Der Weg zum Ich – Teil 6

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Der Durchbruch

Gegen Mitte Oktober 2000 versammelten sich in den Plenarsaal des rathauses in Varna Vertreter verschiedener geistiger Strömungen, um die erste der sieben vorgesehenen Vorlesungen zu hören. Ich sprach über die Heilige Dreifaltigkeit. Die Zuhörer waren nicht nur vom Inhalt, sondern auch vom Ton und der Vortragsweise ergriffen. Bisher hatten sie noch kein „explodiertes“ Ich erlebt und wussten nicht, wie sie reagieren sollten, aber der erste Riss im Eis, das das geistige Eleben dauerhaft erfasst hatte, war da.

Manche „Autoritätrn“ spürten die Gefahr sofort und sträubten sich. Mit geheuchelter Wut in der Stimme rief einer von ihnen aus: „Wie kann die Ameise über Gott sprechen?“ „Wer sich wie eine Ameise fühlt, wird sein Ameisen-Bewusstsein beibehalten“, reagierte ich blitzartig. „Er hat ein großes Ego, deshalb redet er so“, lautete die erste Verleumdung, die in den Gebrauch kam. Bis heute können solche Menschen zwischen dem Ich und dem Ego nicht unterscheiden, da ihnen eine ausgebildete Bewusstseinsseele fehlt. Was geschah eigentlich? Laut Steiner schulden wir heute die Manifestation unserer Bewusstseinsseele der Tatsache schulden, dass wir in unserer wesentlichen Natur von einem höheren luziferischen Wesen erleuchtet werden, das im Begriffe ist, sein siebtes Hauptwesensglied (Prinzip) zu entwickeln. Ein solcher Mensch handelt mit Inspiration, indem er neue Wege einschlägt oder den Ton in einem Lebensbereich angibt. Auf diese Weise erhebt sich dieser Mensch prophetisch bis zu seinem fünften, sechsten und siebten Wesensglied. Diese werden wir in ihrem eigentlichen Wesen in den nächsten drei Äonen bis zum Vulkan besitzen, nun bereiten wir sie lediglich vor oder streifen sie nur. Dank unserer Zusammenarbeit erhebt sich das luziferische Wesen auch in seiner Evolution, indem es in uns das Christus-Prinzip des Ichs und die richtige Beziehung zum ganzen guten Kosmos findet. Das ist ein wahrer Segen für diese Wesenheit!

Die Menschen haben eine völlig falsche Einstellung zu Luzifer und seinen Scharen, die auf dem Feld der menschlichen Seele arbeiten. Vor zehn Jahren wurde mir zweimal „von oben“ verboten, über Luzifer vor spontan entstandenen Zuhörergruppen zu reden. In beiden Fällen wurde mein Kehlkopf auf gleiche Weise scheinbar verdreht, so dass ich keine einzige Silbe aussprechen konnte. Vom Standpunkt meiner Verstandesseele hatte ich vor zu sagen, dass er einen freien Willen hat und folglich selbst seinen Fall auf der alten Sonne verursacht hat. Ich war immer noch taub für die Warnung des Meisters: „Die Ursache für den Fall Luzifers bleibt für ewige Zeiten eines der größten Geheimnisse. Mit dem Bösen können sich nur die erhabenen Seelen befassen“. Es soll jeder wissen: sowohl die guten Götter, als auch die „dunklen“ Wesenheiten haben keinen freien Willen, sondern erfüllen gänzlich die Vorsehung Gottes. Ob „die Dunklen“ zerstörend oder erhebend auf uns wirken, hängt von uns selbst ab. „Keiner kann dich von außen verderben, wenn du es nicht willst. Das ist die große Freiheit, die dem Menschen durch den Ersten Anfang zur Verfügung gestellt wurde“, sagt der Meister überzeugt. Indem ich das gigantische Opfer Luzifers leugnete, mit dem die Einführung des Freiheitsprinzips in unseren Kosmos begann, war ich im Begriffe, ihm auch eine gigantische Schuld aufzuerlegen. Eines der vielen Mysterien, die Steiner enthüllte, lautet, dass durch die Tausende menschlichen Opfer im Namen Christi die Tat Luzifers seit dem 20. Jahrhundert bereits versühnt ist. Er erleuchtet den Weg jedes aufrichtigen Suchenden, der sich danach sehnt, die tiefsten kosmischen Christus-Geheimnisse zu erfahren. Aber wir wissen, dass das die Aufgabe des Heiligen Geistes ist, weshalb die Unwahrheit über die „Schuld“ Luzifers gegen den Pfingstgeist gerichtet wäre. Die Götter haben mich vor einer ernsthaften Sünde geschützt! Erst als ich den „Träger des Lichtes“ begriffen und ihn liebgewonnen hatte, wurde mir „von oben“ erlaubt, die Vorlesung „Luzifer und der Heilige Gral“ zu halten.

Aber bis dahin musste viel Wasser den Bach herunterließen. Nun war ich am Anfang, den das „Testament“ von J. J. Benítez stark beeinflusste. Durch seine untergeordnete Wesenheit führte mich Luzifer zum Finden des Kosmischen Christus als den eigentlichen Sohn aus der Trinität, damit das höhere Ich (das Geistselbst) einen immer breiteren Weg durch meine Bewusstseinsseele in der Periode zwischen dem 42. und 49. Lebensjahr bahnen konnte, die wieder zweigeteilt war: am Anfang kam die Botschaft vom Bodhisattva und in der Mitte wusste ich schon, dass Christus „der Sohn“ und „das Ich des Gottes“ ist. So wie das erste Mal rief ich denselben Mann mit denselben Worten an: „Er ist es!“ Für die persönliche Wahrnehmung auch dieser Information brauchte er einige Jahre, aber das ist richtig, denn sogar Beinsa Douno und Steiner wollten nicht, dass wir bedingungslos mit allem einverstanden sind, was sie vortrugen, sondern es „überprüfen“. Wie das möglich ist? Wenn wir beide Impulse immer gründlicher studieren, wenn wir dauernd Anstrengungen unternehmen, um mit wachem Bewusstsein das ganze geistige Leben des Zeitalters verfolgen und mit ihnen vergleichen, wenn wir unser Bewusstsein für die Anwesenheit Christi erweitern durch persönliche Vervollkommnung und uns gegenüber den ihm unterordneten Wesenheiten zwecks gemeinsamer Arbeit öffnen, werden sich diese unbedingt „melden“ und auf ihre Weise die Wahrhaftigkeit der Anthroposophie und der Worte Beinsa Dounos bestätigen. Aber das Erwähnte kann nur eine ausgebildete Bewusstseinsseele tun. Die Entgegennahme von „Nachrichten von oben“ mit einer Verstandesseele, ja sogar mit einer Empfindungsseele, kann zu enormen Entstellungen im Wiedererkennen der verschiedenen Impulse führen.

Diese Probleme wurden bei den Zuhörern der Vorlesungen deutlich sichtbar. Bereits bei der Zweiten, die dem „Menschen“ gewidmet war, holte die Veranstalterin „Unterstützung“, um die Latte niedriger zu legen zum altbekannten geistigen „Nebel“ und eventuell mir den Mund zu verbieten. Aber das gelang nicht, sie wurden immer kläglicher auf dem Hintergrund der erhabenen Wahrheiten der Anthroposophie, die auf eine wesentlich erneuernde Art dargestellt wurden. Zum ersten Mal in ihrem Leben hörten die Anwesenden, dass der Mensch den Hauptplatz im Gottes Werk einnimmt, und dass zu ihm hoffnungsvoll und mit Interesse alle höheren Wesenheiten schauen. Steiner fasst das folgendermaßen zusammen: Die Welt in ihrer Ganzheit ist ein Rätsel und der Mensch selbst in seiner Ganzheit ist die Lösung dieses Rätsels. Der Meister wird konkreter: „Die menschliche Seele ist der Schlüssel zum Verständnis des Universums“. Diese Botschaft bewegte manche Seelen und erfüllte sie mit Dankbarkeit, während die „Wissenden“ von Neid, Boshaftigkeit, Wut und Ablehnung ergriffen wurden.
Der Meister sagt: „Wenn man den Willen Gottes erfüllt, kämpft Gott seinetwegen. Wenn der Geist in den Menschen eindringt, wird er unbedingt zum Vorschein kommen. Es gibt keine Macht auf der Welt, die das verhindern kann, denn das ist der Wille Gottes. Damit ein Göttlicher Wunsch in Erfüllung geht, brechen alle Gesetze der Welt zusammen. Wenn man für ihn arbeitet, arbeiten alle für einen und man wird empfindlich für die Energien, die aus dem ganzen Weltall kommen.

Wenn Gott zu dir spricht, werden sich alle um dich versammeln. Wenn eine Quelle erschlossen wird, gehen alle zu ihr.“ „Die Quelle“ finden aber nur die „geistlich Armen“. Nicht die Unkultivierten, Ungebildeten, wie gewöhnlich der Ausdruck ‚geistlich Arme’ verstanden wird, sondern die nach dem Geiste Lechzenden im gegenwärtigen Sinne. Der Meister sagte direkt, dass er Menschen braucht, die denken können. Leider wollten die Anwesenden nicht so sehr denken, sondern fühlen. Auf seelischer Ebene flammte der Funke des Ichs auf, aber er bewirkte nur ein momentanes Feuerwerk, das sehr bald erlosch. Einzelne Zuhörer teilten mir mit, dass sie nach einer Vorlesung den Eindruck hatten, dass sie nicht auf den Boden treten, aber hinterher zog sie das Materielle wieder an sich. Es bleiben Spuren an ihren Seelen haften, aber mein Ziel ist es, dass das Ich des anderen mit dem Feuer der Christus-Liebe entzündet wird und nicht mehr „Brennholz“ von außen braucht, sondern den „Brennstoff“ vom Geist von innen erhält. Ein solches Ich wird ebenfalls zum „Quell“ für andere „geistlich Arme“. Jeder muss allein seinen Weg zum Feuer zurücklegen, meine Rolle „katalysiert“ diesen Prozess nur. Schon am Anfang kamen einige „aufgeflammte“ Frauen mit der Bitte, dass ich zu einer Art Guru für sie werde. Nach Pfingsten kam auf die Stelle des äußeren „Guru“ für immer die innere Führung des Christus. Wer Ihn aufrichtig sucht, wird Ihn nicht nur finden, sondern auch jene Sorte begreifen, die Steiner über seine eigene Mission erst am Ende seines Lebens mitteilte:

„Ich möchte jeden Menschen
aus des Kosmos‘ Geist entzünden
dass er Flamme werde
und feurig seines Wesens Wesen entfalte.“
GA40 Wahrspruchworte (S.165)

Erst 2008 kam ich auf diese Zeilen, aber schon am Anfang meiner Mission wollte ich das Gleiche! Natürlich verlaufen das Finden des Christus und die Verwirklichung des „von oben“ Entworfenen verschiedenartig ab, aber jeder, der sich auf diesen Weg macht, stellt verwundert fest, dass ihm Ähnliches wie die Ereignisse aus der Zeitenwende passiert, aber in einer gegenwärtigen Version und auf einer anderen Ebene, was das Zeichen ist, das die Richtigkeit der Entwicklung bestätigt. Beinsa Douno deutete ebenfalls an: „In jeder Seele und in jedem Herzen muss Christus geboren werden. Und wenn Christus für euch geboren wird, dann werden dort auch Herodes, Pilatus und der Hohepriester Kajaphas sein.“ Der Erlöser begegnete eigentlich zuerst Kajaphas, dann Pilatus, der Ihn zum Herodes schickte. Das geschah vor 2000 Jahren und was sagen uns die drei Eckfiguren heute?

Kajaphas ist in einer ahrimanisch schwarzen Robe gekleidet. Er symbolisiert die alte Geistigkeit, als Isis (die Himmlische Sophia) in einem „schwarzen Umhang verhüllt“ war und der Zugang zum Christus über sie eine Einweihung außerhalb des Leibes verlangte. Pilatus ist in einer weißen Toga gekleidet. Er symbolisiert den Anfang des Christentums, als Isis’ „Hülle“ nach dem Hierophantenruf Christi „Lazarus, komm raus!“ fiel und sie in einem weißen Kleid in der Gestalt von Jungfrau Sophia (der Gottesmutter) erschien. Maria ist das erste Menschenwesen, das vollkommen von den Kräften der Himmlischen Sophia durchzogen war und zwar während sie sich im Leib befand, d.h. mit dem wachen Tagesbewusstsein. Jesus hatte sich auf den Weg zum Jordanfluss gemacht, um das Makrokosmische Christus-Ich zu empfangen, und in diesem Augenblick führte uns seine „Mutter“ prophetisch durch ihre eigene Transformation bis zum physischen Leib nicht nur die Kraft der Weisheit Gottes vor, sondern auch die Wahrheit über die Kraft des Christus-Ich, das Einzig uns vom Fleisch freimachen kann. Das Christus-Ich wird das nach einigen Tausend Jahren tun, indem es das Fleisch in Liebe verwandelt.

Herodes ist in einer roten luziferischen Toga gekleidet. Die Jungfrau Sophia trägt jetzt ein solches Gewand und führt uns zur Zukunft durch das immer tiefere Eindringen in das Christus-Mysterium. Heute symbolisiert „Kajaphas“ das Vater-Prinzip, d.h. die ganze vergangene Geistigkeit, die uns als Heidentum zum Stolpern bringt. Der Judaismus und der Islam, die Krishna-Anhänger, Buddhisten, Yogas u.dgl. – alle vertreten Kajaphas.

„Pilatus“ ist das „Sohn-Prinzip“, aber so wie der römische Statthalter nicht begriff, wer vor ihm stand, so verloren auch die heutigen 3000 christlichen Konfessionen irgendwo im Laufe der Zeit die Wahrheit über den „Sohn“, der sich ständig wandelt. Das heutige exoterische Christentum ist der „Pilatus“, denn es kennt nicht den Weg zum Himmelsreich. Mit ungesundem luziferischem Feuer sehnte sich Herodes danach, von Christus die Geheimnisse der Zukunft zu erfahren. Heute symbolisiert „Herodes“ das Prinzip des Heiligen Geistes und den gesühnten Luzifer, die an der Begründung der zukünftigen einheitlichen „Religion“ der Menschheit arbeiten – dem esoterischen Christentum, dessen Vertreter Steiner und Beinsa Douno sind. Aber Luzifer kann sehr gefährlich sein, wenn wir nicht nach vorne durch den Makrokosmischen Christus-Blick schauen, denn sonst werden wir unvermeidlich zu Gefangenen des Stolzes, Selbstgefallens und Egoismus. Deshalb warnte uns Beinsa Douno: „Heute möchte Christus alle Bruderschaften und Religionen der Welt vereinigen. Deshalb dürft ihr die Menschen nicht verurteilen, ohne die tiefen Ursachen zu kennen. Die Christus-Lehre möchte aus allen Völkern ein Volk machen, das eigentlich bereits existiert. Das ist das Volk Gottes, das aus Menschen mit einem hohen Göttlichen Bewusstsein besteht.“ Als der Meister zu Bojan Boev über das zukünftige einheitliche Glaubensbekenntnis des Menschentums sprach, meinte er nicht nur seine eigene Lehre. Als Rudolf Steiner der Welt die Anthroposophie vortrug, wusste er, dass sie nur ein Werkzeug zur Gestaltung der Zukunft ist. Die einheitliche „Religion“ wird das Ergebnis der Transformierung der gesamten vorhandenen Geistigkeit der Erde in Christus sein, wobei jeder seinen Beitrag leisten wird, denn es geht nichts verloren, sondern ändert nur seine Form und wird als Neues geboren. „Kajaphas“ und „Pilatus“ werden in Christus „sterben“, um in den Heiligen Geist aufzuerstehen. „Siehe, ich mache alles neu!“ heißt es in der Offenbarung des Johannes (21:5). Dieses „alles“ schließt auch die anderen beiden großen Sphären der menschlichen Tätigkeit ein – die Wissenschaft und die Kunst, die auch christianisiert werden müssen, und das wird sein, damit der Mensch des Geistes geboren wird, der die Wahl getroffen hat, Christus zu folgen. Der Erlöser versprach seinetwegen: „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, also auch der Sohn macht lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand; sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben, auf daß sie alle den Sohn ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort gört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.(Johannes, 5:21-24).

Das 20. Jahrhundert war die Zeit der schicksalhaften Entscheidung, die im angeführten Satz widerspiegelt wird “ Entweder ist man mit Christus oder gegen Ihn“. Denjenigen, die sich hinter das Zweite stellen, gelten mit besonderer Kraft die Worte Beinsa Dounos: „Wenn die Menschen den Christus nicht freiwillig annimmt, wird die ganze Kultur durch das Feuer der Liebe gehen, aber sie wird gereinigt und erneuert werden.“ „Aber das ist Gewalt gegen unseren freien Willen“, lauten die empörten Einwände mancher „spirituellen“ Menschen, die ich gehört habe. Ja, aber ihr scheinbar „freier“ Wille arbeitet gegen die Evolution des Menschentums. „Die Menschheit steht vor der Wahl zwischen zwei Wegen: entweder tiefer in das Welt-Kamaloka (noch tiefer sogar als im Kali Yuga) herabzusteigen oder höher zur Kontemplation der ätherischen Welt“ hinaufzugelangen, bestätigte der besorgte Steiner. Wie soll der heutige religiöse Mensch sich zur Betrachtung des ätherischen Christus erheben, wenn er keine Ahnung von Seinen großen Boten im 20. Jahrhundert und den Impulsen hat, welche über diese Boten herunterströmen? Jemand musste es ihnen direkt sagen. Schon am Anfang war mir klar, dass ich dabei war, in das tiefste Wasser hineinzuwaten – in das geistige Leben der Seelen. Und zwar mit der vom Meister klar formulierten Vorstellung: „Wenn die Gedanken und Wünsche des Menschen nicht durch Christus als das innere Zentrum des Menschenlebens gehen, gehen sie nie in Erfüllung. Egal, was man macht, es muss unumgänglich durch das Zentrum des Christus-Lebens hindurchgehen. Nur so werden die Gedanken, Gefühle und Handlungen die richtige Bewegungsrichtung bekommen. Heute befinden sich alle Menschen vor diesem Zentrum und fürchten sich, da durchzugehen, Warum? – Dieses Zentrum ist erhitzt.“ Die anthroposophischen Wahrheiten zeigen auf das Christus-Zentrum und wirken erschreckend auf diejenigen, die bequem in einer geistlichen Gemeinschaft dahinvegetieren. „Das Aussprechen der Wahrheit ist eine Operation ohne Betäubung“ – sagte der Meister bildhaft. Daher rührt der Widerstand auf verschiedenen Stufen. Deshalb hatte uns Steiner gewarnt, „die menschliche Evolution bis zur Verkörperung des Antichristen außerordentlich aufmerksam zu beobachten, denn der Antichrist hat viele Helfer“. Nicht nur in der Wissenschaft und Kunst, wo sie mehr oder weniger leicht zu erkennen sind, sondern auch im religiösen Leben, obwohl dieses grundsätzlich mit dem luziferischen Prinzip verbunden ist. Wir wissen von der Anthroposophie, und die Praxis hat es auch bestätigt, dass am Ende jedes Jahrtausends sich beide „Schalen der Waage“ zu einem gemeinsamen Angriff gegen die Menschheit vereinen und ihre Identifizierung noch schwieriger machen. Und gerade in diesem Moment startete die Ausstrahlung des Heiligen Impulses. Was stand mir wohl bevor?

Die dritte Vorlesung war den beiden Jesus-Kindern und dem Mysterium der Evangelien gewidmet. Es tauchte“ von irgendwoher“ eine Frau auf, von der behauptet wurde, dass sie eine der früheren Ehefrauen Sergej Torops war, der sich selbst „Vissarion“ nannte. Einige Jahre später kam Torop selbst nach Bulgarien, um unverschämt in einem der meistgesehenen Fernsehsendungen zu behaupten, dass er Christus wäre! Der ihm gegenübersitzende Theologie-Professor von der Universität Sofia schluckte hilflos, ohne überhaupt zu reagieren. Am nächsten Tag kam Torop „unverhofft“ nach Varna und in der Gegenwart von etwa hundert Zeugen schoss ich in sehr strengem Ton gegen ihn los: „Wie kannst du dich erdreisten, dich Christus zu nennen?! Lügst du absätzlich oder bist du wahnsinnig geworden?“ Es mischten sich auch andere Menschen ein, hauptsächlich evangelischer Konfession. Er wird bestimmt nie wieder nach Varna kommen.

Und im November 2000 erzählte jene Frau in typisch russischer Art ausführlich über irgendwelche verwickelten Erfahrungen, die nur sie selbst interessierten. Meine Opponenten bekräftigten sie, damit sie endlos weitererzählen konnte. Die Anwesenden wunderten sich, was passiert und warum ich nicht das Wort ergreife. Als ich sah, dass die Zeit der Vorlesung bald zu Ende ging, fragte ich laut, ob dieser Wortschwall ein Ende haben wird. Die Frau fühlte sich gekränkt und schwieg. Ich sprach über mein Thema, das alle erwarteten, aber dieser Auftritt war schwächer als die Bisherigen. Ich hatte es mir hinter das Ohr geschrieben, dass ich mich trotz der Provokationen und des sichtbaren unangemessenen Benehmens mancher Zuschauer beherrschen sollte.

In dieser Zeit kam ein weiterer bekannter bulgarischer „spiritueller Führer“. Vor etwa 200 Menschen erwähnte er neben zahlreichen Sinnlosigkeiten scheinbar zufällig: „Christus wurde nicht auf Golgatha gekreuzigt. Er starb eines natürlichen Todes und wurde im Himalaya begraben“. Ich wurde wütend! Ich stand auf und schrie, dass nur ein Verrückter so etwas behaupten konnte. In Wirklichkeit sprach Ahriman durch ihn, aber auch dieses Ereignis habe ich mir hinter das Ohr geschrieben. Im September 2008 führte mich das Schicksal wieder mit dem „Verrückten“ zusammen. Vor einigen Zeugen fragte ich ihn, ob er noch an seiner Behauptung festhalte, dass Christus kein Golgatha erlebt hat. „Ja, er wurde in Kashmir begraben“, lautete die schnelle Antwort. „Du musst deine Informationen aktualisieren“, empfahl ich ihm. Kurz davor hatte er nämlich den Finger gegen die Zuschauer im Raum mit der Warnung erhoben, „ihre Informationen zu aktualisieren“.

Eine der am schwierigsten zu entwickelnden Tugenden ist die Toleranz gegenüber den Unvollkommenheiten der anderen. Sie wird oft mit der Demut verwechselt, die nicht den Menschen, sondern der Vorsehung Gottes gelten sollte. Beinsa Douno sagt: „Und wenn ich über die Leiden Christi spreche, treten zwei erhabene Eigenschaften von Ihm in den Vordergrund – seine beispiellose Geduld und Seine Demut. Durch diese Eigenschaften konnte er alle Schmähungen, Beschimpfungen und Beleidigungen ertragen, die ihm die Menschen angetan haben. Vor all dem blieb Christus still, ruhig und unerschüttert, als ob nichts passierte. Aus seinen Augen tropfte nicht mal eine Träne“. Der Erlöser erduldete den Hohn der Menschen, denn er blieb demütig vor dem Willen Gottes.
Aber das heißt nicht, dass wir aus falsch verstandener „Toleranz“ schweigen sollen, wenn öffentlich Schwachsinniges geredet wird. Steiner antwortet darauf folgendermaßen: “Der menschlichen Unzulänglichkeit gegenüber ist die Nachsicht unbegrenzt. Nur da, wo die geisteswissenschaftliche Substanz verfälscht und zerstört wird, da gibt es keine Nachsicht.» Hinter der Maske der Toleranz verstecken sich der Kleinmut und der Mangel an Unterscheidungsfähigkeit. Deshalb sagte Steiner vorher: „Der Geist wird nicht vernichtet werden, aber nur wenige Menschen werden künftig seine Träger sein.“

Nach der relativ schwächeren dritten Vorlesung, stand die den Mittelpunkt bildende vierte Vorlesung bevor, die ich wie „für eine Weltmeisterschaft“ vorbereitete. Das Datum war für den Tag vor Heiligabend bestimmt, aber das Thema lautete „Das Golgatha-Mysterium“. Zwei Tage früher waren mir leichte Hindernisse „von oben“ angedeutet worden.

Tatsächlich kündigte die Veranstalterin gar nicht mich an, sondern erteilte das Wort an zwei „richtige Autoritäten“. Jeder murmelte jeweils 20 Minuten lang irgendwelche unbedeutenden Sätze vor sich hin. Die Menschen drehten sich erwartungsvoll um. Dann trat ich nach vorne und legte los. In der Mitte der Vorlesung schwenkte die Moderatorin eine Glocke und unterbrach mich mit dem Argument, dass es vielleicht Fragen zu den vorherigen Rednern haben könnte. Ich hatte soviel an Fahrt gewonnen, wer weiß was passiert wäre, wenn ich nicht die Warnung bekommen hatte … Ich behielt die volle Ruhe und wandte mich ans Publikum mit der Frage: „Den Rest weiß ich. Er ist in mir drin. Wollen Sie ihn hören?“ Natürlich wollten sie das! Es folgte etwas, was danach in der Periode der zwölf Heiligen Nächte von der Geburt Christi zu Epiphanie ununterbrochen durch meine Seele floss. Über die Reaktionen der Menschen will ich erst gar nicht reden!

Es ist wichtig zu wissen, dass die Vorlesungen an Werktagen nach Arbeitsschluss stattfanden, wenn man müde ist. Ich besitze eine kräftige Stimme und benutze nie ein Mikrophon, denn die Stimme wird durch Ahriman verändert und hat somit eine schwächere Wirkung. Ich stehe auch hinter keinem Pult, der den direkten Kontakt mit dem Auditorium verhindert. Auch benutze ich keine Hilfsmittel – Computer, Aufnahmetechnik usw., die die wahre Kommunikation im Geiste „verwaschen“ können. In jener übersinnlichen Schule in der Sonnensphäre hatte Erzengel Michael gesagt: „Wenn ihr auf die Erde herabsteigt, müsst ihr die Menschen um euch sammeln, damit das, was wir hier vorbereitet haben, eine Wirkung hat, verkündet ihnen das Wesentliche mündlich und haltet nicht die „literarischen Wirkungen“, die in der Welt durch das gedruckte Buch erzeugt wurden, für das Wichtigste – arbeitet intim, direkt, von Mensch zu Mensch.“ Heute können wir hinzufügen: „Verlasst euch nicht auf die „modernen“ technischen Einwirkungen, sondern verkehrt frei und direkt in Christo. Gerade Ihn fürchtet Ahriman, der laut Steiner „kalten Hass gegen alles empfindet, das sich als das wahrhaftig Geistige im Menschen aus der individuellen Freiheit entstehen wird“. Deshalb schuf Ahriman eine der Michaels Schule entsprechende unterirdische Schule, die in derselben Zeit bestand und zur Menschheit materialistische Impulse herausströmte, die zur Benutzung der individuellen Freiheit nur zum Bedienen des Egos dienten. Das verletzte das reine Funktionieren der Sinne und das Gefühl für die Wahrheit, die ab dem 20. Jahrhundert heruntersteigen musste und führte entsprechend zur Zerstörung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Menschen wurden zu Individuen, aber gleichzeitig bildeten sie eine Herde ohne Hirte. Die heutigen Kirchenführer sind keine „Hirte“, denn in ihrer Ausstrahlung sind sie weit entfernt von jenen vom Geist erfüllten frühchristlichen Lehrer, die mit einem unserer Zeit unbekannten Enthusiasmus und heißem Herzen zu den Menschen sprachen und ihnen das Geistige in der Natur zeigten, aus der Christus, der einzige Hirt, hervorgeht. Damals war das Wort lebendig und die Zuhörer lebten mit ihm. Indem sie zu den vom Gott vergeistigten Lehrern schauten, verließen sie ihren physischen Leib und nährten sich dem Astralischen, um das Wort zu spüren und zu erleben, ohne dem Zuhören an sich so viel Aufmerksamkeit zu schenken. Sie nährten sich zum Geistigen nicht in Begriffen und Ideen, wie es normalerweise heutzutage passiert, sondern in tiefem Erleben.

Seit dem 9., 10., 11. Jahrhundert begannen die Menschen immer mehr zu hören als zu erleben, denn es wirkte der Katechismus. Das Zeitalter der Bewusstseinsseele dämmerte auf. Im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts übertrug die erste Drei der Throne, Cherubim und Seraphim höchstpersönlich die Kosmische Intelligenz aus dem Gebiet der zweiten Drei – Herrschaften, Mächte, Urgewalten auf unseren Sinnes-Nerven-Organismus, d.h., auf den Kopf. Die geistigen „Regeln“, die das Leben der Götter oben bestimmten, wurden auf das physische Feld übertragen und sind zu seiner schöpferischen Kraft geworden, was uns aus Menschen des Herzens in Menschen der Vernunft verwandelte. Warum haben wir diese herausragende Gabe des Himmels erhalten?

Erzengel Michael steuerte die Kosmische Intelligenz seit dem tiefsten Altertum bis zur Zeitenwende, als er zusammen mit seinen Scharen von der Sonne aus das Große Mysterium unten beobachtete. Nachdem der Christus-Impuls auf dem Erdenplan geboren worden war, musste seine Aufnahme durch die Menschheit graduell und in vollkommener Freiheit beginnen. Zu diesem Zweck „opferte“ Michael „das Gewand“ der Himmlischen Sophia, das als „goldener Regen“ auf die Erde zu fallen begann und die ersten Empfänger im 9. Jahrhundert erreichte, als die Empfindlichkeit für den Erlöser allmählich geringer wurde. Der Scholastiker Thomas von Aquin wusste im 13. Jahrhundert, dass die Scholastik der irdische Abdruck der von Michael früher gesteuerten Intelligenz ist und dass der ganze Kampf um mehr Klarheit über ihre Einströmung in die Menschheit bestand. Mit beneidenswerter Leidenschaft verteidigten die Scholastiker das geistige Christentum vor den ahrimanischen Angriffe der arabisch-maurerischen Gelehrten wie etwa Averroës in Spanien und Avicenna in Vorderasien, die die Pan-Intelligenz vertraten und sich gegen die Ansichten der persönlichen menschlichen Unsterblichkeit stellten. Nun aber war die Intelligenz unten und Michael wollte sie in seinem zukünftigen Zeitalter, das nach 1879 begann, vorfinden und in den menschlichen Herzen verwalten, indem er den Weg für Christus anbahnte, denn der Erlöser würde aus dem Herzen und der Seele des Menschen sprechen. Ja, aber im 15. Jahrhundert wurde die himmlische Gabe zu unserem Eigentum im Kopf und Verstand, wo sie sofort durch die ahrimanischen Horden angegriffen und gefangen genommen wurde, die diese in eine materialistische Weltanschauung verwandelten. Die geistigen Regeln der Götter wurden transformiert in den Buchdruck, die Astronomie, Pädagogik, Medizin, das Schriftstellertum usw. Die alten Heiler der Seele wurden ersetzt durch Ärzte des Körpers, die Magier traten ihren Platz an die Astronomen ab und die eingeweihten Meister – an die heutige Lehrerschaft. In den vergangenen Zeiten gab es wenige Schriftsteller und ihre Werke erreichten einen eingeschränkten Kreis von vorbereiteten Seelen, ohne dass Ahriman die zu ihnen herabsteigende Intelligenz gefangen nehmen konnte. Die Evangelisten selbst schrieben ihre Werke durch die Inspiration übersinnlicher heller Wesenheiten, während heute der Satan durch zahlreiche Schriftsteller mit herabgedämpftem Bewusstsein „schreibt“, die eine Bücherflut auf die Welt ergießen.
Können jene frühchristlichen Meister auf die gleiche Art zu den heutigen Menschen ahrimanisierter Intelligenz sprechen? Natürlich nicht. Wie soll man über das Geistige, über Christus sprechen, so dass man „durch die Worte zum innere Erleben des Geistes“, d.h. der Wahrheit, kommt? Während im dritten oder vierten Jahrhundert das lebendige Wort mehr erlebt als gehört wurde, muss heute die Wahrheit gehört und erlebt werden, denn wir müssten Kosmisch intelligent und frei in unserem Verstand werden. Damals wurde das Wort erlebt und zu uns wird man mit dem „Geist der Wahrheit“ sprechen – „dem höchsten Gipfel, der jemals gesehen werden wird.“ Der Meister sagt entschieden: „Erzengel Michael vertritt die Wahrheit, die durch den Menschen sprechen und überall das vernünftige Wort Gottes gehört wird“, d.h. die Wahrheit. Wann wird die Wahrheit zu sprechen beginnen? Steiner beantwortet diese Frage: „Nur wenn eine solche Geistigkeit, die durch die Anthroposophie fließen möchte, mit anderen geistigen Strömungen vereint wird, wird Michael jene Impulse finden, die ihn wieder mit der irdisch gewordenen Intelligenz vereinen werden, die ihm eigentlich gehört.“

Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die erste geistige Strömung, mit der sich die Anthroposophie vereinen muss, der Bodhisattva-Impuls ist. Wie sollen wir praktisch ihre Synthese vornehmen, so dass Michael wieder die Gabe findet, die durch uns hindurch gegangen ist, aber eigentlich ihm gehört? Nach seinem Sieg über Ahriman und der Erhebung zu den Archai ließ Michael über Steiner noch eine Himmelsgabe hinunterströmen – Anthropos-Sophia (die Weisheit über den Menschen). Warum war diese für die Menschen notwendig? Steiner erklärt das mit der Möglichkeit, die uns Michael gibt, die geistigen Welten durch unser Verständnis zu begreifen. Aber Michael inspiriert den Willen dafür, so Steiner. Wenn wir einerseits auf die für unsere Zeit typische Weise räumlich denken können, was mit der „ätherischen Zeit“ verbunden ist, und andererseits der Offenbarungen aus den geistigen Welten in der Form solcher Ideen-Gedanken gewahr werden, die uns zu geistigem Denken in der „astralischen“ Zeit erheben, dann haben wir in uns eine freie Geistigkeit ausgebildet und die neue Gabe Michaels als lebendiges Wesen entgegengenommen, das uns bewusst hilft, in die höheren Welten einzutreten. In seelischem Sinne spielt sich der Wille im „Raum“ zwischen dem Ich und dem Astralleib ab, das Fühlen – zwischen dem Astral- und dem Ätherleib und das Denken – zwischen dem Ätherleib und dem physischen Leib. Wenn wir zur Peripherie unseres physischen Leibes gelangen, haben wir Sinnesempfindungen. Die Geisteswissenschaft besagt, dass wir im Denken wach sind, im Fühlen träumen und im Willen schlafen. Unser gegenwärtiges waches Seelenleben spielt sich hauptsächlich in der Ich-Sphäre ab, während alles andere, was wir erleben, abgeschwächt, gelähmt ist. Bis zum Ich dringen aber nur Schattengedanken vor, die mit unserem räumlichen Denken verbunden sind und vom Astralleib reflektiert werden, aber sie können den Astralleib so in Bewegung setzen, dass dieser seinerseits das Ich aktiviert und einen Handlungsimpuls herausströmt, der die reale Liebe, d.h. das wahrhaftig Gute erzeugt. Wenn wir die anthroposophischen Wahrheiten mit unserem Denken annehmen, aber sie gleichzeitig nach innen zum Willen richten und diesen mit ihnen füllen, so wird der Wille zur Peripherie des Denkens, was den Astralleib in Bewegung setzt und das Ich rettet und zum freien Schöpfer macht.
So wird das Denken selbst durch Michaels Kraft, die nach Kali Yuga in das Menschenbewusstsein einströmt, in reines Denken, in eine wirksame schöpferische Kraft transformiert durch die Verwandlung der „Weisheit über den Menschen“ (Anthropos—Sophia) in eine angewandte „Weisheit über den Menschen“.
Aber in unser Bewusstsein fließt noch eine geistige Einwirkung ein, die uns erlaubt, nach 1933 die Ankunft Christi im Ätherischen wahrzunehmen. Diese Christus-Strömung sollen wir mit der Strömung Michaels vereinigen und zum wahren Erleben des Geistselbstes als eine Christus-Offenbarung unter den neuen Bedingungen kommen. Warum ist die Rolle des Bodhisattva hierfür entscheidend?
Heute liegen zwei Wege vor uns – der rosenkreuzerische und der manichäische. In ihrer inneren Natur sind sie eng verwandt und können mit den beiden Schlangen verglichen werden, die sich um „den Merkurstab“ winden. Alle Hauptelemente des einen können beim anderen gefunden werden und umgekehrt. Der Unterschied zwischen ihnen besteht eher in den unterschiedlichen inneren Akzenten und auch in ihrem Ausgangspunkt. Die oben beschriebene Umwandlung des Denkens ist dem rosenkreuzerischen Willensweg zum Pfingstgeist näher, bei dem seit den ersten Schritten der Willensimpuls der Erkenntnis eingelegt wird, das aus Studium, imaginativer, inspirativer, intuitiver Erkenntnisstufe usw. besteht. Wenn wir aber die entgegengesetzte Metamorphose vornehmen und den wirkenden Willen mit der Ruhe und Beständigkeit des Denkens als sein Zentrum durchdringen, so wird der Wille vollkommen gedacht, d.h. vernünftig und man kann die erwähnten Taten (Gutes) aus Liebe erledigen. Beinsa Douno bestimmt „den bewussten Willen als die höchste Erscheinungsform im Menschenleben“. Die zweite Umwandlung steht dem manichäischen gedanklichen Weg zum Geist näher und erlaubt, durch die Gewahrwerdung der Willensimpulse unmittelbar an die Schaffung der von Leben erfüllten äußeren Form der Gesellschaft heranzugehen, in der die neuen Christus-Offenbarungen aufgenommen werden sollen. Wie Steiner erläutert, geht es hier nicht um das innere Leben, im Sinne der Erkenntnis, sondern um Bemühungen, die mit den äußeren Lebensformen verbunden sind. “ Typisch für den Manichäismus sind die Brüdergemeinden, Brüderlager und okkulten Tänze in der Natur, das gemeinsame Mittagessen usw. Jeder wird im Bodhisattva-Impuls die Christus-Liebe wiedererkennen, das Moralische, den Manichäismus, der nach Steiner „wichtiger als das Rosenkreuzertum“ ist. Das Rosenkreuzertum gibt uns die Liebe zur Freiheit im Denken und die Freiheit kann nur im Willen gefunden werden. Sie werden sich an die Worte Beinsa Dounos erinnern, dass „die wahre Freiheit im Willen des Menschen ist“, denn dort wirkt gegenwärtig das Wort – die Christus-Wahrheit (der Christus-Impuls), der darauf wartet, von uns gefunden und erlebt zu werden als Kosmische Ich-Liebe, als Freiheit zu Liebe. So entstehen und kreuzen sich die rosenkreuzerische Liebe zur Freiheit und die manichäische Freiheit zur Liebe im menschlichen Willen, wo sie die Erkenntnis- und Moralgrundlagen unseres Lebens in der jetzigen und nächsten Evolutionsstufe formieren. Die Grundlage heißt „Bewusstseinsseele“ oder „Menschensohn“, die gleichzeitig eine Seelenblume und ein geistiger Samen ist, durch die der Geist unsere drei Leiber transformiert und dem Ich die Möglichkeit gibt, sich als das freie Selbst zu erleben. „Der Göttliche Weltplan besteht darin, dass das Ich so selbständig wird, dass es in vollständiger Freiheit seine Liebe dem Gott selbst überreicht“, sagte uns Steiner. Zu diesem Zweck muss der Mensch durch eine Einweihung (Initiation) gehen, wozu er die Stufen hinauf durch seine Lehrer geleitet wird, die im Altertum das Bild „der Schlange“ symbolisierte. Ursprünglich erfolgte die Einweihung im Trancezustand durch die Befreiung des astralischen und eines Teils der Ätherleibes des Neophiten und ihr Eintauchen in den Ozean der Weisheit, der als „Mahadeva“ oder „Osiris’ Welt“ bekannt ist. Das ist der alte Gedankenweg zum Christus, der in der geistigen Aura der Sonne gesucht und gefunden werden kann. Wir können ihn auch den Yogaweg finden.
In der Finsternis der Mysterien wurde die vor der Außenwelt geheim gehaltene Einweihung unternommen, die ans hellste Tageslicht durch Christus selbst herauskam, der historisch und symbolhaft die Einweihung der ganzen Menschheit unternahm im Maß des Seelengefühls, indem er bei der Fußwaschung begann und zur Himmelfahrt kam. In der Einweihung der Göttlichen Liebe auf dem Kreuz erfolgte die Opferbringung des „Ichs“ im Namen aller Menschen. Diese spezifische christliche Einweihung hatte eine solche Kraft, dass sie in den nächsten Jahrhunderten in jeden, der sie befolgt, bis zum physischen Leib reicht, und zum Auftreten von Wunden (Stigmen) und durchdringende Schmerzen führt. Alle Tiefen des Gefühls wurden erweckt. Tausende Menschen strebten begeistert diese neue Einweihung an, indem sie ihrem Blut – dem physischen Ausdruck des Ichs – erlaubten, als Liebe zu strömen im Namen der Menschheit. Ein solcher Akt erfordert einen lange andauernden Rückzug und ist unter den gegenwärtigen Bedingungen kaum zu erreichen, aber die Wellen der Begeisterung in den vergangenen Jahrhunderten erfüllten ihre Aufgabe und machten die Menschen reif für die Einweihung des Willens, was das heutige Gebot Christi ist! Während wir die alte Einweihung den „Vater“ nennen können und die christliche – den „Sohn“, so ist die „Kreuzung“ des Manichäismus und des Rosenkreuzertums im Willen die Einweihung des „Heiligen Geistes“, bei dem die senkrechte Linie im „Merkurstab“ den Fortschritt zeigt, den das Ich auf dem Weg der Wahrheit gemacht hat. Die erste Frucht des Geistes der Wahrheit im Willen ist die Kosmische Liebe, d.h. die gesühnte Kosmische Intelligenz als Ergebnis der „im Ich neugeborenen Weisheit“ – die „neugeborene“ Anthroposophie. Ja, der Mensch ist jene hervorragende „Bühne“, auf der nach der Bestimmung Gottes beide Strömungen der Kräfte Michaels und Christi und beide Himmelsgaben – die Anthroposophie und die Kosmische Intelligenz sich begegnen und vereinigen sollen. Sind wir bereit, das zu vollziehen?

Die geistigen Anforderungen der heutigen Zeit und der Zustand des geistigen Lebens wurden am 23.05. 2009 publikumswirksam nahe der Herberge in der historischen Gegend „Reiter von Madara“ vorgeführt, wo jedes Jahr um diese Zeit das Fest der Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ stattfindet. Nach einer umfangreichen Vorlesung des nicht unbekannten Harrie Salmans, die uns über eine baldige Veröffentlichung in einer anthroposophischen Zeitschrift informierte, die die Beziehungen der Anthroposophie zu Beinsa Douno behandeln sollte, bat ich den Moderator darum, einen kurzen Kommentar aus zwei Sätzen zu machen. In diesen sollte die Wahrheit über den „Nebel“ im heutigen geistigen Leben aufgedeckt werden, der klar mit dem vernebelten Bewusstsein der Jünger Christi zwischen Himmelfahrt und Pfingsten zusammenhing. In dieser Periode des Jahres fand auch das besagte Fest statt. Es folgte eine Absage, denn die Leiter der „Bruderschaft“ haben starke Angst vor der Wahrheit. Ein anderer Vortragender ergriff sofort das Wort, aber bald wurden die Zuhörer von einer leichten Verwirrung erfasst: aus einer kleinen Öffnung in einer nahen Steinmauer begannen zwei Schlangen nacheinander ihre Köpfe herauszustrecken. Einige der Anwesenden traten zurück, andere näherten sich neugierig der Mauer und machten Bilder und Videos mit ihren Telefonen. Die Schlangen kamen in das Loch zurück, um etwas später wieder auf die Erde herauszukriechen, wo sie ein Liebesspiel begannen, das Stunden lang dauerte. Jemand wird sagen, dass nichts Besonderes passiert war, da die Schlangen um diese Zeit des Jahres sich üblicherweise paaren. Aber jedes Jahr um diese Zeit gibt es Vorlesungen an diesem Ort, an dem so eine „Aufführung“ noch nie stattgefunden hat. Die Zuschauer begannen sich zu fragen, was die Geister dadurch uns sagen wollten.
Halb scherzhaft, halb ernst sagte ich dem Moderator: „Ich durfte meine zwei Sätze nicht aussprechen und die zwei Schlangen tauchten sofort auf.“ Er murmelte rechtfertigend etwas vor sich hin und ich wandte mich an einige der Anwesenden und sagte zu ihnen: „Im Altertum symbolisierte die Schlange die Einweihung, durch die der Neophit weit vom Tageslicht die Weisheit erlangte. Die alte Weisheit wurde in Christo in Liebe transformiert. Wenn wir heute in unserem Ich die beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts vereinigen, wird die in uns angehäufte Weisheit neugeboren und wir werden von der Verzweiflung der Himmelfahrt zur Liebe des Pfingstfestes übergehen, die uns die beiden Schlangen durch ihr Liebesspiel offen, im klaren Tageslicht vor allen vorführten. Den Mitgliedern der „Weißen Bruderschaft“ fehlt die Weisheit, d.h. die Anthroposophie, und deshalb können sie die Kosmische Intelligenz nicht sühnen und die Christus-Liebe finden. Die Liebe ist das Ergebnis der im Ich neugeborenen Weisheit!“ Nach diesen Worten bestätigte die geistige Welt durch den mir am nächsten stehenden Menschen die Richtigkeit dieser Behauptung auf eine besondere Weise, die am Ende der Erörterung erwähnt wird.

Nun wollen wir zu der im Willen geborenen Liebe zurückkehren, von wo sie sich zu unserem ursprünglichen ätherischen Herzen erhebt, das aber gewissermaßen transformiert wurde in ein „vernünftiges“ Herz (nach der Bezeichnung Beinsa Dounos) oder „denkendes“ Herz (wie Steiner sagt). „Wenn man ein vernünftiges Herz hat, kann Christus kommen und darin leben“, hatte der Meister gesagt. Aus dem „vernünftigen“ Herzen spricht Christus als „vernünftiges Wort Gottes“ heraus, d.h. als Wahrheit. Dort kann Michael verwalten und die gesühnte und in Liebe verwandelte Kosmische Intelligenz nehmen, um sie mit dem vereinigten Strom des menschlichen und ätherisierten Christus-Blutes zum Kopf zu erheben und zu einem Teil der Ewigkeit zu machen. Der beschriebene Prozess stellt das wahre Erleben des Mysteriums des Heiligen Grals in unserer Zeit dar, das uns zu einer persönlichen Begegnung mit dem Ätherischen Christus führt, denn wir haben Ihn sowohl in der Seele als Wort (das weibliche Prinzip) als auch im Kosmos als Wahrheit und Geist (das männliche Prinzip) begriffen.

Damit wir tatsächlich in die geistige Welt hineintreten und dem Ätherischen Christus begegnen, müssen wir schon „unten“ im Willen die Bewusstseinsseele in eine Imaginative verwandeln. Das bedeutet, dass das höhere intellektuelle Denken in freies imaginatives, bildhaftes Denken transformiert wird. Die Worte Beinsa Dounos, die voller Bilder sind, machen überhaupt keinen Eindruck auf den Philosophen oder den theoretischen Wissenschaftler, die daran gewohnt sind, in toten Schemas, Definitionen oder Thesen zu denken, aber sie sind unschätzbarer Helfer bei der oben erwähnten Transformation. Die Anthroposophen, die enttäuscht Beinsa Douno ablehnen, weil er ihnen angeblich „einfach“ und „elementar“ klingt, begehen einen großen Fehler. Dadurch entbehren sie die lebendigen Imaginationen in seinen Worten (den Christus-Worten), die die anthroposophischen Wahrheiten nicht nur auf eine unnachahmliche Art veranschaulichen und beleben können, sondern auch jene „Nahrung“ darstellen, ohne die unser Ätherleib dem Austrocknen und Sterben geweiht und das Erleben des Gralsmysteriums unmöglich ist.
Die Vorträge des Meisters sind nur auf den ersten Blick „chaotisch“ , aber eigentlich stellen sie vor das Bewusstsein jedes Menschen eine konkrete esoterische Aufgabe zur Lösung, die von Christus über den „Sprecher“ des Heiligen Geistes – des Bodhisattva, – hinuntergesandt wurde. Traut sich jemand zu behaupten, dass Christus und der Heilige Geist „chaotisch“ sind?!

Der aufmerksame Leser mag einverstanden sein und trotzdem fragen, wo in dieser Aussage die Antwort auf die früher gestellte Frage ist: Wie heute zu den Menschen über das Geistige, über Christus, über die Wahrheit gesprochen werden soll? Die Wahrheit ist ja ein Geist und durch ihr Aussprechen durch ein Wort wird er bereits „gefesselt“, geradezu „getötet“, bevor er in die Seele des anderen eingezogen und „ein inneres Erleben des Geistes“ hervorgerufen hat. Wie soll also der Göttliche Geist als Wahrheit- Gedanke in das Wort herabsteigen, um allmählich „das Fleisch in Wort“ zu verwandeln? In welcher Sprache sollen wir diese bemerkenswerte Metamorphose vornehmen, die im zukünftigen Maitreya-Buddha in etwa 2500 Jahren ihren Höhepunkt erreichen wird?
Die wichtigste Sprache der fünften Kulturepoche ist die deutsche Sprache. Es ist dieser Sprache eigen, dass der Gedanke nicht an das Wort gebunden ist, sondern für sich selbst lebt. Dieses reine Denken, das für die anderen etwas Abstraktes ist, führt den Deutschen zu einem höchsten Erlebnis, wenn er es im lebendigen Sinne begreift. Nicht zufällig gab das deutsche Volk der Welt Komponisten wie Wagner und Philosophen wie Fichte, Schelling und Hegel, die von den anderen Völkern unverstanden blieben, weil sie nicht in ihrem wahren Sinne übersetzt werden können. Die Anthroposophie, deren Grundlage das reine Denken bildet, kam ebenfalls durch das deutsche Volk.
Aber die Evolution verlangt, dass der Gedanke rechtmäßig an das Wort gekoppelt wird. Zum Beispiel drückt der englische Volkstumscharakter auf den Gedanken, der unter dem Wort ist, so dass der Gedanke beim Durchdringen des Wortes einen Ausdruck außerhalb des Wortes sucht. Das Geistige wird bis zu einem gewissen Grade materialisiert, was zum Verständnis nicht des allgemein Menschlichen, sondern nur des aus dem Volkstumscharakter Erfolgenden (aus dem eigenen Erzengel) führt. Deshalb wird in England so viel Wert auf die Tradition gelegt und das Englische ist ausgesprochen geeignet, um technische Dokumentationen zu beschreiben, was die heutige Zivilisation Ahrimans charakterisiert. Da ist die Sprache Ahrimans, die Sprache des Materialismus!

Über das amerikanisches Surrogat der englischen Sprache, das Beinsa Douno „vereinfachtes Englisch“ nennt, können wir sagen, dass das Amerikanische aus den Amerikanern Menschen gemacht hat, die die Absicht der anderen Völker, sich auf ihre Weise zu entwickeln, überhaupt nicht verstehen. Logischerweise nähren sie dann mit all ihren Handlungen das Monster des Globalismus in all seinen Aspekten.

Der slawische Volkstumscharakter schiebt nach Steiner den Gedanken zurück ins Innere. Dort ist das Wort vom Gedanken getrennt und schwebt wie von ihm abgeteilt. Die Zukunft gehört dem Slawentum und im Slawentum müssen wir die Möglichkeit einer richtigen Synthese zwischen Gedanke und Wort im Menschen drin suchen. Die große Gefahr bei den slawischen Sprachen besteht darin, den Gedanken durch das persönliche (Innere) einzufärben, was den Geist (die Wahrheit) „verunreinigt“ und die reine Synthese unmöglich macht. In der Wahrheit existiert keine Demokratie, d.h. eine persönliche Meinung! „Über die höheren Wahrheiten gilt nur eine Meinung“, stellte Steiner fest.

Und trotzdem gibt es eine Sprache, in der Gott den Menschen heute und in der zukünftigen sechsten slawischen Kulturepoche sprechen kann – das Bulgarische! Der Bodhisattva sagte: „Die bulgarische Sprache ist die genaueste Sprache, in die die okkulten Gesetze und das Wort Gottes übertragen werden können, denn das bulgarische Volk ist das älteste auf Erden“. Indem die vergeistigte und teilweise sogar rücksichtslos wirkende Redeweise des Bodhisattva auf eine richtige Weise die „okkulten Gesetze“ (den Gedanken) und „das Wort“ (die Worte) verband, wirkte sie auf die Seelen der ihn Umgebenden auf eine außerordentliche Art. In dieser Redeweise waren der deutsche Idealismus des Gedankens und das Reichtum der bulgarischen Sprache präsent, so dass die Sprachbrücke zwischen der fünften und sechsten Kulturepoche aufgebaut werden konnte. Nach seinem Wegscheiden fragte einmal Rudolf Steiner übersinnlich mit Staunen und Verwunderung Beinsa Douno: „Meister, wie können Sie so majestätische Sachen mit so einfachen Worten benennen?!“
Natürlich ist die Sprache an sich keine Garantie für das Erreichen der gewünschten Synthese. Noch etwas: obwohl es in der Wahrheit keine Demokratie gibt, spricht der Geist, wenn er sich meldet, bei jedem auf eine individuelle Art. Wie soll man dann die Einfärbung durch das Persönliche vermeiden? Das Einzige, womit der Geist „eingefärbt“ werden darf, ist das Opfer unseres eigenen Ichs im Christus-Ich. Die oft zitierten Worte „nicht ich, sondern Christus in mir“ sind der Schlüssel zur Evolution, zum Opfer und zur Liebe. Die Frucht des Opfers ist die Liebe, die von Christus kommt, der in unserer Seele wirkt. Der Heilige Geist bringt die Liebe und kann sie sogar in den Willen der Mitmenschen eingießen, ohne ihre Freiheit zu verletzen.

Von Anfang an versuchte ich, auf das Ich der anderen, „das Allerheiligste“ des Menschen laut Steiner, auf die einzig rechtmäßige Art durch die Vermittlung des Heiligen Geistes und im Namen Christi zu wirken, der der Mittelpunkt und das Ziel des Werks darstellt. Ich machte das betont schlagkräftig, sogar rücksichtslos, denn das luziferisch-ahrimanische „Eis“ war dick. Mir gegenüber standen die heutigen Menschen des Verstandes, aber nicht viele besaßen einen auf solche Schläge dermaßen vorbereiteten Verstand, durch den das Gehörte auf die richtige Weise zu ihrem Willen kommen konnte?! Die wenigen anwesenden Anthroposophen freuten sich einigermaßen am Geschehenden, aber sie begriffen auch nicht in der Tiefe, dass hier der von Steiner versprochene „Gipfel“ der Anthroposophie begann, der in den nächsten sieben Jahren durch die Synthese mit dem Bodhisattva als der „Heilige Impuls“ ausgestrahlt werden musste. Anfang 2004 teilte mir einer der aktivsten und ehrlichsten bulgarischen Anthroposophen in Sofia mit: „Neulich hatte ich eine Imagination, dass die Anthroposophie aus Bulgarien erneuert sein wird“. Er ahnte auch nicht die bereits stattfindende Erneuerung, denn „der Prophet im eigenen Land ist nichts wert“. Besonders wenn er „der Sohn des Tischlers“ ist. Aber die Anthroposophen konnten keine Alternative bieten. Wenn ich zurückschaue, stelle ich fest, dass ich außer oberflächlicher Konfrontation, die dem Ego entstammt, kein einziges wesentliches Argument gegen das Dargestellte gehört habe, was seine Richtigkeit praktisch beweist. Ich habe mehrmals öffentlich erklärt, dass ich bereit bin, mit Dankbarkeit den fortschrittlicheren geistigen Impuls aufzunehmen, der eventuell aufkommen sollte. Aber ich weiß: es wird kein Impuls erscheinen! Sind Sie der Meinung, dass der anthroposophische Impuls und der Bodhisattva-Impuls verstanden, gelernt und angewendet worden sind? Oder ihre Synthese? Beinsa Douno sagte seinerzeit vorher: „Ich sättigte die Welt mit meiner Rede und die Welt kann ihr nicht entlaufen.“ Die beiden Großen des 20. Jahrhunderts hinterließen umfangreiches Schaffen, an dem man nicht vorbeikommen kann, aber wir werden kaum in den nächsten Jahrhunderten solches geistiges „Manna“ erleben. Wie kann man das Eigene aufbauen, wenn man sich auf dieses Manna nicht stützen kann? Wir können uns an die Warnung Steiners erinnern, dass die Menschheit den Bach hinuntergeht aus Faulheit im Denken und Fühlen. Mitglieder der „Weißen Bruderschaft“ haben mir ihre Faulheit zugegeben, die Anthroposophie zu studieren und die Anthroposophen erwarten, dass der Bodhisattva zu ihnen wie Steiner spricht. Sie können den Atem aus der Welt der Vorsehung in seinen Reden einfach nicht spüren.

Es stimmt zwar, dass die Seelen unterschiedlich sind, aber die Unterschiede können die Faulheit nicht rechtfertigen. B. Douno verwies auf das Vorhandensein einer trägen, faulen Natur des Menschen, die uns sehr leicht mitreißen kann. Die mehrmalige Wiederholung der gleichen Rituale tötet die Evolution und verhärtet das geistige Leben, indem sie es in ein Dogma verwandelt. Als der Heilige Petrus die tatsächliche Lage unten sah, beleuchtete er mich bei jener Begegnung über noch etwas: „Pass auf, wie du zu den Menschen sprichst, denn du kannst sie kaputtmachen!“ Er zeigte mir dies sogar anschaulich. Wenn ich „380 Volt“ Strom einschalte und die Seelen mir gegenüber nur „36 Volt“ aushalten können, werden sie „brechen“. Die Kombination von immenser Information mit der Kraft ihrer Darstellung verstört sie und macht ihnen Angst, aber es ist gut zu wissen, woher die Angst kommt. Steiner gibt die Antwort: „Das verstärkte Streben nach Erkenntnis vertieft das geistige Leben und erreicht die Gebiete, wo der Stolz, die Selbstgefälligkeit, der Mangel an Mitleid usw. lauern. Ein schwächeres Streben nach Erkenntnis tritt nur unwesentlich in diese Gebiete ein und lässt sie in den Tiefen der Seele schlummern. Aber ein tatkräftiges Erkenntnisleben weckt sie aus dem Schlummer. Und hier muss der Mensch mit der Entwicklung des Edelmuts, der Reinheit der Gefühle gegensteuern. Die Entwicklung des Strebens nach Erkenntnis und seine gleichzeitige Kombination mit dem Willen zur Selbstdisziplin – nur das ist würdig für die Menschheit.“ Aber „wer den Erkenntnisimpuls schlummern lässt, damit er die hässlichen Gefühle nicht weckt, versäumt es, den ganzen Umfang des wahren Menschen in sich zu entwickeln, indem er instinktive Angst vor der Erkenntnis hat.“

Als sie sich in der Vorlesung „Gottes Risiko“ betrachtete, die ich 2004 in einem Reiki-Club in Sofia gehalten wurde, stöhnte die dortige „Lehrerin“: „Aber das ist sehr schwer.“ Ja, die Beleuchtung der höchsten Wahrheiten im Christus-Licht wirkt sowohl inspirierend und erhebend als auch Angst einflößend, denn man ahnt unbewusst wie immens der Unterscheid zwischen seiner niedrigen Natur und der unermesslichen Größe des Erlösers ist. Das Böse in uns wird durch den „kleinen Hüter der Schwelle“ zur Astralwelt verkörpert und ohne die tatsächliche Begegnung mit diesem Wesen würde es schwer für uns sein, wachsam und gefahrlos auf dem Weg zu sein. Das Erlebnis ist furchtbar, denn der „Hüter“ strahlt eine bedrohliche, erstarrende und zerstörerische Macht aus, die den Willen geradezu lähmt. Ich weiß nicht wie es mir gelang, aber ich habe doch den Halt im Ich gefunden, um dem „Hüter“ „eins auszuwischen“. Da die Begegnung astralisch ist, ging der Schlag durch ihn durch. In demselben Augenblick stellte ich überzeugt und verwundert fest, dass ich mich selbst schlug. Seitdem habe ich keine Illusionen bezüglich meines eigenen „Fortgeschrittenseins“.

Jeder Mensch besitzt eine derartige niedere Natur, die er selbst erschaffen hat. B. Douno erinnerte uns an die „sieben Elemente, die die modernen Menschen verderben und zerstören: Stolz, Zorn, Wollust, Faulheit, Geiz, Neid und Unersättlichkeit“. Er sagte entschieden: „Solange es nur ein Laster gibt, kann der Mensch nicht nach dem Großen reichen – den Gottestempel in sich selbst aufzubauen.“ Wir dürfen den „Hüter“, d.h. die zerstörerischen „Elemente“ nicht „angreifen“, sondern in Tugenden transformieren, denn nach der Definition des Meisters ist der Mensch „die Summe aller Tugenden“. Christus vollzieht die Transformation. Der Weg zu Ihm ist ein persönlicher, aber das wahre Erleben des Christus-Impulses, d.h. die Herausbildung der Tugenden geschieht unter den Menschen, denn seit Pfingsten ist Christus das Gruppen-Ich der Menschheit. Es war ein Segen des Schicksals (des Karma), dass dieses Erleben durch die besagte Synthese zwischen Beinsa Douno und Rudolf Steiner als Vortragen des „Produktes“ in Form von Vorlesungen vor sich ging. Steiner hatte nämlich unmissverständlich erklärt: „Das Mitteilen der Wahrheiten, das Vortragen der Wahrheiten ist jetzt die wichtigste Hilfe für den Menschen und seine Evolution.“ Es gab auch zahlreiche Kontakte, intensive persönliche Gespräche und dringende geistige Nothilfe!

Dieses Leben in der Synthese in Christo führt zu verschiedenen positiven Wirkungen auf den Praktizierenden. So konnte zum Beispiel von den Zuhörern nicht unbemerkt bleiben, dass sie anderthalb Stunden lang eine bedeutende Menge an Informationen mit gemeinsamem Mittelpunkt und logischem Zusammenhang hörten, bei der ich nicht auf gedruckte Blätter schaute. „Der hat ein starkes Gedächtnis“, versuchten einige den seltsamen Umstand zu schmälern und zu „erklären“. Was ist die Wahrheit?

Die Fähigkeit sich zu erinnern wurzelt im Ätherleib. Unser übliches Erdengedächtnis ist eher mit dem Lichtäther und nur teilweise mit dem Wärmeäther verbunden und unser höheres Gedächtnis ist mit den zwei höheren Äthertypen verbunden, die „der Baum des Lebens“ heißen. Der Zugang zu ihnen wurde uns nach dem Sündenfall „abgeschnitten“ und erst mit der Inkarnation der nathanischen Seele in Jesus aus dem Lukas-Evangelium wieder hergestellt. Folglich ist das höhere Gedächtnis mit unserer Kindesnatur, unserer „Paradiesnatur“ und das irdische Gedächtnis – mit unserer „Erwachsenennatur“ verbunden, die abgenutzt ist. Aus der zweiten geht die „Weisheit“ hervor, die das Kind des nackten Intellektes ist. Der Intellekt selbst ist mit den Lichtbewegungen in unserem Ätherleib verbunden, die von den ahrimanischen Kräfte verdunkelt wurden, weshalb die endlosen Anstrengungen der heutigen weltlichen „Schlauköpfe“, die Dinge zu „erklären“, völlig fruchtlos sind. „Ich nenne das Göttliche – das jungfräuliche Leben, etwas, was zum ersten Mal in Erscheinung tritt und alles, was viele Male wiederholt wird, ist menschlich“, erklärt es der Meister. Wenn der Mensch bei vollem Bewusstsein seine Gedächtnisfähigkeit mit den Christus-Kräften durchdringt und für die eigene Herkunft aus dem Paradies erwacht, erhellt er von Anfang an den von Ahriman verdunkelten Lichtteil seines Ätherleibes, was in Zukunft auch mit dem Wärmeteil geschehen wird. Das normale Gedächtnis wird vom Höherem durchdringt, was zum unermesslichen Anwachsen der Gedächtnismöglichkeiten führt. Etwas Ähnliches, das teilweise zur Geltung kam, erlebten die Anwesenden bei den Vorlesungen, aber sie konnten nicht begreifen, wie das erreicht wurde. Dieser Prozess ist möglich, wenn das Ich „explodiert“, die Seele für ihre Herkunft aus dem Paradies erwacht und danach das Christus-Bewusstsein zum ersten Mal in unserer paradiesischen Natur aufleben und unsere Gedächtnismöglichkeiten transformieren kann. Noch etwas: im Unterschied zum Lebens- und Tonäther, die eine zentripetale Tendenz haben, d.h. hauptsächlich der Aufnahme der geistigen Impulse aus dem Makrokosmos dienen, besitzt der Lichtäther eine zentrifugale Tendenz und deshalb ist er veranlagt, die geistigen Gedanken nach außen, in den Makrokosmos zu tragen, wo sie im Astrallicht „abgedruckt“ werden und dieses „umwandeln“. Wenn wir uns an den höchsten Aspekt des Erlösers in der Welt der Vorsehung wenden, so sehen wir dort den Inhalt des Christus-Bewusstseins als aus Ihm ausgehenden Heiligen Geist. Im Umkreis der Erde wirkt der Heilige Geist im Astrallicht, das gewissermaßen das Astralgedächtnis (die Akasha-Chronik) des Kosmos ist. Nur zur Information ist die wahre Akasha-Chronik im höheren Devachan abgedruckt und ihre Formierung selbst erfolgt auf einer noch höheren Stufe. Auf dem Astralplan befindet sich ihre halbwahre Widerspiegelung, die zu großen Verirrungen unter Wunderheilern (sog. “Extrasens-Menschen“), „Mystikern“, „Schülern“,„Adepten“, „Meistern“ und anderen „fortgeschrittenen“ geistig Suchenden führt, die die Grenze zur übersinnlichen Welt ohne die notwendige moralische Vorbereitung zur Wiedererkennung überwinden wollen.

Nach dem ersten Golgatha und der Auferstehung des Erlösers „lebte“ Sein Bewusstsein in der nathanischen Seele als Astrallicht, das mit dem Heiligen Geist erfüllt ist. Paulus hat dieses Licht gesehen und war einige Tage lang „blind“. Als Ergebnis des zweiten Golgatha erlosch das Christus-Bewusstsein in der nathanischen Seele, denn das Astrallicht wurde zum Ätherischen „verdichtet“. Das Bewusstsein des Erlösers „erstand“ diesmal im Lichtäther der menschlichen Ätherleiber „auf“, womit zum ersten Mal die Möglichkeit gegeben wurde, dass der Impuls des Heiligen Geistes sogar bis zu unseren Ätherleibern eindringen konnte. Wenn wir Diesem die Gedanken der Geisteswissenschaft und die Offenbarungen des Bodhisattva anbieten, befruchten wir nicht nur unser irdisches Gedächtnis mit dem Kosmischen, sondern unser Ätherleib selbst wird vom Heiligen Geist, d.h. vom Christus-Bewusstsein vergeistigt, wobei er sich nach Steiners Formulierung zum „Lichtleib“ verwandelt. Und das Licht ist „Liebe“. Mit diesem „Leib“ können wir zum neuen Hellsehertum gelangen und in ihm werden wir das ätherische Christus-Bild sehen. Das im Laufe der Zeit erloschene atlantische Gedächtnis wird wiedergeboren auf einer viel höheren Stufe – der Bewusstseinsebene -, damit wir in den zukünftigen Epochen die ganze kosmisch-irdische Bedeutung des Golgatha-Mysteriums begreifen, als die Liebe in ihrem ganzen Umfang in Erscheinung trat.

Neben der Verwirrung wegen meiner Gedächtnismöglichkeiten „kroch“ eine neue Anschuldigung „hervor“: „Er hat vor allem Gehirn, aber er strahlt keine Liebe aus“. Dieses „Argument“ habe ich immer von Menschen wie die erwähnten „fortgeschrittenen Suchenden“ gehört. Das Erstarken meines Gedächtnisses spricht für das Gegenteil, aber wie sollen sie das mit ihren luziferisch vernebelten Sinnesempfindungen und grundsätzlich ahrimanisiertem Intellekt begreifen, die unkontrolliert durch das fehlende „Zentrum“ der Waage gelassen wurden. Die rechte „Schale“ – die ahrimanischen Kräfte -, streben danach, nicht nur den Lichtäther zu verdunkeln, sondern auch ihre Macht sogar auf den Ton- und Lebensäther auszubreiten, damit sich das entstellte Hellsehertum dann auf diese gründen kann. Dieses Hellsehertum würde die richtige Begegnung mit der ätherischen Ankunft des Zentrums – Christus – und sein Aufgehen in der Menschenseele als die innere Sonne verhindern. Das, was während der Sonnenfinsternis 1999 versäumt wurde, steht in direkter Beziehung zur angegebenen Gefahr und wird mit Sicherheit langfristige tragische Folgen haben! Aus diesem Grund hat Beinsa Douno bereits 1916 vor das Bevorstehende gewarnt, indem er eines der stärksten und mit wahrem michaelischen Erhabenheit erfüllten Gleichnisse aus den Evangelien benutzte: „Dieses Jahrhundert entspricht jenen Zeiten, die im Gleichnis vom Hochzeitsmahl und den eingeladenen Gästen die Rede ist, die nicht kamen“. Trotz des Unverständnisses und des Widerstandes feierte ich meine „Hochzeit“ weiter, damit das vom neuen Zeitgeist Versprochene in Erfüllung gehen konnte.
Anfang des 3. Jahrtausends, also Mitte 2001, sprach ich über die Auferstehung und die neuen christlichen Mysterien“. Symbolhaft haben wir das stürmische, einen Wendepunkt bildende 20. Jahrhundert hinter uns gelassen mit einem Blick, der auf die Zukunft durch die „Augen“ der neuen Mysterien gerichtet ist! Mit einer „Autorität“ führte ich eine fruchtlose Debatte, ob das neue Jahrtausend im Jahr 2000 oder 2001 beginnt. Er behauptete das Erstere, weil ja auch die ganze Menschheit über den Anfang des „Millenniums“ wegen gewinnsüchtiger Ziele betrogen wurde.
Nach der Vorlesung über das Golgatha-Mysterium gab es niemanden mehr, der mich aufhalten konnte, außer meiner eigenen Makel. Ende Januar stand die – wieder symbolhaft unter Nummer 6 – gesetzte Vorlesung über das Böse „Der Mensch zwischen Luzifer und Ahriman“. Aber es fingen die Astralangriffe auf meinen mittleren Teil an. Aus der Anthroposophie ist uns bekannt, dass der Mensch dreigliedrig ist und aus dem Nerven-Sinnes-System, rhythmischem System und Stoffwechsel-Gliedmaßensystem besteht (Menschenkopf, Menschenbrust und Stoffwechsel-Gliedmaßen-Mensch). Der mittlere Teil ist mit dem Prinzip des Sohnes verbunden und dort wurde ich angegriffen, denn ich musste die Frage in Seinem Licht erörtern. Jedes Organ „meldete sich“, und verursachte Schmerzen. Ich habe praktisch begriffen, wie kompliziert ich aufgebaut bin. Ich musste dringend mein Gleichgewicht finden, denn es konnte etwas passieren – der „Teufel“ und der „Satan“ mögen es nicht, wenn man „an ihrem Schwanz zieht“. Wie konnte ich ihnen den Geist entgegenstellen, der große Spannung im Menschen erzeugt, wenn er auf seinem Weg auf Hindernisse trifft, die er durch die eigenen Mängel verursacht?!
Ich habe es geschafft, durch den Willen die inneren “Teufelchen” zu bezwingen. Als die Zeit der Vorlesung kam, war ich auf die Herausforderung vorbereitet. Ich reagierte ruhig auf die zu erwartenden Provokationen, außerdem wurde mir „von oben“ die Möglichkeit zugesichert, lange genug zu reden. Nach der erhebenden Wirkung der vorherigen Vorlesung kam die kalte Dusche des Bösen. Es gab Zuhörer, die geradezu entsetzt über das Gehörte waren und dachten, ich wäre zum Vermittler der „Dunklen“ geworden.

Das Geheimnis des Bösen ist eines der sieben lebenswichtigen, namenlosen, unaussprechlichen Geheimnisse, über die früher nur in den okkulten Bruderschaften gesprochen wurde. Heutzutage ist es möglich, auch exoterisch darüber zu reden, aber in einer passenden Weise und durch die passenden Menschen. Das Umgehen dieser Frage ist ein Kennzeichen für Schwäche und Inadäquatheit gegenüber den heutigen geistigen Gegebenheiten und Aufgaben. Von dort oben, von der Sphäre der Vorsehung kann Christus „jedes Böse zum Arbeiten einspannen, indem er es in Gutes verwandelt“. Das ist Sein neues Gebot an die Menschheit, das uns der Bodhisattva verkündete, der auch fähig ist, eine solche große Transformation vorzunehmen. Das wurde erst dann möglich, nachdem er die Prüfungen bestanden hatte, die er in folgender persönlicher Offenbarung beschrieb: „Ich war in beiden Logen, in der Weißen und in der Schwarzen. Mich kann keiner ausnutzen. Ich kenne die Gesetze und die Regeln der einen und der anderen Loge, ich kenne auch die Folgen, ich kenne das aus eigener Erfahrung“. Steiner sagte nicht zufällig, dass „derjenige stärker ist, der über das Böse Macht hat“ und der Meister verordnete: „Solange ihr zum Teufel nicht geht, werdet ihr auch nicht zu Gott kommen. Der Teufel nimmt an der Beratung bei Gott teil. Früher zogen sich die Heiligen in die Wälder zurück, die heutigen Heiligen müssen in den Städten leben“. In der Wüste, im Wald oder im Kloster ist man nicht sonderlich nützlich, weder für sich selbst noch für die Menschen oder die Götter. „Dort kann man nicht eingeweiht werden“, setzte der Meister hinter die alte Einweihung den Schlusspunkt.
„Die Schlacht von Harmagedon“ ist im Gange. Die Offenbarung des Johannes nennt den Kampfplatz des Krieges gegen die Dämonisierung des Menschentums „Harmagedon“, d.h. „den Berg der Schwelle“. Wer wird aus sich selbst heraus den richtigen Weg zum Überwinden der Schwelle zu den geistigen Welten finden, wenn nicht die heutigen Heiligen des Christus (die Lichtträger)? Wer wird das „Licht im Tunnel“ sein für die dämonisierte Menschheit, wenn nicht dieselben Lichtträger? Wer wird sein Leben dafür opfern, um die Christus-Prinzipien in der Großstadt-Kloake zu verteidigen?
„Aber woher sollen wir die Kraft nehmen, um mit dem Bösen fertig zu werden im Sinne des besprochenen neuen Christus-Gebotes“, wird jeder Suchende fragen. Die Kraft nehmen wir vom zweiten Golgatha, das – wie bereits hervorgehoben – die menschliche Seele mit vollkommen neuen Kräften beschenkt hat, ohne die die Seele vor dem kolossalen Anwachsen der Prüfungen in den nächsten Jahrhunderten und Jahrtausenden kapitulieren würde. Deshalb sprach der Meister nach dem Mysterium von 1936 den rätselhaften Satz aus „Das war mehr als ein Golgatha!“ Im oben erwähnten Sinne war das ein Golgatha. Aber das vor mehr als 2000 Jahren stattgefundene Kosmische Ereignis auf dem ätherischen Mittelpunkt der Erde, dem Hügel Golgatha, wird für ewige Zeiten das Hauptmysterium im Kosmos bleiben und uns das Hauptbeispiel und eine nicht austrocknende Kraftquelle sein, mit der die Schöpfung vollständig vergeistigt und zum Vater zurückgebracht sein wird. Die wahre Kraft entsteht durch das Leiden – das ideell-mystische, physische usw. Leiden. Mit den unheimlich bewegenden Worten „Christus ging durch solche Leiden, als sei das Universum zusammengebrochen“ deutete Beinsa Douno dasjenige an, das er uns durch sich selbst in 2500 Jahren zeigen wird. Er sagte: „Wenn Christus den bitteren Kelch nicht ausgetrunken hätte, wäre der Welt jegliches Wohl genommen worden“.
Wir Menschen waren so niederträchtig, dass wir das erhabenste Wesen kreuzigten, das jemals auf die Erde gekommen war, deshalb müssen wir alles ertragen, was auf uns zukommt, obwohl der Golgatha-Tod der Inhalt des Christentums selbst, unser Schicksal und unsere rettende Zukunft ist. Steiner warnte uns: „Wenn man eine Neigung zum Golgatha-Mysterium, ein Interesse dafür hat, fließt in seinen Ätherleib der Inhalt der “Apokalypse“ ein. Die Ereignisse, von denen in der Apokalypse die Rede ist, werden stattfinden. Aber wie sie vor sich gehen, ob im Sinne der von den Göttern vorgesehenen Evolution oder gegenteilig, ist eine andere Frage“. Stellen Sie sich vor, was sein würde, wenn sie gegenteilig verlaufen?!
Die Warnung Steiners gilt der ganzen Menschheit, aber sie klingt auf eine besondere Art für das neue gotterwählte Volk – das Bulgarische! Das vorher erwählte Volk, das jüdische, lehnte die Liebe Gottes und kreuzigte sie. Das bulgarische Volk hat den Boten der Liebe nicht gekreuzigt, aber mit Schmähungen überschüttet und schikaniert! Er wurde sogar verprügelt. Die direkten Ausführer wurden sofort „nach oben“ geholt, aber das Volkskarma häufte sich an. Die Juden zahlen ihr Karma immer noch ab, denn Christus lud sich selbst mit der objektiven Seite der menschlichen Sünden, indem er auf diese Weise das Wesen der Erde vor dem Tod rettete, aber die subjektive Seite bezahlt jeder persönlich und kollektiv ab. Dem Christus-Beispiel folgend, übernahm der Bodhisattva 9/10 des subjektiven Karma der Bulgaren mit der Begründung „dass sie die Prüfungen leichter bestehen, sonst würden sie eine große Katastrophe erleben“. Wenn die große Zahl der Menschen, die den Repressionen des bolschewistischen Regimes ausgesetzt waren, eine kleine Katastrophe ist, möchte man nicht wissen, was die „große“ Katastrophe ohne sein Opfer gewesen wäre? Und das geschah im Volk, das dem Bodhisattva nach mit der Aufgabe betraut wurde, „der Menschheit das größte Ideal – die Liebe“ darzubringen, die „die Welt harmonisieren wird“.

Wie bereits erwähnt, wurde die Liebe in den vergangenen zwei Jahrtausenden in ihren drei niedrigeren Stufen praktiziert, die wir ‚Form-Herz‘ (Wurzeln), ‚Inhalt-Seele‘ (Zweige) und ‚Sinn-Verstand‘ (Blüten) nennen können. Beinsa Douno zufolge erhoben sich nur die Genies und die Heiligen, die sich für eine Göttliche Sache opferten, zum „Sinn“. Aber sie konnten auch nicht die Liebe als Prinzip-Geist (Frucht) erreichen, denn „die Frucht“ wird nur von einem vollkommen freien Ich erreicht. Aus verschiedenen Gründen, von denen einige bereits genannt wurden, bekommt das Ich die Möglichkeit der vollkommenen Freiheit erst nach Ende des Kali Yuga. Haben wir aber nach dem „Prinzip“ gesucht, d.h. nach der Wahrheit, damit sie über die Weisheit zur Seele als Wort herabsteigen und auf dem Erdenplan erscheinen kann? Beinsa Douno sagt, dass der Weg der Weisheit der schwierigste ist, denn er ist „der Weg der Lehrer“.

„Aber dann bleibt die Wahrheit unerreichbar hoch!“, würde jeder „normale“ Suchende ausrufen! Wann können wir eigentlich wissen, dass wir von der Wahrheit berührt worden sind? „Wenn sie in dich hineinkommt, wird sie deinen Verstand erhellen, Frieden in dein Herz bringen und deinem Körper Kraft und Gesundheit verleihen“, antwortet der Meister. Wenn wir in unserem Leben solche Momente erlebt haben, haben wir also den Frieden Christi berührt, „der nicht von dieser Welt ist“, aber diese Welt vollkommen durchdringen und verwandeln wird. Beinsa Douno sagte vorher, dass „eines Tages der Weltfrieden in Sofia unterzeichnet werden wird“, das bedeutet, dass auf die Wahrheit das Siegel der Weisheit (der Himmlischen Sophia) gesetzt werden wird. Die Hauptstadt Bulgariens heißt Sofia! Ist unser Volk aber weise, um der Welt die Wahrheit darzubieten? „Wenn es sein muss, bleiben 300000 Bulgaren übrig, aber sie werden das erledigen, was Gott ihnen vorherbestimmt hat“, fasste es B. Douno zusammen und erklärte: „Israel“ ist derjenige, der das Paradies verlässt, und „Bulgare“ – derjenige, der ins Paradies kommt. Zuerst wart ihr ‚Israel‘, ihr habt das Paradies verlassen, dann werdet ihr Bulgaren, ihre werdet ins Paradies kommen. So werden die Widersprüche versöhnt.“

Wo sind diese „Bulgaren“, diese „Ich-Menschen des Geistes“? Eines der Ziele der im Jahre 2000 angefangenen Werkes der Darbietung „des höchsten Ideals“ besteht darin, diese zu finden, damit das von Gott Vorgesehene vollständig erledigt wird. Viele werden sagen: „Das ist eine dem Misserfolg geweihte Sache. Siehst du nicht, in welchem katastrophalen Zustand sich das geistige Leben in Bulgarien und der Welt befindet, es fehlt ihm die klare Auseinanderhaltung und es ist mit zu viel Heldentum vermischt?“ Hat Christus nicht das Gleiche gesehen, als Er kam? Als Beinsa Douno sich inkorporierte, hat er auch gewusst, dass die Bulgaren „das härteste Element“ sind. Aber sie haben ihren Anteil an der Arbeit für Gott erledigt. Der Meister beleuchtete auch diese Frage: „Es gibt drei Phasen der Menschentätigkeit – Leiden, Mühe und Arbeit. Das Leiden fällt den Tieren zu, die Mühe – den Menschen und die Arbeit – den Engeln. Die Mühe wird aus Verpflichtung heraus gemacht und gilt dem Lebensunterhalt, in der Arbeit gibt es Freude und man ist seines Karma entledigt. Die Arbeit ist aus Liebe. Es gibt nichts Schöneres als die Arbeit für Gott“. Sie ist es gerade, die den neuen Typ des freien Karma formiert – das Karma des Heiligen Geistes, des Menschen, der „Bulgare“ ist.

Die siebte Vorlesung hatte das Thema „Das Mysterium der Bulgaren“ und damit endete die erste Etappe des angefangenen Werkes für Gott, die man als den „Durchbruch“ bestimmen kann. Als „Dankbarkeit“ wandten sich die Veranstalter mit einem schriftlichen Aufruf an die Anwesenden, in dem sie fast alles von mir Vorgetragene verleumdeten und leugneten. Wie es bei uns heißt, „Wer Gutes tut, bleibt nie unbestraft.“ Steiner beruhigt uns, indem er erklärt, dass der wahre Fortschritt nicht vom Erfolg kommt, sondern von der Liebe zur Arbeit. Das, was wir im Geist mitteilen und uns entschließen zu tun im Geist, kann nicht erschüttert werden, unabhängig davon, wie chaotisch alles aussieht – am Ende wird sich zeigen, dass es das Richtige ist“. Beinsa Douno fügte hinzu: „Es ist leicht, ein Volk materiell zu erheben, aber dieses Volk geistig zu erheben – das ist die schwierige Arbeit“. Die heute gelegte Grundlage wird den nächsten Jahrtausenden dienen und Steiner wies darauf hin, dass wir nur die Vorbereiter der Vorbereiter der sechsten Kulturepoche sind“, die auch die „Kultur des vernünftigen Herzens“ genannt wird. Und da die Fortschritte bei der Ausbildung des neuen Organs zur Aufnahme der Wahrheit bisher bescheiden sind, ist nicht mit schnellen Ergebnissen zu rechnen. Es ist wichtig, dass die Arbeit im richtigen Augenblick und am richtigen Ort zu erledigen. Dann ist jeder frei zu entscheiden, ob er die Wahrheiten annimmt oder sie ablehnt, ob er beide Impulse studieren wird oder mehr das „geistige Miteinander“ bevorzugen wird, ob er zum Schüler Christi wird oder beim Antichristen bleiben? „Keiner kann die Seele von ihrem Weg abwenden“, erklärte der Meister zuversichtlich und nannte das Unterscheidungskriterium dafür: „Die erste Eigenschaft der Liebe ist der große Durst nach dem Lernen. Derjenige, der liebt, möchte Weisheit erlangen. Möchte er das nicht, dann hat er keine Liebe“. Von der Heiligen Schrift wissen wir, dass in den letzten Zeiten die Liebe erkalten wird, denn die Menschen verstehen den Erlöser nicht, der nach Pfingsten in unseren Seelen lebt. „Die Seele ist das Paradies des Menschen“, formulierte Beinsa Douno und gerade zum Paradies-Christus versuchte ich während des ganzen Vorlesungszyklus das Bewusstsein der Anwesenden zu richten. Aber ich traf oft auf Vorwürfe, dass das Vorgetragene „zu wissenschaftlich, zu kompliziert ist“, die nur als Rechtfertigung für die Unwissenheit und heuchlerische Geistigkeit dienen, in denen manche lieber leben. Laut Steiner ist das Gehirn das physische Instrument des Denkens. Der ganze Körper ist so aufgebaut, dass er im Organ des Geistes, im Gehirn, seinen Höhepunkt findet. Das Gehirn ist die leibliche Grundlage des denkenden Geistes. Manche sind geneigt, das Denken herabzusetzen und das „innere Gefühlsleben, das Empfinden“ höher zu stellen. Diese Menschen haben Angst, dass sie ihre Gefühle durch einen klaren Gedanken abstumpfen können. Sie haben recht nur im Hinblick auf den gewöhnlichen Gedanken, der nur vom Standpunkt des Pragmatismus aus gültig ist. Aber für das Denken, das zu den höheren Gebieten der Existenz führt, trifft das nicht zu. Es gibt kein Gefühl und keine Begeisterung, die mit der Wärme, Schönheit und Erhabenheit verglichen werden können, die in uns die reinen, kristallklaren Gedanken wecken, die sich auf die höheren Welten beziehen. Die erhabensten Gefühle sind nicht diejenigen, die „von sich aus“ entstehen, sondern diejenigen, die wir durch die energische Denkarbeit erlangen“. Jedem, der die Wahrheit des Christus fürchtet, und „Bitterkeit“ aus ihr empfindet, gilt das Urteil, das der Meister fällte: „Furchtbar ist die Lage desjenigen, der in seiner Entwicklung zurückgeblieben ist, er gerät unter das Gesetz der absoluten Einschränkung.“

Aber das Werk musste fortgesetzt werden. Und es wurde fortgesetzt!

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