Das Aufleuchten des Geistes

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 28.06.2015 in Varna

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

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Gebet: Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du uns mit Deinem Heiligen Geist auf Deinen wunderbaren Pfaden führst. Wir bitten Dich, auch in der Zukunft dies zu tun, damit wir den Willen unseres gemeinsamen Vaters erfüllen. Amen!

Wir haben heute das Ende des Vorlesungszyklus erreicht, mit dem wir am Michaelistag 2014 begonnen haben. Diejenigen, die bei allen neun Vorlesungen anwesend waren, werden bemerkt haben, dass dieser Zyklus anders ist als alle bisherigen, die ich seit ца. 15 Jahren vortrage. Was die Form betrifft, so wurden die ersten Vorlesungen im Audioformat verbreitet und nun werden sie ab der siebten Vorlesung im Videoformat ins Internet gestellt. Am Michaelistag leiteten wir diesen Zyklus mit dem Mysterium von Golgatha ein, um dann auf die Geheimnisse Johannes des Täufers und der Jungfrau Sophia einzugehen. Es folgten drei Vorlesungen über das Böse und im März, April und Mai kamen die Vorlesungen über die Metamorphose des Denkens hinzu. Warum hatten die Vorlesungen diesen Rhythmus, was geht eigentlich vor?

Normalerweise gewinne ich die beste Vorstellung, warum etwas in einer bestimmten Art verlaufen musste, erst nachdem es zu Ende gegangen ist. Das ist auch die richtige Art. Am Anfang muss die gute Absicht stehen und ich habe niemals vorher gewusst, welche Vorlesung folgen würde. Vor zwei Wochen kannte ich auch nicht das Thema der heutigen Vorlesung. Etwas musste passieren, damit Sie der vorliegenden Vorlesung hören konnten. Als die erste Vorlesung über die Metamorphose des Denkens im März zu Ende war, sagte mir eine Frau, dass ihr erst dann klar wurde, warum ich all das in den vorherigen Vorlesungen gesagt habe. So konnte sie sich das nach der März-Vorlesung erklären, als wir zum ersten Mal die siebenstufige Metamorphose des Denkens als den neuen und einzig richtigen Weg in die geistige Welt behandelten. Danach hatte diese Frau einige bedeutsame Erfahrungen. Die Vorlesungen über das Denken gingen auch im April und Mai weiter und nun wird dieser Zyklus abgerundet. Ich wollte eine Vorlesung halten, die dem Abschluss dieses Zyklus würdig ist, der mit dem ersten Jahr der dritten siebenjährigen Periode zusammenfällt, seit im Herbst 2000 die Ausstrahlung des Heiligen Impulses begann. Bis 2007 wurden die ersten 28 Vorlesungen gehalten. In den nächsten sieben Jahren passierte das alles, was mit der Gründung des Bildungszentrums „Natschalo“ zusammenhängt – die Artikel in der Zeitung „Narodno delo“, der Tugendenkreis im Weinberg der „Weißen Bruderschaft“ bei Varna. Das war eine eher ätherische siebenjährige Periode, die mit der Anthroposophischen Konferenz in Varna im August 2014 zu Ende ging.

Damals wurde es klar, dass die europäischen Anthroposophen nicht bereit sind, ein ätherisches Miteinander auf der Grundlage der Synthese der beiden großen Impulse im 20. Jahrhundert anzunehmen. Es folgte dieser letzte Vorlesungszyklus. Was zeichnet ihn aus? Erstens ist sein Niveau ein ganz anderes, zweitens hatte ich auf dieser Konferenz eine zuerst etwas unklare Verpflichtung übernommen. Am Freitag, den Tag der Venus, der auch mein Tag ist, da ich eine Waage bin, fand der bemerkenswerte Gedächtnisabend Sergej Prokofieffs zu Ehren statt, der kurze Zeit davor über die Schwelle gegangen war. Es waren noch keine 40 Tage seit seinem Tod vergangen, Sie wissen ja, wie nah an der Erde sich der Mensch in den ersten 40 Tagen nach seinem Tod aufhält. Sergej Prokofieff war bei diesem Abend spürbar anwesend. Nachdem wir das Lied „Podmoskovnye vechera“ („Moskauer Abende“) gesungen hatten, ergriff mich eine Riesenaufregung. In diesem Augenblick erlebte ich eine mystische Begegnung mit Prokofieff. Als ich den Saal verließ, sah Trajtscho Frangov – der Vorsitzende der bulgarischen Anthroposophischen Gesellschaft -, wie ergriffen ich war und sagte mir mit einem, sagen wir, leicht gelockertem Bewusstsein: „Dimitar, übernimm den Staffelstab!“ Ich wusste, dass es um Prokofieff ging und ich diesen Staffelstab übernehmen sollte und ich habe es getan. Aber ich habe einen weiteren Staffelstab übernommen. Wenn man stirbt, sieht man seine Fehler – sowohl die Fehler auf dem Feld des Okkultismus als auch seine persönlichen Fehler. Prokofieff befand sich in einem schweren Konflikt zu dem anderen großen Anthroposophen unserer Zeit – Gennadij Bondarew. Bondarew stellt gewissermaßen die Opposition zu der Anthroposophischen Gesellschaft dar und Prokofieff vertrat den Status quo – diesen Begriff benutze ich unter Vorbehalt. Der Konflikt zwischen den beiden war ein tragischer Umstand für die Anthroposophische Gesellschaft. Ich habe eine Verpflichtung gegenüber Prokofieff übernommen. Da Bondarew lebt – möge er noch lange Jahre gesund sein -, kann ich ihm gegenüber keine Verpflichtung übernehmen. Ich habe eine Verpflichtung gegenüber dem Menschen übernommen, der diese Welt verlassen hat. Erst dann hat er begonnen das Geschehene zu begreifen. Der Konflikt zwischen den beiden Anthroposophen, der sich in einer der höchsten geistigen Stufen abspielt, wird in ihm zu brennen begonnen haben. Das Feuer auf dem geistigen Plan brennt viel stärker als die Emotionen, die bei einem Konflikt auf dem Erdenplan hervorgerufen werden, und hier geht es um einen Konflikt, der die Geschicke der ganzen Menschheit und des Kosmos betrifft. Ein Anthroposoph mit den herausragendsten Eigenschaften aus dem Kaliber Prokofieffs, der in seiner Inkarnation als Amfortas einen schicksalsschweren Fehler machte und in diesem Leben sich weigerte, den Bodhisattva-Impuls anzuerkennen, sieht auf dem geistigen Plan seinen Fehler ein. Er sieht den Konflikt mit Bondarew, der auch keine Ahnung vom Bodhisattva des 20. Jahrhunderts hat, und versucht, durch mich eine Versöhnung in diesem Konflikt zu erreichen. Ich sage das völlig ernsthaft, denn dieser Zyklus aus zehn Vorlesungen ist von der Erfüllung einer persönlichen Verpflichtung von mir gegenüber Prokofieff durchdrungen – dass er sich mit Bondarew von der geistigen Welt aus versöhnt, damit seine Seele mit Rücksicht auf Bondarew Ruhe finden kann. So muss man mit den Toten zusammenwirken. Man wirkt völlig bewusst, wenn man einen solchen Akt vollbringt. Dieser Zyklus war ein Akt der Synthese zwischen den beiden Anthroposophen. In der ersten Hälfte des Zyklus und insbesondere in der ersten Vorlesung „Die Geheimnisse von Golgatha“ sprach ich über Einiges Neue im Zusammenhang mit Judith von Halle – der deutschen Anthroposophin, die Visionen über die Ereignisse auf Golgatha hat. Ich habe mit dieser Vorlesung angefangen, da nach dem Ereignis von Golgatha Michael seine Tätigkeit gänzlich auf die Auferstehung konzentriert hat. Deshalb begann der Zyklus am Michaelistag mit den „Geheimnissen von Golgatha“, die auf eine neue Art dargestellt wurden, die es in der Anthroposophie nicht gibt. Judith von Halle wurde weder von Bondarew noch von Prokofieff angenommen. Das von mir Vorgetragene war ein Aufruf an Prokofieff, seine Einstellung zu ihr zu revidieren. Bei der zweiten und dritten Vorlesung stützte ich mich teilweise auf das Produkt, das Prokofieff der Anthroposophie gegeben hat. Die Vorlesungen im Dezember 2014 und Januar und Februar 2015 waren mein persönliches schöpferisches Produkt, das mit der Hilfe einiger der hier Anwesenden hervorgebracht wurde und das auf die Frage eingeht, wie die Hierarchien vom Saturn bis zum heutigen Zeitpunkt gewesen sind. Die Vorlesungen vom März, April und Mai basieren auf Bondarews Produkt. Ich habe versucht, im Winter eine Synthese der Errungenschaften dieser beiden führenden Anthroposophen vorzunehmen, denn es ist am natürlichsten, vom Frühling bis zum Johannistag über das Denken zu sprechen. In dieser Zeit ist der Mensch nämlich am fähigsten, das anschauende Denken zu entwickeln.

Der Anlass für die vorliegende Vorlesung ist der Akt des anschauenden Denkens vor 15 Tagen, der all das ergossen hat, was in den nächsten zweieinhalb Stunden besprochen wird. Von Michaeli bis Weihnachten ist die beste Zeit, den Geist zu stärken und in der richtigen Art in die Sphäre des Bösen einzudringen. Deshalb fanden die Vorlesungen über das Böse Ende Dezember, Januar und Februar statt. In diesen Vorlesungen haben wir eine richtige Beleuchtung der Hauptfiguren des Bösen vom hierarchischen Standpunkt aus vorgenommen. In dieser Beziehung bestand eine schwere Auseinandersetzung zwischen Bondarew und Prokofieff, da Prokofieff Sorat als einen Geist definierte, der aus dem vorherigen Zyklus des Vaters zurückgeblieben ist. Sorat soll während des alten Saturn als zurückgebliebener Geist in Erscheinung getreten sein. Ich behaupte, dass es keine Geister gibt, die aus dem vorherigen Zyklus zurückgeblieben sind und dass Sorat in diesem Zyklus zurückbleibt.

Bondarew behauptet, dass Sorat nicht die vierte Widersachermacht (neben den Anführern der luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesenheiten) sein kann, da es auf der Seite der guten Geister auch nur drei Hypostasen gibt – Vater, Sohn und Heiligen Geist. Sorat ist der Hauptfeind des Ich-Prinzips. Gegenüber den Argumenten Bondarews gegen die Hierarchisierung Sorats, Ahrimans, Luzifers und Asuras und den Argumenten Prokofieffs vertrete ich eine Zwischenansicht dieser Frage. Das ist eine Möglichkeit, die beiden in der Sophia zu versöhnen, in der Weisheit Gottes, denn in keiner anderen Weise lässt sich eine Versöhnung verwirklichen. So habe ich meine Verpflichtung gegenüber Prokofieff erfüllt. Ob Bondarew irgendwann auf den Bodhisattva kommt, wird die Zukunft zeigen.

Vor zwei Wochen wusste ich noch nicht, wie der Abschluss dieses Zyklus aus zehn Vorlesungen und die heutige Vorlesung aussehen würden. Am 13.06. waren wir in unserem Landhaus und saßen um 22 Uhr noch draußen auf unserer Hollywoodschaukel. In so einem Augenblick kommt einem die größte jemals im Bulgarischen verfasste Strophe in den Sinn, die eine Naturbeschreibung darstellt – in Christo Botews Gedicht „Hadschi Dimitar“ (Christo Botew (1847-1876), bulgarischer Dichter, Publizist und Revolutionär, einer der Anführer des Aprilaufstandes gegen die Türken. Hier wird das ganze Gedicht in deutscher Übersetzung zitiert, da die Kenntnis seines Textes in der Vorlesung vorausgesetzt wird.)

                                                           Hadshi Dimiter

Er lebt! Er lebt! Von Blut rot überströmt,

quer durch die Brust die Wunde, die tief klafft,

so liegt er im Balkan und liegt und stöhnt,

der Held, in Jugend kühn und Männerkraft.

 

Zur linken Seite warf er sein Gewehr,

rechtshin den Säbel, der vom Hauen zerschellt,

dunkler das Aug, der Kopf geht hin und her.

Murmelnd der Mund verflucht die ganze Welt.

 

So in den Balkanbergen liegt der Held,

die Sonn’ verharrt und loht in Zornesglut,

fern, wo die Schnitterin singt auf dem Feld,

und immer heftiger sprudelt das Blut.

Erntezeit ist’s… Singt, Sklaven, eure Lieder,

die dunkel fließen aus des Volkes Schmerz

Schein, Sonn’, auf diese Sklavenerde nieder.

Auch dieser Held muss sterben … Schweig, mein Herz!

 

Der für die Freiheit ficht und für sie fällt,

der ist unsterblich: Ihn betrauern

Tier, Wald und Erde und das Sternenzelt,

und ewig wird sein Ruhm im Liede dauern.

 

Das Adlerweibchen spendet tags ihm Schatten,

der wilde Wolf leckt ihm die Wunde rein,

der Heldenadler selbst umsorgt

den matten gefällten Held und will ihm Bruder sein.

 

Und wird es Abend, steigt der Mond herauf,

die Sterne heben hoch zu leuchten an,

der Wald beginnt zu rauschen, Wind weht auf,

und ein Haidukenlied singt der Balkan.

 

Und Bergfeen, wunderbar im Ebenmaß

und weiß gewandet singen ihre Lieder,

leichtfüßig treten sie aufs grüne Gras

und lassen um den Held im Kreis sich nieder.

 

Die eine legt Heilkräuter auf die Wunde,

die zweite kühlt die Stirn mit Wasser sacht,

die dritte küsst ihn lind mit flinkem Munde

er sieht sie an, und sie, die liebe, lacht.

 

„Sag, Schwester, mir, sag, wo ist Karadsha?

Und kannst du meine kühne Freischar sehen?

Sag’s mir und nimm mir meine Seele!

Da im Felsgrund möchte ich zugrunde gehen!“

 

Und die Bergfeen, sie klatschen in die Hände,

und singend fliegen sie dahin und spähn,

dass sie, noch eh’ die Nacht zum Tag sich wende

den Geist von Karadsha, dem Helden, sehn.

Doch da jäh tagt’s. Und wild auf ihrer Bahn

Schießt hoch die Sonn’ und loht in Zornesglut.

Stumm liegt der Held hoch droben im Balkan,

die Wunde leckt der Wolf und furchtbar fließt sein Blut.

(Quelle: Botew, C. 1964 Der Balkan singt sein wildes Lied. Gedichte und Publizistik. Berlin Weimar, S.54, Nachdichtung von Franz Fühmann)

„Und wird es Abend, steigt der Mond herauf, die Sterne heben hoch zu leuchten an…“

In diesen Zeilen sind der Rhythmus der Erde, der Planetenrhythmus und der Sternenrhythmus enthalten. Botew ahnte nichts von diesen Rhythmen und trotzdem konnte er solche Strophen noch vor dem Aufdämmern des michaelischen Zeitalters verfassen. In einer alten Vorlesung („Die Bulgaren und die sechste Epoche“, vgl. https://derheiligeimpuls.files.wordpress.com/2017/06/die-bulgaren-und-die-sechste-kultur.pdf) behandelte ich Botews Genius als einen eigentümlichen Übergang zum kommenden Bodhisattva. Die Naturbeschreibung In Botews Gedicht geht folgendermaßen weiter:

„der Wald beginnt zu rauschen, Wind weht auf, und ein Haidukenlied singt der Balkan.“

Dort werden auch die Nymphen aus den vergangenen Epochen und der Wolf beschrieben, der die brennende Wunde leckt. Die brennende Wunde in uns sind die astralen Defekte, die der Wolf in sich durch seine Verdinglichung aufgenommen hat. Das haben auch die restlichen Tierformen getan. Der Balkan, der ein Haidukenlied singt, ist der Widerhall der vergeistigten Natur aus den großen Mysterien des Altertums, die auf bulgarischem Boden stattgefunden haben. Botew verbleibt in der vormichaelischen Zeit, bei ihm spürt man nur den Anbruch der Epoche Michaels.

Im Augenblick, in dem ich diese Bilder im Kopf hatte, erschien unter einem meiner Pflaumenbäume ein Glühwürmchen. Nachdem es erloschen war, habe ich an einer ganz anderen Stelle ein anderes Glühwürmchen gesehen und das erste war verschwunden. Nachdem auch das zweite Glühwürmchen erloschen war, habe ich ein drittes wieder an einer ganz anderen Stelle erblickt. Ich hatte die sehr deutliche Empfindung, dass es um ein und dasselbe Glühwürmchen handelt, das alle Glühwürmchen umschließt. Das anschauende Denken kommt am besten in dieser Jahreszeit zur Geltung, da gelingt es am leichtesten. Dieses Erlebnis mit dem Glühwürmchen, das wahrscheinlich bei jemand anderem überhaupt keine sichtbaren Folgen gehabt hätte, hat die vorliegende Vorlesung ausgelöst. Im Laufe der Ausführungen wird deutlich werden, warum dieses Bild eine absolut lebendige Imagination darstellt, die zur Erde heruntergestiegen und auch sinnlich wahrnehmbar ist.

Ich werde mit einer Zeichnung beginnen, die ich letztes Mal verwendet und nun ergänzt habe. Am nächsten Tag wusste ich schon, dass wir über den Jahreslauf, den Jahreszyklus, die Johanni-Imagination und weiteren damit zusammenhängenden Fragen sprechen werden. Wir haben dieses Schema benutzt, um zu veranschaulichen, wie sich unser Herabstieg in die Involution gestaltet hat und wie der Rückweg unserer Evolution aussehen würde. Um das wahre Wesen des Kreislaufs zu verstehen, müssen wir beim Anfang beginnen und verfolgen, wie alles geschehen war. Das ist nicht einfach ein Schwatzen über die Vergangenheit, weil wir nichts anderes zu besprechen haben, sondern wir müssen begreifen, dass die Zustände, die der Mensch zukünftig verwirklichen wird und die kein anderer verwirklichen kann, eigentlich eine Rückkehr zu vergangenen Bewusstseinszuständen sein werden, jedoch im Wachzustand. Wir können nicht zurückkehren, um die Stufen im linken Teil des Schemas zu metamorphosieren und sie in die Stufen des rechten Teils umzuwandeln, wenn wir nicht wissen, was die Geisteswissenschaft über sie sagt. Nun werden wir das in den Jahreskreislauf eintragen, um zu sehen, wie er entstanden ist und entsprechende Schlüsse daraus ziehen. Die Rückkehr in die Vergangenheit wird immer in den Vorlesungen in der einen oder anderen Form da sein, damit wir verstehen, was heute passiert und was in der Zukunft zu tun ist.

Das Aufleuchten des Geistes 1.JPG

                          Zeichnung 1

Diese Vorlesung und diese Zeichnung fassen alles zusammen, was in diesem Vorlesungszyklus gesagt worden ist. Wie Sie wissen, war das große Etwas, für das ich herangereift bin, die Tatsache, dass das Hauptprinzip, das im Zyklus des Sohnes heruntersteigt, das Ich-bin-Prinzip ist, das vom Absoluten heruntersteigt. Der Sinn des ganzen Zyklus in seiner Entfaltung von oben nach unten besteht darin, die Schranke der geistigen Welt, die Schranke der sinnlichen Welt zu überwinden und sich unten als eine lebendige, sinnlich sehbare Imagination im Menschen zu verdinglichen. Die Anstrengungen aller Götter seit der Schöpfung der Welt bis zum heutigen Zeitpunkt waren darauf gerichtet. Wir werden zuerst auf dieser Zeichnung sehen, wie das verlaufen ist und wie sich das in der Entstehung des Jahreslaufes widerspiegelt hat.

Als das Pralaya zwischen dem Zyklus des Vaters und dem Aufgang des neuen Zyklus des Sohnes zu Ende war und das Ich-bin-Prinzip seinen Weg nach unten bestieg, empfingen die Seraphim von der Trinität den Plan über die Verwirklichung dieses Prinzips und über alles, was quer durch alle Stufen nach unten geschehen sollte. Die Seraphim hatten auf dem alten Saturn ein Allbewusstsein, sie hatten das volle Bewusstsein für alles, was nach unten und nach vorn geschehen sollte. Sie leiteten diesen Plan als Auftrag an die Cherubim weiter, die den Anfangsantrieb des ganzen Plans zu geben hatten. Die Cherubim bildeten am Anfang des Äons ein gigantisches Weltenkreuz, das zeigen sollte, was dem Aufbau des Ich-Bewusstseins der Form auf dem Erdenplan in diesem Zyklus bevorstand. Das Weltenkreuz am Anfang des Saturn, das noch vor dem Opfer der Throne da war, musste zur Herausbildung des zukünftigen Tierkreises dienen, der damals keimhaft vorhanden war und erst im nächsten Äon der alten Sonne seine Verwirklichung erlebte. Indem die Throne dieses erhabene Weltenkreuz der Cherubim betrachteten, brachten sie ihr Opfer dar. Sie opferten das Ich-bin-Prinzip, das sie darstellen. Ich-bin ist ihr Wille, sie sind der Wille. Aus diesem himmlischen Opfer entsteht Vieles in den unterschiedlichen Stufen des ganzen Äons – wie wir wissen, besteht der Saturn-Äon aus sieben Runden.

Was sind die Auswirkungen des Opfers der Throne vor dem Weltenkreuz der Cherubim? Zuerst gaben sie die Substanz für den ganzen Zyklus, die sich zuletzt in der mineralischen Welt verdinglicht hat. Die heutige mineralische Welt stellt also den kristallisierten Willen der Throne dar und enthält die Erinnerungen an alles, was seit jener Zeit geschehen ist. Wenn man z.B. einen Stein von einem Platz an einen anderen verlegt, muss man sich bewusst werden, dass man sich in die ganze Weltevolution einmischt, da dieser Stein der kristallisierte Wille der Throne, ihr Ich, ihr Wesen darstellt. Zweitens strahlten die Throne das Phantom für die Form aus, die wir haben sollten, denn das heruntersteigende Ich-bin-Prinzip musste als das Urbild realisiert werden, das im Pralaya in Form eines Pentagramms existiert. Dieses Prinzip sollte hier unten seine Verwirklichung im Pentagramm-Mensch finden. Die Throne stellten diese nicht vollständig ausgebaute Form zur Verfügung, die in den nachfolgenden Äonen weiter bis zum heutigen Aussehen ausgebaut wurde. Die Throne gaben den Keim des Phantoms und legten am Ende des alten Saturn in dasjenige, das später zu unserem physischen Leib werden sollte, den Geistesmenschen hinein. Damals waren wir im Trancebewusstsein und unser mineralischer Leib befand sich auf der ersten Etappe der Entwicklung. Auf dem Vulkan werden wir die mineralische Substanz vollkommen vergeistigt und sie in den Geistesmenschen verwandelt haben. Deshalb sagte ich, dass wir immer uns in die Vergangenheit zurückzuversetzen haben, um zu erfahren, was uns in der Zukunft bevorsteht.

In der Periode des trancehaften Allbewusstseins wurden uns die Keime unserer Sinne veranlagt. Es wurde auch dasjenige hineingelegt, aus dem nach einer gigantischen Evolution unsere heutige Wahrnehmungsfähigkeit entstehen sollte. Auf dem alten Saturn waren wir das Produkt der Intuitionen der Götter, durch die sie die Keime unseres physischen Leibes, unserer Sinne und unserer Wahrnehmungsfähigkeit anlegten. Damals wurde auch der Wärmeäther hervorgebracht, der mit dem physischen Leib zusammenhängt und heute als die niedrigste aller vier Ätherarten gilt. Gab es die anderen Ätherarten dort? Die Ätherfrage ist äußerst kompliziert und erfordert eine umfassende Vorbereitung, damit wir uns eventuell in einem zukünftigen Vorlesungszyklus in diese Frage vertiefen können. Bei Steiner wurde die Ätherfrage nicht systematisch in einem der Werke erörtert, jedoch ist die Frage nach dem Ätherleib heute von fundamentaler Bedeutung für den Menschen, denn die zweite Wiederkunft Christi geschieht in einem ätherischen Leib auf dem Astralplan. In der vorliegenden Erörterung werden wir zum Schluss etwas über den sog. Gedankenäther sagen, der die Ätherfrage noch komplizierter macht. Es ist wahrscheinlich, dass auf dem alten Saturn die anderen Ätherarten auch existierten, aber das müssen Sie vorläufig nur als eine Hypothese betrachten.

Auf der alten Sonne erhielten wir unseren Ätherleib. Dort waren wir die Inspirationen der Götter. Dort wurde uns die Denkfähigkeit hineingelegt und der Lichtäther war der führende. Auf dem alten Mond war der chemische Äther führend, damals waren wir Imaginationen der Götter und uns wurde das hineingelegt, was später zum Gedächtnis und zu den mit diesem zusammenhängenden Vorstellungen werden sollte. Damit wir heute ein Ich-Bewusstsein haben, müssen in uns all diese Sachen wie Sinne, Intelligenz und Gedächtnis eingeführt werden, die verinnerlicht und später zu Wahrnehmungen, Begriffen und Vorstellungen im ganzen Denkprozess werden, der aus diesen drei Teilen besteht. Nachdem der alte Mond ins Pralaya verschwunden und danach der Erdenäon erschienen war, wurde mit ihm der Lebensäther aktiviert. Hier beginnen die Kreisläufe (die zweite Ebene der Zeichnung 1 von oben nach unten). In die erste, zweite und dritte Runde fallen die Wiеderholungen jeweils des Saturn-, Sonnen- und Mondenzustandes. Wenn wir die Dinge verallgemeinern, war bis zur Atlantis alles gewissermaßen eine Wiederholung vorheriger Bewusstseinszustände, aber auf eine jeweils andere Art. Die erste Runde des Erdenäons wiederholt den alten Saturn, die zweite – die alte Sonne und die dritte – den alten Mond. In der vierten Runde werden die drei gleichzeitig wiederholt, aber in der Form dreier Formzustände oder Globen – des arupamentalen, rupamentalen und astralen Zustandes. So wie es zwischen den Äonen große Pralayas gibt, so gibt es zwischen den einzelnen Runden kleine Pralayas. Wenn die dritte Runde des Erdenäons und das kleine Pralaya zu Ende gehen, geht das ganze bis zu diesem Zeitpunkt erschaffene Dasein zum Mineralreich über, d.h. zur vierten Runde des Erdenäons. In jeder neuen Runde nehmen die Seraphim von neuem den Gottesplan an und legen ihn den Cherubim vor. Das geschieht in jedem Äon und in den Runden jedes Äons nach jedem großen bzw. kleinen Pralaya. Im ersten Globus der vierten Runde stellten sich die Cherubim wieder in die Form dieses Weltenkreuzes, das den Anfang des Tierkreises machen sollte – diesmal schon im Erdenäon und zwar in der vierten Runde, die mit ihren sieben Globen anbrach. Der Tierkreis wurde auch auf der alten Sonne und auf dem alten Mond herangebildet, aber er verschwand immer danach ins Pralaya. Er ist auch in den einzelnen Runden da, um danach in die kleinen Pralayas zu verschwinden. Heutzutage haben wir wieder einen Tierkreis, der, wie wir letztes Mal gesagt haben, völlig von der Illusion umgeben ist und den wir als sinnlich sehen.

Die Elohim strahlten Ich-Impulse auch in der vierten Runde aus – im Mineralreich. In allen ihren bisherigen Globen gaben sie uns ihr Wesen, ihr Ich, das in uns zum Ich werden sollte. Die Elohim sind quasi die Regenten dieser Runde. Sie strahlten den Ich-Impuls aus, den die Wesenheiten der dritten Götterdrei (Engel, Erzengel und Archai) zur Menschenmonade abwärts weitersendeten, die in den vorherigen drei Äonen als physischer, Äther-und Astralleib ausgebildet wurde. Am Ende des alten Mondes wurde die Menschenmonade auch mit einer Empfindungs- und Verstandesseele beschenkt. Zu dieser Monade, in der jeder von uns gewesen ist, opfern und strahlen die Elohim ihre Substanz aus, diese wird durch die Drei unter den Elohim als ein Gruppen-Ich derjenigen Monaden vermittelt, die später hinuntersteigen.

Wir kommen zum dritten Globus – dem Astralglobus der vierten Runde im Erdenäon. Hier schickt sich eine Nebelbildung in der Astralwelt an, die aus der ganzen vorhergehenden Evolution gebildet ist, zum ätherisch-physischen Dasein hinunterzusteigen. Diese Bildung heißt in der Bibel ‚Adam Kadmon‘. Das ist das Urbild unseres Sonnensystems, das viel später ausgebildet werden sollte. Die Substanz in diesem Adam Kadmon bilden die menschlichen Monaden, welche Ich-Impulse von den Elohim erhalten haben, sowie der Tierkreis aus dem Kreuz der Cherubim, das auch hinuntersteigen und durch den sog. Spalt des ätherisch-physischen Globus gehen sollte, damit die polarische Zeit aufdämmerte. Diese Zeit ist uns aus der Anthroposophie wohl besser vertraut. Johannes erlebte während seiner Zeit auf der Insel Pathmos den Zustand der Erleuchtung seiner Seele und erhob sich bis zum Astralglobus, von wo er den hinuntersteigenden Adam Kadmon sah. Johannes sah Adam Kadmon, dessen Urbild im Pentagramm des großen Pralaya steht, und der über das Ich-bin-Prinzip und das Cherubimkreuz als die vier Tiere der Apokalypse hinuntersteigt, in deren Mitte das Lamm mit dem Buch steht. Die vier Tiere sind unsere drei Leiber und das hineinströmende Ich-Prinzip. Nachdem Adam Kadmon durch den Spalt des ätherisch-physischen Globus ging (im vierten Globus der vierten Runde im vierten Äon), brach die polarische Zeit an. Hier gab es eine Wende, die vergleichbar ist mit dem Werk Christi und dem gigantischen Werk, zu dem jetzt die Erdenmenschen aufgerufen sind. Das sind bemerkenswerte Etappen der Schöpfung. Hier – im vierten Globus der vierten Runde im vierten Äon – beschloss die göttliche Welt, durch das Ich-bin-Prinzip verkörpert, allmählich zum sinnlich-physischen Dasein überzugehen. Das ist ein bedeutsamer Übergang, der dem ganzen Zyklus den Sinn gibt. Da eine Wende eintritt, wird alles umgedreht. Die Naturreiche, die als das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich entstanden, entwickelten sich, indem ihre Evolution allmählich in Gang gesetzt wurde. In der polarischen Zeit wurde der Saturn wiederholt, in der hyperboräischen die Sonne und in der lemurischen der Mond. Die Ätherarten wurden wieder aktiviert als Wärme-, Licht- und chemischer Äther, und zwar in der Reihenfolge, in der sie in den jeweiligen Äonen und Runden aktiviert wurden. Aber der Mensch begann seine Evolution auf einem anderen Weg, wobei zuerst der Lebensäther, der der höchste Äther ist, erschien. Danach folgten der chemische Äther, der Lichtäther und zum Schluss kam der Wärmeäther hinzu. In der polarischen Zeit waren wir in der sog. Brühe zusammen. In einem bestimmten Augenblick beginnt die Ausbildung unserer Sinne, weil der Lebensäther aktiviert wurde, der die Ich-Impulse anregen kann, damit sie in uns zu wirken beginnen. Deshalb wurde zuerst der Lebensäther aktiviert, denn nur er ist in der Lage, die Ich-Impulse von den Elohim auszulösen. Natürlich ist hier von keiner Individualisierung die Rede, sondern von der Gesamtmenschheit mit dem Gruppen-Ich von den Elohim. Dieses höhere Ich begann auf einer höheren geistigen Stufe allmählich auf die Monaden mit drei Leibern zu wirken, die in der allgemeinen Brühe waren. Die Ich-Impulse blitzten in diesen Monaden auf und es wurden zuerst die Sinne geformt. Auf dem alten Saturn wurden erst einmal die Keime der Sinne angelegt, hier setzte die Entwicklung auch bei den Sinnen ein. Die polarische Zeit war vorbei, es kam die hyperboräische, in der die Entwicklung auf die Ausbildung einer bestimmten Intelligenzstufe zulief. Dann entstand eine Trennung im Bild der vier Tiere, von denen das eine die Menschengestalt hatte und das Lamm in der Mitte war. Die drei Tiere wurden objektiviert und vom allgemeinen Adam Kadmon abgetrennt, in dem die menschlichen Monaden zusammen waren. Sie entwickelten sich nach dem Naturprinzip weiter und wurden zum Mineral-, Pflanzen- und Tierreich. Der Mensch objektivierte das Natürliche, was in ihm als die drei Reiche vorhanden war, und es begann die Artbildung. Das, was der Mensch nicht objektivieren konnte, sondern was in ihm als subjektiv blieb, wurde zu unseren Systemen (Stoffwechsel-Gliedmaßen-System, rhythmisches System und Nerven-Sinnes-System). Wir sonderten das ab, was zu den drei Naturreichen wurde. So sind die Tiere die objektivierten menschlichen Leidenschaften. Das, was wir aus unserem Astralleib nicht absondern konnten, blieb in ihm als Leidenschaften, die heute zügellos toben. Wenn wir heute die mannigfaltige Tierwelt sehen, können wir nur darüber rätseln, welche Form der Mensch nun haben könnte, wenn er die Tiere nicht von sich abgesondert hätte. Gedanke, Gefühl und Wille wurden ebenfalls hier als Keim angelegt, aber sie mussten über unsere Leiber verinnerlicht werden, um zu unserem Seelenleben zu werden. Vorletztes Mal wurde hier erwähnt, dass es einen Unterschied gibt zwischen ‚Wille’ und ‚Wollen’. Nun ist es angebracht, diesen Unterschied zu klären. Der Wille ist in dem, was die Throne in uns hineinlegten, als sie die Materie, den physischen Leib ausstrahlten. Der Wille wirkt in uns heute als Instinkt. Wenn uns jemand mit einer Nadel sticht, fahren wir instinktiv hoch. Das ist der von den Thronen stammende Wille, der unserem physischen Leib hineingelegt worden ist. Das Wollen als eine der drei verinnerlichten Seeleneigenschaften ist etwas anderes. Zuerst müssen wir unser Denken mit dem Willen sättigen. Das ist das bewusste Wollen, im Unterschied zum unbewussten, das uns die Götter geschenkt haben. Am Kreuz, das wir letztes Mal erörtert haben, gibt es eine Naturevolution, eine Artenevolution. Es gibt auch eine senkrechte Evolution. Die Naturevolution schafft die Phänomene das sind alle sichtbaren Formen von Mineralien, Pflanzen, Tieren und Menschen. Bei uns wurden durch die Absonderung der restlichen Reiche die Bedingungen für unsere Personalisierung durch das Ich-bin-Prinzip vorbereitet. Die anderen Reiche haben kein persönliches Ich, sondern ein Gruppen-Ich. Sie warten darauf, dass wir uns verändern, damit sie sich zu einem Zentrum zusammenziehen, so dass sie von uns und unserem höheren Ich auf den Weg nach oben mitgenommen werden können. So werden sie den Weg ihrer Individualisierung besteigen und ihre Gruppen-Seelen werden die Möglichkeit erhalten Iche zu werden.

Wir bereits erörtert, wurden in der hyperboräischen Zeit aus dem Gesamtleib Adam Kadmons die Naturreiche abgesondert. Es begann die Ausbildung der Planeten und der Sonne. Dann mischten sich auch die Erzengel ein, die ein großes Kreuz nach dem Beispiel des Cherubimkreuzes bildeten, jedoch auf einer anderen Stufe. Die Cherubim bildeten das Kreuz auf der Tierkreisstufe, um eine gemeinsame geistige Sphäre für die Entwicklung der Planeten zu schaffen. Als Vertreter der Cherubim in der dritten Hierarchie bildeten die Erzengel auch ein Kreuz, nachdem das Planetensystem entstanden war, in dem das Sternenhafte als physischer, ätherischer und astralischer Leib anwesend ist. Dieses Sternenhafte wurde durch seine Reduktion auf die Planetenstufe in die drei Funktionalsysteme des Menschen verwandelt. Später kam das nach der Verinnerlichung unseres geistigen Lebens als Denken, Fühlen und Wollen zum Ausdruck. Sehen Sie, was für eine gigantische Wandlung das ist! Ganz oben (Zeichnung 1, links) werden unsere drei Leiber erschaffen, unsere drei Funktionalsysteme und das, was zu unserem Seelenleben als Denken, Fühlen und Wollen werden sollte, wurde als Keim angelegt. Alles wurde oben als Keim angelegt, es durchlief eine Evolution, bis es in uns verinnerlicht wurde und der heutige Mensch, der über all das verfügt, entstehen konnte.

In der lemurischen Zeit tauchten in uns die ersten Keime der Vorstellungen auf, denn unsere Materialisierung war etwas fortgeschrittener, besonders in den späteren Etappen dieser Zeit. Aber diese Vorstellungen waren nicht individuell. Die Monaden waren bereits auf das hinuntergestiegen, was die Erde damals darstellte. Das war keine harte Erde, auf der die hypothetischen Dinosaurier herumtrampelten, von denen die moderne Wissenschaft träumt. Die Dinosaurier existierten in der Atlantis, also ist ihre Zeit vom heutigen Zeitpunkt nicht so weit entfernt. In der lemurischen Zeit waren die Vorstellungen ein Gruppen-Bewusstsein, die Sinne öffneten sich langsam für die Außenwelt und wir begannen Eindrücke zu gewinnen. Von diesen Eindrücken erhalten wir Vorstellungen, die vorbeigehen, ohne eine Erinnerung zu hinterlassen. Um ein Gedächtnis zu entwickeln, braucht der Mensch eine innere Schranke, die das Ergebnis seiner fortgeschrittenen Materialisierung ist.

Eine solche Schranke existierte bereits vor ca. 15000 Jahren in der Mitte der Atlantis, also in der Mitte des vierten Äons, in der vierten Runde, im vierten Globus, in der vierten Wurzelrasse alles im Zeichen der Vier. Das Urbild des Pentagramms, des Ich-bin ging als eine Vier hinunter.

In der Mitte der Atlantis traten wir bereits auf feste Erde. Wir bedeckten unsere Scham mit Feigenblättern – wir wurden also auch unten sichtbar -, aber unsere Körper waren immer noch sehr plastisch. Die allmähliche Individualisierung des niederen Ich setzte ein, denn in uns bildete sich das Gedächtnis aus. Die Materialisierung, das Knochensystem und die Verbrennungsprozesse schufen die materielle Schranke in uns, die Vorstellungen blieben haften und das führte zur Ausbildung des Gedächtnisses. Es kam die Reinkarnation auf und wir traten in den Inkarnationszyklus ein. Der größte Zyklus der Schöpfung (nichtmanifestiert –> manifestiert, Pralaya –> Manvantara) verwandelte sich in uns in einen Zyklus, der aus Leben auf der Erde und Leben in der geistigen Welt nach dem Tod bestand. Auf die Erde stieg eine lebendige Imagination hinunter. Das Größte, was oben im großen Pralaya als Pentagramm existiert, stieg hinunter, wurde mit mineralischen Stoffen ausgefüllt und es zog eine lebendige, sichtbare Imagination in die Welt. Das ist ein absolutes Wunder! In dieser Imagination, die eine Verhärtung erfahren und diese Ausmaße angenommen hat, wurde die ganze Evolution als Form, Leiber, Funktionalsysteme und geistig-seelisches Leben verdinglicht – der ganze Himmel, der Tierkreis, alles aus dem ganzen Zyklus mit der ganzen umfangreichen Tätigkeit aller Götterhierarchien. Und die geistige Welt sagte: „Nun ist Schluss! Von nun an müsst ihr alles, was wir euren Leibern und Funktionalsystemen hineingelegt haben, verinnerlichen und es in euer Ich-Selbstbewusstsein verwandeln“.

Dann begann unsere Verinnerlichung auf dem Weg der Entwicklung des Denkens. Hier möchte ich etwas sehr Wichtiges sagen. Neulich erschien das Buch „Anthroposophische Leitsätze“, dessen Inhalt von Steiner in seinen letzten Monaten diktiert wurde. Das Buch stellt die Essenz der Anthroposophie in Form von 185 Leitsätzen dar. Dort ist von einem Weltenleib und Weltengeist die Rede. Sie sind die Manifestation der allgemeinen Göttlichkeit. Der Weltengeist ist die Ich-Intelligenz aller Wesen. Unter einer ‚Intelligenz‘ versteht man, dass ein Wesen ein vergeistigtes Ich-bin-Prinzip und eine eigene, persönliche Intelligenz besitzt. Die Gruppenintelligenzen sind ein höheres Wesen, aber jedes einzelne Hierarchiewesen besitzt seine eigene Intelligenz und das ist die wahre Intelligenz des Ich-bin-Prinzips. Die Gruppenwesenheiten wie die Himmlische Sophia werden mit bestimmten Funktionen im Kosmos erschaffen – bei ihr zum Zwecke des Aufbaus der von uns bewohnten Welt, des Sonnensystems. Die Weltintelligenz ist der Weltengeist und der Weltenleib ist der Ort, den die Weltintelligenz, die Weltwesen mit ihrem Produkt ausfüllen, das der göttlichen Vorsehung entspricht. Uranfänglich waren der Weltengeist und der Weltenleib in einem gemeinsamen Körper-Geist. Nachdem der vierte Globus durchlaufen war, wurde die Intelligenz vom Körper getrennt. Der Körper war alles, was sich von der Intelligenz trennte als Naturreiche, Materie und als wir selbst. Die Zeit der Einheit nennt Steiner die ‚alte Epoche‘, nun sind wir in der mittleren Epoche, die mit dem vierten Globus begann. Es stehen uns die ersten Schritte zur zukünftigen Epoche bevor, wenn der Weltengeist sich über uns Menschen wieder mit dem Weltenleib vereinigen wird. Das ist die große zukünftige Epoche, die alles umfasst, was oben auf der Zeichnung ist. Nun sind wir auf dem Boden, wo der Übergang zwischen der zweiten und der dritten Epoche stattfinden soll. Die erste Epoche war die längste, die zweite ist kürzer, die dritte Epoche wird ebenfalls sehr lang sein, wobei der Zeit-Begriff in den höheren Daseinsstufen relativ ist. Nun stehen wir am Anfang von etwas Gigantischem, an der größtmöglichen Teilung, die im ganzen Zyklus existiert, denn es bestehen verschiedene Teilungen. Welche sind die? An erster Stelle ist der Tierkreis. Je weiter die Verdinglichung des Menschen fortschreitet, desto weiter schreitet das Sterben des Tierkreises fort. Am Anfang war er lebendig. Dann verbargen sich die Wesenheiten und der Tierkreis wurde zu ihren Offenbarungen. In der dritten Etappe waren nur die Handlungen aus den Offenbarungen des Tierkreises sichtbar und am Ende kam es dazu, dass wir heute oben nur ein Zeichen vergangener geistiger Götterhandlungen sehen. Deshalb sagten wir in der letzten Vorlesung, dass es außerhalb der Grenzen des Sonnensystems nichts gibt. Dort ist das große Nichts, dorthin können wir mit dem physischen Leib nicht gelangen.

Die Entwicklung des Tierkreises verläuft in diesen vier Stufen und erreicht diesen Zustand. Die uns umgebenden Naturreiche – das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich sind nur Formen, in denen es außer der Form nichts Göttliches gibt. Bei einem Hund etwa ist der Geist, die kosmische Intelligenz, die ihn erschaffen hat, nicht enthalten. Es gibt nur die Hund-Form als die Manifestation der kosmischen Intelligenz, die den Hund erschaffen hat. In ihm fehlt der Geist. Das gilt auch für die Pflanze und das Mineral. Nur im Menschen ist der Geist da, denn der Geist ist das Ich-bin-Prinzip, er ist die kosmische Intelligenz. Selbst in den schönsten Naturansichten, die uns entzücken, können wir nicht die Kraft finden, um den Übergang zu machen, der oben erwähnt wurde. Alle Naturschönheiten sind Formen, die der Göttlichkeit entleerte sind, in denen zwar das vergangene Dasein anwesend ist, aber der Geist fehlt.

Wie begann die Verinnerlichung des Produktes, das wir heruntergeholt hatten? Sie begann durch das Denken. Das Denken durchlief vier Stufen. Zuerst kam das mythologische Denken, das sich in unserem niederen Ich abspielte. Damals dachten die Götter in uns und aus diesem Grund war das Denken vergeistigt, beseelt und lebendig. Das war die längste Etappe. Danach versteckten sich die Götter vor dem direkten Blick, den wir in der Atlantis hatten, da der Äther- und der physische Leib zusammenliefen, und zeigten sich nur als Spiegelbilder. Die Menschen suchten die Götter in der Naturwelt, was im Vergöttern verschiedener Teile dieser Welt zum Ausdruck kam.

In der zweiten Periode schwand die Vergeistigung des Denkens und es blieben nur die Beseelung und die Belebung. In der vierten Kulturepoche fehlte bereits die Vergeistigung, es ging auch die Beseelung dahin und es blieb nur das lebendige ätherische Denken. Das liegt daran, dass in der mythologischen Periode das Denken in unserem Ich zustande kam. Die Götter dachten in uns, nicht wir, deshalb besaß das Denken die drei erwähnten Eigenschaften.

Als die Götter zum bloßen Spiegelbild wurden, ging das Denken auf den Astralleib über und verlor sein geistiges Charakteristikum. In der griechischen Kulturepoche erlebten und verinnerlichten wir das Denken im Ätherleib, deshalb blieb das Denken nur lebendig, aber ohne Geist und Seele. Danach begann sich das Denken mit dem physischen Leib zu verbinden. Es erstarb dort und von ihm blieben nur die abstrakten Schatten übrig, die das Denken der ganzen heutigen Menschheit kennzeichnen. Unsere Aufgabe besteht darin, den Rückweg zur Belebung, Beseelung und Vergeistigung des Denkens zu finden.

Nun wollen wir zur Frage des Jahreskreislaufs, zur Johanni-Imagination und weiteren Aspekten übergehen. Die ganze Verinnerlichung von allem, was in uns als Adam Kadmon einging und uns aufbaute, die Verbindung des Ich-bin-Prinzips mit all dem geschah durch die Entstehung des natürlichen Jahreskreislaufs. In der urindischen Kulturepoche, die eine Wiederholung des Allbewusstseins des alten Saturns ist, erlebten die Menschen diesen Kreislauf dreifach. In den späteren nachatlantischen Zeiten sollten wir zu einem Jahreskreislauf mit vier Jahreszeiten übergehen. Der kulturhistorische Prozess gestaltet sich vom Dreifachen zum Vierfachen. Wie entstand der Jahreskreislauf, wie kam er so zustande, dass in ihm diese ganze Entwicklung verinnerlicht wurde? Das wollen wir besprechen und auf die heute geschehende gigantische Wandlung eingehen.

Wie gesagt, wiederholten die Cherubim im ersten Globus der vierten Runde des Erdenäons das Weltenkreuz vom Beginn des alten Saturn, der zum Anfang des späteren Tierkreises wurde. Nun wiederholten sie das Kreuz und stellten sich in der Position Krebs-Steinbock, Widder-Waage (Zeichnung 2 rechts). Letztes Mal, als wir die Weltanschauungen erörterten, haben wir die Senkrechte Krebs-Materialismus-Steinbock-Spiritualismus um 90 Grad gedreht, so dass an die Spitze die Waage (Realismus) und auf den Boden – der Widder (Idealismus) steht. Die Waage-Widder-Achse ist die Achse des denkenden Geistes. Dieses Kreuz anschauend, stellten sich in der hyperboräischen Zeit, als das Sonnensystem entstand, vier große Erzengel zu einem Weltenkreuz an die vier Weltrichtungen: die Erzengel Michael, Raffael, Gabriel und Uriel. Auf der Zeichnung 2 ist das von den vier Erzengeln gebildete Kreuz mit Schwarz gekennzeichnet. Wir wollen nun sehen, welcher Erzengel welche Aufgabe in diesem Kreuz erfüllt (der linke Teil der Zeichnung 2). Dieses Kreuz ist das Urbild des Tierkreises. Zodiakalisch wurden unser physischer Leib, der Äther- und der Astralleib geschaffen. Auf ihrem abwärtsgerichteten Weg von der zodiakalischen zur planetarischen Stufe müssen unsere drei Leiber in den drei Funktionalsystemen in uns Ausdruck finden – im Stoffwechsel, im rhythmischen System und im Nerven-Sinnes-System. Indem sich die Erzengel in diese Richtungen stellen, führen sie eine allmähliche Subjektivierung der zodiakalischen Impulse herbei. Dabei wird das ursprüngliche Kreuz der Cherubim um 30 Grad verschoben und es entsteht das Kreuz, in dem die Erzengel stehen. Der weitere Hinunterstieg drückt sich in der geistig-seelischen Verinnerlichung aus – als Sittlichkeit, Gewissen, Strenge, Kraft, Festigkeit, Liebe, Schönheit usw. Es gibt einen neuen Hinunterstieg, bei dem gerade die Erzengel eine Rolle spielen – Michael  Osten, Uriel im Norden, Raffael im Westen und Gabriel im Süden. Von der äußeren Erschaffung unserer Leiber wurde über unsere Funktionalsysteme und das innere seelisch-geistige Leben geschah ein Übergang zum Denken, Fühlen und Wollen, und zwar von außen nach innen. Jeder Erzengel ist für ein bestimmtes System verantwortlich, er hat eine Beziehung zu einem bestimmten Äon. Uriel ist der Erzengel des Johannifestes. Uriel ist mit dem physischen Leib verbunden, mit dem alten Saturn und er bewacht die Erinnerung an die ganze Entwicklung. Er ist auch mit dem Stoffwechsel verbunden, mit der Sittlichkeit, dem Gewissen und der Strenge und steht im Stier. Michael ist mit dem Erdenäon verbunden und steht im Wassermann, Raffael ist mit der alten Sonne verbunden und steht im Löwen. Gabriel ist mit dem alten Mond verbunden und steht im Skorpion (dem früheren Adler). Durch Michael vereinen die anderen drei Erzengel ihre Kräfte, damit sie im Menschen verinnerlicht werden und im Ich vereinigt, zu unserem Denken, Fühlen und Wollen werden, was die Garantie ist, dass wir die Änderung unternehmen können, die wir gleich besprechen werden. Michael im Wassermann ist die Gegenwart und die restlichen drei Erzengel sind mit früheren Äonen verbunden. Michael ist die Gegenwart im Wassermann, denn dort steht ein Cherub, der eine Beziehung zu den Inkarnationen hat. Wenn man diese Welt verlässt und über den Wassermann geht, sieht man dort einen Cherub, der auf der höchster Stufe – in der Mitternachtsstunde des Daseins – für die Inkarnationen verantwortlich ist. Die Cherubim sind es, die in das persönliche Menschenkarma die ganze Vorsehung des Zyklus hineinschreiben, so dass nach unserem Hinunterstieg Michael dieses Karma vom Cherubimkreuz in die Gegenwart bringt. Michael ist dieser besondere Geist, der die Vergangenheit in die Gegenwart in einer solchen Art bringen kann, dass das Vergangene überhaupt nicht luziferisiert wird. Ich werde diesen Begriff für diejenigen erklären, die Fragen haben: ‚Luziferisierung‘ bedeutet, dass der Mensch heute in Formen leben möchte, die der Vergangenheit angehören, in Formen, die früher existiert haben. So strebt ein Yogin danach, durch das Atmen zu einer Beziehung zur Panintelligenz und zur Auflösung in ihr zu  kommen, zur Verbindung zum Weltengeist, und zwar in einer Art, die in vergangenen Epochen praktiziert wurde. Aber das Denken war damals, wie schon erwähnt, vergeistigt und belebt. Als wir atmeten, haben wir Seele und Leben geatmet und damals war es möglich, sich mit der Intelligenz zu verbinden, die noch eine Panintelligenz war, die wir nicht persönlich besaßen. Dies wurde erst vom 15. Jahrhundert an allen Menschen ermöglicht. Damals war eine solche Verbindung von Natur aus möglich, aber heute geht das nicht mehr. Aus diesem Grund können wir die Beschäftigung mit Yoga heute ‚Luziferismus‘ nennen. Aber es gibt Fahrgäste für jeden Zug und, man kann auch trübes Wasser trinken – wie der Meister Beinsa Douno sagte -, wenn man die Quelle des reinen Wassers nicht findet, denn ganz ohne Wasser kann man nicht leben. Michael kann die Vergangenheit in die Gegenwart durch die Synthese dessen holen, was die drei restlichen Erzengel von der zodiakalischen auf die planetarische Ebene geholt haben. Er kann bewirken, dass diese mit den Aufgaben der Gegenwart und Zukunft synchron ist und nicht luziferisiert wird. Michael führt zum Christus, zur ewigen Gegenwart und er hat die Möglichkeit, dies zu tun.

Das Aufleuchten des Geistes 2.JPG

             Zeichnung 2

Es gibt auch ein weiteres Jahreskreuz, bei dem im September das Herbstäquinoktium ist, im März – das Frühlingsäquinoktium, im Juni – die Sommersonnenwende und im Dezember – die Wintersonnenwende. Das ist das Jahreskreuz der Natur und es bringt das System unserer drei Funktionalsysteme zur umgekehrten Übereinstimmung, damit es zodiakalisch erhoben wird. Die Erzengel bringen durch ihr Kreuz das Zodiakalische zum Planetarischen, dagegen bringt das natürliche Jahreskreuz die Funktionalsysteme zum Zodiakalischen zurück. Es geschieht eine weitere Verschiebung um 30 Grad zwischen dem Erzengelkreuz und dem Jahreskreuz und in diesen 60 Grad Gesamtverschiebung zwischen dem Cherubimkreuz und dem Jahreskreuz können in jedem 60 Grad großen Sektor am besten das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System, das rhythmische und das Nerven-Sinnessystem und das Ich entwickelt werden. Der Mensch ist fast vollständig ein geistiges ichhaftes Wesen, mit Ausnahme des physischen Leibes, weshalb er auf dem physischen Plan sichtbar ist. Er ist eine lebendige, wandelnde Imagination. Mit unseren Leibern sind wir mit der Natur verbunden, aus diesem Grunde wirkt sich der Jahreskreislauf auf uns aus. Wir sind im Rhythmus dieses Kreises hinuntergestiegen und haben uns verdinglicht, wir haben das Seelenleben als Denken, Fühlen und Wollen entwickelt. Die früheren Kultformen waren damit verbunden. Bei den Bulgaren, die für die praktische Verdinglichung des Ich-bin-Prinzips im ganzen Zyklus verantwortlich sind, waren diese Kultformen besonders entwickelt. Heute gibt es in jedem Dorf aufbewahrte Rituale als Bräuche, aber die Teilnehmer sind sich des Sinnes der ausgeführten Handlungen nicht mehr bewusst, da der heutige Mensch eine völlig unterschiedliche leibliche und seelisch-geistige Konstitution hat. Das Hinuntersteigen des Ich-bin-Prinzips ging mit dem Jahreszyklus einher, in dem die Menschen insbesondere um die Zeit der Sommersonnenwende durch ihre Kultformen zur Begegnung mit ihrem höheren Ich hinaufstiegen. Diese Begegnung erlebten sie unbewusst, von oben strömten Impulse hinunter, die der Verinnerlichung dieses Ich, der Leiber, der drei Systeme und der drei Seeleneigenschaften den Antrieb gaben.

In den christlichen Zeiten hat sich alles radikal gewandelt. Die erste Wandlung fand statt, als im vierten Globus Adam Kadmon zur Verdinglichung hinunterstieg. Als Christus kam, wandte Er die Entwicklungsrichtung nach oben um. Die Form und der Inhalt der Feste wandelten sich und es wurde allmählich dieses Kreuz gebildet, bei dem sich Michaeli und Ostern einerseits und Johanni und Weihnachten andererseits gegenüberstehen. Die vier Erzengel stehen in ihren jeweiligen Sternzeichen, aber ihre Feste wurden nach der christlichen Tradition auf andere Zeiten verschoben. Zu diesen vier Festen kamen drei andere hinzu – Epiphanie am 6. Januar sowie Himmelfahrt und Pfingsten, deren Datum vom beweglichen Fest der Auferstehung Christi abhängt. Seit der Ankunft Christi lebt die menschliche Seele im Rhythmus dieser sieben Feste, dort ist das Mysterium der Menschenentwicklung. Einen großen Entwicklungssprung kann nur jemand machen, der im Rhythmus dieser Feste lebt und ein immer größer werdendes Verständnis ihres wahren Wesens aufbringt und mit dem Jahreskreislauf der Natur, mit dem Tierkreis arbeitet. Unser letzter Vorlesungszyklus ist darauf abgestimmt. Nach dem Ereignis auf Golgatha zentrierte Michael seine ganze Tätigkeit um das Osterfest, deshalb war unsere erste Vorlesung den Geheimnissen von Golgatha gewidmet. Dann behandelten wir Johannes den Täufer und die Jungfrau Sophia. Das Geheimnis des Johannisfestes ist nämlich die Jungfrau Sophia, denn die Erhebung, die in den vorchristlichen Zeiten mit dem Gruppen-Ich zum höheren Ich stattfand, verwandelte sich in den christlichen Zeiten in die Erhebung zur Sophia, der Weisheit Gottes, die am Johannifest stattfand. Als bedeutender Wegbereiter der Ankunft Christi hat das bulgarische Volk mit seinem gesamten Mysterienleben ein Christentum angenommen, das einen Sophiencharakter trägt und vom Apostel Paulus kam, der die Auferstehung Christi in höchstem Maße begriff. Johannes der Täufer ist am engsten damit verbunden und der Sinn seines Festes besteht darin, zu verstehen, was geschieht und wann es mit Hilfe der Sophia geschieht. Wenn man nicht das notwendige Verständnis hat, lebt man wie in den vorchristlichen Zeiten weiter, aber mit einer individuellen Intelligenz, die nun nutzlos bleibt. Johannes der Täufer hängt mit der Einweihung von Johannes-Lazarus zusammen und war auf Golgatha übersinnlich anwesend, als Johannes-Lazarus Sophia als seine Mutter annahm. Der Sinn des Johannifestes besteht im Sophienhaften.

Ostern ist ein bewegliches Fest, von dem das Datum der zwei folgenden Feste Himmelfahrt und Pfingsten abhängt. Gerade das bewegliche Osterfest gibt uns das Zeichen, dass wir uns irgendwann von der rein natürlichen Abhängigkeit vom Zodiakalischen lösen können, das den Tag des Osterfestes bestimmt. Die Bestimmung des Datums des Osterfestes gleicht dem Herunterholen der ganzen Evolution, dem Übergang vom Sternenhaften über das Planetarische zur Erde, was auch den Christus-Weg bei seiner Herabkunft kennzeichnete. Da dieses Datum beweglich ist, zeigt es, dass wir uns früher oder später von der natürlichen Notwendigkeit des Tierkreises und der Planetensphäre lösen und den neuen Makrokosmos selbst schaffen werden. Christus stieg als die höchstmögliche Intelligenz der Trinität, als das Ich-bin-Prinzip durch die Hierarchien hinunter. Deshalb antwortete Er auf die Frage Moses‘, wie er Ihn nennen solle: „Ich bin der Ich-bin“, d.h. Er ist Derjenige, Der das Ich-bin-Prinzip trägt. Das ist das Besondere, was ein hierarchisches Wesen ausmacht. Christus hat alles auf Seinem Weg nach unten aufgewirbelt und verändert. Die Erde wurde zu jenem Wesen, das den Keim des neuen Makrokosmos geben wird, denn mit der Auferstehung trat Christus gleichzeitig in die Erdenaura ein. Er wurde zum Geist der Erde und trat an Pfingsten durch den Heiligen Geist in das Innere jedes Menschen ein. In unseren Leibern sind wir von der Aura der Erde abhängig, also von Christus, wir atmen, essen und trinken Ihn gleichzeitig. Er ist in uns drin, in unserem Denken, Fühlen, Wollen und Ich. Deshalb scheidet derjenige, der das Mysterium von Golgatha nicht begreifen will, von jeglicher Evolution aus. Wer sich Christus gegenüber stellt, scheidet aus.

Als Christus erschien, begleitete Ihn auch das wunderbare Licht jener Intelligenz, die zu uns auf dem Weg des Denkens hinunterkam und die reine Göttlichkeit, reiner Geist war und dann allmählich zur Seele, zum Leben wurde. Zum Schluss war sie nur ein Schatten. Christus kam mit diesem Licht, deshalb sagt Er auch „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh.8:12). Er ist der Geist der Welt und verband sich hier unten mit dem Körper der Welt. Am Jordanfluss wurde Christus aus dem Heiligen Geist geboren, den die Taube symbolisiert. Er wurde von der Zukunft geboren, vom Heiligen Geist, aber Er ist die ewige Gegenwart. Unten wartete die Vergangenheit auf Ihn als der Leib Jesu. Am Jordanfluss war Johannes der Täufer der Vertreter der Menschheit, der die Taube, den Heiligen Geist, und das Ich-bin sah, das vom Heiligen Geist getragen wird und sich mit Jesus verbindet. Jesus ist die Emanation von Weihnachten als der vom Vater vorbereitete Leib. Wenn die katholische Kirche das Weihnachtsfest dem Osterfest vorzieht, favorisiert sie eigentlich die Vergangenheit, den Vater. Es fehlt die kosmische Intelligenz. Unten ist der Wille, oben ist die Intelligenz. Die Intelligenz und der Wille, der Weltengeist und der Weltenleib müssen vereint werden. Christus machte das nach der Trennung im vierten Globus der vierten Runde. Mit Ihm fing die zukünftige Epoche an. Er nahm eine große Synthese zwischen dem Heiligen Geist und dem Vater, zwischen der Intelligenz und dem Willen vor. Dadurch wurde Er zum Urbild der Idee, dass wir beim Sterben unseres niederen Ich in Christo und bei der Entstehung der Beziehung zu unserem höheren Ich zum Spielfeld der Beziehung zwischen dem Weltengeist und dem Weltenleib werden. Der Mensch selbst wird zu dieser Synthese. Bei der Begegnung beider Hypostasen in Christo, bei der Begegnung der Zukunft und der Vergangenheit in der Gegenwart wurde Er zur ewigen Gegenwart. Wenn wir das Prinzip „Nicht ich, sondern Christus in mir“ annehmen, werden wir auch die ewige Gegenwart dessen sein, was in der Zukunft bevorsteht. Dann werden wir die drei zurückgebliebenen Reiche aufwirbeln und zur Ich-Evolution ihrer Gruppenseelen emporziehen. Christus machte die große Synthese und Johannes sah die Taube am Jordanfluss. Laut Steiner flog auch über das Kreuz auf Golgatha eine weiße Taube. Eine weiße Taube gibt es auch in der Johanni-Imagination. Hierbei geht es immer um den Heiligen Geist, der in den christlichen Zeiten am Johannistag die Gestalt der Sophia annahm. Deshalb sind wir im vorliegenden Vorlesungszyklus in Vorbereitung auf die Vorlesungen über das Böse zuerst auf das Mysterium von Golgatha, dann auf die Geheimnisse Johannes‘ des Täufers und der Jungfrau Sophia eingegangen. Die Februar-Vorlesung war eine Art Übergang, in dem ich meinen eigenen wie auch unseren gemeinsamen Beitrag zur Hierarchizität der bösen Mächte gegeben habe. Damit strebte ich eine Versöhnung zwischen Prokofieff und Bondarew an, auch zwischen der zweiten Hälfte des Jahreszyklus, in der es von Natur aus bequemer ist, das anschauende Denken zu entwickeln und der ersten Hälfte, in der es von Natur aus eine größere Verinnerlichung des Geistes und Kraft zum Bestehen vor dem Bösen gibt. In diesem Zyklus gab es bisher 3×3 Vorlesungen und die zehnte Vorlesung ist ihre Vereinigung in der Eins. Ich bin am 19.10. (das ergibt eine Eins)  im Sternzeichen der Waage geboren, damit ich Synthesen vornehmen kann. Nichts anderes als die Synthesen vermag alle zu versöhnen – die Menschen untereinander, die Menschen und Götter und die Götter untereinander. Auf der Konferenz in Varna im August 2014 bot ich die Synthese der zwei großen Impulse des 20. Jahrhunderts an, die ich seit 15 Jahren praktiziere. Dieser Zyklus aus 10 Vorlesungen stellt ein Erleben auf einem ganz anderen Niveau dar, was ich mit dem Glühwürmchen zu erklären versuchen werde, indem ich darauf eingehe, was mir dieses Erlebnis gegeben hat und warum es zu dieser Vorlesung geführt hat.

Christus stieg nicht nur als das Licht der Welt hinunter, sondern auch als die Wärme der Welt, da Er aus dem Weltwärmeäther, dem uranfänglichen Äther kommt. Er zog auch die Intelligenz mit – den Weltengeist – sowie den Weltenleib. Letzterer wurde aus der Substanz dieses Äthers geschaffen, aus der Substanz der Geister des Willens, die das uranfängliche Feuer darstellen. Wenn irgendwo vom ‚uranfänglichen Feuer‘ die Rede ist, wird das Opfer der Throne vor dem Cherubimkreuz gemeint. Christus ist gleichzeitig die Wärme, die der Weltenleib darstellt, und das Licht, das die Weltenintelligenz oder das Ich-bin- Prinzip ist. Er vereinigte den Weltengeist und den Weltenleib in sich. Als Christus kam, war Michael auf der Sonne. In den vorchristlichen Zeiten widerspiegelte er Christus durch Jehova und der Weg zur Selbstbewusstwerdung ging über die Bewusstseinsentrückung in den Luftformen. Nach der Auferstehung und insbesondere nach Pfingsten wurde Michael zum Antlitz Christi und stieg auch zu den Menschen nach Seinem Vorbild hinunter. Deshalb ist die Anthroposophie als die Gabe Michaels gleichzeitig jenes Weltenlicht, jene Weltenintelligenz, mit der Christus kam. Deshalb ist sie das Kind des Heiligen Geistes, sie ist die Himmlische Sophia, die als die wesenhafte Anthroposophia über Steiner kam und die Frucht der himmlischen Intelligenz, des Weltengeistes darstellt. Die Anthroposophie wurde uns geschenkt, damit wir das Mysterium von Golgatha begreifen, auf das Michael als Hauptführer und für Christus Wirkender seine Tätigkeit konzentriert. Die Anthroposophie ist das Licht und wer sie heute nicht selbstlos und ununterbrochen studiert, kann keine Schritte zu seiner eigenen Intelligenz, zu seinem Ich-bin machen. Ohne die Gabe Michaels kann man nicht zu einem hierarchischen Wesen werden. Christus ist die Wärme, die in uns hereingeströmt ist. Wenn man beginnt, die kosmischen Geheimnisse im michaelischen Sinne zu begreifen, verbindet man sich mit Michael als einem von außen hineinströmenden Licht, als das, was war. Michael kann das, was war, zu uns bringen, ohne es zu luziferisieren. Mit dem Bewusstsein, dass wir alles zu den Füßen Christi legen sollen, müssen wir das Kreuz der Weltentwicklung auf uns nehmen, das Christus durch die Synthese des Weltenleibes und des Weltengeistes auf sich nahm. Ich werde gleich zeigen, wie das gehen soll.

Mir ist eine unauslöschbare Erinnerung geblieben, die eine Reise betritt, welche ich 2004 unternommen habe. Sie wurde in der Vorlesung „Der Weg“ beschrieben (https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/02/17/der-weg/). In der Gegend Krastova gora in den Rhodopen (Krastova gora (‚Kreuzwald‘) – eines der größten christlichen Zentren in Bulgarien,  das durch Wunderheilungen bekannt geworden ist. Nach Krastova gora pilgern jährlich Tausende von Menschen. Der Legende nach soll dort ein Stück des Kreuzes Christi begraben worden sein, worauf sich die intensive Energie und die zahlreichen Wunderheilungen zurückführen lassen, die dort geschehen.) habe ich zwei Stunden lang zu einem 35jährigen Mann aus Pleven gesprochen und ihm dabei in die Augen gesehen. Nie hatte er vorher das gehört, was ich ihm erzählte. Als ich ihn am Ende fragte, was er davon hielt und was für Empfindungen er beim Hören hatte, erwiderte er: „Ich spürte starke Wärme im Bauch und helles Licht im Kopf“. Auch sprach er die bemerkenswerten Worte aus: „Ich weiß, dass alles, was du in diesen zwei Stunden erzählt hast, stimmt, aber ich will das persönlich überprüfen.“ Damals hatte ich die starke Empfindung, dass vor mir ein Vertreter der alten Bulgaren stand, der ein riesiges Erbe von früher und ein starkes Ich-Prinzip in sich vereinte. Er arbeitete als Koch in Pleven und hatte meiner Unterhaltung mit einer Frau zugehört. Danach gesellte er sich zu uns. Nach dem Gespräch sagte er, dass er seit zwei Tagen in Krastova gora war, sich selbst darüber wundernd, was er da machte, und erst jetzt begriff, warum er eigentlich gekommen war. Wenn das Licht und die Wärme Michaels im Menschen-Ich als Denken, Fühlen und Wollen aufleben, kann Michael sie über Christus direkt in das Ich des Gegenübers hinübertragen. Es lohnt sich dafür zu leben!

Nun werden wir zur Johanni-Imagination übergehen, wegen der alles bisher gesagt worden ist. Zwischen dem Frühling und dem Johannistag haben wir die bestmögliche Zeit für unseren Aufstieg nach oben. Die Erde ist ein lebendiges Wesen wie der Mensch. Wenn der Mensch einschläft, steigen der Astralleib und das Ich zur Begegnung mit dem Manas, mit unserem höheren Ich in die Astralwelt hinauf. Unsere Erlebnisse vom vergangenen Tag werden nach oben mit dem Astralleib zum Zweck der nachfolgenden Verarbeitung hinaufgetragen. Der Zyklus aus Schlaf- und Wachzustand ist eine Art Zurückführung des Pralaya-Manvantara-Zyklus auf die niedrigste Stufe. Stellen Sie sich nur vor, was für ein Sammelwesen der Mensch darstellt! Das Gleiche geschieht mit dem Wesen der Erde. Im Frühling beginnt die Erdenseele aus dem Leib zusammen mit den Elementargeistern auszutreten. Die Elementargeister sind die Gedanken der Erde, ihr Gedächtnis. Sie wurden von der dritten Götterdrei geschaffen, die durch die Elementargeister ihre Einwirkung auf die Prozesse auf der Erde vermitteln. So ermöglichen uns die Archai durch die Gnomen unsere Wahrnehmungen, unsere Fähigkeit zu sehen, hören usw. Wenn ich einen Menschen sehe, kann ich ihn ganz oberflächlich wahrnehmen, verschwindet die Wahrnehmung schnell. Zuerst habe ich die Wahrnehmung – ich sehe den Menschen -, dann habe ich einen Begriff, ich denke an ihn und aus beiden entsteht eine Vorstellung. Zuerst kommt das Sehen, der physische Leib, der Vater, dann der Gedanke, der Sohn und am Ende – die Vorstellung, das Gedächtnis oder der Heilige Geist. So gewinnen wir die Vorstellung von einem Menschen. Die Qualität der Vorstellung, die sich jemand von einem Objekt macht, hängt von der individuellen Entwicklung seiner Sinne und der Vergeistigung seines Denkens ab. Sie kennen die Legende, in der darüber berichtet wird, wie Christus mit seinen Jüngern unterwegs einen toten Hund sah. Jeder der Jünger sagte etwas Unangenehmes über den Kadaver, nur Christus sprach begeistert über die schönen weißen Zähne des Hundes. Sie sehen, wie enorm die Unterschiede in den Vorstellungen von demselben Objekt in Abhängigkeit von der Bewusstseinsstufe der Beobachter sein können. Wenn ich ein gegebenes Objekt betrachte, sehen die Archai durch mich, denn die Augen gehören mir nicht, sie sind meinem physischen Körper eingepflanzt worden. Obwohl ich „meine Augen“ sage, sehen eigentlich die Archai über die Gnomen durch meine Augen. Zahlreiche kleine Gnomen gehen durch meine Augen, wenn ich ein Objekt betrachte. Das ist der reale geistige Prozess, der in diesem Moment vor sich geht. Je nach dem Maß, in dem ich individualisiert und mit wahren geistigen Gedanken sehe, um ein Objekt wahrzunehmen, werden die Gnomen aktiv und es wird etwas anderes gebildet, worauf ich etwas später eingehen werde. In den Sinnen, im Sehen wirken die Archai über die Gnomen. Im Begriff, im Denken, dass dies ein bestimmter Mensch ist, der in einer bestimmten Art gekleidet ist usw., wirken die Erzengel. In der Vorstellung, die wir als die Erinnerung an den Menschen haben, wirken Elementarwesen, die wir persönlich erzeugen. Je nachdem, wie wir sehen, hören und an das Objekt denken, wird unter Anschluss von Wahrnehmung und Begriff die Vorstellung erzeugt – das, was wir behalten und was das Volumen unseres Selbstbewusstseins darstellt, denn ohne das Gedächtnis, das in der Atlantis entstand, konnte kein Selbstbewusstsein entstehen. Folglich sind die in die verschiedenen Formen innewohnenden Gnomen verschieden. Der Hund ist eine geistlose Form. Aber die Form selbst ist der Vertreter einer bestimmten Intelligenz, die dem Hund die Form verliehen hat und die Füllung dieser Form sind die Gnomen. Wenn der Hund nur die Form ist und die Form sich nur in der Füllung eingeschlossen hat, müssen wir auf dem umgekehrten Weg durch die Form die Intelligenz befreien, die dem Hund die Form gegeben hat, damit sie in Verbindung zur Weltintelligenz tritt. Auf diese Weise wird sich der Weltenleib, die Füllung der Hundeform mit der Intelligenz, mit dem Weltengeist verbinden. Das kann nur der Mensch tun. In der Zeit um den Johannistag kann man am besten die Formen anschauen, denn zusammen mit Gnomen, Sylphen, Undinen usw. tritt auch die Erdenseele aus, steigt hinauf und die Erde schläft ein. Oben ist die planetarische Weltintelligenz aus Wesenheiten, in denen die ganze Intelligenz der Planeten unseres Sonnensystems, die es nur dort gibt, unterstützt vom Tierkreis, von Uriel als Regent personalisiert wird. Uriel ist der Geist des Johannifestes, er ist mit Saturn und dem physischen Leib verbunden und enthält die Erinnerung an alles. So wie die Erdenseele mit den Elementarwesen und ihrem Gedächtnis zu Uriel, zur planetarischen Intelligenz des Sonnensystems und zum Tierkreis hinaufsteigt, so wirkt der Jahreskreislauf um diese Zeit auf uns und wir nähern uns der Natur. Im Frühling braucht jeder Mensch intensive Sinneswahrnehmungen aus der Natur. Nach dem Michaelitag ist es, als ob die Natur und wir mit ihr ersterben würden, aber der Geist der Erde erwacht wieder zum Leben und in uns erwacht auch der Geist zum neuen Leben.

Wenn die Erde hinaufsteigt, ist sie im Halbschlaf, so wie wir im Schlaf mit dem Astralleib und dem Ich zu unserem höheren Ich, dem Manas, hinaufsteigen. Das Manas kann nicht in unserem Wachzustand hinuntersteigen, da es uns verbrennen würde. Wenn die Erde im Frühling und Sommer schläft, weilt sie oben im Weltengeist, in der planetarischen Weltintelligenz, die vom Tierkreis unterstützt wird. Wenn im Herbst die Natur äußerlich zu vergehen beginnt, kehrt die Erdenseele zurück, an Weihnachten ist sie im tiefsten Inneren und sie beginnt alles zu erleben, was in den sternenreichen Weiten des Himmels war. Folgt man im christlichen Sinne diesem Rhythmus und erlebt man die einzelnen Zyklen, kann man eine Verbindung zur Erde und ihrer großen Weisheit eingehen. Uriel ist der Regent dieser Jahreszeit und wenn die Erde hinaufsteigt, geht sie zu ihm – dem Regenten der ganzen Weltintelligenz. Oben erwartet man vom Menschen, dass er in seinem Wachzustand außerordentlich spiritualisierte Gedanken aussendet, die nach oben gelangen. Wenn die Erde im Winter zurückkehrt, kann die Einschätzung des Himmels über unsere kontemplativen Gedanken als eine große Weisheit zu uns zurückkehren und einen Riesensprung in unserer Entwicklung bewirken. Deshalb kamen die Offenbarungen, die in den Vorlesungen über das Böse mitgeteilt wurden, in der Winterzeit. Die Menschenseele erlebt eine Evolution, wenn sie sich richtig in den Zyklus hineinpasst: zuerst in denjenigen Zyklus, den die Cherubim schufen, dann in den Zyklus der Erzengel, anschließend in den Naturzyklus, und zum Schluss in den siebenstufigen christlichen Zyklus, den wir lediglich unter Hervorhebung Uriels markieren werden, da wir uns in seiner Zeit befinden.

Was geschieht in dieser Jahreszeit? Der Stoff der Erde, das Mineralische stellt die Substanz aus dem Opfer der Throne dar. Unten im Erdinneren spielt sich ein gigantischer Kristallisationsprozess in den mannigfaltigsten Formen ab. Der Wille, der Vater, die Weltensubstanz, das kristallisierte Ich-bin der Throne nimmt an gigantischen Prozessen teil. Ich werde diese, ohne sie mit meinen eigenen Augen gesehen zu haben, so beschreiben, wie sie Steiner angibt, anschließend werde ich das mit meinen persönlichen Erlebnissen vergegenständlichen, die mir zeigten, dass er Recht hatte.

Die Prozesse verlaufen in der Farbe Dunkelblau und von dem Ort, an dem die kosmische Intelligenz ist und die Erde um diese Zeit weilt, steigen silberne Fäden hinauf. Dort oben bringt die Intelligenz, das Ich-bin aller hierarchischen Wesenheiten, diesen Riesengeist hervor, den Uriel personifiziert und der goldgelb umfärbt ist. Die silbernen Fäden führen die Kristallisation als Kräfte nach oben, laufen zusammen und erzeugen Zweifaches – einerseits die Gewissheit, dass alle moralischen Fehler, die wir begangen haben, auf dem physischen Plan der Erde eingeprägt sind und in dieser Kristallisation über die silbernen Fäden zur Intelligenz unseres höheren Ich hinaufsteigen und dort die Qualität unserer Sittlichkeit zeigen. Deshalb muss man die richtigen Gedanken haben, Tugenden ausbilden, denn der Mensch ist die Summe seiner Tugenden. Wenn die Tugenden andererseits den silbernen Fäden entlang hinaufsteigen, erzeugen sie die Kleidung, den Umhang Uriels, der oben steht und unser historisches Gewissen aufruft. Dieser Umhang metamorphosiert in einen goldenen Umhang und verwandelt sich im Herbst in die michaelische Imagination – in den goldenen Umhang Michaels, der aus menschlichen Tugenden besteht. Michael hält sein Schwert aus kosmischem Eisen, das mit den Meteoritenschwärmen kommt. Wenn wir Uriels Imagination – genauer gesagt die Johanni-Imagination – nicht richtig erleben, wird unsere Verbindung zu Michael, der immer Ahriman mit dem Schwert durchsticht, unterbrochen. Wenn man im Sommer von den anderen Planeten aus astralisch den Menschen betrachtet, sieht es aus, als verbrenne er in der Hitze der Moralität. Die Wärme ist die Liebe der Götter und wenn der Mensch im Sommer nur daran denkt, wie unterhaltungsreicher er seinen Urlaub gestalten kann und nicht die Natur zur Ausübung des anschauenden Denkens benutzt, wird er anfällig für das Eindringen der ahrimanischen Geister. Einem solchen Menschen, der zur Waffe der ahrimanischen Geister wird, fehlt Michael. Dieser Mensch kann auch den nächsten Zyklus der sieben christlichen Feste nicht auf einer anderen Stufe erleben. Deshalb möchte ich auf die richtige Art des Erlebens der Johanni-Imagination eingehen.

Wie habe ich diese Imagination erlebt? Ich sah den aufleuchtenden Körper des Glühwürmchens, der vor dem Baum vorbeiflog. Sein Körper ist der Weltenwille, das Stoffliche und sein Licht ist das Aufleuchten der Weltintelligenz von oben. Das Glühwürmchen ist die Johanni-Imagination auf der Erde, die Begegnung des Willens, der unten kristallisiert, mit dem Geist oben, die Begegnung zwischen Weltenleib und Weltengeist. Im nächsten Augenblick sah ich das Glühwürmchen an einem Ort, an den es sich unmöglich befinden könnte, das hat sich ein paar Mal wiederholt. Meine Empfindung dabei war, dass es sich um dasselbe Glühwürmchen handelt, das überall war. Das ist sein Gruppen-Ich und da es mit der Erde körperlich als Wille verbunden ist und die Erde um diese Zeit oben in der Gruppenintelligenz weilt, sah ich gleichzeitig im Glühwürmchen als Körper in der Dämmerung den Willen und oben leuchtete der Geist auf. Die Verbindung zwischen Wille und Intelligenz lag als eine lebendige Imagination vor mir. Das war ein außergewöhnlich klares und lebendiges Erlebnis. Solche Erlebnisse sind in der Lage, die Gnomen in der Materie freizusetzen, in diesem Fall im Körper des Glühwürmchens als kosmische Form. Meine Vorstellung, dass es sich und dasselbe Glühwürmchen handelt, ist ein Elementarwesen, das ist unser Gedächtnis. Unser Gedächtnis sind die Elementarwesen, die wir erzeugen, unsere Vorstellungen. Sie sind unsere Erinnerungen. Eine solche Vorstellung befreit die kosmische Intelligenz (in diesem Fall in Form des Glühwürmchens) und kann so etwas wie die vorliegende Vorlesung hervorbringen.

Wenn die Vorstellung, die wir hervorgebracht haben, oberflächlich, so wird auch ein Elementarwesen erzeugt, das aber sofort in die Astralität verschwindet. Nur wenn unsere Wahrnehmungen ausreichend individualisiert und unsere Gedanken ausreichend spiritualisiert sind, um in die Wahrnehmung einzudringen und eine geistige Vorstellung zu erzeugen, wird das hervorgebrachte Elementarwesen nicht in der Astralwelt vernichtet, sondern bleibt als eine lebendige Vorstellung in uns. Deshalb hat jeder von uns klare, unauslöschbare Schlüsselerinnerungen in seinem Leben, die die Frucht einer solchen Vorstellung sind, bei der Wahrnehmung und Begriff auf die richtige Art entstehen, obwohl man das nicht so bewusst erlebt.

„Sittlichkeit, Gewissen, Strenge“ steht unter dem Namen Uriels hier (Zeichnung 2 links oben). So schaut er von oben hinunter, wissend, was passieren würde, wenn der Mensch nicht moralisch ist. Alles würde dann auf die Erde hinunterstürzen, sich in der Kristallisation der Erde einprägen und ihre Verwandlung in den Keim des zukünftigen Makrokosmos verhindern. Deshalb hat Uriel einen solchen Charakter. Letztes Mal erwähnte ich meinen Fehler hinsichtlich Uriels und Oriphiels. Es gibt bekanntlich sieben Erzengel der planetarischen Intelligenzen, wobei Oriphiel auf dem Saturn ist. Andererseits hat auch Uriel eine Beziehung zum Saturn und zum Äon des alten Saturn, d.h. beide decken sich partiell ab. Der Erdenäon hat zwei Teile – einen Marsteil und einen Merkurteil. Der Marsteil stellt die Synthese der vorherigen drei Äonen dar und der Merkurteil wird die Synthese der nächsten drei Äonen sein. Es gibt also keine Siebenfachheit, sondern eine Achthaftigkeit. Uriel hat keine eigene planetarische Intelligenz, er sitzt an der Spitze des Sommers, wenn alles sternenhaft und überplanetarisch ist, um zum neuen Zyklus und zum planetarischen Erleben zu führen. Er ist das spezifische achte Element, die achte Sphäre unseres Sonnensystems und hat deshalb einen besonderen Status. Als die drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael zu Abraham gingen, war Uriel nicht dabei. Warum? 2000 Jahre v.Chr. sollte im Stamm, den Abraham begründete, um den Leib für Gott zu schaffen, die Ich-Entwicklung auf eine spezifische Art beginnen, die mit dem physischen Leib zusammenhing. Abraham war der erste Mensch, dessen Gehirn so aufgebaut war, dass er das Ich-bin-Prinzip durch das Denken verinnerlichen konnte, so dass der Mensch zum Denken durch das physische Gehirn überging. Damals war das Denken noch nicht gestorben und zum bloßen Schatten des lebendigen Denkens geworden, wie das beim heutigen Menschen der Fall ist. Abraham konnte auch die drei Erzengel mit seinen physischen Augen sehen. Uriel war damals nicht dabei, da er sich auf der zodiakalischen Stufe befindet, und wir uns in die Richtung des Planetarischen bewegten, um den heruntersteigenden Gott zu empfangen. Deshalb war Uriel nicht anwesend, er ist der besondere Achte, er ist ein besonderer Erzengel und das ist die Logik seiner Existenz. Er ist eine spezifische Synthese der kosmischen Intelligenz. Der Sinn der Johanni-Imagination besteht darin, durch Sophia das zu verstehen, was am Johannistag geschieht und das Christus-Mysterium zu begreifen.

Die Synthese zwischen Prokofieff und Bondarew geschah in der einzig möglichen Art – in der Sophia. Als der große Skythianos den Willen der Weißen Loge hinsichtlich der Völkerbildung und der Verinnerlichung des Ich-bin-Prinzips erfüllte, benutzte er als sein Hauptwerkzeug die Synthese. Das habe ich auf der Konferenz 2014 ausdrücklich betont, da in der anthroposophischen Literatur nicht viel über Skythianos steht. Skythianos kennt das Geheimnis des physischen Leibes, er versteht die ganze Entwicklung und gehört zu den drei herausragendster Führern der Menschheit. Nicht nur bewahrt er die höhere Gabe des atlantischen Hellsehens für die sechste Kulturepoche auf, wenn diese Gabe bei vollem Bewusstsein in rechter Weise benutzt werden wird, sondern er kann wie kein anderer Synthesen vornehmen.

Das Aufleuchten des Geistes 3

Zeichnung 3

Hier haben wir (Zeichnung 3 links) eine neue Konstellation auf dem Kreuz der Schöpfung, die aus der Bewusstseinsseele und dem Geistselbst besteht Diese Konstellation muss der Mensch begreifen, so dass sie in ihm auflebt. Wie Sie wissen, war Michael in den vorchristlichen Zeiten der Bewacher der kosmischen Intelligenz. Zusammen mit unserer Verdinglichung auf dem Weg des Willens verlief auch die Verinnerlichung von Denken, Fühlen und Wollen auf dem Weg des Denkens. Nun müssen wir auf dem Rückweg des Willens durch die Kontemplation, Wahrnehmung und Befreiung der Elementargeister aus dem Weltenleib nach oben zur kosmischen Intelligenz hinaufsteigen. Das Ich-Prinzip bzw. die kosmische Intelligenz stieg hinunter mit Michael als ihr Beschützer und Regent der Weltintelligenz, des Tierkreises, der Sonne. Das, was Michael bewacht, ist nicht die ganze kosmische Intelligenz aller Wesen im göttlichen Werk, etwa Cherubim, Seraphim, die hinter dem Tierkreis stehen. Sie wirken weiter und warten darauf, dass wir erwachen und wieder den Weltenleib mit der Weltintelligenz zusammenbringen. Sie warten darauf, dass wir ihre Intelligenz erreichen. Laut Steiner verkörpern die Engel die Intelligenz für uns, da sie den Menschen am nächsten stehen und wir die Verbindung zu ihnen suchen müssen. Aber die Gnomen besitzen auch eine Intelligenz. Der Weltengeist ist die Summe aller Intelligenzen und der Weltenleib ist der Ort, wo es eine Verdinglichung gibt, d.h. das Sonnensystem. Michael war der Beschützer jener kosmischen Intelligenz, nach deren Regeln alles erschaffen wurde. Je weiter wir uns verinnerlichten und je mehr der Tierkreis erstarb, desto schneller ging diese Intelligenz unaufhaltsam auf uns zu. So stieg das Ich-bin-Prinzip auch auf unsere Stufe herab.

Im achten Jahrhundert n.Chr. begann die Intelligenz von oben wie Goldregen hinunterzuregnen. Die fortgeschrittensten Menschenseelen fingen sie auf und setzten den Anfang geistiger Impulse wie des Bogomilentums und des Rosenkreuzertums. Bis zum 15. Jh. war die Intelligenz bereits zum allgemeinen Besitz geworden. Die Rosenkreuzer, deren Bewegung im Rahmen des Bogomilentums entstand, sagten, dass die Sonne der unrechtmäßige Fürst der Erde ist. Da die Menschen nicht die Verbindung zum höheren Ich durch die Metamorphose des Denkens herstellen konnten, kontrollierte die Panintelligenz  von Michael die irdische Intelligenz, die bis zum 15. Jahrhundert noch nicht persönlich geworden war. Ahriman lauerte auf diese Intelligenz, da er keinen Zugang zu unserem inneren Seelenleben hatte und mit ihr in den früheren Zeiten nicht arbeiten konnte. Nach dem 15. Jahrhundert, als diese kosmische Intelligenz aus der ersten Götterdrei über die zweite Drei, die einen Teil der Himmlischen Sophia ausmacht, in unseren Nerven-Sinnes-Apparat eintrat und zu unserem Eigentum wurde, ist sie sich eine noch enge Verbindung mit dem Weltenleib eingeleitet. Der Herr des Weltenleibes, der physischen Welt, ist Ahriman. Das ist sein Reich. Die Intelligenz wurde dem Menschen eingeführt und das geschah tief unbewusst. Das ist die maximale Verdinglichung des Ich-bin-Prinzips – dass die Intelligenz dem Menschen eingepflanzt und zu seiner persönlichen Intelligenz wird. Doch bei ihrer Verbindung mit dem physischen Leib stieß die Intelligenz auf Ahriman, ohne dass die Menschen etwas davon ahnten. Nachdem das Bogomilentum vernichtet worden und das Rosenkreuzertum in die Illegalität gegangen war, fand Ahriman den Zugang zum inneren Seelenleben des Menschen. Niemand mehr konnte ihn aufhalten. Eine Folge davon ist die Ahrimanisierung der ganzen Welt. Das Ich-Prinzip ist zur Beute Ahrimans geworden und es fehlen die Menschen, die ein michaelisches Denken haben. Doch Michael wartet. Er darf nicht eingreifen und erwartet vom Menschen, dass er ihm selbst das Geschenk seines metamorphosierten Denkens darbringt.

Das (Zeichnung 3 links) ist die neue Konstellation der Bewusstseinsseele, die zum Geistselbst herangewachsen ist, und in der man eine Einstellung zum Schöpfungskreuz hat. Christus kam und verband sich mit Jesus, dann erlebte Er Tod und Auferstehung, nahm das Weltenkreuz auf sich und wurde zum Geist der Erde, der für das objektive Karma verantwortlich ist. Er bürdete sich auch den Leib auf. Wir müssen Ihm helfen und unser eigenes Kreuz des subjektiven Karmas übernehmen. Bis zur Ankunft Christi war Michael der Vertreter der Panintelligenz im Kosmos, aus der Christus alle Stufen durchlaufend herabstieg. Michael folgte Ihm und stellte sich auf die Seite des Menschen. Vom achten Jahrhundert an stieg er allmählich hinunter und übernahm 1879 als Zeitgeist die Führung an der Seite Christi. Zum wichtigsten Fest ist das Osterfest geworden und wenn wir es durch die Bewusstseinsseele erleben, die sich zum Geistselbst erhebt, wird Michael vom kosmischen Führer zu unserem inneren Führer zu Christus. Michael befreit den Weg der kosmischen Intelligenz durch den menschlichen Kopf zum Herzen, er befreit den Weg der Gedanken, die aus dem Kopf in das Herz hineingehen sollen, das in der sechsten Kulturepoche zum denkenden Organ werden wird. Das ist eine große Metamorphose und gleichzeitig ein Opfer Michaels selbst, der uns zum kosmischen Christus führt und unser innerer Führer ist. Raffael ist für das Osterfest zuständig, er ist die Verbindung zwischen der Merkur- und der Marshälfte des Erdenäons. Das (Zeichnung 3 links) ist die neue Konstellation, die im Menschen aufleben soll, damit er vom alten Adam, der nur physisch und naturmäßig erschaffen wurde, zum neuen Adam übergehen kann, über den auch Paulus sprach.

Das sind die Rhythmen der Natur, mit denen der Mensch beginnt, das gemeinsame große Mysterium zu erleben. Das Hauptmysterium der Seele in der Gegenwart ist dieses gemeinsame Mysterium hier (Zeichnung 3 rechts), das aus zwei Teilen besteht. Der eine Teil ist das Mysterium des Gottes im Menschen. Es besteht aus den fünf Festen, die den Weg Christi auf der Erde markieren – von der Geburt an Weihnachten über Epiphanie, Ostern und Himmelfahrt zu Pfingsten, als Er vom Vater den Heiligen Geist erbat, der in uns aufleben soll. Diese fünf Feste bestimmen das Mysterium des Gottes im Menschen. Gott muss in diesen Stufen in uns lebendig werden, damit wir die fünf Feste mit wahrem Gefühl und Verständnis erleben. Das geschieht immer durch Sophia, Michael und die Anthroposophie. Wenn das Mysterium Gottes in uns wahrhaftig auflebt, dann beginnt es diesen zwei gigantischen Säulen entlang (Zeichnung 3 rechts unten) hinunterzusteigen, die Ihnen als Jachin und Boas bekannt sind. Sie stellen die charakterologische und begriffliche Grundlage der Seele dar, von denen in der „Philosophie der Freiheit“ die Rede ist. Die eine ist das Michaelifest, die andere – das Johannifest. Nun sind wir in der Johannizeit, deshalb kann jetzt das anschauende Denken seine Höhe erleben. Indem man das Glühwürmchen anschaut, kann man hinter ihm das Gruppen-Ich der Glühwürmchen sehen. In uns kann die Johanni-Imagination aufleben, man kann die Gnomen befreien, man kann die Intelligenz aus der Form befreien und in rechtmäßiger Weise seine eigenen ätherischen Wesenheiten formen, die den Gedankenäther bilden. Es gibt vier Ätherarten, die hinuntergestiegen sind. Wir bilden eine qualitativ neue Ätherart aus – den Gedankenäther. Darunter sind die ätherischen gedanklichen Wesenheiten zu verstehen, die wir als unsere Vorstellungen, Erinnerungen erzeugen. Unser Gedächtnis ist die Summe der ätherischen Wesenheiten, die wir als Vorstellungen bilden. Diese Vorstellungen streben danach, den Weg zur Weltintelligenz zu finden und selbst Intelligenz zu werden. Das, was ich ausspreche, sind geistige Begriffe, die von oben heruntergestiegen sind, für die es hier unten keine Formen gibt, damit sie in Ihnen lebendig werden. Sie können sie nicht mit Ihren Augen sehen, aber Sie müssten ein solches geistiges Denken haben, dass sie in Ihnen als Wahrnehmungen aufleben, dass sie gedacht werden und zu Vorstellungen in Ihnen werden, zu Ihrem Gedächtnis. Es werden gedankliche ätherische Wesenheiten geschaffen, die hinaufsteigen und von der Weltintelligenz, von Uriel aufgenommen werden können. Die vier Erzengel arbeiten folgendermaßen: ein Erzengel arbeitet äußerlich kosmisch in der Zeit seines Festes und innerlich – an seinem entgegengesetzten Fest. Bei Uriel wären das jeweils Johanni und Weihnachten. Wenn Sie nun in der Lage sind, zu Uriel solche Gedanken, Vorstellungen, Begriffe und Wesenheiten zu schicken, wie wir eben besprochen haben, können sich diese erheben und eine Verbindung mit Ihrem Manas eingehen. Die Beziehung zum Ich, die in den vorchristlichen Zeiten mit entrücktem Bewusstsein geschah, kann nun völlig bewusst aufgenommen werden. Die gedanklichen ätherischen Wesenheiten stellen die Beziehung zum Manas her und dieses kann über diese Wesenheiten zum Weltenleib hinuntersteigen und die große Synthese für die künftige gigantische dritte Epoche vornehmen, in der sich Weltengeist und Weltenleib wieder unter der vollständigen Kontrolle des Ersteren über den Letzteren vereinen werden. Diese bedeutsame Metamorphose geschieht, wenn man den Zyklus der christlichen Feste in der richtigen Art erlebt und insbesondere wenn man das anschauende Denken in der Johannizeit praktiziert. Dann kann man fest auf den beiden Säulen stehen. Die linke Säule ist die charakterologische Grundlage, das ist das Tiefere, Willenmäßige im Menschen. In ihr gestaltet sich die Wandlung schwieriger, denn dort sind wir weniger wach als in der begrifflichen Grundlage. Im Willenmäßigen sind die Kristallisation und das Hinauftragen des Willens, damit man in der richtigen Art Weihnachten und die restlichen Feste erlebt, um wieder zum Johannitag zu kommen. Auf diese Weise beginnt das Manas hinunterzusteigen. Wenn wir im Schlaf mit unserem Ich und dem Astralleib hinaufsteigen, um uns dem Manas anzubieten, hat dies keine bedeutsamen Folgen, mit Ausnahme einiger klarer Träume, die aber vermittelt und ohne das klare Bewusstsein erlebt werden. Mit dem Manas können aber Offenbarungen zu uns heruntersteigen, denn das heruntersteigende Manas bringt die göttliche Liebe, Wahrheit und Weisheit. Das sind die Gaben des Geistes und mit ihnen beginnt der Mensch im Christentum des Heiligen Geistes zu leben und Gott im Geist (im Ich) und in der Wahrheit (dem Geist der Wahrheit, Manas) anzubeten. So kann das Manas durch die Wesenheiten, die wir erzeugt haben, den Zugang zum Weltenleib finden und wir können die große Synthese, die Christus vorgeführt hat – zwischen dem Heiligen Geistes und dem Vater – selbst vornehmen.

Zum Schluss werde ich etwas über die Wachstumskräfte sagen. Die wesenhafte Erde hat drei Naturreiche, die mit ihr einhergehen und von uns objektiviert worden sind, als in der hyperboräischen Zeit wir sie von uns abgetrennt haben. Wie Sie wissen, besitzt die Pflanze so starke Wachstumskräfte, die in der Lage sind, sogar den Asphalt zu durchbrechen. Die Pflanzen haben mehr Wachstumskräfte, als ihnen zum Wachstum notwendig sind. Der Überschuss dieser Kräfte steigt nach oben und wird der geistigen Welt überreicht. Das Mineralreich besitzt neben den Kristallisationskräften, die die Formen bilden, auch weitere überschüssige Kräfte, die die Wachstumskräfte mitnehmen, um sie an den richtigen Ort der geistigen Welt zu bringen. Die Überschusskräfte der Tiere steigen empor und erzeugen eine Art Wolke um die anderen zwei. Das ist der Keim des künftigen Makrokosmos. Aus der Erde als dem Leib Christi wird der künftige Makrokosmos entstehen. Der Mensch nimmt an diesem Prozess mit Todeskräften und Wachstumskräften teil. Beim Denkprozess erstirbt ein Teil des physischen Leibes in uns. Ein Teil davon fällt von den vier Ätherarten ab, die Substanz wird ätherisiert und es entstehen gedankliche ätherische Wesenheiten. Sie werden in der Abschlussetappe des Prozesses Wahrnehmungen – Begriffe – Vorstellungen hervorgebracht. Im Menschen finden sowohl Absterbeprozesse als auch Wachstumsprozesse statt. Das Denken ist ein Sterbeprozess, der Wachstumsprozess  ist  im  Willen.  In  uns  erstarb  die  kosmische Intelligenz und wurde zu unserer personalisierten Intelligenz, in das, was wir heute unser „Ich“ nennen. Als Ergebnis verlieren wir einen Teil des Weltenleibes, einen Teil von uns selbst, damit wir über diese Intelligenz verfügen können. Aus dem Leib, den wir verlieren, müssen wir solche Gedanken hervorbringen, dass der  Weltenleib, der gestorben ist, damit Elementarwesen als unsere Vorstellungen erzeugt werden, in lebendige Wesenheiten und nicht in Schatten verwandelt wird, die im Astralsturm verschwinden. Anderenfalls begehen wir eine Sünde gegenüber der Natur. Wir müssen die Materie, die wir verlieren, beleben und sie wieder mit der Weltintelligenz verbinden. Unser abstraktes Denken ist reiner Verlust unserer physischen Materie, da sie als kondensierte Intelligenz gefangen genommen wird. Unser physischer Leib – das sind die Intuitionen der Götter. Wenn wir unsere abstrakten Gedanken produzieren, verlieren wir unseren Leib, indem wir die Elementarwesen im Objekt freilassen, aber ohne die Form zu befreien, in der die Wesenheiten gefesselt sind. Wir erzeugen ätherische Wesenheiten,  die jedoch zerstreut werden und nichts übrig bleibt. Die von uns vernichtete eigene physische Materie verschwindet und verwandelt sich in abstrakte Intelligenz, die von Ahriman geraubt wird. Das ganze Sonnensystem wird allmählich durch die vom Menschen konstruierten Flugmittel ahrimanisiert werden. Den Kosmos können wir nicht ahrimanisieren, denn wir können physisch das Sonnensystem nicht verlassen, aber selbst das ist ausreichend zur Ahrimanisierung Adam Kadmons – des Produkts der ganzen vorherigen Evolution, das hinunterstieg und zum Ich-bin im Menschen wurde. Die gesamte moderne Wissenschaft samt all ihrer Vertreter arbeitet daran, indem sie nur Abstraktionen erzeugt. Es ist dringend notwendig, dass heute mehr Menschen versuchen, kontemplativ zu denken.

Jede Wurzelrasse hat ein Geheimnis. Der Kosmos hat sieben große Geheimnisse. Das Hauptgeheimnis der fünften Wurzelrasse, in deren fünften Kulturepoche wir uns befinden, besteht darin, dass unserem Denken Dasein geschenkt wird. Das heutige menschliche Denken besitzt kein Dasein, da es nur ein Schatten der Weltintelligenz ist. Man muss diesem Schatten ein Dasein durch die Verbindung zwischen Wille und Gedanke verleihen. Das ist in einem bestimmten Aspekt auch die Synthese zwischen Beinsa Douno und Rudolf Steiner. Der Heilige Impuls wird uns dabei helfen, unsere Aufgaben in der fünften Kulturepoche zu erfüllen. Es gibt keine andere Möglichkeit, dem Denken ein Dasein zu geben. Die Anthroposophie wird nicht in der Lage sein, dies zu tun, wenn sie weiter am Impuls Beinsa Douno vorbeizieht, ohne ihn zu bemerken. Prokofieff versteht das sehr gut, doch leider kam die Einsicht erst nach seinem Tod. Dieser Zyklus aus zehn Vorlesungen, der heute zu Ende geht, ist der Ausdruck meiner Dankbarkeit ihm gegenüber für seinen großen Beitrag zur Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft, Menschheit und des Kosmos.

Ich werde die Vorlesung mit einer Fortsetzung der genialen Strophe Botews beenden, die bei der Anschauung des Glühwürmchens zusammen mit dieser Vorlesung entstanden ist:

„Und wird es Abend, steigt der Mond herauf,

die Sterne heben hoch zu leuchten an,

ein Glühwürmchen leuchtet im Dunkel auf,

es fliegt vorbei, der Geist lebt nun für mich.“

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Ein Gedanke zu „Das Aufleuchten des Geistes

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