Archiv für den Monat November 2016

Die Weltanschauung des Menschen

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 31.05.2015 in Varna

Link zum Originalvideo

Gebet: Herr Jesus Christus, bitte hilf, damit die Menschen endlich zu denken beginnen und Dich, unseren Gott, ins Zentrum ihrer Weltanschauung stellen. Amen!
Diejenigen, die bei den letzten Veranstaltungen anwesend waren, wissen, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf eine sehr breite Betrachtung dieses geistigen Elementes des Menschen konzentriert haben – das Denken. Einzig durch das Denken wird in unserer Zeit die Widerherstellung der verlorenen Beziehung des Menschen zu den Götterhierarchien beginnen. Die Rede ist vom lebendigen Denken und nicht vom Denken, das die Menschheit heutzutage praktiziert, das völlig ahrimanisiert ist und ins Nirgendwo führt. Es sind bereits ca. 2500 Jahren seit der Zeit der großen griechischen Philosophen und seit dem Übergang vom Homo erectus zum Homo sapiens vergangen. Der Mensch ist längst zum Homo sapiens geworden, nun wird er zum Homo liber und Homo magneticus aufsteigen. Uns steht eine Artenumwandlung bevor. Bisher gab es einige Artenumwandlungen des Menschen, aber die bevorstehende wird am wichtigsten sein – nicht nur für die Zukunft des Menschen, der Erde und des Sonnensystems, sondern auch für das ganze Werk Gottes. Das, was heute von den fortgeschrittensten Seelen unter den Menschen vorgenommen wird, hat in der Menschengeschichte keine Entsprechung, mit Ausnahme des Golgatha-Mysteriums. Weiterlesen

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Die Auferstehung im Denken

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 26.04.2015 in Varna

 

gemeinsames Gebet: Vater unser, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden, unser täglich Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!

Letztes Mal habe ich erzählt, dass ich mich am Samstag vor unserem Treffen beim Versuch, meine Erörterung zu strukturieren, an Nikola Nikolov aus Plovdiv erinnerte, der behauptete,  der Vertreter des Absoluten zu sein. Als ich mich daran erinnerte, tauchte die Idee auf, dass der Satz „Ich bin“ vom Absoluten abwärts durch alle Stufen des Weltalls klingt. Damit begann ich die letzte Vorlesung. Gestern um die gleiche Zeit dachte ich wieder an unsere heutige Begegnung. Seit zwei Tagen spürte ich, dass das Ende dieser umfangreichen Vorlesung fehlt, soz. der Abschlussstrich. Gestern um 16:30 kam dieser Abschlussstrich auf eine bewegende Art, aber diesmal gehört er nicht an den Anfang, sondern an das Ende der Vorlesung, die dadurch ihre endgültige Fassung erhalten hat. Es wird eine Menge Zeit notwendig sein, um alles vorzutragen. Die heutige Vorlesung „Die Auferstehung im Denken“ wird, wie Sie wahrscheinlich schon ahnen können, eine gewisse Fortsetzung  der letzen Vorlesung und ihre weitere Vertiefung sein. Das Thema ist nicht nur wichtig, sondern sie besitzt zusammen mit dem Anfang der ätherischen Wiederkunft Christi und der bevorstehenden Begegnung mit dem Antichristen höchste Priorität. Deshalb können wir feststellen, dass die Metamorphose des menschlichen Denkens und des Menschen in einen Homo liber – hier werden wir auch über den Homo magneticus  sprechen und den Unterschied zwischen beiden erläutern -, eine der drei fundamentalen Herausforderungen in diesem Leben von uns ist. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass es bei unserer nächsten Begegnung eine neue Fortsetzung des Themas geben wird.

Letztes Mal hatte ich eine Zeichnung gemacht, nun habe ich einige Elemente hinzugefügt. Es gibt nicht nur eine Zeichnung, die das Erörterte veranschaulicht. Ich werde kurz auf die vorherige Vorlesung zurückkommen, um einige Sachen in Erinnerung zu bringen (Abb.1). Hier oben ist das Absolute, die Eins und es manifestiert sich als Trinität (Vater, Sohn und Heiliger Geist) im Pralaya. Dieses Dreieck im Pralaya, Vater, Sohn und Heiliger Geist enthält ein Pentagramm in sich. Das ist das Makrobild, Urbild des Menschen, dessen, was im Laufe der Abwärtsentwicklung im Manvantara auszubilden war. Auf dem physischen Plan hat sich dieses Pentagramm in uns verdinglicht – wir sind das Pentagramm. Folglich entwickelt sich die Weltschöpfung von der Zahl 1, die über allem steht und nicht in Erscheinung getreten ist, zu der Zahl 3, die das Pentagramm in sich enthält. Dieses ist nach unten auf die siebenfache Manifestation vom Saturn bis zum Vulkan gerichtet, eine andere Spiegelung ist die siebenstufige Metamorphose des Denkens, durch das wir vom heutigen abstrakten Denken zum lebendigen, morphologischen Denken übergehen werden. Zum ersten Mal  kam dieses Denken bei Goethe mit Bezug auf die Pflanzen auf, später hat es Steiner mit Bezug auf die Tiere und Menschen entwickelt.

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Der rechtmäßige Weg zu Gott

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 29.03.2015 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir danken dir für das große Opfer, ohne das wir den Rückweg zu Gott nicht finden können, um die Aufgabe unseres Evolutionszyklus zu bewältigen. Amen!

Ich wünsche Ihnen alles Gute zum Palmsonntag, zum wahren Palmsonntag, so wie er im Himmel geschrieben ist. Nächsten Sonntag ist Ostern. Diese Zeit ist eine besondere, es ist die wichtigste Zeit des Jahres, in der wir das geeignetste Bewusstsein haben müssen, um das nächste Osterfest zu erleben. Das ursprüngliche Ostern fand am 05.04. statt und dieses Jahr haben wir eine volle Wiederholung – der Karfreitag ist am 03.04. und der Ostersonntag – am 05.04. Das kommt sonst nicht vor, also hoffe ich, dass wir diesem Augenblick gewachsen sind. Ich werde versuchen, unser Thema „Der rechtmäßige Weg zu Gott“ so darzulegen, dass allen vollkommen klar wird, in welchen Stufen alles geschieht. Ich habe auch ein veranschaulichendes Schema gezeichnet, um auch meine persönliche Erfahrung darzustellen und zu erläutern, was vor sich geht, in welchem Augenblick wir leben und was passiert ist.

Dieser Vorlesung liegt „Die Philosophie der Freiheit“ zugrunde, die leider von wenigen Anthroposophen in der Tiefe studiert, von noch weniger Lesern wirklich begriffen und von einer geringen Anzahl von Menschen angewendet wird. Der Kern der „Philosophie der Freiheit“ beinhaltet die Methode, durch die Rudolf Steiner die Grundlage seiner Anschauung gelegt hat. Dank dieser Methode kamen danach die zahlreichen Früchte der Anthroposophie in allen Lebensbereichen als Ergebnis ihrer Anwendung und Weiterentwicklung zu den Stufen der Imagination, Inspiration und Intuition. Der Menschheit steht eine Artumwandlung bevor. Sie hat jedoch mit dem im Raum schwebenden Quantenübergang nichts zu tun. Viele Menschen spüren, dass etwas geschehen wird, aber sie interpretieren das auf eine völlig luziferisierte bzw. ahrimanisierte Art, die dem Wesen dieser Wandlung fremd ist. Das ist ein außerordentlich kompliziertes Thema und ich werde versuchen, es klar darzulegen und sogar zu veranschaulichen. Am wichtigsten ist, dass ich das persönlich überprüft habe. Daher weiß ich, wie das vor sich geht. Ich praktiziere das seit etwa 15 Jahren, so dass ich keine diesbezüglichen Zweifel habe.

In der ersten Hälfte dieses Monats hatte eine Person, die hier anwesend ist, aber vorläufig anonym bleiben will, eine Reihe von Offenbarungen. Diese Offenbarungen kamen nicht in der Art, die in der „Philosophie der Freiheit“ beschrieben wird, sondern anders, in ihnen hallt das Echo der alten Zeiten.

Doch das ist unbedeutend – jedes Wort dieser Offenbarungen ist sehr wertvoll und rechtfertigt das, was ich sagen werde. Es legitimiert meine Ausführungen, so dass diese Offenbarungen wirklich wie eine Gabe kamen, die mich noch mehr stimuliert, dieses Thema zu entwickeln. Als ich begann, am Thema zu arbeiten, kam diese Gabe, die wir  in einem engen Kreis besprochen haben.

„Die Philosophie der Freiheit“ erschien 1894 und sie gehört zur voranthroposophischen Periode Steiners. Das ist das Buch, das Steiners weitere Untersuchungen begründet hat, anderenfalls hätte man ihn für verrückt erklärt. Steiner sagte, dass sein Buch nach der Erscheinung wenig beachtet wurde. Die allgemeine Meinung war, dass es so unverständlich ist, als wäre es auf Chinesisch geschrieben. Bei einem Überblick aller genialen Bücher der Menschengeschichte stechen jedoch zwei Bücher hervor, die für uns am wertvollsten sind – die Bibel und die „Philosophie der Freiheit“. Es gibt kein wertvolleres Buch nach dem Johannes-Evangelium, nach dem Neuen Testament in seiner Gesamtheit und nach der „Philosophie der Freiheit“ in diesem Leben. Vom richtigen Verständnis dieses Buches und seiner Anwendung hängt der ganze zukünftige Gang der Menschenevolution ab.

Um zur Veranschaulichung der sieben Stufen der Transformation des Denkens, des Bewusstseins zu gelangen, die stattzufinden hat, werden wir ganz oben beginnen, beim Absoluten, so wie bei unserem Treffen vor zwei Monaten. Damals zitierte ich Beinsa Dounos Worte, dass niemand etwas über das Absolute sagen kann und ich fügte hinzu, dass erst nach der Vollendung der drei Zyklen – des vergangenen, gegenwärtigen und bevorstehenden Zyklus des Heiligen Geistes, nach dem sich der dreieinige Gott vollständig manifestiert haben wird – wir überhaupt etwas über das Absolute sagen können, unabhängig vom Zustand, in dem wir uns dann befinden werden. Auf dem Vulkan müssten wir schon die Archaistufe erreicht haben, um in den neuen Zyklus als Elohim einzugehen. Als ich das sagte, kam der Gedanke, dass es keine Grenzen der menschlichen Erkenntnis gibt, einschließlich des Absoluten, egal wie dreist das klingen mag und trotz der Worte des Bodhisattva des 20. Jahrhunderts, der den Schlüssel zu Christus hat. Es mag paradox aussehen, was gestern Nachmittag passierte, als ich mir überlegte, wie ich die heutige Vorlesung strukturiere, damit sie sich wie ein großes Tableau entfalten wird. Es kam eine spezifische Antwort. Vor zwei Monaten berichtete ich über Nikola Nikolov aus der „Weißen Bruderschaft“, dem ich früher bei den traditionellen Frühlingstreffen der „Bruderschaft“ in Rousse begegnete. Dieser Mann hatte eine gelockerte Verbindung zwischen dem physischen und dem Ätherleib, was grundsätzlich notwendig ist, aber bei ihm die Kontrolle fehlte. Aus diesem Grunde wirkte er auf eine sympathische Art leicht schrullig. Er hat damals ein Schema gezeichnet, an dessen Spitze das Absolute stand und unten auf der Erde – er selbst als sein Vertreter. An diesem Beispiel wollte ich veranschaulichen, wie man sein Bewusstsein verlieren kann. Nun möchte ich mich bei ihm entschuldigen, denn der Geist weiß am besten, wie er wirken kann und man darf nie und nirgendwo etwas unterschätzen, denn man weiß nie, wann etwas als Reminiszenz auf einer neuen Bewusstseinsstufe zum Vorschein kommt und was auf dieser Stufe mit ihm geschehen wird. Dank der Erinnerung an diesen Mann kann ich meine Erörterung beginnen, die sich von oben abwärts entfalten wird.

Die Eins ist der einige Gott, denn wir ‚absolut’ nennen werden. Er manifestiert sich als dreieinig – als Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist. In seinen frühen Vorlesungen spricht Steiner über den Ersten, Zweiten und Dritten Logos. Wir wollen die Dinge mit diesen Begriffen nicht noch komplizierter machen, aber diese drei als Dreieck, über dem der einige Gott steht, treten im Pralaya in Erscheinung. Der Osten hat diese drei Stufen definiert. Wenn wir seine Termini benutzen, so ist Mahaparinirvana die Sphäre des Vaters, Parinirvana – die Sphäre des Sohnes und Nirvana – die Sphäre des Heiligen Geistes. Das ist das Nichts, das ist das Pralaya, in dem die Quelle von allem liegt. Aber über ihnen ist das Absolute oder der einige Gott und Er manifestiert Sich in dieser Trinität als Liebe, Weisheit und Wahrheit. Dort ist alles ausgearbeitet und beginnt, abwärts der Seraphim als Weltidee in Erscheinung zu treten, indem es durch alle Stufen des Daseins geht und ganz unten ankommt, wo wir sind. Wir befinden uns auf dem Gegenpol zum Absoluten. Die Entfaltung dieser Idee, die sich zuerst als Liebe, Weisheit und Wahrheit in der Trinität manifestiert und uns erreicht, geht vom Absoluten aus. Können wir annehmen, dass es etwas gibt, das durch alle Daseinsstufen hallt und hier unten widerhallt? Etwas, was wir selbst  in unserem Inneren hervorbringen sollen, so dass es den ganzen Weg der Senkrechten entlang zurücklegt und Denjenigen erreicht, Der es ausgestrahlt hat – den einige Gott bzw. das Absolute?

Im Johannes-Evangelium heißt es, dass Gott Liebe ist. Beinsa Douno sagte: „Ihr könnt den ganzen Himmel durchreisen, das ganze Weltall, alle Welten, überall werdet ihr das Gleiche hören: „Gott ist Liebe“. Ist das, was durch das ganze Dasein hallt, im Pralaya und den Manvantaras? Nein, das ist es nicht. Das, was hallt und als die Ursprungsidee für unseren ganzen Zyklus erscheint und demjenigen einen Sinn gibt, was wir unten tun sollen – die freie Ich-Wahl, dank der es einen nächsten Schöpfungszyklus des Heiligen Geistes geben wird – ist die Ich-bin-Idee.

Dieses Ich-bin hallt durch alle Stufen des Daseins. Alle Wesen haben ein Ich. Wenn es kein persönliches Ich ist, dann ist es zumindest ein Teil der Gruppenwesenheit. Das ist das Prinzip des Schöpfertums, das Ich ist schöpferisch tätig, es schafft Universen, Wesenheiten, es bringt alles hervor. Dieses Etwas, diese gigantische Idee, die sich nach unten als Liebe, Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Tugend usw. manifestiert, muss im Inneren des Menschen hallen – in unserem Ich. Und von unserem Ich muss sie mit solcher Kraft ausgestrahlt werden, dass sie alle Stufen des Daseins bis zu seinem Urquell durchlaufen kann. Wie das geschieht, wozu das gehört, wie wichtig es für den heutigen Zeitpunkt und für die nächsten ca. 1500 Jahren ist, wird hoffentlich in etwa anderthalb Stunden klar werden. Aber zuerst muss ich auf vieles andere eingehen, um all das zu begründen. Am wichtigsten ist der Umstand, dass das Überleben der Menschheit abhängt sowie die Aussicht auf einen zukünftigen Zyklus überhaupt abhängt.

Im Erdenäon strahlten die Elohim das Element aus, das sie nicht mehr brauchten. Das war das höhere Ich der Menschheit, ihr Gruppen-Ich. Dieses wurde in den irdischen Menschen als das niedere Ich gespiegelt, das zum individualisierten höheren Ich werden muss. Wir haben ein Gruppen-Ich der Menschheit, zu dem die Menschen keinen Zugang haben. Jede Ausstrahlung des Ich-Prinzips hat jedoch die Eigenschaft, individualisierend zu wirken und ein Dasein in den Menschen hervorzubringen, eine Art Bewusstwerden. Da dies bei uns in Lemurien nicht geschehen konnte, weil wir noch nicht so weit in unserer Entwicklung waren, mussten uns übersinnliche Wesenheiten anführen. Es begann die Ausbildung unserer drei Leiber zu dem, was sie im Erdenäon werden sollten. Vorher wurden in den drei Äonen, die Manvantaras genannt werden, nacheinander diese drei Leiber ausgebildet. Jeder von ihnen enthält das ganze Produkt der Evolution seit dem alten Saturn. Stellen Sie sich vor, was im physischen Leib enthalten ist – das Werk aller Wesenheiten in allen dreieinhalb Äonen bis zu unserer Zeit. In unserem Ich als Kraft sind alle Kräfte enthalten, die die Arbeit an der aufopfernden Ausstrahlung der Substanzen durch Throne, Herrschaften und Mächte jeweils in den drei Äonen zur Ausbildung unserer drei Leiber hervorgebracht hat. Folglich enthält der Mensch, der heutzutage auf der Erde mit seinem Ich und den drei Leibern existiert, die ganze vergangene Evolution und die ganze Wirkungskraft, die die Götter zur Schaffung unserer gegenwärtigen Gestalt ausgesandt haben. Damit aber all das individualisiert wird, musste die Entwicklung der dreigliedrigen Seele, des Ich-Bewusstseins erfolgen. Das war ein langwieriger Prozess, der in der vierten lemurischen Epoche eingesetzt hat – hier müssen wir eher von ‚Rassen’ sprechen. Damals fand der Sündenfall statt. In der Atlantis befand sich das Zentrum der ganzen Entwicklung vom Saturn bis zum Vulkan in der Zeit der vierten Rasse. In der vierten Kulturepoche der fünften Wurzelrasse des Erdenäons geschah das Golgatha-Ereignis, das den Sündenfall auszugleichen hatte. Während der fünften Rasse in Lemurien wurden unsere Sinne für die physische Außenwelt geöffnet. Die fünfte Unterrasse der Atlantis bestand aus den Ursemiten, von denen Manu den Samen nahm und sie aus dem versinkenden Kontinent ausführte, um die fünfte Wurzelrasse einzuleiten. In der fünften Kulturepoche müssen wir nun nach der Methode der Spiegelung all das ausgleichen und es nach hinten zurückschicken. Jener Evolutionsweg entwickelte sich also im 4-4-4-Rhythmus und dort überwogen die Arbeit der Götter und die Naturevolution, die ein Werk der Götter war. Danach gingen wir zum 5-5-5-Zyklus über, der bereits auf der Senkrechten des Bewusstseins und nicht auf der Waagerechten der naturgemäßen, göttlichen Evolution verläuft. Es gibt nämlich zwei Arten der Evolution – die eine verläuft der Waagerechten entlang und die andere – der Senkrechten entlang, die eine bezieht sich auf die Erschaffung unserer Leiber, der dreifachen Seele und des Ich-Bewusstseins und die andere bezieht sich auf die Senkrechte im Sinne von Bewusstseinsstufen. Ab der heutigen Zeit, d.h. in diesem Leben liegt sie in unseren Händen. Es muss eine Wandlung von der Waagerechten zur Senkrechten eintreten, ohne dass ein Teil der menschlichen Errungenschaften Menschen oder Evolutionsressourcen der bisherigen waagerechten Evolution verloren geht. Bisher befanden sich die Götter in der Evolution und haben uns beschenkt; Wir befanden uns in der Involution und wurden beschenkt. Nun beginnt der umgekehrte Prozess – wir werden evolvieren und die Götter werden herabsteigen, um beschenkt zu werden. Das bedeutet, dass das Himmelreich nah herbeigekommen ist, d.h. wir bewegen uns auf das Himmelreich zu. Wie es in Matth. (11-12) heißt, wird das Himmelreich mit Gewalt erobert – „die Gewalt tun, die reißen es an sich“, also wird es niemand umsonst bekommen.

In der Mitte der Atlantis wurde in der vierten Unterrasse der atlantischen Wurzelrasse die endgültige Neigung zum Mineralischen vollzogen. Das Physische wurde nach und nach mineralisch. Damals begann der Ätherleib der Erde, sich von ihrem physischen Leib abzuspalten und es entstanden die mineralischen Felsen – das, was die harte Erde heutzutage darstellt. Die Verhärtung der Erde ist ein Vorgang, der aus der unumkehrbaren Neigung des Evolutionsprozesses zum Materiellen hin resultiert, der vor ca. 15000 Jahren vollzogen wurde. In dieser Zeit begann die erste Krise. Die Erde entstand als harte Struktur und der Mensch bildete sein Nervensystem in einem beschleunigten Tempo aus. Damals entstanden die uns heute bekannten Erscheinungen Strahlung, Elektrizität und Magnetismus. Aber die Trennung des Ätherleibes und die Reduzierung der Lebenskräfte des Menschen und der Erde führten zu einer ätherischen Krise, deren Höhepunkt in der Zeit von Golgatha war. Deshalb kam Christus, um der Erde und den Menschen das Leben zu bringen, ihre Ätherleiber zu beleben. Nun befinden wir uns in der Periode, die sich dem Kali Yuga anschließt, wenn die dritte große zu meisternde Krise bevorsteht. Das ist die Astralkrise. Mit den vorherigen Krisen sind die Götter fertig geworden. Nun müssen wir sowohl mit unserer eigenen Astralkrise als auch mit der Astralkrise der Erde fertig werden. Das ist ein zukünftiger Prozess, der zuerst erkannt werden will, damit wir auch angemessen reagieren können.

Nach dem Ende der Atlantis richtete sich der Entwicklungsprozess nach unten. Manu führte diejenigen aus, die den Keim der neuen Menschheit bilden sollten. Sein Vermächtnis bestand darin, dass die Götter, die bis zu jenem Zeitpunkt die Menschen geführt hatten, eines Tages als Begriffe wahrgenommen werden sollten. Hinter diesen Begriffen sollten die Menschen später wieder die Götter sehen und sie von den Fesseln der Begriffe befreien. In den ersten nachatlantischen Kulturepochen, als der Evolutionszyklus einen kulturhistorischen Charakter angenommen hat, führten wir ein halbtierisches Leben. Bis zu dieser Etappe besaß die Entwicklung keinen kulturhistorischen Charakter. Die Entwicklung geht vor sich in Bewusstseinsstufen (vom Trancebewusstsein auf dem alten Saturn bis zum Allbewusstsein des zukünftigen Vulkan), dann in Lebensstufen (Runden oder Reiche), Formstufen, danach entstanden die Wurzelrassen und zum Schluss – die Kulturepochen. Das alles ist in seiner Vollständigkeit erst in unserem Erdenäon enthalten. In den vorherigen Äonen existierten lediglich Bewusstseinsstufen, Lebensstufen und Formstufen. Die Einteilung in Rassen und Kulturepochen ist relativ. Der ganze Prozess wurde von den Priestern geleitet und das Denken kam von außen zu uns. Ich erwähne diese bekannten Tatsachen, ohne die man dem gesamten Faden der Entwicklung nicht folgen kann, um die Transformation in ihrem Verlauf zu betrachten – 1-3-7, dem der Rückweg 7-3-1 folgen muss. Das Denken in der nachatlantischen Zeit war von den Göttern zum physischen Gehirn der Menschen gerichtet. Aus dem organischen Prozess, der im Gehirn verlief, verband sich dieses Denken mit dem Menschen, wobei die Bilder in seinem bildhaften Gruppenbewusstsein mit Substanz angefüllt wurden. Das bildhafte Gruppenbewusstsein enthielt damals eine reale Substanz. Das waren Wesenheiten. Alle Menschen besaßen damals diese Stufe des Hellsehens, das bereits im Absterben begriffen war. Damit wir allmählich zum begrifflichen Bewusstsein übergehen, das wir heutzutage haben, begann die Entwicklung unserer dreigliedrigen Seele. Sie fing mit der Empfindungsseele in der ägyptischen Kulturepoche an und ging über die Verstandesseele in der vierten Kulturepoche. Nun sind wir in der fünften Kulturepoche dabei, unsere Bewusstseinsseele zu entwickeln. In der ägyptischen Kulturepoche haben die Priester in den großen Mysterien Schüler vorbereitet, die zu der zukünftigen begrifflichen Entwicklung fähig waren. Das konnten nur die fortgeschrittensten Menschen tun, deshalb rief das Treiben in den Tempeln Ehrfurcht unter den restlichen Menschen hervor, die an den Mysterien nicht teilnahmen. Sie empfanden ausgesprochene Hochachtung zu dem, was sich in den Tempeln ereignete. Das, was sich in den Tempeln abspielte, wurde nach außen als Kulte weitergegeben, welche die Lage der Sonne berücksichtigten. Das ist die große Gnosis, die damals entstand. In jener Zeit öffneten sich unsere Sinne allmählich für die äußere Welt. Jeder von uns hat das zu einer bestimmten Zeit mit unterschiedlicher Intensität erlebt, je nachdem, ob er in den Tempeln oder außerhalb der Tempel (in den sog. „kleinen“ Mysterien) war. Während der christlichen Entwicklung verwandelten sich die großen Mysterien in das esoterische Christentum, das seit der Zeit Dionysius Areopagitas bestand und die kleinen Mysterien, die für alle gemeinsam waren, verwandelten sich in das, was wir heute als die Kirche kennen – das exoterische Christentum. Es gibt Menschen verschiedener Art. Nachdem das alte Hellsehen nachgelassen hatte und unsere Sinne auf die äußere Welt gerichtet waren, lebten die Menschen wie in zwei Welten und waren völlig hilflos, mit der äußeren sinnlichen Wirklichkeit fertig zu werden. Das machte die Priester notwendig und sie ersetzten die Avatare der älteren Zeiten, indem sie durch die Kultformen das alltägliche Leben der Menschen leiteten. Die Menschen waren damals wie kleine Kinder, die die äußere Welt kennenlernen. Die Verbindung zu den Göttern erfolgte durch Offenbarungen mit einem imperativen Charakter (die Zehn Gebote), der auch auf dem Gebiet der Moral bestand. Die Priester empfingen die Gebote von oben und erzählten den Menschen, was zu tun war. Sie bekleideten quasi zwei Ämter – ein behördliches und ein geistiges. Allmählich leuchtete die Verstandesseele gegen das achte Jahrhundert v. Chr. auf und wir gingen von der Einheit mit den Göttern, die wir in der Empfindungsseele hatten, zu dem großen Widerspruch zwischen Gefühl und Verstand über. Die Vernunft kam allmählich mit dem Anfang der Verstandesseele, des zweiten Elementes unserer dreifachen Seele zum Vorschein.

Damals kam es zu einer die Krise. Wir erfüllten bereits das Vermächtnis des Vaters – das Vermächtnis Jehovas an Adam -, indem wir für die äußere Welt sehend wurden: „ihr Menschen sollt allem Namen geben“ (d.h. Begriffe). Die Begriffe, die schon in der ägyptischen Kulturepoche abgeleitet und aus der geistigen Welt herausgerissen worden waren, waren viel mehr von Geist erfüllt. Das war die große Gnosis, die bei Areopagita noch bestanden hat. Nach und nach sollte alles zusammengepresst werden, seine Substanzialität, seine Realität   als etwas, was von Wesenheiten erfüllt ist, verlieren. Es sollten nur nackte Begriffe bleiben, die heutzutage jeder benutzt. Damals erschien die große Drei der Griechen Sokrates, Plato und Aristoteles. Ohne allzu konkret zu werden, können wir sagen, dass Sokrates später als Tolstoi inkarnierte, zumindest soll Beinsa Douno das gesagt haben. Gegenwärtig ist er wieder inkarniert. Von Aristoteles wissen wir, dass er später als Rudolf Steiner inkarnierte und heute wieder auf der Erde ist. Über Plato wissen wir noch nicht, wer er ist und ob er heute inkarniert ist, denn er war derjenige der Drei, der in seinen nächsten Inkarnationen den angemessenen Sprung nicht getan hat, den wir bei Aristoteles und Sokrates feststellen können. Steiner benannte die Inkarnation Platos als die Nonne Hroswitha aus dem zehnten Jahrhundert und die andere Inkarnation im 19. Jahrhundert als der österreichische Sprachwissenschaftler und Literaturkritiker Karl Julius Schröer. Wir kennen die Einteilung der Seelen in Platoniker und Aristoteliker, also müsste Plato selbst, der die Ausrichtung der Platoniker gab, heute auf der Erde sein. Das ist mir bisher unbekannt und es ist auch nicht so wichtig.

Was geschah um das fünfte bis vierte Jahrhundert v.Chr.? Die Götter waren im Untergang begriffen und es erschienen die Begriffe, die Logik und Dialektik. Die Sittlichkeit haben die Menschen lange Zeit als einen Imperativ empfunden, der von oben kam und auf das begriffliche Bewusstsein gerichtet war. Über ein Ich-Bewusstsein kann man zum ersten Mal bei den genannten großen Vertretern der Menschheit reden sowie bei einigen anderen aus ihrem Umkreis. Ihnen stand der erste Schritt zur Artumwandlung bevor. Seit der lemurischen Zeit bis zu jenem Zeitpunkt war der Mensch zum Homo erectus (dem ‚aufgerichteten’ Menschen) geworden. In den nachatlantischen Zeiten entstand das Seelische und es flammte die menschliche Ich-Entwicklung auf. Erst in der Verstandesseele begann der Mensch seines Selbstes bewusst zu werden und schritt zum Homo sapiens (zum ‚vernünftigen’ Menschen) vor. Es standen eine vollständige innere geistig-seelische Wandlung im Menschen und die Entstehung einer neuen Menschenart bevor. Die heutigen „Wissenschaftler“, die vom gegenwärtigen Standpunkt jene alten Zeiten erörtern – die Zeit vor dem fünften Jahrhundert v.Chr., die die Zeit vor dem „Vater der Geschichte“ Herodot ist -, berücksichtigen überhaupt nicht die Bewusstseinsänderung des Menschen und den Wandel seiner Seele. Die alte Menschenart hat mit der neuen Menschenart nichts zu tun, und die Wandlung, die nun bevorsteht, findet zuerst unter den heutigen Menschen in diesem Leben statt, mit denen die neue Artumwandlung anfängt. (Auf sie und die neue Menschenart werden wir später eingehen.) Deshalb sollten auch die Menschen, die der vorherigen Artumwandlung zugrunde lagen, hier sein. Wir haben einige von ihnen erwähnt, die heute inkarniert sind, um an diesem Prozess teilzunehmen.  Die Sittlichkeit, das Motiv der freien Handlung blieb noch ein göttliches Vorrecht und kein Mensch konnte in seinem Inneren die Stütze der moralischen Handlungen finden – nicht mal die großen Philosophen. Aber es wurde gleich bemerkbar, wie die Selbstbewegung des denkenden Geistes, des Ich, mit dem Erlöschen der Bilder beginnt, sich als Logik zu manifestieren. Sehen Sie, die Gesetze der Logik sind nach der Methode der Notwendigkeit imperativ, sie wirken wie die Naturgesetze, von denen wir wissen, dass sie allesamt Wesenheiten sind. Wenn man die Gesetze der Logik nicht einhält, ist das gleichsam ein Akt, der die Naturgesetze verletzt. Dadurch wird etwas in der Natur zerstört. Die Wissenschaft hat bereits die Naturgesetze erkannt, obwohl sie überhaupt nicht die Wesenheiten sieht, die hinter den Gesetzen, eigentlich in den Gesetzen stehen. Die Naturgesetze selbst sind Wesenheiten, es gibt nichts anderes als Wesenheiten. Das Gleiche gilt für das, was als Logik im Menschen aufkam, damit das Ich-Selbstbewusstsein entwickelt werden konnte: Letzteres unterliegt nämlich den eisernen Gesetzen der Logik. Ich will das mit einem einfachen Beispiel veranschaulichen: Ich bin ein Mensch, der das Fenster einer Wohnung aufmachen will, die in der 15. Etage liegt. Ich möchte aus dem Fenster herunterspringen und denke, dass mir nichts passieren wird. Das ist eine verkehrte Logik. Natürlich würde ich sterben oder zumindest stark verletzt werden. Die Menschen haben begonnen, unter höchsten Anstrengungen die Gesetze der Logik zu erlernen, die für uns heute etwas Elementares sind, denn wir bekommen dieses fertige Wissen ohne uns anzustrengen. Aristoteles gelang es, in seinem Werk „Logik“, die Gesetze der Logik zu formulieren, nach denen das denkende Selbstbewusstsein in Begriffen wirken sollte. Deshalb mahnte Sokrates seine Schüler an, nicht zu anderen Schulen zu gehen, welche zurück zum bildhaften Gruppenbewusstsein führen. Letzteres ist weit klarer, aber es waren höchste Anstrengungen notwendig, damit dieses Gruppenbewusstsein erlöschen und man zum Bewusstsein kommen konnte, das auf die Sinneswelt gerichtet war, wo wir alles aus der Position der verlorenen Beziehung zur geistigen Welt benennen sollten. Jehova machte das, als er alle erschaffenen Lebewesen zu Adam führte, um zu sehen, wie er sie benennt, denn nur der Mensch als der systembildende Faktor im ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus war dazu in der Lage. Es gibt kein anderes Wesen außer uns, das aus drei Leibern, einer dreigliedrigen Seele und einem dreieinigen Geist besteht und der systembildende Faktor im Zentrum des Erdenäons sein kann. Protagoras sagte, dass der Mensch „das Maß aller Dinge“ ist. Diese Maß existierte in den alten Mysterien in der Form der Devise „Erkenne dich selbst!“, damit wir den Makrokosmos in unserem Inneren finden. Nun wurde daraus „Geh aus dir heraus“, also „Geh in die Natur und du wirst dort den Makrokosmos finden und dich als einen Tropfen sehen, der den Makrokosmos in sich selbst abbildet“. Der alte Aufruf „Erkenne dich selbst“ ist geblieben, aber seine Richtung wurde geändert. Alles ist in ständiger Bewegung. Stellen Sie sich vor, wie Sokrates die Autorität der anderen Schulen, der luziferisierten Schulen, die die Entwicklung hemmten, untergraben hat. Er hat Schüler angezogen und ist dabei auf den Widerstand derjenigen gestoßen, die das Monopol auf die Mysterien für sich  beanspruchten. Heute ist es übrigens nicht anders. Sie zwangen ihn, den Becher mit dem Gift auszutrinken. Es wird vermutet, dass sowohl Plato, als auch Aristoteles auf diese Weise gestorben sind. Die gleiche Ursache wird auch bei Goethes und bei Steiners Tod vermutet. Die Widersacherkräfte bevorzugen es, durch Gift zu handeln.

Während bei Plato die Dinge noch verwaschen sind, formulierte Aristoteles die Gesetze der Logik und auch die dialektische Triade aus These, Antithese und Synthese, die zu jenem Verfahren wurde, durch das Bewegung in die Begriffe kam. Das wollen wir an einem Beispiel erläutern. Das Getreidekorn ist die These, das Einsäen in die Erde ist die Antithese, das Korn stirbt im Boden. Doch aus diesem Tod – „Stirb und werde“, wie Goethe schrieb -, wird die Synthese zwischen der Erde und dem in ihr gestorbenen Korn hervorgebracht, es wächst eine neue Pflanze. Der vorherige Himmel war im Korn widerspiegelt, das eingesät wurde und sterben soll, damit das Neue in der Synthese entstehen kann, d.h. die These muss auf einer neuen Stufe erscheinen und ein neuer Himmel soll in ihr abgebildet werden.

Bei uns sind die Begriffe zu leeren Bildern verkommen. Bereits bei der Entstehung der Begriffe begannen sie an Substanzialität zu verlieren. Wir müssen begreifen, wie das passieren konnte, damit wir uns auch den entgegengesetzten Prozess verdeutlichen. Die Götter sind gedankliche Wesenheiten. Alle Wesenheiten, die hinter der Natur stehen, sind gedankliche Wesenheiten, denn die vom Absoluten ausgehende und sich nach unten entfaltende Idee ist praktisch ein Gedanke. Das ist der Ich-bin-Gedanke. Dieser muss auf allen Daseinsstufen verwirklicht werden. Alles, was abwärts ist, muss Gedanken haben, damit es ein Ich-Bewusstsein entwickeln und das Universum schaffen kann. Als sich die gedanklichen Wesenheiten auf die Menschenköpfe richteten, drangen sie in den Menschen durch die organischen Prozesse im Gehirn ein, z.B. durch den Blutkreislauf und wurden verdinglicht. Aus diesem Grund waren die Bilder, die Begriffe, die vor der griechischen Epoche existierten, voll mit Substanz. Sie waren lebendige Bilder, da sie ja selbst Wesenheiten waren. Dann haben sich die Wesenheiten zurückgezogen und leere Hüllen hinterlassen. Der Mechanismus des Denkprozesses, der die Begriffe einschließt, bewirkt, dass sich der ganze materielle Organismus zurückzieht, wenn der Mensch zu denken und der Gedanke zu wirken beginnt. Der Gedanke vernichtet die Materie, man sagt auch er annihiliert sie.

Aber es gibt eine Besonderheit hier. Heutzutage erleben wir den Höhepunkt des abstrakten Denkens. Wenn der Mensch abstrakt denkt, erzeugt er nur leere „Luftballons“, in denen keine Substanz vorhanden ist. Gleichzeitig mit dem Denken wird aber auch Materie dematerialisiert. Nicht nur wird die Materie hinausgeschoben, sondern auch dematerialisiert. Wenn dieses Bild nicht mit Substanz erfüllt wird, wird diese dematerialisierte Materie von Ahriman aufgefangen und bildet als „Schlacke“ einen Satelliten des zukünftigen geistigen Jupiter. Die heutige Zivilisation bewirkt eine intellektuelle Dematerialisierung der Materie, die als eine Art Satellit des zukünftigen Jupiter zur Verfügung stehen wird.

Nach der Entstehung der Begriffe war die Entleerung ihrer Substanz ein rechtmäßiger Vorgang. Die Krise der Selbstbewusstwerdung verläuft durch drei Phasen – die griechische Epoche, die Zeit Thomas von Aquins und die gegenwärtige Zeit. Das Denken Thomas von Aquins, das in ihm dank der Tätigkeit der Bogomilen entstehen konnte, hing immer noch mit dem Göttlichen zusammen und er wollte es mit Substanz anfüllen. Parzival (der inkarnierte Manes) wollte das auch. Im neunten Jahrhundert spürte Parzival, wie diese Bilder bereits ihren Inhalt eingebüßt haben und keine reale Substanz besaßen. Deshalb suchte er nach Möglichkeiten, sie anzufüllen. Als der wiedergeborene Manes begriff er, was für eine Krise bevorstand und schaute in die Zukunft der sechsten Wurzelrasse, in der sich der Manichäismus entfalten wird. Doch wir müssen heute schon versuchen, den Manichäismus zu praktizieren, unabhängig davon, wie unerreichbar er für den heutigen Menschen aussieht.

In der Zeit Golgathas gab es bereits eine totale Ätherkrise in der Erde und im Menschen. Christus, Der das Prinzip des Lebens in der Trinität repräsentiert, die aus Bewusstsein, Leben und Form besteht, kam und brachte das Leben. Durch die Auferstehung des Phantoms rettete Er unseren physischen Leib, durch die Himmelfahrt rettete Er unseren Ätherleib, durch das Pfingstereignis rettete Er unseren Astralleib und unser Ich. So konnte die Entwicklung fortgesetzt werden. Es stieg die kosmische Intelligenz herab und wir erhielten das Werkzeug des Denkens. Die Bogomilen waren die ersten, die das Problem des sich seines Inhalts entleerenden Denkens lösen wollten. Nach ihnen machte das Goethe. Francis Bacon, Descartes und Spinoza trennten die Wissenschaft von der Philosophie, d.h. von ihren übersinnlichen Quellen. Francis Bacon – der wieder inkarnierte Harun al-Raschid – erklärte, dass die Menschensinne unvollkommen sind und uns täuschen. Somit schloss er das Subjekt aus dem Erkenntnisprozess aus. Heutzutage gibt es verschiedene Vorrichtungen, die den äußeren Sinnen des Menschen zur Vermittlung dienen und so die Wissenschaft von ihren übersinnlichen Quellen vollkommen abschneiden.  Es gibt zwar zahlreiche Wissenschaftszweige, aber sie sind alle vom Übersinnlichen vollkommen abgetrennt. Die Richtung, die Francis Bacon der Wissenschaft gab, führte dazu, dass zwischen dem Begriff und der Wahrnehmung das Subjekt fehlt. Und das Subjekt soll die Beziehung zwischen den beiden herstellen. Wer konnte Begriff und Wahrnehmung, die voneinander völlig getrennt waren, miteinander verbinden? Goethe war der erste, der die Methode der Metamorphose angewendet hat. Er drang bis zur Stufe der Pflanzen vor. Nun müssen wir Einiges über das Wesen des Denkens selbst erläutern, unsere Aufmerksamkeit auf den Denkvorgang richten, um die von Goethe angewendeten Morphologie zu begreifen und sehen, wo Hegel und die anderen Philosophen gestolpert sind. Danach werden wir zu Steiner kommen, dem dieser Übergang gelang, und werden sehen, was damals noch nicht getan werden konnte, jedoch heute erforderlich ist.

Der Beginn des Erkenntnisprozesses ist in der „Philosophie der Freiheit“ beschrieben. Es steht auf einem anderen Blatt, wer etwas vom Buch verstanden und behalten hat. Deshalb müssen wir etwas erwähnen, andernfalls wird die Technik nicht begriffen. Wir beobachten mit unseren Sinnen, wir betrachten ein Objekt. Steiner nennt das Objekt selbst ‚Wahrnehmung’. Wir haben in uns ein Denken, das Begriffe verwendet, andererseits befindet sich ein Objekt vor uns. Wir müssen Beides – Begriff und Objekt – miteinander verbinden. Auf dem Feld unseres Bewusstseins, was unser Astralleib ist, treffen beide aufeinander. Der Mensch verbindet sie und es entsteht die Vorstellung. Goethe hat bei der Betrachtung einer Pflanze jegliche persönliche Einstellung, jegliche Kenntnisse, die er über die Pflanze besaß, abgeschaltet. Er war nämlich nicht nur Dichter, sondern auch Gelehrter und er konzentrierte sich auf die Entwicklung der Pflanze. Die Pflanze durchläuft sieben Stufen der Metamorphose, bis eine neue Pflanze entsteht. Goethe begann, diese sieben Stufen als Idee zu durchlaufen, bis er zur Idee der Urpflanze kam, deren kleinerer Ausdruck der Begriff  ist. So zum Beispiel gibt es verschiedene Dreiecke, aber die „Dreiecksidee“ ist nirgendwo, in keinem Dreieck der Erde, vollkommen verdinglicht. Von der Idee des Dreiecks kann man eine beliebige Zahl von Dreiecken ableiten, aber diese Dreiecke werden niemals die Dreiecksidee vollständig erfassen. Das Gleiche liegt bei der Idee der Urpflanze vor, zu der Goethe gelangte. Er beschäftigte sich mit den Mineralien und Pflanzen, aber zu den Tieren und Menschen kam er nicht, um im Menschen den Übergang zum Beleben des Denkens zu finden. In der Pflanze gibt es eine Wesenheit, die Goethe nicht gesehen hat. Vielmehr sah er die Urpflanze als Idee. Er kam nicht zu dem von Steiner Erreichten – die Wesenheit zu sehen, die eigentlich die Pflanze darstellt. Diesen Übergang schaffte Goethe nicht. Hegel gelang es auch nicht, obwohl er über das höchste dialektische Denken verfügte. Das war das große Drama aller anderen Philosophen, z.B. Kants – zu wissen, dass es neben dieser Welt auch eine andere Welt gibt, die aber unerkennbar für sie blieb.

Nun werde ich Ihnen eine Zeichnung zeigen, die kompliziert und sehr bunt ist.

shema 1 - der rechtmäßige Weg zu Gott

Hier oben sehen Sie die drei Stufen unter dem Absoluten – Mahaparinirvana, Parinirvana und Nirvana. Unter ihnen liegt die Buddhi-Stufe, auf der sich die zwölf Bodhisattvas befinden. Es folgen das höhere Devachan, das niedere Devachan, der Astralplan und ganz unten ist die Stufe, auf der wir uns gegenwärtig befinden. Von 1 bis 7 erstreckt sich das große Manvantara, also die Manifestation und hier oben ist das Nichts. Wir haben die These, Antithese und Synthese, wir haben hier die Kontemplation, es folgen die Ideenwahrnehmung, die Individualisierung der Idee und die All-Einheit. Was haben alle Philosophen gemacht, was – Goethe und was – Steiner? Alle Philosophen arbeiteten mit These, Antithese und Synthese – das ist die Vergangenheit, die Dialektik. Zum ersten Mal ist Goethe zur Kontemplation übergegangen, um ins Nichts hinübertreten und eine Idee zu erlangen, die auf dem Weg der Kontemplation bzw. des Anschauens erlangen wird. Die Ideenwahrnehmung der Urpflanze erreichte Goethe bei seiner Beschäftigung mit der Pflanzenwelt. Stellen Sie sich diese Idee der Urpflanze wie einen Kopierer vor, in dem man alle möglichen Pflanzen kopieren kann. Goethe konnte zu dieser Idee, zu diesem Kopierer vorstoßen, der in keiner der Kopien enthalten ist, die aus ihm herauskommen. Es sind geistige Wesenheiten, die die Substanz im menschlichen Denken ausmachen und eine Willensnatur besitzen. Damit wir uns mit diesen geistigen Wesenheiten verbinden können, müssen wir den Willen in unser Denken hineinführen, um vom Vergangenen, das jeder beherrscht, über den kritischen Punkt zu gehen, der die Gegenwart, dieses jetzige Leben von uns ist, zu Wahrnehmungen der übersinnlichen Welt zu gelangen. Der Sinn der „Philosophie der Freiheit“ besteht nicht darin, dem Leser automatisch Imaginationen, Inspirationen und Intuitionen zu geben, sondern das wahre Fundament zu legen, auf dem er in einer absolut rechtmäßigen Art zu den wahren Imaginationen, Inspirationen und Intuitionen kommen kann. Aber bevor man das erreicht, kann man mit absoluter Glaubwürdigkeit von hier – aus dem Nichts, aus der Zukunft, die wir gestalten werden, Ideen empfangen. Diese Ideen werden genauso glaubwürdig sein, wie die Ergebnisse der offiziellen Wissenschaft, die experimentelle Forschung betreibt und auf dieser Grundlage die Rechtmäßigkeit von Sachverhalten beweist.

Diese Überlegungen werde ich mit meiner persönlichen Erfahrung veranschaulichen, damit sie vor Ihnen lebendig werden, sonst klingt alles unheimlich theoretisch. Was ist die These? Das ist der Anfang, stellen Sie sich z.B. den Vulkan vor. Bei mir kam eine solche These 1994 auf – diese Ereignisse habe ich in meinem Buch „Der Weg zum Ich“  beschrieben, nun werde ich sie geisteswissenschaftlich erklären, damit die Methode der „Philosophie der Freiheit“ in dem hier Erörterten deutlich wird und ich danach etwas anderes begründen kann. 1994 wurde ich vom Schicksal in ein Dreieck gezwängt, in dem drei Personen in einen Widerspruch geraten waren. Es galt, einen Ausweg aus diesem Widerspruch zu finden, der in dieser Welt entstanden war. Da sich der Widerspruch in dieser Welt ereignete, suchte ich in dieser Welt die Möglichkeiten seiner Lösung. Ich suchte nach allen möglichen Varianten zum Ausweg aus dieser Lebenssituation. Doch irgendwann habe ich begriffen, dass ich von dieser Welt kein einziges Mittel erhalten kann, mit dem dieses Problem, diese These gelöst werden konnte. In diesem Moment riss etwas tief in mir und ich begriff, dass die sichtbare Welt mit ihrer langen Evolution, in der wir mit unserem begrifflichen Denken leben, absolut machtlos ist. Die Welt ist genauso leer wie die Abbilder der Begriffe, die wir für die Dinge haben. Etwas riss in mir und ich sagte mich von dieser Welt los. Das ist ein tief persönlicher, wesentlicher Moment. Wenn man sich von dieser Welt lossagt, folgt die Antithese – die Frage, wer dann die Sache in Ordnung bringen kann. Die Alternative, die sie in Ordnung bringen kann, kommt aus der geistigen Welt. Die These ist radikal – die volle Lossagung von dieser Welt, danach folgt die radikale Antithese – die geistige Welt kann die Sache in Ordnung bringen. Diese Welt brauchen wir aber künftig – was werden wir sonst transformieren, wenn nicht die von den Göttern erschaffene Welt? Wenn man sich von dieser Welt lossagt, gibt es die Möglichkeit, in den Wald zu gehen und als Einsiedler zu leben. Die andere Variante ist Selbstmord zu begehen, da diese Welt keinen Sinn mehr für uns hat. Die These muss in der Synthese auf einer neuen, wieder zum Leben erweckten Stufe erscheinen. Das war die Ansicht, dass die geistige Welt die Sache in Ordnung bringen würde – und sie hat das tatsächlich getan. Dann kam die Synthese der beiden Ansichten und ich begriff, dass in dieser Welt das führende Prinzip die geistige Welt sein muss, was die physische Welt natürlicherweise nicht ausschließt. Das (die Lemniskate von 1 bis 3) ist eine dialektische Triade, die Triade der Vergangenheit. Jeder Mensch bedient sich dieser Triade, nur geht er nicht so kardinal aufs Ganze. Darin liegt das große Problem.

Danach beginnt eine andere Tätigkeit, eine andere dialektische Triade (die Lemniskate von 3 bis 5), in der der Übergang von der vorherigen Triade zu einer nächsten dialektischen Triade erfolgen soll. Das ist der Zeitpunkt, in dem wir uns befinden. Es muss das Anschauen vervollkommnet werden, was auch die Methode der „Philosophie der Freiheit“ ausmacht. Was bedeutet es, das Anschauen zu entwickeln? Hegel kam zum reinen Denken, in dem absolut nichts in seinem Gedanken von seiner subjektiven Einmischung beeinflusst wurde. Er ließ die Gedanken nacheinander wirken, sich in dialektische Triaden verbinden und seine einzige Aufgabe bestand darin, Begriffe für die Ideen zu prägen, die sich selbst innerhalb dieser dialektischen Triaden entwickeln. Alles blieb in Ideen, die aber in dieser Welt blieben, sie gingen nicht in die geistige Welt über. Hegel gelang es nicht, über das Anschauen zu gehen. Als er starb, starb mit seinem Gehirn das ganze Pantheon von Ideen, die in ihm enthalten waren. Nichts aus seinen Ideen konnte in die Zukunft hinübergehen, denn die Ideen hatten keine wahre Substanz in sich. Wir müssen die Frage beantworten, wie wir das hier (den Punkt 4) mit Substanz anreichern können. Es muss etwas sterben, damit etwas Neues entstehen kann – das hat Goethe mit seinem Satz „Stirb und werde“ zum Ausdruck gebracht. Wenn wir das dialektische Denken in früheren Leben richtig entwickelt haben, können wir in diesem Leben zum reinen Denken in unserem Bewusstsein übergehen, in dem uns nichts aus dem Organischen hindert. In einem bestimmten Augenblick, wenn unser Ich sich gefestigt hat, wird unser Denken mit Willen gesättigt. Der Wille wird zur Peripherie des Denkens. Damit wir zur Freiheit kommen, muss unser Wille zur Peripherie des Denkens werden. Dazu muss unser reflektierendes Denken, das Denken der leeren Abbilder, zurücktreten.  Das Herausholen des Willens selbst, das das Bewusstsein, das Denken erfassen soll, damit dieser Wille anders als bei der gewöhnlichen Triade ruhig bleibt, wird erreicht, indem man das, was das Nervensystem darstellt, vom Blutsystem trennt. Das ist sehr wichtigder Übergang vom Denken mit dem physischen Gehirn zum Denken mit dem Äthergehirn. Das Blutsystem durchblutet auch das Gehirn. Das Gehirn ist die Verkörperung des Nervensystems. Unser Denken wird, bildhaft ausgedrückt, im Gehirn entwickelt, obwohl es in Verbindung zum Ätherleib steht. Wenn wir den Willen im Blut beruhigt haben und er das Denken erfasst hat, wird  er führend. Das Blutsystem trennt sich vom Nervensystem ab, beide werden quasi voneinander unabhängig. In diesem Augenblick richtet sich der vorher durch das Ich gefestigte Wille nach vorn, nicht nach hinten. Mit diesem Willen im Denken wenden wir uns zu etwas hin, was jenseits der sichtbaren Welt liegt. Zu dieser Erscheinung wollten wir vorher schon eine Verbindung herstellen. Ich werde das wiederholen, denn das ist äußerst wichtig, das ist das Wesen der Frage.

Ich praktiziere das seit 15 Jahren und weiß, wie es praktisch wirkt. Deshalb erkläre ich auch die theoretischen Grundlagen. Wir sind in der materiellen Welt (Punkt 1), hier ist die grundlegende These. Aber diese Welt reicht uns nicht. Die materielle Welt stirbt in der geistigen Welt (Punkt 2) und beide werden gemeinsam wiederbelebt – als ich in die Kirche ging um zu beten, löste sich danach auf eine wundersame und für alle günstige Weise der Konflikt im Dreieck aus der These. Aber als ich in die Kirche ging (Punkt 2), bat ich: „Für alle Konfliktparteien soll es eine gute Lösung geben“. Das ist der Schlüssel. Wenn man in der dialektischen Triade der Vergangenheit verbleibt, gibt es immer das egoistische Bestreben, das persönliche Interesse unter Leugnung des fremden Interesses zu verteidigen. Die dialektische Triade aller Menschen im reflektierenden Denken, das wir jetzt haben, funktioniert nach diesem egoistischen Prinzip. Nur Gott, also die geistige Welt kann eine gute Lösung für alle finden. In dieser Triade befand ich mich noch in meinem niederen Ich, aber  schon auf dem Weg zum höheren Ich. Die Begegnung mit dem höheren Ich geschieht hier – in Punkt 4. Was bedeutet das höhere Ich?

Wir wollen auf die Ich-Frage genau eingehen, denn wir sagten, dass das Ich-bin ganz oben anfängt und bis zum tiefsten Punkt hallt. Als die Elohim in der lemurischen Zeit das Ich ausstrahlten, wurde es zu einer Gruppensubstanz. Das ist das höhere Ich der ganzen Menschheit. Unten konnte keiner von uns dieses Ich individualisieren. Es spiegelt zurück und wir kamen allmählich zum Erkennen unseres Ich-Selbstbewusstseins. Doch das ist das niedere Ich, dessen wir uns in der ersten dialektischen Triade bedienen. Die Frage ist, ob dieses Ich auf das höhere Ich ausgerichtet ist. Wie erhält man das individualisierte höhere Ich? Das Ich, das der Senkrechten entlang von oben nach unten stieg, ist das kosmische Christus-Ich. Wir haben also die folgende Konstellation: Af der einen Seite ist das kosmische Ich des Christus, der laut Beinsa Douno alle Lücken zwischen uns und Gott anfüllte, auf der anderen Seite ist das Gruppen-Ich der Menschheit, das von den Menschen immer noch nicht individualisiert ist. Eine Ausnahme bilden die hohen Eingeweihten. In jedem Menschen gibt es den Schatten dieses höheren Ich, das ist das niedere Ich, denn wir brauchen ein individualisiertes Selbstbewusstsein, um auf der Erde bestehen zu können. Unabhängig davon, wie niedrig dieses Ich ist, besitzt es eine gewisse Substanzialität, denn wenn das Gruppen-Ich, das höhere Ich unten reflektiert wird, verleiht es unserem niederen Ich ein eigenes Dasein. Wenn wir heute ‚Ich‘ sagen, so tun wir das zwar vom Standpunkt unseres niederen Ich, aber wir haben trotzdem eine Substanz, eine Erfahrung. Je mehr Wahrnehmungen wir aus dem Umfeld empfangen, desto mehr Erfahrungen sammeln wir. Dann kommt es zum Zeitpunkt, dass jeder von uns den Weg bahnen muss, um dieses höhere Gruppen-Ich zu individualisieren, damit es zu unserem individuellen höheren Ich wird. Das ist der Augenblick, in dem das Ich explodiert (Punkt 4). In dem Augenblick, als das bei mir geschah, stieg mein Ich auf der Senkrechten bis nach ganz oben und ich hatte das Erlebnis, das ich in meinem Buch mit ein paar Sätzen beschrieben habe: Ich bin nicht einfach gottgleich, ich bin Gott selbst. Das Explodieren des Ich ist ein absolut sakraler Augenblick, der in den Punkten 1 bis 4 vorbereitet wird. Das Explodieren des Ich führt zur Ideenwahrnehmung, die durch das Anschauen geschehen ist. Was stellt der Prozess in Punkt 4 dar, der zu diesem Ergebnis führt?

Als ich diese Etappe erreichte, kaufte ich mir das Buch „Das Vermächtnis des heiligen Johannes“ von Juan Josè Benítez. Steiner hatte mit 21 Jahren ein ähnliches Erlebnis, aber nicht das Gleiche. Mit 21 Jahren wird das Ich geboren, nachdem die drei Leiber bereits ausgebildet sind. Steiner fand Schellings Buch und sein Erlebnis war, dass er ein Ich hat, welches verschiedene Inkarnationen durchmacht und eigentlich unzerstörbar wird. Das ist nicht das Explodieren des Ich, sondern die Geburt seines Evolutions-Ich, mit dem man die Inkarnationen durchlebt. Das passierte bei mir gegen Ende der Periode der Bewusstseinsseele. Das Explodieren des Ich muss in der Bewusstseinsseele geschehen, im höchsten Teil der Seele. Das kann nur dann geschehen, wenn man diesen Weg zurückgelegt hat. Wenn diese Seele ausgebildet ist, öffnet sie sich und das Ich explodiert. Aber man muss sich auf den Weg dazu gemacht haben. Das passiert bei jedem Menschen individuell, wenn es überhaupt in diesem Leben dazu kommt. Bei mir geschah das durch dieses Buch. Sie können die Parallele zu Steiner sehen. Als ich das besagte Buch zum ersten Mal aufschlug, hat es mich überhaupt nicht beeindruckt. Dann hat mich Christo Madscharov einmal gefragt, was ich von Benítez‘ Buch halte. Ich gab zur Antwort, dass die ersten Seiten mich nicht überzeugten und ich das Buch zur Seite gelegt habe. Aber der Knopf wurde bereits betätigt und als ich das Buch später zu lesen begann, erlebte ich einen inneren Sturm. Dieses Buch erhebt einen in das absolute Endlose, über alles Irdische, zumindest hatte es auf mich eine solche Wirkung. Es kann sein, dass es jemand anderer davon nicht berührt wird, denn jeder hat seinen eigenen Auslösemoment. Ich erlebte eine absolute Endlosigkeit, reines Denken, spürte, das sich der Wille erhebt – und das bevor ich überhaupt zum Lesen anthroposophischer Literatur kam. Alles wird in den früheren Inkarnationen vorbereitet, es geschieht nichts zufällig und es kann nicht in einer einzigen Inkarnation zustande kommen.

Das Denken ist konzentriert, der Wille ist herausgekehrt und erfasst das Denken. Es kommt zu einer Lockerung zwischen dem Ätherleib und dem physischen Leib, zwischen dem Äthergehirn und dem physischen Gehirn. Aber das alles muss unter voller Kontrolle erfolgen, sonst kommt es zu psychischen Störungen. Wir müssen den Prozess kontrollieren, denn die These (in diesem Fall mein Lossagen von der physischen Welt) wird zwar in der Synthese mit der geistigen Welt neu erweckt, aber es folgt ein neues Sinken, ein neuer Absturz. Um nicht zu verschwinden oder verrückt zu werden, muss das Ich vorher gefestigt werden, damit es den erneuerten Hinunterstieg der These stützen kann. Nach dem Hinuntersteigen und Erheben (1-3) folgt ein neuer Hinunterstieg (4) und dann erstreckt sich der Wille nach vorne ins Nichts. Er hat sich im Blut beruhigt und das Denken erfasst, das Denken ist rein und wird von nichts Organisches in uns gestreift.

Das Praktizieren der  Kontemplation ist der Schwerpunkt der Methode Steiners und der Kern der „Philosophie der Freiheit“. Dann „streckt sich“ der Wille nach vorne ins Nichts. Links auf der Zeichnung ist die erschaffene Welt und rechts ist die Zukunft, die wir noch schaffen werden. Wir müssen eine siebenstufige Metamorphose unseres Denkens vornehmen. Das ist die große Aufgabe, die uns bevorsteht – die siebenstufige Metamorphose des Bewusstseins, die alles Alte enthält, das Anschauen praktiziert und die Fühler in die Zukunft ausstreckt, um neue Wahrnehmungen von Ideen, neue Offenbarungsarten zu empfangen, welche Wesenheiten sind, die sich auch in der manifestierten Welt befinden. Das, was ich sage, befindet sich auf einer höchsten ideellen Stufe, aber zukünftig werden wir die Kraft haben, das Beschriebene zu tun, indem wir die Materie dematerialisieren und umwandeln, um den zukünftigen geistigen Jupiter aufzubauen und die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe zu werden. Sehen Sie, wie sich die Schöpfung entfaltet: Hier ganz oben ist die Eins, das Absolute, unter dem sich die Dreifaltigkeit des Vaters, Sohnes und des Heiligen Geistes befindet. Unter ihr ist die Sieben. Wir sind ganz unten – in der Null, im Nichts, in den leeren Abbildern, denn das reflektierende Denken ist leer, es geschieht in Abbildern ohne Substanz. Diese Leere begann mit der Zeit Aristoteles‘, nun erleben wir ihren Höhepunkt. Alle Menschen erzeugen leere Luftballons bzw. astralische Wesenheiten, die wertlose Schatten sind.

Was wird durch die siebenstufige Metamorphose erreicht? Das ist es, was Goethe mit der Pflanze tat, indem er ihre sieben Entwicklungsetappen verfolgte. Das müssen wir als eine siebenstufige Metamorphose unseres Denkens vornehmen und dadurch das Fundament für Imaginationen, Inspirationen und Intuitionen legen. So können wir sicher sein, dass alles, was wir an Ideen erhalten, wahr ist. Die „Philosophie der Freiheit“ ist eine Zwischenstufe zwischen dem Bilderbewusstsein und den Stufen der Imagination, Inspiration und Intuition. Man muss diese sieben Stufen zurücklegen, um das von Steiner Beschriebene zu erreichen.

Bisher habe ich das an mir selbst veranschaulicht. Nun werde ich an meinem Beispiel zeigen, was weiter geschieht. Denn das Explodieren des Ich führt immer zu einem Ergebnis. Das Anschauen geschieht hier, in Punkt 4. In diesem Augenblick ist der Wille in meinem Denken ruhig, das Nervensystem ist vom Blutsystem getrennt, es erfolgt der Übergang vom physischen zum Äthergehirn und der Wille streckt sich nach vorn. Nicht das Denken, das bleibt auf dem zweiten Plan, sondern der Wille streckt sich nach vorn und aus dieser Richtung wird etwas hervorgebracht. Welche Idee habe ich „herausgezogen“, welche Ideenwahrnehmung war das? Ich betrachte eine Pflanze oder ein Buch, irgendein Objekt. In der „Philosophie der Freiheit“ ist die Ideenwahrnehmung das Objekt. Wenn ich etwa diese Steckdosenleiste hier sehe, ist sie das Objekt, die Wahrnehmung, ich bin der Begriff, das Denken, und sie ist die Wahrnehmung. So heißt das Objekt, es ist die Wahrnehmung. Ich muss etwas zu mir herziehen, damit wir uns auf dem Feld meines Bewusstseins begegnen. Was habe ich hergezogen? Das höhere Ich. In diesem Moment geschah die Individualisierung des Gruppen-Ich der Elohim, das der ganzen Menschheit gehört und es wurde zu meinem individuellen Ich. Aber das ist nicht mein niederes Ich, welches noch nicht verschwunden ist. Im Gegenteil – das niedere Ich wird noch längere Zeit im Verschwinden begriffen sein. Man kann jedoch schon parallel mit dem höheren Ich arbeiten, während das niedere Ich die Phase des „Stirb und werde“ durchläuft. D.h. es kann sich opfern („stirb“) und dann kommen schon Offenbarungen aus der geistigen Welt („werde“). Durch dieses fundamentale Erlebnis wurde mein höheres Ich geboren. Es schießt mich empor, auch die Weltidee war daran beteiligt. Die Eins ist bis zur Null heruntergestiegen. Oben ist die Eins, unten ist die Null. Wir müssen den Boden, also die Null mit der Eins verbinden und die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe bilden. Man wird frei, wenn man von unten durch das individualisierte höhere Ich aus der Substanz des Gruppen-Ich von den Elohim emporgeschossen wird und aus dem Pralaya die Freiheit nimmt. Der Impuls zur Freiheit wird aus dem Pralaya geholt, auch der Impuls zur Liebe. Niemand kann zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe werden, wenn er nicht die Individualisierung seines Ich vom Gruppen-Ich der Elohim erreicht hat. Darin besteht das Wesen des Ganzen. Hier unten haben wir nicht einfach das Denken, sondern das Anschauen, bei dem sich der Wille streckt und das Ich vom Willen erfüllt wird. Alles, was hier an Ideen existiert, sind Willenswesenheiten, gedankliche Willenswesenheiten. Diese kann man nicht mit seinen Gedanken mitnehmen. Man muss sie mit seinem Willen herziehen, und mit dem Denken wird alles in diesem Moment bewusst gemacht, denn es befindet sich in reinem Zustand und begreift alles. Das ist ein besonderer Zustand.

Von 3 bis 5 haben wir die andere dialektische Triade. Hier gibt es bereits das höhere Ich und wir haben Ideenwahrnehmungen. Wir benutzen das reflektierende Denken und gleichzeitig können wir uns nach vorne strecken und zur Ideenwahrnehmung übergehen. Es wird der Übergang von der ersten zur zweiten dialektischen Triade unternommen. Wenn wir zur Ideenwahrnehmung kommen, muss diese im Menschen individualisiert werden, d.h. das höhere Ich muss nach seinem Explodieren individualisiert werden. Wie geschieht das? Was hat es in mir hervorgerufen, denn all das bewirkt etwas? Bei mir resultierte das in der Ansicht, dass heutzutage niemand etwas von Christus versteht. Zu diesem Schluss kam ich, nachdem ich mich mit Menschen aus den verschiedensten spirituellen Richtungen, mit Vortragenden aus dem Ausland, mit Vertretern mannigfaltiger Gemeinschaften unterhalten hatte. Nach meinem Erlebnis, dass ich Gott selbst bin, habe ich überall die Frage nach Christus gestellt und wurde ausnahmslos mit einem oberflächlichen oder falschen Christus-Verständnis konfrontiert. Das Ich, das auf der Christus-Leiter emporgeschossen wird, gibt einem die Überzeugung, dass man Gott selbst ist. Daran hat man keinen Zweifel. Das, was Christus sagt – „Ich und der Vater sind eins“ -,  ist eigentlich das Explodieren des Ich. Das, was Christus sagte, habe ich erlebt. Was die Menschen im Evangelium lesen, habe ich wirklich erlebt. Also muss die Ideenwahrnehmung individualisiert werden, bei mir war das die Auffassung, dass kein Mensch ein der heutigen Zeit angemessenes  Christus-Verständnis hat. Was könnte man tun? Nachdem ich mir diese Frage gestellt hatte, kam allmählich die Antwort: Es muss eine Synthese der beiden Impulse unternommen werden – der Anthroposophie und des Bodhisattva Beinsa Dounos. Diese Synthese beider Impulse stellt eine Individualisierung der Idee dar, durch die sich Christus heute den Menschen in rechter Weise darstellen lässt, was am Ende zur All-Einheit führt.

Hier sehen Sie eine andere Triade – 5-6-7, die nur im oberen Spektrum besteht. Auf dem höheren Plan gibt es eine Lemniskate zwischen der These und der All-Einheit (1-7). Zwischen der Antithese und der Individualisierung der Idee (2-6) gibt es eine andere Lemniskate und zwischen der Synthese und der Ideenwahrnehmung – eine dritte (3-5). Die Synthese in Punkt 5 muss anders erlebt werden. In Punkt 3 bestand die Synthese darin, dass die geistige Welt alle Probleme in der materiellen Welt löst. In der neuen Synthese geht es darum, dass mein Ich das neue Dasein schaffen und die materielle Welt umwandeln wird, anstatt nur auf den Eingriff der geistigen Welt zu hoffen. Das Erlebnis erscheint auf einer neuen, höheren Stufe. Die All-Einheit habe ich vor der Oper in Varna erlebt und von diesem Erlebnis war schon mehrmals die Rede. Nach dem Beginn der Arbeit an der Synthese der beiden Impulse wurde 2007 der Zyklus der 28 Vorlesungen abgeschlossen. Damals habe ich erklärt, dass der neue Impuls ausgestrahlt ist und dann kam auch das Erlebnis vor der Oper – dass alle Wesenheiten im Kosmos in der Liebe des Sohnes, des Christus leben, die sich wegen Seines Opfers auf Golgatha von der Liebe des Vaters unterscheidet. In der „Philosophie der Freiheit“ sprach Steiner über die ‚moralische Intuition, moralische Phantasie und moralische Technik’. Diese Ideenwahrnehmung ist nämlich die moralische Intuition. Bei jedem kann das in einer spezifischen Weise geschehen, wenn das anschauende Denken praktiziert wird. Die Individualisierung der Idee ist die moralische Phantasie, man muss also moralische Phantasie haben, um die Ideenwahrnehmung individualisieren zu können, die Steiner ‚moralische Intuition‘ nennt. Erst wenn man die Idee hat, bringt die Phantasie die Art und Weise zustande, wie man sie verwirklichen kann. Dann wird auch die All-Einheit erlebt. Sehen Sie, wie sich die These – das Lossagen von der materiellen Welt, in der ich mich befand, nach dem Ausweg suchte und zum Schluss kam, dass ich ihn dort nicht finde – , zur höchsten Stufe erhoben hat (1-7). Der ganze Kosmos, den wir von nun an erschaffen werden, lebt in der Christus-Liebe und wir können die ursprüngliche These – die materielle Welt – nicht eliminieren, denn wir müssen sie transformieren und in den neuen Kosmos verwandeln.

Nun stehen wir an der Schwelle der Artumwandlung. Sie bedeutet Folgendes: Heutzutage unterscheidet sich der Mensch, der mit seinem höheren Ich in der zweiten Triade zu arbeiten beginnt (3-4-5), von dem Menschen, der nur sein reflektierendes Denken anwendet, so stark, wie der Mensch des reflektierenden Denkens sich vom Neandertaler unterscheidet. Das was Sokrates, Plato und Aristoteles unter enormer Anstrengung geleistet haben, war für ihre Zeitgenossen unmöglich, denn es stellte eine totale Wandlung dar. Nun stehen wir an der Schwelle einer ähnlichen totalen Wandlung im Denken, die durch dessen siebenstufige Metamorphose zustande kommt. Das alles bringt zwar keine Imagination, Inspiration und Intuition mit sich, aber sowohl die Ideenwahrnehmung als auch die Individualisierung der Idee oder die All-Einheit tragen in bestimmten Augenblicken das Imaginative, Inspirative und Intuitive. In einer meiner früheren Vorlesungen habe ich die Offenbarung mitgeteilt, dass immer wenn etwas als Imagination oder Inspiration bzw. als die Kombination der beiden kommt, unbedingt auch die Intuition kommen muss, um die Glaubwürdigkeit der Offenbarung zu besiegeln. Die Ideenwahrnehmung, die das höhere Ich erlangt hat, nennt Steiner eine ‚moralische Intuition’. Die Intuition ist das Verfahren, durch das man den Weg dorthin bahnen kann. Das Denken muss eine Intuition besitzen und der Wille ist das Mittel, das uns mit dem verbindet, was uns gegenüber kommt. Der ganze Kosmos auf der rechten Seite der senkrechten Linie war leer – es war eine vollständige Reinheit und Leere. Als ein nacktes Ich, mit einem aufgeopferten niederen Ich muss man dorthin einzugehen, um alles, was sich links der senkrechten Linie befindet, umzuwandeln: den alten Mond in den Jupiter (3-5), die alte Sonne in die Venus (2-6) und den alten Saturn in den Vulkan (1-7). Es steht uns bevor, unsere Wesensglieder mit Geist zu erfüllen. Der physische, ätherische und astralische Leib müssen zu Manas, Buddhi und Atma werden. Unser Ich muss auch mit Geist durchzogen werden. Welchen Geist meine ich? Unser niederes Ich muss vom individualisierten Geist durchzogen werden, der unser höheres Ich ist, das aus der Elohimsubstanz besteht. Dann wird man zu einem Wesen, das mit seinem höheren Ich an der Umwandlung des niederen Ich arbeitet. Dies führt gleichzeitig zu einer Seelenumwandlung. Zuerst wird die  Bewusstseinsseele in eine imaginative umgewandelt und parallel dazu beginnt die Arbeit an den Leibern.

Wäre Christus nicht gekommen, um die Kraft zu dieser Transformation zu geben, hätten wir heutzutage nicht diese Kraft in uns gefunden. Sie muss in uns, nicht außerhalb von uns gesucht werden. Die absolute Freiheit bedeutet, dass keine Autorität mehr Bedeutung für uns hat, sondern nur das wichtig ist, was in diesem Augenblick getan werden soll. Also nicht die zehn Gebote, nicht das Kriterium der gängigen menschlichen Meinungen oder Handlungen, nicht mal die Art, wie Christus gehandelt hat, als Еr auf der Erde wandelte. All das schränkt nur ein. Für uns hat nur das, was wir in diesem Augenblick tun müssen, eine absolute Bedeutung. Nur das ist die wahre Freiheit. Das Buch Steiners heißt „Philosophie der Freiheit“, dort befasst er sich mit dem Prozess der Entstehung der Freiheit. Darum geht es auch mir. Der Freiheitsimpuls muss aus dem Pralaya genommen werden, aus dem Nichts, damit man im Nichts arbeiten kann, denn für uns ist das Pralaya nun das hier – 4-7. Wie war es bisher: Oben war das Pralaya und alles, was sich nach unten entfaltete, existierte aufgrund der Gesetze aus dem Pralaya. Dort wurden die Gesetze geprägt, die sich im Dasein als Naturgesetze und als die ganze erschaffene Welt manifestieren. Indem Christus herabstieg und das Golgatha erlebte, holte Er das Pralaya herunter. Nun können wir in Ihm die moralischen Motive unserer Handlungen finden. Die Wandlung im Denken ist die eine Seite und die Moral ist die andere, das sind die beiden Antagonisten. Das war ein großes Problem in der griechischen Kultur – es gab die große Erkenntnis und eine extreme Unmoralität, da die Menschen in ihrem Inneren nicht die Stütze für die Moralität finden konnten. Das war das große Drama, dessen Lösung Steiner im 20. Jahrhundert anbot, indem er diesen Weg des Denkens bahnte.

Nun reden wir über den Heiligen Impuls und ich vertrete die Ansicht, dass er dieser Transformation zugrunde gelegt wurde. Das geschah nicht durch Steiner, sondern an der Wende zum 21. Jahrhundert. Dazu waren sieben Jahre notwendig, es entspricht also dem Weltrhythmus. Der Kern der Anthroposophie, ihre Methode, besteht darin, uns frei zu machen, unser Denken zu metamorphosieren, so dass wir zu einem neuen Denken übergehen. Die Anthroposophie macht uns frei. Steiner zeigte uns die ganze majestätische Größe der himmlischen Welten und das ist die Frucht seiner Methode, die er danach durch spezielle Übungen (z.B. die Übungen im dem Buch „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“) in wahre Imaginationen, Inspirationen und Intuitionen vervollkommnet hat. Hier reden wir nicht von Imaginationen, Inspirationen und Intuitionen, sondern von der Vorbereitung auf die Imaginationen, Inspirationen und Intuitionen, von einer absolut festen Grundlage für sie, die ihre Richtigkeit gewährleisten kann. Wenn das nicht praktiziert wird, kann man kein anderes Fundament legen. Das ist eine Stufe der Selbsteinweihung. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts überschreitet die ganze Menschheit kollektiv die Schwelle. Wenn das ohne das metamorphosierte Denken und das Bewusstsein geschieht, verwandelt sich die Logik, deren eiserne Gesetze Aristoteles am eigenen Rücken erfahren hat, in Halluzinationen.

Es gibt es viele Wege, die in die übersinnliche Welt führen und jede spirituelle Schule erhebt den Anspruch, die richtige zu sein. Doch bei jemandem, der nicht den hier beschriebenen Weg praktiziert, sondern einen anderen, geht die Logik nicht in imaginative Logik über – die Transformation des Denkens führt auch zur Transformation der Logik. Die mit dem reflektierenden Denken zusammenhängende Logik beginnt auch imaginativ zu werden. Das führt zu einer totalen Wandlung in der körperlichen, seelischen und geistigen Konstitution des Menschen. Das Hauptmittel zu dieser Wandlung ist das Ich.  Dieses Ich-bin ist das systembildende Element. Es wurde vom Absoluten und vom Vatergott ausgestrahlt und es hallt quer durch alle Stufen. Als in mir das Ich explodierte, wurde dieses „Ich bin“ emporgeschossen und die Null und die Eins kamen zusammen. Das sind die Anfänge der zehnten Hierarchie, womit ich nicht behaupten würde, zur zehnten Hierarchie zu gehören, aber auf diesem Wege kommt man dazu. Dann geht man von der Gattung des Menschen zum individuellen Menschen über. Wer das praktiziert, wird eine Menschenart für sich sein. Er sondert sich von der restlichen Menschheit des reflektierenden Denkens ab und wird zu einer neuen Menschenart.

Es folgt nun die Frage: wo ist Beinsa Dounos Platz hier? „Die Philosophie der Freiheit“ und die Anthroposophie machen uns zu freien Menschen – von Homo erectus wurden wir zu Homo sapiens, nun werden wir zu freien Menschen (Homo liber). Aber die Moralität, die sonst in der Anthroposophie anwesend ist, kommt von Beinsa Douno. Er hält den Schlüssel zur rechtmäßigen Vereinigung der Freiheit mit der Moralität. Dadurch wird man von einem Homo sapiens nicht zum Homo liber, sondern zum Homo magneticus, man wird zum weißen Magier. Die Synthese und das Erleben der All-Einheit führen dazu, dass man die ersten Schritte auf den Homo magneticus zu macht. Das ist das Unterschiedliche im Vergleich zur Anthroposophie. Deshalb hatte Michael durch Steiner gesagt, dass es am Ende des Jahrhunderts einen geheiligten Impuls zur weiteren Entwicklung des geistigen Lebens der Erde geben wird. Dieser Impuls ist für das ganze Leben der Menschheit gedeihlich, denn wenn das geistige Leben der Menschheit, welches sein Fundament darstellt, nicht geheilt wird, bricht alles andere zusammen. Hier an der Seite steht ‚Vergangenheit’, unten ist die Gegenwart und alles auf der rechten Seite ist die Zukunft. Das Spiegelbild, das das Bewusstsein jedes Menschen benutzt und leere Abbilder hervorbringt, und die Ideenwahrnehmung, die das Neue ist, kreuzen sich hier unten. Was bringen das reflektierende und das umgewandelte Denken hervor? In beiden Fällen wird etwas auf dem Astralplan hervorgebracht. Aber beim reflektierenden Denken entsteht der leere Schatten einer astralen Bildung, die sich sofort in der Astralwelt auflöst. Wenn man sich des siebenstufigen morphologischen Denkens bedient, das Steiner ‚michaelisches Denken’ nennt, folgt man den Entwicklungsetappen von etwas Lebendigem. Dieses Denken durchläuft sieben Stufen und ist in dieser Hinsicht dem Getreidekorn ähnlich, das durch sieben Stufen geht, um auf einer neuen Stufe wiedergeboren zu werden. Es liegt daran, dass das Denken belebt werden muss, um in Kontakt mit etwas Lebendigem jenseits der Schwelle zu treten. Wenn man sich des toten, abstrakten Denkens bedient, ist das unmöglich. Den lebendigen Wesenheiten kann man nicht das reflektierende Denken anbieten, da dieses Denken für sie keinen Wert besitzt. Sie können es gar nicht bemerken, es existiert für sie nicht. Dieses Denken ruft die Prozesse der Salzabsonderung im Blut und der Phosphorbildung im Nervensystem hervor. Es gibt Wesenheiten, von denen der Mensch nicht weiß, die aber während er schläft, das entstandene Salz abbauen. Anderenfalls wäre unser Kopf durch das alleinige Praktizieren des reflektierenden Denkens von Salz verstopft. Wenn man zum Denken mit dem Äthergehirn übergeht, werden solche Salze beim Denken nicht abgesondert, vielmehr wird das Denken selbst ätherisiert. In der griechischen Kulturepoche musste der Übergang vom bildhaften zum reflektierenden Denken stattfinden, nun müssen wir vom sinnlichen wieder zum bildhaften, imaginativen Denken übergehen, aber diesmal mit einem Ich, das sich selbst erkannt hat. Am ungefährlichsten geschieht das, wenn man das höhere Ich individualisiert hat. Dann kann man ohne Gefahr ins Unbekannte eintreten. Wenn man sich auf diesen Pfad nach oben begibt, muss man den Göttern Wahrheit und Liebe von unten anbieten. Stellen Sie sich das Pentagramm Beinsa Dounos vor:

Pentagramm

Wenn die Zeit kommt, in die Pentagrammstrahlen einzutreten, nachdem man erfolgreich dorthin gelangt ist, ist der erste Strahl, dem man entlang geht, die Wahrheit. Die Liebe zur Wahrheit führt uns von unten. Danach folgt der Strahl der Gerechtigkeit und man beginnt, den Platz jedes Menschen zu begreifen, der uns im Leben begegnet. Um in die Strahlen des Pentagramms einzutreten, ist Arbeit am Ätherleib notwendig. Wir wollen hier erläutern, was das bedeutet. Steiner warnte unmissverständlich vor der Öffnung des Herzchakras. Heutzutage beginnt jeder Guru, der nach Bulgarien kommt, seine Ausführungen immer mit der Erklärung, wie man das Herzchakra entwickeln soll. Das ist der absolute Gegensatz zu dem, was wir zu tun haben, der  einen subjektiven Mystizismus bewirkt, welcher ein subjektives Gefühl in die geistige Welt hineinführt. Das dürfen wir nicht tun! In der Substanz des Denkens steht der Mensch über jeglichem Subjekt, über jeglichen Ideen oder Begriffen. Das Denken ist reine Substanz, geistige Substanz. Der Mensch individualisiert sein Denken und verleiht ihm wegen der Gefühle, die er hat, einen individuellen Charakter. Unsere Seele steht laut Steiner zwischen der begrifflichen und der charakterologischen Grundlage steht. Die begriffliche Grundlage enthält nur die reinen Ideen und in die charakterologische Grundlage bringt man eine persönliche Einfärbung hinein. Zwischen beiden Grundlagen der Seele muss Harmonie herrschen. Wenn man ein gefestigtes Ich, Moralität und geistige Ich-Kraft besitzt, kann man alle in seinem Inneren verbinden, so dass sie im Augenblick der Offenbarung auf die möglichst richtige Art zusammenkommen. Der Wille hat seinen „Fühler“ vorgestreckt, und mit ihm „holt man sich“ die Offenbarung. Die Offenbarung kommt immer als Erleuchtung und da das niedere Ich in einem hohen Maße in uns präsent ist, wird sie in uns als Dankbarkeit individualisiert und es fließen Tränen. Bei jeder Offenbarung fließen die Tränen. Von der Intensität der aufgenommenen Idee, von der Substanz der Idee und der Wesenheit, die uns ihr Wesen offenbart, hängen die Intensität und die Manifestation der Gefühle in uns ab. Danach darf man über diese Idee sprechen. Deshalb sagte auch Steiner, dass alles, was er in der Anthroposophie erörtert, die Frucht seiner persönlichen Erfahrung ist. Viele Sachen in meinen Vorträgen sind die Frucht der persönlichen Erfahrung Steiners, aber ich berichte auch über das, was als meine persönliche Erfahrung geschehen ist, d.h. wie man das macht, was in diesem Moment von uns Menschen verlangt wird. Wenn bei uns im Akt der Kontemplation eine Trennung des Blutsystems vom Nervensystem beginnt, kann man zu jeder Idee kommen. Auch Goethe ist durch das anschauende Denken und das Folgen der siebenstufigen Metamorphose zur Idee der Urpflanze gekommen. Bei der Trennung von Blut- und Nervensystem beginnt also die Lösung des Ätherkopfes vom physischen Kopf und etwa 30 cm von diesem entfernt wird ein vorübergehendes Zentrum der Ätherkräfte gebildet. Das sage ich natürlich unter Vorbehalt. Sehen Sie, die 60 Meilen, die Parzival zurücklegen musste, als er zum zweiten Mal in die Gralsburg durch den dichten Nebel kam, um Amfortas’ Wunde zu heilen, bestehen nicht auf dem physischen, sondern auf dem übersinnlichen Plan. Die Gralsburg wurde zwar im Berg Monsalvat in den Pyrenäen lokalisiert, aber sie bestand nicht auf dem physischen, sondern auf dem übersinnlichen Plan. In unserer Zeit war Amfortas als der Anthroposoph Sergej Prokofieff inkarniert, diese Offenbarung habe ich in einer früheren Vorlesung begründet. So sind auch diese 30 cm übersinnlich, über die Steiner sagte, dass beim anschauenden Denken eine Entfernung des Ätherkopfes vom physischen Kopf um etwa 30 cm beginnt. Diese Stelle wird zum ersten, ursprünglichen Zentrum der Ätherkräfte.

Warum ist die besprochene Methode die richtige? Im Pentagramm des Meisters Beinsa Douno stellt das, was außerhalb des Pentagramms ist, unseren Aufenthalt im Astralen dar, in den Leidenschaften, die bereinigt werden müssen. So kann die Umwandlung des Ätherleibes beginnen, wenn man dem den ersten Strahl der Selbsteinweihung, des Schulungsweges besteigt. „Das Testament der farbigen Lichtstrahlen“, das Beinsa Dounos zusammengestellt hat, ist eine Methode für die Arbeit am Ätherleib, nicht am Astralleib. Am Astralleib, also an den eigenen Fehlern, muss jeder arbeiten, um sie allmählich zu beseitigen. Wenn die Kontemplation praktiziert wird, beginnt die Abtrennung des Ätherleibes. Es wird das Zentrum über dem Kopf ausgebildet, das Steiner das ‚Ätherherz’ nennt.

Wenn vom ‚Ätherherz’ die Rede ist, denken die Menschen, dass es sich in der Gegend des physischen Herzens befindet. Unser physisches Herz ist auf der linken Seite und das Ätherherz – auf der rechten Seite. Es geht überhaupt nicht um dieses Ätherherz, geschweige denn über das physische Herz. Ja, die Arbeit am physischen Herzen als Mitgefühl, Verständnis für die Mitmenschen und Moralität  ist unerlässlich. Sie trägt zur Bereicherung des Astralleibes bei. Wenn man aber beginnt, das anschauende Denken zu praktizieren – diese wichtigste vierte Stufe der siebenstufigen Metamorphose des Denkens -, beginnt die Lockerung der Verbindung zwischen dem physischen und dem Ätherleib und es wird dieses vorübergehende Zentrum gebildet. Je mehr man die Hegelsche Dialektik in der Art benutzt, die er vorgeführt hat und den Übergang zum anschauenden Denken schafft, desto aktiver wird dieses besondere Ätherherz, dieses ätherische Zentrum. Die Ansichten erfahren dann eine radikale Änderung, man gewinnt eine geistige Ansicht der Ereignisse. Das wird äußerst intensiv durch die historische Symptomatologie trainiert, die eine sehr genaue Methode zur Ausbildung dieses vorübergehenden ätherischen Zentrums bietet. Immer, wenn wir die aktuellen Ereignisse der Gegenwart besprechen, beginne ich, die geistigen Untergrundlagen zu erfassen und auf diese Weise die Dinge zu beleuchten. Da der Mensch bereits seit 2500 Jahren an der Ausbildung des reflektierenden Denkens arbeitet, besitzt dieses Denken die besondere Kraft, uns augenblicklich hinunterzureißen. Man beginnt sofort reflektierend zu denken. Außerordentlich selten trifft man auf Menschen, die sofort kontemplativ zu denken beginnen. Nur durch dieses Denken kann man aber alles begreifen, nur so kann einem das Phänomen eines bestimmten Krieges offenbart werden. Niemals kann das geschehen, wenn man auf die alte Art arbeitet. Das ist äußerst wichtig und es trifft auf großen Widerstand. Sie haben auf der Konferenz „Die Seele Europas“ miterlebt, wie Dimitar Dimtschev das, was ich jetzt erläutere, und seit Jahren praktiziere, zur ‚geistigen Schatzgräberei’ erklärt hat. Ich praktiziere die Methode Steiners, die den Kern der „Philosophie der Freiheit“ ausmacht und das absolute Fundament zum richtigen Vordringen ist. Diese wird als ‚geistige Schatzgräberei’ bezeichnet, wobei nicht berücksichtigt wird, dass alles Neue, worüber ich berichte, die Frucht meiner intensiven Anstrengungen ist. Steiner sagte auch, dass wir derlei intensive denkerische Anstrengungen unternehmen sollten, als hätten wir jahrelang schwere körperliche Arbeit geleistet. Ich bin sowohl geistig als auch körperlich tätig gewesen.  Vor einiger Zeit haben Filip Filipov und die hinter ihm stehenden Leiter der „Weißen Bruderschaft“ in Varna die Synthese der beiden Impulse, die eine Individualisierung des höheren Ich und die anschließende Schöpfung der All-Einheit ist, was den wahren Heiligen Impuls ausmacht, zum ‚Frankensteinertum’ erklärt. Sie werden die Parallelen feststellen können: Als Sokrates, Plato und Aristoteles jene Metamorphose zum Äußeren, zum Begrifflichen unternahmen, wurden sie vergiftet. Es gab großen Widerstand von denjenigen, die das Monopol über den damaligen Status quo für sich beansprucht haben. Nun bilden die „Weiße Bruderschaft“ und die Anthroposophische Gesellschaft den Status quo. Diejenigen, die die bekanntesten und angeblich die erhabensten Vertreter der Spiritualität sind, werden zu Hauptfeinden dessen, was ich darlege. Dimo Daskalov – der erste, der die Bücher Steiners noch während der kommunistischen Zeit heimlich übersetzte – gab alle seine Übersetzungen, die das Produkt seines ganzen bewussten Lebens darstellen, nicht seinem Sohn, sondern Dimitar Dimtschev. Ausgerechnet dieser Mann hat die „Philosophie der Freiheit“ und das, was ich praktiziere, für ‚geistige Schatzgräberei’erklärt. Diejenigen, die Sokrates vernichtet haben, sind heute in diesen spirituellen Gesellschaften und treiben das Gleiche. Das, was geschieht, ist eine Artumwandlung des Menschen, man wird zu einem anderen Menschen, der sich komplett von seinen Zeitgenossen unterscheidet, die an ihm auf der Straße vorbeigehen und die eventuell in ihren zukünftigen Leben am Erreichen des gleichen,  ihnen heute noch unbekannten Ziels arbeiten werden. Es ist klar, dass so etwas den Widerstand der dunklen Mächte hervorruft. Die Menschen bemerken nie eine solche gigantische Umwandlung, aber die Widersachermächte bemerken sie sofort, da sie eine Gefahr für sie darstellt. Sie wirken durch diejenigen, die das Monopol auf die Geistigkeit beanspruchen. Wir haben hier zärtliche Pflanzen, die sehr delikat aufgezogen werden sollten, denn ohne den Schutz von oben könnte der Keimling zertreten werden und alle dunklen Mächte würden auf seinem Grab tanzen.

Das Ätherherz ist ein vorläufiges Zentrum des Ätherleibes und diese 30 geistigen Zentimeter müssen Sie sich in unserer räumlich-zeitlichen Dimension vorstellen. Im Überwinden der 30 cm, die das physische Gehirn von diesem vorläufigen Zentrum trennen, liegen die Zukunft der Menschheit und die ganze Tragödie der heutigen Zivilisation. Wenn man dieses Zentrum unter seine Kontrolle gebracht hat, öffnet sich die zweiblättrige Lotusblüte zwischen den Augen und es wird das lebendigere, bewegliche und sich von äußeren Eindrücken befreiende Denken freigelegt. Danach ist die sechzehnblättrige Lotusblüte im Bereich des Kehlkopfes dran, mit deren Hilfe wir die Fähigkeit erlangen, selbst die Lage unseres Ätherleibes zu bestimmen, manche seiner Ströme und Bewegungen zu steuern und mit dem Wort zu wirken. Durch das Wort, durch meine Rede aktiviere ich die hier Anwesenden, damit sie den gleichen Übergang ohne ein explodiertes Ich vollziehen können. Erst am Ende nimmt man sich die zwölfblättrige Lotusblüte in der Herzgegend vor und geht danach zur Umwandlung des physischen Herzens in ein denkendes Organ (das sog. ‚vernünftige Herz‘ über.

Als Beinsa Douno vom ‚vernünftigen Herzen‘ sprach, meinte er etwas, was erst in der sechsten Kulturepoche existieren wird. Es gibt einen Weg, auf dem das zu erreichen ist – die heutige Vorlesung heißt ja „Der rechtmäßige Weg zu Gott“. Wenn man diesem Weg nicht folgt, verwandelt sich die Urgewalt, die in der Logik tobt, verwandeln sich diese eisernen Gesetze in Phantasmen. Das können wir bei all denjenigen beobachten, die einen anderen spirituellen Weg besteigen. Wie ist das zu erklären?

Hat man die Schwelle der übersinnlichen Welt überschritten, bemerkt man viele Phänomene, aber man muss die Kontrolle über den Prozess gewinnen. Jede unrechtmäßige Einweihungsart, die nicht unter Kontrolle gebracht wurde, führt zur entgegengesetzten Reaktion, zur Entfaltung des Bösen in einem immensen Ausmaß. Je mehr solche unrechtmäßigen Einweihungen praktiziert werden – und heutzutage werden fast nur solche Einweihungen praktiziert -, desto stärker wird das Böse. In der geistigen Welt tritt völliges Chaos ein und aus diesem Grund wird künftig massenhafter Wahnsinn unter den Menschen ausbrechen.

Sehen Sie auf der Zeichnung, wo sich der Buddhi-Plan befindet. Hier sind die zwölf Bodhisattvas. Es ist der Bodhisattva, der den Schlüssel des „Grenzübergangs“ zum Pralaya, zu der Trinität besitzt. Die Anthroposophie gibt uns durch die siebenstufige Metamorphose des Denkens die Freiheit im Bewusstsein. Aber Beinsa Douno ist der moralische Impuls, der nicht nur auf den Gedanken einwirkt, sondern auf unseren ganzen Körper. Der moralische Impuls ist viel mächtiger als der Impuls der Wahrheit. Von unten müssen wir Liebe und Wahrheit anbieten, damit von oben, durch das Manas Liebe und Wahrheit herabströmen und eine Verbindung zwischen beiden hergestellt werden kann. Die Anthroposophie gibt die Methode, wie die Grenze zur übersinnlichen Welt überwunden erden kann. Von da an ist der Impuls Beinsa Dounos für die weitere Arbeit notwendig. Deshalb habe ich in der Vorlesung über die Bodhisattvas (https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/06/08/die-bodhisattvas-1-teil/) gesagt, dass der Sinn der Anthroposophie darin besteht, die Menschen zum Bodhisattva zu führen, der ihnen die Tür, die zu Christus führt, aufschließt. So können wir jene Liebe entwickeln, die alles transformieren und auf einer höheren Stufe wiedergeboren in die nächste Erdenverkörperung übertragen wird, wo die Wohnstätte der Götter sein wird.

Wird der beschriebene Weg nicht befolgt, kann auch Folgendes passieren: Unsere drei Leiber müssen zu Manas Buddhi und Atma werden. Das Gruppen-Ich von den Elohim wird unter dem Zwang der Karmagesetze unsere drei Leiber in Manas, Buddhi und Atma umarbeiten, aber unser niederes Ich wird erhalten bleiben und wir werden uns zurückentwickeln. Wir werden kein individualisiertes höheres Ich haben, mit dem wir zum Ende des Zyklus des Sohnes kommen. Wir werden nicht die freie Wahl und die Liebe entwickeln und nicht zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe werden. Es wird keinen Zyklus des Heiligen Geistes geben. Der Mensch ist der systembildende Faktor im ganzen Manvantara, auf ihn schaut der ganze Himmel und er muss das Neue durch die Kraft des kosmischen Christus-Ich tun. „Nicht ich, sondern Christus in mir“ ist etwas, was auf keine Weise unseren reinen Willen reduziert oder einschränkt, sondern diesen immer mehr frei und opferbereit macht. Die Götter haben ihr Opfer dargebracht, hier (in Punkt 1) haben die Throne ihr Opfer dargebracht, hier (in Punkt 2) – die Herrschaften, hier (in Punkt 3) – die Mächte, hier (in Punkt 4) – die Elohim. Nun werden wir auf dem Weg dorthin Opfer darbringen und die Götter werden durch diese Lemniskaten (1-7, 2-6 und 3-5) erwarten, dass wir ihnen ihre Produkte zurückbringen und sie auf die andere Seite übertragen, wo sie im metamorphosierten Werk leben werden. Wir stehen vor dem großen Nichts, vor dem Pralaya, wir sind das Pralaya und werden seine Gesetze prägen, wir sind im Gott und wir sind Gott. Keine andere Wesenheit kann das. Wenn wir uns das nicht wünschen, erreichen wir ordnungsgemäß die Vulkan-Verkörperung, alles geht zu Ende und es wird keine Zukunft geben. Doch das wäre ein völliges Scheitern der ursprünglichen Idee! Aber die Ich-bin-Idee ist die Idee unseres Zyklus. Ich weiß nicht, welche Idee der vorherige Zyklus hatte und welche der zukünftige haben wird, welche Idee des Absoluten im nächsten Zyklus verwirklicht wird.
Beim reflektierenden Denken bringen wir nur Schatten hervor, die in der Astralwelt keinen Wert besitzen. Wenn man auf die kontemplative Art denkt, schafft man Wesenheiten. Die gedanklichen Wesenheiten, die sich dem Menschen offenbaren, so dass er bestimmte Begriffe ausbildet, haben sieben Stufen. Ich habe den Begriff „Explodieren des Ich“ geprägt. Das ist ein neuer Begriff, der vorher nicht existiert hat. Das ist die Ideenwahrnehmung, die „Explodieren des Ich“ heißt. Wenn man das siebenstufige morphologische Denken praktiziert, wird das Denken lebendig und man erzeugt eine Wesenheit in der Astralwelt, die auch siebengliedrig ist. Schauen Sie auf den oberen Teil der Zeichnung – im Pralaya gibt es ein eingezeichnetes Pentagramm. Das ist das Urphänomen des Menschen, der unten zu einem Pentagramm werden sollte – der aufrechte Mensch mit gespreizten Beinen und ausgestreckten Armen stellt ein Pentagramm dar. Die Götter haben dieses Pentagramm erschaffen. Wenn wir  die Spitzen des siebenstufigen morphologischen Denkens hier unten miteinander verbinden, erhalten wir ein Septagramm. Das ist eine Figur mit sieben Spitzen, eine Wesenheit, die wir hier erzeugen. Diese Wesenheit befindet sich in der Astralwelt. Sie existiert und so ist auch der Heilige Impuls eine Tatsache. Er ist eine Wesenheit und wer den Heiligen Impuls als die einzige Art anerkennt, auf die man mit der nahenden Herausforderung der Artumwandlung des Menschen fertig zu werden, nähert sich der Individualisierung seines höheren Ich. Durch die Synthese beider Impulse wird ein solcher Mensch etwas absolut Individuelles tun, was zu einer Art Atom der zukünftigen Welt werden wird.

Hier kommen wir zur Frage nach den Atomen. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die menschliche Erkenntnis auf einmal bis zur Unendlichkeit atomisiert. Jeder fachsimpelt über Atome und subatomare Partikeln. Die Quantenphysik hat Newton und seine klassische Mechanik geköpft und heutzutage gibt es die Ansicht, dass in Abhängigkeit davon, ob man die Materie beobachtet oder nicht, sie sich als Partikel oder Welle manifestiert. Durch die Anthroposophie können wir verstehen, dass das, was die Physik als ‚Welle‘ definiert, eigentlich die Erscheinungsform Luzifers ist und das, was als ‚Partikel‘ definiert wird, die Erscheinungsform Ahrimans ist. Luzifer und Ahriman wirken in der Wissenschaft. Wo ist Christus? Gibt es in der Anthroposophie den Atom-Begriff, der lebendig ist und eine Zukunft hat? Beinsa Douno sprach auch vom Atom. Was ist das Atom in diesem Sinne? In allen Zeiten haben alle großen Eingeweihten, die in den Tempeln an der zukünftigen Individualisierung des Menschen gearbeitet haben, gewusst dass aus dieser Ich-Individualisierung und dem Übergang vom Wandel im Astralleib zum Wandel in Ätherleib der Plan des zukünftigen geistigen Jupiter entworfen wird. Am Ende des Erdenäons, wird dieser Plan, an deren Umsetzung diejenigen gegenwärtig arbeiten,  die zu der Art Homo magneticus werden, wird dieser  von den großen Eingeweihten in Teile zerstückelt. Er wird in endlosen einzelnen Atomen vervielfältigt werden. Das sind die wahren lebendigen Atome der Erde.  In jedem von ihnen wird der ganze Plan über Jupiter enthalten sein. Aus diesen individuellen Atomen wird der zukünftige Jupiter aufgebaut sein. Das stellt das Atom im  Sinne der Anthroposophie dar. Die exoterische Wissenschaft kommt jedoch nicht zum Geist, sie will den Vorrang des Geistes nicht anerkennen. Stattdessen hat sie es zu Karl Marx und seiner Ansicht gebracht, dass die Materie das Bewusstsein bestimmt. Es ist natürlich umgekehrt  – das Bewusstsein bestimmt die Materie und mit diesem Bewusstsein werden wir das zukünftige Dasein erschaffen. Die Wissenschaft, die bereits durch Roger Bacon in die falsche Richtung getrieben wurde, sucht in der Materie nach Antworten. Sie begann dabei immer tiefer zu wühlen, so dass heutzutage die Wissenschaftler am CERN nach der Gottespartikel suchen. Das ist der hochgradigste Ahrimanismus, der überhaupt bestehen kann. Auf diese Weise entfernen wir uns in beschleunigtem Tempo von unserer Evolutionsaufgabe. Statt nach oben zu schauen, vergraben wir uns immer tiefer und tiefer. Wenn man Goethe paraphrasiert, kann man sagen, dass nicht die Sinne uns täuschen, sondern die Deutung der Wahrnehmungen unserer Sinne verhindert den Menschen daran, das Wesen der Dinge zu begreifen. Francis Bacon sagte, dass uns unsere Sinne täuschen, weshalb es besser sei, wenn man Beobachtungen durch Apparate vornehme. Eigentlich hat keiner ein Atom gesehen, die leere reflektierende  Einbildung der Menschen hat die Idee des materiellen Atoms hervorgebracht, das in subatomare Partikeln immer weiter zerlegt wird. Jeder Physiker wird Ihnen sagen, dass James Maxwell, Max Planck und Einstein die klassische Physik vernichtet haben, als sie wissenschaftlich tätig wurden. Sie alle haben eine Tür geöffnet, durch die man sehen kann, dass Zeit und Raum nicht die Rolle spielen, die sie in der klassischen Physik hatten. Das Problem der Quantenphysik, das die sog. Wissenschaft zu lösen versucht, bleibt bis heute nicht nur unlösbar, sondern man entfernt sich immer weiter von seiner Lösung, denn man dringt immer tiefer in die illusorische Materie und nicht in das wahre Atom ein.

Kehren wir zu den Astralbildern zurück. Wenn die hohen Eingeweihten unten arbeiten, tun sie das nicht nur auf dem Astralplan, sondern ihre Denktätigkeit wird bis zur Stufe des höheren Devachan gespiegelt. Das bedeutet, dass sie alle Stufen der manifestierten Welt durchläuft, denn die Eingeweihten haben in ihrer Vorbereitung die allgemeine menschliche Entwicklung weit überholt. Die Beziehung zu diesen hohen Eingeweihten wird bei jedem zustande kommen, der diesen Weg gründlich bestiegen hat.

In seinen frühen Werken sagte Steiner, dass Skythianos die Beziehung zwischen den sechs Eingeweihten aufrechterhält, von denen je zwei im Osten und Westen,  Christian Rosenkreutz und dem Meister Jesus. Es gibt bekanntlich eine Gruppe von zwölf Meistern, von denen immer sieben inkarniert sind. Diese Sieben, die auf der Erde sind, werden den Kampf gegen den Antichristen anführen. Die Beziehung zu Skythianos bringt demjenigen, der in Verbindung zu ihm steht, einen sehr globalen Blick auf die Dinge. Die siebenstufige Metamorphose des Denkens kann nur dann zustande kommen, wenn man einen globalen Blick auf die ganze Ontologie der Entwicklung hat. Das, was ich gezeichnet habe und was bei mir passiert ist, ist eher die Gnoseologie. Später wird sie in der Tiefe stattfinden, doch es sind bereits wesentliche Elemente vorhanden, da der Heilige Impuls ausgestrahlt wurde und eine Wesenheit hervorgebracht hat. Das Wesentliche, der Kern ist also schon da.

Aber was für Liebe muss man empfinden wir und wie kann man das, was links ist, transformieren, so dass es sich nach rechts verschiebt? Wir betrachten z.B. eine Katze. Mit unserem Ich empfinden wir solche Liebe für die Katze, dass wir in sie eingehen, unser Ich verschwindet in ihr. Wir werden die Katze und erleben die Katze. Allerdings verschwindet unser Ich nicht wie im traumlosen Schlaf, sondern wir haben unser waches Tagesbewusstsein beibehalten. Gleichzeitig ist unser Ich der Katze hingegeben und wir haben uns in ihr aufgelöst, wir sind die Katze. Diese Intensität der Liebe muss in uns erst entwickelt werden. Hierzu ist Beinsa Douno absolut unerlässlich und das Mysterium von 1936 ist absolut notwendig. Damit können wir später mehr Liebe haben, denn B. Douno sagte, dass „die Liebe der heutigen Menschen gerade noch ausreicht, damit sich die Fliegen an ihr erwärmen können“. Das ist die Aufgabe für die zukünftigen Etappen und die nächsten Inkarnationen, wenn wir diese hohe Intensität der Moralität entwickeln. Steiner gibt in der „Philosophie der Freiheit“ einen Schlüsselausdruck – den ‚ethischen Individualismus‘. Man ist ein absolutes Ich – ich bin der Schöpfer, ich bin Gott selbst, ich werde das tun – und gleichzeitig hat man die ganze Moralität und missbraucht das nicht. Beinsa Douno sagte: „Was ich von Gott verlange, wird Er erfüllen, aber was Gott von mir verlangt, werde ich auch erfüllen“. Um solche radikalen Bedingungen geht es. Dann wird man die Wandlung dieses Daseins in jenes Dasein durch das höhere Ich vornehmen. Das wird durch die Christus-Kraft geschehen und man wird seiner Freiheit nicht beraubt werden. Es wird nach den moralischen Gesetzen des Daseins geschehen, ohne dass die Naturgesetze verletzt werden, die eigentlich die Gesetze aus dem Pralaya sind, die heute als die Wesenheiten der Naturgesetze wirken. Der unbedachte Eingriff der Menschen in die Natur führt zur Einmischung in die Naturgesetze. Der Mensch versucht diese zu ändern. Das führt zur Änderung in der gesamten Schöpfung, die wir noch umwandeln müssen. Die Menschen wirken nicht in die positive Richtung, sondern vertiefen sich noch weiter nach unten und schaffen ein immer größeres Problem. Momentan verursachen wir mit Schwindel erregendem Tempo ein großes Problem und dazu ist die Maschinerie der ganzen Menschheit eingespannt worden. Sehen Sie diese große Lemniskate auf der Zeichnung (1-4-7): Im Augenblick der Offenbarung, wenn die Idee kommt, sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen in diesem Augenblick präsent.

Den oberen Teil des Pentagramms haben die Götter erschaffen. Wir sind ein Pentagramm, die Götter haben ihre Aufgabe erledigt und müssen nicht mehr an uns arbeiten. Sie haben lediglich die Aufgabe, das Leben in unseren Leibern aufrechtzuerhalten, wenn wir eingeschlafen sind und unser Astralleib und Ich ausgetreten sind. Aber alles, was mit unserer Transformation und der Transformation der ganzen Schöpfung zusammenhängt, obliegt uns. Das ist die bewusste Arbeit des Schülers im Pentagramm. Zuerst geht man zur Wahrheit. Was bietet man von unten an: Dass die Wahrheit einen leitet, dass man die Gesetze der Wahrheit einhält, die von oben herabgestiegen sind und das unten erschaffen haben. Dann geht man dem Strahl der Gerechtigkeit entlang und würdigt das Recht jedes Wesens dort zu sein, wo es ist, denn jeder hat eine gigantische Evolution zurückgelegt. Selbst der meistverachtete Mensch ist ein Produkt der Götter und der Evolution und muss früher oder später erwachen, damit das Vorgesehene mit ihm geschehen kann. Möge das wahr sein, denn jeder kann auch unglücklicherweise zurückbleiben. Steiner und Beinsa Douno behaupten wunderbarerweise das Gleiche – dass die Wahrheit und die Gerechtigkeit die Voraussetzungen sind, damit die Liebe in Erscheinung treten kann. Wenn die Wahrheit uns führt und wir jedem Menschen Gerechtigkeit zollen, entfaltet die Liebe ihre Wirkung, es folgt der steile Weg und die Liebe im Menschen gewinnt an Intensität. Aber das ist eine Liebe, die fähig ist zu transformieren, nicht die Liebe im trivialen Sinne. Hier ist die Rede von der reinen geistigen Liebe aus einer ganz anderen Dimension, die alles Triviale mit einschließt. Bei dieser Liebe ist alles metamorphosiert und befindet sich auf einer ganz anderen Stufe. Stellen Sie sich vor, dass wir das Pralaya mit dem Manvantara ausfüllen müssen. Alles, was einmal da war, muss von uns transformiert werden, nicht von den Göttern, sondern von uns. Wenn man diese Liebe entwickelt, gewinnt man Weisheit. Was sagt das Matthäus-Evangelium über das Reich Gottes: „Die Gewalt tun, die reißen es an sich“ (Matth. 11:12). Das heißt, man kommt dort hinein mit Weisheit, mit persönlich erlangter Weisheit. Aber vorher kommen die Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe. Am Ende erscheinen die Tugenden, der Schüler hat alle Tugenden entwickelt, mit dem niederen Ich abgeschlossen. Dann tritt er in das innere Pentagramm  zwischen den Strahlen ein, das den Weg der Meister darstellt. Derjenige ist ein Meister, der den ganzen Kosmos kennt, der alle Gesetze kennt, sie befolgt und das Neue schafft. Wie bedauernswert und lächerlich wirkt es, wenn manch einer sich heutzutage für einen Meister erklärt! Mein Nachname ist Mangurov, was „Lehrer der Weisheit“ bedeutet, das ist meinem Namen hineingelegt worden, aber ich spiele nicht den Meister, obwohl ich eine Art Ersatzlehrer bin, da es sonst niemanden gibt, der das tun könnte. Wie könnte man sich selbst als Meister bezeichnen, wenn man weiß, was ein Meister ist? Das ist eine geistige Kategorie, von der die Menschen keine Ahnung haben. Nennen Sie sich nie einen Meister! Wenn Sie es bis zum Pentagramm schaffen, arbeiten Sie an den Strahlen aber nennen Sie sich bloß nicht einen Meister!

Dieses Pentagramm hat fünf Spitzen. Welche sind sie? Die eine ist die Kaukasus-Spitze, wo das Schiff Manus (Noahs) festmachte. Das Schiff Manus, das aus dem Wasser, aus der Astralwelt kam, wurde an die harte Erde angebunden, denn uns stand bevor, das Irdische zu lernen. Die nächste Spitze ist die Moria-Spitze, wo Abraham bereit war, Isaak zu opfern und der Offenbarung von oben bedingungslos zu folgen. Es folgt die Sinai-Spitze, wo die Weisheit durch Moses als die Zehn Gebote Gottes empfangen wurde, denn damals war ein imperativer Übergang zur Sittlichkeit notwendig, denn niemand konnte von innen Moralität hervorbringen, bis Buddha (der Bodhisattva, der später Buddha wurde) kam, der aus sich heraus den achtstufigen Weg hervorbrachte.

Die nächste Spitze ist die Ätherspitze. Christus wurde auf dem Taborberg verklärt und die drei Jünger sahen Ihn ätherisch in Seinem Ruhm. Die letzte Spitze ist der Hügel Golgatha, auf dem das große Opfer Christi stattfand. Um den Pentagramm-Strahlen entlang zu gehen, muss man auch diese Opfer bedenken, die am Ende mit dem Golgatha-Opfer besiegelt wurden. Erst dann wird man zu einem Pentagramm. Wenn wir das obere Pentagramm im unteren Teil mit der Spitze nach unten projizieren, (die Spitze in 4 und die Strahlen in 2,3,5 und 6), kann man nach dem Durchlaufen dieser Stufen zu einem Gralskelch werden. Das Symbol des Ätherleibes ist das Pentagramm, das Symbol des Astralleibes – das Hexagramm. Das Symbol des physischen Leibes ist grundsätzlich die Zwölf, aber um dorthin zu gelangen, muss man durch die Sieben gehen und nun müssen wir zu einer Fünf werden. Jeder arbeitet in seinem täglichen Leben ohne Probleme dialektisch mit der These, Antithese und Synthese. Man muss das anschauende Denken entwickeln und zur Ideenwahrnehmung übergehen. Auf diese Weise kann man in die Zukunft hinüberspringen, ohne dass etwas aus der Vergangenheit verlorengeht. Das was aus der Zukunft kommt, sind die neuen Offenbarungen, die nicht mehr im alten Bewusstsein kommen, sondern im neunen wachen Ich-Bewusstsein. Dann werden diese Offenbarungen zu unserem persönlichen Besitz und wir können sie den anderen weitergeben. Steiner war derjenige, der diesen Weg bahnte. Als man ihn fragte, warum gerade er das machte, hat er geantwortet, dass es viele andere gab, die die geistigen Welten erforschten, aber keiner von ihnen die Anstrengungen unternehmen wollte, um das oben Erlebte in klaren Begriffen zu formulieren, so dass die Menschen, die keine Beziehung zur geistigen Welt haben, eine Ahnung davon bekommen. Das kostete Steiner gigantische Anstrengungen und nur jemand mit dem Hintergrund eines Thomas von Aquin und Aristoteles konnte das tun. Die Vorreiter haben immer einen mächtigen Inkarnationshintergrund, niemals kann ein Zufälliger diesen Übergang machen.

Neulich erschien das Buch über die Ehrwürdige Stojna („Die Vollkommene. Die ehrwürdige Stojna, eine nichtkanonische Heilige“, Neda Antonova, Sofia, 2014) und aus diesem Anlass möchte ich einige Worte über sie für diejenigen sagen, die das Buch noch nicht kennen.

Es gibt drei außerordentliche hellseherische Phänomene in Bulgarien: Wanga, Stojna Prepodobna (die Ehrwürdige) und Djado Wlajtscho. Auf Slava Sevrjukova werde ich jetzt nicht eingehen, da am Ende ihres Lebens einige Sachen passierten, die einen Schatten werfen. Beinsa Douno ist aus einer ganz anderen Dimension. Wanga war eine Hellseherin. Was beherrschte Stojna? Sie konnte dir drei Versuchungen Christi in der Wüste vorführen, ohne in Widerspruch zu ihnen zu geraten. Sie konnte einwöchige Astralreisen mit entrücktem Bewusstsein unternehmen. Sie konnte levitieren. Die eine Versuchung Christi in der Wüste ist die Macht über die Astralwelten, die Luzifer Ihm versprochen hat, wenn Christus Sich vor ihm verbeugt. Die andere Versuchung ist die Herausforderung, vom Dach des Tempels hinunterzuspringen und die irdischen Gesetze herauszufordern. Die dritte Versuchung – die Steine in Brot zu verwandeln – beherrschte Stojna auch: Sie konnte ihren physischen Leib dematerialisieren und wieder materialisieren. Das hat sie ein einziges Mal einem Bischof vorgeführt, der sich in ihrem Dorf aufhielt. Übrigens befindet sich ihr Heimatdorf Zlatolist nur drei Kilometer von meinem Geburtsdorf entfernt. Der Bischof fragte Stojna nach ihrer Fähigkeit, sich zu dematerialisieren, von der die Menschen sprachen. Beide betraten die Dorfkirche. Auf dem Boden der Kirche befindet sich ein Marmorstein mit dem zweiköpfigen Adler – dem Symbol des byzantinischen Reiches.

Zlatolist

Der Marmorstein in der Sveti-Georgi-Kirche im Dorf Zlatolist

         Quelle: peika.bg

Auf diesem Stein soll Stojna immer gebetet haben. Zuerst levitierte sie in der Anwesenheit des Bischofs etwa einen Meter über der Erde, danach zerfiel ihr physischer Leib wie Staub und ihr Phantom trat heraus. Natürlich wird das im Buch nicht auf diese Weise beschrieben,  aber das zeigt die vollständige Kontrolle über den physischen Leib. Ihr Phantom schwebte zur Platane, die im Garten der Kirche wuchs, saugte den in Sand verwandelten Stoff des physischen Leibes ein und Stojna materialisierte sich auf dem Baum. Der Bischof war bestürzt. Er schenkte Stojna sein eigenes silbernes Bischofskreuz und sagte, dass sie viel erhabener ist als er. Die blinde Stojna war ein absolut reiner Mensch, sie hat nie einen nackten Menschen gesehen oder einen Mann berührt. Sie hat nicht mal sich selbst nackt gesehen. In einem früheren Leben war sie eine Bogomilin, die Vassilij Vratsch (Vassilij dem Heiler) nahe stand. Als er nach Konstantinopel gelockt und auf den Scheiterhaufen verbrannt wurde, sprang sie zusammen mit ihm ins Feuer. Ihre Nahrung war äußerst spärlich und asketisch. Aus diesen Gründen war sie in der Lage, solche Wunder zu vollbringen.

Djado Wlajtscho war auch ein außergewöhnlicher Hellseher, das ist der wieder inkarnierte Johannes der Täufer. Über ihn habe ich auch berichtet (https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/09/27/die-geheimnisse-johannes-des-taeufers/). Das sind bemerkenswerte Persönlichkeiten. Aber sie waren nicht an der Ausstrahlung des Heiligen Impulses beteiligt. Warum? Weil das Gedanken erfordert. Bei diesen Persönlichkeiten stand das Hellsehen im Vordergrund, aber ihnen fehlte das denkerische Element. Verstehen Sie nun jene Worte Steiners, dass es auch andere gibt, die in die geistigen Welten gehen, aber einer den Sinn von allem erkennen und den Menschen anbieten soll. Diese Aufgabe erfordert gigantische Anstrengungen. Zuerst muss einem selbst alles klar sein, damit man es den anderen anbieten kann. Viele reden über Energien und derlei Nebliges, aber schon beim zweiten Satz merkt man, dass sie nichts in der Tiefe verstehen.

Über jede Frage muss man geisteswissenschaftlich sprechen, was ständige große Anstrengungen erfordert. Die Anthroposophie studiert man lebenslang und viele Leben lang. Aber das Wichtigste in ihr ist die Beherrschung ihrer Methode. Steiner hat kein einziges Buch geschrieben, in dem er die vollständige Methodologie beschreibt. Er gibt die Methode an, aber die Methodologie ist auf all seine Werke verteilt. Es gibt zwar Bücher wie „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“ und einige andere, die Übungen sind angegeben, das Wichtigste für uns in diesem Leben ist die Entwicklung des anschauenden Denkens. Ohne diese Fähigkeit wird alles Weitere luziferisiert und der Mensch lässt sic durch dunkle Wesenheiten manipulieren. Man darf nicht sofort den Wunsch äußern, Imaginationen zu haben, was zweifellos das Aufregendste ist. Meine prophetischen Träume, meine Begegnungen mit der Jungfrau Sophia, mit Beinsa Douno waren imaginativ, aber sie kamen als wache Träume zustande, nicht im wachen täglichen Ich-Bewusstsein. Meine Begegnung mit dem kleinen Hüter der Schwelle erlebte ich nicht mit dem wachen Tagesbewusstsein des Ich – ich hätte sie nicht ertragen können. Das hier unten (Punkt 4) wird am helllichten Tage mit dem wachen Ich-Bewusstsein praktiziert. Selbst das bewegendste Ereignis, das einem im Schlaf begegnen kann, ist nur das Echo der Vergangenheit, der alten Mysterien. Es ist wertvoll und gibt uns die Kraft für den von uns beschrittenen Weg. Deshalb wurden mir am Anfang solche Gaben geschenkt. Seit langem habe ich keine prophetischen Träume o.dgl. mehr, da sie nicht notwendig sind. Das anschauende Denken erfordert Riesenanstrengungen, um vervollkommnet zu werden. Wenn jemand eine Vision hat, denkt er, er hätte das Gelbe vom Ei bekommen. Nein, das sind Gaben, die einem zu seiner Festigung geschenkt werden. Sie müssen begriffen werden, aber man muss das anschauende Denken praktizieren. Dann rufen solche Gaben nicht nur Begeisterung hervor, wenn sie kommen, sondern man ist in der Lage, ihren Sinn zu erkennen und sie den Menschen anzubieten. Das Ziel der Gabe besteht darin, dass sie den Menschen angeboten wird. Die Ideen, die man erlangt, müssen geisteswissenschaftlich begründet und den Menschen angeboten werden. Diese Ideen sind unsere Waffe gegen den Antichristen. Man kann viele Bücher von Steiner oder Beinsa Douno lesen, verschiedene Praktiken ausüben, aber die wahre Waffe gegen Ahriman ist das Erlangen der neuen Ideen, die jetzt notwendig sind, da sie uns auf die Begegnung mit ihm vorbereiten.