Der Weg zum Ich – Teil 2

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         Der Anfang

Ich bin am 19.10.1957 im Dorf Katunzi geboren, das unter den südwestlichen Hängen des Pirin-Gebirges liegt und vom Süden her vom Berg Slawjanka umgeben ist. Von der Anthroposophie wissen wir, dass die Entscheidung, wann und wo ein Menschen-Ich inkarniert in der „Mitternachtsstunde des Daseins“ getroffen wird. Wir wollen den Weg dorthin und zu einer neuen Geburt verfolgen.

Die übersinnliche Welt ähnelt einem majestätischen Gebäude mit vielen Stockwerken, die nur durch die Bewusstseinsänderung wahrgenommen werden können. Wir unterteilen sie allgemein in Bild, Ton und Wort (Wesen). Nach dem Tod lassen wir auf der Erde den schon unbrauchbar gewordenen physischen Leib und die restlichen Wesensglieder strömen nach oben. Eine Zeitlang „läuft“ das Panorama des gerade vergangenen Lebens und der Ätherleib ist immer noch mit der äußeren „Matrjoschka-Puppe“ verbunden. Die Dauer dieses Prozesses ist von der Zeit abhängig, die der Verstorbene unten ohne Schlaf aushalten konnte. Für manchen kann er drei oder vier Tage dauern, für einen anderen – nur 15 Stunden. Deshalb ist es nicht gut, wenn die Beerdigung viel zu schnell nach dem Tod stattfindet und der Ätherleib sich noch nicht endgültig abgetrennt hat, wonach die Schwelle des Todes unumkehrbar überschritten ist. Wir können uns an den dreitägigen Aufenthalt von Lazarus im Grab erinnern und die nachfolgende Rückkehr zum Leben, als er durch den hierophantischen Aufruf Christus’ „Lazarus, komm heraus!“ auferweckt wurde.

Eigentlich gibt es keinen Tod, sondern nur einen Übergang von einer Bewusstseinsform in eine andere. B. Douno sagt über die Toten, dass sie sich nur tot stellen. Die Befreiung von den Fesseln des Raums und der Materie ist das wunderbarste Ereignis für die Seele und der Höhepunkt ihres richtig verlaufenen Erdenlebens. Nicht zufällig freuen sich manche östlichen Völker bei einer Beerdigung und weinen bei einer Geburt. Natürlich sind das heidnische Reaktionen, denn das Golgatha-Mysterium änderte alles.

Wenn wir die Erde verlassen, geraten wir in die Welt der Bilder, die ‚Astralwelt’ oder ‚Elementarwelt’ genannt wird. Dort ist das “Fegefeuer“, wo wir nach ca. einem Drittel des vergangenen Lebens unseren verschmutzten Astralleib in ausreichendem Maße wieder reinigen, damit er weiter nach oben steigen kann. Die Reinigung der unmoralischen und unreligiösen Seelen ist sowohl mit immensen Leiden als auch mit der Unmöglichkeit verbunden, die Energien von den Wesen auf Merkur und Venus zu erhalten, die zum Aufbau eines gesunden Astralleibes für das nächste Leben nötig sind, denn der gesunde Astralleib garantiert einen gesunden physischen und Ätherleib und somit ein glückliches Leben.

Die Energien für unseren zukünftigen Ätherleib können wir von der höheren Sphäre, der Sonnensphäre erhalten, aber nur wenn wir auf der Erde Spiritualität bekundet haben, die sich in der bewussten Einstellung zum Christus-Impuls äußert. Die Ätherleiber werden immer mehr zerfallen, wenn die Menschen unwissend sind für den wahren Christus und Seine Mission für die ganze Erdenevolution. Wer den Erlöser in sein Ich aufgenommen hat, arbeitet mit den Hierarchien beim Korrigieren seines Karmas mit und formiert in der Sonnensphäre ein besonders günstiges zukünftiges Sonnenkarma. Die Wachheit in der Sonnensphäre wird besonders wichtig auch wegen des Umstandes, dass später die Seele und das Ich zwischen Christus und Luzifer reisen, die klar voneinander unterschieden werden müssen. Der Erste arbeitet daran, alles in den vorherigen Inkarnationen Erreichte zu bewahren und der Letztere, der auf dem physischen Plan grundsätzlich böse Einflüsse hat, ist hier unser Mitstreiter und Führer, der uns lehrt, die Energien der anderen Hierarchiewesenheiten in unserer nächsten Inkarnation auf die richtige Weise anzuwenden.

Von der Sonne beginnt die Himmelswelt, die im Osten unter dem Namen ‚Rupa- oder niederes Devachan’ bekannt ist und in der Anthroposophie – als die ‚Welt des Geistes’. Pythagoras nannte sie die „Sphärenmusik“. Bis zur Sonnensphäre empfinden wir die Wesenheiten um uns bildhaft (durch Imagination) und von dort an treten wir in die Welt der Inspiration ein, die sich durch Töne (Inspiration) zeigt. Das Eintauchen in sie geschieht, wenn die Seele „nackt“ ist, d.h. ohne Leiber. Die Bibel deutet das geheimnisvoll an: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ Die Seele betritt das „Reich“ ca. hundert Jahre nach dem Tod. Den physischen Leib haben wir auf der Erde zurückgelassen, der Ätherleib wird vom Weltäther absorbiert und der Astralleib fällt vor der Sonnensphäre ab, indem er sich in den Astralkosmos auflöst. Aber von den letzten zwei „Leichen“ bleiben Extrakte, die den Kausalkörper bilden. Bis zu seinem ersten irdischen Tod in der lemurischen Zeit bestand der Mensch aus seinen drei Leibern, der Seele und dem Ich und nach dem Tod hat er das Urbild dieser ersten Inkarnation mitgenommen. Bei der zweiten Inkarnation besaß er schon diesen Zusatz vom vorherigen Leben. Ein Mensch, der mehrere und bedeutende Inkarnationen durchgemacht hat, die mit viel Arbeit des Ichs an den Leibern verbunden sind, hat einen inhaltsreichen Kausalkörper. In ihm stecken alle Fähigkeiten und Begabungen, die in dem nächsten Leben zum Vorschein kommen werden.

Aber vor diesem Leben muss ein langer Weg unter den hierarchischen Wesenheiten der Himmelswelt zurückgelegt werden. Durch die Marssphäre klingt diese Göttliche Welt wie Orchestermusik, durch die Jupitersphäre wie Chormusik und wenn man sich Saturn nähert, nimmt man die Macht des Weltlogos wahr, der alles erschaffen hat. Jede Seele, die auf Erden die Fesseln des Körpers und ihre temporäre Persönlichkeit überwunden hat, kann Inspiration aus diesen Welten des Geistes schöpfen. Ihnen entnahm der taube Beethoven die „Neunte Symphonie“. Der „offene Kanal“ zum Devachan erlaubte Mozart, seine Musik ohne eine einzige durchgestrichene Note zu schreiben, denn dort herrscht vollkommene Harmonie, die keine Anwesenheit duldet, die nicht gleich klingt. Deshalb erheben sich nicht alle Seelen nach dem Tod dorthin, geschweige denn noch weiter!

Wenn wir Saturn verlassen, verlassen wir auch die Sphäre der Planetenwirkung und treten in die Sphäre der Fixsterne ein. „Vor uns ist die höhere Himmelswelt, die ‚Arupa-Devachan’ oder ‚die Welt der Vernunft’ genannt wird. Unser Bewusstsein wird vernebelt und wir geraten in einen geistigen Schlaf. Wir befinden uns in der „Mitternachtsstunde des Daseins“ – dem höchsten Punkt der geistigen Wanderungen zwischen zwei Inkarnationen. Hier im Logos erkennen wir den Geist und lernen tiefe Geheimnisse kennen. Das Wichtigste ist das Erleben der weltumspannenden Bruderschaft in Christo (im Logos), denn unser eigenes Wesen (die Seele und das Ich) kommt als Wort zum Vorschein und verbindet sich mit dem Wort aller Wesen im Weltall. Das ist die Welt der Intuition, die wir erreichen, wenn wir über die Wirkungssphären der sechs Götterhierarchien von Engeln zu Herrschaften aufsteigen, um die Wirkung der höchsten Gruppe der Throne, Cherubim und Seraphim und die Entstehung des Menschenkarmas in Verbindung mit dem ganzen Kosmos zu kontemplieren. Steiner sagt, dass diese Ansicht grandioser ist als die ganze Größe des Himmelsreiches.

Die Götter haben die Sternenwelt für uns und für die Abstimmung des Karmas auf seinen Ausgleich. Deshalb kann sich der Mensch gegenüber dem Kosmos stellen und erklären: „Ich bin der Sinn der Schöpfung“. Aber er muss wissen, dass der Kosmos, wenn man ihn so versteht, zu einem großen Welttempel für das Menschenwesen wird, das sich freiwillig in ihm opfert. In der „Mitternachtsstunde“ verkörpern wir das Göttliche Weltziel und dieses muss ins Ideal verwandelt werden, das wir anstreben. Das wird zustande kommen, wenn wir den Weltkult der Bruderschaft auf die Erde „mitnehmen“ und als „Weltmittag“ verwirklichen, indem wir dem Christus-Beispiel folgen. Steiner ist davon überzeugt, dass es kein höheres Bild gibt als das auf Golgatha errichtete Kreuz. Wenn der Mensch richtig verstanden wird, muss er das Golgatha-Mysterium erleben, so wie das Gott Selbst getan hat. Der Meister Beinsa Douno ist noch strenger, wenn er sagt, dass die ganze Menschheit heute sich für Christus aufopfern muss. „Wenn wir nicht über das Grab gehen, können wir keine Christen sein, denn „Christus war das Herz des Gottes“!
Keiner kann denjenigen aufhalten, der das Herz Gottes sucht. Dieser Drang wird in der „Mitternachtsstunde“ geboren, als ab einem bestimmten Zeitpunkt die Seele und das Ich sich nach der Erde sehnen. Sie gehen durch das höhere und niedere Devachan und treten in die Astralwelt ein, aus deren Substanz sie ihren Astralleib für das bevorstehende Leben erschaffen. Dieser Leib ist immer der geeignetste für den Menschen, denn er entspricht dem, was man in der vorherigen Inkarnation erarbeitet hat. Alles, was man gedacht, gefühlt und gespürt hat, hat hier viele Spuren hinterlassen. Wenn diese Spuren mit der Wahrheit verbunden waren, werden sie dem Menschen einen guten Leib liefern. Wenn er viele äußere Eindrücke gehabt und reiche Kenntnisse auf bestimmten Gebieten erworben hat, wird er seltene Begabungen auf diesen Gebieten besitzen.

Die geistigen Keime des Ätherleibes aber befinden sich im niederen Devachan und sein Aufbau hängt von dem ab, was wir in dieses Gebiet der Himmelswelt mit unserem Temperament aus dem vorherigen Leben eingebracht haben. Das innere Leben der Seele aus der Vergangenheit bringt die stabilen Neigungen für die Zukunft hervor. So wird zum Beispiel derjenige, der viel Freude aus dem Kontakt mit Christus empfunden hat, die Neigung zum fröhlichen Temperament haben.

Im Unterschied zum Astralleib ist der Ätherleib nicht immer der Passende für uns, denn seine Herausbildung hängt nicht nur vom Menschen, sondern auch vom Geist des Volkes ab, in dessen Mitte wir „hinuntersteigen“. Über das von diesem Volk bewohnte Gebiet ragt eine „Ätheraura“, die den Leib des führenden Erzengels darstellt. Durch diese beeinflusst der Erzengel das Temperament der Menschen auf diesem Gebiet.

Wir hören oft die Ausdrücke „die Mentalität eines Volkes“ „die Atmosphäre“ einer Gegend“ u.dgl. Da der Ätherleib zum Volk und zur Familie im weiteren Sinne angezogen wird, wird die Wahl eines Elternpaares, das die in dieses Volk heruntersteigende Seele erwartet, besonders wichtig für den oben entworfenen Verlauf des bevorstehenden Erdenlebens. Genauer gesagt führt die Essenz des Astralleibes die Seele zur Mutter und das Ich – zum Vater. Im heutigen Entwicklungszyklus ist das Ich mit dem Element der Wünsche und Impulsen des Spürens verbunden und im Astralleib wurzeln die Eigenschaften der Phantasie und des Denkens. Die menschliche Struktur, die sich inkarnieren will, bedenkt alles Angeführte und hat dabei viele Varianten zur Verfügung. Es kann vorkommen, dass der Astralleib von der Mutter angezogen wird und das Ich den jeweiligen Vater nicht will. Dann setzt das Ich seine Wanderung fort, bis es das passende Elternpaar gefunden hat. Deswegen ist die Behauptung, dass niemand seine Eltern auswählt, völlig sinnfrei.

Wir müssen einen besonderen Moment hervorheben, wenn die Seele in den Ätherleib eintaucht und der physische Leib noch nicht da ist. So wie wir nach dem Tod in umgekehrter Reihenfolge das Panorama unseres gerade vergangenen Lebens verfolgen, steht nun vor uns die ganze Zukunft, aber nicht mit ihren Details, sondern als Übersicht der wichtigsten Ereignisse. Dann erscheint der Erzengel Michael, der immer und überall den Drachen Ahriman „zertrampelt“. Von der Kontemplation des Bildes Michaels mit dem Schwert kommt die Kraft für die freie Wahl, die auf den ständigen Sieg des höheren Wesens des Menschen über seine niederen Gedanken, Gefühle und Handlungen gerichtet ist. Dann tritt eine noch stärkere Kraft zutage, die von Christus selbst kommt. Indem die Seele die Kraft der aufopfernden Weltliebe kontempliert, beginnt sie, die bevorstehenden Prüfungen und Hindernisse zu lieben und das gibt ihr die Möglichkeit, ihr Leben auf die richtige Art zu leben. Das ist notwendig, falls ihr dramatische Situationen, schwere und langwierige Mühen, Krankheiten, Leiden bevorstehen…Aber trotz der Kontemplation von Michael-Christus, kann man einen Schock bekommen, wenn man sieht, welche Schwierigkeiten einem bevorstehen und auf den Eintritt in den physischen Leib verzichten. Dann fehlt die stabile Verbindung zwischen den einzelnen Leibern, das Gehirn wird nicht richtig benutzt und es ist möglich, dass das Kind einen Intelligenzdeffekt hat.

Natürlich geht es nicht nur um die bevorstehenden Schwierigkeiten. Grundsätzlich ist sowohl der Ätherleib, als auch der zukünftige physische Leib nicht immer der geeignetste für den Astralleib, was oft zu Disharmonie und Unzufriedenheit im Leben führt, die heute überall sichtbar und weit verbreitet sind. Die geistigen Keime des physischen Leibes selbst befinden sich im höheren Devachan. In der Akasha-Chronik dort sind die Taten der vorherigen Leben niedergeschrieben und nach diesen Taten bestimmen die höheren Wesenheiten den Ort unserer nächsten Geburt, wo wir von unseren Eltern einen gesunden oder kranken Körper bekommen werden. Wenn man gute Eigenschaften entwickelt und gute Taten vollbracht hat, wird der physische Leib gesund und zäh, man wird ein reines Gewissen, hohe moralische Maßstäbe und das wahre Talent haben, Gutes zu tun. Solche Menschen beginnen früher als die anderen an ihren physischen Leib zu arbeiten, um ihn für ihre Erdenmission anpassungsfähiger zu machen.

Bis zur dritten Woche nach der Empfängnis befinden sich das Ich, die Seele, der Astral- und Ätherleib normalerweise in der unmittelbaren Nähe der Mutter, die die befruchtete Eizelle trägt, aber sie wirken von außen, so dass die Entwicklung des physischen Menschen ohne ihre Einwirkung erfolgt. Die tatsächliche Vereinigung mit dem Keim und die direkte Wirkung auf ihn beginnen nach der dritten Woche. Bei den höchstentwickelten menschlichen Individualitäten, die die Anführer des geistigen Teils unserer Welt sind, beginnt diese Vereinigung bereits im Augenblick der Empfängnis. Bekannterweise verändert sich die Materie, die den physischen Körper, einschließlich des Gehirns ausmacht, bis zum letzten Partikel alle sieben Jahre zwischen der Geburt und dem Tod. Aber die Form (das Phantom) bleibt bestehen. Bei den normalen Menschen läuft dieser Prozess völlig unbewusst ab, während der Eingeweihte seinen Körper bis zum Tod bewusst steuert und beginnt, seinen neuen Körper schon im Augenblick aufzubauen, als der erste Anstoß dafür gegeben wird. Mit der Geburt wechselt er die Stoffe nur einmal, aber gründlich und es ist kein Zufall, wenn gesagt wird, dass er nicht in einem anderen Körper geboren wird, so wie für den normalen Menschen nicht behauptet wird, dass er alle sieben Jahre neu geboren wird. Für die Meister ist eine große äußere Ähnlichkeit mit ihrer vorherigen Inkarnation charakteristisch, bei den restlichen Menschen gibt es solche Ähnlichkeit zwischen den einzelnen Inkarnationen nicht.

Die okkulten Untersuchungen zeigen, dass wir im Laufe von 2160 Jahren, die der Sonne notwendig sind, um durch ein Tierkreiszeichen zu reisen, mindestens zweimal auf die Erde kommen und dort ein völlig gewandeltes Umfeld vorfinden. In diesem kann man neue Erfahrungen sammeln, seine karmischen Aufgaben lösen und vielleicht eine Mission erfüllen. Das ist das Prinzip. Allerdings hat Steiner den Zeitabschnitt zwischen dem Anfang der fünften Kulturepoche bis zum Ende des 19. Jahrhunderts untersucht und erstaunt festgestellt, dass ein und dieselben Seelen geboren werden und sterben – nämlich die Seelen, die zu Atheismus neigen. Sie haben einen Rückstand vom richtigen Zeitmaß der Evolution nachzuholen, denn in ihnen wirkt ohne Hindernisse der „Stachel“, den Paulus so mysteriös als den „Pfahl im Fleisch“ erwähnt. Diesen Seelen bleibt Christus fremd oder wird auf eine materialistische Art begriffen und empfunden.

Das Problem ist sehr ernst zu nehmen und es wird weiter an passender Stelle erörtert, aber jeder Mensch muss wissen, dass er sich nach seinem Tod dem Christus gegenüberstellt, der ihn fragen wird, was er mit seinem Erdenleben gemacht hat. In dieser Frage steckt keine Verurteilung, sondern Liebe. Aber gerade im Lichte dieser Liebe sieht die Seele ihre Fehler klar, empfindet Scham und Schmerz und verurteilt sich selbst. Es ist sehr wichtig, dass wir uns rechtzeitig fragen: „Warum bin ich auf die Erde gekommen?“ Danach müssen wir die Antwort bei Christus suchen, denn Er ist die Antwort auf alle unsere Fragen! Andernfalls erwartet uns das Netz aller möglichen Illusionen.
Das habe ich längst begriffen und ich mache dauernd Versuche, mein Leben einzig in Jenem zu betrachten, der sagte: „Ich bin das Licht der Welt“. Die Reise zu ihm ist das bewegendste und bedeutsamste Erlebnis der Seele, die die Rückkehr zu unserem gemeinsamen Vater garantiert.

Meine Reise begann am Fuß der Berge Pirin und Slawjanka. Warum dort? Wir haben bereits erwähnt, dass die zukünftige sechste Kulturepoche die „slawische“ sein wird und in etwa 1500 Jahren auf der Erde aufkommen wird. Aber schon in
unserer Zeit spüren wir immer deutlicher ihre Impulse, zu denen wir uns „stimmen“ müssen. Das sind die Impulse des Ätherischen Christus, die aus Seinem Reich kommen, das „nicht aus dieser Welt“ ist. Aber das Finden des Reichs ist heutzutage schwieriger als bisher. Beinsa Douno teilte uns die inspirierende und gleichzeitig Angst machende Wahrheit mit: „In den alten Zeiten sprach der Gott durch die Propheten zu den Menschen, aber sie glaubten ihnen nicht. Dann sprach er durch seinen Sohn zu ihnen und sie glaubten wieder nicht. Den heutigen Menschen spricht Gott durch die Wahrheit – den höchsten Gipfel, der jemals geschaut werden wird.“

In Bulgarien gibt es drei Berge, die die Göttliche Trinität symbolisieren: die weichen Formen des Rhodopa-Gebirges und die märchenhafte Fülle an Wiesen sind eine bemerkenswerte Widerspiegelung der Liebe; der Bergzirkus der sieben Rila-Seen ist die feierliche Illustration der Göttlichen Weisheit und die spitzen Gipfel des Pirin-Gebirges warnen jeden, dass der Weg zur Wahrheit der steilste, aber auch der würdigste für den heutigen Menschen ist. Deswegen klingeln die Worte des Meisters „Wer schwach ist, soll zur Liebe gehen. Sie hat Nachsicht mit den Menschenfehlern, mit den Menschenschwächen. Wer ungebildet ist, soll zur Weisheit gehen. Wer vollkommen sein möchte, soll zur Wahrheit gehen“ wie eine schicksalhafte Verteilung der Seelen.

In der „Mitternachtsstunde des Daseins“ wurde beschlossen, wo der richtige Ort für meine Geburt war, aber die Wahl, den Entschluss der Götter wahrzunehmen ist persönlich. Be mir lautete sie: den Weg zur sechsten Epoche – „Slawjanka“ werde ich durch die Wahrheit zurücklegen – „Pirin“. Ich will das direkt sagen: jetzt und in der Zukunft wird dieser der richtige Weg zu Gott (Christus) sein. Nur derjenige, der die Wahrheit hat, kennt die Richtung seines Lebens“, bestätigt der Meister. Aber er warnt gleichzeitig: „In der Wahrheit wird keine Zögerung erlaubt, nicht die geringste. Alles ist in ihr streng bestimmt. Jede Zögerung ist schwerwiegend, denn selbst die kleinste Bewegung des einzelnen Menschen ist dermaßen mit anderen Bewegungen verbunden, dass bei der geringsten Zögerung er eine Katastrophe erleiden kann – es kommt zur Verflechtung der Wege im Universum. Wie können wir die „Katastrophen“ vermeiden?

Wie bereits erwähnt, leben wir unter den ständigen Angriffen Luzifers und Ahrimans. Der erstere „zieht“ uns von links nach oben zum Himmlischen und der letztere „drückt“ uns von rechts nach unten zum Irdischen. „Die Wahrheit liegt in der Mitte“, besagt ein bekannter Aphorismus. Wenn wir den Menschen mit einer Waage vergleichen, so wird das Gleichgewicht zwischen den beiden Schalen im Mittelpunkt (Zentrum) erreicht. Christus ist das Zentrum (die Liebe als Wahrheit) und nur Er ist in der Lage, die „Abweichungen“ zu harmonisieren, was außerordentlich wichtig ist, denn ohne unsere Mitarbeit wird Er Seine Hauptaufgabe nicht erfüllen, die darin besteht, die ganze Schöpfung in Wahrheit zu transformieren und diese zurück zum Göttlichen Geist zu bringen.
Der Erlöser erinnert uns ständig durch die Ihm dienenden geistigen Wesenheiten, die den Tierkreis bilden, wie schicksalhaft die Wahl ist, Ihm zu folgen oder Ihn abzulehnen, denn „außerhalb von Christus kann man die Wahrheit in seinem Leben nicht finden“, wie der Meister sagt. Der Tierkreis ist „die Sprache Gottes“ und sie beginnt bereits bei unserer Geburt in einem Zeichen und in der jeweiligen Anordnung des Sternenhimmels im Augenblick des ersten Erdenschreis. Ein großer Teil der Menschheit „hört“ diese Sprache nicht oder gerät an „Magier“, die die Astrologie als „Handwerk“ betreiben, das Geld bringt. In der ägypthisch-chaldäischen Zeit wurde die Sternenschrift durch die Priester gedeutet und das war eine heilige Handlung. In der Zeitenwende folgten die drei Magier aus dem Osten „dem Stern“ und legten den langen Weg zurück, weil sie nicht durch Geschäftsinteressen, sondern durch den Wunsch geführt wurden, sich vor ihrem Lehrer aus den vorherigen Inkarnationen zu verbeugen – dem großen Zarathustra („Stern“). Die „einfachen“ Hirten sahen den Nirmanakaya Buddhas und gingen zu der in der „Höhle“ geborenen Paradiesseele des Menschen. Die modernen „Sterndeuter“ sind fast völlig ahrimanisiert und begreifen nicht, dass die Vermischung von Esoterik mit Geld wegen der schwarzen okkulten Kraft, die im Geld steckt, äußerst gefährlich ist.
Beinsa Douno hält die Geldgier für „einen besonderen Krankheitstyp“. Mit Sicherheit haben solche Personen nicht die „Mitternachtsstunde des Daseins“ erreicht oder die dortige Weltbruderschaft in Christo erlebt und werden die Warnung des großen Astrologen John Jocelyn nicht verstehen: „Es ist nicht nur nicht weise, sondern sogar gefährlich, eine Sternenkarte zu studieren, ohne dass wir bereit sind, sie zu nutzen, um unseren eigenen Charakter zu korrigieren und den anderen bei dem Gleichen durch unser wachsendes Wissen zu helfen, das eigentlich die Gewahrwerdung unserer Beziehung zum ganzen Kosmos ist. Den Tierkreis in seiner esoterischen Wahrheit verstehen lernen bedeutet sich selbst als Christus-Seele verstehen lernen. So kann man auch alle anderen Iche gewahrwerden und zu einem Individuum mit schöpferischem, gutem Willen werden!

Warum wurde ich im Zeichen der Waage geboren und trotzdem nah am Skorpion? Damit ich mich selbst als Christus-Seele finden und eine Ganzheit erreichen konnte – die Vereinigung von Leib, Seele und Geist. Kein anderes Sternzeichen gibt eine bessere Möglichkeit, dieses Ziel zu verwirklichen als dieses Kardinalzeichen, das heilige Schwungrad des Tierkreises. Dabei hat die Waage den Stützpunkt in dem Willen. Dieser Umstand sorgt für das erstrebenswerte Gleichgewicht zwischen Denken und Fühlen, Kopf und Herz, d,h. das Erreichen des Christus-Reiches, das „nicht aus dieser Welt ist“. In der Waage findet die Kreuzigung der Seele statt und wenn der Balken sich unumkehrbar zum Guten neigt, wird der Mensch zum wahren Christus-Kämpfer. B. Douno ruft uns auf: „Meldet euch zum Christus-Regiment an! Denn Christus wartet auf Mitarbeiter. Er sucht bewährte Seelen, denen er etwas auferlegen kann. Er sucht fertige Seelen! Ihr werdet fragen: „ Sind wir denn nicht fertig?“ Es gibt viele Geigenspieler, aber wenige Meistergeiger.“ Es werden keine einfachen Gläubigen gebraucht, sondern ausgebildete Kämpfer, die in das Böse „hineintreten“ können und dieses durch die dort versteckte Christus-Kraft in Gutes transformieren. Schon 1916 zeigte uns der Meister den Weg: „Wenn ihr in die höhere Lage des Lebens eintreten wollt, müsst ihr den Heiligen Petrus suchen – er wird euch die Schlüssel, das Buch Christi geben. Wenn ihr in die niederen Welten hineinwollt, müsst ihr hinuntersteigen und in der Hölle werdet ihr Christus finden. Der eine Schlüssel befindet sich bei Petrus, der andere – bei Christus.“

Meine Begegnung mit Petrus werde ich später beschreiben. „In die Hölle hinuntersteigen“ bedeutet den Übergang zu einem der stärksten der alchemischen Tierkreiszeichen – den Skorpion-Adler. Das ist das Zeichen des Kriegers, der die Prüfung vor Michael bestanden hat, dessen Fest sich im Zeichen der Waage befindet. Der Meister formulierte den Weg so: „Euer Weg führt vom Erzengel Michael über Christus zum Vater.“ Gibt es einen Kämpfer, der felsenfester ist als Michael?! Wer in der Waage hinunterfällt, folgt dem Drachen und wird im Skorpion verdorben, denn er verrät den Christus wie Judas, d.h. den höheren Menschen in sich. Dann erscheint der grandiose Flug des Adlers unnahbar.

Jedes Sternzeichen besitzt positive und negative Seiten, aber der Erdenmensch empfindet diese Einflüsse nicht nur durch das Sternzeichen, in dem er geboren wurde, sondern von allen zwölf Tierkreiszeichen. Wenn wir die positiven Einflüsse begreifen und richtig nutzen, werden wir immer tiefer in die Geheimnisse der Seele eindringen, die jeweiligen Eigenschaften entwickeln dun zu einer Einheit mit den Götterhierarchien werden, mit denen wir zusammen arbeiten im Namen Christi. Dann sind wir auf dem Weg der Wahrheit und die Wege des Weltalls „verschlingen“ sich nicht.

Es musste die genau bestimmte Anzahl von Jahren vergehen, bis ich diese Wahrheit begriff und die genaue Zeit zu ihrer Realisierung kam. Deshalb nahm ich den ersten Atemzug im Jahr 1957. Meine Mutter erinnert sich daran, dass er durch einen starken, vollen Schrei begleitet wurde, nach dem ich aufmerksam das Zimmer gemustert haben soll. Die Krankenschwestern wunderten sich und meinten, dass ich verstanden habe, was ich gesehen hatte. Der Zusammenstoß mit der Zivilisation des 20. und 21. Jahrhunderts und das Finden des Rückweges zum Geist standen bevor, und zwar unter Bedingungen, die sich gründlich von denjenigen meiner vorherigen Inkarnation unterscheiden. Aus numerologischer Sicht betrachtet, soll das Datum 19. Oktober günstig als Geburtstag sein und im Jahre 1957 sollen die Sterne gut geordnet gewesen sein. Von der Geisteswissenschaft wissen wir, dass beim Tod und bei der neuen Geburt die Sternenkonstellation ungefähr gleich ist, was die Kontinuität sichern soll, aber der Geburtsort ist wegen der karmischen Notwendigkeit ein anderer.

Grundsätzlich ist das Kind nicht nur im Mutterschoß, sondern auch bis zu seinem dritten Jahr eine Widerspiegelung des Kosmos, so wie Christus eine Widerspiegelung des Kosmos in den drei Erdenjahren war, als er ohne eine einzige Sünde zu begehen, zum Tod auf Golgatha kam und die menschliche Entwicklung umkehrte. Die Erwachsenen verstehen Christus nicht, sie verstehen die Kinder nicht und reden deshalb von einer vorgeburtlichen (pränatalen) Erziehung. Diese ist unmöglich, denn zu dieser Zeit steht die Frucht unter dem Schutz der geistigen Wesen und sie stellen die Verbindung zwischen ihr und der Welt her. Natürlich macht es was aus, ob die Eltern und besonders die Mutter bis zur Geburt im Einklang mit den moralischen und logischen Gesetzen gelebt haben. Dann werden die Ergebnisse dieser Selbsterziehung auf die natürlichste Weise in das Kind übergehen, dessen Erziehung direkt nach der Geburt beginnt, wenn das Baby von der geistigen in die physische Dimension übergeht.

Der Mensch besteht aus zwei Teilen – auf dem einen Pol ist der geistig-seelische Mensch, der besteht aus Geistesmensch, Lebensgeist, Geistselbst und den damit verbundenen rein seelischen Kräften der Bewusstseins-, Verstandes- und Empfindungsseele. Auf dem anderen, dem physisch-körperlichen Pol sind der Astral-, Äther- und physischer Leib und die drei Reiche – das Tierreich, Pflanzenreich und Mineralreich. Auf dem physischen Plan sind beide Pole nicht verbunden, deshalb besteht die Aufgabe der Erziehung in ihrer Harmonisierung. Wenn das nicht gelingt, werden wir in unserem Leben mit Unverständnis auf die Erdenprüfungen reagieren und unsere Leiden verstärken.

Es gibt eine vielsagende Legende über Homer. Am Ende seines Lebens, als er auf einer Insel war, stellten ihm die Kinder der dortigen Fischer ein Rätsel, das er nicht lösen konnte und kurz darauf starb. „Was wir gefangen haben, haben wir fortgeworfen, was wir nicht gefangen haben, tragen wir mit uns“. Lautete das Rätsel.

Als ich dieses Rätsel hörte, beschäftigte ich mich einen Monat lang damit und die Antwort kam „unverhofft“ als der Preis für eine bestandene Prüfung. Nach dem Alter von drei Jahren beginnen wir allmählich zu vergessen, woher und womit wir kamen und nehmen als „unsere“ das Spielzeug die Kleider, das Auto, das Haus wahr, d.h. Sachen, die nicht mitgenommen worden sind, aber bei uns sind. Es fehlt uns das „Gefangene“ – unser seelisch-geistiges Wesen. Nach B. Douno besitzen wir nur „Geist, Seele, Vernunft und Herz“. Selbst die Vernunft und das Herz dürfen wir nicht im materialistischen Sinne verstehen, sondern als übersinnliche Tore zum Ätherischen Christus. Alles andere ist nicht „mitgenommen“. Der Meister nennt den Kosmos selbst „eine große Vorschule, die für die Menschen geschaffen wurde“. Dort lenken sich die „kleinen Kinder“ mit Wissenschaften wie der Astronomie ab, fliegen mit Eisengeräten zum Mond, suchen physisches Leben auf dem Mars und den anderen Planeten, sprechen über „Naturgesetze“ und machen einen Haufen Sinnloses, denn sie haben ihre Göttliche Herkunft und die Möglichkeiten vergessen, die in ihr liegen. Die ersten, die uns an diese Möglichkeiten erinnern müssen, sind die Eltern. Können sie das tun?

Meine Eltern waren Lehrer in einem Dorf im hohen Pirin-Gebirge und später – in Katunzi. Unser Familienname „Man-guru“ bedeutet auf einer den wenigen Göttlich-irdischen Sprachen, dem Sanskrit „denkender (weiser) Lehrer“. Bei einem Familientreffen vor etwa 20 Jahren haben wir festgestellt, dass eine große Zahl der Anwesenden eine Beziehung zum Lehrer- oder Priesterberuf haben. Wir wollen uns hier daran erinnern, wie unser Ätherleib uns mit der Familie im weiteren Sinne verbindet! Und „Dimitar“ bedeutet auf Griechisch „derjenige, der Gutes tut“. Auf diese Weise verbindet sich die östliche Weisheit mit der christlichen Liebe in einem Namen, der wirklich respektvoll klingt – „Lehrer der Weisheit, der Gutes tut“. Ob ich ihn mit Inhalt füllen werde, ist eine andere Frage, aber B. Douno sagt, dass der Name der Schlüssel zum Menschen, sein Code ist. Über meinen „Code“ sagt er: „ Wenn die Weisheit und die Liebe heiraten, wird die Wahrheit geboren.“

In den alten Zeiten widerspiegelte der Name das Wesen seines Trägers, es sei hier an Manu erinnert, der die Arier aus der versinkenden Atlantis führte, damit sie ihr Denken („man“) entwickeln und sich auf die Ankunft des Erlösers vorbereiten. Wir können uns auch an die Indianer erinnern, die vor einigen Jahrhunderten exotische Namen hatten wie etwa „Der sitzende Bulle“. Die bulgarischen Familiennamen der Wiedergeburtszeit waren z.B. mit dem Handwerk verbunden – Maurer (Dyulgerov), Krempler (Daraktschiev), Schmied (Kowatschev)… Heute ist der Herr Owtscharov etwa nicht unbedingt Schafshirt, aber immerhin ist ein Faden vorhanden, der „Vererbung“ heißt, und diese hat einen starken Einfluss auf das Schicksal des Menschen. Die Geisteswissenschaft sagt, dass wir nicht die Charakteristik unserer Vorfahren erben, sondern umgekehrt auf sie aus der übersinnlichen Welt einen Einfluss ausüben. In einem gewissen Sinne sind wir dafür verantwortlich, welche unsere Ur-ureltern sind, denn das, was wir erben, tragen wir zuerst in uns und weben es dann in sie ein.

Wir können natürlich nicht alle ihre Charakteristika beeinflussen, aber immerhin müssen auch diejenigen präsent sein, die wir später brauchen werden. Ja, das Kind nimmt an der Wahl seiner Eltern teil, es bereitet sie vor und liebt sie, denn es ist in einen gemeinsamen Strom mit ihnen eingetaucht, der sich während der Jahrhunderte erstreckt und gewirkt hat. Und die Elternliebe ist die Antwort der Liebe des Kindes.

Wir haben gesagt, dass der mit der Phantasie und dem Denken verbundene Astralleib uns zur Mutter führt und das Ich, das mit den Wünschen und den Empfindungen verbunden ist – zum Vater. Meine Mutter hat seit der frühen Kindheit reges Interesse an allem Geistigen und ein viel geringeres Interesse am Materiellen gezeigt. Mein Vater hat nie ernsthaft eine weltliche Karriere angestrebt, er hat es auch von mir nicht erwartet, obwohl seine Einstellung materialistischer war. Aber im Unterschied zu vielen anderen Eltern waren meine immer verantwortungsvoll und offen für die selbstlose Arbeit für das Allgemeinwohl, denn sie besitzen eine hohe Moral und ein Gewissen. Von ihnen habe ich einen reinen physischen Leib erhalten.

Über den Ätherleib führte mich der Erzengel zum bulgarischen Volk, das vom Gott erwählt worden war, eine Aufgabe von außerordentlicher Wichtigkeit zu erfüllen. Ihren Anteil am Werk leisteten auch meine beiden tief religiösen Großeltern – Gott möge Frieden und Licht ihren Seelen geben. Was meinen fünf Jahre jüngeren Bruder betrifft, so habe ich auf seine Geburt gewartet und oft meine Mutter nach seiner Ankunft gefragt. Heute gehört er zu den Wenigen, die verstehen, worum es geht und ohne Zögerung für das Werk arbeitet, das diesem Buch zugrunde liegt.

In diesem Umfeld wurde ich geboren und von klein auf hat Christus mein Leben bestimmt. Mir wurde aus einer wunderbar illustrierten Bibel vorgelesen, ich sprach Gebete vor dem Ewigen Licht aus, ich war oft in der Kirche… Und das alles ereignete sich in einer schönen und reinen Gegend, durch die der aus dem „Berg der Wahrheit“ kommende Fluss Bistriza floss. Seit meiner Kindheit und auch aus vergangenen Leben besitze ich ein feines Gespür sowohl für die Natur als auch für die Wahrhaftigkeit überhaupt. Während das Ansehen eines abgeholzten Waldes mich traurig stimmt, machen mich die ständigen Versuche, Christus kleinzumachen oder zu ersetzen, wütend. Ich versuche dann, die Wut in innere Kraft zu transformieren und das habe ich bei mehrmaligen Prüfungen gemacht, aber manchmal macht mich eine scheinbar harmlose Situation wütend. Hier kommt das „mazedonische“ zum Vorschein. Die Periode der karmischen Anforderungen, die von der Geburt bis zum 28. Lebensjahr dauert, wurde für mich in der offenen Wunde Bulgariens aktiviert – dem Gebiet Mazedonien. In seinem Pirin-Teil wurde die Bevölkerung gewaltsam gezwungen, seine bulgarische Herkunft zu leugnen, während die unglückseligen Serben den Wardar-Teil in die größte ethnische Lüge verwandelte, die heute auf dem Europäischen Kontinent existiert. Es gibt wohl keinen besseren Ort, um die Einstellung zum Wort „Bulgare“ zu formieren, d.h. zu den Impulsen, die vom Erzengel des Volkes hinunterstrahlen. Sie „flüsterten mir zu“, dass wenn aus dem Sanskrit stammende Menschenbezeichnung „manu“ die ichlose Geistigkeit meinte, das griechische „Anthropos“ – das Seelische und das lateinische „Homo“ – das Physische, der Name des zukünftigen Ich-Menschen des Geistes „Bulgare“ sein wird. 2002 fragte ich die geistige Welt, wer der Erzengel meines Volkes ist. 2006 kam die Antwort – Raphael! Er ist der Verantwortliche für das wichtigste Fest – das Osterfest, von dem die Liebe auszog auf die Erde, die die „Bulgaren“ in ihrem höchsten Aspekt als Wahrheit zur Welt ausstrahlen werden. Hier spielt Raphael eine entscheidende Rolle und deshalb muss die Einstellung zu Bulgarien sehr tief und unmittelbar seit der frühesten Kindheit sein.

Zu diesem Zweck verlief der erste siebenjährige Abschnitt meines Lebens, der mit der Entwicklung des physischen Leibes verbunden ist, unter Bedingungen, von denen die heutigen Stadtkinder nur träumen können. Trotz des Geldmangels wegen der äußerst niedrigen Lehrergehälter genoss ich Spiele auf Wiesen und Hügeln, badete in Tümpeln und fuhr Schlitten im Winter, wir pflückten Brombeeren, Schlehenbeeren, Pfirsiche und alles Mögliche… Ich war fast Vegetarier und das ist eine der Ursachen, warum ich einen Körper besitze, der physische Belastungen aushalten kann. In meinen letzten zwei (oder vielleicht mehr) Leben habe ich mich nicht allzu sehr mit körperlicher Arbeit belastet und nun hole ich das in unserer ahrimanisierten Welt auf. Meine Mutter erinnert sich daran, wie ich als Kind einmal in Sofia verloren war. Man hat mich in einem Hof entdeckt, wo ich Holz zusammen mit unbekannten Menschen in den Keller trug. Jahre später nahm ich an allen Arbeitseinsätzen teil, half Verwandten und Freunden, ihre Wochenendhäuser zu bauen… Ohne Belohnung. Im Dorf musste ich Tabakblätter schnüren für meine Freunde, damit sie früher fertig wurden und wir zusammen losziehen und etwas unternehmen konnten. Wir freuten uns, wenn wir fünf Stotinki für eine Waffel bekamen! Die Spiele bis zum siebten Lebensjahr erlauben der Individualität, die in Vernunftsaussagen, Lebenserfahrung usw. zum Ausdruck kommt, im 21. oder 22. Lebensjahr geboren zu werden, damit man eventuell bis zum Geist kommt.

Eine große Rolle spielt das lange Stillen, denn die Muttermilch ist die einzige Substanz, die aufweckend auf den im Kopf des gerade geborenen Kindes menschlichen Geist wirkt. Ohne sein Aufwachen fehlt dem weiteren Leben der wahre Sinn. Das Kind ist ein Bote aus der geistig-seelischen Welt und seine Impulse sind etwas Wunderbares, denn sie entströmen der unbewussten, aber äußerst starken Überzeugtheit der Seele, dass die ganze Welt moralisch, d.h. geistig ist. Das, was das Kind oben erlebt hat, möchte es in seinem physischen Leib unten verwirklichen, das von den Eltern erhalten (geerbt) hat. Damit wir den physischen Leib formieren und die Keime einer zukünftigen entwickelten Phantasie hineinlegen können, müssen wir dem Kind nur schöne äußere Eindrücke liefern, denn das Kind ist wir ein „Löschpapier“, das alles von den Umgebenden aufsaugt.

Die Vererbung hört auf, nach dem Zahnwechsel zu wirken und das Kind widmet sich dem Gegenwärtigen. Es beginnt die Geschlechtsreife und die Geburt des ersten übersinnlichen Elementes – des Ätherleibes. Wir sind in der Lage das zu beeinflussen und sollten das auch tun. Der kleine Mensch wird eingeschult mit der Überzeugung, dass die Welt schön ist und er möchte sogar im Unterricht Freude an ihr haben. Auf keinen Fall darf das Kind vorgefertigte Begriffe, Beweise, Urteile, Überlegungen, Schlussfolgerungen und Definitionen erhalten. Sie bedeuten den Tod des Unterrichts und der Erziehung, denn sie spritzen dem jungen Körper Reste von etwas Totem ein. Die Kinder müssen selbst zu den Schlussfolgerungen kommen. Zu diesem Zweck brauchen sie Beispiele, Vergleiche, Charakteristiken, die lebendig sind und im Laufe ihres weiteren Lebens metamorphosieren werden. Die Pädagogik ist eine Kunst und keine Wissenschaft. Die Kunst ist mit den Gefühlen verbunden, und dieses Gefühl kann echt sein, wenn der Lehrer ein waches Bewusstsein für den grenzenlosen Kosmos und seine Beziehung zum menschlichen Wesen besitzt. Das schönste, was ein Kind jenseits seines vierzehnten Lebensjahres übertragen kann, ist die s inhaltsreiche und glaubwürdige Idee des Menschen. Sie wird langsam und graduell aufgebaut, denn sie beruht auf dem tiefen Gefühl, dass überall der Gottvater herrscht, in der Natur, in den Menschen und wir Dankbarkeit Ihm gegenüber empfinden sollen. So wird das neun – bis zehnjährige Kind allmählich vorbereitet, um die Botschaft von Golgatha aufzunehmen. Während es bis zum siebten Lebensjahr nachahmt, besitzt es bis zur Geschlechtsreife die natürliche Bereitschaft, sich einer Autorität unterzuordnen – des Lehrers, eines Eltern- oder Großelternteils. Ob wir dem Kind etwas wahrhaft Wertvolles anbieten?

Besondere Wichtigkeit besitzt in den jungen Jahren der Umgang mit drei Sachen: der Natur, Religion und Kunst, denn das Versäumte bleibt später unerfüllt. Es führt dann zur falschen Entwicklung des Ätherleibes, mit dem Charaktermängel und Defekte im emotionalen Bereich und dem allgemeinen Gesundheitszustand bis zum Ende des Lebens zusammenhängen. Ich habe bereits erwähnt, dass die Natur und Religion in meinen frühen Jahren präsent waren. Was die Kunst betrifft, habe ich das stärkste Gespür für die Musik und das Wort. Es gibt keinen schöneren Weg zu den geistigen Welten als die musikalisch klingenden Ton und Wort im Sternzeichen Waage. Und zwar wenn wir diesen Weg auf die schwierigste Art zurücklegen – durch die Wahrheit. Die Musik, das Gesang, das Wort können diesen Weg wie kein anderes Mittel „weicher“ machen. Das, was man früher durch die Tempelrituale weit vom Tageslicht erreicht hat, ist heute überall möglich, wenn man weiß, wie man das erreichen kann. Und wenn man in der Lage ist, das zu erreichen. In den frühen Zeiten war nur ein Wort des Priesters notwendig, um einen Menschen wiederzubeleben oder zu töten. Nach und nach hat das Wort dermaßen seine Schlagkraft eingebüßt, dass es bis zum heutigen Spruch kam „Ein Wort macht kein Loch“ (ein bulgarisches modernes Sprichwort, was meint, dass das Gesagte keine Wichtigkeit besitzt, Anm. des Übersetzers). Das Wort macht nicht nur Löcher im Astral- und Ätherleib, sondern wir werden in der Zukunft direkt auf dem physischen Plan die Verantwortung für das von uns Gesagte spüren. Beinsa Douno und Rudolf Steiner rieten dazu, die geistigen Gespräche statt des leeren Geschwätzes zu suchen. Steiner enthüllte uns auch die folgende wichtige Wahrheit: „Durch die Worte zum inneren Erleben des Geistes zu kommen – das ist das Geheimnis der gegenwärtigen Einweihung“. Nicht im Schweigen oder in der Meditation, sondern mit dem Wort, das Feuer und Wahrheit enthält. Nach Jahren musste ich das durch die eigene Erfahrung verifizieren, denn neben dem aus früheren Leben Erarbeiteten besitze ich „den Gärstoff“ dazu aus der Kindheit. Mich haben schon immer die feurige Dichtung Christo Botevs und der reine Patriotismus Iwan Wasovs bewegt. Als im Frühjahr 1968 der österreichische Dampfer „Radetzky“ restauriert worden war, wurden aus dem ganzen Land Kinder für seine erste Fahrt von Widin nach Rousse ausgewählt. Ich gehörte zu ihnen. (1876 stieg im rumänischen Giurgiu eine Freischar von bulgarischen Freiheitskämpfern in Richtung Bulgarien ein, um gegen die 500-jährige türkische Herrschaft zu kämpfen. Botev, der sie anführte, zwang den Kapitän, in der Nähe der Stadt Kosloduj, die Gruppe bei Kosloduj an der bulgarischen Donauseite an Land zu setzen. Anm. des Übersetzers). „Der Patriarch“ der bulgarischen Literatur Iwan Wasow erinnerte sich daran, was er von seiner Mutter als Kind gehört hatte: „Wir haben das schönste Land in der ganzen Welt und die anderen sind neidisch auf uns“. Woher wusste sie es, wenn sie das heimische Sopot nie verlassen hatte, wunderte sich der Dichter, der Bulgarien „bis zur Ohnmacht“ liebte und seine großen Werke mit der spürbaren Hilfe des Erzengels Raphael geschrieben hat.

Auf dem entgegengesetzten Pol stand ein Anhänger Oshos aus Varna. Vor etwa fünf Jahren fuhr er nach Indien, wo er drei Monate im Ashram seines bereits verstorbenen Gurus verbrachte und andere Regionen dieses exotischen Landes besuchte, das die Wiege einer alten Weisheit ist, jedoch in der neuen Zeit unfähig ist, den richtigen Weg zum Geist zu finden. Nach seiner Rückkehr fragte ich ihn, was er aus seiner Reise gelernt hat. Er erwiderte mir: „Ich habe verstanden, dass die besten Bedingungen für meine geistige Entwicklung in Bulgarien sind.“ Das ausgegebene Geld und die investierte Zeit haben diesem Mann doch zu etwas verholfen, obwohl ich ihm das Gleich mehrmals gesagt hatte. Das „Östliche“ zieht ihn trotzdem immer noch stark an und Christus bleibt eine unüberwindbare Schranke für diesen intelligenten und zeitadäquaten Menschen.

Auf einer bestimmten Etappe unserer geistigen Entwicklung verläuft unser Weg zum Christus obligatorisch über den Volkserzengel, der das Mysterium selbst dieses Volkes ist, das in sich die Mission, die Sprache, das Gemüt, die Folklore einschließt…Wir sind verpflichtet, all das zu begreifen und zu lieben! Andernfalls trocknen wir aus wie ein Baum ohne Wurzeln, der unfähig ist, Früchte zu tragen. Von klein auf bin ich von den wunderbaren mazedonischen Liedern durchdrungen, mit denen ich aufgewachsen bin und zu denen ich eine direkte Verbindung habe. Ich erinnere mich an die Kunst- und Folklorefestivals, die mit Gesang und Rezitationen verbunden sind… Wenn der Mensch ein musikalisches Ohr besitzt, schwingt seine Seele bei jeder schönen Musik mit, egal zu welchem Genre sie gehört, ob Pop oder Rock… Früher oder später gelangt sie jedoch zu der klassischen Musik, die von jenen geistigen Höhen kommt, die die Heimat der Seele sind. Im Unterschied zu allen anderen Künsten, die in die Materie tief eingedrungen sind und sich der Sinnesbilder der äußeren Welt bedient, ist die Musik einen Schritt zurückgeblieben. Sie entnimmt dem Äußeren keine Bilder, sondern bringt immer noch Botschaften aus der geistigen Welt zu unserer Seele, der Vernunft und dem Herzen, indem sie auf diese erhebend und vergeistigend wirkt. Sie ist der direkte Weg zum Christus.

Damit ich zu dieser Musik kam und vieles andere sich ereignen konnte, zog meine Familie am 01.09.1968 nach Varna um. Die zweite siebenjährige Periode meines Lebens lässt sich in zwei Hälften einteilen. Das Gleiche geschah später mit den restlichen siebenjährigen Perioden – die erste Hälfte verbrachte ich in einer bestimmten Umgebung, die zweite – in einer ganz anderen. Als ich mich von der religiösen Umgebung meiner Kindheit trennte, geriet ich in ihr materialistisches Gegenteil. Aber gerade hier musste ich völlig selbständig meine eigene, nicht mit einer bestimmten äußeren historischen Tradition verbundene, tiefste Einstellung zum Christentum finden, d.h. den Zugang zum Christus-Impuls im Herzen und in der Seele, wo er sich als eine unüberwindbare geistige Wirklichkeit zeigt.

Ich setzte meine Spiele mit den neuen Freunden am Meer fort, genauer gesagt, am reinen und damals von Leben erfüllten Varna-See. Ich habe schon immer nach dem Wasser gesucht – nach einem Strom, Fluss, See, denn im „Kuss“ des Wassers und der Erde kommt der Geist am „leichtesten“ zum Vorschein. Erinnern wir uns nur an den Jordan-Fluss, den See Genezareth, aber auch an die „Berge“ Ararat, Moriah, Sinai, Golgatha. Meine Klasse unternahm viele Wanderungen in den Bergen Bulgariens und sogar in den Karpaten. Der Kontakt mit der Natur befestigt den Glauben, dass die Welt nach den Prinzipien des Guten erschaffen ist.

Aber der Glaube allein reicht nicht, man braucht auch die Erkenntnis, so Steiner. Die Samen des Glaubens aus meiner Kindheit mussten die Erkenntnis in sich aufnehmen und Früchte tragen, falls sie überlebten. Ich begann, alle möglichen Bücher zu lesen, Partisanen- oder Abenteuerromane, Seealmanache, Fach- und Kulturperiodika, Leo Tolstoi und sogar ein Fachbuch über die Oper. Jahrzehnte später reagierte mein jüngerer Sohn, der Operngesang studierte, erstaunt, als er das erfuhr. „Warum hast du es gelesen?“, fragte er mich verständnislos. „Weil mich fast alles interessiert“, lautete die Antwort.
Wir erleben jede unserer Erdeninkarnationen unter völlig anderen Bedingungen. Es ist von großer Bedeutung, dass man sich möglichst viel „weltliche“ Erkenntnisse aneignet und eine breite Allgemeinbildung erhält, damit man später das Geistige darauf bauen kann. Mit dem Lesen eignet sich der junge Mensch nicht nur die Muttersprache an und berührt das Genie verschiedener Autoren, sondern er bestärkt sein Denken und bereitet sich auf die nächste Periode – von dem 14. bis zum 21. Lebensjahr, wenn der Astralleib zum selbständigen Gedankenleben geboren und formiert wird. Der Jugendliche ist bereit für den Unterricht, der „wissenschaftlichen“ Charakter trägt, für die Logik und die Suche nach der Wahrheit, für den Blick auf die Zukunft. Aber er darf auch hier nicht durch abstrakte Begriffe belastet werden, sondern man muss ihm eine anschauliche Geistigkeit anbieten.

Am Gymnasium hatte ich intelligente, vernünftige Mitschüler, die Fragen stellen konnten. Wir haben uns lange über den Sinn des Lebens, die zwischenmenschlichen Beziehungen unterhalten. Mir fehlte damals die geistige Literatur! Im Westen rebellierte die Jugend gegen die soziale Wirklichkeit durch die Rockmusik, Hippie-Kommunen, Drogen und wir waren in einem sozialistischen Lager isoliert. Trotz der Verbote und der totalen Kontrolle durch die Staatssicherheit, von der ich eine wage Vorstellung hatte, konnte die Macht nicht alles beherrschen. Besonders in einer Stadt wie Varna, die weltoffen ist mit ihren Schiffen, Seeleuten, Touristen. Jede neu erschienene Schallplatte einer großen Rockgruppe erreichte uns sofort. Die Rebellion im Westen drang sofort zu uns durch.

Ich besitze grundsätzlich selbständiges Denken, was weder damals noch heute gutgeheißen wurde. Meine Russischlehrerin geriet in Verzückung für Lermontows Held Petschorin, den ich als einen wandelnden Toten empfand. Als ich das laut sagte, gab sie mir eine Sechs. Als wir unsere Zivilverteidigung im Gymnasium absolvierten, lachte ich über die Kasernenordnung und mir wurde als Strafe der Kopf abrasiert. Bei Arbeitseinsätzen der kommunistischen Jugendorganisation opponierte ich gegen die sinnlosen Regeln, wofür ich bestraft wurde. Hinterher bekam ich Preise für meine Arbeit. Ich lehnte es ab, zu politisch korrekten Theateraufführungen geführt zu werden und ging mit meiner Klasse stattdessen in die Oper. Ich gab mich mit der materialistischen Wissenschaft nicht zufrieden und suchte nach einer etwas anderen Erklärung für das Sichtbare. Der Kampf mit dem Stier (Luzifer) der öffentlichen Meinung und dem Drachen (Ahriman) der materialistischen Wissenschaft erwartet jeden, der am Anfang seiner „Sonnenperiode“ steht, die vom 21. bis zum 42. Lebensjahr dauert, wenn die Empfindungs-, Verstandes- und Bewusstseinsseele formiert werden. An einem Neujahrsabend zog ich mich zurück, um auf einer alten Gitarre klimpernd, einige Strophen über den unbekannten Gott zu komponieren. Von Ihm erwartete ich Hilfe für die zukünftigen Lebenskämpfe, ohne zu wissen, dass ich hinter das Hauptgeheimnis, „das Mysterium des menschlichen Ichs“ kommen muss. Im geistigen Sinne ist dieses vom Mysterium der Sonne und folglich vom Mysterium des Christus selbst nicht zu trennen, der in jedem menschlichen Ich weilt und die Brücke darstellt, die die Welt des Geistes und die Welt der Natur verbindet. Christus ist auch die Brücke, die die Wissenschaft mit der Religion verbindet und die Kunst belebt, die die Seele auf ihrem Weg zur Wahrheit braucht. Ich suchte den Weg zur Wahrheit in meinem Leben, ohne zu wissen, dass nur Einer all das umfasst. Ich musste durch die verlogene luziferische Religiosität und die lebenstötende ahrimanische Illusion der physischen „Realität“ gehen, um Ihn zu finden.

Am 01.10.1975 verschlang mich die „Realität“ – der noch nicht erstarkte Jugendliche, der sich in der Mitte der Periode befand, die mit dem Aufbau des Astralleibes verbunden ist, wurde in die Armee eingezogen, genauer gesagt in das damals berüchtigte Grudowo-Regiment, das nach der Soldatenfolklore eine der Spitzen des „Todesdreiecks“ bildete. Nur einige Monate waren der damaligen Wirklichkeit notwendig, um mich dermaßen zu erzürnen, dass ich zu extremen Handlungen bereit war. Ich versuchte einfach zu überleben. Mir ist aufgefallen, dass in schwierigeren Situationen, die uns das Karma „serviert“, ich sofort meine Kräfte anstrenge, die Zähne zusammenbeiße und handle, um das Problem zu lösen. Offenbar helfen die Geister mehr, wenn der Stützpunkt im Willen ist und nicht im Denken und Fühlen, die oft Jammern, Selbstmitleid, Verzweiflung und andere Formen der Passivität verursachen. Notwendig sind ein Glauben an die guten Kräfte des Daseins und ein positiver Blick auf die Zukunft, damit unsere eigenen Kampfkräfte aktiviert werden. Sie halfen mir in jener Periode, die in einem gesonderten Buch beschrieben werden kann, und in der ich oft umzog – nach Kremikovzi, Devnja, Fakija, Boljarowo, Elhowo. Schließlich wurde ich in Smjadowo aus dem Wehrdienst entlassen, wo wir mit Roma, Gefangenen und allen möglichen komischen Vögeln das Fundament eines „speziellen“ Betriebes legten. Die Begegnungen mit den verschiedensten Menschen, die auf dem Boden oder auf einer höheren Stufe der sozialen Hierarchie standen, bereiteten mich auf das richtige Reagieren im Leben, das mit der Zeit geübt werden musste.

Mit 20 Jahren begann ich, an der Wirtschaftsuniversität in Varna zu studieren. Das Studium fiel mir nicht besonders schwer, aber es tauchte ein anderes Problem auf – der Alkohol, der aus den vergangenen zwei Jahren resultierte. In der Kombination mit der bereits formierten materialistischen Anschauung begann für mich die Ausweglosigkeit. Ich war ein überzeugter Kommunist. Wie sagte ein englischer Politiker: wenn man mit 20 Jahren kein Kommunist ist, hat man kein Herz, wenn man mit 40 Jahren immer noch Kommunist ist, hat man keine Vernunft“. Ich lehnte aktiv Gott ab und forderte ihn gleichzeitig heraus. Am Ostertag zündete ich mir eine Zigarette in der Kathedrale in Varna, wobei ich mit Verachtung auf die Erschütterung der Anwesenden reagierte. Bei einem Gewitter ging ich unter dem Regen herum und foppte den Heiligen Elija, mich mit seinem Donner zu treffen, wenn es ihn gibt. Lenin war der ideale Mensch für mich und Christus schien nicht zu existieren. Bei dieser Anschauung wird der Aufbau der Empfindungsseele vom 21. bis zum 28. Lebensjahr zu einer Tortur. Durch die Empfindungsseele ist der Mensch mit dem Tier verwandt, bei dem wir auch Gespür, Neigungen, Instinkte und Leidenschaften bemerken können. Aber das Tier folgt ihnen direkt, die Instinkte sind bei ihm nicht so wie bei uns Menschen mit selbständigen Gedanken verbunden, die hinter die Grenzen der unmittelbaren Erlebnisse gehen. Das Tier tut nichts Böses, denn es besitzt kein individuelles Ich. Es wird vom Gruppen-Ich (der Seele) der jeweiligen Tierart geleitet. Meine Mutter hat viele bittere Tränen geweint und meinem geduldigen Vater habe ich viele Sorgen bereitet, während die Leidenschaften in meinem Astralleib tobten, die mit viel Alkohol und Rockmusik vermischt waren. Sie haben die römische Sentenz „In vino veritas“ gehört. Im Rauschzustand habe ich Versuche unternommen mit den Bildern von mir unbekannten Menschen. Der Alkohol bewirkte eine unrechtmäßige Einschaltung einer höheren Aufnahmefähigkeit und ich konnte die Menschen auf den Bildern sehr genau charakterisieren. Es ist gut, dass die Drogen in Bulgarien damals nicht so leicht zugänglich waren wie heute. Im Sozialismus lebten wir zwar wie in einem Gefängnis, aber dieses schützte uns vor den „Werten“ der jüdisch-freimaurerischen „Demokratie“ Ahrimans, die den Völkern hauptsächlich durch Amerika auferlegt wurde, denn Ahriman wird in Amerika geboren werden und nicht in einem slawischen Land. Paradoxerweise wurde der Kommunismus im Westen erfunden und vorbereitet, um das Slawentum anzugreifen und zu zerstören, d.h. die Zukunft der Menschheit. Aber ausgerechnet der von Beinsa Douno „Geißel Gottes“ genannte Kommunismus schützte uns vor dem tödlichen Einfluss des Westens. Natürlich haben die Russen diese „Geißel“ verdient, denn sie haben die Stimme des Boten Christi Leo Tolstoi nicht gehört und die Bulgaren haben die Warnungen des Meisters Beinsa Douno nicht gehört. Deshalb wurde die Losung „Bruderschaft in Christo“ durch „Proletarier aller Länder, vereinigt euch“ ersetzt. Meine analphabetische Großmutter hat vor Jahren die prophetischen Worten gesagt „Die Kommunisten können Gutes hervorbringen, aber ohne den Gott werden sie scheitern“.

Mein Leben war auch im Begriffe zu scheitern. Ich versuchte, die Gespräche zu philosophischeren Themen zu lenken, aber mein Umfeld war auch vom Atheismus befallen. Mein Studium schritt jedenfalls gut voran, ich war die „Seele“ vieler Studentenparties, aber innerlich fühlte ich mich miserabel: die Seele verkrampft, wenn ihr die Verbindung zu Gott, ihrem Erzeuger, fehlt. Und in diesem Augenblick, in der Mitte der Periode, die mit der Herausbildung der Empfindungsseele verbunden ist, stellte Gott meine verwandte Seele in dieser Inkarnation auf meinen Weg. Nach dem Studium wurde ich für das Verwaltungsgebäude des damaligen inmitten von Schlotrauch liegenden Chemieriesen Devnja eingesetzt. Dort sah ich zum ersten Mal meine zukünftige Lebensgefährtin. Als ich sie umarmte, spürte ich, dass wir uns wohl seit Jahrtausenden kennen. Damals wusste ich nichts von der Reinkarnation, aber das Empfinden war sehr mächtig! Nach einem Jahr heirateten wir trotz des Widerstandes von allen Seiten, denn sie ist fünf Jahre älter und hatte ein fünfjähriges Kind aus ihrer ersten Ehe. Damals verursachte ein solcher Umstand eine starke Verstörung im Wertesystem der Menschen, aber meine Entschiedenheit war so unerschütterlich, dass mein erster Kampf gegen das Stier (Luzifer) der öffentlichen Meinung wurde zu meinen Gunsten entschieden. „Niemand darf die höheren Interessen der Seele (des Ichs) für das Wohl der Menschheit opfern“, hat B. Douno gesagt. Hier geht es nicht um Egoismus, sondern um die Erfüllung der karmischen Notwendigkeit, die die praktische Realisierung meiner eigenen Mission in diesem Leben ermöglicht.
Die Individualität, die in den vergangenen Jahren in der falschen Richtung zum Vorschein kam, konzentrierte sich nun als Wille des Ichs, der fähig war, jeglichen Angriffen standzuhalten. Unsere Eltern waren entsetzt, die Freunde zogen sich zurück, die Kollegen schauten verständnislos, in der Nachbarschaft erwartete man Skandale usw. Im Laufe der Zeit begriffen meine Verwandten, dass diese Ehe von Gott vorbestimmt ist. Wer kann sich Ihm in den Weg stellen? Meine Mutter erinnert sich an die Schadenfreude ihrer Kolleginnen, die später von großem Unglück heimgesucht wurden. Keiner meiner damaligen Freunde entwickelte sich zur Geistigkeit und heute sind sie „wandelnde“ Tote, die alle wichtigen Momente zur Hinwendung an die Götter verpasst haben.

Wie bereits erwähnt, unterteilt sich unser Leben in siebenjährige Perioden. Bis zu unserem 21. Lebensjahr (3×7) wirken in uns die Wesenheiten der dritten Hierarchie – die Engel, Erzengel und Archai. Ab dem 14. Lebensjahr beginnen auch die Götter der zweiten Hierarchie zu wirken – Elohim, Mächte und Herrschaften, die uns bis zu unserem 35. (3×7) Lebensjahr leiten. Das von beiden Hierarchien Erhaltene erfolgt auf natürliche Weise, ohne menschliches Zutun.
Ab dem 28. Lebensjahr treten in unser Leben auch die Wesen der ersten Hierarchie ein – die Throne, Cherubim und Seraphim. Sie führen uns bis zu unserem 49. (3×7) Jahr, aber nur wenn wir die Verbindung zu ihnen gefunden haben infolge der eigenen fleißigen innerlich-geistigen Arbeit. Es ist gut zu wissen, dass man sich selbst bis zu 28. Jahr nicht erraten kann. Folglich sind alle bedeutenden Taten erst nach dem Alter von 28 Jahren zu erwarten. Die Zahl 28 gewinnt noch mehr an Schlüsselbedeutung, wenn man bedenkt, dass wir uns vom geistigen Standpunkt aus ständig verjüngen. Während wir in der ägypthisch-chaldäischen Zeit die aus der geistigen Welt mitgebrachten Kräfte bis zum 42. Lebensjahr aufbewahrten und in der griechisch-römischen Zeit – bis zum 35. Jahr, sank die Grenze in der heutigen Zeit bis zum 28. Jahr. Deshalb ist es für den jungen Menschen so wichtig, von seiner Umgebung jene seelischen Kräfte zu erhalten, mit denen er den Lebensabschnitt bis zu seinem 28. Jahr zurücklegen kann, der die Periode der „karmischen Aufgaben und Erfordernisse“ heißt, um danach auf die richtige Art in die Periode zwischen dem 28. und 49. Jahr einzugehen, in der das Karma erfüllt werden soll. Die richtige Befreiung von dem alten Karma ist gewissermaßen mit dem Sinn des Lebens verbunden und kann ohne die Hilfe der ersten Göttlichen Hierarchie nicht verwirklicht werden. Vielmehr beginnen nach dem 3. Jahr die absteigenden Kräfte im Körper an Oberhand zu gewinnen, denen wir nur mit den Kräften derselben Hierarchie widerstehen können. Wenn wir keine Beziehung zu ihnen aufnehmen, verschwindet nach dem 49. Lebensjahr überhaupt die Möglichkeit des unmittelbaren Kontaktes zu den Göttern und in der zweiten Hälfte verliert unser Leben seinen Sinn. Von entscheidender Bedeutung ist es, uns rechtzeitig an den Impuls der Universellen Bruderschaft zu erinnern, zu dem uns kurz vor unserem Herabstieg Michael-Christus aufruft und den wir unter dem Einfluss der „gefallenen, irdischen“ Engel vergessen. Wenn die Weisheit Michaels und die Christus-Liebe wieder „an die Oberfläche“ kommen, beginnt der Mensch unvermeidlich aufopfernde Anstrengungen zu unternehmen und kann als Ergebnis schon ab dem 42. Lebensjahr den Göttern das Erhaltene in einer neuen Form zurückzahlen – als die Frucht seines eigenen geistigen Schaffens. Das ist der Rosenkreuzer-Weg, in dessen Wahrhaftigkeit ich mich aus eigener Erfahrung überzeugen musste, aber nun lebte ich in meiner Periode der karmischen Aufgaben und Erfordernisse.

Aus der geistigen Welt kam noch ein Junge, der darauf wartete, die Bedingungen zur Erfüllung der eigenen Mission zu bekommen. Das Großziehen der Kinder und die Alltagsprobleme nahmen uns in Anspruch. Nach dem Ende meines dreijährigen Vertrages in Devnja erhielten wir beide eine Anstellung in Varna. Meine Arbeit war mit vielen Menschen, Reisen und Erfahrungen verbunden, die zeitlich mit der eintretenden Ära der „Glasnost und Perestroika“ Gorbatschows zusammenfiel. Damals trat ich in die kommunistische Partei ein, wobei ich mir dachte: wenn ich sehe, welche Typen da drin sind, könnte ich auch das machen. Die Karriereleiter enthielt ebenfalls die „Parteistufe“. Natürlich habe ich in meinem Aufnahmeantrag den üblichen Schwachsinn geschrieben, etwa „um meine Kräfte der Partei und dem Volk zu widmen“. Aber alles hatte einen anderen Sinn – dass ich mich von innen in der völligen Verlogenheit der kommunistischen Ideologie und Praxis überzeugen konnte, was mir den Weg zur geistigen Anschauung bahnte. Es kam Hilfe „von oben“ – als die Anfrage nach meiner Herkunft nach Katunzi ging, kam von dort auf wundersame Weise eine „günstige“ Antwort, obwohl meine beiden Großväter unter den Repressalien der kommunistischen Macht gelitten haben, weil sie ihre christlichen Prinzipien verteidigt hatten. Zudem gab es in meinem Unternehmen nicht viele Akademiker und ich wurde sogar zum Sekretär für ideologische Fragen befördert. Gleichzeitig hörte ich abends regelmäßig die Programme der westlichen Radiosender und las die kritischsten sowjetischen Zeitschriften, von denen ich zu meiner großen Überraschung über die Gräuel der Satrapen Stalins und ihre bulgarischen Nachahmer erfuhr. Einmal habe ich sogar meinen Kollegen ein Radio mitgebracht und schaltete die „Deutsche Welle ein. Innerlich brannte ich und kommentierte laut die politischen Ereignisse, ohne sonderlich aufzupassen. Der für die kommunistische Ideologie verantwortliche Sekretär wandelte seine Weltanschauung und versuchte, seine Mitmenschen zu beeinflussen.

Vom 28. bis zum 35. Lebensjahr baut der Mensch seine Verstandesseele auf, die mit der Arbeit des Ichs am Ätherleib verbunden ist. Auf dieser Stufe begründet das Ich zum ersten Mal seine Einstellung zur Welt auf das gedankliche Element, was die Individualisierung wesentlich beschleunigt. Während wir auf der Stufe der Empfindungsseele Manches instinktiv und ohne Überlegung tun, wird die Verstandesseele geleitet durch äußere Befehle, Gesetze, Regeln geleitet, die das persönliche Leben und das soziale Verhalten regeln. Der Einfluss der äußeren Autorität ist stark, egal ob es um Religion, Wissenschaft, Kunst usw. geht. In einer totalitären Partei sieht und spürt man all das besonders klar. Ich musste das allmählich überwinden, denn die Verstandesselle wird auch ‚die Seele des Charakters’ genannt. Wenn der Charakter wirkt, spürt das Herz das vor dem Verstand Versteckte und es entsteht das verstehende Gefühl, das ‚der Glauben an das Golgatha-Mysterium’ genannt wird. Die Seele besitzt ein inneres Gefühl für den Christus-Impuls, auch wenn sie sein Wesen nicht begreift. Ich befand mich auf dem Weg zu Ihm und schüttelte dabei verschiedene Illusionen ab. In der Mitte der Periode brach 1989 auf dem äußeren Plan die große Illusion des Kommunismus zusammen. Ich kündigte sofort meine Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei und begann das Neue ideell tatkräftig zu unterstützen, ohne irgendeiner Partei beizutreten. „Das Neue“ erwies sich größtenteils als eine Mutation des Alten, denn wir waren noch nicht bereit zu einem wirklichen Bruch mit dem Atheismus, von dem die Hauptprobleme kommen. Der Wechsel des Führungsmodells reicht nicht, um die Empfehlung des Meisters zu erfüllen: „Wir befinden uns auf dem Boden des Ozeans und müssen auftauchen, müssen den großen Druck loswerden, den Druck der Welt.“ „Die Welt“ krachte auf uns. Ein einflussreicher westlicher Politiker warnte uns, dass wir die „Zähne zeigende Wolfsfratze der westlichen Demokratie“ kennenlernen werden. Es kamen der Wettbewerb, die Pornographie, die Drogen, der Banditismus, die Pädophilie, Nekrophilie usw. Fast alle stürzten sich in die Verfolgung der nächsten Illusion, die ‚freie Marktwirtschaft’ genannt wird. Meine Frau und ich begannen ebenfalls ein sehr bescheidenes Geschäft zu betreiben, das mit Handel zu tun hatte. Ich arbeitete aber weiter in derselben Firma, in der ich heute noch beschäftigt bin. Nur einmal hatte ich vor zu kündigen etwas anderes zu unternehmen, aber die geistige Welt hielt mich „auf ihre Art“ davon auf, denn sie hatte vorbestimmt, dass ich etwas erledigen sollte, das ich noch nicht ahnte.

Obwohl unser Geschäft rentabel war, spürten wir bald, welche unsichtbaren Fäden es um uns umspannte und von uns Besitz ergriff. Wir spürten, dass wir nicht dafür auf die Erde gekommen waren. Das wurde auch durch einen anderen Umstand bestätigt: im Sommer 1989 kauften wir ein Grundstück bei Varna, das eine herrliche Aussicht hatte, aber von den Nachbarn in eine Mülldeponie verwandelt war. Auf dem Grundstück stand auch ein altes, halb abgestürztes Gebäude. Diese Sicht symbolisierte die heutige Zivilisation, die bei ihrem Sterben vor allem Müll produziert. Wir rissen die Reste nieder, legten das Brauchbare zur Seite, entfernten mit großer Mühe den Abfall und verwandelten das Gelände in ein terrassenförmiges Grundstück wie den „Acker des Seins“. Wir fingen ohne fremde Hilfe mit dem Bau eines Hauses an, der fast 20 Jahre dauerte.

Aber warum erzähle ich das? 1992 fragte ich mich, warum ich das mache, als ich sah, wie viel Arbeit wir investiert hatten und wie viel Anstrengung noch bevorstand. Damals lasen wir schon geistige Literatur und empfingen mit größter Aufregung die Nachricht vom Leben nach dem Tod und der Reinkarnation. Und als wir ein paar Jahre später erkannten, dass Christus mit uns bis zum Ende der Schöpfung sein wird, kam der große Trost, den wir alle brauchen in der Situation der immer größer werdenden Nervosität, Angst und Verdammnis…

1992 war aber der Trost noch nicht da und ich hatte für einen Augenblick Zweifel, ob das Begonnene richtig war. Dann flüsterten mir die Geister zu, dass ich mich dort später mit geistig Suchenden Menschen treffen würde und wir setzten unsere Arbeit mit verdoppelter Anstrengung fort. Wir bauten am Haus, aber das Haus „baute“ auch an uns – es war eine lange, aktive „Meditation“ mit vielen geistigen und physischen Erfahrungen. Es stand ein Kampf bevor und ich musste mich vorbereiten, indem ich den Willen als Stützpunkt der Waage praktizierte. Der Bau eines Hauses vom Fundament bis zum Schornstein mit zwei bloßen Händen stählt den Willen auf dem irdischen Plan besonders stark. Später musste sich der rein „physische“ Wille in einen geistigen transformieren, damit ich in der Tiefe die Worte Beinsa Dounos begreifen konnte: „Solange der Mensch sich auf Größen stützt, denen man etwas hinzufügen oder entnehmen kann, steht wir auf einer instabilen Grundlage, die sich jeden Augenblick verschieben kann“. Natürlich darf niemand das menschliche Streben nach einer stabilen Familie, nach einem Haus oder nach Geld leugnen, aber sie sind nicht die wahre Wirklichkeit und dürfen auf keinen Fall zum Ideal gemacht werden. Das einzige Ideal ist die Heilige Trinität, die nach Golgatha durch Christus verkörpert wird. Der Weg zu ihr birgt keine Gefahren, wenn man fest auf dem Boden steht, ein moralisches und naturverbundenes Leben führt, das mit einem unlöschbaren Streben zur Wahrheit und Begehren nach Arbeit im Namen des Herrn Jesu Christi verbunden ist. Dann löst er unsere Alltagsprobleme und die irdischen Güter kommen an ihren richtigen Platz. In den nächsten Jahren traf ich viele mystisch gestimmte Seelen, bei denen deutlich zu spüren war, dass ihre Einstellung zum Geistigen und Materiellen vollkommen dem „subjektiven Gefühl“ ausgeliefert war. Und gerade in der Willkür der persönlichen Gefühle herrscht Luzifer. Ich wusste noch nichts über das luziferische Prinzip, aber ich sah, wie um die Geistigkeit viele „vom Winde des Lebens verwehte“ Verlierer gravitierten, die von der einen in die andere religiöse Strömung sprangen, ohne deren Wesen klar einschätzen zu können. Solchen Menschen gilt die Warnung Beinsa Dounos: „Der Mystiker steigt nicht zum Gott hinauf, sondern in sich herunter und ist deswegen gefährlich, weil derjenige, der nicht weiß, wie man hinuntersteigt, stürzen und sich verletzen kann“. Ein „Verletzter“ stöhnte einmal verzweifelt: „Warum gibt es kein Buch, von dem man weiß, dass dort die Wahrheit steht? Dann können wir alle anderen Bücher zur Seite legen“. Ich spürte unterbewusst, dass das ganze geistige Spektrum von einem unpersönlichen Zentrum gesteuert wird, das alles beleuchtet. Als Waage strebte ich zu ihm, aber es bedarf intensiver Anstrengungen um dieses Zentrum zu finden und der Weg dorthin geht unvermeidlich über das Leiden.

1992 war das Zeitalter der Verstandesseele zu Ende und es begann der Übergang von der materialistischen zur geistigen Weltanschauung. Der erste Sieg über Ahriman wurde errungen. Es stand der Aufbau der Bewusstseinsseele und das Finden der Freiheit bevor, mit der „die Sonnenperiode“ meines Lebens endete und der Übergang zum Geist der Wahrheit erfolgte. Von der richtigen Herausbildung der Bewusstseinsseele hängt die ganze Zukunft der Menschheit ab. Das ist das wichtigste Problem der heutigen Zeit der nächsten 1500 Jahre! Wie habe ich dieses Problem gelöst?

 

 

 

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