Gottes Plan und die freie Wahl des Menschen

manasieva hronika

‚Khan Terwel vertreibt die Araber aus Konstantinopel‘ –

         Miniatur aus der Manasses-Chronik (14. Jh.)

 

Vorlesung von Dimitar Mangurov, 29.05.2016, Varna

Link zum Video der Vorlesung

Gebet: Herr Jesus Christus, mach, dass die Nachkommen Ismaels den Weg zu Dir finden! Amen

 

Willkommen zu unserem neunten Treffen in diesem geistigen Jahr.Unser heutiges Thema ist „Gottes Plan und die freie Wahl des Menschen“. Wir haben in diesen 15 bis 16 jahren, in denen ich Vorlesungen halte, merhmals über diese zwei Strömungen in der Geistigkeit gesprochen, die die Menschen seit dem tiefen Altertum bewegen. Besonders nach der Ankunft Christi begann die Frage, wie der Plan Gottes aussieht und wie die freie Wahl des Menschen in diesen Plan hineinpasst, die Menschen immer intensiver zu beschäftigen. Mit dem Eintritt der fünften Kulturepoche drängte sich diese Frage mit großer Kraft in den Vordergrund und wir erleben heute, wie man auf der gegenwärtigen Evolutionsstufe diese Problematik versteht. Die Menschen schwanken zwischen zwei Polen – von der vollkommen passiven Unterordnung unter den Willen Gottes bis zur völligen Ablehnung seiner Existenz. Natürlich ist die Wahrheit irgendwo in der Mitte, denn die extremen Ansichten führen nie zu der eigentlichen Antwort.

Im Unterschied zu den vorherigen Vorträgen, in denen diese Fragenb behandelt worden sind, werden wir dies nun auf eine besondere Art tun – durch den Blick des Mohammedanertums.

Ich habe schon seit langem gespürt, dass wir früher oder später zu diesem Thema kommen müssen, in Hinblick auf den äußersten Drang, mit dem der Islam in die Welt zieht, um seine Weltanschauung durchzusetzen. Wir wissen, dass nach der Zeitenwende Christus die ganze Macht über Himmel und Erde erhalten hat. Nachdem wir über diese grundlegende Auffassung verfügen, kann uns klar sein, dass das im sechsten bis siebten Jh. aufgetauchte Mohammedanertum mit der Erlaubnis des Gottes Jesu Christi entstanden ist. Natürlich wurde mit dem Aufkommen dieses mächtigen religiösen, geistigen Impulses etwas bezweckt. Was wurde damals bezweckt, wie hat sich dieser Impuls entwickelt und was hat Gott jetzt für den Islam vorgesehen? Zweifellos sind das Fragen allergrößter Wichtigkeit, wenn man bedenkt, welche islamischen Menschenmassen nun nach Europa strömen und welche noch strömen werden, was unvorhersehbare Folgen für die europäische Bevölkerung haben wird. Um die Frage beantworten zu können, was damit bezweckt wird, was wir schon ein paar Mal dieses Jahr besprochen haben, werden wir heute durch das Eindringen in das Wesen des Mohammedanertums wahrscheinlich auch andere Antworten finden. Nie ist die Wahrheit einmalig oder fragmentär, sondern sie muss von verschiedenen Gesichtspunkten erfasst werden.

Wenn wir die Wurzeln des Mohammedanertums suchen, kommen wir unumgänglich zu Abraham und sogar zu der vorhergehenden Zeit. Auf Abraham zurückblickend, entdecken wir seinen Vater Tharah in Chaldäisch Ur, der von dort auszog, seinen Enkel von seinem anderen Sohn Lot, Abraham und dessen Frau Sarai mitnehmend und sich ins Gelobte Land Kanaan (Palästina) begab. Aber sie kamen nicht direkt dorthin, sondern gingen über die Stadt Charan, die etwas nördlicher liegt. Sie blieben dort bis zum Tod Tharahs im Alter von 205 Jahren. Erst nach Tharahs Tod erschien Gott Abraham, der schon 75 war, und wendete sich zum ersten Mal an ihn mit dem großen Versprechen an die Menschheit, das auf die zukünftigen Erlösung, auf die Zeitenwende hinweist. Er verspricht ihm, dass von ihm ein großes Volk ausgehen, das zusammen mit Abraham gesegnet sein wird. Alle, die dieses Volk gut behandeln, werden auch gesegnet sein, alle, die es verleumden, werden vom Gott verdammt sein und alle Völker werden durch dieses Volk die Segnung erhalten.

Was bedeutet Segnung im geistigen Sinne? Auf Bulgarisch bedeutet „segnen“ ‚благославям’ von ‚благо’ „gut“,  und ‚словение’  „Sprechen“, d.h. es wird eine Wohltat durch das Wort gegeben: ‚благодат’„Wohltat“. „Wohltat“ bedeutet immer eine reale, direkte Verbindung zur geistigen Welt, die dem Zeitalter adäquat ist. Wie heute diese Wohltat von den verschiedenen Konfessionen verstanden wird, das werden wir mit ein paar Sätzen am Ende des Vortrags erwähnen. Dieses große Versprechen von der Ankunft des Erlösers, dem ersten an die Menschheit, das den Weg zur Zeitenwende bahnt, wandte sich an den 75jährigen Abraham. Ihm wird versprochen, dass er ins Gelobte Land zieht. Abraham zog dorthin, aber es herrschte Hunger in Kanaan und er ging nach Ägypten. Nach Ende der Hungerszeit kam er zurück. Gott erschien ihm erneut und versprach ihm, dass das Volk, das aus ihm ausgeht, so zahlreich sein würde, wie der Sand im Meer, wie die Sterne am Himmel. Später geriet Lot in Gefangenschaft und Abraham kämpfte mit verschiedenen Stämmen. Auf seiner Rückkehr wurde er durch Melchisedek eingeweiht. Wir sprachen darüber, wer Melchisedek war, der König von Salim ohne Vater und ohne Mutter, er war ein Avatar, der durch die Einweihung mit dem Brot und Wein den Schleier des zukünftige Sonnengeheimnisses leicht lüftete, das sich zur Zeitenwende mit der Ankunft Gottes dem Menschentum  in seiner vollen Kraft zeigte. Melchisedek lüftete dieses Geheimnis nicht vollständig vor Abraham, denn Abrahams Religion, das Volk, das von ihm stammte, sollte das Mondensiegel tragen. Das bedeutet, dass die Verbindung zur geistigen Welt bei ihnen mondisch hergestellt wurde. Aber es musste im Alten Testament allmählich der Vorhang zum Sonnengeheimnis aufgezogen werden und damit der Vorhang vor der Dreifaltigkeit. Nicht zufällig wohnte Abraham im Hain Mamre (Memre), dessen Besitzer wahrscheinlich so hieß und zwei Brüder hatte, die laut der Bibel Abrahams Verbündete waren. Hier sehen wir zum ersten Mal eine Andeutung auf die Trinität. Diese drei Personen wohnten in dem Hain, in dem Abraham eine Opferstätte errichtet hatte und wo alles geschah. Gott erschien ihm in der Nacht und versprach ihm einen Sohn. Zum ersten Mal nach dem Versprechen, dass aus ihm ein Volk ausgehen wird, aus dem die Erlösung für alle Erdenvölker zu erwarten ist, gibt es hier das konkrete Versprechen eines Nachkommens. Natürlich kam der Nachkomme später, und das erwählte Volk selbst erfüllte seine wesentliche Aufgabe erst nach dem 400jährigen Sklaventum. Erst nach dem Auszug aus Ägypten wurde diese Anschauung, diese Religion des Alten Testamentes formiert, die Ein-Gott-Religion Jahwes. Bei Abraham und seinen Erben Isaak und Jakobus gab es noch nicht diese Anschauung des Alten Testamentes, d.h. den  Monotheismus mit dem einheitlichen Gott Jahwe, der zu Moses sprach. Hier sprach auch Gott, aber nicht personalisiert, hier gab es ein Versprechen, das durch einen Sohn Abrahams in Erfüllung gehen würde. Zehn Jahre blieb er in Kanaan und hatte noch keinen Sohn. Er war damals 85 Jahre, als seine Frau Sarah ihm anbot, mit seiner Magd, der ägyptischen Sklavin Hagar, einen Sohn zu zeugen. Dieser Sohn von der Magd wäre natürlich nicht der eigentliche Sohn Abrahams gewesen. Trotz des Versprechens Gottes zeigte Abraham die Schwäche seines Glaubens und schwängerte seine Magd, die darauf überheblich zu Sarah wurde. Sarah demütigte sie und Hagar floh in die Wüste, aber der Engel des Herrn bewegte sie, zurückzukehren, denn für sie hatte Gott auch etwas vorgesehen, für denjenigen, den sie gebar: „Deine Nachkommen will ich so zahlreich machen, dass man sie nicht zählen kann“ (Gen 16, 10-11). Es sollten zwölf Fürsten erscheinen und dieses Volk sollte auch Aufgaben haben. Dieser Sohn würde wie ein Esel sein, der die Hand gegen alle erheben werde und alle ihre Hände gegen ihn erheben würden. Hagar kehrte zurück und Ismael kam zu Welt. Danach fand die Begegnung mit den drei Männern im Hain Mamre. Die christlichen Theologen haben Schwierigkeiten, diese Begegnung zu deuten, bei der Gott im Singular genannt wird und gleichzeitig von drei Männern die Rede ist. Wir wissen, dass diese drei Männer nach der althebräischen Sage die drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael waren. Aber es wird auch von dem einen Gott gesprochen, gleichzeitig im Singular und Plural also. Diese drei Erzengel, die Abraham wohl mit seinen physischen Augen sah, diese Fähigkeit existierte nämlich damals, sind eine Art Widerspiegelung der Trinität, eine Art Vertretung der Trinität auf Erden. Die Drei im Hain Mamre repräsentieren eine Art geistige Verwandtschaft. Abraham hatte auf seinem Weg nach Mamre Opferstätten in Sechil und Vetil errichtet. An drei Stellen wurden also Opferstätten errichtet, was eine Verbindung zu Gott bedeutet. Die Haine sind an sich solche Naturgebiete, in die Menschen selten kommen, besonders in jenen Zeiten, als die Zahl der Erdenbewohner noch gering war. Wir wissen, dass die Naturgeister solche Orte bevorzugen, die nicht von Menschen aufgesucht werden. Wenn man also an so einem Ort ist und die jeweiligen Rituale durchführt, ist die Verbindung zu diesen Naturgeistern, überhaupt zu der geistigen Welt, sehr klar und lässt sich leichter herstellen. Gott verspricht Abraham durch die drei Männer, dass er einen Sohn bekommen und aus ihm ein Volk ausgehen wird, das die zukünftige Erlösung aller Erdenstämme bringen wird. Wir sehen hier, dass Abraham nicht nur einen direkten Kontakt zu Vertretern der geistigen Welt hat, sondern auch diese bewirtet, sie essen mit ihm. Es ist schwer vorstellbar, wie Erzengel essen, aber hier geht es um gleichzeitige Geschehnisse auf dem sinnlichen und übersinnlichen Plan. Die drei sind nicht zufällig Männer, denn im Alten Testament erscheinen Erzengel in der Gestalt von Männern. Die Erzengel sind also jene Wesenheiten, die bei ihrer Erscheinung vor hellsichtigen Menschen als Männer wahrgenommen werden. Bei diesem sehr üppigen Schmaus essen göttliche Wesenheiten zusammen mit einem Menschen. Hier haben wir eine noch sichtbare Erhebung zum Sonnengeheimnis, zur Trinität, als das Wort zum Fleisch, zum Menschen werden musste und das Göttliche über Tod und Auferstehung ging und den Weg zu den Menschen fand. Nach dieser Begegnung kam es zur Fürbitte um das Schicksal von Sodom und Gomor. Nicht nur haben wir hier eine gemeinsame Tafel, sondern Abraham wird schon zum Mitarbeiter Gottes, dem die Möglichkeit gegeben wird, in die Pläne Gottes einzudringen. Der Gott selbst sagt, dass er seinen Plan nicht vor seinem Sohn verbergen wird. Das sind folglich zwei Schritte von grundlegender Bedeutung in der Menschengeschichte. Was sagt Gott: Wir setzen uns beide an einen Tisch, das bedeutet eine Art Gleichrangigkeit, das ist der Keim des freien Willens. Und ich kann meine Vorsehung für die Zukunft euch eröffnen.“ Hier dämmert etwas auf, was die Menschheit erwartete und was zustande kam, als der Christus erschien und zum Menschen wurde.

Die Haupteigenschaft Abrahams ist seine Vaterschaft, die Haupteigenschaft des Sohnes, der ihm geboren wurde, als er 99 war, ist seine Sohnschaft. Dreizehn Jahre nach Ismaels Geburt fand diese Begegnung statt. Abraham bat Gott, er möge ihm Ismael bewahren. Dreizehn Jahre nach Ismaels Geburt kam also Isaak, der wahre Sohn, zur Welt. Was bedeutet der wahre Sohn im absoluten Sinne des Wortes? Ismael kam vor dem Aufdämmern der Idee der Trinität zur Welt, bevor Abram zu Abraham wurde. Bei der Begegnung mit den drei Erzengeln sagten sie ihm, dass er einen Sohn haben und der Vater vieler Völker sein werde, sein Name werde schon Abraham sein, was „der Vater vieler Völker“  bedeutet. Sarai werde Sarah heißen, was „Fürstin“ bedeutet. Das ist eine Art Einweihung, denn immer, wenn der Name eines Menschen geändert wird, ist das eine Einweihung. Das war Abrahams Einweihung. Er bezweifelte, dass er nach Ismael noch einen Sohn haben werde. Im Alter von 100 Jahren wurde er der Vater von Isaak, dessen Haupteigenschaft die Sohnschaft ist. Ismael wurde vor der Entstehung der Trinitätsidee geboren, wir haben also den Monotheismus. Er ist nicht der Sohn im Sinne, der in das Johannes-Evangelium hineingelegt werden musste, d.h. im Sinne, dass Jesus der eingeborene Sohn Gottes ist. Der Sohn im absoluten Sinn dieses Wortes ist Isaak, der versprochene Sohn, aus dem das Volk ausgehen sollte, durch den alle Menschen erlöst werden. Hier beginnt nämlich der Übergang von Abraham, vom Väterlichen, von Abraham als Repräsentation des Vatergottes, zum Sohn Isaak, der Verkörperung des Söhnlichen, des Prinzips des Sohnes. Von Isaak wurden geboren Esau und Jakob und von Jakob gingen die zwölf Geschlechter aus. Das ist das Prinzip des Heiligen Geistes – die Vervielfältigung der Wesen und die Beschenkung jedes von ihnen mit einem einzelnen Bewusstsein. Die Trinität also, zu der der Vorhang aufgezogen und die Entwicklung der Dreihaftigkeit ins Alte Testament hineingelegt wurde, wurde übertragen auf Abraham, Isaak und Jakob. Im Neuen Testament wird auf die Drei hingewiesen, sogar Christus bezieht sich auf sie. Das heißt, die Gruppe der drei Erzengel als Abglanz der Trinität und ihre Repräsentanz auf Erden ging über das verwandtschaftliche Prinzip zu Abraham, Isaak und Jakob – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Natürlich war Isaak nicht der Sohn in jenem Sinne, der im Gott selbst zum Vorschein kam, als er hinunterstieg. Aber er war das Vorgefühl jenes Opfers, das später zustande kam, als Gott zu Abraham sagte, dass er seinen Sohn auf dem Hügel Moriah opfern sollte. Stellen Sie sich vor,  er hatte 100 Jahre auf diesen Sohn gewartet und trotzdem erhob er das Messer über ihn! Er hatte einen starken Glauben! Dann kommt die dritte, völlig verdiente Verheißung, dass von Abraham das Volk ausgehen wird, durch das alle erlöst werden. Es gibt drei grundlegende Verheißungen im Alten Testament, im Pentateuch. Nicht zufällig beginnt das Alte Testament mit dem grandiosen Bild der Schöpfung der Welt und der Menschheit, um gleich danach sich zu verengen zu der Geschichte des hebräischen Volkes. Nach diesen drei Verheißungen und der Geburt des Sohnes begann der Übergang zum Söhnlichen.

Ismael, der ein 13jähriger Junge war, als Isaak zur Welt kam, verspottete Sarah und wurde zusammen mit seiner Mutter in die Wüste vertrieben, wo ein Engel sie beschützte. Danach verlieren sich seine Spuren bis zum Tod Abrahams, als sowohl Isaak, als auch Ismael zur Beerdigung ihres Vaters anwesend sind. Die zwölf Fürsten, die von Ismael ausgehen, werden nicht namentlich erwähnt, aber von den dort angeführten Stämmen, kann man schlussfolgern, dass es sich um die Stämme der zukünftigen Araber handelt. Abraham hatte noch eine Frau – Ketura -, und auch Nachkommen von ihr, aber diese Frau spielte keine Rolle. Die Betonung fällt auf diese zwei Linien – Abraham – Isaak, die Linie, die mit Christus endet, und Abraham – Ismael, die in Mekka mit Mohammed endet. Die eine Linie endet in Jerusalem, die andere in Mekka. Wir wissen, dass die Linie von Abraham und Isaak über drei Mal 14 Generationen gehen musste. Wenn wir auf die letzte Triade achten, die von der babylonischen Gefangenschaft zum Jesus führt, sehen wir, dass es eigentlich keine 14 Generationen sind, sondern 13. Jesus ist der dreizehnte, d.h. der 41. in der Reihe und die Rechnung geht scheinbar nicht auf. Der 42. ist Christus selbst, denn diese Linie von Abraham ging über Tod und Auferstehung nach dem verwandtschaftlichen Prinzip mit der Geburt des Sohnes, d.h. über das Männliche: „Abraham zeugte Isaak“. Isaak erlebte keinen echten Tod und keine echte Auferstehung, sondern soz. geistige Tod und Auferstehung auf Golgatha, aber das war eine Einweihung für ihn und er konnte zum Sinnbild des Söhnlichen werden und zum Vorgefühl auf die Zeitenwende und die Ankunft Gottes. Bei dieser Linie über 41 Generationen blieb nach dem Tod des Vaters der Sohn und das Prinzip Vater – Sohn bestand weiter. Wenn wir zur letzten Vierzehn kommen, sehen wir, dass Jesus keine Nachkommen hat und alles mit der 41. Generation endet. Die Vervielfältigung nach dem Blutsprinzip hörte auf. Der 42. in der Reihe ist Christus selbst, der bei seiner Menschwerdung und dem Erleben von Tod und Auferstehung aus dem Grab mit dem Phantom (Prokofieff machte eine glänzende Unterscheidung zwischen dem Auferstehungsleib und dem Phantom, aber wir werden hier nur vom Phantom reden), die menschliche Natur vollkommen veränderte. Das verwandtschaftliche Prinzip, bei dem der Vater stirbt und im Sohn wiedergeboren wird, geht in eine neue Gemeinschaft über. Bei dieser kann jeder Mensch auf Erden, ohne Rücksicht darauf, wessen Sohn oder Tochter er ist (Abraham spielt keine Rolle mehr), eine Verbindung zum Phantom, zum aus dem Grab auferstandenen Leib herstellen und eine Gemeinschaft um Christus formieren, die Kirche genannt wird. Folglich kann er von diesem Leib das Abendmahl empfangen und eine qualitativ neue Gemeinschaft um Christus formieren. Das Alte hörte also bei Jesus auf zu wirken und bei Christus haben wir einen Sprung zu einer anderen menschlichen Natur. Das ist eine radikale Wandlung der menschlichen Natur. Vorher lebte das Hebräertum nach dem strengen Gesetz Moses’, das als die zehn Gebote erhalten und befolgt wurde, wobei es viele „Ohrfeigen“ bekam. Je mehr das Hellsehen verloren ging, desto stärker transformierte sich die Kraft der alttestamentlichen Anschauung in eine Schrift. Gegen das sechste Jahrhundert nach der babylonischen Gefangenschaft begann der große Reformator Esra alle Sagen und Überlieferungen zu sammeln und sie aufzuschreiben. Allmählich gestalteten er und Nehemia jenes Buch, das wir als das Alte Testament kennen. Natürlich war das ein langer Prozess, der erst Ende des ersten Jh. n.Chr. zu Ende ging.  So begann sich die hebräische Anschauung in schriftliche Werke zu verwandeln. Zur Zeit der Makkabäer, also gegen das zweite Jh.v.Chr., gab es schon zahlreiche Schriftgelehrten. Vom direkten Kontakt Abrahams mit den drei Erzengeln und Gott kam es also über Moses, Elija, Salomo zu den Schriftgelehrten. Wir wissen, vor wen sich Jesus zur Zeitenwende stellte – vor die Schriftgelehrten. Sowohl die Pharisäer als auch die Sadukäer deuteten die Schriften. Die Propheten vor ihnen begannen ihre Worte immer mit „So sprach Gott“. Die Gelehrten deuteten nur die Schriften und niemand von ihnen sagte „So sprach Gott“, denn sie hatten keinen Kontakt zu Gott bzw. zu einer höheren Wesenheit. Wir wissen z.B., dass Jakob zum fünften Himmel erhoben wurde, auf die Hiimmelsleiter kam er zu den Elohim.  Wenn wir tiefer über die Archai, Erzengel, Engel usw. hinuntersteigen, kommen wir zum Eintritt der niederen Wesenheiten ins geistige Leben, wir wissen, wie Christus einem dreifachen Problem entgegentrat, den Essenern, dem Heidentum und dem Judaismus und jenes dramatische Gespräch mit seiner Mutter führte. Ende des ersten Jahrhunderts, als das Tempel Salomolängst vernichtet worden war durch die Legionen Titus’, kamen die Ältesten zusammen und formierten die Variante des Alten Testamentes, die den Anspruch erhob, dass jedes Wort von Gott inspiriert war. Mit jeder Übersetzung verlor sie den Geist der hebräischen Sprache. Auch die Evangelien, die mit Ausnahme des Matthäus-Evangeliums auf Griechisch geschrieben worden sind, verloren im Laufe der Zeit mit den Übersetzungen der Geist.

Bevor wir zur zweiten Linie kommen, die zu Mekka führt, müssen wir etwas für das Christentum Wesentliches behandeln, was ihm früher entgegentrat. Der Islam ist auch Wandlungen unterzogen und damit wir begreifen können, wie wir auf die heutigen Ereignisse reagieren sollen, müssen wir tiefer ins Wesen des Christentums eintauchen, darin, dass das Wort zu Fleisch wurde. Das Evangelium Johannes’ beginnt mit den Sätzen: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“ „Im Anfang war das Wort“ deutet auf die Ewigkeit hin, der einzige Sohn weilt in der Ewigkeit und dort gibt es keine Dynamik. In der nächsten Phrase „und das Wort war bei Gott“ bedeutet „bei Gott“  „ich und du“. In den ersten zwei Phrasen dieses Evangeliums also, die uns das wahre Wesen des Sohnes zeigen, gibt es zwei grundlegende Eigenschaften – Ewigkeit („Im Anfang war das Wort“)  und zwei Wesen („das Wort war bei Gott“), in denen das eine, das Wort, auszieht, um die endlose Ewigkeit zu erkennen, die den Vater ausmacht. Der Vater ist Liebe und damit die Liebe existieren kann, muss es „du und ich“ geben. Damit die Liebe existiert, muss man die Freiheit der Wahl haben, diese Liebe mit jemandem zu teilen. Der Vater ist absolut frei, und beschließt, einen Sohn zu haben, der aus der Ewigkeit in seinem Schoß selbst kommt und das ist das Ewigkeitsprinzip. Gleichzeitig ist der Sohn bei Gott und der Vater gibt ihm die Möglichkeit, ihn zu erkennen. Das wurde später, im vierten Jahrhundert beim Konzil von Nicäa, in den Kanon des Christentums als „den Sohn eines Wesen mit dem Vater“ hineingeschrieben. „Eines Wesens mit dem Vater“  bedeutet das Ewigkeitsprinzip. Unser bulgarisches Christentum, das vom Apostel Paulus in Philipoppolis (die Thrakerin Lydia war die erste Christin, die Paulus in Europa, am Fluss Maritza einweihte) und vom Apostel Andreas dem Erstberufenen stammt, der als Erster nach Johannes dem Täufer den Gott erkannte, prägte das Wort ‚подобносъщен‘ „ebenbildlich“. ‚Пoдобносъщен‘, das war das Glaubensbekenntnis der Bulgaren, u.a. in Justiniana Prima, bis es von der sog. Orthodoxie, dem byzantinischen Christentum, vernichtet wurde. Die Orthodoxie hatte nichts zu tun mit dem ursprünglichen bulgarischen Christentum. Woher haben die Menschen damals dieses Wort gekannt? Höchstwahrscheinlich von Paulus, wir werden gleich Worte von ihm behandeln, die im Brief an die Hebräer stehen. 1905 sprach Steiner darüber, dass die Substanz des Sohnes die gleiche wie die Substanz des Vaters ist. Aber das Leben des Sohnes unterscheidet sich vom Leben des Vaters, des ersten Logos. Der erste Logos erschafft den zweiten Logos, d.h. der Vater erschafft den Sohn und die Substanz des Vaters ist die gleiche wie die des Sohnes, aber er hat ein anderes Leben. Das sind die beiden Prinzipien – die Ewigkeit und das unterschiedliche Leben. Es gibt „du und ich“. Sonst bleibt der Vatergott transzendent und es besteht keine Chance, dass die Menschen ihn erkennen, dann ist auch kein Golgatha-Mysterium notwendig, wenn dieses ursprüngliche Vater-Sohn-Verhältnis fehlt. Die Relation zwischen ihnen besteht also nicht ein für allemal in der ganzen Ewigkeit, sondern sie unterliegt einer Wandlung. Es gibt nichts Aufregenderes als das, denn wenn wir diese Fragestellung begreifen, bedeutet das, dass wir durch den Sohn den ganzen Vater in der Ewigkeit erkennen können. Das, was Christus, die christliche Weltanschauung gibt, bietet den Menschen die freie Wahl, mit der sie die Vorsehung Gottes und alle möglichen Stufen berühren können. Der Vater aber ist für immer unergründlich. Mit dem heutigen Christentum des Heiligen Geistes ist es möglich, dass diese hohen Gipfel erstiegen werden, etwas, was noch nie in der Menschengeschichte möglich gewesen war. Deshalb sagt Christus, dass die Menschen noch größere Wunder als seine vollbringen können.

Paulus sagt im Brief an die Hebräer (5, 7-8): „Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch erhört, darum daß er Gott in Ehren hatte. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, was er litt Gehorsam gelernt. Und da er vollendet war, ist er geworden allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit“. Hier haben wir zwei Tatsachen von außerordentlicher Wichtigkeit. Christus wurde erhört und er lernte Gehorsam, obwohl er Gottes Sohn war. Woher hat Paulus diese Worte gekannt, die in diesem Sinne in keinem der vier Evangelien vorkommen?  Paulus hatte bei seinem wachen Tagesbewusstsein eine Begegnung mit dem Ätherischen. Kein anderer Mensch hatte so eine Begegnung erlebt. Aus welchen Quellen konnte er genau diese Worte an die gotterwählten Hebräer schreiben? Der ganze Brief an die Hebräer enthält Botschaften von immenser Wichtigkeit.

Was bedeutet, dass der Sohn erhört wurde? Als er im Garten Gethsemane weilte, in einem der größten Augenblicke der Menschengeschichte, als die Frage nach der freien Wahl entschieden wurde, begann er zu zerfallen… Was ich jetzt sagen werde, habe ich irgendwo gelesen, aber nun wurde es mir bestätigt, wofür ich sehr dankbar bin. Als Christus vom Vater geschickt wurde, wusste er, dass er Tod und Auferstehung erleben musste, („Dieser Tempel wird zerstört und ich werde es wieder aufbauen, Matthäus 24). Er wusste aber nicht, dass sein physischer Leib, das Instrument für Tod und Auferstehung, wegen der Verbrennung durch das Makrokosmische Ich in diesem Leib, das seit zwei Jahren und einigen Monaten in ihm weilte, zerfallen konnte. Im Garten Gethsemane stand Christus vor einer großen Frage. Er war dabei, zu zerfallen, bevor er gekreuzigt wurde. Wie hätte er dann den Willen Gottes erfüllt? Das war völlig unverständlich für ihn. Dass er wollte, dass der Kelch an ihm vorbei geht, was Steiner als Einsamkeit deutet,  bedeutet eigentlich das große unbekannte Ereignis, was ihm bevorstand. Die Frage war, wie er diesen Leib zum Kreuz bringen sollte. Wie sollte er diese letzte Prüfung meistern, die ihn dazu bewegte, dort an den Vater sich zu wenden mit den Worten „Mein Vater“, die er in den drei Jahren nie benutzt hat. Hier ist das Gefühl des Sohnes, das Christus zu seinem Vater empfindet, zu einer unvorhergesehenen Höhe erhoben. Was bei Isaak unter dem Messer Abrahams als Demut existiert, wird hier zur höchstmöglichen Demut erhoben, die ein Wesen empfinden kann: „nicht wie ich will, sondern wie du willst“. Das bedeutet: „Ich weiß nicht, wie ich diese Herausforderung meistern werde und ich überlasse mich deinem Willen, denn ich weiß, dass du Liebe bist.“ Egal, was einem Christen passiert, selbst bei den größten Prüfungen, muss er das grundlegende Gefühl haben, dass der Große Wille Gottes, der Liebe ist, über alles in der Welt wacht. Das können nur die Christen in diesem Sinne haben. Wer sagt das? Das sagt ein göttliches Wesen, Christus. Hier haben wir die dritte Phrase vom Johannes-Evangelium „und das Wort war Gott“. Also, wir haben zunächst die Ewigkeit, dann die Dynamik, dann wird bestätigt, dass der Sohn „eines Wesens“ ist. Warum wird das bestätigt? Hier erheben wir uns zu einem noch mächtigeren Verständnis des Christentums, das mit der freien Wahl und der Göttlichkeit verbunden ist. Christus sagt: „Mein Vater ist mehr als ich.“ Das sagt ein göttliches Wesen. Nur ein göttliches Wesen, das seiner Göttlichkeit gewahr wird, kann das äußern. Manch einer könnte sich wundern, denn jeder von uns weiß, mein Vater ist mehr als ich und jeder kann das sagen. Aber das stimmt nicht. Wenn ein Mensch sagt „Mein Vater ist mehr als ich“, ist das Gotteslästerung und Missachtung der Subordination. Warum? Die Menschen arbeiten nicht mit ihrem Ich, das sie Göttlich macht, sondern mit dem Schatten ihres Ichs von den Elohim, das nicht individualisierte Ich und das ist die Widerspiegelung jenes Ichs als das niedere Menschen-Ich. Heute benutzen die Menschen ihr niederes Selbst und deshalb denken sie abstrakt. Wenn jemand von diesem niederen Ich ausgeht und sagt „Mein Vater ist mehr als ich“, versetzt er sich in die Situation, dass er ein göttliches Wesen ist. Wenn man das aus seinem niederen Selbst ausgehend sagt, ist das Gotteslästerung, denn man ist kein göttliches Wesen, man ist nicht zum wahren Erlebnis des Prinzips „Ich bin“ gekommen. Nur ein Mensch kann das sagen, in dem eine Explosion und Individualisierung des Ichs stattgefunden haben. Ich habe in meinem Buch „Der Weg zum Ich“ Sachen geschrieben, die einem vielleicht irrsinnig vorkommen. Das Wesen meines dort beschriebenes Erlebnisses war das Empfinden, dass ich nicht einfach ein göttliches Wesen bin, nicht gottesgleich, sondern der Vatergott selbst. Stellen Sie sich vor, was für ein Erlebnis das ist. Und mit diesem gehöre ich entweder in die Irrenanstalt, oder ist das Gotteslästerung oder etwas anderes. Was ist das Dritte? Was ermöglichte einem Menschenwesen das Erleben, das den Worten Christi nahe kommt „Ich und der Vater sind eins“,  d.h  „ich bin der Vatergott“, obwohl hier auch der dynamische Aspekt existiert? Der Akt der größtmöglichen Demut im Garten Gethsemane  – „dein Wille geschehe“ – , was keine fatalistische Unterwerfung unter den Willen Gottes ist, sondern auch den dynamischen Aspekt enthält („also geschehe dein Wille“), d.h. mach, dass mein Leib zum Kreuz kommt, koste mich, was es wolle. Denn das Schicksal, unverstanden und von den Jüngern verlassen zu sein, wie Steiner die Worte über den Kelch interpretiert, ist der „kleinere Kelch“. Der größere Kelch, die größere Prüfung ist, dass er Gott erlaubt, alles mit ihm zu machen. Das ist ein viel tieferes Verständnis des Christentums.

Das führte dazu, dass er erhört wurde, wie Paulus sagt, es kam der Engel Vidar und verlieh seinem Ätherleib Ätherische Kräfte, damit der physische Leib belebt werden konnte. Aber gleichzeitig lernte er Gehorsam, wie Paulus sagt. Dank dieser Tatsache können die Menschen von da an erlöst werden. Das war die größtmögliche Hingabe an den Willen Gottes. Diesen Begriff ‚Hingabe’ sollen wir uns sehr gut merken, denn Islam bedeutet „völlige Hingabe an Gott“. Das, was Christus im Garten Gethsemane machte, ist das Urbild, das absolute Beispiel einer Hingabe an Gott, die überhaupt irgendwo existieren kann. Mit dieser Hingabe wendete er alle göttlichen Gesetze an, alles, was vom Gott erbeten werden konnte. Und das geschah auf dem physischen Plan, als er fast zerfiel und den ganzen Willen seines physischen Leibes anstrengen musste, im dynamischen Aspekt, nicht im fatalistischen Sinne, dass der Gott das Nötige tun würde. Er wird gewahr, dass es eine Vorsehung Gottes gibt, aber er kennt diese nicht. Er weiß, dass er diese Prüfung meistern muss. Und Gott gibt ihm die freie Wahl, zu wählen, sich zu unterordnen. Das ist die Emanation. Beinsa Douno sagt: „Im Garten Gethsemane wurde dem Christus die ganze Vergangenheit offenbart, nach diesem Gehorsam wurde ihm am Kreuz der ganze Plan Gottes für die Zukunft offenbart.“ Der Plan Gottes kann also nur nach und nach Menschen offenbart werden, die ein individualisiertes Ich haben. Natürlich allmählich, nicht sofort. Es gibt nichts Aufregenderes als das,  das ist der Sinn des menschlichen Lebens. Deshalb sagte Paulus „nicht ich, sondern Christus in mir“.

Als ich jenes Erlebnis hatte, dass ich der Vatergott selbst bin, war der „Aufzug“, um diesen technischen Begriff zu benutzen, der mich erhob, das Christus-Ich. Als Christus herunterstieg von der Trinität, ging er über diese Substanz, die von den Elohim kommt und die jeder von uns individualisieren muss. Diese Substanz wurde danach vom Christus-Ich durchdrungen, das durch Tod und Auferstehung gegangen war, durch diesen Gehorsam, durch diese Änderung in der Trinität, die zwischen Vatergott und Sohn geschah. Das ermöglichte die Ankunft des Heiligen Geistes im Menschen, und die Trinität kann auf eine neue Weise im Menschen leben, die bisher nicht möglich war. Das Christus-Ich war dasjenige, das durch die Eliminierung in diesem Augenblick meines niederen Ichs und das Ankoppeln an das höhere Ich mein Ich wie in einem Aufzug erhob. Das Ich, das von den Elohim individualisiert und durch den Aufzug des Christus in seinem Makrokosmischen Ich durchdrungen wurde, erhebt zum Erlebnis, dass man der Vatergott selbst ist. Nichts anderes kann uns zum Vatergott führen, damit wir ihn erforschen und dadurch ein grundlegendes Erlebnis haben. Danach muss man, um nicht verrückt zu werden, den langen Weg des Christus-Studiums gehen und nicht das Ego, sondern Christus soll in einem arbeiten. Damals begann meine große Reise zu Christus. Im Christentum besitzt also die Frage nach dem Gehorsam, der Unterwerfung unter den Willen Gottes und der freien Wahl außerordentlich tiefe Ebenen, ohne deren Verständnis wir in die Büsche gehen können, wo wir mit unserer Menschenvernunft rätseln über diese grundlegenden Fragen des Christentums, mit denen de facto unsere Menschennatur verändert wurde. Wenn wir diese Prinzipien im Christentum nicht kennen, wissen wir nicht, worüber wir verfügen und können nicht zu Mitstreitern Gottes werden. Schon im Alten Testament wurde uns dieser Weg angedeutet und mit dem Hinunterstieg des Heiligen Geistes wurde der rote Teppich vor uns entrollt, damit wir auf ihm gehen und zu Mitstreitern Gottes werden können. Das steht in der Offenbarung des Johannes (3:20): „(wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut), zu dem werde ich eingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir“. Wie kann das geschehen? Wenn es „du und ich“ gibt, wenn Christus an das Ich klopft und der Mensch ihm die Tür aufmacht, damit er hereinkommen kann.

Christus hat seine Aufgabe erfüllt und rief das Christentum mit all seinen Zweigen ins Leben. Schauen wir nun zum anderen Weg, dem Mekka-Weg von Abraham über Ismael zu Mohammed in Mekka. Im Jahre 570 oder 571 wurde Mohammed im Stamm der Quraisch geboren. Dieser Stamm gehört zu den Nachfahren Ismaels, d.h. Mohammed ist wirklich der direkte Nachkomme des Ismael über viele Generationen. Ismael wurde geboren, bevor das Prinzip der Trinität zur Geltung kommen konnte, er kam 13 Jahre früher als Isaak zur Welt. Mekka war damals ein Handelszentrum in Richtung Nord-Süd und Süd-Nord, in dem die Karawanen hielten, es war ein wichtiges, vermögendes Zentrum in der arabischen Wüste. Der schon früh verwaiste Mohammed wurde von Verwandten großgezogen. Er war ein mystisch gestimmter Junge, der sich gern zurückzog. Als Mohammed älter wurde, arbeitete er als Karawanenführer. Vielleicht kam er in dieser Zeit mit Juden in Kontakt, wir wissen, dass die Juden ausgesiedelt wurden, nachdem Titus den Tempel von Jerusalem zerstört hatte. In jenen Gebieten gab es auch Juden. Als Mohammed  im Jahre 595 heiratete, lebten dort auch Christen aus den Zweigen der gnostischen Christen und der Nestorianer. Diese hatten besondere Ansichten über das Christentum. Damals gab es verschiedenartigen Ansichten, manche folgten dem Kanon, andere nicht, es gab auch Heiden. Mohammed heiratete 595 im Alter von 25 Jahren die reiche 40jährige Witwe Chadidscha, für die er zuvor gearbeitet hatte. Er liebte diese schöne Frau sehr, sie gebar ihm Töchter und einen Sohn, der allerdings früh starb. Seine Lieblingstochter war Fatima. Im Jahre 610, also ungefähr in seinem 40. Lebensjahr, wurde Mohammed berufen. Von diesem Ereignis beginnt die Geschichte des Mohammedanertums. Auf dem Berg Hira zog sich Mohammed gern zurück. Der Berg ist überhaupt ein menschenleerer Ort, an dem die Verbindung zur geistigen Welt leichter zustande kommt. Dort erschien ihm nach eigener Aussage der Engel Dschibril/Gabriel. Dieser entfaltete vor ihm die Sternenschrift, darunter ist eine Imagination zu verstehen, und befahl ihm zu lesen. Im Laufe von 22 Jahren, von 610 bis 632, als Mohammed im Juni im Alter von 62 Jahren starb, empfing er den Koran. 114 Suren umfasst der Koran, wobei jede Sure eine verschiedene Anzahl von Ajats (Versen) hat. Die längste Sure besteht z.B. aus 285 Versen. 22 Jahre lang sah Mohammed nach eigener Aussage immer die mächtige Figur des Dschibril, der sich in den Himmel erhob, egal ob er nach oben, unten, rechts oder links schaute. Dschibril diktierte ihm die Suren. Ob dieser Dschibril mit Gabriel aus dem Lukas-Evangelium identisch ist, wo er einzig namentlich erwähnt wird, bezweifle ich sehr. Zwar kann man, wenn man den Koran aufschlägt, vorne die Information lesen, etwa dass Dschibril Gabriel ist, Moses – Mussah, Jakob – Jussuf und Jesus – Issah. Aber dieser Dschibril ist nicht der Erzengel Gabriel, der Maria erschien, um ihr die frohe Botschaft zu verkünden.

Mohammed war Analphabet und die Suren wurden durch andere aufgeschrieben. Die ersten Suren wirkten mit einer ungestümen Elementargewalt in ihm und er beeilte sich, sie aufschreiben zu lassen, wobei sie durch seine arabische Wahrnehmung der Welt abgefärbt wurden. In Europa besitzen die Menschen eine ganz andere Natur und nehmen die Welt ganz anders auf als die Menschen auf der Arabischen Halbinsel. Diese Suren siind also durch seine Wahrnehmung abgefärbt. Wer den Koran liest, wird bemerken, dass sich die ersten Suren am Ende des Korans befinden, alles wird rückwärts gelesen, wie die arabische Schrift. Im Laufe der Zeit hat man versucht, die Suren chronologisch zu ordnen, eingeteilt in Suren aus Mekka und Medina. Die ersten Suren sind kurz und sehr mächtig, man spürt die große Begeisterung. Zweifellos hatte Mohammed geistige Erfahrungen. Die Suren aus Medina enthalten dagegen endlose Wiederholungen, die äußerst schwer zu lesen sind, Regeln, Gesetze, eingehende Anweisungen. D.h. es gibt große Unterschiede im Aufenthalt Mohammeds in Mekka und Medina.

Etwa im Jahre 621 kam Mohammed in die Stadt Ta’if und wollte den dortigen Bewohnern seine Erfahrungen schildern. Da sie ihn auslachten, ging er in die Wüste, wo er von einer Menge Dschinn umkreist war. Was sind die Wesenheuten, mit denen er in Kontakt war? Im Koran ist die Hierarchie der Bewusstsein besitzenden Wesenheiten dreistufig. Unten sind die Menschen, dann kommen die Dschinn, was eigentlich die Naturgeister sind, dann kommen die Engel und oben an der Spitze steht Allah. Das ist die hierarchische Ordnung des Islam. In den einzelnen Suren kann man Details der geistigen Erlebnisse Mohammeds finden. Aber das Studium des Korans wird für den gegenwärtigen Europäer der Bewusstseinsseele sehr erschwert durch die Stilistik, die das Seelenleben Mohammeds zum Ausdruck bringt. Allerdings müssen wir wissen, was dort steht und momentan zu uns kommt. Es ist bereits nach Europa gelangt und wird in noch größeren Ausmaßen hierherkommen. Was kam früher auf uns zu und was jetzt? Zuerst müssen wir die Diagnose kennen, um das Medikament auszuwählen, dann müssen wir den Willen haben, es einzunehmen.

Mohammed war also von Dschinn umkreist, er begann zu beten mit den Worten, die Gott ihm gab im Koran und die Dschinn hörten zu und bewegten sich nicht. Diese Dschinn sind eigentlich Naturgeister. Nicht zufällig werden die Dschinn im Koran als Wesenheiten der Feuersubstanz beschrieben, aber einer rauchlosen Substanz mit einem Luft- und Feuerwesen. Wahrscheinlich spricht er über die Silfen und Salamander, obwohl diese Namen dort nicht vorkommen. Aber das sind die Dschinn eigentlich. Die Engel sind verschiedenartig, wobei Dschibril der Hauptengel für Mohammed ist, der ihm den ganzen Koran diktiert.

Das bemerkenswerteste Erlebnis Mohammeds war seine berühmte Nachtfahrt, die Himmelfahrt, die sehr aufschlussreich ist und einen sehr wichtigen Akzent enthält. Die Himmelfahrt geschah unmittelbar nach der Begegnung mit den Dschinn Ende 621, Anfang 622. Während Mohammed in Mekka schlief, kam der Engel Dschibril, Mohammed wachte auf und Dschibril sagte ihm, er solle mitkommen. Mohammed wurde von der Moschee in Mekka mitgenommen, er bestieg das wundersame weiße Pferd Buraq. Wir wissen, dass das weiße Pferd in der Apokalypse von Johannes die erleuchtete Vernunft bedeutet. Zweifellos geht es hier um eine geistige Erfahrung mit erleuchteter Vernunft. Mit großer Geschwindigkeit trug ihn Buraq von der Moschee in Mekka zu der Moschee Al Aksa nah der Klagemauer in Jerusalem. Sie sehen, wie Ismael und Isaak dort Schulter an Schulter stehen. Er sieht viele Propheten, wobei Moses und Abraham namentlich erwähnt werden, nicht zufällig spielt die abrahamitische Tradition, die auch die hebräische Tradition ist, eine fundamentale Rolle im Islam. Es wird eine Lichtleiter hinuntergereicht und Mohammed steigt zusammen mit Dschibril die Leiter hoch. Sie kommen bis zum siebten Himmel. Eine der besonderen Erlebnisse ist die Begegnung mit dem Engel des Himmels und der Erde, dessen Körper aus Eis und Feuer besteht. Diese zwei Substanzen ändern ihr Wesen nicht, wenn sie sich vermischen. Das sind eigentlich die Liebe und die Reinheit, die Liebe ist das Feuer, das Eis ist die Reinheit. Nachdem Mohammed bis zum siebten Himmel gelangt war, sagte Dschibril, dass der weitere Aufstieg nicht erlaubt war. Mohammed kam über zwei leuchtende Lichtsphären und eine dunkle Sphäre und stand dann vor Allah selbst, dessen Gesicht mit 20000 Schleiern bedeckt war, denn wenn man ihn direkt ansieht, erlischt das Bewusstsein. Der Koran ist überhaupt voll mit großen, phantastischen Zahlen, im Islam ist das Phantastische stark vertreten. Die Suren wurden nachträglich angepasst, verändert, wer die letzte Ausgabe liest, wird dort auch sehr naive Deutungen vorfinden, auf die wir gleich zu sprechen kommen.

Diese nächtliche Himmelfahrt Mohammeds wurde danach ausgeschmückt und verschiedene Menschen haben mannigfaltige Elemente hinzugefügt, so dass es unmöglich ist, das authentische Bild wiederzugeben. Aber es gibt eine außerordentlich interessante Tatsache, die mitgeteilt werden kann. Wir stützen uns auf eine Sage aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die nächtliche Himmelfahrt Mohammeds zu seiner Begegnung mit Allah. Allah streckte einen Arm aus und berührte Mohammeds Schuler, legte seine andere Hand auf Mohammeds Brust. Mohammed spürte dabei eine Eiseskälte. Danach verfiel er in Ekstase, in einen ekstatischen Zustand, kletterte die Lichtleiter herunter und kam das Pferd reitend in sein Bett. Das interessante Detail hier ist, dass Dschibril, als er kam, um Mohammed zu wecken, mit seinem Sattel ein Wassergefäß auf dem Tisch streifte, das zu Boden fiel. Als Mohammed von seiner Himmelfahrt zurückkam, fing er das Wassergefäß auf, bevor dieses den Boden erreichen konnte. Die ganze Fahrt durch die sieben Himmel,zweifelsohne als übersinnliches Erlebnis stattgefunden hat, dauerte weniger als eine Sekunde. Das ist außerhalb unserer Zeitmessung, d.h. der übersinnliche Charakter dieser Himmelfahrt steht außer Zweifel.

Nachdem Mohammed dieses Erlebnis hatte, erzählte er den Mekkanern darüber. Die Mekkaner behandelten ihn mit großem Misstrauen und lachten ihn aus. Im Jahre 610, als er berufen wurde, begann er, seine Erlebnisse mit Nachdrücklichkeit zu erzählen und traf überall auf Spott. Was war die Ursache dafür? Wir müssen uns die Atmosphäre klar machen, in der das alles geschah. In den alten Zeiten, als die Verbindung zur geistigen Welt noch existierte, waren die Menschen, die diese Verbindung herstellen konnten, Wahrsager. Sie wurden ‚Dichter’ genannt, denn das arabische Wort für ‚Dichter’ hat die Bedeutung „Wahrsager“. Diese Stammesmitglieder wurden früher vom Stammführer gebeten, sich an die geistige Welt zu wenden, um den feindlichen Stamm vor einem Kampf etwa zu verwünschen oder eine Wohltat für den eigenen Stamm zu erbeten. Das Wort war damals nicht wie jetzt bedeutungslos, sondern es hatte eine mächtige okkulte Kraft. Eine Verwünschung wirkte stark, was auch im Alten Testament beschrieben wird. Die Menschen, die solche Worte aussprachen, wurden also Dichter genannt. Auch Homers Muse, von der er sagte, dass sie ihm half, die „Ilias“ zu schreiben, war eigentlich ein übersinnliches Wesen. Aber in der Zeit, in der Mohammed lebte, Ende des sechsten Jahrhunderts, war das Hellsehen längst untergegangen, „der Untergang der Götter“ hatte bereits stattgefunden. Dieser „Untergang“ fand am spätesten beim zukünftigen Germanentum und bei den alten Bulgaren statt, nicht zufällig erwähnte Steiner, dass im vierten Jh.n.Chr. alle, die das Gegenüberstellen der hellen und dunklen Mächte sehen konnten, ‚Bulgaren’ genannt wurden (GA 237, 65). Unter Mohammeds Stammesgenossen aber wurde dieser Blick in die geistige Welt viel früher versperrt, wir werden später sehen, warum. „Der Untergang der Götter“ fand also statt, die dunklen Wesenheiten mischten sich ein und begannen zu wirken. Deshalb misstrauten die dortigen Menschen jedem, der vor sie trat und über von oben erhaltenen Offenbarungen sprach. Mohammed selbst sagte, dass er seine Offenbarungen vom Allah, dem Obersten bekomme. Allah existierte als Begriff unter diesen Menschen. Seit dem tiefsten Altertum, als die Vielgötterei bestand und die Menschen hellsichtig waren, hatte der Monotheismus keinen tiefen Konflikt mit dem, was später zur Trinität wurde. Im Islam gibt es eine tiefe Verabscheuung der Vielgötterei. Bei Abraham können wir nicht von einem Konflikt zwischen Vielgötterei und Monotheismus reden, er konnte ja selbst die drei Erzengel sehen, die zu ihm kamen. Erst später kristallisierte der Monotheismus in den zehn Geboten heraus. Je näher wir an die heutige Zeit kommen, in der die islamische Tradition auf besondere Weise in Europa neu belebt werden musste, trat dieser Monotheismus natürlich viel radikaler jeglicher Vielgötterei entgegen. Aus diesem Grund wurde jeder, der von Dschinn und derlei Erfahrungen erzählte, für ein Dichter gehalten, der alles ausdachte. D.h. der Begriff „Dichter“, der früher „Wahrsager“ bedeutete, wurde zum Begriff des reinen Dichters, der alles erdichtet, ins Besondere ging es um satirische Verse über Herrscher, Missstände im Wirtschaftsleben u.dgl. Deshalb wurde Mohammed ausgelacht und sogar mit Steinen beworfen, als er mit seiner Prophetie begann. Es ist übrigens immer so, der Prophet ist im eigenen Land nichts wert. Deshalb war der sensible Mohammed sehr betrübt, dass er als Dichter angesehen wurde. Als er später große Macht erhielt, verfolgte er die Dichter. Später wurden sie zu seinen Vertrauten, begannen ihn zu loben und am Ende schloss Mohammed mit der Erringung der absoluten Macht Frieden mit den Dichtern. Er war der erste Kalif, der das Kalifat gründete als Stellvertreter Gottes. Obwohl der Islam monotheistisch ist, wird in bestimmten Suren der Stellvertreter Gottes erwähnt und natürlich ist Mohammed der Stellvertreter, weil er der Prophet ist. D.h. er ist derjenige, der die volle, totale Macht auf dem Erdenplan über ein Volk, wünschenswert natürlich über die ganze Welt, innehat. Mohammed erzählte also über seine nächtliche Himmelfahrt und niemand glaubte ihm, sogar seine Anhänger waren skeptisch. Erst nachdem der ältere Abu-Bakr, der nach ihm zweiter Kalif wurde, erklärt hatte, dass das stimmt,  glaubten ihm die Menschen. 621 ging Mohammed nach Medina, was die Hidschra ist, d.h. die Auswanderung von Mekka nach Medina, der Stadt, die ursprünglich Yathrib genannt wurde. Vom Herbst 622 beginnt die Zeitrechnung für die Moslems. Im Unterschied zu Mekka fühlte sich Mohammed in Medina wohl, erhielt einen guten Empfang und gewann in kürzester Zeit die nahezu vollständige politische und militärische Macht. 632 starb Mohammed. In nur zehn Jahren hatte er alles erreicht, stellen Sie sich vor, was in Mohammed steckte, was geschehen musste mit dem Einverständnis Christi, der die ganze Macht im Himmel und auf Erden hat! Mohammed kämpfte gegen die Mekkaner, 630 kam er triumphierend nach Mekka und das Mohammedanertum wurde zur vereinigenden Religion für die ganze Arabische Halbinsel. Die Menschen mit den Karawanen, in denen die dunklen Geister frei wirkten, hatten immerhin den Glauben an einen transzendenten Allah, diese Vorstellung hatte schon in den alten Zeiten der Vielgötterei existiert, als die Menschen Engel und Naturgeister sahen. Die Menschen spürten, dass über all diese Vielgötterei etwas Einheitliches steht. Aber zur Zeit Mohammeds hatte kein Mensch mehr diese übersinnlichen Erfahrungen und deshalb kam er leicht zur Idee des einheitlichen Gottes im absoluten Sinne. Als 632 Mohammed starb, war der Islam bereit, die Welt zu erobern. 620 starb Mohammeds geliebte Frau Hadidscha, als er noch in Mekka war. Als er ihr von seinen ersten Erfahrungen im Berg Hira erzählte, und Angst hatte, von den dunklen Geistern Shaitans besessen zu sein (im Islam wird nicht zwischen Luzifer und Ahriman unterschieden), beruhigte ihn Hadidscha und sagte ihm, dass er berufen ist und eine große Mission zu erfüllen hat. Mohammed war unpässlich und ließ Hadidsche ihn in einen Umhang umhüllen. Deshalb ist in den ersten Suren von dem Umhüllten zu lesen. Manche gegenwärtigen Forscher vermuten, dass er epileptische Anfälle hatte, aber das stimmt nicht, sein Kontakt zur geistigen Welt war atavistisch, deshalb fühlte er sich unwohl und befürchtete, vom Shaitan besessen zu sein. Seine Frau spielte eine sehr wichtige Rolle in seinem Leben, bis zu ihrem Tod hatte er keine andere Frau berührt. Nach ihr hatte er 14 Frauen und die Suren wurden so angepasst, damit sie seine Taten rechtfertigen konnten. Die Suren von Medina unterscheiden sich sehr stark von den Suren aus Mekka, manche sind sogar gegenteilig.

Nach seinem Tod zog der Islam mit außerordentlicher Macht und Kraft in die Welt, um sie zu erobern. 632 starb Mohammed, nur sechs Jahre später, 638, kam der Kalif Omar, der Abu Bakr folgte, auf einem weißen Kamel reitend in Jerusalem ein, dann eroberten die Mohamedaner Syrien, Persien, Nordafrika. Im Jahre 711 kamen sie über die Straße von Gibraltar nach Spanien und zerstörten das späte Wisigotenreich. Dieses späte Wisigoten- oder Westgotenreich ist von den Bulgaren der Attilazeit gegründet worden, als sie das Römische Reich zerstörten. Spanien war also ein spätes bulgarisches Reich, nicht zufällig trug der erste spanische König den Namen Bolgaros. Sie eroberten Spanien,  überquerten die Pyrenäen und kamen in das Gebiet des heutigen Frankreichs, das damals nicht existierte. Erst in der Schlacht von Poitiers 732 konnten die Araber mit größter Mühe aufgehalten werden. 718 hat der bulgarische Khan Terwel die Araber vor Konstantinopel zurückgeschlagen, 22000 von ihnen wurden ertränkt und die Eroberer kamen nie wieder. In weniger als 100 Jahren betraten die Araber von der Wüste, deren Gebiete der Zug der Weltentwicklung bis dahin noch nie überquert hatte, die Weltbühne. Vom Fluss Indus bis zur Atlantikküste gründeten sie ein Kalifat.

Was steckte in den Arabern und im Islam, damit das ermöglicht wurde und warum war das notwendig? Wir können die heutige Zeit nicht verstehen, wenn wir die damalige Zeit nicht verstehen. Sie schufen eine bedeutende Kultur in ganz Spanien, etwa die Kultur der Mauren in Córdoba. Wir wissen aus der Geschichte, dass unter den Kalifen al- Ma’mun und seinem Vorgänger Hārūn ar-Raschīd  diese Kultur ihren Höhepunkt erreichte. Zuerst war ihr Zentrum in Damaskus, später wurde es nach Bagdad verlegt, dorthin, wo heute der Islamische Staat wütet. Das war das Zentrum des Kalifats damals. Die Beduine nahmen den Islam an und verbreiteten ihn in die ganze Welt und wurden so zu Kulturträgern. Die Gelehrten, die die Naturwissenschaft, Astronomie, Chemie, Mathematik entwickelten, das alles gab es damals in Europa nicht. Die Entwicklung der praktischen Vernunft war damals dort sehr fortgeschritten, Jahrhunderte vor Europa, das damals“ schlief“. Bulgarien unter Boris I., das Frankenreich, der analphabetische Karl der Große und Konstantinopel, das war die Emanation der „zivilisierten“ christlichen Welt damals. Dem gegenüber stand eine Zivilisation, die ihren Blick auf die irdische Welt richtete und Wissenschaften entwickelte, die im christlichen Europa nicht gepflegt wurden. Im christlichen Europa stritt man über Christus, im Westen begann man ihn allmählich mystisch zu erleben. In Bulgarien entstand das Bogomilentum, während in Konstantinopel man zu einer Orthodoxie überging, in der das Wesen des Christentums verloren ging.  Europa wurde also durch die Niederlage der Araber vor Konstantinopel geschützt vor der Zange des Mohammedanertums, die drohte, es von Osten und von Westen festzudrücken. Das geschah, damit das Christentum dort fermentieren, sich im Laufe von Jahrhunderten entwickeln konnte, um zur fünften Kulturepoche zu gelangen, als man sich der Erdenwelt durch Kopernikus und Keppler wenden konnte. So konnte sich diese Epoche entwickeln, die absolut verbunden ist mit der Entwicklung der praktischen Vernunft, des abstrakten Denkens. Die Araber hatten dieses Denken Jahrhunderte lang in jener glänzenden Kultur entwickelt, im Vergleich zu der Westeuropa wild und unzivilisiert erschien. Jene Kultur wollte sich überall mithilfe des Kalifats durchsetzen und hatte ein großes Selbstvertrauen in die eigene Leistung. Sie leistete einen großen Beitrag zur Entwicklung. Wir wissen, dass die Mohamedaner Aristoteles angenommen haben, unter al-Ma’mun wurde er übersetzt. Sie übernahmen alles von den Völkern, die sie eroberten, da sie sehr neugierig waren. Wegen jener lange andauernden Verschlossenheit auf der Arabischen Halbinsel waren ihre Augen weit offen für alles, was sie bei ihren Eroberungszügen sahen. Egal, wohin sie zogen, überall nahmen sie von den dortigen Kulturen etwas an, aber sie ließen alles durch ihre Weltanschauung, durch ihre Kultur ziehen. Das Christentum war in ganz Europa und Nordafrika verbreitet, aber die Christen dort wurden nicht angetastet. Das, was wir ihnen nachsagen, dass sie große Eroberer sind und die Christen abgeschlachtet haben, stimmte für die damalige Zeit nicht, es gibt genügend Informationen darüber. Den Christen wurde angeboten, den wahren Glauben anzunehmen. Wenn sie es nicht wollten, wurden sie nicht geköpft, sondern wirtschaftlich mehr belastet, mussten etwa mehr Steuern zahlen, damit sie durch diesen Wirtschaftszwang den Islam zu schätzen lernten. Jene glänzende arabische Kultur, das arabische Phänomen, so Steiner, dank dem Europa zum abstrakten Denken, zu Keppler und Kopernikus kommen konnte, lebte mit dem, was im Koran beschrieben wird: Hände abhacken fürs Lügen, köpfen, wenn die Frau einen fremden Mann ansieht usw. D.h. wir haben gleichzeitig die Koexistenz von einer glänzenden Wissenschaft, der Einstellung zur Wissenschaft, dem Mitleid gegenüber Armen und den mohammedanischen Regeln. Wir wissen, dass im Islam das Gesicht Gottes nicht bildlich dargestellt werden darf, denn Allah ist transzendent, keiner kann ihn sehen, also ist jegliche Darstellung göttlicher Wesenheiten, die ohnehin fehlen im Islam, Gotteslästerung. Deshalb sind die Innenwände der Moscheen mit Suren aus dem Koran verziert. Sie erreichten erstaunliche Höhen in dieser Kunst, in der Kaligrafie. Aber die darstellende Kunst im Sinne der christlichen Kunst, die wir kennen, die Darstellung von göttlichen Wesenheiten, von Heiligen usw., wurde dort nicht entwickelt. Wir wissen aber, dass die Einstellung zur geistigen Welt über das Imaginative, über das Bild, viel leichter ist als wenn dieses Bild fehlt. Die Araber setzten ihre Kultur durch, die scheinbar aus dem Nichts auftauchte. Was war der Grund für die Entstehung dieser Kultur?

Wir wollen nun die Einstellung des Mohammedanertums zu den zwei großen Richtungen betrachten – dem Christentum und dem Judentum, damit wir den Unterschied sehen und begreifen können, warum diese Kultur ausgerechnet auf der wüstenreichen Arabischen Halbinsel aufkam als die Aufdämmerung der fünften europäischen Kulturepoche. Warum ist die Vorsehung Gottes gerade so, wie sie ist und was ermöglichte sie?

In Mohammeds Weltanschauung ist das Wort der Koran, der als Heilige Schrift den Menschen gegeben wurde. Für ihn waren die Christen und die Juden Menschen der Schrift. Nicht zufällig erwähnte ich Esra, bei dem im sechsten Jahrhundert die Verwandlung des Judaismus in die Schrift, in das Schriftgelehrtentum vollzogen wurde. Mohammed, der mit bestimmten Christengruppen Kontakt hatte, den Nestorianern und Gnostikern, schöpfte sein Verständnis des Christentums und seine Einstellung zu ihm von diesen Christen.  Und durch den Kontakt zu den dortigen Juden schöpfte er seine Kenntnisse des Alten Testamentes von ihnen. All das zog er durch seine Weltanschauung durch. Mohammed dachte, dass Juden und Christen auch Menschen der Schrift sind. Zu den Juden hatte er eine sehr gute Einstellung, weil sie von demselben Stammvater herkommen. Und da er der Meinung war, dass er die Gesetze Moses’ und Abrahams wiederbelebte und ihnen einen mächtigen Trieb als die letzte Offenbarung Gottes verlieh, denn Allah war für ihn auch Abrahams oberster Gott, müssten die Juden eine gute Einstellung zu ihm haben. Im Koran treffen wir auf viele Persönlichkeiten des Alten Testaments mit abgewandelten Namen. Aber die Chronologie, die Geschehnisse im Alten Testament wurden dermaßen durch Mohammeds Weltanschauung und Verständnis verändert, dass sie nicht zu erkennen sind. Als er mit den dortigen Juden stritt, sahen sie, die die Talmudtexte sehr gut kannten, seine Fehler und lachten über ihn. Er aber bezichtigte sie des Unverständnisses ihrer eigenen Heiligen Schrift. Da Mohammed die Juden nicht als Nachfolger gewinnen konnte und die Juden in Medina stark an politischer und militärischer Macht gewannen, empfand er sie als Bedrohung und bekämpfte sie. Er kämpfte viel, es gab viele im Namen Allahs Ermodete. Die Gewalt existierte dort. In den seltenen Fällen, in denen im Koran von Liebe die Rede ist, ist es in einem besonderen Sinne.

Die Einstellung zu  den Christen war ähnlich, Mohammed hielt sie auch für Menschen der Schrift und die Persönlichkeiten des neuen Testamentes sind völlig verändert. Die Geburt des nathanischen Jesus oder Maria, so wie sie im Koran dargestellt werden, haben chronologisch und sachlich nichts zu tun mit dem Neuen Testament. Wenn man kein systematisches Studium eines Themas betrieben hat, kommt es verständlicherweise zu Verstellungen. Die Christen überführten ihn auch der Fehler. Aber er hat sie nicht verfolgt,  im Unterschied zu den Christen, die beschämenderweise andere Christen verfolgten. Denken wir nur an Hypatia, die zukünftige Marie Steiner aus dem vierten Jahrhundert, deren Leichnam in Alexandria von Christen zerstückelt wurde. Nicht zu vergessen die Kämpfe von Christen gegen Christen, Katholiken gegen Protestanten, die Inquisition usw. Die Mohammedaner waren damals viel toleranter zu den Andersgläubigen als die Christen zu ihren christlichen Brüdern.

Warum hielt Mohammed die Christen für Menschen der Schrift? Das ist das Fundament seiner Anschauung. Für Mohammed gibt es einen göttlichen Koran oben bei Allah, das Buch der Bücher. Das wurde von Allah über Dschibril zu Mohammed offenbart und das ist die mächtigste Offenbarung, die Mutter aller Bücher. Koran bedeutet „die Mutter der Bücher“. Dieses Urbild des Korans befindet sich bei Allah. Allah hat auch den Juden Schriften gegeben über Abraham, Moses usw. Er hat auch über Issah, Jesus Schriften gegeben, der in seinem Verständnis der Evangelien die Abschwächung des strengen Gesetz Moses’ ist. Aber eigentlich sei Issah auch ein Mensch der Schrift. Für ihn ist das Wort, das ursprünglich bei Gott war und Gott ist, ein himmlisches Buch. Nie kam Mohammed und kein Nachfolger von ihm zu der Idee,  dass das Wort, das bei Gott war, zu Fleisch wurde. Für ihn ist es eine Schrift. Deshalb wird im Koran ständig die Vernunft hervorgehoben. Abraham war derjenige Mensch, in dem zum ersten Mal ein Gehirn aufkam, das gerichtet war auf das Gewahrwerden, dass außerhalb von uns ein Gott existiert, der alles umfasst und wir in uns die Vertretung dieses Gottes entdecken können im Prinzip „Ich bin“. Deshalb begann der lange Weg des Judentums vom Denken zum Prinzip „Ich bin“ im Willen während der 41 Generationen vor Christus. Dagegen dachte Mohammed, dass dieses Buch von oben diktiert wurde und alles unverändert immer so gewesen war. Dass das als Kultur auf der Arabischen Halbinsel geschehen konnte unter den Nachkommen Ismaels, liegt an der anderen Charakteristik des Denkens Abrahams, der Ausrichtung seines Gehirns auf das Erlernen des Irdischen. Deshalb wird in der talmudischen Tradition Abraham als der Vater der Mathematik dargestellt. Nichts bahnt besser den Weg zum zukünftigen abstrakten Denken, das wir heute besitzen, als die Entwicklung dieses Verstandes, der sich auf das Irdische richtet durch die Mathematik, die zum ersten Mal Abraham hineingelegt worden war. Durch seine Einweihung von Gott bekam er diese Ausgerichtetheit auf das Irdische, denn das Wort musste zum Fleisch werden auf dem Erdenplan. Deshalb musste diese Religion auf das Irdische schauen, und das wurde bei den Juden durch die Vererbung weitergegeben. Aber da Ismael auch der Sohn Abrahams von seinem Samen ist, wurde diese Fähigkeit Abrahams auch Ismael hineingelegt, allerdings ohne die Trinität, die mit Isaaks Stammeslinie anfing. Diese Neigung zur Mathematik existiert bei den Arabern. Als Alexander der Große den Aristotelismus verbreitete, wurde er mit offenen Armen empfangen. Viel später wurde dieser Aristotelismus durch die mohamedanische Anschauung durchgezogen und es entstand jene Kultur. In der mohamedanischen Anschauung gibt es einen transzendenten Gott, einen absoluten Monotheismus, der Mensch ist ein Diener Gottes, der den Gott niemals begreifen kann, er ist für immer von ihm abgetrennt. Man kann nie Reinkarnationen und Karma haben, nach Ende des irdischen Lebens kommt man entweder ins Paradies oder in die Hölle. Im Koran werden alle geistigen Wahrheiten, die auch im Christentum und im Judaismus grundsätzlich bestehen, in einem viel materialistischeren Sinne dargestellt. D.h. die großen geistigen Wahrheiten werden isomoph und man kann im Koran nicht den feinen Unterschied zwischen dem im geistigen Sinne Geschriebenen und im irdischen Sinne Geschriebenen wahrnehmen. So wird einem, wenn man ins Paradies kommt, der irdische Körper wieder hergestellt, damit man ihn dort benutzt. Allah kann einen aber vom rechten Weg abbringen, denn im Islam existiert kein freier Wille, keine freie Wahl. Nach Allahs Vorsehung kann er den Menschen vom rechten Weg abbringen und nie zum rechten Weg zurückführen, man stirbt und kommt in die Hölle, ohne dass einem die Sünden vergeben werden. Das von Christus im Garten Gethsemane Gesagte, was ich hervorhob, „Dein Wille sei“ als Dynamik und Ewigkeit, das existiert im Islam nicht, er bedeutet ja „Hingabe an den Gott“. Aber wir behandeln Mohammed, um zu verstehen, wie die Fehler des Islams zustande kommen. Im Islam kann es nie zur Trinität kommen. Dieser Gott, der einem die freie Wahl nimmt, bleibt unerkennbar, transzendent, und deshalb ist das, was er auf der Erde schaffen kann durch seinen Vertreter, den Kalifen, ein Tyrannenreich als der Vermittler des totalen Willens des Gottes. Im Islam gibt es also einen Fatalismus, der den Arabern eigen ist. Den geistigen Wahrheiten wird ein irdischer Sinn hineingelegt und dadurch werden sie herabgesenkt. Es kommt zu einer Überlagerung einer materialistisch denkenden Natur (von Abraham über die Araber) von einer materialistisch gerichteten Anschauung über die Moslems. Wegen dieses Materialismus, der von Abraham über Ismael den Arabern hineingelegt worden ist,  interessieren sich die Araber grundsätzlich nicht für das Jenseits, auch in der Zeit Mohammeds haben sie sich nicht dafür interessiert. Sie interessieren sich dafür, wie sie ihr Leben auf dem äußeren Plan regeln können. In jener Zeit konzentrierten sich die Christen in Europa nur auf das Mystische, Übersinnliche, deuteten, was Christus ist. Dagegen schauten die Araber nur auf das Irdische. Aber Gott hatte vorgesehen, dass gerade dort der Übergang zur fünften Kulturepoche beginnen sollte. Dort kam die furchtbare Akademie von Gondischapur auf und deswegen erschien der Islam – der ahrimanische Abglanz der Elohimsphäre, so Steiner (vgl. GA 300a, S.130). Nicht zufällig empfand Mohammed, als er Allah gegenüber stand, eine Eiseskälte. Wer ist der Gott der Kälte und des Todes? Jenes war nicht der eigentliche Ahriman, sondern nur ein Abglanz. Das Mohammedanertum ist einerseits der erste Ausdruck des Ahrimanismus im geistigen Leben. Aber nach Steiner ist die Gemütsverfassung der Seele des Mohamedaners luziferisch (vgl. GA300a, S. 130). Andererseits wissen wir, dass Luzifer seine Einstellung zu Christus änderte und sie die Plätze tauschten in der Zeitenwende. Das, was als Luzifer und Ahriman vor der Zeitenwende wirkte, das eine –  positiv, das andere – negativ, tauschte später die Plätze, bis wir zu ihrer heutigen Stellung gegenüber dem Menschen kommen. Die Gemütsverfassung der Mohamedaner ist luziferisch, denn Luzifer war derjenige, der uns an die Erdenwelt befestigte, er widersetzte sich Gott und wir gingen zur Erdenwelt. Das Mohammedanertum belebte den Monotheismus wieder, der rechtmäßig war in der vorchristlichen Zeit im gotterwählte Volk. Indem das über die arabische Natur ging, die auf das Abstrakte, auf das Irdische eingestellt ist, verlieh es dem Mohammedanertum einen ahrimanischen Charakter. Nicht zufällig formulierte Steiner das als ahrimanischen Abglanz aus der Elohimsphäre. Soviel ich weiß, hat er das Folgende nicht erwähnt, aber die Eiseskälte, die Mohammed bei der Himmelfahrt empfunden hatte, kann der größte Beweis dafür sein, welchem Geist er damals jenseits des siebten Himmels begegnet ist. Diese luziferische Ladung und der Ahrimanismus, die dem Mohammedanertum inneleben, haben in Kombination mit der arabischen Natur trotzdem die ahrimmansiche Akademie von Gondischapur liquidiert. Gleichzeitig ist die Stilistik des Korans paradoxerweise luziferisch. Wer ihn liest und besonders auf die mekkanischen Suren achtet, wird die bemerkenswerte Begeisterung feststellen können, den reinen Luziferismus, der zur Ekstase führt und nicht zum Irdischen. Im Islam gibt es also eine Art Mischung von Luziferischem und Ahrimanischem und als Zusatz die grundsätzlich ahrimanische Einstellung der Araber. Das ermöglichte es der dortigen Kultur, die den Weg zur fünften Kulturepoche bahnte, auf der Arabischen Halbinsel zu entstehen. Das ist der Grund, warum diese Kultur sich dort entwickelte.

Wenn wir über Allah als transzendentes Wesen sprechen, das dem Menschen den Zugang zu sich selbst überhaupt verbietet, müssen wir das mit dem christlichen Verständnis des Ichs vergleichen, denn es geht um Allah und diejenigen, die jetzt auf der Erde Moslems sind und diese Weltanschauung haben. Sie alle sind absolute, stimmlose Sklaven des Allah. Im Christentum ist der Sinn des Ichs etwas ganz anderes. Zuerst muss der Mensch eine bewusste Seele werden, in der er sich selbst als Ich wiederfindet. In dieser bewusste Seele als dem höchsten Teil der Seele muss er einen Raum erringen, in dem er sein Ego zu vernichten beginnen kann. In seiner Bewusstseinsseele muss der Mensch über das von den Elohim individualisierte Ich genug Raum freimachen, der  verschlossen wird mit dem Schlüssel Davids, der in der Offenbarung des Johannes erwähnt wird, d.h. mit dem Ich. Zuerst findet man also das Ich durch die Bewusstseinsseele, macht einen Raum frei und schließt ihn ab. Dieses Allerheiligste der Bewusstseinsseele, in dem die größten Wahrheiten aufleuchten, wie überall in der anthroposophischen Literatur steht, muss verschlossen sein. Man kann es nur durch das Ich aufschließen und ein anderes Ich hereinlassen, damit die beiden zusammen „Abendbrot essen“. Christus klopft an die Bewusstseinsseele, der Mensch muss ihn hören und hereinlassen, aber er muss genug Raum haben, damit beide zusammen „Abendbrot essen“. Wenn wir das Ich in seinem wahren christlichen Sinne verstehen, dann ist es nicht das, was der Mensch der fünften Kulturepoche darunter versteht und sich mit großen Mauern umgibt. Das ist das reine Ego, das es im Christentum überhaupt nicht gibt. Wir sprechen von einer Bewusstseinsseele, die das Ich berührt und von jenem errungenen Raum, der in der Bewusstseinsseele ist, nicht von der äußerlichen Abgrenzung durch Mauern. Nur ein Mensch, der das kann, wird ein Paradox bemerken. Das niedere Ich, dessen sich alle Menschen heutzutage bedienen, führt zur Einzäunung vor den anderen. Das hat mit dem Christentum nichts zu tun, dafür hätte Christus gar nicht kommen sollen. Wer ein Ich im christlichen Sinne besitzt, bemerkt Folgendes: Wenn er allmählich sein Ego verschwinden lässt und seinen Raum erweitert, schließt das Ich in ihm die anderen nicht aus, sondern ein. Je mehr Raum man besitzt, d.h. je mehr die großen christlichen Wahrheiten in einem aufgehen und er auf seinem Weg zum Christus fortschreitet, desto größer wird der Raum in ihm und desto mehr Iche möchte man in sich einschließen, sie hineinlassen. Derjenige Mensch kann sie hereinlassen, der weiß, dass die einzige Möglichkeit, sein Karma mit den anderen Menschen zu regeln, darin besteht, sie in sich selbst hereinzulassen. Um die anderen hereinzulassen, muss man sie lieben, um sie zu lieben, muss man die Freiheit der Wahl haben, die den Menschen zum „Ich bin“ macht. Das heißt „ich und Christus“ und wenn es das gibt, beginnt man, von Christus zu lernen, ihn zu erforschen. So wie Christus den Vater erforscht, so erforschen wir den Christus, aber „niemand kommt zu meinem Vater ohne mich“. Zuerst muss der Heilige Geist da sein, um den Menschen zum Christus zu führen. Die Frage ist, wie der Heilige Geist heute den Menschen zum Christus führen kann, damit der Mensch ihn erforscht, mehr Menschen in seinen Raum hereinlässt und die Geheimnisse der Gottes Vorsehung erforscht. Wir stehen in der heutigen Zeit am Anfang des Zeitalters des Heiligen Geistes, des Christentums des Heiligen Geistes, der freien Wahl, in der man den richtigen Weg finden kann, um diesen Raum herzustellen. Das Ich im mohamedanischen Sinne ist ausschließend, es schließt die anderen aus. Oben ist der transzendente tyrannische Allah, unten sind alle Sklaven und erwarten kleine Wohltaten nach Gottes Willen, z.B. ins Paradies kommen zu dürfen. Dort gibt es keine freie Wahl, keine Trinität, keine Liebe.

Trotzdem hatte der Islam eine gigantische dynamische Kraft, mit der er auszog und die Welt eroberte. Und wer war derjenige, der sich dem Islam damals widersetzte und sich vor die europäische Bevölkerung wie ein Schild stellte, die in die fünfte Kulturepoche hineinwachsen und zum Entwicklungsfaktor der Welt werden musste? Zuerst hat der Khan Terwel die Araber physisch aufgehalten, dann kamen die Bogomilen, um den Christus-Impuls zu geben. Jene arabische Weltanschauung, die durch das Mohammedanertum verstärkt wurde und die Explosionskraft verliehen erhielt,  um sich auf weiten Gebieten durchzusetzen, kann ohne Christus den Weg zur Trinität, zur Liebe nicht finden. Aus diesem Grund wird sie mit der Zeit unvermeidlich verfallen und sich in Böses verwandeln. Der Islam entstand, um das größere Übel zu eliminieren – die Akademie von Gondischapur. Aber je weiter die Zeit zur fünften Kulturepoche fortschritt, desto stärker entartete er. Wer den Weg zum Christus nicht findet, geht unumgänglich auf den Untergang zu und erschafft das Böse. Wir wissen von der Geschichte, dass die Türken, das Osmanische Reich kame. Mit den Türken, so Steiner, ging der Glanz des Arabismus unter. Die Araber schufen eine Kultur, die den Weg der europäischen Bevölkerung zur fünften Kulturepoche bahnte. Dagegen war das Osmanische Reich eine Art Wiederholung des Kalifats, aber nicht von Arabern, sondern von anderen Menschen erschaffen. Die ursprüngliche Bevölkerung auf dem Gebiet des Osmanischen Reiches waren die Thraker, die Bulgaren, d.h. es existierte auf dem Territorium, das von den Thrakern bewohnt worden war. Das Osmanische Reich eroberte zwar weitere Gebiete, etwa Syrien, aber es leistete keinen kulturellen Beitrag zur Menschengeschichte. Diese 500 Jahre, in denen das Osmanische Reich bestand, stellen den Untergang des Phänomens des Arabismus dar, dem nach Steiner das Menschentum viel verdankt. Sie waren der Motor, der die Menschheit zur fünften Kulturepoche hinüberzog.

Ahriman intensivierte in der fünften Kulturepoche seine Wirkung und unter seinem Angriff  begannen die Menschen, denen im 15. Jahrhundert die Kosmische Intelligenz eingebaut worden war, abstrakt zu denken. Es wurden die Naturwissenschaften entwickelt, Al Mamun und Harun al Raschid inkarnierten wieder und schufen die heutige Kultur. Die gegenwärtige europäische Kultur ist eine arabische Kultur, die Bildung nach Jan Komenskys  Art auch. Jene arabische Kultur wurde also in der fünften Kulturepoche neu geboren und die Araber, die nun kommen, erheben den Anspruch, diese Kultur gegeben zu haben.

Die Bogomilen, die in das Sophien-Christentum, in das verstehende Christentum, persönlich von Jungfrau Sophia und Johannes Evangelist eingeweiht worden waren, gaben Europa jene Anschauung, die es beim Übergang zum abstrakten Denken schützen sollte. Die Bulgaren haben auf dem äußeren Plan durch Khan Terwel und auf dem inneren Plan durch die Bogomilen die Araber aufgehalten und gaben die Alternative für die europäische Entwicklung in der fünften Kulturepoche. Es ist gut zu wissen, was aus Bulgarien kam. Wenn Khan Terwel den Islam nicht aufgehalten hätte, hätte dieser ganz Europa erobert. Alles, was wir als christliche Kultur kennen, wäre nicht da gewesen. Deshalb sage ich, dass die arabische Kultur nützlich war, aber das Osmanischen Reich keine Kultur und nur Böses hervorgebracht hat.

Was bringt unsere Zivilisation hervor? In unserer Zeit werden wir Zeugen von einer neuen Völkerwanderung. Es kommen die Moslems nach Europa, die freiwillig hereingelassen wurden. Nun zäunen wir uns ein, was natürlich nicht helfen wird. Der Strom wird wahrscheinlich an Bulgarien vorbeigehen. Was kommt mit diesen Menschenmassen? Je mehr Zeit verging seit dem Aufkommmen des Islams, desto mehr ging er in die Sackgasse. Er begann, nur Böses hervorzubringen. Nicht zufällig betonte ich, dass jene Mohamedaner, die damals Nordafrika usw. eroberten, keine Köpfe abgeschlagen haben im Unterschied zum türkischen Islam, der bei der Eroberung Bulgariens  außerordentlich grausam vorging. Das war ein ganz anderer Islam. Was für einen Islam haben wir jetzt? Wir werden von der Abgrenzung Sunniten – Schiiten abstrahieren. Im mystischen iranischen Schiismus ist eine winzige Hoffnung zu bemerken auf einen eventuellen Übergang zur Trinität und zu Christus in der Zukunft, dagegen gibt es im sunnitischen Islam eine solche Hoffnung auf einen Weg zum Christus nicht. Der sunnitische Islam entstand in Mekka in Saudi-Arabien, das sich sehr vom Iran der Perser unterscheidet. Die Perser mit der Tradition des Zoroastrismus, des Ormuzd und Ahriman, sind keine Araber, es sind die sog. Arier, bei denen dieser fanatische Monotheismus nicht existiert und die Bevölkerung den Islam nicht so aufnimmt wie die Araber mit ihrem zentralisierten, gnadenlosen Monotheismus. Deshalb gibt es dort Schiiten und diesen Islam über Ali, den Schwiegersohn des Propheten. Da besteht Hoffnung auf einen eventuellen Übergang zum Sohn über den mystischen Islam.

Eine der Ursachen, warum Mohammed den Weg zum Christus und über ihn zur Trinität nicht finden konnte, ist der Umstand, dass er keinen Sohn hatte. Bei den Arabern ist es sehr wichtig, einen Sohn zu haben. Mohammeds Söhne sind sehr früh gestorben, danach hatte er 14 Frauen. Maria, eine koptische Sklavin, gebar ihm einen Sohn. Er taufte ihn Ibrahim, d.h. Abraham, aber er starb auch, kurz danach starb Mohammed selbst. Als Ibrahim starb, gab es eine Sonnenfinsternis. Gleichzeitig kam also auf dem äußeren Plan eine Sonnenfinsternis auf und auf dem inneren Plan „starb“ der Sonnenanfang, d.h. Christus. Mohammed hat diese Tragödie würdevoll angenommen. Das Fehlen eines Sohnes war zweifellos ein großer Mangel, wenn man den Anspruch erhebt, eine Religion und ein Weltreich zu schaffen. Nicht zufällig bedienen sich die Mohamedaner deshalb des Mondenjahres, das aus zwölf Mondenmonaten mit 354 Tagen besteht und nehmen als Beginn ihres Kalenders die Hidschra im Jahre 621. Damit kommen sie jedoch in Widerspruch mit dem Zyklus der Natur. 33 Sonnenjahre sind gleich 34 Mondenjahre. Aber je weiter die Zeit fortschreitet, in desto größeren Widerspruch kommt der Islam mit der kosmischen Ordnung, die mit der Sonne zusammenhängt

Noch etwas Wichtiges muss gesagt werden. Jedes Jahr erleben wir den Hadsch in Mekka. Was gibt es dort, und warum ist es die Heiligenstätte des Islams? Seit jeher gab es an diesem Ort eine Anbetungsstätte, wo in ein Gebäude ein schwarzer Stein, wahrscheinlich ein Jahrtausende alter Meteorit, eingebaut worden ist. Dorthin gingen die Menschen und umrundeten diese Kaaba genannte Stätte. Die Legende besagt, dass die ursprüngliche Kaaba oben bei Allah ist, d.h. sie ist geistig. Die Engel umkreisten diese himmlische Kaaba ununterbrochen, was wunderbar anzuschauen war und schon Adam und Eva diese Sicht genossen. Aber nachdem Adam gesündigt hatte, wurde beiden verboten, diese Umkreisung zu betrachten. Adam bereute Gott schuf unter den Wolken eine andere Kaaba. Aber nachdem Abraham starb, verschwand sie. Dann schuf Allah über Sid eine neue Kaaba, die von der Sintflut vernichtet wurde. Am Ende bauten Abraham und Ismael die Kaaba, dieses mannshohe Gebäude in Mekka mit dem Stein, das heute Millionen von Menschen anzieht. Die Moslems drehen sich gegen den Zeigersinn. Wenn man sich dreht, muss das Herz in Richtung Stein zeigen. Nach der siebten Umrundung kann man ein großes Erlebnis haben und das ist der Hadsch. Für jeden Nichtmoslem ist es verboten, dorthin zu kommen. Im Unterschied dazu darf jeder das Heilige Grab zu Jerusalem besuchen. Bevor Mohammed den Islam als System organisierte und die Lebensregeln gab, verbeugten sich die Araber in Richtung Jerusalem, denn sie dachten, dass dort die Wohnstätte des Gottes ist, wahrscheinlich weil Abraham dort weilte. Sie verbeugten sich also in Richtung Norden, während Mekka im Süden ist. Als Mohammed nach Medina ging, änderte er das und sagte, die Menschen sollen sich in Richtung Mekka nach Süden verbeugen, wo der Prophet ist. Es gab große Aufregungen, aber der große Reformator Mohammed setzte sich durch. Damals brach die Beziehung zum Judaismus, zur abrahamitischen Tradition der Verbeugung in Richtung Jerusalem.

Das jüngste Gericht können wir noch erwähnen, das in den mekkanischen Suren vorkommt. Mit großer Kraft spricht Mohammed vom jüngsten Gericht, aber nicht im christlichen Sinne, dass Christus kommt, um das Menschenkarma zu regeln, was eigentlich in unseren Tagen bereits geschieht. Das jüngste Gericht im Koran ist eine Verdammnis, bei der die einen ins Paradies, die anderen in die Hölle kommen und keine Rettung vorgesehen ist. Über Liebe wird selten im Koran gesprochen, aber nicht im Sinne des Christentums. Dort werden auch Wort und Geist erwähnt, wobei das Wort die Schrift und der Geist – Maria ist. Nach Mohammed verbeugen sich die Christen vor Issah und Maria, vor der Schrift und dem Heiligen Geist etwa. Doch weil sich Maria und Issah ernährt haben, sind sie keine Götter. Die Darlegung und die Deutung der Ereignisse der Zeitenwende sind sehr oberflächlich. Im Vergleich zum Christentum, zur Trinität, zu den Ereignissen im Garten Gethsemane – diesen Tiefen des Christentums die wir besprochen haben, ist der Islam eine schlichte Religion. Diese Religion wächst aber an und bedroht die ganze Welt. Wie wird sie bedroht? Dort, wo früher as Kalifat entstand, ist heute der ISIS aktiv. Wir können also einen Absturz feststellen –  vom arabischen Phänomen mit seiner großen Aufgabe, über den Abfall des Osmanischen Reiches zum ISIS. Bei ihm wird jede freie Wahl missachtet, die Menschenwürde, Religiosität, Kultur, (Palmyra wurde zerstört), alles wird vernichtet. Der Islam wird also zum totalen Verfall kommen, wenn er den Weg zum Christus nicht findet, er wird zum völligen Schrecken, den wir beim ISIS beobachten. Jeder Imam wird natürlich sagen, dass die ISIS-Anhänger keine richtigen Moslems sind, dass das nicht der wahre Islam ist. Unsere Pomaken (Nachkommen der islamisierten bulgarischen Bevölkerung im Rhodopa-Gebirge, Anm. des Übersetzers)  haben z.B. nicht die arabische Wahrnehmung der Welt. Letztere ruft in der Kombination mit dem sunnitischen Islam Saudi-Arabiens den ISIS hervor – die gemeinsame Kreation der Freimaurerlogen und der Islamisten. Kathar, Saudi-Arabien und die Freimaurer schaffen den ISIS. Wenn der Islam also Christus nicht findet, dann verfällt er und der ISIS ist das gesetzmäßige Ergebnis seines Verfalls und des Absturzes in den Grund des Bösen. Vom Guten, das er einst tat, geht er nun zum Bösen über. Wir müssen in diesem Bösen das Gute finden, denn wir wissen, dass das Böse die niedrigste Vibration des Guten ist. Die Liebe in ihrer niedrigsten Vibration ist die Form des Bösen, die wir heute vorfinden. Die Vorsehung Gottes schließt also auch die Existenz des ISIS als Variante ein. Warum als Variante? Der ISIS ist der Anlass für in Europa lebende Moslems der zweiten und dritten Generation, sich selbst zu sprengen. Nicht die Moslems aus Asien, sondern die aus Frankreich, Belgien, aus der christlichen Umgebung Stammenden sprengen sich selbst. So wie das Mohammedanertum die Trägerrakete für das arabische Gemütsleben war, mit der es das Notwendige nach dem Plan Gottes erledigte, so ist der ISIS die Trägerrakete für den Islam, damit er seine Aufgabe erledigt als das Finale der Mission Ismaels. Ismael hatte die Mission, zwölf Fürsten zu zeugen, wie das Alte Testament sagt. Er musste zahlreiche Nachkommen, das Mohammedanertum, das arabische Phänomen, das Osmanische Reich geben. Letzteres kam, um die Bulgaren zu bestrafen für die Verbrechen gegen die Bogomilen. Das arabische Phänomen war also konstruktiv in Hinblick auf die Zukunft, das Osmanische Reich war die Gottes Peitsche und der ISIS kommt, um Europa und die ganze Menschheit zu bestrafen – diese Zivilisation, die überhaupt nicht christlich ist. Das ist eine Zivilisation des Egoismus, nicht des inneren Raums, der hereinlässt, sie besitzt nicht den Schlüssel Davids und hat keine Ahnung, was „ich bin“ bedeutet, was ein innerer Raum bedeutet. West- und Mitteleuropa wurden fünf Jahrhunderte lang nicht bedrängt, um zur führenden Kraft zu werden und den Weg zu bahnen zum Heiligen Geist, dem Christentums ab dem 21. Jh. Aber sie haben weder Rudolf Steiner noch Beinsa Douno wiedererkannt, nun müssen sie ihre Rechnung begleichen. Sehen Sie: die ersten Araber wurden aufgehalten und Europa in Ruhe gelassen, damit es sich entwickelte. Später kamen die Türken sogar vor die Tore Wiens, aber Europa wurde wieder verschont. Nun hat man die Araber freiwillig hereingelassen, zu der Zeit, wo der Islam im Verfall begriffen ist und sich in seiner finalen Sackgasse befindet, d.h. in seiner gefährlichsten und destruktivsten Form. Dieser Islam bringt die Monster der Kamikazes hervor  und zwar unter der europäischen Bevölkerung. Die Selbstmordattentäter leben in Europa und werden zu Islamisten! Der ISIS ist die Trägerrakete, die sie radikalisiert und das wird sie weiter tun. Wenn es nicht der ISIS ist, dann wird es etwas anderes geben, denn es ist notwendig. Warum? Im Jahre 879 trafen sich in der übersinnlichen Welt der Grals-Christus und der Artus-Christus, diese Begegnung oben strömte ins Bogomilentum nieder für die Rettung. Was kommt jetzt? Der ahrimanische Abglanz des Mohammedanertums strömt ein und trifft auf Ahriman im Westen. Im neunten Jahrhundert traf sich Christus mit sich selbst, nun trifft sich Ahriman mit seiner ersten Erscheinungsform in der geistigen Welt – dem Mohammedanertum als religiösem Impuls. Stellen Sie sich vor, was in Europa zusammenkommt und was den Europäern bevorsteht! Was für ein Medikament braucht Europa? Früher wurde das Bogomilentum gegeben, heute wird etwas anderes gegeben – die Synthese im Ich zwischen der Anthroposophie und dem Impuls des Meisters Beinsa Douno, der authentische Ich-Impuls, der dem Christentum des Heiligen Geistes angemessen ist. Wenn Europa nun wieder so reagiert, wie zur Bogomilenzeit, als mindestens zwei Millionen Bogomilen verbrannt wurden, hat es nichts Gutes zu erwarten. Zusammen mit dem Schrecken, der nach Europa kommt, kommt allerdings auch die Rettung Europas.

Hier müssen wir uns an das Gleichnis aus dem Lukas-Evangelium über den unehrlichen Verwalter erinnern. Steiner behandelt es in der Vorlesung vom 25.09.1909 im Buch „Das Lukas-Evangelium“. In diesem Gleichnis bestahl ein Verwalter seinen Herrn. Der Verwalter befürchtete seine Entlassung und  überlegte sich etwas. Er rief einen Mann, der Schulden bei seinem Herrn hatte und sagte ihm, er solle die Hälfte seiner Schuld streichen. So machte er es mit mehreren Schuldnern. Der Herr lobte überraschenderweise den Verwalter. Steiner schreibt, dass es bemerkenswert ist, wie 2000 Jahre lang ein Satz falsch übersetzt wird: „Die Kinder dieser Welt sind klüger als die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht.“ Das bedeutet eigentlich nichts, in ihrer Art muss es richtig heißen.

Was bedeutet das? Die Kinder dieser Welt sind wir. Wir sind noch nicht zu Söhnen des Lichts, zu Engeln usw. geworden. Wir sind noch nicht eingeweiht worden, um Söhne des Lichts zu werden, denn nur ein Eingeweihter kann zum Sohn des Lichtes werden. Praktisch verstehen wir die Vorsehung Gottes nicht und müssen uns auf dem irdischen Plan in Ordnung bringen. Das meint, dass wir unsere Einstellung zum Herrn ändern müssen. Der Verwalter ändert seine Einstellung zu seinem Herrn, wenn er beginnt, dessen Schuldnern zu schmeicheln mit der Absicht, nach seiner Entlassung bei ihnen Unterkunft zu finden. Und der Herr lobt ihn. Warum? Denn um dem Herrn zu dienen, hier ist mit „Herr“ Christus gemeint, muss man seine Einstellung zum Herrn ändern, zum Stellvertreter, der auch Sohn dieser Welt ist und in seiner Art klüger als die Engel ist. Man muss seine Einstellung zum Christus zeitadäquat ändern. Wie baut Steiner diese bemerkenswerte Vorlesung auf? Im ersten Teil der Vorlesung spricht er über die Anthroposophie, darüber, dass sie Neues darstellt und dass die Naturwissenschaften beim Vater-Prinzip bleiben. Wenn man dem Christus nicht angemessen dient und die Anthroposophie nicht wiederkennt, dient man dem Herrn auf die alte Art. Der Verwalter dient auf die alte Art. So dienen auch die Kirchen heute, sie sind nicht zeitadäquat. Sie bleiben im Vater-Prinzip und finden den Sohn nicht. Nachdem Steiner die Naturwissenschaften und die Anthroposophie behandelt hat, geht er über zum Gleichnis vom unehrlichen Verwalter und erklärt die ungenaue Übersetzung. Danach geht er unverhofft zu Buddha und Maitreya über, indem er sagt, dass denjenigen, die die Anthroposophie kennen, Maitreyas Name bekannt ist, der bald verkündet wird. Nie hat Steiner sein Versprechen gehalten und Maitreya namentlich genannt. Das war damals nicht nötig. In jenem Augenblick vermutete Steiner, dass es möglich sein würde, den Namen zu benennen, aber das war nicht der Fall. Der Maitreya wurde später benannt. In dieser Vorlesung (S. 203) sprach Steiner also im ersten Teil über die Anthroposophie, im zweiten über die Bodhisattvas. In der Mitte, als er über den unehrlichen Verwalter sprach, machte er eine Synthese zwischen beiden, indem er sagte: wenn man nicht wie der Verwalter ist, ist man nicht zeitadäquat. Das bedeutet, dass man im Vater-Prinzip bleibt, dass man Feind des Neuen, des Christus ist. Diese Vorlesung ist eine der Vorlesungen, in denen Steiner auf eine glänzende Weise die Synthese macht, über die wir seit dem Jahre 2000 diskutieren. Wenn man diese beiden, Rudolf Steiner und Beinsa Douno, zusammenführt, resultiert daraus das Christentum des Heiligen Geistes, das „Ich bin“-Prinzip, das sich von der Position eines göttlichen Wesens an Gott wenden und sagen kann: „Gott, du bist größer als ich!“. Nur Menschen, die dieses „Ich-bin“-Prinzip haben, können die göttlichen Wesenheiten rufen, damit sie sich einmischen gegen den ISIS und gegen alles, was für Europa daraus folgen wird. Verstehen Sie? Sehr beschleunigt müssen Menschen zu dieser Synthese heranwachsen und zwar auf die richtige Art, damit sie sich an die göttliche Welt wenden können mit der Bitte, sich einzumischen, denn wir stehen der „Zange“ Ahrimans gegenüber. Wir werden nicht gegen die Moslems kämpfen, das Problem wird auch nicht durch Gesetze gelöst, etwa mit Burka-Verboten. Das sind nur paliative Maßnahmen. Hier geht es darum, dass Europa vor der radikalen Wahl steht, entweder den Weg zur Synthese beider Impulse zu finden, das Ich-Prinzip und den Heiligen Geis,t oder vor dem Islam zu kapitulieren, denn Europa hat keinen Schutz. Damals gab die geistige Welt die großen Bogomilen, die unter die Europäer gingen und sie aufklärten über das Christentum des Heiligen Geistes, bei dem man persönlich heranwachsen muss. Entweder hören die Europäer das, was ihnen verkündet wird, oder es wird Folgendes geschehen. Ich werde hier eine Offenbarung mitteilen, die in diesem Monat kam. Das ist eine neue Nuance von grundsätzlichen Fragen, die wir in den letzten Jahren besprochen haben. Was lautet diese Offenbarung? Das Endergebnis der Vorsehung Gottes hängt nicht von der freien Wahl des Menschen ab, aber von der freien Wahl des Menschen hängen die Wege ab, auf denen dieses Endergebnis erreicht werden wird. Wenn wir uns kräftig einsetzen und zu Mitarbeitern des dynamische Anfangs ( „Das Wort war bei Gott“) werden, dann können wir Christus aufrufen. Er hat die ganze Macht auf Himmel und Erden und mit seiner Hilfe könnten wir diese größte Prüfung möglichst schmerzlos bestehen. Aber zu diesem Ziel braucht es eine totale Änderung des Ich-Verständnisses des Menschen. Heute versteht der Mensch nichts vom Ich-Prinzip. Und aus diesem Grund haben wir dieses Problem. Es wird Vulkan geben, Jupiter und die zukünftige Venus, aber der Weg zu ihnen  kann auf sehr unterschiedlichen Weisen erfolgen. Das hängt von uns ab. Zum ersten Mal haben wir die Möglichkeit, uns zu setzen und Abendbrot zu essen mit dem Gott wie gleichgestellt. Denn er sagt: „Werde ich meine Pläne vor meinen Dienern verbergen?“ Und weiter sagt er: „Ich nenne euch nicht Diener, ich nenne euch Freunde.“ Wenn wir ihn in uns hereinlassen, wird er Ahriman entgegentreten, denn nur der Christus kann sich dem Antichristen entgegenstellen. Bulgarien wird von überall verleumdet, auch hier kritisieren die Menschen die Politiker und das Wirtschaftsleben. Ich werde noch eine Offenbarung mitteilen. Das bulgarische Volk sieht zwar in äußerer Hinsicht einfach aus, es ist gezwungen, sein materielles Überleben zu sichern, das durch Experimente wie den Kommunismus hervorgerufen wurden. Aber es trägt trotzdem eine sehr tiefe Weisheit in sich. Der Erzengel des bulgarischen Volkes enthält in sich nämlich die ganze Weisheit der Welt, es ist Raphael – derjenige Welterzengel, der für Golgatha zuständig ist. Das bulgarische Volk macht keine Revolutionen, mit Ausnahme des Aprilaufstandes 1876, denn damals mussten wir unseren Bluttribut zollen, damit es eine Befreiung von den Türken geben konnte. Das bulgarische Volk macht keine Revolutionen, denn es weiß, dass nicht die Revolution wichtig ist, sondern die Evolution. Das bulgarische Volk wird aufbewahrt und es wird evolvieren, es weiß, dass keine Revolutionen notwendig sind. Deshalb habe ich in einer früheren Vorlesung („Der soziale Organismus und der Pfingstgeist“, Anm. des Übersetzers) gesagt, dass Bojko Borissov ein viel erhobenerer Geist ist als Orban, der Anführer der Antieuropäer. Viktor Orban hat viel weniger Weisheit. Borissov trägt die Weisheit, denn er ist derjenige, der eine fundamentale Rolle in der menschlichen Evolution als Persönlichkeit gespielt hat. Natürlich wird diese Persönlichkeit nicht öffentlich benannt. Das bulgarische Volk wird keine Aufstände erheben wie die Ungarn, Polen, Tschechen usw., jene sind junge Völker „in Windeln“. Sie müssen sich noch beweisen. Die Bulgaren sammeln die Früchte von all dem, transformieren es und geben Genies überall, um die Wege vorwärts zu bahnen und den Ausgang zu zeigen. Zum wiederholten Mal kommt die Antwort auf die Frage nach dem Ausweg aus dem bulgarischen Volk Hoffentlich wird es von Europa gehört, denn sonst wird der von uns gewählte Weg zum Endziel sehr traurig sein. Trotzdem hoffe ich, dass auch im Islam ein Weg zum Christus gefunden wird, wenigstens für einzelne Menschen. Das macht sich schon bemerkbar – bei einzelnen Personen geschieht das. Aber nun stehen den west- und mitteleuropäischen Völkern Prüfungen bevor. Bulgarien wird auf wundersame Weise bewahrt werden, denn über Bulgarien wird zum wiederholten Male der Ausweg für die Menschheit gegeben. Wer Augen hat, der sehe, wer Ohren hat, der höre. Ich habe gesprochen.

 

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Ein Gedanke zu „Gottes Plan und die freie Wahl des Menschen

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