Die Auferstehung und das Schicksal des Menschen

momchilovzi

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Die Auferstehung ist das zentrale Ereignis im Kosmos! Der esoterischen christlichen Tradition folgend, feiern wird den großen Tag am ersten Sonntag jedes Jahres nach dem Vollmond, der dem Frühlingsäquinoktium folgt. Ostern ist ein beweglicher Feiertag und an seiner Bestimmung nehmen als Widerspiegelung rein kosmischer Proportionen alle neun Götterhierarchien teil. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie, die Geister der Seele, sind mit den Mondenphasen verbunden. Die zweite Gesetzmäßigkeit – der Sonntag-, ist mit der Planetensphäre, hauptsächlich der Sonne, verbunden, in deren Bereich die zweite Hierarchie der Lichtgeister schaffend wirkt. Die dritte Gesetzmäßigkeit hängt mit dem Frühlingsäquinoktium zusammen und zeigt auf die Welt der Fixsterne – des Tierkreises-, in dem die erste Hierarchie lebt. Die Änderung der alljährlichen Konstellation zeigt, dass Christus niemals ruht, sondern ständig zu Gunsten der Menschheit metamorphosiert.

Auf der ersten Stufe weilt Er in den kosmischen außerirdischen Sphären. Die vorchristlichen Religionen enthalten viele Reflexionen und den Widerhall des durch die Sphären eindringenden und zur Erde strebenden Christus. Allein im Alten Testament gibt es etwa 400 Prophezeiungen über Seine Ankunft.

Die zweite Stufe ist die Menschwerdung, die mit der Taufe im Jordan begann und auf Golgatha zu Ende war.
Der Tod und die Auferstehung sind die dritte Stufe, in der sich der Erlöser mit der Erde zu verbinden begann.

Die Himmelfahrt ist die vierte Stufe, aber sie bedeutet nicht, dass sich Christus von der Erde abtrennt, sondern genau das Gegenteil: es ist ein Selbstergießen in die Sphäre der Erdenwelt.

Pfingsten ist die fünfte Stufe, obwohl es dort nicht direkt um Ihn geht.

Die nächste Stufe kommt zum ersten Mal in jener Mittagsstunde zur Geltung, als der Auferstandene vor Damaskus dem Paulus erschien, der Ihn immer noch verfolgte.
Ende des 19. Jahrhundert nahm Christus die dunkle Sphäre in Sich auf, die die Erde umgibt und erlebte eine neue Metamorphose, dank der der Auftakt zur zweiten Ankunft gemacht wurde.

Der Meister Beinsa Douno hielt die Jahre 1939 und 1999 für die günstigsten im 20. Jahrhundert. Jesajah Ben-Aharon berichtet über seine Imaginationen über das Jahr 1939, als Christus ein neues großes Opfer für die Menschheit darbrachte. 1999 ging eine mächtige Welle der Liebe um die Erde und derjenige, der eine Verbindung zu ihr trotz der von den dunklen Mächten hervorgerufenen Sonnenfinsternis aufnehmen konnte, empfing den Keim einer beschleunigten Evolution. Wir werden noch weitere Details über die Christus-Tat am Ende des Jahrtausends erfahren, um auch Seine zukünftigen Opfer zu begreifen. Aber wir müssen immer wieder zur Zeitenwende zurückkehren, wo wir das Musterbeispiel eines Opfers finden!

Die ersten 30 Jahre im Leben Jesu sind nur eine menschliche Biografie, selbst wenn die Vorsehung in diese als wunderbare Fäden und Figuren das ganze Extrakt der Evolution bis zu jener Zeit hineingewebt hat. Das Zarathustra-Ich verwandelt ihn in einen Adepten.
Die knappen drei Jahre von der Taufe bis zum Golgatha-Ereignis sind keine menschliche Biografie, sondern die erste Menschwerdung eines Gottes, und Seine furchtbaren Leiden übersteigen unsere Vorstellungen von einer Qual. Dabei war Er absolut unschuldig, Er hatte keine vergangene oder zukünftige karmische Belastung. Die Größe des Christus besteht darin, dass Er auf den göttlichen Ruhm und die Macht verzichtete und in jene Täler des Todes hinunterstieg, in denen die Menschen weilen und leiden. In den drei Jahren hat das Christus-Ich die drei Leiber Jesu durchdrungen und hat sich vollkommen mit ihnen verbunden. Die Menschwerdung ist das wahre Wunder!

Der Anfang wurde am Jordan gesetzt, als dieses makrokosmische Ich in die drei sterblichen Hüllen Jesu eindrang und in ihnen den Kräften entgegenkam, die den Menschen vom seinem Göttlichen Ursprung entfernen und in die Schlingen der Vergänglichkeit hineinlocken wollen. Daher kommt die dreifache Versuchung, die Ihm innerlich entgegen stand. Unmittelbar nach der Taufe begriff Er, dass Er enorme Möglichkeiten zur Beeinflussung der materiellen irdischen Umgebung, des eigenen Wesens und der anderen Menschen besitzt, dass Sein bloßes Erscheinen unter ihnen sie zum Endziel führen würde, aber sie zermalmen und die menschliche Freiheit töten könnte. Genau auf dem Höhepunkt Seiner Macht zieht sich Christus zurück und stellt sich in der Wüste Juda der dreifachen Versuchung, um den ersten Teil des Opferwerks zu vollenden, durch das Er ein mächtiges Gleichgewicht zwischen dem Göttlichen Inhalt und dem menschlichen Gefäß errang, zwischen Seinem Ich und dem Leib und der Seele Jesu. Christus kam in die Welt nicht, um eine Sensation zu sein, sondern in sie neues inneres Licht hineinzutragen, indem Er zum wahren Bruder des Menschen wurde. Erst nach den 40 Tagen in der Wüste konnte er tatsächlich als Mensch unter Menschen leben und wirken. Aber kein einziges Mal hat Er die Kräfte missbraucht, die Er beherrschte, selbst bei Seinen größten „Wundern“ nicht.

Die Ereignisse und „Wunder“ in Seinem Leben kennzeichnen die allmählichen Etappen der Menschwerdung. Man kann sie in drei Gruppen einteilen:

• zur ersten Gruppe gehören Ereignisse, bei denen die geistige Kraft Christi auf die physische Umwelt einwirkt – „Die wunderbare Brotvermehrung“, „Die Verwandlung des Wassers in Wein“ usw.;
• die zweite Gruppe ist mit den besonderen Einwirkungen auf die Menschen verbunden – Heilungen, Totenerweckungen usw.;
• zur dritten Gruppe gehören Einwirkungen auf Sich Selbst – “das Wandeln auf dem See“, “Die Verklärung auf dem Berg” usw.

Jegliche materialistische Betrachtung der „Wunder“ stellt eine grobe Vulgarisierung ihres inneren Wesens dar. Bei der „Speisung der Fünftausend“ haben wir es mit inneren übersinnlichen Prozessen zu tun, die auf dem Sinnesplan eine solche zweifellose Wirklichkeit haben, als geschehen sie physisch. Aber Christus bedient sich nicht der ahrimanischen Magie, um „die Steine in Brot zu verwandeln“. Wenn Er „heilt“, beeinflusst Er nicht die menschliche Psyche, sondern durch Ihn fließt die Kraft der allsiegenden dienenden Liebe zu den Menschen. Wenn Er „auf dem See wandelt“, ist das keine Zauberei, sondern eine geistige Begegnung mit den Jüngern.
Als Christus in den Leib Jesu hinunterstieg, traf Er eine in die Materie völlig versunkene Menschheit an, die ihre Beziehung zur geistigen Welt gebrochen hatte und von Dämonen besessen war. Die Taufe ist der Anfang der Wiedererrichtung der Brücke zwischen dem Himmel und der Erde. Der Brand des Geistes wird auf das irdische Dasein übertragen. Nach der „Versuchung in der Wüste“ konnte der Leib Jesu das Christus-Ich in sich kaum aufhalten. Seine Handlungen tragen einen kosmischen, außerirdischen Charakter. Deshalb verlief das Leben Jesu etwa ein Jahr lang (bis zum Tod Johannes’ des Täufers und unmittelbar danach) in bewusster Zurückgezogenheit und Einsamkeit und Seine Jünger wandelten in Zweiergruppen. Im Frühling des Jahres 32 war das Christus-Ich vollkommen in den Astralleib Jesu, die Jünger hatten sich wieder versammelt und erlebten „die Speisung der Fünftausend“, die gerade von dem verchristlichten geistigen Leib Jesu hervorgerufen wurde. Im Bild der „Speisung“ sehen die Jünger ihr zukünftiges Apostelschicksal. Der Korb, aus dem das Brot des Lebens verteilt wurde, ohne leer zu werden, war schon auf der Erde, denn ein menschlicher Astralleib wurde bis zur letzten Partikel durch Christus durchdrungen und in Manas verwandelt. Diesem Prozess folgte „das Wandeln auf dem See“, damit die Jünger diesen Körper sehen konnten, der solche Intensität besaß, dass Er vor sie als sinnlich wahrnehmbar trat, und sie das Gefühl hatten, den physischen Christus zu sehen.

Das dritte Ereignis geschah auf dem Berg Tabor. Die beispiellose Gnade, der Verklärung beizuwohnen, wird nur Petrus, Jakobus und Johannes zuteil. Es ist ein Vorglanz der Auferstehung, denn der Leib, in dem der Auferstandene später den Jüngern erscheinen wird, ist nichts anderes als dieser vom Geist völlig durchzogene Ätherleib. Aber damit alle Jünger ihn sehen konnten, musste dieser Leib von der Quintessenz des verchristlichten physischen Leibes erfüllt werden. Das ist die vierte Stufe der Durchdringung, die auf dem Golgatha zu Ende geht. Dort trat Christus im wahrsten Sinne des Wortes in eine Inkarnation und wurde vollständig zum Menschen. Natürlich lebte das Christus-Ich im physischen Jesus-Leib bereits nach der Taufe, aber seine vollständige Beherrschung war erst am Ende der drei Jahre möglich, was durch den Einzug in Jerusalem symbolisiert wird. Während die „Speisung“ und „Verklärung“ in Galiläa geschehen, finden die Taufe und das Golgatha-Ereignis in Judäa statt. Das sonnige Galiläa symbolisiert die ätherischen Kräfte und die Stadt Jerusalem, die im Zentrum Judäas liegt, – die physische und mineralische Welt. Natürlich ist der Einzug in Jerusalem nur die erste Andeutung auf das Ende. Je mehr Er sich dem Ende nähert, desto geringer wird die Göttliche Christus-Kraft und Sein Feuerwille wird größer.
Wenn wir uns in die heilenden Einwirkungen und in die im Evangelium beschriebenen „Totenerweckungen“ vertiefen, wird der Prozess sehr anschaulich beschrieben, aber wir wollen hier nicht auf alle Details eingehen, sondern das Wichtigste betrachten.
Der Name Jesus selbst bedeutet „Heiler“. Es gibt jedoch zwei Arten der heilenden Wirkungen: die eine geht aus dem Seelischen des Menschen Jesus hervor und die andere – von der Christus-Wesenheit selbst. Jesus übt heilende Wirkung auf die Seele erkrankter Menschen aus, aber diese sind nur der äußere Ausdruck der Christus-Wirkungen, die kosmischen Charakter haben und auf den Keim des Menschen, sein Ich gerichtet sind, der mit dem Schicksal und die Reinkarnation verbunden sind. Hätte der Erlöser unmittelbar auf die Seele und den Leib gewirkt, wären die Heilungen momentane Wohltaten und gleichzeitig ernsthafte Verletzungen der menschlichen Freiheit gewesen. Das Christus-Ich wirkt auf das menschliche Ich wie ein Feuer auf ein anderes Feuer! Diese Wirkung ist nicht gegen die Freiheit gerichtet, sondern nährt und unterstützt sie. Wenn Jesus die Hand auf den Kranken legt, so wirkt nicht nur ein gutes, liebendes Herz, sondern es springt ein Funken des kosmisch-sternenhaften Christus-Ich auf das schwächere menschliche Ich und macht dieses stärker. Christus (der Geist) ist die nährende Quelle unseres Ich und mit Ihm werden wir künftig solche Wirkungen ausüben, die sogar das Leibliche durchziehen und die Dämonen und Krankheiten von dort vertreiben können.
Der anwachsende Wille wird in den drei Totenerweckungen besonders deutlich. Das Christus-Ich bringt das bereits nach oben strömende Ich der Tochter des Jaïrus zurück Er ist auch das Feuer, das aus der geistigen in die leibliche Welt das seelisch-geistige Wesen der „Toten“ zurückholt – den jungen Mann aus Nain und Lazarus aus Bethanien. Beide befinden sich in einem schicksalhaft geheimnisvollen Traum, den wir von den alten Mysterien kennen und Christus ist der Hierophant, der sie erweckt. „Die Erweckung“ des Lazarus ist der Übergang von den alten zu den neuen Mysterien und das Zeichen für die Christus-Verfolger, dass sie Ihn fangen und töten. Das meistgehütete Geheimnis der Mysterien kommt zutage! Das konnten sie Ihm nicht verzeihen! Bei der alten Einweihung erhob sich die Seele des Neophyten bis zur Sonnensphäre, wo sich Christus befand und sie bekam von Ihm den Impuls für ihre Auferstehung. Im Laufe der Weltentwicklung wandelte sich die menschliche Natur dermaßen, dass die alte Einweihung für sie nicht mehr geeignet war. Dann stieg Christus von der Sonne herab, aber die Menschen erkannten Ihn nicht. Lazarus war das Zeichen, aber statt sich vor dem Logos tief zu verbeugen und Ihm zu folgen, beeilten sich die Menschen, Ihn zu töten.

Und es begann die Leidenswoche! Jeder Tag dieser Woche hat eine enorme Bedeutung für die Menschheit. Wir wissen aus der Geheimen Wissenschaft, dass die Tage mit einem jeweiligen Planeten verbunden sind. Beinsa Douno hielt sich auch an dieses Prinzip, als er das vom Christus inspirierte Buch „Das Testament der farbigen Lichtstrahlen“ vorbereitete.
• Sonne – Sonntag;
• Mond – Montag;
• Мars – Dienstag;
• Меrkur – Mittwoch;
• Jupiter – Donnerstag;
• Venus – Freitag;
• Saturn – Samstag
Der Sonntag (Palmsonntag) vor der Auferstehung ist der Tag der alten Natursonne, die zum letzten Mal königlich den Himmel erleuchtet. Christus verließ das Haus von Lazarus (Johannes) in Bethanien auf einem Esel reitend (das Symbol des Sprunges – das Krebs) und zog in Jerusalem ein. Die Massen waren dermaßen überwältigt, als ob der Frühlingsgott selbst einzöge. Die Menschen waren wie von der alten Sonnenekstase des heidnischen Frühlingsfestes ergriffen. Sie rissen Palmzweige von den Bäumen (die die Sonne symbolisieren) und riefen „Hosanna“. Aber diese Begeisterung ist rein naturverbunden und oberflächlich, denn sie stammt vom leiblichen Menschen, der sich für einen Augenblick zum Geist erhoben hat. Christus weiß das! Er strebt zu tieferen Schichten und will etwas ganz anderes. Bei der Taufe begriff nur Johannes der Vorläufer, wer auf die Erde herabgestiegen war. Am Palmsonntag wurde das Göttliche, Das sich selbst opferte und zum Menschen wurde, vollkommen in eine mächtige Entschlossenheit des Willens transformiert. Am Anfang erleuchtete das Göttliche das Menschliche, nun brannte das Menschliche im göttlichen Feuer. Das Feuer des Willens war es, das die Ekstase des Volkes entfachte. Aber diese Ekstase war oberflächlich und wurde dann zu „Kreuzige ihn“. Die wahre Begeisterung entsteht nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten, wenn das Geistige in das Menschliche seine Wurzeln verflicht. Der Auferstehungssonntag wurde zum Tag der neuen geistigen Sonne, die konstant ist und nie untergeht. Sie ist das neue Jerusalem!

Am Montag betritt der Erlöser wieder Jerusalem, indem Er den Feigenbaum verflucht und später „den Tempel reinigt. Die Christus-Sonne wird mit dem Prinzip der Mondenkräften der alten Welt konfrontiert. Unter dem Feigenbaum (in Indien dem Bodhi-Baum) zu stehen symbolisiert das meditative Eintauchen, durch die der Mensch der vorchristlichen Zeiten sich mit der geistigen Welt und ihren Kräften verband. Aber das war wegen der besonderen Eigenschaften des immer noch lockeren physischen Leibes möglich. Nun musste eine neue Geistlichkeit vom Himmel heruntergeholt werden und sie wurde durch die Verbindung des Christus-Ich mit dem menschlichen Körper ermöglicht. Nur in den leisen Gesprächen mit den Jüngern deutet Er den Glauben an, der „Berge versetzt“.

Aber damit wir Glauben haben können, muss der Tempel gereinigt werden. Der Tempel, das sind wir. Christus hat uns das äußerlich vorgeführt, und zwar zweimal, denn es gibt zwei Tempelreinigungen. Aber zwischen den beiden besteht ein großer Unterschied. Die erste fand bald nach der Taufe statt, als Christus-Jesus mehr Gott als Mensch war. Seine bloße Anwesenheit im Tempel von Jerusalem rief erschreckende dramatische Seelenbilder bei den Menschen hervor und sie liefen panisch davon. Am Montag der Leidenswoche war Christus bereits so stark mit Jesus verbunden, dass Er als Mensch bewusst und absichtlich eine kämpferische Tat unternahm Nach dem triumphierenden Einzug und den „Hosanna“-Rufen wurden nur einen Tag später alle von Schrecken erfasst. Christus ist nicht der passiv leidende Märtyrer, von dem das orthodoxe Christentum spricht. Seine mit nichts vergleichbare Entschlossenheit ist eigentlich die zum Gott strebende Menschlichkeit. Im großen, aus Stein gemauerten Tempel Gottes wird der kleine menschliche Tempel widergespiegelt. Die Inkarnation Christi in Jesus ist eine Reinigung des leiblichen Tempels, damit Er in die sterblichen irdischen Leiber die Keime einer neuen Heiligung hineinlegen kann. Während der ersten Tempelreinigung sprach der Erlöser die mysteriösen tapferen Worte aus: „Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten“, die die Jünger erst zwei Jahre später, nach dem Golgatha, begreifen konnten.

Am Dienstagmorgen gingen Christus und die Jünger wieder nach Jerusalem. Auf dem Weg sahen sie, dass „der Feigenbaum bereits bis auf die Wurzel verdorrt war“. Nun stand der Wortstreit mit den Feinden bevor – den Hohenpriestern und Buchgelehrten, Pharisäern, Sadduzäern und Anhängern Herodes‘. Die Fragen an Ihn kamen aus der Finsternis und der Angst, dass die Sonne aufgeht. Christus gibt nicht nur Antworten, sondern „schnallt das Schwert des Geistes um“. Die Gleichnisse sind nicht geheimnisvoll-tief, sondern roh-kriegerisch, wobei das erschütterndste Gleichnis von der königlichen Hochzeitstafel handelt. Das ist ein Gleichnis von wahrer michaelischer Größe. Und Er rief dann neun Mal „Weh euch“ aus, als eine Reflexion der neun Seligkeiten „auf dem Berg“. Am Abend zeichnete Er auf dem Ölberg vor den Seelen der Jünger ein apokalyptisch-prophetisches Bild der Zukunft und setzte Seinen Abdruck über den Mars-Geist.

Die „leise“ Woche wird erst am Mittwoch leise, wenn der äußere Kampf in eine immer anwachsende kosmische dramatische Ruhe transformiert wird. Christus und die Jünger waren weit vom Trubel Bethaniens, wo für sie die Tafel im Haus des Lazarus gedeckt wurde. Lazarus, Martha und Maria-Magdalena sind eher eine geistige Familie als blutsverwandt. Alle drei haben eine tiefe innere Umwandlung erfahren. Lazarus wurde auferweckt, aus Maria wurden die Dämonen vertrieben und Martha wurde von ihrer Blutung geheilt. Bei Lazarus wurde der Geist, bei Maria – die Seele und bei Martha – der Körper geheilt. Maria salbte zum letzten Mal Christus mit Öl, was Judas in Wut trieb. Seine lange versteckte Ungeduld ging langsam zu Ende und er beging den Verrat. Maria und Judas sind keinesfalls langweilige Gestalten, denn sie gehören zum Merkur-Typ – beweglich und temperamentvoll. Aber Maria besänftigt ihre Unruhe und transformiert sie in eine Gebetskonzentration, Liebesfähigkeit und Friedfertigkeit, die ihren Glauben formieren, damit sie später als erste unter allen Menschen den Auferstandenen erblicken kann. Dagegen sieht die Ruhe bei Judas wie soziale Aktivität aus, ist aber in Wirklichkeit Selbstbetrug, Schwäche und Angst. Er ist nicht fähig zu lieben und begeht Selbstmord. Martha ist der Übergang zwischen ihm und Maria. Sie ist eine unermüdliche Arbeiterin, die treu dient, aber unfähig ist, sich auf die Höhe der im Gebet vertieften Maria zu erheben. Im Haus des Lazarus wurde uns gezeigt, wie die Christus-Sonne den Gott der Heilung Merkur heilen konnte.

Donnerstag war der Tag des Geheimen Abendmahls. Dieser fand nicht im Haus des Lazarus in Bethanien statt, sondern im Kulthaus der Hebräer Cenaculum, das am uralten heiligen Ort in Jerusalem Zion stattfand. In der Nähe war auch das Haus des Kaiafas – der Sitz der Hass erfüllten Sadduzäer.

Die Jünger saßen am Tisch, um das Passahlamm essen, aber das Lamm war eigentlich Christus. Der Sinn des alten Opfers bestand darin, dass das frisch fließende Blut des reinen Opfertieres solche Kraft besaß, die die Kraft hatte, die damals noch nicht mit dem Leib fest verbundene Seele in einen ekstatischen Zustand zu versetzen, so dass die Göttlichen Kräfte aus dem Jenseits reflektiert und den menschlichen Beziehungen eingeprägt werden konnten.

Im Cenaculum auf dem Berg Zion wurde das alte Blutsopfer für immer überflüssig! Die Kraft, die vorher aus der geistigen Welt durch sie eingedrungen war, war nun hier – der Christus selbst.

Auf dem Tisch gab es neben dem Lamm noch Brot und Wein. Sie haben schon immer in den alten Mysterien den Sonnengott symbolisiert, den die zu Gott Strebenden in anderen Sphären suchen mussten. Melchisedek segnete auch den siegreich zurückkehrenden Abraham mit Brot und Wein. Aber nun lebte der Sonnengeist selbst im Christus Jesus und konnte sagen „Das ist mein Leib“ und „Das ist mein Blut“. Seine Sich Selbst opfernde Seele drang in das Brot und den Wein ein. Alle Sonnenmysterien des Altertums waren nur Vorhersagen und in diesem Augenblick bewahrheiteten sie sich. Das mondische Blutopfer der Vergangenheit verwandelte sich in ein blutloses Sonnenopfer. Das Christentum als eine wahre Sonnenreligion fand in dieser nächtlichen Stunde seine Morgendämmerung, als zum ersten Mal das Geheimnis der Verwandlung vollzogen wurde. Aber nicht nur das!

Bevor Christus zum Essen des Passahlammes überging, vollzog Er den unbeschreiblichen Liebesakt der Fußwaschung. Er wusch selbst Judas Füße! Die „Fußwaschung“ war das letzte nicht ausgesprochene, sondern vollzogene Gleichnis, denn das Ziel liegt den Worten zugrunde „Liebt euch, wie ich euch geliebt habe“. Und als Christus Seine Abschiedsworte sprach, ergossen sich aus Ihm Ströme kosmischer Liebe, als ob der Weisheitsgott Jupiter in eine neue Gestalt unter die Menschen herabgestiegen sei. Ein Jupiterlicht, das voller Versprechen war, drang in die betrübten und traurigen Seelen der Jünger. Aber sie empfingen diese Worte wie im Traum. Nur Johannes gelang es, in seinem Evangelium der Menschheit einen Abglanz dieses erhabenen Augenblicks zu bewahren!

Dem Geheimen Abendmahl im Cenaculum aus dem dritten Jahr gingen zwei vorbereitende Mahle in den zwei Jahren davor voraus. Die Verwandlung des Wassers in Wein bei der Hochzeit in Kana in Galiläa ist ein weiteres Naturereignis der höheren Ordnung. Das kosmische Sonnen-Ich Christi war aber noch nicht als der Ich-Kern in Jesus konzentriert. Im zweiten Jahr entfaltete sich die wundersame „Brotvermehrung und die Speisung der Fünftausend“ vor den Seelen der Teilnehmer als ein imaginatives Bild und erlaubte ihnen, die gebende, speisende Großzügigkeit einer vollkommen durchchristeten Seele zu spüren. Beim Geheimen Abendmahl trat dann eine weitere Verwandlung ein, die die inneren Substanzen des Brotes und Weines erfasst. Das Christus-Ich ist bereits vollständig in den physischen Leib eingezogen und beginnt, sich in aufopfernder Hingabe zu befreien und über ihn auszubreiten. Die Christus-Seele, die dann völlig menschlich geworden war, trat in den größeren Leib ein und wurde wieder göttlich. Sie bereitete die neue, höhere Inkarnationsstufe vor, deren Sinn der Tod und die Auferstehung waren, durch die die ganze Erde zum Leib des irdischen Christus-Geistes wurde. Das Brot und der Wein werden zum Leib und Blut Christi, denn in ihnen beginnt die Verwandlung der Erde in eine Sonne. Nun dringt das Verwandlungswunder auch in die tote Erde Judäas ein, aber hier ist das Geheime Abendmahl statt von der liebevollen Ruhe Galiläas von lauernden und zu allem bereiten feindlichen Kräften umgeben. Weder die Feinde noch die Jünger begriffen, was im Cenaculum geschah. Die Wahrheit über das Geheime Abendmahl wird uns erst in 1500 Jahren sichtbar werden, wenn unser menschlicher Körper fähig sein wird, durch die Mysterien der Himmlischen Sophia zu gehen.

Die heilige Tafel wurde auf eine dramatische Art abgeräumt. Als Erster ging Judas in die Nacht hinaus und traf den Engel des Todes, denn Ahriman hatte sein Ich genommen und ihn zu seinem Werkzeug gemacht. Später ging auch Christus, Der die verwirrten Jünger in den Garten Gethsemane führte, um dort dem Racheengel zu begegnen, aber Er begegnete ihm freiwillig. Und es kam der tragischste Tag in der menschliche Geschichte, der Karfreitag.

Nach dem Verlassen des Cenaculums führte Christus die Jünger auf den Ölberg. Er hatte keine innere Schwäche und Todesangst zu überwinden, sondern der Tod selbst machte Ihm Sorgen, der Ihn überlisten wollte. In den drei nicht vollendeten Jahren hatte das Feuer Seines Ich fast vollständig Seine Leibeshüllen, genauer den physischen Leib verzehrt und Sein Ätherleib war dermaßen erschöpft, dass er den Zerfall (den Tod) kaum aufhalten konnte. Es bestand die Gefahr, dass der Tod (Ahriman) ihn noch vor dem Golgatha entführen konnte und bevor Christus Seinen Geist vollständig in das irdische Dasein hineingelegt hatte. Wie ein wahrer Held widerstand Christus dem Kampf und drang völlig in den physischen Leib Jesu ein, aber nun war Er in Agonie verfallen und der „Blutschweiß“ beweist das unmissverständlich. Steiner hob hervor, dass das Leben Christi das gleiche Ende gehabt hätte, auch wenn die Menschen Ihn nicht gekreuzigt hätten. Im Garten Gethsemane brauchte der menschliche Ätherleib Christi frische, junge Kräfte, nachdem Er selbstopfernd auf seine Makrokosmischen Ätherkräfte, Seine ganze Göttliche Größe verzichtet hatte und vom Sohn Gottes zum Menschensohn geworden war. „Und es erschien Ihm aber ein Engel von Himmel und stärkte Ihn“. Die Wesenheit, die Ihm diese Kräfte geben konnte, war einerseits ein Engel und konnte sich der irdischen Welt am meisten nähern, aber andererseits besaß sie eine Erzengelnatur, die Natur des Lebensgeistes, die mit der ganzen Ätherwelt verwandt ist. Aber da es in der geistigen Welt keinen Tod gibt, hat der Lebensgeist des Erzengels eine völlig andere Qualität als der menschliche Ätherleib. Deshalb brauchte Christus Jesus nicht ihn, sondern die menschlichen Ätherkräfte, die vor der Versuchung bewahrt waren. Er erhielt diese von Vidar – dem Engel Buddhas, dem himmlischen Hüter dieser Kräfte. Vidar ist der Engel, der erschien, um Christus zu „stärken“.
Ohne es zu wissen, beschleunigte der Verräter Judas die Ereignisse und half Christus, die Gefahr eines vorzeitigen Totes zu entgehen, während die Jünger schliefen und Petrus Ihn sogar verleugnete. Die Einsamkeit – „der bittere Kelch“ ist erschreckend! Nur Johannes war auf Golgatha anwesend!
Während des ganzen Karfreitags schien es, als nähme der Erlöser Sein Schicksal willenlos und passiv an und Seine Kampflust gebrochen wäre. Aber dem war nicht so. Der Kampf wurde nun nicht gegen die äußeren Feinde geführt, die Ihn geißelten, bespuckten, Ihm eine Dornenkrone aufsetzten und Ihn mit dem schweren Kreuz beluden, an das Er später gekreuzigt wurde. Er kämpfte mit Ahriman in der unsichtbaren Welt und dieser Kampf war viel kolossaler. Mit beispielloser Geduld, Demut und Tapferkeit erlitt Christus die Schmerzen bis zum Ende und erlangte völlige Macht des Geistes über die Materie, so dass der Tod Ihm nicht mehr schaden konnte. Die ideell-mystischen Leiden auf dem Kreuz, über die Beinsa Douno spricht, sind jenseits des menschlichen Verständnisses. Einer der sieben Sätze, die Christus vom Kreuz sprach, „Es ist vollbracht!“ bedeutet nicht, dass die Qualen überwunden sind, sondern dass der Sieg über den Tod errungen wurde. Der Erlöser konnte Seinen Leib bis zum Ende erhalten!
Vor dem Golgatha-Ereignis ging jeder Mensch zwar ins Jenseits, aber das Blut blieb auf der Erde und die Seele machte sich auf den Weg in die geistige Welt. Bei Christus ging zum ersten Mal die Seele mit dem Blut zusammen! Die Seele folgte dem Leib und zusammen drangen sie in den Körper der Erde ein. Auch nach Golgatha blieb Christus mit der Erde verbunden und darin liegt Sein Sieg über den Tod. Als das Blut aus den Wunden floss, drang Sein Makrokosmisches Ich bis zum Zentrum der Erde und sie verband sich mit der Sphäre oberhalb der Hierarchien, wodurch sie das Ferment zu ihrer Vergeistigung erhielt und begann, sich in einen Stern zu verwandeln.
Das kosmische Opfer am Karfreitag kam aus der Liebe zu jedem Erdenwesen. Christus vollzog einen zauberhaft-erhabenen Akt ähnlich dem, was die Menschen früher mit der Idee der Liebesgöttin Venus verbanden. Es vollzog einen Liebesakt, der sich über alle anderen Liebesformen erhebt. Der Opfertod auf Golgatha ist eine Umwandlung des Venusprinzips durch das Sonnenprinzip der Christus-Wesenheit.
Am Samstag stehen wir vor dem Grab des Joseph von Arimathia, in das der Leib des Gekreuzigten gelegt wurde. Eine bleierne saturnische Schwere liegt in der Luft. Es erfüllt sich der Sinn des Saturn-Tages. Am Samstag aller Samstage herrscht eine Grabesstille. Aber das Erdbeben vom Karfreitag, das noch nicht zu Ende war, hinterließ einen Riss in der Erde und der Leib wurde von ihr aufgenommen, Er durchzog die Erde. Die ganze Erde wurde zum Christus-Grab, indem sie in sich die Hostie aufnahm, die ihr angeboten wurde. Hier sind wir im Feuerfokus der Vorsehung. Der ganze Kosmos nahm unmittelbar und persönlich an dem Ereignis teil, das am Kreuz und am Grab vollzogen wurde. Die kosmische Kommunion der Erde vom Freitag und Samstag durch das Blut und den Leib nahm gigantische Ausmaße an. Das Medikament wurde eingenommen! Christus war nunmehr im „Brot und Wein“ völlig anwesend. Die Urbilder der „Tafel“ und des „Grabs“ dringen ineinander ein. Das Blut und der Leib des Erlösers sind die ersten Bestandteile der irdischen Materie, die vollkommen vom Geist durchzogen sind. Mit ihnen dringt die Geistig-Seelische Christus-Wesenheit in die Erde ein. Zum ersten Mal hatte die Gegenmagie des Todes keine Wirkung.
Nach dem letzten Atemzug am Freitag „riss der Vorhang im Tempel in zwei Teile“. Das ist keine zufällige Folge des Erdbebens, sondern eine, die zeigt, dass es von nun an einen freien Blick zum Herzen der Welt geben würde. Der Tod, der in den alten Zeiten nur als die Schwester des Traums empfunden wurde, wandelte sich in der Zeitenwende in Schrecken. Er musste am Sonntag mit der Auferstehung überwunden werden. Aber vor diesem Tag wurde ein zweiter, geistiger Vorhang in zwei gerissen. Christus stieg in die saturnische Finsternis der Hölle hinunter, in das Totenreich, wo die luziferischen und ahrimanischen Wesen ihre uneingeschränkte Herrschaft vorbereiteten. Luzifer und Ahriman traten Christus drei Jahre früher bei der dreifachen Versuchung in der Wüste entgegen. Damals hatten sie die volle Macht über die Menschen. Nach der Menschwerdung Christi dachten sie, dass sie auch über Ihn ihre Herrschaft erweitern würden. Aber sie wurden von einer unüberwindbaren Schranke aufgehalten und fürchteten sich, denn Er war in ihre Reiche als Gebieter eingezogen und nicht als Opfer. Das ist der Anfang der Befreiung der Menschen von Luzifers und Ahrimans Macht über sie.
Am Samstag betritt Christus bereits ihr anderes „Revier“ – das Schattenreich. „Der Hinunterstieg in die Hölle“ besitzt so wie alle anderen Handlungen des Erlösers eine außerordentliche Bedeutung. Von der Geheimen Wissenschaft wissen wird, dass nach dem Tod die Seelen nach oben strömen und Bewohner des Jenseits werden. Manchen gelingt diese Erhebung leicht, und sie sieht wie ein majestätischer Adlerflug aus. Aber andere lassen sich nur schwer von der Materie befreien und kreisen lange als Schatten um die Erde, ohne die Bereiche der wahren Unsterblichkeit zu erreichen. Vor Golgatha hatten die Seele ihre Hebekraft verloren und in die Menschheit war das finstere Geheimnis des „zweiten Todes“ eingezogen – der Furcht erregende seelische Tod, der dem nach oben strebenden Menschenwesen eine unüberwindbare Schranke errichtet. Es gibt keine größere Angst nach dem Tod als die Verdunkelung des Bewusstseins! Dann wird die Sphäre der Toten zur Hölle! Als Christus auf dem Kreuz starb, drang in diese Sphäre eine Wesenheit ein, die der Herrscher über die wahre Unsterblichkeit ist! Dort zogen das Licht und die Hoffnung ein und Seine Sonne ging auf. Von dieser Sonne erhalten die Toten die Kraft, der Finsternis zu entlaufen und nach oben zu streben. Sie bemerkten früher als die Lebenden den Ostertag und feierten ihn! Die verdunkelnde Dämonenmacht wurde besiegt und von nun an kann jeder, der auf dem Erdenplan Christus in sein Ich aufgenommen hat, nach dem Tod in die unsichtbare Welt aufsteigen, ohne sein Bewusstsein zu verlieren. Christus ist die Verbindung zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt! Am Samstag rettete Er „das Jenseits“ für den Menschen und mit der Himmelfahrt rettete Er später „das Diesseits“ für die Göttlichkeit. Aber dazwischen fand das Wunder der Auferstehung statt. Die Osteridee ist das Herz und der wahre Quell des christlichen Glaubens. Das Christentum ist eine Religion der Auferstehung, ohne diese kann es nicht existieren. Ostern muss als ein geistig-leiblicher, nicht als ein materieller Prozess verstanden werden. Den Auferstandenen muss man sowohl in der Außenwelt, als auch in der Innenwelt suchen, im Mikro- und Makrokosmos. Deshalb sprechen die vier Evangelien auf eine jeweils andere, sich gegenseitig ergänzende Weise zu uns.

Der Einzige, der das Erdbeben beschreibt, das den Erdenabgrund vom Freitagnachmittag bis zum Sonntagmorgen öffnete, ist Matthäus. Den Frauen erscheint ein Engel „des Herrn“, d.h. ein Engel Jahwes, der wie „ein Blitz“ ist. Er rollt den Stein zur Seite, reißt die Wache zu Boden und spricht zu den Frauen. Diese Wesenheit ist aus der Hierarchie der Elohim und sie bringt uns zum Berg Sinai und dem Alten Testament zurück, als Gott aus der Erschütterung der Erde zu Mose sprach, aus dem Feuer und der Rauchwolke, aus dem Blitz und Donner.

Markus beschreibt etwas anderes, nämlich wie die Frauen überrascht bemerkten, dass der Stein verschoben und das Grab offen war. Sie sahen einen Engel, der rechts vom Grab stand und einem „Jugendlichen“ ähnelte. Er sprach auch zu ihnen. Dieser „Jugendliche“ ist ein Wesen aus der Hierarchie der Archai, die am engsten mit Christus verbunden ist. Dieses erschien zum zweiten Mal nach der Donnerstagnacht, als die Wache nur „sein Gewand fasste“ und er „nackt entkam“. Am Donnerstag begann nach der Fußwaschung und dem Abschiedsmahl die enge Kohäsion zwischen Christus uns Jesus zu zerfallen. Christus trat schon aus dem Leib Jesu heraus und die Verfolger konnten Ihn nicht fassen, sondern nur die menschliche Hülle – den Leib erreichen. Der Jugendliche erinnert uns auch an das Alte Testament und Elijas, der Gott nicht dort findet, wo Ihn Mose fand, sondern in eine höhere Sphäre hineinhören musste. „Das Wehen des Windes“, durch das Gott zu ihm spricht, enthält eine intime Note, die in seiner Seele erst dann größer wird, wenn auf sie die verjüngenden Kräfte der Archai zu wirken beginnen. „Der Jugendliche“ symbolisiert die Jugendkräfte, den in das Erdendasein eindringende Christus-Impuls.

Bei Lukas sehen die Frauen, dass das Grab offen ist, gehen hinein und bleiben lange besorgt dort stehen, bis ihre Augen geöffnet werden und sie die Anwesenheit zweier Männer in glänzenden Gewändern bemerken. Später werden diese Männer den Jüngern bei der Himmelfahrt Christi erscheinen. Mit ihnen kommen wir in die Sphäre der Erzengel, die uns ebenfalls zum Alten Testament und Abraham zurückführen, als „die drei Männer, die die Botschaft Gottes brachten“. Sie waren die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael.

Bei Johannes kommt Maria Magdalena allein zum Grab und findet dieses leer vor. Sie geht zurück, ruft Petrus und Johannes, die hineingehen, um nur einen tiefen Riss zu sehen, der den furchtbaren Abgrund zum Erdinneren zeigt. Die Jünger verlassen hilflos den Ort, während Maria dort bleibt und vor Liebe zu demjenigen weint, der ihr entrissen wurde. Diese Liebe öffnet ihre geistigen Augen und sie sieht zwei Engel, die dort sitzen, wo der Leib Jesu lag – „einer am Kopf und der andere an den Füßen“. Sie sind wirklich Engel! Sie fragen Maria, warum sie weint. Bevor sie antwortet, dreht sie sich um und sieht noch eine Gestalt, sie sie das gleiche fragt: “ Weib, warum weinst du?“ Das ist Jesus, aber sie erkennt Ihn nicht wieder, sondern hält Ihn für den Gärtner. Wir sehen, wie Ostern von oben nach unten voranschreitet, vom Kosmos zum Menschen hin, von den Elohim zum Menschen selbst – „dem Gärtner“. Alle Geister sind am Grab versammelt und durch diese erscheint der Auferstandene, der zu den Menschen spricht, aber nicht mit unseren Worten, sondern mit solchen, die das geistige Ohr wahrnehmen kann. In der Gestalt des Gärtners zeigt der Auferstandene sein wahres Antlitz als der Gärtner eines neuen Gartens, als der Säer und Beschützer eines neuen irdischen Wachstums. Maria ist die erste unter den Menschen auf Erden, die Ihn sieht! Am Anfang erkennt sie Ihn nicht wieder, aber nach den gewechselten „Worten“ will sie Ihn umarmen. Sie wird aber streng aufgehalten: „Fass mich nicht an!“ Das Ostermysterium ist noch nicht vollzogen. Der Auferstandene wird in Seiner vollständigen geistig-leiblichen Offenbarung erst dann erlebt werden, wenn die äußeren Szenen zu Ende sind und im Kreis der Jünger die tiefen inneren Szenen sich abzuspielen beginnen. Aber wie können wir uns „die Auferstehung des Fleisches“ vorstellen?

So wie dem Geheimen Abendmahl zwei Ereignisse vorausgehen, so gehen auch dem Ostertag zwei vorbereitende Ereignisse voraus. Das Ereignis aus dem ersten Jahr fällt mit der ersten Tempelreinigung zusammen, als Christus die rätselhaften Worte sprach „Reißt diesen Tempel nieder und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufrichten“. Das zweite Ereignis findet weit von den Menschen entfernt statt, als im zweiten Jahr in der Einsamkeit der Nacht die Jünger sehen, wie Christus auf dem Wasser wandelt – der vergeistigte Astralleib Jesu wächst endgültig über die Gesetze hinaus, denen der physische Körper unterliegt. Das wahre Osterereignis liegt jenseits der Golgatha-Stunde und zeigt, dass die „Christus-Biografie“ nicht mit dem physischen Tod des Menschen endet, sondern lediglich in eine neue Existenzstufe übergeht. Er erscheint den Seinen in einer neuen geistig-leiblichen Gestalt, die dem Tod entrissen wurde. Natürlich ist das nicht der alte irdisch-materielle Körper, der wie bei jedem Menschen der Verwesung unterliegt. Mit welchem Leib erschien er dann? Wie hat Er das Fleisch, d.h. den physischen Leib besiegt?

Nachdem ein Mensch in das Grab gelegt worden ist, bleibt sein Ätherleib (als Träger der Erinnerungen) drei Tage lang in seiner Nähe und vor der Seele entfaltet sich das majestätische Tableau der totalen Erinnerung. Erst dann vereinigt sich der Ätherleib mit dem Weltäther und man hat vollständig die Schwelle überschritten. Nackt und ohne Hüllen steht die Seele vor dem Blick des Weltgerichts. Kein Licht dringt von außen in die tiefe Finsternis ein. Der schauderhafte „zweite“ – seelische – Tod, der zur Bewusstlosigkeit führt, ist das Ergebnis des verlorenen Ätherleibes. Er kann nur dann überwunden werden, wenn wir auf dem Erdenplan zu Herren über die Materie werden. Auf diese Weise können wir nach unserem Tod eine leuchtende Kraft ins Schattenreich hinübertragen, mit der wir die Finsternis durchbrechen und zusammen mit den lebenden Erdenmenschen am Kampf des Lichtes gegen die Finsternis teilnehmen. Das Osterwunder besteht darin, dass Christus über die Schwelle ging, ohne dass der Tod etwas von Seiner siegenden geistigen Macht über die Materie entzieht. Im Laufe der drei Jahre hatte Er die tote Materie Seines physischen Leibes vollkommen vergeistigt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der am Kreuz hängende Leib aufgeleuchtet hat als Zeichen für den bevorstehenden Ostertag. Die majestätische Größe, mit der Er Lazarus auferweckte, verwandelte sich mit der Auferstehung in einen Triumph. Die Überlegenheit Seines Geistes über die Materie ist so immens, dass die Jünger glaubten, Ihn mit ihren leiblichen Sinnen wahrzunehmen. Aber das war kein Leib im irdischen Sinne. Den Jüngern zeigte sich der Grenzbereich, in dem das Geistige sich selbst ausstrahlen, erzeugen und Materie hervorrufen kann. Der auferstandene Leib ist von den Kräften des Weltenalls durchzogen. Die siegreiche Macht über die Materie und den Tod ist so groß, dass sie den Ätherleib dem zerlegenden Tod entreißen kann.

Der Ostersieg besteht darin, dass Christus durch die umgewandelten Ätherkräfte auf der Erde blieb, statt vom Tod in eine weite und machtlose Jenseitigkeit verbannt zu werden. Der Leib, in dem Er sich den Jüngern zeigt, ist mehr als ein Ätherleib. Er wäre der kosmischen Zentrifugaltendenz der Verschmelzung mit dem Weltäther nicht entwichen, wenn Er nicht von der formbildenden Quintessenz des physischen Leibes durchzogen wäre. „Essentia quinta“ ist jenes geheimnisvolle übersinnlich-geistige Element oberhalb der restlichen Vier, aus denen nach der alten Ansicht die physische materielle Welt besteht. Dieses fünfte Element hält die restlichen Vier als ein formierendes Prinzip zusammen und steuert sie. Der vom Tod erkämpfte Ätherleib Christi war von der aktiv-ausstrahlenden schöpferischen Kraft und einer leiblich-zentrierenden Tendenz erfüllt. Der geistige Leib des Auferstandenen kann als ein Ätherleib charakterisiert werden, der über die irdische Form eines physischen Leibes verfügt, auch als ein vom Tod und dem Verfall befreiter physischer Leib, der sich bis zum Ätherischen erhoben hat. Aus dem Grab ist das unsterbliche Phantom des Christusleibes auferstanden, der das Wesen des physischen Leibes ausmacht. Deshalb wird gesagt, dass Christus aus dem Grab mit Seinem physischen Körper, im „Fleisch“ auferstanden ist. Mit diesem reinen, nicht verführten Phantom Jesu wurde die physische Leibesform dem Menschen zurückgegeben und unsere Evolution gerettet. Unsere sterblichen physischen Leiber stammen von Adam und unsere unsterblichen geistigen Leiber stammen vom Phantom des Christus-Leibes. Ein solcher Körper heißt „Das Salz der Erde“. Mit ihm werden wir auf den zukünftigen Jupiter übergehen. Dieses strahlende Phantom des Jesus-Leibes sah auch Paulus vor Damaskus und er brauchte keine anderen Beweise, dass Christus auferstanden war. Deshalb nannte er Ihn ‚den zweiten Adam‘.

Der Vatergott selbst hatte Christus auferweckt! Die Adepten und Eingeweihten erreichten früher die Einweihung, während sie sich außerhalb ihrer physischen Körper befanden, aber sie beherrschten die Auferstehung des physischen Phantoms nicht. Während bei ihnen die Seele stirbt und wieder aufersteht, geschieht das bei Christus mit dem Leib! Seine Verkörperung in einen physischen Leib ist eigentlich das größte Opfer und die Auferstehungsfrage ist die wichtigste Frage für die Menschheit. Nachdem Er durch Tod und Auferstehung geht, enthüllt Christus die uralten Mysterien und bringt sie aus der intimen Verschlossenheit der Mysterienstätten auf die Bühne des gewöhnlichen Menschenlebens. So wurde die Einweihung auf eine christliche Grundlage gestellt. Seitdem werden „Tod und Auferstehung“ zum Gesetz, das für das innere und äußere Schicksal jeder Person gültig ist, egal ob sie das begreift oder nicht.

Schließlich geht am Sonntag die Christus-Sonne selbst am Himmel auf, die die kosmischen Kräfte in allen Etappen der Leidenswoche überwunden hat. So erhalten die sieben Wochentage einen neuen Sinn und eine neue seelenbildende Kraft. In Seinem geistigen Leib bleibt Christus dem Menschen nah, so wie Er das versprochen hatte: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“. Die Kraft, durch die Christus den Tod besiegte, ist die kosmische Liebe, die in Ihm eine menschliche Gestalt annimmt. Pilatus sagte: „Seht, das ist der Mensch!“ Derjenige, der gekreuzigt wurde, Der jedes Erdenwesen umwandelt, ist die wahrste und heiligste Gestalt des Menschenwesens.

Die leiblichen Begegnungen, die die Jünger mit einem herabgesenkten Bewusstsein erleben, sind ein Wunder, aber keine Fata Morgana. Das sind übersinnliche Erlebnisse, die mit soviel Explosionskraft und Intensität in das Gebiet des Physischen verdrängt wurden, dass die Jünger glaubten, den auferstandenen Christus mit ihren leiblichen Sinnen wahrzunehmen. Wenn Thomas seine Hand zu den Wunden streckt, wächst die Wahrnehmungsfähigkeit seines Ätherleibes so stark, dass er den Ätherleib Christi bis zur Grenze des Physischen wiedererkennt. Und wenn die Jünger den auferstandenen Christus neben sich sitzend erleben, ist das eine Fortsetzung und Verstärkung der Ereignisse des Hohen Donnerstags. Damals sahen ihre vorausspürenden Seelen wie die Christus-Kraft in die Erdenmaterie wie eine umgestaltende Macht einströmt. Das Brot und der Wein sind von Seinem seelischen und Lebenskräften durchdrungen und in Seinen Leib und in Sein Blut umgewandelt. Der Auferstandene vollzieht eine Selbstinkorporierung in die Nahrung und die Getränke. Durch die Kraft der vergeistigten Erinnerung werden ihre Ätherkräfte für die ätherische Lichtfigur Christi sehend. Sie nehmen das Wunder der Transsubstantiation als Essen und Trinken des Auferstandenen wahr.

In den 40 Tagen der Himmelfahrt zeigte Sich der Erlöser den Jüngern in Seinem geistigen Leib, wobei Er durch einen außergewöhnlichen Geisteszustand ging. Nach dem Ostersieg über den Tod stieß das Feuerlicht des Christus-Willens dermaßen mächtig empor, dass die Jünger trotz ihres geistigen Wesens den Christus äußerlich-sinnlich erlebten, obwohl Er physischen nicht bei ihnen anwesend war. Der geistige Wille Christi drängte zur Erdensphäre mit solchem Triumph, dass Er sogar physisch wahrgenommen werden konnte. Hätte dieser außergewöhnliche Zustand länger gedauert, wäre Christus unter den Ihn Bekennenden auf eine widernatürliche Art anwesend gewesen. Wenn Er unverwandt unter ihnen aufgetaucht wäre, hätte Er eine erschreckende Erweckung der Seelen verursacht und die Menschen hätten geglaubt, dass Er mit Seinem physischen Körper da gewesen wäre und hätten Seine geistige Gestalt nicht begriffen. Aber die Gewalt ist nicht dem Christus-Willen eigen, und Er musste diesen besonderen Zustand von Ostern überwinden, um in eine neue Existenzstufe einzutreten. Die 40 Tage nach der Auferstehung können somit mit den 40 Tagen in der Wüste verglichen werden. Wenn Er sich am Himmelfahrtstag sich plötzlich von den Blicken der Jünger entfernt, bedeutet das das Nachlassen dieses Zustandes“, Seine Aufopferung für das Wohl der Menschheit. Christus hat sich von uns nicht entfernt, um in den Himmel aufzusteigen, sondern Er durchdrang die Erde noch mehr mit Seiner Allgegenwart. Seitdem atmet und lebt Er mit der Seele der ganzen Erde. Er wurde der neue Geist der Erde, Der allen Menschen gleich nah ist, damit wir mit Ihm schöpferisch die Erdenmaterie umwandeln können. Natürlich begann diese Durchdringung, d.h. die Himmelfahrt, gleich nach Ostern als ein Selbstergießen in die materiellen Erdendimensionen. Deshalb konnte Christus eine Woche später zu Thomas sagen: „Lege deine Finger auf diese Stelle hier!“. Durch die Himmelfahrt holte Christus die Kräfte der Ätherwelt vom Himmel auf die Erde. Er ist der wahre Herr über die Himmelskräfte, die auf dem Erdenplan vertreten sind und die Beziehung der Götter zu den Menschen. Wenn Er am Himmelfahrtstag von den Blicken der Jünger verschwindet, liegt das daran, dass ihre Seelen nicht stark genug sind, um Ihm bei Seinem erhabenen Einströmen auf die Erde zu folgen.

Es musste Pfingsten kommen und das Ich-Feuer in der Menschenseele entfachen, diese allmählich durchgeisten. Das führt zu tiefster innerer Produktivität. An Pfingsten ergießt sich die Substanz der allsiegenden Liebe auf die Jünger und die Ströme der Christus-Kraft nehmen ihren Lauf. Nach dem Tod auf Golgatha wurde die Liebe auf dem Erdenplan geboren, die vorher nur im Kosmos existierte, und an Pfingsten ergoss sie sich über die Jünger. Seitdem ist Christus in den Menschenseelen zu finden und beginnt, auf Erden zu wirken.

Das Drama der Leidenswoche hat in seiner planetarischen Entfaltung eine Bedeutung jenseits der Zeit. In entscheidenden Wendepunkten der Menschheitsgeschichte wird dieses Drama bis zum kleinsten Detail aktuell. Wir erleben eine Leidenswoche von kolossalem Ausmaß. Die Erschütterungen auf dem äußeren Plan sind das Ergebnis der Eindringung übersinnlicher Kräfte und Wesenheiten in das Erdendasein. Die zweite Wiederkunft Christi ist ein kosmischer grandioser Einzug in Jerusalem. Die Menschheit spürt dumpf das nahende Donnern der geistigen Welt. Die jubelnden und feindseligen „Hosanna“- und „Kreuzigt ihn“-Ausrufe vermischen sich. Nur weil die materialistische Weltanschauung die Seelen gefesselt hat, überwiegt der feindselige Ausruf. Hier wird uns das Gesetz, das Prinzip des Montags der Leidenswoche vorgeführt. Das traditionelle geistige Leben steckt in einer totalen Krise und ähnelt einem „vertrockneten Baum“. Die Marskräfte entfachen die Fackel der Apokalypse. Hinter den äußeren Schlachten toben geistige Kämpfe. Nur eine Minderheit bleibt der Geistigen Sonne treu. Ihr werden (so wie früher den Jüngern am Ölberg) die apokalyptischen Aussichten gezeigt, in denen sie den Sinn ihrer schweren Kämpfe und Leiden erkennen kann.
Immer klarer werden die Menschen vor die Notwendigkeit der inneren Lösungen gestellt. Entweder finden sie den Weg zur wahren Frömmigkeit oder sie werden bei ihrer Flucht in die Neurose immer tiefer in die Seelenverfinsterung versinken. Wir haben also die Wahl zwischen Maria Magdalena und Judas.
Das Geheimnis des Gründonnerstags strahlt Licht und Hoffnung aus. Aber wird unser Bewusstsein wach bleiben wie bei Johannes oder wird es in Petrus’ Schlaf verfallen? Vielleicht versinkt es im Dämonismus Judas’?
Das wahre Geheimnis unseres Zeitalters liegt darin, dass Christus wieder unter den Menschen ist. Und wieder wird Er beschimpft, gegeißelt und gekreuzigt. Er ist hier mit Seiner kosmischen Liebe und stirbt ständig für unser Wohl.
Am Samstag steht die ganze Menschheit vor einem Felsengrab, der Christus und mit Ihm das wahre Antlitz des Menschen enthält. Zu den „Felsen“ gehören die Politik, Industrie, der Handel, die Kirche. Alles, was in uns verhärtet ist, stellt ein Felsengrab dar!
Wird es Ostern geben? Wird der Engel Gottes kommen und den Grabstein zur Seite schieben? Werden wir die grandiose Aufgabe lösen, die Erde in einen Kosmos der Liebe zu verwandeln? Christus kam ja deswegen und deswegen opferte Er sich, indem Er unser Erlöser und Beispiel wurde!
Aber was hat Er eigentlich gerettet? Warum musste ein Gott im Menschenkörper sterben?
Der Mensch ist mit dem Tod verwandt. Wir töten alles, was wir berühren – das Erden- Wasser- und Luftelement, den Wärme- und Lichtäther, damit wir unser Bewusstsein haben. Die ausgeatmete Luft ist tödlich (CO2), der Lichtäther stirbt in unserem Auge, damit wir sehen können usw. Aber die beiden höheren Äther – der Tonäther und der Lebensäther können wir nicht töten. Könnten wir den Tonäther töten, würden wir ständig die Sphärenharmonie vernichten. Deshalb wurde uns ein Ersatz gegeben: der physische Klang ist ein Produkt der Luft und kein geistiger Klang.
Könnten wir den Lebensäther töten, würden wir ständig das zu uns strömende kosmische Leben vernichten. Deshalb wurde uns der Zugang zu den beiden höheren Ätherarten (zum Lebensbaum) nach der „Versuchung im Paradies“ versperrt und wir haben Gut und Böse kennengelernt. Wir durften nicht den Geist der Materie hören! Das ist nur in den Mysterien möglich, worüber Pythagoras sprach. Christus steigt in den Leib Jesu aus diesen dem Menschen unzugänglichen Gebieten herab, zu denen auch unsere Seele gehört und bringt uns „den Lebensbaum“ zurück. Um in uns zu leben und uns mit Sich zu erfüllen musste Er sich mit unserer sterblichen Natur vereinen und am Kreuz sterben. Erst dann war es möglich, durch den Menschen zu wirken. Warum musste Er durch ihn wirken?
Die Geisteswissenschaft besagt, dass die Pflanzen das Licht in Luftgeister und die Tiere – den Geist, der im Tonäther wirkt, in Wassergeister verwandeln. Wir verwandeln alles, was im Lebensäther liegt und das menschliche Leben überhaupt ermöglicht (deshalb sind wir daran verhindert, es in uns zu töten), in Erdengeister. Das, was in uns als Leben lebt, breiten wir ständig um uns herum als eine Aura aus und bereichern damit das irdisch-geistige Erdenelement. Wir ziehen wie einen Kometenschweif die von uns ausgestrahlte geistige Aura zeit unseres Lebens hinter uns her und gleichzeitig stellen wir sie wie ein Phantom zusammen. In diesem Phantom wird unser Seelisches reflektiert. In den alten Zeiten war dieses Phantom viel flüchtiger, aber es verdichtete sich nach und nach, um in der Zeitenwende eine Form zu erhalten. Wir Menschen haben dieses Phantomwesen mit dem Tod in uns vermischt. So waren die Erdengeister (nicht die Gnome!), die wir nach außen ausgestrahlt haben, ein totgeborenes Kind, denn wir haben diesem unseren Tod verliehen. In ihnen hinterlassen unsere objektiven Sünden und Schulden einen Abdruck.
Wie wir wissen, hat jede Sünde zwei Seiten – eine subjektive, die wir persönlich nach dem Karmagesetz zurückzahlen und eine objektive, die mit der Erde als einem lebenden Wesen verbunden ist. Die Wesen, in die wir den Tod abdrucken, sind genau unsere objektiven Sünden! Diese dichten Formen, die den Tod mit sich bringen, müssen am Ende des Erdenzyklus auf den zukünftigen Jupiter übergehen. Aber wenn wir der Erde Tod übergeben haben, kann eine tote Erde nur einen toten Jupiter hervorbringen. Mit unseren objektiven Sünden vernichten wir wörtlich die Erde! Diese Sünden hat der Erlöser auf Sich genommen (sie wurden uns vergeben), damit wir unser Heim retten. Sonst wären wir ohne Heim geblieben, in dem unsere Seelen evolvieren können. Das wäre eine grauenhafte Aussicht! Nur wenn wir uns mit Christus erfüllen – „nicht ich, sondern Christus in mir“, wird das, was wir nach außen ausstrahlen, lebend werden. Nur mit ihm wird unsere Seele vollkommen, so wie sie nach den Plänen der führenden Götter sein soll. In Christus findet sie ihre verlorene geistige Heimat, Er ist ihr Verlobter und belebender Geist, ihre Verbindung zum Vater!
Bis zum Schluss der Erdenentwicklung werden wir ständig in physische Leiber heruntersteigen, ohne unmittelbar die Sphärenmusik zu hören und in uns das Kosmische Leben zu erleben. Christus ist ihr Stellvertreter! Wenn der Mensch Ihn nicht in seine Seele aufnimmt, wird er nach seiner letzten Inkarnation so oder so sein subjektives Karma abbezahlt haben, aber er wird von allen phantomähnlichen Wesenheiten umgeben sein, die er in allen seinen vergangenen Inkarnationen erzeugt hat und er wird diese sehen können. Sie werden tot sein und einen großen Vorwurf an ihren Erzeuger darstellen, der einen Teil des Erdendaseins vernichtet hat!
Wenn wir Christus angenommen haben, werden unsere Reste belebt und von Ihm in einer Ganzheit vereint werden, in einem geistigen Leib. Dieser gehört uns und wir brauchen ihn, um sich auf Jupiter entwickeln zu können. Am Ende der Erdenentwicklung wird sich unsere Seele mit diesem Leib vereinen müssen, mit diesen Resten und sie wird mit ihnen zu Jupiter übergehen. Wir werden im Leib auferstehen, in dem durch die einzelnen Inkarnationen verdichteten Erdenleib! Auf diese Weise werden wir die Auferstehung Christi auf einer anderen Stufe wiederholen!
Wenn wir den Erlöser nicht annehmen, wird unsere Seele am Ende mit dem Toten in unseren Resten irdisch verbunden bleiben. Sie wird egoistisch im Geist befreit sein, denn die subjektive Sünde wird gesühnt sein, aber sie wird sich nicht mit den sterblichen Resten vereinen können. Solche Seelen sind Luzifers Beute, der sie in der geistigen Welt behält, aber die Erfüllung ihres Erdenziels unterbricht. Er wird die zerstreuten Erdenreste einsammeln und als einen toten Mond in Jupiter hineinschicken, der sie ständig nach oben drängen wird. Sie sollen von den Seelen belebt werden, die ihr Erdenziel erreicht haben. Und die anderen Seelen werden ein Zwischenreich zwischen das eigentliche Menschenreich auf Jupiter und das Tierreich auf Jupiter einnehmen. Sie werden zurückgebliebene Wesen sein und sich dort luziferisch aufhalten, d.h. nur geistig. Ihr Leib wird unten sein als der klare Ausdruck ihres Seeleninneren, denn der Mensch ist eine Offenbarung des Geistes durch seinen Leib. Die Zurückgebliebenen werden ihren Leib nur von außen steuern, denn sie werden leiblos sein!
Auf diese Weise werden sich zwei Rassen herausbilden – der guten und der bösen Menschen! Nur wenn wir die Erdenentwicklung zu unserem eigenen Ziel machen, werden wir zu den Guten gehören. Christus ist der Schlüssel dazu! Zwischen Ihm und unserer Seele muss eine so starke und intensive Beziehung aufgebaut werden, dass wir unser Bewusstsein von ihr nicht oft zu erneuern brauchen. Diese Beziehung ist der Glaube, der auf Golgatha geboren wurde! Die Ganzheit und die Selbstlosigkeit der aufopfernden Herzens- und Ich-Kraft wird im Evangelium „Glaube“ genannt. Sie ist das im Menschen erwachte Geistselbst, das Erfüllen des Menschen-Ich vom Christus-Ich. Wenn die Liebe (Christus) unser Ich überfüllt, beginnt sie, sich in unseren Astralleib als „Glaube“ zu ergießen. Ein solches Ich kann „Berge versetzen“, mit ihm sind wir lebendig! Die herzliche erleuchtende Kraft des Glaubens ist sowohl der Keim des geistigen Menschen, als auch das Auge, mit dem der wieder erscheinende Christus wahrgenommen werden wird. Aber Er fragt die Jünger: „Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden?“ (Lukas 18:8)
Das zweite Kommen wird nicht wie das Erste von außen durch die Göttliche Gnade des Schicksals dargebracht werden. Ob es in Erfüllung geht, hängt größtenteils vom Menschen selbst ab. Früher kam der Sohn Gottes in einer Menschengestalt, zukünftig wird der Menschensohn sich in Göttlicher Gestalt zeigen. Christus braucht keine Wiederkehr. Nach Golgatha ist Er ständig da, weil Er sich für immer mit der Erde und der Menschheit verbunden hat. Seine Wiederkunft wird eigentlich die Wiederherstellung unserer verlorenen Gestalt sein. „Der Sohn des Menschen, der zur Rechten Gottes steht“, ist der aus den apokalyptischen Katastrophen und Leiden neu geborene geistige Mensch. Die Trennung der „Toten von den Lebenden“ begann im 20. Jahrhundert! Mit einer Riesenmacht klingen die Christus-Worte aus dem Johannes-Evangelium „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, also auch der Sohn macht lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand; sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen“.
Die Mysterien der Ich-Durchdringung werden das Heiligtum der Zukunft sein und zur Methode werden, die dunklen Mächte zu besiegen. Die Zeit der zweiten Ankunft fällt mit dem Zeitalter des Antichristen zusammen. Die Toten aus der Astralwelt, die mit Christus verbunden sind, werden Seinem siegreichen Licht folgen. Die von Michael besiegten Dämonen sind auf der Erde und wollen die Herrschaft wieder erringen, die ihnen während der Zeitenwende entrissen wurde. Von uns lebenden wird eine innere Initiative und Aktivität verlangt, damit wir Michael und Christus helfen können. Es ist eine große Täuschung, wenn man denkt, dass man heil bleibt, wenn man sich schont. Gerade die Initiative macht uns gesund und glücklich während des ganzen Lebens. Wenn man zur wahren Selbstkenntnis kommt und von Christus erfüllt wird, kann man aus den Tiefen seiner Seele ausrufen: „Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben!“. Mit der Kraft ihrer Wirkung sind diese Worte in der Lage, die Tore zur Ewigkeit zu öffnen!

Dmitar Mangurov                                                               Varna, den 20.04.2003

Liste der verwendeten Literatur
Bock, Еmil, „Die drei Jahre“, Stara Zagora
Douno, Beinsa, „Das Testament der farbigen Lichtstrahlen“ , Sofia, 1994.
Prokofieff, Sergej, „Der Jahreskreislauf als Einweihungsweg zum Erleben der Christuswesenheit“, Jeriwan, 1995.
Das Alte und das Neue Testament, Sofia, 1925.
Steiner, Rudolf, „Aus der Akascha-Chronik. Das fünfte Evangelium“, Stara Zagora, 1997.
Steiner, Rudolf, „Von Christus zu Jesus“, Stara Zagora, 1999
Steiner, Rudolf, „Christus und die Menschenseele“, Stara Zagora, 1992
Steiner, Rudolf, „Das Matthäus-Evangelium“, Stara Zagora, 1996
Steiner, Rudolf, „Das Johannes-Evangelium“, Stara Zagora, 1996
Steiner, Rudolf, „Das Markus-Evangelium“, Stara Zagora, 1995
Steiner, Rudolf, „Das Lukas-Evangelium“, Stara Zagora, 1995

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Ein Gedanke zu „Die Auferstehung und das Schicksal des Menschen

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