Der Weg zum Ich – Teil 1

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 „Der Weg zum Ich“ ist ein autobiografisches Buch von Dimitar Mangurov, das 2009 erschien und auf die Frage antwortet, wer die Person ist, die hinter den hier veröffentlichten Vorlesungen steht und welche Windungen ihr Lebensweg nahm, um zur Ausstrahlung des Heiligen Impulses zu gelangen, der die Anthroposophie mit dem Bodhisattva-Impuls bereichert. Die Ich-Erzählung zeigt, wie der Durst nach geistigem Wissen einen Menschen aus dem Materialismus der kommunistischen Zeit in Bulgarien zum Christus führte und wie dieser Mensch sein Wesen allmählich veränderte, um die Offenbarungen der geistigen Welten auf eine den heutigen Bedingungen angemessene Weise zu empfangen und weiterzugeben.

Einleitung

Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Glückselig, die ihre Kleider waschen, auf daß sie ein Recht haben an dem Baume des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen! Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut. (Offenbarung Joh. 22:13ff.)

Es ist viel Zeit verlaufen seit dem Mysterium auf der Insel Pathmos, als vor der erleuchteten Seele des Apostels Johannes sich das wahre Panorama der vergangenen und der zukünftigen Erdenentwicklung entfaltete. Jahrhunderte lang hatten sich Millionen von Suchenden bemüht, in das mächtige Wort Gottes einzudringen, um dort die Antworten ihrer heimlichsten Sehnsüchte zu finden. Die Geschichte ist voll von zahlreichen Beispielen erschütternder Selbstopferungen im Namen des Erlösers. Aber es kam der Wegscheid des 20. Jahrhunderts und damit auch die tatsächliche Beurteilung des zurückgelegten Weges, die uns der Meister Beinsa Douno mitgeteilt hat: „Das, was der heutige Mensch darstellt im Vergleich mit jenem, der nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen wurde, ist eine Karikatur. Wenn man auf die Augen, das Gesicht, die Hände des heutigen Menschen schaut, findet man eine Ruine, er stellt nur archaische Reste dar“.

Und weiter sagt er: „Es gibt zwei Arten von Lebendigen: lebendige Tote und tote Lebendige. Ihr seid von der ersteren Sorte.“ Warum wurden wir zu einer wandelnden „gestorbenen Karikatur“, trotz des Göttlichen Dramas von Golgatha und des Triumphs der Auferstehung, mit denen unser physischer Leib gerettet wurde, trotz der Himmelfahrt, die unseren Ätherleib gerettet hat, und trotz Pfingsten, das die Rettung unseren Astralleib und unseres Ichs darstellt? Warum war Rudolf Steiner der einzige, der im 20. Jahrhundert sein „Kleid gewaschen hat“ und zum „Baum des Lebens“ ging, der sich in einen Christus-Nachfolger verwandelt hat und zum unzertrennlichen Teil der Meister des ätherischen Shamballa geworden ist? Welcher ist der richtige Weg zum Ich, der den geistigen Pilger zum Golgatha-Kreuz führt und seinen Eintritt durch „die Tore“ zum von oben herabsteigenden „Himmlischen Jerusalem“ garantiert? Sind wir uns der tatsächlichen Ausmaße des religiösen, kulturellen, sozialen, rechtlichen, medizinischen, technischen, wirtschaftlichen usw. Sumpfes bewusst, der die selbstvergessene Menschheit völlig und unwiderruflich verschlingt? Gibt es überhaupt wache Seelen, die in der Lage sind, die immer subtileren Mutationen des Bösen sofort zu erkennen und darauf richtig zu reagieren? Was bedeutet es, „Bulgare“ zu sein und warum geht das Leiden weiter, ohne dass ein Ausgang sichtbar wird? Wo ist der Ausgang für die Menschheit?

Dieses Buch versucht, die Wichtigsten Fragen des Daseins zu beantworten und der Autor wird das nach fünfzig Jahren der Wahrheitssuche unternehmen. Meine einzige Bitte an die Leser ist es, das Gelesene unparteiisch zu behandeln. In diesem Fall wird jeder mit Erstaunen die Widerspiegelung der eigenen vielschichtigen Persönlichkeit entdecken.

Von der Geisteswissenschaft, der Anthroposophie, wissen wir, dass der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, das durch die gemeinsamen Bemühungen aller neun Göttlichen Hierarchien geschaffen wurde, die in der christlichen Esoterik unter den Namen Engel, Erzengel, Archai, Elohim, Mächte, Herrschaften, Throne, Cherubim und Seraphim bekannt sind. „Die Götter kamen zusammen zu einer Beratung unter der Leitung des Herrn Jesu Christi, um den Menschen zu schaffen“, bestätigt Beinsa Douno. Im Laufe von drei Äonen – dem alten Saturn, der alten Sonne und dem alten Mond – leisteten sie kolossale geistige Arbeit am Aufbau unserer drei Leiber, damit wir zum gegenwärtigen Erdenäon und der lemurischen Zeit vor 35000 Jahren kommen konnten, als unsere Seelen begannen, in Gruppen aus der Astralwelt (dem Paradies) zu den sie unten erwarteten Leiber herunterzusteigen. Die Seele ist der Mensch selbst und als direkt vom Vater ausgestrahltes „Teilchen“ macht sie uns nicht nur Gott ähnlich, sondern sogar zu einem gottesgleichen Wesen, das nach den Gesetzen der geistigen Welt über seine ganze Macht verfügt. Christus erinnerte uns an die vergessene Wahrheit, indem er sagte:“ Ihr seid Götter“ und Beinsa Douno erläuterte dies folgendermaßen: „Auf der Erde ist der Teil kleiner als das Ganze, aber in der geistigen Welt ist der Teil dem Ganzen gleich.“

Aber die Kraft Gottes bleibt unnahbar, denn mit unserem „toten“ Bewusstsein würden wir sie missbrauchen und ernsthafte Verbrechen begehen. Je mehr einem gegeben wird, desto mehr Verantwortung übernimmt man den unsichtbaren Welten gegenüber. In einem uns überlieferten Fall aus der nahen Vergangenheit verlor ein Millionär einen Teil seines Geldes und ging zu Beinsa Douno mit der Frage, wie er sein Geld zurückbekommen könne. Der Meister schickte ihn in eine Stadt zu einem bestimmten Mann. Der „unglückliche“ Millionär ging dorthin, fragte überall nach dem Mann, um sich am Ende vor einer verfallenen Hütte außerhalb der Stadt wiederzufinden. Er betrat das einzige Zimmer und sah einen Mann auf dem Boden sitzend, vor dem sich eine Schüssel mit etwas Brot befand. Der erstaunte Reiche fragte angeekelt: “ Was machst du in diesem Loch? „Gott sei Dank geht es mir sehr gut“, erwiderte der arme Mann. Der Millionär kam wütend nach Sofia zurück und sagte zu Beinsa Douno ärgerlich: „Wieso hast du mich zu jenem Mann geschickt, dass er mich belehrt?“ Der weise Meister sah ihn mit jenem Blick an, den ich seit einigen Jahren so gut kenne und sagte: “ Wenn du gewusst hättest, wer dieser Mann in seinem vorigen Leben war, hättest du dich vor ihm tief bis zum Boden verbeugt. Aber er hat das, was ihm Gott gegeben hatte, missbraucht, deshalb ist er über eine einzige Brotkruste glücklich“. Wahrscheinlich ist auch die Brotkruste nach dieser Sünde zu viel?

Was für ein langer Weg steht uns noch bevor, damit wir eines Tages wie Beinsa Douno erklären können: „Gott wird alles, was ich von ihm verlange, erfüllen, aber ich werde auch alles erfüllen, was er von mir verlangt.“ Spüren Sie in der kategorischen Absolutheit dieser Offenbarung den Atem des Opfers, der Freiheit und Liebe, für die wir unsere geistige Heimat verlassen haben und in die dunklen Tiefen des Fleisches herunterstiegen? Keines der aufgezählten neun Hierarchien von Wesen hat das Privileg der freien Wahl, sondern sie erfüllen immer den unabdingbaren Willen Gottes. Im ganzen sichtbaren und unsichtbaren Dasein verfügt einzig der Erdenmensch über das kostbare Gut der Freiheit, zu entscheiden, wie er sein möchte!

Aber das Wahrnehmen dieses Rechtes verlangte, dass die Seele sich nicht nur von ihrem Schöpfer trennt, sondern auch eine Individualität erhält. Gegen Mitte der lemurischen Zeit trennten die sieben Elohim, die die Rolle unserer „schaffenden Väter“ erfüllten, ihr niedrigstes Wesensglied ab und schenkten es uns als individuelles Ich, womit der Mensch als Krönung der Schöpfung vollkommen wurde! Zwar war er viel primitiver als die heutige „Ruine“, aber trotzdem eine Krönung.

Wir können uns den Menschen wie eine russische Matrjoschka-Puppe vorstellen: „die kleinste Puppe“ ist der Geist; sie wird „umhüllt“ von der nächsten Puppe – dem unsichtbaren Ich; das Ich – von der Seele, die Seele – vom Astralleib, dieser – vom Ätherleib und am Ende steht der sichtbare physische Leib. Aber warum werden wir Menschen die „Krone der Schöpfung“ genannt? Die übliche Ansicht ist, dass wir uns durch das Ich als den Träger des individuellen Selbstbewusstseins vom Mineral-, Pflanzen- und Tierreich grundsätzlich unterscheiden und deshalb die „Krönung der Natur“ sind. Diese Aussage stimmt zwar, jedoch nicht ganz, denn wir sind die Krone des ganzen Seins überhaupt. Beinsa Douno sprach die inspirierenden Worte aus: “ Der Mensch existiert nicht nur auf der Erde, sondern auch im ganzen Sonnensystem. Er bewohnt das ganze Sternenweltall – alle Planeten und Sonnen. Die Planeten und Sonnen werden von Wesenheiten mit unterschiedlicher Intelligenz bewohnt. Es ist unwichtig, was für Körper sie haben. Sie sind vernünftige Wesen und gehören alle zu ein und derselben Menschenrasse. Vor den geistigen Augen der großen Eingeweihten aller Zeiten und Epochen erscheint das ganze Universum, das ganze „Makrokosmos“ in der Form eines Menschen – des großen Himmelsmenschen. Bei der Kontemplation des Bildes dieses Kosmischen Menschen haben die Eingeweihten die bestehenden Entsprechungen zwischen ihm und dem kleinen Menschen – dem „Mikrokosmos“ entdeckt. An einer anderen Stelle erklärt B. Douno: „Wenn wir über die Große Weltbruderschaft sprechen, verstehen wir darunter jene Hierarchie vernünftiger Wesen, die ihre Evolution Millionen und Milliarden Jahre vor den Menschen abgeschlossen haben und nun den ganzen Kosmos steuern. Sie steuern ihn, denn sie selbst waren an seiner Schöpfung beteiligt unter der direkten Leitung des großen Göttlichen Geistes“. Die neun Göttlichen Hierarchien, zusammen mit den fortgeschrittenen Erdenmenschen stellen laut B. Douno“ den großen Kosmischen Menschen dar, dessen Kopf Christus ist.“ Diese Wesen sind die „Organe“ des Erlösers und deshalb ist ihre „Tätigkeit so harmonisch aufgeteilt, dass jedes von ihnen weiß, wann, wie und was es machen soll.“ Noch mehr: die anderen Lebensformen des Weltalls evolvieren im Christus, der „Wort“ genannt wird. Was ist dieses Wort? Darauf antwortet Steiner: “ Die christliche Esoterik nennt diese göttliche geistige Ordnung, diese unsichtbare Welt hinter der physischen Welt – nach seiner phänomenologischen Gestalt vor dem klaren Tagesbewusstsein mit dem Namen „Logos“. Alles ist Verkörperung des Logos. So wie Ihre Seele unsichtbar und tief in Ihnen wirkt und sich äußerlich einen Leib schafft, so schafft sich jedes seelische Element in der Welt den für ihn passenden Leib. Bisher kommt der äußere physische Leib des Logos in dem äußeren Sonnenlicht zur Geltung“. B. Douno sagt noch: „Wenn wir über den Logos sprechen, der am Anfang bei Gott war und Gott war, verstehen wir alle Wesenheiten mit einer Evolution, die sich von der menschlichen unterscheidet. Und dieses lebendige Wort, das kreiert, erhebt und die Welt umgestaltet ist in euch drinnen – es ist der lebendige Christus. „Der Mensch ist die Brücke, über die die Wesenheiten der höheren Welten gehen müssen, um in die niedere Welt zu gelangen. Über diese Brücke steigen die Wesen, um in die höheren Welten zu gelangen. Der Mensch ist die schönste Brücke auf der Erde.“ Folglich evolviert der Kosmos mit seinen Lebensformen im Wort, das im Erdenmenschen weilt. Ist Ihnen der Atem gestockt? Aber der Meister fährt fort: “ Der Kopf des Wortes ist die Wahrheit, und der Kopf der Wahrheit ist der Heilige Geist, der aus dem größten Quell schöpft – dem absoluten, unbekannten Geist des Seins, von dem niemand etwas weiß“. Die Wahrheit ist das oberste Ziel dessen, was im Weltall geschieht. Sie ist die Richtung, in die sich alle Dinge des Seins bewegen. Aber von der Heiligen Schrift wissen wir, dass Gott Liebe ist. Was ist dann mit der Weisheit? Wie sind diese Begriffe zu verstehen?

Stellen wir uns Gott in der Gestalt des Berges Pirin vor: der ganze Pirin, der aus dem Grund, dem Körper und der Spitze besteht, ist die Liebe; der Körper mit all seinen Formen ist die Weisheit, die uns zur Wahrheit zur Spitze Wichren führt, die die oberste Erscheinungsform der Liebe darstellt. “ Nur der helle Weg der Weisheit führt zur Wahrheit“, wies uns der Meister den Weg. Jemand kann fragen, wo der Geist Gottes bleibt? Der Meister antwortet wie folgt darauf: „In seinem Dasein ist Gott Geist. Der Geist ist die Erscheinungsform des Gottes. Er hat immer existiert und wird ewig existieren. Der Geist ist der Anfang von allem. Die Liebe – das ist die erste Frucht des Geistes. Das Wort – das ist die erste Erscheinungsform der Liebe in der materiellen Welt. Deshalb ist das Erste, womit man beginnen muss, das Wort. Und das, was manchmal zum Menschen spricht, ist noch nicht der Geist Gottes, es ist das Wort. Dann kommt man zur Wahrheit, und am Ende – zum Göttlichen Geist. Wer das Wort nicht versteht, kann die Wahrheit nicht verstehen, und wer die Wahrheit nicht versteht, kann den Geist nicht verstehen. Denn der Geist steigt in die Wahrheit hinunter und die Wahrheit – in das Wort.“

Pilatus fragte in der Zeitenwende den vor ihm stehenden Leidenden: „Was ist die Wahrheit?“ Ohne Wenn und Aber sagte der Meister 19 Jahrhunderte später: „Christus ist die absolute Wahrheit!“ Also begegnen sich das Wort und die Wahrheit im Christus, um sich auf eine geheimnisvolle Weise zu vereinen? Um die Antwort auf diese fundamentale Frage zu finden, müssen wir den Erlöser in seiner zweifachen Natur betrachten als Seele und Geist, als “ Frau und Mann“. Christus enthält beide Prinzipien in sich – das männliche und das weibliche, erklärte der Meister und präzisierte: „Unter dem gesamten Leben verstehen wir die gesamte Weltseele, die in der ganzen lebendigen Natur zum Vorschein kommt. Unsere Seelen sind Teile dieser Großen Seele.“ Die Weltseele ist das Wort, d.h. die seelische Erscheinungsform Christi als „das weibliche Prinzip“. An anderer Stelle sagt Beinsa Douno: „Denn das ist das Gesetz der Erde – damit das Werk Gottes vollendet wird, muss ein Mensch auf Erden sich mit einem Wesen im Himmel vereinen. Bei Jesus war dieses Wesen der kollektive Geist Gottes“. Unter „Wahrheit“ ist jeder Geist zu verstehen, der individuell durch eine einzelne Seele wirkt. “Die Gesamtheit“ aller Geist-Wahrheiten ist der zum Vorschein kommende Geist Gottes, der in Jesus als Christus in seinem „männlichen“ „Ich bin-Aspekt“ herabstieg, um zum Golgatha zu gelangen und das Verhältnis zwischen Vater und Sohn in der Trinität zu ändern, denn der Sohn verband sich freiwillig mit der Edenmenschheit und die Evolution des menschlichen Bewusstseins ist möglich nur, wenn man diese Tatsache begreift! Seitdem wurde dem Sohn „die ganze Macht im Himmel und auf Erden“ gegeben in den zukünftigen drei Äonen, Jupiter, Venus und Vulkan. Bis Vulkan werden alle sichtbaren und unsichtbaren Welten durch das Menschenbewusstsein gehen und durch die Christus-Kraft der Liebe zu Gott geworden, zum Vater zurückkehren, was das Ziel und der Sinn der Erscheinung Gottes ist, d.h. des aus der Liebe strömenden Lebens. So ist die Wahrheit, die das Wort und Christus ist, nicht nur das „Alpha“-Wort der Schöpfung, sondern wird auch seine „Omega“-Wahrheit sein. Während die Erde das Kreuz für den Sohn ist, wird Vulkan ein großes Kreuz für den Vater-Geist selbst sein, der sich im Absoluten opfert! Und nach seiner „Auferstehung“ wird es eine neue Schöpfung geben, von der niemand die Details kennt.

Im Namen dieser Zukunft stand auch das Ereignis vom 06.02.2004 in Sofia, als unter von oben wunderbar geordneten Umständen die kurze Offenbarung kam:“ Ihr müsst hinter die Kreuzesleiden gehen!“ „Wieso!“ – rief ich verwundert aus.
„Die Höhe unserer Evolution hängt doch von der Stufe der persönlich erlebten Christus-Leiden ab?“ „Jetzt verstehst du das nicht. Du wirst es später verstehen“, lautete die Antwort. Ich schwieg sofort. Beinsa behauptet auch: “ das Leiden ist eine sekundäre Erscheinung im Leben Christi“. Ich brauchte zwei Monate des intensiven und bewussten Gehens hinter die Kreuzesleiden, nach denen in der Osterzeit die Vorlesung „Gottes Risiko“ hervorging. Auf drei Wahrheiten aus dem Buch werde ich hinweisen, die im Zusammenhang mit der Betrachtung des Menschenwesens und seiner Hauptrolle im Kosmos sind:

1. Alle individualisierten Wesen, die den Kosmischen Menschen ausmachen, gehören zur Menschenrasse, denn sie besitzen eine Seele und einen Geist. Die Zugehörigkeit selbst der Engel oder Seraphim zum Kosmischen Menschen bestimmt sie als eine „Menschenrasse“.
2. Dieser „Kosmisch Mensch“, einer für den ganzen Kosmos, hat die irdische Form eines menschlichen physischen Körpers, und nicht etwa die Form der Engel, die sie auf dem alten Mond hatten, als sie durch ihre menschliche Evolutionsstufe gingen. Deshalb behauptet B. Douno, dass „der ganze Kosmos nach dem Bild des Menschen geschaffen ist“.
3. Erst im Erdenäon erschien der Kosmische Mensch in einer für die physischen Sinne sichtbaren Form und lebte in einem Menschen – Jesus aus Nazareth, denn nur auf der Erde existiert diese menschliche Form -„das Phantom“.

Das Phantom haben wir von den Thronen schon auf dem alten Saturn erhalten, aber eine Erscheinung auf dem physischen Plan wurde erst vor 35000 möglich und diese verwandelt uns in die „Krone der Schöpfung“. Das, was aus dem Grab in der Zeitenwende auferstand, trägt in sich die Substanz der Menschlichkeit selbst, die Quintessenz des menschliche Seins, das Prinzip des individuellen Ich-Bewusstseins, das wir erleben und aufbauen auf dem „Grund“ der Welten.

Der überwiegende Teil der heutigen Menschheit weiß nicht, was die äußere Matrjoschka enthält, sie hat auch keine Ahnung davon, welch ruhmreiche Zukunft jeden erwartet, der die richtige Wahl getroffen hat hinsichtlich der Richtung seines Weges. Bei meinen Kontakten mit spirituell orientierten Menschen habe ich auch ein deutliches Missverstehen festgestellt, auf dessen Ursachen ich später eingehen werde. So wird zum Beispiel das Ich der Seele gleichgestellt, oder das Ich – dem Ego, es fehlt das Bewusstsein, dass es verschiedene Ich-Arten gibt – ein individuelles, höheres, wahres … Es ist kein Wunder, dass das Golgatha-Mysterium, die Himmelfahrt und das Pfingstereignis nicht verstanden werden, um den Erlöser als Wort und Wahrheit zu finden. Wissen wir überhaupt, wo wir Ihn suchen müssen?

Vorläufig kann man wiederholen, dass die Seele von dem Vater kommt, das individuelle Ich – von den Elohim und was den Egoismus betrifft, hat er zwei Seiten – eine positive und eine negative. Auf dem alten Saturn waren die heutigen Archai unter völlig unterschiedlichen Bedingungen eine Art „Menschen“ – die auch Geister des Egoismus (der Person) genannt werden. Es gibt zwei Typen von ihnen. Den Egoismus des Ersteren können wir als edel, herrlich bestimmen, denn er ist mit der Formierung des freien Geistes verbunden. Schon damals erleuchteten sie mit den Strahlen ihres Ichs unseren im Entstehen begriffenen physischen Leib, indem sie in ihn die Gesamtheit der Kräfte hineinlegten, die uns zu einem selbständigen Wesen (zu einer Person) machen, das von allen anderen Wesen abgesondert ist. Diese Selbständigkeit wurde auch in den nächsten Planetenzuständen erzogen, damit wir zu Ich-Trägern im Erdenäon werden konnten.

Aber auf jedem Planeten gibt es in ihrer Entwicklung zurückbleibende Geister, die sich „weigern“ mit den anderen sich weiterzuentwickeln, eine „große Sünde“ begehen und abstürzen, d.h. die edle Freiheitsliebe verwandelt sich in ihr Gegenteil. Sie werden ‚Geister der Versuchung’ genannt, die den Menschen zum negativen Egoismus führen. Gleich nach dem Versinken in das Fleisch in der lemurischen Zeit, griffen die zurückbleibenden luziferisierten Engel unseren Astralleib an und wir begannen, uns nach Eindrücken von der Erde zu sehnen. Es kam die Möglichkeit auf, Böses zu tun durch das Entflammen unserer Leidenschaften und Gelüste. Wären die Verführer nicht damals an uns, herangetreten, hätten wir die materielle Welt – und zwar geistig – erst Mitte der atlantischen Zeit gesehen. Der Plan sah vor, dass wir mit einem Hinunterstieg, aber von langer Dauer, unsere Evolution hier zur Vollendung bringen, aber wir sind in Wirklichkeit vorzeitig hinuntergestiegen und unter verschiedenen als den vorgesehenen Bedingungen. Damals ergriffen die führenden Geister Gegenmaßnahmen, indem sie uns die Krankheiten, Leiden, Schmerzen und den Tod hineinlegten. Von unsterblichen Göttern verwandelten wir uns in sterbliche Menschen. Zu unserer Rechtfertigung können wir sagen, dass unser „Sündenfall“ im Voraus von Luzifer und den richtig evolvierenden Göttern abgesprochen war, damit wir das Wohl der freien Wahl bekommen.

Das Feuer der menschlichen Leidenschaften und die Möglichkeit zur Manipulation mit den Kräften der Erde, was das Wesen der schwarzen Magie ausmacht, haben zur Zerstörung des alten Lemurien geführt. Viel später lehnte es Christus ab, die schwarze Magie zu benutzen und „die Steine in Brot“ zu verwandeln. Er erfüllte vollständig den Willen Gottes, während wir uns weiter von ihm entfernten und in den Egoismus unseres Willens versanken, der in der damaligen Zeit sehr schwach zu spüren war.

In der Mitte der atlantischen Zeit vermischten sich andere gefallene Geister, die ‚ahrimanisch’ genannt werden, mit dem, was der Mensch sah und mit seinen Sinnen wahrnahm auf der Erde. Diese zurückgebliebenen Erzengel flüsterten uns zu, dass die Materie die einzige Wirklichkeit ist und so lernten wir die Lüge, die Angst und „die bewusste Sünde“ kennen. Bewusst meint, dass durch die Seele die ersten Keime des Ich-Bewusstseins und die damit verbundene Verantwortung erschienen. In der Geisteswissenschaft spricht man von der dreigliedrigen Struktur der Seele als Ergebnis der Arbeit des Ichs an den drei Leibern. Der Prozess geht in zwei Etappen vor sich: eine seelische. und eine geistige. Auf der seelischen Ebene führen die Veränderungen in den Leibern zur Herausbildung einer Empfindungs-, Verstandes- und Bewusstseinsseele, aber sie sind größtenteils unbewusst und durch die Hilfe der Höheren Hierarchien entstanden, während die geistige Umgestaltung jeweils in Geistesselbst (Höheres Ich), Lebensgeist (wahres Ich) und Geistesmenschen mit der Zukunft verbunden ist und von der freien Wahl des Menschen abhängt, davon, ob er sich auf die richtige Art mit den Göttern verbinden möchte oder nach und nach von der Evolution zurückbleiben will. Die Unterteilung in
“ Lebendige“ und „Tote“ begann schon im 20. Jahrhundert! Das Geschehene wird später im Laufe der Ausführungen beleuchtet, nun seien die zurückgelegten Etappen nur markiert.

Schon in der Mitte der lemurischen Zeit trat das Ich in den Astralleib ein und bewirkte mit der Hilfe „von oben“ die Entwicklung der Empfindungsseele. Da hinein krochen die luziferischen Verführer, indem sie versuchten, das auf dem alten Mond Verpasste nachzuholen, als sie ihre menschliche (Ich)- Stufe der Evolution erleben sollten. Was uns anbelangt, so erhielten wir den Astralleib von den Geister der Bewegung (Mächte). Wir müssen aber präzisieren, dass die Seele selbst nicht dreigliedrig ist, sondern ihre Äußerung im Menschenkörper dreigliedrig ist.

In den frühen Etappen der atlantischen Entwicklung drang das Ich auch in den Ätherleib ein, indem er ihn in eine Verstandesseele transformierte. Zu ihr strebten später gegen Mitte der Atlantis die ahrimanischen Wesenheiten, die unseren Ätherleib zu verführen suchten. Durch die Verstandesseele spürte der Mensch zum ersten Mal das Aufleuchten des Ichs und deshalb wurde die Sünde „bewusst“, d.h. in einem gewissen Grade vernünftig. Die zurückgebliebenen Erzengel wollten das auf der alten Sonne Versäumte nachholen, als sie „Menschen“ waren und wir bekamen von den Geistern der Weisheit (Herrschaften) unseren Ätherleib. Als Gegenmaßnahme für die Berichtigung der Fehler und des Bösen wurde von „oben“ das Karmagesetz eingeführt – eine wahre Segnung! Wenn dieses Gesetz nicht existierte, wären wir mit dem Bösen eins geworden, ohne dass wir die Möglichkeit zum Fortschritt in der Erfüllung unseres wahren Ziels gehabt hätten. Damals befand sich Christus in der geistigen Sphäre der Sonne, aber von ihm kam die Kraft, die das Rad des Karmas in Bewegung setzte. Seitdem sind wir auch mit dem Karma Ahrimans selbst verbunden, der auch der Satan, Mephistopheles, Beelzebul genannt wird… Luzifer dagegen ist als der Teufel oder die „Schlange“ bekannt, die Adam und Eva verführt hat im Garten Eden. Der Mensch ist seit langem eine gekreuzigte Seele, die die diametral entgegengesetzte Wirkung dieser völlig verschiedenen dunklen Mächte. Ohne ihre klare Differenzierung und Balancierung im Christus sind wir von Anfang an der Vernichtung geweiht! Gemeint ist die heutige Zeit, in der wir die persönliche Verantwortung gegenüber dem Erlöser tragen und nicht die Zeiten der unzureichenden Gewahrwerdung und starken Unterstützung durch die Götter.

Erst in der späten Atlantis drang das Ich mit der entscheidenden Hilfe der Herrschaften auch in den physischen Leib ein, indem es das Aufkeimen der Bewusstseinsseele bewirkte. Viel später wurde diese durch andere zurückbleibende Geister angegriffen, die wir gleich erwähnen werden. Aber es ist gut zu wissen, dass alle drei Wesensglieder der Seele Teile des Astralleibes sind und sich dort im Laufe von Tausenden Jahren entwickelten, indem sie zu bedeutenden Wandlungen in unserer Empfindung der Welt führten. Während wir gegen Mitte der atlantischen Zeit zum ersten Mal unserer Nacktheit gewahr wurden und uns mit „Blättern“ (Kleidern) bedeckten, haben wir am Ende dieser Periode den ganzen physischen Leib gesehen und konnten uns selbst „Ich“ nennen. Der Mensch wurde zum individualisierten seelischen Wesen, das auf der Erde stand und begriff, dass es eine äußere Welt gibt, die wir heute dummerweise „Umwelt“ nennen. Der Prozess wurde beschleunigt durch den Eintritt des Ätherkopfes in den physischen im Bereich des „dritten Auges“, wodurch wir die Verbindung zur geistigen Welt verloren und der „große Schlaf“, der nach der Mitte der atlantischen Zeit begann, wurde tiefer.

Die Konsequenzen ließen nicht auf sich warten. Damals konnten wir sowohl auf die Kräfte des Wachstums und der Reproduktion bei den Tieren und Menschen verfügen, als auch die Kräfte der Luft und des Wassers missbrauchen. Als Ergebnis erschienen die Dinosaurier und die Riesen (die etwa auf jenen afghanischen Felsen dargestellt worden sind) und wir haben eine Riesenkatastrophe verursacht – die Atlantis ging unter! Die Sintflut führte zur Vereisung der zivilisierten Welt.

Eines sollte klar sein: die Dinosaurier entstanden durch den Missbrauch seitens des Menschen der ihm gegebenen Kraft und sie existierten nicht vor 200 oder 300 Millionen Jahren, sondern vor 12 000 bis 15 000 Jahren, wofür sogar materielle Belege bestehen. Woher stammten etwa die „seltsamen“ Gegenstände, zweifellos von vernünftigen Wesen hergestellt, die in den offengelegten Kohleschichten zum Vorschein kamen? Wurden sie von „Außerirdischen“ hergestellt? Wenn wir uns vertiefen, finden wir derlei unbequeme Fragen und auch unsere vergangenen Sünden. Dabei befreien wir eine Unmenge von unter der Erde „versiegelten“ dunklen Geistern, die wir selbst erschaffen haben. Deshalb sagte B. Douno, dass nichts Gutes denjenigen erwartet, der Bergbau betreibt.

Wir entziehen heute der Kohle die Kraft und betreiben die Dampfturbine, aber die dabei gewonnene Elektrizität stellt keinen Fortschritt dar, sondern einen Hinunterstieg in die unterphysischen Welten – im direkten und übertragenen Sinne. Darauf werden wir später zu sprechen kommen. Der Meister sagt, dass uns in der Astralwelt ein „Ozean“ aus Energie erwartet, aber der Weg nach oben geht über die wahre Erkenntnis, die Reinheit und das moralische Verhalten. Dort ist das Licht, aber der Mensch meidet es und gräbt sich wie ein Maulwurf ein. Was für ein Verfall! Und das trotz der jahrtausendlangen Evolution!

Vor etwa 9000 Jahren war das nach der atlantischen Katastrophe neu entstandene Europa immer noch mit Eis bedeckt, aber an anderen Orten auf der Erde spross das Leben. Es ging die urindische Zeit auf – die erste Etappe der Entwicklung der weißen Rasse, die mit der Vervollkommnung des Ätherleibes verbunden ist. Danach folgte das altpersische Zeitalter, als wir unseren Astralleib entwickelten. in der ägyptisch-chaldäischen Zeit arbeiteten wir an der Empfindungsseele. In der ganzen Zeit aber verloren wir das direkte Sehen in die geistigen Welten und unsere Leiber wurden dunkler, da sie mit Egoismus, Lügen und Angst gesättigt wurden. 21 Jahrhunderte vor Christus sah Abraham mit seinen physischen Augen die vor ihm erschienenen Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Sechs Jahrhunderte später erlebte Moses die Göttliche (Christus-) Offenbarung in der Ätherform – das Feuer im Brombeerbusch und das Blitzen und Donnern auf dem Berg Sinai. Zwei Jahrhunderte danach sehnte sich der Bodhisattva Orpheus nach seiner „Eurydike“, d.h. nach dem verlorenen ätherischen Hellsehen. Im siebten Jh. v.Chr. erlebte der alttestamentliche Prophet Elija das Göttliche Prinzip in seinem Astralleib. Die Götter hatten ihre Arbeit an der Erschaffung des Menschen getan und „gingen“ für uns „unter“ und wir stürzten immer tiefer. Es kam das griechisch-römische Zeitalter, das mit unserem vollständigen Herabstieg in die Materie und der Entwicklung der Verstandesseele verbunden war. Aristoteles verzichtete auf die Anschauung der Inkarnation und richtete seinen Blick auf das gegenwärtige „einzige“ Leben, das kostbar wurde. Der Verlust des Lebens verursachte Entsetzen und deshalb wollte der sterbende Achilles „lieber ein Bettler in der Oberwelt als ein König im Reich der Schatten“ sein. Die Kraft aller Mysterienstätten zur Verbindung mit den höheren Hierarchien erlosch. Wir wurden unsichtbar für sie, und Luzifer und Ahriman planten, die vollständige Herrschaft im Diesseits und im Jenseits zu erhalten.

Dann kam der Sohn, besiegte den Tod und zeigte uns, wie wir unsere Unsterblichkeit zurückerlangen können. Am Anfang waren wir Götter, dann vergaßen wir auf der Erde, woher wir gekommen waren und am Ende unserer physischen Existenz nach der letzten irdischen Inkarnation müssen wir mit der Christus-Kraft zum wahren Ebenbild und Bildnis Gottes werden, aber nur wenn wir das persönlich schon auf Erden erringen. Die heutige Karikatur müssen wir in den „Auferstehungsleib“ verwandeln, indem wir auf einer anderen Stufe die Auferstehung Christi wiederholen. Andernfalls fallen wir von der Evolution ab und verkommen zu einem Wesen, das zwischen dem wahren Menschenreich auf dem zukünftigen Jupiter, das die heutigen Gruppenseelen der Tiere repräsentieren, und dem Tierreich auf dem Jupiter steht.

Wir haben bereits gesagt, dass aus dem Grab das Phantom des menschlichen Leibes auferstand, der völlig vergeistigte physische Leib als reine Widerspiegelung des Kosmischen Ich-Bewusstseins Christi, mit dem der Mensch seine drei Leiber in den zukünftigen Äonen vergeistigen wird. Aber trotz des großen Opfers, das die Involution in Evolution umwandelte, versanken wir weiter. Nach und nach fesselte die Kirche in Dogmen und Kanonen den lebendigen Christus und rief den Materialismus hervor.

1413 begann die gegenwärtige Kulturepoche, die die „germanische“ genannt wird, in der wir wieder an der Entwicklung unserer Bewusstseinsseele arbeiten müssen, damit in etwa 1500 Jahren die sechste Kulturepoche mit dem Slawentum als Mittelpunkt und mit einem einheitlichen Glaubensbekenntnis – dem esoterischen Christentum – triumphiert. Deshalb warnte Steiner, dass wir uns erst am Anfang der christlichen Entwicklung befinden!

Dem werden manche entgegenhalten, dass es etwa 3000 christliche Religionen gibt und zahlreiche Opfer im Namen unseres Gottes Jesu Christi. Kopernikus und Galilei trieben die Menschheit zu einer extrem oberflächlichen Weltanschauung an und im Laufe von einigen Jahrhunderten war das Denken dermaßen beschädigt, dass Ahriman heute praktisch von überall spricht – durch Päpste, Patriarchen, Wissenschaftler, Ärzte, Lehrer, bis zur niedrigsten Stufe der sozialen Hierarchie. Wenn der „Diener Gottes“ über ein einziges Leben redet, dem die „Ewigkeit“ folgen sollte, ist Ahriman zufrieden. Wenn der „Wissenschaftler“ behauptet, dass der Mensch aus dem Affen stammt und die Welt aus „Atomen“ besteht, können wir darin das satanische Flüstern Ahrimans vernehmen. Wenn die geistig Suchenden Christus einen „gewöhnlichen Meister“ nennen, sind sie Gefangene des Satans. Es gibt zahlreiche Beispiele, aber was ist das Ergebnis daraus? Steiner erklärt: „Man kann, wenn man will, in den Museen, wo eine Mumie nach der andern ausgestellt ist, wenn man mit einem etwas universelleren Blick ausgestattet ist, mit dem Goetheschen Blick zum Beispiel, Metamorphosen sehen. Man kann da durch die Säle gehen und dann auf die Straße treten mit dem Gefühl: Da ist in der heutigen Zeit des Intellektualismus gar kein Unterschied, denn daß die Mumien nicht gehen und daß draußen auf der Straße die Menschen gehen, das ist ja nur ein Zufall, ist nur eine Äußerlichkeit. Die Menschen, die heute, im intellektuellen Zeitalter, draußen auf der Straße gehen, sind seelisch Mumien, Seelenmumien, weil sie ganz von toten, intellektualistischen Gedanken ausgefüllt sind, von Gedanken, die nicht leben können“. (GA 216: 119).
Vor einigen Jahren ging eine Bekannte, die ein gewisses atavistisches Hellsehen besitzt, die Hauptstraße Varnas entlang. Auf einmal sah sie mit ihrem geistigen Blick die Menschen als tote Gespenster. Als ich fragte, ob jemand mit einem leuchtenden Bewusstsein dabei war, kam die Angst machende Antwort: “ Alle waren tot!“

Das Gleiche hat eine Frau zwei bis drei Monate lang beobachtet, die die Esoterik nicht kannte, sondern der evangelischen Kirche nahe stand. Im Sommer 1999 berichtete sie: „Gott zeigte mir, wie die Menschen aussehen“. Warum hatte sie gerade im Jahr 1999 diese schockierende Erfahrung? Diese Frage werden wir später beantworten, damit wir den Ausdruck „lebendige Tote“ in seiner Tiefe begreifen können, mit dem Beinsa Douno die Seelen bezeichnete, die immerhin für das Geistige aufleuchten. Was sollen wir aber über die „reinen“ Materialisten sagen, die der Meister „irrsinnig“ nennt und Steiner – „Kranke“ und „organisch Beschädigte“?

Auf der Erde gibt es Milliarden von religiösen Menschen: Christen, Moslems, Buddhisten, Yogins usw., die die Kraft des Gottvaters spüren und den ersten Schritt zum Geist gemacht haben. Aber dieser erste Schritt ist äußerst ungenügend unter den neuen Bedingungen. Steiner sagt klar, dass jedes Zeitalter den Erlöser auf eine unterschiedliche Weise erleben muss, was insbesondere für das Golgatha-Mysterium gilt. Die heutigen christlichen Kirchen halluzinieren nur über das wichtigste Ereignis auf Erden, das uns und den ganzen Kosmos vor Verfall gerettet hat. Wenn wir in diesem Leben den richtigen Weg zum Sohn nicht finden, wird unsere Seele wirklich unglücklich sein. Dann bleibt auch das „Tor“ zum Heiligen Geist geschlossen, was die Seele abschwächt, desorientiert und unfähig macht, von Gott inspirierten Taten zu vollbringen. Die Geisteswissenschaft benutzt die Bezeichnung‚Idiotie’ zur Charakteristik der heutigen „zivilisierten“ Menschen, denn ohne den Geist sind unsere Taten eine Idiotie. Wie eine ernüchternde kalte Dusche klingen die Worte B. Dounos: „Die Erfindungen, Fabriken und die Zivilisation – all das kommt nicht vom positiven Verstand, sondern vom halbintelligenten Menschen. Es ist mit dem Egoistischen in der Welt verbunden. Der Fortschritt drückt sich nicht in der Produktion materieller Güter aus. Die Menschheit hat selbst so viele Krankheiten und Unglück mit ihrer Habgier verursacht. Bedenkt: alle bisherigen Systeme werden zusammenbrechen. Es wird nichts aus dieser Welt übrig bleiben. Ihr Grabstein wurde bereits gelegt.“ Darauf wird wahrscheinlich stehen „Von Irrsinnigen geschaffene Zivilisation“.
Einmal fragte jemand den Meister auf einen geistig verwirrten Menschen weisend. was er darüber sagen könnte. „Jeder, der nicht im Paradies ist, ist verrückt“, lautete seine knappe Antwort. wir sind nicht nur außerhalb des Paradieses, sondern wir haben irgendwo auf unserem Weg die wahre Grundlage des menschlichen Lebens verloren. Ohne diese ist die Rückkehr ins Paradies undenkbar. Welche ist die wahre Grundlage des Lebens? B. Douno antwortet: „Wir müssen uns entscheiden- mit oder gegen Christus. Jetzt gibt es keine Neutralität. Wer Christus nicht erkannt hat, dessen Weg ist gesperrt. Außerhalb seiner Prinzipien ist das Leben sinnlos. Es gibt nichts Schöneres als das, sein menschliches Leben einer Idee zu widmen. Christus ist die innere heilige Idee, die in den Tiefen der Seele verborgen ist. Er ist das Ideal eures Lebens. Nur Gott kann dem Menschen diese Idee hineinlegen. In der Liebe zu Gott und dem Christus liegt die Lösung aller Fragen, für euch, für die europäischen Völker und für die ganze Menschheit.“

Die Liebe zum Gott und Christus – das ist die wahre Grundlage des Lebens! Bereits beim Aufdämmern des Christentums begriff Paulus: „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“(Korinther 13:13). Später erklärte Leonardo da Vinci: „Die große Liebe ist die Tochter der großen Erkenntnis“. In der neueren Zeit warnte Steiner, dass die Menschheit keinen Schritt nach vorn tun wird, wenn sie nicht Christus zu verstehen beginnt und die gesellschaftlichen Probleme werden nur bis zum Niveau gelöst, bis zu dem das Bedürfnis nach einem Impuls gespürt wurde“, denn der Erlöser selbst hatte gesagt: „ohne mich könnt ihr nichts tun“. (Joh.15:5) Mit der ihm eigenen Entschiedenheit beschied der Meister: „Jeder von euch kann über Christus soviel wissen, wie er ihn liebt. Wenn wir die Christus-Liebe zu uns und unsere Liebe zu Ihm nicht spüren können, sind wir keine Christen, keine Menschen, wir sind ein Nichts.“ Und bildhaft stellte er die Diagnose: „Die Liebe der heutigen Menschen ist so gering, dass sie nur die Fliegen erwärmen kann.“ Wie soll Christus sie spüren? Oder Gott?!

Statt uns nach oben zu richten und die verlorene Verbindung zu den Göttern wiederherzustellen, sanken wir nach dem Golgatha weiter in die unterphysischen Welten. Und was haben wir dort „ausgegraben“? Indem Steiner auf eine Frage antwortete, lüftete er teilweise den „Vorhang“: Wenn wir den Lichtäther aus der Astralwelt auflösen, erhalten wir sein Gegenteil – die Elektrizität, die von der unterphysischen Astralwelt herauskommt, wo die Sphäre der luziferischen Wesen ist; wenn man den Tonäther (den chemischen Äther) aus der unteren devachanischen Welt hinunterstößt, entsteht der Magnetismus, der aus dem unterphysischen niederen Devachan „strömt“, wo die Sphäre Ahrimans ist; wenn wir das Wort (den Lebensäther) aus dem höheren Devachan hinunterstoßen, verwandelt es sich in fürchterliche Vernichtungskräfte, die aus dem unterphysischen höheren Devachan emporsteigen, wo die Sphäre der mächtigsten hindernden Geister, der Asuras ist.
Zu der Zeit Steiners waren die Atom- oder Neutronenbomben und die anderen Vernichtungsbomben noch nicht in Gebrauch, aber sie kamen schnell auf die Bühne. Die Katastrophe von Tschernobyl ließ auch nicht auf sich warten, und nun treibt die „Elite“ der heutigen „Wissenschaft“ in CERN sehr gefährliche Unzucht mit der Materie. Dort versucht sie auf Schwarzmagierweise nicht nur zu beweisen, dass die Materie Gott ist, sondern auch das Feuer zu erreichen, das das alte Lemurien vernichtet hatte, um mit ihm das Werk Gottes zu zerstören. Die besagten „Wissenschaftler“ gehören in die geschlossene Anstalt! Hinter ihnen stehen die Asuras. Diese bereits auf dem alten Saturn zurückgebliebenen Archai greifen seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts direkt unseren physischen Leib an, dessen Keim wir von den Geistern des Willens (den Thronen) gerade beim Aufdämmern unseres Sonnenssystems erhalten haben. Die Attacke kommt über den höchsten Teil der Seele – der Bewusstseinsseele! Und da in ihr zum ersten Mal in vollem Maße die Wirkung des individuellen Ichs zur Geltung kommt, charakterisiert sie Steiner als die Zerstörer des menschlichen Ichs selbst, d.h. der Menschlichkeit selbst. Trotz der zahlreichen Warnungen Beinsa Dounos und Steiners, hörten die Menschen nicht auf die Stimme Christi und sind heute den sog. „dunklen“ Geistern völlig schutzlos ausgeliefert.

Die geistigen Voraussetzungen für eine mögliche Gegenwehr unsererseits sind vorhanden. Im Jahre 1899 endete die 5000jährige Periode Kali Yuga oder das „dunkle Jahrhundert“. 1879 war die letzte Schlacht Erzengel Michaels mit Ahriman zu Ende und die Astralwelt begann sich von den besonders starken ahrimanischen Wesenheiten zu reinigen, die „Elementargeister des Lebens und Todes“ heißen. Am 22.03.1914 erklärte B. Douno in Burgas, dass die Reinigung der Astralwelt abgeschlossen ist. In der Astralwelt musste nämlich das Hauptereignis der nächsten 3000 Jahre beginnen – die Wiederkunft Christi mit dem Ätherleib („im Wolkensein“, Off. J 1:7). Am 25.10.1918 eröffnete uns Erzengel Michael – das „Antlitz“ Christi in den geistigen Welten über Rudolf Steiner die neue Art, dem Christus zu begegnen: „Durch das Erleben des Bösen wird die Wiederkunft Christi hervorgerufen, so wie er in der vierten nachatlantischen Zeit dank dem Tod erschienen war.“ Der Erlöser wird für uns immer sichtbarer werden je nach dem Grad unserer Fähigkeit, das schnell anwachsende Böse in Gutes zu transformieren.

Während in der vierten Kulturepoche die Kräfte des Todes vorherrschend waren und deshalb auf Golgatha Tod und Auferstehung stattfanden, werden in der sechsten Kulturepoche die Kräfte des Bösen wüten. In unserer Zeit beginnen die Kräfte beider Strömungen dagegen, gleichzeitig zu wirken. Sie werden die geistig unwissende Menschheit angreifen, die moralisch verfallen und zur Arbeit in Christo fast unfähig ist.

Obwohl Ende des 19. Jh. der Erlöser sein zweites, diesmal astralisches Golgatha erlebte und aus ihr ganz neue Kräfte zum Bekämpfen des Bösen in der menschlichen Seele entstanden, waren wir unfähig, die Schwelle zwischen der physischen und astralischen Welt richtig zu überqueren und dem dort erscheinenden Christus bewusst zu begegnen. Vor 2000 Jahren haben wir ihn gekreuzigt und im 20. Jh. blieb seine zweite Ankunft unbemerkt und unverstanden inmitten des Kriegsdonners, dem trügerischen äußeren Glanz und der immer kälter werdenden Liebe.

Der Hauptwidersacher Christi in unserem Kosmos -„das Tier aus dem Abgrund“ Sorat – erhob sich zweimal über den Kommunismus und Faschismus und verursachte enorme Verwüstungen und Leiden. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Globalismus als die westliche Form des Bösen die Menschlichkeit in einem nie dagewesenen Ausmaß auszulöschen. Steiner hatte vorhergesagt, dass „die angloamerikanische Übermacht kulturellen Tod und kulturelle Krankheit auf der ganzen Erde ausfließen wird“. Und hinter dieser Attacke stehen die Asuras, die ganze Kulturen wegfegen!

Seinen Blick in die Zukunft richtend, rüttelt uns Steiner auf: „ Die Kräfte, die bisher den menschlichen Fortschritt leiteten, werden gegen Mitte des 20. Jh. ausgeschöpft sein. Die äußeren Gesetze und ihr Durchsetzen werden unser Leben so kompliziert machen, dass die Menschen sich nicht mehr darin zurechtfinden werden. Sie werden eines Tages aufwachen, aber dieses Aufwachen wird schlimm sein für diejenigen, die lieber bequem schlafen. Der Materialismus wird noch zwei bis drei Jahrhunderte im Aufschwung begriffen sein und das Chaos wird weitergehen, wenn eine bestimmte Anzahl Menschen nicht die anthroposophischen Wahrheiten annehmen – das ist ein welthistorisches Karma.“ Während die zehn Gebote Gottes die erste Offenbarung an die Menschheit waren und die Ankunft Christi und die Evangelien – die zweite, ist die Anthroposophie die dritte Offenbarung. Jeder, der ihre Wahrheiten verpasst hat, wird den Erlöser nicht zeitadäquat verstehen, für die Liebe erkalten und sch selbst in seinen zukünftigen Inkarnationen Leiden zufügen. Wir alle haben in den vergangenen Zeitaltern gelebt – im altindischen, altpersischen usw. Damals hat es auch Menschen gegeben, die vom allgemeinen Fortschritt zurückgeblieben sind, aber das eiserne Karmagesetz hat das „Tempo“ mehr oder weniger angeglichen. Im jetzigen michaelischen Zeitalter, das nach 1879 begann, haben wir unsere ersten Inkarnationen seit der lemurischen Zeit, in denen die reale Gefahr besteht, dass wir bewusst – aus eigener Schuld – die fortschrittlichen Zeitimpulse versäumen, denn wir waren noch nie so frei wie jetzt in unserer Wahl, welchen Weg wir gehen sollen. Und die Liebe ist immer an Verantwortung gekoppelt. Deshalb warnt Steiner, dass es eine Sünde gegenüber dem Heiligen Geist ist, sich der geistigen Weisheit zu widersetzen. Von der Heiligen Schrift wissen wir, dass diese Sünde nicht vergeben wird, Jeder, der denkt, dass er in seiner nächsten Inkarnation das Verpasste nachholen kann, irrt. Solche Menschen müssen bedenken, dass man die geistige Welt nicht lange ignorieren kann, so Steiner, dann rächt sie sich. Außerdem werden die Bedingungen andere sein. Nach der michaelischen Zeit kommt das Zeitalter Oriphiels. Dann werden furchtbare vernichtende Kriege toben und nur eine Handvoll Menschenwesen, die mit Michael verbunden sind, werden wach für den Geist bleiben. Und der Rest?

Im März 2008 unterhielt ich mich mit einem Mann, der die Anthroposophie nicht kennt, aber sehr gute hellseherische Fähigkeiten hat. Seine Visionen der Zukunft bestätigen grundsätzlich die Prophezeiungen Steiners und B. Dounos. Er sagte: „Die Menschen werden auf der Straße wie Tiere kopulieren; sie werden einander aufessen, nicht nur verbal, sondern auch wörtlich, denn der Kannibalismus wird zurückkehren; die Städte werden menschenleer sein, da in ihnen keine Lebensbedingungen mehr möglich sein werden; manche Staaten, die stark zerstörerische materialistische Impulse tragen, werden verschwinden“. Wenn wir das Geschehende aufmerksam beobachten, können wir feststellen, dass ein Teil der nahen Zukunft bereits zum Vorschein kommt!

Aber das vorliegende Buch hat nicht das Ziel, die okkulten Grundlagen des Bösen und seine Erscheinungsformen detailliert zu erörtern. Die Anthroposophie gibt genug Informationen und Ende des vorigen Jahrhunderts erschien auch das bemerkenswerte Buch Sergej Prokofieffs „Die Begegnung mit dem Bösen und seine Überwindung in der Geisteswissenschaft“. Die Praxis zeigt allerdings, dass nur die Anthroposophie nicht reicht. Auf unserem Weg zum Ich und bei unserer Begegnung mit dem Ätherischen Christus brauchen wir noch etwas. Dieses Etwas wird später in der Gestalt der geschilderten Erfahrung der „Ariadnefaden“ sein, mit dem der Ausweg aus der sichtbaren Krise im geistigen Leben der Menschheit aufgezeigt werden kann. Und da jeder Weg einen Anfang hat, wird nun mit diesem begonnen.

 

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Ein Gedanke zu „Der Weg zum Ich – Teil 1

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