Archiv für den Monat Juli 2016

Der Weg zum Ich – Anhang

Anhang
Brief Dimitar Mangurovs an Sergej Prokofieff

Varna, den 11.09.2002
Lieber Herr Prokofieff,
es schreibt Ihnen Dimitar Mangurov – derselbe, von dem Sie die Bücher des Meisters Petar Danov (Beinsa Douno) bei Ihrem Besuch in Sofia im Frühling erhalten haben. Mit diesem Brief bringe ich den allgemeinen Standpunkt einer Gruppe von etwa zehn Personen zum Ausdruck, die auf einem guten Niveau die beiden wichtigsten esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts kennen – den Christus-Impuls, der durch Rudolf Steiner zum Ausdruck kam, und den Impuls des Bodhisattva, der in Petar Danov inkarnierte. Im Sommer 2000 kamen vier von uns unabhängig voneinander zur Idee, wer der Bodhisattva des 20. Jahrhunderts und der zukünftige Maitreya Buddha ist. Bevor wir unsere Argumente für diese wichtige Behauptung darlegen, wollen wir zuerst auf die Frage antworten, warum wir es für wichtig halten, dass Sie das wissen und – falls Sie sich dazu entschließen – uns bei seiner Verkündung im Westen behilflich sind.

1. Als Anthroposoph sind Sie sich über die Bedeutung des Bodhisattva im Klaren, der „der größte Lehrer des Christus-Impulses“ nach den Golgatha-Ereignissen ist.

2. Die sechste Kulturepoche wird aus dem Slawentum hervorgehen. Sie sind eine slawische Seele, obwohl Sie unseres Erachtens durch den Erzengel des deutschen Volkes stark beeinflusst werden. Der Bodhisattva wirkte im 20. Jahrhundert in einem slawischen Volk. Nach unserer Meinung werden Sie in der Lage sein, im von Beinsa Douno Vorgetragenen die Christus-Inspiration zu spüren und wiederzuerkennen.

3. Jeder Anthroposoph, insbesondere Ihres Ranges – hat die Pflicht, den Bodhisattva – und zwar den im 20. Jahrhundert inkarnierten Bodhisattva – zu kennen.

4. Wenn der Impuls des Bodhisattva des 20. Jahrhunderts nicht erkannt wird, dann wird auch seine Erscheinung im 21. Jahrhundert nicht richtig aufgefasst, und das wäre besorgniserregend.
5. Ihre Bücher helfen uns außerordentlich viel auf unserem Weg, und wir sind Ihnen vom Herzen dankbar für sie. Nun möchten wir Ihnen helfen.
6. Die Hauptaufgabe unserer graduell anwachsenden Gruppe besteht darin, die beiden Impulse im Namen Christi zu vereinen – zuerst in Bulgarien, dann in der Welt, und wir hoffen auf Ihre Hilfe dabei.
Nun zu den Argumenten:
1. Ein Teil des Ich des Bodhisattva drang in den vorab vorbereiteten irdischen Leib ein, als er 33 wurde. Der irdische Mensch Peter Danov wurde 1864 im Dorf Nikolaevka bei Varna geboren. 1897 tritt in ihn der Bodhisattva ein und vor uns steht der Meister Beinsa Douno. Bei Rudolf Steiner bemerken wir einen Einweihungsweg, und beim Meister tritt eine Inkorporation ein. Er sagte selbst: „Ich wurde inkorporiert“. Die Inkorporation geschah am 07.03.1897 im Dorf Tetowo bei Rousse.
2. Danach tritt eine grundlegende Wandlung ein. Der Bodhisattva steht sichtbar allein in der Welt, er ist mit keiner Lehrer-Schüler-Kette verbunden. Sein Wort besitzt enorme moralische Kraft. Der Impuls konzentriert sich hauptsächlich auf das Herz – das Symbol der sechsten Kultur und das Organ, durch das der Ätherische Christus wahrgenommen werden wird. Die Nachfolger des Meisters kennen die Anthroposophie nicht, weshalb der auf den Kopf gerichtete Impuls von ihnen fast unverstanden bleibt. So wie Sie selbst Agni-Yoga im Lichte der Geisteswissenschaft betrachten, so sind wir der Meinung, dass der Bodhisattva einzig durch die Anthroposophie erkannt und als solchen verstanden werden kann.
3. Nach der Inkorporierung beginnen viele geistige Wesenheiten zu Peter Danov zu sprechen. Hier seien nur „Die Sieben Gespräche mit dem Geist der Wahrheit“ erwähnt. Das Ich von Peter Danov muss sich an die mächtige Anwesenheit des Bodhisattva-Ich „gewöhnen“. Von 1897 bis ca. 1900 wurde der Astralleib Peter Danovs vom Christus-Licht durchströmt. Bis 1912 wurde sein Ätherleib vom Christus-Leben durchströmt. Gerade in dieser Zeit erklärte der Meister: „Ich und Christus sind eins!“ Bis 1922 wurde der physische Leib bereits von der Christus-Liebe durchströmt und Beinsa Douno eröffnete die Schule auf Erden. Über sich behauptete er: „Jener Mensch Peter Danov ist längst gestorben. Vor euch steht der Geist der Wahrheit“. Das Bodhisattva-Ich wurde zum ausschließlichen Herrn seiner Leiber und ist auch durch Christus in das Ich des Menschen Peter Danov eingetreten. Vor uns steht ein wahrer Meister, der sich vollständig dem Dienst des Pfingstgeistes und des Christus gewidmet hat.
4. Der Meister beginnt mit seiner äußeren Tätigkeit – nach 1900 „betritt“ er „die Bühne“ von Varna aus. Varna bedeutet auf Sanskrit „Anfang“ – vgl. die vier Varnas aus den Veda. Genau 100 Jahre später wird auch von Varna aus verkündet, wer der Bodhisattvs ist. Aus dem Okkultismus wissen wir, dass die Enthüllung der Individualität Christian Rosenkreutz’ 100 Jahre später erfolgen darf, damit er nicht vergöttert wird. Wir vertreten die Meinung, dass das Gleiche auch für den Bodhisattva gilt. Leider besteht bei manchen der Nachfolger des Meisters eben solche Vergötterung und Beinsa Douno wird von ihnen geradezu für ein Inkarnation des Vatergotts gehalten!

5. Verständlicherweise nehmen Beinsa Douno und Rudolf Steiner in der gleichen Zeit ihre Tätigkeit auf. Seit 1902 beginnt die erste siebenjährige Periode des Wesens Anthropos-Sophia.
6. 1911 teilt Steiner unmissverständlich mit, dass „Der Bodhisattva inkarniert ist und von uns weiß“. Jeder Anthroposoph müsste sich die Frage stellen, wer er ist?!
7. Rudolf Steiner spricht nur über eine der vorherigen Inkarnationen des Bodhisattva. Als Jeshu ben Pandira bereitete der Bodhisattva 100 Jahre vor Christi die physische Ankunft des Erlösers. Nach unserer Auffassung haben wir es mit der ersten Schlüsselinkarnation des Bodhisattva zu tun. Die nächste müsste in Hinblick auf die Vorbereitung auf die ätherische Ankunft Christi in der Astralwelt im 19. Jahrhundert stattgefunden haben, denn die ätherische Wiederkunft Christi begann seit dem 20. Jahrhundert. Und es war in der Tat so! Es liegt ein dokumentierter Fall zwischen Beinsa Douno und einem Schüler von ihm, der unsere These bestätigt. Der Bodhisattva erscheint einmal alle 100 Jahre, aber seine dritte und letzte Schlüsselinkarnation als Bodhisattva wird nach unserer Ansicht in 2000 Jahren stattfinde, damit er die Ankunft Christi mit dem Astralleib im niederen Devachan vorbereiten wird. Und in 3000 Jahren wird der Bodhisattvs zum Buddha Maitreya aufsteigen. Beinsa Douno selbst erwähnte, dass er wieder nach dem Jahr 2000 kommen wird.
8. Buddha Maitreya wird der Buddha des Guten sein. Es hat ein Treffen zwischen dem Meister und der bekannten bulgarischen Wahrsagerin Wanga vor etwa 60 Jahren stattgefunden. Auf die ihr gestellte Frage, welchen Eindruck sie von Beinsa Douno hat, antwortete Wanga: „Ich habe das Gute in ihm als eine reale Kraft gespürt.“ Bei Maitreya wird das Gute tatsächlich als Kraft (Wille) zur Geltung kommen. Sein Wort wird ein moralischer Imperativ zum Handeln sein. Das, was er von 1900 bis 1944, als er diese Welt verließ, vorgetragen hat, besitzt eine außergewöhnliche moralische Kraft. Es geschah 3000 Jahre vor seinem Aufstieg zum Buddha und trotzdem klangen seine Worte ausgesprochen mächtig! Deshalb waren alle seine Nachfolger Vegetarier. Beinsa Douno selbst äußerte sich unmissverständlich: „Wenn man kein Vegetarier ist, kann von Geistigkeit nicht die Rede sein“. Die Anforderungen der Position, von der er spricht, sind sehr hoch.
9. Rudolf Steiner benutzt in seinen Vorträgen immer das Pronomen „wir“, während der Meister immer das Nachdrückliche „Ich sage euch!“ verwendet. Steiner steigt auf dem Einweihungsweg auf und Beinsa Douno steigt aus der Loge der Bodhisattvas hinunter. Sie wissen, wo sich diese Loge befindet.
10. Nur der Meister und Steiner stellen Christus an Seinen wahren Platz in der Hierarchie der Götter. Keiner der geistigen Führer des 20. Jahrhunderts konnte das tun. Dazu können Sie das Kapitel über Christus im Band „Der Meister spricht“ von Beinsa Dounolesen.

11. Beinsa Douno eröffnet uns, dass er ständig „in Verbindung“ zu Christus „steht“ (Inspiration). Durch den Bodhisattva strömt das Christus-Wort ein, das wir für unser Zeitalter brauchen. Deshalb „saßen“ in der hinteren Reihe des Raumes, in dem er seine Vorträge hielt, Wesenheiten aus den Engelhierarchien, um der Stimme Christi zu lauschen. Dort „saß“ manchmal auch Rudolf Steiner, nachdem er diese Welt verlassen hatte. Vielleicht auch vorher?
12. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen der Meister ohne überflüssige Zurschaustellung seine magischen Fähigkeiten vorgeführt hat. Aber er kam nicht wegen solcher Kunststücke auf die Erde.
13. Beinsa Douno zeigt den Weg des Schülers zur Verwandlung in einen Sohn Gottes. Er erklärte: „Euer Weg führt vom Erzengel Michael über Christus zum Vatergott!“ Es besteht kein grundsätzlicher Unterschied zwischen der siebenstufigen Rosenkreuzer-Einweihung, die Steiner kundgegeben hat und dem Weg, den der Meister gab. Jedoch sind nur wenige in der Lage, das zu begreifen. Mit leichter Trauer sagte der Meister den ihn Umgebenden gegenüber: „Ich brauche Menschen, die denken können“. Die Weltgedanken sollen in lebendige Menschengedanken transformiert werden. Als er diese Welt verließ, fand man in seiner Kammer drei Bücher – alle drei von Rudolf Steiner. Das waren „Die Geheimwissenschaft im Umriss“, „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“ und „Die Apokalypse des Johannes“. Die ihm am nächsten stehenden und erhabensten Schüler waren mit der Anthroposophie bekannt – etwa Bojan Boev, Wlad Paschov u.a. Die Anthroposophie ist die Sprache der Verbindung zwischen den Menschen und den Wesenheiten der Großen Weißen Weltbruderschaft. Beinsa Douno war gebildet und kannte auch die äußere Wissenschaft. Albert Einstein selbst verbeugte sich vor ihm.

14. Beinsa Douno erklärte unmissverständlich, dass der östliche Schulungsweg nicht mehr nützlich ist und erlaubte seinen Nachfolgern nicht, Agni-Yoga, die Lehre Bô Yin Râs und Dergleichen zu verbreiten. Die heutige Kultur Ahrimans nennt er „Zähneknirschen“. Sie wird zerstört sein, es kommen neue Zeiten.

15. Der Meister deckt zum ersten Mal die Bedeutung des Pentagramms und seiner tiefen Ebenen auf. Wir wissen, dass der ätherische Strom durch den Kopf auf dem menschlichen Pentagramm fließt. Der Mensch muss sich von einer gekreuzigten Seele in einen für den Äther (das Leben) offenen Menschensohn verwandeln. Christus wird im Ätherleib erscheinen, Beinsa Douno bereitet uns auf diese Begegnung vor.

16. Er wurde von allen Seiten angegriffen – von der Kirche, vom Staat usw. Das Gleiche geschah bei Steiner, denn beide sind der festgelegten Ordnung Ahrimans gefährlich, nicht etwa die tibetischen Lamas, Yogananda oder Castaneda.

17. Die Schule des Meisters in Sofia, was ja „Weisheit“ bedeutet, heißt „Izgrev“ („Sonnenaufgang“). Die sechste Kultur wird von Bulgarien aus aufgehen. Das wurde vor sehr langer Zeit in der geistigen Welt beschlossen. Deshalb kommt die Mitteilung, wer der Bodhisattva ist aus Bulgarien (den Ariern), genauer gesagt aus Varna („Anfang“). Varna liegt am Schwarzen Meer, dem Mysterienort, der das Tor für die dunklen Geister zum Eintritt in das Erdinnere ist. In diesem Gebiet hat es zahlreiche Mysterienstätten gegeben. Der Bodhisattva wirkte wie eine Erzengel-Hierarchie auf das bulgarische Volk und warnte: „Die Bulgaren wurden als Volk herabgesandt, um dem Wohl der Menschheit zu dienen und sie werden je nach dem, wie sie dienen, den Segen Gottes empfangen“. Zuerst müssen die Bulgaren die Lehre annehmen, die durch den Meister kam, und dann müssen sie die Lehre der Welt weitergeben. Das ist das geistige Gesetz“.

18. Das deutsche Volk ist das wichtigste Volk der fünften Kultur des Gedankens und die deutsche Sprache ist ihre Mysteriensprache. Die Anthroposophie wurde in der deutschen Sprache durch Rudolf Steiner vorgetragen. Die bulgarische Sprache ist die Mysteriensprache der sechsten Kultur, denn sie ist „die genaueste Sprache, in der die okkulten Gesetze und das Wort Gottes wiedergegeben werden können“. Das liegt daran, dass „das bulgarische Volk das älteste Volk der Erde ist“. Kein anderes Volk der Erde – außer den Juden, mit denen wir gemeinsame Wurzeln haben, – kann eine Geschichte wie die unsere vorzeigen. Über diese Frage lässt sich lange referieren. Steiner selbst weist darauf hin, dass im Jahre 350 n. Chr. alle hellsehenden Menschen in Europa mit dem Gattungsnamen „Bulgaren“ bezeichnet wurden. Aber das ist nur ein ganz kleines Stück des komplizierten Puzzles. Beinsa Douno sagte auch: „Die Bulgaren sind die Leber des Universums und das Universum besteht aus dem Stoff der Leber“, „Der Bulgare ist das härteste Element des Universums“, „Gott hat die Bulgaren auf seine Handfläche aufgeschrieben“. Aber er warnte uns: „Wenn es sein muss, werden 300000 Bulgaren bleiben, aber sie werden das erfüllen, was Gott für sie vorgezeichnet hat“.„Eines Tages wird der Weltfrieden in Sofia unterschieben werden“, lautete eine andere Prophezeiung von ihm.
Die Mysterien der Himmlischen Sophia werden sich in der sechsten Kulturepoche entfalten. Dazu brauchen wir nicht nur Weisheit, sondern auch Liebe. „Die Liebe wird von Bulgarien ausgehen“, sagte der Meister mit Nachdruck. Die sechste Kultur wird sich auf russischem Boden entfalten, aber ihr „Herd“ liegt in Bulgarien. In diesem Sinne war die Frage, die Petko Bojadschiev in Sofia an Sie gerichtet hatte und das erklärt, warum der Bodhisattva am Anfang des bahnbrechenden 20 Jahrhunderts in Bulgarien inkorporierte. Eines Tages wird das russische Volk – und die ganze Welt -, die Bulgaren gebührend würdigen, so wie Abraham Melchisedek „den Zehnten von allem“ gegeben hat. In dieser Behauptung Satz steckt kein ahrimanischer Nationalismus, sondern sie gründet sich auf zahlreiche neue, gegenwärtig bekannt werdende Tatsachen, die wir kennen.
Das Slawentum hat einen gemeinsamen geistigen Führer. Er heißt ‚Elohil’ und ist eine Wesenheit aus der Hierarchie der Elohim. Über ihn und über vieles andere werden wir reden, wenn Sie nach Varna kommen. Nach unserer Meinung besteht Ihre Hauptaufgabe darin, zu einer Brücke zwischen der deutschen Kultur des Gedankens und dem slawischen Gefühl zu werden. Ohne durch das Herz zu gehen, stellt die Anthroposophie reinen Luziferismus in einer ahrimanischen Kultur dar. Die angewandte Weisheit bedeutet für den Menschen, dass sie für ihn zur Pflicht und Verantwortung, zum moralischen Impuls für den verwirklichten Willen wird. Wie viele Anthroposophen sind sich dessen bewusst?! Die Vereinigung beider Impulse ist lebenswichtig für die Menschen und ohne sie kann man schwer über den Ätherischen Christus reden. Die konkrete Benennung des Bodhisattva ist von außerordentlicher Bedeutung für die Entfaltung seines Impulses unter der Menschheit des 20. Jahrhunderts. In diesem Sinne leisten wir Hilfe für seine Mission! Die Nichtbenennung des Meisters führt zu seiner Profanierung und zum allmählichen Abklingen des Impulses mit allen daraus entstehenden Folgen. Am meisten hat über die Liebe Beinsa Douno gesprochen. Die meiste Weisheit stieg über Rudolf Steiner herab. Nur in der Synthese der Beiden wird sich uns der Pfingstgeist als unser Geistselbst offenbaren. Im 21. Jahrhundert können zum ersten Mal die Wege der Hirten und der Weisen aus den Evangelien auf einer neuen, viel höheren Stufe zusammenlaufen. Deshalb habe ich in Sofia in einer solchen kategorischen Manier gesprochen. Sollte ich Sie verletzt haben, so bitte ich Sie um Entschuldigung. Wir betrachten Sie als einen der Kämpfer Michaels, die für das Ganze arbeiten. Unser Weg verläuft vom Erzengel Michael über Christus zum Vatergott. „In der Erfüllung des Willen Gottes liegt die Kraft (Freiheit) der menschlichen Seele“, sagte der Meister Beinsa Douno. „Die größte Freiheit liegt dann vor, wenn man das tut, was eine welthistorische Notwendigkeit ist“, lauteten die noch konkreteren Worte Rudolf Steiners.
Betrachten Sie dieses Schreiben als eine welthistorische Notwendigkeit!

Mit freundlichen Grüßen
Dimitar Mangurov
Nachwort 
Mit diesem aus einer Notwendigkeit heraus geschriebenen Brief wurden das Vorstandsmitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft Sergej Prokofieff und durch ihn der Vorstand selbst offiziell über die Wahrheit bezüglich der Frage informiert, wer der Bodhisattva des 20. Jahrhundert ist.
„Lasset vom Osten (aus Bulgarien) befeuern,
Was durch den Westen sich gestaltet;
Dieses spricht:
In Christo morimur.
Das hören die Elementargeister
Im Osten, Westen, Norden, Süden:
Menschen mögen es hören.“

 

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Der Weg zum Ich – Teil 7

Die Synthese
Im Frühling und Sommer 2001 hatte ich die Möglichkeit, bei einigen organisierten Veranstaltungen vor vielen Menschen zu reden, aber ich hatte noch nicht öffentlich, „vom Pult aus“ erklärt, dass Beinsa Douno der Bodhisattva ist, sondern wartete auf die passende Gelegenheit.
In der Zwischenzeit erläuterte ich die Frage einzelnen Anthroposophen oder kleinen Gruppen von Nachfolgern Beinsa Dounos gegenüber. Nur wenige von ihnen flammten auf und der Rest begriff nicht, worum es ging. So kam der Oktober, als im Konzertsaal der Musikschule in Varna ein Forum der „Weißen Bruderschaft“ stattfinden sollte, zu dem viele Gäste aus anderen Städten, unter ihnen auch einige Anthroposophen, kamen. Ich hielt die Vorlesung „Beinsa Douno und Rudolf Steiner als Teil des Christus-Impulses“ und verkündete dabei öffentlich die Offenbarung über den zukünftigen Maitreya Buddha. Es begann die Hauptetappe der Arbeit an der Synthese beider esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts, damit der von Steiner versprochene „Heilige Impuls“ ausgestrahlt werden konnte. Bis zum Herbst 2007 wurden insgesamt 28 Vorlesungen gehalten, die eine in sich geschlossene Einheit bilden, so wie die 28 Übungen der Paneurhythmie und die 28 Buchstaben der Glagoliza. Sie sind im Internet veröffentlicht (mangurov.dir.bg). Nach der letzten Vorlesung mit dem symbolträchtigen Titel „Der Ausweg“ habe ich körperlich gespürt, dass etwas Großes abfloss und zu Ende war! Zusammen mit den sieben nicht veröffentlichten Vorlesungen aus dem „Durchbruch“ wurde der Heilige Impuls zur Wirklichkeit. Jedem, der sein Kreuz auf sich nehmen und zum Golgatha gehen will, wird der Weg zu diesen Vorlesungen „gewiesen“, damit er sie liest und ihren Sinn begreift, denn sie sind das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen von Menschen und Göttern. Unter jeder Vorlesung steht mein Name, aber indirekt sind auch andere Personem an ihnen beteiligt. Durch diese Menschen haben mir die Götter geholfen. Manch pedantischer Leser würde unvermeidlich hier und da etwas entdecken, womit er nicht einverstanden ist, aber der Gesamtgeist des Prozesses ist wichtig, der mit der Zeit immer sichtbarer wird. Wer richtig sieht, wird bemerken, dass jede neue Vorlesung ein in logischer Folge gestalteter Überbau der vorherigen darstellt. „Von oben“ wurde ich vorsichtig auf die Themen und das umfangreiche Material verwiesen, was entsprechend der Bereitschaft meines Bewusstseins und meinem moralischen Verhalten geschah. Ich muss ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich in völliger Freiheit arbeitete, ohne jeglichen Zwang von wem auch immer. Die geistige Welt – der Schutzengel, der Volkserzengel und die anderen waren nur anwesend und warteten darauf, dass ich mit der jeweiligen Arbeit beginne. Wir können uns an die Worte Steiners erinnern: „Man darf nicht sagen: warum mischen sich die guten Geister nicht ein? – Sie mischen sich in dem Maße ein, in dem wir den Mut haben, uns ihnen zu öffnen, aber zuerst müssen wir das Verständnis der Dinge beherrschen“. Die wahre, tiefe Erkenntnis wird immer aus dem Schmerz, dem Leiden geboren, ohne die die höheren Welten nicht erreicht werden können“. In den sieben Jahren wurde mein „Verständnis“ ständig durch das intensive Vertiefen in beide Impulse und ihre Synthese erweitert. Jede Vorlesung ist aus dem Leiden heraus entstanden. Und anschließend fünf oder sechs Stunden lang vor dem Publikum zu reden ist inzwischen zu etwas Normalem für mich geworden. Nicht selten habe ich 8, 10, sogar 17 Stunden geredet, wenn gute Zuhörer da waren, und zwar mit der höchstmöglichen Gedankenkonzentration und einem „Giro“ in der Stimme, um es in der Opernsprache auszudrücken.
Sprechen ist ein Akt, bei dem Denken, Fühlen und Wollen sich auf eine unnachahmliche Weise im Kehlkopf treffen, der uns vom Vatergott Selbst geschenkt wurde. Das Menschliche hängt mit dem Herzen zusammen und das Göttliche – mit dem Kehlkopf. Durch den Kehlkopf fließen in uns Kräfte aus dem Makrokosmos herein, die die höchste Erscheinungsform des Geistes sind. In gewissem Sinne geben wir dort Wirkungen dem Makrokosmos zurück, obwohl wir keine individuelle Kontrolle über diese besitzen. Was bei voller Kontrolle unsererseits und bei der Nutzung unserer Sprechfähigkeit nur für das Gute geschehen würde, wissen wir bisher nicht, aber wir wissen, dass die Kunst der Rede ‚Rhetorik‘ heißt. Sie ist eine der sieben großen Helfer der Seele neben der Grammatik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Astrologie und Musik. Die wahre Rhetorik besteht aber nicht in der richtigen Anordnung schöner Worte, sondern sie setzt die Beziehung zum Volkserzengel voraus. Diese Beziehung kommt nur im Schlaf zustande, aber es gibt wenige Menschen, die in der Lage sind, die fruchtbaren Eigenschaften des Volkes zu ihrer eigenen individuellen Kraft zu entwickeln. Damit das geschieht, müssen wir in unserem wachen Leben unsere Redefähigkeit möglichst viel vergeistigen. Die wichtigste Hilfe kommt dabei von den aus dem Steinbock strömenden Kräften, die in allen Zeiten die Menschen zu den spirituellsten Weltanschauungen inspiriert haben. Bulgarien steht im Zeichen des Steinbocks, unsere Sprache ist die „geeignetste“, um eine Beziehung zu den Geistern aufzunehmen.Nach der Meinung ausländischer Fachleute haben wir die schönsten Stimmen der Welt, der Bodhisattva erfüllte seine Mission in der bulgarischen Sprache, unsere Folklore ist bemerkenswert, wir haben mindestens 200000 Sprichwörter, Redensarten und andere Weisheiten, in denen das Echo des Jahrtausende langen esoterisch und exoterisch praktizierten Wissens widerhallt. Laut Beinsa Douno wird die Schrift der sechsten Rasse (Kultur) eine geometrische sein –bestehend aus Kreisen, Dreiecken, Vierecken. Das ist genau die Art der bisher ungenutzten heiligen Glagoliza. Diese und noch viele andere fruchtbare Volkseigenschaften bewahrt der Volksgeist auf, aber zu unserer individuellen Kraft werden sie nur, wenn wir eine zeitangemessene geistige Weltanschauung entwickelt haben, die auf den Wahrheiten der Anthroposophie basiert, und den Genius der bulgarischen Sprache ergriffen haben, um ihn mit dem Ich-Impuls des Bodhisattva zu erfüllen und zu benutzen. Durch Beinsa Douno hat hauptsächlich der bulgarische Erzengel gewirkt.

Die Sprechbewegung des Ätherleibes steht unter dem starken Einfluss der Erzengel, die die sprachliche bzw. ätherische Beziehung zu den Individuen in einer ethnischen Gemeinschaft aufbauen. Wenn wir keinen richtigen Kontakt zu ihnen herstellen können, bleiben wir unserer Sprache fremd, wir wachsen nur äußerlich und formell in einem gegebenen Volk auf, weil wir dort aufgrund der Weltordnung, die der Erzengel befolgt, geboren wurden, aber wir empfangen nicht die belebenden geistigen Impulse, die aus diesem Volk hervorkommen. Dann lässt sich das Ziel jener okkulten Logen, von denen Steiner bereits 1917 warnte, dass sie die englische Sprache als allgemeingültig und vorherrschend in unserer Gegenwart durchsetzen wollen, leicht erreichen.

Heute hat sich Steiners Befürchtung größtenteils bewahrheitet. Auf diese Weise erringen die besagten westlichen Logen nicht nur die Kontrolle über den lebendigen, sondern auch über den exkarnierten Menschen, denn der Tote erhebt sich zu der Hierarchie der Engel, aber nicht zu der Erzengelhierarchie. In ihn dringen die zurückgebliebenen Archai ein – und der führende Geist des amerikanischen Volkes ist ein zurückgebliebender Arche –, die danach streben, die fünfte nachatlantische Kulturepoche zu konservieren, indem sie gegen die Menschheitsevolution wirken. Wie oben erwähnt, kann ein solcher Mensch auf die Erde kommen, aber er bleibt mit der Sprache nur mechanisch verbunden und ist für falsche Vorstellungen empfänglich. Und in den falschen Vorstellungen ist – solange man ihnen glaubt – eine mächtige okkulte Kraft verborgen. Steiner erklärte: „In diesen okkulten Logen weiß man: die wahre Macht über den Menschen besteht darin, seine Vorstellungen und sein Denken zu kontrollieren“. Wir brauchen uns nicht zu wundern, warum Amerika die Welt mit lebenstötenden ahrimanischen Impulsen überschüttete – mit der Massenkultur, den Geningenieurwissenschaften, der Bewaffnung usw.
Wurde unser Volk vom Angriff der ahrimanischen Logen nach den zwanzig Jahren „Demokratie“ betroffen? Zweifellos lautet die Antwort „Ja“. Wie war die tatsächliche Lage, in der die Ausstrahlung des Heiligen Impulses geschah? Gab es günstige Bedingungen hierfür? An den Spitzen der äußeren Macht findet man klägliche Verwalter, die widerlicherweise den „Großen Mächten“ unterwürfig und sofort bereit sind, sich zu verkaufen; die „offiziellen“ geistigen Führer streiten sich um den „Knochen“ und erlegen dem Erlöser eine unglaubliche Schmach auf; die intellektuelle Elite hat keine Ideen für einen Ausweg zum Besseren; die Eltern sind unfähig, den Kindern etwas Sinnvolles zu erzählen; die Bildung ist unendlich ahrimanisiert und erstickt den Prozess des geistigen Heranreifens bereits im Keim; die Liebe zur Heimat verwandelt sich in Hurra-Patriotismus und wird schamlos von Parteiführern und Medienstars für eigene Zwecke ausgenutzt; die Sprache ist durchdrungen und erstickt von „Plastikwörtern“ wie фен ‚Fan‘, тийнейджър ‚Teenager‘, смс ‚Sms‘ u.dgl., mit denen und der unersättliche, vielköpfige Medien-Drache ununterbrochen bombardiert; im geistigen Leben fehlt jegliche Unterscheidung der Wahrheit. Ein fast verzweiflungswürdiges Bild, aber trotzdem ebnete sich der Wille Gottes Seinen Weg und kam zur Geltung – auf Bulgarisch!
Wurde der Impuls verstanden? Mit wenigen Ausnahmen natürlich nicht, aber wichtig war der Akt der Ausstrahlung. Die Zeit seiner praktischen Verwirklichung ist eine Frage der Zukunft. Wie weit diese Zukunft entfernt ist, hängt von der Bereitschaft der Seelen ab, ihn zu begreifen, anzunehmen und in die Tat umzusetzen, und zwar persönlich, denn die Synthese ist ein individueller Ich-Akt. Das Miteinander solcher Iche in Christo entsteht von allein.
Schon mit der ersten der 28 Vorlesungen wollte ich bewusst die Entwicklung des Werks in diese Richtung treiben – zur Gemeinschaft im Namen Christi. Deshalb habe ich geschrieben, dass im Sommer 2000 vier Personen aus Varna, die die zwei christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts kennen, unabhängig voneinander in derselben Zeit zur Idee kamen, wer Beinsa Douno ist. Das war der Mann, durch den ich die Anthroposophie kennenlernte und die Beiden von der Verabredung bei McDonalds, die nicht vor dem Publikum reden wollten. Da diese drei Personen die beiden Impulse kannten, ist wahrscheinlich durch ihr Bewusstsein mehr oder weniger klar die Vorstellung von der möglichen Beziehung Beinsa Dounos mit dem Bodhisattva gegangen, obwohl wir nie darüber gesprochen haben. Als ich spürte, das sie mit diesem Thema im Einklang „vibrierten“, habe ich die beschriebene Vorgehensweise gewählt, da ich vom christlichen Wunsch nach Gemeinsamkeit geführt wurde und nicht vom Wunsch nach Hervorhebung der eigenen Verdienste um das Empfangen der Offenbarung. Aber mit der Zeit kam es zu zahlreichen Versuchen der Ablehnung, Herabsetzung oder Nichtbeachtung der Offenbarung sowohl aus dem Kreis der Anthroposophen als auch aus dem Kreis der „Weißen Brüder“. Ich schlug dauernd die Glocke, dass beide Impulse nicht ohneeinander können, denn sie werden austrocknen, wenn sie sich selbst genügen. Man kann nicht umhin, sich an das Drama des jungen Jesu zu erinnern, der aus eigener Erfahrung den Zusammenbruch der drei großen Zweige der Spiritualität seiner Zeit erlebte – des Judaismus mit seiner Unfähigkeit, zu den Quellen der Offenbarungen zu kommen, des Heidentums, das von den Dämonen komplett beherrscht wurde und des Essäertums, das in seiner Festung verschlossen sich nicht um das Schicksal der anderen kümmerte. Welche sind die heutigen Entsprechungen jener drei Strömungen? „Die christlichen“ Kirchen entspricht dem Judaismus, die aus dem Osten und Westen stammende atavistische Geistigkeit ähnelt dem Heidentum und die Anthroposophische Gesellschaft und die „Weiße Bruderschaft“ – den Essenern. Was hat Jesus getan? Nach dem schmerzerfüllten Gespräch mit seiner Mutter machte er sich auf den Weg zum Jordanfluss, um das makrokosmische Christus-Ich zu empfangen und den Sturz der Menschen in einen Aufstieg umzuwenden, der die zukünftige Entwicklung der Schöpfung Gottes gewährleistet. Was muss jeder von uns tun, dem das geistige Leben auf Erden wirklich nicht gleichgültig ist, dessen Zustand ihn mit Schmerzen erfüllt? Er muss das Gleiche tun – zu Christus gehen, allerdings unter den gegenwärtigen Bedingungen. Wie? Indem er die Synthese zwischen dem Rosenkreuzertum und dem Manichäismus in seinem Ich vornimmt. Ich höre dauernd von den Vertretern verschiedener geistiger Strömungen den bequemen Ruf nach „Toleranz“, weil jeder seinen eigenen Weg zu Gott habe. Allen werde ich mit den außerordentlich bedeutenden Worten Beinsa Dounos antworten: „Christus hätte seine Entwicklung erreicht, auch wenn er einen Weg bestritten hätte, der weit von der Menschheit war. Er tat etwas, was Er selbst absolut nicht brauchte, das war eine Tat aus Göttlicher Liebe! Wir müssen begreifen, dass kein Menschenherz in der Lage ist, diese Intensität der Liebe zu spüren, die Gott notwendig war, um den ihm unbrauchbaren Entschluss anzunehmen und auf die Erde in einen menschlichen Leib einzutreten“. Was ist die Synthese heute? – Eine Tat der göttlichen Ich-Liebe! Wer hat Angst vor ihr?
Die ersten, die davon wegliefen, waren die Vertreter der östlichen Lehren, die lieber in der Vergangenheit leben. Dann begann der Widerstand der heutigen „Essener“ – der Mithlieder der „Weißen Bruderschaft“. Nach der ursprünglichen Verbundenheit einzelner Vertreter, die auf der persönlichen Genugtuung basierte, dass „ihr“ Meister der Bodhisattva selbst ist, kroch die Angst um die Reinheit der Lehre hervor. Es tauchte eine verdeckte Missgunst auf, die auf den günstigen Augenblick wartete, um sich zu entfachen. 2005 kam der formelle Grund mit der Vorlesung „Die Freiheit“, die die wichtige Behauptung aufstellte, dass die Paneurhythmie falsch gespielt wird, was als ein Bumerang auf die Tänzer, das bulgarische Volk und die ganze Menschheit zurückgeworfen wird. Zwei Jahre später erschien ein Buch, dass die Originalübungen der Paneurhythmie aus dem Jahr 1938 enthielt und meine These bestätigte, gegen das sich 2005 meine bisherigen „Mitstreiter“ stellten. Bereits bei der nächsten Vorlesung lasen sie drei verurteilende Erklärungen im Namen weiterer Personen vor, dann mieteten sie einen Raum, wo sie mich zwei Stunden lang beschimpften und für einen „Frankenstein“ erklärten. Den Abschluss bildete die dreifache Verwünschung nach Tod vor den Porträts des Christus und Beinsa Douno im Weinberg der „Bruderschaft“ bei Varna. Und das ereignete sich nach der von mir zum ersten Mal in der Geschichte dieses Zentrums ausgesprochenen Grundsteinmeditation! „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“, lautet das universelle Kriterium des Erlösers, Der auch beschimpft, verflucht und am Ende gekreuzigt wurde. Danach sprach er vom Kreuz „Gott, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“. Ich habe vielfalls meine Hand zu diesen Personen ausgestreckt, wobei ich die Worte des Apostels Paulus aus seinem Brief an die Korinther praktisch anwenden wollte: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.“ Und das obwohl der Begriff „Heiliger Zorn“ existiert und man das Recht darauf hat! Was haben die besagten „Mitstreiter“ im Hinblick auf die Paneurhythmie nicht verstanden?
In dem Augenblick, in dem ich vor ein paar Jahren die ersten Bewegungen machte, spürte ich dumpf, dass etwas nicht stimmte und ich hörte sofort auf. 2005 deutete mir eine Person an, die beide Impulse kannte, dass sie die Originalübungen besitze, aber sich nicht traue, die Verantwortung zu übernehmen und das Problem publik zu machen. Das habe ich dann mit dem vollen Bewusstsein erledigt, dass ich in der Wunde herumstocherte. Die besagte Person wies korrekterweise auf die Notwendigkeit hin, dass die Paneurhythmie über die Eurythmie geht. Aus der gegenseitigen Befruchtung der beiden sollte die „Menschliche Eurythmie der Freiheit und Liebe“ hervorgehen. Beinsa Douno hat selbst darüber gesprochen, dass „solange die Paneurhythmie Deutschland nicht erreicht, sie ihre Aufgabe nicht erfüllt haben wird“. Es handelt sich 7m ihre Rolle bei der Entwicklung des Ich – dem Hauptziel des Bodhisattva, das den Weg zur Freiheit und Liebe eröffnet. Die Synthese des Manichäismus (der Paneurhythmie) und dem Rosenkreuzertum (der Eurythmie) ist ein solcher individueller Ich-Akt, bei dem das entstandene Produkt immer einmalig ist, denn jede Seele ist einmalig.

„Gott liebt jede Seele auf eine spezifische Art“, bestätigte der Meister. Mit den 28 Vorlesungen spielte mein Ich die 28 Übungen meiner individuellen „menschlichen Eurythmie der Freiheit und Liebe“, aber nicht als einen äußeren gymnastischen Tanz, sondern als von mir zurückgelegte Stufen des Bewusstseins in Christo. Nicht zufällig sagte B. Douno, dass der Unterschied zwischen den Menschen in der „Stufe ihres Bewusstseins“ besteht und nicht in ihrer „Geistigkeit“. Diese Spielart ist der direkte Weg nach oben, der den realen Eintritt in das uns vom Meister eröffnete „Pentagramm“ und eine wache Bewegung auf den Strahlen des Pentagramms darstellt, um dem gekreuzigten Gott zu begegnen. Steiner sagte, dass das Golgatha-Mysterium von den Menschen in Stufen des Christus-Bewusstseins erlebt werden wird und nicht wirklich, etwa in der Art mancher fanatischer Katholiken auf den Philippinen, die sich für eine kurze Zeit kreuzigen lassen.
Der Erlöser sah die Unterschiede in der Evolutionsentwicklung der Seelen und deshalb sprach Er zu den Massen in Gleichnissen und den Jüngern deutete er die Gleichnisse. Aber nur einer der Jünger – „der Lieblingsschüler“ Jesu behielt sein gnostisches Engelsbewusstsein unverdunkelt bei und kam unter das Kreuz als der große Vertreter der Menschheit, um von Christus die Kraft (die Christosophie) zu erhalten, die den Astralleib (die Bewusstseinsseele) in eine Jungfrau Sophia, slso in einen „Engel“ verwandelt. Beinsa Douno hatte ebenfalls einen solchen Schüler, der ihm nah stand und den er den „Engel in der Hose“ nannte. Ihm persönlich sagte er Sachen, die sowohl die Frage nach der Paneurhythmie als auch das Hauptproblem vor jedem suchenden Schüler beantworten – etwa wie wir den Christus (das Ich) unter den heutigen Bedingungen finden können. Dieser Schüler ist Bojan Boev. Die Worte des Meisters, die er an Boev richtete, lauten: „Diese Übungen, die ich jetzt zeige, werden euch etwas winzig Kleines geben, aber wenn man einen gigantischen Schritt in seiner Entwicklung machen möchte, muss man eine innere, intime Verbindung zu Christus herstellen. Hierzu ist zweierlei notwendig. Erstens, Liebe zu Christus, eine innere Einstellung zu Ihm. Wenn man Liebe zu Christus besitzt, wird die Verbindung stark sein und Sein Geist beginnt, in dir zu wirken. Zweitens, muss man über Christus nachdenken, die Evangelien mit einem von Dankbarkeit erfüllten Herzen studieren. Diese Anstrengung hat eine starke, tiefe Einwirkung auf die Menschenseele und beschleunigt die Entwicklung ihrer Begabungen und Veranlagungen.“ Wir können hinzufügen: ohne die Anthroposophie sind beide Bedingungen unerfüllbar.

Ich kann die Menschen aus der „Weißen Bruderschaft“ verstehen. Es ist nicht leicht, mit den hohen Anforderungen des Zeitalters Schritt zu halten. B. Douno selbst, den sie vor „Verschmutzung“ schützen, gab die Kriterien an, nach denen man herausfinden kann, wer heute der Schüler Christi ist: „Wenn ihr Schüler der neuen Lehre sein wollt, müsst ihr den Mut des Paulus, die Demut des Petrus und die Reinheit und Liebe des Johannes haben.“
Paulus wollte so sehr „den Herrn Jesus Christus“ erkennen, dass er alles andere für „Abfall“ hielt. Sein Leben ist das Beispiel einer mutigen Verteidigung im Leben der Christus-Tugenden und der feurigen Bestrebung nach den tiefsten Geheimnissen des Erlösers. Er steht am Anfang des exoterischen und esoterischen Christentums, wobei er in sich selbst auf eine unvergleichliche Art den Hohepriester und den Eingeweihten vereinigt. Diese Synthese wird vom modernen Christus-Nachfolger erwartet.
Petrus hatte eine so tiefe, intime Einstellung zu Christus, dass er am Ende im Ausdruck höchster Demut mit dem Kopf nach unten gekreuzigt wurde, weil er sich nicht für würdig hielt, wie sein Herr zu sterben.
Lazarus-Johannes ist der einzige Mensch, der persönlich vom Gott während Dessen drei Erdenjahre eingeweiht wurde. Mit seiner Reinheit und Liebe wirkte er natürlich von allen Jüngern am weiblichsten und zärtlichsten. Gerade wegen dieser Eigenschaften wurde ihm erlaubt, das größte Buch zu schreiben – „Das Johannes-Evangelium“, in dem die Christus-Sophia festgehalten worden ist, die eine starke, tiefe Einwirkung auf die Menschenseele hat. Auch durfte er in der „Offenbarung“ die Zukunft der Welt sehen, wenn Christus den reinen und ein weiches Herz besitzenden geistigen Pilgern erscheinen wird, die die Träger des jungfräulich-weiblichen Prinzips (der Jungfrau Sophia) sind, das den herabsteigenden Geist empfangen kann. Im 13. Jahrhundert erlebte Johannes seine „chimische Hochzeit“ und wurde zu Christian Rosenkreutz, der diese Zukunft des Menschengeschlechts verkörperte. Nun steht er an der „rechten Seite“ des Erlösers.
Jeder der erwähnten Jünger ist eine herausragende Individualität und wir müssen die Eigenschaften aller Drei gleichzeitig besitzen. Warum wurde die Latte so hoch gelegt?
Die Jünger lebten in der Zeit der Verstandesseele, als die materialistische Weltanschauung noch nicht existierte. Sie wussten praktisch nicht, was es bedeutet, Atheist zu sein. Im Oktober 2008 wurde mir der Atheismus in der Gestalt einer sehr langen und dicken Schlange gezeigt, die sich triumphierend durch die heutige Welt hindurchzieht. Die Erklärung lautete: „Es dauerte vier bis fünf Jahrhunderte, bis sie so groß wurde.“ Steiner warnte, dass die Schlange noch zwei bis drei Jahrhunderte lang wachsen wird und stellte uns die gegenwärtige Situation bildhaft vor: „Es gibt kein passenderes Symbol für Ostern als die Vorstellung, dass das ganze geistige Schicksal des Menschen auf dem Kreuz der materialistischen Weltanschauung gekreuzigt ist.“ Entweder werden wir das Kreuz des Materialismus entschieden abwerfen oder der geheimnisvolle „Stachel“ von Paulus wird uns immer dabei behindern, wahrhaftig auf den Weg zu kommen und zum Schüler nach den heutigen Christus-Kriterien zu werden. Es ist Zeit, dass wir endlich durch die Geisteswissenschaft den besagten „Stachel“ beleuchten.
Im Jahre 529 schloss der byzantinische Kaiser Justinian die philosophische Schule von Athen und die letzten Reste der hohen hellenischen aristotelisch-platonischen Weisheit zogen nach Persien. Das Gleiche hatte vorher der Kaiser Zeno Isauricus mit der philosophischen Schule von Edessa im Jahre 489 gemacht. Und so kamen um 666 in die persische Akademie von Gondischapur Menschen zusammen, um unter der Inspiration der luziferisch-ahrimanischen Kräfte unterrichtet zu werden, die nicht die geringste Ahnung vom Golgatha-Mysterium hatten.
Das Ziel dieser Akademie war es, bereits im Zeitalter der Verstandesseele in die Erdenentwicklung den Impuls der Bewusstseinsseele hineinzutragen, womit diese ahrimanisch beeinflusst und die Weiterentwicklung der Menschheit verhindert werden konnte.
Als der Erlöser diese Gefahr sah, gab er mit dem Golgatha-Mysterium einen stärkeren als den vorgesehenen Impuls zur Erhebung der menschlichen Seele zum Geist, wodurch die zu feste Anbindung der Seele an den physischen Leib, an der der Atheismus liegt, verhindert wurde. Ein zweiter Faktor der Gegenwirkung war der Islam, der mit seinem luziferischen Drang fast vollständig den ahrimanischen Stachel von Gondischapur brach. Das Wenige, was geblieben war, drang in den Menschen bis zum physischen Leib ein – wo die Bewusstseinsseele ausgebildet wird – und er „ knackte“. „Der Stachel“ traf uns im siebten Jahrhundert und in den nächsten Jahrhunderten, aber seine wahre Kraft entfaltete sich im 19. und 20. Jahrhundert und führte zum Wachsen der besagten „Schlange“. Paulus, der seiner Zeit voraus war, spürte das bereits zur Zeitenwende, denn die Ausbildung seiner Bewusstseinsseele war vor dem 15. Jahrhundert weit fortgeschritten. „Warum wurde dann Paulus selbst nicht ahrimanisiert?“, könnte ein aufmerksamer Leser fragen. Die Christus-Anwesenheit in seiner Seele rettete ihn vor dem Atheismus!
2005 spürte ich, dass etwas Seltsames, Dunkles und Gefährliches aus den Tiefen in mir emporstieg – die Ablehnung des Vatergottes. Einerseits sprach ich über Christus und das Gehörte bewegte viele Seelen tief, andererseits kroch aus unbekannten Quellen in mir ein merkwürdiger Atheismus hervor. Ich teilte mich niemandem mit, aber die Frage „Was ist das?“ war da. In demselben Jahr fragte ich mich „rein zufällig“, was der Stachel des Apostels Paulus sein mochte. Erst im Advent 2008 – in der Zeit, wenn die dunklen Kräfte uns besonders stark angreifen -, begriff ich, dass derjenige, der seine Bewusstseinsseele unumkehrbar entwickelt hat, spüren kann, was für eine reale Gefahr das von Gondischapur in unseren physischen Leib Eingesäte darstellt. Die „normalen“ Materialisten sind dem „Stachel“ völlig ausgeliefert und die sog. „spirituellen“ Menschen werden auf ihn noch stoßen. Erst wenn sie ihn überwinden, werden sie tatsächlich vom Kreuz der materialistischen Weltanschauung heruntersteigen. Dazu müssen sie in ausreichendem Maße Paulus’ Mut, Petrus’ Demut und Johannes’ Reinheit und Liebe besitzen. Dann wird Christus nach und nach den Atheismus in sein Gegenteil – die Kosmische Liebe – umwandeln, die das Tor zum Gott und zum ewigen Leben ist. „Wer durch dieses Tor geht, wird auf jenen Königsweg kommen, auf dem ihn große Heldentaten erwarten“, versprach uns Beinsa Douno.
Wir leben im Zeitalter Michaels und er erwartet von uns die aufopfernden Heldentaten eines Kämpfers im Namen Desjenigen, Dessen Weg er in unsere Bewusstseinsseele bahnt. Was bedeutet es heute, Michaels Diener, Kämpfer Christi zu sein? Steiner sprach begeistert: „Dieses Sich-Aufschwingen dazu, daß man von den Gedanken über das Geistige so erfaßt werden kann wie durch irgend etwas Physisches in der Welt: das ist Michael-Kraft! Vertrauen haben zu den Gedanken des Geistigen, wenn man die Anlage dazu hat, sie überhaupt aufzunehmen, so daß man weiß: Du hast diesen oder jenen Impuls aus dem Geistigen. Du gibst dich ihm hin, du machst dich zum Werkzeug seiner Ausführung. Ein erster Mißerfolg kommt – macht nichts! Ein zweiter Mißerfolg kommt – macht nichts! Und wenn hundert Misserfolge kommen – macht nichts! Denn kein Mißerfolg ist jemals ausschlaggebend für die Wahrheit eines geistigen Impulses, dessen Wirkung innerlich durchschaut und ergriffen ist. Denn erst dann hat man Vertrauen, das richtige Vertrauen zu einem geistigen Impuls, den man in einem bestimmten Zeitpunkt faßt, wenn man sich sagt: Hundert Male habe ich Mißerfolg gehabt, das kann mir aber höchstens beweisen, daß für mich in dieser Inkarnation die Bedingungen zur Realisierung dieses Impulses nicht gegeben sind. Daß dieser Impuls aber richtig ist, das schaue ich durch seinen eigenen Charakter. Und wenn es auch erst nach der hundertsten Inkarnation sein wird, daß für diesen Impuls die Kräfte zu seiner Realisierung mir erwachsen – nichts kann mich überzeugen von der Durchschlagskraft oder Nichtdurchschlagskraft eines geistigen Impulses als dessen eigene Natur. Wenn Sie sich dies im Gemüte des Menschen als das große Vertrauen für irgend etwas Geistiges ausgebildet denken, wenn Sie sich denken, dass der Mensch felsenfest halten kann an etwas, was er als ein geistig Siegendes durchschaut hat, so festhalten kann, daß er es auch dann nicht losläßt, wenn die äußere Welt noch so sehr dagegen spricht, wenn Sie sich dies vorstellen, dann haben Sie eine Vorstellung von dem, was eigentlich die Michael-Kraft, die Michael-Wesenheit von dem Menschen will, denn dann erst haben Sie eine Anschauung von dem, was das große Vertrauen in den Geist ist.“ (GA 223. Seite 117)
Ich habe keine Zweifel daran, dass die Synthese jener heilige siegreiche geistige Impuls ist, dessen Verwirklichung im menschlichen Ich den Prüfstein darstellt, welcher uns zeigt, ob wir den Weg des Schülers unter den gegenwärtigen Bedingungen bestritten haben, der zu „Michael, Christus, Vatergott“ führt.
Wer ist eigentlich Michael? Der gegenwärtige Zeitgeist ist ein schweigsames, verschlossenes, selten Hinweise gebendes Wesen, dessen Liebe von der heutigen Menschheit schwer zu begreifen ist, da er mit der kosmischen Liebe „verwandt“ ist, die in nur wenigen von uns gewirkt hat. Als Verfechter der Freiheit gibt er dem Menschen die Handlungen, Taten und lebt in ihren Folgen. Er zeigt sich nur demjenigen, der fleißige geistige Arbeit von der Erde mitbringt. Wenn Michael an einen solchen Menschen herantritt, verursacht er in diesem den Verzicht auf Vieles, was aus erblicher, kultureller, volkstümlicher u.dgl. Belastung stammt, denn aus Michael strömt eine Spiritualität, die einen weiten Blick und eine Wandlung der Weltanschauung mit sich bringt. Die michaelischen Kräfte können nicht durch irgendwelche Formen der Passivität beherrscht werden – selbst durch das passive Gebet nicht. Man bekommt sie nur dadurch, dass der von seinem vor Liebe überschäumenden Willen geführte Mensch sich in das Werkzeug der göttlich-geistigen Kräfte durch die Erfüllung seiner eigenen Mission verwandelt. Der Erzengel hat uns zu einem bestimmten Volk gelenkt, aber den besonderen Platz in ihm, der mit der Erfüllung dieser Aufgabe zusammenhängt, wird von den Archai nach der Mitternacht des Daseind bestimmt. Nach 1879 ist Michael nicht nur der Jüngste unter den Archai, sondern hat auch als Zeitgeist eine direkte Beziehung zur Mission jedes Erdenmenschen. Er kann eingreifen, wenn der Mensch seine Mission gewahr wird und sie annimmt. Als ich zum Wendepunkt der zehnten Vorlesung kam, sagte er mir diskret: „Vorläufig gut. Schauen wir mal weiter!“ Nur soviel! Zwei oder drei Jahre später „meldete“ er sich wieder, diesmal mit der Empfehlung: „Geh dorthin, wo du eingeladen wirst! Aber du musst entscheiden!“
Ich ging hin und sprach: in Rousse, Sofia, Plovdiv, Madara, Rila, Ajtos…Ich hatte auch den Segen eines anderen Wesens – der Jungfrau Sophia. Die „Rote“ Jungfrau trat aus dem im Feuer der Liebe brennenden Christus-Ich heraus und ging auf mich mit einem Blick zu, den ich nie vergessen werde: es war von Liebe durchdrungene Weisheit. Eine interessante Nuance ist die Tatsache, dass ich mich an ihr Aussehen – an das Gesicht, das Kleid, die Haare – erinnern kann, aber nicht an ihre Augenfarbe. Es kann sein, dass ihre Augen blau waren, wie die Farbe, die dem Geist der Wahrheit aus dem „Testament der farbigen Lichtstrahlen“ Beinsa Dounos zugeordnet wird. Aber wichtiger ist etwas anderes: Durch diese Augen sah mich die Wahrheit an!
Heute zeigt sich Jungfrau Sophia jenen geistig Suchenden, die zum Feuer des Christus-Ich streben, um die Wahrheit mit Paulus’ Inspiration zu finden: „Nicht ich, sondern der Christus in mir“. Dann kann sich der Erlöser aller Reichtümer der Seele in der Art bedienen, die Er für richtig hält. Als Hauptfürsprecher der Menschheit gegenüber Christus hat die Rote Jungfrau mit einer Handbewegung meinen Redereichtum gesegnet im Namen unseres Herrn. Sie las in meinem Herzen und wusste, wohin ich ging, denn ein Jahr früher fand die Begegnung mit Beinsa Douno statt, der unverhofft erschien und aus nächster Nähe losschoss: „Was möchtest du?“ Der Meister hatte die Gewohnheit, bestimmten Schülern diese Frage zu stellen. Unvorbereitet gaben sie an, was sie sich wirklich wünschten. So wollte einer reich sein wie der alte König Krösus. Er bekam viele materielle Reichtümer, aber die Bolschewiken kamen und nahmen ihm alles weg.
„Die Liebe“, erwiderte ich ohne zu zögern. Er begriff, dass ich die Liebe zusammen mit der Weisheit und Wahrheit haben wollte, d.h., ich wollte alles! Als er mich ansah, hatte ich das Gefühl, als ob mich ein Cherubim ansieht. In seinem Blick bemerkte ich „Äonen“ von Weisheit, die stumm fragte: „Weißt du, was du verlangtest?“ Dann sagte er leicht verwundert: „Du wirst aber sehr geschützt!“ Das Ausrutschen auf dem luziferischen Stolz nach solchen Worten, die der Bodhisattva selbst gesagt hat, fällt sehr leicht! „Ich werde geschützt, weil viel von mir verlangt wird“, folgte die blitzschnelle Antwort meines Ich.

Wir sind den Göttern für Vieles, ja für alles verpflichtet, aber ihre zukünftige Existenz hängt direkt von uns ab. Steiner sagte: „Das Interesse der Götter ist das Element der menschlichen (Kosmischen) Liebe, durch das ihr Leben erhalten wird“. Wenn wir nicht freiwillig Christus ähnlich werden und diese Liebe ausstrahlen, ist der Kosmos dem Untergang geweiht. Denkt jemand, dass Gott das zulassen würde? Ich habe schon immer die Beschützer von oben gespürt und aus Dankbarkeit ging mir fast die Puste aus, als ich mich hingab bei den Begegnungen mit den Menschen. Jede Vorlesung stellte ein durch Worte, Gesten, Mimik gemaltes „Christus-Gemälde“ dar, auf dem die Seelen sich selbst wiedererkannten. Viele von ihnen fanden die Lösung rein alltäglicher Probleme, die sie seit längerer Zeit beschäftigten, andere begriffen, was sie dabei verhindert hatte, im Bewusstsein zu wachsen. Oft war das Miteinander in Christo so intensiv, dass meine Stimme brach und die Tränen kullerten. Wenn es zuviel an Geist gibt, kann die Seele das nicht aushalten, aber der Astralleib nimmt die Wohltat auf und wandelt sich allmählich in einen “Leib des Glaubens“ um, d.h. in ein Geistselbst, was auch der Sinn der praktizierten Synthese ist. Ich war bestrebt, meine öffentlichen Auftritte im Rhythmus der sieben großen christlichen Feste zu halten – Michaeli, Weihnachten, Epiphanie, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten und Johanni -, denn in diesem Rhythmus lebt die Menschenseele nach der Zeitenwende. In diesen Zeiten besteht eine besonders günstige Atmosphäre zur Verbindung mit den Geistern und zur starken Einwirkung auf die Leiber, die Seele und sogar auf das Ich des Menschen. Einmal „ging“ Rudolf Steiner durch den Raum, lächelte und nickte zustimmend.
Wenn es eine Entgegensetzung in Gedanken durch manche Missgönner gab, informierten mich die guten Geister rechtzeitig auf ihre Weise. Sie bewachten das Werk, aber die Entscheidung, wie ich in jeder konkreten Situation handeln sollte, überließen sie mir. Vor dem öffentlichen „Gericht“, bei dem die Synthese als „Frankensteinwerk“ verurteilt wurde, kam auch ein Signal, dass „von meiner Reaktion abhängen wird, wie sich der Impuls weiterentwickeln wird“. Ich bin damit fertig geworden.
Oft musste ich aber unverzüglich reagieren, ohne dass „von oben“ bemerkbare Hilfe kam – wir leben schließlich im Zeitalter der Wachsamkeit. Ich habe z.B. bemerkt, wie über das Gesicht des jungen Mannes, der später die drei mich verurteilenden Erklärungen vorlas, ein ahrimanisches Wesen ging, das Gleiche wie jene, die Michael nach 1879 auf die Erde holte. Sein Gesicht wurde dunkel, der Blick – ausgesprochen böse, die Sprache – wütend. Während ich ihm direkt in die Augen sah, reagierte ich sofort mit einigen Sätzen, die vom Christus-Licht, meiner Charakterhärte und meinem starken Willen erfüllt waren. Das Wesen floh, das Gesicht des Besessenen entspannte sich und sein Blick wurde weich. Es trat jene Ruhe ein, die immer nach einem Gewitter einzieht.
Bei der lange erwarteten Begegnung mit Sergej Prokofieff 2002 in Sofia trat wieder ein solches Wesen in eine junge Frau ein und sie begann uns fast hysterisch mit dem „nahenden Ende der Welt“ zu drohen. Nach einiger Zeit wählte „das Dunkle“ einen anderen Zug: „Wisst ihr, wo jetzt Goethe inkarniert ist?“ Ausgerechnet Goethe, denn die Anwesenden waren Anthroposophen und konnten vielleicht „anbeißen“. Sie versuchten, die Frau zu beruhigen, aber die Begegnung drohte, zu scheitern, bevor sie richtig begonnen hatte. Prokofieff schwieg diskret. Dann sah ich der Besessenen direkt in die Augen und nach einigen Sätzen von mir lief der dunkle Geist weg, sie setzte sich auf ihren Stuhl und sah wie „ein ausgewrungener Lappen“ aus. Ich ließ sie gewähren. Als die Begegnung zu Ende war, wandte ich mich wieder an sie, ihr Blick erfüllte sich erneut mit Leben und sie lächelte dankbar. Ich umarmte sie und wir verabschiedeten uns.
Bevor die dreifache Verwünschung gegen mich durch die Leiterin des Varna-Zweiges der „Weißen Bruderschaft“ ausgesprochen wurde, war ihr Gesicht fast schwarz geworden und ihr Blick erfüllte sich mit einem wahnsinnigen Höllenfeuer. Diesmal erhielt „das Dunkle“ die Unterstützung durch andere Irrsinnige, deshalb musste ich etwa eine Stunde lang vollkommen wach sein und dem ahrimanischen Geist nicht erlauben, in jemanden der Anwesenden oder in mich einzugehen, wenn ich dem Angriff nicht standhalten sollte. Nach dem Ende des Kampfes sagte die Besessene sichtbar beruhigt zu mir: „Hoffentlich passiert dir nichts!“ „Mir wird nichts passieren, aber ihr seid wahnsinnig“, erwiderte ich und die später eingetretenen Ereignisse bestätigten, wie unangemessen diese Menschen unter den aktuellen geistigen Bedingungen waren.
Die angeführten Beispiele veranschaulichen, wie der richtige Exorzismus aussehen muss, den die Situation manchmal verlangt. Wenn man sich auf dem Weg befindet, beginnt der Geist unvermeidlich durch einen als Schlagkraft und schöpferische Macht zu sprechen, welche nur zum Guten aller Menschen benutzt werden sollen. Bei einer ausgebildeten Bewusstseinsseele ist das möglich, denn wie auch Steiner erläuterte, gerät der wahre Geist gerät nicht in Ekstase, sondern er spricht eine klare, inhaltsreiche Sprache.

Seinerzeit schrieb der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther (14:33), dass es „Frauen nicht gestattet ist, in den Gemeindeversammlungen zu reden“. Er meinte damit das ungestüme Sybillen-Hellsehen, das damals vorwiegend bei Frauen vorkam. Wenn es niemanden gab, der die Prophetie deuten konnte, durfte sie in den entstehenden Gemeinden nicht präsent sein. Heute ist die geistige Landschaft Bulgariens voll mit unkontrollierten weiblichen und männlichen „Sybillen“. Die Menschen, die keine solide anthroposophische Vorbereitung und keine ausgebildete Bewusstseinsseele besitzen, haben Schwierigkeiten, die rechtmäßige von der luziferisch-ahrimanischen Verbindung zu den Göttern zu unterscheiden. Eine der Anklagen gegen mich bezichtigt mich des „Channelns“, wobei eher meine Frau anvisiert wird. Ich werde die Wahrheit bezüglich dieser Frage mitteilen, denn sie steht im Zusammenhang mit der Entwicklung des Werks.
An einem sonnigen Nachmittag im Jahre 2001 ging meine Frau eine Straße in Varna entlang. Sie musste dienstlich etwas erledigen, aber das hinderte sie nicht daran, sich am Leben zu erfreuen. Unterwegs tat sie auch etwas Gutes. Auf einmal strömte der Pfingstgeist durch das siebte Chakra hinein, stieg hinunter zum ersten Chakra und begann spiralförmig von unten nach oben als ein innerer Wind die Blätter aller Lotusblüten aufzuwirbeln. Von der Anthroposophie ist bekannt, dass die Hälfte der Blätter jedes Chakras durch vorherige Evolutionsetappen ausgebildet ist, also nicht das Verdienst des heutigen Menschen ist. Die andere Hälfte müssen wir selbst mithilfe bewusster Übungen ausbilden. Dann wird die ganze Lotusblüte beweglich und leuchtend und man erlangt bestimmte übersinnliche Fähigkeiten. Viele machen seit Jahrzehnten regelmäßige Übungen ohne sichtbare Erfolge. Meine Frau hat dagegen solche Übungen nicht gemacht. Trotzdem wurde der Prozess bei ihr in Gang gesetzt, danach „kam“ der Geist durch das siebte Chakra „heraus“. „Mir kam vor, als ob meine Haare elektrisiert nach oben standen, ich war euphorisch und hatte das Gefühl, nicht auf die Erde zu treten, ich liebte alle Menschen“, erinnerte sie sich aufgeregt. Als sie in ihr Büro zurückkam, fragten sie die Kollegen: „Hast du etwas getrunken?“ Sie wussten zwar sehr wohl, dass sie nicht trinkt oder raucht. Auch sind wir seit 1998 Vegetarier. Hätten wir nicht aufgehört alles zu essen, „was sich bewegt“, wäre der Geist nicht in sie eingeströmt und auch ich hätte psychisch und physisch der Ausstrahlung des Impulses nicht standgehalten. Steiner tat das Gleiche und auf Beinsa Dounos Einstellung zum Vegetarismus wird später eingegangen.
Nach dem wundersamen Aufwirbelung und nicht nach einem Unfall, Koma, Erblinden oder einem anderen dramatischen Ereignis erlang meine Gefährtin im physischen, emotionalen und geistigen Leben nicht nur die Fähigkeit, durch sich Offenbarungen durchzulassen, sondern auch auf eine besondere Art deren Glaubwürdigkeit zu überprüfen. Diese Gabe erhielten wir als ein Hilfsmittel für das angefangene Werk im Namen Gottes und daher kam es bereits am Anfang unserer Arbeit. Ich muss deutlich klarstellen, dass wir keinen Offenbarungen durch Meditationen oder ähnliche geistige Methoden nachjagen. Wir halten uns vielmehr an die scheinbar seltsamen Worte, die Steiner am Ende seines Lebens ausgesprochen hat: „Man braucht nicht zu meditieren, sondern man muss viel nachdenken, der Mensch muss innere Lösungen finden wollen“. Die Zukunft gehört den Impulsen der sechsten Kulturepoche, wenn die Menschheit in ständigem Nachdenken über die geistige Welt leben wird. Wenn wir heute das Gleiche tun, „steigt“ die Idee „von oben herunter“ und gerät in einen vorher vorbereiteten Boden, dann kann sie nicht nur verständnisvoll aufgenommen werden, sondern Wurzeln schlagen und später Früchte tragen. „Man darf nichts wünschen, bevor es von der richtigen Erkenntnis erfasst ist“, riet uns Steiner, denn der Geist „meldet sich“ unverhofft, aufregend, erfüllend und bringt auf verschiedenen Wegen demjenigen die Antwort, der für sie bereit ist. Da ich weiß, was die beiden Großen des 20. Jahrhunderts darüber gesagt haben, habe ich allen Grund zu behaupten, dass unsere Art der Verbindung mit dem Geist sich mit ihren Empfehlungen deckt und mit dem Channeln und anderen Formen atavistischer Tätigkeit nicht das Geringste zu tun hat. Sie hat auch keine Beziehung zu den Methoden der äußeren Wissenschaft, die auf menschliches und nicht auf göttlich-moralisches Nachdenken basieren. Von ihren Verstandesseelen ausgehend wollten unsere „Ankläger“, dass wir die Offenbarungen mit ihnen besprechen. Wenn sie sich in ihre Richtigkeit überzeugen würden, sollte das Offenbarte dann öffentlich verkündet werden. Soviel ich weiß, brauchte der Apostel Johannes nicht die Bestätigung der anderen Jünger, um die „Offenbarung“ zu schreiben und Steiner wartete auch nicht auf die Bewertung des „Wissenschaftsrates“ seiner Untersuchungen des Himmels. Wie bereits hervorgehoben, kommen die für das Zeitalter notwendigen Offenbarungen zu demjenigen Empfänger, der sie begreifen und den Mitmenschen in einer klaren, genauen Sprache mitteilen kann. Steiner erläuterte: „Selbst wenn wir auf Erden zu einem höchsten Hellsehen kommen, werden wir, wenn wir nicht unsere geistigen Erfahrungen in richtige, logisch aufgebaute Gedanken umwandeln, nach dem Tod in der geistigen Welt verblendet sein.“ Die logischen Gedanken waren es, die mich vor einigen Jahren bei der Begegnung mit einem übersinnlichen Wesen vor dem „Ausrutschen“ schützten, das sich für den jungen „Beinsa Douno“ ausgegeben hatte. Ich sagte ihm einige treffende Worte und es zeigte sein wahres hässliches Gesicht.

Aber Steiner sagte auch, dass es eher eine Frage der Tapferkeit als der Intellektualität ist, heutzutage ein geistiger Forscher zu sein. Es ist auch etwas Moralisches, solange es sich dem moralischen Sündenfall widersetzten muss. Die Gaben von oben sind unsere wahre Waffe gegen das Böse unten, aber vielen Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft und der „Weißen Bruderschaft“ fehlt nicht nur das Wissen, sondern auch der Mut, kühn und zuversichtlich den Geist und seine Gaben zu suchen. Sie spüren nämlich ihre moralischen Mängel und haben Angst vor der Spannung, die der Geist in einer solchen für Ihn ungeeigneten Umgebung hervorrufen wird. Steiner wies uns auch auf die Regel des Wachstums hin: „Und diese goldene Regel ist: wenn du einen Schritt vorwärts zu machen versuchst in der Erkenntnis geheimer Wahrheiten, so mache zugleich drei Schritte vorwärts in der Vervollkommnung deines Charakters zum Guten.“ (GA 10, S. 65)
Die Vervollkommnung des Charakters ist die Folge der ständigen Selbstbeobachtung und der entschiedenen Schritte in der geeigneten Situation, denn durch die quantitative Akkumulation erreicht man den qualitativen Sprung.
Sowohl meine Frau als ich sind in Familien mit hoher Moral aufgewachsen, aber wir streben danach, dem uns entgegengebrachten Vertrauen angemessen zu sein, indem wir uns immer an Christus messen – dem höchsten Maß des moralischen Verhaltens. So plagte mich ein paar Jahre lang die Erfüllung seines besonders schwierigen Gebotes „Liebe deinen Feind!“ Meine Beine wurden weich beim bloßen Gedanken daran. Der Meister hatte auch gesagt, dass „der erste Schritt, den der Schüler beim Betreten des geistigen Lebens zu tun hat, das Vergeben ist“. Ich wollte aber bis zum Ende gehen, denn nur so erreicht man die tatsächliche Erfüllung des neuesten Gebotes „Das Böse zur Arbeit für das Gute einzuspannen“. Ich wartete auf die passende Situation. Im Sommer 2003 beging eine Person zum Erstaunen meiner Familie eine derlei feindliche Tat uns gegenüber, dass wir drei Tage danach bestürzt und unterdrückt waren. Dann beschloss ich: „Nun ist der Augenblick gekommen, um das Gebot der Feindesliebe selbst zu prüfen!“ Der ganze Prozess verlief in vier Phasen und hat eine direkte Beziehung zur christlichen Vergebung. In der ersten Phase lässt jegliches Rachegefühl nach und wir müssen uns selbst von der Seite betrachtend die eigene Schuld am Konflikt finden. Das Volk hat treffend gesagt: „Ein Streit entfacht sich nicht aus einem Teilnehmer“. Dazu brauchen wir eine gesunde anthroposophische Weltanschauung und ausreichenden Fortschritt unserer Ich-Entwicklung, sonst werden wir schon hier „stolpern“. Wenn wir die Situation richtig vom geistigen Standpunkt aus diagnostizieren, können wir zur wichtigsten Phase übergehen – der wahren christlichen Vergebung. Nicht mit Worten, nicht in der Seele, sondern im Ich vergeben wir bewusst dem „Feind“ und brechen mit der karmischen Belastung durch ihn, die aus dem Fall entsteht. Er wird seine Tat büßen, aber das wird nicht aus unserem Wunsch nach Rache heraus geschehen und dann kann Christus auf den „freigewordenen“ Platz seine Wohltat ergießen. Viele erklären voreilig, sie hätten alles vergeben, aber eigentlich ist tief in ihnen ein bitterer Nachgeschmack zurückgeblieben. Das Praktizieren der Vergebung aus dem Gebet „Vaterunser“ setzt das Vorhandensein von Wissen, Kraft und persönlicher Verantwortung vor dem Erlöser voraus, Der uns frei macht, damit wir lieben. Und tatsächlich stellte ich verwundert fest, dass ich den Mann zu lieben begann, dem ich nur ein paar Tage früher „den Kopf abreißen“ wollte. Nicht ich, sondern Christus machte das durch mich, denn wir sind alle Brüder in Christi Namen. So wie die dritte Phase – die Phase des Liebens – eine natürliche Folge aus der zweiten ist, so ist auch die vierte Phase die gesetzmäßige Folge der dritten: Egal, was diese Person gegen uns tut, sind wir fähig, ihr „automatisch“ zu vergeben. So ist die Christus-Liebe. Seien Sie sicher, dass dieser Mensch nicht mehr Ihr Feind sein wird, denn jeder spürt, wenn man ihn liebt. Der Schlüssel zur Harmonisierung der Beziehungen zwischen uns steckt in folgenden Worten Beinsa Dounos: „Die Welt kann man nicht mit Gewalt in Ordnung bringen. Die Liebe löst alle Fragen.“
Nach einiger Zeit verwandelte sich unser bisheriger Konkurrent in unseren Verbündeten, d.h. das Böse wurde zum Guten gewendet. Ich konnte zur nächsten Hürde übergehen, die mich seit Jahren plagte. Sie war mit meinen weltlichen Aufgaben verbunden, wirkte sich aber auch auf die geistige Arbeit vergiftend aus. Im Sommer 2004 löste ich das Problem und jene Reise auf dem großen geistigen Dreieck Bulgariens wurde möglich, von der in der Vorlesung „Der Weg“ die Rede ist. Sieben Jahre vorher habe ich schon gewusst, dass ich diese Reise unternehmen würde, aber erst jetzt war ich dazu bereit. Es ist sehr wichtig, dass wir die Hindernisse im richtigen Moment beseitigen. Jede zeitliche Verschiebung bedeutet den Mangel an Wachsamkeit und die Missachtung der Wesenheiten, die an der Anordnung der karmischen Situationen beteiligt sind. Ich habe oft die Ausrede gehört: „ Jetzt habe ich viele Probleme, mir ist nicht nach Geistigkeit. Lass mich die Dinge aufräumen, dann sehen wir weiter.“ Das ist ein großer Fehler! Wenn jemand denkt, dass er ohne die Götter sein Leben „in Ordnung bringen“ kann, lebt er in Illusionen. Steiner sagte sehr deutlich: „ Die übertriebene äußere Beschäftigung, die vielen oberflächlichen Erfahrungen lähmen das innere Leben und die Seele reift nicht für das wahre menschliche Sein. In der Zukunft wird es nicht so wichtig sein, was die Seele im äußeren Leben macht, sondern ob sie sich selbst findet und ob die innere Vertiefung zum äußeren Leben führen kann. Der Kampf um geistige Werte muss den größeren Teil der Zeit im Leben ausmachen.“ Warum weist uns Steiner so hartnäckig zum Übersinnlichen? Er sagt auch: „Unsere Zeit muß nicht eine uralte Weisheit gebären, sondern eine neue Weisheit, die nicht nur in die Vergangenheit hineinweisen kann, sondern die prophetisch, apokalyptisch wirken muß, in die Zukunft hinein. (Stuttgart, 05.08.1908)
Vor dem Jüngsten Gericht muss alles, was mit dem Alten verbunden ist, auf „Null“ gesetzt werden. Die Menschenwesen müssen ihre volle Freiheit vom Nichts erlangen. Der Erlöser wird nur denjenigen erscheinen, die alles abwerfen, was Lüge auf das Leben verstreut.
Das Jüngste Gericht hat längst angefangen, und der Schleier des Betrugs über das Leben wurde noch dichter. Können die Menschen das Trügerische der Welt durchschauen und die neue Weisheit schaffen, wenn alles Alte in Christo abstirbt und im Heiligen Geist aufersteht? Als ich mich auf den Weg machte, warnte ich meine Frau: „Auf diesem Weg werden wir wahrscheinlich viele der Gleichgesinnten aus verschiedenen Ursachen verlieren. Manche werden sich gegen mich stellen. Sieh zu, dass du durchhältst, denn du stehst mir am nächsten.“ Jeder braucht Unterstützung, obwohl Beinsa Douno uns gewarnt hat „ Der Weg der Liebe (zur Wahrheit) ist der Weg des großen Opfers. Er ist sehr schmal und ihr könnt keinen Gefährten haben. Christus wird persönlich entdeckt.“
Ja, in der gegenwärtigen christlichen rosenkreuzerisch-manichäischen Einweihung ist die einzige Stütze das Ich und die Christus-Kraft in ihm. Als Ausdruck des Bodhisattva im Zeitalter der Bewusstseinsseele war dies die logische Sprechart Beinsa Dounos. Obwohl sie der menschlichen Evolution entstammen, haben die Bodhisattvas einen anderen, intensiveren Entwicklungsweg zurückgelegt, als die Geschlechterdifferenzierung noch nicht auf dem physischen Plan zum Vorschein gekommen war, danach umkreisten sie Christus, um Ihn direkt zu betrachten. Und wir werden von klein auf durch die materialistische Weltanschauung angegriffen und ständig unter den Schleier der Illusion geschoben. Wie sollten wir in einem solchen Umfeld den richtigen Weg finden und ihn bedingungslos ohne eine Nebenstütze befolgen?! Ich habe mir ein paar Mal öffentlich die Frage gestellt, warum Steiner Marie von Sivers heiratete. Und das nach seiner Erhebung zum Meister unter den neuen Bedingungen. Er war doch ständig im Kontakt mit den geistigen Wesen, was hat ihm die karmische Verbindung mit ihr gebracht? Machte ihn diese unfrei? Ich werde meine bisher unausgefeilte Antwort auf diese Fragen geben.
Steiner war in allen seinen Handlungen frei, denn seine Seele kommunizierte ständig mit dem Geist, indem sie Ihm den Weg zur physischen Welt bahnte, wo die Seelen aber in männliche und weibliche Körper inkarniert sind. Die Seele sucht immer ihre verwandte Seele aus dem anderen Geschlecht, damit etwas Neues geboren werden kann. Hier reden wir nicht von den gleichgeschlechtlichen Beziehungen, die eine Entstellung der Vorsehung Gottes sind. „Das Neue“ kann ein neues Menschenwesen sein oder auch nicht, aber das Ziel ist es, dass die Verschmelzung der Seelen aus einer rein physischen und emotionalen Anziehung in eine geistige Verschmelzung übergeht, die die Zukunft vorbereitet, wenn die Geschlechterteilung verschwinden und die Reproduktion durch ein neues Organ auf der Grundlage des heutigen Kehlkopfes erfolgen wird. Die ersten, die das nach etwa 1500 Jahren tun werden, sind die menschlichen Eingeweihten, die durch die Mysterien der Himmlischen Sophia gegangen sind. Die „unbefleckte Empfängnis“ Marias in der Zeitenwende ist die letzte Erscheinung der alten Vereinigung der Körper und Seelen von Mann und Frau, bei der der Akt selbst auf die traditionelle Art, aber ohne jegliche Beziehung mit der uns bekannten heutigen Sexualität vollzogen wird – d.h. die Empfängnis erfolgt „oben“ im (vom) Heiligen Geist. Bei dem damaligen Niveau der relativ niedrigen Abgetrenntheit des Ich und der lockereren Verbindung zwischen den einzelnen Leibern des Menschen war die Vollbringung solcher „Wunder“ keine Seltenheit. Das gilt auch für die weit entfernte altindische Zeit und die uns bekannte „Kama Sutra“, die von den modernen Menschen völlig falsch und materialistisch verstanden wird. Heute hat das Ich dermaßen unsere Leiber erfasst und der Zusammenhalt zwischen ihnen ist so groß, dass die unbefleckte Empfängnis nicht auf die alte Art erfolgen und verstanden werden kann. Dies wäre auch nicht nötig.

Steiner ist in den hohen Kreis der „Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen“ erst nach der Weihnachtsversammlung von 1923 eingetreten, aber seine Tätigkeit als Lehrer begann etwa zwei Jahrzehnte früher, als er vor den Gekreuzigten Erlöser trat. „Ich stand geistig vor dem Golgatha-Mysterium, und wurde der ganzen inneren, ernsthaften Feierlichkeit dieser Tatsache gewahr“, erinnerte er sich mit Begeisterung. Im Unterschied zu den anderen Meistern aus dem erwähnten Kreis, die schon in den alten Zeiten die gemeinsame Strömung der Menschenevolution verließen und den Einweihungsweg begingen und den Rest der Menschheit weit überholten, hat Steiner wohl in keiner seiner vorherigen Inkarnationen einen besonderen Einweihungsweg außerhalb der gesamtmenschlichen Strömung zurückgelegt. Es scheint, dass seine Seele – ähnlich den unseren – im 20. Jahrhundert das Miteinander mit einer verwandten Seele aus dem anderen Geschlecht brauchte, mit der er jene Vereinigung versuchen konnte, die ‚Androgynie’ heißt und ohne die die zukünftige neue Reproduktionsart unmöglich sein würde. Die Beziehung der beiden muss man nicht oberflächlich betrachten, sondern durch die Augen des Bodhisattva, der das Folgende äußerte: „Heutzutage kennen die Menschen die Seele nicht. Wenn sie nicht in ihr Bewusstsein die Idee hineinlegen, dass sie lebendige, vernünftige Seelen sind, wenn sie sich immer noch als Persönlichkeit, als Verstand und Herz, als Mann und Frau betrachten, werden sie nichts erreichen. All diese Bewusstseinsformen wurden schon ausprobiert.“
Der Bodhisattva zeigte uns das Zukünftige, das mit dem Engelhaften im Menschen verbunden ist. Die Anthroposophie „zielt“ auf das Gleiche und der Ehebund zwischen Steiner und Marie kann nicht abseits dieses Ziels stehen. Der Bodhisattva brauchte keine Lebensgefährtin für die Erfüllung seiner Erdenmission – zumindest weil er nicht vollständig inkarniert war -, aber wir brauchen das! Ein Segen des Schicksals ist die Begegnung mit dem richtigen Menschen, der uns vollständig macht und uns ermöglicht, die „von oben“ vorbestimmten Aufgaben zu erfüllen. In den vergangenen Jahren erhielt ich viele Zeichen, die diese Wahrheit bestätigen. Jede Seele kann sich selbst als ein einzelnes Ich erleben, aber das Ich, das wir von den Elohim bekamen, ist eigentlich nur eine immer dünner und feiner werdende Hülle von uns. Hinter ihr steht Christus – das höhere und wahre Menschen-Ich. Dieses makrokosmische Ich können wir in der bewussten Verschmelzung mit der Mission, dem Karma der ganzen Menschheit erleben. Der erste Schritt in diese Richtung ist die Verschmelzung mit der verwandten Seele aus dem gegenteiligen Geschlecht. Nicht von ungefähr sagte Beinsa Douno: „Die Ehe ist eine große Schule“. Sie verliert ihre sakrale Bedeutung und wird in der Zukunft zerfallen, wenn in ihr die Beziehung in Christo fehlt.
In den geistigen Gemeinschaften fehlen auffälligerweise die Ehepaare. Nicht unbegründet reagiert der weltliche Mensch auf diese Tatsache mit den Worten: „Ihr könnt euch nicht mit euren Nächsten vertragen und wollt mir über die Brüderlichkeit der ganzen Menschheit predigen.“ Eines der deutlichen Symptome der nahenden Begegnung mit Ahriman ist der größer werdende Mangel an Verständigung zwischen den einzelnen Menschen und zwischen den verschiedenen Gemeinschaften und Völkern. „Das Verstehen des inneren Lebens Christi ist das wichtigste Mittel der intimen Verbindung mit Ihm. Das bedeutet, dass wir in Beziehung mit Seinem Bewusstsein getreten sind“, wies auf den Ausweg der Meister Beinsa Douno. Bulgaren, die bei großen Veranstaltungen in Dornach anwesend waren, zeugen von lauten Auseinandersetzungen und Streiten zwischen Vertretern aus der ganzen Welt, die eigentlich im Christus-Bewusstsein durch die Erkenntnis der Geisteswissenschaft vereinigt sein müssten. Wie sollen sie dann den Weg zu den Seelen der Menschen finden, die von dieser Erkenntnis noch nicht berührt worden sind? Paulus hat in seinem Brief an die Korinther geschrieben: „Und ich, liebe Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit Geistlichen, sondern als mit Fleischlichen, wie mit jungen Kindern in Christo. Milch habe ich euch zu trinken gegeben, und nicht Speise; denn ihr konntet noch nicht. Auch könnt ihr jetzt noch nicht, dieweil ihr noch fleischlich seid. Denn sintemal Eifer und Zank und Zwietracht unter euch sind, seid ihr nicht fleischlich und wandelt nach menschlicher Weise?“ (Korinther 1, 3)
Unumstrittenerweise ist die Anthroposophie „harte Nahrung“, der Bodhisattva – auch. Beide zusammen sind die härteste Nahrung! 2002 bot ich sie Sergej Prokofieff mit den Worten an: „Du stehst auf einem Bein. Stell dich auch auf das andere!“ Fünf Jahre lang lehnte er die Gabe ab, obwohl sich nur die Anthroposophie über die Bodhisattva-Frage äußern kann und äußern sollte. 2007 war er wieder zu Gast in Sofia und ich stellte ihm nach seiner Vorlesung zwei Fragen.: „Hat sich Steiners Vorhersage über die Erneuerung der Anthroposophie an der Grenze zwischen dem zweiten und dritten Jahrtausend bewahrheitet?“ „Nein“, lautete seine Antwort. Das ist auch der Standpunkt des Vorstands in Dornach. Und wann soll diese Erneuerung stattfinden? In der weiten Zukunft etwa? Steiner hat doch unmissverständlich die genaue Zeit angegeben – Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts. Sollte er sich über ein so nahes und wichtiges Ereignis geirrt haben, dann können wir ihm auch nicht glauben, wenn er über den „Krieg aller gegen alle“, „den zukünftigen Jupiter“ usw. spricht. Können die Vorstandsmitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft nicht zu der Erkenntnis kommen, was für einen Schlag sie dem Vertrauen in Steiner versetzen? Unter anderem kann ich mich nicht daran erinnern, bei Steiner gelesen zu haben, dass die Erneuerung aus Dornach oder einem anderen anthroposophischen Zentrum kommen soll. Der Dogmatismus und die Kurzsichtigkeit sind wirklich etwas Furchtbares! Steiner selbst hatte noch etwas angedeutet mit den Worten: „Alle Dinge im geschichtlichen Werden erstehen nach 33 Jahren in verwandelter Gestalt aus dem Grabe durch eine Gewalt, die zusammenhängt mit dem Heiligsten und Erlösendsten, das die Menschheit durch das Mysterium von Golgatha bekommen hat. 23. Dezember 1917 (GA 180)“. Das ist so, denn Christus wurde vorbereitet und hat dann die Menschennatur in den 33 Jahren (zusammen mit den ersten 30 Jahren) Seines Opfers und Seiner Tätigkeit vollkommen durchdrungen und transformiert, indem er den Samen der Auferstehung in die irdische (ätherische) Zeit hineinlegte. Aus diesem Grunde sagte Steiner: „Christus gab die (astralische) Zeit der Menschheit zurück. Wenn wir in der Zeit unserer vorherigen Existenz das Christus-Prinzip begreifen, beginnt für uns im Schoß des Vergänglichen das Unvergängliche, Unsterbliche zu reifen“. Der Samen der Auferstehung arbeitete rhythmisch und wuchs in Zyklen von 33 Jahren, indem er im Herzen der Zeit das wahre Christus-Wesen jeder menschlichen Handlung fand. Nach dem Ende des Kali Yuga steuert der Samen besonders eindrucksvoll den Kurs der Geschichte. Wie gesagt, fand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts das zweite Christus-Golgatha statt, als Christus die materialistischen Gedanken der Menschenwesen in Sich verarbeitet hat, die durch die Pforte des Todes gegangen waren. Aus diesem manichäischen Opfer entstand das Christus-Bewusstsein der Menschen im 20. und in den nächsten Jahrhunderten.
Aber der jüdische Anthroposoph Jesaiah Ben Aharon zog unsere Aufmerksamkeit auf die besonders wichtige Periode zwischen 1933 und 1945. In dieser zwölfjährigen Periode fand der Höhepunkt des zweiten Golgatha statt, als der Erlöser auch das uranfängliche menschliche böse Wesen verarbeitet hat. Aus diesem manichäischen Opfer wird sich in uns zukünftig eine höhere Kraft entfalten – die moralische Kraft und aufopfernde Liebe, die fähig sind, das Böse in das höchste Wohl umzuwandeln, wodurch wir Sein neues Gebot erfüllen werden. Sie werden sich an die Worte Steiners erinnern: „geistiger Forscher heute zu sein, ist größtenteils eine Frage des Mutes als der Intellektualität. Das ist in seinem Wesen etwas Moralisches, soweit wir dem moralischen Sündenfall entgegentreten müssen.“
1966-67 begann die erste erneuerte Wiederholung des Zyklus der 12 Jahre (alle 33 Jahre), die mit der Zeitspanne 1967-79 zusammenfiel, in der wir große soziale, ökologische, politische, kulturelle und geistige Umwandlungen beobachten konnten. 1979 war auch der erste 100jährige Zyklus Michaels (3×33 Jahre) zu Ende, danach folgten die großen Wandlungen, die Ende der 80er Jahre das Gesicht Europas wieder verändert haben.
Seit 1999-2000 begann die zweite erneuerte Wiederholung des 12-Jahre-Zyklus, die im „sakralen“ Jahr 2012 zu Ende sein wird. Dann wird auch die vierfache Wiederholung des 33-Jahre-Zyklus nach dem Anfang der michaelischen Zeit zu Ende sein. Die Ausstrahlung des versprochenen Heiligen Impulses fand in der genauen Zeit und am genauen Ort statt. Und in der verbleibenden Zeit bis 2012 ist das Begreifen der Geschehnisse im 20. und am Anfang des 21. Jahrhunderts fällig, damit der Kern der zukünftigen Gralsgemeinschaft um Christus gebildet werden kann. Nur sie wird in der Lage sein, dem Antichristen entgegenzutreten.
Ein Teil des Verständnisses ist das, was sich einst in der „Weißen Bruderschaft“ ereignete. 1926 beschlossen die Nachfolger des Meisters, aus der Bruderschaft eine Organisation zu machen und eine Satzung und Regeln in ihr Leben einzuführen. Als Antwort auf diesen menschlichen Wunsch sandte ihnen Beinsa Douno nur einen kurzen Brief:
„Wenn die Liebe herrscht, tritt keine Verwirrung ein
Wenn die Weisheit regiert, wird die Ordnung nicht lädiert.
Wenn die Wahrheit strahlt, blüht und reift die Frucht.“
Beinsa Douno gründete keine Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“, denn er wusste, wohin das führen würde. Er hatte auch gewarnt: „Wir werden aus der Lehre keine Kirche machen. Sollte jemand versuchen, eine Kirche zu begründen, werde ich sie zerstören. Wenn ihr aus meiner Lehre eine Religion macht, werde ich sie zerstören. Die Religion ist eine tote Schale, in die nur diejenigen Menschen eingehen, die nichts zu tun haben. Sie glauben an die Formen der Dinge“. Weiter sagte er: „Die Religion ist ein Menschenwerk, ein Sanatorium, ein Krankenhaus für Kranke. Der Religiöse ist wie ein Pferd, das an die Futterkrippe gebunden ist. Er kann sich nach vorn, hinten, links oder rechts nur so weit bewegen, wie das Seil es zulässt. Weiter als das Seil kommt er nicht. Schließlich sagt der religiöse Mensch – so ist das Schicksal. So ist das Schicksal des gebundenen Pferdes, nicht des freien“.

Als ein rein menschliches Werk hat die Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ ihre Rolle gespielt. Sie ist in dieser Form nicht mehr notwendig. Sie muss transformiert und durch die Anthroposophie durchchristet werden, denn sie entfernt sich immer weiter vom Christus-Boten Beinsa Douno, den sie durch einen „Lehrer“ Peter Danov ersetzt.
Im Unterschied zu den „Brüdern“ schuf Steiner die Anthroposophie als ein gemeinsames Werk von Menschen und Göttern und lud ihr Karma auf sich. Aber es blieb die Gefahr, dass sich die Gesellschaft in eine „Kirche“ verwandelt, die vor dem lebendigen Geist verschlossen bleibt. Zum großen Bedauern sehen wir diese Entwicklung eintreten.
Und während die Anthroposophische Gesellschaft im Westen entstand und das Weihnachtsmysterium von 1923 eine Bedeutung hauptsächlich für die westliche Welt hat, kam der Meister nach Bulgarien und die Bulgaren tragen die direkte Verantwortung für das Schicksal des durch ihn ausgestrahlten Impulses. „Wenn ich die Wahrheit rede, so mache ich das Im Namen Christi. Wehe denjenigen, die sich diesen Göttlichen Wahrheiten widersetzen“, sagte Beinsa mit donnernder Stimme. Heutzutage wird er in der gegenwärtigen „Weißen Bruderschaft“ vielfalls in den Mittelpunkt gestellt, während Christus abseits bleibt. „Die wichtige Frage ist, ob ihr den Christus an Seinen Platz gestellt habt. Ich habe euch nicht gesagt, dass ihr mich an den Platz Christi stellen sollt!“, sagte er mit noch mehr Nachdruck, um zu erläutern: „Ihr müsst in euch selbst sagen: wir sind die Schüler der Großen Weißen Weltbruderschaft, deren Kopf Christus ist. Heute rede ich über den lebendigen Christus, der durch Tausende Münder sprechen wird. Am Christus-Gedanken liegt das Positive und das Beständige in der gegenwärtigen Kultur, aus dem Christus-Gedanken wird die zukünftige Kultur entstehen. Das Christentum wird noch sein goldenes Jahrhundert erleben. Denkt ihr, dass Christus seine Lehre nicht in Gang setzen wird? Keine Kraft in der Welt, egal wie mächtig sie sein kann, ist in der Lage, der Christus-Kraft entgegenzuwirken. Ich sage: wenn die heutige Welt die Christus-Lehre nicht annimmt, wird es 100 Millionen gekreuzigte Christen geben. Könnt ihr das gut verstehen? Denn Christus kommt jetzt und es werden, so es gesagt worden ist, die Bücher des Lebens aufgetan und die Menschen werden gerichtet, ob sie in den Himmel kommen. Jedem wird das gegeben werden, wessen er würdig ist. Deshalb wendet sich Christus an euch und sagt: „Ihr habt einen Lehrer – Christus.“ Von euch allen möchte ich, dass ihr diesen Lehrer in Erinnerung behaltet, der vor 2000 Jahren kam, um eure Sünden zu sühnen, und dass ihr nach Ihm sucht!“ Und nach dieser Rede findet man „Brüder und Schwestern“ die wie Wahnsinnige behaupten, dass Beinsa Dounos Impuls „kein Christus-Impuls“ wäre!
Bedauernswert ist die Lage desjenigen, der keine Hauptidee hat. Er ist der totalen Verwesung und Fäulnis ausgeliefert, was den Verstand, das Herz und den Körper betrifft“, sagte Beinsa Douno ohne Wenn und Aber das Schicksal solcher Menschen vorher. Denn „es gibt keinen, der zwischen Gott und dem Menschen steht, außer Christus. Ihr müsst euch an Christus halten und Er wird euch führen. Seine Lehre ist die einzige, die die allgemeinmenschliche Idee und die Prinzipien der kommenden Kultur trägt, deshalb ist es von der unsichtbaren Welt vorgezeichnet, dass sie zur allgemeinmenschlichen Kultur wird. Christus hat vergessen, dass er vor 2000 Jahren gelitten hat, er erwähnt seine Leiden nicht, aber wenn er die heutige Menschheit sieht, keimt in Seiner Seele eine Trauer auf, dass diese Menschen, die 2000 Jahre nach Seiner Zeit auf Erden leben, Seine Erfahrungen nicht genutzt haben und noch nicht so leben können, wie es sein soll. Trauer sieht man auf Sein Gesicht, er ist nachdenklich, nicht besonders fröhlich“.
Diese Worte des Bodhisattva sind ein starker Vorwurf an die heutige Menschheit und konkret an die beiden „Essener“ –Gemeinschaften. Einzig die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse im 20. Jahrhundert wird das Gesicht des Erlösers aufhellen und den Weg zur künftigen allgemeinmenschlichen Kultur um Ihn eröffnen. Seinerzeit wandte Er sich an Petrus mit dem Aufruf „Folge mir nach!“ Ist jemand heute da, der Ihm folgen wird?!

 

Der Weg zum Ich – Teil 6

Der Durchbruch
Gegen Mitte Oktober 2000 versammelten sich in den Plenarsaal des Rathauses in Varna Vertreter verschiedener geistiger Strömungen, um die erste der sieben vorgesehenen Vorlesungen zu hören. Ich sprach über die Heilige Dreifaltigkeit. Die Zuhörer waren nicht nur vom Inhalt, sondern auch vom Ton und der Vortragsweise ergriffen. Bisher hatten sie noch kein „explodiertes“ Ich erlebt und wussten nicht, wie sie reagieren sollten, aber der erste Riss im Eis, das das geistige Erleben dauerhaft erfasst hatte, war da.
Manche „Autoritäten“ spürten die Gefahr sofort und sträubten sich. Mit geheuchelter Wut in der Stimme rief einer von ihnen aus: „Wie kann die Ameise über Gott sprechen?“ „Wer sich wie eine Ameise fühlt, wird sein Ameisen-Bewusstsein beibehalten“, reagierte ich blitzartig. „Er hat ein großes Ego, deshalb redet er so“, lautete die erste Verleumdung, die in den Gebrauch kam. Bis heute können solche Menschen zwischen dem Ich und dem Ego nicht unterscheiden, da ihnen eine ausgebildete Bewusstseinsseele fehlt. Was geschah eigentlich? Laut Steiner schulden wir heute die Manifestation unserer Bewusstseinsseele der Tatsache, dass wir in unserer wesentlichen Natur von einem höheren luziferischen Wesen erleuchtet werden, das im Begriffe ist, sein siebtes Hauptwesensglied (Prinzip) zu entwickeln. Ein solcher Mensch handelt mit Inspiration, indem er neue Wege einschlägt oder den Ton in einem Lebensbereich angibt. Auf diese Weise erhebt sich dieser Mensch prophetisch bis zu seinem fünften, sechsten und siebten Wesensglied. Diese werden wir in den nächsten drei Äonen bis zum Vulkan entwickeln müssen, nun bereiten wir sie lediglich vor bzw. streifen sie nur. Dank unserer Zusammenarbeit erhebt sich das luziferische Wesen auch in seiner Evolution, indem es in uns das Christus-Prinzip des Ich und die richtige Beziehung zum ganzen guten Kosmos findet. Das ist ein wahrer Segen für diese Wesenheit!
Die Menschen haben eine völlig falsche Einstellung zu Luzifer und seinen Scharen, die auf dem Feld der menschlichen Seele arbeiten. Vor zehn Jahren wurde mir zweimal „von oben“ verboten, über Luzifer vor spontan entstandenen Zuhörergruppen zu reden. In beiden Fällen wurde mein Kehlkopf auf identische Weise scheinbar verdreht, so dass ich keine einzige Silbe aussprechen konnte. Vom Standpunkt meiner Verstandesseele hatte ich vor zu sagen, dass er einen freien Willen hat und folglich selbst seinen Fall auf der alten Sonne verursacht hat. Ich war immer noch taub für die Warnung des Meisters: „Die Ursache für den Fall Luzifers bleibt für ewige Zeiten eines der größten Geheimnisse. Mit dem Bösen können sich nur die erhabenen Seelen befassen“. Es soll jeder wissen: sowohl die guten Götter, als auch die „dunklen“ Wesenheiten haben keinen freien Willen, sondern erfüllen gänzlich die Vorsehung Gottes. Ob „die Dunklen“ zerstörend oder erhebend auf uns wirken, hängt von uns selbst ab. „Keiner kann dich von außen verderben, wenn du es nicht willst. Das ist die große Freiheit, die dem Menschen durch den Ersten Anfang zur Verfügung gestellt wurde“, sagt der Meister überzeugt. Indem ich das gigantische Opfer Luzifers leugnete, mit dem die Einführung des Freiheitsprinzips in unseren Kosmos begann, war ich im Begriffe, ihm auch eine gigantische Schuld aufzuerlegen. Eines der vielen Mysterien, die Steiner enthüllte, lautet, dass durch die Tausende menschlichen Opfer im Namen Christi die Tat Luzifers seit dem 20. Jahrhundert bereits versühnt ist. Er erleuchtet den Weg jedes aufrichtigen Suchenden, der sich danach sehnt, die tiefsten kosmischen Christus-Geheimnisse zu erfahren. Aber wir wissen, dass das die Aufgabe des Heiligen Geistes ist, weshalb die Unwahrheit über die „Schuld“ Luzifers gegen den Pfingstgeist gerichtet wäre. Die Götter haben mich vor einer ernsthaften Sünde geschützt! Erst als ich den „Träger des Lichtes“ begriffen und ihn liebgewonnen hatte, wurde mir „von oben“ erlaubt, die Vorlesung „Luzifer und der Heilige Gral“ zu halten.
Aber bis dahin musste viel Wasser den Bach herunterließen. Nun war ich am Anfang, den das „Testament“ von J. J. Benítez stark beeinflusste. Durch seine untergeordnete Wesenheit führte mich Luzifer zum Finden des Kosmischen Christus als den eigentlichen Sohn aus der Trinität, damit das höhere Ich (das Geistselbst) einen immer breiteren Weg durch meine Bewusstseinsseele in der Periode zwischen dem 42. und 49. Lebensjahr bahnen konnte, die wieder zweigeteilt war: am Anfang kam die Botschaft vom Bodhisattva und in der Mitte wusste ich schon, dass Christus „der Sohn“ und „das Ich Gottes“ ist. So wie das erste Mal rief ich denselben Mann mit denselben Worten an: „Er ist es!“ Für die persönliche Wahrnehmung auch dieser Information brauchte er einige Jahre, aber das ist richtig, denn sogar Beinsa Douno und Steiner wollten nicht, dass wir bedingungslos mit allem einverstanden sind, was sie vortrugen, sondern wir sollten es „überprüfen“. Wie das möglich ist? Wenn wir beide Impulse immer gründlicher studieren, wenn wir dauernd Anstrengungen unternehmen, um mit wachem Bewusstsein das ganze geistige Leben des Zeitalters verfolgen und mit ihnen vergleichen, wenn wir unser Bewusstsein für die Anwesenheit Christi durch persönliche Vervollkommnung erweitern und uns gegenüber den ihm unterordneten Wesenheiten zwecks gemeinsamer Arbeit öffnen, werden sich diese unbedingt „melden“ und auf ihre Weise die Wahrhaftigkeit der Anthroposophie und der Worte Beinsa Dounos bestätigen. Aber das Erwähnte kann nur eine ausgebildete Bewusstseinsseele tun. Die Entgegennahme von „Nachrichten von oben“ mit einer Verstandesseele, ja sogar mit einer Empfindungsseele, kann zu enormen Entstellungen im Wiedererkennen der verschiedenen Impulse führen.
Diese Probleme wurden bei den Zuhörern der Vorlesungen deutlich sichtbar. Bereits bei der zweiten Vorlesung, die dem „Menschen“ gewidmet war, holte die Veranstalterin „Unterstützung“, um die Latte niedriger zu legen, den altbekannten geistigen „Nebel“ vorzuführen und eventuell mir den Mund zu verbieten. Aber das gelang nicht, sie wurde immer kläglicher auf dem Hintergrund der erhabenen Wahrheiten der Anthroposophie, die auf eine wesentlich erneuernde Art dargestellt wurden. Zum ersten Mal in ihrem Leben hörten die Anwesenden, dass der Mensch den Hauptplatz im Gottes Werk einnimmt, und dass zu ihm hoffnungsvoll und mit Interesse alle höheren Wesenheiten schauen. Steiner fasst dies folgendermaßen zusammen: Die Welt in ihrer Gesamtheit ist ein Rätsel und der Mensch in seiner Ganzheit ist die Lösung dieses Rätsels. Der Meister wird konkreter: „Die menschliche Seele ist der Schlüssel zum Verständnis des Universums“. Diese Botschaft bewegte manche Seelen und erfüllte sie mit Dankbarkeit, während die „Wissenden“ von Neid, Boshaftigkeit, Wut und Ablehnung ergriffen wurden.
Der Meister sagt: „Wenn man den Willen Gottes erfüllt, kämpft Gott für ihn. Wenn der Geist in den Menschen eindringt, wird er unbedingt zum Vorschein kommen. Es gibt keine Macht auf der Welt, die das verhindern kann, denn das ist der Wille Gottes. Damit ein Göttlicher Wunsch in Erfüllung geht, brechen alle Gesetze der Welt zusammen. Wenn man für ihn arbeitet, arbeiten alle für einen und man wird empfindlich für die Energien, die aus dem ganzen Weltall kommen.
„Wenn Gott zu dir spricht, werden sich alle um dich versammeln. Wenn eine Quelle erschlossen wird, gehen alle zu ihr.“ „Die Quelle“ finden aber nur die „geistlich Armen“. Nicht die Unkultivierten, Ungebildeten, wie gewöhnlich der Ausdruck ‚geistlich Arme’ verstanden wird, sondern die nach dem Geiste Lechzenden im gegenwärtigen Sinne. Der Meister sagte direkt, dass er Menschen braucht, die denken können. Leider wollten die Anwesenden nicht so sehr denken, sondern fühlen. Auf seelischer Ebene flammte der Funke des Ich auf, aber er bewirkte nur ein momentanes Feuerwerk, das sehr bald erlosch. Einzelne Zuhörer teilten mir mit, dass sie nach einer Vorlesung den Eindruck hatten, dass sie nicht auf den Boden treten, aber hinterher zog sie das Materielle wieder an sich. Es bleiben Spuren an ihren Seelen haften, aber mein Ziel ist es, dass das Ich des anderen mit dem Feuer der Christus-Liebe entzündet wird und nicht mehr „Brennholz“ von außen braucht, sondern den „Brennstoff“ vom Geist, von innen erhält. Ein solches Ich wird ebenfalls zum „Quell“ für andere „geistlich Arme“. Jeder muss allein seinen Weg zum Feuer zurücklegen, meine Rolle „katalysiert“ diesen Prozess nur. Schon am Anfang kamen einige „aufgeflammte“ Frauen mit der Bitte, dass ich zu einer Art Guru für sie werde. Doch nach Pfingsten kam an die Stelle des äußeren „Guru“ für immer die innere Führung des Christus. Wer Ihn aufrichtig sucht, wird Ihn nicht nur finden, sondern auch das begreifen, was Steiner über seine eigene Mission erst am Ende seines Lebens mitteilte:
„Ich möchte jeden Menschen
aus des Kosmos‘ Geist entzünden
dass er Flamme werde
und feurig seines Wesens Wesen entfalte.“
GA40 Wahrspruchworte (S.165)
Erst 2008 kam ich auf diese Zeilen, aber schon am Anfang meiner Mission wollte ich das Gleiche! Natürlich verlaufen das Finden des Christus und die Verwirklichung des „von oben“ Entworfenen verschiedenartig ab, aber jeder, der sich auf diesen Weg macht, stellt verwundert fest, dass ihm Ähnliches wie die Ereignisse aus der Zeitenwende passiert. Doch geschieht alles in einer gegenwärtigen Version und auf einer anderen Ebene, was die Richtigkeit der Entwicklung bestätigt. Beinsa Douno deutete ebenfalls an: „In jeder Seele und in jedem Herzen muss Christus geboren werden. Und wenn Christus für euch geboren wird, dann werden dort auch Herodes, Pilatus und der Hohepriester Kajaphas sein.“ Der Erlöser begegnete eigentlich zuerst Kajaphas, dann Pilatus, der Ihn zum Herodes schickte. Das geschah vor 2000 Jahren und was sagen uns die drei Eckfiguren heute?
Kajaphas ist in einer ahrimanisch schwarzen Robe gekleidet. Er symbolisiert die alte Geistigkeit, als Isis (die Himmlische Sophia) in einem „schwarzen Umhang verhüllt“ war und der Zugang zum Christus über sie eine Einweihung außerhalb des Leibes verlangte. Pilatus ist in einer weißen Toga gekleidet. Er symbolisiert den Anfang des Christentums, als Isis’ „Hülle“ nach dem Hierophantenruf Christi „Lazarus, komm raus!“ fiel und sie in einem weißen Kleid in der Gestalt von Jungfrau Sophia (der Gottesmutter) erschien. Maria ist das erste Menschenwesen, das vollkommen von den Kräften der Himmlischen Sophia durchzogen war und zwar während sie sich im Leib befand, d.h. ihr waches Tagesbewusstsein hatte. Jesus hatte sich auf den Weg zum Jordanfluss gemacht, um das makrokosmische Christus-Ich zu empfangen, und in diesem Augenblick führte uns seine „Mutter“ prophetisch durch ihre eigene Transformation bis zum physischen Leib nicht nur die Kraft der Weisheit Gottes vor, sondern auch die Wahrheit über die Kraft des Christus-Ich, das Einzig uns vom Fleisch freimachen kann. Das Christus-Ich wird das nach einigen Tausend Jahren tun, indem Es das Fleisch in Liebe verwandelt.
Herodes ist in einer roten luziferischen Toga gekleidet. Die Jungfrau Sophia trägt jetzt ein solches Gewand und führt uns zur Zukunft durch das immer tiefere Eindringen in das Christus-Mysterium. Heute symbolisiert „Kajaphas“ das Vater-Prinzip, d.h. die ganze vergangene Geistigkeit, die uns als Heidentum zum Stolpern bringt. Der Judaismus und der Islam, die Krishna-Anhänger, Buddhisten, Yogas u.dgl. – alle vertreten Kajaphas.
„Pilatus“ ist das „Sohnes-Prinzip“, aber so wie der römische Statthalter nicht begriff, wer vor ihm stand, so verloren auch die heutigen 3000 christlichen Konfessionen im Laufe der Zeit die Wahrheit über den Sohn, Der Sich ständig wandelt. Das heutige exoterische Christentum ist der „Pilatus“, denn es kennt nicht den Weg zum Himmelsreich. Mit ungesundem luziferischem Feuer sehnte sich Herodes danach, von Christus die Geheimnisse der Zukunft zu erfahren. Heute symbolisiert „Herodes“ das Prinzip des Heiligen Geistes und den erlösten Luzifer, die an der Begründung der zukünftigen einheitlichen „Religion“ der Menschheit arbeiten – dem esoterischen Christentum, dessen Vertreter Steiner und Beinsa Douno sind. Aber Luzifer kann sehr gefährlich sein, wenn wir nicht nach vorne durch den makrokosmischen Christus-Blick schauen, denn in diesem Fall werden wir unvermeidlich zu Gefangenen des Stolzes, Selbstgefallens und Egoismus. Deshalb warnte uns Beinsa Douno: „Heute möchte Christus alle Bruderschaften und Religionen der Welt vereinigen. Deshalb dürft ihr die Menschen nicht verurteilen, ohne die tiefen Ursachen zu kennen. Die Christus-Lehre möchte aus allen Völkern ein Volk machen, das eigentlich bereits existiert. Das ist das Volk Gottes, das aus Menschen mit einem hohen Göttlichen Bewusstsein besteht.“ Als der Meister zu Bojan Boev über das zukünftige einheitliche Glaubensbekenntnis des Menschentums sprach, meinte er nicht nur seine eigene Lehre. Als Rudolf Steiner der Welt die Anthroposophie vortrug, wusste er, dass sie nur ein Werkzeug zur Gestaltung der Zukunft ist. Die einheitliche „Religion“ wird das Ergebnis der Transformation der gesamten vorhandenen Geistigkeit der Erde in Christo sein, wobei jeder seinen Beitrag leisten wird, denn es geht nichts verloren, sondern ändert nur seine Form und wird als Neues geboren. „Kajaphas“ und „Pilatus“ werden in Christo „sterben“, um in den Heiligen Geist aufzuerstehen. „Siehe, ich mache alles neu!“ heißt es in der Offenbarung des Johannes (21:5). Dieses „alles“ schließt auch die anderen beiden großen Sphären der menschlichen Tätigkeit ein – die Wissenschaft und die Kunst, die auch durchchristet werden müssen, damit der Mensch des Geistes geboren wird, der Christus folgen will. Der Erlöser versprach deswegen: „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, also auch der Sohn macht lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand; sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben, auf daß sie alle den Sohn ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.(Johannes, 5:21-24).
Das 20. Jahrhundert war die Zeit der schicksalhaften Entscheidung, die im Satz widerspiegelt wird “Entweder ist man mit Christus oder gegen Ihn“. Denjenigen, die sich gegen Christus stellen, gelten mit besonderer Kraft die Worte Beinsa Dounos: „Wenn die Menschheit den Christus nicht freiwillig annimmt, wird die ganze Kultur durch das Feuer der Liebe gehen, aber sie wird gereinigt und erneuert werden.“ „Aber das ist Gewalt gegen unseren freien Willen“, riefen manche „spirituelle“ Menschen empört aus. Ja, aber ihr scheinbar „freier“ Wille arbeitet gegen die Evolution des Menschentums. „Die Menschheit steht vor der Wahl zwischen zwei Wegen: entweder tiefer in das Welt-Kamaloka (noch tiefer sogar als im Kali Yuga) herabzusteigen oder höher zum Anschauen der ätherischen Welt hinaufzugelangen, bestätigte Steiner. Wie soll der heutige religiöse Mensch sich zur Betrachtung des ätherischen Christus emporheben, wenn er keine Ahnung von den großen Boten Christi im 20. Jahrhundert und von den Impulsen hat, die über diese Boten herunterströmen? Jemand musste es ihnen direkt sagen. Schon am Anfang war mir klar, dass ich dabei war, in das tiefste Wasser hineinzuwaten – in das geistige Leben der Seelen. Und zwar mit der vom Meister klar formulierten Vorstellung: „Wenn die Gedanken und Wünsche des Menschen nicht durch Christus als das innere Zentrum des Menschenlebens gehen, gehen sie nie in Erfüllung. Egal, was man macht, es muss unumgänglich durch das Zentrum des Christus-Lebens hindurchgehen. Nur so werden die Gedanken, Gefühle und Handlungen die richtige Bewegungsrichtung bekommen. Heute befinden sich alle Menschen vor diesem Zentrum und fürchten sich, da durchzugehen. Warum? – Dieses Zentrum ist erhitzt.“ Die anthroposophischen Wahrheiten zeigen auf das Christus-Zentrum und wirken erschreckend auf diejenigen, die bequem in einer spirituellen Gemeinschaft dahinvegetieren. „Das Aussprechen der Wahrheit ist eine Operation ohne Betäubung“ – sagte der Meister bildhaft. Daher kommt Widerstand auf verschiedenen Stufen auf. Deshalb hatte uns Steiner gewarnt, „die menschliche Evolution bis zur Verkörperung des Antichristen außerordentlich aufmerksam zu beobachten, denn der Antichrist hat viele Helfer“. Nicht nur in der Wissenschaft und Kunst, wo sie mehr oder weniger leicht zu erkennen sind, sondern auch im religiösen Leben, obwohl dieses grundsätzlich mit dem luziferischen Prinzip assoziiert wird. Wir wissen von der Anthroposophie, und die Praxis hat es auch bestätigt, dass am Ende jedes Jahrtausends sich beide „Schalen der Waage“ zu einem gemeinsamen Angriff gegen die Menschheit vereinen und ihre Identifizierung durch den Menschen noch schwieriger machen. Und gerade in diesem Moment wurde der Heilige Impuls ausgestrahlt. Was stand mir wohl bevor?
Die dritte Vorlesung war den beiden Jesus-Kindern und dem Mysterium der Evangelien gewidmet. Es tauchte eine Frau auf, von der behauptet wurde, dass sie eine der früheren Ehefrauen Sergej Torops war, der sich selbst „Vissarion“ nannte. Einige Jahre später kam Torop selbst nach Bulgarien, um unverschämt in einem der meistgesehenen Fernsehsendungen zu behaupten, dass er Christus selbst wäre! Der ihm gegenübersitzende Theologie-Professor von der Universität Sofia schluckte hilflos, ohne überhaupt zu reagieren. Am nächsten Tag kam Torop „unverhofft“ nach Varna und in der Gegenwart von etwa hundert Zeugen schoss ich in sehr strengem Ton gegen ihn los: „Wie kannst du dich erdreisten, dich Christus zu nennen?! Lügst du absätzlich oder bist du wahnsinnig geworden?“ Es mischten sich auch andere Menschen ein, hauptsächlich evangelischer Konfession. Er wird bestimmt nie wieder nach Varna kommen.
Und im November 2000 erzählte jene Frau in typisch russischer Art ausführlich über irgendwelche verwickelten Erfahrungen, die nur sie selbst interessierten. Meine Opponenten bekräftigten sie, damit sie endlos weitererzählen konnte. Die Anwesenden wunderten sich, was passiert und warum ich nicht das Wort ergreife. Als ich sah, dass die Zeit der Vorlesung bald zu Ende ging, fragte ich laut, ob dieser Wortschwall ein Ende haben wird. Die Frau fühlte sich gekränkt und schwieg. Ich sprach über mein Thema, das alle erwarteten, aber dieser Auftritt war schwächer als die bisherigen. Ich hatte es mir hinter das Ohr geschrieben, dass ich mich trotz der Provokationen und des sichtbar unangemessenen Benehmens mancher Zuschauer beherrschen sollte.
In dieser Zeit kam ein weiterer bekannter bulgarischer „spiritueller Führer“. Vor etwa 200 Menschen sagte er neben zahlreichen Sinnlosigkeiten scheinbar zufällig: „Christus wurde nicht auf Golgatha gekreuzigt. Er starb eines natürlichen Todes und wurde im Himalaya begraben“. Ich wurde wütend! Ich stand auf und erklärte, dass nur ein Verrückter so etwas behaupten kann. In Wirklichkeit sprach Ahriman durch ihn, aber auch dieses Ereignis habe ich mir hinter das Ohr geschrieben. Im September 2008 führte mich das Schicksal wieder mit dem „Verrückten“ zusammen. Vor einigen Zeugen fragte ich ihn, ob er noch an seiner Behauptung festhalte, dass Christus kein Golgatha erlebt hat. „Ja, er wurde in Kashmir begraben“, lautete die schnelle Antwort. „Du musst deine Informationen aktualisieren“, empfahl ich ihm. Kurz davor hatte er nämlich den Finger gegen die Zuschauer im Raum mit der Warnung erhoben, „ihre Informationen zu aktualisieren“.
Eine der am schwierigsten zu entwickelnden Tugenden ist die Toleranz gegenüber den Unvollkommenheiten der anderen. Sie wird oft mit der Demut verwechselt, die nicht den Menschen, sondern der Vorsehung Gottes gelten sollte. Beinsa Douno sagt: „Und wenn ich über die Leiden Christi spreche, treten zwei erhabene Eigenschaften von Ihm in den Vordergrund – seine beispiellose Geduld und Seine Demut. Durch diese Eigenschaften konnte er alle Schmähungen, Beschimpfungen und Beleidigungen ertragen, die ihm die Menschen angetan haben. Vor all dem blieb Christus still, ruhig und unerschüttert, als ob nichts passiert wäre. Aus seinen Augen tropfte nicht mal eine Träne“. Der Erlöser erduldete den Hohn der Menschen, denn er blieb demütig vor dem Willen Gottes.

Aber das heißt nicht, dass wir aus falsch verstandener „Toleranz“ schweigen sollen, wenn öffentlich Schwachsinniges geredet wird. Steiner äußerte sich folgendermaßen dazu: “Der menschlichen Unzulänglichkeit gegenüber ist die Nachsicht unbegrenzt. Nur da, wo die geisteswissenschaftliche Substanz verfälscht und zerstört wird, da gibt es keine Nachsicht.» Hinter der Maske der Toleranz verstecken sich der Kleinmut und der Mangel an Unterscheidungsfähigkeit. Deshalb sagte Steiner vorher: „Der Geist wird nicht vernichtet werden, aber nur wenige Menschen werden künftig seine Träger sein.“
Nach der relativ schwächeren dritten Vorlesung, stand die den Mittelpunkt bildende vierte Vorlesung bevor, die ich wie „für eine Weltmeisterschaft“ vorbereitete. Das Datum war für den Tag vor Heiligabend bestimmt, aber das Thema lautete „Das Golgatha-Mysterium“. Zwei Tage früher wurden mir leichte Hindernisse „von oben“ angedeutet.
Tatsächlich kündigte die Veranstalterin gar nicht mich an, sondern erteilte das Wort an zwei „richtige Autoritäten“. Jeder murmelte jeweils 20 Minuten lang irgendwelche unbedeutenden Sätze vor sich hin. Die Menschen drehten sich erwartungsvoll um. Dann trat ich nach vorne und legte los. In der Mitte der Vorlesung schwenkte die Moderatorin eine Glocke und unterbrach mich mit dem Argument, dass es vielleicht Fragen zu den vorherigen Rednern haben könnte. Ich hatte soviel an Fahrt gewonnen, wer weiß was passiert wäre, wenn ich nicht die Warnung bekommen hatte … Ich behielt die volle Ruhe und wandte mich ans Publikum mit der Frage: „Den Rest weiß ich. Er ist in mir drin. Wollen Sie ihn hören?“ Natürlich wollten sie das! Es folgte etwas, was danach in der Periode der zwölf Heiligen Nächte von der Geburt Christi zu Epiphanie ununterbrochen durch meine Seele floss. Über die Reaktionen der Menschen will ich erst gar nicht reden!
Es ist wichtig zu wissen, dass die Vorlesungen an Werktagen nach Arbeitsschluss stattfanden, wenn man nirmalerweise müde ist. Ich besitze eine kräftige Stimme und benutze nie ein Mikrophon, denn die Stimme wird durch Ahriman verändert und hat somit eine schwächere Wirkung. Ich stehe auch hinter keinem Pult, der den direkten Kontakt mit dem Auditorium verhindert. Auch benutze ich keine Hilfsmittel – Computer, Aufnahmetechnik usw., die die wahre Kommunikation im Geiste verwaschen können. In jener übersinnlichen Schule in der Sonnensphäre hatte Michael gesagt: „Wenn ihr auf die Erde herabsteigt, müsst ihr die Menschen um euch sammeln, damit das, was wir hier vorbereitet haben, eine Wirkung hat, verkündet ihnen das Wesentliche mündlich und haltet nicht die „literarischen Wirkungen“, die in der Welt durch das gedruckte Buch erzeugt wurden, für das Wichtigste – arbeitet intim, direkt, von Mensch zu Mensch.“ Heute können wir hinzufügen: „Verlasst euch nicht auf die modernen technischen Einwirkungen, sondern verkehrt frei und direkt in Christo. Gerade Ihn fürchtet Ahriman, der laut Steiner „kalten Hass gegen alles empfindet, was als das wahrhaftig Geistige im Menschen aus der individuellen Freiheit entstehen wird“. Deshalb schuf Ahriman eine der Michaels Schule entgegengesetzte unterirdische Schule, die in derselben Zeit bestand und materialistische Impulse ausstrahlte, die nicht der Benutzung der individuellen Freiheit, sondern nur dem Bedienen des Egos dienten. Das verletzte das reine Funktionieren der Sinne und das Gefühl für die Wahrheit, die ab dem 20. Jahrhundert heruntersteigen musste und führte logischerweise zur Zerstörung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Menschen wurden zu Individuen, aber gleichzeitig bildeten sie eine Herde ohne Hirten. Die heutigen Kirchenführer sind keine Hirten, denn sie sind weit entfernt von jenen vom Geist erfüllten frühchristlichen Lehrern, die mit einem unserer Zeit unbekannten Enthusiasmus und mit glühendem Herzen zu den Menschen sprachen und ihnen das Geistige in der Natur zeigten, aus der Christus, der einzige Hirt, hervorgeht. Damals war das Wort lebendig und die Zuhörer lebten mit ihm. Indem sie zu den vom Gott vergeistigten Lehrern schauten, verließen sie ihren physischen Leib und nährten sich dem Astralischen, um das Wort zu spüren und zu erleben, ohne dem Zuhören an sich so viel Aufmerksamkeit zu schenken. Sie nährten sich dem Geistigen nicht in Begriffen und Ideen, wie es normalerweise heutzutage passiert, sondern in tiefem Erleben.
Seit dem 9. Bis 11. Jahrhundert begannen die Menschen immer mehr zu hören als zu erleben, denn es wirkte der Katechismus. Das Zeitalter der Bewusstseinsseele dämmerte auf. Im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts übertrug die erste Drei der Throne, Cherubim und Seraphim höchstpersönlich die Kosmische Intelligenz aus dem Gebiet der zweiten Drei – Herrschaften, Mächte, Urgewalten auf unseren Sinnes-Nerven-Organismus, d.h., auf den Kopf. Die geistigen „Regeln“, die das Leben der Götter oben bestimmten, wurden auf das physische Feld übertragen und sind zu seiner schöpferischen Kraft geworden, was uns aus Menschen des Herzens in Menschen der Vernunft verwandelte. Warum haben wir diese herausragende Gabe des Himmels erhalten?
Erzengel Michael regierte über die Kosmische Intelligenz vom tiefsten Altertum bis zur Zeitenwende, als er zusammen mit seinen Scharen von der Sonne aus das Große Mysterium unten beobachtete. Nachdem der Christus-Impuls auf dem Erdenplan geboren worden war, musste dessen Aufnahme durch die Menschheit graduell und in vollkommener Freiheit beginnen. Zu diesem Zweck „opferte“ Michael „das Gewand“ der Himmlischen Sophia, das als „goldener Regen“ auf die Erde zu fallen begann und die ersten Empfänger im 9. Jahrhundert erreichte, als die Empfindlichkeit für den Erlöser allmählich geringer wurde. Der Scholastiker Thomas von Aquin wusste im 13. Jahrhundert, dass die Scholastik der irdische Abdruck der von Michael früher gesteuerten Intelligenz ist und dass der ganze Kampf um mehr Klarheit über ihre Einströmung in die Menschheit bestand. Mit beneidenswerter Leidenschaft verteidigten die Scholastiker das geistige Christentum vor den ahrimanischen Angriffen der arabisch-maurerischen Gelehrten wie etwa Averroës in Spanien und Avicenna in Vorderasien, die die Pan-Intelligenz vertraten und sich gegen die Ansichten der persönlichen menschlichen Unsterblichkeit stellten. Nun aber war die Intelligenz unten und Michael wollte sie in seinem zukünftigen Zeitalter, das nach 1879 begann, vorfinden und in den menschlichen Herzen verwalten, indem er den Weg für Christus anbahnte, denn der Erlöser würde aus dem Herzen und der Seele des Menschen sprechen. Ja, aber im 15. Jahrhundert wurde die himmlische Gabe zu unserem Eigentum im Kopf und Verstand, wo sie sofort durch die ahrimanischen Horden angegriffen und gefangen genommen wurde, die diese in die materialistische Weltanschauung verwandelten. Die geistigen Regeln der Götter wurden transformiert in den Buchdruck, die Astronomie, Pädagogik, Medizin, das Schriftstellertum usw. Die alten Heiler der Seele wurden ersetzt durch Ärzte des Körpers, die Magier traten ihren Platz an die Astronomen ab und die eingeweihten Meister – an die heutige Lehrerschaft. In den vergangenen Zeiten gab es wenige Schriftsteller und ihre Werke erreichten einen eingeschränkten Kreis von vorbereiteten Seelen, ohne dass Ahriman die zu ihnen herabsteigende Intelligenz gefangen nehmen konnte. Die Evangelisten selbst schrieben ihre Werke durch die Inspiration übersinnlicher heller Wesenheiten, während heute der Satan durch zahlreiche Schriftsteller mit herabgedämpftem Bewusstsein „schreibt“, die eine Bücherflut auf die Welt ergießen.

Können jene frühchristlichen Meister auf die gleiche Art zu den heutigen Menschen mit ahrimanisierter Intelligenz sprechen? Natürlich nicht. Wie soll man über das Geistige, über Christus sprechen, so dass man „durch die Worte zum innere Erleben des Geistes“, d.h. der Wahrheit, kommt? Während im dritten oder vierten Jahrhundert das lebendige Wort mehr erlebt als gehört wurde, muss heute die Wahrheit gehört und erlebt werden, denn wir müssten kosmisch intelligent und frei in unserem Verstand werden. Damals wurde das Wort erlebt und zu uns wird man mit dem „Geist der Wahrheit“ sprechen – „dem höchsten Gipfel, der jemals gesehen werden wird.“ Der Meister Beinsa Douno sagte noch: „Erzengel Michael vertritt die Wahrheit, die durch den Menschen sprechen und überall das vernünftige Wort Gottes gehört wird“, d.h. die Wahrheit. Wann wird die Wahrheit zu sprechen beginnen? Steiner beantwortet diese Frage: „Nur wenn eine solche Geistigkeit, die durch die Anthroposophie fließen möchte, mit anderen geistigen Strömungen vereint wird, wird Michael jene Impulse finden, die ihn wieder mit der irdisch gewordenen Intelligenz vereinen werden, die ihm eigentlich gehört.“
Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die erste geistige Strömung, mit der sich die Anthroposophie vereinen muss, der Bodhisattva-Impuls ist. Wie sollen wir praktisch ihre Synthese vornehmen, so dass Michael wieder die Gabe findet, die durch uns hindurch gegangen ist, aber eigentlich ihm gehört? Nach seinem Sieg über Ahriman und dem Sufstieg in den yrang eines Arche ließ Michael über Steiner noch eine Himmelsgabe hinunterströmen – Anthropos-Sophia (die Weisheit über den Menschen). Warum war sie für die Menschen notwendig? Steiner erklärt das mit der Möglichkeit, die uns Michael gibt, die geistigen Welten durch unser Verständnis zu begreifen. Aber Michael inspiriert den Willen dafür, so Steiner. Wenn wir einerseits auf die für unsere Zeit typische Weise räumlich denken können, was mit der „ätherischen Zeit“ verbunden ist, und andererseits der Offenbarungen aus den geistigen Welten in der Form solcher Ideen-Gedanken gewahr werden, die uns zu geistigem Denken in der „astralischen“ Zeit erheben, dann haben wir in uns eine freie Geistigkeit ausgebildet und die neue Gabe Michaels als lebendiges Wesen entgegengenommen, das uns bewusst hilft, in die höheren Welten einzutreten. In seelischem Sinne spielt sich der Wille im Raum zwischen dem Ich und dem Astralleib ab, das Fühlen – zwischen dem Astral- und dem Ätherleib und das Denken – zwischen dem Ätherleib und dem physischen Leib. Wenn wir zur Peripherie unseres physischen Leibes gelangen, haben wir Sinnesempfindungen. Die Geisteswissenschaft besagt, dass wir im Denken wach sind, im Fühlen träumen und im Willen schlafen. Unser gegenwärtiges waches Seelenleben spielt sich hauptsächlich in der Ich-Sphäre ab, während alles andere, was wir erleben, abgeschwächt, gelähmt ist. Bis zum Ich dringen aber nur Schattengedanken vor, die mit unserem räumlichen Denken verbunden sind und vom Astralleib reflektiert werden, aber sie können den Astralleib so in Bewegung setzen, dass dieser seinerseits das Ich aktiviert und einen Handlungsimpuls auslöst, der die reale Liebe, d.h. das wahrhaftig Gute erzeugt. Wenn wir die anthroposophischen Wahrheiten mit unserem Denken annehmen, aber sie gleichzeitig nach innen zum Willen richten und diesen mit ihnen ausfüllen, so wird der Wille zur Peripherie des Denkens, was den Astralleib in Bewegung setzt und das Ich rettet und zum freien Schöpfer macht.

So wird das Denken selbst durch Michaels Kraft, die nach Kali Yuga in das Menschenbewusstsein einströmt, in reines Denken, in eine wirksame schöpferische Kraft transformiert durch die Verwandlung der „Weisheit über den Menschen“ (Anthropos—Sophia) in eine angewandte „Weisheit über den Menschen“.

Aber in unser Bewusstsein fließt noch eine weitere geistige Einwirkung ein, die uns erlaubt, nach 1933 die Ankunft Christi im Ätherischen wahrzunehmen. Diese Christus-Strömung sollen wir mit der Strömung Michaels vereinigen und zum wahren Erleben des Geistselbst als eine Christus-Offenbarung unter den neuen Bedingungen kommen. Warum ist die Rolle des Bodhisattva hierfür entscheidend?

Heute liegen zwei Wege vor uns – der rosenkreuzerische und der manichäische. In ihrer inneren Natur sind sie eng verwandt und können mit den beiden Schlangen verglichen werden, die sich um den Merkurstab winden. Alle Hauptelemente des einen können beim anderen gefunden werden und umgekehrt. Der Unterschied zwischen ihnen besteht eher in den unterschiedlichen inneren Akzenten und auch in ihrem Ausgangspunkt. Die oben beschriebene Umwandlung des Denkens ist dem rosenkreuzerischen Willensweg zum Pfingstgeist näher, bei dem seit den ersten Schritten der Willensimpuls der Erkenntnis angelegt wird, das aus dem Studium, einer imaginativen, inspirativen, intuitiven Erkenntnisstufe usw. besteht. Wenn wir aber die entgegengesetzte Metamorphose vornehmen und den wirkenden Willen mit der Ruhe und Beständigkeit des Denkens als sein Zentrum durchdringen, so wird der Wille vollkommen gedacht, d.h. vernünftig und man kann die erwähnten Taten (Gutes) aus Liebe erledigen. Beinsa Douno bestimmt „den bewussten Willen als die höchste Erscheinungsform im Menschenleben“. Die zweite Umwandlung steht dem manichäischen gedanklichen Weg zum Geist näher und erlaubt, durch das Gewahrwerden der Willensimpulse unmittelbar an die Schaffung der von Leben erfüllten äußeren Form der Gesellschaft heranzugehen, in der die neuen Christus-Offenbarungen aufgenommen werden sollen. Wie Steiner erläutert, geht es hier nicht um das innere Leben, im Sinne der Erkenntnis, sondern um Bemühungen, die mit den äußeren Lebensformen verbunden sind. Typisch für den Manichäismus sind die Brüdergemeinden, Brüderlager und okkulten Tänze in der Natur, das gemeinsame Mittagessen usw. Jeder wird im Bodhisattva-Impuls die Christus-Liebe wiedererkennen, das Moralische, den Manichäismus, der nach Steiner „wichtiger als das Rosenkreuzertum“ ist. Das Rosenkreuzertum gibt uns die Liebe zur Freiheit im Denken und die Freiheit kann nur im Willen gefunden werden. Sie werden sich an die Worte Beinsa Dounos erinnern, dass „die wahre Freiheit im Willen des Menschen ist“, denn dort wirkt gegenwärtig das Wort – die Christus-Wahrheit (der Christus-Impuls), der darauf wartet, von uns gefunden und erlebt zu werden als Kosmische Ich-Liebe, als Freiheit zu Liebe. So entstehen und kreuzen sich die rosenkreuzerische Liebe zur Freiheit und die manichäische Freiheit zur Liebe im menschlichen Willen, wo sie die Erkenntnis- und Moralgrundlagen unseres Lebens in der jetzigen und nächsten Evolutionsstufe formieren. Die Grundlage heißt „Bewusstseinsseele“ oder „Menschensohn“, die gleichzeitig eine Seelenblume und ein geistiger Samen ist, durch die der Geist unsere drei Leiber transformiert und dem Ich die Möglichkeit gibt, sich als das freie Selbst zu erleben. „Der göttliche Plan über die Welt besteht darin, dass das Ich so selbständig wird, dass es in vollständiger Freiheit seine Liebe dem Gott selbst überreicht“, sagte uns Steiner. Zu diesem Zweck muss der Mensch durch eine Einweihung (Initiation) gehen, wozu er die Stufen hinauf durch seine Lehrer geleitet wird – im Altertum durch „die Schlange“ symbolisiert. Ursprünglich erfolgte die Einweihung im Trancezustand durch die Befreiung des astralischen und eines Teils der Ätherleibes des Neophiten und ihr Eintauchen in den Ozean der Weisheit, der als „Mahadeva“ oder „Osiris’ Welt“ bekannt ist. Das ist der alte Gedankenweg zum Christus, der in der geistigen Aura der Sonne gesucht und gefunden werden kann. Wir können ihn auch den Yogaweg finden.

In der Finsternis der Mysterien wurde die vor der Außenwelt geheim gehaltene Einweihung unternommen, die ans hellste Tageslicht durch Christus selbst herauskam, der historisch und symbolhaft die Einweihung der ganzen Menschheit unternahm im Maß des Seelengefühls. Er begann mit der Fußwaschung und kam zur Himmelfahrt. In der Einweihung der göttlichen Liebe auf dem Kreuz erfolgte die Opferbringung des Ich im Namen aller Menschen. Diese spezifische christliche Einweihung hatte eine solche Kraft, dass sie in den nächsten Jahrhunderten in jeden, der sie befolgte, bis zum physischen Leib reichte, und zum Auftreten von Wunden (Stigmen) und durchdringende Schmerzen führte. Alle Tiefen des Gefühls wurden erweckt. Tausende Menschen strebten begeistert diese neue Einweihung an, indem sie ihrem Blut – dem physischen Ausdruck des Ich – erlaubten, als Liebe im Namen der Menschheit hervorzuströmen. Ein solcher Akt erfordert einen lange andauernden Rückzug und ist unter den gegenwärtigen Bedingungen kaum zu erreichen, aber die Wellen der Begeisterung in den vergangenen Jahrhunderten erfüllten ihre Aufgabe und machten die Menschen reif für die Einweihung des Willens, was das heutige Gebot Christi ist. Während wir die alte Einweihung den „Vater“ nennen können und die christliche – den „Sohn“, so ist die „Kreuzung“ des Manichäismus und des Rosenkreuzertums im Willen die Einweihung des „Heiligen Geistes“, bei dem die senkrechte Linie im „Merkurstab“ den Fortschritt zeigt, den das Ich auf dem Weg der Wahrheit gemacht hat. Die erste Frucht des Geistes der Wahrheit im Willen ist die kosmische Liebe, d.h. die erlöste kosmische Intelligenz als Ergebnis der „im Ich neugeborenen Weisheit“ – die „neugeborene“ Anthroposophie. Ja, der Mensch ist jene hervorragende Bühne, auf der nach der Bestimmung Gottes beide Strömungen der Kräfte Michaels und Christi und beide Himmelsgaben – die Anthroposophie und die Kosmische Intelligenz sich begegnen und vereinigen sollen. Sind wir bereit, dies zu vollziehen?
Die geistigen Anforderungen der heutigen Zeit und der Zustand des geistigen Lebens wurden am 23.05. 2009 publikumswirksam nahe der Herberge in der historischen Gegend „Reiter von Madara“ vorgeführt, wo jedes Jahr um diese Zeit das Fest der Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ stattfindet. Nach einer umfangreichen Vorlesung des nicht unbekannten Harrie Salmans, die uns über eine baldige Veröffentlichung in einer anthroposophischen Zeitschrift informierte, die die Beziehungen der Anthroposophie zu Beinsa Douno behandeln sollte, bat ich den Moderator darum, einen kurzen Kommentar aus zwei Sätzen zu machen. In diesen sollte die Wahrheit über den „Nebel“ im heutigen geistigen Leben aufgedeckt werden, der klar mit dem vernebelten Bewusstsein der Jünger Christi zwischen Himmelfahrt und Pfingsten zusammenhing. In dieser Periode des Jahres fand auch das besagte Fest statt. Es folgte eine Absage, denn die Leitung der „Bruderschaft“ hat starke Angst vor der Wahrheit. Ein anderer Vortragender ergriff sofort das Wort, aber bald wurden die Zuhörer von einer leichten Verwirrung erfasst: aus einer kleinen Öffnung in einer nahen Steinmauer begannen zwei Schlangen nacheinander ihre Köpfe herauszustrecken. Einige der Anwesenden traten zurück, andere näherten sich neugierig der Mauer und machten Bilder und Videos mit ihren Telefonen. Die Schlangen kamen in das Loch zurück, um etwas später wieder auf die Erde herauszukriechen, wo sie ein Liebesspiel begannen, das Stunden lang dauerte. Jemand wird sagen, dass nichts Besonderes passiert war, da die Schlangen um diese Zeit des Jahres sich üblicherweise paaren. Aber jedes Jahr um diese Zeit gibt es Vorlesungen an diesem Ort, an dem so eine „Aufführung“ noch nie stattgefunden hat. Die Zuschauer begannen sich zu fragen, was die Geister dadurch uns sagen wollten.
Halb scherzhaft, halb ernst sagte ich dem Moderator: „Ich durfte meine zwei Sätze nicht aussprechen und die zwei Schlangen tauchten sofort auf.“ Er murmelte rechtfertigend etwas vor sich hin und ich wandte mich an einige der Anwesenden und sagte zu ihnen: „Im Altertum symbolisierte die Schlange die Einweihung, durch die der Neophit weit vom Tageslicht die Weisheit erlangte. Die alte Weisheit wurde in Christo in Liebe transformiert. Wenn wir heute in unserem Ich die beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts vereinigen, wird die in uns angehäufte Weisheit neugeboren und wir werden von der Verzweiflung der Himmelfahrt zur Liebe des Pfingstfestes übergehen, die uns die beiden Schlangen durch ihr Liebesspiel offen, im klaren Tageslicht vor allen vorführten. Den Mitgliedern der „Weißen Bruderschaft“ fehlt die Weisheit, d.h. die Anthroposophie, und deshalb können sie die kosmische Intelligenz nicht erlösen und die Christus-Liebe finden. Die Liebe ist das Ergebnis der im Ich neugeborenen Weisheit!“ Nach diesen Worten bestätigte die geistige Welt durch den mir am nächsten stehenden Menschen die Richtigkeit dieser Behauptung auf eine besondere Weise, die am Ende der Erörterung erwähnt werden soll.
Nun wollen wir zu der im Willen geborenen Liebe zurückkehren, von wo sie sich zu unserem ursprünglichen ätherischen Herzen erhebt, das aber gewissermaßen transformiert wurde in ein „vernünftiges“ Herz (nach der Bezeichnung Beinsa Dounos) oder ein „denkendes“ Herz (wie Steiner sagt). „Wenn man ein vernünftiges Herz hat, kann Christus kommen und darin leben“, hatte der Meister gesagt. Aus dem „vernünftigen“ Herzen spricht Christus als „vernünftiges Wort Gottes“ heraus, d.h. als Wahrheit. Dort kann Michael regieren und die erlöste und in Liebe verwandelte kosmische Intelligenz mit dem vereinigten Strom des menschlichen und ätherisierten Christus-Blutes zum Kopf erheben und zu einem Teil der Ewigkeit machen. Der beschriebene Prozess stellt das wahre Erleben des Mysteriums des Heiligen Grals in unserer Zeit dar, das uns zu einer persönlichen Begegnung mit dem Ätherischen Christus führt, denn wir haben Ihn sowohl in der Seele als Wort (das weibliche Prinzip) als auch im Kosmos als Wahrheit und Geist (das männliche Prinzip) begriffen.
Damit wir tatsächlich in die geistige Welt hineintreten und dem Ätherischen Christus begegnen, müssen wir schon unten im Willen die Bewusstseinsseele in eine imaginative verwandeln. Das bedeutet, dass das höhere intellektuelle Denken in freies imaginatives, bildhaftes Denken zu transformieren ist. Die Worte Beinsa Dounos, die zahlreiche Bilder enthalten, machen überhaupt keinen Eindruck auf den Philosophen oder den theoretischen Wissenschaftler, denn diese sind gewohnt, in toten Schemas, Definitionen oder Thesen zu denken. Doch sind seine Worte unschätzbare Helfer bei der oben erwähnten Transformation. Die Anthroposophen, die enttäuscht Beinsa Douno ablehnen, weil er ihnen angeblich „einfach“ und „elementar“ klingt, begehen einen großen Fehler. Dadurch entbehren sie die lebendigen Imaginationen in seinen Worten – den Christus-Worten -, welche die anthroposophischen Wahrheiten nicht nur auf eine unnachahmliche Art veranschaulichen und beleben, sondern auch jene geistige Nahrung darstellen, ohne die unser Ätherleib dem Austrocknen und Sterben geweiht und das Erleben des Gralsmysteriums unmöglich ist.

Die Vorträge des Meisters sind nur auf den ersten Blick „chaotisch“ , aber eigentlich stellen sie vor das Bewusstsein jedes Menschen eine konkrete esoterische Aufgabe zur Lösung, die von Christus über den „Sprecher“ des Heiligen Geistes – des Bodhisattva, – hinuntergesandt wurde. Traut sich jemand zu behaupten, dass Christus und der Heilige Geist chaotisch sind?!
Der aufmerksame Leser mag einverstanden sein und trotzdem fragen, wo in dieser Aussage die Antwort auf die früher gestellte Frage ist: Wie heute zu den Menschen über das Geistige, über Christus, über die Wahrheit gesprochen werden soll? Die Wahrheit ist ja ein Geist und durch das Aussprechen durch ein Wort wird der Geist bereits „gefesselt“, geradezu „getötet“, bevor er in die Seele des anderen eingezogen und ein inneres Erleben hervorgerufen hat. Wie soll also der göttliche Geist als Wahrheit und Gedanke in das Wort herabsteigen, um allmählich „das Fleisch in Wort“ zu verwandeln? In welcher Sprache sollen wir diese bemerkenswerte Metamorphose vornehmen, die im zukünftigen Maitreya-Buddha in etwa 2500 Jahren ihren Höhepunkt erreichen wird?

Die wichtigste Sprache der fünften Kulturepoche ist die deutsche Sprache. Es ist dieser Sprache eigen, dass der Gedanke nicht an das Wort gebunden ist, sondern für sich selbst lebt. Dieses reine Denken, das für die anderen etwas Abstraktes darstellt, führt den Deutschen zu einem höchsten Erlebnis, wenn er es im lebendigen Sinne begreift. Nicht zufällig gab das deutsche Volk der Welt Komponisten wie Wagner und Philosophen wie Fichte, Schelling und Hegel, die von den anderen Völkern unverstanden blieben, weil sie nicht in ihrem wahren Sinne übersetzt werden können. Die Anthroposophie, deren Grundlage das reine Denken bildet, kam ebenfalls durch das deutsche Volk.

Aber die Evolution verlangt, dass der Gedanke in rechter Weise an das Wort gekoppelt wird. Zum Beispiel drückt der englische Volkstumscharakter auf den Gedanken, der unter dem Wort ist, so dass der Gedanke beim Durchdringen des Wortes einen Ausdruck außerhalb des Wortes sucht. Das Geistige wird bis zu einem gewissen Grade materialisiert, was zum Verständnis nicht des allgemein Menschlichen, sondern nur des aus dem Volkstumscharakter Erfolgenden (aus dem eigenen Erzengel) führt. Deshalb wird in England so viel Wert auf die Tradition gelegt und das Englische ist ausgesprochen geeignet, um technische Dokumentationen zu verfassen, was die heutige Zivilisation Ahrimans charakterisiert. Da ist die Sprache Ahrimans, die Sprache des Materialismus!
Über das amerikanisches Surrogat der englischen Sprache, das Beinsa Douno „vereinfachtes Englisch“ nennt, können wir sagen, dass es aus den Amerikanern Menschen gemacht hat, die die Absicht der anderen Völker, sich auf ihre Weise zu entwickeln, überhaupt nicht verstehen. Logischerweise nähren sie dann mit all ihren Handlungen das Monster des Globalismus in all seinen Aspekten.
Der slawische Volkstumscharakter schiebt laut Steiners Aussage den Gedanken zurück ins Innere. Dort ist das Wort vom Gedanken getrennt und schwebt wie von ihm abgeteilt. Die Zukunft gehört dem Slawentum und im Slawentum müssen wir die Möglichkeit einer richtigen Synthese zwischen Gedanke und Wort im Menschen suchen. Die große Gefahr bei den slawischen Sprachen besteht darin, den Gedanken durch das persönliche (Innere) einzufärben, was den Geist (die Wahrheit) verunreinigt und die reine Synthese unmöglich macht. In der Wahrheit existiert keine Demokratie, d.h. eine persönliche Meinung. „Über die höheren Wahrheiten gilt nur eine Meinung“, stellte Steiner fest.
Und trotzdem gibt es eine Sprache, in der Gott den Menschen heute und in der zukünftigen sechsten slawischen Kulturepoche sprechen kann – das Bulgarische. Der Bodhisattva sagte: „Die bulgarische Sprache ist die genaueste Sprache, in die die okkulten Gesetze und das Wort Gottes übertragen werden können, denn das bulgarische Volk ist das älteste auf Erden“. Indem die vergeistigte und teilweise sogar rücksichtslos wirkende Redeweise des Bodhisattva auf eine richtige Weise die okkulten Gesetze (den Gedanken) und das Wort (die Worte) verband, wurde eine sußergewöhnliche Wirkung auf die Seelen der ihn Umgebenden erreicht. In dieser Redeweise waren der deutsche Idealismus des Gedankens und das Reichtum der bulgarischen Sprache präsent, so dass eine Sprachbrücke zwischen der fünften und sechsten Kulturepoche geschlage werden konnte. Nach seinem Wegscheiden fragte einmal Rudolf Steiner übersinnlich mit Staunen und Verwunderung Beinsa Douno: „Meister, wie können Sie so majestätische Sachen mit so einfachen Worten benennen?!“

Natürlich ist die Sprache an sich keine Garantie für das Erreichen der gewünschten Synthese. Und obwohl es in der Wahrheit keine Demokratie gibt, spricht der Geist, wenn er sich meldet, bei jedem auf eine individuelle Art. Wie soll man dann die Einfärbung durch das Persönliche vermeiden? Das Einzige, womit der Geist eingefärbt werden darf, ist das Opfer unseres eigenen Ich im Christus-Ich. Die oft zitierten Worte „nicht ich, sondern Christus in mir“ sind der Schlüssel zur Evolution, zum Opfer und zur Liebe. Die Frucht des Opfers ist die Liebe, die von Christus kommt, Der in unserer Seele wirkt. Der Heilige Geist bringt die Liebe und kann sie sogar in den Willen der Mitmenschen eingießen, ohne ihre Freiheit zu verletzen.
Von Anfang an versuchte ich, auf das Ich der anderen, auf „das Allerheiligste“ des Menschen, auf die einzig rechtmäßige Art durch die Vermittlung des Heiligen Geistes und im Namen Christi zu wirken, Der den Mittelpunkt und das Ziel darstellt. Ich habe das immer betont schlagkräftig, ja sogar rücksichtslos gemacht, denn die luziferisch-ahrimanische „Eisschicht“ war dick. Mir gegenüber standen die heutigen Menschen des Verstandes, aber nicht viele besaßen einen auf solche Schläge dermaßen vorbereiteten Verstand, durch den das Gehörte auf die richtige Weise zu ihrem Willen kommen konnte. Die wenigen anwesenden Anthroposophen freuten sich einigermaßen am Geschehenden, aber sie begriffen auch nicht in der Tiefe, dass hier der von Steiner versprochene Höhepunkt der Anthroposophie begonnen hatte, der in den nächsten sieben Jahren durch die Synthese mit dem Bodhisattva als der „Heilige Impuls“ ausgestrahlt werden sollte. Anfang 2004 teilte mir einer der aktivsten und ehrlichsten bulgarischen Anthroposophen in Sofia mit: „Neulich hatte ich eine Imagination, dass die Anthroposophie aus Bulgarien erneuert sein wird“. Er ahnte auch nicht die bereits stattfindende Erneuerung, denn „der Prophet im eigenen Land ist nichts wert“. Besonders wenn er „der Sohn des Tischlers“ ist. Aber die Anthroposophen konnten keine Alternative bieten. Wenn ich zurückschaue, stelle ich fest, dass ich außer oberflächlicher Konfrontation, die dem Ego entstammt, kein einziges wesentliches Argument gegen das Dargestellte gehört habe, was seine Richtigkeit praktisch beweist. Ich habe mehrmals öffentlich erklärt, dass ich bereit bin, mit Dankbarkeit den fortschrittlicheren geistigen Impuls aufzunehmen, der eventuell aufkommen sollte. Aber ich weiß: es wird kein Impuls erscheinen! Sind Sie der Meinung, dass der anthroposophische Impuls und der Bodhisattva-Impuls verstanden, gelernt und angewendet worden sind? Oder ihre Synthese? Beinsa Douno sagte seinerzeit vorher: „Ich habe die Welt mit meiner Rede gesättigt und die Welt kann ihr nicht entlaufen.“ Die beiden Großen des 20. Jahrhunderts hinterließen ein umfangreiches Schaffen, an dem man nicht vorbeikommen kann, aber wir werden kaum in den nächsten Jahrhunderten solches geistiges „Manna“ erleben. Wie kann man das Eigene aufbauen, wenn man sich auf dieses Manna nicht stützen kann? Wir können uns an die Warnung Rudolf Steiners erinnern, dass die Menschheit aus Faulheit im Denken und Fühlen den Bach heruntergeht. Mitglieder der „Weißen Bruderschaft“ haben mir ihre Faulheit zugegeben, die Anthroposophie zu studieren und die Anthroposophen erwarten, dass der Bodhisattva zu ihnen wie Steiner spricht. Sie können in seinen Reden den Atem aus der Welt der Vorsehung einfach nicht spüren.
Es stimmt zwar, dass die Seelen unterschiedlich sind, aber die Unterschiede können die Faulheit nicht rechtfertigen. B. Douno verwies auf das Vorhandensein einer trägen, faulen Natur des Menschen, die uns sehr leicht mitreißen kann. Die mehrmalige Wiederholung der gleichen Rituale tötet die Evolution und verhärtet das geistige Leben, verwandelt dieses in ein Dogma. Als der Heilige Petrus die tatsächliche Lage unten sah, enthüllte er mir bei jener Begegnung noch etwas: „Pass auf, wie du zu den Menschen sprichst, denn du kannst sie kaputtmachen!“ Er zeigte mir dies sogar anschaulich. Wenn ich „380 Volt“ Strom einschalte und die Seelen mir gegenüber nur „36 Volt“ aushalten können, werden sie „brechen“. Die Kombination von immenser Information und einer großen Darstellungskraft verstört die Menschen und macht ihnen Angst, aber es ist gut zu wissen, woher die Angst kommt. Steiner gibt die Antwort: „Das verstärkte Streben nach Erkenntnis vertieft das geistige Leben und erreicht die Gebiete, wo der Stolz, die Selbstgefälligkeit, der Mangel an Mitleid usw. lauern. Ein schwächeres Streben nach Erkenntnis tritt nur unwesentlich in diese Gebiete ein und lässt sie in den Tiefen der Seele schlummern. Aber ein tatkräftiges Erkenntnisleben weckt sie aus dem Schlummer. Und hier muss der Mensch mit der Entwicklung des Edelmuts, der Reinheit der Gefühle gegensteuern. Die Entwicklung des Strebens nach Erkenntnis und seine gleichzeitige Kombination mit dem Willen zur Selbstdisziplin ist einzig für die Menschheit würdig.“ Aber „wer den Erkenntnisimpuls schlummern lässt, damit er die hässlichen Gefühle nicht weckt, versäumt es, den ganzen Umfang des wahren Menschen in sich zu entwickeln, indem er instinktive Angst vor der Erkenntnis hat.“
Als sie sich in der Vorlesung „Gottes Risiko“ wiederfand, die ich 2004 in einem Reiki-Club in Sofia gehalten habe, stöhnte die dortige „Meisterin“: „Aber das ist sehr schwer.“ Ja, die Beleuchtung der höchsten Wahrheiten im Christus-Licht wirkt sowohl inspirierend und erhebend als auch Angst einflößend, denn man ahnt unbewusst wie immens der Unterscheid zwischen der eigenen niederen Natur und der unermesslichen Größe des Erlösers ist. Das Böse in uns wird durch den „kleinen Hüter der Schwelle“ zur Astralwelt verkörpert und ohne die tatsächliche Begegnung mit diesem Wesen würde es und schwerfallen, wachsam und gefahrlos auf dem Weg zu sein. Das Erlebnis ist furchtbar, denn der „Hüter“ strahlt eine bedrohliche, erstarrende und zerstörerische Macht aus, die den Willen geradezu lähmt. Ich weiß nicht, wie es mir gelang, aber ich habe doch den Halt im Ich gefunden, um dem „Hüter“ „eins auszuwischen“. Da die Begegnung astralisch ist, ging der Schlag durch ihn durch. In demselben Augenblick stellte ich überzeugt und verwundert fest, dass ich auf mich selbst eingehauen hatte. Seitdem habe ich keine Illusionen bezüglich meines eigenen Fortschrittes.
Jeder Mensch besitzt eine solche niedere Natur, die er selbst erschaffen hat. B. Douno erinnerte uns an die „sieben Elemente, die die modernen Menschen verderben und zerstören: Stolz, Zorn, Wollust, Faulheit, Geiz, Neid und Unersättlichkeit“. Er sagte entschieden: „Solange es nur ein Laster gibt, kann der Mensch nicht nach dem Großen reichen – den Gottestempel in sich selbst aufzubauen.“ Wir dürfen den „Hüter“, d.h. die zerstörerischen Elemente nicht angreifen, sondern in Tugenden transformieren, denn nach der Definition des Meisters ist der Mensch „die Summe aller Tugenden“. Christus vollzieht diese Transformation. Der Weg zu Ihm ist ein persönlicher, aber das wahre Erleben des Christus-Impulses, d.h. die Herausbildung der Tugenden geschieht unter den Menschen, denn seit Pfingsten ist Christus das Gruppen-Ich der Menschheit. Es war ein Segen des Schicksals bzw. des Karma, dass dieses Erleben durch die besagte Synthese zwischen Beinsa Douno und Rudolf Steiner in Form von öffentlichen Vorträgen vor sich ging. Steiner hatte nämlich unmissverständlich erklärt: „Das Mitteilen der Wahrheiten, das Vortragen der Wahrheiten ist jetzt die wichtigste Hilfe für den Menschen und seine Evolution.“ Es gab auch zahlreiche Kontakte, intensive persönliche Gespräche und dringende geistige Nothilfe.
Dieses Leben in der Synthese in Christo führt zu verschiedenen positiven Wirkungen auf den Praktizierenden. So konnte zum Beispiel von den Zuhörern nicht unbemerkt bleiben, dass sie anderthalb Stunden lang eine bedeutende Menge an Informationen hörten, die logisch zusammenhängend einen Mittelpunkt hatten, wobei ich auf keine gedruckten Blätter schaute. „Der hat ein starkes Gedächtnis“, versuchten einige den seltsamen Umstand zu schmälern und zu erklären. Was ist die Wahrheit?
Die Fähigkeit sich zu erinnern wurzelt im Ätherleib. Unser übliches Erdengedächtnis ist eher an den Lichtäther und nur teilweise an den Wärmeäther gebunden und unser höheres Gedächtnis hängt mit den zwei höheren Äthertypen zusammen, die „Baum des Lebens“ heißen. Der Zugang zu ihnen wurde uns nach dem Sündenfall verwehrt und erst mit der Inkarnation der nathanischen Seele in Jesus aus dem Lukas-Evangelium wieder erlaubt. Folglich ist das höhere Gedächtnis mit unserer Kindesnatur, unserer „Paradiesnatur“ und das irdische Gedächtnis – mit unserer „Erwachsenennatur“ verbunden, die abgenutzt ist. Aus der zweiten geht jene „Weisheit“ hervor, die ein Kind des nackten Intellektes ist. Der Intellekt selbst ist mit den Lichtbewegungen in unserem Ätherleib verbunden, die von den ahrimanischen Kräften verdunkelt wurden, weshalb die endlosen Anstrengungen der heutigen weltlichen „Schlauköpfe“, die Dinge zu erklären, völlig fruchtlos sind. „Ich nenne das Göttliche das „jungfräuliche Leben“ – etwas, was zum ersten Mal in Erscheinung tritt. Dagegen ist alles, was viele Male wiederholt wird, menschlich“, erklärt es der Meister. Wenn der Mensch bei vollem Bewusstsein seine Gedächtnisfähigkeit mit den Christus-Kräften durchdringt und für die eigene Herkunft aus dem Paradies erwacht, erhellt er von Anfang an den von Ahriman verdunkelten Lichtteil seines Ätherleibes, was in Zukunft auch mit dem Wärmeteil geschehen wird. Das normale Gedächtnis wird vom höheren Gedächtnis durchdringt, was zum unermesslichen Anwachsen der Gedächtnismöglichkeiten führt. Etwas Ähnliches erlebten die Anwesenden bei den Vorlesungen, aber sie konnten nicht begreifen, wie das erreicht wurde. Dieser Prozess ist möglich, wenn das Ich „explodiert“, die Seele für ihre Herkunft aus dem Paradies erwacht und danach das Christus-Bewusstsein zum ersten Mal in unserer paradiesischen Natur aufleben und unsere Gedächtnismöglichkeiten transformieren kann. Noch etwas: im Unterschied zum Lebens- und Tonäther, die eine zentripetale Tendenz haben, d.h. hauptsächlich der Aufnahme der geistigen Impulse aus dem Makrokosmos dienen, besitzt der Lichtäther eine zentrifugale Tendenz und deshalb ist er veranlagt, die geistigen Gedanken nach außen, in den Makrokosmos zu tragen, wo sie im Astrallicht „abgedruckt“ werden und dieses umwandeln. Wenn wir uns an den höchsten Aspekt des Erlösers in der Welt der Vorsehung wenden, so sehen wir dort den Inhalt des Christus-Bewusstseins als aus Ihm ausgehenden Heiligen Geist. Im Umkreis der Erde wirkt der Heilige Geist im Astrallicht, das gewissermaßen das Astralgedächtnis (die Akasha-Chronik) des Kosmos ist. Nur zur Information ist die wahre Akasha-Chronik im höheren Devachan abgebildet, jedoch entsteht sie auf einer noch höheren Stufe. Auf dem Astralplan befindet sich ihre halbwahre Widerspiegelung, die zu großen Verirrungen unter Wunderheilern (sog. “Extrasens-Heilern“), „Mystikern“, „Schülern“,„Adepten“, „Meistern“ und anderen „fortgeschrittenen“ geistig Suchenden führt, die die Grenze zur übersinnlichen Welt ohne die notwendige moralische Vorbereitung überwinden wollen.
Nach dem ersten Golgatha und der Auferstehung des Erlösers „lebte“ Sein Bewusstsein in der nathanischen Seele als Astrallicht, das mit dem Heiligen Geist erfüllt ist. Paulus hat dieses Licht gesehen und war einige Tage lang „blind“. Als Ergebnis des zweiten Golgatha erlosch das Christus-Bewusstsein in der nathanischen Seele, denn das Astrallicht wurde zum Ätherischen „verdichtet“. Das Bewusstsein des Erlösers erstand diesmal im Lichtäther der menschlichen Ätherleiber auf, womit zum ersten Mal ermöglicht wurde, dass der Impuls des Heiligen Geistes bis zu unseren Ätherleibern eindringt. Wenn wir Diesem die Gedanken der Geisteswissenschaft und die Offenbarungen des Bodhisattva anbieten, befruchten wir nicht nur unser irdisches Gedächtnis mit dem Kosmischen, sondern unser Ätherleib selbst wird vom Heiligen Geist, d.h. vom Christus-Bewusstsein vergeistigt. Dabei verwandelt sich unser Ätherleib nach Steiners Formulierung in einen „Lichtleib“. Und das Licht ist Liebe. Mit diesem Lichtleib können wir zum neuen Hellsehen kommen und das ätherische Bild Christi sehen. Das im Laufe der Zeit erloschene atlantische Gedächtnis wird auf einer viel höheren Stufe wieder erlangt – auf der Bewusstseinsebene -, damit wir in den zukünftigen Epochen die ganze kosmisch-irdische Bedeutung des Golgatha-Mysteriums begreifen, bei dem die Liebe in ihrem ganzen Umfang in Erscheinung trat.
Neben der Verwirrung wegen meiner Gedächtnismöglichkeiten „kroch“ eine neue Anschuldigung „hervor“: „Er hat vor allem Gehirn, aber er strahlt keine Liebe aus“. Dieses „Argument“ habe ich immer von Menschen wie die erwähnten „fortgeschrittenen Suchenden“ gehört. Das Erstarken meines Gedächtnisses spricht für das Gegenteil, aber wie sollen sie das mit ihren luziferisch vernebelten Sinnesempfindungen und mit dem grundsätzlich ahrimanisierten Intellekt begreifen, die unkontrolliert durch das fehlende „Zentrum“ der Waage durchgelassen werden. Die rechte „Schale“ – die ahrimanischen Kräfte -, streben danach, nicht nur den Lichtäther zu verdunkeln, sondern auch ihre Macht sogar auf den Ton- und Lebensäther auszubreiten, die zur Grundlage des entstellten Hellsehens werden sollen. Dieses Hellsehen würde die richtige Begegnung mit der ätherischen Ankunft des Zentrums – Christus – und Sein Aufgehen in der Menschenseele als die innere Sonne verhindern. Das, was während der Sonnenfinsternis 1999 versäumt wurde, steht in direkter Beziehung zur angegebenen Gefahr und wird mit Sicherheit langfristige tragische Folgen haben. Aus diesem Grund hat Beinsa Douno bereits 1916 vor das Bevorstehende gewarnt, indem er eines der stärksten und mit michaelischer Erhabenheit erfüllten Gleichnisse aus den Evangelien benutzte: „Dieses Jahrhundert entspricht jenen Zeiten, von denen im Gleichnis vom Hochzeitsmahl und den eingeladenen Gästen, die nicht kamen, die Rede ist“. Trotz des Unverständnisses und des Widerstandes feierte ich meine „Hochzeit“ weiter, damit das vom neuen Zeitgeist Versprochene in Erfüllung gehen konnte.

Anfang des 3. Jahrtausends, also Mitte 2001, sprach ich über die Auferstehung und die neuen christlichen Mysterien. Symbolhaft haben wir das stürmische, einen Wendepunkt bildende 20. Jahrhundert hinter uns gelassen mit einem Blick, der auf die Zukunft durch die Augen der neuen Mysterien gerichtet ist! Mit einer „geistigen Autorität“ führte ich eine fruchtlose Debatte, ob das neue Jahrtausend im Jahr 2000 oder 2001 beginnt. Er behauptete das Erstere, weil ja auch die ganze Menschheit über den Anfang des „Millenniums“ wegen gewinnsüchtiger Ziele betrogen wurde.

Nach der Vorlesung über das Golgatha-Mysterium gab es niemanden mehr, der mich aufhalten konnte, außer meiner eigenen Makel. Ende Januar stand die symbolhaft unter Nummer 6 gesetzte Vorlesung über das Böse bevor – „Der Mensch zwischen Luzifer und Ahriman“. Aber es fingen die Astralangriffe auf meinen mittleren Teil an. Aus der Anthroposophie ist uns bekannt, dass der Mensch dreigliedrig ist und aus dem Nerven-Sinnes-System, dem rhythmischen und dem Stoffwechsel-Gliedmaßensystem besteht (Menschenkopf, Menschenbrust und Stoffwechsel-Gliedmaßen-Mensch). Der mittlere Teil ist mit dem Prinzip des Sohnes verbunden und dort wurde ich angegriffen, denn ich musste die Frage in Seinem Licht erörtern. Jedes Organ meldete sich und verursachte Schmerzen. Ich habe praktisch begriffen, wie kompliziert ich aufgebaut bin. Ich musste dringend mein Gleichgewicht finden, denn es konnte etwas passieren – der Teufel und der Satan mögen es nicht, wenn man „an ihrem Schwanz zieht“. Wie konnte ich ihnen den Geist entgegenstellen, der große Spannung im Menschen erzeugt, wenn er auf seinem Weg auf Hindernisse trifft, die durch die eigenen Mängel verursacht worden sind?

Ich habe es geschafft, durch den Willen die inneren “Teufelchen” zu bezwingen. Als die Zeit der Vorlesung kam, war ich auf die Herausforderung vorbereitet. Ich reagierte ruhig auf die zu erwartenden Provokationen, außerdem wurde mir „von oben“ die Möglichkeit zugesichert, lange genug zu reden. Nach der erhebenden Wirkung der vorherigen Vorlesung kam die kalte Dusche des Bösen. Es gab Zuhörer, die geradezu entsetzt über das Gehörte waren und dachten, ich wäre zum Vermittler der Widersacher geworden.
Das Geheimnis des Bösen ist eines der sieben lebenswichtigen, namenlosen, unaussprechlichen Geheimnisse, über die früher nur in den okkulten Bruderschaften gesprochen wurde. Heutzutage ist es möglich, auch exoterisch darüber zu reden, aber in einer angemessenen Art und durch die geeigneten Menschen. Das Umgehen dieser Frage ist ein Kennzeichen für Schwäche und Inadäquatheit gegenüber den heutigen geistigen Gegebenheiten und Aufgaben. Von dort oben, von der Sphäre der Vorsehung kann Christus „jedes Übel zum Arbeiten einspannen, indem er es in Gutes verwandelt“. Das ist Sein neues Gebot an die Menschheit, das uns der Bodhisattva verkündete, der auch fähig ist, eine solche große Transformation vorzunehmen. Das wurde erst dann möglich, nachdem er die Prüfungen bestanden hatte, die er in folgender persönlicher Offenbarung beschreibt: „Ich war in beiden Logen, in der Weißen und in der Schwarzen. Mich kann keiner ausnutzen. Ich kenne die Gesetze und die Regeln der einen wie der anderen Loge, ich kenne auch die Folgen, ich kenne alles aus eigener Erfahrung“. Steiner sagte nicht zufällig, dass „derjenige stärker ist, der Macht über das Böse hat“ und der Meister versicherte uns: „Solange ihr zum Teufel nicht geht, werdet ihr auch nicht zu Gott kommen. Der Teufel nimmt an der Beratung bei Gott teil. Früher zogen sich die Heiligen in die Wälder zurück, die heutigen Heiligen müssen in den Städten leben“. In der Wüste, im Wald oder im Kloster ist man nicht sonderlich nützlich, weder für sich selbst noch für die Menschen oder die Götter. „Dort kann man nicht eingeweiht werden“, setzte der Meister hinter die alte Einweihung den Schlusspunkt.
„Die Schlacht von Harmagedon“ ist im Gange. Die Offenbarung des Johannes nennt den Kampfplatz des Krieges gegen die Dämonisierung des Menschentums „Harmagedon“, d.h. „den Berg der Schwelle“. Wer wird aus sich selbst heraus den richtigen Weg zum Überwinden der Schwelle zu den geistigen Welten finden, wenn nicht die heutigen Heiligen des Christus (die Lichtträger)? Wer wird das Licht im Tunnel für die dämonisierte Menschheit sein, wenn nicht dieselben Lichtträger? Wer wird sein Leben dafür opfern, um die Christus-Prinzipien in der Großstadt-Kloake zu verteidigen?

„Aber woher sollen wir die Kraft nehmen, um mit dem Bösen fertig zu werden im Sinne des besprochenen neuen Christus-Gebotes“, wird jeder Suchende fragen. Die Kraft nehmen wir vom zweiten Golgatha, das – wie bereits hervorgehoben – die menschliche Seele mit vollkommen neuen Kräften beschenkt hat, ohne die die Seele vor dem kolossalen Anwachsen der Prüfungen in den nächsten Jahrhunderten und Jahrtausenden kapitulieren würde. Deshalb sprach der Meister nach dem Mysterium von 1936 den rätselhaften Satz aus „Das war mehr als ein Golgatha!“ Im oben erwähnten Sinne war das ein Golgatha. Aber das kosmische Ereignis, das vor mehr als 2000 Jahren auf dem ätherischen Mittelpunkt der Erde stattgefunden hat, wird für ewige Zeiten das Hauptmysterium im Kosmos bleiben und uns das Hauptbeispiel und eine nicht austrocknende Kraftquelle sein, mit der wir Schöpfung vollständig vergeistigt und zum Vatergott zurückgebracht haben werden. Die wahre Kraft entsteht durch das Leiden – das ideell-mystische, physische usw. Leiden. Mit den unheimlich bewegenden Worten „Christus ging durch solche Leiden, als sei das Universum zusammengebrochen“ deutete Beinsa Douno dasjenige an, was er uns durch sich selbst in 2500 Jahren zeigen wird. Er sagte: „Wenn Christus den bitteren Kelch nicht ausgetrunken hätte, wäre der Welt jegliches Wohl genommen worden“.

Wir Menschen waren so niederträchtig, dass wir das erhabenste Wesen kreuzigten, das jemals auf die Erde gekommen war. Deshalb müssen wir alles ertragen, was auf uns zukommt, obwohl der Golgatha-Tod der Inhalt des Christentums selbst, unser Schicksal und unsere rettende Zukunft ist. Steiner warnte uns: „Wenn jemand eine Neigung zum Golgatha-Mysterium, ein Interesse dafür hat, fließt in seinen Ätherleib der Inhalt der “Apokalypse“ ein. Die Ereignisse, von denen in der Apokalypse die Rede ist, werden stattfinden. Aber wie sie vor sich gehen, ob im Sinne der von den Göttern vorgesehenen Evolution oder gegenteilig, ist eine andere Frage“. Und wenn sie gegenteilig verlaufen?!

Die Warnung Steiners gilt der ganzen Menschheit, aber sie klingt für das neue gotterwählte Volk – das Bulgarische – in einer neuen Art. Das jüdische Volk hat die Liebe Gottes abgelehnt und Ihn gekreuzigt. Das bulgarische Volk hat den Boten der Liebe nicht gekreuzigt, aber mit Schmähungen überschüttet und schikaniert. Er wurde sogar verprügelt. Die direkten Ausführer wurden sofort in die geistige Welt zurückgerufen, aber das Volkskarma häufte sich an. Die Juden zahlen ihr Karma immer noch ab, denn Christus lud die objektive Seite der menschlichen Sünden auf Sich und rettete dadurch das Wesen der Erde vor dem Tod. Aber die subjektive Seite bezahlt jeder persönlich und kollektiv ab. Dem Christus-Beispiel folgend, übernahm der Bodhisattva 9/10 des subjektiven Karma der Bulgaren mit der Begründung „dass sie so die Prüfungen leichter bestehen, ohne eine große Katastrophe zu erleben“. Wenn die große Zahl der Menschen, die den Repressionen des bolschewistischen Regimes ausgesetzt waren, eine kleine Katastrophe ist, möchte man nicht wissen, was die „große“ Katastrophe ohne sein Opfer gewesen wäre? Und das geschah im Volk, das dem Bodhisattva nach mit der Aufgabe betraut worden war, „der Menschheit das größte Ideal – die Liebe“ darzubringen, die „die Welt harmonisieren wird“.
Wie bereits erwähnt, wurde die Liebe in den vergangenen zwei Jahrtausenden in ihren drei niedrigeren Stufen praktiziert, die wir ‚Form-Herz‘ (Wurzeln), ‚Inhalt-Seele‘ (Zweige) und ‚Sinn-Verstand‘ (Blüten) nennen können. Beinsa Douno zufolge erhoben sich nur die Genies und die Heiligen, die sich für eine göttliche Sache opferten, zum „Sinn“. Aber sie konnten auch nicht die Liebe als Prinzip-Geist (Frucht) erreichen, denn „die Frucht“ wird nur von einem vollkommen freien Ich erreicht. Aus verschiedenen Gründen, von denen einige bereits genannt wurden, bekommt das Ich die Möglichkeit der vollkommenen Freiheit erst nach Ende des Kali Yuga. Haben wir aber nach dem „Prinzip“ gesucht, d.h. nach der Wahrheit, damit sie über die Weisheit zur Seele als Wort herabsteigen und auf dem Erdenplan erscheinen kann? Beinsa Douno sagt, dass der Weg der Weisheit der schwierigste ist, denn er ist „der Weg der Lehrer“.
„Aber dann bleibt die Wahrheit unerreichbar hoch!“, würde jeder normale geistig Suchemde ausrufen. Wann können wir eigentlich wissen, dass wir von der Wahrheit berührt worden sind? „Wenn sie in dich hineinkommt, wird sie deinen Verstand erhellen, Frieden in dein Herz bringen und deinem Körper Kraft und Gesundheit verleihen“, antwortet der Meister. Wenn wir in unserem Leben solche Momente erlebt haben, haben wir also den Frieden Christi berührt, „der nicht von dieser Welt ist“, aber diese Welt vollkommen durchdringen und verwandeln wird. Beinsa Douno sagte vorher, dass „eines Tages der Weltfrieden in Sofia unterzeichnet werden wird“, das bedeutet, dass auf die Wahrheit das Siegel der Weisheit (der Himmlischen Sophia) gesetzt werden wird. Die Hauptstadt Bulgariens heißt Sofia. Ist unser Volk aber weise, um der Welt die Wahrheit darzubieten? „Wenn es sein muss, bleiben 300000 Bulgaren übrig, aber sie werden das erledigen, was Gott ihnen vorherbestimmt hat“, fasste es B. Douno zusammen und erklärte: „Israel“ ist derjenige, der das Paradies verlässt, und „Bulgare“ – derjenige, der ins Paradies kommt. Zuerst wart ihr ‚Israel‘, ihr habt das Paradies verlassen, dann werdet ihr Bulgaren, ihre werdet ins Paradies kommen. So werden die Widersprüche versöhnt.“
Wo sind diese „Bulgaren“, diese „Ich-Menschen des Geistes“? Eines der Ziele der im Jahre 2000 angefangenen Werkes der Darbietung „des höchsten Ideals“ besteht darin, diese zu finden, damit das von Gott Vorgesehene vollständig erledigt wird. Viele werden sagen: „Das ist eine dem Misserfolg geweihte Sache. Siehst du nicht, in welchem katastrophalen Zustand sich das geistige Leben in Bulgarien und der Welt befindet, es fehlt ihm die klare Auseinanderhaltung und es ist mit zu viel Heidentum vermischt?“ Hat Christus nicht das Gleiche erlebt, als Er kam? Als Beinsa Douno sich inkorporierte, hat er auch gewusst, dass die Bulgaren „das härteste Element“ sind. Aber sie haben ihren Anteil an der Arbeit für Gott erledigt. Der Meister beleuchtete auch diese Frage: „Es gibt drei Phasen der Menschentätigkeit – Leiden, Mühe und Arbeit. Das Leiden fällt den Tieren zu, die Mühe – den Menschen und die Arbeit – den Engeln. Die Mühe wird aus einer Verpflichtung heraus unternommen und sie gilt dem Lebensunterhalt, in der Arbeit gibt es Freude und man ist seines Karma entledigt. Die Arbeit wird aus Liebe erledigt. Es gibt nichts Schöneres als die Arbeit für Gott“. Sie ist es gerade, die den neuen Typ des freien Karma prägt – das Karma des Heiligen Geistes, des Menschen, der „Bulgare“ ist.
Die siebte Vorlesung hatte das Thema „Das Mysterium der Bulgaren“ und damit endete die erste Etappe des angefangenen Werkes im Namen Gottes, die man als den „Durchbruch“ bestimmen kann. Als „Dankbarkeit“ wandten sich die Veranstalter mit einem schriftlichen Aufruf an die Anwesenden, in dem sie fast alles von mir Vorgetragene verleumdeten und leugneten. Wie es bei uns heißt, „Wer Gutes tut, bleibt nie unbestraft.“ Steiner beruhigt uns, indem er erklärt, dass der wahre Fortschritt nicht vom Erfolg kommt, sondern von der Liebe zur Arbeit. Das, was wir im Geist mitteilen und erledigen wollen, kann nicht erschüttert werden, unabhängig davon, wie chaotisch alles aussieht – am Ende wird sich zeigen, dass es das Richtige ist“. Beinsa Douno fügte hinzu: „Es ist leicht, ein Volk materiell zu erheben, aber dieses Volk geistig zu erheben – das ist die schwierige Arbeit“. Die heute gelegte Grundlage wird den nächsten Jahrtausenden dienen und Steiner wies darauf hin, dass wir nur die Vorbereiter der Vorbereiter der sechsten Kulturepoche sind, die auch die „Kultur des vernünftigen Herzens“ genannt wird. Und da die Fortschritte bei der Ausbildung des neuen Organs zur Aufnahme der Wahrheit bisher bescheiden sind, ist nicht mit schnellen Ergebnissen zu rechnen. Es ist wichtig, dass die Arbeit im richtigen Augenblick und am richtigen Ort erledigt wird. Dann ist jeder frei zu entscheiden, ob er die Wahrheiten annimmt oder sie ablehnt, ob er beide Impulse studieren oder mehr das „geistige Miteinander“ bevorzugen wird, ob er zum Schüler Christi wird oder beim Antichristen bleibt? „Keiner kann die Seele von ihrem Weg abwenden“, erklärte der Meister zuversichtlich und nannte das Unterscheidungskriterium hierfür: „Die erste Eigenschaft der Liebe ist der große Durst nach dem Studium. Derjenige, der liebt, möchte Weisheit erlangen. Möchte er das nicht, dann hat er keine Liebe“. Von der Heiligen Schrift wissen wir, dass in den letzten Zeiten die Liebe erkalten wird, denn die Menschen verstehen den Erlöser nicht, der seit dem Pfingsttag der Zeitenwende in unseren Seelen lebt. „Die Seele ist das Paradies des Menschen“, formulierte Beinsa Douno und gerade zu diesem Paradies versuchte ich während des ganzen Vorlesungszyklus, das Bewusstsein der Anwesenden zu richten. Aber ich erhielt die Vorwürfe, dass das Vorgetragene „zu wissenschaftlich, zu kompliziert ist“, die nur als Rechtfertigung für die Unwissenheit und heuchlerische Geistigkeit dienen, in denen manche lieber leben. Laut Steiner ist das Gehirn das physische Instrument des Denkens. Der ganze Körper ist so aufgebaut, dass er im Organ des Geistes, also im Gehirn, seinen Höhepunkt findet. Das Gehirn ist die leibliche Grundlage des denkenden Geistes. Manche sind geneigt, das Denken herabzusetzen und das „innere Gefühlsleben, das Empfinden“ höher zu stellen. Diese Menschen haben Angst, dass sie ihre Gefühle durch einen klaren Gedanken abstumpfen können. Sie haben recht nur im Hinblick auf den gewöhnlichen Gedanken, der nur vom Standpunkt des Pragmatismus aus gültig ist. Aber für das Denken, das zu den höheren Gebieten der Existenz führt, trifft das nicht zu. Es gibt kein Gefühl und keine Begeisterung, die mit der Wärme, Schönheit und Erhabenheit verglichen werden können, die in uns die reinen, kristallklaren Gedanken wecken, die sich auf die höheren Welten beziehen. Die erhabensten Gefühle sind nicht diejenigen, die „von sich aus“ entstehen, sondern diejenigen, die wir durch die energische Denkarbeit erlangen“. Jedem, der die Wahrheit des Christus fürchtet, und „Bitterkeit“ aus ihr empfindet, gilt das Urteil, das der Meister fällte: „Furchtbar ist die Lage desjenigen, der in seiner Entwicklung zurückgeblieben ist, er gerät unter das Gesetz der absoluten Einschränkung.“
Aber das Werk musste fortgesetzt werden. Und es wurde fortgesetzt!

 

Der Weg zum Ich – Teil 5

Der Heilige Impuls
Nach dem Aushändigen des Bodhisattva-Schlüssels begann der Geist, die Situationen mit hohem Tempo aneinanderzureihen. Im September rief mich die Frau an, die das Lager bei Varna in den vergangenen Jahren organisiert hatte, und fragte: „Am Weinberg der „ Weißen Bruderschaft“ ging es in Gesprächen um zwei Jesus-Kinder. Weißt du etwas davon?“ „Nicht nur weiß ich etwas davon, sondern ich kenne auch diejenigen, die darüber etwas erzählen können, erwiderte ich sofort. “Gut, wollen wir einen Vorlesungszyklus veranstalten? Ich werde ihn im Namen des Izgrev-Zentrums organisieren, sagte sie mir. „Einverstanden, aber wenn ich die Vortragenden bestimmen darf“, lautete meine einzige Bedingung für die Verwirklichung dieser Idee.
Und so versammelten wir uns zu fünft an einem Septemberabend im Restaurant, das den Ahrimanismus symbolisiert – „McDonalds“. Es kamen die Veranstalterin, derjenige Mann, der Beinsa Douno über die Anthroposophie verstand, eine junge Frau, die ebenfalls beide Impulse kannte, meine Frau und ich. Es wurde auch derjenige eingeladen, der mich auf die Geisteswissenschaft brachte, aber er kam nicht. Die Veranstalterin teilte mit Tränen in den Augen ihre Enttäuschung mit, dass das Lager nicht mehr stattfinden konnte. Ich wies sie auf die Ursache hin: das Miteinander im Namen des einigen Gottes ist fruchtlos und zum Scheitern verurteilt, wenn es nicht vorher zur Vereinigung der Seelen um Christus kommt. Bis heute kann sie nicht verstehen, was ich ihr gesagt habe, aber immerhin begannen wir zusammen mit den guten Geistern unsere Besprechung und formulierten mit deren spürbaren Hilfe sieben Themen: von der Heiligen Trinität über das Wesen des Menschen, die Christus-Mysterien und das Böse zu den Bulgaren und ihrer Mission. Ich bot an, die erste und letzte Vorlesung zu halten, der „weiße Bruder“ und die junge Frau konnten sich die restlichen Themen aussuchen. Beide lehnten es unter verschiedenen Vorwänden ab. Offensichtlich spürten sie, dass sie auf diese Prüfung nicht vorbereitet waren. Es wurde beschlossen, dass ich alle sieben Vorlesungen übernehme. Um es direkt zu sagen: ich wusste innerlich, dass ich allein reden kann und muss, aber ich habe den anderen einen Teil der Arbeit angeboten, denn ich wollte, dass wir ein gemeinsames Werk im Namen Christi auf die Beine stellen. In den nachfolgenden Jahren versuchte ich in einer oder anderen Form dieses Prinzip anzuwenden, aber ich traf meistens auf unvorbereitete Menschen. Ich blieb also der alleinige Vortragende. Die Vorlesungsreihe sollte Mitte Oktober beginnen, aber ich konnte nicht genug Zeit zur Vorbereitung aufbringen. Die äußeren Aufgaben bestimmten meinen Alltag. Ich musste das Tempo drosseln und mich auf das Geistige konzentrieren. Und in diesem Moment wurde „von oben“ die Zecke geschickt. Eine, die ihr Gift in den Körper abgibt und verschwindet, aber der Betroffene weiß nicht, dass er sterben kann. Ich hatte einen Pickel in der Leistengegend bemerkt, der größer wurde, jedoch beachtete ich ihn nicht sonderlich. Erst als meine Muskeln und Knochen langsam steif wurden, habe ich meine Temperatur gemessen. Nachdem ich das Ergebnis gesehen habe, bin ich zu meiner Hausärztin gegangen. Ich zeigte ihr den Pickel. „Wie lange hast du ihn?“, fragte sie besorgt. „Schon lange“, antwortete ich sorglos. „Geh sofort in die Abteilung für Infektionskrankheiten des Bezirkskrankenhauses!“- ordnete sie an. Ich kannte die dortige Stationsschwester, die ohne Umschweife feststellte: „Wärest du noch zwei oder drei Tage später gekommen, hätten wir dir jetzt schon die Totenmesse bestellen können. Nimm die Antibiotika, zehn Tage Bettruhe und lass dir die Leber untersuchen, denn beim Marseille-Fieber zerfällt sie in der Inkubationszeit. Hoffentlich ist es nicht zu spät!“ Ich habe nur in den ersten zwei oder drei Tagen ein paar Tabletten genommen, die die Krankheit stoppten. In der Poliklinik hat man mir eine Blutprobe genommen und als meine Hausärztin den Befund sah, rief sie verwundert aus: „Das kann nicht wahr sein! Wieso bist du noch am Leben?“ Die Werte sollen weit von den Normalen gewesen sein. „Du musst dir die Leber untersuchen lassen“, riet sie mir. „Ich gehe nirgendwo hin. Meine Zeit zu sterben ist noch nicht gekommen“, sagte ich zuversichtlich. Ich bin bis heute nicht zur Leber-Untersuchung gegangen. Ich wusste, warum die Zecke gekommen war – damit ich die Zeit zum Lesen hatte. Ich wühlte mich in Bondarews „Enzyklopädie“ und in viele andere Bücher, hauptsächlich von Steiner. In kurzer Zeit musste ich sieben Vorlesungen aus umfangreichen Schriften vorbereiten, die logisch nacheinander folgen mussten. Aus vorherigen Inkarnationen besitze ich die Fähigkeit, sofort die Essenz zu erfassen, aber ich spürte ständig die Anwesenheit einer unsichtbaren „Hand“, die mich durch das Labyrinth der Erkenntnis führte.
Am Ende der zehn arbeitsintensiven Krankheitstage war ich bereit, die Bühne zu betreten. Schon nachdem ich „Das Testament“ von J.J. Benítez gelesen hatte, erklärte ich mit unerschütterlichen Sicherheit der geistigen Welt gegenüber: „Eines Tages werde ich den Menschen über diese Dinge sprechen!“ Es musste nur der richtige Zeitpunkt kommen. Meine vorherigen öffentlichen Beiträge hatten das Nahende einfach angekündigt. Im Oktober feierte ich meinen 43. Geburtstag und wie Steiner hervorgehoben hatte, ist das Begehen des Schulungsweges nach dem 42. Lebensjahr am günstigsten, denn das Ziel der gegenwärtigen Einweihung ist die Entwicklung des Geistselbstes (Manas). Die Bewusstseinsseele war in einem ausreichenden Maße ausgebildet und der Geist konnte durch das Ich wirken, indem er die Schätze herausholte, die die Seele seit Menschengedenken in sich trägt. Das Ich war „explodiert“ und konnte den Prozess kontrollieren. Es stand die bewegendste Periode meines Lebens bevor – das Leben mit dem Geist!
Mit schönen, inspirierenden Worten, die das Mysterium der nahen Zukunft lüfteten, wandte sich Beinsa Douno an die Menschheit: „Bisher hat die Menschenseele Knospen getrieben, sie hat den Zustand erreicht, in dem sie zur Knospe wird. Aber in unserem Zeitalter beginnt diese Knospe sich zu öffnen. Dieses Aufblühen der Seelenknospe ist einer der erhabensten Momente im Kosmos, das ist das Aufblühen der menschlichen Seele. Alle erhabenen Wesenheiten in der Göttlichen Welt erwarten mit Ungeduld das Aufblühen der menschlichen Seele. Sie wissen, dass in ihr alle Erscheinungsformen des Gottes verzeichnet sind, dass sie alles enthält, was vor ihnen geschehen ist, was jetzt geschieht und was in Zukunft geschehen wird. Sie wissen, dass die menschliche Seele ein heiliges Buch ist, in das Gott auf eine ihnen unbekannte Art die Entwicklung des gesamten Seins niedergeschrieben hat. Deshalb warten sie voller Ehrfurcht auf das Aufblühen der menschlichen Seele. Die Blüten, die diese Seele treiben wird, werden in ihrer ganzen Schönheit erglänzen und Gott wird in sie sein Licht und seine Liebe ergießen. Und in der menschlichen Seele ist so viel Schönheit, wie in keinem anderen Wesen der Welt. Wenn sie aufblüht, dann kommen alle Engel, alle Gottesdiener. Seit jeher haben sie ihr Aufblühen erwartet, um von ihrem Nektar zu kosten. Und mit ihrer Ankunft werden sie die neue Kultur bringen, die ich die „Kultur der Liebe“ nenne. Als Christus auf die Erde herabstieg, kam er, um den menschlichen Seelen zu helfen. Jede Seele, die auf die Erde gekommen ist, hat nämlich eine wesentliche Aufgabe, die sie allein lösen muss.“
Wenn man diese Aufgabe herausfindet und sich ihrer Lösung annimmt, wird man die Worte des „vorzeitig“ geborenen Apostels Paulus begreifen, die er an die Korinther in seinem ersten Brief wendet: „In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist; einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist; einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen. Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will. (Korinther 7:11)
Christus ist der “Nutzen aller“ und ich wusste, dass ich über Ihn bis an mein Lebensende sprechen werde, aber es ist wichtiger, nicht über, sondern vom Christus ausgehend zu reden, mit Ihm immer mehr eins zu werden. Auf diese Weise verwandelt man sich in einen bewussten Träger des „Ich des Menschentums und in einen Vertreter des Menschengeschlechts, der die „Leere“ der Weltereignisse hinsichtlich bestimmter Evolutionsimpulse füllen kann“. Was bedeutet das?
Jedes Zeitalter bringt bestimmte Impulse mit sich, die sich auf dem äußeren Plan entfalten müssen, d.h. es gibt eine „Lücke“. Damit alles geschieht, sind Menschen notwendig, die die Ereignisse antreiben, um diese Lücke zu füllen. Sie bringen aus ihren vorherigen Inkarnationen Impulse höchsten Ranges, die vorbestimmt sind, in die konkrete „Lücke“ zu gelangen. „Ein Mensch im inneren, tiefen Sinn zu sein, bedeutet es, sich mit dem zu verbinden, was die neue Offenbarung des Himmels von der Erdenentwicklung verlangt – darin besteht das Ganze“, wie Steiner es formuliert. Beinsa Douno erläuterte das folgendermaßen: „Diejenigen, die die neuen Ideen aufnehmen, sind nicht seit den heutigen Tagen darauf vorbereitet, sondern seit Menschengedenken. Sie sind fortgeschrittene, vorbereitete Seelen. Alles ist an seinem Platz.“ In gewissem Sinne suchen diese Iche selbst den Zeitpunkt ihrer Inkarnation nach ihren inneren Begabungen und Eigenschaften aus und bringen diesen entsprechend jene innere Notwendigkeit hervor, die später in ihren Handlungen sichtbar wird. Es besteht ein großer Unterschied zwischen der äußeren physischen Notwendigkeit und der geistigen Notwendigkeit. Alle freien Impulse kommen vom Geist. „Die größte Freiheit liegt vor, wenn man das welthistorisch Notwendige tut“, lauten die Worte Steiners (GA 166:92), die anders formuliert auch auf dem Grab von Beinsa Douno stehen: „In der Erfüllung des Willens Gottes liegt die Kraft der menschlichen Seele“. So sind die Freiheit und die Notwendigkeit aufs Engste miteinander verflochten.
Das „Entschlüsseln“ des Willens Gottes und seine Erfüllung stellen ein gigantisches Problem für den heutigen materialistisch denkenden Menschen dar, denn sie verlangen die Entwicklung eines Engelbewusstseins. Wir befinden uns in der Mitte zwischen dem Tier und dem Engel, zwischen dem Bewusstseinslosen und dem höheren Bewusstsein. Für den Engel ist die Absicht wichtig und nicht die Art, wie sie zu ihrer Erfüllung kommen wird. Selbst die Elohim schufen zuerst das Licht (die Welt) und erst dann sahen sie, dass es etwas Gutes war. Für den Menschen kommt zuerst die Vorstellung, etwa von einem Gebäude, das auf dem physischen Plan zu errichten ist, und für die geistigen Wesenheiten kommt die Absicht zuerst und der Geist bestimmt die Art und Weise ihrer Verwirklichung und das, was als Ergebnis herauskommen soll. Die Öffnung zum Strom der geistigen Notwendigkeiten und die Erlaubnis, dass sie durch uns gehen, setzt ein grenzenloses Vertrauen voraus, wie die Engel es haben. Das Vertrauen kommt, wenn wir überzeugt sind, dass die Absicht richtig ist, und es führt zu den richtigen Handlungen. In die richtige Absicht können wir einzig auf geistigem Wege durch das Denken eindringen, das auf den Wahrheiten der Anthroposophie aufgebaut worden ist. Erst beim Vorhandensein dieses „reinen“ Denkens können wir unser eigenes Ich retten und einen Handlungsimpuls erzeugen, der jene Wirklichkeit-Liebe schafft, die wir auch nach dem Tod mitnehmen können und mit der wir auf dem Erdenplan unseren seelisch-geistigen Tod und unsere Verwandlung in „wandelnde Tote“ verhindern.
Bei mir funktionierte dieses bewährte „Schema“ etwas anders. Als ich meine richtige Absicht, über den Christus zu sprechen, ausstrahlte, hatte ich weder anthroposophische Literatur gelesen, noch über die „Lücken“ gehört, aber ich wusste, dass der Welt, von der ich mich losgesagt hatte, etwas sehr Wichtiges fehlt! Das Lossagen selbst „rief“ auf geistigem Wege die Idee der „Lücke“ und die ihr folgende richtige Absicht hervor. Beinsa Douno und Rudolf Steiner hatten vorhergesagt, dass Ende des 20. Jahrhunderts alle Meister der Menschheit inkarniert sein würden, um nach Steiners Worten „den letzten Impuls zu geben“, den ich den Heiligen Impuls nenne, zur weiteren Entwicklung des geistigen Lebens der Erde. Diesen Impuls bestimmte Steiner als den Gipfel der Anthroposophie, d.h. der praktizierten Weisheit.
All das habe ich erst später erfahren. Damals – im Oktober 2000 – gab es die richtige Absicht, aber ich hatte keine Ahnung, was aus ihr folgen sollte. Am Abend vor meinem ersten öffentlichen Auftritt klingelte das Telefon. Es war die junge Frau von der Besprechung bei McDonalds. Mit warnender Stimme sagte sie: „Es kam eine Nachricht von oben für dich. Die Geister fragen, ob du für das Bevorstehende bereit bist?“ Und sie legte auf. Für 20 Minuten wandte ich mich nach innen, indem ich mich auf das Ich zu stützen suchte. Ich wusste, dass es keinen Weg zurück gab. Ohne es vollständig zu begreifen, spürte, ja wusste ich, dass ich mit etwas begann, das noch nie in der Welt gemacht worden war. Vorne war es dunkel. Ein paar Jahre später fragte ich in verschiedenen Situationen die geistige Welt, wie sich die Dinge entwickeln werden. Prompt kam die ablehnende Antwort: „Es wird das sein, was ihr daraus macht.“
B. Douno sagt: „An jedem Werk nehmen viele Wesen teil – jedes hat seinen eigenen Anteil. Aber wenn der Mensch nicht zuerst mit der Arbeit beginnt, werden auch die anderen nichts tun“. „Oben“ wurde meine Entscheidung erwartet, damit sich die geistige Welt einschaltet und wir anfangen konnten mit der praktischen Realisierung der Brüderlichkeit zwischen Menschen und Göttern, des „Weltmittags“ unter den neuen Bedingungen. Die richtig evolvierten Wesenheiten achten die Unantastbarkeit des menschlichen freien Willens, denn nur die freie Tat ist eine Tat der Liebe und durch sie verwandeln wir den alten Kosmos der Weisheit in einen neuen Kosmos der Liebe – den zukünftigen geistigen Jupiter. Der Meister sagte diesbezüglich: „Gott hat Bedingungen für die Entwicklung eures Intellektes, Herzens und Geistes vorgesehen, aber trotzdem hat er einen spezifischen Tätigkeitskreis für euch freigelassen, in den er sich niemals einmischt. Das ist der Bereich, in dem der Mensch frei ist.“ Andernorts sagte er: „Gott kann allein die Menschheit, die Welt verbessern, und er hat seinen Plan dafür, aber in ihm lässt er einen Teil für den Menschen frei.“
In diesem Augenblick begann meine Seele „aufzublühen“. Konnte ich das zulassen? Als ich die Unterstützung im Ich, im Christus, fand, sagte ich zu mir: „Ich gehe dahin, komme, was wolle!“ Der Weg zum Geist wurde freigelegt, der versprochene Impuls wurde ausgelöst. Aber warum sage ich „zum Geist“ und nicht zum “Sohn“ oder „Vater“?
Hier kommen wir mit der christlichen und nicht mit der östlichen Karma-Auffassung in Berührung. Wie überall, so werden auch im Karma-Feld drei Gebiete voneinander abgegrenzt, die mit der Wirkung der Kräfte der Trinität verbunden sind. Wenn die Kräfte des Vatergotts wirken, wird das Karma wie ein „eisernes“ Naturgesetz erlebt und der Mensch kann nichts daran ändern, sondern nur die nötige Kraft aufbringen, um dieses Karma zu ertragen. Im negativen Sinne tauchen die „Ohrfeigen“ auf als Unfälle, Naturkatastrophen, unheilbare Erkrankungen. Aber wie uns der Meister beruhigt, werden unsere „Haare grau werden, bis wir begreifen, dass alles dem Guten dient“. An solchen „Unglücksfällen“ wirken die Wesenheiten der ersten Hierarchie – Throne, Cherubim und Seraphim. Eine andere Aufgabe von ihnen ist die Entscheidung, in einem bestimmten Land und bei bestimmten Eltern geboren zu werden. Sie stehen etwa hinter der „zufälligen“ Begegnung zweier Menschen, aus der eine neue Familie, eine Zusammenarbeit entstehen kann oder bei der wir über die Anthroposophie erfahren, so wie das bei mir nach der Begegnung mit jenem Anthroposophen passierte.
Wie wirken die Kräfte des Sohnesgottes? Gleich nach der „zufälligen“ Begegnung sind wir frei zu entscheiden, wie wir weiter unsere Beziehungen gestalten. Die Vergangenheit hat uns zusammengeführt – das sind die Kräfte des Vaters, aber was wir aus dieser Begegnung machen, hängt von uns ab. Wir haben eine neue Aufgabe – die Metamorphose des Alten in etwas völlig Neues durch unsere gemeinsame Tätigkeit. Wir müssen für das Karma des Vaters bezahlen, aber es gibt viele Wege, die dorthin führen und in ihnen wirkt Christus – der Herr des Karma, der es nicht aufhebt, aber uns die Möglichkeit gibt, das Karma so umzuwandeln, dass das Erleben des individuellen Karma nicht nur zu unserem Wohl, sondern zum Wohl der ganzen Menschheit geschieht.
Nachdem ich von der Anthroposophie erfahren hatte, begann ich sie intensiv zu studieren. Alles, was ich vorher gelesen, gelernt und erlebt hatte, erfuhr nicht nur den tiefen, heilenden Prozess einer Metamorphose durch den Erlöser, sondern führte bei mir unvermeidlich zum Impuls, etwas zu geben, mich für die Menschen aufzuopfern. Das macht den Impuls des Sohnes aus. Man beginnt, sich als Wesen kennenzulernen, das von der immer größer werdenden „inneren Christus-Sonne“ geführt wird, wozu die mit der Sonne verbundenen Wesenheiten der zweiten Hierarchie beitragen – die Herrschaften, Mächte und Urgewalten, die die Kräfte des Sohnes in unserem Kosmos repräsentieren. Ihnen können wir bereits nach unserem 42. Lebensjahr in einer neuen Form das zurückzahlen, was sie uns in jüngeren Jahren gegeben haben. Trotz meiner mehrmaligen Erinnerungen wollte sich der andere Teilnehmer an unserem Gespräch nicht für eine gemeinsame Arbeit in Christo öffnen, indem er ständig die Wirkung des Karma vorschob, d.h. er blieb unnötigerweise auf dem ersten Niveau (des Vatergotts) und erlaubte Christus nicht, das Karma zu ändern. Als Ergebnis wurde sein Leben ausgesprochen kompliziert. Andere Anthroposophen begriffen auch nicht die Worte Steiners, dass die Anthroposophie sich nur auf der Grundlage der Brüderlichkeit entwickeln kann, an der immerhin nicht nur Vertreter der „Anthroposophischen Gesellschaft“ teilnehmen. Der Meister formulierte es anders: „Die Menschen leiden nicht daran, dass sie auf dem Christus-Weg sind, sondern daran, dass sie nicht auf diesem Weg sind.“
Dann bleibt auch das dritte Wirkungsgebiet im Karma, das Gebiet des Heiligen Geistes, unzugänglich. Wir reden hier nicht mehr von der Umgestaltung des alten, sondern von der Schaffung eines völlig neuen Karma. Das Prinzip des Heiligen Geistes in unserem Kosmos wird durch die dritte Hierarchie der Engel, Erzengel und Archai vertreten. Sie können den Menschen in rechter Weise durch die nächsten Kulturepochen führen und ihm ständig helfen, aber nur wenn er Taten, die vorher niemand vollbracht hat, vollbringen will, dies auch kann und tatsächlich macht. Denn diese Taten kommen auf dem Wege des Geistes aus seinem eigenen Wesen, aus seiner Seele heraus, die einmalig ist. Die Handlung selbst nannte Steiner „eine Handlung aus moralischer Intuition“, und über den Weg des Geistes sagte Beinsa Douno: „Das Christentum ist eine Wissenschaft, die zeigt, wie die Menschen aus dieser Welt herauskommen sollen. Das ist ein schmaler Weg, damit nur ein Mensch auf ihm gehen kann. Der wahre Weg hat keinen Pfad. Ein Weg mit vielen ausgetrampelten Pfaden ist ein Weg der Welt. Ein Weg ohne Pfade ist ein Weg des Geistes.“ Ich betrat diesen Weg und deshalb war es dunkel vor mir. Aber nur unter solchen Bedingungen konnte der „Heilige Impuls“ ausgestrahlt werden – ursprünglich eher als ein „Gipfel der Anthroposophie“ und weiter – in seinem eigentlichen Wesen als die Synthese im Ich der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts.
In den bevorstehenden sieben Vorlesungen fiel der überwiegende Teil der Anthroposophie zu. Was war aber das Neue? Die Ich-Kraft, das Feuer, das vom Bodhisattva kam. Steiner hatte gesagt, dass es nicht so wichtig ist, was für Wahrheiten die Geisteswissenschaft enthält, sondern wie sie ausgesprochen werden. Sie können sich hoffentlich erinnern, dass „wir durch die Worte zum inneren Erleben des Geistes kommen sollen. Das ist das Geheimnis der gegenwärtigen Einweihung. “Worte, die voller Wahrheit und Feuer sind, voller Geist, durch den die Anthroposophie im menschlichen Ich als Christus-Liebe neugeboren wird. Jeder kann persönlich „den Gipfel der Anthroposophie“ erleben, wenn er den „Schlüssel dreht“, der „Bodhisattva“ genannt wird. Nachdem die sieben Vorlesungen öffentlich vorgetragen worden waren, öffnete der Schlüssel immer weiter die Tür zum Geist und zur Synthese des Rosenkreuzertums und Manichäismus. Dabei führte er mich mit wachsender Kraft zu den wahren Quellen des Christentums, d.h. zur Wahrheit über Christus!
Dieser Prozess verlief auch in direkter Abhängigkeit von meiner persönlichen Einstellung zum Meister. Am Tag der Sonnensommerwende 2002 (dem 22.06.) hielt ich in Plovdiv die Vorlesung „Der wahre Christus“, obwohl der Erlöser immer noch nicht Seinen Ihm zustehenden Platz in meinem Bewusstsein eingenommen hatte. Ich weiß noch, wie unterstützend mich der Meister Beinsa Douno vom Porträt an der Wand sah, das dort hing, bevor ich nach vorn kam und das “Feuer“ wirken ließ. Seit diesem Augenblick begann ich ihn zu lieben! Kurz danach hatte ich eine persönliche Begegnung mit ihm, die ich am Ende des Buches erwähnen werde. Es ist aber wichtiger, dass der Weg zum Christus aus der Vorlesung „Das Gottes-Ich“ wesentlich verkürzt wurde. Genau ein Jahr später – am 22.06.2003 – schien die Christus-Sonne in meinem Bewusstsein in ihrem vollen Glanz als das Ich des Vatergotts Selbst! Der Bodhisattva-Schlüssel funktionierte! Aber das sind spätere Ereignisse, und nun wollen wir zum Beginn des Heiligen Impulses zurückkehren, um auf die Frage zu antworten, worin das Neue besteht.
Jeder Anthroposoph würde fragen: „Hat Steiner etwa nicht vergeistigt gesprochen? Ist er nicht der erste und bisher der einzige Mensch, der zum Meister der Menschheit wurde, indem er sich auf sein individuelles Ich stützte? Ist er nicht selbst die Verkörperung der Synthese des Rosenkreuzertums und des Manichäismus mit seinem Opfer auf der Weihnachtstagung 1923? Die Antwort auf alle drei Fragen lautet „Ja“. Also?
Steiner verließ diese Welt 1925 und der Bodhisattva – 1944, nachdem er 1936 an einem Christus-Mysterium teilgenommen hatte, das die geistigen Bedingungen grundlegend änderte. Über dieses Mysterium ist in der Vorlesung „Das zweite Golgatha und Beinsa Dounos Opfer“ die Rede. Zudem war Steiner von klein auf hellsichtig und hatte nie eine materialistische Weltanschauung, was viel Zeit und das Herumirren auf dem Weg zum Christus erspart. Damals hatten sich die Asuras noch nicht eingemischt, die Globalisierung war noch nicht über die Welt hereingebrochen, die furchtbaren Vernichtungskräfte waren nur als Keim da. Die Schutzengel hatten gerade begonnen, die drei Impulse einzuströmen, die die Menschheit in tragischer Weise verpasst hat. Die geistigen Wesen trieben immer noch den menschlichen Fortschritt voran und die Sonnenfinsternis, die 1999 das Bewusstsein verdunkelte, war noch weit entfernt. Von dem furchtbaren Druck der Informationstechnologien und Medien, die den Äther zu einem „Sieb“ machen und jegliche Geistigkeit wegfegen, ganz zu schweigen. Steiner hatte das alles gesehen, aber er sagte die Ausstrahlung des Heiligen Impulses vorher, die genau an der Grenze der zwei Jahrtausende vor sich gehen sollte. Hatte er nicht recht mit seinen Vorhersagen? Oder hatte sich Beinsa Douno geirrt? Warum werden alle Meister der Vergangenheit inkarnieren und keiner von ihnen wird die Arbeit erledigen und die „Lücke“ füllen? Waren die Bedingungen etwa schwer? Leichter werden sie wohl nicht mehr werden. Kann jemand sagen, wie die Welt in zehn oder fünfzig Jahren aussehen wird, so wie sie sich heute entwickelt?
Und trotz allem wurde der Impuls zum prophezeiten Zeitpunkt ausgestrahlt! Seit der Zeit Jeschu ben Pandiras wissen wir von keiner Inkorporation des Bodhisattva und er steigt alle hundert Jahre herab (später wurde durch D. Mangurov eine Inkarnation in der Zeitenwende genannt). Auf indirekte Weise kommen wir dahinter, dass er über Manes im 2. bzw.3. Jahrhundert gewirkt hat, weshalb er den Manichäismus begründen konnte. Nicht zufällig nannte sich Manes selbst „Paraklet“ – die Erscheinung des Heiligen Geistes – und die zwölf Bodhisattvas sind es, die die himmlische „Leiblichkeit“ des Heiligen Geistes darstellen, Der über ihre Loge erstrahlt. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass das Rosenkreuzertum nach seiner Begründung im 13. Jahrhundert durch Christian Rosenkreutz in einer einheitlichen Strömung mit dem Bodhisattva existiert, damit wir den Erlöser auf eine Ich-Art in der Epoche der Bewusstseinsseele erleben. Trotzdem wurde der Bodhisattva kein einziges Mal offen benannt. Steiner durfte es im 20. Jahrhundert nicht tun, zumindest weil die Mission des Bodhisattva noch nicht abgeschlossen war. Der Begründer der Anthroposophie selbst konnte vom ganzen Bodhisattva-Impuls nicht profitieren, da er vorzeitig diese Welt verlassen hatte. Nach seinem Tod war Steiner übersinnlich bei den Vorträgen Beinsa Dounos anwesend. Wir können uns aber unter den geänderten Bedingungen Kraft und Leben aus dem ganzen Bodhisattva-Impuls zu Eigen machen, wenn uns sein Name genannt wird – der Name des Hauptboten Christi auf Erden.
Im Jahre 2000 geschah das und von dort bis zur „Idee“ der Synthese mit der Anthroposophie führte kein langer Weg. Nur prinzipiell zu wissen, dass nach dem 13. Jahrhundert eine gemeinsame geistige Strömung existiert, ist etwas anderes als die Bestandelemente dieser Strömung zu personalisieren und praktisch zu beginnen, seine geistige Wirkung auf sich selbst unter den neuen Bedingungen zu erproben, indem man vom tiefsten Boden der materialistischen Weltanschauung, dem Kommunismus, ausgeht. Das macht das Wesen des Neuen aus, was nie vorher gemacht worden war. Nun probieren das noch ein paar andere Menschen aus. Während Steiner der individuelle Trost der Götter ist, dass mindestens ein Mensch den Übergang zur übersinnlichen Welt auf die richtige Weise vollzogen hatp, werden die Menschen, die die Synthese leben, nach und nach jene Gralsgemeinschaft bilden, die dem kommenden Ahriman entgegentreten wird. Diese wird der „soziale“ Trost der Götter sein, dass es nach dem Zusammenstoß mit dem Antichristen das Menschengeschlecht eine Zukunft haben wird. Die Arbeit an der Synthese beider christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts ist die wichtigste geistige Arbeit auf Erden heute, denn die Synthese ist der einzig richtige und gefahrlose Weg der Seelen zum Geist. In ihr kommt die „Größe des Gottes“ zum Vorschein.
Wie wurde dieser Weg angebahnt?

 

Der Weg zum Ich – Teil 4

Der Bodhisattva
Im Sommer 2000 erschien in Varna „Die Enzyklopädie der Geisteswissenschaft“ von Gennadij Bondarew. Als ich davon erfuhr, wünschte ich mir sofort, sie zu besitzen und die geistige Welt gab mir prompt das Gewünschte und zwar zu einem deutlich niedrigeren Preis als in Russland. Ich brauchte nur auf das Inhaltsverzeichnis der beiden dicken Bände zu schauen, um zu wissen, was mich erwartete. Um mit diesem Buch zu arbeiten, bedarf es einer ernsthaften Vorbereitung.
Ich hatte die wichtigsten Werke Steiners gelesen, die im anthroposophischen Verlag in Stara Zagora erschienen waren, sowie viele, die nicht auf Bulgarisch erhältlich waren. Ein paar Tage nach dem Erwerb der „Enzyklopädie“ rief mich der Mann an, der mich auf die Anthroposophie verwiesen hatte, und sagte mir: „Lies das Kapitel über die Buddhas und Bodhisattvas!“ Trotz des ständigen Geldmangels besaß er auch ein Exemplar des Buches und hatte das fragliche Kapitel gelesen. Ich ließ den Hörer los und nahm den ersten Band. Zuerst las ich, was dort über die Buddhas stand. Als ich mit dem Lesen des Kapitels über die Bodhisattvas begann, stieg eine „seltsame“ Kraft in meiner Seele empor. Als ich den Satz las „Und der Bodhisattva des 20. Jahrhunderts wird nicht an Vorboten appellieren, die ihn als Maitreya Buddha proklamieren werden, sondern er wird sich auf die Macht seiner eigenen Worte verlassen und als Mensch allein in der Welt stehen“, wusste ich mit absoluter Sicherheit, dass Beinsa Douno dieser Bodhisattva und der zukünftige Buddha-Maitreya ist! Die Offenbarung kam über den Geist der Wahrheit von Christus im Ich. „Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen“, formulierte Steiner die neue Situation. Seit den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wirkt die Kommunion Christi im menschlichen Willen. Zuerst werden wir im Denken frei, aber die wahre Freiheit liegt nach B. Douno im Willen des Menschen. In diese „finsteren“ Tiefen stieg nach dem zweiten Golgatha aufopfernd Jener hinunter, Der uns frei von der Illusion der dreidimensionalen Welt machen wird, wenn wir Ihn suchen. Er wird Sich uns immer mehr mit dem Pfingstgeist zeigen, was praktisch das persönliche Erleben des dritten Teils des Rosenkreuzerspruchs bedeutet: „Per spiritum sanctum reviviscimus“. Die von Beinsa Douno und Rudolf Steiner versprochene „Auferstehung“ begann am Ende des Jahrhunderts mit der Antwort auf die Frage nach dem Bodhisattva!

15 bis 20 Minuten nach dem Anruf rief ich zurück und sagte: „Er ist es!“ Derjenige, der diese Worte hörte, brauchte vier Jahre, damit sie zu seiner Überzeugung werden konnten. Später tauchten viele Spekulationen über die Frage auf, wer zuerst die Idee „eingefangen“ hatte. Die Wahrheit wurde eben mitgeteilt, während die Spekulationen die Frucht der Finsternis im Menschen sind. Bis zum Sommer 2000 hatte kein Mensch direkt gesagt: „Beinsa Douno ist der Bodhisattva.“ Er selbst enthüllte seine Identität nicht, wobei er es damit begründete, dass keiner sich mit Karma beladen sollte. Christus enthüllte Sich den Juden und sie leiden seit 2000 Jahren nach dem größtmöglichen Wahnsinn, den Menschenwesen überhaupt begangen haben.

Warum ist die Antwort auf die Frage, wer der Bodhisattva ist, so wichtig? Steiner, der zweifellos den Namen wusste, aber ihn nicht nannte, sagt: „Und weil die gegenwärtige Menschheit sich nicht direkt zu den Bodhisattvas wenden kann, um mit ihren geistigen Augen Christus zu betrachten, muss sie sich noch einmal an die Bodhisattva-Schule wenden, um das zu erfahren, was ihr letztendlich das Christus-Verständnis eröffnen soll.“Er (der Bodhisattva) ist auch jetzt schon (1911) verkörpert und wird der eigentliche Verkünder des Christus im ätherischen Gewande sein…“ (GA 130:119)
Von ihm gehen die wichtigsten Lehren „über die Christus-Wesenheit und über die Söhne des Feuers der Inder aus.“ Seit einigen Tausend Jahren spricht die östliche Mystik über die Söhne des Lichts und des Feuers, die durch die gereinigte moralische Atmosphäre der Erde als ätherische Formen 5000 Jahre nach der Erleuchtung Buddhas unter dem Bodhi-Baum gehen werden. Aber die östliche Mystik hat nicht begriffen, dass diese moralische Atmosphäre aus dem Wesen ausgehen wird, das wir ‚Christus’ nennen. Der Westen dagegen nahm Christus an und verlor Ihn mit der Zeit.
Wie können der Osten und der Westen den lebendigen Christus finden? Mit einem Satz zog Steiner den Vorhang, indem er sagte: „um die wahre Quellen des Christentums zu finden, sehen wir, wie gemeinsam die Strömung des Maitreya Buddha und die westliche Strömung wirken, die sich Anfang des 13. Jahrhunderts Christian Rosenkreutz anschloss. Die Anthroposophie ist das Rosenkreuzertum des 20. Jahrhunderts, alle restlichen „Rosenkreuzerströmungen“ sind „vom Bösen“. Der andere Teil der gemeinsamen Strömung, die ‚Manichäismus’ heißt, blieb unbeleuchtet. Die Anthroposophen gaben keine Antwort auf die Frage, obwohl Steiner empfohlen hatte, dass die Anthroposophie dem Bodhisattva folgen muss „zum Wohl des Menschentums“. Einer von ihnen – Christian Lazaridès -, der den Ernst des Problems begriff, schrieb in einem Buch: „Sich mit dem Bodhisattva gleichzusetzen und seinen Namen sich zueigen zu machen, seine Mission zu erkennen – das bedeutet, den Hauptschlüssel zu beherrschen, den Zugang zum ätherischen Erscheinen des Christus unter seine Kontrolle zu bringen. Für die zwielichtigen esoterischen Bewegungen ist das ein Mittel zum strategischen Kampf, die die Herrschaft über die Menschenseelen bezweckt.“ Müssen wir uns dann wundern, dass mehrere „Meister“ im 20. Jahrhundert zum „Hauptschlüssel“ zum Lebendigen Christus erklärt worden sind – Krishnamurti, Tomberg, Mikhael Aivanhov…
Genau 100 Jahre, nachdem Beinsa Douno seine ersten drei Schüler in Varna aufgerufen hat, die die drei großen christlichen Zweige vertraten – Orthodoxie, Katholizismus und Protestantismus, kam wieder von Varna aus die Offenbarung seiner Individualität. Das rosenkreuzerische Prinzip wurde eingehalten. Manche Erbsenzähler fragen, warum das Geheimnis nicht genau 100 Jahre nach dem Scheiden gelüftet wird, also 2044. Aber wir leben in den „schnellen“ Zeiten und die Prinzipien der geistigen Führung haben sich geändert. Beinsa Douno wies uns hin: „Heutzutage ist der Evolutionsprozess verkürzt. All das, für dessen Verwirklichung in der Vergangenheit Tausende Jahre notwendig waren, kann jetzt im Laufe von Sekunden, Minuten, Stunden realisiert werden, je nachdem, wie intensiv der Gedanke ist. Es gab noch nie wichtigere Zeiten auf Erden. Die ganze christliche Welt ist belagert. Viele Wesenheiten aus der unsichtbaren Welt würden Millionen dafür bezahlen, um auf der Erde in diesen Zeiten zu sein, aber sie werden nicht hereingelassen. Alle Karten für die Vorstellung, die hier unten stattfinden wird, sind bereits ausverkauft. Ihr habt viele Anträge oben eingereicht, um jetzt hier sein zu dürfen. Vor 2000 Jahren hieß es, dass der Tag Gottes nah herbeigekommen ist. Nun sage ich: wir sind bereits am Tag Gottes. Christus sagt: „Seid wachsam“! Warum? Jetzt ist es die gefährlichste Zeit, ihr könnt einschlafen und draußen bleiben. Der Zug Gottes ist sehr pünktlich, ihr dürft nur eine Sekunde zu spät kommen.“ 1924 warnte er in der esoterischen Sprache: “ Es bleibt noch eine halbe Stunde bis zum letzten Zug“. Wie bereits erwähnt, fuhr der Zug 1999 ab, und in ihn eingestiegen sind jene Seelen, die nicht nur ein hohes Ideal besitzen, sondern auch wissen, dass wir in den wichtigsten und gefährlichsten Zeiten seit Lemurien leben, denn uns erwartet eine „Darbietung“ – der Zusammenstoß mit dem Antichristen! Und zwar am Anfang des „achten Tages“ der Schöpfung. Während vor 5000 Jahren in China Luzifer inkarnierte, um die Heiden auf die Begegnung mit Christus vorzubereiten, wird nun im Westen der Satan selbst in den seit einigen Jahrhunderten vorbereiteten Leib inkarnieren. Die ganze heutige „Zivilisation“ bereitet mit Schwindel erregendem Tempo und noch nie dagewesener Stärke die Bedingungen für den Frontalzusammenprall mit ihm. Wer wird ihm gegenübertreten?
Steiner hatte besorgt über die Wahrscheinlichkeit berichtet, dass Ahriman bis zum Ende des 20. Jahrhunderts inkarnieren könnte. Die Aufgabe Michaels besteht darin, den Widersacher bereits in der Astralwelt aufzuhalten, bis ein Teil der Menschheit sich auf die richtige Gegenwehr vorbereitet. Sieht jemand Vorbereitete? Und hält ihn Michael immer noch auf?!
Natürlich steigen immer Menschenseelen auf die Erde hinunter oder von der Erde in die geistige Welt hinauf. Unter ihnen sind auch solche zu finden, die wegen ihrer vergangenen Leben in esoterischen christlichen Strömungen das Potenzial für den Kampf besitzen. Aber sie müssen zwingend zuerst den Weg zur Anthroposophie finden, von der das notwendige Wissen kommt. Die Moral, das Gewissen und der Kampf im Namen Christi sind die Folge des Wissens. „Christus kann nur demjenigen helfen, der eine richtige Einstellung zu Ihm hat“, bestätigte der Bodhisattva. Jemand könnte fragen, wozu wir den Bodhisattva brauchen, wenn es die Anthroposophie gibt. Dort oben, jenseits des höheren Devachan, ist die Sphäre der Vorsehung (der Urbilder). In einem Kreis angeordnet, kontempliert das große Sternenkollegium der zwölf Bodhisattvas den Dreizehnten in der Mitte – Christus. Und zwar ohne Hüllen, als das Ich des Vatergotts Selbst! Deshalb hat Beinsa Douno vollkommen Recht, wenn er sagt: „Ich bin aus einem Leben herausgekommen, das die Okkultisten nie betreten oder gesehen haben. Ich übersetze aus der Natur, aus dem Original selbst.“ Nur Steiner gelang es, sich dorthin aufzuschwingen und uns die Wahrheit zu enthüllen: „Bodhisattvas sind auf dem Erdenplan im tiefen Sinne des Wortes Vollbringer des Christus-Willens, den sie in der Buddhi-Welt (der Vorsehung) betrachten und auf diese Weise bereiten sie sich auf das Aufsteigen zum Buddha in der Welt vor, die ‚Nirwana’ heißt und die auch ein Teil der Christus-Wirkungssphäre ist. Der gegenwärtige Bodhisattva ist der siebte in der Reihe und empfing die „Himmelstiara“ von Gautama Buddha im sechsten Jh.v.Chr. 5000 Jahre später wird er selbst zum „Buddha des Guten“ aufsteigen. Die Worte, die aus ihm strömen, werden dann direkt in den Willen seiner Hörer als moralischer Imperativ zum Handeln eingehen, dem Beispiel des höchsten Ausdrucks des Guten folgend, das auf dem Golgatha-Hügel zum Vorschein kam. Er wird uns das Christus-Geheimnis in seiner Vollständigkeit eröffnen, denn er wird zum ersten Buddha nach der Zeitenwende, als Johannes Evangelist über Christus schrieb, dass „das Wort Fleisch“ wurde. Ein neuer „Johannes“ wird über Maitreya schreiben, dass „das Fleisch Wort wurde“. Danach wird „das Fleisch-Wort“ aufsteigen und nie wieder auf die Erde hinuntersteigen.
Aber nun wollen wir zu unserer Zeit zurückkehren und die Frage beantworten, warum wir den Bodhisattva brauchen. Wie bereits gesagt, betrachtet der Bodhisattva in der Sphäre der Vorsehung den Erlöser unmittelbar als das Welten-Ich. Das Ich symbolisiert immer den Willen. Vom Willen Christi wird zu Beinsa Douno solche Kraft und solches Leben ausgestrahlt, dass er ohne zu zögern hinuntersteigt, um den Menschen aus dem Original zu „übersetzen“. Wer mit den wahren „Perlen“ des Bodhisattva in Berührung kommt, der spürt, wie aus seinem eigenen Ich die Christus-Kraft und das Christus-Leben herauszuströmen beginnen. Noch etwas mehr: wenn man die Anthroposophie kennt und durch sie, – denn eine andere Möglichkeit gibt es nicht – den Bodhisattva findet, lebt die Anthroposophie selbst im Ich auf und wird zu einer Weltanschauung, die Kraft in sich trägt. Mit einer solchen Weltanschauung sind wir „wach“, denn all unsere Handlungen entstammen von nun an dem inneren Impuls, der in der klaren Erkenntnis wurzelt und in der reinen Liebe zur Handlung erscheint. Beinsa erklärt, was ein Buddhi-Zustand ist: „der Zustand großer Aktivität“. In diesen Zustand gerät nur jene Seele, die alle Wesen umfasst – von den kleinsten bis zu den größten. Sie ergießt ihre Liebe auf die Wesen, um sie zu erheben. Das ist ein Buddhi-Zustand und nicht das, was die Inder darunter verstehen – etwa ein Zustand des Traums oder der Vergessenheit.
Wenn wir den Buddha-Zustand außer Acht lassen, zu dem der gegenwärtige Bodhisattva sich erheben wird, werden wir sehen, dass Steiner das Erreichen des „Wachzustandes“ eingehend in seinem Buch „Philosophie der Freiheit“ beschrieben und ihn er als den „ethischen Individualismus“ definiert hat. Der moralische Individualismus ist das Maß, das uns zeigt, ob die Bewusstseinsseele entwickelt ist und das Ich in „Wachsamkeit“ wirken, also den Geist durchlassen kann. Es ist der Aphorismus bekannt „Der eine ist Mensch, die meisten – Leute und die vielen – Tiere“. Die um Beinsa Douno versammelten Nachfolger spürten, dass von ihm etwas Großes ausströmt, aber ihre Verstandes- bzw. Empfindungsseelen haben es nur vage aufgenommen. Nur einige von ihnen, etwa Bojan Boev, Wlad Paschov oder Georgi Radev konnten bis zu einem gewissen Grade begreifen, worum es ging. Aus purer Liebe zum Werk traf Letzterer die beste Auswahl aus den Vorträgem, die unter dem Titel „Der Meister spricht“ erschienen ist. Wlad Paschov hat die Buchreihe „Geschichte der Weißen Bruderschaft während der Jahrhunderte“ verfasst und Bojan Boev war der einzige unter den Nachfolgern Beinsa Dounos, der Rudolf Steiner traf und danach lange Jahre den Bodhisattva begleitete. Was für ein Segen des Schicksals!
Die erwähnten Personen kannten die Anthroposophie und empfangen – der einen mehr, der andere weniger – den Impuls in ihrem Ich, obwohl sie die Identität des Meisters nicht nannten, der vorhergesagt hatte: „Andere werden über uns sprechen.“ Und noch etwas sagte er: „Diese Lehre wird im Westen beglaubigt“, d.h. durch die Anthroposophie. Vor etwa zehn Jahren hatte einer der bekannten Nachfolger Beinsa Dounos mitgeteilt: „Erst als ich begann, die Geisteswissenschaft zu studieren, habe ich den Meister verstanden“. Aber wie viele tun das Gleiche? Und können sie der Last des Wissens standhalten? Wird das Wissen in Weisheit transformiert, die im Ich neugeboren und in Liebe verwandelt, zum Allgemeinwohl herausgeströmt wird? Das Leben zeigt oft das Gegenteil: die bedeutenden Wahrheiten der Anthroposophie blasen das Ego auf und der Impuls Beinsa Dounos, der sich auf das Ich richtet, verliert sich im „Nebel“ des ungereinigten Astralleibes. Über die Liebe als Prinzip im Geist brauchen wir erst nicht zu sprechen. Ich sage es direkt: nur für denjenigen, der in der Mitternachtsstunde des Daseins die Weltbruderschaft um Christus erlebt hat, besteht die Möglichkeit, dass er auf Erden die beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts berührt und dem Erlöser erlaubt, über sein Ich zu wirken. Warum?
Die Trennung der „Lebendigen“ von den „Toten“, die auch „das jüngste Gericht“ genannt wird, begann am Anfang des letzten Jahrhunderts und bedeutet eine Karma-Anpassung an die Ordnung des Christus, des Herrn des Karma. „Der Einfluss auf den Karma-Ausgleich einzelner Menschen durch Christus ist einzig aus der Sphäre der Vorsehung möglich“, sagte Steiner unmissverständlich. Wir müssen also nicht nur den Erlöser als etwas, „was uns von innen anspricht“ spüren, sondern uns bewusst zur der Sphäre der Vorsehung emporheben und sie als das Gottes-Ich verstehen. Dann kann Er Sich in unser Karma auf eine völlig neue Art einmischen, als wenn wir blind und taub für die Impulse der Epoche sind, welche Seine Boten zur richtigen Zeit aussenden. Ich weiß, dass dies außerordentlich schwierig ist. Das Werkzeug für die Erhebung – unser eigenes Ich – ist nämlich unser jüngstes Wesensglied, das wir im ganzen Erdenäon vervollkommnen werden, bis wir in vollem Maße all seine Fähigkeiten und Eigenschaften entwickeln. Der Bodhisattva kam, um dieses Wesensglied zu stärken. Wenn wir nicht in der Lage sind, durch die geistigen Augen des Bodhisattva hinaufzuschauen, so können wir die Anforderungen Christi an unsere Zeit verstehen, während wir hören, was er sagt und sehen, was er unten tut. Wenn man nach dem entschiedenen und teilweise sogar strengen Ton Beinsa Dounos urteilen kann, wurde die „Latte“ zu hoch gelegt. Deshalb müssen nicht die Bodhisattvas zu uns hinuntersteigen, so Steiner, sondern wir uns zu ihnen aufschwingen.
Etwas bekümmert, aber hoffnungsvoll sagte der Meister: „Christus steigt in die Seelen hinunter, nur wenn das Bewusstsein erweitert wird. Mein glücklichster Tag wird derjenige sein, an dem ich sehen kann, dass Christus in eurem Bewusstsein lebt. Seid sicher, das wird der glücklichste Tag meines Lebens!“ Haben seine heutigen Nachfolger diese Bitte erfüllt? Die Antwort ist ein klares Nein! Es gibt ein Maß für alles: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“(Matthäus 7:16). Aus den weiteren Ausführungen wird deutlich werden, wie verwirrt, inadäquat, dumm und zum Teil auch satanisch diese Taten der heutigen Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ sind.
Die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft ist in keinem besseren Zustand und verliert schleichend die Lebenskräfte des „Gefäßes“, durch das die Wesenheit Anthropos-Sophia nach dem Gottesplan wirken soll. Über die restlichen geistigen Strömungen will ich nicht reden – sie sind tragischerweise voller Infantilismus.
Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert fasste Michael die gesamte göttlich-menschliche Weisheit seit der atlantischen Zeit zusammen, transformierte sie in Christo und begann, in der Sonnensphäre den zahlreichen entkörperten Menschenseelen und übersinnlichen Wesenheiten das esoterische Christentum zu „lehren“ (Inspiration). Ende des 18. Jahrhunderts wurde dieses neue Christentum nach unten in die Mondensphäre projiziert (Imagination) und kam Anfang des 20. Jahrhunderts über Rudolf Steiner zur Erde herunter. Steiner hat nicht nur darüber gesprochen, sondern es auch in seinem eigenen Leben praktisch angewendet. In dieser Zeit stieg auch der Bodhisattva selbst herab, der nicht nur Jahrzehnte lang Vorträge hielt, sondern auch wie Steiner das Besprochene in seinem Erdenleben vorlebte. Steiner erhob sich zur Vorsehung und Beinsa Douno stieg von dort hinunter. Steiner gab uns den Schlüssel zum Christus-Verständnis, und der Bodhisattva bietet den Schlüssel zum Erlöser in unserer Seele. Der gesamte Zyklus unserer eigenen Entwicklung wurde praktisch vorgeführt, weshalb der vielfache Klageruf „Warum mischen sich die Götter nicht ein, sehen Sie nicht, was unten vor sich geht?“ grundlos ist. Nach den zwei erwähnten Opfern von Beinsa Douno und Rudolf Steiner greifen die Christus-Geister nur ein, wenn wir sie auf die richtige Weise suchen. Sie mischen sich in dem Maß ein, in dem wir den Mut haben, uns ihnen zu zeigen, äußerte Steiner. Aber zuerst müssen wir ein tiefes Verständnis der Dinge voweisen. An anderer Stelle warnte er, dass die Zahl der Menschen, die in der Lage sind, das Christentum zu begreifen, ohne durch die Geisteswissenschaft zu gehen, immer geringer sein wird. Der Bodhisattva sagte über seine Vorträge, dass „alles, was in ihnen gegeben wird, nicht nur in den Worten liegt. Vieles bleibt versiegelt, so dass nur derjenige, der es erlebt hat, es aufnehmen kann.“
Mit wenigen Ausnahmen hatten die Menschen Angst vor dem Verständnis und Erlebnis der Christus-Weisheit, die durch seine zwei Boten hinuntergestiegen war und das Böse hat die Bühne betreten. Jeder fragt, woher dieses Böse kam. Es kam vom Unverständnis und der Faulheit im geistigen Leben der Erdenmenschheit! „Das Böse gibt es nur auf Erden“ sagte B. Douno und Steiner alarmierte uns: „Bisher waren die kosmischen Kräfte in der Lage, das äußerst entstellte Bild unserer Menschlichkeit zu richten, aber in Zukunft werden diese kosmischen Kräfte nicht ausreichen.“
Hier wird noch ein Beispiel angeführt, wie das Missverstehen und Nichtannehmen langfristige Entstellungen hervorrufen können. Ende des Jahrhunderts saßen wir zu dritt bei einem Glas Tee im Zentrum von Varna und führten ein besonders inhaltsreiches geistiges Gespräch. Auf einmal wurden die geistigen Sinne von einem der Teilnehmer geöffnet und er sah, wie oben unsere Schutzengel einfach strahlten. Am Tisch gegenüber saßen auch drei Personen, die ein triviales Gespräch führten. Ihre „Beschützer“ ließen den Kopf hängen und waren fast eingeschlafen. Die Anthroposophie ist die Sprache zur Kommunikation mit den Geistern und wird von der Seele gebraucht, so wie der Körper die Nahrung gebraucht. Wenn sie sich für uns in jene Atmosphäre verwandelt, ohne die die Seele nicht leben kann, erhebt das unseren Engel auf höhere Stufen und er holt neue Offenbarungen herunter, die unsere wahre Waffe gegen das Böse sind. Der Engel eines Nichtanthroposophen taucht in tiefere Ebenen ein und es wird außerordentlich schwer sein, ihn in der nächsten Inkarnation zu „wecken“. Und wie soll ein „schlafender“ Engel den Menschen in all seinen Erdenleben führen?! Eigentlich teilen die Menschen die Engel in zwei Reiche ein und verursachen ein Riesenchaos in den karmischen Verbindungen, womit sie die Arbeit des Herrn des Karma äußerst erschweren.
Es gibt noch etwas Wichtiges. Im 20. Jahrhundert versuchten die Schutzengel eifrig, unserem Astralleib drei Impulse während unseres Wachlebens einzuprägen, und zwar in den Willen. Dieser Prozess sollte bis zum Ende des Jahrhunderts abgeschlossen sein. Jeder kann für sich selbst beantworten, ob er gewusst hat, was mit ihm passiert. Die Engel haben ihre Arbeit erledigt, aber die Impulse wurden nicht tagsüber eingeprägt, sondern während wir nachts schliefen. Doch wenn wir schlafen, bleiben nur der physische und der Ätherleib im Bette. Dort haben wir die Impulse erhalten, aber ohne bewusst am Erreichen der drei Ziele der Engel teilzunehmen. So wurden diese Ziele in etwas Erschreckendes entstellt, womit nicht nur der Teppich vor Ahriman „entrollt“ wird, sondern Sorat selbst die böse Rasse – „die Toten“ in drei Richtungen vorbereitet:
1. Das erste Ziel der Schutzengel – die zukünftige Brüderlichkeit der Menschen auf der Grundlage der Liebe artete in einen todbringenden Missbrauch der Sexualität aus, der eine gefährliche Blutvergiftung hervorruft. Und im Blut pulsiert das Ich und ein Teil seiner Kontrolle über unser Leben kommt dort zur Geltung. Statt einer wahren Brüderlichkeit der Körper wird für die „Vergifteten“ die Grenze zwischen dem Engel und dem Teufel verwischt, was Ich-Vampirismus reinsten Typs darstellt.
2. Das zweite Ziel der Schutzengel – die Möglichkeit, die verborgene Göttlichkeit unserer Mitmenschen zu sehen und von Seele zu Seele auf der Grundlage der Weisheit miteinander völlig frei, ohne die Vermittlung einer religiösen Institution, geistiger Gesellschaft usw. umzugehen, artete in den Missbrauch der Medizin aus. Die giftigen „Arzneimittel“, das Entschlüsseln des Genoms, das Clonen von Tieren durch Wissenschaftler mit herabgedämpftem Bewusstsein sind die Schritte, die zum Missbrauch der Medizin führen. Dieser Missbrauch heißt ‚physiologischer Dämonismus’, und er verweigert komplett die Göttliche Weisheit, die bei der Schaffung des Menschen ihm eingeprägt worden war.
3. Das dritte Ziel – die Idee, dass wir durch das Denken über den Abgrund gehen und zum Leben im Geist, zur Wahrheit über den Geist kommen, artete in die Entfesselung mechanischer Kräfte aus. Die heutigen Roboter, das Internet, die Mobiltelefone und ähnliche „Errungenschaften“ stellen ein gigantisches satanisches Netz dar, in dem die von Michael „heruntergeholten“ Geister der Finsternis leben. Hier können wir uns an die Prophezeiung jenes Mönchs erinnern, der vor einigen Jahrhunderten in die Zukunft auf die vor den Fernsehern sitzenden Menschen sah und sagte: „Der Satan spricht aus einem Kasten und seine Hörner sind auf dem Dach“. Kurze Zeit nach der Verbreitung des neuen „Kastens“ Internet in Bulgarien hörte ich ein Interview mit Fachleuten, die besorgt feststellten, dass das System die Anzeichen eigenen Lebens zeigte, das sich der Kontrolle durch den Menschen entzieht. Das ist eine „Vernunftsart“, die anders als die menschliche ist. Es handelt sich nicht um einen Geist, sondern um den mechanischen Okkultismus, der in vollem Maße das Interesse und den Egoismus des Menschen bedient.
„Die Wissenschaft sagt nichts. Es ist der menschliche Geist, der etwas sagt“ – sprach Beinsa Douno fast verärgert aus. Weiter sagte er: „Ihr müsst als Christen das Privateigentum abschaffen, Dieses ist ein Übel enormer Ausmaße. Die Slawen müssen vorführen, wie das Geld und das Interesse ersetzt werden können!“ Das klingt sehr radikal, aber niemand darf denken, dass die Illusion „Anastasia“ – die Buchreihe des Russen Wladimir Megre – durch die „Familienlandsitze“ den Willen des Himmels erfüllen wird. Lange vor „Anastasia“ legte Rudolf Steiner die Grundlagen der biodynamischen Landwirtschaft als den Übergang zu dem, was der Bodhisattva beschrieben hat. Aber in beiden Fällen bestehen Privateigentum, Geld und Interessen. Wir haben bereits hervorgehoben, dass die „Latte“ des Meisters sehr hoch gelegt wurde. Sie führt uns zum Gottes Gebot „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Und: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“ (Matthäus 6:33) Wo befindet sich das Reich Gottes? Beinsa Douno beantworte diese Frage folgendermaßen: „Christus, das ist das Göttliche Prinzip, das in eurer Seele erwachen muss. Das Reich Gottes ist in euch. Ihr alle macht das Reich Gottes auf Erden aus, deshalb sagt Christus: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“.
Wie bereits erwähnt, ist die Seele das Göttliche in uns, aber sie kann ihre Göttlichkeit durch das Ich erleben. In ihm stieg an Pfingsten das vom Geist getragene „Welten-Ich“ in Form des Christus-Impulses hinein. Es muss erläutert werden, dass das makrokosmische Christus-Ich nur einmal vollständig in Fleisch inkarnierte, um danach zur Loge der Bodhisattvas zurückzukehren, von der aus Es das Werk Gottes steuert. Das, was im menschlichen Ich lebt, ist der Christus-Ich-Impuls, durch das nach Pfingsten die Seele ihre Göttlichkeit erleben kann. Steiner sagte: „Die wahre Wirkung des Christus-Impulses wird erst dann zur Geltung kommen, wenn er in der Menschenseele wirkt und nicht von außen.“ Aber in uns ist der Impuls in unseren drei Leibern wie in Nussschalen eingeschlossen, deshalb ist er schwer zu finden. Wenn wir über jenen ätherischen Kreis sprechen, der Shamballa genannt wird, so gibt es dort die äußerste, physische „Schale“ nicht und der Impuls kann viel freier „atmen“. Und wenn wir darüber reden, dass der Erlöser der neue Geist (das neue Ich) der Erde ist, bedeutet das nicht, dass sein makrokosmisches Ich in ihr gefesselt ist. Das auf Golgatha verflossene Blut brachte die Christus-Ich-Kraft in die Erde als den Impuls zur allmählichen Verwandlung des Planeten in eine Sonne.
Was ist unsere Rolle beim Durchgeisten der nächsten 6000 Jahre, nach denen die große nachatlantische Zeit zu Ende sein wird? Bis zu diesem Zeitpunkt müssen wir Menschen drei übersinnliche Hüllen mit dem Christus-Impuls als Kern ausgebildet haben, in die der Erlöser Selbst in Seinem höheren Aspekt als Vertreter des makrokosmischen Ich-Prinzips hineintreten wird. Wir bilden den Astralleib für den Christus-Impuls aus durch moralische Taten der Verwunderung, des Vertrauens, der Andacht und des Glaubens, d.h. durch all das, was den Weg zur übersinnlichen Erkenntnis bildet.
Den Ätherleib bilden wir aus durch Taten aus Liebe und durch das Gewissen bilden wir das aus, was dem physischen Leib des Menschen entspricht. Auf diese Weise werden wir die wahre Brüderlichkeit auf Erden aufbauen, die durch ein gemeinsames, vom makrokosmischen Christus-Ich getragenes Karma vereinigt ist. Goethe nannte dieses neue, in der Welt real existierende sinnlich-übersinnliche Wesen „das große unsterbliche Individuum“. Nach etwa 6000 Jahren wird Christus vor der Tür des Individuums stehen und nachsehen, ob wir es für Ihn in einem solchen Maße vorbereitet haben, dass wir Seine Stimme, die sich aus der Welt der Vorsehung an die Menschheit wendet, hören können. Dann wird Er in die vorbereiteten Hüllen eingehen: „Den Sieger werde ich mit mir auf meinem Throne sitzen lassen, wie ich als Sieger mit meinem Vater auf seinem Throne sitze“ (Offenbarung 6:21). Wer am Ende der siebten Kulturepoche sich nicht zum Erleben des „auf dem Thron sitzenden“ Christus in der Umgebung seiner Hüllen erheben wird, wird überhaupt nicht in das „Individuum“, d.h. in die „Neue Arche“ eingehen und jede Hoffnung auf ein richtiges Überleben der Großen Katastrophe verlieren, die das Ende der Großen nachatlantischen Zeit bilden wird.
Eine inspirierende Zukunft erwartet den Menschen, wenn es ihm gelingt, seine Leiber in einen wahren „Tempel“, in einen „Thron“ für den Christus zu transformieren. Dort, woher der Bodhisattva kam, betrachtet er immer den „auf dem Thron sitzenden“ in seinem vollen Ruhm und Glanz. Denn Christus ist der „Erstgeborene, der alle Göttlichen Tugenden entwickelt und manifestiert und alle Göttlichen Gesetze angewendet hat.“ Mit dieser bemerkenswerten Offenbarung sagte uns der Bodhisattva unmissverständlich, dass der Sohn aus der Trinität in den weniger als drei Jahren seines Erdenlebens den Menschen und Göttern gegenüber unseren gemeinsamen Vater in Dessen Ganzheit zum Vorschein brachte!!! Seitdem hat sich das Golgatha für die höheren Hierarchiewesenheiten in eine Art „Religion“ verwandelt, in etwas Unerreichbares, in einen ewigen Kraftquell, mit dem sie die Erfüllung des Göttlichen Plans fortsetzen können. In seiner typischen Manier sagte der Meister: „Bereist den ganzen Himmel, das ganze Universum, alle Welten, überall wird man euch sagen, dass Gott Liebe ist!“ Das Golgatha ist die höchste Erscheinungsform der Göttlichen Liebe, der Göttlichen Fülle! Dem Christus ähnelnd, stieg Beinsa Douno in die finsteren Tiefen des Fleisches hinunter, um uns den Weg zu dieser Liebe zu zeigen. Ein paar Jahre später forderte ich diese Liebe persönlich von ihm. Aber vorher musste ich mein Kreuz auf mich nehmen und zu meinem Golgatha gehen, indem ich die ersten Schritte auf dem Weg des Schülers machte.

 

Der Weg zum Ich – Teil 3

Das Explodieren des Ich
Ich las immer wieder esoterische Bücher und suchte den Kontakt zu Menschen mit ähnlichen Interessen. Beinsa Douno hatte vorhergesagt, dass die von den Bolschewiken auferlegte „Religion der Arbeit“ 45 Jahre dauern werde. Nach ihrem Zusammenbruch würden 10 Jahre lang (bis 1999) günstige Voraussetzungen für die geistige Entwicklung in Bulgarien bestehen. Und tatsächlich beseitigte der Staatsstreich Ende 1989 die äußeren Schranken auf dem Weg zur Geistigkeit. Viele suchten nach Gott, zogen sich jedoch bald zurück und versanken ins Materielle, denn die inneren Schranken bestanden weiter. Diese muss der Mensch persönlich überwinden. Es gab wenige dauerhaft Suchende, aber zum Glück schlossen sich ihnen neue Seelen an.
Es kam der Sommer des Jahres 1994 mit der Euphorie von der Fußballweltmeisterschaft, als die bulgarische Mannschaft das Halbfinale erreichte. Äußerlich nahm ich am Volksfest teil, aber innerlich lief ein Prozess ab, der mein ganzes darauf folgendes Leben stark prägte.
Wie gesagt, wird zwischen dem 28. und 49. Lebensjahr das Karma zurückgezahlt. Das Karma brachte mich in eine schwierige Situation mit einigen Konfliktpunkten, denn mir stand der entscheidende Schritt bevor. Mein Leiden währte mehrere Monate, ohne von jemandem wahrgenommen zu werden. Ich überlegte mir verschiedene mögliche Auswege, aber alles erwies sich als eine fruchtlose menschliche Anstrengung. Allmählich wurde ich der Tatsache gewahr, dass die ganze „Zivilisation“ völlig hilflos ist und kein Mittel zur Lösung einfachster Konflikte bieten kann. „Wenn ich dafür geboren wurde, um mich an diese „Zivilisation“ anzupassen und nur nach ihren Regeln zu leben, wäre es besser gewesen, überhaupt nicht hinunterzusteigen!“ Und tief in mir riss etwas unumkehrbar: Ich sagte mich von der Welt los. Meine weltlichen Aufgaben erfüllte ich weiterhin, indem ich „dem Kaiser gab, was des Kaisers“ war, aber die Einstellung zur Welt musste neu gestaltet werden, nach anderen Regeln – den Christus-Regeln. Natürlich blieb alles unklar und sollte irgendwann in der Zukunft geschehen, aber der Akt des Lossagens vom Atheismus an sich war wichtig. Jeder, der sich selbst für einen spirituellen Menschen hält, denkt, dass er kein Atheist ist. Das ist ein großer Irrtum! Etwa zehn Jahre später musste ich mit Verwirrung und vorübergehendem Unverständnis aus eigener Erfahrung feststellen, wie tief der „Stachel“ der Ablehnung Gottes im Menschen steckt. Er ist es, der uns fest an die Welt bindet und uns nicht erlaubt, tatsächlich auf den Geist hinzugehen. Mit dem Lossagen wird der „Stachel“ bereits wesentlich „gestutzt“ und der völlige Bruch ist nur eine Frage der Zeit. Ich kannte die Anthroposophie noch nicht und hatte nicht über das „Siegel“ auf diese Welt gehört, was das Lossagen einigermaßen erleichtert hätte, aber trotzdem wurde es 1994 für mich zur Tatsache. „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden“ (Matthäus 16:24-25) – rief uns der Erlöser vor 2000 Jahren auf. In unserer Zeit erläuterte der Meister Beinsa Douno: „Wer auf den Weg kommt, der sagt sich von sich selbst los. Wenn Christus sagt, dass wir uns selbst verleugnen sollen, meint er, auf das übliche Leben mit all seinen vergänglichen Formen, all seinen Illusionen zu verzichten und in das neue Leben einzutreten. Die Welt kann für euch nicht das Ideal sein, sonder euch nur als ein Feld dienen, auf dem ihr zur Geltung kommt. In der dichten Materie kann es kein Glück geben.“ Dann fügte er tröstend hinzu: „Die lebendige, vernünftige Natur interessiert sich nicht für euer Glück, es sei denn, ihre Interessen fallen mit eurem Glück zusammen. Demjenigen, der sich auf dem Göttlichen Weg befindet, kann keiner ein Bein stellen. Aber er stolpert solange von alleine, bis er sich selbst überzeugt und vernünftige Erfahrungen erlangt. Wir leiden, denn wir beschäftigen uns zuviel mit materiellen Sachen. Passen wir auf den Göttlichen Gedanken auf, werden 75% der Unglücksfälle beseitigt und es bleiben nur 25%, da es immerhin Unvermeidliches gibt.“ „Die Interessen“ der Geister, die die karmischen Situationen gestalten, verlangen, dass wir deren Vorhaben begreifen und richtig durch ein aufopferndes Lossagen reagieren. Als Ergebnis wird ein irdisches „Seil“ in unsere innere Kraft transformiert. Wir sind „leichter“ geworden ohne diese Last und können vorwärts weitergehen!
Was habe ich damals getan? Während ich meine Hilflosigkeit zugab, spürte ich, dass mich etwas in die Kathedrale führte, wo ich mich an Gott mit der Bitte wandte, dass Er das Problem lösen möge. Ich war mir damals noch nicht bewusst, dass der Weg zu Ihm unumgänglich über Christus geht, Der mir zuhörte und in mein Herz schaute. Ich empfand keine Bosheit oder Rachegefühl für die anderen Konfliktteilnehmer, sondern bat, dass sie auch Gutes erhalten. Beinsa Douno hat Recht, wenn er sagt: „Christus wird dich nur dann besuchen, wenn du vollkommen allein bist und keiner dir helfen kann. Er ist der einzige Faktor, auf den du dich verlassen kannst.“
Und der Erlöser half mir, indem Er auf wundersame Weise „das Knäuel löste“, so dass alle tatsächlich Gutes bekamen. Es machte nichts aus, dass ich zu jener Zeit Johannes dem Täufer näher stand: Ich wurde nämlich über die geistige Unwissenheit der Menschen wütend, wollte, dass sie ihr Bewusstsein schnell wandeln, der Christus schien mir viel zu weich und nicht „revolutionär“ genug. Das allmähliche Aufgehen des Erlösers in unserer Seele muss aber unbedingt durch das „Verkleinern“ des Johannes begleitet werden. Nicht nur das: nach der bewussten Verleugnung der Welt klafft eine große „Lücke“ in unseren Leibern, die wir mit Geist ausfüllen können, wenn das Ich explodiert ist. Das Ich explodiert, wenn die Bewusstseinsseele ausgebildet ist und sich „öffnen“ kann, d.h. man erkennt die Seele als das Ich. Im Ich ist der Gott Christus „verborgen“, Der zu sprechen beginnt und den Geist schickt. Steiner wies darauf hin, dass Gott im Menschen lebt, aber dann spricht, wenn die Seele sich selbst als Ich erkennt. Beinsa Douno formulierte es anders: „Die Seele an sich kann sich nicht (zum Geist) erheben, wenn das Ich nicht geboren wird“. Der beschriebene Prozess kann erst nach dem erwähnten Lossagen in Gang gesetzt werden und jene individuelle innere Freiheit liefern, die die Haupteigenschaft der zum „Explodieren“ vorbereiteten Bewusstseinsseele darstellt, welche Steiner „die Seele in der Seele“ nennt. Das Lossagen hat uns nicht nur in einen Menschen verwandelt, der in der Welt lebt, aber nicht „von der Welt“ ist, sondern es schützt uns auch vor der Gefahr, die erlangte Freiheit zu persönlichen statt einzig zu geistigen Zwecken zu nutzen. Nun kann das Ich explodieren und die Seele ihre Unsterblichkeit erleben. Ich werde nie vergessen, wie sich das bei mir ereignete!
Gewöhnlicherweise gibt es im Leben jedes geistigen Pilgers ein Buch, das die Rolle des auslösenden Faktors spielt und völlig neue Horizonte eröffnet. In der Zeit 1994-95 lasen meine Frau und ich ständig verschiedenartige spirituelle Literatur. Wir kommentierten alles, was wir gelesen, gehört und erlebt hatten. 1996 kaufte ich das Buch „Das Testament des Heiligen Johannes“ von Juan José Benítez, genauer gesagt den zweiten Teil des Buchs. Ich schlug die ersten Seiten auf und sagte mir enttäuscht: „Was ist denn das für ein Quatsch?“ Einige Monate später fragte mich jemand, was ich vom „Testament“ halte. „Es hat mich nicht beeindruckt und ich habe es nicht gelesen“, antwortete ich. Aber der „Knopf“ wurde bereits gedrückt! Als ich nach Hause kam, schlug ich das Buch auf und las es atemlos ein paar Mal durch. Ich habe mir sogar eine Zusammenfassung gemacht und Schemas gezeichnet. Trotz der stark luziferisierten (halbwahren) Information, die Anfang des 20. Jahrhunderts gechannelt wurde, enthält das Buch den Schlüssel für jeden Suchenden – das Ich. Mit Erstaunen und außerordentlicher Begeisterung bin ich mir bewusst geworden, dass ich dank dem Ich gottgleich bin! Der Augenblick der Bewusstwerdung ist wie ein Blitz, der das ganze geistige Horizont, das der Seele zugänglich ist, zerreißt und erleuchtet. Seitdem ist mir klar: ich bin nicht nur ein Göttliches Wesen, ich bin der Gott selbst! Die Seele – als Teil des Vatergotts – macht uns gottgleich, aber mit dem Explodieren ihres Zentrums, des Ich, werden wir dieser Wahrheit gewahr und der erste Teil des Rosenkreuzerspruchs „Ex deo nascimur“ („Aus dem Gott sind wir geboren“ wird für uns zur Wirklichkeit. B. Douno brachte das folgenderweise zum Ausdruck: „Der schönste Augenblick im Menschenleben ist das Erwachen seines Bewusstseins oder das Aufdämmern der menschlichen Seele. Wer zu diesem Augenblick gelangt ist, der hat den Zauberstab in seinem Leben gefunden.“ Bis zum Finden des „Zauberstabs“, des Ichs, müssen wir selbst heranwachsen, danach empfinden wir es als eine bestimmte innere Tätigkeit: Der Logos-Christus beginnt zu reden! Das Ich hat seine seelische Arbeit an den Leibern abgeschlossen und geht zu ihrer geistigen Transformierung in Geistesselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen über. Dieser Prozess wird bis zum Vulkan andauern, aber der Anfang wird heute gesetzt. Wir haben das Vorbild vor unseren Augen: in den drei irdischen Jahren hat der Erlöser die drei Leiber Jesu mit der Kraft seines Ichs vollkommen durchgeistet. Die gleiche Kraft, die in unserem Ich zutage kommt, wird unsere Leiber in Geist transformieren, indem sie mit dem Astralleib beginnt.
Nach dem Augenblick der Explosion ist der Mensch wie Johannes der Täufer – der einzige auf der Welt, der Gott traf. Der Vatergott hat ihn mit den Fäden seiner mächtigen Liebe angezogen und zum Sohnesgott geführt, damit die Worte aus dem Evangelium in Erfüllung gehen „Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, dass ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat (Joh. 6:44). Erst jetzt beginnt das Leben in Christo. Beinsa Douno erklärt, dass Christus die Grenze ist, „bei der das menschliche Bewusstsein aus einem Zustand in einen anderen übergeht. Im Licht, das Christus der Welt brachte, kann man das gewöhnliche Bewusstsein vom erleuchteten Bewusstsein der Menschen unterscheiden. Folglich ist für den neuen Weg, der sich im Christus-Licht abzeichnet, folgende Eigenschaft typisch: in jeder Seele, die diesen Weg betritt, entsteht der unüberwindbare Wunsch, vorwärts zu gehen. Und keine Macht ist in der Lage, diese Seele auf ihrem Weg aufzuhalten.“
Aber das Leben in Christo muss obligatorisch durch das Christus-Verständnis gehen, damit Er als unser ständiger Gefährte und Freund erlebt und praktiziert werden kann. Auf diese Weise „wächst“ Christus und Johannes wird „kleiner“, und das schützt uns vor dem äußerst gefährlichen Anwachsen des Stolzes nach der erlebten Entdeckung unseres Göttlichen Wesens. Der russische Philosoph Wladimir Solowjow hat das gut begriffen: „Wenn die menschliche Seele sich anstrengt, um ihr eigenes Dasein zu gewährleisten, wendet sie sich unvermeidlich zum historischen Christus“.
Mich durstete stark danach, möglichst viel über die Ereignisse der Zeitenwende zu erfahren. Und sofort kamen die Bücher der Reihe „Operation Jesus“ („Caballo de Troya“) von J.J. Benítez. Während mich „Das Testament“ zum grenzenlosen Kosmos abgeschossen hatte, um Christus als den Sohn zu finden, brachte mich „Die Operation“ zur Landung bei Christus Jesus und seinem unmittelbaren Umgang mit den Menschen. Trotz der deutlichen Relativität des in dieser Reihe Geschilderten und des besonderen Ahrimanismus, der durch sie hindurchkriecht, war mein intimes Erleben intensiv und stark und verwandelte sich in immer wachsende Sympathie, Zuversicht und Demut dem Erlöser gegenüber. Meine Seele saugte Ihn wie ein Schwamm auf und er „wuchs“ unumkehrbar und Johannes der Täufer wurde schnell „kleiner“. Auf diese Weise brachte Christus als Zentrum der Waage beide Schalen ins Gleichgewicht. So erhob ich mich durch das luziferisierte „Testament“ zum makrokosmischen Sohn und erdete mich durch die ahrimanisierte „Operation“ zum mikrokosmischen Jesus. Im Interesse der Wahrheit stellte die linke Schale das Zentrum nicht den Sohn aus der Trinität selbst dar, sondern nur eine seiner Manifestationen. Ich brauchte noch sieben Jahre, um den richtigen Platz Christi in der Göttlichen Hierarchie zu erkennen. Jemand kann fragen: „Wieso ist dein Ich explodiert und du weißt nicht das, was jede Oma in der Kirche weiß?!“ Ja, ein „Christ“ wird gleich sagen, dass der Erlöser der „Sohn“ Gottes ist, ohne die esoterische Geistigkeit zu kennen. Aber das ist nur hohles Gerede und der Selige Augustin sagte einmal offen, dass er an die Wahrhaftigkeit der Evangelien nicht glauben würde, wenn nicht die Autorität der katholischen Kirche ihn dazu zwingen würde. Seine Verstandesseele hatte die sichtbaren Widersprüche in den Evangelien bemerkt, aber die äußere Autorität unterdrückte die Zögerung und neutralisierte die gefährlichen Antworten. Er lebte in jener alten Zeit und heute haben wir den Schlüssel zur Lösung der Widersprüche, so dass jeder, der sich weigert, diesen zu benutzen, auf der Stufe der Verstandesseele verweilt und die Gefahr läuft, zur Empfindungsseele zu versinken. Der Weg zum Geist schließt sich für einen solchen Menschen und seine Worte und Handlungen erfüllen die Bedeutung der „Idiotie“. Der Meister klingt eindrucksvoll, wenn er sagt: „Christus hat das historische, kosmische und mystische Leben der Erde und der Menschheit bewegt, Er tut es gegenwärtig und Er wird es in Zukunft auch tun. Ohne Christus gibt es keine Geschichte, keinen Kosmos, also keine organisierte und geregelte Welt. Ohne Christus gibt es kein mystisches Leben. Er ist der große Inspirator sämtlicher Offenbarungen aller Zeiten. Er ist das unsichtbare Triebwerk des ganzen geistigen Lebens der Menschheit. Der physische Aspekt des Christus, das ist die ganze Menschheit in einem Leib. Alle im Herzen Christi versammelten Engel machen Seinen geistigen Aspekt aus. Und alle Götter, die im Verstand Christi versammelt sind, machen Seinen Göttlichen Aspekt aus. Ihn kennen alle großen Seelen und unter ihnen besteht kein Streit, wer Er ist, was Er war, wo Er ist, welchen Platz Er in der Hierarchie der Meister einnimmt usw. Sie streiten nicht, denn sie wissen, welchen Platz im Ganzen Christus einnimmt, so wie sie wissen, welchen Platz die anderen großen Menschen einnehmen, die auf die Erde kommen und kommen werden. Aber das ist ein großes Geheimnis, für dessen Begreifen Tausende Jahre intensiver Arbeit nötig sind. Diesen Christus müssen die Menschen heute erkennen! Ihn müssen sie sehen und erkennen. Aber damit jemand Christus sehen kann, muss er einen Verstand, ein Herz, eine Seele und einen Geist wie die Seinen besitzen. Alle, denen Christus erschienen ist, sind zuvor mit dem Gesicht zum Boden gefallen. Und was kann ein gefallener Mensch sehen?“
Bei meinen Begegnungen mit „christlichen“ Pfarrern habe ich soviel Unsinn gehört, dass man nur staunen kann. Etwa: „Gott schuf die Welt in sechs Tagen je 24 Stunden“, „Das Christentum ist nur für die Freizeit“, „Die Aufzählung der Namen aus dem Stammbaum des Jesus in den Evangelien von Matthäus und Markus spielt keine Rolle, denn die Evangelien selbst können auf hundert verschiedenen Weisen geschrieben werden.“ Nicht zu sprechen über die Reaktionen dieser geistigen „Hirte“ bei meinen zahlreichen Versuchen, sie auf die anthroposophischen Wahrheiten hinzuweisen, d.h. auf den Schlüssel zur Lösung der Rätsel in der Bibel, die sie selbst ständig mit sich herumtragen! Dunkel werdende Gesichter, von Boshaftigkeit erfüllte Blicke, nervöse Reaktionen kategorischer Ablehnung alles dessen, was ihr Schema und ihre bequeme Lebensweise bedroht! Eigentlich geht es um das Geld und den tatsächlichen Atheismus, der diese Menschen befallen hat, die mit einer materialistischer Weltanschauung versuchen, über Gottes Werke zu räsonieren. „Keiner kann Materialist sein, ohne stumpf zu sein“, sagte Steiner und Beinsa Douno äußerte: „Die Werke Gottes kann man mit einem Göttlichen Verstand begreifen. Alle Kirchen und Rituale werden untergehen. Sie haben ihre Aufgabe bereits erfüllt. Die Rettung liegt in der Erweiterung eures Bewusstseins, damit Christus da hineinkommen kann. Dann sind wir grundsätzlich gerettet.“
1995 waren die Anthroposophie und Beinsa Douno noch weit entfernt von mir, aber das intensive Studium der esoterischen Literatur der vergangenen Jahre führte zu einer wesentlichen Erweiterung meines Bewusstseins und bereitete es auf den „Eintritt Christi“ vor. Das Ich „explodierte“ trotz der ungenügend ausgebildeten Bewusstseinsseele. Das geschah in der Mitte der Periode, in der dieser höchste Seelenanteil ausgebildet wird. Warum? Denn mit dem entschiedenen Lossagen erfolgte der unumkehrbare Übergang zur Bewusstseinsseele. Das Erlangen der Freiheit von der Autorität der Welt ist eine ihrer Haupteigenschaften, weshalb Steiner besorgt davon abrät, uns auf die Autorität zu verlassen. Das Prinzip der Autorität kann nur Übel und Unannehmlichkeiten hervorbringen, was B. Douno ebenfalls bestätigte: „Das Fatalste ist, wenn man versucht, der Welt gerecht zu werden, d.h. dem Menschlichen und nicht dem Göttlichen. Der Schüler muss in der Welt sein, aber die Welt darf nicht in ihm sein“.
Wenn wir uns abgewöhnen, dem Menschlichen gefällig zu sein, ist der Weg offen zur von jeglicher Sympathie und Antipathie unabhängigen Christus-Wahrheit in der Bewusstseinsseele. Das Geistselbst kann sie später dorthin bringen, wenn sie durch die Vermittlung unseres eigenen Ich empfunden und erfasst ist. Ich musste das persönlich prüfen, aber zuerst sprach Christus als Logos und „zog“ mich zu Sich, indem Er auf diese Weise den Einfluss der äußeren religiösen Autoritäten überwand. Damals kamen die Vertreter vieler geistiger Strömungen aus Ost und West nach Varna. Bei meiner Begegnung mit ihnen stellte ich immer Fragen, die den Erlöser betrafen. In den Antworten war ein störendes Unverständnis und Ignorieren spürbar. Aber ich hatte immer noch eine ziemlich idealistische Einstellung zu den „spirituellen“ Menschen, und der Kontakt mit der „Autorität“ schmeichelte mir. Der große Einfluss der Verstandesseele musste am Ende der Periode aufhören – im Schlüsseljahr 1999.
Auf dieser Stufe erfüllte die mystische und okkulte Entwicklung, die vom Schutzengel gesteuert wird, meine Seele mit dem Wort-Christus und ich wurde zum „heimatlosen“ Menschen. „Heimatlos“ ist man, wenn man in sich die große Mission der ganzen Menschheit aufnehmen kann, ohne sich von den besonderen Empfindungen und Gefühlen beeinflussen zu lassen, die dem Charakter eines bestimmten Volkes entstammen. Das Hinauswachsen über das Volk im Astralleib ist eine notwendige Etappe, damit das Wort, „das alles erschuf“, zu sprechen beginnt. Aber nur derjenige kann zu einem konkreten Beitrag zur Gesamtmission der Menschheit kommen, der seine Erkenntnisse den tiefen Schichten des Volksbodens entziehen kann oder anders gesagt, der Mission des Erzengels (Geistes) seines Volkes, über den die gesamtmenschlichen Impulse gehen, denen wir unseren persönlichen Beitrag hinzufügen können. Die Erzengel sind die wahren Inspiratoren der Völker und sie wirken in den Strömen des Ätherleibes, wo die zwischenmenschlichen Beziehungen in Christo entstehen.
Damit ich meinen individuellen Beitrag zur Gesamtmission der Menschheit erfülle, brachte mich der Erzengel der Bulgaren im Herbst 1998 zu weiteren 15 Menschen, mit denen wir den Varna-Zweig des historischen Vereins „Bulgarische Schar“ gründeten. Seit einigen Jahren gab es zahlreiche Bücher auf dem Markt, die verschiedene Seiten unserer alten Geschichte beleuchteten. Ich las viele von ihnen. Auch verfolgte ich die neu erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften auf diesem Gebiet. Der reine Patriotismus – d.h. der Erzengel – „meldete“ sich aus dem Ätherleib. Diese patriotische Stimmung hatte auch die anderen Teilnehmer der „Schar“ erfasst, aber nur meine Frau und ich wollten vom geistigen Standpunkt aus in die Vergangenheit eindringen, um uns über die Wechselfälle des Schicksals klar zu werden und eventuell den Vorhang vor der Zukunft unseres Volkes leicht aufzuziehen. Ohne einen solchen Blick wird der Patriotismus, so B. Douno, zum „Schnattern“. Die willkürliche Benutzung bestimmter Wörter führte manche zu irrsinnigen Behauptungen, etwa dass Jesus Bulgare gewesen wäre, Zarathustra und Hermes – ebenfalls usw. Diese Menschen konnten Beinsa Douno nicht begreifen und das Wertvollste erreichen, was auf diesem Gebiet bekannt war. Mich auf Beinsa Douno und mein eigenes Suchen stützend, sprach ich im Januar 1999 vor der „Schar“. Die Hauptmomente des Vortrags wurden zum wesentlichen Teil der drei Jahre später aufgeschriebenen Vorlesung „Die Bulgaren und die sechste Kultur“. Es war sofort sichtbar, dass das Besprochene ein zu hoher Ball für die Zuhörer war. Ich wurde oft beim Versuch verhindert, das Wort zu ergreifen und Ideen darzulegen. Fast immer ging ich nach Hause mit einem unangenehmen Gefühl oder Kopfschmerzen, die durch den Mangel an Hörfähigkeit und das nachfolgende Abprallen der Gedankenformen verursacht wurden. In den nächsten Jahren wurde ich oft mit solchen Reaktionen konfrontiert, für die ich nach und nach die richtige Gegenwirkung fand. Es gibt wenige Seelen, die von hohen Ideen geleitet werden und in die weite Zukunft sehen, um die für die heutige Zeit richtigen Taten zu erledigen. Das ist eine tragische Tatsache. Trotz aller Hindernisse gibt es keinen Grund für Enttäuschungen, Rücktritte oder Verzweiflung. Es ist wichtig, dass wir den Augenblick wahrnehmen und das Richtige tun, den Rest werden die Götter erledigen.

Im Mai oder Juni 1999 verließen wir die „Schar“. Beim Abschied sagte ihr Vorsitzender skeptisch und etwas überheblich zu mir: „Du bist der Nächste in der Reihe, der die geistigen Menschen vereinigen will.“ „Im Unterschied zu allen anderen werde ich das im Namen des Lebendigen Christus tun“, erwiderte ich sofort, ohne zu ahnen, wie tief diese Wahrheit war. Damals hatte ich noch nicht die Worte Beinsa Dounos gelesen „Jede Tat, die von Christus durchströmt wird, ist eine Blüte, die Früchte ansetzen und tragen wird. Jede Tat, die nicht von Christus durchdrungen ist, ist eine Blüte, die keine Früchte ansetzt und trägt.“ Steiner sagte es in ähnlicher Weise: „Die von Christus durchströmten Ideen, sind die realen Keime einer zukünftigen Wirklichkeit und die Ideen, die nicht von Christus durchströmt sind, sind verurteilt, als fruchtlose Blüten zu verblühen“. Seit 1998 las ich anthroposophische Literatur, was ich unter dem Einfluss eines Anthroposophen tat, auf den ich später eingehen werde. Das gemeinsame Studium zusammen mit meiner Frau war trotz der komplizierten Materie und der auf den ersten Blick „akademischen“ Ausdrucksweise ein wahres geistiges Erlebnis. Steiner erklärte selbst, dass er bewusst keine populäre Darstellung anstrebte, sondern eine solche, die die richtige Anstrengung des Gedankens erfordert, damit der Leser in den Inhalt eindringt. Damit verlieh er seinen Büchern einen solchen Charakter, dass ihr Lesen der Anfang der geistigen Schulung ist. Und noch etwas: „Das Lesen muss zu einem wahren Erlebnis werden, das durch eine innere Spannung, erschütternde Erregung und abschließende Antwort begleitet wird“. Wie viele Nächte haben wir durchwacht, da wir erschüttert und begeistert vom Gelesenen waren!
Das erwachte Christus-Wort führte mich zur Christus-Wahrheit, die der Kern meiner Bewusstseinsseele werden und sie vor den Ansinnen der falschen Spiritualität schützen musste, welche die heutige Welt überflutet. Die Herausbildung einer solchen Anschauung ist ein schwieriger Prozess, der verbunden ist mit vielen Anstrengungen, innerer Verbrennung, Selbstentsagung, Vertrauen in die Götter, Mut … Es ist starker Asketismus notwendig. Im gegenwärtigen Sinne meint das eine erhöhte Wachsamkeit als inneren Gleichgewichtszustand (im Christus-Zentrum der Waage) und gleichzeitig eine möglichst offene Weltsicht. (Universalismus).
Eigentlich war die Erfüllung des zweiten Teils des Rosenkreuzerspruchs im Gange – „In Christo morimur“. Alles, was bis zu diesem Zeitpunkt gelesen, gelernt und erlebt worden war, „starb“ im Licht der imposanten Christus-Wahrheiten, um in ihnen eine Metamorphose zu erleben und den richtigen Platz in der Hierarchie der Geistigkeit zu besetzen. Bis heute wundern sich die Menschen, wer mir „das Recht gibt“, aufzuzeigen, wo das Problem liegt bei Yogananda, Castaneda, Helena Roerich, Mohammed, „Anastasia“, Osho, Max Heindl, den drei großen Zweigen des Christentums usw. Ihr Problem heißt „Christus“, über das sie auf einer bestimmten Stufe je nach dem Grad ihrer eigenen Evolutionsentwicklung stolpern. Die Wachsamkeit drückt sich nicht nur im Wiedererkennen aus, sondern erfordert auch die öffentliche Benennung der Dunkelheit in den verschiedenen geistigen Strömungen, denn diese Dunkelheit dient unmittelbar Sorat und seinen Scharen. Das ist keine Verurteilung, sondern die praktische Anwendung der Anthroposophie als den einzigen Schlüssel, der uns das wahre Wesen jedes Impulses nach dem Kriterium „Mit Christus oder gegen Ihn“ aufzeigen kann. Ich habe bisher noch nicht bemerken können, dass die bulgarischen Anthroposophen diesen Schlüssel benutzen. Im Gegenteil, die Gefahr ihrer „Verführung“ ist völlig real. So wie der östliche Schüler praktisch „verführt wird“ in seinem Guru, so können auch die mächtigen anthroposophischen Wahrheiten den Menschen berauschen, so dass er taub und blind für die anderen Impulse bleibt – besonders für die Zeichen der Zeit. Fast alle einheimischen Anthroposophen zeigten das in ihrem Verhalten.
Im späten Frühling des Jahres 1999 besuchte ich eine Versammlung der inoffiziellen anthroposophischen Gruppe in Varna. Ich wurde zutiefst enttäuscht von der Geschlossenheit, Eingeschränktheit, ja geradezu Infantilität der meisten Teilnehmer. Fast verärgert bot ich ihnen an, einen Vortrag über die Mission der Bulgaren zu halten, mit dem Ziel, dass sie ihre Augen für Beinsa Douno öffnen. Ich sprach beim Michaelifest, wo die Verwirrung der Anwesenden sofort sichtbar wurde. Auf einmal tat sich vor ihnen ein anderes Fenster zum Geistigen auf, durch das sie hätten blicken könnten, wenn sie die Schuppen von ihren Augen entfernt und die nötigen Bemühungen unternommen hätten.
Fast niemand hat das getan und die Gruppe wurde logischerweise aufgelöst. Es gab verschiedene Ursachen hierfür, aber die wichtigste war das fehlende Interesse für den Meister Beinsa Douno und die Mission des eigenen Volkes. Es gibt wenige Anthroposophen, die das Bulgarische liebhaben, die Restlichen halten diese Einstellung für einen „ungesunden Patriotismus“ bzw. „Nationalismus“ – geradezu für etwas Schmutziges. Die herausragendsten Anthroposophem verließen diese Welt, indem sie Beinsa Douno ablehnten. „Derjenige, der es wagt zu sagen, dass der Geist, der in mir spricht, lügt, kann sich niemals entschuldigen“- hatte der Meister Beinsa Douno unmissverständlich gewarnt. Was für ein Drama mögen wohl ihre Seelen im „Fegefeuer“ erleben, wenn sie begreifen, was sie versäumt und verurteilt haben?!
Die Prozesse in der Organisation „Weiße Bruderschaft“ verliefen auf dem entgegengesetzten Pol. Im Sommer 1998 veranstaltete eine Gruppe, die der Lehre des Meisters nahe stand, ein Lager in Varna, wo Begegnungen verschiedener geistiger Strömungen am Meer stattfinden konnten. Die Idee sah vor, dass das Miteinander „im Namen des Einheitlichen Gottes“ erfolgte, was auch der Sinn des gegenwärtigen Ökumenismus ist. Das war eine gute Absicht, aber der Erlöser hatte gesagt: „Niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Johannes 14:6). Bei allen Veranstaltungen versuchte ich, die Aufmerksamkeit auf Christus zu ziehen, aber ich fand kaum Gehör – weder bei den Bulgaren noch bei den ausländischen Gästen. Jeder zog den „Teppich“ zu seinem Geistigen. Mit Ausnahme weniger persönlicher Begegnungen, die dauerhafte Spuren im Gemüt der Teilnehmer hinterlassen haben, war es überall sichtbar, dass alle unvorbereitet auf Christus waren, obwohl uns Beinsa Duno gewarnt hatte, dass „die Christus-Lehre einzig in der Lage ist, die Natur des Menschen zu verändern“.
Im Sommer 1999 vertiefte sich die Ausweglosigkeit. Am 11.08. erlebten wir die totale Sonnenfinsternis, die tiefgreifende Veränderungen im Bewusstsein der hilflosen Menschheit verursacht hat. Sogar die „offizielle“ Wissenschaft stellte fest, dass die Zeit nach 1999 schneller läuft. Vor 100 Jahren eröffnete uns Steiner, dass seit dem Zeitalter des Karl des Großen (9. Jh.) bis zum Anfang des 20. Jh. die Zeit ihre Geschwindigkeit verzehnfacht hat. Und wie sieht es nach 1999 aus? Die menschliche Seele, die in ihren früheren Inkarnationen ein ganz anderes Evolutionstempo gewöhnt war, wurde nun in eine Art „Betonmischer“ geworfen, der sie ständig dreht, schiebt, zerdrückt und gnadenlos tötet. Unter solchen widrigen Umständen steigt die sechste Kulturepoche aus der Astralwelt langsam, aber unerbittlich auf die Erde hinunter. Im Unterschied zur „irdisch-ätherischen“ Zeit, die an den Raum gebunden ist und bei der wir den Anfang und das Ende eines Ereignisses klar unterscheiden können, sind die Ereignisse in der geistigen Welt vom Raum unabhängig. Sie geschehen im Augenblick ihrer Beabsichtigung. Dort fließt die (astrale) Zeit vom Ende zum Anfang und die Seelen stehen sofort dem Resultat ihrer Wünsche gegenüber. Diese „geistige“ Zeit dringt allmählich die „irdische“ Zeit durch und beschleunigt sie nicht nur auf dem geistigen, sondern auch auf dem physischen Plan. Jeder merkt, dass „etwas passiert“, aber nicht jeder denkt darüber nach und unternimmt die notwendigen Anstrengungen, um sein Nervensystem an die Wandlung anzupassen. Dieses System wird den feineren Vibrationen nicht standhalten, was den Weg bis zum physischen Ausbruch einer Krankheit verkürzt. Warum sind die Menschen heutzutage immer unruhig und suchen Extrasens-Heiler, Psychoanalytiker und derlei „Seelendoktoren“ auf? Sind sie verrückt geworden? Was heißt eigentlich ‚normal sein’?
Lebenswichtig ist die Notwendigkeit, die materialistische Weltanschauung radikal gegen eine durchchristete Geistigkeit auszutauschen, die den Astralleib für die Befruchtung durch den Pfingsgeist reinigt. Der Menschensohn, der laut der Bibel „zur Rechten der Kraft“ sitzt und in den Wolken des Himmels“ kommt“ (Matthäus 26:64), ist nicht nur der Ätherische Christus, sondern auch der neugeborene geistige Mensch, der durch die Geburtswehen der apokalyptischen Katastrophen und Leiden gegangen ist. Wie viele Menschen begreifen das? Wer wird seine Seele der Epoche angemessen für das Empfangen des Christus stimmen?
Die Erdachse wird auch ständig verschoben. Im Sommer 2007 habe ich mich in der neuen Herberge an den Sieben Seen im Rilagebirge mit einer Geodätin unterhalten. Von ihr erfuhr ich, dass vor dreißig Jahren die Veränderungen in der Neigung der Erdachse unbedeutend waren und die entsprechenden Messungen in langen Abständen unternommen wurden. In unserer Zeit ist es erforderlich, dass die Messungen ein paar Mal jährlich erfolgen. Von der Esoterik weiß man, dass nach der luziferischen Versuchung und dem Sturz aus dem Paradies zusammen mit der Achse auch unser Herz nach links verschoben wurde. Die Geister korrigieren die Erdachse, aber das Herz müssen wir selbst in die Ausgangslage bringen, indem wir es in ein mächtiges Organ des Willens verwandeln, von dem aus Christus als innere Sonne wirken kann. Am 11. August 19 schauten die Menschen mit speziellen Brillen, mit Ruß eingefärbten Glasscherben oder Schweißermasken nach oben zur äußeren Sonne auf. Wer schaute zu der von innen aufgehenden dreifachen geistigen Christus-Sonne als der Quelle des geistigen Lichtes für unseren Astralleib, die ein neues geistiges Bewusstsein erweckte; als der Lebensquelle für unseren Ätherleib, der unsere Gefühle aufleben lässt und als der Quelle geistiger Liebe für unseren physischen Leib, die mit aufopfernden Kräften unseren Willen durchdringt?
Neben dem erwähnten Lager am Meer versammelten sich inmitten der Ruinen eines nicht zu Ende gebauten Gebäudes, das mit menschlichen Fäkalien „dekoriert“ war, acht Personen unterschiedlichen Alters, die alle im Zeichen der Weisheit standen. Es gab noch einen Neunten im Patriarchenalter, der die Synthese der restlichen Acht in der Liebe symbolisierte. Nicht zufällig trug er den Namen des Pentagramms. Das unfertige, verfallene Gebäude, das keine Zukunft hatte, ist die gegenwärtige Zivilisation, und die Fäkalien symbolisieren sowohl ihren Abfall als auch den Nährboden, auf dem die Liebe wachsen wird. Die Neun hielten sich im Kreis an den Händen und schafften es mit Gebeten und ohne auf die Finsternis der äußeren Sonne zu schauen, nicht nur in der Finsternis des „Fenriswolfes“ nicht verloren zu gehen, sondern auch dem Aufgang der Neuen Sonne beizuwohnen. Steiner sagt, dass der Mensch eine außerordentliche Charakterstärke braucht, um jene dämonischen Kräfte auszuhalten, die im Laufe einer Sonnenfinsternis aufsteigen. In einer solchen Zeit erscheint dasjenige lichtvoll, was man sonst nur durch sehr schwierige Meditationen erreichen kann. Man bemerkt eine Herabdämpfung des Lebensgefühls. Ganz anders ist für den beobachtenden Seelenblick der Anblick der uns umgebenden Erde: „Das alles, was die Menschheit da an Wissen gesammelt hat, wozu sie sich erhoben hat in der vorchristlichen Zeit, dafür ist ein Zeichen der Mond, der für den Erdengesichtspunkt durch das Weltenall geht, und deshalb der Mond, weil sich für alles höhere Erkennen der Menschheit dieses Wissen nicht wie aufschließend, wie Rätsel lösend verhalten hat, sondern für das höhere Erkennen wie verdunkelnd, so wie der Mond die Sonne verfinstert bei einer Sonnenfinsternis. Das liest man, wenn man das okkulte Schriftzeichen der Sonne, die vom Mond verdunkelt wird, liest“ (GA 148:29).
Als beim Geheimen Abendmahl das Christus-Ich und die nathanische Seele begannen, sich aufopfernd-liebend vom Leib zu trennen, wurde das Bewusstsein der Jünger herabgedämpft und sie liefen auf dem Golgatha davon. Das alte Mondenwissen aller Gegner – Pharisäer, Sadduzäer, Erzpriester, Schriftgelehrten, Herodianer usw., versuchte, die aufgehende Sonne zu verdunkeln. Nur Lazarus-Johannes blieb wach unter dem Kreuz, obwohl mit erhobenem gnostischem Bewusstsein und noch nicht das große Wunder der Göttlichen Menschwerdung begreifend. Später wurde er sich dieses zentralen Geheimnisses in der Erdentwicklung bewusst und schrieb sein Evangelium der Liebe: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Joh. 1:14) Und 50 Tage nach der Auferstehung kam der Geist der Allsiegenden Liebe herunter.
Am 11.08.1999 ging infolge des zweiten Christus-Golgatha eine mächtige liebevoll-aufopfernde Welle durch die Seelen der Erdenmenschen. Nur wenige blieben wach wie Lazarus-Johannes, obwohl Steiner und Beinsa Douno auf die außerordentliche Wichtigkeit unserer Zeit und unserer persönlichen Wahl hingewiesen hatten. „Ihr sollt nicht denken, dass diese Welle ein zweites Mal auf die Erde kommt. Bedenkt, es wird keine zweite Welle kommen, denn es gibt keine Wiederholung der Ereignisse in der Natur“ lautet eine der Warnungen des Meisters Beinsa Douno. Am 31.12.1938 um 12 Uhr abends hielt er den Vortrag „Der Große Bruder“ und um zehn Uhr des nächsten Morgens (am 01.01.1939) – den Vortrag „Der kleine Bruder“, in denen er wichtige Botschaften von langfristiger Bedeutung an die Menschheit richtete. „Und weil das Jahr 1939 ein epochales sein wird, wünsche ich euch, dass ihr vernünftig alle Bedingungen nutzt, die es mit sich bringt. Wenn ihr sie nicht nutzt, werden die gleichen Bedingungen erst 1999 kommen. Ihr habt Jahrhunderte lang für dieses Jahr (1939) gearbeitet. Wenn ihr in diesem Jahr bewusst an euch arbeitet, werdet ihr Größeres erreichen als das, was ihr von Adam bis heute erlangt habt. Diejenigen, die das hören und erfüllen, werden immer im Jahr 1939 der günstigen Bedingungen leben. Für diejenigen, die die großen Gesetze nicht beachten, kommt das Jahr 1940, das auf eine Null ausgeht, wie ein Ei. Also muss man in diesem Jahr wieder dieses Ei ausbrüten, bis das Küken schlüpft“. Was kann man dann vom Jahr 2000 sagen, das auf drei Eier ausgeht? Und noch etwas: „Dieses Jahr müsst ihr der Liebe in euch den Weg freimachen, damit der Strahl des großen Lebens in euch einströmt. Viele fürchten die Liebe, nennen sie „verzehrend Feuer“ (Hebr. 12:19). Nein, das Feuer der Liebe brennt, ohne zu verbrennen. Das Feuer, das jedes Jahr am Karsamstag in der Grabeskirche in Jerusalem entsteht, verbrennt am Anfang die Haut auch nicht, sondern erst später, denn wir sind „von der Welt“ – unrein, blind für die Wahrheit und der Liebe verschlossen.
1942 eröffnete der Meister im Rilagebirge: „Die Menschheit macht sich erst jetzt auf den Weg zur Kosmischen Liebe. Erst jetzt kommt sie in das wirkliche Leben – in das Leben der Großen Kosmischen Liebe.“ An anderer Stelle heißt es: „Es gibt vier Erscheinungsformen der Liebe im Menschen. Sie wirkt wie ein Streben im Herzen und bewegt sich zum Mittelpunkt der Erde – das sind die Wurzeln der Liebe. Als ein Gefühl in der Seele bewegt sie sich auf die Sonne zu – das sind die Zweige. Als die Kraft im Verstand kommt sie nur bei den Genies und den Heiligen zum Vorschein, die sich für das Werk Gottes geopfert haben. Als ein Prinzip im Geist zieht sie jetzt in die Welt ein, damit wir die Göttliche Frucht der Liebe kosten. Das ist der ganze Entwicklungszyklus vom Anfang bis zum Ende“.
Der höchste Ausdruck der Liebe als „das Prinzip im Geist“ heißt Christus-Wahrheit. Beinsa Douno versprach uns „noch Größeres zu erreichen, als das, was wir von der Zeit Adams bisher hatten“, wenn wir uns an die Christus-Wahrheit „ankoppeln“. Steiner versichert uns andererseits, dass wir zu großen Ideen kommen können, welche in keiner der nachatlantischen Kulturen existiert hat. Aber weil „die Wahrheit mit den Sonnen spricht, ist ihr Ziel erhaben und entfernt. Sie duldet nicht die Unwissenheit, Schwäche und Unreinheit. Bedenkt: die Zukunft gehört den gescheiten, guten und starken Menschen“, sagte Beinsa Douno. Wenn der Verstand, das Herz und der Wille zur Einheit in Christo werden, kann die Kosmische Liebe herabsteigen und durch unsere Seelen wirken. Wie das geschieht? Wenn wir unsere Gedanken zu den Weltgedanken richten, beginnen Letztere zu uns herzuströmen, wenn wir unsere Gefühle zu den Weltkräften richten, werden Letztere zu unserem Willen und wirken in ihm. So beginnt der Mensch, Christus ähnlich zu sein.
Die Wahrheit ist absolut schön und erzeugt daher eine Riesenspannung im unreinen Gefäß. Der Meister warnte uns: „Da die Wahrheit der Welt des Unsterblichen gehört, ist sie den sündhaften Menschen unzugänglich. Deshalb können die Sterblichen nicht über die Wahrheit reden. Sie können eine Tatsache als Wahrheit vortragen, aber über die Wahrheit an sich können sie nicht reden“.
Das Problem wurzelt im Egoismus, vor dem ich 1998 kategorisch gewarnt wurde. In einer „von oben“ inszenierten Situation erschien der heilige Petrus und zeige und führte mir ohne Wenn und Aber vor, wie man in das Himmelreich kommt. „Der Eingang“ heißt „Herauspressen“ des Egoismus im heutigen individualisierten Menschen „bis zum letzten Tropfen“. Erst dann wird die vom Geist der Wahrheit getragene immense Christus-Kraft kommen und nichts „verbrennen“, denn sie wird nur im Namen des Ganzen verwendet werden.
Am 11.08.1999 war der Höhepunkt der zehnjährigen günstigen Periode und es fuhr der letzte „Zug“ für das 20. Jahrhundert vor, in den nur Seelen „eingestiegen sind“, die nach vorne in die weite Zukunft schauen und sich nach der Wahrheit, d.h. nach der Kosmischen Liebe sehnen. Am 11.09.1923 begann Beinsa Douno seinen Vortrag „Das hohe Ideal“ mit den folgenden bemerkenswerten Worten: „“Die lebendige, vernünftige Natur liebt nur diejenigen, die ein hohes Ideal besitzen. Sie nennt sie ihre eigenen geliebten Kinder und kennt sie namentlich. Jene, die kein Ideal besitzen, sind nicht in ihrem Buch verzeichnet. Sie werden im Keller der Wahrheit für die weit entfernten Tage und Zeiten gelagert. Wenn jemand also sich von Gott verlassen vorkommt und spürt, dass keiner ihn beachtet, muss er wissen, dass die Ursache in ihm selbst liegt – er hat kein hohes Ideal. Das ist ein Gesetz. Jeder kann selbst sein Leben korrigieren, sich vom Unglück und den Leiden befreien, jeder kann aus dem vergessenen Keller der Natur herauskommen. Selbst der letzte Mensch, der in der hintersten Ecke dieses Kellers geblieben ist, kann – wenn er sich ein hohes Ideal schafft – wie eine Schnecke herauskriechen und nach einiger Zeit auf die Erdoberfläche kommen, um wieder von den Sonnenstrahlen beschienen zu werden. Dann wird die Natur ihn als eines ihrer auferstandenen Kinder annehmen. Die Auferstehung hat mit den Kindern zu tun, die aus dem tiefen Keller des materiellen Lebens herauskommen, d.h. mit den Kindern, die ein hohes Ideal besitzen. Aus diesem Keller herauskommen zu können, braucht man einen Willen und beispiellosen Glauben.“ Wie viele Seelen sind bereit, die notwendigen Anstrengungen des Willens zu unternehmen, und einen starken Glauben an die Hilfe der von Christus angeführten Götter an den Tag legen?!
Die Sonnenfinsternis von 1999 verdunkelte das Bewusstsein nicht nur der einfachen Materialisten, sondern auch der Autoritäten, die sich für spirituelle Größen hielten. „Der Stolz geht dem Fall voraus, denn er verstopft das Bewusstsein“, wurden sie gewarnt. Aber mit der Zeit gingen sie nicht nur nicht „unter“, sondern betrieben sogar Gotteslästerung, die an Idiotie grenzte. Wenn jemand die Impulse des Zeitalters nicht aufnehmen kann, bildet sich in seinem Blut Gift, was zu fehlerhaften Form-Phantome und fehlerhaften Bildern führt. Wir wissen, dass das Blut der materielle Ausdruck des Ich ist. Es ist unmöglich, dass ein vergiftetes Ich Licht, Leben und Liebe ausstrahlt. „Die Menschheit geht den Berg hinunter, weil sie faul in ihrem Denken und Fühlen ist“, stellte Steiner schmerzerfüllt fest. Und in keiner anderen Epoche wurde es dem Menschen erlaubt, so viele Gewalttaten zu begehen wie in der heutigen Zeit. Und es wird künftig viel mehr Gewalttaten geben.
Aber warum waren die Folgen der Sonnenfinsternis für viele „Fortgeschrittene“ so katastrophal im geistigen Sinne“? Am 01.02.2004 habe ich die Vorlesung „Der Achte“ gehalten. Auf meine eigene Weise war ich zu der Offenbarung gelangt, dass wir uns bereits am achten Tag der Schöpfung befinden“. Erst 2007 habe ich dann bei Beinsa Douno gelesen: „Wir leben am achten Tag und weil wir nicht wissen, wie wir arbeiten sollen, begehen wir Fehler. Die Heilige Schrift sagt, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschuf und sich am siebten Tag erholte. Nach jeder Pause kommt ein neuer Werktag“. Der erste „Tag“ der Schöpfung war der alte Saturn. Die alte Sonne und der alte Mond waren jeweils der zweite und der dritte Tag, wobei ihre Dauer immer mehr abnahm. Die drei Äonen wiederholten sich gewissermaßen am vierten, fünften und sechsten „Tag“ im irdischen Äon. Also in der polarischen, hyperboräischen und lemurischen Zeit. Der „sechste Tag“ umfasste sowohl das alte Lemurien als auch die erste Hälfte der atlantischen Zeit, danach zogen sich die Götter “zur Ruhe“ zurück, während wir allmählich für die geistige Welt einschliefen. Es hatte der „siebte Tag“ angefangen, der mit der Entwicklung unseres Ich-Bewusstseins zusammen hängt. Nach Ende des Kali Yuga 1899 war die „Ruhe“ der Götter zu Ende. Es kam die Zeit der Arbeit! Die Götter erwarten, dass wir erwachen und zusammen mit ihnen die Vergeistigung des Kosmos im Namen Christi vornehmen. Nicht Christus wird für uns die Außenwelt verändern, sondern wir werden das in seinem Namen tun, wobei wir von dem wahren Verständnis Seiner vergangenen und neuen Mysterien ausgehen. Darin bestehen die „Auferstehung“ der Seele und ihr Eintrag ins „Buch des Lebens“, d.h. der Lebendigen. Über die erheblichen Schwierigkeiten auf dem Weg zur Auferstehung können wir aus den grandiosen und gleichzeitig einfachen Worten des Meisters schlussfolgern: „Die Größe des Gottes besteht nicht darin, Sonnen und Universen zu schaffen. Das kann Er in einem Augenblick erledigen. Das Große besteht im Erheben des Menschen“.

Vom Nachthimmel inspiriert und das Vorhandensein jenes Hohen Verstandes erkennend, der alles wunderbar angeordnet hat, wünschte Einstein, dass Gott ihm eröffnet, wie Er sein Werk erschaffen hat. Aber nicht das Werk ist das Wunder, die Erhebung der Menschenseele zum lebendigen Christus von Christus Selbst wird die größte Erhabenheit Gottes vorführen!
Sie werden sich noch erinnern, wie ich über jene Protestantin berichtete, die im Sommer 1999 mit Erschrecken die sie umgebenden „lebendigen Toten“ übersinnlich beobachtete. Sie sagte mir noch etwas: „Die Welt riecht nach Schwefel.“ Wer die Anthroposophie, genauer gesagt das Michaelische Mysterium kennt, weiß, dass der vom Materialismus (von Ahriman) betroffene Mensch „nach Schwefel riecht“. Wie soll Christus einen solchen Menschen auferwecken, wenn der „Tote“ nicht mal weiß, dass er „tot“ ist? Wir haben die Wahl, im „Schwefel“ oder in der „Liebe“ zu brennen, so wie uns B. Douno rät. Lange Zeit vor dem Einzug des Materialismus wandte sich der Erlöser in der Zeitenwende an die Jünger mit dem Aufruf: „Folge du mir und laß die Toten ihre Toten begraben!“ (Matthäus 8:23)
Der 20. Jahrhundert war der Übergang zwischen dem siebten und achten „Tag“ der Schöpfung, das am 11.08.1999 zu Ende ging. Der achte „Tag“ hat „offiziell“ begonnen und wir waren die Zeitzeugen seines Anfangs! Der siebte „Tag“ hatte vor 15000 Jahren angefangen, aber wer war schon in jenen Zeiten wach, um diese Tatsache in ihrer Tiefe zu begreifen?! Wie war die Situation im Jahr 1999? Gab es Menschen, deren Ich wach war?
Damals wurde mir vollkommen klar, dass es in Bulgarien keine lebendige geistige Autorität gab, die mir beim Finden des Christus helfen konnte. Bald kam das verallgemeinernde Verständnis: Heute gibt es auf Erden keine von Menschen praktizierte Spiritualität, auf die ich mich stützen kann. Steiners Vorhersage, dass die Kräfte, die bisher den menschlichen Fortschritt leiteten, gegen Mitte des 20. Jahrhunderts ausgeschöpft sein würden, ging in Erfüllung. Die ganze vorhandene Spiritualität kam ans Tageslicht: Yogananda erwies sich als die Spitze des aus dem Osten Kommenden, Steiner – des aus dem Westen Kommenden und in der Mitte war der Meister Beinsa Douno. Der Osten begriff den Christus nicht, Steiner erklärte Ihn und Beinsa Douno führte Ihn vor. Waren die Seelen bereit, die Gaben der Götter in Empfang zu nehmen und zu bewussten Christen nach den Kriterien der Zukunft zu werden? Oder fehlte noch etwas? B. Douno sagte: „Die östlichen Völker entwickelten starke Kulturen, erlangten großes Wissen, aber sie vermochten nicht den inneren Sinn des Wissens zu verstehen, deshalb konnten sie es nicht anwenden und mussten nach und nach ihren Platz an den Westen abtreten. Sie drangen zum okkulten Wissen vor und wurden überheblich, in ihnen kam der Egoismus auf – sie vergaßen es, mit ihrem Wissen der Befreiung und Erhebung des Menschen und des Menschentums zu dienen, was die wahre Bedeutung und den Sinn des Wissens ausmacht. Stattdessen waren sie an ihrer eigenen Vervollkommnung interessiert. Und das verzeichnete einen Stillstand in ihrer Entwicklung. Sie leben jetzt nur in der Vergangenheit, die der Schatten der Wirklichkeit ist, aber nicht die Wirklichkeit selbst. Die Wirklichkeit ist im Menschen, das ist das menschliche Ich. In dem Moment, in dem man gewahr wird, dass man ein Ich ist, wird Christus in einem geboren – das ist der neue Mensch.“
Nach dem intensiven geistigen „Sturm“ bis zur Mitte des 20. Jahrhundert nahte dessen Ende und die neuen Christen ließen auf sich warten. Mehr noch: Während Steiner Anfang des Jahrhunderts über die „Krise des geistigen Lebens“ sprach, waren gegen sein Ende die Symptome des Zusammenbruchs sichtbar! Es musste etwas geschehen. Und dieses Etwas ließ nicht auf sich warten.

 

Der Weg zum Ich – Teil 2

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         Der Anfang

Ich bin am 19.10.1957 im Dorf Katunzi geboren, das unter den südwestlichen Hängen des Pirin-Gebirges liegt und vom Süden her vom Berg Slawjanka umgeben ist. Von der Anthroposophie wissen wir, dass die Entscheidung, wann und wo ein Menschen-Ich inkarniert in der „Mitternacht des Daseins“ getroffen wird. Wir wollen den Weg dorthin und zu einer neuen Geburt verfolgen.

Die übersinnliche Welt ähnelt einem majestätischen Gebäude mit vielen Stockwerken, die nur durch die Bewusstseinsänderung wahrgenommen werden können. Wir unterteilen sie allgemein in Bild, Ton und Wort (Wesen). Nach dem Tod lassen wir den schon unbrauchbar gewordenen physischen Leib auf der Erde zurück und die restlichen Wesensglieder strömen nach oben. Eine Zeitlang „läuft“ das Panorama des gerade vergangenen Lebens und der Ätherleib ist immer noch mit der äußeren „Matrjoschka-Puppe“ verbunden. Die Dauer dieses Prozesses ist von der Zeit abhängig, die der Verstorbene unten ohne Schlaf aushalten konnte. Für manch einen kann er drei oder vier Tage dauern, für einen anderen – nur 15 Stunden. Deshalb ist es nicht gut, wenn die Beerdigung viel zu schnell nach dem Tod stattfindet und der Ätherleib sich noch nicht endgültig abgetrennt hat, wonach die Schwelle des Todes unumkehrbar überschritten ist. Wir können uns an den dreitägigen Aufenthalt von Lazarus im Grab erinnern und die nachfolgende Rückkehr zum Leben, als er durch den hierophantischen Aufruf Christus’ „Lazarus, komm heraus!“ auferweckt wurde.

Eigentlich gibt es keinen Tod, sondern nur einen Übergang von einer Bewusstseinsform in eine andere. B. Douno sagt über die Toten, dass sie sich nur tot stellen. Die Befreiung von den Fesseln des Raums und der Materie ist das wunderbarste Ereignis für die Seele und der Höhepunkt ihres in rechter Weise verlaufenen Erdenlebens. Nicht zufällig freuen sich manche östlichen Völker bei einer Beerdigung und weinen bei einer Geburt. Natürlich sind das heidnische Reaktionen, denn das Golgatha-Mysterium hat alles verändert.

Wenn wir die Erde verlassen, geraten wir in die Welt der Bilder, die ‚Astralwelt’ oder ‚Elementarwelt’ genannt wird. Dort ist das “Fegefeuer“, wo wir nach ca. einem Drittel des vergangenen Lebens unseren verschmutzten Astralleib in ausreichendem Maße wieder reinigen, damit er weiter nach oben steigen kann. Die Reinigung der unmoralischen und unreligiösen Seelen ist sowohl mit immensen Leiden als auch mit der Unmöglichkeit verbunden, Energien von den Wesen auf Merkur und Venus zu erhalten, die zum Aufbau eines gesunden Astralleibes für das nächste Leben nötig sind, denn ein gesunder Astralleib sorgt für einen gesunden physischen und Ätherleib und somit für ein glückliches Leben.

Die Energien für unseren zukünftigen Ätherleib können wir von der höheren Sphäre, der Sonnensphäre erhalten, aber nur wenn wir auf der Erde Spiritualität bekundet haben, die sich in der bewussten Einstellung zum Christus-Impuls äußert. Die Ätherleiber werden immer mehr zerfallen, wenn die Menschen für den wahren Christus und Seine Mission für die ganze Erdenevolution unwissend sind.Wer den Erlöser in sein Ich aufgenommen hat, arbeitet mit den Hierarchien am Korrigieren seines Karmas zusammen und bildet in der Sonnensphäre ein besonders günstiges zukünftiges Sonnenkarma aus. Die Wachheit in der Sonnensphäre wird besonders wichtig auch wegen des Umstandes, dass später die Seele und das Ich zwischen Christus und Luzifer reisen, die klar voneinander unterschieden werden müssen. Der Erste arbeitet daran, alles in den vorherigen Inkarnationen Erreichte zu bewahren und der Letztere, der auf dem physischen Plan grundsätzlich böse Einflüsse hat, ist hier unser Mitstreiter und Führer, der uns lehrt, die Energien der anderen Hierarchiewesen in unserer nächsten Inkarnation auf die richtige Weise anzuwenden. Weiterlesen