Die Geheimnisse von Golgatha

giotto

„Der hl. Franziskus erhält die Stigmata“, Giotto
Vorlesung von Dimitar Mangurov vom 28.09.2014, vorgetragen bei der Versammlung der Gruppe „Der Geist der Wahrheit“

PDF der Vorlesung

Gebet: Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Sergej Prokofieff unser Zeitgenosse war, möge seine Seele Friede und Licht finden, mach, dass er uns von oben hilft, denn das kann er am besten. Amen!
Willkommen zu unserem neuen geistigen Jahr. Es ist Michaels Zeit – morgen ist der Michaelistag. Am heutigen Tag hielt Rudolf Steiner vor 90 Jahren seine letzte öffentliche Vorlesung. Danach fing seine sechsmonatige Krankheit an und am 30.03.1925 ging er über die Schwelle. Deshalb ist heute ein besonderer Tag. Steiner wird immer bei unseren Vorlesungen präsent sein, denn die Sprache, die wir benutzen, ist die Sprache der Anthroposophie.

Das Thema „Die Geheimnisse von Golgatha“ klingt ziemlich prätentiös, aber wir werden immer auf dieses Thema wegen einer Hauptursache zurückkehren – von Golgatha aus nahm die Liebe ihren Weg, die viele Formen hat. 

Je mehr wir unser Bewusstsein auf die Zeitenwende richten und je tiefer wir in diese Geheimnisse eindringen, desto mehr persönlich Weisheit erlangen wir, die wir im Ich neu gebären und praktisch die Ehe zwischen der Liebe und Weisheit vollziehen, damit der Geist durch uns wirken kann. Auf diese Weise kann die ganze Trinität durch uns wirken. Wenn jemand denkt, dass über Golgatha genug gesagt worden ist und nichts mehr gesagt werden kann, habe ich keine Zweifel daran, dass wir bis zum Ende meines gegenwärtigen Lebens und während aller meinen Leben ich auf Golgatha zurückkommen werde, denn niemand von uns kann bisher diese Liebe begreifen und praktizieren. Das wird nicht möglich sein, wenn wir nicht in die Weisheit der Golgatha-Geheimnisse eindringen. Und diese sind unerschöpflich! Der konkrete Anlass für das so formulierte Thema, sind die Stigmata von Judith von Halle. Manche von ihnen mögen von der deutschen Anthroposophin gehört haben, bei der zur Osterzeit, während der Passionswoche 2004 Stigmata aufgetreten sind. Sie ist der einzige Mensch auf Erden, der die Anthroposophie sehr gut kennt und gleichzeitig stigmatisiert ist. Die Geschichte kennt viele Stigmatisierte, etwa der Heilige Franziskus von Assisi, Therese Neumann und Pater Pio, aber seit die Anthroposophie entstand, ist Judith von Halle der erste Mensch mit Stigmata. Ich habe Vorlesungen von ihr und ihrem Gesinnungsgenossen Peter Tradowsky gelesen. Tradowsky selbst scheint mehr ein Mensch des Verstandes zu sein und von Halle erhält Stigmata mit verschiedenen Effekten von ihnen, während sie die Christus-Leiden erlebt. Sergej Prokofieff, möge seine Seele Friede und Licht finden, hatte eine negative Einstellung zum Phänomen ‚Judith von Halle’, die mir missfällt, insbesondere nachdem vor einigen Stunden bei einem Gespräch mir „von oben“ Tatsachen mitgeteilt wurden, die einige Fragen auf die von mir bereits vermutete Art erläutern. Wir wollen uns die Wirkungen der Stigmata ansehen und geistig-wissenschaftlich begreifen, woher sie kommen. Dann werden wir uns auf das Golgatha-Mysterium konzentrieren, um die Gebiete tiefster Esoterik zu berühren, die mit dem Phantom verbunden sind, das wir bereits bis zu einer bestimmten Stufe behandelt haben. Nun werden wir uns auch dem Auferstehungsleib widmen.
In den letzten Tagen vor seinem Tod teilte der glänzende Anthroposoph Sergej Prokofieff, der über 30 Bücher geschrieben und die Anthroposophie auf eine bemerkenswerte Art bearbeitet hat, seinem Freund Peter Selg seine höheren geistigen Errungenschaften mit, die ihm als Gottesgaben auf den von ihm selbst vorbereiteten seelischen Boden geschenkt wurden. Die erste Gottesgabe betrifft den Unterschied zwischen dem Auferstehungsleib und dem Phantom. Judith von Halle berührte auch diese Frage vom Standpunkt einer Kennerin der Anthroposophie und einer Stigmatisierten, die den Zugang zu anders erlebten Offenbarungen hat. Sie ist ein einmaliger Fall. Deshalb ist es unbegreiflich, warum Prokofieff ihre Stigmata so kategorisch als Atavismus abgetan hat. Personen, die ihr nahestehen, haben vermutet, dass eine der Ursachen für seinen frühen Tod diese Einstellung von ihm ist. Das mag stimmen, aber ich denke, dass die Ursachen viel tiefer sind und zu einer früheren Inkarnation von Prokofieff als Amfortas führen, auf die ich früher eingegangen bin.
Bei Judith von Halle erschienen die Stigmata also vor zehn Jahren, aber sie hat sie am Anfang verheimlicht, um nicht von der Gesellschaft abgelehnt zu werden. Die Blutung erscheint an den Händen, Füßen und an der rechten Seite, an der Stelle, wo Christus durch die Longinus-Lanze gestochen wurde. Neben den fünf besonderen Wundmalen bekam Christus auch Wunden bei der Geißelung, aber sie sind anderen Typs. Wir werden darauf eingehen, denn das ist etwas außerordentlich Wichtiges. Ich möchte betonen, dass ich nicht über alles im Klaren bin. Prokofieff hatte seine geistigen Geschenke, die sich in seinen späteren, noch nicht übersetzten Büchern befinden. Aber wir werden über diese Fragen reden, ob Prokofieff die wahren Antworten gefunden hat oder nicht, wird die Zeit zeigen.
Vor Jahren las ich über Experimente, bei denen Handflächen von Leichen angenagelt und die Leichen aufgehängt wurden. Aber sie rissen und das sollte beweisen, dass Christus durch die Handgelenke an das Kreuz angenagelt wurde. Das stimmt aber nicht, denn die Stigmata von Franziskus von Assisi, die im wunderbaren Gemälde Giottos dargestellt worden sind, auch auf den Handflächen liegen. Christus strahlt als sechsflügeliger Seraph oder Cherub ätherische Kräfte aus seinen fünf Wundmalen aus, welche auf die fünf Wunden des Heiligen Franziskus gerichtet sind und er kein Essen und Wasser mehr braucht. Die Frage, die uns beschäftigt, ist, welche Wirkung die Stigmata bei einem Menschen haben, der die Anthroposophie kennt und zu einem geistig-wissenschaftlichem Verständnis des von ihm Erlebten kommen will. 2005 zeigte von Halle ihre Stigmata, nachdem sie diese einige Zeit lang verheimlicht hatte. Sie begann, in Berlin darüber vorzutragen und erntete verschiedenartige Reaktionen. Ich weiß, wie Prokofieff in diesem Fall gedacht haben wird – dass das nicht der adäquate Weg im michaelischen Zeitalter ist, dass alles mit dem klaren Bewusstsein und über den Verstand geschehen soll, all das, was „Die Philosophie der Freiheit“ beschreibt. Folglich sind die Stigmata atavistisch. Auf den ersten Blick hat Prokofieff Recht. Andere denken, dass die Stigmata durch Selbsteinbildung entstanden sind. Weder das eine noch das andere stimmen ganz, denn Christus ist derjenige, Der aus nur Ihm bekannten Gründen in allen Zeiten, auch heute, Stigmata geben und entziehen kann.Tradowsky und von Halle sind darüber im Klaren, aber sie legt trotzdem die Anthroposophie ihrem geistigen Leben zugrunde und versucht, in diese Geheimnisse einzudringen. Es ist natürlich nicht zwingend, dass ein Anthroposoph, der den Einweihungsweg geht, Stigmata erhält, um überzeugt zu sein, dass er in die richtige Richtung geht. In den letzten 2000 Jahren hat sich die Einweihung wesentlich gewandelt. In den ersten Jahrhunderten nach Golgatha führte das intensive Erleben der Leiden Christi durch einen Menschen auf der vierten Stufe der christlichen Einweihung zu vorübergehenden Stigmata, die später verschwanden. Mit dem Übergang zur Bewusstseinsseele erschien dieses Phänomen begreiflicherweise immer seltener. Die gegenwärtige christlich-rosenkreuzerische Einweihung ist eine Einweihung des Grals. Der Gral wird durch das Mann-Frau-Paar formiert, in dem die unterschiedlichen Fähigkeiten der beiden vereint werden: der männliche Verstand und die weibliche Empfindsamkeit, die mehr als der Verstand die Neigung hat, in Form von okkulten Fähigkeiten zum Vorschein zu kommen. Soviel ich weiß, besitzt weder Prokofieffs Frau noch er selbst okkulte Fähigkeiten. Deshalb benutzte er nur seinen Verstand. Als Wegbereiter der gegenwärtigen Einweihung und jemand, der enorme okkulte Fähigkeiten besaß, hatte Steiner auch eine Frau an seiner Seite, ja sogar zwei: Ita Wegmann, mit der er seit 5000 Jahren ein karmisches Paar bildet und seine Ehefrau Marie Steiner. Aber trotzdem blieb er allein und unverstanden und nicht zufällig stritten sich beide Frauen nach seinem Tod.
Die Begründung einer Gralsgemeinschaft ist eine Aufgabe der sechsten Kulturepoche, wenn das Frauenprinzip führend sein wird. Prokofieff suchte das Reich des Grals, aber er blieb ein Mensch der fünften Kulturepoche, denn er drang nicht bis zum Vertreter des Heiligen Geistes vor – dem Bodhisattva. Das Frauenprinzip (der Bodhisattva) entging ihm und seine Frau konnte diese Lücke nicht ausfüllen. Er bewegte sich nur auf dem Feld der Anthroposophie, weshalb auch der Gral unerreichbar für ihn blieb. Judith von Halle und Peter Tradowsky sind wahrscheinlich eine Art geistiges Gralspaar, das in einem gewissen Grad das Erleben und den Verstand vereint, und das verdient Achtung. Wir wissen auch, dass in der Paneurhythmie die 28 Übungen in Paaren gespielt werden, die aus einem Mann und einer Frau bestehen. Hier wird der Bodhisattva-Impuls widergespiegelt, der auf die sechste Kulturepoche hinweist. Nachdem aus der geistigen Welt mitgeteilt wurde, dass der Grundstein der Anthroposophischen Gesellschaft, der bei der Weihnachtstagung gelegt wurde, nicht ausreicht, um mit dem inkarnierten Antichristen fertigzuwerden, erklärte ich am Ende der Vorlesung über die Bodhisattvas (zum letzten Teil der Vorlesung) , warum das so ist. Nun werde ich einige okkulte Tatsachen mitteilen, die jedem Anthroposophen nach Häresie klingen mögen, aber wahr sind. Bei der Weihnachtstagung bahnte Steiner eigenmächtig den Weg zur geistigen Welt für die Anthroposophische Gesellschaft. Das ist zweifelsohne ein Weg des Geistes. Er verband sich mit dem Karma der Gesellschaft, deren Begründer er wurde und übernahm dieses. Jeder Anthroposoph denkt, dass er sich mit dem Karma der Gesellschaft belädt, wenn er ihr Mitglied ist und die rosafarbene Mitgliedskarte besitzt. Kein Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft übernimmt ihr Karma, sondern nur Rudolf Steiner, denn er ist der Bahnbrecher des Geistes und im Geist gibt es keine Pfade. Alle anderen gehen den festgetrampelten Pfad und laden kein Karma auf sich. Außerdem war die Weihnachtstagung tatsächlich der erste Durchbruch Michaels, mit dem der neue Weg zur geistigen Welt abgesteckt wurde, aber das Mysterium mit Beinsa Douno im Jahr 1936 hat eine größere geistige Bedeutung, obwohl – ich möchte das ausdrücklich unterstreichen -, jedes Ereignis seine unersetzliche Bedeutung hat. Als ich auf der anthroposophischen Konferenz „Die Seele Europas“ 2014 in Varna Leena Westergreen, der Vorsitzenden der Anthroposophischen Gesellschaft Finnlands erklärte, dass das Mysterium von 1936, an dem der Bodhisattva teilnahm, eine größere Bedeutung als die Weihnachtstagung hat, rief sie aus: „Größer?“ Ja, es besitzt eine größere Bedeutung. Steiner selbst sprach überzeugt von einem Impuls am Ende des Jahrhunderts, der der einzig rettende für das geistige Leben der Menschen sein werde. Daraus folgt, dass weder die Weihnachtstagung noch das Mysterium von 1936 einzeln ausreichend sein werden, damit die Menschheit die bevorstehenden Prüfungen meistern kann.
Nun werde ich etwas noch Seltsameres verkünden, das ich seit 15-20 Tagen wusste und das „von oben“ vor anderthalb Stunden bestätigt wurde: die Konferenz, die dieses Jahr in Varna stattfand und vielen Anwesenden langatmig und langweilig vorkam, hat auch eine größere Bedeutung als die Weihnachtstagung. Wer die Weihnachtstagung in der Tiefe kennt und weiß, was für ein grandioser Akt sie für die neue Beziehung zwischen den Menschen und der geistigen Welt ist, würde diese Behauptung von mir als absurd ablehnen. Als Steiner das Mysterium vor 700 oder 800 Menschen vollzog, begriff keiner der Anwesenden, was in jenem Augenblick geschah, denn das ist ein Weg des Geistes, wie bereits erwähnt, und dort ist der Mensch als Wegbereiter allein. Auf der Konferenz in Varna geschah auch etwas, was praktisch bahnbrecherisch ist und den Teilnehmern völlig unverstanden blieb. Es wird weiter nach allen möglichen Schwächen von ihm gesucht werden. In dem Augenblick, in dem der Einwand kommen wird, wird mir klar sein, welcher Defekt im Menschen den jeweiligen Einwand hervorruft. Ich werde darüber nicht mehr sprechen, mit der Zeit wird sich die Sache entwickeln und klarer werden.
Nun wollen wir zum Hauptthema zurückkehren und die Wirkungen der Stigmata betrachten. Zuerst werden die Sinne deutlich schärfer, sie gehören nicht mehr der Erde, sondern gehen zum Übersinnlichen über, was zum temporären Verlust der uns bekannten sinnlichen Wahrnehmung zu Gunsten der übersinnlichen führt. Mit ihrem Sehvermögen beginnt Judith von Halle, nicht die äußere Leibeshülle des Menschen wahrzunehmen, sondern seinen Ätherleib, mit ihrem Geruchssinn nimmt sie die Nahrung wahr, die er am Vortag zu sich genommen hat, sie weiß, aus welchen Lebensmitteln sie bestand, wie sie verarbeitet wurden. Mit ihrem Gehör hört sie, was die Menschen ein paar Häuser weiter sagen. Zudem treten Veränderungen im Blut ein. Die Stigmata bluten leicht und die Wundmale bleiben jahrelang, ohne sich zu entzünden, obwohl wir wissen, dass eine offene Wunde sich entzündet, wenn sie lange Zeit nicht behandelt ist. Das Blut der bekannten Therese Neumann floss von überall – aus den Augen, aus den Wunden, aber trotz des großen Blutverlustes wurde das verlorene Blut in den nächsten Tagen wieder hergestellt, ohne dass sie Nahrung zu sich genommen hat. Judith von Halle verliert weniger Blut, denn sie hat im Unterschied von Neumann keine lymphatische, sondern eine athletische Konstitution und solche Menschen bluten schwächer. Aber sie isst ebenfalls nicht und das Blut wird wieder hergestellt. Das ist die dritte Wirkung der Stigmata – die Nahrungslosigkeit. Das Essen wirkt wie Gift auf den stigmatisierten Menschen. Die geringsten Spuren von Alkohol, etwa in der Zahnpasta, führen zu seiner Vergiftung.
Alle festgestellten Wirkungen kommen vom Phantom des menschlichen Körpers. Wir wollen uns daran erinnern, was das Phantom darstellt, indem wir einige neuere Details erwähnen, ohne die wir nicht die tiefe Erklärung dieser Phänomene erreichen und sie mit den konkreten Ereignissen auf Golgatha in Beziehung bringen können. Wir wissen, dass das Phantom die Form des physischen Leibes des Menschen ist, die von Materie ausgefüllt ist. Wenn wir diese Form von der Materie entleeren, bleibt nur die unsichtbare „Gussform“ – das ist das Phantom. Wir können sagen, dass das Phantom ein Energie- und Kraftleib ist, der die Elemente in uns festhält, damit sie die konkrete Form annehmen. Der Ätherleib belebt die Elemente, damit der Mensch am Leben bleibt und der Astralleib gibt ihm das Bewusstsein, während das Ich von oben alles leitet. Das Phantom entstand auf dem alten Saturn, wo die Throne, Cherubim und Seraphim anwesend waren. Sie sind die Wesenheiten, die mit dem physischen Leib des Menschen und mit der Erde, d.h. mit dem härtesten Element, beschäftigt waren. Die Throne gaben uns auf dem alten Saturn den Keim des Phantoms, der später von den Herrschaften auf der alten Sonne, den Mächten (Geistern der Bewegung) auf dem alten Mond und zuletzt von den Elohim (Geistern der Form) im Erdenäon entwickelt wurde. Letztere stehen heutzutage im Phantom und verleihen ihm die Form. Das bedeutet aber nicht, dass sie das Phantom sind, denn wie bereits erwähnt, kam sein Keim von den Thronen.
Aber die Throne schenkten uns neben der Substanz für das unsichtbare Phantom noch etwas. Am Anfang des alten Saturns opferten sie sich vor den Cherubim und strahlten die Materie als Wärmewillen aus, mit dem wir das Phantom später ausfüllen mussten. Die Throne stehen also in der Genesis unseres Sonnensystems als Erzeuger unserer Form und unseres Materials. Wenn wir Steiners Beispiel aus „Von Jesus zu Christus“ (GA 131:152) benutzen, haben wir einen Wagen voller Äpfel, die Äpfel sind die Stoffe und der Wagen ist das Phantom, das die Form den Äpfeln gibt.
In der alten Saturnzeit wirken auch die Archai, die damals Menschen waren. Da sie ihre Ich-Stufe entwickelten, haben sie in die physische Grundlage unserer äußeren Sinne die Möglichkeit hineingetragen, dass diese Grundlage im Erdenäon als Mittel des Ich benutzt werden kann. Der Keim unseres Ich-Bewusstseins kommt von ihnen und später musste es entwickelt werden, denn ohne einen Äther- oder Astralleib und ohne Ich kann es kein Selbstbewusstsein geben. Ein Teil der Archai beeinflusste unsere Individualisierung auf die rechtmäßige Art, während andere, die heutigen Asuras, einen unrechtmäßigen Einfluss zum Egoismus hin ausübten. Folglich sind wir aufs Engste mit den Geistern der Persönlichkeit und mit den Thronen aus der Saturnzeit verbunden. Wie weit sich aber die Throne selbst danach entwickelt haben, ob ihre Entwicklung so geradlinig verlaufen ist, wie wir sie kennen, so dass einer Evolutionsstufe die nächste folgt, wissen wir bisher nicht. Sie besaßen damals das erste makrokosmische Prinzip des physischen Leibes. Die Cherubim besitzen auch das zweite makrokosmische Prinzip des Ätherleibes. Die Seraphim haben als erstes das Prinzip des physischen Leibes, als zweites – das Prinzip des Ätherleibes und als drittes – das Prinzip des Astralleibes. Christus hat das vierte makrokosmische Prinzip – des Ich. Die makrokosmischen Prinzipien, von denen hier die Rede ist, haben mit den mikrokosmischen, die uns von den Engeln, Erzengeln und Archai bekannt sind, nichts zu tun. Das Phantom, das ein real existierender Gedanke des physischen Leibes ist, entstammt dem Gedanken der Throne, die die Träger des makrokosmischen Prinzips sind. Wenn wir wissen, wie sehr sich das Denken der Engel von unserem Denken unterscheidet, nicht zu reden über die Erzengel, Archai und Herrschaften, die die Spitze der Himmlischen Sophia bilden und unser Sonnensystem geschaffen haben, können wir uns nur fragen, wie ein Thron denkt?
Um wenigstens einigermaßen in das Denken der Throne einzudringen, müssen wir das Phantom und seine Auferweckung durch Christus studieren, was das Hauptgeheimnis des Christentums darstellt. Eine andere Frage kann uns auch beschäftigen: welchen Stoff werden Wesenheiten min dem ersten makrokosmischen Prinzip ausgestrahlt haben? Woher kommt er, wann wurde er formiert und durch wen. Wir wissen noch nicht, was die makrokosmischen Prinzipien bedeuten und wir können wohl nur durch das Eindringen in das Opfer des Christus-Ich diese makrokosmischen Höhen berühren. Was wird wohl der Unterschied zwischen der Auferweckung des Phantoms und dem Auferstehungsleib sein?
Vorgesehen war es, dass wir uns in den physischen Leib i der lemurischen Zeit einkleiden, unabhängig davon, wie die Materie damals geschaffen war (sie war wohl eher dampfartig), das Phantom war vorhanden, das Ich drang ein und der Mensch wurde zur lebendigen Seele: „Und Gott der Herr machte den Menschen aus einem Erdenkloß, uns blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele“ (1. Mose 2:7). U.a. heißt „lebendige Seele“ auf Sanskrit „Jiva atman“ und ich vermute, dass die alten Bulgaren das gleiche Wort nicht wie heute жива, sondern джива ausgesprochen haben. Es war vorgesehen, dass wir unser Leben leben, ohne dass das Phantom durch das Irdische beeinträchtigt wird, d.h. wir sollten unsichtbar auf der Erde bleiben. Aber wegen der luziferischen Versuchung wurden wir sichtbar, so, als ob man in ein Glas mit kristallklarem, unsichtbarem Wasser, rote Flüssigkeit eingießt. Luzifer goss die Versuchung in unseren Astralleib ein. Wie das passierte? Früher spiegelten wir mit dem Astralleib, der der Träger des Bewusstseins ist, vollständig die aus dem Weltall kommenden geistigen Einwirkungen (Bilder) zurück, deswegen blieb unser physischer Leib unsichtbar. Im Augenblick der Versuchung begannen wir, einen Teil der Bilder in uns zurückzubehalten, ohne alles von oben Kommende zu reflektieren. Wir begannen, nicht nur die von oben kommenden Bilder, sondern auch die im menschlichen Bewusstsein entstehenden Bilder zu reflektieren. Der Mensch wurde Herr seines Bewusstseins, aber nicht mit seinem höchsten Glied, dem Ich, sondern mit dem niedrigeren Glied, dem Astralleib. Die luziferischen Einflüsse im Astralleib führten dazu, dass das Ich in ständige Abhängigkeit von den Leidenschaften und Wünschen im Astralleib geriet. Später kamen wir dazu, nur unsere Bilder zu reflektieren und „die rote Flüssigkeit“ füllte endgültig das Phantom aus. Es entstand das Bedürfnis nach Ernährung und Erfüllung durch die irdischen Elemente. Der physische Körper wurde sichtbar, denn der Gedanke der Throne, das Phantom, wurde sinnlich aufnehmbar.
Die stofflich-materielle Ernährung beschädigt das Phantom, verletzt die Beziehung zur geistigen Welt, trennt uns von den höheren geistigen Einwirkungen, wendet uns allmählich nur zu unserem eigenen Wesen hin und als Folge tauchen Krankheiten auf und wir werden sterblich. Nur auf diese Weise wird das Ich-Selbstbewusstsein ermöglicht. Das ist „der erste Adam“ – der Sünder. Was können wir feststellen: die „guten“ Götter hatten vorgesehen, dass wir unsichtbar bleiben, aber „der böse“ Luzifer musste uns versuchen, damit wir Selbstbewusstsein erlangen. Es ist eine Art Götterspiel, so dass ich nicht ganz einverstanden bin, des Sündenfalls bezichtigt zu werden, nachdem die Götter alles unter sich entschieden haben und wir die Spielfiguren auf ihrem Brett waren. Der Sündenfall ging freilich dermaßen beschleunigt vor sich, wohl weil ihnen die Anziehungskraft des Mineralischen nicht ganz klar war, so dass der Gott selbst heruntersteigen musste, um sich persönlich zu überzeugen, welche anziehenden Kräfte in unserem physischen Körper auf dem Erdenplan wirken. Der von den Thronen in der alten Saturnzeit ausgestrahlte Wille verwandelte sich in mineralische Materie, die unseren physischen Körper-Willen zu sich zog. Gleiches zieht nämlich Gleiches an.
Mit dem Versinken zum Irdischen aber wurde die organisierende Kraft des Phantoms, das die physischen Stoffe und Kräfte verarbeitet, um sie in die sinnlich wahrnehmbare Form des physischen Körpers zu verwandeln, immer schwächer. Als Christus hinunterstieg, hatte Er Menschen um Sich, die sehr kurz lebten. Er musste Sich aus Liebe zur Menschheit opfern und das menschliche Phantom durch die Schaffung eines neuen, unsterblichen Phantoms, „den zweiten Adam“ retten. Deshalb können wir die erwähnten Wirkungen der Stigmata beobachten. Wir erwähnten die Sehstärke der Judith von Halle, die zur Wahrnehmung des Übersinnlichen sich erhebt. Während man in der physischen Welt jemanden mit einer anderen Person verwechseln kann, ist das beim Anblick seines Ätherleibes nicht möglich. Wir wissen, dass der Mann einen weiblichen Ätherleib hat und die Frau – einen männlichen. Wenn der Mann einen männlichen physischen Leib und einen weiblichen Ätherleib hat, kommt es zur Harmonisierung zum Gleichgewicht der beiden und dann ist der Astralleib, in dem das Bewusstsein sich entwickelt, neutral. Dort wohnt die Seele. Sie und der Astralleib besitzen kein Geschlecht, aber äußerlich ist der Mensch in einem bestimmten Geschlecht individualisiert. Wenn man aber Transvestiten, Homosexuelle usw. betrachtet, sind die Dinge bei ihnen anders gelagert. Ein Transvestit wird beispielsweise als Mann geboren. aber sein Ätherleib ist weiblich, das ist obligatorisch und keine Frage der persönlichen Wünsche oder dergleichen. Warum beginnt dieser Mann, sich als eine Frau zu benehmen? Weil es wegen des Missbrauchs der Sexualität in früheren Leben zu einer Infektion des Astralleibes kam. Wenn man den Astralleib infiziert, wird diese Infektion durch das Karma in das gegenwärtige Leben auf den Ätherleib übertragen, von dort gelangt sie in den physischen Leib und der Mann wird instinktiv vom weiblichen Prinzip angezogen. Der Ursprung dieses Instinkts sind nicht die Gene des physischen Körpers, sondern die astralische Infektion aus dem vorherigen Leben. Als Ergebnis fühlt sich dieser Mann körperlich als eine Frau, sein Ätherleib ist weiblich, somit haben wir zwei Frauen, es fehlt die Harmonie im Astralleib und die Seele quält sich. Solche Menschen, die zwei Frauen in sich vereinen, sind tief unglücklich, denn sie wissen nicht, was sie sind. Sie sagen: Ich möchte mich auf diese Weise ausleben, ich habe das „demokratische“ Recht darauf. Nein, Mann, du bist durcheinander, denn dein Astralleib ist infiziert, was an dem endlosen Missbrauch der Sexualität liegt. Können Sie sich vorstellen, was später aus dem gigantischen Sexualitätsmissbrauch, der im 20. Jahrhundert massenhaft begann, als die Asuras sich in die Entwicklung einmischten! Früher hatte Giacomo Casanova einige Dutzend Frauen und den Ruhm eines legendären Liebhabers, heutzutage kann jede prominente Persönlichkeit Hunderte, ja sogar Tausende sexuelle Errungenschaften aufzählen. Es soll sogar Liebesdienerinnen geben, die an einem Sex-Marathon mit Tausenden von Männern innerhalb von wenigen Tagen teilnehmen. Das wird ein gigantisches Karma und furchtbare zukünftige Infektionen nach sich ziehen und nachdem solche Menschen reinkarniert sein werden, werden sie den ungezügelten Sex und die anderen Entartungen des gesunden Menschenverstandes propagieren. Solche Menschen werden zum idealen Werkzeug Ahrimans, Luzifers und der Asuras!
Mit den Wirkungen der Stigmata auf die anderen Sinne werden wir uns jetzt nicht beschäftigen, da sonst die Vorlesung sehr lang sein wird. Es ist wichtig zu wissen, dass sie durch das Phantom verursacht werden, so wie auch ein anderes Phänomen – die Versetzung des Körpers. Zeugen berichten, wie der Meister Beinsa Douno gleichzeitig an zwei weit voneinander entfernten Orten gesehen wurde. Mit seinem physischen Körper war er an einem Ort und mit dem Phantom – an einem anderen. In der Praxis benutzt er sein Phantom, denn das Phantom ist ein Körper, der alle Eigenschaften des physischen Leibes besitzt, ohne den Naturgesetzen zu unterliegen. Man kann sich sogar in eine andere Zeit versetzen, sogar die Funktionen seiner physischen Sinne benutzen und jenes Zeitalter mit seinen Sinnen erforschen, als wäre man dort. Das Phantom kann das, denn im Unterschied zu unserem dreidimensionalen physischen Leib, dessen Existenz an die Zeit und den Raum gebunden ist, ist das Phantom von diesen unabhängig. Die Versetzung kann nicht mit dem Ätherleib erfolgen, denn bei der Abtrennung vom physischen Leib stirbt dieser sofort. Mit dem Astralleib ist ebenfalls keine Versetzung möglich, denn das Bewusstsein erlischt und wir schlafen ein. Mit dem Ich geht es auch nicht, denn die Individualisierung verschwindet. „Der zweite Adam“ verändert alle vier Glieder, indem er uns das Individuelle, das Bewusstsein, das Leben und die Form gibt, mit denen wir die irdischen Begrenzungen von Zeit und Raum überwinden und alle möglichen geistigen Welten erforschen können. Das Wesen der gegenwärtigen Einweihung besteht in der Einkleidung mit dem „zweiten Adam“! Wann und wie er erschaffen wurde, wie ist es heute möglich, sich mit Ihm unter den heutigen Bedingungen zu verbinden, auf diese Fragen wird später eingegangen, nun wollen wir auf die Veränderungen im Blut eingehen, die durch die Stigmata bewirkt werden.
Wie wir wissen, hat der Mensch eine dreigliedrige Struktur, wobei der Nerven-Sinnes-Apparat im Kopf liegt, das Blut der Ausdruck des mittleren Teils und des Atmens ist und der Wille in den Gliedmaßen und dem Stoffaustausch zum Ausdruck kommt. Mit unseren Sinnen nehmen wir die uns umgebende Welt wahr, aber wegen der luziferischen Versuchung gerieten wir in die ahrimanische Illusion, dass das die wirkliche Welt ist, während sie nur die Peripherie der geistigen Welt und nur verhärteter Geist ist. Die Sinne funktionieren wertfrei, denn der Geist (Wille) wirkt durch sie, aber sie wurden durch die besagte ahrimanische Illusion verdorben und wir begannen, fehlerhafte Formphantome zu schaffen. Der Verfall stieg in unser Blut hinunter. Als der physische Ausdruck des Ich zirkuliert das Blut im ganzen Organismus, so wie der Nerven-Sinnes-Apparat und der Stoffwechsel im ganzen Körper wirken. Dort, wo das Blut sich mit dem Nervlich-Sinnlichen kreuzt, entsteht zwischen beiden Spannung, die durch das Eindringen der fehlerhaften Formphantome in das Blut verursacht wird. Deshalb verliert das Ich seine Beziehung zur geistigen Welt, aber wir erlangen unser Selbstbewusstsein und die Freiheit der Wahl. Die wahre Freiheit des Ich wird aber durch die Erhebung zum reinen, von der Sinnlichkeit befreiten Denken erreicht. Dieses Denken ist ein kosmisch-geistiger Prozess, der im Menschen neue Kräfte und Stoffe erzeugt, die nach dem Tod zusammen mit der Leiche in das Mineralreich der Erde gelangen. Wie Steiner in GA 293 behauptet, bleibt die Erde zusammen mit den Pflanzen und Tieren deswegen lebendig. Ohne die Menschenleichen hätten sich die drei Naturreiche in Weltstaub verwandelt. Wir sollten Luzifer und Ahriman für die Illusion dankbar sein, in die sie uns hineindrängten, damit wir das Wohl der freien Wahl kennenlernen!
Wo ist der Platz des Willens in diesem Prozess? In ihm herrscht der reine, durch keine Illusion verhärtete Geist und dort ist die Wurzel unserer Sinne. Dort ist die wahre Wirklichkeit! Wenn wir unsere Sinne von ihrer Beziehung zur äußeren physischen Welt befreien und sie durch das reine Denken für die Einwirkung des Geistes frei machen schützen wir das Blut vor Vergiftung. Zudem machen wir durch das willensmäßige Denken über das reine (erleuchtete) Blut (das Blut ist als der physische Ausdruck des Ich ein Wille, der unbewusst in allen Sinnesorganen wirkt) einen Durchbruch zum Reich des Willens, damit wir mit unserem Ich dem „zweiten Adam“ und der Weltliebe gegenüber stehen können. „Der zweite Adam“ ist das Geschenk der Weltliebe Christi, in der alle Wesen des Kosmos nach dem Golgatha-Mysterium in Einheit leben. Jeder, der eine solche Beziehung erreicht hat, kommt zu jenem mächtigen Erlebnis der Seele, die erkannt hat, dass der ganze Kosmos eine Einheit ist. Dieses Erlebnis hatte ich vor ein paar Jahren im Zentrum von Varna. Das ist der Durchbruch zur wahren Intuition! Nach einem solchen Erlebnis ändert man seine Einstellung zum Leben und das Suchen nach einer Gemeinschaft um Christi durch den Heiligen Geist wird zum Leitfaden im Leben. Selbstverständlich muss der Prozess der Kreuzung zwischen der Freiheit im Kopf und der Liebe im Willen durch die Synthese zwischen der Impulse Rudolf Steiners und Beinsa Dounos unbedingt unter der Kontrolle des individuellen (explodierten) menschlichen Ich vor sich gehen, der aktiv im reinen, hellen, fast rosafarbigen Blut wirkt. Nur so wird eine richtige Beziehung zum Christus-Phantom formiert, das aus dem Grab auf Golgatha auferstanden ist. Dann ändert sich auch die Ernährung des Menschen.
Wie schon erwähnt, nimmt Judith von Halle keine Nahrung zu sich, aber das ausgelaufene Blut wird sehr schnell wieder hergestellt. Die Beziehung zum Christus-Phantom, die das Aufwachen im Willen liefert, führt uns zur wahren Wirklichkeit des Sinneslebens. Dort, im lebendigen Willen, nehmen wir geistig-physisch die geistige Nahrung zu uns, die vom „Brot des Lebens“ kommt. „Das Brot des Lebens“ ist das Phantom selbst, das aus dem Grab auf Golgatha auferstanden ist. Hier geht es nicht um das Fasten, Heilfasten oder die Lichtnahrung nach Hira Maneks Art, auch nicht um irgendeine Form der Askese, die durch eine Entscheidung des menschlichen Verstandes herbeigeführt wird, sondern um die Nahrungsunverträglichkeit. Die notwendigen Stoffe werden nicht von außen durch die Ernährung geliefert, sondern von innen, denn der Geist wird in Materie (Blut) transformiert und die Materie ist eine Substanz des Geistes. Bei Judith von Halle liefert ihr das Christus-Phantom von den Stigmata geistige Nahrung. Ihre Stigmata und die Ernährung durch den Geist sind der sichtbare Beweis dafür, wie real die Auferstehung war. Auf dem erwähnten Gemälde des Heiligen Franziskus von Giotto wird Christus selbst als ein sechsflügeliger Cherub oder Seraph dargestellt, der den Heiligen stigmatisiert und ernährt, denn in unserem physischen Leib wirkt die erste Götterhierarchie und die Einwirkung Christi geht über sie auf den Menschen.
Die Aufnahme geistiger Nahrung ist nicht nur mit der Stigmatisierung verbunden, sondern liegt der zukünftigen menschlichen Existenz zugrunde und sie wird eine immer größere Rolle spielen. In den Gralslegenden ist die geistige Ernährung ein ständiger Bestandteil und Steiner nannte die gegenwärtigen Eingeweihten „Eingeweihte des Grals“. Heutzutage gibt es nur wenige Menschen, die wie Judith von Halle das Privileg der geistigen Ernährung genießen, die eine neue Art von Gesundheit aus der Zukunft darstellt. Bis dahin brauchen die Menschen ihren Appetit auf Nahrung nicht zu verlieren, aber die Tatsache, dass man auf bestimmte Speisen verzichtet, die reduzierte Menge der aufgenommenen Nahrung, die Alkohol- und Zigarettenunverträglichkeit usw. ist ein sicheres Zeichen für den wachsenden Einfluss des Phantoms auf den Menschen. Es ist kein Zufall, dass Beinsa Douno den Schülern empfahl, sich ausschließlich von Obst zu ernähren. Mit dem Verlust des überflüssigen Gewichtes, das an den nicht gereinigten Leidenschaften und Wünsche im Astralleib liegt, wird der Prozess der Erfüllung des menschlichen Ich mit dem Christus-Ich voranschreiten und die Beziehung zum Christus-Phantom wird fester werden. Das ist der Übergang zu unserer Verwandlung in Engel auf dem zukünftigen Jupiter und er wurde durch das Christus-Opfer und Seine siegreiche Auferstehung ermöglicht. Aber dieser gingen die drei quälenden Jahre der Menschwerdung Gottes vor.
Bei der Taufe im Jordanfluss stieg Er nur hinunter und bildete den Keim des Christus-Ich im Leib von Jesus (der nathanischen Seele) und in den drei Jahren fand der Prozess Seiner Verbindung mit diesem Leib statt. Bei seinem Hinunterstieg aus der Welt der geistigen Zeit (und des geistigen Raumes) holte Er diese Welten herunter und fegte die Gesetzmäßigkeiten der Erde hinweg, indem Er Folgen vor der Ursache bewirkte. Diese Behauptung ist keineswegs meine persönliche Errungenschaft, aber in diesem Augenblick wird sie mir auf geistige Art bestätigt und wird somit tatsächlich zu meiner Erfahrung. Ein Beispiel für eine dermaßen radikale Wandlung in der Welt des dreidimensionalen Raums ist die Auferweckung des Lazarus, der für den reichen jungen Mann aus dem Evangelium gehalten wird, der seine Habe nicht verteilen und dem Christus folgen wollte. Laut Judith von Halle lag er vor der Grablegung mindestens zwei Tage tot, indem er auf die eventuelle Ankunft Christi wartete, „der ihn sehr liebte“. Anschließend war er vier Tage lang im Grab und erst dann, nachdem er sechs Tage lang tot gewesen war, wurde er durch den Hierophantenruf Christi aufgerufen und verband sich in diesem Augenblick mit der Entelechie des toten Johannes des Täufers. Bei seinem Auferwecken erhielt Lazarus-Johannes ein Phantom von Christus, noch bevor der Tod Jesu und die Auferstehung Christi (d.h. des Phantoms) eingetreten waren. Deswegen wurde Lazarus-Johannes zum Urbild jedes Menschen, der in Zukunft sich mit dem Christus-Phantom einkleiden wird. Es ist kein Zufall, dass im 13. Jahrhundert bei jenem Mysterium in Arbanassi unter den Bogomilen sein physischer Leib vollkommen durchsichtig wurde!
Beim Geheimen Abendmahl begann Christus, in die irdischen Elemente einzudringen, reichte den Jüngern das Brot und den Wein und durch die Kommunion nahmen sie Seinen Leib und Sein Blut in sich auf, noch bevor das Drama auf dem Golgatha-Hügel stattgefunden hatte. Hier hat die Folge wieder die Ursache überholt. Anschließend sangen sie ein Lied zwecks „Einstimmung“ (nach Beinsa Dounos Worten) und gingen in den Garten Gethsemane, wo der Erlöser sich der dreifachen Versuchung stellte, die in den Evangelien als die dreifache Rückkehr Christi zu den Jüngern wegen ihrer Hilfe dargestellt worden ist. Er suchte Hilfe bei den Drei, die Er auf den Berg Tabor bei Seiner Verklärung führte. Judith von Halle soll das imaginativ gesehen haben. Was hat sie beobachtet?
Christus hatte bereits die drei nicht vollendeten Jahre erlebt, hatte sich mit dem Astral- und Ätherleib Jesu verbunden, aber Er hatte noch keine vollständige Beziehung zu seinem physischen Leib, obwohl Er in ihn eingedrungen war. Am Anfang war Sein makrokosmisches Ich bei den drei Versuchungen mächtig und diese Versuchungen waren gewissermaßen leichter zu überwinden. Im Garten Gethsemane waren aber die Kräfte Seines Ich begrenzt und dann wurde Er von Luzifer und Ahriman angegriffen. Die beiden greifen immer an, wenn man am schwächsten ist, und man braucht einen starken Willen zum Widerstand. Die physischen Kräfte des Christus-Jesus waren fast aufgebraucht, aber Sein Wille wurde bis zum Absoluten verstärkt. Es stand die vollkommene Hingabe unter den Willen des Vaters.
Zuerst trat Luzifer heran und wirkte auf Seinen Astralleib ein, damit Er alle menschlichen Sünden der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehen konnte, die auf Ihn geladen werden mussten. Jede Sünde ist ein untergeistiges lebendiges Wesen; alle stürzten sich zusammen auf Ihn. Um diese Prüfung zu meistern, trat Christus aus der Höhle heraus, wo Er betete und suchte bei Jakobus Hilfe, der schlief, da er den astralischen Anblick nicht ertragen konnte. Jakobus repräsentiert die vorchristliche Gruppenseele der Jünger, die Zweifel haben und nicht zuversichtlich sind, denn sie sind noch nicht „auf den Berg gestiegen“. Die Erlebnisse des Ich repräsentieren hier die Erlebnisse des Ich in der Gruppenseele.
Christus nimmt „den Willen des Vaters“ an und kehrt in die Höhle zurück. Nun tritt vor Seine Augen nicht nur das Bild unserer Sünden mit den Verletzungen des ursprünglichen Phantoms, sondern auch der Schrecken der bevorstehenden physischen Leiden, die Er zwecks Ausgleichs zu ertragen hat. Davon schwitzt Er zum ersten Mal Blut. „Die Dunklen“ merkten sofort die Angst Jesu vor der Größe des zum Ausglich notwendigen Opfers, und der Herr der Angst Ahriman trat zur Versuchung in Seinen Ätherleib heran, indem er Ihm die Nichtannahme dieses Leidensweges einflößen wollte. Auf eine genial heimtückische Weise zeigte er die Undankbarkeit der Menschen gegenüber dem bevorstehenden Opfer und die Verbrechen, die sie künftig in Seinen Namen begehen würden, während sie Seinen Impuls bis zur Unkenntnis entarten und sich selbst einander vernichten. Ahriman warf Ihm die Verursachung dieses Übels vor und wirkte auf Ihn ein, damit Er auf den rettenden Akt verzichtet, denn er wusste nicht von der Freiheit des Menschen, die einzig durch das Christus-Opfer möglich sein würde. Aber Ahriman hatte ein Vorgefühl, dass diese Freiheit die Möglichkeit einschränken würde, seine Herrschaft über alle Menschen zu errichten.
Christus ordnete sich auch diesmal dem Vaterwillen unter. Dann trat ein kosmischer Augenblick ein: Sein Geist vereinte sich mit der Sternenheimat und der Jahwe-Elohim wurde von seinem Mondendienst befreit, er kam aus dem Mond heraus und strömte mit neuem Licht leuchtend, auf die geistige Sonne zu. Jesus stieß einen lauten Schrei aus und Petrus fiel von der geistigen Begleitung aus. Er konnte nicht annehmen, dass das Neue aus einem so großen Opfer geboren werden musste. Während der Jakobus noch den Jahwe-Mysterien gehört und seinen Ich-Kampf im Gruppenseelischen führt, wird Petrus in seinem Ich versucht und führt den Kampf dort. Er kann den Anblick nicht ertragen und schläft auch ein. Christus kann Sich auf seine Hilfe nicht verlassen und nicht zufällig verleugnet Petrus mit herabgesetztem Bewusstsein dreimal den Logos.
Nach dem bedeutsamen Augenblick der Befreiung Jahwes führte Johannes den Erlöser zurück in die Höhle. Der dreifache „Eintritt“ in die Höhle bedeutet den bewussten Eintritt in die drei menschlichen Leiber zur Begegnung mit den verhindernden Wesenheiten. Nun tauchte Christus, Der völlig erschöpft war, fast im Todeszustand in das Reich der tiefsten Abgründe ein – den Abgrund des physischen Körpers. Er drang bis zu den Knochen ein, wo die größte Angst lebt. Es begann die dritte Versuchung. Seine Bereitschaft zur Selbstopferung erreichte den Höhepunkt und dann zeigte der Abgrund unerwarteterweise seine helle Seite, die Ahriman bewusst vor Ihm versteckte. Der Erlöser sah die Ihm gegenüber hinaufsteigenden Seelen der Ihn liebenden Eltern, der Propheten, des Täufers und all jener, die künftig wegen Seines Opfers freiwillig in den Tod gehen würden. Diese zahlreichen Individualitäten sind die Krone des Ich-Impulses Christi auf Erden, sie ähneln Blumen, die aus der Sonne der Liebe geboren werden. Nur durch die endgültige Annahme des Kelches der Versuchung konnten sie aufblühen. Aus deren Kontemplation änderten sich die Kräfte im Christus qualitativ, was Ihm ermögliche, den Weg zum Golgatha mit offenem Herzen zurückzulegen und Seinen Peinigern zu vergeben. Das große Gute wird aus der Überwindung des großen Bösen geboren.
So wurde die dritte Versuchung überwunden und dann näherte sich dem Christus eine Wesenheiten (vielleicht Vidar?) und reichte Ihm den geistigen Kelch des Geheimen Abendmahls, den Er aus freiem Willen annahm. Bei dem Geheimen Abendmahl hatte Christus nicht aus dem Kelch getrunken und nun kehrte Er ruhig und voller Entschlossenheit zu Seinen Jüngern und rief sie auf, zusammen mit Ihm die Zukunft zu erwarten. Nur Johannes begleitete Ihn, denn er wurde vom Erlöser persönlich eingeweiht. Es stand das Finale des großen Logos-Dramas bevor. Aber wir wollen vor dem weiteren Blick auf diese sakralen und bewegenden Ereignisse Sorat, den Anführer der Widersacherkräfte im Erdenäon, betrachten und uns einige Fragen stellen!
Sorat ist ein Wesen, der zu uns aus einem anderen Sonnensystem kommt. Er ist anders, er kommt noch aus der Zeit vor dem alten Saturn. Steiner teilt keine Einzelheiten über ihn mit. Es kommt also ein Wesen, das keine Beziehung zu unserem Sonnensystem hat und wird zum Anführer aller zurückgebliebenen Wesenheiten in diesem System. Hier entwickeln wir unseren freien Willen und all diese Wesenheiten hatten zurückzubleiben und zu unseren Versuchern zu werden, aber es ist unklar, ob Sorat auch eine solche Rolle dort gespielt hat, woher er gekommen ist. Luzifer wurde durch die Opfer aller Heiligen und Märtyrer im Namen Christi der letzten 2000 Jahre gesühnt, während Ahriman demnächst im physischen Leib auftreten und über einen freien Willen verfügen wird. Wir müssen alles Mögliche tun, damit er sich auf die Seite Christi schlägt. In der Zukunft wird der Anführer der Asuras auftreten, den wir auch ‚Asuras’ nennen können, ohne zu wissen, wer er ist und woher er kommt. Steiner schreibt auch nicht über ihn. Die Asuras werden sich noch zu entfalten haben, was praktisch die Entfaltung Sorats bedeutet. Wer Sorat ist, woher er kommt, was er dort getan hat, warum er sich dort womöglich anders gezeigt hat als hier, wo er der Anführer alles Dunklen ist – das sind Fragen , die auf ihre Antwort noch warten. Heute ist für uns die Liebe wichtiger, die wir dem Antichristen gegenüber ausstrahlen müssen und die ein Schritt zur Liebe werden muss, die wir künftig Asuras gegenüber ausstrahlen müssen. Diese Liebe wird uns ihrerseits auf die größten Hindernisse des Sonnendämons Sorats vorbereiten. Dann wird ihm Christus als Ich direkt gegenüberstehen, es muss eine völlige Durchdringung unseres Ich mit Christus geben. All das sind einzelne Stufen und wenn wir nicht richtig mit dem Antichristen fertig werden, werden wir danach Riesenprobleme mit den anderen zwei Versuchern haben. Die Quelle der Kraft zur Überwindung liegt in der Zeitenwende und deshalb wollen wir den weiteren Verlauf der dortigen Ereignisse verfolgen.
Christus wurde gegeißelt und ihm wurde eine Dornenkrone aufgesetzt, er fiel auf den Boden auf dem Weg zum Golgatha. Davor schwitzte er Blut. Von Ihm fielen Haut- und Fleischfetzen, Blut und Schweiß herab, noch bevor Er an das Kreuz geschlagen wurde. Als die Nägel in Seine Handflächen und Fußsohlen eingeschlagen wurden, floss ebenfalls Blut aus ihnen. Judith von Halle spricht davon, dass der Erlöser mit Seilen an den Handgelenken gefesselt wurde, denn das Seil wäre gerissen, wenn der Körper nur an den von den Nägeln durchbohrten Handflächen gehangen hätte. Es wurden auch Stützen für die Beine benutzt, was den Todeskampf noch verlängerte. Die Kreuzigungsstellung selbst ist die möglichst unbequemste. Die eine Hand wurde angenagelt, aber es wurde falsches Maß genommen und die andere Hand reichte nicht an das Loch im Kreuz heran, deshalb musste der Arm ausgerenkt werden, was zur einer schrecklichen Spannung im Körper führte. Seine Astralkräfte übten immer mehr Druck auf den Ätherleib aus, das Atmen im physischen Leib wurde immer schwieriger und Jesus starb in furchtbaren Schmerzen an Erstickung. Die enormen menschlichen Sünden wurden mit einem Körper ausgeglichen, der durch den Eintritt des Makrokosmischen Christus-Ich fast völlig verbrannt war.
Um drei Uhr nachmittags tat Jesus den letzten Atemzug. Die nathanische Seele starb, aber der Christus-Geist, das Christus-Ich wurde geboren, wurde vom Leib Jesu befreit und zum eigenen Leben im Körper der Erde bereit. Bei Christus geschieht alles in der umgekehrten Reihenfolge im Vergleich zum Menschen. Der Tod Jesu führte zur Geburt Christi auf dem Erdenplan, aber nachdem er die Erfahrung der Menschwerdung gemacht hatte. Es war der traurigste Freitag der Menschengeschichte, der Tag, der unseren Sündenfall nach der luziferischen Versuchung und das Erkennen des Todes in der Materie verkörpert. Aber gleichzeitig war das der Tag, an dem mit dem Blut, das aus den Wundmalen Jesu floss, das menschliche Blut auslief, das durch Luzifers Einfluss egoistisch geworden war. Der Egoismus „lief aus“ und der Astralleib wurde gereinigt und der Keim zu seiner Verwandlung in Manas wurde gelegt. Christus machte das am Karfreitag für uns! Bis zum Sonntag der Auferstehung standen Ihm noch weitere Menschen rettende Taten bevor, auf deren Größe wir mit der höchstmöglichen Demut hinaufschauen wollen!

Von drei Uhr nachmittags am Freitag bis sechs Uhr vormittags am Sonntag der Auferstehung sind 39 Stunden vergangen. Der Tag ist im esoterischen Sinne um 18 Uhr zu Ende, dann kommt die Nacht. Deshalb ist es eigentlich falsch, wenn wir uns in Bulgarien bereits nach 0 Uhr am Samstag mit „Christus ist auferstanden“ begrüßen, das muss nach fünf Uhr morgens am Sonntag geschehen. Was machte Christus in diesen 39 Stunden? Joseph von Arimathäa, der inkarnierte Skythianos, erbat den Leib von Pilatus und holte mit Hilfe des Nikodemus, der wieder inkarnierten Königin von Saba, den Leib vom Kreuz herunter, balsamierte Ihn durch das Einreiben von Ölen ein und legte Ihn in die Grabstätte. So wie sie Judith von Halle sah, besaß sie mehrere Nischen für mehrere Körper, eine war für Joseph von Arimathäa vorbestimmt. Der Eingang wurde durch ein Eisengitter versperrt, davor befand sich ein großer Stein in einer Rinne, mit dem der Eingang verschlossen wurde. Der Körper musste bis 18 Uhr, wenn der Tag zu Ende ist, vorbereitet werden, denn nach dem jüdischen Brauch durfte am folgenden Samstag nicht gearbeitet werden. Zudem stand das Pessachfest bevor (der Auszug der Hebräer aus der ägyptischen Sklaverei), das bis zum Sonntag dauerte. Der Christus-Geist trat aus dem Leib heraus. Der Stein wurde gerollt und die Grabstätte verschlossen. Die römischen Soldaten unter dem Kommando Longinus’ hielten Wache. Ich hoffe, dass die Zukunft uns zeigen wird, wer er ist. (Diese Vermutung hat sich später bewahrheitet, Anm. des Übersetzers, vgl. die Vorlesung „Kaspar Hauser und das Mysterium von Golgatha“). Dem letzten Atemzug Jesu folgte ein Erdbeben, der Vorhang im Jerusalemer Tempel wurde in zwei gerissen, aber hier geht es noch nicht um den Erdriss, der sich auftat, um den einbalsamierten Leib zu verschlingen. Judith von Halle behauptet, dass am Freitag und Samstag kein anderes Erdbeben stattgefunden hat, sondern erst am Sonntagmorgen. Wir werden dazu kommen, nun wollen wir sehen, ob es einen Unterschied gibt zwischen dem Blut aus den Kreuzwunden und dem Blut, das vorher aus Jesu geflossen war.
In GA 99 sagt Steiner, dass der Ätherleib vom Kopf bis zur Mitte des Menschen anders aussieht als der Teil, der uns von unten belebt. Diese zwei Teile des Ätherleibes haben unterschiedliche Aufgaben im Schlaf und nach unserem Tod. Von Halle behauptet, dass das aus den fünf Wunden ausgelaufene Blut andere Eigenschaften hat als das Blut, das vor der Kreuzigung verflossen war und das wird mir in diesem Augenblick (!) bestätigt. Das erste Blut scheint aus der einen Hälfte des Ätherleibes zu kommen und wird in gewissem Sinne in diesem Teil des Ätherleibes gebildet. Beim Geraten auf die Erde wird dieses Blut nicht aufgesaugt, sondern sofort ätherisiert, es wird zum Teil der irdischen Ätheraura, die dann einen Wandel erfährt und mit astralem Licht aufleuchtet. Die Erde bekommt den Keim zu ihrer Verwandlung in die Sonne, in den zukünftigen geistigen Jupiter. Über diese Ätherisierung spricht Steiner in GA 130.
Und das Blut, das vor der Kreuzigung verflossen wurde, verband sich, statt als Buddhi (Lebensgeist) in die Sonnensphäre aufzusteigen, mit den Erdenelementen und wurde zum Vermittler beim Erhalten des neuen geistig-physischen Leibes, der Erde selbst, durch den Christus-Geist. Dank dieses Blutes erhält die Erde von innen den ätherischen Keim zu ihrer Verwandlung in eine Sonne. Auf diese Weise sichert Christus mit den zwei Blutsorten von zwei Seiten die zukünftige Inkarnation der Erde.
Und was geschah mit den Haut- und Fleischfetzen, mit dem Schweiß und Blut vor der Kreuzigung? Von Halle behauptet, dass übersinnliche Wesen den ganzen Leidensweg zurücklegten, um diese ebenfalls ätherisierte Reste aufzusammeln, um mit ihnen den einbalsamierten Leib Jesu zu vervollständigen, so dass dieser seine ursprüngliche Gestalt erhalten konnte. Das wird mir in diesem Augenblick bestätigt (!). Vielen Dank, dass Sie hier sind. Ich weiß nicht, warum Prokofieff sich so gegen Judith von Halle stellte, aber das, was sie spricht, ist wahr! Die Erde nahm in ihren ätherischen Teil den mit diesen ätherisierten Resten vervollständigten Leib Jesu in sich und wurde deswegen zum zukünftigen Christus-Leib.
Ein weiterer bedeutender Unterschied ist zwischen den vier Kreuzwunden und das Wundmal von der Longinus-Lanze festzustellen. Letzteres erscheint nach dem Tod Jesu auf dem Körper, aber aus dieser Wunde fließt nicht nur Blut, sondern auch Wasser, obwohl das Ich bereits ausgetreten ist und das Herz nicht mehr schlägt. Diese Mischung sammelte Joseph von Arimathäa im Abendmahlkelch auf und damit begann das Gralsmysterium. Das Phantom, das später aus dem Grab als geistiger Kraftabdruck des physischen Leibes auferstand, weist Spuren nur der fünf Kreuzwunden auf, denn sie gehören nicht unmittelbar der Erde, dem neuen Leib Christi. Das Blut aus diesen Wunden strömte in die Erdenaura und in den Gralskelch. Und die Spuren der Wunden, die vor der Kreuzigung entstanden, wurden durch jene Wesen ausgefüllt und beseitigt, die die Reste auf dem Leidensweg aufgesammelt hatten. Diese Spuren sind am Phantom nicht zu sehen, das Christus bis zum Sonntag der Auferstehung ausarbeitete. Wie hat Er das gemacht?
In den 39 Stunden nach dem Tod Jesu übertrug Christus seine Wirkung auf das Erdinnere, indem Er allmählich durch die neun lebendigen Erdschichten zum Kern eindrang. Während die Ereignisse am Freitag mit den physischen Sinnen wahrgenommen werden können, da die physischen Prozesse im Vergleich zu den übersinnlichen Wahrnehmungen überwiegen, so ist das, was in den 39 Stunden erfolgte, ein gänzlich übersinnlicher Prozess. Es standen bevor die Fesselung Ahrimans, die Reinigung unseres Ätherleibes und die Schaffung des Buddhi-Keims in diesem. Am Freitag erlebte der Erlöser physisch die Leiden der Menschheit, die nach dem Sündenfall kamen. Deshalb sagte Beinsa Douno: „Sie denken, dass Christus am Kreuz wie ein 33jähriger Mann aussah. Nein, Er sah aus wie 90!“ So stark abgenutzt war dieser Körper von den drei Jahren und den grausamen Qualen am Ende! Von diesem Körper nun befreit, verband sich das Christus-Ich mit dem seelischen und geistigen Schmerz der Erde, als ob Er auf dem Erdenplan den ganzen Gang der menschlichen Inkarnationen erlebte. Dieser „Hinunterstieg in die Hölle“ stellt außerordentlich schwere Arbeit dar. Steiner sagt überzeugt, dass der Aufstieg durch die geistigen Sphären leichter ist, als der Hinunterstieg durch die Erdensphären. In Letzteren befinden sich die Ablagerungen der Involution vom alten Saturn zum Erdenäon und sie sind das Wirkungsfeld zurückgebliebener Wesen. Zuerst kommt die uns bekannte mineralische Erde, die 300-400 km tief ist. Danach kommt eine Schichte mit einer Art Pflanzenbewusstsein, dann eine dampfartige Schicht mit grenzenlosen Expansionskräften, die die mineralische Schicht nur schwer aufhält. Die vierte Schichte bildet die Wassererde, in der sich die negativen Ablagerungen aus der alten Mondenzeit befinden. Alle Formen der Erdoberfläche besitzen hier ihr Negativ. Das ist die Sphäre der luziferischen Wesen. Man kann sofort fragen, wieso im Erdinneren eine Sphäre luziferischer Wesen existiert? Dort unten ist die unterphysische Astralwelt, wo der Hauptsitz dieser Wesen ist. Dass sie auch auf dem Astralplan wirken, erfolgt nach dem Grundsatz der Widerspiegelung. Unter ihnen liegt die fünfte Erdschicht, die Steiner „Fruchterde“ nennt und in der Formen aus Formen entstehen, da sie eine Art Seele besitzt. Die sechste Schicht ist die Feuererde. Hier – im unterphysischen niederen Devachan – liegen die Ablagerungen aus der alten Sonnenzeit und hier ist das Wirkungsfeld Ahrimans und der ahrimanischen Wesen. Christus stieg zu ihnen hinunter, um sie bis zum Aufdämmern des hellen Zeitalters nach Kali-Yuga zu fesseln. Einen großen Einfluss auf diese Erdschicht üben die menschlichen Lust-, Leid- u.dgl. Empfindungen aus, die durch Gänge auf die Fruchterde und die oberen Schichten wirken und in der mineralischen Erde Erdbeben und Vulkanausbrüche bewirkt. Die siebte Schicht ist der „Erdspiegel“, der alles, was auf der Oberfläche geschieht, reflektiert und dieses in sein Gegenteil wendet. Steiner gibt das Beispiel eines Metalls an, das klingt, wenn man darauf schlägt und unten von sich selbst tönt (vgl. GA 97:281).
Die achte Schicht nennt man „Den Zersplitterer“ und sie ist die Sphäre des unterphysischen höheren Devachan. Christus stieg auch hier hinunter, um inmitten der Ablagerungen aus der alten Saturnzeit die Asuras und wahrscheinlich auch ihren Anführer selbst zu fesseln, bis sich die Zahl 666 zum dritten Mal jährt. Das geschah 1998. In dieser Schicht ist alles der Liebe in all ihren Formen gegensätzlich. Das ist die tiefste Hölle und von dort nach oben tönt das Rasseln der „Ketten“, mit denen die Asuras gefesselt sind! Jede amoralische Tat der Menschen führt zum enormen Anwachsen ihrer Kräfte und zum Reißen der sie zurückhaltenden Fesseln. Dagegen führt jeder moralischer Ich-Akt aus Liebe zur Beruhigung dieser Schicht. Die schwarzen Magier schöpfen hier Kraft, falls sie diese Schicht erreichen können. Die neunte Schicht ist der Sitz des Erdgeists und wahrscheinlich auch Sorats, der alle zurückgebliebenen Wesen seit der alten Saturnzeit anführt. Dieser Erdgeist unterliegt Wandlungen, die mit der menschlichen Entwicklung zusammenhängen. Deshalb vereinigte er sich mit Christus, als Dieser in die neunte Schicht eindrang. Das haben wir bei einem früheren Treffen als Offenbarung erhalten. Die gleiche Vereinigung mussten auch die Menschen durchmachen. Was mit Sorat weiter geschah, wissen wir bisher nicht.
In den Erdenschichten befinden sich nicht so sehr die Fehler und Schulden der Menschheit, sondern die unvermeidlichen Ereignisse des bevorstehenden karmischen Ausgleichs dieser Schulden. Hier ist nicht so sehr das individuelle, sondern das Gruppen-, Volks- und Weltkarma. Beim Eindringen zu ihnen steht der okkulte Schüler vor einem furchtbaren Anblick, vor dem der Hüter der Schwelle warnt. Nur wenn man der Notwendigkeit einer Opfer bringenden Verbindung mit Christus bzw. mit dem objektiven Weltschicksal gewahr wird, kann man Licht in diese Abgründe schicken. Christus stieg hier hinunter aus Liebe zu den Menschen und nicht wegen Seiner eigenen Entwicklung. Nur so konnte Er den Triumph der Auferstehung vorbereiten. So wie beim Menschen das bewusste Eindringen des Ich in die drei Leiber und die Überwindung der Dämonen in ihnen zu einer Erhebung auf der Spirale zu den übersinnlichen Welten führt, so führte der Hinunterstieg des Makrokosmischen Christus-Ich durch die Erdschichten zum Erbe der Saturnzeit, als die Throne uns das Phantom des physischen Leibes schenkten. Das führte zur Formierung Seiner Ich-Kraft, die zur Ausbildung des Auferstehungsphantoms notwendig war. Dieses Phantom wird durch die „Hölle“ formiert, vor dem Auferstehungssonntag existierte es noch nicht. Der physische Körper aller Menschen wurde durch ein zerstörtes Phantom umgeben und die physischen Elemente zerfielen unmittelbar nach dem Tod ins „Schattenreich“ Ahrimans. Dort war damals der Einfluss Ahrimans stärker als im physischen Erdenleben, keiner konnte den Tod mit seinem Phantom überwinden und fiel in den Abgrund. Hätte Christus Ahrimans Kräfte nicht gefesselt, wären wir als Egoisten ohne frei wählen zu dürfen, ob wir Gutes tun, zur Welt gekommen. Die Möglichkeit zum Erlangen der Ich-Herrschaft über unser eigenes Karma wäre nicht da gewesen und die Vorsehung der Götter für uns wäre gescheitert.
Um zwei oder drei Uhr am Sonntagmorgen gab es laut Judith von Halle ein Erdbeben, durch das die Grabstätte zersplittert wurde. Der ätherisierte physische Leib Jesu fiel durch sein Leichentuch in den Ritz bis zum Mittelpunkt der Erde. Die Erde nahm „die Hostie“. Hier müssen wir das Materiell-Physische mit dem übersinnlichen Verständnis vereinen, sonst klingt das Gesagte verrückt. Der ätherisierte Leib führt zum Entstehen ätherischer Keime der Erde, durch die sie später zu einer Sonne werden wird. Die Toten wurden durch die von ihnen vorher erlebten Leiden Christi angezogen. Ja, sie nahmen am Golgatha-Mysterium teil, das eine objektive leiblich-seelische und geistige Tatsache ist. Zu diesem Ereignis gibt es drei Standpunkte: der Blick der Götter vom Kosmos auf das Ereignis auf der Erde, der Blick der inkarnierten Zeugen und der Blick der in den vorchristlichen Zeiten Gestorbenen, die zu diesem Zeitpunkt in Ahrimans Reich weilten. Die Toten trafen Christus schon in der Nacht auf dem Ölberg und erlebten unter der Leitung bestimmter geistiger Wesen übersinnlich Seine Leiden bis zum Kreuzestod. Auf diese Weise begriffen sie, was es bedeutete, dass der Logos in einen menschlichen Leib eintrat und in diesem starb. Das passierte zwar in der Zeitlosigkeit (in der geistigen Zeit) aber es scheint, als ob es im Laufe der Zeit war. Dank des Miterlebens zogen sie den ätherisierten Jesus-Leib zum Erdinneren und durch diesen Leib nahm Christus die ganze Erde als Seinen neuen Leib. Und der Hinunterstieg des Christus-Ich in die Hölle schuf, wie bereits hervorgehoben, den andern Leib, den Phantomsleib, der den Tod besiegte. Von ihm haben die Toten vor den Lebendigen noch den Keim erhalten, was sie aus der Gefangenschaft Ahrimans in die Sphären der Devachan hinaufführte. Sie feierten als Erste die Auferstehung, noch bevor sie eingetreten war, was uns wiederholt vor das schwer durch den heutigen Menschen zu begreifende Phänomen stellt, bei dem die Folge vor der Ursache eintritt.

Das Erdbeben führte zur Befreiung von Joseph von Arimathäa aus dem Keller, in dem er sich seit der Freitagnacht nach dem Mysterium der „Grablegung“ befand. Er ging in das Haus des Geheimen Abendmahls, erzählte den Jüngern über das Geschehene und dann ging er mit einem Bündel nach Arimathäa, um bei Freunden unterzutauchen. Zwischen fünf und sechs Uhr war Maria Magdalena mit drei weiteren Frauen unterwegs zum Grab Gottes, um den Leib einzuölen. In diesem Augenblick erfolgte ein zweites Erdbeben, das durch einen Donner begleitet wurde. Die Wache fiel ohnmächtig auf den Boden und Longinus, der als Einziger seine Vernunft beibehielt, kam zum Eingang und sah, dass der schwere Stein nicht nach links, den Naturgesetzen entsprechend, in der Rinne verschoben wurde, sondern nach rechts. Er machte das Eisentor zur Nische auf und tastete im Dunkeln nach dem Leichentuch. Es war da, aber der Körper fehlte. Er lief weg und versteckte sich im Gebüsch, da er spürte, dass etwas passiert war.

Aus den durchdrungenen Erdschichten stieg um sechs Uhr Jerusalemer Zeit aus dem Grab das formierte Phantom auf und von oben nach unten stieg ein Chor hoher geistiger Wesenheiten hinunter, um Ihn in Empfang zu nehmen. Im Garten Gethsemane war Christus bis zu den Knochen des Leibes Jesu eingedrungen und hatte die bis zum Höchsten verstärkte Angst überwunden, die in ihnen existierte, und während der Kreuzigung verwandelte er sie in den Geistesmenschen. Nach der Überwindung der größten materiellen Tiefen beim Hinunterstieg in die Hölle und der Verbindung mit der Erde selbst stieg nun der Christus-Geist mit dem Auferstehungsphantom zur Felsendecke der Grabnische hinauf, ging durch diesen härtesten Stoff, sah sich um, trat in das Umfeld der Erde und bestrahlte die ganze Welt. Der Augenblick des Durchgangs durch den Felsen ist die Geburt des „zweiten Adams“!
Als sich dieser neue Leib im Grab erhob, entfaltete sich die leiblich-stoffliche Beerdigungsdecke und flog wie vom Wind getragen zusammen mit dem aufsteigenden Christus, überwand den Felsen, um sich nach Ende der Auferstehung zusammenfaltend, wieder in die Grabnische hinunterzufallen. Hier bleib sie liegen, so wie der Stoff für den Kopf, der der übersinnliche Ausdruck für den durch den Kopf ausgetretenen Astralleib Jesu ist. Diesen Stoff nahm Petrus mit.

Maria Magdalena ging in die Grabstätte und sah, dass der Leib nicht da war. Sie lief zum Haus des Geheimen Abendmahls. Longinus seinerseits ging zu Pilatus, um ihm über das Geschehene zu berichten. Unterwegs traf er drei Frauen, denen er außer Atem über das Ereignis berichtete und ging zusammen mit ihnen zum Grab. Dort bemerkten sie zwei geistige Wesen und hörten von ihnen, dass sie nicht mehr nach dem toten Körper suchen sollten, sondern nach dem Geist. Sie verließen die Grabstätte, um auf Maria Magdalena zu warten, die zurück zum Grab lief, nachdem sie Petrus und Johannes über den fehlenden Körper berichtet hatte, die ihr nicht glauben wollten. In Tränen aufgelöst sah sie zwei geistige Wesen in der Nische, von denen das eine an der Stelle des Kopfes und das andere an der Stelle der Füße, die vorher dort gelegen hatten. Sie warf sich verzweifelt hin und her, bis sie sechs oder sieben Meter von sich entfernt auf der Seite der aufgehenden Sonne eine helle Gestalt sah, die eigentlich dunkel aussehen müsste, wenn sie ein irdischer Körper gewesen wäre. Vom Osten erschien Christus im Auferstehungsleib. sie hielt ihn für den Gärtner. Christus stellte ihr die Frage eines Meisters zu seinem Schüler: „Wen suchst du?“ (Den Christus oder den Jesus?) Sie suchte den physischen Leib Jesu, aber als Er ihren Namen nannte, berührte das ihr Herz und sie begriff, dass das Er war, fiel auf die Knie und wollte seine Füße küssen. Sie brauchte seine Wundmale nicht zu sehen oder sie zu berühren, um Ihn wiederzuerkennen. Sein geistiges Wort reichte ihr, denn sie war in ihrer Entwicklung fortgeschritten. Aber sie wurde durch die Worte aufgehalten:“ Berühre mich nicht!“ Nur nach der Vereinigung der Christus-Weisheit mit der Vater-Liebe und dem Nähertreten des Geistes der Wahrheit an das menschliche Ich sollte Christus für die Menschenseele erkennbar werden. Es brauchte seine Zeit, bis Marias Seele und die Seelen der Jünger reif für diesen Augenblick wurden.

Auf diese Weise wurde am frühen Sonntagmorgen mit dem auferstandenen Phantom das geistig-physische Urbild unseres physischen Leibes als vom Tod unabhängig wiederhergestellt. Der gereinigte physische Leib begann zu strahlen, in ihn wurde der Keim zum Geistesmenschengelegt. Der Weg zur Erhebung des Menschen zur geistigen Zeit des himmlischen Jerusalems wurde frei gemacht durch das Erkennen des Guten und Bösen und später durch das Einspannen des Bösen zur Arbeit für das Gute. Während auf Golgatha Jesus starb und Christus auf dem Erdenplan geboren wurde, war die Auferstehung der Tod Christi, den Er mit dem Phantom überwand. Seitdem ist der Tod nicht mehr das Gleiche für uns wie vorher. In diesem lebendigen Tod verweilte der Erlöser 39Tage lang bis zur Himmelfahrt auf Erden, indem er vor den geistigen Augen der Jünger erschien. 39 Stunden lang blieb Christus in der Erde drinnen und nun schien Er 39 Tage lang lebendig auf der Erde zu wandeln. Aus diesem Grunde muss der auf die Auferstehung und die nachfolgenden 39 Tage gerichtete Blick sinnlich-übersinnlich sein. Das Phantom führte alle physischen Bewegungen aus, denn es besaß die Eigenschaften des physischen Leibes, aber es war von den Gesetzen der materiellen Erde unabhängig. Es war kein reiner göttlicher Geist, sondern ein physischer Abdruck, der dank der Menschwerdung Christi durch eine Inkarnation gegangen war.

Nach 39 Tagen stieg Christus in Sein Devachan, das die kosmische ätherische Hülle der Erde ist. Dort befand sich seit dem Freitag schon das ätherisierte Blut aus den fünf Wundmalen und nun drangen hier das Christus-Ich und das Phantom ein. Mit ihren geistigen Augen konnten die Jünger Ihm nicht folgen. Die Himmelfahrt selbst betrachteten sie mit dem erwachten geistigen Blick, aber danach starb Er für sie, indem Er über die Schwelle ging. Hier konnte Ihn Paulus mit seinem geistigen Blick sehen, und das ist „das Ereignis vor Damaskus“, das erst nach dem Wunder von Pfingsten möglich wurde. Deshalb sprach Paulus über „den zweiten Adam“. Bis zur Zeitenwende kamen die Eingeweihten bis zum Eindringen in die Geheimnisse des Ätherleibes. Nach dem Opfer des Erlösers öffnete sich die Tür zu den Geheimnissen des physischen Leibes. Der erste, der diesen Weg bereits auf dem Golgatha-Hügel, und zwar mit klarem, wachem Bewusstsein bahnte, war der geheimnisvolle Skythianos. Über ihn sprach ich auf der Konferenz, die vor einem Monat stattfand (Skythianos). Nicht zufällig sprechen wir nun über das Auferstehungsphantom.
Die Jünger verloren nach der Himmelfahrt den Mut. Zehn Gebote Gottes gibt es an Moses und die Hebräer, zehn Tage dauert ihre zur höchsten Stufe verstärkte Trauer nach dem verschwundenen Erlöser bis zum Erscheinen Seines Impulses, mit dem sie die zehn Gebote hinsichtlich der Einschränkungen der blutverwandtschaftlichen Gruppengemeinschaft überwinden mussten. In diesen zehn Tagen suchten sie Hoffnung und Trost bei der Jungfrau Sophia, die das Golgatha-Mysterium am besten verstand. Christus versteckte sich, da die Vervielfältigung des Phantoms bevorstand, das eine festere Substanz als der Erdenäther hat. Der Äther ist sozusagen das Wasser, während das Phantom das Salz ist. Wenn sich das Salz im Wasser auflöst, entsteht eine neue Flüssigkeit, wobei in jedem Wassertropfen bereits Salz enthalten ist. Also wurde eine neue Ätherhülle der Erde mit dem in ihr aufgelösten (vervielfältigten) Phantom gebildet. In diesen zehn Tagen vervielfältigte sich dieser Einzelleib nach dem Prinzip der spirituellen Ökonomie und in das Phantom jedes Menschen wurde etwas eingepflanzt, was dem Keim des Samens des Christus-Phantoms ähnelte. Jeder Keim ist gleichzeitig göttlich und individuell. Wenn man eine richtige Einstellung zum Christus gewinnt und nach Ihm mit seiner Seele und seinem Geist sucht, entwickelt man diesen Keim weiter, der Samen wächst und kleidet sein Ich mit dem individualisierten Phantom ein, das vom Christus-Phantom erhalten wurde. So wie das Ich jedes Menschen individuell ist, so ist das Phantom, mit dem er sein Ich einkleiden kann, individuell, denn dieses kommt vom Christus – dem Träger des Prinzips der Individualisierung. Seit der Zeitenwende ist das Blut nicht mehr der Träger des Gruppenseelischen, sondern des Ich und das ist das neue Gebot an die Menschheit. Mit diesem vom Christus-Ich durchdrungenen und mit dem individualisierten Phantom eingekleideten menschlichen Ich streben wir die Formierung der zukünftigen Gemeinschaft mit dem Erlöser als Zentrum an, deren Urbild wir bei dem Hinunterstieg des Heiligen Geistes an Pfingsten in die Jünger entdecken. Die Feuerzungen sind die Keime, die zu ihren durstenden Seelen streben, und die Geräusche beim Hinunterstieg bedeuten, dass ihr Bewusstsein sich erhebt. Der Geist steigt nämlich in ein erhobenes und nicht in ein herabgesenktes Bewusstsein hinunter. Er trägt die Wahrheit über das Golgatha-Mysterium mit sich und führt zu einer stürmischen Entwicklung des Keims des Christus-Phantoms im Menschen. Auf diese Weise kommt eine völlig neue Gemeinschaft aus Menschen zustande, die vom „zweiten Adam“ stammen. Der vergängliche Leib führt uns auf eine „naturgemäße“ Art mit der physischen Reproduktion zum der ganzen Menschheit zugrundeliegenden Urmenschen – dem sterblichen „ersten Adam“. Die inneren Bemühungen, den richtigen Weg zum Christus zu finden, führen uns zur Verbindung mit dem neuen Stammvater – dem unsterblichen „zweiten Adam“, der ein neues Wesensglied für uns darstellt. Diese Verbindung muss in den nächsten Inkarnationen immer fester und dem Zeitalter angemessener werden, damit ein anderer Prozess voranschreiten kann – die allmähliche Vergeistigung der leiblichen Hülle des Menschen, die beim physischen Leib beginnt und dann die anderen zwei Leiber umfasst. Diese Veränderung betrifft den Körper, die Seele, den Geist und führt zu unserer zukünftigen Verwandlung in einen ganzheitlichen Menschen, der die Göttliche Trinität in sich selbst besitzt. In unserer Zeit ist unter einem „zeitgemäßen Weg“ der Heilige geistige Impuls zu verstehen, der von Bulgarien aus im Herbst 2000 seinen Weg nahm. Er ist nicht unbedingt mit dem Auftauchen von Stigmata zur Gewährleistung seiner Richtigkeit verbunden, was das eventuelle Erscheinen von Stigmata bei einzelnen Individuen nicht ausschließt, die sich dem Befolgen des Impulses gewidmet haben. Wie bereits hervorgehoben, sind die Stigmata eher eine Ausnahme, sie stellen ein bewusstes, wiederholtes Erleben der Leiden Christi dar, und machen Sein Phantom und Seine Handlungen durch den Menschen neben den Begleiterscheinungen dieser Handlung sichtbar. Deshalb erscheinen bei den Stigmatikern nur die fünf Stigmen, wobei es Unterschiede in der Wirkung der Wunden selbst gibt. Sie ist am stärksten bei den Handwunden, durch die unser Ich nicht nur heilen, sondern auch im Willen die äußere Welt verarbeiten kann. Bei den Füßen gibt es dagegen eine andere Wirkung. Mit ihnen treten wir auf die Erde – den Christus-Leib und nur wenn wir karmisch fest auf der Erde stehen, können wir den Erlöser auf die richtige Art finden. Die Wunde auf der rechten Seite hat eine besondere Rolle. Das verflossene physische Blut wird ätherisiert (in etwas Übersinnliches verwandelt). Das ausgelaufene Wasser bedeutet wohl den Tod Jesu (das Irdische) und die Geburt Christi (das Geistige), aber die wahre Bedeutung dieses Mysteriums wird uns erst in der Zukunft enthüllt werden. Mit Sicherheit können wir aber behaupten, dass aus den Stigmata des Christus-Phantoms Wirkungen auf den Menschen ausgehen, die ihn für die zukünftige Verwandlung seines Körpers in einen „Tempel“ vorbereiten, der dem „zweiten Adam“ ähnlich ist. Im christlichen Sinne sind unser physischer und Ätherleib ein „Tempel“ und diese hat Christus mit der Auferstehung und der Himmelfahrt gerettet. Aber ihre Verwandlung in einen Tempel wäre ohne die Rettung unseres Astralleibes und Ich unmöglich gewesen, die am Pfingsten geschah, als durch den Geist der Wahrheit die Heilige Dreifaltigkeit in das Innere des Menschen einströmte und nun für jeden erkennbar ist, der sich in einen „Tempel“ zu verwandeln beginnt und in ihm Christus untersucht. Derjenige, der an das Kreuz geschlagen wurde, verkörpert die ganze Heilige Dreifaltigkeit. Er ist das Tor zu unserer Zukunft und jeder muss den Weg zu ihm suchen!

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2 Gedanken zu „Die Geheimnisse von Golgatha

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