Archiv für den Monat September 2016

Die Geheimnisse der Himmlischen Sophia

 

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Ikone „Mariä Schutz“

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 30.11.2014 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Gebet: Herr Jesus Christus, gib uns die Weisheit der Sophia und deine Liebe, damit wir durch den  Advent, durch unser Leben und durch alle weiteren Leben in deinem Namen gehen können. Amen!

Letztes Mal haben wir über die Geheimnisse Johannes‘ des Täufers gesprochen. Heute werden wir versuchen ein Thema zu berühren, über das Steiner fast nichts gesagt hat, denn die Mysterien der Himmlischen Sophia sind die Mysterien der sechsten Kulturepoche. Die heutige Menschheit hat weder das geeignete Bewusstsein, noch die geeigneten plastischen Leiber, um diese Mysterien zu erhalten und richtig aufzunehmen. Wenn die Seele nämlich in der Lage ist, sich auf sie richtig einzustellen, können wir das Bevorstehende auch mithilfe dieser Mysterien meistern. Es gibt zwei geistige Strömungen, die unter die Menschen herabsteigen – die erste ist in der fünften Kulturepoche tonangebend und die zweite wird in der sechsten Kulturepoche dominieren.

Die Hauptaufgabe der fünften Kulturepoche, die noch etwa 1500 Jahre dauern wird, besteht darin, immer mehr in die materielle Welt einzudringen, sie zu erforschen, immer umfassendere Kenntnisse über sie zu erlangen und sie zu jener Grundlage zu machen, auf der zukünftig der Übergang zu den Mysterien der sechsten Kulturepoche, die Mysterien von Sophia verwirklicht wird. In der sechsten Kulturepoche werden wir die Beziehung zur geistigen Welt hellseherisch herstellen. Die fünfte Kulturepoche wird folglich vom Ich-Prinzip geleitet, während in der sechsten Kulturepoche das Sophienprinzip vorherrschend sein wird. Aber es gibt eine Bedingung – damit wir zur sechsten Kulturepoche und zu den außerordentlich sakralen Mysterien der Himmlischen Sophia auf die richtige Art fortschreiten können, muss die Erforschung der Materie und das Erlangen von umfassendem und tiefem Wissen in der vorausgehenden Epoche durch den Christus-Impuls durchströmt werden. Anderenfalls wird sich das Erreichte gegen die Menschheit wenden. Gegenwärtig sind wir Zeugen der Vorbereitung der sechsten technologischen Revolution, bei der die Menschheit in unglaubliche technologische Anforderungen eingezwängt wird. Derjenige, der ihnen nicht angemessen ist, wird buchstäblich von der Weltwirtschaft verschwinden. Es werden also ganze Völker rein technologisch eliminiert werden.

Ich werde vom Thema leicht abschweifen, um Ihnen zu zeigen, was unser Leben in den nächsten wenigen Jahren grundlegend ändern kann. Der italienische Erfinder Andrea Rossi hat einen winzig kleinen Generator konstruiert, der E-Cat bzw. Rossi-Generator genannt wird und in einem Monat 1,5 Megawattstunden Wärme generieren kann. Wie ist dieser E-Cat gebaut? Stellen Sie sich einen Gegenstand vor, der 2 cm dick und 20 cm lang ist und an beiden Enden Stromausgänge hat. Dadurch wird der E-Cat zunächst mit Strom angeregt. Im Generator stecken Nickel und ein geheimnisvoller Katalysator, der von sechs Physikprofessoren aus Italien und der Schweiz untersucht wurde. Alle haben festgestellt, dass er funktioniert. Das ist nämlich das Prinzip der modernen Naturwissenschaft – wenn etwas mehrmals wiederholt werden kann, so ist es richtig. In ähnlicher Weise verfährt man mit der Materie, das ist die Methode der Naturwissenschaft. Man stellt also fest, dass nach einer geringen Stimulation dieser Generator 1,5 Megawatt Wärme liefert. Bedenken Sie, dass der eine Reaktor des Kernkraftwerkes Kosloduj in Nordbulgarien 1000 Megawatt liefert – d.h. 1000 Generatoren, die in diesen Raum hier hineinpassen, werden mehr Energie erzeugen als ein ganzer Kernreaktor. Das bedeutet, dass die ganze Kernenergiewirtschaft, alle Verbrennungsmotoren, Wärmekraftwerke, Elektrizitätskraftwerke, die Erdöl- und Gasindustrie „durch den Abfluss“ verschwinden müssen. Nicht zufällig fällt der Erdölpreis ständig. Das liegt nicht daran, dass man Russlands Zusammenbruch hervorrufen will, dessen Wirtschaftsmacht vor allem auf das Erdöl und -gas beruht, um Massenproteste und der Sturz Putins mit allen daraus resultierenden Folgen für das russische Volk und die Zukunft der Menschheit zu bewirken, sondern weil es bereits solche Energiequellen gibt. Schon Tesla, der ein Medium war, hatte diese Dinge vorhergesehen. Er machte auch Erfindungen, mit denen man das Energieproblem der Menschheit schon damals hätte lösen können. Aber das wurde von denjenigen verhindert, die die Drähte ziehen, damit alles das geschehen konnte, was im 20. Jahrhundert geschah und damit nun das Erdöl herrschen kann. Es ist folglich eine gigantische Wandlung in der Weltenergiewirtschaft möglich und Amerika hat durch den Patentbesitz für diese Technologie die Kontrolle über diese Wandlung. Das könnte zu einem Riesenwandel in allen Schichten der Welt führen, falls das mit dem Katalysator natürlich stimmt. Es gibt genug Beweise, dass es stimmt. Allerdings wird es sehr gefährlich, wenn dieses Wissen in die Hände von ungeeigneten Menschen gerät. Wir haben gesehen, was aus der Nutzung der Kernenergie geworden ist. Oben gibt es laut Beinsa Douno einen Ozean von Energie und man braucht keine Kraftwerke, diese Werke sind ein Werk von Barbaren[1]. Die geistige Welt braucht sich nur einzumischen, um unsere Energieprobleme zu lösen.

Bei all diesem Wissen in der fünften Kulturepoche – und Steiner sagte, dass der Materialismus noch zwei Jahrhunderte in Aufschwung sein wird -, werden weitere technologische Revolutionen folgen. Wir werden noch in unglaubliche virtuelle Welten eingezwungen werden. Ich frage mich nur, wo Bulgarien in dieser Situation stehen wird bzw. die Ukraine oder Russland – alle Länder, die technologisch schwach sind. Die Aufrüstung der Russen bildet eine Ausnahme hiervon. Nachdem Merkel, die Putin nicht leiden kann, Obama geküsst hatte, wurde uns klar, dass die Kanzlerin sich für Amerika entschieden hat. Deutschland muss aber die Verbindung zu Russland suchen, denn von dieser Verbindung hängt die Zukunft der Welt ab. Mit der Wahl Amerikas durch Deutschland sehen wir, dass die angloamerikanischen okkulten Logen wieder die Revanche suchen. Es ist unklar, wie sich die Ereignisse auf der Linie von Moskau über Jerusalem nach Saudi-Arabien entwickeln werden, aber 80% aller Hellseher des 20. Jahrhunderts, die sich über das Schicksal Amerikas geäußert haben, sagen immense Zerstörungen durch Naturkatastrophen vorher. Es wird also eine Einmischung der geistigen Welt geben. Der Antichrist, der schon 15 Jahre alt ist, wird die volle Macht erlangen – rein äußerlich, wirtschaftlich, militärisch, kulturell. Amerika wird sein Vorreiter sein und versuchen, das Slawentum als den Faktor der zukünftigen Entwicklung zu eliminieren. Was kann von nun an Amerika entgegentreten?

Lassen Sie uns eingehender in das Wesen dieser tiefen Mysterien eindringen. Wir haben uns an den letzten zwei Sonntagen zu viert getroffen und sind in stundenlangem Miteinander zu außerordentlichen, ganz konkreten Offenbarungen über das Böse gekommen, über die Wesenheiten Asuras, Ahriman, Luzifer und sogar über Sorat selbst. Nie bisher wurden solche Tatsachen so konkret mitgeteilt. Das was uns in den nächsten Jahren und beim noch entfernten Krieg aller gegen alle gegenüberstehen wird, ist erschütternd. Nicht zufällig kommen Offenbarungen, die keine Ohren hören können. Solche Offenbarungen können wirklich nur in dieser Gruppe mitgeteilt werden und nicht an anderer Stelle. Nachdem Sergej Prokofieff diese Welt verlassen hat und von oben Hilfe leistet, gibt es niemanden außer den geheim unter uns weilenden Lehrern, die diese Fragen verstehen und dem Bösen entgegentreten können. Wir haben in diesem Sommer das Niveau der Vorbereitung der westlichen Anthroposophen gesehen. Praktisch fangen die Dinge wieder in Bulgarien an, die Tatsachen beweisen es. Die Durchdringung des gegenwärtigen Wissens, einschließlich des besagten E-Cat-Generators eingeschlossen, mit wahrer Christologie ist also absolut dringend. Ohne die Anthroposophie, die einem eine feste Grundlage gibt, ist die Menschheit dem völligen Unverständnis und Unwissen geweiht. Und diese Grundlage fehlt sowohl der Kirche als auch den Politikern oder der sog. Intelligenz. Es gibt keinen Ausweg ohne wahres Verständnis. Unser Ziel ist es, richtige Fragen zur geistigen Welt auszustrahlen. Das ist die einzige Rettung der Menschheit heute. In etwa zwei Stunden, wenn ich das Neue über das Böse markiert haben werde, werden Sie begreifen, wie ernsthaft die Lage ist.

In der Zeitenwende kam der größte Avatar, der jemals auf die Erde herabgestiegen war – Christus. Wir wollen uns daran erinnern, was ein Avatar ist. In der Menschengeschichte gibt es Lehrer, die der menschlichen Evolution entstammen, aber die uns in der Entwicklung weit überholt haben und uns anführen, indem sie geistige Impulse ausstrahlen und uns vorwärts treiben – etwa Zarathustra, Skythianos, Hermes usw. Die Avatare dagegen sind Wesenheiten der übermenschlichen Evolution – Engel, Erzengel, Archai usw., die sich eines Menschenleibes bedienen und hinuntersteigen, um als geistige Führer der Menschheit zu wirken. Sie bedienen sich dazu eines Menschen und das dient nicht ihrer eigenen Evolution, sondern sie opfern sich für die Menschheit auf. Wenn sie herabsteigen und den menschlichen Leib, den sie bewohnt haben, bearbeiten, sind die leiblichen Hüllen dieses Menschen danach sehr wertvoll, viel wertvoller als wenn ein irdisches Ich seinen Leib physisch, ätherisch und astralisch bewohnt. Das Ich bearbeitet auch die Leiber seiner Evolution entsprechend, aber wenn eine übersinnliche Wesenheit dies macht, ist das etwas Besonderes. Wie wir wissen, bleibt der physische Leib auf der Erde und zerfällt. Der Ätherleib löst sich im Weltäther auf und es bleibt nur der bearbeitete Teil, der Shamballa (der Terminus ist im christlichen Sinne zu verstehen) bildet. Der Astralleib steigt seinerseits in den Astralkosmos. Dann strömen das Ich und die im Geistselbst eingekleidete Seele nach oben, gehen durch das Kamaloka (das Fegefeuer) und bereiten sich auf das nächste Leben weiter vor. Es ist von außerordentlicher Bedeutung, dass Avatare in die Menschenevolution eingreifen und leibliche Hüllen von einem Menschen zurücklassen. Nach der Methode der spirituellen Ökonomie werden der Äther- und Astralleib, wenn sie nach oben steigen, wie in einem Kopierer vervielfältigt. Die Kopien prägen sich jeweils den Äther- und Astralleibern bestimmter Persönlichkeiten der Erdenevolution ein. Diese Persönlichkeiten werden dann ihrerseits zu herausragenden Menschheitsführern. Zu ihnen gehören die christlichen Heiligen, die einen Abdruck entweder des Ätherleibes oder des Astralleibes Jesu erhalten haben, welche vom Christus-Ich bearbeitet und danach oben vervielfältigt wurden. Zuerst wurde der Ätherleib vervielfältigt, da er dem physischen am nächsten steht, und danach der Astralleib. In den vergangenen Jahrhunderten wurden sie verschiedenen Menschen eingeprägt.

Aber in der Zeitenwende war auch ein anderer Avatar heruntergestiegen, der zweitwichtigste in der ganzen Menschenevolution. Das Gefäß dieses Avatars war Maria aus dem Lukas-Evangelium. Nicht Maria aus dem Matthäus-Evangelium, sondern Maria aus dem Lukas-Evangelium, die die nathanische Seele zur Welt brachte. Wir wissen, dass die nathanische Seele eine Art Adam aus der Zeit vor dem Sündenfall darstellt – die Entelechie bzw. das geistige Wesen Adams, das bewahrt wurde in der Mutterloge der geistigen Führung der Menschheit auf der Sonne, deren Leiter Manu ist. Später erschien Manu als Noah und dann als Melchisedek, ein übersinnlicher Avatar. Diese Entelechie Adams, die nathanische Seele, wurde als das Jesuskind im Stall geboren und sprach nach der Geburt in einer unbekannten Sprache, die nur seine Mutter verstehen konnte. Die Mutter war die junge Maria, die ihn im Alter von 13 Jahren in Bethlehem geboren hat. Sie wurde von der Himmlischen Sophia durchdrungen. Vor der Geburt und der Empfängnis erschien ihr der Erzengel Gabriel und sagte: „Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. (Lukas 1:30-32). Das war auch die erste Inkarnation dieser dreizehnjährigen Maria, die deshalb die nathanische Seele verstehen konnte, welche die Ursprache der Menschheit aus der Zeit vor unserem Herunterstieg und vor der Entstehung der Sprachen sprach. Von ihrem 13. bis zum 25. Lebensjahr bzw. zum 12. Jahr Jesu, als der Jesusjunge in den Tempel Salomos ging, wurde ihr Astralleib ständig vom Heiligen Geist und der Himmlischen Sophia durchzogen. Beide sind aus einer Substanz, wie wir später sehen werden. Maria begann, in ihrem Astralleib das Manas auszubilden. Das bedeutet, dass sie vom Heiligen Geist erleuchtet wurde. Im Laufe von 12 Jahren bildete diese reine Maria das Geistselbst in ihrem Astralleib aus. In gewissem Sinne repräsentiert sie Eva aus der Zeit vor dem Sündenfall, so wie die nathanische Seele Adam repräsentiert. Allerdings nur bedingt, denn in meinem Buch „Der Code der Schöpfung“ wird erläutert, dass ‚Eva’ ein etwas anderer Begriff ist. Wenn man jedoch sagt, dass in der nathanischen Seele das ewig Kindliche steckt, steht Maria aus dem Lukas-Evangelium für das ewig Weibliche, Jungfräuliche. Sie ist die Frau aller Frauen. Die Frau, die das uranfänglich Weibliche, das ewig Jungfräuliche verkörpert, in dem das Tierkreiszeichen Jungfrau wirkt, ist diese Maria. Sie ist die Jungfrau, das Urbild der wahren Frau. Und das Ich Christi ist das Lamm Gottes, das ist das Tierkreiszeichen Widder.

Zwölf Jahre lang wurde Maria vom Manas, vom Heiligen Geist durchzogen – praktisch von der Himmlischen Sophia, denn die Wesenheit, die die Himmlische Sophia darstellt und die Wesenheit ‚Heiliger Geist‘ haben eine ähnliche Substanz. Die Himmlische Sophia ist eine Gruppenwesenheit der sechs Hierarchien von den Engeln bis zu den Herrschaften und der Heilige Geist ist sie dritte Hypostase der Trinität. Der Heilige Geist ist das weibliche Prinzip der Trinität, denn er wurde vom Gott-Vater und Gott-Sohn erschaffen. Er wurde erschaffen – d.h. er ist das weibliche Prinzip – und die Gruppenwesenheiten repräsentieren grundsätzlich das weibliche Prinzip. Demnach sind beide auf der Grundlage des weiblichen Prinzips verwandt. Das weibliche Prinzip hat mit dem weiblichen Geschlecht, wie wir es normalerweise verstehen, nichts zu tun. Immer wenn es eine Gruppenwesenheit in der geistigen Welt gibt, ist das eine Manifestation des weiblichen Prinzips. Immer wenn eine Wesenheit eine andere erschafft, nennen wir die erste ‚männlich‘ und die zweite ‚weiblich‘. Der vom Gott-Vater und Gott-Sohn erschaffene Heilige Geist repräsentiert daher das weibliche Prinzip. Der Gott-Sohn ist sowohl männlich als auch weiblich, denn Er wurde vom Gott-Vater erschaffen, aber Er nahm an der Schaffung des Heiligen Geistes teil. Dagegen repräsentiert der Gott-Vater nur das männliche Prinzip, da Er nur schafft – den Sohn und den Heiligen Geist. Die Frau, die vom Heiligen Geist durchströmt wurde und von der Heiligen Sophia durchzogen zwölf Jahre lang in ihrem Leib das Manas ausgebildet hatte, um zur Frau aller Frauen zu werden, ist die Trägerin des Lichtes des Bewusstseins im Kosmos, denn der Heilige Geist ist das Bewusstsein im Kosmos. Der Gott-Vater ist das Dasein im Kosmos, der Gott-Sohn ist das Leben, das in dieses Dasein eindringt und der Heilige Geist ist das Bewusstsein im ganzen Kosmos. Damit es Wesenheiten im Kosmos gibt, sind ein Dasein, ein lebenerfüllter Leib und ein Bewusstsein notwendig. Das ist der Mensch, der drei Hypostasen in seinem Inneren trägt.

Diese Maria ist mit 25 Jahren gestorben, also zwölf Jahre nachdem der Heilige Geist in ihr zu wirken begann und zwölf Jahre nachdem Jesus (die im Stall geborene nathanische Seele) zur Welt kam. Die andere Maria aus dem Matthäus-Evangelium brachte das Zarathustra-Ich zur Welt, ebenfalls ein Jesuskind. Als dieses aus Ägypten zurückkam, fanden sich beide Jesuskinder in Nazareth ein. Im zwölften Lebensjahr geschah die Wandlung Jesu im Tempel Salomos. In den Evangelien sind vier Schritte beschrieben, in denen zwei einzelne Wesen sich vereinigen. Diese vier Schritte sind die physische, ätherische, astralische und ichhafte Voraussetzung des Mysteriums von Golgatha. Die erste (physische) Voraussetzung ist vorhanden, wenn zwei Wesenheiten sich vereinigen. Das ist die Vereinigung der beiden Kinder im Tempel. Das Ich des Jesus aus der salomonischen Linie trat in den Leib des Kindes aus der nathanischen Linie ein und dieses verblüffte die Weisen im Tempel mit seinen Kenntnissen.

Zarathustra war eines der ältesten Iche der Menschheit und war daher  in höchsten Maß der Träger der menschlichen Weisheit auf der Erde. Die nathanische Seele und die Mutter, die sie geboren hat, sind die Träger der kosmischen Weisheit. Dort wurde also die Vereinigung der menschlichen und kosmischen Weisheit praktisch umgesetzt. Deshalb strahlte dieses Kind eine unendliche Liebe und gleichzeitig kolossale Weisheit aus und verblüffte die bärtigen Männer, die als Hüter der Weisheit des Judentums galten.

Kurz danach starb das Kind, das den Kindermord überlebt hatte, als es in Ägypten war. Beide Jesuskinder wurden zu einem. Die junge Maria starb ebenfalls. Bei ihrem Aufstieg in die geistige Welt gingen ihr Ätherleib, Astralleib, die Seele und das Ich mit, sie nahm auch den Ätherleib des salomonischen Jesus mit, den Zarathustra bearbeitet hatte. Dieser Ätherleib hat sich mit jener Maria verbunden, die quasi die Vertreterin der Himmlischen Sophia auf der Erde war. Seitdem hat der Ätherleib des salomonischen Jesus eine enge Beziehung zum Sophienprinzip. Seitdem benutzt Zarathustra immer diesen Ätherleib, wenn er als Meister Jesus auf die Erde herabsteigt. Deshalb hat er eine solche starke Beziehung zur Himmlischen Sophia.

Vor zwei Jahren habe ich meinem Bruder gegenüber die Vermutung geäußert, dass die Frage nach der Himmlischen Sophia in den Vordergrund treten wird. Danach fuhren meine Frau und Ich nach Stara Zagora, um Formalitäten zu erledigen. Während einer Pause in Korten stellten uns die Meister Jesus – d.h. Zarathustra – und Serapis als die Lehrer bezüglich dieser Fragen namentlich vor. Meister Jesus leitet jeden, der sich so intensiv, wie es nur geht, in das Christus-Mysterium vertiefen möchte. Gleichzeitig beginnt er soz. im Voraus (vor der sechsten Kulturepoche) den Suchenden auf die Mysterien der Himmlischen Sophia hinzuweisen. Das geschieht auf seinen Wunsch. Warum lenkt er uns in diese Richtung, wenn diese Mysterien schließlich der Menschheit erst in 1500-2000 Jahren zugänglich sein werden? Nach dem Ereignis in Korten kam die Vorlesung, in der ich verkündet habe, dass Beinsa Douno in der Zeitenwende die Tochter des Jaïrus war, was die Fortführung der weiblichen Linie, der Linie der Sophia, bedeutet. Christus ist in der fünften Kulturepoche führend und das andere wird in der sechsten Kulturepoche stattfinden. Doch es muss auch im Voraus entwickelt werden. Das ist die Aufdämmerung des Wassermann-Zeitalters, denn der Wassermann ist die sechste Kulturepoche. Die Aufdämmerung des Wassermanns beinhaltet die schrittweise Eindringung mit unserem heutigen Ätherleib, Astralleib, Ich und unserer heutigen Seele in die Mysterien der Himmlischen Sophia. Die gegenwärtige Menschheit ist auf diese Mysterien nicht vorbereitet. Wir werden erklären, woran das liegt.

Die zweite Vereinigung fand statt, als das Ich Zarathustras im 30. Jahr aus dem salomonischen Jesus heraustrat und in den nathanischen Jesus bei der Taufe eintrat. Vorher hatte er ein Gespräch mit der  salomonischen Maria, die nicht seine Leibesmutter war und zu jenem Zeitpunkt die 45 bis 46 Jahre alte Mutter mehrerer Kinder war. Die Kinder werden im Matthäus-Evangelium erwähnt. Nach diesem Gespräch passierte Verschiedenes mit ihr. Von Steiner wissen wir, dass die Seele der jungen Maria, die sich bereits seit 18 Jahren oben befand und dort auch von der Himmlischen Sophia durchströmt wurde, die Seele der Maria durchzieht, die auf der Erde war. Das im Astralleib der jungen Maria im Laufe von zwölf Jahren ausgebildete Manas durchdrang den Astralleib und der Ätherleib durchdrang  den Ätherleib. Als Ergebnis wurde diese 45 jährige Frau zur Jungfrau – d.h. sie wurde in jenen Zustand versetzt, der dem Mädchen vor der Geschlechtsreife, vor dem Beginn des Mondenzyklus eigen ist. Diese 45 jährige Frau wurde nicht wegen physischer Ursachen zur Jungfrau, sondern sie öffnete sich für die Kräfte des Tierkreiszeichens Jungfrau. Gleichzeitig kleidete sie sich mit dem Gewand ein, das im Okkultismus ‚Palla‘ heißt. In diesem Augenblick wurde sie zur Jungfrau Sophia – also offen für die Kräfte des kosmischen Gebietes der Jungfrau. Sie wird zu Sophia, deren Spitze die Herrschaften bilden. Sie wurde bei der Himmlischen Sophia eine Vertreterin der Erde, eine Art Avatar. Die junge Maria war früher Avatar, nun wurde diese Maria auch zu einer Art Avatar.

Was ist die Palla, mit der sie sich einkleidete? Wenn das Manas im Astralleib wirkt, entsteht eine geistige Aura um den Menschen und diese Aura kann in dessen reinem Astralleib wirken. Diese Aura wird ‚Palla’ genannt. Es ist klar, dass der Heilige Geist durch die Wesenheit Himmlische Sophia diese geistige Hülle um den Menschen bildet. Aus der Bezeichnung ist die Verbindung zum Palladium ersichtlich. Das Palladium werden wir noch schnell erläutern – es ist eine besondere Statuette der Göttin Pallas Athena, die mit dunklem fluoreszierendem Licht leuchtet, wenn man sie imaginativ betrachtet. Es ist kein Zufall, dass die Statuette die Göttin Pallas Athena darstellt, denn sie war die Vertreterin der Himmlischen Sophia in den vorchristlichen Zeiten, die Weisheit über die irdische Menschheit ergoss. Damals wurde nur Weisheit ergossen, die Liebe war noch nicht da und kam mit Christus zusammen. Pallas Athena gehört zur Hierarchie der Engel, die älteren Gaia und Kronos sind Archai, Demetra und Persephone gehören zu der Erzengelhierarchie. Das ist die Göttin, die die Weisheit auf die Mysterienstätten  der Erde herunterströmen lässt. Das Palladium wurde in Troja zu Beginn der dritten Kulturepoche in Empfang genommen, welche im Jahre 2907 v.Chr. begonnen hat. Die Wissenschaftler kommen allmählich zu der Auffassung, dass die erste Stadt Troja ca. 3000 Jahre v.Chr. und die zweite – 2000 Jahre v.Chr. bestanden hat. Die dritte Stadt, die der Schauplatz des Trojanischen Krieges war, bestand ca. 1200 Jahre v.Chr. Das Palladium fiel vom Himmel, so erzählt es  die Legende. Vom Himmel, das bedeutet von der Himmlischen Sophia. Es wurde dort von den Priestern empfangen, die Troja gegründet haben. Diese Priester waren Bulgaren. Von dort wurden die kulturellen Impulse in die Welt ausgestrahlt. Als Troja von anderen Bulgaren – den Achaiern Achilles‘ – angegriffen wurde und fiel, nahm der Bulgare Aeneas das Palladium zum Hügel Latium mit, wo er auf die örtlichen Latiner traf und wo später –  im 8. Jahrhundert v.Chr. – die Römische Zivilisation entstand. Ein Bulgare trug also das Palladium weiter und das ist der Übergang von der dritten zur zukünftigen vierten griechisch-römischen Kulturepoche. Danach verlegte der Bulgare Konstantin der Große aus Nisch das Palladium. Es wird allerdings vermutet, dass nur eine Kopie verlegt wurde. Konstantin war im Unterschied zu Aeneas nicht eingeweiht und beherrsche die hellseherische Weisheit nicht. Das Palladium ist aber eine Imagination hellseherischer Weisheit zur Verbindung mit der geistigen Welt. In exoterischer Hinsicht war das Palladium eine Statuette der Pallas Athena, die logischerweise ein besonderes Leuchten ausstrahlte, eine Art Palla dieser Statuette. Der Bulgare Konstantin der Große verlegte sie bzw. ihre Kopie in die Stadt, die er nach sich selbst benannt hat – nach Konstantinopel. Das ist der Übergang von der vierten zur fünften Kulturepoche, obwohl es im Jahre 330 geschah. Die Legende besagt, dass das Palladium zukünftig in eine slawische Stadt heruntersteigen wird, wahrscheinlich in der sechsten Kulturepoche. Soweit ich mich erinnern kann, steht sogar in den Bändern über die Karmischen Beziehungen, dass die Legende auch Peter den Großen beeinflusst hat[2]. Er soll gedacht haben, dass das Palladium in die Hauptstadt des Ostens kommen werde. Deshalb werde sich die Macht der Slawen auf der magischen Kraft dieses Palladiums gründen. Ich behaupte, dass das Palladium am 05.09.2010  nach Varna zurückgekehrt ist, in die Stadt mit dem Namen, der ‚Anfang‘ bedeutet. Das war der erste Strahl der zukünftigen Rückkehr des Palladiums. Später werde ich erklären, was ich unter  einer‚zukünftigen Rückkehr‘ verstehe, deren Anfangsprozess ich die Ehre hatte zu erleben. Dessen bin ich mir absolut sicher.

Als Maria diese Palla erhielt, wurde sie für die Himmlische Sophia offen. Die sie umhüllende Palla wurde zum Vorbild für das Männergewand im alten Rom, das ‚Pallium‘ hieß. Die alten Römer, die die  Weisheit der Himmlischen Sophia über Aristoteles und die anderen großen Persönlichkeiten der Griechen, übernommen hatten, trugen vom dritten Jahrhundert v.Chr., als die griechische Kultur bereits im Verfall begriffen war, das Pallium, nicht die uns heute bekannte Toga. Die Frauen umhüllten sich in ein großes rechteckiges Stoffstück, das ‚Palla‘ hieß. So kleideten sich diejenigen, die sich an der griechische Kultur orientierten, das war eine Erscheinungsform des Minderwertigkeitskomplexes der Römer gegenüber der großen griechischen Kultur, in deren Grundlage die Bulgaren stehen. Einen ähnlichen Minderwertigkeitskomplex hat das russische Volk gegenüber dem bulgarischen, von dem es alles – das Schrifttum, die Kultur, die Städte, die Technologien – erhalten hat. Dieser tief sitzende Minderwertigkeitskomplex schlägt auf dem äußeren Plan im Panslawismus der russischen Führer aus. Die Römer hatten auch diesen Komplex gegenüber der glänzenden griechischen Kultur – der letzten Kultur mit einer Verbindung zu der hellseherischen Weisheit war. Im Römischen Reich verschwand diese als Hellsehen erscheinende Weisheit vollkommen, so dass sich allerlei Dämonen bei der unrechtmäßigen Einweihung einmischten, die von den römischen Kaisern praktiziert wurde.

In die beschriebene Palla kleidete sich Maria ein. Einen guten Eindruck von der Palla können wir bei der Sixtinischen Madonna Raffaels erhalten. Auf diesem Gemälde sieht man dasjenige bildhaft dargestellt, was im Untergrund der Seele Raffaels gewirkt hat, der der reinkarnierte Johannes der Täufer war und später als Novalis und der große bulgarische Hellseher Wlajtscho lebte. Das was im Untergrund seiner Seele wirkte, brachte ihn dazu, Madonnen zu malen. Wenn Sie sich die Sixtinische Madonna ansehen, werden Sie bemerken, dass auch ihr Kopf umhüllt ist – das ist die Palla. Das ist eigentlich das Werk des Heiligen Geistes, der die Himmlische Sophia durchströmt. Die Substanz der Himmlischen Sophia bewirkt diese geistige Aura im Astralleib, die mit dem Heiligen Geist verwandt ist, also mit dem weiblichen Prinzip. Raffael hat sich sehr bemüht, das Bild der jungen Maria mit dem Kind so zu malen, dass es der wahren Gestalt ähnelt. Von dieser jungen Maria, die eine Art Avatar darstellte, den die Himmlische Sophia bewohnte und mit 25 Jahren starb, sind der Ätherleib und der Astralleib geblieben und wurden oben vervielfältigt, damit sie bestimmten Menschen eingeprägt werden können. Letztes Mal haben wir erwähnt, wie der Äther- und Astralleib Jesu abgedruckt wurden. In unserer Zeit wird das Christus-Ich, das in der nathanischen Seele als Ich lebte, als Kopie einzelnen Menschen eingeprägt. Rudolf Steiner hatte eine solche Kopie. Letztes Mal wurde angedeutet, dass eine solche Kopie bei Djado Wlajtscho als Abdruck vorhanden war. Einen solchen Abdruck des Christus-Ich hatte natürlich auch Beinsa Douno. Aber das Abdrucken des Ätherleibes der jungen Maria ist für die sechste Kulturepoche vorbestimmt, denn heutzutage findet man keinen Menschen mit einem dermaßen plastischen Ätherleib, um den Abdruck aufnehmen zu können. Trotzdem existieren solche Abdrücke in der Menschengeschichte. Einen solchen Abdruck finden wir bei der Verlobten des Dichters Novalis und bei Djado Wlajtscho. Wenn wir darüber sprechen, dass in der fünften Kulturepoche das Christus-Prinzip führend ist und in der sechsten Kulturepoche das Prinzip der Himmlischen Sophia führend sein wird, müssen wir bedenken, dass die gemeinsame Wirkung der beiden bereits im 19.- 20. Jahrhundert eingesetzt hat.

Kehren wir nun zum dritten und vierten Schritt der Vereinigung der beiden Wesenheiten zurück. Der dritte Schritt erfolgte in der Zeit der Einweihung des Lazarus. Damals verband sich die Entelechie Johannes‘ des Täufers, die seit zweieinhalb Jahren bereits oben war, mit Lazarus auf dem Erdenplan bis zur Stufe der Bewusstseinsseele und durchdrang ihn. Der Christus-Impuls war daran beteiligt, in dem das Christus-Ich sich an das Ich des wandte: „Lazarus, komm heraus“. Hier haben wir eine Einmischung, eine Vereinigung zweier Wesenheiten – Johannes‘ des Täufers mit Johannes Evangelist und es begann eine herausragende Urbeziehung der beiden, von der die sechste Kulturepoche abhängen wird. Hier ist eine andere Vorbereitung festzustellen, die wir eine ‚astrale‘ Vorbereitung des Mysteriums von Golgatha nennen können. Die letzte Vorbereitung fand statt, als Christus im Garten Gethsemane nach der letzten Versuchung einen Schrei ausstieß und Jehova vom Mond herauskam und auf die geistige Sonne zuströmte. In dem Moment, als Jesus den Schrei ausstieß, begann Christus, sich vom Jesus zu trennen. Das geschah erst nach der dritten Versuchung – das Christus-Ich, das, was der Christus-Impuls sein sollte, begann, sich von Jesus zu trennen. Warum geschah das zu diesem Zeitpunkt und warum war das die Ich-Voraussetzung der Verwirklichung Golgathas? Denn erst nach der dritten Versuchung drang Christus bis zum Knochensystem des Jesus ein, Er durchdrang dessen härtestes Element. Ab diesem Zeitpunkt liegt die volle Vereinigung des  Christus mit Jesus vor, das volle Eintauchen in die physische Materie. Der Boden wurde erreicht und in diesem Augenblick konnte das Christus-Ich beginnen, sich abzutrennen. Während der drei Jahre gab es eine Verkleinerung des Christus im Jesus, und in diesem Augenblick begann Seine Abtrennung. Christus begann wie eine Aura Jesus mit der nathanischen Seele darin zu umhüllen. Das ist die Stelle aus dem Markus-Evangelium (Kap. 14-51), wo ein Junge in einem Mantel umhüllt diesen zurückließ und nackt weglief. Hier ist der Christus-Impuls schon gleichsam aus dem Jesus herausgetreten. Derjenige, der geschlagen, gefoltert und gekreuzigt wurde, war Jesus und Christus umhüllte ihn wie eine Aura. Aber da die Beziehung zwischen beiden sehr direkt ist und Christus als Aura mit diesem Leib so stark verbunden ist, erlebt Er alle phänomenalen Prüfungen, die sich ereignen.

Wir kommen zum Mysterium von Golgatha, das in zwei Aspekten betrachtet werden kann – dem physisch-irdischen und dem übersinnlichen. Unten auf der Erde waren Maria und Johannes. Jesus sagte, nein, in der Tat sagte Christus von oben durch ihn: „Frau, da ist dein Sohn“. Zu Johannes sagte Er: „Das ist deine Mutter.“ (Johannes 19-26). Somit wurde ein neues geistiges Paar gebildet. Nach welchen Prinzipien geschah das? Johannes-Lazarus wurde zum Vertreter Christi. Während seiner Durchdringung mit dem Christus-Impuls wirkte der Christus-Geist in ihm. Maria wurde zur Vertreterin der Himmlischen Sophia. Nach dem Aussprechen der Worte durch Jesus vom Kreuz entstand diese Verbindung zwischen dem Christus-Prinzip und der Himmlischen Sophia. Das sind die beiden wichtigsten geistigen Strömungen, die sich in der sechsten Kulturepoche vereinigen müssen. Das muss schon jetzt beginnen.

Das ist die Betrachtung vom irdischen Standpunkt. Dieses Paar war unten und oben gab es ein anderes Paar. In der Aura des Christus, die sich von Jesus abtrennte, sind Johannes der Täufer und Maria aus dem Lukas-Evangelium anwesend. Die Entelechie Johannes’ des Täufers verband sich mit dem anderen Johannes unten und Maria aus dem Lukas-Evangelium verband sich mit der anderen Maria, die auf der Erde war. Auf diese Weise waren sowohl Johannes der Täufer als auch Maria aus dem Lukas-Evangelium auf dem Golgatha-Hügel durch die anderen unten anwesend. Damals entstanden diese urbildlichen Beziehungen, die in der Zukunft eine immense Bedeutung für die Menschheit haben werden. Eine solche Beziehung hieß im Mittelalter ‚die Beziehung zwischen der Lilie und der Rose’. Was bedeuten die Lilie und die Rose? Das ist äußerst wichtig – nicht nur für unser Thema, sondern auch für unser Überleben. Die Rose bedeutet das Christus-Prinzip und auch die Eindringung des Ich-Prinzips bis ins menschliche Blut und die Verwandlung des roten, dickflüssigen Bluts voll tierischer Leidenschaften in rosafarbenes. Das rosa Blut ist durch das eingedrungene Christus-Prinzip gereinigt und dies führt dazu, dass man „Nicht ich, sondern Christus in mir“ sagen kann. Das Ich pulsiert in unserem Blut. Das Ich-Prinzip muss in unser Blut so stark einziehen, dass Redewendungen wie etwa “jemandes Blut in Wallung bringen“ , „Mein Blut kocht“ u.dgl. keine Gültigkeit mehr haben können. Sie stellen nämlich bildhaft rein menschliche Leidenschaften dar. Die Lilie dagegen stellt die Ankunft des Ich und seine Nichteindringung in die Leiber dar. Das ist die Himmlische Sophia, das Jungfräuliche, die volle Hinwendung zum Geistigen. Hier liegt die Durchdringung mit einem Prinzip vor, das nicht von dieser Welt ist.

In der „Weißen Bruderschaft“ – so heißt die Gemeinschaft der Nachfolger Beinsa Dounos –  kommt bei den Menschen, bei denen das Ich nicht ausreichend eingedrungen ist, mehr die Lilie zum Ausdruck, was in der Epoche der Bewusstseinsseele oft infantil aussehen kann. Bei den Anthroposophen dagegen ist das Ich völlig in das Blut eingezogen – das Prinzip der Rose -, aber drinnen pulsiert das Ego. Unsere bulgarischen Anthroposophen sind die möglichst unglücklichen, denn hier hat der Vertreter des Lilienprinzips Beinsa Douno gelebt und gewirkt, der gleichzeitig mit dem Christus-Ich durchsetzt war, und sie haben ihn nicht wiedererkannt. Es handelt sich hierbei um die große Synthese, über die ich seit so langer Zeit rede. Man wird einerseits bis zum Blut mit dem Christus-Impuls durchdrungen, so dass eine Wandlung des Blutes einsetzt, in dem die Quelle aller Krankheiten liegt– das unreine Blut, in dem sich alle Triebe des Astralleibes wiederfinden. Andererseits ist man von sich selbst etwas entfernt und kann die Offenbarungen empfangen – der Prozess der ätherischen Abtrennung beginnt bereits.

1794 lernte Novalis seine erste Liebe – das junge zwölfeinhalbjährige Mädchen Sophie von Kühn – kennen. Dieser Mensch, der reinkarnierte Elija Johannes der Täufer und Raffael, der glänzende Vertreter der Kulturkreise Deutschlands, Romantiker und Mystiker, traf in einem entlegenen Dorf ein sehr junges und nicht besonders schönes Mädchen, das aber sehr luftig, ätherisch wirkte und noch keinen Mondzyklus hatte. Von dieser Begegnung war er wie gelähmt. Worin bestand der Einfluss dieses unscheinbaren Mädchens, das eine erstaunliche Wirkung auf die Mitmenschen ausübte? Was war das in ihr, das eine solche Wirkung hatte? Novalis war sehr sensibel, er konnte das Geistige im Menschen spüren. In ihm wirkte die Rose, das ist der Christus-Impuls. Sie wissen, wie sich Johannes der Täufer im Christus-Impuls bewegt. Aber gleichzeitig verband er sich in der Zeitenwende mit Sophia – mit Maria aus dem Lukas-Evangelium. Auf diese Weise begannen der Christus-Impuls und das weibliche Prinzip gleichzeitig zur Geltung zu kommen. Als Novalis wirkte in ihm mehr der Christus-Impuls, der Abdruck des Astralleibes Jesu, der von Christus bearbeitet wurde – also die Rose. Es fehlte ihm die Lilie, damit die Ehe zustande kommen konnte, deren Urbild in der Zeitenwende verwirklicht wurde. Die Ehe zwischen der Rose und der Lilie, zwischen dem Christus-Impuls und der Himmlischen Sophia, wurde bei Novalis mit diesem Kind verwirklicht, das noch keinen weiblichen Zyklus hatte. Er war berauscht, verliebt, aber die romantische Beziehung dauerte nur kurz, denn Sophie erkrankte schwer. Zwei Jahre später ist sie gestorben. An ihrem Grab bekam Novalis eine Erleuchtung, er wurde hellseherisch und war von nun an mit der Himmlischen Sophia verbunden. Was war das, was in diesem Kind zu einem Tor für Novalis wurde, durch das er für die obere Welt sehend wurde? Das ist der Abdruck des Ätherleibes der Maria aus dem Lukas-Evangelium in den Ätherleib der ungebildeten und unwissenden Sophie von Kühn. Dieser Abdruck des Ätherleibes der Maria in den Ätherleib dieses Kindes hatte eine magnetische Wirkung auf alle Anwesenden. Djado Wlajtscho hatte auch eine solche magnetische Wirkung!

Das Ich war nicht vollständig in dieses Mädchen inkarniert, das an der Schwelle zur Erwachung des eigenen Astralleibes stand. Wir wissen, dass das Kind den physischen Leib der Mutter bei der Geburt verlässt. Es befreit sich im siebten Jahr vom mütterlichen Ätherleib und im 14. Jahr – vom mütterlichen Astralleib. Das Mädchen hatte noch keinen Zyklus, denn die Entstehung des eigenen Ätherliebes führt automatisch zum Einsetzen des weiblichen Zyklus. Warum?

Der Astralleib und das Ich müssen sich in der Mondensphäre, bevor wir geboren werden und uns das Karma wie ein Aufkleber geklebt wird, sich einen eigenen Ätherleib schaffen. Dieser Ätherleib wird  aus den Kräften der sieben Planeten, einschließlich der Sonne und des Mondes erschaffen. Das veranschaulicht die siebenstrahlige Rosette der Bulgaren, die in Pliska gefunden wurde.

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Der Ätherleib wird also erschaffen und wenn das in der rechten Weise geschieht, haben das Ich und der Astralleib unten den passenden Ätherleib, weshalb der Mensch gesund ist. Die Gesundheit ist zwar auch karmisch vorbestimmt, aber so wirkt das Prinzip. Im Ätherleib Sophie von Kühns gab es einen Abdruck des Ätherleibes der Maria aus dem Lukas-Evangelium, noch bevor sie geboren wurde – das Einprägen erfolgt immer vor der Geburt in der Mondensphäre. Nach der Geburt wird es durch ein dramatisches Ereignis um das siebte oder achte Lebensjahr herum begleitet. Bei Raffael starb seine Mutter, als er acht war. Djado Wlajtscho wurde auch zur Waise, nachdem seine Mutter, zu der er eine starke Verbindung hatte, gestorben war. Ein solches Ereignis aktiviert das Erwachen der Abdrücke des Astral- oder Ätherleibes Jesu oder des Ätherleibes der Maria aus dem Lukas-Evangelium, die man trägt. Das geschah auch im 18. Jahrhundert, das zwar noch vor der sechsten Kulturepoche war – ein Wesen erhielt einen Abdruck des Ätherleibes der Maria aus dem Lukas-Evangelium. Die Wirkung davon ist die magnetische Anziehung. Bei den Jungen wird im siebten Lebensjahr der mütterliche Ätherleib abgeworfen. Der Mann ist mehr in den physischen Leib eingegraben, weshalb die fünfte Kulturepoche eine männliche Epoche ist. Die Frau ist nicht so stark inkarniert, ihr Dreieck schaut nach oben zur Himmlischen Sophia und deshalb kann sie auch Kinder gebären. Bei ihr kann die mütterliche Ätherhülle bis zum 13. oder 14. Lebensjahr bleiben – ungefähr bis zur Zeit, wenn der Zyklus einsetzt. Deshalb ähneln die Mädchen bis zum Alter von 13-14 Jahren dem Mond. In der Mondensphäre werden alle geistigen Einflüsse unseres Sonnensystems widerspiegelt und als Abdruck unserem Ätherleib bei seiner Ausbildung vor unserer Inkarnation eingeprägt. Wenn das Mädchen geboren wird, ist es offen und durchsichtig für die Einflüsse der sieben Planeten. In diesem Sinne ist es wie ein Mond, denn der Mond spiegelt diese Einflüsse. Wenn das Mädchen das Alter von 13-14 Jahren erreicht, ergreift der Astralleib Besitz vom Ätherleib, zerdrückt ihn zu einem Punkt und überträgt ihn fast bis zum physischen Leib. In diesem Augenblick setzt der Mondenzyklus beim Mädchen ein, es wird zur Frau, die in der Lage ist Kinder zu gebären. So geschieht das. Sophie von Kühn hatte noch keinen Zyklus, denn sie besaß noch kein eigenes Ich. Mit dem Erhalten eines eigenen Astralleibes im Alter von 13-14 Jahren gewinnt das Ich an Kraft und man öffnet sich der Außenwelt. Vorher reflektiert man eher die geistigen Einflüsse. Deshalb unterscheidet sich ein Mädchen bis zum 7. Bis 14. Jahr grundlegend von einem 16jährigen Mädchen. Es spielt eine grundsätzliche Rolle, ob der Zyklus eingesetzt hat oder nicht. Vorher ist das Mädchen eine Jungfrau, ähnlich der Himmlischen Sophia, danach verwandelt es sich in eine Frau, die der Außenwelt zugewandt ist, Kinder bekommen muss usw.

Ich werde eine Parallele ziehen zu Beinsa Douno als die Tochter des Jaïrus  – Christus wirkte dort als Vermittler zwischen Martha, die einen erhöhten Zyklus hatte und der Tochter des Jaïrus, aber das ist ein sehr tiefes Mysterium, auf das wir nicht näher eingehen werden. Die 45jährige Maria verwandelt sich dagegen aus einer Frau, die Kinder geboren hatte, in eine Jungfrau – es gibt nämlich verschiedene Pole, die von der Lebensaufgabe abhängen. Diese Dinge miteinander zu verbinden ist die höchstmögliche Esoterik, denn hier berühren wir die Mysterien der Himmlischen Sophia, auf die die Menschen nicht vorbereitet sind.

Sophie von Kühn hatte kein vollständig inkarniertes Ich, sie war eine Lilie und Novalis – eine Rose. Durch sie kam die Ehe zustande und er fand den Durchgang nach oben zur Himmlischen Sophia. Sophie war wie eine Tür für ihn. Die Rose sucht immer die Lilie. Jeder Mensch, der sein Ich mit Christus durchdringt, sucht unumgänglich die Lilie, die Himmlische Sophia, denn die Ehe zwischen der Weisheit und der Liebe – das Prinzip Manas – Buddhi – muss zustande kommen. Das ist nämlich das Palladium.

Ich mache eine Klammer auf. In der sechsten Kulturepoche wird das Palladium heruntersteigen. Das bedeutet, dass das Manas bzw. die Palla heruntersteigen wird. Deshalb existiert in Bulgarien und Russland das Fest „Покров Богородичен“ (‚Schutz der Gottesmutter’), über das ich lange erzählen könnte. Obwohl der Anlass, aus dem dieses Fest in die sog. Orthodoxie im 12. Jahrhundert eingeführt wurde, ein Ereignis in der Blachernen-Kirche in Konstantinopel war, feiern die Griechen dieses Fest nicht. Der Name ’Blacherne’ bzw. ‚Vlacherna’ ist unter anderem bulgarischer Herkunft, da die Gegend im nordöstlichen Teil Konstantinopels nach einem berühmten Anführer der Skythen mit diesem Namen genannt ist, der dort getötet wurde. Als am 01.10.910 die Sarazenen in das Byzantinische Reich einströmten und Konstantinopel belagerten, wurden allen Kirchen, auch in der Blachernen-Kirche, Tag- und Nachtwachen gehalten und Gebete für die Rettung vor den Eindringlingen ausgesprochen.

Dem Heiligen Andreas – Narren um Christi willen und seinem Schüler Epiphanios erschien nach heißen Gebeten die Gottesmutter mit der Palla, an deren beiden Seiten Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist standen. Die Drei wurden von allen Jüngern, Heiligen und Propheten begleitet. Die Gottesmutter ging zum Altar, um von Christus die Rettung Konstantinopels vor den Arabern zu erbitten. Nachdem sie lange Zeit gebetet hatte und aufgestanden war, sah Andreas, dass sie ihre Palla über alle Anwesenden warf. Aus diesem Anlass wurde das Fest ‚Mariä Schutz‘ eingeführt – eines der wichtigsten orthodoxen Feste, das mit der sechsten Kulturepoche zusammenhängt und das der katholischen Kirche sowie den Griechen unbekannt ist. Die Griechen sind zwar auch orthodox, aber das sind Mysterien, die nur mit dem Slawentum zu tun haben.

Der Herabstieg des Palladiums in der sechsten Kulturepoche bedeutet den Herabstieg des Geistselbst. Aber wir müssen Folgendes bedenken, was ich aus meiner persönlichen Erfahrung veranschaulichen werde. Wir erleben heutzutage die fünfte Kulturepoche der Bewusstseinsseele. Die sechste Kulturepoche wird die Epoche des Geistselbst sein. Damit die Bewusstseinsseele bewusster wird und zu unserem persönlichen Besitz schon jetzt werden kann, muss in uns ein höheres Wesensglied wirken. Das höhere Wesensglied der Bewusstseinsseele ist das Geistselbst. Damit das Geistselbst in uns bewusster wird, muss das höhere Wesensglied, Buddhi, der Lebensgeist, das Manas in uns durchströmen. Damit ergreifen wir vom Manas bewusst im wachen Leben Besitz. Was bedeutet das? Damit unsere Bewusstseinsseele bewusst in der fünften Kulturepoche wird, müssen wir das Explodieren unseres Ich erleben. Wenn das Ich im wahren Zentrum der Bewusstseinsseele explodiert, erlebt sich die Seele selbst als eine Seele von Gott, sie erlebt, dass sie Gott ist. Das ist das wache Tagesbewusstsein für die Bewusstseinsseele. Eine Bewusstseinsseele hat heutzutage jeder, auch die niederträchtigste Person der Welt, aber das ist keine bewusst besessene Bewusstseinsseele, wenn sie nicht vom Geistselbst durchströmt ist. Das bedeutet, dass das höhere Ich, das Geistselbst in das gewöhnliche Ich heruntersteigt und es zum Explodieren bringt. Die Bewusstseinsseele muss sich selbst als Teil des Gottes begreifen. Das ist das Prinzip des Aufbaus der Bewusstseinsseele heute. Ich habe in meinem Buch „Der Weg zum Ich“ beschrieben, wie ich damit fertig geworden bin.

Was bedeutet das Palladium? Das Palladium trägt neben der Palla der Himmlischen Sophia, die in einer Substanz mit dem Geistselbst ist, auch das Geistselbst – das ist das neue Hellsehen der sechsten Kulturepoche. Das war mein Erlebnis vor der Oper in Varna. Was bedeutet das in der Praxis? Wenn das Ich explodiert und man zum bewussten Erleben der Bewusstseinsseele kommt – d.h. wenn man bewusst für seine Bewusstseinsseele durch das Geistselbst geworden ist, kann der nächste Schritt erfolgen. Das Buddhi-Prinzip bzw. das Christus-Prinzip steigt in das Manas herab, das sich in die Bewusstseinsseele eingewurzelt hat. Mein wertvollstes Erlebnis ist das, was ich vor der Oper erlebt habe, danach kommt die Offenbarung über die Rückkehr des Palladiums und die Offenbarung, dass Ahriman bereits inkarniert ist. All das habe ich in der Vorlesung „Offenbarung“ geschildert. Ich weiß, dass die Information über Ahriman die Leser am meisten beeindrucken wird, denn wir leben in seiner Zeit, während das Palladium  etwas Zukünftiges ist. Das Erlebnis vor der Oper bezieht sich auf die noch entferntere Zukunft. Es muss immer ein höheres Wesensglied ein niedrigeres Wesensglied durchdringen, damit es zu unserem Besitz werden kann. Das ist das Prinzip im Kosmos. Wenn Steiner sagt, dass das Palladium zukünftig heruntersteigen wird, bedeutet das, dass in der Zukunft das Geistselbst heruntersteigen wird – also die Himmlische Sophia, die durch Christus bzw. das Buddhi-Prinzip durchdrungen ist. Das ist die Ehe zwischen der Lilie und der Rose, zwischen der Anthroposophie und Beinsa Douno, obwohl beide sowohl in der Anthroposophie, als auch bei Beinsa Douno vorhanden sind.

Im Augenblick, in dem der Astralleib bei Sophie von Kühn erwachte, verließ sie die mütterliche ätherische Hülle in ihrem 14. Jahr. Gleichzeitig zog sie den Abdruck des Ätherleibes der Maria aus dem Lukas-Evangelium mit, der ihrem Ätherleib in der Mondensphäre vor der Geburt aufgeprägt worden war. Dieser Abdruck ist ein höherer Abdruck, tritt in ihren normalen Ätherleib ein. Wenn die ätherische mütterliche Hülle befreit wird, wird dieser Abdruck ebenfalls befreit und zieht auch denn eigenen Ätherleib mit sich. Und wenn unser Ätherleib den physischen verlässt, sterben wir. Deshalb ist sie gestorben, bevor bei ihr der Zyklus einsetzte. Die Frage ist, wie man gleichzeitig den Abdruck des Ätherleibes der lukanischen Maria im Ätherleib vorgeburtlich haben kann und nach dem Eintritt der Geschlechtsreife unten auf der Erde dem Tod entgeht, egal ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Dieser Abdruck darf den eigenen Ätherleib nicht mitnehmen, wenn er nach oben steigt, andernfalls stirbt der Mensch. Das Urbild dazu ist die salomonische Maria, die mit 45 bis 46 Jahren bewusst den Abdruck des Ätherleibes der anderen Maria erhielt und ihre Seele von der Seele der jungen Maria durchsetzt wurde. Das Manas, das im Laufe von 12 Jahren im Astralleib der jungen Maria ausgebildet wurde, durchströmte den Astralleib der älteren Maria. Gleichzeitig kleidete sie sich in das Palla ein und wurde zur Jungfrau. Diese Frau wurde bei vollem Bewusstsein zur Trägerin der Sophia, ohne in diesem Augenblick zu sterben.

‚Bei Bewusstsein‘ bedeutet, dass der Astralleib, welcher der Träger des Bewusstseins ist, erwacht. Das ist der kritische Punkt – wenn man sich von dem mütterlichen Astralleib befreit und beginnt, ein eigenes Bewusstsein, einen eigenen Astralleib auszubilden, muss man standhaft bleiben, wenn die Geschlechtsreife eintritt. D.h. der Ätherleib darf nicht vom Abdruck nach oben mitgezogen werden. Diese Frau ist das Urbild dafür. Ist sie aber gleich danach bewusst geworden für alles, was mit ihr geschah? Nein, das wurde sie nicht. In ihr wirkte das Manas der lukanischen Maria, sie zog auch die Palla an, aber sie wurde dessen noch nicht gewahr. Das geschah beim Wunder in Kana zu Galiläa. Als sie zusammen mit Christus dort war, sagte Er: „Was weht zwischen dir und mir?“ – das ist die genaue Übersetzung des Satzes und nicht die Übersetzung Luthers „Was willst du von mir, Frau?“ Während der Hochzeit geht das Buddhi-Prinzip der Liebe von Christus zu Maria, deshalb gibt es dort eine Hochzeit zwischen der Sophia und dem Christus-Prinzip. Es durchzieht ihr Manas, das bei der Taufe Christi von der anderen Maria herabgestiegen war und sie wird ihres Manas gewahr. Es musste eine bestimmte Zeit vergehen, in der sie mit dem höheren Prinzip das, womit sie früher durchdrungen wurde, durchdringt, damit sie zu seiner bewussten Besitzerin wird. Danach konnte sie drei Jahre lang dem Christus bis zum Kreuzestod folgen und alles begreifen. Aus diesem Grund konnte sie alles begreifen, während sie unter dem Kreuz stand. Deshalb sagte auch Christus zu Johannes „Das ist deine Mutter“, also „Nimm alles Verständnis von ihr und schreib dieses Evangelium“. Später wurde das Evangelium zum größten Buch der Menschheit, dem wir heute entnehmen können, was passiert war. Das sind sehr große Mysterien, in deren Tiefe man eindringen muss.

Es kam das 20. Jahrhundert, die Zeit Djado Wlajtschos und Beinsa Dounos. Djado Wlajtscho hat nie eine Frau berührt, obwohl er geheiratet hat. Er blieb eine keusche Lilie, doch gleichzeitig wurde er von Christus intensiv durchdrungen. In diesem Sinne veranschaulicht er praktisch die Ehe zwischen der Rose und der Lilie auf der Erde, zwischen Christus und der Himmlischen Sophia. Novalis erlebte das durch Sophie von Kühn, nachdem sie gestorben war und zu seinem Tor wurde. Er erhielt eine Einweihung, die ihm, so Steiner, als Segen gegeben wurde. Danach starb er mit 28 Jahren. Djado Wlajtscho lebte 86 Jahre und trug diese Ehe zwischen Johannes und Maria in seinem Willen, während der andere Johannes und die andere Maria oben waren. Und alles war in der Christus-Aura oben und von Christus kamen über den am Kreuz leidenden Jesus die Worte „Das ist deine Mutter“, „Das ist dein Sohn“. Stellen Sie sich vor, was für ein majestätischer Anblick das war! Im 20. Jahrhundert gab es in Djado Wlajtscho einen Abdruck des Christus-Ich, der in der nathanischen Seele Jesu war, er hat auch einen Abdruck in seinem Ätherleib des Ätherleibes der 25jährige Maria, die als Avatar der Himmlischen Sophia wirkte. Deshalb konnte er nach der Machtergreifung durch die Kommunisten am 09.09.1944 der Folter in den Arbeitslagern und Gefängnissen standhalten und gleichzeitig endlose Liebe und tiefes Verständnis ausstrahlen. Er hatte eine magnetische Wirkung auf die Menschen, die ihm buchstäblich vor die Füße auf den Boden fielen und sie küssten, als wären Christus und die Himmlische Sophia zusammen da. Bei Beinsa Douno geschah das auch, es war wirklich wie die sechste Kulturepoche….

In der sechsten Kulturepoche werden zwei fundamentale Ereignisse stattfinden, damit wir zur zukünftigen Reproduktion der neuen Art übergehen, welche die physische Verschmelzung von einem Mann und einer Frau abwechseln wird. Dieser Prozess wird viel Zeit in Anspruch nehmen, denn sogar nach dem Krieg aller gegen alle wird es in ca. 6000 Jahren Menschen geben, die sich auf die heute bekannte Weise reproduzieren. Aber bereits in der sechsten Kulturepoche werden die Menschen auftauchen, die sich auf die neue Art durch die Modifizierung des Kehlkopfes und des Herzens reproduzieren werden. Der Kehlkopf hängt mit dem Erscheinen des Christus-Prinzips und die Veränderung im Herzen – mit der Himmlischen Sophia zusammen. Die Wandlung des Kehlkopfes beginnt bereits jetzt mit der grenzenlosen Durchgeistigung der Rede, die sich zuerst auf dem Astralplan, danach auf dem Ätherplan und zum Schluss auf dem physischen Plan abzeichnet. Die Rede wird in 3000 Jahren in der Person Beinsa Dounos – des zukünftigen Buddha Maitreya – absolut magnetisch werden und als Moral direkt im Willen wirken. Das Herz erfährt ebenso eine Veränderung auf dem Astralplan, dem Ätherplan und sogar auf dem physischen Plan, damit es in das Organ zum praktischen Verständnis transformiert wird, mit dem die Verbindung zum Ätherischen Christus zustande kommt. Diese zwei Mysterien werden fortwirken, der Kehlkopf und das Herz werden zukünftig eine enorme Entwicklung erfahren. Dagegen werden unsere Geschlechtsorgane verkümmern, zuerst bei dem Mann, dann bei der Frau, bis die alte Reproduktionsart nach und nach gänzlich verschwunden sein wird.

Das macht die große kosmische Ehe zwischen Christus und der Himmlischen Sophia in der Zukunft aus, die durch zwei kolossale Imaginationen zum Ausdruck kommt, welche sich auf die Zukunft beziehen. Doch wir beginnen sie schon in der heutigen Zeit zu erleben. Sie sind die Verkörperung dieser erhabenen Ehe. Die erste Imagination ist die Frau, die die Sonne trägt und die Sterne über dem Kopf und den Mond unter ihren Füßen hat. Das ist die Imagination der Himmlischen Sophia, das fünfte okkulte Siegel. Die andere Imagination ist die des Menschensohnes, der in seiner rechten Hand die sieben Sterne hält und in seinem Mund – das zweischneidige Schwert. Durch dieses Schwert – das Wort – wird in der Zukunft immer erkannt und benannt, was gut und was böse ist, und zwar kompromisslos, auf der Grundlage der Weisheit. Niemals können sich diese beiden vereinigen, wenn sie nicht entwickelt sind. Die Himmlische Sophia erfordert viel Weisheit. Nicht von ungefähr sagte Beinsa Douno: „Eines Tages wird der Weltfrieden in Sophia unterschrieben“ – das meint nicht die Stadt Sofia, sondern die Weisheit, die gemeinsame Weisheit der Menschheit. Heute sehen wir ein vollkommen anderes Bild – den militanten Islamismus, den Panslawismus, die Krise in der Ukraine – jeder zieht die Decke zu sich. Es ist eine große Trennung dort festzustellen, wo gemeinsame Weisheit notwendig ist. Die Weisheit ist die Anthroposophie, die Gabe Michaels, die durch Steiner kam, damit wir sie als ein Werkzeug benutzen, um in die bisher unzugänglichen Geheimnisse des Daseins einzudringen.

Wenn jetzt in unserem Ich ein Abdruck des Christus-Ich und in unserem Ätherleib der Abdruck des Ätherleibes der Maria wirkt, können wir diese Ehe vollziehen – also die beiden Imaginationen schon jetzt vereinigen. Diese zwei Imaginationen erlebt jeder von uns vor seiner Geburt und nach seinem Tod. Nach seinem Tod erlebt jeder Mensch mit unterschiedlicher Intensität das erste okkulte Siegel – die große Imagination des Mannes mit dem zweischneidigen Schwert im Mund. Wir wissen, dass nach dem Ende des Kali Yuga 1899 Christus bereits den Platz Moses‘ als Herr über das Karma eingenommen hat. Moses mit der Waage, die das Sprichwort „Was man sich eingebrockt hat, wird man auslöffeln“ symbolisiert, erschein früher zusammen mit dem Cherub mit dem Feuerschwert, der das Paradies bewacht, vor uns. Nun stehen wir Christus als dem Menschensohn gegenüber. ‚Menschensohn‘ bedeutet die Bewusstseinsseele und das von außen wirkende Manas, d.h. das höhere Ich. Und wir erkennen durch das Buddhi-Prinzip in der Liebe karmisch das, was wir getan haben. Diese Imagination ist nicht mehr in der hergebrachten Weise verurteilend, sondern sie wirkt durch die Liebe. Jeder, der sie betrachtet, weint, weil er in seinem Leben etwas versäumt hat und bereut es zutiefst. Wenn wir Christus auf der Erde in einer dem Zeitalter angemessenen Art gefunden haben, als die Synthese zwischen der Anthroposophie und Beinsa Douno, zwischen der Rose und der Lilie, führt Er uns an und es beginnt der Weg unserer Seele und unseres Ich, die im Geistselbst umhüllt sind, zum Kamaloka, wo wir ein Drittel unseres Erdenlebens lang in den eigenen Fehlern schmoren.

Danach erreichen wir die große Sonnensphäre im niederen Devachan. Von dort steigen wir weiter zur Mitternacht des Daseins auf – das ist die höchste zu erreichende Stufe, das Sternendasein. Wir durchgehen ein Mondendasein, ein Sonnendasein und ein Sternendasein, bevor wir unseren Rückweg nach unten bis zum Mondendasein besteigen. Dieser Rückweg von der Mitternacht des Daseins ist aber eine Verschiebung von Christus zum Heiligen Geist. Hat man den Christus in seinem Erdenleben gefunden, wird Er einen bis zur Mitternacht des Daseins mit unerloschenem Bewusstsein führen. Die größtmögliche Tragödie nach unserem Tod wäre das Verlöschen des Bewusstseins. In der Mitternacht des Daseins betrachten wir sein Karma im Weltenkarma des Kosmos, danach führt uns der Heilige Geist nach unten. Es beginnt der umgekehrte Übergang von den Sternen zur Sonnensphäre und der Modensphäre, wo der Astralleib und das Ich den Ätherleib richtig ausbilden und sich mit ihm verbinden sollen. Davon hängen die Gesundheit und die zukünftigern Krankheiten auf dem Erdenplan ab. Wenn wir zur Mondensphäre herabgestiegen sind, sieht die Seele die Hauptereignisse des zukünftigen Lebens. Vor dem Geschlechtsakt, bei dem die praktische Inkarnierung im Mutterleib geschieht, sieht die Seele als Rückschau wie sie den Weg zurück von den Sternen zu der Sonne und zum Mond zurückgelegt hat. Sie nimmt die majestätische makrokosmische Imagination der Frau mit der Sonne wahr. Über ihr sind die Sterne, sie trägt die Sonne in sich und unter ihren Füßen ist der Mond. Wir sehen also, wie man den Christus im irdischen Leben gefunden haben muss, um nach dem Tod mit Ihm aufzusteigen und den Weg zur Himmlischen Sophia zu finden. Dann steigt man wieder auf die Erde herunter, wo man wieder Christus finden muss. So dreht sich alles im Zyklus Christus – Sophia – Christus – Sophia… Die Intensität, mit der man vor der Geburt diese gigantische Imagination der in der Sonne gekleideten Frau erlebt, führt dazu, dass man in seinem Ätherleib nach der Inkarnation immer die Beziehung zur Himmlischen Sophia sucht. Sehen Sie – zuerst wurde uns der Bodhisattva-Schlüssel gegeben, dann die Synthese und nun sprechen wir über die Himmlische Sophia und die Mysterien der sechsten Kulturepoche, für die Beinsa Douno auf die Erde kam. Er war nämlich die Verkörperung der Ehe zwischen der Lilie und der Rose. So war es auch bei den Bogomilen.

Die beiden Mysterien der vorchristlichen Menschheit hingen mit Tod und Geburt zusammen. Das waren die Herbst- und Frühlingsmysterien. Diese zwei kosmischen Imaginationen können heutzutage nur Menschen bewusst erleben, die auf dem Weg der wahren geistigen Schulung stehen bzw. die Lehrer der Menschheit. Unbewusst erlebt sie jeder nach seinem Tod und vor seiner Geburt. Wir müssen uns aber diesen Imaginationen –  d.h. dem Christus-Impuls und der Himmlischen Sophia in unserem Leben – annähern. Auf diese Weise erfolgt die Gegenüberstellung von Tod und Geburt, die zukünftig überwunden werden müssen, damit wir zu der neuen Reproduktionsart übergehen. Wie wird das geschehen? Indem wir die Imagination der Himmlischen Sophia erleben, gehen wir von der uns bekannten Geburt zum Zustand des Nichtgeborenseins über. Beim Erleben der großen Imagination des Menschensohnes mit dem Feuerschwert im Mund gehen wir vom Tod zur Unsterblichkeit über, d.h. Geburt und Tod verwandeln sich in Ungeborensein und Unsterblichkeit. Das sind die großen Mysterien des Christus und der Himmlischen Sophia. Wenn die Menschen in der sechsten Kulturepoche (bzw. manche schon jetzt) beginnen diese Imaginationen zu erleben, werden sie praktisch diese große Ehe in ihrem Inneren vollziehen. Das macht die zukünftige unbefleckte Empfängnis aus. So entstehen aus dem metamorphosierten Herzen mit den Kräften der Himmlischen Sophia und aus dem metamorhosierten Kehlkopf mit dem Christus-Impuls die große Ehe, die unbefleckte Empfängnis und die neue menschliche Reproduktionsart der Zukunft. Danach werden wir in die siebte Kulturepoche eintreten, wenn der Krieg aller gegen alle toben und der Mond zur Erde zurückkehren und sich mit ihr vereinigen wird. Dann wird das ganze negative Karma auf uns herabstürzen. Dann müssen wir die Kraft dieser unbefleckten Empfängnis besitzen, was eigentlich das Gralsgeheimnis darstellt. In den Rosenkreuzermysterien, die im Rahmen des Bogomilentums entstanden, wurde das Gralsgeheimnis, das Geheimnis der unbefleckten Empfängnis folgendermaßen dargestellt. Die Menschenseele ähnelt dem Blütenkelch der Pflanze, in dem sich der Samen befindet, in den der befruchtende Strahl einströmt. So wie die Pflanze rein und keusch ist, da sie keinen Astralleib hat, sondern nur einen reinen Äther- und physischen Leib, wird man vom Buddhi-Prinzip, d.h. Christus, durchströmt. Auf diese Weise erfolgt die Durchdringung des weiblichen Prinzips, des Kelches, der Himmlischen Sophia, des Manas, mit der Liebeslanze, dem Buddhi-Prinzip. Die unbefleckte Empfängnis bzw. die Vereinigung von Ungeborensein und Unsterblichkeit wird in der zukünftigen Reproduktionsart verwirklicht. Das ist das Gralsgeheimnis. Die Einweihung der Bogomilen in der Hl.Paraskeva-Kirche durch Johannes als den Träger des Christus-Prinzips und die Gottesmutter als die Trägerin des Sophienprinzips ist eigentlich das Weiterreichen des Gralsgeheimnisses und die Vorbereitung der zukünftigen Einprägung des Ätherleibes der Maria aus dem Lukas-Evangelium in die Menschheit, sowie die Einprägung des Astralleibes der Maria in der siebten Kulturepoche. Sie können sich ausmalen, was uns noch bevorsteht – der Krieg aller gegen alle, dann müssen wir mit dem Mond fertig werden, in der sechsten Kulturepoche der sechsten Wurzelrasse in ca. 17-18000 Jahren wird auch die Sonne zur Erde zurückkehren. Als ich in der Bodhisattva-Vorlesung über die Menschen mit den weißen Gewändern sprach, meinte ich die Zeit der Wiedervereinigung der Sonne mit der Erde. Die Menschen werden dann die unbefleckte Empfängnis praktizieren und auf der vergeistigten Erde leben. Wenn der modifizierte Kehlkopf in der sechsten Kulturepoche Wörter aussprechen wird, wird er moralische Impulse im menschlichen Willen auslösen. Das wird eine Wirkung im Astralleib sein. In der siebten Kulturepoche wird der modifizierte Kehlkopf auf der ätherischen Stufe wirken, er wird mit Worten an dem Pflanzenwachstum arbeiten. Dann wird das, was in der ersten atlantischen Rasse bei den Rmoahals existierte, deren letzte Spuren wir in Hermes‘ Worten in den ägyptischen Tempeln finden, am Wachstum der Pflanzenwelt arbeiten. Der Anfang dieses Prozesses wird in der sechsten Kulturepoche sein, wenn durch den astralisch modifizierten Kehlkopf Tiere gezähmt werden können, wie das zum letzten Mal beim Bulgaren Orpheus geschah, der astralisch wirkte. Danach wird es möglich sein, ätherisch am Pflanzenwachstum zu arbeiten. In der ersten Kulturepoche der sechsten Wurzelrasse, wenn sich die großen manichäischen Mysterien entfalten werden, denen Manes entgegensah, werden wir mit dem Kehlkopf an den uns umgebenden physischen Prozessen arbeiten. Das wird die Krönung des Geistesmenschen sein. Aber bis dahin muss man durch das Manas – das Buddhi-Prinzip – gehen, das in der siebten Kulturepoche herabsteigen wird. Wenn man sich der Himmlischen Sophia geöffnet und den Christus auf die richtige Art gefunden hat, beginnen beide Prinzipien in einem zu wirken. Das wird diese einzige Möglichkeit, dem Antichristen entgegenzutreten.

Da wir uns jetzt in der Adventszeit befinden und nächstes Mal über die Geheimnisse des Bösen sprechen werden, möchte ich etwas mitteilen. Unsere Begegnungen finden schon auf einer weiteren Stufe der Spirale statt und tragen andere Früchte. Wir haben nach den Führern der dunklen Mächte gefragt. Uns steht die Begegnung mit dem Antichristen bevor, die Generalprobe für den zukünftigen Krieg aller gegen alle, der Empfang des Mondes und in 17-18000 Jahren, wenn wir auf der vergeistigten Erde leben werden, die Begegnung mit der Sonne. Wenn wir keinen tiefen, globalen Blick in die Zukunft haben, können wir auch kein Verständnis für das Böse erlangen. Wenn man zum Guten blicken kann, öffnet das auch den Blick zum Bösen. So werden sich uns zuerst die irdischen Lehrer des Guten offenbaren und dann die jeweiligen Vertreter des Bösen. Ich meine hiermit nicht die Staatsführer, sondern die wahren Träger des Bösen aus den Geheimlogen, die den Krieg in der Ukraine, in Syrien und um Syrien herum mit der Schaffung des Islamischen Staates geschürt haben und grundsätzlich hinter allen großen Konflikten stehen. Am Ende seines Lebens teilte Steiner in einem kurzen Vortrag vor Mitarbeitern der Christlichen Gemeinschaft mit, dass Ahriman ein zurückgebliebener Arche (Urbeginn) ist. Er sagte nicht, wann Ahriman zurückgeblieben ist, sondern dass er zwischen dem Mondenäon und dem Erdenäon vorausgeeilt ist und die Drachenform angenommen hat. Wenn man nämlich verfrüht auf den Erdenplan kommt, hat man einen normalen Kopf und der Körper hat die Form eines Drachen, weil man mit der Ich-Entwicklung nicht auf die richtige Art gewartet hat, um die richtige Menschenform anzunehmen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Steiner etwas über den Anführer der Asuras gesagt hat. Sorat – den Anführer Luzifers, Ahrimans und Asuras, hat Steiner nur kurz erwähnt. Das Eindringen in diese Mysterien erfolgt durch den Aufstieg zu den Mysterien des Christus und der Sophia. Unten muss der Mensch die Ereignisse, die in der Welt geschehen in rechter Weise beobachten, dann muss alles in ihm metamorphosieren und nach oben als Frage ausgestrahlt werden. Das bedeutet, dass wir unten ein korrektes Verständnis der Geheimnisse des Bösen erlangen müssen, dieses nach oben ausstrahlen. Dann werden von oben neue Offenbarungen kommen, die oben bearbeiteten großen Geheimnisse des Bösen. Wir müssen sie hier unten begreifen, um von oben noch mehr zu erhalten. Auf diese Weise werden wir nach und nach konkrete Wesenheiten aus der geistigen Welt hinzuziehen, die sich gegen den Antichristen stellen werden. Zukünftig werden sie gegen Asuras und später gegen Sorat selbst stehen. Das werden konkrete Wesenheiten sein. Heute sagt man, dass „Helle“ gegen „Dunkle“ kämpfen, aber dieser Weg führt ins Nichts.

Wann ist Luzifer zurückgeblieben, wann – Ahriman und Asuras, woher kommt Sorat und wer ist er heute? Auf dem alten Saturn opferten sich die Throne gegenüber den Cherubim und Seraphim, sie gaben das Material für das zukünftige Sonnensystem und schenkten uns das Phantom. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Christus-Phantom und dem Auferstehungsleib. Diese Differenzierung hielt Sergej Prokofieff für sein höchstes Verdienst, das er nach eigenen Bemühungen von oben als Segen erhalten hat. Prokofieff leistet nun große Hilfe von oben und ich hoffe, dass uns dieser große Vertreter des russischen Volkes, der im Westen lebte, weiterhin helfen wird. Das ganze Verständnis des Westens stützte sich auf diesen Mann. Nach seinem Tod im Alter von 60 Jahren hat der Westen  kapituliert. Dort gibt es heute niemanden, der diese Fragen versteht. Keiner versteht diese Fragen in der Ukraine, in Russland, deshalb kommt das über Bulgarien. Hier ist der einzige Ort der Welt, wo darüber gesprochen wird. Das muss sehr gut begriffen werden – hier geht es nicht um Luziferismus und wir wollen unser Ego nicht aufblasen, hier ist der einzige Ort der Welt, wo über diese Fragen gesprochen wird.

Alles begann mit dem Opfer der Throne auf der Stufe des höheren Devachan. Es gab nur Finsternis. Dann schaltete sich Sorat ein. Er kam aus dem äußeren Sonnensystem, aus einer anderen Zeit und hat mit unserer zukünftigen Entwicklung vom Saturn bis zum Vulkan nichts zu tun. Als was kam er? Steiner nennt ihn ‚den Sonnendämon‘, der gegen den Sonnengenius, also Christus kämpfen wird. Seine Zahl ist 666, denn er ist der Anführer der Widersacherwesenheiten, die von den drei Sechsen verkörpert werden. Das ist alles, was Steiner sagte, denn er konnte es seinen Zeitgenossen auch nicht sagen. Niemand hätte begriffen, um was es hier geht. Sorat kommt von draußen als Thron. Die Throne sind Wesenheiten, die das erste makrokosmische Prinzip des physischen Leibes hatten, als das Fundament unseres physischen Leibes gelegt, uns das Phantom geschenkt und der physische Leib unseres zukünftigen Sonnensystems gelegt wurde. Mit diesem Material wurde der physische Leib für Jesus neben dem Ätherleib und dem Astralleib geschaffen. Das Phantom ist das eine und der Auferstehungsleib ist das andere und diese Differenzierung stammt aus jener Zeit. Deshalb werden die zukünftigen Angriffe auf das Phantom und den Auferstehungsleib von unterschiedlichen Wesenheiten kommen. Denn ohne den Auferstehungsleib werden wir nicht auf den zukünftigen Jupiter übergehen können. Diese Mysterien werden uns in der Zukunft zugänglich sein. Leider sind Prokofieffs letzte Bücher noch nicht übersetzt, in denen diese Sachen besprochen werden. Sorat ist ursprünglich ein rechtmäßig entwickelter Thron. Als er aus einem anderen Sonnensystem das unsere betrat, das noch im Keim war, fand er hier andere Bedingungen vor. Das führte automatisch dazu, dass er zurückgeblieben ist – er verwandelte sich automatisch in einen zurückgebliebenen Thron. Er stellte sich denjenigen Thronen gegenüber, die sich vor den Cherubim und Seraphim opferten. Es gab Cherubim und Seraphim, die das Opfer der Throne nicht annahmen, denn sie wollten nur ein Sternendasein haben und nicht zukünftig zum Planetendasein heruntersteigen müssen. Bei einer Begegnung mit einigen der hier Anwesenden stellte ich die Frage, was Jehova in diesen 2000 Jahren getan haben mag. Warum ist er sich bei den Versuchungen Christi im Garten Gethsemane nach dem Austritt aus dem Mond nicht von den Elohim zu den Mächten aufgestiegen, was ihm ja zustand? In jenem Augenblick der Zeitenwende blieben viele Wesenheiten auf ihrer alten Stufe – die Erzengel des griechischen oder keltischen Volkes etwa, die nach dem Beispiel der Christus-Verkleinerung auf ihrer alten Stufe blieben, um näher an die Menschen zu sein und unter ihnen zu wirken. Aber warum hat auch Jehova das getan? Damals wurde mir von oben geantwortet: Zuerst wird dir eine andere Frage beantwortet, dann diese. Alles muss schrittweise erfolgen. Und die Schritte sind riesengroß, jeder nächste ist größer als der vorherige. Es gibt ein Prinzip – das war dieser Schritt – immer kämpfen in den geistigen Welten gleichwertige Wesenheiten, sei es in der Mondensphäre, dem niederen oder höheren Devachan. Beim Krieg im Himmel haben richtig entwickelte Mächte – die fünfte Hierarchie – gegen zurückgebliebene Mächte gekämpft. Diese hatten nicht die Kraft der richtig entwickelten Mächte, aber nach ihrem Zurückbleiben und Hinwenden zum Bösen lief in ihnen eine Entwicklung mit dem entgegengesetzten Zeichen ab. Dabei erlangten sie Kenntnisse über das Böse, die unendlich wertvoll sind. Wenn sie nachher in den richtigen Evolutionsrhythmus gelangen, werden sie dadurch die sich rechtmäßig entwickelnden Mächte überholen können. Aber der wichtigste Akzent fällt auf die Gleichrangigkeit der Wesen. Hier unten kann ein 100 Kilo schwerer Rüpel ein Mädchen von 30 Kilo angreifen und dieses wegfegen. Oben dagegen kämpfen immer Gleichwertige, egal was die geistigen Kämpfe bedeuten können. Während des Krieges im Himmel haben Mächte gegen Mächte gekämpft und seitdem gibt es als materielle Reste dieses Kampfes die Planetoiden in der Sphäre zwischen Mars und Jupiter. Das liegt daran, dass dieser Krieg in der Zwischenperiode zwischen der Herausbildung des Jupiters und Mars tobte, obwohl er auf der Stufe des niederen Devachan stattgefunden hat. Aber uns interessieren die kämpfenden Wesenheiten. Sorat als zurückgebliebener Thron stellte die Opposition zu den Thronen dar, die sich vor den Cherubim opferten. Dann betraten die Archai die Bühne und es entstand die Zeit. Danach blieben die Asuras zurück – Wesenheiten, die damals ihre Menschenstufe in der vollen Dunkelheit und Zeitlosigkeit durchlaufen haben und heute Archai sind. Sie sind die Zeit. Es gibt Wesenheiten, die damals Archai und Geister der Zeit waren, es gibt auch Wesenheiten, die zurückblieben und heute zurückgebliebene Archai sind – d.h. „Menschen“, die damals ihre Menschenstufe nicht in rechter Weise durchlaufen haben. Das sind die heutigen Asuras, die einen Anführer haben. Wenn wir heute über zurückgeblieben Wesenheiten reden, müssen wir beachten, wann sie zurückgeblieben sind und was sie damals waren, nicht was sie heute sind. Die Wesenheit, die der Anführer der heutigen Asuras ist, war damals ein Eloah. Auf der alten Sonne wurde er zu einer Macht, obwohl er zurückgeblieben war. Auf dem alten Mond wurde er zur Herrschaft und im Erdenäon zum Thron, allerdings mit dem entgegengesetzten Zeichen. Wenn wir einen Nullpunkt betrachten, so entwickeln sich die rechtmäßig evolvierenden Wesenheiten im positiven Teil und die Zurückgebliebenen fallen ab und entwickeln die Eigenschaften des Bösen. Wenn wir sagen, dass das Prinzip der Dunkelheit auf der alten Sonne durch Luzifer entstanden ist, müssen wir den uranfänglichen Beginn des Prinzips des Bösen – Satanail – in Betracht ziehen. Die Bogomilen sprachen von Satanail und ich stellte mir die Frage, wer damit gemeint war. Sie meinten eigentlich Sorat. Als Sorat eintrat und sich den Thronen entgegenstellte, die sich vor den Cherubim opferten, verwandelte er sich automatisch in einen zurückgebliebenen Thron. Dann begann die Konfrontation. Aber es gab kein Licht und keine Dunkelheit, denn das Licht war noch nicht da. Alles war damals dunkel – auf dem alten Saturn gab es noch kein Licht. Das Licht kam auf der alten Sonne auf. Es tauchte eine feine Resignation auf, so drückte sich Steiner aus. Sie entstand dadurch, dass die Cherubim das Opfer der Throne nicht annahmen. Diese feine Resignation zog Sorat an. Als er erschien, musste auch sein Kontrahent erscheinen. Das ist Christus, der später der Sonnengenius werden sollte. Christus erschien auf der alten Sonne als Gegenbild Sorats. Sorat ist einerseits ein Ich-Wesen, das individuell erscheint, aber gleichzeitig formierte er eine Gruppe aus drei Kategorien von Wesenheiten, die er anführte – die zurückgebliebenen Sechsen. Dann verwandelte er sich in ein Gruppenwesen. Sorat hat zwei Merkmale – ein Ich-Merkmal und ein Gruppenmerkmal. Deshalb wird sich ihm zukünftig die Himmlische Sophia als eine von Christus durchdrungene Gruppenwesenheit gegenüberstellen. Das Ich-Prinzip wird gegen die Negation jedes Ich-Prinzips auf der makrokosmischen Stufe kämpfen. Immer, wenn etwas Dunkles auftaucht, taucht auch das Gegensätzliche auf, deshalb musste auch Christus herabsteigen. Es kam die alte Sonne. Luzifer war damals ein Erzengel. Auf dem alten Mond wurde er zum Archen und im Erdenäon zum Eloah. Deshalb sagte Jehova im Paradies zu Adam: „Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.“ (1, Mose, 2:17). Die Schlange Luzifer – der zurückgebliebene Eloah (da immer gleichwertige Wesenheiten kämpfen), sagte zu Eva: „Nein, ihr werdet nicht sterben, Gott weiß vielmehr: sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Bös“. In den 2000 Jahren, seitdem Christus in Jesus und dessen Leiber bis zu den Knochen eingezogen und zum Menschensohn und Luzifer zum kosmischen Gott wurde, begann Luzifers allmähliche Erlösung durch die Heiligen und Märtyrer. Als er bis zum 20. Jahrhundert erlöst wurde, verwandelte er sich von einem zurückgebliebenen in einen rechtmäßigen Eloah. Nun ist er ein rechtmäßiger Eloah, der viel weiß, da er auch die dunkle Sphäre durchlaufen hat. In seiner Eigenschaft als Eloah nimm er als Vertreter des Heiligen Geistes in der zweiten Hierarchie des Sohnes aus Elohim, Mächten und Herrschaften die niedrigste Stufe ein. Deshalb spielt er die Rolle des Heiligen Geistes, der uns in die tiefsten Christus-Geheimnisse einführen kann. Aus diesem Grunde vermag uns Luzifer die kosmischen Geheimnisse des Christus zu enthüllen, wenn wir die richtige Einstellung zu ihm haben. Wir gehen heute nämlich von der Stufe des Heiligen Geistes, der Engel, Erzengel und Archai, zur zweiten Hierarchie des Sohnes über, wo Luzifer die Rolle des Heiligen Geistes in dieser Hierarchie innehat. Und in der Hierarchie des Sohnes führt der Heilige Geist zum Sohn. Als er auf der alten Sonne zurückblieb, tauchte sofort Ahriman auf, denn Ahriman ist Luzifers Karma. Ahriman gehörte auf der alten Sonne zu den Archai. Auf dem alten Mond war er ein Eloah und im Erdenäon ist er eine Macht, ein Geist der Bewegung. Ahriman ist eine Macht! Steiner erwähnte im Vortrag vor der Christlichen Gemeinschaft in verschlüsselter Weise, dass Ahriman die Absicht hat, die Umlaufbahn der Planeten in unserem Sonnensystem zu ändern. Warum strebt Ahriman das an und kann er es erreichen? Unten in der Erde wirken die Throne. Ihnen gegenüber wirken aus dem Kosmos Mächte und in der Mitte wirken die Elohim, die für das Gleichgewicht sorgen. Sie schaffen die sichtbaren Formen, in denen wir leben. Gerade in den Dynameis erfolgt die Verbindung der planetarischen und der Sterneneinwirkung. Die fünfte Hierarchie der Dynameis, Mächte, kann mit den Planeten arbeiten und ist für deren Umlaufbahnen zuständig. Als eine zurückgebliebene Macht möchte Ahriman die Umlaufbahn der Planeten ändern und Chaos im Sonnesystem verursachen, so dass während seiner Inkarnation überall – nicht nur auf der Erde, sondern auch im Sonnensystem – Chaos herrscht. Was für eine Herausforderung! Wer kann sich ihm gegenüberstellen? Jehova kann das. Jehova war auf dem Mond eingeschränkt in seiner Wirkung, was ein Riesenopfer seinerseits darstellte. Er erledigte seine Aufgabe der Vorbereitung des Leibes für Jesus. Als Christus im Garten Gethsemane einen Schrei ausstieß, nachdem er die Knochen Jesu erreicht hatte und Sich befreien konnte, wurde auch Jehova befreit, der seine Aufgabe erfüllt hatte. Jehova stieg zur geistigen Sonne auf. Laut Beinsa Douno gibt es nämlich eine physische Sonne, eine geistige und eine göttliche Sonne. Wir unterscheiden den physischen Plan, das niederes und das höhere Devachan. Jehova blieb aber wie viele andere Geister damals, die direkt mit Christus verbunden waren, 2000 Jahre lang auf der Elohimstufe. Warum? Weil Luzifer ein Eloah ist. Jehova wehrte ihn im Paradies ab und tat das auch während Luzifer von den Menschen erlöst werden sollte. Jehova sollte auf der Elohimstufe bleiben, um Luzifer abzuwehren, denn Luzifer war stark. Aber seit fünf bis sechs Jahrhunderten gewinnt Ahriman an kolossaler Macht. Luzifer ist jetzt ein rechtmäßiger Eloah, der uns in die kosmischen Geheimnisse einführt. Seit dem 20. Jahrhundert gehört Jehova zu den Dynameis, um sich dem Antichristen gegenüberzustellen. Er ist die Wesenheit, zu der wir eine Beziehung aufbauen sollen, wir müssen ein immer tieferes Verständnis für ihn entwickeln, große Dankbarkeit und außerordentliche Liebe zu ihm empfinden, um sich dem Antichristen gegenüberzustellen. Jehova ist „unser Mann“! Meine Vorlesung aus dem Sommer 2012 bekam als eine Offenbarung den Titel „Die große Schlacht auf Erden“, denn es werden wieder Dynameis gegen Dynameis kämpfen, aber an der Schlacht werden auch die Menschen teilnehmen. Das ist etwas Neues im Kosmos.

Folgendermaßen werden wir Ahriman entgegenkommen: Auf der Erde wirkten der Bodhisattva Beinsa Douno und Rudolf Steiner. Wir nehmen jetzt die Synthese zwischen beiden vor. Das dritte ist die Beziehung zwischen dem bulgarischen, russischen und ukrainischen Volk, danach kommt die Beziehung des ukrainischen und russischen Volkes mit dem deutschen Volk. Die Deutschen dürfen nicht die anderen verachten, sondern sie müssen sich mit den Russen vereinigen, und zwar im geistigen Sinne, in der Weisheit, in Sophia. All das kommt aus Bulgarien, denn das bulgarische Volk ist für die Ich-Evolution der gesamten Menschheit in ihrer ganzen Geschichte zuständig! Und das beginnt zum wiederholten Mal in Bulgarien, hier – und du erlebst das, mein Junge (er wendet sich an einen Gast aus Bessarabien, der in Afghanistan gekämpft hat). Du musst stolz sein, dass du zum bulgarischen Stamm gehörst. Das ist das uranfänglich gotterwählte Volk auf Erden, durch das Gott wirkt. Ich kann zahlreiche Tatsachen darüber angeben, wie das bulgarische Volk sich überall in die Menschenevolution eingemischt hat, indem es Zivilisationen begründet und vernichtet hat.

Davon, wie wir mit Ahriman fertig werden, hängt unsere weitere Entwicklung ab, denn das wird der kleine Krieg aller gegen alle sein. Die Asuras kommen in den sexuellen Orgien zum Vorschein. Unter anderem ist das ungesunde sexuelle Interesse zwischen Männern und Frauen, das zukünftig noch stärker sein wird, eine direkte Attacke gegen die Mysterien der Himmlischen Sophia in der sechsten Kulturepoche, die nicht mit dem Geschlecht verbunden sind. Diese Mysterien sind übergeschlechtlich. So wie das Blut von Christus gereinigt und rosa wird, so werden aus diesen Mysterien ein metamorphosiertes Herz und ein metamorphosierter Kehlkopf herausgehen, die mit dem Geschlecht nichts zu tun haben werden – das Geschlecht wird es nicht mehr geben. Diese heutige Sexualität, hinter der die Asuras stehen, zielt auf die unwiderrufliche Beseitigung der Bewusstseinsseele und des Menschen-Ich. Die ungezügelte Sexualität ist nur ein Teil der asurischen Wirkung. Die Asuras unternehmen eine Attacke gegen die Ehe zwischen der Lilie und der Rose, zwischen der Himmlischen Sophia und dem Christus-Impuls in der sechsten Kulturepoche. Diese Attacke will den Übergang zur neuen Reproduktionsart verhindern und die Reproduktionsart konservieren, welche aus der Abtrennung des Mondes in der lemurischen Zeit entstanden ist. Steiner hat viel über die Geschlechtertrennung und deren Überwindung gesprochen. In einer Imagination, die meine Frau vor einigen Jahren hatte, erbebte die ganze Erde, als würde sie sich spalten, als die Asuras erschienen. Wir sind noch nicht soweit, dass wir uns ihnen gegenüberstellen können. Zukünftig wird es eine entartete Sexualität geben, die von den Asuras inspiriert wird. Sie wird zur vollständigen Beseitigung des Menschenbewusstseins, ja der Menschlichkeit überhaupt führen. Eine tierische, untermenschliche Manifestation des Bösen, des vernünftigen Bösen wird diese Sexualität sein.

Solche vernünftigen Bestien waren die Bolschewiken. Als vernünftige Tiere waren sie die Vorreiter dessen, was uns erwartet. Der heutige durchtrainierte muskelbepackte Mann ist eine verkleinerte vorausahnende Erscheinung der Asuras. In jeden Menschen, der vor lauter Muskelmassen nicht mehr normal laufen kann, wurde sowohl das luziferische, als auch das Ahrimanische in ihrer widerwärtigsten Erscheinungsform eingelegt. Die eigentliche Begegnung mit den Asuras steht uns erst im Krieg aller gegen alle stattfinden bevor. Dann wird auch der Kampf gegen ihren Anführer Asuras stattfinden. In der Zukunft wird sich der 666-Zyklus mehrmals wiederholen, es gibt auch die Anfänge einer noch höhere Eskalationsstufe der Asuras, die allmählich die Bühne betreten. Aber der eigentliche Kampf gegen den Anführer, der wie Luzifer und Ahriman ebenfalls inkarnieren wird, wird auf dem Ätherplan stattfinden. Der Kampf aller gegen alle wird sich nicht so stark auf dem Physischen entfalten, denn dann wird es schon ätherisierte Menschen geben, die sich auf die neue Art reproduzieren. Die Frage ist, wer Asuras selbst entgegentreten wird? Er ist jetzt ein Thron, eine makrokosmische Wesenheit, die auf dem alten Saturn zu den Elohim gehörte. Hier gibt es einen Umstand, der noch nicht ausreichend beleuchtet ist, aber ich werde ihn trotzdem erwähnen.

Wenn eine Wesenheit auf dem alten Saturn ein Eloah mit dem niedrigsten Wesensglied Manas gewesen ist, wird sie auf der alten Sonne zu einer Macht mit Buddhi als dem niedrigsten Wesensglied. Dann wird sie auf dem alten Mond zu einer Herrschaft, deren niedrigstes Wesensglied der Geistesmensch ist. Das ist quasi die Spitze der Himmlischen Sophia, aber mit dem entgegengesetzten Zeichen. Von dort muss der Sprung zu den makrokosmischen Prinzipien erfolgen, damit wir sagen können, dass der Anführer der Asuras heute ein zurückgebliebener Thron ist. Dieser Übergang zwischen mikrokosmischen und makrokosmischen Prinzipien ist gigantisch. Das niedrigste Wesenglied einer Herrschaft ist der Geistesmensch, was wir mikrokosmisch erst auf dem Vulkan erreichen werden. Hier haben wir einen Übergang von der planetarischen zur Sterneneinwirkung Die Frage ist, welche Wesenheit sich Asuras gegenüberstellen soll, die gleichzeitig eine Beziehung zum Planetarischen hat und Vorrechte im Sternenhaften hat? Das ist die Wesenheit Jahwe-Elohim. In Lemurien schenkten uns die Elohim das Ich, was unser einfaches Ich ist, mit dem wir evolvierten und unsere Seele damit evolvierte. Sie bildeten eine Gruppenwesenheit. Die sechs Sonnenelohim zusammen mit Jehova bilden die Gruppenwesenheit Jahwe-Elohim. Darin drückt sich das weibliche Prinzip aus. Sie erreichen eine viel größere Macht durch diese Gruppenwesenheit, sie erheben sich zu der ersten Hierarchie der Throne, Cherubim und Seraphim, also bis zum Sternendasein. Sie können also von oben die Substanz des höheren Ich herunterholen, die uns als Keim hineingelegt werden kann. Sie kann dann als unser wesentlichster Kern wirken. Danach erfüllte die Wesenheit Jahwe-Elohim ihre Aufgaben. Jehova war auf dem Mond, und die Sonnenelohim waren auf der Sonne, bis sie das Christus-Ich in den Ätherlieb Jesu hineingelegt haben. Ab dem 20. Jahrhundert wurde Jehova „offiziell“ zu einer Macht. Die sechs Elohim sind nicht durch das Böse gegangen, sondern haben am Christus-Ich gearbeitet. Ich werde nun zum ersten Mal die Frage formulieren, ob die sechs Elohim nach dem Hineinbringen des Christus-Ich in den Ätherleib Jesu auf die Sonne zurückkehrten, wo ihre rechtmäßige Lebens- und Wirkungssphäre ist oder unten geblieben sind. Ob sie bei der Begegnung Christi mit dem Bösen zu einem Verständnis des Bösen gekommen sind? Jedenfalls hat Jehova, der auf dem Mond mit dem Karma der Menschheit beladen wurde, eine direkte Beziehung zum Bösen, weil er an der Herausbildung des hebräischen Volkes beteiligt war, in dessen Mitte er sich unten mit dem Bösen über Johannes den Täufer und Michael direkt verbunden hat. Ob sich die sechs Elohim mit dem Bösen verbunden haben? Die Frage ist offen. Wichtig ist, dass auch diese sechs Elohim wahrscheinlich ab dem 20. Jahrhundert zu den Dynameis übergehen oder sich zukünftig zu dieser Stufe erheben werden. Das wissen wir noch nicht. Und dann könnten Jehova und die restlichen Elohim in der Zukunft eine neue Gruppenwesenheit bilden, die viel mächtiger sein wird, um gegen Asuras  im Krieg aller gegen alle anzutreten. Über diese Ereignisse äußerte sich Steiner nicht, da sie in der entfernten Zukunft liegen und die Menschheit auf sie noch nicht vorbereitet ist.

Es stellt sich eine weitere Frage: Wer wird Sorat selbst entgegentreten? Das haben wir im Voraus am Anfang gesagt – Sorat (gleichzeitig als Ich und als Gruppenwesenheit, die die zurückgebliebenen Kategorien von Wesenheiten anführt) wird die Wesenheit Himmlische Sophia als eine Gruppenwesenheit entgegentreten, die vom Christus-Ich durchzogen ist. Darin kommt die Ehe zwischen der Himmlischen Sophia und dem Christus-Impuls zum Ausdruck, die in der sechsten Kulturepoche beginnen wird. In der sechsten Kulturepoche wird das Fundament der ganzen Zukunft gelegt werden. Diese Epoche wird eine Vorahnung des zukünftigen geistigen Jupiter sein. Dann werden Frieden und Brüderlichkeit unter den Menschen herrschen, die als gemeinsame Weisheit das Manas besitzen. Der Frieden wird von den Menschen kommen, denn sie werden eine gemeinsame Weisheit in Sophia haben. Die Brüderlichkeit wird vom Buddhi-Prinzip kommen, das die Himmlische Sophia durchströmen wird, denn nur dieses Prinzip gibt die Liebe und die Brüderlichkeit. Diese Brüderlichkeit in der Weisheit und Liebe muss schon jetzt im Voraus und als Urbild des Zustandes in der sechsten Kulturepoche verwirklicht werden, damit wir uns auf die Begegnung mit Asuras und Sorat vorbereiten können.

 

[1] Vgl. „Festvorträge“, Sofia, 19.08.1927, „Der Weg des Schülers“

[2]  In GA 235, Vortrag vom 23.03.1924

 

 

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Die Geheimnisse Johannes‘ des Täufers

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Wlajtscho Zhetschev (15.08.1894 – 08.05.1981)

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Vorlesung, die am 26.10.2014 in der Bibliothek „Videlina“ , Varna vor der Gruppe „Der Geist der Wahrheit“ gehalten wurde

Gebet vor der Vorlesung: Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du immer große Individualitäten unter das bulgarische Volk schickst, die dasjenige tun, was vom Volk in deinem Namen verlangt wird! Amen!

Nach unserer letzten Begegnung dachte ich über zukünftige Themen für das neue geistige Jahr nach, das uns nach der lange erwarteten anthroposophischen Konferenz „Die Seele Europas“ bevorsteht. Sofort kamen zwei Themen in den Vordergrund: das Geheimnis Johannes‘ des Täufers und das Geheimnis der Jungfrau Sophia. Sie werden bemerkt haben, dass in jeder Vorlesung des 2009 angefangenen „Sonnenstrahlen“-Zyklus von der Inkarnation bestimmter herausragender Individualitäten der Menschengeschichte die Rede ist. Durch die Aufdeckung der Mysterien, die mit diesen Individualitäten verbunden sind, beginnen wir, in die karmischen Ketten dieser Individualitäten und die mit ihnen zusammenhängenden Ereignisse einzudringen. Mit anderen Worten beginnen wir, unbekannte Nischen der geistigen Geschichte der Menschheit zu beleuchten, die von der Anthroposophie nicht aufgedeckt worden sind. Der Sinn der Geisteswissenschaft besteht darin, dass sie in uns lebendig wird, damit wir uns auf die bevorstehende Begegnung mit dem Antichristen in den nächsten wenigen Jahren entwickeln und vorbereiten können.  Eine der Folgen der Erscheinung des ätherischen Christus ist es, dass wir bereits hier, auf Erden die karmischen Folgen unserer Handlungen sehen werden und nicht erst wenn wir ins Jenseits gelangen und die Rechnung unseres Handelns präsentiert bekommen.  Deshalb führt die Arbeit in diese Richtung nach und nach zur Aufdeckung der Inkarnationsketten bestimmter Individualitäten. Warum ist die Kenntnis dieser Inkarnationen von großer Bedeutung? Die Antwort können wir als eine geistige Tatsache mitteilen und nicht als eine Erörterung darlegen. Zuerst müssen sich die Lehrer der Menschheit  uns zeigen, dann müssen wir uns mindestens ein wenig als Bewusstsein zu ihnen erheben. Das ist eine okkulte Tatsache, die vor wenigen Tagen empfangen wurde. Dabei waren auch andere Personen anwesend. Zuerst müssen wir eine Beziehung zu den Meistern der Weißen Loge aufnehmen, danach werden sich uns auch Diejenigen zeigen, die die Vertreter der sog. „Bösen“ sind, etwa der Schwarzmagier Klingsor usw., denn es gibt Individualitäten aus der Menschengeschichte, die sich mit dem Bösen verbunden haben und solche, die sich auf die Seite des Guten geschlagen haben.

Über einen Vertreter der Letzteren werden wir heute reden – über Johannes den Täufer, der das älteste Ich auf Erden ist. Wir können ihn ‚den Urmenschen’ nennen, den Adam im gewissen Sinne. Warum bestimmt ihn Rudolfs Steiner als eine Art Adam und warum ist Johannes das älteste Ich der Erde, den der Gott Christus Jesus selbst als den Größten bezeichnet hatte, der von einer Frau geboren wurde? Über keinen anderen Menschen hat Christus so etwas gesagt. Und Johannes ist der Einzige, über den es hieß, dass er der wiedergeborene Elia ist. Gott hat über die Inkarnation von keinem anderen gesprochen. Johannes selbst wusste nicht, wer er im vorigen Leben war. Und wenn man ihm die Frage stellt, ob er Elia ist, sagt er: „Ich bin nicht Elia“. Wenn man die Evangelien mit dem heutigen materialistischen Bewusstsein liest, findet man einen großen Widerspruch, denn Gott sagt, das ist Elia und Johanns selbst verneint es. D.h. man weiß nicht, ob man den Evangelien glauben kann. Natürlich kann man das, es gibt eine Erklärung, warum Johannes nicht weiß, dass er der reinkarnierte Elia ist. Aber darüber etwas später. Lassen wir uns beim Anfang beginnen. Das ist ein umfangreiches Thema und ich hoffe, in den Wintermonaten, mit Gottes Hilfe und neuen Offenbarungen, die nun fehlen, Einiges zu klären, und eine Art Monografie wie „Die Bodhisattvas“ schreiben kann. Dort werde ich versuchen, alles vom Anfang bis zum Schluss zu erfassen, was mir in diesem Augenblick zugänglich ist. Das Mysterium ist wahrhaftig groß! Ich werde sie in Beziehung zum Mysterium der Jungfrau Sophia bringen, aber das wird später deutlich, ob dieses Werk zustande kommt. Ich hoffe es, wenn die Dinge dermaßen in Bewegung gesetzt worden sind.

Warum müssen wir uns mit Johannes dem Täufer beschäftigen? Weil seine letzte Inkarnation der große bulgarische Hellseher Djado Wlajtscho (Opa Wlajtscho) aus dem Dorf Konjowo war. Die Beleuchtung dieser großen Persönlichkeit, die unter uns bis 1981 lebte und mit 87 Jahren starb, hat ihre Bedeutung, denn Djado Wlajtscho ist der Welt absolut unbekannt. Auch den Bulgaren ist er weitgehend unbekannt. Glücklicherweise hat Christo Nanev zwei Bücher über ihn geschrieben. Er hat Materialien gesammelt und  „von seinem Glockenturm“ aus so gut wie er konnte, versucht, diese Persönlichkeit zu beleuchten – das älteste Ich, die mächtigste Seele auf Erden!

Immer, wenn wir ein Thema betrachten, beginnen wir mit dem Anfang und versuchen, bis zur heutigen Zeit zu gelangen und einen Blick in die Zukunft zu werfen. In Lemurien waren wir noch oben, Adam war eine übersinnliche Persönlichkeit, Eva auch – das sind keine konkreten Individualitäten. Unter Adam verstehen wir die übersinnliche Menschheit aus der Zeit, bevor wir begannen, uns unten zu inkarnieren. Unter Eva verstehen wir die Menschheit auf einer noch älteren Stufe in der polarischen Zeit, bevor überhaupt die Idee kam, hinunterzusteigen. Aber die Frage ist, wer Johannes der Täufer ist und warum wir über ihn wie über einen Adam sprechen können. Adam ist der Erste, der, bildhaft ausgedrückt, hinunterstieg und durch den die Luziferisierung der Menschheit zustande kam. Die luziferischen Wesenheiten begannen, unseren Astralleib, und zwar die Empfindungsseele anzugreifen. Unmittelbar nach dem Sündenfall begannen wir hinunterzusteigen und wurden angegriffen. Es bestand auch die Gefahr, dass unser Ätherleib geraubt wurde. Deshalb wurde ein Teil der reinsten ätherischen Kräfte oben in der Mutterloge auf der Sonne unter der Leitung Manus abgetrennt. Dieser Teil ist die nathanische Seele. Seitdem besteht die Trennung des Urmenschen Adam, der irdisch werden musste von der nathanischen Seele, die als der übersinnliche Mensch oder das Urbild dieses Erdenmenschen blieb. Je tiefer die Erdenmenschheit, als eine Art Adam  hinunterstieg, desto größer wurde der Abstand zwischen der nathanischen Seele oben, dem reinen Urbild des Menschen vor der Versuchung, und dem irdischen Adam, der immer tiefer hinunterstieg. Seitdem begehrt diese Seele leidenschaftlich, sich mit ihrem himmlischen Urbild zu verbinden. Diese Individualität nahm an der Rettung der Menschheit in der sog. Mondenkrise teil. Was ist die Mondenkrise?

Nach unserem Sündenfall oder Hinunterstieg auf die Erde hatte sich der Mond in Lemurien noch nicht von der Erde abgetrennt. Das geschah vor 35000 Jahren. Diejenigen, die zum ersten Mal das hören, sollten wissen, dass die von der offiziellen Wissenschaft erwähnten Millionen und Milliarden von Jahren seit der Schaffung der Erde nicht stimmen. Es sind reine Phantasmen, wenn ein Wissenschaftler z.B. sagt, der Kosmos wäre vor vier Milliarden Jahren entstanden, andere reden von fünf Milliarden Jahren, man hat keinen Respekt vor den großen Zahlen. Dinosaurier vor 200 Millionen Jahren oder 300 oder 100 – jeder datiert sie nach seinem Belieben. Der Mond, den wir heute kennen, spaltete sich von der Erde vor etwa 35000 Jahren ab. Davor war die „Mondenkrise“. Unten auf der Erde blieben nur die Iche, die gesündesten Seelen, die die Inkarnationskette der Menschheit aufhalten sollten, damit sie nicht abbricht und damit sie sich auch weiter in der Zukunft entwickeln kann. Einer dieser Iche war derjenige, den wir als Johannes den Täufer aus der Zeitenwende kennen. Er hatte die Seelenkraft, um den außerordentlich stagnierenden Mondenkräften standzuhalten, denn die Sonne erhöht die Vibrationen und der Mond wirkt stagnierend. Die Sonne hatte sich in der hyperboräischen Zeit mit den sechs Sonnenelohim abgespaltet, der Mond hatte sich noch nicht abgespaltet und dann gab es diese Mondenkrise. Bei ihr hielten die zwölf Bodhisattvas und der zukünftige Johannes der Täufer  unten auf der Erde der Spannung stand. Die Menschenseelen waren auf den sieben Planeten verteilt, weshalb sie später unterschiedlich gefärbt  waren – als Merkurtyp, Venustyp usw., nach den verschiedenen Atlantisorakeln. Dort war wahrscheinlich auch Skythianos – zum ersten Mal erwähne ich das hier -, der zum Träger dieses uralten Wissens über das Wesen des physischen Leibes bzw. des Phantoms wurde;  dort waren die Bodhisattvas, Johannes und andere, deren Individualitäten uns wohl in der Zukunft bekannt werden. Nachdem sich der Mond abspaltete, verband sich Jehova, der siebte Elohim mit ihm. Er ist der mächtigste aller sieben Elohim unseres Sonnensystems. Später wird etwas sehr Wichtiges über Jehova gesagt werden. Gerade weil Johannes mit den Bodhisattvas von Anfang an verbunden ist, besteht diese Verbindung auch später. Johannes ist mit der nathanischen Seele verbunden und suchte sie später. Johannes ist mit Jehova verbunden, denn Jehova war derjenige, der die Form des Menschen erschaffen hatte. Johannes ist mit Erzengel Michael verbunden, denn Letzterer nahm auch an der Erschaffung des Menschen und dem Aufbau seiner Form teil. Folglich war diese bemerkenswerte Individualität der Menschheit mit den wichtigsten Individualitäten karmisch verbunden: sowohl mit geistigen Wesenheiten als auch Menschenindividuen, denen er später begegnete und mit ihnen bei der Verwirklichung seiner Aufgabe in Kontakt trat. Johannes hat auch eine wichtige Beziehung zur Mutterloge auf der Sonne, die das ganze geistige Leben der Menschen antreibt. Unter der Leitung Manus, des zukünftigen Noahs werden dort die Ätherkräfte aufbewahrt. Wegen dieser Verbindung fand er später die karmische Vorbestimmung, inmitten des Volks Israel zu inkarnieren.

Andere Wesenheiten, zu denen er eine Beziehung hatte, sind die sog. Mondenlehrer, die in der lemurischen Zeit unten waren. Später zogen sich diese Mondenlehrer auf dem Mond zurück, haben eine Kolonie aufgebaut und leben dort auf dem Astralplan. Sie hatten die höhere, kosmische Weisheit zu der Erdenmenschheit heruntergeholt. In den Veden und dem Vedanta finden wir den allerletzten Widerhall dieser wahren geistigen Weisheit.

Danach trennten sich die Mondenlehrer vom Mond und führen jetzt ein astralisches Leben. Als sie noch die Führer der Erdenmenschheit waren, der Menschenmasse, die noch keine Ich-Individualisierung hatte, inkarnierten sie nur ätherisch. Sie trennten sich oben auf dem Mond. Bekannterweise geht jede Seele nach dem Tod durch die Mondsphäre, danach steigt sie in die höheren Sphären auf. Ein Drittel der Dauer des letzten Erdenlebens verbringt die Seele nach dem Tod in der Mondsphäre, bevor sie die Sonnensphäre erreicht, wo sie sich auf das nächste Leben vorbereitet. Die ersten Wesenheiten, denen jede Seele in der Mondsphäre begegnet, sind die Mondenlehrer, die sich um das Karma der Menschheit kümmern. Damit also diese herausragende Individualität, das Urbild der Menschheit, das Ur-Ich schlechthin, in das hebräische Volk hinuntersteigen konnte, musste sie für diese Aufgabe durch die Mondenlehrer karmisch bestimmt und mit der Mutterloge auf der Sonne verbunden werden. Die Mutterloge ist eine Art Repräsentanz der Wesenheit Himmlische Sophia auf der Sonne und von dort wird das geistige Leben unten gesteuert. Die Bodhisattvas ihrerseits formierten gegen Mitte der atlantischen Zeit jene geistige Loge im höheren Devachan, jenseits der Vorsehung, und leiten von dort aus das geistige Leben der Menschen. Das Sonnenorakel der Atlantis war der Vertreter der Erde in der Mutterloge und Johannes war auch in diesem Orakel. Steiner begann erst spät über die Inkarnationen dieser Persönlichkeit als Elia, Johannes, der Maler Raffael und der deutsche Romantiker Novalis zu sprechen. Zum ersten Mal erwähnte er sie 1905, dann 1910 und 1924. Damit diese Individualität dort inkarnieren konnte, hatte sie eine Beziehung zum atlantischen Sonnenorakel, dass eine irdische Widerspiegelung der Sonnenloge war. Wir sehen, dass seine Beziehung zu Manu auch lange dauerte. Steiner erwähnt keine anderen Inkarnationen dieser Individualität, außer einer sehr interessanten, die Sie nun vielleicht zum ersten Mal hören werden. Im sechsten Jh.v.Chr. war sie auf der Balkanhalbinsel und auf Sizilien, wo die Mysterien Pythagoras stattfanden. Die Frage, die wir uns stellen können, ist, warum diese Individualität auf einmal ihre Inkarnationen im hebräischen Volk abbrach und an einen anderen Ort dirigiert wurde, wo sie eine völlig unterschiedliche Inkarnation hatte. Aus Christo Nanevs Büchern erfahren wir, dass Djado Wlajtscho selbst Folgendes sagte, als er nach der Beziehung zu Bojan Boev, dem Schüler Beinsa Dounos (ein wichtige Inkarnation Bojan Boevs in der Zeitenwende wurde in der Vorlesung Der soziale Organismus und der Pfingstgeist gelüftet) gefragt wurde: „Während der Bogomilenzeit waren wir leibliche Brüder. Bemerken Sie, was Djado Wlajtscho zu den Verfolgungen hinzufügte: „Er seufzte und sagte: „Er hielt dem Folter und der Vertreibung stand“. Er teilte keine Details mit, man weiß nicht, ob das sich in Bulgarien oder im Westen ereignete, wo sie die Inquisition verfolgte oder in den Bergen Bosniens, wo nun die Pyramiden stehen. Aber er war während der Zeit der Bogomilen inkarniert. Das scheint logisch zu sein, denn von der Zeit Johannes‘ des Täufers bis zum 15. Jahrhundert und Raffael haben wir 15 Jahrhunderte. Es kann nicht sein, dass diese Individualität nicht inkarniert war. Bedenken Sie, wie oft die Inkarnationen vor der Zeitenwende erfolgten. Das sind: Phinees (Pinchas) zur Zeit Moses ca. 13 Jahrhunderte v. Chr., dann Elia, ca. neun Jahrhunderte v.Chr., dann die Inkarnation im sechsten Jh.v.Chr. und dann die Inkarnation in der Zeitenwende. Die Inkarnationen erfolgen also alle drei oder vier Jahrhunderte. Vor Pinchas kennen wir keine, es werden keine erwähnt, da sie offenbar nicht so wichtig waren. Ob das stimmt, wird die Zukunft zeigen. 15 Jahrhunderte lang schien es keine Inkarnation zu geben. Und was stellt sich heraus: als der Schlüssel ‚Djado Wlajtscho‘ uns gegeben wurde,  konnten wir lesen, was er selbst über seine Inkarnation in der Zeit der Bogomilen erzählte. Später werden wir auch sehen, warum diese Persönlichkeit unter den Schülern Pythagoras‘ war. Auf einmal wird es sehr spannend: warum brauchte das älteste Ich der Erde, die gesündeste Seele diese zwei Inkarnationen, über die Steiner keine Erklärungen gibt. Er erwähnt an keiner Stelle die Bogomilen, Djado Wlajtscho natürlich auch nicht, er war ja zur Zeit Steiners noch inkarniert. Wir müssen also versuchen, die geistige Logik zu erfassen, die hier existiert. Aber vorher wollen wir die ganze Logik der Entwicklung dieser herausragenden Individualität finden – wie sie sich in die menschliche Geschichte einmischt, was sie auf eine außerordentliche Art tat. Bis zur Zeitenwende bestand die Tätigkeit dieser Individualität darin, die Ankunft Christi vorzubereiten. Sie mischte sich in den wichtigsten Augenblicken ein, um im Durcheinander des gotterwählten Volkes Ordnung zu bringen, als die Mission der Schaffung von Leibern für Christus zu scheitern drohte.

Wir wissen, dass ca. 2000 Jahre v.Chr. Abraham aus dem wahrscheinlich bulgarischen Chaldäisch Ur aufgerufen wurde, in das Gelobte Land zu ziehen, wo er den Anfang des gotterwählten Volks über Isaak, Jakob und die zwölf Stämme setzte. Abraham wurde von Jehova durch Melchisedek mit dem Brot und Wein eingeweiht. Das Brot bedeutet immer den physischen Leib im Okkultismus und der Wein – den Ätherleib, die Ätherkräfte. Deshalb weihte Melchisedek, der frühere Noah, Abraham in dieses Mysterium ein, denn die Hauptaufgabe des Volkes Israel bestand darin, den physischen und Ätherleib für Gott zu schaffen. Nicht den Astralleib, dieser wurde anders geschaffen. Jehova zeigte über Melchisedek den Himmel und die Sterne und sagte zu Abraham, damals noch Abram: „Ich will dich reichlich segnen und deine Nachkommen so überaus zahlreich werden lassen, wie die Sterne am Himmel“. Hier meinen „die Sterne“ das Astralische. Aus dem Makrokosmos, Makroastralischen, aus dieser riesigen geistigen astralischen Aura, die sich um das zukünftige hebräische Volk bildete, wollte Christus persönlich seinen Astralleib für die Zeitenwende formieren. Die Quintessenz dieses Astralischen wollte Er als Astralleib in den nathanischen Jesus einbringen, in das Kind, das im Stall geboren wurde, nicht in das Kind, zu dem die drei Könige kamen. Dieser Astralleib musste auch eine Beziehung zum hebräischen Volk haben. Aber warum hatte dieses Volk nicht die Aufgabe, den Astralleib für den Gott zu schaffen, sondern nur den physischen und den Ätherleib? Aus dem Grund, dass die Kräfte der Vererbung im physischen Leib wirken. Jeder weiß, dass er seiner Mutter und seinem Vater in der Struktur ähnelt. Im Ätherleib wirkt die Vererbung auch und in diesen beiden, im physischen Leib und im Blut, wenn in ihnen das Ätherische wirkt, musste die Blutlinie fortgeführt werden. Geschieht das, so wird auch die physische Linie fortgeführt, denn sie ist die Folge der Fortführung der Blutlinie. Das war nämlich die Hauptaufgabe des israelischen Volkes, in die Abraham eingeweiht wurde. Deswegen kamen die drei Engel zu ihm, wie es im Alten Testament steht, eigentlich die drei Erzengel. Es wird nicht erklärt, wer sie sind, aber wir wissen, dass es Michael, Gabriel und Raphael waren. Die Drei weihten Abraham in das Geheimnis der drei Leiber ein. Bei ihm blieb nur ein Erzengel, der ihn in das Geheimnis des physischen Leibes einweihen sollte als den wichtigsten der drei Leiber. Ich vermute, dass dieser Erzengel Michael war. Die beiden anderen schütteten Feuer und Schwefel über Sodom und Gomorra aus, wo der große moralische Zerfall stattfand. Das Feuer bedeutet die Astralkräfte und der Schwefel – die Ätherkräfte. Heute wird gerätselt, ob eine Atombombe gefallen war, denn während der Flucht Lots blickte seine Frau zurück und wurde zu einer Salzsäule. Zu Salz wurden die Menschen in Hiroshima, als die radioaktive Strahlung sich in der Stadt ausbreitete, wenn man sie berührte, zerfielen sie. Nun gibt es Überlegungen, ob über Sodom und Gomorra eine Atombombe gefallen war. Es war keine Atombombe, sondern etwas ganz anderes – die Bestrafung dieser Städte erfolgte auf eine übersinnliche Art, über sie ergossen sich übersinnliche Äther- und Astralkräfte. Und da Lots Frau nicht in das Geheimnis des physischen Leibes eingeweiht worden war, wurde sie zu einer Salzsäule, sie konnte dem nicht standhalten, was sich über die beiden Städte ergoss.

Über die Beziehung der drei Erzengel zu den Vorstufen zum Golgatha-Mysterium haben wir gesprochen, die ein grandioser Plan sind. Diese Erzengel sind auch an den drei Opfern Christi beteiligt, als über die nathanische Seele unsere zwölf Sinne des physischen Lebens, unsere sieben wichtigsten Lebensorgane und der Ätherleib und unsere drei Seelenkräfte und unser Astralleib gerettet wurden.

Abram wurde eingeweiht und wurde zu Abraham, seine Frau Sarai wurde zu Sarah. Bei der Einweihung erhält man immer einen anderen Namen. Einen entfernten Widerhall dieser Tradition finden wir heute bei den Mönchen: wer Mönch will, wird aus Ivan Petrov etwa zu Inokentij (Innozenz), er hat sich von der Welt getrennt und ist ein neuer Mensch geworden. Damals war es auch so.  Abraham begann mit der Erfüllung seiner Aufgabe. Jeder, der das Alte Testament gelesen hat, kennt die Geschichte. Wir kommen zu Moses, bei dem zum ersten Mal etwas Grandioses geschieht – es gibt die erste Offenbarung des Gottes, eigentlich Jehovas bzw. Christi Offenbarung über Jehova an die Menschheit. Wenn Jehova Moses erscheint,  kann Moses ihm nicht ins Gesicht schauen und verhüllt sein Gesicht.  Er hätte es sonst nicht ausgehalten. Er konnte auch aus seinem physischen Leib nicht völlig austreten, so wie es bei der früheren Einweihung der Fall war, um dem Gott von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Deshalb heißt es im Alten Testament, dass er in der Felskluft war. Der Felsen – das ist der physische Leib, sein physischer Leib bekommt Risse, er kann nicht austreten und Gott astralisch begegnen. Gott erscheint ihm in Donner und Blitz über Sinai. Der Donner bedeutet im Okkultismus den Gedanken und das Feuer symbolisiert das Ich. Wenn wir heute darüber reden, müssen wir das bedenken – der Donner ist das Denken und das Feuer – das Feuer des Ich. D.h. das heutige Sprechen muss Donner und Blitz sein, es muss eine Beziehung geben zwischen dem Gedanken und dem Feuer des Ich – dem Herzen. Das bedeutet praktisch das Explodieren des Ich. Christus erscheint über Jehova dem Moses in den Naturelementen und Moses ist der erste, der den großen Aufruf „Ich bin, der ich bin“ hörte. Er begriff aber nicht, dass Christus über Jehova zu ihm sprach. Über Jehova steht es im Alten Testament ab Moses aufwärts. Moses ahnte nicht, dass in diesem Jehova in Wirklichkeit Christus war. Abraham erreichte das Gelobte Land, er führte sein Volk dorthin, konnte aber das Land nicht betreten, weil er nicht zum wahren Erleben des „Ich bin“-Prinzips in seinem Inneren gekommen war, sondern eine äußere, naturmäßige Offenbarung erhielt. Der wahre Sinn des „Ich bin“-Prinzips besteht darin, dass es im Inneren des Menschen zu leben beginnt. Der Mensch beginnt dieses Prinzip und Christus in seinem Inneren zu erleben. Der Sinn unserer ganzen Evolution bestand in der Ankunft Christi, im allmählichen Eintauchen seines Ich in unseres, so dass wir beginnen, Christus von innen zu erleben. Aus diesem Grunde sagte Beinsa Douno über den ätherischen Christus: „Christus wird nicht ein zweites Mal auf dem physischen Plan erscheinen, Er wird durch die Herzen und Seelen der Menschen kommen“[1], d.h. wir müssen Ihn innerlich erleben und finden. Was das bedeutet, darauf kommen wir später. Nun werden wir weiter den Faden verfolgen.

In Moses’ Zeit stand das Volk Israel vor seiner ersten großen Herausforderung. Damals wurden manche Israeliten vom Baalskult beeinflusst, es handelte sich hierbei um reine Sexualkulte, d.h. solche, die mit der Vererbung zusammenhingen, denn der Sex ist damit verbunden. Es bestand die ernsthafte Gefahr, dass das Blut verunreinigt wurde. Dann wäre Jehova wütend geworden und hätte das ganze Volk physisch vernichtet. Dann hätte der Astralleib Christi kein passendes Gefäß gefunden und die ganze Mission zur Ankunft Gottes und zur Rettung der Menschheit wäre gescheitert. Genau in diesem Augenblick mischte sich Pinchas (Phinees) ein, Aarons Enkel, der Moses‘ Bruder war. Da Moses stotterte, sprach Aaron für ihn. Damals gab es diese Sexualkulte, aber ohne die Sensualität der Ich-Menschen, die wir heutzutage besitzen. Heute ist der Sexualmissbrauch etwas völlig anderes im Vergleich zu damals, als es noch keine Ich-Bewusstmachung gab. Wir können eine Parallele ziehen zum Islamischen Staat, wo heute Menschen geköpft werden und das als etwas Gutes und Normales gilt, wofür man im Himmel entlohnt wird. Diese Menschen haben eine verlangsamte Entwicklung des Ich, was für den heutigen Christen, dessen Ich Fortschritte gemacht hat, grausam ist. Dort gibt es öffentliche Massenhinrichtungen, die niemanden beeindrucken, es ist, als wäre man 3000 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Vor 3000 Jahren konnte so etwas geschehen und es war üblich, nun empfinden wir es als furchtbar, besonders wenn Kinder Zeugen von Hinrichtungen werden. Warum ist das so passiert? Am frühesten, in der dritten nachatlantischen Zeit (vor 3500 Jahren) entwickelten jene Menschen ihr Ich, die jetzt in den germanisch-skandinavischen Ländern leben. Allerdings besaßen sie keinerlei äußere Kultur. Sie waren sehr zurückgeblieben, was die äußere Kultur betrifft, sie wohnten in Erdhütten schliefen auf Stroh usw. Sie hatten ihre Götter, die unter anderem von den Bulgaren gegeben wurden, und die Ich-Entwicklung begann zur Zeit der Empfindungsseele. In der griechisch-römischen Zeit entwickelten die lateinischen Völker das Ich-Prinzip und eine äußere Kultur, während die Völker in Ägypten, Chaldäa, Mesopotamien, Irak, dort, wo jetzt Araber leben, in der dritten nachatlantischen Zeit herausragende Kulturen entwickelten, die damals vorherrschend waren. Sie hatten keinerlei Ich-Entwicklung, jedoch eine entwickelte äußere Kultur. Diese Menschen blieben in der Entwicklung des Ich-Impulses zurück und begannen erst jetzt, in der fünften Kulturepoche den Ich-Impuls zu entwickeln. Dieser verspätete Ich-Impuls in der fünften Kulturepoche führt zu solchen Ergebnissen, die wir beobachten können, weil er mit dem Islam vermischt wird, der sich in den 1500 Jahren auf seine spezifische Art entwickelte. Dort gibt es enorme Herausforderungen, zumal in der Nähe auch das Heilige Land ist und dort ist der ätherische Mittelpunkt der Erde. So wie unser ätherisches Zentrum das dritte Auge ist, so ist dort auf dem Golgatha-Hügel das ätherische Zentrum der Erde. Dort in der Nähe wütet nun der Islamische Staat. Deshalb bedürfen wir eines sehr guten okkulten Verständnisses der dortigen Ereignisse. Warum sind diese Menschen so und warum handeln sie so: wir müssen in ihr Denken eindringen, um sie zu verstehen.

Pinchas mischte sich damals blitzschnell ein und tötete den Israeliten und die Midianiterin, die zum fremden Stamm gehörte, denn das Blut durfte nicht vermischt werden. Pinchas gehörte zum Stamm Levi aus den zwölf Stämmen, den zwölf Söhnen Jakobs. Aus dem Stamm Levi sind die Hohenpriester. Der Stamm Simeons vermischte sich viel mit den benachbarten heidnischen Völkern und musste es büßen. Pinchas durchbohrte den Israeliten und die Midianiterin  mit seinem Spieß und aus ihren Körpern floss kein Blut. Warum? Weil die Hohenpriester des Stamms Levi rein sein sollen und nicht durch einen Mord belastet, sonst hätte das dem Gebot „Du sollst nicht töten“ widersprochen. Da Moses die Offenbarungen äußerlich in der Natur erlebte, sah er das ätherische Brennen des Dornbusches. Alles, was als Offenbarung Christi durch Jehova, als „Ich bin, der ich bin“ kam, finden wir in den Zehn Geboten. Von außen, durch Gebote wurde das Leben gesteuert. Der Mord, das Blutvergießen hätte dazu geführt, dass ein Mitglied des Levi-Stammes schmutzig geworden wäre, er hätte nicht mehr Hohenpriester sein dürfen, der ganze Stamm wäre belastet gewesen. Jehova sparte ihm das und Pinchas blieb rein. Nicht nur das, Jehova war sehr zufrieden und gab ihm den Bund des ewigen Priestertums, d.h. in seinen nächsten Inkarnationen musste er nicht zum Hohenpriester-Stamm gehören (das ist tatsächlich so, sowohl Elia, als auch Johannes waren Priester) und war trotzdem für immer ein Priester. Er wurde sogar zum größten Priester dieses Volkes in seinen Inkarnationen als Elia und Johannes der Täufer. Elia ist der größte Prophet des jüdischen Volkes, und man kann sagen, der Menschheit.

Es wurden wegen des Baalkultes 24000 Männer der Israeliten getötet. Achten Sie auf den Rhythmus: Pinchas rettete das Volk Israel physisch, den physischen Leib, den sie für den Gott formieren sollten. Es wurden 24000 Männer umgebracht – das sind 2×12000. Hier gibt es gewisse Gesetzmäßigkeiten, dass der physische Leib von den luziferischen und ahrimanischen Kräften attackiert werden kann. Und da der physische Leib mit dem Tod verbunden ist und der Ätherleib – mit der Geburt, ist von 24000 Ermordeten die Rede. Hier sprechen wir von der Beziehung der Zahl 12 zum physischen Leib, denn wir wissen, dass dieser dem Tierkreis entstammt ist – von Fische zu Widder. Deshalb sind der physische Leib und die 12 miteinander verbunden. Deshalb wurden diese 24000 dort umgebracht, Pinchas erfüllte seine Aufgabe und wurde später als Elia wiedergeboren. Damals gab es einen neuen Kult. Ich mache nur eine Klammer auf – die beiden, die Pinchas tötete – den Israeliten Zimri und die Midianiterin Kosbi waren später höchstwahrscheinlich als die neuen Feinde dieser Individualität inkarniert – der König Ahab und seine Frau Isebel. Isebel war wie ein Dämon und regte Ahab an, Elia zu töten. Elia war eine Bodhisattva ähnliche Wesenheit, das ist ein Schlüsselmoment bei dieser Individualität. Er ist so mächtig, dass er  wie die Bodhisattvas nicht vollständig in eine Person inkarnieren konnte. Wir wissen, dass sich die Bodhisattvas in den alten Zeiten über das physische Gefäß erhoben und die Beziehung zu diesem schwächer war, so dass der Bodhisattva den Tod nicht spürte, wenn das Gefäß starb. Erst bei Gautama Buddha im sechsten Jh.v.Chr. können wir von einem wirklichen Erleben des Todes sprechen. Am wirklichsten hat den Tod Jeschu ben Pandira erlebt, der 100 Jahre vor Christi eine der Inkarnationen des siebten und letzten Bodhisattva Beinsa Douno war.

Elia war so mächtig, dass er wie eine Aura das ganze Volk Israel umhüllte. Er wanderte zwar auf der Erde und hatte einen physischen Leib, aber er erhob sich über diesen. Eine andere Person, durch die er wirkte, denn er konnte durch verschiedene Menschen wirken, war Naboth, der kurz in der Bibel erwähnt wird. Er hatte einen Weinberg. Der Weinberg steht immer für die Ätherkräfte, der Wein – das ist das Ätherische. Ahab versuchte, von Isebel angestachelt,  Naboths Weinberg abzukaufen ( ahrimanische Versuchung) oder ihn gegen einen anderen Weinberg zu tauschen (luziferische Versuchung). Naboth lehnte es ab und wurde ermordet. Es ist als ob Elia ermordet wurde, obwohl der wahre Elia nicht ermordet wurde, sondern vor dem Propheten Elischa (Elisäus) auf einem Feuerwagen mit Feuerpferden in den Himmel entrückte. Das bedeutet, dass er sich im Feuer des Ich erhob, das ist der Sinn der Feuerentrückung. Warum mit dem Feuer des Ich? Denn die Ich bin-Offenbarung, die Moses äußerlich erlebte, aber die nicht seine innere Fähigkeit war, wurde zu einem gewissen Grad Offenbarung des Elia als Ich des Ich-bin-Prinzips. Hier beginnt das Erwachen des Gewissens, das das Hauptwerkzeug zum Erleben des Gottes in der Menschengeschichte wird. Gestern hat der Schauspieler Dejan Donkov etwas Erstaunliches in einer Sendung gesagt: „Das Gewissen ist der Gott in uns“. Weiß dieser Mann überhaupt, was er sagte? Das ist erstaunlich! Bemerkenswert ist es auch, dass Christo Nanev sein Buch über Djado Wlajtscho mit den Worten beginnt: „Das Gewissen war sein Hauptmerkmal“. Und das ohne zu begreifen, worum es geht! Der erste Ausdruck des Gewissens kommt dann zustande, wenn das Ich-bin-Prinzip beim Menschen zu wirken beginnt. Das hat als Keim bei Elia angefangen. Diese Verinnerlichung des Christus (der noch nicht gekommen ist) in seinem Inneren, des Ich-Prinzips, führte zum Aufkommen solcher Kräfte aus dem Untergrund seiner Seele und er konnte die großen Wunder vollbringen, die niemand bis zu jener Zeit gemacht hatte – die Vorräte der Witwe gingen nie aus, ihr Sohn wurde aus den Toten auferweckt usw. Warum konnte er diese Wunder vollbringen? Weil das Ich-Prinzip, das innerlich erlebt wurde, zu grenzenlosen Möglichkeiten führen kann. Deshalb sagte Christus auch: „Wer an mich glaubt, wird die gleichen Taten vollbringen wie ich – ja, sogar noch größere“ (Joh.14:12)

Warum wird das im Neuen Testament gesagt?  Je mehr ein Mensch dieses Prinzip erlebt  – „Nicht ich, sondern der Christus in mir“ -, desto mehr Kräfte werden ihm gegeben, mit den äußeren Naturkräften, mit menschlichen Kräften zu wirken. Dieser Mensch beginnt, Gott-ähnlich zu werden. Aber das muss von einer kolossalen Stärke der Moral begleitet sein. Es ist bemerkenswert, wie Djado Wlajtscho selbst sagte: „Damals unter den Bogomilen hielt ich den Folterungen nicht stand, aber mein leiblicher Bruder (Bojan Boev) hielt stand.“

Naboth starb, aber die Ätherkräfte im Volk Israel wurden bewahrt, das den Ätherleib entwickeln sollte. Über Pinchas wurde der physische Leib gerettet und hier wurden die Kräfte für den Ätherleib gerettet. Und hier steht in der Bibel: die Baal-Propheten wurden ermordet, hier wurden 7000 Männer ausgesondert. Es heißt nicht, dass sie umgebracht wurden, das ist etwas ganz anderes, denn es geht um die Rettung des Ätherleibes. As Elia in den Himmel entrückte, ließ er nur seinen Mantel zurück. Er ging aus der Höhle allein heraus, also aus seinem physischen Leib, Moses konnte das nicht und musste sein Gesicht mit seinem Mantel verhüllen, um Gott zu begegnen. Was ist das für ein Mantel, den Elia hatte? Das ist die übersinnliche Aura, die die Entelechie oder das geistige Wesen von Elia beherrscht, die sich nicht verkörpern kann. Es ist eine mächtige Aura, die das ganze Volk umhüllt. Das ist nicht die Astralaura, aus der Christus seinen Astralleib erschaffen wollte, sondern die Aura der Individualität Elia selbst. Sie wirkt wie die Gruppenseele des ganzen Volkes, es geht hier um eine mächtige Individualität! Das Volk Israel hatte einen Erzengel – Michael. Stellen Sie sich vor, was für eine Beziehung Elia zu Michael hatte, um unten auf der Erde als Gruppenseele des ganzen Volkes zu fungieren, während Jehova, der mächtigste der Elohim, oben war. Dieses Volk, das das Gefäß für Gott liefern sollte, wurde sehr stark beschützt. Hier sehen wir die Einmischung aller vorhandenen und mächtigsten Kräfte. Elia ist wie eine Aura, die sie umhüllt und die durch verschiedene Individualitäten wirkt, deshalb wissen die dunklen Kräfte nicht, wen sie töten sollen, so wie Christus in der Zeitenwende durch unterschiedliche Individualitäten wirkte. Deshalb küsste ihn Judas, damit die Dunklen wussten, wen sie fassen sollten.

Der Mantel Elias ist also sehr wichtig – das ist seine Kraft als Aura, die ihn umhüllt. Als er in den Himmel entrückte, warf er seinen Mantel auf Elischa – seinen ersten Schüler und zukünftigen Propheten. Und hier möchte ich eine okkulte Tatsache mitteilen, dieser Elischa ist heute inkarniert. Er war ein mächtiger  Prophet, aber heute befindet er sich in diesem Zimmer. Es geht nicht um mich, nur soviel werde ich dazu sagen. Dadurch, dass Elia ihm seinen Mantel zuwarf, wurde Elischa zu einem solchen Propheten und konnte seine Mission fortsetzen, damit es auch alle zukünftigen biblischen Propheten wie Daniel, Maleachi usw., geben konnte, dank dieser Aura arbeitete Elia von oben übersinnlich mit ihnen.

Diese Propheten lebten in ihren früheren Leben in anderen Völkern. Als sie unter den Israeliten auf dem physischen Plan inkarnierten, brachten sie als von ihren früheren Völkern etwas mit. Elia wirkte von oben als die mächtigste Aura und unten im Volk Israel erfolgte eine Synthese verschiedener Völker mit ihm. Deshalb waren diese Propheten so bemerkenswert. Als die Juden sie später töteten, rügte sie Christus in der Zeitenwende: „Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind!“ (Math. 23:37) Beinsa Douno sagte dazu: “ Apostel Paulus sagte, dass in den alten Zeiten Gott zu den Menschen durch die Propheten sprach, aber sie glaubten ihnen nicht; dann sprach Er zu ihnen durch Seinen Sohn, und sie glaubten wieder nicht, es gab eine Zögerung. Nun kommt Gott, auf eine andere Art zu sprechen – zu den gegenwärtigen Menschen wird Gott durch die Wahrheit sprechen – den höchsten Gipfel, der von allen gesehen werden wird“[2]. Das ist die Taufe mit dem Geist und Feuer, mit dem Heiligen Geist und dem Feuer des Ich. Aber darüber etwas später. Elia überwachte also alles von oben. Im sechsten Jahrhundert v.Chr. inkarnierte er auf der Balkanhalbinsel und war später auf Sizilien als Schüler in Pythagoras‘ Schule. Warum geschah das? Bei Johannes dem Täufer musste in der Zeitenwende eine vorherige Synthese der beiden großen Strömungen erfolgen – das bleibt mehr oder weniger außer Acht. Johannes der Täufer konnte nicht plötzlich auftauchen, obwohl er das erhabenste Ich ist, und eine Verbindung zwischen Zarathustras Strömung und Buddhas Strömung herstellen, denn durch Johannes kam die Erneuerung des Buddha-Impulses. Die Predigt Gautama Buddhas in Benares hört sich an wie eine Predigt von Johannes. Zu Zarathustra besteht auch eine direkte Beziehung, denn er war der direkte Fortsetzer des Werk Moses‘ und in Moses war der Ätherleib Zarathustras, folglich ist er mit dieser Strömung verbunden. In Johannes dem Täufer mussten sich also prophetisch die beiden großen Mysterien begegnen, der nördliche und der südliche Weg, die sich als Hirten und Weisen im Christus begegneten. Einzig Christus konnte diese Vereinigung vornehmen, kein anderer konnte das machen.Es musste ein Wesen aus einer anderen Richtung kommen, um das zu erledigen. Johannes musste zu Pythagoras nach Kroton gehen. Warum? Denn Pythagoras ist höchstwahrscheinlich bulgarischer Herkunft, zumindest seine Mutter stammt von den Thrakern, sein Vater vermutlich auch. Von Steiner wissen wir, dass Pythagoras als einer der Könige in der Zeitenwende inkarniert war. Außerdem war er im sechsten Jh.v.Chr. in Persien bei Zoroaster, einer der Inkarnationen Zarathustras. Zarathustra gehört zur nördlichen Strömung. Pythagoras wartete 20 Jahre in Ägypten darauf, von den Eingeweihten zu den großen Mysterien zugelassen zu werden, die zum südlichen Weg gehören, damit er sie kennenlernen konnte. Pythagoras ist eine erstaunliche Persönlichkeit, da in ihm sich die beiden großen Wege gekreuzt haben und er in der Lage war, beide in sich aufzunehmen. Und er begründete diese Mysterien. Deshalb ist die Geschichte, die in der Weißen Bruderschaft kursiert, völlig erfunden. Laut dieser soll Beinsa Douno gesagt haben, dass Pythagoras eine Frau an sich herangelassen hätte und deshalb gescheitert wäre. Später wäre er als Steiner inkarniert und da er Marie Steiner zugelassen hätte, wäre das Goetheanum ausgebrannt. Wir wissen, dass Steiner  der wieder inkarnierte Aristoteles ist. Beinsa Douno hat nie darüber gesprochen, wer welche Individualität in seinem früheren Leben war. Das größte Ich auf Erden, soz. der Adam der Menschheit ging zu Pythagoras, um als Schüler diese zwei Mysterien zu berühren, um sich auf das vorzubereiten, was später in der Zeitenwende geschah – die Begegnung Zarathustras und Gautama Buddhas in ihm. Aber nicht im Wesentlichen, das sollte Christus tun. Johannes begegnete dort zum ersten Mal der nathanischen Seele, seinem himmlischen Urbild, von dem er sich so stark entfernt hatte. Das war das Jesuskind der nathanischen Linie, das im Stall zur Welt kam. Als Johannes der Täufer im sechsten Monat im Bauch seiner Mutter Elisabeth war, ging Maria mit dem nathanischen Jungen im Bauch zu ihr. Der nathanische Junge war noch kleiner als Johannes. Als die beiden Jungen sich begegneten, bewegte sich Johannes im Bauch seiner Mutter. Das ist das Aufwachen des Ich. Der Engel Vidar begann sofort, mit ihm zu arbeiten. Bei Elia sehen wir, wie Jehova und Michael wirken. Der Engel Vidar, der der Schutzengel Buddhas war und nach dessen Erleuchtung auf die Erhebung zum Erzengel verzichtete und aufopfernd auf der Engelsstufe blieb, begann, auf Johannes als eine Art Schutzengel zu wirken. Es gibt hier eine Besonderheit der Art und Weise, wie die geistige Welt mit dieser Individualität arbeitet: wenn wir bei Pinchas anfangen und beobachten, wie Jehova durch diesen wirkt, sehen wir eine Strömung aus Wesenheiten, die sich oben bewegt und eine, die sich etwas tiefer bewegt, wobei beide mit dieser Individualität mit absteigender Kraft arbeiten. Wenn wir uns der Zeitenwende nähern, sehen wir, dass mit Johannes mehr und später mit Raffael und Novalis weniger Wesenheiten arbeiten, die demütig auf ihre rechtmäßige Erhebung in die nächste Stufe verzichten. Der Erzengel des altgriechischen Volkes erfüllte seine Aufgabe und erhob sich auf die Stufe der Archai. In der Zeitenwende durfte er zu den Elohim aufsteigen, aber er verzichtete aufopfernd darauf. Der Schutzengel Gautama Buddhas hätte sich nach der Erfüllung seiner Aufgabe, als der Bodhisattva zum Buddha wurde und nicht mehr herunterzusteigen brauchte, eigentlich zum Erzengel erheben müssen. Aber er verband sich immer mehr mit der Erde. Hier gibt es eine Besonderheit, die Sergej Prokofieff zwar geahnt hat, aber nicht ganz  erfassen konnte, Friede und Licht mögen seine Seele begleiten. Prokofieff wusste nämlich nichts über Djado Wlajtscho. Der Unterschied zwischen den Bodhisattvas und Johannes dem Täufer besteht darin, dass bei Letzterem seine Inkarnationen von immenser Bedeutung sind, während bei den Bodhisattvas nicht so wichtig ist, wer die Person ist. Die Individualität ist wichtig, die durch alle Inkarnationen geht. Dagegen ist die Person ihre konkrete Erscheinung in einem bestimmten Leben. Wir sehen folglich, was bei den Bodhisattvas geschieht – bei Orpheus, der vom Bodhisattva zum Buddha wurde ist die Person Orpheus wichtig, alle anderen Inkarnationen davor sind unwichtig. Bei Gautama Buddha ist es genauso. Aber beim letzten Bodhisattva haben wir Jeshua ben Pandira, der als Person wichtig ist, als Beinsa Douno sogar mehr. Man kann also feststellen: einige Zeit vor und nach der Zeitenwende gewinnt beim siebten Bodhisattva, der 5000 Jahre lang auf die Erde herabsteigen wird, auch die Person an Wichtigkeit und nicht nur die Individualität. Das bulgarische Volk musste 1000 Jahre lang die Person Peter Danov vorbereiten. Sehen Sie, wie wichtig die Person schon wird. Warum? Das Ich-Prinzip führt nämlich zu ihrer Erhebung. Das Fehlen des Ich-Prinzips in den vorchristlichen Zeiten machte die Person unwichtig. Wichtig war die Individualität oben, die, metaphorisch ausgedrückt, wie ein Drachen ist, der oben schwebt. Aber der jetzige Bodhisattva, der den Ich-Impuls als die Tochter des Jaïrus empfangen hat, besitzt eine enorme Wichtigkeit und als er sich in die Ich-Entwicklung nach der Zeitenwende einmischte, gewann auch die Person an Bedeutung. Deshalb sieht Beinsa Douno aus, als sei er allein in der Welt,  wie unerschütterlich wirkt er,  das ist  etwas ganz anderes.   Johannes hüpfte also im Leib seiner Mutter und dann begann Vidar, mit ihm zu arbeiten. Wir sagten, dass eine immer größere Demut der Geister nach dem Prinzip Christi festzustellen ist, der später die Füße der Jünger wusch, denn der Größere wächst dank dem Kleineren. Hier kommen wir zu Jehova, der ein sehr wichtiger Geist ist, wir werden etwas erörtern, das in der Anthroposophie nicht erwähnt wurde. Als wir letztes Mal über das Phantom des menschlichen Leibes und die Stigmata bei Judith von Halle sprachen, fragten mich einige Hörer, warum ich die dritte Versuchung Christi im Garten Gethsemane nicht erwähnt hatte. Bei der dritten Versuchung, als auf dem Mond ein heller Fleck erschien und Jehova aus dem Mond herauskam, stieß der blutüberströmte und völlig erschöpfte Jesus einen lauten Schrei auf. Was bedeutet dieser Schrei? Was geschah in jenem Augenblick, das so wichtig war? Das wird in der Anthroposophie nicht thematisiert. Seit sich der Mond in der lemurischen Zeit von der Erde trennte und mit stagnierenden Kräften verband, war auch Jehova 33000 Jahre lang mit diesem stagnierenden Element verbunden. Die Sonnenelohim waren mit Christus auf der Sonne, ihrem natürlichen  Lebensort. Wenn der Mensch sich im Wasser befindet, fällt es ihm schwerer zu leben, denn er wohnt an Land. Ähnlich war die Lage Jehovas. Es fiel ihm schwer, aber er war ja der mächtigste der Elohim und konnte es auf dem Mond aushalten. In dem Augenblick, als Christus seiner dritten Versuchung im Garten Gethsemane standhielt, als entschieden wurde, ob die Schöpfung existieren würde oder nicht, was von Seinem Entschluss dort abhing, wurde Jehova von seiner Aufgabe erlöst, aufopfernd auf dem Mond zu bleiben. Jesus stieß diesen siegreichen Schrei aus, weil alles vorbei war und nun er alles bis zum Golgatha aushalten konnte. Jehova wurde erlöst, „er ging zu der geistigen Sonne“, in sein Medium. Die Frage ist, was mit Jehova in den nächsten 20 Jahrhunderten bis heute geschah. Die einzige okkulte Tatsache, die hier mitgeteilt werden kann, ist vom Montag, es ist eine erschütternde Tatsache! Im Augenblick, wenn eine Wesenheit ihre Aufgabe erfüllt – was für eine erhabene Aufgabe Jehova erledigte, die Leiber Jesu vorzubereiten und diesen Leib zu schützen und am Ende zum Kreuz zu gehen! – wenn ein solcher Geist also seine Aufgabe erfüllt, erhebt er sich zu der nächsten Hierarchie – Dynamis bzw. Mächten oder Geistern der Bewegung. Dort streift der Sternenkosmos die planetarischen Einflüsse. Was für eine verdiente Wesenheit musste zum Geist der Bewegung werden und sie verzichtete darauf. Erst ab dem 20. Jahrhundert und der Wiederkehr Christi im Ätherischen begann Jehova zum Geist der Bewegung aufzusteigen. Nach dem Beispiel Christi verzichteten immer die Ihm am nächsten stehenden geistigen Wesenheiten auf die rechtmäßige Erhebung, obwohl sie die inneren Eigenschaften des höheren Geistes besaßen. Sie wollten weiter dem Gott bei der Entwicklung des Christus-Impulses, Ich-Impulses dienen. Warum Jehova, der höchste Geist, der die Ankunft Christi vorbereitete, verzichtete und was er in diesen 20 Jahrhunderten machte, wissen wir bisher nicht. Wir wissen nur, dass verschiedene Geister auf den Aufstieg verzichten, damit sie danach richtig arbeiten können. Je mehr sich ein Wesen mit dem Bösen, Stagnierenden verbindet, desto mächtiger wird es, wenn es an seinen richtigen Ort zurückkehrt. Ein Schutzengel kann sich sehr rechtmäßig erheben, aber ein luziferisierte Engel, der vom Menschen erlöst wird, gewinnt an Kräften, die diese des rechtmäßigen Engels übersteigen. Derjenige, der mit dem Bösen umgehen kann, wird danach stärker als derjenige, der sich normal entwickelt. Deshalb sagte auch Iota Wegmann, der reinkarnierten Alexander der Große, dass es zwei  michaelische Strömungen gibt. Die eine ist die kosmische Strömung Michaels, die sich mit dem Bösen, den dunklen Mächten beschäftigt, denen sie mit den Sonnenkräften entgegenwirken (Michael ist der Sonnengeist.) Das findet seine Widerspiegelung in den Mythen über Mithras usw. Die andere Strömung ist ihre irdische Widerspiegelung, das ist die Strömung Elias. Diese Individualität ist direkt mit dem Bösen verbunden, das sagte Ita Wegmann aufgrund ihrer Gespräche mit Steiner. Oben ist die kosmische Strömung zum Behandeln des Bösen und unten – die Strömung der Individualität, die die Verbindung mit dem Bösen verkörpert. Wohlgemerkt, ohne Teil des Bösen zu sein. Pinchas durchbohrte den Israeliten und die Midianiterin, aber es wurde kein Blut vergossen, er verband sich mit dem Bösen, ohne Teil von ihm zu werden. Elia tötete die Propheten des Baal, rettete den Ätherleib für den Herrn, aber er wurde nicht zum Teil des Bösen. Johannes stellte sich auch vor Herodes und Herodias, die wahrscheinlich die reinkarnierten Ahab und Isebel bzw. der Israelit und die Midianiterin sind – dieses Paar kommt ihm nämlich immer entgegen, als Pinchas, als Elia und als Johannes der Täufer. Hier animierte Herodias ihre Tochter Salome, den Sexualtanz aufzuführen, denn Herodes starrte immer auf Salomes Unterleib. Das war das ihn umgebende geistige Element – die alten, überwiegend phönizischen Mysterien, denn die Mutter und ihre Tochter sind phönizischer Herkunft. Herodes bot die Hälfte seines Königreichs, aber Salome wollte den Kopf des Johannes. Warum gerade den Kopf? Denn der Mensch ist in seinem Kopf kraftmäßig das, was er in seinem vorigen Leben war, in seinem Körper ist er die Gegenwart und das, was er mit seinen Gliedmaßen macht, wird in seinem nächsten Leben sein Kopf sein. D.h. die Zukunft des Menschen ist in seinen Gliedmaßen, die Gegenwart – im Körper und der Kopf ist seine Vergangenheit. Als das älteste Ich besaß Johannes die ganze Weisheit, die ganze Geschichte des Volks Israel und der Menschheit in seinem Kopf. Was für ein bemerkenswerter Kopf! Herodias wollte ihn haben, um ihn durch schwarzmagische Praktiken zur Beherrschung der äußeren Naturkräfte und der Seelen der Israeliten, d.h. der Menschenkräfte zu benutzen. Immer wird die Macht demjenigen gegeben, aus dem der Egoismus gänzlich herausgepresst ist, damit alles zum Nutzen der Menschheit geschehen kann. Hier haben wir es mit dem Entgegengesetzten zu tun – dem niederen Ich. Hier mache ich eine Klammer auf: Wir können aus der heutigen Sicht als Barbarei den Brauch der vorchristlichen Bulgaren bezeichnen, aus dem Schädel der abgeschnittenen Köpfe ihrer Feinde Trinkbecher zu machen. Es ist bekannt, dass der Khan Krum aus dem Schädel des Nikephoros des I. Wein trank. Obwohl die Bulgaren von Apostel Paulus christianisiert wurden, war Krum noch kein Christ. Was passierte, als sie aus dem Kopf Wein tranken? Der Wein, das sind die Ätherkräfte, das Gedächtnis der Menschheit. Der Kopf ist die Vergangenheit des Menschen. Indem Krum aus dem Schädel des Nikephoros Wein trank, nahm er  scheinbar die Vergangenheit und die Kraft des sog. Byzantinischen Reiches. Das war ein okkulter schwarzmagischer Brauch, was Heidentum in der christlichen Zeit darstellt, deshalb wurde dieses Ritual nach König Boris dem Täufer beendet. Das war eine Methode, dem Geist des Gegners die Kraft zu nehmen, nicht einfach zu prahlen, aus seinem Kopf trinken zu können. Keiner der heutigen Historiker ist in der Lage, das zu begreifen. Herodias wollte also den Kopf Johannes’ des Täufers, dessen Hauptaufgabe darin bestand, die Ankunft Christi zu erkennen und zu verkünden. Wie geschah das? Als sein Ich erweckt wurde, hüpfte er im Leib seiner Mutter Elisabeth, dann begann der Engel mit ihm zu arbeiten und das Gewissen erwachte. Woher kam dieses Gewissen? Er hatte nicht nur als Elia, sondern schon früher Potenzial gesammelt. Als wir aus dem Paradies vertrieben wurden, stellte sich vor das Tor des Paradieses ein Cherub mit einem zweischneidigem Feuerschwert. Zweischneidig bedeutet, dass das Feuer, das Ich, uns sowohl nach oben als auch nach unten schleudern kann. Der Cherub sprach folgende Worte aus: (das ist eigentlich ein imaginatives Bild, das sind Worte, die im Untergrund der Seele dieser Individualität immer gelebt haben und alle anderen Individualitäten konnten erst nach ihrem Tod es hören und sehen)  „Eure seelische Einstellung hat sich gewandelt, ihr habt euch vom Himmelreich entfernt“. D.h. das Himmelreich bleibt oben und ihr steig hinunter. Was sagte Johannes? – „Ändert eure Wahrnehmung der Welt, denn der geistige Aufbau der Himmelreiche kommt näher, d.h. das Welten-Ich kommt. Heutzutage hätte er gesagt: „Ändert eure Einstellung zur geistigen Welt, nähert euch an sie, denn in Michaels Zeitalter werden im Menschen neue seelische Fähigkeiten geboren“. Die Hauptaufgabe Johannes’ bestand darin, Gott zu erkennen und zu verkünden. Das wurde gerade vom Gewissen bewirkt. Diese Worte des Cherubs, die im Menschen leben, rufen die Verantwortung, das Gewissen vor Gott hervor, dass wir uns von Ihm entfernt haben, weil wir auf die Erde gefallen sind. Dieser Cherub, der in Johannes wirkt, ruft seine Kräfte hervor, sie kommen auch davon, dass Gott erschien und das Ichhafte bei Johannes innerlich bewirkte. Das Ichhafte fing bei Elia an zu wirken, aber sein Wesen kam am klarsten bei Johannes zur Geltung und das Ich und das Gewissen, das Ich-Bewusstsein und das Gewissen sind miteinander verbunden. Der heutige Mensch hat ein richtiges Ich, nur wenn sein Gewissen vor Gott arbeitet, das bedeutet, dass sich Christus im Inneren meldet und man Ihm Rechenschaft ablegt. Diese Stimme muss dröhnen, das ist die fundamentale aus dem Ich kommende Stimme. Alles, was Mitleid ist, kommt dagegen aus dem Astralleib. Alles, was Geduld ist, kommt aus dem Ätherleib. Alles, was Opferbereitschaft ist, kommt aus dem physischen Leib.  Das Gewissen des Ich, das Mitleid, die Geduld und die Opferbereitschaft machen die Gralssubstanz aus. Darin besteht das Wesen der gegenwärtigen Zeit, bei der man anfangen soll. Der Gral nahm von Joseph von Arimathäa, dem reinkarnierten Skythianos, am Golgatha mit dem Kelch seinen Anfang.Johannes wachte auf und begann im Wasser zu taufen. Zuerst hielt er eine überzeugende Predigt, die das Ich stärkte, dann taufte er die Menschen unter Wasser, wobei der Ätherleib im Schock sich abtrennte. Der Mensch stieg nach oben und sah den nahenden Christus und wenn er an die Oberfläche kam, erwachte das Gewissen. Bei diesem Impuls beginnt man, das Ich-Prinzip zu entwickeln, was der Sinn des ganzen Erdenäons ist. Folglich war das die Methode, das Volk Israel auf den Gott vorzubereiten. Johannes erfüllte glänzend diese Aufgabe. Nachdem er geköpft wurde, tat er auch Außerordentliches. Zuerst wurde er zur Gruppenseele der zwölf Jünger und wirkt nun als eine Art Bruderschaft stiftende Gruppenseele, als das Urbild der Bruderschaft um Christus. Etwas Weiteres tat er, als Lazarus eingeweiht wurde. Der Unterschied zwischen Elia und Johannes ist herausragend: Elia erlebte das Ich-bin-Prinzip innerlich in sich und erlangte diese gigantischen Kräfte, mit denen er die Vorräte vermehren, auferwecken konnte usw. Aber dieses Prinzip war nicht seinem Wesen immanent. Bei Johannes war dieses Prinzip nur äußerlich kennzeichnend. Der erste Mensch dagegen, bei dem das Christus-Ich direkt in das menschliche Ich einströmte, war Lazarus. Zum ersten Mal in der Menschengeschichte verband sich das Welten-Ich, das vierte makrokosmische Ich-Prinzip mit dem mikrokosmischen Ich eines Menschenwesens. In diesem Moment verband sich die Entelechie Johannes’ des Täufers von oben mit Johannes-Lazarus. Die Auferweckung des Johannes-Lazarus wurde möglich und der Täufer wurde zur Gruppenseele der Jünger. Durch Johannes-Lazarus, mit dem er sich damals verband, beginnt die feste Verbindung zwischen den beiden Johannes. Von ihnen hängt auch die sechste Kulturepoche ab. Das wird das Christentum der sechsten Kulturepoche sein. Die beiden Johannes! Deshalb ist es möglich, dass die beiden als Inkarnationen zusammengehen! So wie die Jungfrau Sophia und Johannes sich unter dem Kreuz „verbanden“ und seitdem zusammengehen, so sind die beiden Johannes karmisch verbunden und gehen zusammen. Deshalb war die Jungfrau Sophia im 20. Jahrhundert irgendwo hier, wir wissen nicht genau wo, denn das hängt mit den beiden Johannes zusammen. Die Frage ist: wer war Jungfrau Sophia im 20. Jahrhundert? Wir hoffen, auch diese Frage in der nächsten Zukunft zu klären, denn das sind die größten und stabilsten Beziehungen, die in der Zeitenwende entstanden. Johannes wurde geköpft, als Christus schon ein Jahr auf der Erde gewandert war. Er konnte weder die Auferweckung des Lazarus erleben, noch unter dem Kreuz sein. Indem er sich mit Lazarus verband, war er übersinnlich bei beiden Ereignissen anwesend. Von da an begann Johannes der Täufer sich geistig (denn das Christus-Ich verband sich zum ersten Mal mit Johannes-Lazarus) von oben mit dem Ich-Impuls Christi zu verbinden, nun auf die richtige, der christlichen Ära eigene Art. Der erste, bei dem also ein direktes Eindringen des Christus-Ich stattfindet, ist Johannes-Lazarus.

Seine Auferweckung geschah nach sechs Tagen, denn er war etwa dreieinhalb bis vier Tage in der Höhle und zwei Tage lang wurde Christus erwartet. Es waren wahrscheinlich sogar sechs Tage vergangen, wie Judith von Halle sagt. Stellen Sie sich vor, wie der Körper in diesen sechs Tagen zerfallen war und wie ihn das Christus-Ich nach seinem Eindringen ihn belebt hat! Das sind Kraft und Leben!

Wir gehen nun zu der nächsten Inkarnation zur Zeit der Bogomilen über, wie Djado Wlajtscho berichtet, wenn man der Information Glauben schenkt, die Christo Nanev ausgegraben hat. Und ich bin geneigt, das zu tun. Warum war Johannes bei den Bogomilen? Denn das Verbinden mit dem Bösen ging weiter. Im 20. Jahrhundert gab es bei Djado Wlajtscho eine gigantische Verbindung mit dem Bösen – er war in den Arbeitslagern in Belene, Kuzian u.a., wo es einfach apokalyptisch zuging (Nach dem Erlangen der Macht 1944 steckten die Kommunisten alle Regimegegner oder diejenigen, die sie für solche hielten, in Arbeits- und Umerziehungslager, wo unter schrecklichen Bedingungen mehrere Tausende Menschen an Hunger, Erschöpfung und Folter starben, Anm. des Übersetzers). Es ist empfehlenswert, Christo Nanevs Bücher zu lesen, die sehr gut geschrieben sind. Man muss unbedingt diese Bücher gelesen haben, um zu sehen, welche Mächte des Bösen Djado Wlajtscho entgegentraten, um zu begreifen, was für eine Persönlichkeit Johannes der Täufer im 20. Jahrhundert war und warum. Warum war er der Mensch, den wir als Djado Wlajtscho kennen?

Johannes der Täufer konnte den Gral nicht berühren, denn die Gralszeit begann ab Golgatha und Johannes wurde zwei Jahre früher geköpft. Der Gral begann übersinnlich. Im neunten Jahrhundert trafen sich diese beiden Strömungen, die wir als die Gralsströmung und die Artusströmung kennen. Das sind die beiden bereits metamorphosierten Strömungen – die südliche und die nördliche. Das Bogomilentum nahm im zehnten Jahrhundert seinen Lauf. Bei den Bogomilen liegt also bereits eine Synthese beider Strömungen vor. Johannes war der Erste, der eine Synthese zwischen Zarathustra und Buddha prophetisch vornahm. Das geschah  wahrhaftig bei Christus. Johannes konnte also die Synthese dank seiner Vorbereitung bei Pythagoras berühren. Nachdem Christus die Synthese vornahm, suchte Johannes eine andere Art der Synthese in der christlichen Ära. Und die wahrste Synthese konnte er bei den Bogomilen finden, als die beiden Strömungen bei den ersten Bogomilen zusammenkamen. Er wurde dort vorbereitet. Wer genau Johannes der Täufer war, weiß ich bisher nicht. Aber er legte dort das Fundament für sein Wirken im 20. Jahrhundert.

Danach inkarnierte er als der Maler Raffael. Raffael wurde am Karfreitag geboren und starb ebenfalls am Karfreitag in seinem 37. Jahr. Er malte fast ausschließlich den nathanischen Jesus mit der jungen Mutter, selten auch das andere Jesuskind aus der Zarathustralinie bzw. die beiden Jesuskinder und Johannes den Täufer. Er malte auch zwei hervorragende Gemälde – „Disputation“ und „Die Schule von Athen“. Raffael war Archäologe und hat leidenschaftlich Ausgrabungen in Rom  als der erste Archäologe Italiens unternommen. Er war sehr zart, sanft, absolut liebevoll. Das Hauptcharakteristikum Johannes‘ ist das Aufwachen des Gewissens, damit er kundtun konnte: “ Das ist der Herr!“ Das Hauptcharakteristikum Raffaels sind das Mitleid und die Liebe und bei Novalis – die Verwunderung über die Göttlichen Werke. Aus diesen drei Eigenschaften werden wir die drei Leiber Christi als Ich in der sechsten Kulturepoche erschaffen, damit dieses Ich in der siebten Kulturepoche als Welt-Ich in seine übersinnlichen Leiber einziehen kann. Das beginnt als Verkörperung wieder bei dieser Persönlichkeit zum Vorschein zu kommen. Beim sanften und zärtlichen Raffael gibt es einen Abdruck des Ätherleibes Jesu, bei Novalis – des Astralleibes und bei Djado Wlajtscho – einen Abdruck des Ich. Das ist sein Kennzeichen. Wie geht das? Nachdem Jesus gekreuzigt wurde, wurden der Äther – und Astralleib Jesu vervielfältigt, denn in ihnen war das Christus-Ich eingeprägt. Sie

wurden als Kopien oben nach dem Prinzip der spirituellen Ökonomie vervielfältigt. Ab dem vierten Jahrhundert wurden sie in einzelne Persönlichkeiten der Menschheit eingebaut: den Ätherleib bis zum elften Jahrhundert und der Astralleib als Abdruck im Astralleib der jeweiligen Person ca. bis zum 15. Jahrhundert. Es geschah nach diesem Prinzip. Wie wurde das gemacht? Bereits vor der Geburt wird eine Kopie des Ätherleib Jesu, die drei Jahre als Christus bearbeitet wurde, übersinnlich in den Menschen abgedrückt, im Ätherleib, der übersinnlich noch vor der Geburt besteht. Wenn der Mensch sieben, acht, neun Jahre alt wird und seinen eigenen Ätherleib ausbildet, tritt ein dramatisches Ereignis in sein Leben ein, das die Aktivierung des vorgeburtlich eingelegten Abdruckes bewirkt, der dann für Christus produktiv wirkt und der Mensch seine Lebensaufgaben erfüllen kann.

Was war bei Raffael der Auslöser? Als er acht Jahre alt war, starben seine Lieblingsoma, seine Mutter, von seinem neunten bis zu seinem elften Lebensjahr verlor er alle seine Verwandten. Das war ein absoluter Schock, der das im früheren Leben Entwickelte aktivierte. Er begann, großartig zu malen,  seine Bilder besitzen eine Heilwirkung, weshalb viele als Kopie in Krankenhäusern hängen. Seine Mutter hatte vor der Geburt einen prophetischen Traum, dass das Kind Raffael heißen soll – wie der Erzengel Raphael, der der Erzengel der Heilkunst ist. Zudem ist Erzengel Raphael seit einigen Jahrhunderten der Erzengel des bulgarischen Volkes. Der Karfreitag und die Osterereignisse sind immer mit dem Erzengel Raphael verbunden, der für dieses Fest zuständig ist, während Michael für das Herbstfest, Uriel für das Sommerfest und Gabriel für das Winterfest zuständig sind. Raffael kam also mit diesem Namen zur Welt. Seine Mutter war außerordentlich spirituell und er hatte eine unglaubliche Beziehung zu ihr. Und mit neun Jahren verlor er sie. Wer wird wohl diese Mutter gewesen sein? Danach wurde sein Potenzial aufgeweckt und von da an war sein Leben wolkenlos, er war auf überall beliebt. Überall hat er Liebe ausgestrahlt und Liebe strahlte ihm entgegen. Dieser Mann war selbstlos, wunderbar, sanft, vergeistigt. Raffael war sehr schwach in seinem physischen Leib inkarniert, war eine Bodhisattva ähnliche Persönlichkeit. Er gehörte zwar nicht zu den Zwölf, war ihnen aber ähnlich. Er strebte wirklich zur geistigen Welt, er hatte Imaginationen, all seine Bilder (etwa die Madonna mit Kind) erschienen ihm. Er hat im Vatikan absolut genial gemalt. Das Betrachten der Gemälde führt bei Frauen, die Probleme mit der Geburt haben, zur Heilung, auch bei psychosomatischen Beschwerden usw., denn Raffael war voller Liebe und Mitleid. Er starb mit 37 Jahren, denn seine Verbindung mit der physischen Welt war schwach, deshalb verließ er diese Welt, als die Periode der Verstandesseele vorbei war und die Periode der Bewusstseinsseele begann. Johannes der Täufer starb mit 31 Jahren, auch in der Periode der Verstandesseele. Der Romantiker Novalis starb mit 29 Jahren, auch in der Periode der Verstandesseele, d.h. alle Inkarnationen dieser Individualität sterben immer in der Periode der Verstandesseele. Johannes der Täufer streifte die Bewusstseinsseele damit, dass er das Gewissen in sich erarbeitete. Bei Novalis war alles prophetisch. Alles, was in der Anthroposophie Steiners im 20. Jahrhundert vorhanden ist, hat Novalis prophetisch wiedergegeben in seinen Werken, etwa in den „Hymnen an die Nacht“ oder  in „Heinrich von Ofterdingen“. Bei Raffael und bei Novalis war das ganze Werk – die Dichtung, Prosa, Fragmente, die Gemälde -, mit der exoterischen, äußeren Kultur der Menschheit verbunden. Raffael konnte sich nicht erinnern, wer er war, obwohl er wage Visionen hatte, auch Novalis konnte nicht in Erfahrung bringen, wer er war. Sowohl Raffael, als auch Novalis hatte eine gewisse Einweihung. Novalis verliebte sich mit 21 Jahren in ein Dorfmädchen, das einfach aussah, jedoch etwas ganz anderes besaß, das in ihr  in ihr wirkte. Dort gab es einen außergewöhnlichen Abdruck, über den wir nächstes Mal sprechen werden. Novalis war verblüfft, als er sie sah. Sie war absolut vergeistigt, obwohl sie Analphabetin war. Der glänzende Novalis, der einer reichen Familie entstammte, verliebte sich in dieses dreizehnjährige Mädchen, das den Eindruck hinterließ, als ob es nicht auf die Erde trat. Ein einfaches Bauernmädchen war das, das sehr früh starb, denn es war nur schwach mit der physischen Welt verbunden. Novalis stand erschüttert an ihrem Grab und erlebte dort das Aufschließen und Aktivieren dieses Abdrucks von oben, den er schon vor der Geburt hatte. Dann begann er das zu schreiben, was wir von ihm kennen. Später hatte er das Erlebnis von Apostel Paulus vor Damaskus. Er war im Klaren über den zukünftigen ätherischen Christus, über das Mysterium von Epiphanie – den Herabstieg des makrokosmischen Ich in Jesus im Jordan usw. Aber alles war prophetisch bei ihm. Und die Anthroposophen konnten nur rätseln über seine nächste Inkarnation, die hier genannt wird – Djado Wlajtscho. Kein Anthroposoph ist in der Lage, angemessen zu reagieren, derjenige, der das gekonnt hätte, war Sergej Prokofieff, und er hat diese Welt verlassen. Prokofieff war als Einziger am tiefsten in dieses Mysterium eingedrungen. Leider kann er das nicht mehr fortsetzen, er streifte nur auf der Grundlage der Anthroposophie die Art und Weise, wie die Dinge geschehen können. Wie Steiner sagt, werden vom 20. Jahrhundert an, wenn die ätherische Wiederkehr Christi beginnt, viele Menschen ein natürliches Hellsehen erleben. Auf diese Weise werden sie dem ätherischen Christus begegnen. Man wird in seinem Zimmer sehr unglücklich und verzweifelt sein und auf einmal wird sich die Tür auftun und Christus wird das Zimmer betreten und solche Trostworte sprechen, dass man wiedergeboren wird und das Leben in einen einziehen wird. Christus erscheint überall, jedoch  muss er ätherisch und nicht physisch gesehen werden. Djado Wlajtscho hatte dieses natürliche Hellsehen, das er immer entwickelt hatte. Man muss über ihn lesen, er war gebildet, stammte aus einer reichen Landwirtschaftsfamilie, die 30 Hektar Boden besaß. Sein Vater verlangte von ihm, bei der Arbeit mitzumachen, man musste nach seiner Meinung arbeiten, um sich zu bereichern. Aber Wlajtschos lange feine Finger wollten nur Bücher halten. Sein Vater hinderte ihn daran, die Schule weiterzubesuchen. Wlajtscho war auf allen Gebieten außerordentlich belesen, denn er bildete sich bis zum Ende seines Lebens weiter. Das ist das Neue – der Durst nach Erkenntnis, der zu einer Vergeistlichung der Intelligenz mit einem vom Willen durchsetzten Glauben führt. Das ist die größte Alchemie, von der auch Steiner spricht. Der Glaube im wahrsten christlichen Sinne, der mit Willen zur Erkenntnis durchsetzt ist, führt dazu, dass die normale Intelligenz, die man besitzt, zur Astralwelt erhoben wird, zur erlösten Intelligenz wird. Dann kommt die richtige Beziehung zur geistigen Welt zustande und man wird zum Vermittler des ätherischen Christus unten auf Erden. Djado Wlajtscho war im wahrsten Sinne des Wortes ein solcher Vermittler. Ab dem 20. Jahrhundert beginnt (bei einzelnen Menschen auch ab dem 15. Jahrhundert, aber mehr oder weniger unklar)  das Abdrucken des Christus-Ich, der der nathanischen Seele innewohnte. Vom 20. Jahrhundert, als das Kali Yuga zu Ende war, wurde das Christentum wirklich zum Ich-Christentum.

Folgendes kann festgestellt werden, wenn man die Widerspiegelungsmethode anwendet: Mitte der lemurischen Zeit ereignete sich der Sündenfall, der seine gegensätzliche Widerspiegelung in Golgatha hatte. Mit Golgatha wurde der Sündenfall praktisch eliminiert, es ist der Ausgangspunkt zur Verwandlung der Erde in eine Sonne, d.h. zu ihrer Vergeistigung. Der Sündenfall ereignete sich in der vierten Kulturepoche Lemuriens. In der dritten lemurischen Kulturepoche waren wir noch im Paradies. Bis 1899 war das Kali Yuga zu Ende, damals waren wir wie im Paradies, denn dieser Zeitabschnitt entspricht der dritten lemurischen Kulturepoche. Unser Fall findet eigentlich seit 1899 statt. Wir können in die neue helle Epoche in die geistige Welt zurückkehren, d.h. so werden, wie wir im Paradies in der dritten lemurischen Kulturepoche waren. Die Zeit, die nun im 20. Jahrhundert beginnt, entspricht der dritten lemurischen Kulturepoche, als wir noch im Paradies waren. Wir können wieder ins Paradies zurückkommen, wenn wir eine richtige Beziehung zur geistigen Welt herstellen. Wir sprechen darüber, wie das durch die großen Persönlichkeiten der Menschheit erfolgen kann und wie das durch uns heute erfolgt. Djado Wlajtscho hatte den Abdruck des Christus-Ich in sich. Das ist das wahre Ich-Christentum, das dazu führt, dass man zum bewussten Boten, zur irdischen Widerspiegelung des ätherischen Christus wird. Bemerken Sie, was Djado Wlajtscho als Produkt im 20. Jahrhundert hat. Das Gewissen kommt von Johannes dem Täufer, die Liebe und das Mitleid kommen von Raphael, das Staunen über die Wunder der geistigen Welt und des Daseins kommt von Novalis.  Es gibt nur ein Bild und eine Büste von Novalis, die auf seinem Grab steht. Er sieht wie ein Kind aus! Er hat die Ausstrahlung eines Kindes. Nur Staunen! Das war das Typischste für ihn. Djado Wlajtscho wird beschrieben als ewig jung, mit einer großen Stirn, einem durchdringenden Blick, einer unheimlich weichen und leiser Stimme, er zog die Menschen wie ein Magnet an. Das Gewissen neben den angeführten drei Eigenschaften macht ihn zum Gral. In den Lagern von Belene war er bei dem größten Bösen aller Zeiten und er hat nie ein Wort gegen seine Peiniger gesagt, die ihn entsetzlichen Foltern unterwarfen. Er hat allem wie die mythischen altgriechischen Helden standgehalten, die zu Menschen gewordene Halbgötter waren. Das war das größte Treten auf die Erde und Erdung dieser Persönlichkeit – vom Bodhisattva ähnlichen Elia als geistige Aura zu Djado Wlajtscho, der unter den Schweinen im Dreck des Lagers lag und dem Hohn der primitivsten Vertreter des Menschengeschlechts ausgeliefert war. Und er hat kein Wort gesagt. Danach wurde er während des Kommunismus verfolgt. Er hat alle möglichen Scheusale getroffen. Und in der ganzen Zeit zog er die Menschen wie ein Magnet an. Dort, wo er eintrat, kam er gleich dem aufscheinenden Licht. Er strahlte gleichzeitig ewige Jugend aus und hatte einen durchdringenden Blick und gigantische Weisheit. Das älteste Ich der Erde, der gleichzeitig von Christus durchdrungen war. Warum? Denn er will wie sein himmlisches Urbild sein – die nathanische Seele, die evolvierte. Bedenken Sie – es gibt zwei michaelische Strömungen – die kosmische Strömung Michaels, die oben mit den kosmischen Sonnenkräften gegen das Böse kämpft und unten die Strömung mit den Ich-Kräften des Christus, wo diese Individualität wirkt. Johannes ist in der ersten Strömung, er ist Bodhisattva ähnlich, aber er kam im 20. Jahrhundert zum Bodhisattva.

Warum? Weil der ätherische Christus immer deutlicher wahrnehmbar durch die Transformierung des Bösen und Herauskehren von Gutem wird. Wer wird in 3500 Jahren der Buddha des Guten sein – derjenige, der im 20. Jahrhundert Beinsa Douno war. Was geschieht, wenn man die Methode der Widerspiegelung anwendet? Das, was wir im 20. Jahrhundert als Gutes anlegen, wird am Anfang der sechsten Kulturepoche in 1500 Jahren zum Vorschein kommen. Wenn wir zum Mittelpunkt die sechste Kulturepoche nehmen, die ca. 3500 beginnen wird, haben wir 1500 Jahre früher unsere heutige Zeit. Fügen wir 1500 Jahre hinzu, gehen wir 5000 Jahre n.Chr., d.h. 3000 Jahre nach unserer Zeit. Dann wird der Bodhisattva zum Maitreya Buddha oder Buddha des Guten aufsteigen. Beinsa Douno und Djado Wlajtscho inkarnierten im 20. Jahrhundert, um dem Bösen zu begegnen, dem phänomenalsten Bösen, damit sie sich auf Dasjenige vorbereiten, das in 3000 Jahren widergespiegelt wird, wenn Beinsa Douno zum Maitreya Buddha werden wird. Nach der Methode der Widerspiegelung wird das in 3000 Jahren widerspiegelt.

Deshalb war es auch für Beinsa Douno so wichtig, im 20. Jahrhundert unten auf der Erde zu sein, das große Mysterium von 1936 zu erleben, bei dem Christus sich mit dem Bösen verband und die neuen Kräfte zum Bezwingen des Bösen geboren wurden. Djado Wlajtscho erlebte all das am eigenen Leib. Bedenken Sie – wenn Beinsa Douno zum Maitreya aufsteigt, wird er mit dem Maitreya-Ich geboren, zwischen dem 30. und dem 33. Lebensjahr wird ein Ich-Austausch erfolgen, so wie das bei Christus war, bei dem an Epiphanie Zarathustra austrat und Christus eintrat. Wer wird das stellvertretende Ich sein?  Wer wird das stellvertretende Maitreya-Ich bis zum Ende seines Lebens sein, bis er sich zum Buddha erhöht und nicht mehr herabsteigen wird? Es heißt: Abraham, Moses oder jemand der Propheten. Elia ist der größte Prophet! Djado Wlajtscho bereitete sich im 20. Jahrhundert darauf vor, das stellvertretende Ich in 3000 Jahren zu sein, indem er das Böse und die direkte Beziehung zu Beinsa Douno erlebte – beide hatten einen intensiven Kontakt. Die Beziehung, die zwischen beiden besteht, wird zukünftig immer erneuert werden, auf einer immer höheren Stufe der Spirale, so wie er von Pinchas zu Elia, Johannes und dann in der christlichen Entwicklung weiter aufstieg. Über diese Individualität verläuft praktisch die ganze Menschengeschichte, in ihr spiegelt sie sich als Vorbereitung auf die Ankunft Christi und seine weitere Erscheinung als Ich-Impuls in der Menschheit wider. Alles wird auf eine erstaunliche Art bei Djado Wlajtscho vereint, das Gewissen, das bei ihm vollkommen wirkte, das Mitleid und die Liebe zu jedem und allem, die Verwunderung über die Welt. Er besaß alles Gralhafte. Er bereitete sich auf die makrokosmische Erschaffung der Leiber für Christus vor – das ist seine große Aufgabe, an der er zu arbeiten begann, die bei Novalis noch eine Vorahnung und Vision war und bei Djado Wlajtscho als die wahre Wirklichkeit erschien.

[1] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 06.11.1938, „Im Namen Gottes“

[2]  „Sonntagsvorträge“, Sofia, 02.05.1926, „Die erlöste Seele“

Die Geheimnisse von Golgatha

 

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 28.09.2014 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Gebet: Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Sergej Prokofieff unser Zeitgenosse war! Möge seine Seele Friede und Licht finden! Mach, dass er uns von oben hilft, denn das kann er am besten. Amen!

Ich heiße Sie in unserem neuen geistigen Jahr willkommen. Es ist Michaels Zeit – morgen ist der Michaelistag. Am heutigen Tag vor 90 Jahren hat Rudolf Steiner seine letzte öffentliche Vorlesung gehalten. Danach fing seine sechsmonatige Krankheit, nach der er am 30.03.1925 über die Schwelle ging. Deshalb ist heute ein besonderer Tag. Steiner wird immer bei unseren Vorlesungen präsent sein, denn die Sprache, die wir benutzen, ist die Sprache der Anthroposophie.

Das Thema „Die Geheimnisse von Golgatha“ klingt ziemlich prätentiös, aber wir werden dieses Thema aus einem wichtigen Grund immer wieder aufgreifen – von Golgatha aus nahm die Liebe ihren Weg, welche in vielen Formen lebt.

Je mehr wir unser Bewusstsein auf die Zeitenwende richten, je tiefer wir in deren Geheimnisse eindringen, desto mehr persönliche Weisheit erlangen wir. Diese Weisheit gestalten wir in unserem Ich neu und vollziehen dabei die Ehe von Liebe und Weisheit, damit der Geist und mit ihm die ganze Trinität durch uns wirken kann.

Jemand mag der Meinung sein, dass über Golgatha genug gesagt worden ist und nichts mehr hinzugefügt werden kann. Ich für mein Teil habe keine Zweifel daran, dass ich bis zum Ende meines gegenwärtigen Lebens und während aller meinen weiteren Leben zu Golgatha zurückkehren werde, weil niemand von uns bisher diese Liebe begreifen und praktizieren kann, wenn wir nicht in die Weisheit der Geheimnisse von Golgatha eindringen. Und diese Geheimnisse sind unerschöpflich!

Der konkrete Anlass für das Formulieren dieses Themas sind die Stigmata, die Judith von Halle erhalten hat. Manche von ihnen werden über die deutsche Anthroposophin gehört haben, bei der während der Passionswoche 2004 Stigmata aufgetreten sind. Judith von Halle ist der einzige Mensch auf der Erde, der die Anthroposophie sehr gut kennt und gleichzeitig stigmatisiert ist. Die Geschichte kennt viele Stigmatisierte – den heiligen Franziskus von Assisi, Therese Neumann und Pater Pio, aber seit der Entstehung der Anthroposophie ist Judith von Halle der erste stigmatisierte Mensch. Ich habe Vorlesungen von ihr und ihrem Gesinnungsgenossen Peter Tradowsky gelesen. Tradowsky selbst scheint mehr ein Mensch des Verstandes zu sein und Judith von Halle erhält Stigmata mit verschiedenen Auswirkungen, während sie die Leiden Christi erlebt. Sergej Prokofieff – möge seine Seele Friede und Licht finden – hatte eine negative Einstellung zum Stigmatisierungsphänomen Judith von Halle, die mir missfällt, insbesondere in Anbetracht des Umstandes, dass mir vor einigen Stunden bei einem Gespräch „von oben“ Tatsachen mitgeteilt wurden, die einige Fragen erläutern, deren Antworten ich bereits vermutete. Wir wollen auf die Wirkungen der Stigmata eingehen und in geistig-wissenschaftlicher Art begreifen, woher diese Stigmata kommen. Danach werden wir uns auf das Mysterium von Golgatha konzentrieren, um den tiefsten Boden der Esoterik zu berühren, der mit dem Phantom zusammenhängt. Das Phantom haben wir bereits bis zu einer bestimmten Stufe behandelt, nun wollen wir uns auch dem Auferstehungsleib widmen.

In den letzten Tagen vor seinem Tod berichtete der glänzende Anthroposoph Sergej Prokofieff, der über 30 Bücher geschrieben und die Anthroposophie auf eine bemerkenswerte Art bearbeitet hat, seinem Freund Peter Selg gegenüber über die wichtigsten eigenen geistigen Errungenschaften, die ihm als göttliche Gaben auf den von ihm selbst vorbereiteten seelischen Boden geschenkt wurden. Die erste Gabe Prokofieffs betrifft den Unterschied zwischen dem Auferstehungsleib und dem Phantom. Judith von Halle hat auch diese Frage vom Standpunkt einer Kennerin der Anthroposophie und einer Stigmatisierten behandelt, die den Zugang zu anders erlebten Offenbarungen hat. Sie stellt einen einmaligen Fall dar und deswegen ist es unbegreiflich, warum Prokofieff ihre Stigmata so kategorisch als Atavismus abgetan hat. Personen, die Judith von Halle nahestehen, haben die Vermutung geäußert, dass eine der Ursachen für Prokofieffs  frühen Tod seine Einstellung zu der Stigmatisierten ist. Das mag stimmen, aber ich denke, dass die Ursachen viel tiefer sind und zu einer früheren Inkarnation von Prokofieff als Amfortas führen, auf die ich in früheren Vorträgen eingegangen bin.

Bei Judith von Halle sind die Stigmata vor zehn Jahren aufgetreten, aber sie hat sie am Anfang verheimlicht, da sie nicht von der Gesellschaft abgelehnt werden wollte. Die Blutergüsse erscheinen bei ihr an den Händen, Füßen und an der rechten Seite, an der Stelle, wo Longinus den Leib Jesu mit seiner Lanze durchbohrt hat. Neben den fünf besonderen Wundmalen bekam Christus auch Wunden bei der Geißelung, aber diese sind anderer Natur. Wir werden auf diese Wunden eingehen, denn sie sind außerordentlich wichtig. Ich möchte betonen, dass ich nicht über alles im Klaren bin. Prokofieff hat auch seine geistigen Geschenke erhalten, die sich in seinen späteren, noch nicht übersetzten Büchern befinden. Aber wir werden über diese Fragen reden. Ob Prokofieff die wahren Antworten gefunden hat oder nicht, wird die Zeit zeigen.

Vor Jahren habe ich über Experimente gelesen, bei denen Handflächen von Leichen, die angenagelt und aufgehängt wurden, rissen. Dieses Experiment hatte zu beweisen, dass Christus an den Handgelenken an das Kreuz angenagelt wurde. Das stimmt aber nicht, denn die Stigmata von Franziskus von Assisi, die im wunderbaren Gemälde Giottos dargestellt worden sind, auch auf den Handflächen liegen. Christus strahlt als sechsflügeliger Seraph oder Cherub ätherische Kräfte aus seinen fünf Wundmalen aus, welche auf die fünf Wunden des heiligen Franziskus gerichtet sind, der kein Essen und Wasser mehr braucht. Die Frage, die uns beschäftigt, ist, welche Wirkung die Stigmata bei einem Menschen haben, der die Anthroposophie kennt und zum geisteswissenschaftlichen Verständnis seiner Erlebnisse kommen will. 2005 zeigte von Halle ihre Stigmata, nachdem sie diese einige Zeit lang verheimlicht hatte. Sie begann, in Berlin darüber vorzutragen und erntete verschiedenartige Reaktionen. Ich weiß, wie Prokofieff in diesem Fall gedacht haben wird – dass das nicht der dem michaelischen Zeitalter angemessene Weg ist, dass alles mit dem klaren Bewusstsein und über den Verstand geschehen soll, was „Die Philosophie der Freiheit“ ausführlich beschreibt. Folglich sind die Stigmata atavistisch. Auf den ersten Blick hat Prokofieff Recht. Andere denken, dass die Stigmata durch Selbsteinbildung entstanden sind. Weder das eine noch das andere stimmen ganz, denn Christus ist derjenige, Der aus nur Ihm bekannten Gründen in allen Zeiten, auch heute, Stigmata geben und entziehen kann. Tradowsky und von Halle sind sich darüber im Klaren, aber von Halle legt trotzdem die Anthroposophie ihrem geistigen Leben zugrunde und versucht, in diese Geheimnisse einzudringen. Es ist natürlich nicht zwingend, dass ein Anthroposoph, der den Einweihungsweg besteigt, Stigmata erhält, um überzeugt zu sein, dass er in die richtige Richtung geht. In den letzten 2000 Jahren hat sich die Einweihung wesentlich gewandelt. In den ersten Jahrhunderten nach Golgatha führte das intensive Erleben der Leiden Christi durch einen Menschen auf der vierten Stufe der christlichen Einweihung zu vorübergehenden Stigmata, die später normalerweise verschwanden. Mit dem Übergang zur Bewusstseinsseele erschien dieses Phänomen begreiflicherweise immer seltener. Die gegenwärtige christlich-rosenkreuzerische Einweihung ist eine Einweihung des Grals. Der Gral wird durch das aus einem Mann und einer Frau bestehendem Paar gebildet, in dem die jeweils unterschiedlichen Fähigkeiten der beiden vereint werden: der männliche Verstand und die weibliche Empfindsamkeit, welche mehr als der Verstand die Neigung hat, in Form okkulter Fähigkeiten zum Vorschein zu kommen. Soviel ich weiß, besitzen weder Prokofieffs Frau noch er selbst okkulte Fähigkeiten. Deshalb benutzte er nur seinen Verstand. Als Wegbereiter der gegenwärtigen Einweihung und jemand, der enorme okkulte Fähigkeiten besaß, hatte Steiner auch eine Frau an seiner Seite, ja sogar zwei: Ita Wegmann, mit der er seit 5000 Jahren ein karmisches Paar bildet und seine Ehefrau Marie Steiner. Aber trotzdem blieb er allein und unverstanden und nicht zufällig stritten sich beide Frauen nach seinem Tod.

Die Begründung einer Gralsgemeinschaft ist eine Aufgabe der sechsten Kulturepoche, wenn das weibliche Prinzip führend sein wird. Prokofieff suchte das Reich des Grals, aber er blieb ein Mensch der fünften Kulturepoche, denn er drang nicht bis zu dem Bodhisattva vor – dem Vertreter des Heiligen Geistes. Das weibliche Prinzip (der Bodhisattva) entging ihm und seine Frau konnte diese Lücke nicht ausfüllen. Er bewegte sich nur innerhalb des Feldes der Anthroposophie, weshalb auch der Gral unerreichbar für ihn blieb. Judith von Halle und Peter Tradowsky sind wahrscheinlich eine Art geistiges Gralspaar, das in einem gewissen Grad das Erleben und den Verstand vereint, und das verdient Achtung. Wir wissen auch, dass in der Paneurhythmie die 28 Übungen in Paaren gespielt werden, die aus einem Mann und einer Frau bestehen. Hier wird der Bodhisattva-Impuls widerspiegelt, der auf die sechste Kulturepoche hinweist. Nachdem aus der geistigen Welt mitgeteilt wurde, dass der Grundstein der Anthroposophischen Gesellschaft, der bei der Weihnachtstagung gelegt wurde, nicht ausreicht, um dem inkarnierten Antichristen entgegenzutreten, erläuterte ich am Ende der Vorlesung über die Bodhisattvas die Gründe dafür. Nun werde ich einige okkulte Tatsachen mitteilen, die zwar jedem Anthroposophen ketzerisch klingen mögen, aber wahr sind. Bei der Weihnachtstagung bahnte Steiner eigenmächtig den Weg zur geistigen Welt für die Anthroposophische Gesellschaft. Das ist zweifelsohne ein Weg des Geistes. Er verband sich mit dem Karma der von ihm gegründeten Gesellschaft und übernahm es. Jeder Anthroposoph denkt, dass er sich mit dem Karma der Gesellschaft belädt, wenn er in sie eintritt und die rosafarbene Mitgliedskarte besitzt. Kein Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft übernimmt deren Karma, sondern nur Rudolf Steiner, denn er ist der Bahnbrecher des Geistes, zu dem keine Pfade führen. Alle anderen gehen den festgetrampelten Pfad und laden kein Karma auf sich. Außerdem war die Weihnachtstagung tatsächlich der erste Durchbruch Michaels, mit dem der neue Weg zur geistigen Welt abgesteckt wurde. Aber das Mysterium mit Beinsa Dounos Beteiligung, das im Jahr 1936 stattfand, hat eine größere geistige Bedeutung, obwohl – ich möchte das ausdrücklich unterstreichen -, jedes Ereignis seine unersetzliche Bedeutung hat. Als ich auf der anthroposophischen Konferenz „Die Seele Europas“ 2014 in Varna Leena Westergreen, der Vorsitzenden der Anthroposophischen Gesellschaft Finnlands erklärte, dass das Mysterium von 1936 mit der Teilnahme des Bodhisattva eine größere Bedeutung als die Weihnachtstagung hat, rief sie aus: „Größer?“ Ja, dieses Mysterium besitzt eine größere Bedeutung. Steiner selbst sprach überzeugt von einem Impuls am Ende des Jahrhunderts, welcher für das geistige Leben der Menschen der einzig rettende Impuls sein wird. Dementsprechend sind weder die Weihnachtstagung noch das Mysterium von 1936 ausreichend, damit die Menschheit die bevorstehenden Prüfungen meistern kann.

Nun werde ich etwas noch Seltsameres verkünden, das ich seit 15-20 Tagen weiß und das „von oben“ vor anderthalb Stunden bestätigt wurde: Die Konferenz, die dieses Jahr in Varna stattgefunden hat und vielen Anwesenden langatmig und langweilig vorkam, hat auch eine größere Bedeutung als die Weihnachtstagung. Wer die Weihnachtstagung in der Tiefe kennt und weiß, was für ein grandioser Akt sie für die neue Beziehung zwischen Menschen und geistiger Welt darstellt, würde diese Behauptung von mir als absurd ablehnen. Als Steiner das Mysterium vor 700 bis 800 Menschen vollzog, begriff keiner der Anwesenden, was in jenem Augenblick geschah, denn das ist ein Weg des Geistes, auf dem der Mensch als Wegbereiter allein dasteht. Auf der Konferenz in Varna geschah auch etwas, was praktisch bahnbrecherisch war und von den Teilnehmern völlig unverstanden blieb. Es wird weiter nach allen möglichen Schwächen gesucht werden, doch in dem Augenblick, in dem der Einwand kommt, wird mir klar, welcher Defekt im Menschen seinen Einwand hervorruft. Ich werde darüber nicht mehr sprechen, mit der Zeit wird sich die Sache entwickeln und klarer werden.

Nun wollen wir zum Hauptthema zurückkehren und die Wirkungen der Stigmata betrachten. Als Ergebnis der Stigmatisierung werden die Sinne deutlich schärfer, sie gehören nicht mehr der Erde, sondern gehen zum Übersinnlichen über, was zum temporären Verlust der uns bekannten sinnlichen Wahrnehmung zu Gunsten der übersinnlichen führt. Mit ihrem Sehvermögen nimmt Judith von Halle nicht mehr die äußere Leibeshülle des Menschen wahr, sondern seinen Ätherleib, mit ihrem Geruchssinn nimmt sie die Nahrung wahr, die er am Vortag zu sich genommen hat, die weiß, aus welchen Lebensmitteln sie bestand, wie sie verarbeitet wurden. Mit ihrem Gehör hört sie, was die Menschen ein paar Häuser weiter sagen. Zudem treten Veränderungen im Blut ein. Die Stigmata bluten leicht und die Wundmale bleiben jahrelang bestehen, ohne sich zu entzünden, obwohl sich eine offene Wunde entzünden müsste, wenn sie lange Zeit nicht behandelt wurde. Das Blut der bekannten Therese Neumann floss von überall – aus den Augen, aus den Wunden, aber trotz des großen Blutverlustes wurde das verlorene Blut in den nächsten Tagen wieder hergestellt, ohne dass sie Nahrung zu sich genommen hat. Judith von Halle verliert weniger Blut, denn sie hat im Unterschied von Neumann keine lymphatische, sondern eine athletische Konstitution. Solche Menschen bluten bekanntlich schwächer. Aber sie isst ebenfalls nicht und das Blut wird trotzdem wieder hergestellt. Das ist die dritte Wirkung der Stigmata – die Nahrungslosigkeit. Das Essen wirkt wie Gift auf den stigmatisierten Menschen. Die geringsten Spuren von Alkohol, etwa in der Zahnpasta, können zu einer Vergiftung führen.

Alle festgestellten Wirkungen kommen vom Phantom des menschlichen Körpers. Wir wollen uns daran erinnern, was das Phantom darstellt, indem wir einige neuere Details erwähnen, ohne die wir nicht eine tiefergehende Erklärung dieser Phänomene erreichen und sie mit den konkreten Ereignissen auf Golgatha in Beziehung bringen können. Wir wissen, dass das Phantom die Form des physischen Leibes des Menschen ist, die von Materie ausgefüllt ist. Wenn wir diese Form der Materie entleeren, bleibt nur die unsichtbare „Gussform“ – das ist das Phantom. Wir können sagen, dass das Phantom ein Energie- und Kraftleib ist, der die Elemente in uns festhält, damit sie die konkrete Form annehmen. Der Ätherleib belebt die Elemente, damit der Mensch am Leben bleibt und der Astralleib gibt ihm das Bewusstsein, während das Ich von oben alles leitet. Das Phantom entstand auf dem alten Saturn, wo die Throne, Cherubim und Seraphim anwesend waren. Sie sind die Wesenheiten, die sich mit dem physischen Leib des Menschen und mit der Erde – d.h. mit dem härtesten Element – beschäftigt haben. Die Throne gaben uns auf dem alten Saturn den Keim des Phantoms, der später von den Herrschaften auf der alten Sonne, den Mächten (Geistern der Bewegung) auf dem alten Mond und zuletzt von den Elohim (Geistern der Form) im Erdenäon entwickelt wurde. Letztere stehen heutzutage im Phantom und verleihen ihm die Form. Das bedeutet aber nicht, dass sie das Phantom sind, denn wie bereits erwähnt, kam dessen Keim von den Thronen.

Aber die Throne schenkten uns neben der Substanz für das unsichtbare Phantom noch etwas. Am Anfang des alten Saturn opferten sie sich vor den Cherubim und strahlten die Materie als Wärmewillen aus, mit dem wir das Phantom später auszufüllen hatten. Die Throne stehen also in der Genesis unseres Sonnensystems als Erzeuger unserer Form und unseres Materials. Wenn wir Steiners Beispiel aus „Von Jesus zu Christus“ (GA 131:152) benutzen, haben wir einen Wagen voller Äpfel, die Äpfel sind die Stoffe und der Wagen ist das Phantom, das die Form den Äpfeln gibt.

In der alten Saturnzeit wirkten auch die Archai, die sich damals auf der menschlichen Stufe befanden. Da sie ihre Ich-Stufe entwickelten, haben sie der physischen Grundlage unserer äußeren Sinne die Möglichkeit eingeimpft, im Erdenäon als Mittel des Ich benutzt zu werden. Der Keim unseres Ich-Bewusstseins kommt von ihnen und musste später entwickelt werden, denn ohne einen Äther- oder Astralleib und ohne Ich kann es kein Selbstbewusstsein geben. Ein Teil der Archai beeinflusste unsere Individualisierung auf die rechtmäßige Art, während andere – die heutigen Asuras – einen unrechtmäßigen Einfluss zum Egoismus hin ausgeübt haben. Folglich sind wir aufs Engste mit den Geistern der Persönlichkeit und mit den Thronen aus der Saturnzeit verbunden. Wie weit sich aber die Throne selbst danach entwickelt haben, ob ihre Entwicklung so geradlinig verlaufen ist, wie wir sie kennen, so dass einer Evolutionsstufe die nächste folgt, wissen wir bisher nicht. Sie besaßen damals das erste makrokosmische Prinzip des physischen Leibes. Die Cherubim besitzen auch das zweite makrokosmische Prinzip des Ätherleibes. Die Seraphim haben als erstes Prinzip das Prinzip des physischen Leibes, als zweites – das Prinzip des Ätherleibes und als drittes – das Prinzip des Astralleibes. Christus hat das vierte makrokosmische Prinzip – das Ich-Prinzip. Die makrokosmischen Prinzipien, von denen hier die Rede ist, haben mit den mikrokosmischen, die uns von den Engeln, Erzengeln und Archai bekannt sind, nichts zu tun. Das Phantom, das ein real existierender Gedanke des physischen Leibes ist, entstammt dem Gedanken der Throne – den Trägern des makrokosmischen Prinzips. In Anbetracht der Tatsache, dass  sich das Denken der Engel sehr stark von unserem Denken unterscheidet, nicht zu reden von Erzengeln, Archai und Herrschaften, die die Spitze der Himmlischen Sophia bilden und unser Sonnensystem geschaffen haben, können wir uns nur fragen, wie ein Thron denkt.

Um wenigstens einigermaßen in das Denken der Throne einzudringen, müssen wir das Phantom und die Art und Weise seiner Auferweckung durch Christus studieren. Das ist auch das Hauptgeheimnis des Christentums. Eine andere Frage kann uns auch beschäftigen: Welchen Stoff die Wesenheiten min dem ersten makrokosmischen Prinzip ausgestrahlt haben. Auch wissen wir nicht, woher er kommt und wann und durch wen er ausgebildet wurde. Wir wissen noch nicht, was die makrokosmischen Prinzipien bedeuten und wir können wohl nur durch das Eindringen in das Opfer des Christus-Ich diese makrokosmischen Höhen berühren. Was wird wohl der Unterschied zwischen der Auferweckung des Phantoms und dem Auferstehungsleib sein?

Vorgesehen war, dass wir uns in den physischen Leib in der lemurischen Zeit einkleiden, was unabhängig davon zu sein hatte, wie die Materie damals geschaffen war – sie war wohl eher dampfartig. Das Phantom war vorhanden, das Ich drang ein und der Mensch wurde zur lebendigen Seele: „Und Gott der Herr machte den Menschen aus einem Erdenkloß, uns blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele“ (1. Mose 2:7). U.a. heißt „lebendige Seele“ auf Sanskrit „Jiva atman“ und ich vermute, dass die alten Bulgaren das gleiche Wort nicht wie heute жива [ʒiva], sondern джива [dʒiva] ausgesprochen haben. Es war vorgesehen, dass das Phantom nicht durch das Irdische beeinträchtigt wird – wir sollten also unsichtbar auf der Erde bleiben. Aber wegen der luziferischen Versuchung wurden wir sichtbar, so, als ob man in ein Glas mit kristallklarem, unsichtbarem Wasser, rote Flüssigkeit eingießt. Luzifer goss die Versuchung in unseren Astralleib ein. Wie geschah das? Früher spiegelten wir mit dem Astralleib, der der Träger des Bewusstseins ist, vollständig die aus dem Weltall kommenden geistigen Einwirkungen (Bilder) zurück, deswegen blieb unser physischer Leib unsichtbar. Im Augenblick der Versuchung begannen wir, einen Teil der Bilder in uns zurückzubehalten, ohne alles von oben Kommende zu reflektieren. Wir begannen, nicht nur die von oben herunterkommenden Bilder, sondern auch die im menschlichen Bewusstsein entstehenden Bilder zu reflektieren. Der Mensch wurde Herr seines Bewusstseins, aber nicht mit seinem höchsten Glied, dem Ich, sondern mit dem niedrigeren Glied, dem Astralleib. Die luziferischen Einflüsse führten dazu, dass das Ich in ständige Abhängigkeit von den Leidenschaften und Wünschen im Astralleib geriet. Später kamen wir dazu, nur unsere Bilder zu reflektieren und „die rote Flüssigkeit“ füllte endgültig das Phantom aus. Es entstand das Bedürfnis nach Ernährung und Erfüllung durch die irdischen Elemente. Der physische Körper wurde sichtbar, denn der Gedanke der Throne – das Phantom – wurde sinnlich wahrnehmbar.

Die stofflich-materielle Ernährung beschädigt das Phantom, verletzt die Beziehung zur geistigen Welt, trennt uns von den höheren geistigen Einwirkungen, wendet uns allmählich nur zu unserem eigenen Wesen hin. Als Folge tauchen Krankheiten auf und wir werden sterblich. Nur auf diese Weise wird das Ich-Selbstbewusstsein ermöglicht. Das ist „der erste Adam“ – der Sünder. Was können wir feststellen: die guten Götter hatten vorgesehen, dass wir unsichtbar bleiben, aber „der böse“ Luzifer musste uns versuchen, damit wir Selbstbewusstsein erlangen. Es ist eine Art Götterspiel, so dass ich nicht ganz einverstanden bin, des Sündenfalls bezichtigt zu werden, nachdem die Götter alles unter sich entschieden haben und wir die Spielfiguren auf ihrem Brett waren. Der Sündenfall ging freilich dermaßen beschleunigt vor sich, weil den Göttern die Anziehungskraft des Mineralischen nicht ganz klar war, so dass Gott selbst heruntersteigen musste, um sich persönlich zu überzeugen, welche anziehenden Kräfte in unserem physischen Körper auf dem Erdenplan wirken. Der von den Thronen in der alten Saturnzeit ausgestrahlte Wille verwandelte sich in mineralische Materie, die unseren physischen Körper-Willen an sich zog – Gleiches zieht nämlich Gleiches an.

Mit dem Versinken zum Irdischen wurde die organisierende Kraft des Phantoms, welches die physischen Stoffe und Kräfte verarbeitet, um sie in die sinnlich wahrnehmbare Form des physischen Körpers umzuwandeln, immer schwächer. Als Christus hinunterstieg, hatte Er Menschen um Sich, die sehr kurz lebten. Er musste Sich aus Liebe zur Menschheit opfern und das menschliche Phantom durch ein neues, unsterbliches Phantom – „den zweiten Adam“ – retten. Deshalb lassen sich die oben angeführten Wirkungen der Stigmata beobachten. Wir haben bereits die Sehstärke Judith von Halles erwähnt, die zur Wahrnehmung des Übersinnlichen aufsteigt. Während man in der physischen Welt jemanden mit einer anderen Person verwechseln kann, ist das beim Anblick seines Ätherleibes nicht möglich. Wir wissen, dass der Mann einen weiblichen Ätherleib hat und die Frau – einen männlichen. Wenn der Mann einen männlichen physischen Leib und einen weiblichen Ätherleib hat, kommt es zur Harmonisierung und zum Gleichgewicht der beiden und dann ist der Astralleib, in dem das Bewusstsein sich entwickelt, neutral. Dort wohnt die Seele. Sie und der Astralleib besitzen kein Geschlecht, aber äußerlich ist der Mensch in einem bestimmten Geschlecht individualisiert. Wenn man aber Transvestiten, Homosexuelle usw. betrachtet, sind die Dinge bei ihnen anders gelagert. Ein Transvestit wird beispielsweise als Mann geboren, aber sein Ätherleib ist weiblich – das ist keine Frage der persönlichen Wünsche oder dergleichen, es ist so. Warum beginnt dieser Mann, sich als eine Frau zu benehmen? Weil es bei ihm wegen des Missbrauchs der Sexualität in früheren Leben zu einer Infektion des Astralleibes gekommen ist. Wenn man den Astralleib infiziert, wird diese Infektion durch das Karma in das gegenwärtige Leben und zwar auf den Ätherleib übertragen. Von dort gelangt die Infektion in den physischen Leib und der Mann wird instinktiv vom weiblichen Prinzip angezogen. Der Ursprung dieses Instinkts sind nicht die Gene des physischen Körpers, sondern die astrale Infektion aus dem vorherigen Leben. Als Ergebnis fühlt sich dieser Mann körperlich als Frau, sein Ätherleib ist weiblich. Es gibt soz. zwei Frauen, es fehlt die Harmonie im Astralleib und die Seele quält sich. Solche Menschen, die zwei Frauen in sich vereinen, sind tief unglücklich, denn sie wissen nicht, was sie sind. Sie sagen: Ich möchte mich auf diese Weise ausleben, ich habe das „demokratische“ Recht darauf. Nein, der Mensch ist durcheinander, denn sein Astralleib ist infiziert, was an dem langen Missbrauch der Sexualität liegt. Sie können sich vermutlich die späteren Folgen des gigantischen Missbrauchs der Sexualität, der im 20. Jahrhundert massenhaft begonnen hat, als die Asuras in unsere Entwicklung eingriffen. Früher besaß Giacomo Casanova mit seinen wenigen Dutzend Frauen den Ruhm eines legendären Liebhabers, heutzutage kann jede prominente Persönlichkeit Hunderte, ja sogar Tausende sexuelle Errungenschaften aufzählen. Es soll sogar Liebesdienerinnen geben, die während eines sog. Sex-Marathons Tausende von Männern innerhalb von wenigen Tagen bedienen. So etwas wird ein gigantisches Karma und furchtbare zukünftige Infektionen nach sich ziehen. Nachdem solche Menschen wieder inkarnieren, werden sie den ungezügelten Sex und die anderen Entartungen des gesunden Menschenverstandes propagieren. Solche Menschen werden zum idealen Werkzeug Ahrimans, Luzifers und der Asuras!

Mit den Wirkungen der Stigmata auf die anderen Sinne werden wir uns jetzt nicht beschäftigen, da sonst die Vorlesung sehr lang wird. Es ist wichtig zu wissen, dass die Stigmata durch das Phantom verursacht werden, so wie sie auch ein anderes Phänomen verursachen – die gleichzeitige Erscheinung an zwei verschiedenen Orten. Zeugen berichten, wie der Meister Beinsa Douno gleichzeitig an zwei weit voneinander entfernten Orten gesehen wurde. Mit seinem physischen Körper war er an einem Ort und mit dem Phantom – an einem anderen. In der Praxis benutzt er sein Phantom, denn das Phantom ist ein Körper, der alle Eigenschaften des physischen Leibes besitzt, ohne den Naturgesetzen zu unterliegen. Man kann sich sogar in eine andere Zeit versetzen, sogar die Funktionen seiner physischen Sinne benutzen und jenes Zeitalter mit den Sinnen erforschen, als würde man sich im Körper dort befinden. Das Phantom kann das, denn im Unterschied zu unserem dreidimensionalen physischen Leib, dessen Existenz an Zeit und Raum gebunden ist, ist das Phantom von diesen unabhängig. Die Verlegung kann nicht mit dem Ätherleib erfolgen, denn bei der Abtrennung vom physischen Leib stirbt dieser sofort. Mit dem Astralleib ist ebenfalls keine Verlegung möglich, da das Bewusstsein erlischt und der Mensch einschläft. Mit dem Ich geht es auch nicht, denn die Individualisierung verschwindet. „Der zweite Adam“ verändert alle vier Wesensglieder, indem er uns das Individuelle, das Bewusstsein, das Leben und die Form gibt, mit denen wir die irdischen Begrenzungen von Zeit und Raum überwinden und alle möglichen geistigen Welten erforschen können. Das Wesen der gegenwärtigen Einweihung besteht in der Einkleidung mit dem „zweiten Adam“. Wann und wie er erschaffen wurde, wie es heute möglich ist, sich mit Ihm unter den heutigen Bedingungen zu verbinden – auf diese Fragen wird später eingegangen, nun wollen wir auf die Veränderungen im Blut eingehen, die durch die Stigmata bewirkt werden.

Wie wir wissen, hat der Mensch eine dreigliedrige Struktur, wobei der Nerven-Sinnes-Apparat im Kopf liegt, das Blut der Ausdruck des mittleren Teils und des Atmens ist und der Wille in den Gliedmaßen und dem Stoffwechsel zum Ausdruck kommt. Mit unseren Sinnen nehmen wir die uns umgebende Welt wahr, aber wegen der luziferischen Versuchung gerieten wir in die ahrimanische Illusion, dass das die wirkliche Welt ist, während sie nur die Peripherie der geistigen Welt und nur verhärteter Geist ist. Die Sinne funktionieren wertfrei, denn durch sie wirkt der Geist (Wille), aber sie wurden durch die ahrimanische Illusion verdorben und wir begannen, fehlerhafte Formphantome zu schaffen. Der Verfall stieg in unser Blut hinunter. Als der physische Ausdruck des Ich zirkuliert das Blut im ganzen Organismus, so wie der Nerven-Sinnes-Apparat und der Stoffwechsel im ganzen Körper wirken. Dort, wo das Blut sich mit dem Nervlich-Sinnlichen kreuzt, entsteht zwischen beiden eine gewisse Spannung, die durch das Eindringen der fehlerhaften Formphantome in das Blut verursacht wird. Deshalb verliert das Ich seine Beziehung zur geistigen Welt, doch dafür erlangen wir unser Selbstbewusstsein und die Freiheit der Wahl. Die wahre Freiheit des Ich wird aber durch die Erhebung zum reinen, von der Sinnlichkeit befreiten Denken erreicht. Dieses Denken ist ein kosmisch-geistiger Prozess, der im Menschen neue Kräfte und Stoffe erzeugt. Nach dem Tod gelangen diese Stoffe zusammen mit der Leiche in das Mineralreich der Erde. Wie Steiner in GA 293 behauptet, ist das der Grund, warum die Erde zusammen mit den Pflanzen und Tieren lebendig bleibt. Ohne die Menschenleichen hätten sich die drei Naturreiche in Weltstaub verwandelt. Wir sollten Luzifer und Ahriman also für die Illusion dankbar sein, in die sie uns hineingedrängt haben, damit wir das Wohl der freien Wahl kennenlernen.

Wo ist der Willen in diesem Prozess? In ihm herrscht der reine, durch keine Illusion verhärtete Geist und dort ist die Wurzel unserer Sinne. Dort ist die wahre Wirklichkeit. Wenn wir unsere Sinne von ihrer Beziehung zur äußeren physischen Welt befreien und sie durch das reine Denken für die Einwirkung des Geistes frei machen, schützen wir das Blut vor Vergiftung. Zudem machen wir durch das willensmäßige Denken über das reine, erleuchtete Blut (das als physischer Ausdruck des Ich unbewusst in allen Sinnesorganen wirkender Wille ist) einen Durchbruch zum Reich des Willens, damit wir mit unserem Ich dem „zweiten Adam“ und der Weltliebe gegenüber stehen können. „Der zweite Adam“ ist das Geschenk der Weltliebe Christi, in der alle Wesen des Kosmos nach dem Mysterium von Golgatha in Einheit leben. Jeder, der eine solche Beziehung erreicht hat, kommt zu einem mächtigen Erlebnis der Seele, die die Einheit des ganzen Kosmos erkennt. Dieses Erlebnis hatte ich vor ein paar Jahren im Zentrum von Varna. Das ist der Durchbruch zur wahren Intuition. Nach einem solchen Erlebnis ändert man seine Einstellung zum Leben und zu dessen Leitfaden wird die Suche nach einer Gemeinschaft, die um Christi durch den Heiligen Geist entsteht. Selbstverständlich muss der Prozess der Kreuzung zwischen der Freiheit im Kopf und der Liebe im Willen durch die Synthese der Impulse Rudolf Steiners und Beinsa Dounos unbedingt unter der Kontrolle des individuellen (explodierten) menschlichen Ich geschehen, welches im reinen, hellen, fast rosafarbigen Blut aktiv wirkt. Nur so wird eine richtige Beziehung zum Christus-Phantom hergestellt, welches aus dem Grab auf Golgatha auferstanden ist. Dann ändert sich auch die Ernährung des Menschen.

Wir haben bereits erwähnt, dass Judith von Halle keine Nahrung zu sich nimmt und trotzdem das Blut sehr schnell wieder hergestellt wird. Die Beziehung zum Christus-Phantom, die das Aufwachen im Willen liefert, führt uns zur wahren Wirklichkeit des Sinneslebens. Im lebendigen Willen nehmen wir geistig-physisch die geistige Nahrung zu uns, die vom „Brot des Lebens“ kommt. „Das Brot des Lebens“ ist das Phantom selbst, das aus dem Grab auf Golgatha auferstanden ist. Hier geht es nicht um Fasten, Heilfasten oder um die Lichtnahrung nach Hira Maneks Art, auch nicht um irgendeine Form der Askese, die eine Entscheidung des menschlichen Verstandes ist, sondern um die Nahrungsunverträglichkeit. Die notwendigen Stoffe werden nicht von außen durch die Ernährung geliefert, sondern von innen, denn der Geist wird in Materie (Blut) transformiert und die Materie ist eine Substanz des Geistes. Bei Judith von Halle liefert ihr das Christus-Phantom von den Stigmata geistige Nahrung. Ihre Stigmata und die Ernährung durch den Geist sind der sichtbare Beweis dafür, wie real die Auferstehung war. Auf dem erwähnten Gemälde des heiligen Franziskus von Giotto wird Christus als ein sechsflügeliger Cherub oder Seraph dargestellt, der den Heiligen stigmatisiert und ernährt, denn in unserem physischen Leib wirkt die erste Götterhierarchie und die Einwirkung Christi auf den Menschen geht durch ihre Vermittlung.

Die Aufnahme geistiger Nahrung hängt nicht nur mit der Stigmatisierung zusammen, sondern sie wird zukünftig der menschlichen Existenz zugrunde liegen und eine immer größere Rolle spielen. Die geistige Ernährung ist ein ständiger Bestandteil der Legenden über den Gral. Steiner nannte die gegenwärtigen Eingeweihten ‚Eingeweihte des Grals‘. Heutzutage gibt es nur wenige Menschen, die wie Judith von Halle das Privileg der geistigen Ernährung genießen. Diese stellt eine neue Art von Gesundheit aus der Zukunft dar. Doch vorläufig brauchen die Menschen ihren Appetit auf Nahrung nicht zu verlieren, allerdings ist die Tatsache, dass man auf bestimmte Speisen verzichtet, eine reduzierte Menge an Nahrung aufnehmen kann und Alkohol und Zigaretten nicht verträgt ein sicheres Zeichen für den wachsenden Einfluss des Phantoms auf den Menschen. Es ist kein Zufall, dass Beinsa Douno den Schülern empfahl, sich ausschließlich von Obst zu ernähren. Mit dem Verlust des überflüssigen Gewichtes, das an den nicht gereinigten Leidenschaften und Begierden im Astralleib liegt, wird der Prozess der Erfüllung des Ich mit dem Ich Christi voranschreiten und die Beziehung zum Christus-Phantom fester werden. Das ist der Übergang zu unserer Verwandlung in Engel auf dem zukünftigen Jupiter, den das Opfer und die siegreiche Auferstehung Christi ermöglicht haben. Dem gingen die drei quälenden Jahre der Menschwerdung Gottes vor. Bei der Taufe im Jordanfluss stieg Christus herab und bildete den Keim Seines Ich im Leib Jesu (der nathanischen Seele). In den drei Jahren fand der Prozess Seiner Verbindung mit diesem Leib statt. Beim Hinunterstieg aus der Welt der geistigen Zeit (und des geistigen Raumes) holte Er diese Welten herunter und änderte die Gesetzmäßigkeiten der Erde, indem Er Folgen, bewirkte, die vor der Ursache liegen. Diese Behauptung ist zwar nicht meine persönliche Errungenschaft, aber in diesem Augenblick, wenn ich das sage, wird sie mir auf geistige Art bestätigt und ist somit tatsächlich meine eigene Erfahrung. Ein Beispiel für eine derart radikale Wandlung in der Welt des dreidimensionalen Raums ist die Auferweckung des Lazarus – des reichen jungen Mannes, der seine Habe nicht verteilen und Christus nachfolgen wollte. Laut Judith von Halle lag er vor der Grablegung mindestens zwei Tage tot, da man mit der Ankunft Christi rechnete. Anschließend befand er sich vier Tage lang im Grab und wurde erst nachdem er sechs Tage lang tot gewesen war, durch Christus auferweckt. Er verband sich im Augenblick des Hierophantenrufs mit der Entelechie des toten Johannes des Täufers. Bei seinem Auferwecken erhielt Lazarus-Johannes ein Phantom von Christus, noch bevor der Tod Jesu und die Auferstehung Christi – also des Phantoms – eingetreten waren. Deswegen wurde Lazarus-Johannes zum Urbild jedes Menschen, der in Zukunft sich mit dem Christus-Phantom einkleiden wird. Es ist kein Zufall, dass im 13. Jahrhundert bei jenem Mysterium in Arbanassi unter den Bogomilen sein physischer Leib vollkommen durchsichtig wurde.

Beim Letzten Abendmahl begann Christus, in die irdischen Elemente einzudringen. Er reichte den Jüngern das Brot und den Wein und durch die Kommunion nahmen sie Seinen Leib und Sein Blut in sich auf, noch bevor das Drama auf dem Golgatha-Hügel stattgefunden hatte. Hier hat die Folge wieder die Ursache überholt. Anschließend sangen sie ein Lied zwecks „Einstimmung“ (nach Beinsa Dounos Worten) und gingen in den Garten Gethsemane, wo der Erlöser sich der dreifachen Versuchung stellte, die in den Evangelien als die dreifache Rückkehr Christi zu den Jüngern, als Er ihre Hilfe benötigt, dargestellt wird. Christus suchte Hilfe bei den Drei, die Er auf den Berg Tabor bei Seiner Verklärung führte. Judith von Halle soll das imaginativ gesehen haben. Was hat sie beobachtet?

Christus hatte bereits die drei nicht vollendeten Jahre erlebt, Er hatte sich mit dem Astral- und Ätherleib Jesu verbunden, aber es fehlte noch die vollständige Beziehung zu dessen physischem Leib, obwohl Er in ihn eingedrungen war. Am Anfang war das makrokosmische Ich Christi bei den drei Versuchungen sehr stark, was diese Versuchungen leichter zu überwinden machte. Im Garten Gethsemane waren aber die Kräfte Seines Ich begrenzt, als der Erlöser von Luzifer und Ahriman angegriffen wurde. Die beiden Widersacher greifen einen immer an, wenn man am schwächsten ist, so dass man einen starken Willen zum Widerstand braucht. Die physischen Kräfte des Christus-Jesus waren fast aufgebraucht, aber Sein Wille wurde bis zum Absoluten verstärkt. Es stand die vollkommene Hingabe unter den Willen des Vaters hervor.

Zuerst trat Luzifer an Ihn und wirkte auf Seinen Astralleib ein, damit Er alle menschlichen Sünden der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehen konnte, mit denen Er beladen верден wollte. Jede Sünde ist ein untergeistig lebendes Wesen und es stürzten sich in jenem Augenblick alle zusammen auf Ihn. Um diese Prüfung zu meistern, trat Christus aus der Höhle heraus, in der Er betete und suchte bei Jakobus Hilfe. Doch Jakobus schlief, da er den astralen Anblick nicht ertragen konnte. Jakobus repräsentiert die vorchristliche Gruppenseele der Jünger, die wanken unzuversichtlich sind, denn sie sind noch nicht „auf den Berg gestiegen“. Die Erlebnisse des Ich repräsentieren hier die Erlebnisse in der Gruppenseele.

Christus nimmt den Willen des Vaters an und kehrt in die Höhle zurück. Nun tritt nicht nur das Bild unserer Sünden mit den Verletzungen des ursprünglichen Phantoms vor Seine Augen, sondern auch der Schrecken der bevorstehenden physischen Leiden, die Er wegen des Ausgleichs zu ertragen hat. Davon schwitzt Er zum ersten Mal Blut. Die dunklen Geister haben sofort die Angst Jesu vor der Größe des notwendigen Opfers gemerkt und Ahriman – der Herr der Angst – trat zur Versuchung an den Ätherleib heran, um die Nichtannahme dieses Leidensweges einzuflößen. Auf eine genial heimtückische Weise zeigte Ahriman die Undankbarkeit der Menschen gegenüber dem bevorstehenden Opfer und die Verbrechen, die sie künftig im Namen Christi begehen sollten, indem sie Seinen Impuls bis zur Unkenntnis entarten und sich selbst einander vernichten würden. Ahriman warf Ihm dieses Übel vor und wollte, dass Christus auf den rettenden Akt verzichtet. Ahriman kannte nicht die Freiheit des Menschen, die einzig durch das Christus-Opfer möglich werden konnte, er hatte nur ein Vorgefühl, dass diese Freiheit stark die Möglichkeit einschränken würde, seine Herrschaft über alle Menschen zu errichten.

Christus ordnete sich auch diesmal unter den Willen des Vatergotts. Dann trat ein kosmischer Augenblick ein: Sein Geist vereinte sich mit der Sternenheimat und Jahve wurde von seinem Mondendienst befreit. Jahve kam vom Mond mit neuem Licht glänzend auf die geistige Sonne zu. Jesus stieß einen lauten Schrei aus und Petrus fiel ebenfalls als  geistige Begleitung aus. Petrus konnte nicht ertragen, dass das Neue aus einem so großen Opfer geboren wurde. Während Jakobus noch den Jahve-Mysterien angehört und den Kampf um das Ich im Bereich des Gruppenseelischen führt, wird Petrus in seinem Ich versucht. Er führt den Kampf im Ich, doch er kann den Anblick nicht ertragen und schläft auch ein. Christus kann Sich auf seine Hilfe nicht verlassen und es ist kein Zufall,  dass Petrus dreimal mit herabgesetztem Bewusstsein den Logos verleugnet.

Nach dem bedeutsamen Augenblick der Befreiung Jahves führte Johannes den Erlöser in die Höhle zurück. Das dreifache „Betreten“ der Höhle bedeutet den bewussten Eintritt in die drei menschlichen Leiber zur Begegnung mit den Widersachern. Nun tauchte Christus völlig erschöpft in das Reich der tiefsten Abgründe ein – den Abgrund des physischen Körpers. Er drang bis zu den Knochen ein, wo die größte Angst lebt. Es begann die dritte Versuchung. Seine Bereitschaft zur Selbstopferung erreichte den Höhepunkt und dann zeigte der Abgrund unerwarteterweise seine helle Seite, die Ahriman bewusst vor Ihm versteckt hatte. Der Erlöser sah die Ihm gegenüber hinaufsteigenden Seelen der Ihn liebenden Eltern, der Propheten, des Täufers und all jener, die künftig wegen Seines Opfers freiwillig in den Tod gehen würden. Diese zahlreichen Individualitäten sind die Krone des Ich-Impulses Christi auf Erden. Sie sind aus der Sonne der Liebe geborene Blumen, die nur wegen der endgültigen Annahme des Kelches der Versuchung aufblühen konnten. Aus der Kontemplation dieser Blumen wuchsen Ihm Kräfte, mit denen Er den Weg zu Golgatha zurücklegen konnte und Seinen Peinigern vergab. Aus der Überwindung des großen Übels wird großes Gut geboren.

So wurde die dritte Versuchung überwunden, nach der sich ein Wesen – vielleicht der Engel Vidar – Christus näherte und Ihm den geistigen Kelch des Geheimen Abendmahls reichte, den Er aus freiem Willen annahm. Beim Letzten Abendmahl hatte Christus nicht aus dem Kelch getrunken und nun kehrte Er ruhig und voller Entschlossenheit zu Seinen Jüngern und rief sie auf, zusammen mit Ihm die Zukunft zu erwarten. Nur Johannes begleitete Ihn, denn er wurde vom Erlöser persönlich eingeweiht. Es stand das Finale des großen Logos-Dramas bevor. Aber wir wollen vor dem weiteren Blick auf diese sakralen und bewegenden Ereignisse Sorat, den Anführer der Widersacherkräfte im Erdenäon, betrachten und einige Fragen aufwerfen.

Sorat ist ein Wesen, das zu uns aus einem anderen Sonnensystem kommt. Er ist anders, er kommt noch aus der Zeit vor dem alten Saturn. Steiner teilt keine Einzelheiten über ihn mit. Es kommt also ein Wesen, das keine Beziehung zu unserem Sonnensystem hat und wird zum Anführer aller zurückgebliebenen Wesenheiten in diesem System. Hier entwickeln wir unseren freien Willen und all diese Wesenheiten hatten zurückzubleiben und zu unseren Versuchern zu werden. Eist unklar, ob Sorat auch eine solche Rolle dort gespielt hat, woher er kam. Luzifer wurde durch die Opfer aller Heiligen und Märtyrer im Namen Christi der letzten 2000 Jahre erlöst, während Ahriman demnächst im physischen Leib auftreten und über einen freien Willen verfügen wird. Wir müssen alles Mögliche tun, damit er sich auf die Seite Christi schlägt. In der Zukunft wird der Anführer der Asuras auftreten, den wir auch ‚Asuras’ nennen können, ohne zu wissen, wer er ist und woher er kommt. Steiner schreibt auch nicht über ihn. Die Asuras werden noch in Erscheinung treten, was praktisch die Entfaltung Sorats bedeutet. Wer Sorat ist, woher er kommt, was er dort getan hat, warum sich dort womöglich anders als hier manifestiert hat, wo er der Anführer alles Dunklen ist – das sind Fragen , die auf ihre Antwort noch warten. Heute ist für uns die Liebe wichtiger, die wir dem Antichristen gegenüber ausstrahlen müssen und die ein Schritt zur Liebe werden muss, die wir künftig Asuras gegenüber ausstrahlen müssen. Diese Liebe wird uns ihrerseits auf die größten Hindernisse vorbereiten, welche der Sonnendämon Sorat vor uns stellen wird. Dann wird ihm Christus als Ich direkt gegenüberstehen, es muss eine völlige Durchdringung unseres Ich mit Christus geben. All das sind einzelne Stufen und wenn wir nicht in rechter Weise die Begegnung mit dem Antichristen erleben, werden wir später große Schwierigkeiten mit den anderen zwei Versuchern haben. Die Quelle der Kraft zu ihrer Überwindung liegt in der Zeitenwende und deshalb wollen wir den weiteren Verlauf der dortigen Ereignisse verfolgen.

Christus wurde gegeißelt und ihm wurde eine Dornenkrone aufgesetzt, auf dem Weg zum Hügel fiel Er auf den Boden. Vorher schwitzte er Blut und von Ihm fielen Haut- und Fleischfetzen, Blut und Schweiß herab, noch bevor Er an das Kreuz geschlagen wurde. Als die Nägel in Seine Handflächen und Fußsohlen eingeschlagen wurden, floss ebenfalls Blut aus ihnen. Judith von Halle spricht davon, dass der Erlöser mit Seilen an den Handgelenken gefesselt wurde, denn das Seil wäre gerissen, wenn der Körper nur an den von den Nägeln durchbohrten Handflächen gehangen hätte. Es wurden auch Stützen für die Beine benutzt, was den Todeskampf noch mehr verlängert hat. Die Kreuzigungsstellung selbst ist die möglichst unbequemste. Die eine Hand wurde angenagelt, aber es wurde falsch Maß genommen und die andere Hand reichte nicht an das Loch im Kreuz heran, deshalb musste der Arm ausgerenkt werden, was zur einer schrecklichen Spannung im Körper führte. Seine Astralkräfte übten immer mehr Druck auf den Ätherleib aus, das Atmen im physischen Leib wurde immer schwieriger und Jesus starb in furchtbaren Schmerzen an Erstickung. Die enormen menschlichen Sünden wurden mit einem Körper ausgeglichen, der durch den Eintritt des makrokosmischen Christus-Ich fast völlig verbrannt war.

Um drei Uhr nachmittags tat Jesus den letzten Atemzug. Die nathanische Seele starb, aber es wurde der Christus-Geist, das Christus-Ich geboren, vom Leib Jesu befreit und zu eigenem Leben im Körper der Erde bereit. Bei Christus geschieht alles in der umgekehrten Reihenfolge im Vergleich zum Menschen. Der Tod Jesu führte zur Geburt Christi auf dem Erdenplan, nachdem er die Erfahrung der Menschwerdung gemacht hatte. Es war der traurigste Freitag der Menschengeschichte, der Tag, der unseren Sündenfall nach der luziferischen Versuchung und das Erkennen des Todes in der Materie verkörpert. Aber gleichzeitig war das der Tag, an dem mit dem Blut, das aus den Wundmalen Jesu floss, das menschliche Blut auslief, das durch Luzifers Einfluss egoistisch geworden war. Der Egoismus „lief aus“ und der Astralleib wurde gereinigt, der Keim zu dessen Verwandlung in ein Geistselbst wurde gelegt. Christus hat das am Karfreitag für uns getan. Bis zum Sonntag der Auferstehung standen Ihm noch weitere Rettungstaten bevor, auf deren Größe wir mit der höchstmöglichen Demut hinaufschauen wollen.

Von drei Uhr nachmittags am Freitag bis sechs Uhr vormittags am Sonntag der Auferstehung sind 39 Stunden vergangen. Der Tag ist im esoterischen Sinne um 18 Uhr zu Ende, dann kommt die Nacht. Deshalb ist es eigentlich falsch, wenn wir uns in Bulgarien bereits nach 0 Uhr am Samstag mit „Christus ist auferstanden“ begrüßen, das muss nach fünf Uhr morgens am Sonntag geschehen. Was machte Christus in diesen 39 Stunden? Joseph von Arimathäa, der inkarnierte Skythianos, erbat den Leib Jesu von Pilatus und holte mit Hilfe des Nikodemus – der wieder inkarnierten Königin von Saba – den Leib vom Kreuz herunter, balsamierte Ihn durch das Einreiben von Ölen ein und legte Ihn in die Grabstätte. So wie Judith von Halle das Grab sah, besaß dieses mehrere Nischen für weitere Körper. Eine war für Joseph von Arimathäa vorbestimmt. Den Eingang versperrte ein Eisengitter und davor befand sich ein großer Stein in einer Rinne, der den Eingang verschloss. Der Körper musste bis 18 Uhr, wenn der Tag zu Ende ist, vorbereitet werden, denn der jüdische Brauch verbot die Arbeit am folgenden Samstag. Zudem stand das Pessachfest bevor, der den Auszug aus der ägyptischen Sklaverei begeht und bis zum Sonntag dauerte. Der Geist Christi trat aus dem Leib heraus, der Stein wurde in die Rille gerollt und die Grabstätte verschlossen. Die römischen Soldaten unter Longinus hielten Wache. Ich hoffe, dass wir irgendwann erfahren werden, wer er war. (Diese Vermutung hat sich später bewahrheitet, vgl. die Vorlesung „Kaspar Hauser und das Mysterium von Golgatha“ https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/09/26/kaspar-hauser-und-das-mysterium-von-golgatha/). Dem letzten Atemzug Jesu folgte ein Erdbeben. Der Vorhang im Jerusalemer Tempel wurde entzwei gerissen, aber hier geht es noch nicht um den Erdriss, der sich auftat, um den einbalsamierten Leib zu verschlingen. Judith von Halle behauptet, dass am Freitag und Samstag kein anderes Erdbeben stattgefunden hat, sondern erst am Sonntagmorgen. Wir werden dazu kommen, nun wollen wir sehen, ob es einen Unterschied gibt zwischen dem Blut aus den Kreuzeswunden und dem Blut, das vorher aus dem Leib Jesu geflossen war.

In GA 99 sagt Steiner, dass der Ätherleib in seinem Teil vom Kopf bis zur Mitte des Menschen anders aussieht als der Teil, der uns von unten belebt. Diese zwei Teile des Ätherleibes haben unterschiedliche Aufgaben im Schlaf und nach unserem Tod. Von Halle behauptet, dass das Blut aus den fünf Wundmalen andere Eigenschaften hat als das vor der Kreuzigung verflossene Blut. Das wird mir in diesem Augenblick bestätigt! Das erste Blut scheint aus der einen Hälfte des Ätherleibes zu kommen und wird in gewissem Sinne in diesem Teil des Ätherleibes gebildet. Beim Tropfen auf die Erde wird dieses Blut nicht aufgesaugt, sondern sofort ätherisiert, es wird zu einem Teil der ätherischen Erdenaura. Die Erde erfährt einen Wandel und beginnt mit astralem Licht zu leuchten. In sie wurde der Keim zur Verwandlung in eine Sonne, in den zukünftigen geistigen Jupiter gelegt. Über diese Ätherisierung spricht Steiner in GA 130.

Das Blut, das vor der Kreuzigung verflossen wurde, verband sich, statt als Buddhi (Lebensgeist) in die Sonnensphäre aufzusteigen, mit den irdischen Elementen. So wurde es zum Mittler, durch den der Geist Christi einen neuen geistig-physischen Leib – nämlich die Erde selbst – erhielt. Durch dieses Blut wurde der Erde von innen der ätherische Keim zur Verwandlung in eine Sonne gelegt. Auf diese Weise sicherte Christus mit den zwei Blutsorten auf zweierlei Art die zukünftige Inkarnation der Erde.

Was geschah mit den Haut- und Fleischfetzen, mit dem Schweiß und Blut, die vor der Kreuzigung abgefallen waren? Von Halle behauptet, dass übersinnliche Wesen den ganzen Leidensweg zurückgelegt haben, um diese ebenfalls ätherisierten Reste aufzusammeln und mit ihnen den einbalsamierten Leib Jesu zu vervollständigen, so dass dieser seine ursprüngliche Gestalt erhalten hat. Das wird mir in diesem Augenblick bestätigt (!). Vielen Dank, dass Sie hier sind. Ich weiß nicht, warum Prokofieff sich so stark Judith von Halle widersetzt hat, aber das, was sie sagt, ist wahr! Die Erde nahm in ihren ätherischen Teil den mit diesen ätherisierten Resten vervollständigten Leib Jesu in sich auf und wurde deswegen zum zukünftigen Christus-Leib.

Ein weiterer bedeutender Unterschied besteht zwischen den vier Kreuzeswunden und das Wundmal, das die Lanze des Longinus verursacht hat. Diese Wunde entstand nach dem Tod Jesu, aber aus ihr floss nicht nur Blut, sondern auch Wasser, obwohl das Ich bereits ausgetreten war und das Herz nicht mehr schlug. Diese Mischung sammelte Joseph von Arimathäa im Abendmahlkelch auf und leitete  das Mysterium des Grals ein. Das Phantom, das später aus dem Grab als geistiger Kraftabdruck des physischen Leibes auferstanden ist, weist lediglich die Spuren der fünf Kreuzeswunden auf, denn sie gehören nicht unmittelbar der Erde, dem neuen Leib Christi. Das Blut aus diesen Wunden strömte in die Erdenaura und in den Gralskelch. Und die Spuren der Wunden, die vor der Kreuzigung entstanden, wurden durch jene Wesen beseitigt, die die Reste auf dem Leidensweg aufgesammelt und den Leib vervollständigt haben. Diese Spuren sind nicht an dem Phantom zu sehen, das Christus bis zum Auferstehungssonntag erneuert hat. Wie hat Er das gemacht?

In den 39 Stunden nach dem Tod Jesu verlegte Christus Seine Wirkung in das Erdinnere, indem Er allmählich durch die neun lebendigen Erdschichten zum Kern der Erde eindrang. Während die Ereignisse am Freitag mit den physischen Sinnen wahrnehmbar sind, da die physischen Prozesse dabei überwiegen, so ist das, was sich in den 39 Stunden zugetragen hat, ein übersinnlicher Prozess. Es standen bevor die Fesselung Ahrimans, die Reinigung unseres Ätherleibes und seine Veranlagung mit dem Buddhi-Keim. Am Freitag erlebte der Erlöser physisch die Leiden der Menschheit, die nach dem Sündenfall entstanden waren. Darauf beziehen sich folgende Worte Beinsa Dounos: „Sie denken, dass Christus am Kreuz wie ein 33jähriger Mann aussah. Nein, Er sah aus wie 90!“ So stark abgenutzt war dieser Körper von den drei Jahren und den grausamen Qualen am Ende. Von diesem Körper befreit verband sich das Christus-Ich mit dem seelischen und geistigen Schmerz der Erde und es schien, als ob Er den ganzen Gang der menschlichen Inkarnationen  auf dem irdischen Plan erlebte. Dieser „Abstieg in die Hölle“ stellt außerordentlich schwere Arbeit dar. Steiner war überzeugt, dass der Aufstieg durch die geistigen Sphären leichter ist, als der Abstieg durch die Erdensphären. In Letzteren befinden sich Ablagerungen der Involution vom alten Saturn bis zum gegenwärtigen Äon, die das Wirkungsfeld zurückgebliebener Wesen sind. Zuerst kommt die uns bekannte mineralische Erde, die 300 bis 400 km tief ist. Danach folgt eine Schichte mit einer Art Pflanzenbewusstsein, dann eine dampfartige Schicht mit grenzenlosen Expansionskräften, die die mineralische Schicht nur schwer aufhält. Die vierte Schichte bildet die Wassererde, in der sich die negativen Ablagerungen aus der alten Mondenzeit befinden. Alle Formen der Erdoberfläche erscheinen hier wie im Negativ. Das ist die Sphäre der luziferischen Wesen. Man kann sofort fragen, wieso im Erdinneren eine Sphäre luziferischer Wesen existiert? Dort unten ist die unterphysische Astralwelt, wo der Hauptsitz dieser Wesen ist. Dass sie auch auf dem Astralplan wirken, erfolgt nach dem Grundsatz der Widerspiegelung. Unter ihnen liegt die fünfte Erdschicht, die Steiner ‚Fruchterde‘ nennt und in der Formen aus beseelten Formen entstehen. Die sechste Schicht ist die Feuererde. Hier – im unterphysischen niederen Devachan – liegen die Ablagerungen aus der alten Sonnenzeit und hier ist das Wirkungsfeld Ahrimans und der ahrimanischen Wesen. Christus stieg zu ihnen hinab, um sie bis zum Aufdämmern des hellen Zeitalters nach Kali-Yuga zu fesseln. Einen großen Einfluss auf diese Erdschicht üben die menschlichen Lust- oder Leidempfindungen aus, die durch verschiedene Gänge auf die Fruchterde und die oberen Schichten wirken und in der mineralischen Erde Erdbeben und Vulkanausbrüche bewirken. Die siebte Schicht ist der sog. Erdspiegel, der alles, was auf der Oberfläche geschieht, reflektiert und dieses in sein Gegenteil wendet. Steiner gibt das Beispiel eines Metalls an, das klingt, wenn man darauf schlägt und unten von sich selbst tönt (vgl. GA 97:281).

Die achte Schicht nennt man ‚den Zersplitterer‘ und sie ist die Sphäre des unterphysischen höheren Devachan. Christus stieg auch dort hinab, um inmitten der Ablagerungen der alten Saturnzeit die Asuras und wahrscheinlich auch ihren Anführer selbst zu fesseln, bis sich die Zahl 666 zum dritten Mal jährt. Das geschah 1998. In dieser Schicht ist alles Vorhandene der Liebe in all ihren Formen gegensätzlich. Das ist die tiefste Hölle und von dort tönt das Rasseln der „Ketten“, mit denen die Asuras gefesselt sind. Jede amoralische Tat der Menschen führt zu enormem Anwachsen ihrer Kräfte so dass die sie zurückhaltenden Fesseln reißen können. Dagegen führt jeder moralischer Ich-Akt aus Liebe zur Beruhigung in dieser Schicht. Hieraus schöpfen die Schwarzmagier Kraft, falls sie diese Schicht erreichen können. Die neunte Schicht ist der Sitz des Erdgeistes und wahrscheinlich auch Sorats, der alle zurückgebliebenen Wesen seit der alten Saturnzeit anführt. Dieser Erdgeist unterliegt Wandlungen, die mit der menschlichen Entwicklung zusammenhängen. Deshalb hat er sich mit Christus vereinigt, als Er in die neunte Schicht eindrang. Das haben wir bei einem früheren Treffen als Offenbarung erhalten. Die gleiche Vereinigung mussten auch die Menschen durchmachen. Was mit Sorat weiter geschah, wissen wir bisher nicht.

In den Erdschichten befinden sich nicht nur die Fehler und Schulden der Menschheit, sondern auch die unvermeidlichen Ereignisse des bevorstehenden karmischen Ausgleichs dieser Schulden. Hier ist nicht so sehr das individuelle Karma, sondern das Gruppen-, Volks- und Weltenkarma. Hier steht  der okkulte Schüler, der bis zu diesem Ort vorgedrungen ist, vor einem furchtbaren Anblick, vor dem der Hüter der Schwelle warnt. Nur wenn man die Notwendigkeit einer aufopfernden Verbindung mit Christus bzw. mit dem objektiven Weltschicksal erkennt, kann man Licht in diese Abgründe schicken. Christus stieg aus Liebe zu den Menschen hier hinab und nicht wegen Seiner eigenen Entwicklung. Nur so konnte Er den Triumph der Auferstehung vorbereiten. So wie beim Menschen das bewusste Eindringen des Ich in die drei Leiber und die Überwindung der Dämonen in ihnen zu einer Erhebung auf der Spirale zu den übersinnlichen Welten führt, so führte der Abstieg des makrokosmischen Christus-Ich durch die Erdschichten zum Erbe der Saturnzeit, als die Throne uns das Phantom des physischen Leibes schenkten. Das führte zur Ausbildung Seiner Ich-Kraft, die zur Rettung des

Phantoms notwendig war. Dieses Phantom wird durch die „Hölle“ gebildet, es existierte vor dem Auferstehungssonntag noch nicht. Der physische Körper aller Menschen hatte ein beschädigtes Phantom und die physischen Elemente gerieten unmittelbar nach dem Tod ins Schattenreich Ahrimans. Dort war damals der Einfluss Ahrimans stärker als im physischen Erdenleben, so dass keiner den Tod mit seinem Phantom überwinden konnte. Wenn Christus Ahrimans Kräfte nicht gefesselt hätte, so wären wir als Egoisten ohne die freie Wahl zu haben, ob wir Gutes tun, zur Welt gekommen. Die Möglichkeit des Ich, über das eigene Karma die Kontrolle zu übernehmen, wäre nicht da gewesen und die Vorsehung der Götter für uns wäre gescheitert.

Um zwei oder drei Uhr am Sonntagmorgen gab es laut Judith von Halle ein Erdbeben, durch das die Grabstätte zersplittert wurde. Der ätherisierte physische Leib Jesu fiel durch das Leichentuch in den Felsenriss bis zum Mittelpunkt der Erde. Die Erde nahm „die Hostie“ in sich. Hier müssen wir das materiell Physische übersinnlich verstehen, damit das Gesagte nicht verrückt klingt. Der ätherisierte Leib führt zum Entstehen ätherischer Keime in der Erde, durch die sie später zu einer Sonne werden wird. Die Toten wurden durch die von ihnen früher erlebten Leiden Christi angezogen. Ja, die Verstorbenen nahmen am Mysterium von Golgatha teil. Das ist eine objektive leiblich-seelische und geistige Tatsache. Zu diesem Ereignis gibt es drei Standpunkte: der Blick der Götter aus dem Kosmos auf das Ereignis auf der Erde, der Blick der inkarnierten Zeugen und der Blick der in den vorchristlichen Zeiten Verstorbenen, die sich zu jenem Zeitpunkt in Ahrimans Reich befanden. Die Toten trafen Christus schon in der Nacht auf dem Ölberg und erlebten unter der Leitung bestimmter geistiger Wesen übersinnlich Seine Leiden bis zum Kreuzestod. Auf diese Weise begriffen sie die Bedeutung der Tatsache, dass der Logos in einen menschlichen Leib eingezogen und in diesem gestorben ist. Das geschah zwar in der Zeitlosigkeit (in der geistigen Zeit) aber es scheint uns, dass es im Laufe der Zeit stattgefunden hat. Durch dieses Miterleben zogen sie den ätherisierten Leib Jesu zum Erdinneren und durch diesen Leib nahm Christus die ganze Erde als Seinen neuen Leib. Der Abstieg des Christus-Ich in die Hölle schuf den andern Leib – den Phantomsleib, der den Tod besiegte. Von ihm haben die Toten vor den Lebendigen noch den Keim erhalten und das führte sie aus der Gefangenschaft Ahrimans in die Sphären der Devachan hinauf. Sie feierten als Erste die Auferstehung, noch bevor diese eingetreten war, was uns wiederholt vor das schwer durch den heutigen Menschen zu begreifende Phänomen stellt, bei dem die Folge vor der Ursache eintritt.

Das Erdbeben führte zur Befreiung von Joseph von Arimathäa aus dem Keller, in dem er sich seit der Freitagnacht nach dem Mysterium der Grablegung befunden hatte. Er ging in das Abendmahlhaus, erzählte den Jüngern über das Geschehene und dann ging er mit einem Bündel nach Arimathäa, um bei Freunden unterzutauchen. Zwischen fünf und sechs Uhr war Maria Magdalena mit drei weiteren Frauen unterwegs zum Grab Gottes, um den Leib einzuölen. In diesem Augenblick erfolgte ein zweites Erdbeben, das durch einen Donner begleitet wurde. Die Wache fiel ohnmächtig auf den Boden und Longinus, der als Einziger seine Vernunft beibehielt, kam zum Eingang und sah, dass der schwere Stein nicht nach links, den Naturgesetzen entsprechend, in der Rinne verschoben wurde, sondern nach rechts. Er machte das Eisentor zur Nische auf und tastete im Dunkeln nach dem Leichentuch. Das Tuch war da, aber der Körper fehlte. Er lief weg und versteckte sich im Gebüsch, da er spürte, dass etwas passiert war.

Aus den vorher durchdrungenen Erdschichten stieg um sechs Uhr Jerusalemer Zeit aus dem Grab das ausgebildete Phantom auf und von oben stieg ein Chor hoher geistiger Wesenheiten hinunter, um Ihn in Empfang zu nehmen. Im Garten Gethsemane war Christus bis zu den Knochen des Leibes Jesu eingedrungen und hatte die bis zum Höchsten verstärkte Angst überwunden, die in ihnen existierte. Während der Kreuzigung verwandelte er sie in den Geistesmenschen. Nach der Überwindung der größten materiellen Tiefen beim Abstieg in die Hölle und der Verbindung mit der Erde selbst stieg nun der Christus-Geist mit dem Auferstehungsphantom zur Felsendecke der Grabnische hinauf, ging durch diesen härtesten Stoff, sah sich um, trat in das Umfeld der Erde und bestrahlte die ganze Welt. Der Augenblick des Durchgangs durch den Felsen ist die Geburt des „zweiten Adams“!

Als sich dieser neue Leib im Grab erhob, entfaltete sich die leiblich-stoffliche Beerdigungsdecke und flog wie vom Wind getragen zusammen mit dem aufsteigenden Christus. Sie überwand den Felsen, um sich nach Ende der Auferstehung zusammenfaltend, wieder in die Grabnische hinunterzufallen. Hier blieb sie liegen, so wie der Stoff für den Kopf, der der übersinnliche Ausdruck für den durch den Kopf ausgetretenen Astralleib Jesu ist. Diesen Stoff nahm Petrus mit.

Maria Magdalena ging in die Grabstätte und sah, dass der Leib fehlte. Sie lief zum Abendmahlhaus. Longinus ging zu Pilatus, um über das Geschehene zu berichten. Unterwegs traf er drei Frauen, denen er außer Atem über das Ereignis berichtete. Zusammen mit ihnen lief er zum Grab zurück. Dort bemerkten sie zwei geistige Wesen und hörten von ihnen, dass sie nicht mehr nach dem toten Körper, sondern nach dem Geist zu suchen haben. Sie verließen die Grabstätte, um auf Maria Magdalena zu warten, die sich auf dem Rückweg zum Grab befand, nachdem sie den misstrauischen Petrus und Johannes über den fehlenden Körper berichtet hatte.  In Tränen aufgelöst sah sie zwei geistige Wesen in der Nische, das eine an der Stelle des Kopfes und das andere an der Stelle der Füße. Sie warf sich verzweifelt hin und her, bis sie sechs oder sieben Meter von sich entfernt auf der Seite der aufgehenden Sonne eine helle Gestalt sah, die eigentlich dunkel aussehen sollte, wenn sie ein irdischer Körper gewesen wäre. Vom Osten erschien Christus im Auferstehungsleib. Sie hielt ihn zunächst für den Gärtner. Christus stellte ihr die Frage eines Meisters zu seinem Schüler: „Wen suchst du?“ (Den Christus oder den Jesus?) Sie suchte den physischen Leib Jesu, aber als Er ihren Namen nannte, berührte Er ihr Herz und sie begriff, dass das Er war. Sie sank auf den Boden und wollte Seine Füße küssen. Sie brauchte keine Wundmale zu sehen oder sie zu berühren, um Ihren Meister wiederzuerkennen. Sein geistiges Wort reichte ihr, denn sie war in ihrer Entwicklung fortgeschritten. Aber sie wurde durch die Worte aufgehalten: “Berühre mich nicht!“ Nur nach der Vereinigung der Christus-Weisheit mit der Vater-Liebe und dem Herannahen des Geistes der Wahrheit zum menschlichen Ich sollte Christus für die Menschenseele erkennbar werden. Es brauchte seine Zeit, bis Marias Seele und die Seelen der Jünger reif für diesen Augenblick wurden.

Auf diese Weise wurde am frühen Sonntagmorgen mit dem auferstandenen Phantom das geistig-physische Urbild unseres physischen Leibes als vom Tod unabhängig wiederhergestellt. Der gereinigte physische Leib begann zu strahlen, in ihn wurde der Keim des Geistesmenschen gelegt. Der Weg des Menschen zur geistigen Zeit des himmlischen Jerusalems sollte durch das Erkennen von Gut und Böse und später durch das Einspannen des Bösen zur Arbeit für das Gute frei gemacht werden. Während auf Golgatha Jesus starb und Christus auf dem Erdenplan geboren wurde, war die Auferstehung der Tod Christi, den Er mit dem Phantom überwunden hat. Seitdem ist der Tod nicht mehr das Gleiche für uns wie vorher. In diesem lebendigen Tod verweilte der Erlöser 39 Tage lang bis zur Himmelfahrt und erschien vor den geistigen Augen der Jünger. 39 Stunden lang blieb Christus in der Erde und nun wandelte Er 39 Tage lang auf der Erde. Deshalb muss der auf die Auferstehung und die nachfolgenden 39 Tage gerichtete Blick sinnlich-übersinnlich sein. Das Phantom führte alle physischen Bewegungen aus, es besaß die Eigenschaften des physischen Leibes und doch war es von den Gesetzen der materiellen Erde unabhängig. Es war kein reiner göttlicher Geist, sondern ein physischer Abdruck, der dank der Menschwerdung Christi durch eine Inkarnation gegangen war.

Nach 39 Tagen stieg Christus in Sein Devachan, das die kosmische ätherische Hülle der Erde ist. Dort befand sich seit dem Freitag schon das ätherisierte Blut aus den fünf Wundmalen. Nun drangen das Christus-Ich und das Phantom dort ein. Mit ihren geistigen Augen konnten die Jünger Ihrem Meister nicht folgen. Die Himmelfahrt selbst beobachteten sie mit ihrem erwachten geistigen Blick, aber danach starb Christus für sie, indem Er über die Schwelle ging. Hier konnte Ihn Paulus mit seinem geistigen Blick sehen, und das ist „das Ereignis vor Damaskus“, das erst nach dem Wunder von Pfingsten möglich wurde. Deshalb sprach Paulus über „den zweiten Adam“. Bis zur Zeitenwende kamen die Eingeweihten bis zum Eindringen in die Geheimnisse des Ätherleibes. Nach dem Opfer des Erlösers öffnete sich die Tür zu den Geheimnissen des physischen Leibes. Der erste, der diesen Weg bereits auf dem Golgatha-Hügel, und zwar mit klarem, wachem Bewusstsein gebahnt hat, ist der geheimnisvolle Skythianos. Über ihn habe ich auf der Konferenz berichtet, die vor einem Monat in Varna stattgefunden hat. Es ist kein Zufall, dass wir heute auf das Phantom eingehen.

Die Jünger verloren nach der Himmelfahrt den Mut. Es gibt zehn Gebote Gottes, zehn Tage dauert die zur höchsten Stufe verstärkte Trauer nach dem verschwundenen Erlöser bis zum Erscheinen Seines Impulses, mit dem die zehn Gebote hinsichtlich der Einschränkungen der Gruppengemeinschaft der Blutsverwandtschaft überwunden werden mussten. In diesen zehn Tagen suchten die Jünger Hoffnung und Trost bei der Jungfrau Sophia, die das Golgatha-Mysterium am besten verstehen konnte. Christus versteckte Sich, da die Vervielfältigung des Phantoms bevorstand, welches eine festere Substanz als der Erdenäther aufweist. Der Äther ist sozusagen das Wasser, während das Phantom das Salz ist. Wenn sich das Salz im Wasser auflöst, entsteht eine neue Flüssigkeit, wobei in jedem Wassertropfen bereits Salz enthalten ist. Also wurde eine neue Ätherhülle der Erde mit dem in ihr aufgelösten (vervielfältigten) Phantom gebildet. In diesen zehn Tagen vervielfältigte sich dieser Einzelleib nach dem Prinzip der spirituellen Ökonomie. In das Phantom jedes Menschen wurde etwas eingepflanzt, was dem Keim des Samens des Christus-Phantoms ähnlich ist. Jeder Keim ist gleichzeitig göttlich und individuell. Wenn man eine richtige Einstellung zu Christus erlangt und nach Ihm mit der ganzen Seele und dem ganzen Geist sucht, entwickelt man diesen Keim weiter. Der Samen wächst und kleidet das Ich mit dem individualisierten Phantom, das vom Christus-Phantom gebildet wurde. So wie das Ich jedes Menschen individuell ist, so ist das Phantom, mit dem er sein Ich einkleiden kann, individuell, denn es kommt von Christus – dem Träger des Prinzips der Individualisierung. Seit der Zeitenwende trägt das Blut nicht mehr das Gruppenseelische, sondern das Ich. Das ist das neue Gebot an die Menschheit, der neue Bund. Mit diesem vom Christus-Ich durchdrungenen und mit dem individualisierten Phantom eingekleideten menschlichen Ich streben wir eine zukünftige Gemeinschaft an, in deren Zentrum der Erlöser steht.

Das Urbild finden wir bei dem Hinunterstieg des Heiligen Geistes an Pfingsten in die Jünger wieder. Die Feuerzungen sind die Keime, die zu den durstenden Seelen streben, und die Geräusche beim Hinunterstieg bedeuten, dass ihr Bewusstsein sich erhebt. Der Geist steigt nämlich in ein erhobenes und nicht in ein herabgesenktes Bewusstsein hinunter. Er trägt die Wahrheit über das Mysterium von Golgatha und führt zu einer rasanten Entwicklung des keimhaften Christus-Phantoms im Menschen. Auf diese Weise kommt eine völlig neue Gemeinschaft aus Menschen zustande, die vom „zweiten Adam“ stammen. Der vergängliche Leib führt uns mit der physischen Reproduktion zu dem  Urmenschen, welcher der ganzen Menschheit zugrunde liegt – dem sterblichen „ersten Adam“. Die inneren Bemühungen um den richtigen Weg zu Christus führen uns zur Verbindung mit dem neuen Stammvater – dem unsterblichen „zweiten Adam“. Er stellt ein neues Wesensglied für uns dar. Diese Verbindung muss in den nächsten Inkarnationen immer fester und dem Zeitalter immer angemessener werden, damit ein anderer Prozess voranschreiten kann – die allmähliche Vergeistigung der leiblichen Hülle des Menschen, die beim physischen Leib beginnt und die anderen zwei Leiber umfasst. Diese Veränderung betrifft Körper, Seele und Geist. Sie führt dazu, dass wir uns allmählich in einen ganzheitlichen Menschen verwandeln werden, der die göttliche Trinität in sich selbst besitzt. In unserer Zeit ist unter einem „zeitgemäßen Weg“ der heilige Impuls zu verstehen, der von Bulgarien aus im Herbst 2000 seinen Weg genommen hat. Er hängt nicht unbedingt mit dem Auftauchen von Stigmata zwecks Bestätigung seiner Richtigkeit zusammen, was eventuelle Stigmata bei einzelnen Individuen nicht ausschließt, welche sich dem Impuls gewidmet haben. Wie bereits hervorgehoben, sind die Stigmata eher eine Ausnahme, sie stellen ein bewusstes, wiederholtes Erleben der Leiden Christi dar, und machen Sein Phantom und Seine Handlungen neben den Begleiterscheinungen der Wirkung Christi sichtbar. Deshalb erscheinen bei den Stigmatikern nur die fünf Stigmen, wobei es Unterschiede in der Wirkung der Wunden selbst gibt. Am stärksten ist die Wirkung bei den Handwunden, durch die unser Ich nicht nur heilen, sondern auch im Willen die äußere Welt verarbeiten kann. Bei den Füßen gibt es dagegen eine andere Wirkung. Mit ihnen treten wir auf die Erde – den Leib Christi und. Nur wenn wir karmamäßig fest auf der Erde stehen, können wir den Erlöser auf die richtige Art finden. Die Wunde auf der rechten Seite hat eine besondere Rolle. Das verflossene physische Blut wird ätherisiert (in etwas Übersinnliches verwandelt). Das ausgelaufene Wasser bedeutet wohl den Tod Jesu (das Irdische) und die Geburt Christi (das Geistige), aber die wahre Bedeutung dieses Mysteriums wird uns erst in der Zukunft enthüllt. Mit Sicherheit können wir behaupten, dass aus den Stigmata des Christus-Phantoms Wirkungen auf den Menschen ausgehen, die ihn auf die zukünftige Verwandlung seines Körpers in einen dem „zweiten Adam“ ähnlichen Tempel vorbereiten.

Im christlichen Sinne stellen unser physischer Leib und der Ätherleib einen „Tempel“ dar und diesen Tempel hat Christus mit der Auferstehung und der Himmelfahrt gerettet. Aber ihre Verwandlung in einen Tempel wäre ohne die Rettung unseres Astralleibes und unseres Ich an Pfingsten nicht möglich gewesen. An Pfingsten strömte durch den Geist der Wahrheit die heilige Trinität in das Innere des Menschen ein und ist nun für jeden erkennbar, der sich in einen „Tempel“ zu verwandeln beginnt und in diesem Tempel Christus untersucht. Derjenige, der an das Kreuz geschlagen wurde, verkörpert die ganze Trinität. Er ist das Tor zu unserer Zukunft, nach dem jeder von uns suchen soll!