sich zu rühren. Diese Dschinn sind eigentlich Naturgeister. Im Koran werden die Dschinn als Wesenheiten aus einer Feuersubstanz beschrieben, aber aus einer rauchlosen Substanz und mit einem Luft- und Feuerwesen. Wahrscheinlich spricht er über die Sylphen und Salamander, obwohl diese Namen dort nicht vorkommen. Aber das sind die Dschinn eigentlich. Die Engel sind verschiedenartig, wobei Dschibril der Hauptengel für Mohammed ist, der ihm den ganzen Koran diktiert.

Das bemerkenswerteste Erlebnis Mohammeds war seine berühmte Nachtfahrt. Das ist seine Himmelfahrt, die sehr aufschlussreich ist und einen sehr wichtigen Akzent enthält. Die Himmelfahrt geschah unmittelbar nach der Begegnung mit den Dschinn – also Ende 621 – Anfang 622. Während Mohammed in Mekka schlief, kam der Engel Dschibril, Mohammed wachte auf und Dschibril sagte ihm, er solle mitkommen. Mohammed wurde von der Moschee in Mekka mitgenommen und bestieg das wundersame weiße Pferd Buraq. Wir wissen, dass das weiße Pferd in der Apokalypse von Johannes die erleuchtete Vernunft bedeutet. Zweifellos geht es hier um eine geistige Erfahrung mit erleuchteter Vernunft. Mit großer Geschwindigkeit trug ihn Buraq von der Moschee in Mekka zu der Moschee Al Aksa, die sich nah der Klagemauer in Jerusalem befindet. Sie sehen, wie die Heiligenstätten des Islams und des Judaismus nebeneinander liegen, Ismael und Isaak stehen dort Schulter an Schulter. Mohammed sieht viele Propheten, wobei Moses und Abraham namentlich erwähnt werden, nicht zufällig spielt die abrahamitische Tradition, die auch die hebräische Tradition ist, eine fundamentale Rolle im Islam. Es wird eine Lichtleiter hinuntergereicht und Mohammed steigt zusammen mit Dschibril die Leiter hoch. Sie kommen bis zum siebten Himmel. Eine der besonderen Erlebnisse ist die Begegnung mit dem Engel des Himmels und der Erde, dessen Körper aus Eis und Feuer besteht. Diese zwei Substanzen ändern ihr Wesen nicht, wenn sie sich vermischen. Das sind eigentlich die Liebe und die Reinheit, die Liebe ist das Feuer, das Eis ist die Reinheit. Nachdem Mohammed bis zum siebten Himmel gelangt war, sagte Dschibril, dass er ihn nicht beim weiteren Aufstieg begleiten darf. Mohammed durchlief zwei leuchtende Lichtsphären und eine dunkle Sphäre und stand dann vor Allah selbst, dessen Gesicht mit 20000 Schleiern bedeckt war, denn würde man ihn direkt ansehen, würde das Bewusstsein verlöscht werden. Der Koran ist überhaupt voll mit großen, phantastischen Zahlen, im Islam ist das Phantastische stark vertreten. Die Suren wurden nachträglich angepasst, verändert. Wer die letzte bulgarische Ausgabe liest, wird dort auch sehr naive Deutungen über Jesus und Maria vorfinden, auf die wir gleich zu sprechen kommen.

Diese nächtliche Himmelfahrt Mohammeds wurde danach ausgeschmückt und verschiedene Menschen haben mannigfaltige Elemente hinzugefügt, so dass es unmöglich ist, das authentische Bild wiederzugeben. Aber es gibt eine außerordentlich interessante Tatsache, die mitgeteilt werden kann. Wir stützen uns auf eine Sage aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die nächtliche Himmelfahrt Mohammeds und seine Begegnung mit Allah. Allah streckte einen Arm aus und berührte Mohammeds Schuler, dann legte er seine andere Hand auf Mohammeds Brust. Mohammed spürte dabei eine Eiseskälte. Danach verfiel er in Ekstase, in einen ekstatischen Zustand, kletterte die Lichtleiter herunter und kam auf dem Pferd reitend in sein Bett. Das interessante Detail hier ist, dass Dschibril, der kam, um Mohammed zu wecken, mit seinem Sattel ein Wassergefäß auf dem Tisch streifte, das zu Boden fiel. Als Mohammed von seiner Himmelfahrt zurückkam, fing er das Wassergefäß auf, bevor dieses den Boden erreichen konnte. Die ganze Fahrt durch die sieben Himmel, die zweifelsohne als ein übersinnliches Erlebnis stattgefunden hat, dauerte weniger als eine Sekunde. Das ist außerhalb unserer Zeitmessung, d.h. der übersinnliche Charakter dieser Himmelfahrt steht außer Zweifel.

Nachdem Mohammed dieses Erlebnis hatte, erzählte er den Mekkanern darüber. Die Mekkaner behandelten ihn mit großem Misstrauen und lachten ihn aus. Im Jahre 610, als er berufen wurde, begann er, seine Erlebnisse mit Nachdrücklichkeit zu erzählen und traf überall auf Spott. Was war die Ursache dafür? Wir müssen uns die Atmosphäre klar machen, in der das alles geschah. In den alten Zeiten, als die Verbindung zur geistigen Welt noch existierte, waren die Menschen, die diese Verbindung herstellen konnten, Wahrsager. Sie wurden ‚Dichter’ genannt, denn das arabische Wort für ‚Dichter’ hat die Bedeutung „Wahrsager“. Diese Stammesmitglieder wurden früher vom Stammführer gebeten, sich an die geistige Welt zu wenden, um den feindlichen Stamm vor einem Kampf etwa zu verwünschen oder eine Wohltat für den eigenen Stamm zu erbeten. Das Wort war damals nicht wie jetzt bedeutungslos, sondern es hatte eine mächtige okkulte Kraft. Eine Verwünschung wirkte stark, was auch im Alten Testament beschrieben wird. Die Menschen, die solche Worte aussprachen, wurden also ‚Dichter‘ genannt. Auch Homers Muse, von der er sagte, dass sie ihm half, die „Ilias“ zu schreiben, war eigentlich ein übersinnliches Wesen. Aber in der Zeit, in der Mohammed lebte, das war das Ende des sechsten Jahrhunderts, war das Hellsehen längst untergegangen. „Der Untergang der Götter“ hatte bereits stattgefunden. Dieser „Untergang“ fand am spätesten beim zukünftigen Germanentum und bei den alten Bulgaren statt. Nicht zufällig erwähnte Steiner, dass im vierten Jh.n.Chr. alle, die das Gegenüberstellen der hellen und dunklen Mächte sehen konnten, ‚Bulgaren’ genannt wurden (GA 237, 65). Unter Mohammeds Stammesgenossen aber wurde dieser Blick in die geistige Welt viel früher versperrt und wir werden später sehen, warum das so war. „Der Untergang der Götter“ fand also statt, die dunklen Wesenheiten mischten sich ein und entfalteten ihre Wirkung unter die Menschen. Deshalb misstrauten die dortigen Menschen jedem, der vor sie trat und über Offenbarungen sprach, die von oben empfangen wurden. Mohammed selbst sagte, dass er seine Offenbarungen vom Allah, dem Obersten bekomme. Allah existierte als Begriff unter diesen Menschen. Im tiefsten Altertum war die Vielgötterei natürlich, denn die Menschen waren hellsichtig und sahen verschiedene geistige Wesenheiten. Bei Abraham können wir nicht von einem Konflikt zwischen Vielgötterei und Monotheismus im Sinne der späteren Zeit reden, denn er konnte selbst die drei Erzengel sehen, die zu ihm kamen. Erst später kristallisierte der Monotheismus in den zehn mosaischen Geboten heraus, deren erstes Gebot den Monotheismus betraf – „Du sollst keine Götter haben außer mir“. Im Islam wird die hebräische Tradition auf eine besondere Art in der neueren Zeit nach dem Golgatha wieder geboren. Natürlich trat der Monotheismus, der dort aufkam, viel radikaler jeglicher Vielgötterei entgegen. Im Islam lebt ein tiefer Widerwillen gegen die Vielgötterei und die Trinität selbst wird als eine Form der Vielgötterei empfunden. Deshalb nahmen die Menschen in jenen Gebieten, in denen das Hellsehen bereits verschwunden war, jeden, der über Offenbarungen von Dschinn sprach, als einen Dichter wahr, der sich alles ausdachte. Der Begriff ‚Dichter‘, der früher ‚Wahrsager‘ bedeutete, wurde zum Begriff des reinen Dichters, der alles erdichtet, ins Besondere ging es um satirische Verse über Herrscher, Missstände im Wirtschaftsleben u.dgl. Deshalb wurde Mohammed ausgelacht und sogar mit Steinen beworfen, als er mit seiner Prophetie begann. Es ist übrigens immer so – der Prophet ist im eigenen Land nichts wert. Deshalb war der sensible Mohammed sehr betrübt, dass er für einen Dichter gehalten wurde. Als er später große Macht erhielt, verfolgte er die Dichter. Doch später wurden sie zu seinen Vertrauten, sie begannen ihn zu loben und am Ende schloss Mohammed mit der Erringung der absoluten Macht Frieden mit den Dichtern. Er war der erste Kalif, der das Kalifat als Stellvertreter Gottes gründete.

Mohammed berichtete über seine nächtliche Himmelfahrt und niemand glaubte ihm, sogar seine Anhänger waren skeptisch. Erst nachdem der ältere Abu-Bakr, der nach ihm zweiter Kalif wurde, erklärt hatte, dass das stimmt,  glaubten ihm die Menschen. 621 ging Mohammed nach Medina, was die Zeit der Hidschra ist – die Auswanderung von Mekka nach Medina, der Stadt, die ursprünglich Yathrib genannt wurde. Im Herbst 622 beginnt die Zeitrechnung für die Moslems. Im Unterschied zu Mekka fühlte sich Mohammed in Medina wohl, er bekam einen guten Empfang und gewann in kürzester Zeit die nahezu vollständige politische und militärische Macht. 632 starb Mohammed. In nur zehn Jahren hatte er alles erreicht. Stellen Sie sich vor, was in Mohammed steckte, was geschehen musste mit dem Einverständnis Christi, der die ganze Macht im Himmel und auf Erden hat! Mohammed kämpfte gegen die Mekkaner, 630 kam er triumphierend nach Mekka und das Mohammedanertum wurde zur vereinigenden Religion für die ganze Arabische Halbinsel. Die Menschen mit den Karawanen, in denen die dunklen Geister frei wirkten, hatten immerhin den Glauben an einen transzendenten Allah, diese Vorstellung hatte schon in den alten Zeiten der Vielgötterei existiert, als die Menschen Engel und Naturgeister sahen. Die Menschen spürten, dass über all diese Vielgötterei etwas Einheitliches steht. Aber zur Zeit Mohammeds hatte kein Mensch mehr diese übersinnlichen Erfahrungen und deshalb kam er leicht zur Idee des einheitlichen Gottes im absoluten Sinne. Als 632 Mohammed starb, war der Islam bereit, die Welt zu erobern. 620 starb Mohammeds geliebte Frau Chadidscha, damals war er noch in Mekka. Als er ihr von seinen ersten Erfahrungen im Berg Hira erzählte und Angst hatte, von den dunklen Geistern Shaitans besessen zu sein (im Islam wird nicht zwischen Luzifer und Ahriman unterschieden), beruhigte ihn Chadidscha und sagte ihm, dass er berufen ist und eine große Mission zu erfüllen hat. Mohammed war unpässlich und ließ Chadidscha ihn in einen Umhang umhüllen. Deshalb ist in den ersten Suren von dem „Umhüllten“ zu lesen. Manche gegenwärtigen Forscher vermuten, dass er epileptische Anfälle hatte, aber das stimmt nicht, sein Kontakt zur geistigen Welt war atavistisch, deshalb fühlte er sich unwohl und befürchtete, vom Shaitan besessen zu sein. Seine Frau spielte eine sehr wichtige Rolle in seinem Leben, bis zu ihrem Tod hatte er keine andere Frau berührt. Nach ihr hatte er 14 Frauen und die Suren wurden so angepasst, damit sie seine Taten rechtfertigen konnten. Die Suren von Medina unterscheiden sich sehr stark von den Suren aus Mekka, manche sind sogar gegenteilig.

Nach seinem Tod zog der Islam mit außerordentlicher Macht und Kraft in die Welt, um sie zu erobern. 632 starb Mohammed, nur sechs Jahre später, 638, kam der Kalif Omar, der Abu Bakr folgte, auf einem weißen Kamel reitend in Jerusalem ein, dann eroberten die Mohammedaner Syrien, Persien, Nordafrika. Im Jahre 711 kamen sie über die Straße von Gibraltar nach Spanien und zerstörten das späte Wisigotenreich. Sie eroberten Spanien,  überquerten die Pyrenäen und kamen in das Gebiet des heutigen Frankreichs, das damals nicht existierte. Erst in der Schlacht von Poitiers 732 konnten die Araber mit größter Mühe aufgehalten werden. 718 hat der bulgarische Khan Terwel die Araber vor Konstantinopel zurückgeschlagen, 22000 von ihnen wurden ertränkt und die Eroberer kamen nie wieder. In weniger als 100 Jahren betraten die Araber von der Wüste, deren Gebiete der Zug der Weltentwicklung bis dahin noch nie überquert hatte, die Weltbühne. Vom Fluss Indus bis zur Atlantikküste gründeten sie ein Kalifat.

Was steckte in den Arabern und im Islam, damit das ermöglicht wurde und warum war das notwendig? Wir können die heutige Zeit nicht verstehen, wenn wir die damalige Zeit nicht verstehen. Sie schufen eine bedeutende Kultur in ganz Spanien, etwa die Kultur der Mauren in Córdoba. Wir wissen aus der Geschichte, dass unter den Kalifen al- Ma’mun und seinem Vorgänger Hārūn ar-Raschīd  diese Kultur ihren Höhepunkt erreichte. Zuerst war ihr Zentrum in Damaskus, später wurde es nach Bagdad verlegt, dorthin, wo heute der Islamische Staat wütet. Das war das Zentrum des Kalifats damals. Die Beduinen nahmen den Islam an und verbreiteten ihn in die ganze Welt und wurden so zu Kulturträgern. Die Gelehrten, die die Naturwissenschaft, Astronomie, Chemie, Mathematik entwickelten – das alles gab es im damaligen Europa nicht. Die Entwicklung der praktischen Vernunft war damals bei den Arabern sehr fortgeschritten, sie waren Europa um Jahrhunderte voraus. Das damalige Europa „schlief“ fest, trotz des Goldenen Jahrhunderts des bulgarischen Zaren Simeon, die in jene Zeit fällt, und trotz der byzantinischen Kultur, die damals den Höhepunkt der christlichen Welt und Zivilisation darstellte. Die islamische Zivilisation richtete ihren Blick auf die irdische Welt und entwickelte Wissenschaften, die im christlichen Europa nicht gepflegt wurden- Im christlichen Europa stritt man sich um Christus, zu dessen Erlebnis die westlichen Mystiker allmählich kamen. Dem gegenüber stand eine Zivilisation, die ihren Blick auf die irdische Welt richtete und Wissenschaften entwickelte, die im christlichen Europa nicht gepflegt wurden. Im christlichen Europa stritt man über Christus, im Westen begann man ihn allmählich mystisch zu erleben. In Bulgarien entstand das Bogomilentum, während in Konstantinopel man zu einer Orthodoxie überging, in der das Wesen des Christentums abhanden kam. Europa wurde also durch die Niederlage der Araber vor Konstantinopel vor der Zange des Mohammedanertums geschützt, die drohte, es von Osten und von Westen festzudrücken. Europa wurde geschützt, damit das Christentum hier fermentieren und sich im Laufe von Jahrhunderten entwickeln konnte, damit in der heutigen fünften Kulturepoche die praktische Vernunft und das abstrakte Denken zur Entfaltung kommen. Die Araber hatten dieses Denken Jahrhunderte lang in jener glänzenden Kultur entwickelt, im Vergleich zu der Westeuropa wild und unzivilisiert erschien. Jene Kultur wollte sich überall mithilfe des Kalifats durchsetzen und hatte ein großes Selbstvertrauen in die eigene Leistung. Sie leistete einen großen Beitrag zur Entwicklung. Wir wissen, dass die Mohammedaner Aristoteles angenommen haben, unter al-Ma’mun wurde er übersetzt. Sie übernahmen alles von den Völkern, die sie eroberten, da sie sehr neugierig waren. Wegen jener lange andauernden Verschlossenheit auf der Arabischen Halbinsel waren ihre Augen weit offen für alles, was sie bei ihren Eroberungszügen sahen. Egal, wohin sie zogen, überall nahmen sie von den dortigen Kulturen etwas an, aber sie ließen alles durch ihre Weltanschauung, durch ihre Kultur ziehen. Das Christentum war in ganz Europa und Nordafrika verbreitet, aber die Christen dort wurden nicht angetastet. Das, was wir ihnen nachsagen, dass sie große Eroberer sind und die Christen abgeschlachtet haben, stimmte für die damalige Zeit nicht, es gibt genügend Informationen darüber. Den Christen wurde angeboten, den wahren Glauben anzunehmen. Wenn sie es nicht wollten, wurden sie nicht geköpft, sondern wirtschaftlich mehr belastet, sie hatten etwa mehr Steuern zu zahlen, damit sie durch diesen Wirtschaftszwang den Islam zu schätzen lernten. Durch diese glänzende arabische Kultur, die Steiner „das arabische Phänomen“ nannte, kam Europa zum abstrakten Denken, zu Keppler und Kopernikus. Und das alles existierte neben demjenigen, was im Koran beschrieben wird: Hände abhacken fürs Lügen, köpfen, wenn die Frau einen fremden Mann ansieht usw. D.h. wir haben gleichzeitig die Koexistenz einer glänzenden Wissenschaft und einer Einstellung zur Wissenschaft, dem Mitleid gegenüber Armen und andererseits den mohammedanischen Regeln. Wir wissen, dass im Islam das Gesicht Gottes nicht bildlich dargestellt werden darf, denn Allah ist transzendent. Keiner kann ihn sehen, also ist jegliche Darstellung göttlicher Wesenheiten, die ohnehin fehlen im Islam, Gotteslästerung. Deshalb sind die Innenwände der Moscheen mit Suren aus dem Koran verziert. Es wurden erstaunliche Höhen in der Kunst der Kaligrafie erreicht. Aber die darstellende Kunst im Sinne der christlichen Kunst, die wir kennen, die Darstellung von göttlichen Wesenheiten, von Heiligen usw., wurde dort nicht entwickelt. Wir wissen aber, dass die Einstellung zur geistigen Welt über das Imaginative, über das Bild, viel leichter ist als wenn dieses Bild fehlt. Die Araber setzten ihre Kultur durch, die scheinbar aus dem Nichts auftauchte. Was war der Grund für die Entstehung dieser Kultur?

Wir wollen nun die Einstellung des Mohammedanertums zum Christentum und Judentum betrachten, damit wir den Unterschied sehen und begreifen können, warum diese Kultur ausgerechnet auf der wüstenreichen Arabischen Halbinsel als die Aufdämmerung der fünften europäischen Kulturepoche aufkam. Warum ist die Vorsehung Gottes gerade so, wie sie ist und was ermöglichte sie?

In Mohammeds Weltanschauung ist das Wort der Koran, der als Heilige Schrift den Menschen gegeben wurde. Für ihn waren die Christen und die Juden Menschen der Schrift. Nicht zufällig habe ich Esra erwähnt, bei dem im sechsten Jahrhundert die Verwandlung des Judaismus in die Schrift, in das Schriftgelehrtentum vollzogen wurde. Mohammed, der mit bestimmten Christengruppen Kontakt hatte – den Nestorianern und Gnostikern -, schöpfte sein Verständnis des Christentums und seine Einstellung zu ihm von diesen Christen. Und durch den Kontakt zu den dortigen Juden schöpfte er seine Kenntnisse des Alten Testaments von ihnen. All das tauchte er in seine Weltanschauung. Mohammed dachte, dass Juden und Christen auch Menschen der Schrift sind. Zu den Juden hatte er eine sehr gute Einstellung, weil sie von demselben Stammvater herkommen. Und da er der Meinung war, dass er die Gesetze des Moses und Abraham wiederbelebte und ihnen einen mächtigen Trieb als die letzte Offenbarung Gottes verlieh, denn Allah war für ihn auch Abrahams oberster Gott, müssten die Juden eine gute Einstellung zu ihm haben. Im Koran treffen wir auf viele Persönlichkeiten des Alten Testaments, die dort mit abgewandelten Namen erwähnt werden. Aber die Chronologie, die Geschehnisse im Alten Testament wurden dermaßen durch Mohammeds Weltanschauung und Verständnis verändert, so dass sie nicht zu erkennen sind. Als er mit den dortigen Juden stritt, sahen sie, die die Texte im Talmud sehr gut kannten, seine Fehler und lachten über ihn. Er aber bezichtigte sie des Unverständnisses ihrer eigenen Heiligen Schrift. Da Mohammed die Juden nicht als Nachfolger gewinnen konnte und die Juden in Medina stark an politischer und militärischer Macht gewannen, empfand er sie als Bedrohung und bekämpfte sie. Er kämpfte viel, es gab viele, die im Namen Allahs ermordet wurden. Die Gewalt existierte dort. In den seltenen Fällen, in denen im Koran von Liebe die Rede ist, ist es in einem besonderen Sinne.

Die Einstellung zu den Christen war ähnlich, Mohammed hielt sie auch für Menschen der Schrift, aber die Persönlichkeiten des neuen Testamentes, die im Koran vorkommen, sind völlig verändert. Die Geburt des nathanischen Jesus und der Maria, so wie sie im Koran dargestellt werden, haben chronologisch und sachlich nichts zu tun mit dem Neuen Testament. Wenn man kein systematisches Studium eines Themas betrieben hat, kommt es verständlicherweise zu Verstellungen. Die Christen überführten ihn auch der Fehler. Aber er hat sie nicht verfolgt,  im Unterschied zu den Christen, die beschämenderweise andere Christen verfolgt haben. Denken wir nur an Hypatia, die zukünftige Marie Steiner aus dem vierten Jahrhundert, deren Leichnam in Alexandria von Christen zerstückelt wurde. Nicht zu vergessen die Kämpfe von Christen gegen Christen, Katholiken gegen Protestanten, die Inquisition usw. Die Mohammedaner waren damals viel toleranter zu den Andersgläubigen als die Christen zu ihren christlichen Brüdern.

Warum hielt Mohammed die Christen für Menschen der Schrift? Das ist das Fundament seiner Anschauung. Für Mohammed gibt es einen göttlichen Koran oben bei Allah, das Buch der Bücher. Das wurde von Allah über Dschibril zu Mohammed offenbart und das ist die mächtigste Offenbarung, die Mutter aller Bücher. Koran bedeutet „die Mutter der Bücher“. Dieses Urbild des Korans befindet sich bei Allah. Allah hat auch den Juden Schriften gegeben über Abraham, Moses usw. Er hat auch über Issah – Jesus Schriften gegeben, der in seinem Verständnis der Evangelien die Abschwächung des strengen mosaischen Gesetzes ist. Aber eigentlich ist Issah für Mohammed auch ein Mensch der Schrift. Für ihn ist das Wort, das ursprünglich bei Gott war und Gott ist, ein himmlisches Buch. Nie kamen Mohammed und kein Nachfolger von ihm zu der Idee, dass das Wort, das bei Gott war, Fleisch wurde. Für ihn ist es eine Schrift. Deshalb wird im Koran ständig die Vernunft hervorgehoben. Abraham war derjenige Mensch, in dem zum ersten Mal ein Gehirn aufkam, das gerichtet war auf das Gewahrwerden, dass außerhalb von uns ein Gott existiert, der alles umfasst und wir in uns die Vertretung dieses Gottes entdecken können – das ist das Ich-bin-Prinzip. Damit diese Kultur auf der Arabischen Halbinsel unter den Arabern, den Nachkommen Ismaels zu einer Entwicklung kommen konnte, war auch die andere Besonderheit des Denkens Abrahams erforderlich – die Ausrichtung seines Gehirns auf das Erlernen des Irdischen. Deshalb wird in der talmudischen Tradition Abraham als der Vater der Mathematik dargestellt. Nichts bahnt besser den Weg zum zukünftigen abstrakten Denken, das wir heute besitzen, als die Entwicklung dieses Verstandes, der sich auf das Irdische richtet durch die Mathematik. Das wurde zum ersten Mal Abraham eingeprägt. Durch seine Einweihung von Gott wurde er auf das Irdische gerichtet, denn das Wort musste Fleisch werden auf dem Erdenplan. Deshalb sollte diese Religion auf das Irdische schauen, und das wurde bei den Juden durch die Vererbung weitergegeben. Aber da Ismael auch der Sohn Abrahams von seinem Samen war, wurde diese Fähigkeit Abrahams auch Ismael eingeprägt, allerdings ohne die Dreihaftigkeit, die mit Isaaks Stammeslinie anfing. Diese Neigung zur Mathematik existiert bei den Arabern. Als Alexander der Große den Aristotelismus verbreitete, wurde er mit offenen Armen von den Arabern  empfangen. Viel später wurde dieser Aristotelismus durch die mohammedanische Anschauung durchgezogen und es entstand jene spezifische Kultur. In der mohammedanischen Anschauung gibt es einen transzendenten Gott, einen absoluten Monotheismus, dort ist der Mensch ein Diener Gottes, der den Gott niemals begreifen kann. Der Mensch ist für immer vom Gott abgetrennt. Man kann nie Reinkarnationen und Karma haben, nach Ende des irdischen Lebens kommt man entweder ins Paradies oder in die Hölle. Im Koran werden alle geistigen Wahrheiten, die auch im Christentum und im Judaismus grundsätzlich bestehen, in einem viel materialistischeren Sinne dargestellt. Die großen geistigen Wahrheiten sind ziemlich verwischt und man kann im Koran nicht den feinen Unterschied finden zwischen demjenigen, was im geistigen Sinne und im irdischen Sinne geschrieben wurde. So wird einem, wenn man ins Paradies kommt, der irdische Körper wieder hergestellt, damit man ihn dort benutzt. Allah kann einen aber vom rechten Weg abbringen, denn im Islam existiert kein freier Wille, keine freie Wahl. Nach Allahs Vorsehung kann er den Menschen vom rechten Weg abbringen und nie zum rechten Weg zurückführen, man stirbt und kommt in die Hölle, ohne dass einem die Sünden vergeben werden. Der Wille, den Christus im Garten Gethsemane Gesagte manifestierte, als Er „Dein Wille sei“ sagte, existiert im Islam nicht, er bedeutet ja „Hingabe an den Gott“. Aber wir behandeln Mohammed, um zu verstehen, wie die Fehler des Islams zustande kommen. Im Islam kann nie die Idee der Trinität erreicht werden. Dieser Gott, der einem die freie Wahl nimmt, bleibt unerkennbar, transzendent, und deshalb ist das, was er auf der Erde schaffen kann durch seinen Vertreter, den Kalifen, ein Tyrannenreich, das der Vermittler des totalen göttlichen Willens ist. Im Islam gibt es also den Fatalismus, der den Arabern eigen ist. Den geistigen Wahrheiten wird ein irdischer Sinn hineingelegt und dadurch werden sie herabgesenkt. Es kommt zu einer Überlagerung ihrer ausschließlich auf das irdische gerichteten Weltanschauung, mit der Religion, die materialisiert und bestimmte geistige Wahrheiten im Koran herabsenkt, und ihrer Herkunft von Abraham mit der Neigung zur Entwicklung der abstrakten Vernunft. Wegen dieses Materialismus interessieren sich die Araber grundsätzlich nicht für das Jenseits, sondern für diese Welt. In jener Zeit konzentrierten sich die Christen in Europa nur auf das Mystische, Übersinnliche, sie deuteten das Christus-Wesen. Dagegen schauten die Araber nur auf das Irdische. Aber Gott hatte vorgesehen, dass gerade dort der Übergang zur fünften Kulturepoche beginnen sollte. Dort kam die furchtbare Akademie von Gondischapur auf und deswegen erschien der Islam – der ahrimanische Abglanz der Elohimsphäre, wie Steiner sagte (vgl. GA 300a, S.130). Nicht zufällig empfand Mohammed, als er Allah gegenüber stand, eine Eiseskälte. Wer ist der Gott der Kälte und des Todes? Jenes war nicht der eigentliche Ahriman, sondern nur ein Abglanz. Steiner sagte, dass das Mohammedanertum die erste ahrimanische Offenbarung nach dem Mysterium von Golgatha ist. Mohammeds Gott Allah ist ein ahrimanischer Abglanz der Wesen aus der Hierarchie der Elohim, die monotheistisch betrachtet werden. Die mohammedanische Kultur ist ahrimanisch, aber die Seelenverfassung der Seele der Mohammedaner ist luziferisch (vgl. GA300a, S. 130). Die Gemütsverfassung der Mohammedaner ist luziferisch, denn Luzifer war derjenige, der uns an die Erdenwelt befestigte, er hat sich Gott widersetzt und das hat uns zur Erdenwelt hingezogen. Das Mohammedanertum belebte den Monotheismus wieder, der rechtmäßig war in der vorchristlichen Zeit im gotterwählte Volk. Indem das über die arabische Natur ging, die auf das Abstrakte, auf das Irdische eingestellt ist, verlieh es dem Mohammedanertum einen ahrimanischen Charakter. Nicht zufällig formulierte Steiner das als ahrimanischen Abglanz aus der Elohimsphäre. Soviel ich weiß, hat er das Folgende nicht erwähnt, aber die Eiseskälte, die Mohammed bei der Himmelfahrt empfunden hatte, kann der größte Beweis dafür sein, welchem Geist er damals jenseits des siebten Himmels begegnet ist. Diese luziferische Ladung und der Ahrimanismus, die dem Mohammedanertum inneleben, haben in Kombination mit der arabischen Natur trotzdem die ahrimanische Akademie von Gondischapur liquidiert. Gleichzeitig ist die Stilistik des Korans paradoxerweise luziferisch. Wer ihn liest und besonders auf die mekkanischen Suren achtet, wird die bemerkenswerte Begeisterung feststellen können, den reinen Luziferismus, der zur Ekstase und nicht zum Irdischen führt. Im Islam gibt es also eine Art Mischung von Luziferischem und Ahrimanischem und als Zusatz die grundsätzlich ahrimanische Einstellung der Araber. Das ermöglichte es der dortigen Kultur, die den Weg zur fünften Kulturepoche bahnte, auf der Arabischen Halbinsel zu entstehen. Das ist der Grund, warum diese Kultur sich dort entwickelte.

Wenn wir über Allah als transzendentes Wesen sprechen, das dem Menschen den Zugang zu sich selbst überhaupt verbietet, müssen wir das mit dem christlichen Verständnis des Ich vergleichen, denn es interessieren uns diejenigen, die jetzt auf der Erde Moslems sind und diese Weltanschauung haben. Sie alle sind bedingungslose, stimmlose Sklaven des Allah. Im Christentum ist der Sinn des Ich etwas ganz anderes. Zuerst muss der Mensch eine bewusste Seele werden, in der er sich selbst als Ich wiederfindet. In dieser Bewusstseinsseele, die den höchsten Teil der Seele ausmacht, muss er einen Raum erringen, in dem er sein Ego langsam vernichten kann. In seiner Bewusstseinsseele muss der Mensch durch das Ich von den Elohim, das individualisiert wurde, genug Raum freimachen, der  verschlossen wird mit dem Schlüssel Davids. Dieser Schlüssel wird in der Offenbarung des Johannes erwähnt und das ist das Ich.

Zuerst findet man also das Ich durch die Bewusstseinsseele, macht einen Raum frei und schließt ihn ab. Dieses Allerheiligste der Bewusstseinsseele, in dem die größten Wahrheiten aufleuchten, wie überall in der anthroposophischen Literatur steht, muss verschlossen sein. Man kann es nur durch das Ich aufschließen und ein anderes Ich hereinlassen, damit die beiden zusammen „Abendmahl halten“. Christus klopft an die Bewusstseinsseele, der Mensch muss ihn hören und hereinlassen, aber er muss genug Raum haben, damit beide zusammen „Abendmahl halten“, wie es in der Offenbarung des Johannes (3:20) gesagt wird: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir“. Wenn wir das Ich in seinem wahren christlichen Sinne verstehen, dann ist es nicht das, was der Mensch der fünften Kulturepoche darunter versteht und sich mit großen Mauern umgibt. Das ist das reine Ego, das es im Christentum überhaupt nicht gibt. Wir sprechen hier von einer Bewusstseinsseele, die das Ich berührt, so dass es einen Raum erringt und innerhalb der Bewusstseinsseele einkreist, nicht von der äußerlichen Abgrenzung durch Mauern.

Nur ein Mensch, der das kann, wird ein Paradox bemerken. Das niedere Ich, dessen sich alle Menschen heutzutage bedienen, führt zur Einzäunung vor den anderen. Das hat mit dem Christentum nichts zu tun, dafür hätte Christus gar nicht kommen sollen. Wer ein Ich im christlichen Sinne besitzt, bemerkt Folgendes: Wenn er allmählich sein Ego verschwinden lässt und seinen Raum erweitert, schließt das Ich in ihm die anderen nicht aus, sondern ein. Je mehr Raum man besitzt, d.h. je mehr die großen christlichen Wahrheiten in einem aufgehen und er auf seinem Weg zum Christus fortschreitet, desto größer wird der Raum in ihm und desto mehr Iche möchte man in sich einschließen, sie hereinlassen. Derjenige Mensch kann sie hereinlassen, der weiß, dass die einzige Möglichkeit, sein Karma mit den anderen Menschen zu regeln, darin besteht, sie in sich selbst hereinzulassen. Um die anderen hereinzulassen, muss man sie lieben, um sie zu lieben, muss man die Freiheit der Wahl haben, die den Menschen zu einem Ich-bin macht. Das heißt „ich und Christus“ und wenn es das gibt, beginnt man, von Christus zu lernen, Ihn zu erforschen. So wie Christus den Vater erforscht, so erforschen wir den Christus, aber „niemand kommt zu meinem Vater ohne mich“. Zuerst muss der Heilige Geist da sein, um den Menschen zum Christus zu führen. Die Frage ist, wie der Heilige Geist heute den Menschen zum Christus führen kann, damit der Mensch Ihn erforscht, mehr Menschen in seinen Raum hereinlässt und die Geheimnisse der göttlichen Vorsehung erforscht. Wir stehen in der heutigen Zeit am Anfang des Zeitalters des Heiligen Geistes, des Christentums des Heiligen Geistes und der freien Wahl, in der man den richtigen Weg finden kann, um diesen Raum herzustellen. Das Ich im mohammedanischen Sinne ist ausschließend, es schließt die anderen aus. Oben ist der transzendente tyrannische Allah, unten sind alle Sklaven und erwarten kleine Wohltaten nach Gottes Willen, z.B. ins Paradies kommen zu dürfen. Dort gibt es keine freie Wahl, keine Trinität, keine Liebe.

Trotzdem hatte der Islam eine gigantische dynamische Kraft, mit der er auszog und die Welt eroberte. Nach seiner Entstehung hat der Islam das größere Übel – die Gondischapur-Akademie zerstört, doch je mehr die Zeit vorrückte und die fünfte Kulturepoche näher kam, desto stärker wurde er entartet. Wer den Weg zu Christus nicht findet, stürzt unvermeidlicherweise ab. Was ist geschehen? Es kamen die Osmanen, die Türken, die damals keine Türken waren, sondern ein Stamm, der von irgendwoher kam. Die Türkei ist seit 90 Jahren ein Staat, sie sind eine junge Nation. Steiner sagte, dass mit der Ankunft der Türken der Glanz des Arabismus untergegangen ist. Die Araber schufen eine Kultur, die den Weg der europäischen Bevölkerung zur fünften Kulturepoche bahnte. Dagegen war das Osmanische Reich eine Art Wiederholung des Kalifats, die keinen kulturellen Beitrag zur menschlichen Geschichte geben konnte. Die 600 Jahre des Osmanischen Reiches sind eigentlich der Untergang des Phänomens des Arabismus, dem laut Steiner die Menschheit viel verdankt. Sie waren der Motor, der die Menschheit zur fünften Kulturepoche hinüberzog, das müssen wir zugeben. Bis zum 15. Jahrhundert wurde den Menschen die kosmische Intelligenz eingeprägt und sie wurden Menschen des Verstandes. Doch Ahriman hat diese Intelligenz geraubt und der Verstand ging den Weg des abstrakten Denkens. Die fünfte Kulturepoche konnte den Einfluss des Arabismus wegen des Umweges der Inkarnationen nicht umgehen. Harun al Raschid inkarnierte als Francis Bacon, der Hofastrologe im Palast seines Sohnes als Laplace und sein Berater als Johann Amos Comenius. Gebel al-Tarik inkarnierte als Darwin und Muawiya – einer der engsten Männer um Mohammed – als Woodrow Wilson. Das war eine Art Wiedergeburt der arabischen Kultur unter der europäischen Bevölkerung.

Die Bogomilen, die in das Sophien-Christentum, in das verstehende Christentum, persönlich von Jungfrau Sophia und Johannes Evangelist eingeweiht worden waren, gaben Europa jene Anschauung, die es beim Übergang zum abstrakten Denken zu schützen vermochte. Wer hat sich damals den Arabern widersetzt und die europäische Bevölkerung geschützt, die zur fünften Kulturepoche heranreifen und zum Entwicklungsfaktor der äußeren Welt werden musste? Zuerst hat die vom Khan Terwel angeführte Armee die Araber physisch aufgehalten, danach gaben die Bogomilen einen starken geistigen Impuls, der Europa verändert hat. Die Bulgaren haben  der europäischen Bevölkerung die Alternative der Entwicklung für die fünfte Kulturepoche gegeben. Diese Alternative kam aus Bulgarien und es ist gut, dies zu wissen. Wenn Khan Terwel den Islam nicht aufgehalten hätte, hätte dieser ganz Europa erobert. Alles, was wir als christliche Kultur kennen, wäre nicht da gewesen.

In unserer Zeit werden wir Zeugen von einer neuen Völkerwanderung. Es kommen die Moslems nach Europa, die freiwillig hereingelassen wurden. Nun zäunen wir uns ein, was natürlich nicht helfen wird. Was kommt mit diesen Menschenmassen? Je mehr Zeit verging seit dem Aufkommen des Islams, desto mehr ging er in die Sackgasse. Er begann, nur Böses hervorzubringen. Nicht zufällig betonte ich, dass jene Mohammedaner, die damals Nordafrika, Spanien usw. eroberten, keine Köpfe abgeschlagen haben im Unterschied zum türkischen Islam, der bei der Eroberung Bulgariens  außerordentlich grausam vorging. Das war ein ganz anderer Islam – wer sich der Annahme des Islams widersetzte, wurde um einen Kopf kürzer gemacht.

Was für einen Islam haben wir jetzt? Die meistverbreiteten Strömungen sind die Sunniten und Schiiten. Im Schiismus, der im Iran, Irak, Libanon u.a. verbreitet ist, besteht eine winzige Hoffnung auf einen eventuellen zukünftigen Übergang zum Verständnis der Trinität und des Christus. Dagegen   gibt es im sunnitischen Islam eine solche Hoffnung auf einen Weg zum Christus nicht. Der Islam entstand in Mekka, in Saudi-Arabien, das der Fahnenträger der Sunniten ist. Nach dem 18. Jahrhundert hat sich dort sogar die ultrakonservative Bewegung der Wahhabiten, die islamische Fundamentalisten sind. Bei ihnen ist der Monotheismus streng zentralisiert und gnadenlos. Der Schiismus stammt von Ali – dem Mann von Mohammeds Tochter Fatima von seiner geliebten Frau Chadidscha -, deshalb besteht dort die Hoffnung, besonders beim mystischen Islam, zu einem Übergang zum Sohn.

Eine der Ursachen, warum Mohammed den Weg zum Christus und über ihn zur Trinität nicht finden konnte, ist der Umstand, dass er keinen Sohn hatte. Bei den Arabern ist es sehr wichtig, einen Sohn zu haben. Von Chadidscha hatte er zwei Söhne, die sehr früh gestorben sind. Dagegen hatte er mehrere Töchter. Er hatte 14 Frauen und viele Kinder, wobei er von der koptischen Sklavin Maria auch einen Sohn hatte. Dieser Sohn wurde Ibrahim, d.h. Abraham genannt, aber er starb auch, kurz danach starb im Jahr 632 auch Mohammed selbst. Als Ibrahim starb, gab es eine Sonnenfinsternis. Gleichzeitig kam also auf dem äußeren Plan eine Sonnenfinsternis auf und auf dem inneren Plan „starb“ der Sonnenanfang, d.h. Christus. Nicht zufällig bedienen sich die Araber des Mondenjahres, das aus zwölf Mondenmonaten mit 354 Tagen besteht und nehmen als Beginn ihres Kalenders die Hidschra im Jahre 621. Damit kommen sie jedoch in Widerspruch mit dem Zyklus der Natur. Je weiter die Zeit fortschreitet, in desto größeren Widerspruch kommt der Islam mit der kosmischen Ordnung, die mit der Sonne zusammenhängt und nach der sich die restliche Menschheit bewegt. Im Islam beginnt die Zeitrechnung im Jahr 622 mit der Hidschra Mohammeds von Mekka nach Medina.

Noch etwas Wichtiges muss gesagt werden. Jedes Jahr erleben wir den Hadsch in Mekka. Was gibt es dort, und warum ist es die Heiligenstätte des Islams? Seit jeher gab es an diesem Ort eine Anbetungsstätte, wo in ein menschenhohes Gebäude ein schwarzer Stein, wahrscheinlich ein Jahrtausende alter Meteorit, eingebaut worden ist. Dorthin gingen die Menschen und umrundeten diese Stätte, die ‚Kaaba‘ genannt wird. Die Legende besagt, dass die ursprüngliche Kaaba oben bei Allah ist, d.h. sie ist geistig. Die Engel umkreisten diese himmlische Kaaba ununterbrochen, was wunderbar anzuschauen war und schon Adam und Eva diese Sicht genossen.

Aber nachdem Adam gesündigt hatte, wurde beiden verboten, diese Umkreisung zu betrachten. Adam tat Buße und Gott schuf eine andere Kaaba unter den Wolken, d.h. nicht mehr bei sich. Aber nachdem Adam starb, verschwand auch diese Kaaba für den Menschenblick. Dann schuf Allah über Sid eine neue Kaaba auf der Erde, die von der Sintflut vernichtet wurde. Am Ende bauten Abraham und Ismael die Kaaba, dieses mannshohe Gebäude in Mekka mit dem Stein, das heute Millionen von Menschen anzieht. Die Moslems umrunden siebenmal die Kaaba, indem sie gegen den Zeigersinn gehen. Dann läuft man zu zwei Hügeln und trinkt Wasser aus der Quelle Zamzam und wirft Steine auf den Teufel.

Für jeden Nichtmoslem ist es verboten, dorthin zu kommen. Im Unterschied dazu darf jeder das Heilige Grab zu Jerusalem besuchen. Bevor Mohammed den Islam als System organisierte und die Lebensregeln gab, verbeugten sich die Araber in Richtung Jerusalem, denn sie dachten, dass dort die Wohnstätte Gottes ist. Als Mohammed nach Medina ging, änderte er das und sagte, die Menschen sollen sich in Richtung Mekka nach Süden verbeugen, wo der einzige Prophet Allah ist. Damals brach endgültig die Beziehung zu der abrahamitischen Tradition und der Monotheismus Mohammeds ist ein trügerischer Abglanz des Monotheismus des Judentums. In ihm findet man Vieles, was man vom Christentum kennt, allerdings in einer vereinfachten und entstellten Form.

Das jüngste Gericht ist etwa nicht die Zweite Wiederkunft Christi und das Regeln des menschlichen Karmas, das jetzt im Gange ist, sondern eine fatalistische Verdammnis, die manche zu ewiger Qual in der Hölle und andere – zu ewiger Seligkeit verurteilen wird. Das werde dann das Ende der Welt sein. Dort werden auch Wort und Geist erwähnt, wobei das Wort die Schrift ist. Es werden naive Erklärungen geliefert, etwa dass Jesus kein Gott gewesen sein kann, da er Nahrung zu sich genommen hat. Der Inhalt und die Deutungen des Korans sind äußerst oberflächlich. Im Vergleich zu den Tiefen des Christentums, die wir hier besprechen, ist der Islam wirklich eine primitive Religion, die aber heutzutage im Wachsen begriffen ist und die Welt bedroht. Wenn das Mohammedanertum nicht Christus findet, wird es weiter verfallen und der ISIS ist das gesetzmäßige Ergebnis seines Verfalls und Absturzes zum Bösen. Jeder islamischer Geistlicher wird sagen, dass der Islam nicht das Gleiche wie der ISIS ist. Es stimmt, dass die bulgarischen Moslems nicht die arabische Wahrnehmung der Welt haben und nicht wie diejenigen sein können, die die Shahid-Gürtel umlegen. Doch der ISIS ist gerade das gesetzmäßige Ergebnis des Absturzes des Islams in den Abgrund des Bösen. Vom Guten, das er einst mit seiner Entstehung als eine Gegenmaßnahme gegen die Gondischapur-Akademie, geht er nun zum Bösen über. Wir müssen in diesem Bösen jedoch das Gute finden, denn wir wissen, dass das Böse die niedrigste Vibration des Guten ist. Die Liebe in ihrer niedrigsten Vibration besteht in den Formen des Bösen, denn eigentlich ist alles Liebe. Die göttliche Vorsehung schließt also auch die Existenz des ISIS als Variante ein. Warum als Variante? Der ISIS ist nur der Anlass für in Europa lebende Moslems der zweiten und dritten Generation, sich selbst zu sprengen.  So wie das Mohammedanertum die Trägerrakete für das arabische Gemütsleben war, mit der es das Notwendige nach dem Plan Gottes erledigt hat, so ist der ISIS die Trägerrakete für den Islam, damit er seine Aufgabe erledigt als das Finale der Mission Ismaels.

Ismael hatte die Mission, zwölf Fürsten zu zeugen, wie das Alte Testament sagt. Er musste zahlreiche Nachkommen haben. Er musste das Mohammedanertum, das arabische Phänomen, das Osmanische Reich geben. Letzteres kam, um die Bulgaren für die Verbrechen gegen die Bogomilen zu bestrafen. Das arabische Phänomen war also bei seiner Entstehung konstruktiv in Hinblick auf die Zukunft, das Osmanische Reich war die Gottes Peitsche und der ISIS kommt, um Europa und die ganze Menschheit zu bestrafen – diese Zivilisation, die überhaupt nicht christlich ist. Das ist eine Zivilisation des Egoismus, nicht des inneren Raums, der Christus hereinlässt. Diese Zivilisation besitzt nicht den Schlüssel Davids und hat keine Ahnung, was das Ich-bin bedeutet, was ein explodiertes Ich und ein innerer Raum bedeuten. West- und Mitteleuropa wurden fünf Jahrhunderte lang nicht bedrängt, damit ihre Völker zur führenden Kraft werden und den Weg zum Heiligen Geist und zum Christentums des 21. Jahrhunderts zu werden. Aber sie haben weder Rudolf Steiner noch Beinsa Douno als Träger des Geistes wiedererkannt, nun müssen sie ihre Rechnung begleichen.

Die Araber wurden zu Beginn des 8. Jahrhunderts aufgehalten und Europa durfte sich in Ruhe entwickeln. Später kamen die Türken sogar vor die Tore Wiens, aber Europa wurde wieder verschont. Nun haben die Mittel- und Westeuropäer die Araber freiwillig hereingelassen, zu der Zeit, wo der Islam im Verfall begriffen ist und sich in seiner finalen Sackgasse befindet, d.h. in seiner gefährlichsten und destruktivsten Form. Dieser Islam bringt die Monster der Kamikazes hervor und zwar unter der europäischen Bevölkerung. Die Selbstmordattentäter leben und wachsen zu Islamisten in Europa, wo es angeblich keine Bedingungen zur Entstehung von Islamisten gibt. Woran liegt das? Der ISIS ist jener Katalysator, die sie radikalisiert und er wird es weiter tun. Wenn es nicht der ISIS ist, dann wird es etwas anderes geben, denn es ist notwendig. Warum? Im Jahre 879 trafen sich in der übersinnlichen Welt über Mitteleuropa die Gralsströmung, die Christus als ein kosmisches Bild und einen Sonnenheld trug, mit der ihr entgegenkommenden Strömung des Grals, die den Erlöser als den Menschenbruder trug. Es begegneten sich also der Grals-Christus und der Artus-Christus. Das Ergebnis dieser Begegnung war das Bogomilentum als der rettende Impuls für die Menschheit. Was kommt jetzt?

Der ahrimanische Abglanz des Mohammedanertums strömt aus dem Osten herein und trifft im Westen auf Ahriman. Im neunten Jahrhundert traf sich Christus mit sich selbst, nun trifft sich Ahriman mit seiner ersten Erscheinungsform in der geistigen Welt – dem Mohammedanertum als einem religiösen Impuls. Stellen Sie sich vor, was in Europa zusammenkommt und was den Europäern bevorsteht! Was für ein Medikament braucht Europa? Früher wurde das Bogomilentum gegeben, heute wird etwas anderes gegeben – die Synthese im Ich zwischen der Anthroposophie und dem Impuls des Meisters Beinsa Douno. Das ist der authentische Ich-Impuls, der dem Christentum des Heiligen Geistes angemessen ist. Wenn Europa nun wieder so reagiert, wie in der Zeit der Bogomilen, als mindestens zwei Millionen Bogomilen verbrannt wurden, hat es nichts Gutes zu erwarten. Zusammen mit dem Schrecken, der nach Europa kommt, kommt allerdings auch die Rettung Europas.

Hier müssen wir uns an das Gleichnis aus dem Lukas-Evangelium über den unehrlichen Verwalter erinnern. Steiner behandelt es in der Vorlesung vom 25.09.1909 im Vortragszyklus über das Lukas-Evangelium. In diesem Gleichnis bestahl ein Verwalter seinen Herrn. Da sein Herr ihn entlassen wollte, hat sich der Verwalter etwas überlegt, da er weder den Boden bestellen konnte noch betteln wollte. Er rief einen Mann, der Schulden bei seinem Herrn hatte und sagte ihm, er solle die Hälfte seiner Schuld streichen. So machte er es mit allen Schuldnern seines Herrn. Der Herr lobte überraschenderweise den Verwalter. Wieso wurde der Verwalter gelobt? Steiner schreibt, dass ein Satz bemerkenswerterweise 2000 Jahre lang falsch übersetzt worden ist: „Die Kinder dieser Welt sind klüger als die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht.“ Das bedeutet eigentlich nichts, in ihrer Art muss es richtig heißen.

Was bedeutet das? Die Kinder dieser Welt sind wir. Wir sind noch nicht zu Söhnen des Lichts, zu Engeln geworden, aber wir leben auf dieser Welt und müssen unser Leben auf dem irdischen Plan regeln. Das bedeutet, dass wir unsere Einstellung zum Herrn ändern müssen. Der Verwalter ändert seine Einstellung zu seinem Herrn, indem er den Schuldnern die Schulden der Absicht reduziert, nach seiner Entlassung bei ihnen Unterkunft zu finden. Und der Herr lobt ihn. Warum? Denn um dem Herrn zu dienen – hier ist mit „Herr“ Christus gemeint -, muss man seine Einstellung zu ihm gemäß der Zeit ändern, denn der Verwalter ist ein Sohn dieser Welt, der in seiner Art klüger als die Engel ist.

Christus sagt den Menschen, dass sie nicht zweier Herren Diener sein können – demjenigen, der nun in ihre Herzen als das neue Christus-Prinzip eingehen und ihnen einen Entwicklungstrieb geben soll, und dem bisherigen Herrn, den die Schriftgelehrten bisher gepredigt haben und der der Entwicklung hinderlich ist. Die Macht, die den Hindernissen zugrunde liegt, wird ‚Mammon‘ genannt. Der Verwalter begreift, dass er mit Mammon nicht zweier Herren Diener sein kann.

Wie hat Steiner diese bemerkenswerte Vorlesung aufgebaut? Im ersten Teil der Vorlesung spricht er über die Anthroposophie, darüber, dass sie Neues darstellt und dass die Naturwissenschaften beim Vater-Prinzip bleiben. Wenn man dem Christus nicht angemessen dient und die Anthroposophie nicht als die zeitangemessene Wissenschaft erkennt, dient man dem Herrn auf die alte Art. Der Verwalter dient auf die alte Art. So dienen auch die Kirchen und die Vertreter der offiziellen Wissenschaft heute. Sie sind nicht zeitgemäß, da sie beim vatergöttlichen Prinzip verbleiben und den Sohn nicht finden können. Nachdem Steiner auf die Naturwissenschaften und die Anthroposophie eingegangen ist, geht er über zum Gleichnis vom unehrlichen Verwalter und erklärt die ungenaue Übersetzung, jedoch nicht alles, wie ich das jetzt gerade gemacht habe. Danach geht er unverhofft zu Buddha und Maitreya über, indem er sagt, dass denjenigen, die die Anthroposophie annehmen, Maitreyas Name bekannt ist und dass die Zeit kommt, wenn er eingehender über ihn sprechen und seinen Namen verkünden wird. Nie hat Steiner sein Versprechen gehalten und Maitreya namentlich genannt. Das war damals nicht nötig. In jenem Augenblick vermutete Steiner, dass es möglich sein würde, den Namen zu benennen, aber das war nicht der Fall. Der Maitreya wurde 90 Jahre später benannt. In dieser Vorlesung vom 25.09. 1909 (S. 203) sprach Steiner also im ersten Teil über die Anthroposophie, im zweiten über die Bodhisattvas. In der Mitte, als er über den unehrlichen Verwalter sprach, machte er eine Synthese zwischen beiden, indem er sagte: wenn man nicht wie der Verwalter ist, ist man nicht zeitadäquat. Das bedeutet, dass man im Vater-Prinzip bleibt, dass man ein Feind des Neuen, ein Feind des Christus ist. Diese Vorlesung ist eine der Vorlesungen, in denen Steiner auf eine glänzende Art die Synthese macht, über die wir seit dem Jahre 2000 sprechen. Wenn man diese beiden – Rudolf Steiner und Beinsa Douno – zusammenführt, resultiert daraus das Christentum des Heiligen Geistes, das Ich-bin-Prinzip, das sich von der Position eines göttlichen Wesens an Gott wenden und sagen kann: „Gott, du bist größer als ich!“. Nur Menschen, die dieses Ich-bin-Prinzip tragen, können die göttlichen Wesen aufrufen, damit sie eingreifen gegen den ISIS und gegen alles, was für Europa daraus folgen wird. Mit schnellem Tempo müssen Menschen zu dieser Synthese heranwachsen und zwar auf die richtige Art, damit sie sich an die göttliche Welt wenden können mit der Bitte, sich einzumischen, denn wir stehen der „Zange“ Ahrimans gegenüber. Wir werden nicht gegen die Moslems kämpfen, das Problem wird auch nicht durch Gesetze gelöst, etwa mit Burka-Verboten. Das sind nur paliative Maßnahmen. Hier geht es darum, dass Europa vor der radikalen Wahl steht, entweder den Weg zur Synthese beider Impulse zu finden, das Ich-Prinzip und den Heiligen Geist oder vor dem Islam zu kapitulieren, denn Europa hat keinen Schutz. Einst hat die geistige Welt die großen Bogomilen auf die Erde geschickt, die unter die Europäer gingen und sie über das Christentum des Heiligen Geistes aufklärten, bei dem man persönlich heranwachsen muss. Entweder hören die Europäer das, was ihnen verkündet wird, oder es wird Folgendes geschehen. Ich werde hier eine Offenbarung mitteilen, die in diesem Monat kam. Das ist eine neue Nuance von grundsätzlichen Fragen, die wir in den letzten Jahren besprochen haben. Was lautet diese Offenbarung? Das Endergebnis der göttlichen Vorsehung hängt nicht von der freien Wahl des Menschen ab, aber von der freien Wahl des Menschen hängen die Wege ab, auf denen dieses Endergebnis erreicht wird. Ob Europa in Flammen aufgeht, hängt von uns ab. Wenn wir uns kräftig einsetzen und zu Mitarbeitern Gottes werden, dann können wir Christus aufrufen. Er hat die ganze Macht auf Himmel und Erden und mit seiner Hilfe könnten wir diese größte Prüfung möglichst schmerzlos bestehen. Aber zu diesem Ziel braucht es eine totale Änderung des Ich-Verständnisses des Menschen. Heute versteht der Mensch nichts vom Ich-Prinzip. Und aus diesem Grund haben wir dieses Problem. Die zukünftigen Vulkan, Jupiter und Venus werden da sein, aber der Weg zu ihnen kann man auf sehr unterschiedliche Weisen zurückgelegt werden. Das hängt von uns ab. Zum ersten Mal haben wir die Möglichkeit, uns zu setzen und mit Gott wie gleichgestellt Abendmahl zu halten Denn er sagt: „Werde ich meine Pläne vor meinen Dienern verbergen?“ Und weiter sagt er: „Ich nenne euch nicht Diener, ich nenne euch Freunde.“ Wenn wir ihn in uns hereinlassen, wird er Ahriman entgegentreten, denn nur der Christus kann sich dem Antichristen entgegenstellen.

Bulgarien wird von überall verleumdet, auch hier kritisieren die Menschen die Politiker und das Wirtschaftsleben auf einem sehr niedrigen Niveau.

Ich werde noch eine Offenbarung mitteilen. Das bulgarische Volk sieht zwar in äußerer Hinsicht einfach aus, denn ist gezwungen, im materiellen Elend zu überleben, das durch Experimente wie den Kommunismus und den anschließenden ewig dauernden Übergang hervorgerufen wurde. Aber es trägt trotzdem eine sehr tiefe Weisheit in sich. Der Erzengel des bulgarischen Volkes enthält in sich nämlich die ganze Weisheit der Welt, es ist Raphael – derjenige Welterzengel, der für Golgatha zuständig ist. Das bulgarische Volk macht keine Revolutionen, mit Ausnahme des Aprilaufstandes 1876, denn damals mussten wir unseren Bluttribut zollen, damit wir uns von den Türken befreien konnten. Das bulgarische Volk macht keine Revolutionen, denn es weiß, dass nicht die Revolution wichtig ist, sondern die Evolution. Das bulgarische Volk wird aufbewahrt und es wird eine Evolution erfahren. Es weiß, dass keine Revolutionen notwendig sind. Deshalb habe ich in der Vorlesung „Der soziale Organismus und der Pfingstgeist“ gesagt, dass Bojko Borissov ein viel erhabener Geist ist als der Anführer der Antieuropäer Viktor Orbán, der viel weniger Weisheit hat. Borissov hat in einer früheren Inkarnation eine fundamentale Rolle in der menschlichen Evolution gespielt und diese Weisheit ist seiner Persönlichkeit imprägniert. Natürlich werde ich diese Inkarnation nicht öffentlich nennen. Das bulgarische Volk wird keine Aufstände erheben wie die Ungarn, Polen, Tschechen usw. Das sind junge Völker, sie müssen sich noch künftig beweisen. Die Bulgaren sammeln die Früchte ihrer ganzen vorangegangenen Entwicklung,  transformieren sie und strahlen Menschen aus, die die Wege vor der Menschheit bahnen und ihr den Ausgang zeigen. Zum wiederholten Mal kommt die Antwort auf die Frage nach dem Ausweg aus dem bulgarischen Volk. Hoffentlich wird es in Europa erhört, anderenfalls wird der Weg zum Endziel sehr traurig sein. Ich hoffe, dass auch im Islam irgendwie der Weg zu Christus gefunden wird, wenigstens von einzelnen Menschen. Das macht sich schon bei einzelnen Personen bemerkbar. Aber nun stehen den west- und mitteleuropäischen Völkern Prüfungen bevor. Bulgarien wird auf wundersame Weise bewahrt werden, denn über Bulgarien wird zum wiederholten Male der Ausweg für die Menschheit gegeben. Wer Augen hat, der sehe, wer Ohren hat, der höre. Ich habe gesprochen.

 

 

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2 Gedanken zu „Gottes Plan und die freie Wahl des Menschen

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