Die Auferstehung im Denken

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 26.04.2015 in Varna

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gemeinsames Gebet: Vater unser, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden, unser täglich Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!

Letztes Mal habe ich erzählt, dass ich mich am Samstag vor unserem Treffen beim Versuch, meine Erörterung zu strukturieren, an Nikola Nikolov aus Plovdiv erinnerte, der behauptete,  der Vertreter des Absoluten zu sein. Als ich mich daran erinnerte, tauchte die Idee auf, dass der Satz „Ich bin“ vom Absoluten abwärts durch alle Stufen des Weltalls klingt. Damit begann ich die letzte Vorlesung. Gestern um die gleiche Zeit dachte ich wieder an unsere heutige Begegnung. Seit zwei Tagen spürte ich, dass das Ende dieser umfangreichen Vorlesung fehlt, soz. der Abschlussstrich. Gestern um 16:30 kam dieser Abschlussstrich auf eine bewegende Art, aber diesmal gehört er nicht an den Anfang, sondern an das Ende der Vorlesung, die dadurch ihre endgültige Fassung erhalten hat. Es wird eine Menge Zeit notwendig sein, um alles vorzutragen. Die heutige Vorlesung „Die Auferstehung im Denken“ wird, wie Sie wahrscheinlich schon ahnen können, eine gewisse Fortsetzung  der letzen Vorlesung und ihre weitere Vertiefung sein. Das Thema ist nicht nur wichtig, sondern sie besitzt zusammen mit dem Anfang der ätherischen Wiederkunft Christi und der bevorstehenden Begegnung mit dem Antichristen höchste Priorität. Deshalb können wir feststellen, dass die Metamorphose des menschlichen Denkens und des Menschen in einen Homo liber – hier werden wir auch über den Homo magneticus  sprechen und den Unterschied zwischen beiden erläutern -, eine der drei fundamentalen Herausforderungen in diesem Leben von uns ist. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass es bei unserer nächsten Begegnung eine neue Fortsetzung des Themas geben wird.

Letztes Mal hatte ich eine Zeichnung gemacht, nun habe ich einige Elemente hinzugefügt. Es gibt nicht nur eine Zeichnung, die das Erörterte veranschaulicht. Ich werde kurz auf die vorherige Vorlesung zurückkommen, um einige Sachen in Erinnerung zu bringen (Abb.1). Hier oben ist das Absolute, die Eins und es manifestiert sich als Trinität (Vater, Sohn und Heiliger Geist) im Pralaya. Dieses Dreieck im Pralaya, Vater, Sohn und Heiliger Geist enthält ein Pentagramm in sich. Das ist das Makrobild, Urbild des Menschen, dessen, was im Laufe der Abwärtsentwicklung im Manvantara auszubilden war. Auf dem physischen Plan hat sich dieses Pentagramm in uns verdinglicht – wir sind das Pentagramm. Folglich entwickelt sich die Weltschöpfung von der Zahl 1, die über allem steht und nicht in Erscheinung getreten ist, zu der Zahl 3, die das Pentagramm in sich enthält. Dieses ist nach unten auf die siebenfache Manifestation vom Saturn bis zum Vulkan gerichtet, eine andere Spiegelung ist die siebenstufige Metamorphose des Denkens, durch das wir vom heutigen abstrakten Denken zum lebendigen, morphologischen Denken übergehen werden. Zum ersten Mal  kam dieses Denken bei Goethe mit Bezug auf die Pflanzen auf, später hat es Steiner mit Bezug auf die Tiere und Menschen entwickelt.

Die Auferstehung im Denken - 1

      Abb.1

Nun stehen wir am Scheideweg zur neuen Menschenart und müssen dieses morphologische Denken ausbilden, das wir letztes Mal eingehend behandelt haben. Damit wir uns in ihm zurechtfinden können, da es siebenfach ist und dem Modell der objektiven Evolution folgt, tritt die Trinität, die oben aus Vater, Sohn und Heiligem Geist besteht, abwärts im Siebenfachen als Dreiergruppen, soz. als kleine Trinitäten in Erscheinung. Wir sehen, dass diese Trinitäten Lemniskaten darstellen, die diese Siebenfachheit durchdringen. Die Drei 1-2-3, die sich in unserem Denken als These, Antithese uns Synthese manifestiert, ist die Drei der Vergangenheit. Sie ist heute in uns in Form der dialektischen Triade ausgebaut und liegt unserem abstrakten Denken, dem Denken unseres niederen Ich zugrunde. Seit der griechischen Epoche sind wir als Bewusstsein in dieser Triade entstanden, welche die Vergangenheit darstellt – Ex Deo nascimur („Von Gott sind wir geboren“). Diese Triade ist für uns absolut unumgänglich, sie war  nötig, damit wir weiter fortschreiten konnten. Die nächste Triade 3-4-5 steigt bis zur Kontemplation hinunter, sie ist die Triade der Gegenwart, wir müssen in Christo sterben – In Christo morimur. Die letzte Triade Per Spiritum Sanctum reviviscimus („Durch den Heiligen Geist werden wir auferstehen“)  bedeutet, dass wir im neuen Denken in 5-6-7, in der Triade der Zukunft auferstehen müssen. Im Paradies betrachtete Adam das Pentagramm wie ein Engel, und der Engel besitzt das Manas, als befinde er sich auf einem Brett, das von zwei Säulen – Buddhi und Atma – gestützt wird. Das ist der Weg, den Adam vom Manas über Buddhi und Atma zurücklegen soll.

Die Auferstehung im Denken - 2

    Abb. 2

In der Kontemplation des Pentagramms als Engel, als Manas, sah Adam das, was der Mensch werden sollte – ein Dreieck aus Manas, Buddhi und Atma. Das in allen Äonen manifestierte Pentagramm soll früher oder später wieder zur Dreifachheit kommen und unter der Kontrolle des Ich ins Pralaya und zum Absoluten zurückkehren. Bei der Kontemplation dieses Pentagramms hat sich Adam mit ihm identifiziert und er versprach sich laut der Goldenen Legende, dass er seine richtige Vorstellung vom Engel niemals verlieren und den Plan aufgeben würde, der seine zukünftige Entwicklung betraf. Aber die Götter hatten anderes für uns vorgesehen – die Menschen mussten das Paradies verlassen und zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe werden. Die luziferischen Engel haben uns verführt, die Elohim übten einen Einfluss auf das Ich aus, so dass es sich mit der Spitze nach unten wendete. Wir stürzten hinunter. Laut Steiner sind die beiden Säulen, auf die sich das Manas stützt, die Säule des Lebens und die Säule des Weltchemismus. Indem sich Adam auf die Säulen im Paradies stützte, sollte er zu Manas, Buddhi und Atma übergehen und er wollte das tun. Wäre das ohne den Absturz ins Manvantara, ohne den Ausbau des geistigen Lebens, des Denkens und des Ich geschehen, wären wir nach der göttlichen Vorsehung Manas, Buddhi und Atma geworden (das, was ursprünglich Adam vorhatte), ohne die Kontrolle durch das Ich zu besitzen. Die Einheit dieses Dreifachen hätte von den höheren Wesen aufrechterhalten werden sollen. So wären wir aber nie zu Geistern der Freiheit und Liebe geworden und dieses Prinzip wäre niemals in den Zyklus des Sohnes eingeführt worden. Aus diesem Grund kam es zum Sündenfall und diese Säulen des Weltlebens und des Weltchemismus, die wir unter Vorbehalt dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis gleichsetzen können, verwandelten sich während des Manvantaras in uns in Abel und Kain. Zwischen ihnen entstand Feindseligkeit und unser niederes Ich, das langsam ausgebildet werden sollte, geriet unter die Attacke des abelschen und kainschen Prinzips, unter die Attacke ihrer Feindschaft. Unsere gesamte weitere Evolution verlief im Zeichen dieser Fehde und entwickelte sich in dieser Situation. Bis zum heutigen Tag steht der Mensch zwischen diesen zwei Säulen. Sein ganzes Drama besteht in der Frage, wie er diese zwei Bäume wieder verbinden und den Rückweg zur geistigen Welt bahnen soll.

Die Elohim strahlten ein Element als Gruppen-Ich der zukünftigen Menschen aus. Wir wollen zwischen diesem Gruppen-Ich und dem niederen Ich differenzieren. Wenn wir vom niederen Ich reden und dieses mit dem Ego gleichsetzen, ist das nicht ganz korrekt, denn alle bisherigen Errungenschaften des Menschen als Schöpfer sind das Produkt dieses niederen Ich. Vom niederen Ich heraus kann man eine edle Tat vollbringen und sich sogar aufopfern, aber man kann auch jemanden töten. Deswegen sollen wir unser niederes Ich keinesfalls mit Verachtung behandeln, sondern wie eine absolut notwendige Grundlage, von der aus wir den Übergang zum höheren Ich machen können.

Während wir in der lemurischen Zeit hinunter zur Erde stiegen, hatten wir den aufrechten Gang zu erlernen. Es war ein langer Zeitabschnitt notwendig, damit wir zum Homo erectus werden konnten. In dieser Zeit wurde der Beginn der Entwicklung unseres niederen Ich im Zusammenhang mit dem geistigen Leben als die elementarste Sinnlichkeit durch die Kontrolle von oben (durch das Gruppen-Ich von den Elohim) begleitet. Das geschah durch eine Art Nabelschnur zwischen ihm und dem Ich hier unten, das nach und nach in uns ausgebildet werden sollte. Es sollte auf der Grundlage des geistigen Lebens ausgebildet werden, das wir unter großen Qualen entwickelten. Aber zuerst brauchten wir die aufrechte Haltung. Zu einem bestimmten Zeitpunkt der atlantischen Zeit waren wir bereits soweit, obwohl wir uns dessen nicht bewusst waren. Die wahre Entwicklung des Menschen findet nämlich dann statt, wenn eine Errungenschaft der Entwicklung bewusst erkannt wird. Es mag der äußeren Wissenschaft paradox vorkommen, aber der Mensch wurde seiner aufrechten Körperhaltung zum ersten Mal erst während der ägyptischen Kulturepoche bewusst. Vorher wurde der Mensch seines aufrechten Gangs gar nicht gewahr. Es mag absurd klingen, aber das ist so. Deshalb wurden in jener Zeit die Pyramiden gebaut, damit es Senkrechte und Waagerechte gibt, deren Kontemplation allmählich zur Gewahrwerdung der aufrechten Haltung führte. Als unser geistiges Leben sich zu entwickeln begann, war es nicht individualisiert. Uns wurden in Lemurien eine Empfindungs-, Verstandes- und Bewusstseinsseele veranlagt, die Empfindungs- und Verstandesseele wurden uns sogar bereits am Ende des alten Mondes veranlagt und in den frühen lemurischen Perioden erneuert. Die Individualisierung der Empfindungs- und Verstandesseele ist ein sehr langer Prozess und wir können über eine individualisierte Empfindungsseele erst während der dritten Kulturepoche sprechen. Diese war auch vorher in uns, aber nur mit dem Ziel, dass wir eine gewisse Sinnlichkeit für die Außenwelt hatten und damit unsere Sinne sich langsam öffnen konnten. In dieser Zeit entwickelte sich auch die Verstandesseele, die uns von den Geistern der Bewegung hineingelegt worden war, obwohl wir zum Keim des Verstandes erst gegen Mitte der atlantischen Zeit kamen. Folglich konnte diese uns sehr früh hineingelegte Verstandesseele spürbar, aber ohne eine Individualisierung im Menschen (das bedeutet, dass sie zu einer persönlichen Errungenschaft wird) erst in der griechisch-römischen Zeit in Erscheinung treten. In der Mitte der Atlantis und in der vierten Rasse liegt die Weltachse dieser ganzen Entwicklung vom Saturn bis zum Vulkan. Der Weg der Entwicklung der objektiven Evolution hatte noch nicht den Charakter einer kulturhistorischen Entwicklung angenommen, sondern war noch auf der Stufe der Entwicklung von Rassen. In der atlantischen Zeit sprachen alle Menschen eine Sprache – die Ursprache. Von den ersten Epochen sind lediglich einige Interjektionen geblieben – ah, oh u.dgl. Auf diese Art wurde in den ersten atlantischen Rassen gesprochen. Erst in der vierten atlantischen Rasse begannen wir, eine gewisse denkerische Tätigkeit, Vernünftigkeit zu entfalten. Das führte augenblicklich zum Anfang des Absterbens des Erdenskelettes als Berge, Kontinenten, als das harte Element. Warum? Weil jeder Übergang zum abstrakten Denken und zur vernünftigen Tätigkeit des Menschen eine innere seelisch-geistige Wandlung in ihm bedeutet. Diese wirkt sofort auf die Außenwelt aus und führt zu ihrem Absterben. Das Absterben der Erde resultiert aus der vernünftigen Tätigkeit des Menschen. Deshalb tauchten gegen Mitte der atlantischen Zeit au[1]ch die Strahlung, der Magnetismus usw. auf. Daher kann man sich ausmalen, zu welch gigantischer und beschleunigter Zerstörung der Erde das heutige vollkommen abstrakte Denken der Menschheit führt. Diese Zerstörung nimmt fantastische Ausmaße an! Das verursacht auch bedeutende Abweichungen bei der Datierung von Ereignissen, die die Historiker und überhaupt die Wissenschaftler vornehmen.

Ich werde eine Klammer aufmachen, da wir ja in Varna sind. Sie alle kennen die Nekropole von Varna und das dort entdeckte Gold. Gegenwärtig werden viele der Goldschätze Bulgariens im Louvre ausgestellt, was zweifellos für die Popularisierung unserer Kultur von großer Bedeutung ist. Aber die Datierung dieses Goldschatzes ist völlig willkürlich. Viele Forscher haben sich damit befasst und sie betrachten diesen Schatz als zu einer Zivilisation zugehörig, die in diesen Orten 5 bis 6000 Jahre vor Christi existiert haben soll. Es wurde ein Zahn von den in der Nekropole entdeckten Skeletten untersucht und durch eine in England durchgeführte Laboruntersuchung wurde diese Zivilisation auf 5-6000 Jahre vor Christi datiert. Die Zivilisation von Varna soll also vor 7 bis 8000 Jahren existiert haben. Wir können sofort sagen, dass das nicht stimmt. Wie Sie wissen, gehören zum Schatz von Varna ein großer und ein kleiner Stier. Bei der mathematischen Untersuchung dieser Stiere und anderer Artefakte wurden der goldene Schnitt, die Zahl Pi, die Zahl Phi und vieles andere gefunden. Aus welcher Zeit stammen also diese Artefakte? Wann ist der Mensch zum ersten Mal in der Geschichte zur Geometrie herangetreten? Wann erschien zum ersten Mal die große Gnosis, in der die eingeweihten Priester dasjenige herunterholten, was laut Plato Gott geometrisiert hat, und dieses in der Form dieser Artefakte verdinglichten, die nun ausgegraben werden? Aus der urindischen Zeit, in der die Entwicklung einen kulturhistorischen Charakter angenommen hat, sind keine Artefakte geblieben. Aus der zweiten altpersischen Kulturepoche, die im Jahre 2907 v.Chr. zu Ende war, gibt es ebenfalls keine Artefakte. Dann begann die dritte Kulturepoche. Etwas später kam die große Gnosis auf, die bis zum vierten bzw. fünften Jahrhundert n.Chr. bestanden hat und die die christlichen Kirchen vernichtet haben. In dieser Gnosis wurde dasjenige heruntergeholt, was Gott oben geometrisiert hat und es wurde in Form dieser Artefakte verdinglicht. Wenn wir also auf die Frage antworten sollen, wann die Artefakte des Schatzes von Varna und wie auch andere Schätze hergestellt wurden, können wir antworten, dass sie aus der dritten Kulturepoche stammen. Es ist möglich, dass sie 2800-2500 oder 1500 Jahre v.Chr. entstanden sind, aber auf keinen Fall 3000 v.Chr., geschweige denn 5-6000 Jahre v.Chr. Das ist einfach unmöglich. Der Bodhisattva unternahm hier im Rilagebirge jene große Synthese ca. 3400-3500 v.Chr., die den Antrieb der weiteren Zivilisationen gegeben hat. Aber der Schatz selbst ist nach dieser Zeit entstanden. Alles, was wir in Ägypten, Sumer usw. sehen, wurde danach hergestellt. Damals begann die Ausbildung der Völker, sie begannen, sich als Völker zu betrachten und es entstand ihre Fähigkeit, die geistige Welt in kulturellen Artefakten abzubilden. Aus jener Zeit  stammen auch die ältesten Inschriften auf diversen Säulen, Platten u.dgl. Warum hat aber das Labor in Cambridge – eines der modernsten und auf dem neuesten Stand arbeitenden Labore – diese Artefakte auf 5000 Jahre v.Chr. oder noch früher datiert?

Die Wissenschaft benutzt die Radiokohlenstoffdatierung, die auf der Messung des Inhaltes des radioaktiven Kohlenstoff-Isotops 14C in Resten biologischer Herkunft basiert. Diese Methode führt zu außerordentlich großen Abweichungen, wenn es um Zeitabschnitte geht, die mehr als 200 Jahre von unserer Zeit entfernt sind. Woran liegt das? Wenn die heutige Wissenschaft solche Artefakte nach dieser Methode datiert, geht sie davon aus, dass die menschliche Entwicklung graduell und ohne heftige Änderungen und Sprünge verläuft. Wenn man z.B. untersuchen kann, wie ein Artefakt sich im Laufe von zehn Jahren verändern würde, so kann man diese Veränderung in einer beliebigen zurückliegenden Periode extrapoliert und beobachten, wie diese Änderung vor 5000 oder 10000 Jahren ausgesehen haben mag. Was die Radioaktivität betrifft, sehen die Dinge nicht so aus, wie man denkt. Die Radioaktivität hat sich außerordentlich viel erhöht. Ab Mitte der atlantischen Zeit ist die Erde im Sterben begriffen. Je mehr die Menschen das abstrakte Denken entwickeln, desto schneller stirbt die Erde ab. Die Radioaktivität wird durch das Denken der Menschen erhöht. Wenn heute die Stufe des Zerfalls radioaktiver Elemente gemessen wird, welche bei der Datierung eingesetzt werden, kommt man wegen der Intensivierung der Radioaktivität infolge der anwachsenden Abstraktheit im menschlichen Denken bei der Extrapolierung auf Tausende und Millionen Jahre. Es sind Experimente unternommen worden, die belegen, dass man heutzutage in kürzester Zeit die Veralterung von Proben erreichen kann, die bestimmter Menge von  Radioaktivität ausgesetzt worden sind. Wenn diese Proben mit der Methode der Radiokohlenstoffdatierung untersucht werden, zeigen sie solche Ergebnisse, als wären sie Tausende von Jahren alt. Das untergräbt die ganze Datierung der Erdgeschichte, welche die moderne Wissenschaft vornimmt. Die heutige  Bestimmung der einzelnen Epochen der Menschenentwicklung hat mit der kulturhistorischen Entwicklung der Menschheit nichts zu tun.

Gegen Ende der Atlantis leuchtete auch das Menschen-Ich auf und die Eingeweihten begannen als Erste es unter ihre Kontrolle zu bringen. Der kulturbestimmende Faktor der ersten urindischen Kulturepoche ist der Ätherleib. Vorher kamen wir von der Mitte bis zum Ende der atlantischen Zeit dazu, unser unseren physischen Leib als zu uns zugehörig zu betrachten. Adam erkannte, dass er nackt war und bedeckte sich mit einem Feigenblatt. Vor ca. 15000 Jahren sahen wir, dass wir nackt waren, also dass wir einen physischen Leib besitzen. In der urindischen Zeit kamen wir zur Gewahrwerdung unseres Ätherleibes, der in uns individualisiert war. Er war der Faktor der Kulturentwicklung, denn es gab noch keine individualisierten höheren Wesensglieder. In der zweiten altpersischen Kulturepoche wurde der Astralleib individualisiert. Erst in der ägyptisch-chaldäischen Zeit begann die Individualisierung der Empfindungsseele, sie wurde zu unserem Eigentum, es entstand die Gnosis usw.

Die Weltachse der Symmetrie verläuft wie gesagt durch die Mitte der Atlantis. Aber das ist die Weltachse der objektiven Evolution, die mit der objektiven Entwicklung zusammenhängt, welche das Produkt der Götter ist. Diese Schöpfung geht vom alten Saturn, über die alte Sonne, den alten Mond bis zur Mitte der Atlantis. Wir Menschen sollen den großen Übergang zur subjektiven Evolution schaffen.

Was heißt das? Alles, was oben beim Ich-bin des Absoluten beginnt und durch alle Stufen des Daseins, durch alle Götter abwärts hallt, ist die Manifestation der subjektiven Evolution. Das bedeutet, dass jedes dieser Wesen auf der Stufe des höheren und niederen Devachan, der Astralwelt, ein Ich entwickelt haben und die menschliche Stufe durchlaufen sein soll. Das Ich muss in ihnen subjektiv geworden sein und nach dem göttlichen Willen schöpferisch wirken. Folglich ist das Hauptprinzip unseres Zyklus das Ich-bin. Dieses muss auf der Erde den Höhepunkt im Menschen als Subjekt finden, welches das höhere Ich besitzt. Mit dem Ich-bin-Prinzip sollen wir zur Freiheit und Liebe kommen. Jedes Wesen muss zum Ich werden. Und seit der Mitte der Atlantis, als dieser Übergang begann, bildeten wir erst unser niederes Ich aus, mit dem wir die Entwicklung durchmachen sollten. Nur die Eingeweihten streiften mit entrücktem Bewusstsein das höhere Ich durch den Vatergott, der sich ihnen offenbarte.

Der Heilige Geist wirkt aus der Zukunft in Richtung der Vergangenheit, der Vatergott in umgekehrte Richtung aus der Vergangenheit zur Zukunft. Dort, wo Sie sich begegnen, erzeugen die vatergöttliche Substanz und die Form, die ihr der Heilige Geist verleiht, eine Form in der Gegenwart, die eine vatergöttliche Substanz hat. Dieser Form mit einer Substanz muss Leben verliehen werden und es ist der Sohn, der es macht. Dieser Prozess vollzieht sich während der ganzen Evolution. Obwohl der Heilige Geist von der Zukunft aus wirkt, hat Er das Potenzial, auch zur Vergangenheit überzugehen. Der Vatergott, der aus der Vergangenheit wirkt, hat das Potenzial, sich bis zum Ende zu bewegen. Dort wo sich beide kreuzen, ist die Gegenwart, es bildet sich eine Form mit Substanz heraus, die der Sohn beleben soll. Diese Form existiert vorübergehend, bis der Bedarf an ihr ausgeschöpft ist und eine neue Form, d.h. eine neue Art entsteht. Die Entwicklung schreitet fort und wir waren schon längst zum Homo erectus geworden, als wir das in der ägyptischen Epoche gewahr wurden. Als wir begannen, an der Entwicklung der Verstandesseele zu arbeiten und auch das Denken und seine Individualisierung streiften, also uns von der geistigen Welt langsam trennten, kam unser „Sündenfall“  zu seiner vollen Entfaltung.  Die Triade der Vergangenheit ist unsere Trennung von der geistigen Welt und der sog. „Sündenfall“ ist der Herabstieg zum Irdischen und die allmähliche Meisterung des irdischen Lebens. Wir kamen in den Besitz des Baums der Erkenntnis und damit haben wir zum ersten Mal das Denken in der Zeit Sokrates’, Platos und Aristoteles’ individualisiert. Damals begann sich unser Denken vom Weltdenken zu trennen, das über die Menschen wirkte. Das führte dazu, das unser Denken sich seines Inhalts entleerte. Die vatergöttliche Substanz verschwand aus dem Denken.

Wie sieht unser Denkmechanismus aus und wohin führt er? Wenn wir denken, ist das Denken im Wesentlichen der Heilige Geist. Er, also das Denken vertreibt die Materie in uns, wirft sie zurück und das Denken beginnt wie der Heilige Geist zu wirken. Immer wenn der Geist wirkt, weist er die Materie zurück. Bei der Zurückweisung der Materie brauchen wir ein höheres Ich, das in einem höheren Sinne die Umwandlung von Materie in Geist erledigen und sie nicht einfach entsorgen kann. Die vatergöttliche Substanz soll sofort in Geist umgewandelt werden. Die ganze Evolution seit dem alten Saturn war darauf gerichtet, den Geist bis zur materiellen Form und zum abstrakten Denken zu verdichten. Es besteht die reale Gefahr, dass der Geist vollständig abhanden kommt. Was würde das bedeuten?

Der Geist strebt immer danach, die Materie in Geist zurückzuverwandeln. Wenn man kein höheres Ich besitzt, kann man nicht im höheren Sinne das Hauptsakrament  des Christentums erreichen – die Transsubstantiation oder die Zurückverwandlung der Materie in Geist. Da wir ein niederes Ich besitzen, dessen sich die ganze Menschheit bedient, entstand ein Riesenproblem. Worin besteht dieses Problem? Allmählich wurde die Form des Homo erectus ausgebildet, der zum Homo sapiens – dem vernünftigen Menschen – werden sollte. Vorher verband sich das den geistigen Gedankenwesenheiten entstammende Denken durch den Stoffwechsel im Kopf mit der Substanz im Menschen. Das von oben herunterströmende Denken war bildhaft, substanziell und mit der Substanz im Menschen verwandt. Es war das Produkt von ichhaften Göttern. Als wir begannen, uns von diesen Gedankenwesenheiten zu trennen und ein eigenes Denken in uns zu entfalten, war die vatergöttliche Substanz in uns bis zu einem gewissen Grade bedroht, denn das niedere Ich kann diese Substanz nicht in Geist umwandeln, sondern sie nur zum Organismus hinausstoßen. Sie verwandelt sich in eine Art Schlacke, die von Ahriman geraubt wird. Aus ihr, d.h. aus der nicht vergeistigten Materie schafft er einen Satelliten des zukünftigen geistigen Jupiter. Dadurch bestand die Gefahr, dass die vatergöttliche Substanz – dieser materielle Anfang, mit dem wir in diesen Zyklus eingetreten sind -,  für immer verloren gehen würde. Unser physischer Leib ist von dieser Substanz erfüllt. Wenn das Ich die Arbeit an der Vergeistigung nicht erledigen kann, besteht die Gefahr, dass diese Substanz vollkommen verloren geht. Das bedeutet, dass wir unseren physischen leib verlieren. Da dieser Leib das Werkzeug zum Übergang vom niederen zum höheren Ich darstellt, hätte das den ganzen Zyklus und den Plan, dass der Mensch zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe wird, verhindert. Auch der nächste Zyklus des Heiligen Geistes stand in Frage. Es war notwendig, dass  jemand eingreift und alles belebt und die Bedingungen für die Zukunft schafft. Das konnte natürlich nur Christus sein. Aus dem Pralaya stieg das Pentagramm als Jesus herab und Christus konnte durch die Auferstehung des physischen Leibes in Sich diese Substanz retten. Das Phantom ist auferstanden und wir haben die Chance erhalten, mit Christus auch diese Auferstehung zu erleben. Christus hat die drei gigantischen Metamorphosen des Menschen in Sich vereint. Die erste Metamorphose ist unsere „Vertreibung“ aus dem Paradies und die Verwandlung in einen Homo erectus. Die zweite Metamorphose ist unsere Verwandlung ab der griechischen Epoche in einen Homo sapiens. Die dritte Metamorphose findet gegenwärtig statt, wenn wir durch das morphologische Denken den Übergang zum Homo liber machen. Aus der geistigen Welt wird uns mitgeteilt, dass wir zum Homo magneticus werden sollen und ich möchte darauf eingehen. Natürlich wird uns niemand von oben etwas anordnen, aber das ist das Ziel vor unseren Augen. Die letzte Metamorphose steht noch bevor und wir sind auf der Schwelle zu diesem Übergang. Doch die Menschheit hat große Schwierigkeiten beim Erreichen dieses Ziels. Der Vatergott ist im Garten Gethsemane ein großes Risiko mit Christus eingegangen und bei uns besteht das kolossale Risiko darin, dass es keine Zukunft haben könnte. Alles, was eine objektive, abwärts gehende Evolution und von den Göttern angewendete Kräfte zur Schaffung unserer drei Leiber und unseres Ich darstellte, wurde in Jesus konzentriert. Von jenem Zeitpunkt an soll alles durch Christus geschehen, damit wir unser Ich entwickeln, unsere Leiber transformieren und aus der Sieben über das Pentagramm zu einer Drei und einer Eins werden und zu Gott zurückkehren. Er hat uns den Heiligen Geist als Helfer herabgesandt.

Nun ist die Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt und bis zur Himmelfahrt begrüßen wir uns mit den Worten „Christus ist auferstanden“ (zur Osterzeit übliche Begrüßung in Bulgarien). Der heilige Seraphim von Sarow benutzte das ganze Jahr durch diese Begrüßung, denn auf der Auferstehung basiert unser ganzes Dasein. Mit der Hilfe von Christus müssen wir in diesem siebenstufigen morphologischen Denken auferstehen, indem wir den Vater anbeten, wie es in der Bibel steht, „im Geist und in der Wahrheit“ (Joh.4:24).

Das Jahr 333 bildet das Zentrum der vierten Kulturepoche und damals war der Mensch vollständig zu einem Homo sapiens geworden. Daher gewann die Frage nach dem Übergang vom abstrakten zum lebendigen, siebenstufigen morphologischen Denken an Aktualität. Im neunten Jahrhundert wusste Parzival, dass dasjenige, was mit den höheren Eingeweihten in den vorchristlichen Zeiten geschehen war, eines Tages vor den Menschen stehen würde, die mit dem wachen Ich, mit wachem Bewusstsein sich mit ihrem höheren Ich verbinden müssen. Er – der wieder inkarnierte Manes – wusste es und war sehr bedrückt. Es kamen die Bogomilen und dank ihrer Vorarbeit konnte Goethe sein Werk verrichten. Goethe war der erste, der versuchte, das morphologische Denken zu praktizieren. Das machte er im 18. Jahrhundert gelebt, nachdem die erste Götterhierarchie durch die zweite in uns die kosmische Intelligenz nach dem 15. Jahrhundert hineingeführt hatte. Es mussten einige Jahrhunderte vergehen, bis Goethe kam, der ein großer Gelehrter und Schöpfer auf dem Gebiet der Kunst war und das morphologische Denken entwickelte. Durch dieses Denken kam er zur Idee der Urpflanze, zum Ursprung jeder Pflanze, der in keiner Pflanze vollständig präsent ist. Das morphologische Denken ist die Belebung des Denkens, der Baum des Lebens. Goethe nahm langsam den Platz Abels ein, auf den wir uns stützen. Die Spitze des abstrakten Denkens bzw. der Baum der Erkenntnis war Hegel. Sowohl Goethe als auch Hegel erschienen inmitten des deutschen Volkes. Steiner gelang es, durch dieses Makrourbild – das zum Menschen  heruntergeholte und richtigerweise mit der Spitze nach oben gestellte Pentagramm – im morphologischen Denken die beiden Bäume miteinander zu verbinden. Dieses Denken ist fähig, den Menschen in die neue Menschenart umzuwandeln. Steiner ermöglichte uns den Übergang zum Homo liber, doch zur Umwandlung zum Homo magneticus ist etwas anderes erforderlich. Diese Umwandlung erinnert uns daran, wie die gegenwärtige Transformation der Materie im Menschen erfolgt und wie sie bei den ersten Menschen geschehen wird, die das in der neuen Art tun werden. Im Augenblick besteht die einzige Möglichkeit, die Materie in Geist zu verwandeln, in der Art, in der das in der Liturgie der Kirche geschieht.

Wir wollen die Stufen dieser Liturgie und die Stufen der Transformation kennenlernen, damit wir danach den Unterschied zum individuellen Kult erkennen können, den wir als freie Menschen entwickeln müssen.

 

Die Auferstehung im Denken 3

Abb. 3

Es gibt zwei Mysterien im menschlichen Leben – das Mysterium der Geburt und das Mysterium des Todes und der Auferstehung. Sie haben jeweils vier Stufen und kreuzen sich hier unten (Abb.3, Teil 1). Wenn wir beide Mysterien vereinen, ergibt das ein siebenstufiges gemeinsames Mysterium, dessen Entfaltung wir in der Liturgie verfolgen können – durch die objektive Evolution, durch diese Wirbelbildung, die durch das Symbol des Sternzeichens Krebs ausgedrückt wird, und durch die Involution der geistigen Welt nach unten. Was wird in den Kirchen gemacht?  Das erste, womit der Mensch anfängt, ist der Herunterstieg auf die Erde (Punkt 1). Noch bevor er zum ersten Mal gestillt wurde, war er auf die Erde herabgestiegen, aber er war noch nicht mit der Materie verwandt. Deshalb schreibt Steiner über die alten Germanen – soweit wir sie für solche halten können -, dass bei einem Neugeborenen der Vater entschieden hat, ob er das Kind tötet und der geistigen Welt zurückbringt oder ihm erlaubt, gestillt zu werden, wonach er es nicht mehr der geistigen Welt zurückschicken durfte. Vor dem ersten Schluck Muttermilch hat das Kind noch keine Materie in sich aufgenommen und befindet sich folglich noch in der geistigen Welt. Es ist zwar heruntergekommen, aber es ist noch nicht mit der Materie verwandt. Wenn das Baby zu saugen beginnt, wird es mit der Erde verwandt (Punkt 2), danach soll es sich an die Erde anpassen (Punkt 3) und die aufrechte Körperstellung einnehmen. Das ist das Mysterium der Geburt – das Kind kommt zur Welt, dann beginnt es, Nahrung aufzunehmen und zu krabbeln und es richtet sich auf. Diese drei Etappen sind das Ergebnis der objektiven abwärtsgerichteten Evolution. Mit dem Erwerb der Sprache wird der Übergang zum vierten Element gestaltet, in dem der Übergang zur Liturgie beginnt. Hier weiter oben ist die Geburt des Ich. Wenn der kleine Mensch größer wird und die Sprache erworben hat, beginnt er zu denken und in einem bestimmten Augenblick wird das Ich geboren. Hier setzt auch die Liturgie ein, das zweite Mysterium – das Mysterium des Todes und der Auferstehung. Wie beginnt sie?  Die Liturgie bildet das Zentrum des exoterischen, kirchlichen Christentums – das Geheimnis der Verwandlung des Brotes und Weines in Geist, Leib und Blut Christi. Am Anfang werden die Evangelien vorgelesen, was durch das Verbrennen von Weihrauch in dem Weihrauchfass begleitet wird. Der aufsteigende Rauch ist eine Reminiszenz der Opferfeuer Kains und Abels. Wir wissen, dass Gott das Opfer des Kain nicht angenommen hat. Die Liturgie entstand in den alten Zeiten und die damals anwesenden Menschen wurden einer besonderen Vorbereitung unterzogen. Im Unterschied zu den früheren Zeiten darf man heutzutage selbst nach dem übermäßigen Lammbratenkonsum der Liturgie beiwohnen! An dem heiligen Sakrament, dem das Hauptmysterium des Christentums – der Verwandlung der Materie in Geist – zugrunde liegt, durften früher nur Menschen teilnehmen, die lange Zeit gefastet und gebetet hatten. Der Weihrauch hat eine besondere Eigenschaft und nicht zufällig war eine der Gaben der drei Könige Weihrauch. Mit dem aufsteigenden Rauch, der das Vorlesen der Evangelien begleitet, mit dem Aussprechen der überlieferten Worte, die heute noch verwendet werden, kommt eine Verbindung zwischen Wort und Rauch zustande. Dabei steigt das Wort nach oben zu den Göttern auf und es wird die Verwandlung der Materie in Geist vollzogen. Und wenn das Wort dermaßen verstärkt und vergeistigt ist, kommt man zur Kommunion, d.h. der Mensch wird in die Gemeinschaft der Götter aufgenommen („Kommunion“ = „Gemeinschaft“). Der Mensch wird in der Liturgie wieder zu den Göttern erhoben. Hier besteht die Theurgie im Herunterholen der Götter zum Altar, also gleichsam zum Priester. Der Priester ist der Vermittler zwischen den Göttern und den Menschen unten, damit dieses Sakrament zustande kommen kann. Der Priester hat keine größere Funktion als diese inne, aber er hat das Privileg, den Geistern anzuordnen – gleich werde ich diesen absurd klingelnden Ausdruck erklären -, herunterzusteigen zum Altar, damit sie sich mit dieser objektiven Evolution verbinden, mit der Liturgie, die unten gehalten wird. Die Geister sollen die Materie umwandeln, diese vergeistigte Materie aufnehmen, so dass der Mensch, der die Kommunion empfängt, den Göttern zugehörig wird. Der Mensch wird zu den Göttern erhoben, darin besteht das Geheimnis der Liturgie. Die Frage ist, ob der Priester in der Kirche tatsächlich diese Macht besitzt, den Geistern Anordnungen zu erteilen. Ja, er hat in der Tat diese Macht. Aber ich werde einen Fall schildern, damit Sie sehen können, welche komischen Ausmaße dieses Priesterprivileg bereits angenommen hat.  Vor etwa zehn Jahren erzählte mir Petra Christova aus der „Weißen Bruderschaft“, dass sie an einem Festmahl zum Nikolaustag (an dem 6.12. wird traditionell Fisch gereicht) teilgenommen, zu dem auch der gottselige Metropolit von Varna Kyrill eingeladen war. Wie Sie wissen fällt der Nikolaustag in die  Weihnachtsfastenzeit, aber die Kirche erlaubt den Fischkonsum  am 06. Dezember (Nikolaus von Myra ist unter anderem der Beschützer der Schiffsleute). Bei diesem Festmahl wurden aber keine Fischgerichte, sondern Koteletts aufgetischt – den Fleischessern ist der Fisch wohl nicht Fleisch genug, sondern nur eine Art Salat. Damit aber der Kanon eingehalten wurde, sagte der Metropolit in die Richtung der Koteletts: „Das sei Fisch!“ Aus weiteren Quellen wissen wir, dass ein solches Verhalten keineswegs die Ausnahme bildet, sondern weit verbreitete Praktik in den Kirchenkreisen ist. Das, was der Liturgie einst hineingelegt worden ist, stellt einen realen okkulten Akt dar, bei dem die Umwandlung der Materie erfolgt, die Geister hinuntersteigen und der Mensch erhoben wird. Wenn man Koteletts vor sich hat und die Liturgie durchführt, wird man nicht sehen, wie die Koteletts zum Geist werden, aber es geschieht eine Transsubstantiation dieser Koteletts. Das Aufessen des Koteletts führt in den Körper transsubstanziierte Materie ein, egal, wie schwachsinnig das dem heutigen Menschen des abstrakten Denkens klingen kann. Wer macht aber schon die Kommunion mit Schweinefleisch? Schon Abraham hatte die Juden angewiesen, kein Schweinefleisch zu essen. Die Kommunion soll mit Brot und Wein nach dem Urbild durchgeführt werden, das uns Christus gegeben hat, nicht mit Koteletts, denen man anordnet, „Fisch zu werden“. Man kann entweder das Kotelett in Geist oder den Fisch in Geist verwandeln, aber nicht das eine in das andere. Verstehen Sie, was paradox ist? Das abstrakte Denken hat selbst bei den Bischöfen dermaßen jeglichen gesunden Menschenverstand, dass sie das Hauptsakrament des Christentums überhaupt nicht verstehen. Man kann sagen, dass sie mit dem Christentum nichts zu tun haben. Trotzdem erreicht ein Priester sein Ziel beim Reichen des Brotes und Weines, wenn er die Liturgie ordnungsgemäß hält und beim Vorlesen des Wortes des Evangeliums auch dessen richtiges Erleben erreicht.  In den sieben Stufen der Liturgie werden also das Mysterium der Geburt und das Mysterium des Todes vereint. Was müssen wir tun, damit unser Denken metamorphosiert und wir gleichzeitig das Hilfsmittel benutzen, das uns Christus mit dem Vaterunser gegeben hat?  Wir haben deshalb die Vorlesung mit diesem Gebet begonnen und ich habe Sie gebeten, dass wir es zusammen aussprechen. Wie lässt sich das Vaterunser mit der Entwicklung des höheren Ich im Menschen verbinden, mit der Entwicklung in ihm von Manas, Buddhi und Atma, mit der objektiven Evolution und der Morphologie des siebenstufigen Denkens? Wie kann man das alles miteinander verbinden, damit wir die Vorteile genießen können, die uns Gott selbst gegeben hat und mit diesem Gebet diese Transsubstantiation vornehmen, indem wir bei unserem niederen Ich anfangen und zum höheren Ich kommen und keinen liturgischen Kult mit Priestern als Vermittler mitmachen, sondern selbst zum Priester und Altar werden? Bei der Liturgie sind der Priester und der Altar getrennt, während bei dem individuellen Kult wir selbst Altar und Priester sind. Wir nehmen die umzuwandelnden Substanzen aus unserem Inneren, aus unserer eigenen Seele. Nicht Brot und Wein benutzen wir, sondern unsere eigene Seele. Das ist ein großes Mysterium. Wie Sie sehen, ergeben diese beiden Mysterien in der Liturgie in ihrer Vereinigung den Gralskelch. Am Ende gibt der Priester aus diesem Gralskelch die Hostie dem Menschen, der beim Aufessen des der Transsubstantiation unterzogenen Brotstückes sich mit den Geistern vereinigt, denen der Priester angeordnet hat, zum Altar hinunterzusteigen und den Menschen nach oben mitzunehmen. Diese beiden Aspekte müssen in uns vereint werden. Wenn wir das siebenstufige morphologische Denken begreifen und lernen, in diesem Denken Triaden zu benutzen und dieses triadische Denken in uns innerhalb des siebenstufigen Denkens vergeistigen, dann können wir bei der Anfangsthese in der Morphologie des Denkens anfangen. Diese These kann das Evangelium sein, das Lesen des Evangeliums. Es folgt die Frage, was unter dem Lesen des Evangeliums in der These verstanden werden kann, da die These das Produkt der objektiven Evolution ist. Das ist unser physischer Leib, das Erdelement, das Brot im Vaterunser. Ich möchte die Art erörtern, auf die Steiner dieses Gebet darstellt und es auf eine andere Art darstellen, um das Erörterte zusammenzufassen.  „Vaterunser, der du im Himmel bist“ – gemeint ist das Absolute, das als eine Trinität aus Vater, Sohn und Heiliger Geist in Erscheinung tritt. „Geheiligt werde dein Name“ – gemeint ist das Manas, „dein Reich komme“ – Buddhi, „Dein Wille geschehe“ – Atma. Beachten Sie, dass das Absolute oben ist, aber andersherum als Drei erscheint: „Name“ (der Heilige Geist), „Reich“ (der Sohn) und „Wille“ (der Vater). Das liegt daran, dass uns dieses Gebet gegeben wurde, damit wir von unten nach oben aufsteigen, durch die Form- und Reichstufe bis zum Willen. Denn der Heilige Geist schafft die Formen, danach haben wir das Reich – den Sohn, und dann den Willen – den Vater. Deshalb wurde das Vaterunser von Gott selbst so gegeben, weil es der Menschenerhebung von unten nach oben zur Trinität entspricht. Es folgen die vier Bitten. Hier bezieht sich das Brot auf den physischen Leib, die Schulden – auf den Ätherleib, die Versuchung – auf den Astralleib und das Übel, auf das Ich (gemeint ist das niedere Ich, dessen wir uns heutzutage bedienen). „Vater unser, der du im Himmel bist“ ist eine an das Absolute gerichtete Bitte. „Geheiligt werde deine Trinität im Pralaya“, damit unten im Manvantara (im Quadrat auf der Zeichnung unten rechts), unsere vier Wesenglieder allmählich von dieser ganzen Macht vergeistigt werden, indem vom Ich-bin-Prinzip und Manas, Buddhi und Atma ausgegangen wird, die von uns individualisiert in unsere drei Leiber und das niedere Ich eintreten und diese unter der Kontrolle des höheren Ich umwandeln.  Das ist der Sinn des Vaterunser-Gebets. Beachten Sie, dass uns das Gebet bis zur Stelle „erlöse uns vom Übel“ zur Ewigkeit, zum Pralaya führt, wo sich das Dreieck befindet, das wir auf der Erde entwickeln und individualisieren sollen. Am Ende des Gebets („denn dein ist das Reich…“ fängt man beim Sohn an –   „das Reich“ ist der Sohn. Die fundamentale Dreieinheit aus dem Pralaya ist unten nicht mehr statisch, sondern befindet sich in der dynamischen Entwicklung. An ihre Spitze stellt sich nicht der Vater (das Atma), sondern der Sohn. Das ist eine gigantische Metamorphose, die wir vorzunehmen haben – das Buddhi-Prinzip, der Sohn, die ganze Trinität, sollen in uns, in unsere Leiber und unser Ich herunterströmen.  Hier (in Abb. 2) liegt die Antwort, wie diese Umwandlung erfolgen soll, die uns zu einem individuellen Kult macht, bei dem wir selbst Altar und Priester sind. Sehen Sie, an welche Stelle Steiner in seiner Deutung des Vaterunser-Gebets das Ich stellt (das Übel), den Astralleib (die Versuchung), das Brot (den physischen Leib) und die Schulden (den Ätherleib). Die ursprüngliche konstante Drei aus dem Pralaya stützt sich auf das Ich und den menschlichen Astralleib. Hier unten sind der physische Leib und der Ätherleib. Das Vaterunser in der Deutung Steiners ist der Ewigkeit, dem Pralaya zugewandt. Wir müssen uns aber mit diesem Gebet nicht oben an Christus wenden, von wo Er gekommen ist, sondern hier unten. An der Spitze dieser Drei muss nicht Atma, sondern Buddhi stehen. Das ist die große Metamorphose.  Ich werde etwas aus meinem Buch „Der Weg zum Ich“ zitieren, obwohl ich mir bewusst bin, wie anmaßend das klingt. Das Buch habe ich vor knapp fünf Jahren geschrieben. Wenn ich es nun von meiner jetzigen Entwicklungsstufe aus betrachte, stelle ich fest, dass das ganze Buch mit all seinen Sätzen, die ich wie  im Dunkeln tastend geschrieben habe, ideal in das Erörterte hineinpasst. Dieses Buch war wahrhaftig von Gott inspiriert. Ich werde meine persönlichen Erfahrungen zitieren, um Leben in das Gesagte zu bringen, das sonst allzu theoretisch klingt. Das ist etwas in der Art der Biographiearbeit, die die Anthroposophen zu praktizieren pflegen. Da dieser ganze Prozess sich in mir von 2004 an auf die möglichst radikale Art abspielte, kann ich ihn nun an mir zwecks größerer Klarheit erklären.  Mit dem Vorlesen der Evangelien beginnt die eigentliche Liturgie zwischen  Stufe 4 und Stufe 5. Wenn einem Ich, das auch das niedere Ich sein kann, die Evangelien vorgelesen werden, dann wird dieses Ich als Anfangsthese dorthin übertragen (am Anfang der Zeichnung über den individuellen Kult). Warum? Wer letztes Mal aufmerksam zugehört hat, der weiß, was ich damals als These aufgestellt habe. Ich war in ein Problemdreieck aus drei Personen geraten und musste aus dieser Situation einen Ausweg finden. Ich suchte mit meinem niederen Ich nach allen möglichen Lösungen anhand der Mittel aus dem Manvantara, die mir die objektive Evolution bieten konnte. Keines der Mittel hat sich jedoch als angemessen erwiesen – das ist die These. Warum stellen wir das Vorlesen der Evangelien an die Stelle dieser These? Was können wir als die Anfangsposition in dieser ganzen Metamorphose betrachten, die wir nun erleben werden, was können wir als das Lesen der Evangelien verstehen? Ich habe die These ausgestrahlt, dass ich eine Lösung der Probleme im Dreieck finden muss – das ist sehr symbolträchtig, wir waren nicht durch Zufall zu dritt. Das hier (oben auf Abb. 1) ist das Dreieck im Pralaya, hier ist das Urbild des Makroanthropos, er steigt hinunter und wird zum Mikroanthropos, jeder von uns ist ein Mikroanthropos. Danach geriet ich in ein Dreieck aus Problemen. Ich habe die These von der Position meines niederen Ich ausgestrahlt, denn das ist das Ich, das heute vorherrschend ist. Ich musste die Problemlösung durch die Mittel der objektiven Evolution finden. Natürlich hatte ich damals keine Ahnung davon, ich musste also die Lösung mit den Mitteln meines damaligen Potenzials finden. Warum steht hier (Abb.3, Teil 2, Punkt 1) das Schlüsselwort „Evangelium“? Weil hinter jedem Menschen, der hier eine solche große These aufstellt und diesen Weg besteigt, sich seine früheren Inkarnationen zu melden beginnen. Selbst wenn die These vom niederen Ich ausgestrahlt ist, spürt man dahinter den Schatten einer übersinnlichen Wesenheit. Dieser Schatten ist das höhere Ich, das vorläufig nicht zugänglich ist. Was ist der Unterschied zwischen der gewöhnlichen These, Antithese und Synthese und dem, was wir hier erläutern? Der Unterschied besteht darin, dass das zu lösende Problem von der Position unserer Selbsterkenntnis und Gotterkenntnis gestellt wird. Hier meldet sich zwar das höhere Ich, aber das niedere Ich ist vorherrschend. Das Vorlesen der Evangelien bestand bei mir, als mein Problem mich in dieses Dreieck im Jahr 2003 gestellt hat, im Lesen zahlreicher spiritueller Bücher. Meine Frau und ich hatten vorher schon angefangen, intensiv spirituelle Literatur zu studieren. Dank ihrer Wirkung auf das niedere Ich erfuhren wir, dass es ein Karma und eine Reinkarnation gibt. Genauer gesagt haben wir uns an das erinnert, was wir aus vorherigen Leben gewusst hatten. Das ist eine unbeschreibliche Begeisterung. Wenn man dem heutigen praktisch toten Menschen erzählt, dass es eine Reinkarnation gibt, ist er verwirrt und streitet das sofort ab. Die größte Botschaft, die man überhaupt hören kann, wird geleugnet. Die spirituelle Literatur ist Art Evangelien, sie ist etwas, was von den Engeln kommt. Diese können zwar richtig entwickelte oder luziferisierte Engel sein, aber immerhin kommt diese Literatur aus der geistigen Welt. Damit ich diese These von der Position der Selbst- und Gotterkenntnis aufstellen konnte, musste ich vorher eine Menge Bücher lesen – sowohl spirituelle, als auch nicht spirituelle. Sie haben mein Fundament aufgebaut. Man muss selbst zu einem Evangelium werden, etwas aus den Evangelien muss in uns wirken – das ist die These. Hier ist auch das Erdelement präsent.  Ich werde nur schnell die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer erwähnen, die unseren drei Leibern und dem Ich gegenübergestellt werden können, die praktisch aus diesen vier ätherischen Elementen gewoben sind. In der Position 1 (Abb. 3, Teil 2) befindet sich unser physischer Leib – beachten Sie bitte den Unterschied zu Steiner (Abb. 2 unten). Steiner stellt das Ich in den Anfang und die Drei aus Manas, Buddhi und Atma über dem Ich stützt sich auf dieses Ich und den Astralleib (auf dem Abbild – das Böse und die Versuchung). Dagegen stellen wir (Abb. 3 rechts Teil 2, Punkt 1) den physischen Leib als eine Stütze der Drei. Bei Steiner stützt sich die göttliche Drei auf unser niederes Ich und unser Astralleib und das niedere Ich müssen allmählich beginnen, die restlichen Bestandteile des Quadrats umzuwandeln. Dagegen geben wir in unserem Abbild nicht dem niederen Ich, sondern dem Christus-Ich – der Buddhi – die Möglichkeit, diese Arbeit zu erledigen und wir streben von unten mit unserem niederen Ich sehnlich zu Ihm. Das Lesen verschiedenartiger spiritueller Literatur hat mein niederes Ich in Bewegung gesetzt, dadurch ging ich nach und nach vom abstrakten Denken zum Ätherisieren des Denkens über.  Versetzen wir uns zurück in die Mitte der Atlantis, als das äußere Skelett der Erde abzusterben begann, die Kontinente und Berge sich bildeten und wir die Anfänge einer Denktätigkeit aufwiesen. All das führte dazu, dass der physische Leib die Oberhand über den Ätherleib erlangte. In den nächsten Epochen sollte der Ätherleib immer mehr in seiner Arbeit an der immer schnelleren Metamorphose des physischen Leibes erschwert werden. Während der Ankunft Christi hatte diese Krise ihren Höhepunkt erreicht und nur Christus konnte sie lösen. Heute hat wieder unser physischer Leib die Oberhand über unseren Ätherleib erlangt. Wir müssen aber den genau umgekehrten Prozess auslösen, in dem sich unser Denken vom physischen Gehirn trennt und der Übergang zum Äthergehirn erfolgt. Das ist eine Riesenumwandlung, die wir vorzunehmen haben. Wir müssen zum lebendigen Denken mit dem Äthergehirn übergehen, d.h. zum morphologischen Denken, denn der Ätherleib ist das Leben, dort wirkt Christus, das Buddhi-Prinzip. Wenn man das Fundament aus seinem früheren Leben hat, verbindet sich das Studium spiritueller Literatur mit dem jeweiligen Erleben, wodurch die erste Stufe der Evangelienlesung erreicht wird. Fehlt dieses Fundament, kann man nur gähnen, wenn man ein solches Buch zu lesen beginnt und dann ist Schluss, der Mensch wird bereits am Anfang aufgehalten. Tiefer  als die These folgt die Antithese unten. Nur im Menschen, der siebenstufig ist, können die siebenstufige Evolution und das siebenstufige morphologische Denken einander begegnen. Der Mensch ist das systembildende Prinzip. Im Moment sind wir der Krisenfaktor in der ganzen Evolution, denn wir stehen vor der Herausforderung, das höhere Ich zu entwickeln und zu bewussten Mitschöpfern der Götter zu werden. Die Krise findet gegenwärtig im systembildenden Faktor des irdischen Äons statt – im Menschen. Diese Krise ist die Krise des ganzen Zyklus. Wenn ein Mitglied der Gesamtheit sein höheres Ich nicht entwickelt, geht alles zu Ende, das ganze System kann zusammenbrechen. Dann werden die Götter für uns Manas, Buddhi und Atma schaffen, aber als Hülsen, ohne unsere Teilnahme als höheres Ich und ohne die Teilnahme Christi, Der in unserem höheren Ich die ganze Metamorphose vornimmt. Christus wird das tun, aber wir sind keine Marionetten, sondern wir müssen uns immer mehr vom Prinzip „Nicht ich, sondern Christus in mir“ leiten lassen. Als Christus kam, lud Er das Kreuz der Weltevolution auf Sich. Christus ist der Hauptfaktor des ganzen Zyklus des Sohnes. Nun lädt jeder von uns, der die paulinischen Worte „Nicht ich, sondern Christus in mir“ bekennt, das eigene Kreuz auf sich und nimmt so an dieser Metamorphose teil. Er wird zum Teil des Kreuzes Christi und hilft Ihm, das Kreuz zu tragen, denn Christus trägt grundsätzlich dieses Kreuz, damit wir Unvernünftigen das schaffen können. Christus brauchte dieses Opfer nicht, aber ohne Sein Opfer wäre Schluss mit uns gewesen. Neben der Antithese steht „Atma“ geschrieben. Was ist die Antithese im Vaterunser? Hier (Abb. 3, Punkt 1) ist der physische Leib, hier unten (Punkt 3) ist der Ätherleib, hier (Punkt 5) sind die Versuchung und der Astralleib und hier oben (Punkt 7) ist das höhere Ich. Hier (Punkt 1) haben wir ein Ich in Anführungszeichen. Dieses Ich ist gleichzeitig das makrokosmische Christus-Ich, das herunterströmt. Gleichzeitig können wir sagen, dass es unser niederes Ich ist, das sich Christus immer mehr hingibt. Unser höheres Ich ist hier (Punkt 7) am Ziel. Wenn wir bei unserem physischen Leib und der Trinität oben anfangen, aber mit dem Sohn an der Spitze, und nicht mit dem Atma (Abb. 2, unten) und zum physischen Leib und nicht zum Ich gehen, strömt die göttliche Trinität herunter, damit sie allmählich als Trinität in uns eine Individualisierung erfährt und der Sohn von ganz oben in der Kontemplation ganz unten zur Buddhi wird (Abb. 3, Teil 2). Diese ganze Metamorphose muss sich entfalten. Wer ist derjenige, der sich in die Antithese einmischt? In meinem Fall habe ich in der These begriffen, dass absolut nichts in dieser Welt, was das Ergebnis der objektiven Evolution ist, mein Problem im Dreieck lösen kann. Dann habe ich mich von dieser Welt losgesagt. Die Wurzel des Materialismus, die in jedem von uns feststeckt, wurde leicht gestutzt. Natürlich wurde sie nicht gänzlich abgeschnitten, aber die Säge begann schon zu arbeiten. Nach dem Lossagen von dieser Welt gerät man in ein Loch. Es bleibt nichts, man ist vollkommen hilflos. Die Antithese negiert die These, aber hier steht ‚Atma‘. Was ist damit gemeint und was ist hier die Antithese? Der Heilige Geist wirkt aus der Zukunft zur Vergangenheit, Er schafft die Formen und kann bis hierhin reichen (Abb. 3, Punkt 1). Der Vater beginnt dort und kann bis zum Ende reichen (Punkt 7). Dort, wo sich beide kreuzen, verleiht der Vater die Substanz und der Heilige Geist erzeugt die Form. Der Sohn ist die ewige Gegenwart, die dieser Form Leben verleiht, wobei unwichtig ist, was für eine Form das ist. Die Form existiert eine Zeit lang, dann ist sie zu Ende und es muss eine neue Begegnung zwischen dem Heiligen Geist und dem Vater mit einer neuen Substanz und Form geben, der Sohn muss wieder mit dem Leben eingreifen, so dass ein neues Geschöpf entsteht. Der Heilige Geist ist der Träger des Denkens, der aus der Zukunft kommt – die Substanz des Denkens ist mit der Substanz des Heiligen Geistes verwandt. Der Heilige Geist geht durch alle Stufen und reicht bis hierhin (Punkt 2). Er ist die Antithese. Der Heilige Geist, das Manas, kommt bis hierhin (Punkt 2) und negiert das Atma. Was ist das Atma? Die These, dass diese Welt –  der Vater – mein Problem lösen wird. Das Manas – der Heilige Geist – negiert das Atma hier (Punkt 2). Es folgt die Synthese, in der die geistige Welt mein Problem gelöst hat. In der Synthese habe ich begriffen, dass die geistige Welt mein Problem zwar löst, aber alles auf dem physischen Plan zu geschehen hat. Ich begriff, dass ich weiterleben werde, denn die physische Welt existiert und ich kann nicht auf den physischen Leib und die Welt verzichten. Die geistige Welt in der Gestalt des Heiligen Geistes hat mein Problem gelöst. Das ist der Heilige Geist, der vom Vater ausgeht – der Pfingstgeist. Christus, Der der bestimmende Faktor in der Triade ist, befindet sich an der Spitze. Er löst die Probleme, aber Er kommt entweder durch den Heiligen Geist oder durch den Vater zum Vorschein. Diese Triade ist viel dynamischer als das, was Steiner im Vaterunser gegeben hat. Er gibt dieses Gebet mit einer anderen Ausrichtung. Die Ausrichtung hier (Abb. 3, Teil 2) ist die heute notwendige Ausrichtung. Steiner hat das gewusst, aber er hat das andere gegeben. In vielen anderen Vorlesungen hat er Wissen gegeben, welches sich in das entwickeln lässt, was wir heute erörtern. Punkt 2 (Abb. 3, Teil 2) ist der Punkt der Metamorphose, der Punkt 4 ist der Punkt der Metamorphose und der Punkt 6 ist auch ein Punkt der Metamorphose. Punkt 2 zwischen These und Synthese ist die Antithese, das ist der Punkt der Metamorphose und er ist mit dem verwandt, was die Metamorphose der Beziehungen zwischen den Elementen ist. Die Drei 1-2-3 ist die Drei der luziferisierten dialektischen Triade, die vom Vater kommt. Mit ihr kann man zum reinen Denken gelangen, dessen Höhepunkt wir bei Hegel gesehen haben. Wenn man zu diesem reinen Denken kommt und es schafft, dass nur der Wille aus diesem übrig bleibt, welcher mit dem reinen Denken verwandt ist, dann streckt sich der Wille vor und ergreift die Idee. Letztes Mal haben wir über diese Fragen gesprochen. Aber dieses reine Denken muss von jeglicher Sinnlichkeit, die das Produkt der objektiven Evolution ist, völlig unabhängig sein. Oben in der Trinität (Abb. 3, Teil 2 oben) sind die kosmischen Manas, Buddhi und Atma, die individualisiert werden müssen. Der Vermittler der Individualisierung dieses Dreiecks, das nach unten gedreht ist, ist der Sohn. Er steht an der Spitze dieser Metamorphose und manifestiert sich in Punkt 2, 4 und 6. In der objektiven Evolution sind das die Äonen der alten Sonne, der Erde und der zukünftigen Venus. Das sind für die Menschenentwicklung äußerst wichtige Punkte, in denen die Metamorphose stattfindet – die Punkte zwischen dem alten Saturn und dem alten Mond in der alten Sonne, zwischen dem alten Mond und dem zukünftigen Jupiter in der Erde und zwischen dem zukünftigen Jupiter und dem Vulkan in der Venus. Wenn wir folglich über Metamorphosen in diesem Gebilde hier sprechen, welches am Ende wieder als ein Gralskelch aufgebaut sein wird (Wir werden sehen, was für ein Gralskelch genau das ist), haben wir in diesen Punkten die Metamorphosen und die Punkte 1,3,5 und 7 sind das Produkt der objektiven Evolution. Dabei sind 1 und 3 (die These und die Synthese) das, was aus der Vergangenheit kommt und 5 und 7 sind das, was die Zukunft schafft. Wir sehen, dass das makrokosmische Christus-Ich in die These, in unseren physischen Leib hineinströmt. Er stützt sich auf unseren physischen Leib. Wenn wir das hier auf unser höheres Ich extrapolieren müssen, ist es das Gleiche, aber als Potenzial – Er strömt hinunter, diese Trinität strömt hinunter und in einem bestimmten Augenblick muss sie sich auf einen Äther- und Astralleib stützen, diese umwandeln und nach oben mitnehmen. Beachten Sie den Unterschied: hier (Abb. 2, unten) stützt sie sich auf das Böse und die Versuchung, auf das Ich und den Astralleib und muss uns so nach oben mitziehen. Und hier (Abb. 3, Teil 2) muss sich dieses Dreieck (oben), das den Sohn in der oberen Spitze hat, nach unten drehen und sich auf den Äther- und Astralleib (den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis) stützend uns zurück nach oben mitnehmen, nachdem es hier die beiden hier unten im Buddhi-Prinzip miteinander verbunden hat. In Punkt 3 ist die Synthese – die geistige Welt kann alles richten, aber die physische Welt ist auch vorhanden und in der physischen Welt muss die geistige Welt unsere Probleme lösen, wenn wir uns an sie in angemessener Weise wenden. Das ist ein philosophisches Urteil. Ich komme zu einer Behauptung, die das Produkt der Synthese ist. Das ist wie der bei der Liturgie verwendete Weihrauch oder wie die Opferbringung (Abb. 3, Teil 1, Punkt 5), mit dem das Wort des Evangeliums durch den Rauch aufsteigt,  die Metamorphose (Punkt 6) und die Kommunion (Punkt 7) zur geistigen Welt zustande kommt. Bei der Synthese habe ich das Urteil hervorgebracht, das ich Ihnen genannt habe und dieses musste in die Ätherwelt hineinverwoben, hineingeatmet werden. Das ist mein Opfer, denn dieses Urteil ist das Ergebnis einer These und einer Antithese und die beide präsent sind, ich habe sie nicht eliminiert.  Worin besteht der Sinn der Antithese und der Metamorphosen in den Punkten 2,4 und 6, in denen Christus wirkt? Dort negiert die Antithese nicht vollständig die These. Es geschieht nichts Radikales wie etwa bei einem Selbstmord, sondern es ist ein Prozess im Gange. Die Negation ist wie ein Prozess, der sich danach noch entwickeln wird. Die Entwicklung liegt gerade in der Synthese. Diese Synthese ist eine Art Opfer wie der Weihrauch. Nachdem man ein Urteil ausstrahlt und es in die Ätherwelt hineinverwebt, beginnt die Trennung vom Sündenfall. Sehen Sie, wie weit der Sündenfall reicht (Abb. 1, Punkt 3). Hier beginnt die Auferstehung. Es beginnt die Drei 3-4-5 (Abb. 3, Teil 2), die in der Gegenwart liegt und in der die Auferstehung im Denken geschehen soll. Wir müssen durch das kontemplative Denken zur Auferstehung kommen. Hier haben wir auch eine Opferbringung – In Christo morimur. Was opfern wir hier? Das Opfer beginnt bereits mit dem Urteil, das wir in der Synthese zum Ausdruck bringen, hier beginnen die Trennung des Denkens vom physischen Gehirn und der Übergang zum Äthergehirn. Bei mir geschah das auf eine absolut radikale Art in der Überzeugung, dass die geistige Welt alle Probleme lösen wird, doch das auf dem physischen Plan geschehen kann. Etwas Radikaleres als Urteil kann in der Synthese nicht existieren, zumindest ist mir so etwas nicht bekannt. Dieses Urteil rettet die Evolution überhaupt. Von da an geht man zur Opferbringung über. Dabei beginnt man mit der Opferung des niederen Ich. Bei mir hat sich in angemessener Weise entwickelt. 1994 hatte ich während der Fußballweltmeisterschaft dieses Problem im Dreieck. Danach ging ich in die Kathedrale und habe zu Gott gebetet – natürlich abstrakt und mich an den Vatergott wendend. Damals war mir nicht bewusst, dass Christus hier wirkt. ich begann das erst viel später zu erkennen. Das war die Antithese, danach kommt die Synthese, in der man der geistigen Welt vertraut.  Wir kommen auch zur Opferbringung. Bei der ersten Opferbringung zahlen wir unsere Schulden zurück. Hier ist der Ätherleib, der im Vaterunser mit den Schulden zusammenhängt. All unsere Schulden sind die Folge des Sündenfalls und es beginnt der Übergang zur Auferstehung – es beginnt die Aufopferung unseres niederen Ich. Bei mir verlief das wie das Zünden einer Signalrakete. Ich war mir damals dessen nicht in demselben Sinne bewusst, in dem ich das momentan schildere.1994 hatte ich dieses Problem, danach ging ich in die Kirche und dann hat Christus auf eine wundersame Art das Problem gelöst. Ich war erstaunt, wie kinderleicht etwas für Ihn war, an dem ich mit meiner ganzen Vernunft gearbeitet hatte, ohne es zu lösen. Danach hat Sich Christus mehrmals in ähnlicher Art eingemischt, um mir Alltagsprobleme zu ersparen, damit ich mich auf das Richtige konzentrieren kann – es gab ja keinen Sinn, viel Kraft zur Lösung von Problemen des Daseins anzuwenden. Es war, als sagte Er mir: „Überlasst das Mir und arbeitet heute auf die Art für Mich, die notwendig ist“. Sie kennen die Worte aus dem Evangelium „Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?“ (Math.6:26)  Danach hatte ich eine Begegnung mit einem hellsichtigen Zigeuner, bei der der Apostel Petrus erschien – wie wird das wohl manchen vorkommen? Petrus warnte mich: „Solange aus dir der letzte Tropfen Egoismus nicht ausgewrungen ist, wird dir die Kraft nicht gegeben“. Das ist die Opferbringung, die dem Rhythmus folgend erfolgt und man muss das ganze niedere Ich allmählich opfern, damit es eine Weiterentwicklung gibt. Unser abstraktes Denken wird im Astralleib hervorgebracht, und das lebendige morphologische Denken entsteht im Ätherleib. Wir müssen den Übergang vom ersteren zum zweiteren machen, aber dazu ist ein bestimmter Läuterungsgrad des Astralleibes notwendig. In jener Zeit meines Lebens habe ich vollständig auf Fleisch, Alkohol und Zigaretten verzichtet, denn man kann sich nicht vorwärts entwickeln, wenn der Sündenfall fortgesetzt wird, wenn man noch in der Vergangenheit lebt. Es folgt der Augenblick der Kontemplation. Hier ist das, was wir bei der Erörterung des Abb. 1 besprochen haben – der Sprung der Idee aus dem Nichts heraus. Das ist genau der brückenlose Übergang aus der Vergangenheit in die Zukunft, es geschieht ein Sprung, bei dem das Wesen sich selbst als Idee entdeckt. In der Kontemplation muss unser niederes Ich in Christo sterben. In jener Zeit hatte ich bereits ein unersättliches Streben, alles über Christus zu erfahren, ohne Rücksicht auf die Quelle der Information zu nehmen. Deshalb geriet auch das Buch Benítez‘ „Das Vermächtnis des heiligen Johannes“ in meine Hände. Das war für mich das Buch, durch das ich den Spring über das Nichts in diesem Leben machte. Der Sprung über das Nichts ist in seinem radikalsten Sinne der Sprung vom niederen zum höheren Ich. Das ist der Anfang einer gigantischen Metamorphose, durch die man zu einem hierarchischen Wesen wird. In den alten Mysterien wurde dem Einzuweihenden das niedere Ich herausgenommen und er begegnete oben seinem höheren Ich. Gleichzeitig begegnete er dem zur Erde hinunterströmenden Christus, dem makrokosmischen Ich. Einerseits schaute der Hierophant zum Gruppen-Ich von den Elohim und der Individualisierung in sich selbst, andererseits zum hinuntersteigenden makrokosmischen Christus-Ich. Diese zwei Iche müssen sich begegnen und zusammenarbeiten.  Aber sind die früheren Mysterienschüler zu hierarchischen Wesen geworden? Natürlich nicht, denn alles geschah bei entrücktem Bewusstsein, obwohl sie ihr höheres Ich berührt haben. Trotzdem unterschieden sie sich von den einfachen Menschen, da sie in beiden Welten weilten und das Bewusstsein für die höhere Welt hatten, ohne es im Wachzustand zu beherrschen. Zum hierarchischen Wesen kann aber jemand werden, der sein höheres Ich im Wachzustand erlangt und noch Einiges andere geschafft hat, was wir gleich besprechen werden. Ich werde versuchen, mich möglichst genau auszudrücken, um zu zeigen, in welchem Teil des Weges ich mich selbst befinde, damit es keine Spekulationen über meine Person gibt und damit jeder zu einer richtigen Selbsteinschätzung kommen kann.

Das Buch, das mir den notwendigen Antrieb gab – „Das Vermächtnis des heiligen Johannes“ trägt eine enorme luziferische Ladung, die den Leser bis zu den höchsten Stufen emporschießt. Dort wirken luziferische Wesenheiten mit einem entwickelten siebten Hauptteil, über die Steiner in GA 130 spricht. Hier wirkt der erlöste Luzifer. Er schießt einen mit einer solchen Kraft empor, dass man einen Übergang macht vom Denken mit dem physischen Gehirn zum Denken mit dem Äthergehirn, das ohne jegliche Sinnlichkeit ist. Durch diese mächtige Ladung gerät man in das Gebiet des reinen, von jeglicher Sinnlichkeit unabhängigen Denkens. In ihm wird der Wille befreit, welcher aus der gleichen Substanz wie das reine Denken ist. Dagegen ist im abstrakten Denken der Heilige Geist nicht präsent, das abstrakte Denken ist luziferisiert. Der Heilige Geist ist nur im reinen Denken anwesend, das selbst zum Willen geworden ist und durch den Willen diesen Sprung macht, um die Idee zu ergreifen. Und die Idee offenbart sich ihm. Durch diese Ladung konnte ich den Übergang zur Ideenwahrnehmung machen und es hat sich mir die Idee geoffenbart, dass ich Gott selbst bin. In der siebenstufigen Metamorphose des Denkens heißt das ‚Ideenwahrnehmung’. Hier wird die Idee eröffnet. Das niedere Ich, das ein Ergebnis des Sündenfalls ist, geht über die Kontemplation in der Buddhi (die Metamorphose in Punkt 4 – Abb. 3, Teil 2 von Christus) in eine Umwandlung über. Das niedere Ich ist zum höheren Ich geworden. Keiner darf sein niederes Ich vertreiben, sondern das niedere ich muss in das höhere Ich umgewandelt werden. Es geschieht eine große Alchemie zwischen der Opferbringung und der Umwandlung, dass ist die größtmögliche Alchemie im Menschen – der Übergang vom niederen zum höheren Ich. Natürlich bleibt ein großer Teil meines niederen Ich in mir, aber es wird das höhere Ich geboren. Ich weiß, was das bedeutet. Bei  der alten Einweihung geschah das in der geistigen Welt unter Ausschluss des Bewusstseins und bei mir passierte das am helllichten Tage. Das ist der Anfang der wahren Verwandlung des Menschen in die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe, das ist der Anfang der Verwandlung der objektiven Evolution in den Geist. Das ist die Vereinigung des Baums der Erkenntnis (des Sündenfalls) mit dem Baum des Lebens (der Тransformation). Sie verschmelzen in einem Äther- und Astralleib. Das Dreieck mit Christus ist von oben nach unten eingeströmt, wobei es sich auf den Äther- und Astralleib stützt, nicht auf das niedere Ich und den Astralleib. Es vollzieht die Metamorphose und wir entwickeln uns weiter. Das Ich wurde soz. ergriffen – die Ich-bin-Idee, welche die Hauptidee des ganzen Zyklus ist, wurde mir als mein höheres Ich geoffenbart. Eigentlich habe ich mein Ich aus dem Gruppen-Ich von den Elohim individualisiert, das in der lemurischen Zeit ausgestrahlt wurde. Es fängt die wahre Individualisierung des Menschen an, wir gehen in die Triade der Zukunft ein -5-6-7-, über die Steiner in der „Philosophie der Freiheit“ sagte, dass hier die moralischen Intuitionen, die moralische Phantasie und die moralische Technik sind. Was war die moralische Intuition bei mir, was war die Ideenwahrnehmung bei mir – das höhere Ich. Bei mir geschah das Wertvollste, was in der Morphologie dieser Sache geschehen kann und dem Vaterunser entspricht, das wie die ganze objektive Evolution und die Metamorphose des Denkens der Sache zugrunde liegt. Beim Übergang zur sechsten Stufe muss die Idee des höheren Ich individualisiert werden. Ich habe das hier notiert (zwischen 5 und 6) – dass wir Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten. Eigentlich bringt mir der Heilige Geist, der sich mir als Ich-bin geoffenbart hat, die Hauptsubstanz des Ich-bin, die vom Absoluten über den Vater und den Sohn geht. Beachten Sie, was hier als ein Erleben des höheren Ich geschieht. An der Spitze (über dem Punkt des Vaters in Abb.1) ist das Ich-bin des Absoluten, etwas weiter unten ist das Ich bin des Vaters („mein Vater und ich sind eins“) – „Ich bin der Vatergott selbst“ war mein Erlebnis. Durch das makrokosmische Ich des Sohnes geschah diese Erhebung und Er ist der Vertreter des Ich des Absoluten. Es ist, als sei ich das Absolute. Ich habe über jenen Mann gelacht, der behauptete, der Vertreter des Absoluten zu sein, obwohl ich ein ähnliches Erlebnis hatte. Natürlich klang das verrückt bei ihm, da er selbst nicht begriff, was er sagte. Da er aber einen gelockerten Ätherleib hatte, spürte er etwas Ähnliches, was er in dieser Weise ausdrückte. Aber man muss das wissen: Jeder Mensch, in dem das höhere Ich aufgeht, wird zu einem Vertreter des Absoluten unten auf Erden, wenn er durch „In Christo morimur“ geht (Punkt 4, Abb.3, Teil 2) und das höhere Ich in ihm geboren wird. Der Heilige Geist, das Manas, eröffnet mir über Christus, dass ich der Vatergott bin und die Trinität ist der Vertreter des Absoluten, des Ich-bin, das quer durch die ganze sich abwärts entfaltende Evolution hallt. Das ist der Mechanismus. Jener Heilige Geist, der in den alten Zeiten herabstieg und das höhere Ich den Eingeweihten bei entrücktem Bewusstsein offenbarte, ist der gleiche Heilige Geist, der aber nun vom Sohn und nicht vom Vater ausgeht. Das ist eine gigantische Wandlung, deshalb ist das Mysterium von Golgatha die größtmögliche Metamorphose im ganzen Zyklus. Hier liegt eine Änderung in der Trinität vor, die in uns wirken kann. Die Streitfrage zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche, woher der Heilige Geist ausgeht, ist also eine Frage des Gesichtspunktes. Jetzt kann ich mit gleicher Überzeugtheit mehrere Standpunkte vertreten, die beweisen, woher der Heilige Geist ausgeht und alle werden wahr sein.

Wir beginnen, im Geist und in der Wahrheit genau hier (Abb.3, im Übergang zwischen den Punkten 5 und 6) Gott anzubeten, denn wenn wir bis zu einem gewissen Grade das höhere Ich unter unsere Kontrolle gebracht haben, eröffnet sich uns das individuelle Manas. Der Sinn unserer Evolution besteht darin, vom niederen zum höheren Ich zu kommen und es ins Zentrum zu stellen, so dass es die Individualisierung der makrokosmischen Trinität oben leitet – Manas, Buddhi und Atma als unsere persönlich erlangten Manas, Buddhi und Atma. Sehen Sie, wie schwer die Anthroposophie zu erlernen ist? An einer Stelle sagt Steiner, dass man unter dem höheren Ich unser Manas zu verstehen hat. An einer anderen Stelle können wir lesen, dass Christus unser höheres Ich ist. An einer dritten Stelle erfahren wir, dass der Engel unser höheres Ich ist. Zudem sprechen wir vom niederen und höheren Ich des Menschen. Auf den ersten Blick ist das ein Durcheinander, in dem man keinen Ausweg findet. Wenn wir über das höhere Ich des Menschen sprechen, geht es um das individualisierte Ich aus dem Gruppen-Ich der Menschheit. Wenn wir über das Manas sprechen, ist es das hier auf der fünften Stufe, wenn sich das Manas der Trinität dank dem höheren Ich sich zu offenbaren beginnt und zu unserem individualisierten Geist wird. Später müssen wir auch Buddhi und Atma individualisieren, so dass wir einen individualisierten dreifachen Geist mit dem höheren Ich als Zentrum haben, das uns leitet und gleichzeitig die Transformation unserer drei Leiber darstellt. Folglich ist die richtigste Deutung des höheren Ich, dass es das individualisierte Ich aus dem Gruppen-Ich von den Elohim ist, das der Menschheit gegeben wurde. Das Manas ist das individualisierte Manas aus der Trinität und sein Vertreter in der Trinität ist der Heilige Geist. Erst wenn man sein höheres Ich aus dem Gruppen-Ich individualisiert hat, beginnt sich einem das Manas zu offenbaren, das dem Vater zu dienen beginnt. Der Vater ist in der All-Einheit am Ende. Das ist diese Metamorphose (Abb.3, Teil 2, Punkt 6), in der auch Christus präsent ist, denn das Manas ist der von Christus an Pfingsten gesandte Heilige Geist. An den drei Stellen, wo eine Metamorphose stattfindet, wirkt Christus.

Was ist auf dem persönlichen Plan bei mir geschehen? Das höhere Ich in mir wurde individualisiert und als eine Ideenwahrnehmung erlebt, als eine moralische Ideenintuition. Diese Individualisierung kam vom Heiligen Geist, direkt vom individualisierten Manas. Sie drückte sich in der Überzeugung aus, dass niemand heute Christus versteht und man deshalb etwas unternehmen muss. Das sagte mir der Heilige Geist im Namen Christi. Etwas musste metamorphosieren, um etwas Neues hervorzubringen. Was?

Genau in der Zeit, als ich zu dieser Idee heranreifte, wurde mir geoffenbart, wer der Bodhisattva des 20. Jahrhunderts ist. Sie sehen, wie das Richtige an den richtigen Stellen kommt. In meinem Buch „Der Weg zum Ich“ habe ich geschrieben, dass das mir über den Heiligen Geist im Willen eröffnet wurde. Solche Ideen werden im Willen geoffenbart – im reinen Denken, wo der Wille zu wirken beginnt. Das Empfangen und die Individualisierung der Ideen geschehen immer auf diese Weise. Hier beginnt die moralische Phantasie zu wirken – die zweite Stufe, um die es in der „Philosophie der Freiheit“ geht. Am Ende – nachdem der Bodhisattva sich mir geoffenbart hat, kam natürlich auch die moralische Technik als Werk. Hier (5) ist die Idee, hier (6) wird die Idee individualisiert und hier (7) ist das Werk – die Synthese der Anthroposophie und des Bodhisattva-Impulses. Das ist der Heilige Impuls. Das gibt einem die Kommunion.

Bemerken Sie, wo die Kommunion ist (Abb.3, Teil 1, Punkt 7). Zu ihr hat man sich durch die geweihten Brot und Wein erhoben, der Priester ist nur unser Vermittler bei der Erhebung zu den Göttern. Beim individuellen Kult erheben wir uns aus unseren eigenen Kräften heraus.

Was ist hier der Altar, was der Priester und alles andere und warum entsteht ein neuer Gralskelch, der sich vom Gralskelch bei der Liturgie unterscheidet? Bei der Liturgie symbolisiert der Weinkelch den Gralskelch. Beim individuellen Kult, bei dem sich der Mensch durch die Transformation des Denkens erhebt,  das höhere Ich zu wirken beginnt und das Manas sich meldet, geschieht hier (Punkt 6) eine Umwandlung der Materie. In Punkt 6 der Liturgie geschieht die Umwandlung der Materie und in Punkt 6 des individuellen Kultes geschieht die Umwandlung in uns. Indem wir im Geist und in der Wahrheit mit dem Manas und unter der Kontrolle des höheren Ich dienen, beginnen wir, die ursprüngliche vatergöttliche Substanz umzuwandeln und in unsrem Inneren geschieht die Kommunion. Wir verwandeln uns selbst in einen Altar und einen Kelch und erlangen persönlich eine Beziehung zur geistigen Welt, zu der uns Christus auf diesem ganzen Weg geführt hat (von 1 bis 7). Wenn man das abstrakte Denken zu überwinden beginnt, das die Frucht der sinnlichen Welt ist, beginnt sich das Äthergehirn loszulösen. Etwa 25-30 cm über dem Kopf beginnt sich das Ätherherz auszubilden. Das Ätherherz ist der Altar, in dem diese Transformation geschieht. Gleichzeitig ist es der Kelch, in den sich die Ideenintuitionen ergießen und in dem die Wesenheiten ihr wahres Wesen jenseits der geistigen Welt offenbaren. Dann ist der Altar im Menschen, in seinem Äthergehirn, das in das Ätherherz emaniert. Der Kelch ist das Ätherherz selbst, in das diese Ideen als Gäste kommen.

Der Unterschied zwischen der Liturgie und dem individuellen Kult ist enorm. Bei der Liturgie ist der Priester vom Altar getrennt und ordnet den Wesenheiten an, hinunterzusteigen und uns zu erheben – er hat das Recht darauf. Beim individuellen Kult kann keiner den Ideen anordnen, im Kelch (im Ätherherz) zu erscheinen, egal wie stark man sich anstrengt. Das einzige Mal, als ich mich angestrengt und es überzogen habe, war beim Versuch, Bojan Boevs frühere Inkarnation herauszufinden. Ich habe verschiedene Zeichnungen gemacht, aber es klappte nicht auf diese Weise. Keiner kann der Idee, der Wesenheit anordnen zu erscheinen, in den Kelch des Ätherherzens hineinzuströmen. Aus diesem Grund sagte Steiner, dass das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit die wahre Kommunion des Menschen ist.

Alle Offenbarungen, die ich in diesen 15 Jahren mitgeteilt habe, sind das Produkt des besprochenen Prozesses. Kein Anthroposoph kann das nachvollziehen, da keiner diese Methode beherrscht. Deshalb wird alles, was ich sage, angezweifelt. Und das ist richtig, Sowohl Steiner als auch Beinsa Douno haben uns immer angeregt, alles anzuzweifeln und persönlich zu überprüfen. Doch kann etwas persönlich nicht überprüfen, hat man nicht das Recht zu sagen, dass es nicht stimmt, denn das ist nicht nur das Wesen der Anthroposophie, sondern die von mir empfangenen Offenbarungen sind die Frucht der Synthese der beiden Impulse von Steiner und Beinsa Douno.

Sehen Sie (Abb.2, der mittlere Teil), was Steiner gemacht hat – das niedere Ich wird zum höheren Ich, es stellt sich ins Zentrum, der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis werden miteinander verbunden. Dann wird der Sündenfall überwunden und man geht zur Triade der Zukunft über. Als Steiner Goethe – den bedeutendsten Vertreter des anschauenden Denkens – Hegel –  den bedeutendsten Vertreter des abstrakten Denkens vereinte, konnte er bewirken, dass jemand, der die Anthroposophie studiert, zum Homo liber werden kann. Als Plato, Aristoteles und Sokrates unter den restlichen Griechen lebten, sahen sie ihnen äußerlich ähnlich aus, aber sie stellten eine neue Menschenart dar. In der Zukunft wird man einen solchen Unterschied auch am Äußeren bemerken können. Derjenige, der heutzutage das hier Beschriebene praktiziert, mag unter oberflächlichen Menschen leben, die besser als er aussehen, aber er wird sich trotzdem von ihnen stark unterscheiden. So  wie die Eingeweihten der Vergangenheit anders als der Rest waren, verwandelt das, was jetzt gemacht wird, den Menschen in ein hierarchisches Wesen.

Reicht die Anthroposophie dazu aus? Mit der Anthroposophie kann man zum Homo liber werden, aber wir müssen zu Menschen der Freiheit und Liebe werden. Ich habe von Beinsa Douno die Liebe verlangt, nicht dass diejenige, die ich erwarte, schon da ist, denn die Liebe muss erlangt werden. Wenn man an den Platz des Lebensbaums Beinsa Douno stellt und an den Platz  des Erkenntnisbaums – Steiner, werden durch die Synthese die beiden Bäume in einem höheren Sinne  miteinander verbunden und das leitet den Übergang zur zehnten Hierarchie der Freiheit (Steiner) und der Liebe (Beinsa Douno) ein. Dann beginnt der Mensch schon im Voraus von einem Homo liber zum Homo magneticus zu werden. Da die Menschen das nicht können, müssen sie erst den Übergang zum Homo liber meistern – die Stufen der Metamorphose des Denkens zurücklegen und es in Triaden ausarbeiten. Dann können sie zu Beinsa Douno kommen. Dann wird er in ihnen eine Wirkung entfalten, was einen Übergang zum Homo magneticus auslöst.

Ich muss sofort klarstellen, dass ich mich ja keinesfalls in ein hierarchisches Wesen verwandelt habe, ich habe lediglich damit angefangen. Nur ich kann sagen, wie weit ich gekommen bin, kein anderer.

Nun will ich Ihnen die Offenbarung mitteilen, die gestern Abend auf eine bemerkenswerte Art kam. Ich werde versuchen sie wiederzugeben. Wir waren gestern Abend im Meeresgarten spazieren, da ich mich ausruhen und niemanden treffen wollte. Auf einmal zog ich meine Frau am Ärmel nah der Villa Roma und sagte zu ihr: „Komm, ich will dir etwas sagen“. Und ich begann ihr zu erklären, dass die heutigen Throne die gleichen Throne vom alten Saturn sind, die damals die Macht von Elohim hatten. Ich zeichnete ihr das mit einem Stein auf dem Asphalt und sagte: „Nun sind wir an der Reihe. Wir müssen zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe werden. Welche Namen wird wohl diese Hierarchie tragen?“ Die Elohim sind, wie wir wissen, Geister der Form, die Herrschaften sind Geister der  Weisheit. Einerseits gibt es also die Charakteristik der Hierarchie, die in der Bezeichnung ‚Geister der Weisheit’ zum Ausdruck kommt, andererseits gibt es den Namen der Hierarchie, etwa ‚Herrschaften’. Wir werden zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe und das wird die Charakteristik unserer Hierarchie sein. Was wird aber der Name unserer Hierarchie sein? Die Namen der Hierarchien – ‚Engel’, ‚Erzengel’ usw. –  kommen aus dem Alten Testament, in der Christologie stammen sie von Dionysius Areopagita. Im Alten Testament, das als eine Büchersammlung im sechsten Jahrhundert v.Chr. entstanden ist, werden die Hierarchiennamen erwähnt, die bei Dionysius Areopagita in der griechischen Variante der Bezeichnungen der Hierarchien erscheinen. Wir benutzen sie heute noch. Das Griechische war die Sprache des Neuen Testaments, in dieser Sprache musste das geistige Verständnis Christi verwirklicht werden. Wie Sie wissen, spricht Steiner vom römischen Reich als vom Leib, vom hebräischen Volk als von der Seele und vom griechischen Volk als vom Geist. Es ist eine andere Frage, dass am Anfang des griechischen Volkes die Bulgaren standen, aber ich will mich jetzt nicht vertiefen. Deshalb mussten die Bezeichnungen der neun Hierarchien  in der griechischen Sprache geprägt werden. Wir brauchen einen Namen der zehnten Hierarchie. Ich habe an die geistige Welt die Frage gerichtet, welcher Name das sein wird. Es kam eine Antwort, die Aufregung und Weinen verursacht hat. Wir Menschen selbst würden uns zukünftig unseren eigenen Namen geben, den jetzt noch niemand kennt. Schon als wir im Paradies waren, sagte Jehova, dass wir Menschen allem Namen geben werden, wenn wir hinuntersteigen – den Mineralien, Pflanzen, Tieren, Hierarchien. Wir Menschen sind dieses siebenfache System, in dem das siebenstufige morphologische Denken und die objektive Evolution vom Saturn bis zum Vulkan einander begegnen können. Wir sind der systembildende Faktor, wir benennen alles und wir werden in der Zukunft auch den Namen unserer eigenen Hierarchie geben. Wir dürfen noch nicht wissen, wie dieser Name sein wird, aber das war der Augenblick, in dem ich als Finale dieser Vorlesung jenen Gipfel bestieg, von dem ich in die Zukunft schauen kann. Verstehen Sie, wie oben gearbeitet wird? Am Samstag vor der letzten Vorlesung wurde mir geoffenbart dass das Ich-bin vom Absoluten abwärts hallt, in dieser Vorlesung –  dass wir von unten nach oben steigend wieder da ankommen und auf den zukünftigen Name unserer Hierarchie schauen sollen. Dieser Name darf uns nicht eröffnet werden, denn die Namen tragen in der geistigen Welt eine enorme okkulte Kraft, die auch unvermeidlich zu bösen Taten gebraucht werden kann, wenn sie einem unvorbereiteten Menschen mitgeteilt wird.  Bei der Liturgie geschieht durch Wort und Weihrauch eine Umwandlung der Materie in Geist. Im individuellen Kult entnehmen wir unserer Seele die Substanz zur Transformation, weil alle Kräfte, die die Götter in uns angelegt haben, um unsere drei Leiber und das Ich zu schaffen, nach dem Einzug des Christus in uns an Pfingsten in unserer Seele liegen. Den Stoff zur Transformation des ganzen Daseins des Kosmos entnehmen wir unserer Seele, die durch Christus in uns das ganze Dasein, das ganze verwirklichte Weltall aufbewahrt. Erkennen Sie die große Verantwortung, die wir Menschen tragen? Am Ende müssen wir zur All-Einheit kommen, was ich als eine Art Vorschusserlebnis vor der Oper in Varna erlebt habe, als mir geoffenbart wurde, dass das ganze göttliche Werk in der Liebe des Sohnes lebt, die anders ist als die Liebe des Vaters. Das war meine Verschmelzung mit dem ganzen Kosmos, nachdem ich mehrere Siebenfachzyklen durchlaufen hatte. Zuerst gab es einen vorbereitenden Zyklus aus sieben Vorlesungen, die an der Schwelle des neuen Jahrtausends im Oktober 2000 begannen und Ende 2001 zu Ende waren und am Scheideweg zwischen zwei Epochen (zwischen Homo sapiens und Homo liber) vorgetragen wurden. ‚Homo liber’ und ‚Homo magneticus’, über die wir sprachen, sind Stufen, die wir zukünftig als Transformationen durchlaufen werden – im Fühlen, Denken und Wollen. All das werden Stufen zu unserem zukünftigen Dasein als zehnte Hierarchie sein. Nun steht der Mensch an der Schwelle zu seinem Übergang zum Homo liber. Der Zeitgenosse muss sich die Anthroposophie aneignen, um zum Homo liber zu werden, danach wird er vor der Herausforderung Beinsa Douno stehen, um eine Synthese der beiden vorzunehmen. Wäre nur die Anthroposophie ausreichend gewesen, hätte Michael nicht über Steiner mitgeteilt, dass es an der Schwelle zwischen dem 20. und 21. Jahrhundert einen geheiligten Impuls geben wird, der für das spirituelle Leben der Menschheit der einzig rettende ist.  Wie hat sich dieser Impuls entwickelt? Genau an der Jahrtausendwende, d.h. am Scheideweg unseres Übergangs von Homo sapiens zu Homo liber, wurden die sieben Vorlesungen im Plenarsaal der Gemeinde Varna gehalten, in denen ich bereits in der ersten beim Absoluten anfing und die letzte mit der Mission der Bulgaren abschloss. Dort wurden das Mysterium von Golgatha, das Böse und vieles andere behandelt. Danach folgten siebe Jahre, in denen ein Zyklus von viermal sieben (insgesamt 28) Vorlesungen vorgetragen wurde. Diese 28 Vorlesungen stellen eigentlich das Hineinströmen dieses Dreiecks (Abb.2 unten, das Dreieck Manas-Buddhi-Atma) in die vier Wesensglieder von mir, denn die Metamorphose des Denkens führt zu einer totalen Wandlung in den vier menschlichen Wesengliedern – im niederen Ich, im physischen, Äther- und Astralleib, obwohl man das auf dem äußeren Plan oft nicht sehen kann. Aber das geschieht innerlich, es ist ein geistig-seelischer Prozess. Was ist die Theurgie im Kelch des Ätherherzens, in den sich die Gaben ergießen? Bei der Liturgie ist die Theurgie das Vorrecht des Priesters, den Geistern anzuordnen, dass sie heruntersteigen. Wir können der Idee nicht anordnen, dass sie sich uns zeigt. Was ist dann dasjenige, das sie quasi einlädt, sich uns im Gralskelch, im Ätherhertz zu offenbaren? Das ist diese siebenstufige Metamorphose, genauer gesagt, ihr Zentrum – die Kontemplation, die Auferstehung des abstraktren Denkens in das lebendige morphologische Denken. Das ist die wahre Theurgie, das Heranziehen der Geister und der Gedankenwesenheiten, damit sie sich oben im Kelch des Ätherherzens offenbaren. Bei der Liturgie darf der Priester den Geistern Anordnungen erteilen, aber er fungiert auch als Vermittler, er befindet sich quasi in den alten Mysterien, die im christlichen Sinne geschehen. Wir arbeiten mit der Trinität, mit Manas, Buddhi und Atma, die durchchristet sind – das sind die Punkte 2,4 und 6 in der Morphologie. Auf diese Weise können wir die Ideen aufrufen und diese können sich uns im geeigneten Augenblick offenbaren, was sie auch tun. In diesem Augenblick ist der Mensch lebendig, das sind die Momente, in denen man lebendig ist. Die Kontemplation ist die Theurgie, die Einladung der Gedankenwesenheiten, sich zu offenbaren. Der Mensch ist der Altar und die Ideen sind das Abendmahl. Das ist der individuell ausgebaute Gral in der Metamorphose des Denkens. In den letzten Jahren haben wir viele verschiedene Gesichtspunkte der Gralsbetrachtung gegeben. Es ist kein Zufall, dass die Anthroposophie den Anthroposophen große Schwierigkeiten bereitet. Unser Seelenleben bildet laut Steiner das Gedächtnis, aber an anderer Stelle sagt er, dass das Gedächtnis eine Funktion des Ätherleibes ist“ und an dritter Stelle, dass die Erinnerungen oder das Gedächtnis das Ich aufbauen. Wenn man sein abstraktes Denken benutzt, wird man Widersprüche in diesen Behauptungen finden, da Seele, Ätherleib und niederes Ich scheinbar gleichgesetzt werden. Ein Vortragender aus der „Weißen Bruderschaft“, der auch die Anthroposophie studiert hat, behauptet, dass unsere dreifache Seele eigentlich unser Ich ist. Das stimmt so nicht. Steiner beleuchtet eine Sache von verschiedenen Standpunkten, denn ein Teil aus dem endlosen Ozean der Weisheit mündet bei ihm wie in einen Trichter ein, welcher als die Anthroposophie erschien. Die Anthroposophie enthält so viele Tatsachen, dass Menschen, die nicht das Potenzial besitzen, mit dieser fertig zu werden, in ihr ertrinken und beginnen, sich mit Fragmentärem zu beschäftigen – mit Pädagogik, Landwirtschaft u.dgl.. Aber sie können das Ganze nicht erfassen. Alles, was bei Steiner einmündete und was er als Erkenntnis heruntergeholt hat, die jeder individuell beleben soll, hat immer ein offenes Ende. Die Methodologie der Anthroposophie setzt überall ein offenes Ende voraus, sie setzt die persönliche Belebung und Entwicklung durch jeden Menschen voraus. Das geschieht am besten mithilfe des Impulses, den Beinsa Douno uns gegeben hat. Dieser wirkt wie ein Baum des Lebens und  dann bleibt auch der Baum der  Erkenntnis keine tote Abstraktion, sondern er wird belebt. Verstehen Sie nun, was die Synthese der beiden Impulse darstellt? Keiner ist in der Lage, die Anthroposophie zu beleben, wenn er Beinsa Douno nicht als Lebensspender benutzt, denn in der Budhispäre, aus der er kommt, entwickelt sich alles  entlang den Stufen des Weltalls als Ich-bin, als Erkenntnis, als Formen, als Reich, Ruhm und Macht. Ohne den Bodhisattva gibt es kein Leben in der Anthroposophie – das erzähle ich schon seit Jahren, aber für manche ist es sehr schwierig zu begreifen. Das ist die Kraft der Synthese. In diesen Krisenzeiten müssen wir die Anstrengung unternehmen und zum morphologischen Denken übergehen, anderenfalls werden wir unser niederes Ich, auch unseren physischen Leib vernichten und alles wird zu Ende sein. Heutzutage ist eine gigantische Krise im Gange, die noch größer ist als die Krise im Garten Gethsemane, als die Zukunft am seidenen Faden hing. Christus wird nicht direkt eingreifen, sondern wir  müssen die Anstrengung unternehmen und das morphologische Denken entwickeln, den Kelch vorbereiten, in dem sich uns die Ideen aus der geistigen Welt offenbaren. Wir müssen die geistige Welt in rechter Weise aufrufen und dann werden die Götter in der Lage sein, sich in die Ereignisse auf der Erde einzumischen.

[1] Es geht um die am 14.05.2015 im Louvre eröffnete Ausstellung „Antikes Thrakien – archäologische Entdeckungen in Bulgarien“

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2 Gedanken zu „Die Auferstehung im Denken

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