Archiv für den Monat Januar 2017

Das Mysterium des Heiligen Geistes

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 15.05.2005 in Varna

„Es gibt Einen, Der Sich als Liebe, Weisheit und Wahrheit manifestiert. Und die ganze lebendige Natur spricht über diesen großen Einen“. Mit diesen bewegenden Worten zeigte uns der Bodhisattva Beinsa Douno auf eine überzeugende Art die drei erhabenen Antlitze Gottes. Das Erste ist die Liebe, die sich im Leben manifestiert. Das Zweite ist die Weisheit, die sich im Licht der Erkenntnis manifestiert und das Dritte ist die Wahrheit, die sich in der Freiheit manifestiert. Wenn der Mensch mit der Liebe als einer großen und mächtigen Kraft alles beginnt, erwachen seine Seele und sein Geist und er tritt in eine tatsächliche Beziehung zur physischen, geistigen und Göttlichen Welt, denn die Liebe enthält alle Bedingungen, Methoden und Möglichkeiten für seine vollständige Entwicklung. Sie ist das Medium, in dem die Wesenheiten der endlosen Schöpfung leben und sie alle wissen, dass Gott Liebe ist, aus der das Leben hervorgeht.Weiterlesen im PDF-Format

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Der Weg des Opfers

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 03.04. 2005 in Varna

„Es gibt kein erhabeneres Bild als das auf Golgatha errichtete Kreuz“.
Mit diesen Worten lenkte der große Christus-Gesandter Rudolf Steiner unseren Blick zum höchsten Punkt der Schöpfung – dem Opfer des Logos. An anderer Stelle erläutert er: „Christus hätte Seine Entwicklung erreicht, auch wenn er einen Weg weit von der Menschheit gegangen wäre. Er tat etwas, was Er selbst nicht brauchte. Das war eine Tat aus göttlicher Liebe! Wir müssen begreifen, dass kein menschliches Herz noch in der Lage ist, diese Intensität der Liebe zu spüren, die Gott notwendig war, um den für Ihn unnötigen Entschluss zu fassen und auf die Erde tatkräftig in einem Menschenleib zu treten.“ Weiterlesen

Die drei Strömungen und der Schulungsweg

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 24.04.2016 in Varna
vom Autor nicht durchgesehene Textfassung der Videodatei

Link zum Vorlesungs-Video

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du uns mit dem Heiligen Geist auf dem Weg zur Erfüllung des Plans führst, den unser gemeinsamer Vater vorgezeichnet hat. Amen!

Wie immer kommt unser heutiges Thema „Die drei Strömungen und der Schulungsweg“ nicht von ungefähr, sondern es hat sich nach einem Plan entfaltet, wie eine Schriftrolle ausgebreitet. Wir  können nur rätseln, wie weit dieser  Plan reichen wird. Am 02. und 03. April 2016 fand in Varna eine Konferenz mit dem Thema „Die geistige Führung der Menschheit“ statt[1], auf der neun Referenten Vorträge gehalten haben. Ursprünglich waren drei Vertreter der Anthroposophischen Gesellschaft, drei Referenten aus der „Weißen Bruderschaft“ angekündigt, sowie ein externer Forscher, der über den Mithraismus der Saken vortragen sollte. Später kamen zwei weitere Teilnehmer aus dem soz. neutralen Teil hinzu. Die drei Vertreter der Anthroposophischen Gesellschaft sollten die dritte Hierarchie der Engel, Erzengel und Archai repräsentieren, die Vertreter der Weißen Bruderschaft“ – die erste Reihe der Throne, Cherubim und Seraphim und die drei Mittleren sollten das Bindeglied darstellen und die zweite Götterdrei des Sohnes repräsentieren. Von den Vertretern der Anthroposophischen Gesellschaft hat man erwartet, dass sie nicht nur den Beitrag Steiners aufzeigen, sondern auch durch sich selbst ein vergeistigtes Denken im michaelischen Sinne vorführen würden. Sie sollten vorführen, wie der Wille das Denken erfasst und wie man vom räumlichen zum zeitlichen Denken übergeht. Ob das ihnen gelungen ist, können diejenigen von Ihnen, die anwesend waren, selbst beurteilen. Wenn ich das Niveau ihres Auftritts, die Substanz und die Art des Vortragens beurteilen sollte, müsste ich, vorsichtig ausgedrückt, kritisch sein, und ohne Umschweife gesagt, müsste mein Kommentar vernichtend sein. Das werde ich aber unterlassen und nur darauf hinweisen, dass der dritte Referent, der nicht mal einen Vortrag hatte, sehr oberflächlich an dieses Ereignis der Konferenz heranging, über dessen Charakter ich später vom okkultem Standpunkt aus eingehen werde. Jeder der Anwesenden betrachtete das Ereignis von seiner Bewusstseinsstufe aus und gewann Eindrücke, die diesem Bewusstsein entsprechen. Wenn zehn Personen einen Baum betrachten, werden sie ihn auf zehn verschiedene Weisen beschreiben. Ich werde meinen Blick anbieten, denn das Ereignis war sehr wichtig. Es fand statt genau 14 Jahre nach meiner ersten Begegnung mit Sergej Prokofieff in Sofia.

Als ich dem russischen Anthroposophen gegenüberstand und ihm die Idee von Beinsa Douno als den Bodhisattva des 20. Jahrhunderts sowie zwei Bücher des Meisters anbot, hoffte ich, dass er seinen Weg zu ihm zurücklegen, eine eigene Synthese der beiden Impulse vornehmen und diese in der Anthroposophischen Gesellschaft verbreiten würde. Das fiel mit dem Zeitpunkt zusammen, als Prokofieff eingeladen wurde, Mitglied des Vorstandes der Anthroposophischen Gesellschaft zu werden. Er hatte sein Buch „Menschen mögen es hören“ beendet und hoffte, diese Gesellschaft in die Richtung zu führen, die er für richtig hielt. Fünf Jahre nach unserem ersten Treffen begegneten wir uns zum zweiten Mal, und ich fragte ihn damals, was aus dem geheiligten Impuls geworden ist, den Steiner versprochen hatte und was sich aus der Vorlesung Steiners über die zwei Wege – den Rosenkreuzer- und den Bodhisattvaweg – ergibt, die seit dem 13. Jahrhundert gemeinsam verlaufen und auf denen die wahren Quellen des Christentums zu finden sind, d.h. den Weg zum wahrhaftigen Ich-Menschen, denn wahrer Christ zu sein, bedeutet, ein Ich-Mensch zu sein.

Es hat sich herausgestellt, dass dieser Happen zu groß für den größten Anthroposophen unserer Zeit war und er wurde nach seiner Krankheit – genau genommen zwölf Jahre nach unserer ersten Begegnung und 14 Jahre nach dem Ausströmen des Heiligen Impulses – aus der Sphäre des Erdenraums in die Sphäre der geistigen Zeit hineingeführt. Die Anthroposophische Konferenz, die 2014 in Varna 2×7 Jahre nach dem Anfang dieses Impulses stattfand, repräsentiert die Mysterien der Zeit. Nachdem Sergej Prokofieff das Mysterium des Bodhisattva nicht erreichen konnte und in die geistige Zeit hinausgeführt wurde, leistet er seit zwei Jahren bei allem, was seitdem aus der geistigen Welt herabströmt, große Hilfe.

Die Vertreter der „Weißen Bruderschaft“ auf der Konferenz waren bunt und sollten uns durch das Wort vorführen, wie der Gedanke heruntersteigt und zum Zentrum des Willens wird. Das geschah bis zu einem gewissen Grade im Vortrag Dimitar Kalevs, der am besten von allen Anwesenden sowohl die Anthroposophie als auch den Bodhisattva-Impuls kennt. Sein Vortrag hatte den höchsten Wert von allen. Er enthielt viele Herausforderungen, auf die keiner außer mir reagierte. Die anderen Vortragenden, die das Bindeglied sein sollten, waren Damjan Popchristov, Alexander Hoffart und Prof. Sava Vassilev von der Universität Veliko Tarnovo. Sie konnten diese Rolle nicht erfüllen, da sie die Geisteswissenschaft nicht kennen. Zum Bindeglied konnten einige Teilnehmer aus dem Publikum werden, die sich neben mir zu den neun Vorträgen geäußert haben. Obwohl die Konferenz auf den ersten Blick etwas langweilig, langatmig und unproduktiv aussah, behaupte ich, dass sie ein Ereignis von Weltbedeutung ist. Wenn wir in die eine Schale der Waage die ganze trübe Welle in ihrem schlechten Aspekt legen, die sich nun über Europa ergießt mit allen schrecklichen Folgen für die europäische Bevölkerung neben dem positiven Aspekt der Erweckung dieser Bevölkerung, und in die andere Schale das Gute legen, das gegensteuern kann, so machte diese Konferenz einen erheblichen Teil des Guten aus. Was meine ich damit?

Als die Anthroposophische Gesellschaft in Bulgarien 2001 gegründet wurde, hatte eine Anthroposophin die Imagination, dass ein sehr hübsches Baby geboren wird, das leider tot ist. Die Anthroposophische Gesellschaft in Bulgarien war dieses hübsche, aber totgeborene Baby. Es kam tot zur Welt, da die bulgarischen Anthroposophen unfähig waren, den Bodhisattva-Impuls in der richtigen Art zu behandeln und eine indifferente Einstellung zum bulgarischen Mysterium hatten. Sie schauten zu jenen scheinbaren Trägern des Wissens in West- und Mitteleuropa hinauf, von deren wahrem Wert wir uns mit eigenen Augen auf der Konferenz 2014 überzeugen konnten. Eine weitere Frau, die der „Weißen Bruderschaft“ angehört, hatte vor anderthalb Jahren eine andere Imagination bezüglich der wundersamen Dinge, die mit ihr geschehen würden. Und sie sind geschehen, wobei eines der rätselhaftesten Dinge ein schlafendes Baby war, das sie hatte. Welches ist dieses Baby? Dieses Baby ist das Baby der Synthese zwischen den Impulsen des Bodhisattva und der Anthroposophie. Im Jahr 2000 begann ich, über dieses Thema vorzutragen. 14 Jahre nach meinem Treffen mit Prokofieff wurde durch verschiedene Menschen hier in Varna in den beiden Gesellschaften eine persönliche Synthese vollzogen, über die ich die Vorstellung hatte, dass Prokofieff sie verwirklichen und in der Anthroposophischen Gesellschaft durchsetzen könnte. So wie 2014 die Anthroposophische Konferenz in Varna stattgefunden hat, wurde die Stadt wieder zum Zentrum dieses Ereignisses. Hier ist auch der einzige Ort der Welt, wo dies geschehen könnte. Auf der neulich beendeten Konferenz ist das Baby aus der Imagination aufgewacht. In okkulter Weise haben wir erfahren, dass dieses Baby vorsichtig und mit größter Sorge großgezogen werden soll – als etwas, was immer noch schutzlos ist. Deshalb will ich die Referenten, die zweifellos Kritik verdient haben, nicht kritisieren. Dieses Ereignis braucht nicht kritisiert, sondern unterstützt zu werden. Lassen wir uns mit der Freude des Geschehenen an unsere Vorlesung „Die drei Strömungen und der Schulungsweg“ herangehen, denn das, was hier vorgeführt wurde, ist eigentlich der heutige Schulungsweg, mit dem man den aktuellen Anforderungen angemessen sein kann. Um die Frage, was es heutzutage bedeutet, ein spiritueller Schüler zu sein, viel umfassender und tiefgehender zu beantworten, müssen wir zu den Quellen zurückkehren und einen Überblick über die ganze vorhandene Geistigkeit der Menschheit geben. Auf dem Weg, den wir in den nächsten Stunden zurücklegen werden, werden wir auch neue, aufregende Dinge streifen.

Wir kommen zur Atlantis zurück. Wie wir wissen, gab es dort ein Hauptorakel – das war das Sonnenorakel unter der Leitung des Avatars Manu. Ich werde erläutern, was ein ‚Avatar’ bedeutet, denn eine Woche nach dem Ereignis in Varna wurden gleichzeitig zwei Foren in Schumen und Preslav von zwei verschiedenen Organisationskomitees veranstaltet, die den Bogomilen gewidmet waren. Die eine Veranstaltung war eher akademisch ausgerichtet, und die andere hat vor allem Teilnehmer ohne wissenschaftliche Titel zusammengeführt. Dort gab es einen Referenten, der die Anthroposophie einigermaßen kennt. In seinem Vortrag warf er in einer erstaunlichen Art den Avatar Manu, den Bodhisattva, die Adepten Skythianos und Zarathustra auf einen Haufen und stellte sie als die Vertreter der Loge der zwölf Bodhisattvas vor. Wenn ein nicht sehr gut informierter Anthroposoph das Wort ergreift, kommt es zu einer solchen Verwechslung von Menschheitsführern verschiedenen Ranges, was einen der größten Fehler im Okkultismus darstellt. Selbstverständlich kommt man dann zu den falschen Schlüssen. Der Avatar Manu ist ein Wesen, das nach der östlichen Terminologie ein Dhyani Buddha ist. Die Bodhisattvas sind Wesen, die unter der Führung ihres Schutzengels Arbeit am Astralleib ausführen. Zu ihnen gehört Beinsa Douno und auch Orpheus, bevor er Buddha wurde. Die Buddhas sind Wesen, die am Ende ihrer Mission als Bodhisattvas  zu dieser Rangstufe aufsteigen und mit dem Erzengel an ihrem Ätherleib zu arbeiten beginnen. Ein Dhyani Buddha ist dagegen ein Wesen, das mit einem Archen in der lemurischen Zeit und mit einem Erzengel in der atlantischen Zeit an der Verwandlung seines physischen Leibes in einen Geistesmenschen arbeitete. Manu ist ein Avatar, durch den ein Erzengel über ein Menschenwesen wirkt und seine Leiber bearbeitet, indem er an der Verwandlung seines physischen Leibes in den Geistesmenschen arbeitet. Je mehr wir uns der Gegenwartszeit nähern, desto niedriger wird der Rang der übersinnlichen Wesen, die sich durch einen Menschen manifestieren können. Der Avatar Manu bereitete die Strömungen vor, die aus der Atlantis herausgehen sollten, damit sich das spirituelle und alles andere Leben der Menschen weiterentwickeln konnte. In der Anthroposophie werden eine nördliche und eine südliche Strömung unterschieden, aber in GA 195 „Weltsylvester und Neujahrsgedanken“ ist in der ersten Vorlesung[2] von drei Strömungen die Rede. Iva Maneva hat mich vor einigen Stunden auf diese Vorlesung aufmerksam gemacht, die ich vor längerer Zeit gelesen hatte, damit ich das auf das heute Vorzutragende abstimme. Nachdem ich mich daran erinnerte, worum es geht, hat dies die Vorlesung, deren Titel vor ca. 20 Tagen formuliert wurde, in einem anderen Sinne bereichert. Nun werde ich versuchen, beides miteinander zu verbinden und wir werden die jeweiligen Schlüsse ziehen.

Von der Atlantis nehmen drei Strömungen ihren Anfang und nicht zwei, wie in der Anthroposophie bekannt ist. Die eine bleibt gewissermaßen verborgen und sie wurde von Steiner nicht beleuchtet. Wir wissen, dass die nördliche Strömung durch die nördlichen Gegenden jener Gebiete ging, die heute Europa und Russland darstellen. Sie stieß tief nach Asien vor und erreichte die heutige Wüste Gobi nördlich des Himalayas. Vor etwa 7000 bis 8000 Jahren v.Chr. war die Gobi eine blühende Landschaft. Diese Strömung wurde von Zarathustra angeführt, der von Manu im Sonnenorakel eingeweiht wurde. Die zweite Strömung ist die südliche, die durch jene Gebiete verlief, die heute Frankreich, Spanien, Nordafrika, Ägypten, die Arabische Halbinsel usw. darstellen. Diese Strömung erreichte auch die Gobi-Wüste. Laut Steiner wurde diese Strömung von Manu selbst angeführt. Ich werde etwas sagen, was das Ergebnis unserer okkulten Forschungen ist. Ich erhebe keinen Anspruch, dass sie rechtmäßiger sind als der Okkultismus Steiners, deshalb nehmen Sie bitte das als eine Ergänzung auf. Steiner hat Vieles verschwiegen, obwohl er es sehr gut gewusst hat, aber das fehlende Gehör im Publikum und die Gefahr der Aufdeckung der Bodhisattva-Mission ließ ihn über bestimmte Fragen schweigen. Diese südliche Strömung wird vom dritten Bodhisattva angeführt, und Manu ist derjenige, der alle drei Strömungen im Sonnenorakel vorbereitet und hinter allen drei gestanden hat. Wie wir wissen, befand sich in der Nähe des heutigen Irland der „Vorposten“, von dem aus alles begann. In den irischen Gebieten gab es eine Synthese der Mysterien und dort begann die Trennung. Derjenige, der die Synthese beherrschte, ist Skythianos – der Eingeweihte, über den Steiner am wenigsten sprach.

Die dritte Strömung ging quer durch Europa und erreichte die Balkanhalbinsel. Sie wurde von Skythianos selbst angeführt. Von Beinsa Douno wissen wir, dass in die heutige Gegend des Aladscha-Klosters bei Varna Eingeweihte aus der Atlantis kamen, aber wir werden darauf später zurückkehren. Es geht um drei Strömungen, wobei die dritte verborgen bleibt. Was machte der Bodhisattva, der die südliche Strömung anführte, von der Steiner sagte, dass sie von Manu angeführt wurde? Was wird dort verheimlicht und warum wird der Bodhisattva selbst verborgen? Was sind die südliche und die nördliche Strömung? Unterwegs trafen diese Strömungen auf örtliche Bevölkerungsmassen, die noch das atavistische Hellsehen besaßen. Diese mussten in einer speziellen und unterschiedlichen Art beeinflusst werden, welche dem Plan der zukünftigen Menschenentwicklung entsprach.

In der Vorlesung über die Bodhisattvas[3], die ich im Laufe von zwei Jahren geschrieben habe, und die mehrmals gelesen werden sollte, gehe ich auf zwei der zwölf Bodhisattvas ein, die während der Erdentwicklung einen Aufstieg zum Buddha erfahren werden. Diese beiden Bodhisattvas befassten sich in der atlantischen Zeit hauptsächlich mit dem physischen Menschenleib, der damals den Kulturentwicklungsfaktor darstellte. Was bedeutet es, dass der Kulturentwicklungsfaktor in der Atlantis der physische Leib war und während der urindischen Zeit – der Ätherleib? Der Geist ist die Zukunft, der Vater ist die Vergangenheit und unsere Seele ist die Gegenwart. Beinsa Douno sagte, dass der Mensch seine Seele darstellt, dem wir hinzufügen können – auch das Ich. Das, was der Mensch im Moment darstellt, das ist seine Seele. Mit ihr erlebt er und nimmt Einflüsse von der Umwelt auf. Welche ist unsere Seele in der Gegenwart? Das ist unsere Bewusstseinsseele, durch die wir die Welt wahrnehmen. In der atlantischen Zeit war der physische Leib unsere Seele und durch den Leib haben wir die Welt wahrgenommen. Die beiden Bodhisattvas haben seit Mitte der atlantischen Zeit mit diesem Faktor in zwei sich in der Zeit entwickelnden Arten gearbeitet, um das auszubilden, was sich in der ersten und zweiten Kulturepoche der sechsten Wurzelrasse widerspiegeln wird. Bisher ist es nicht ganz klar, was für Fähigkeiten sie unserem physischen Leib als Keim angelegt haben, aber diese Fähigkeiten hängen auf alle Fälle mit dem zusammen, was wir aus einer viel späteren Zeit als den Manichäismus kennen.

Was geschah in der ersten Kulturepoche im alten Indien mit dem dritten Bodhisattva, als die Menschheit im Jahre 5505 v.Chr. das große Weltenneujahr erlebt hat? Als die von Zarathustra und dem dritten Bodhisattva angeführten Strömungen sich auf dem Gebiet der heutigen Wüste Gobi während des Weltneujahrs begegneten, und der Kulturentwicklungsfaktor der Ätherleib war, hat die Menschheit das Folgende erlebt. Das Bewusstsein unserer Seele, d.h. unseres Ätherleibes hat sich mit dem Bewusstsein des Astralleibes verbunden, der in sich die Weltgeheimnisse des Kosmos enthält. Bei der Erhebung des Bewusstseins haben wir diese Weltgeheimnisse erlebt und das hat sich unseren Ätherleibern jeweils unterschiedlich eingeprägt, in Abhängigkeit von der Evolutionsentwicklung jedes Menschen oder seiner Bewusstseinsstufe. Welches Ereignis hat im großen Weltenneujahr stattgefunden, so dass der bulgarische zyklische Sonnenkalender – der älteste und genaueste Kalender – im Jahr 5505 v.Chr. beginnt? Als die beiden Forscher T. Tanev und A. Manev diesen Kalender wiederherstellten, erklärten sie, dass dies der Augenblick der Schöpfung sei. Sie hatten bis zu einem gewissen Grade Recht. Wenn wir verstehen, was wir und der dritte Bodhisattva damals erlebt haben, was sich unseren Ätherleibern eingeprägt hat, werden wir in der Lage sein, das Geheimnis dieses Wendepunktes in der Menschengeschichte zu streifen.

Der dritte Bodhisattva erlebte das in einer anderen Art als alle anderen Menschen. Während der atlantischen Zeit konnten die beiden Bodhisattvas (und später auch der dritte) in das Menschengefäß bis zur Stufe des Astralleibes heruntersteigen. Die Anbindung an einen ätherischen und physischen Leib war nicht möglich. Würde man hellseherisch einen solchen Bodhisattva sehen, würde man bemerken, dass er sich sehr hoch hinauf in die astralischen Welten erhob. Das Weltenneujahr findet einmal alle 12000 Jahre statt und das, was in der östlichen Esoterik „Das Tor zum Unsichtbaren“ genannt wird – einmal alle 24000 Jahre. Beim Weltenneujahr konnte ein damals inkarnierter Mensch die Weltenweisheit erleben. Das war nur auf dem Erdenplan möglich und wer damals nicht auf der Erde war, konnte das nicht erleben. Indem der dritte Bodhisattva bis zum Astralleib seines Gefäßes herunterstieg, konnte er im Augenblick des Weltensilvesters sich mit dem Ätherleib des Gefäßes verbinden und ihm alles einprägen, was als die Weltenweisheit erlebt wurde. Was sahen die Bodhisattvas und alle anderen Menschen in diesem Augenblick? Alles bis dahin war eine Art Rückblick auf die Atlantis. Von diesem Augenblick an sahen alle und vor allem der Bodhisattva, der soz. qualitativ am besten das Weltenneujahr erlebte, die bevorstehende Zukunft. Das nächste Weltenneujahr wird im Jahre 6495 n.Chr. sein, wenn der Mond sich mit der Erde wieder vereinigt. Dann wird sich das Böse in einem unerhörten Maße steigern und wir werden am weitesten von der „Pforte Brahmas“ bzw. der Weltenweisheit entfernt sein. Deshalb müssen wir durch den Christus-Impuls einen solchen Weg zurückgelegt und eine solche Ich-Evolution erreicht haben, dass wir mit diesem kolossalen Übel in dieser ungünstigsten Position vom geistigen Standpunkt aus fertig werden. Der dritte Bodhisattva – der Bodhisattva der ersten nachatlantischen Zeit – erlebte alles, was als Böses zukünftig bis zur Trennung in eine gute und eine böse Rasse kommen wird. Er prägte dieses mächtige Wissen in den Ätherleib seines menschlichen Gefäßes ein, indem er ihm die Charakteristika eines Astralleibes verlieh. So wurde die zweite Kulturepoche vorbereitet, in der Zarathustra – der bedeutendste Schüler dieses Bodhisattva, mit dem sie zusammen unter der Leitung Manus in jenen Gebieten waren – die Lehre von Ormuzd und Angra Manyu (Ahriman) gab, die Lehre der Trennung zwischen Licht und Dunkelheit. Das, was der Bodhisattva erlebte, der damals zum Buddha wurde, wird sich in der siebten Kulturepoche widerspiegeln, im Krieg aller gegen alle. Dann werden nur die Menschen, die den Weg zu Christus gefunden und in der richtigen Art zurückgelegt haben, das Produkt als Weltenweisheit benutzen, das im Astralleib dieses Bodhisattva ausgearbeitet wurde. Dann werden wir eine gigantische Weltenweisheit brauchen und die Liebe von Golgatha, um mit dem ankommenden Mond fertig zu werden.

Dann kommen wir zum nächsten Bodhisattva, der im Rila-Gebirge ca. 3400-3500  v.Chr. die Synthese des großen Dreiecks vorgenommen hat. Welches Dreieck war das und warum war es in dieser Art konstruiert? Warum verbindet Steiner die soziale Dreigliederung mit den drei Mysterienströmungen der Menschheit, die die uranfänglichen Quellen der Dreigliederung bilden?

Skythianos blieb in Europa, doch er stand auch mit dem in Verbindung, was im Gebiet der heutigen Gobi-Wüste geschah. Hier hat er das Dreieck der Mysterienzentren nah der Stadt Archangelsk, bei Santiago de Compostela und im Aladscha-Kloster bei Varna gebildet. In diesen drei okkulten Zentren mussten inmitten der örtlichen Bevölkerung das Denken im Norden, das Fühlen im Westen und bei uns – der Wille ausgearbeitet werden. Skythianos wanderte zwischen diesen drei Zentren, um das Seelenleben der Menschheit vorzubereiten.

Was war das Wichtigste, das beim Herausgehen aus der Atlantis zur Begegnung mit Christus vorbereitet werden sollte? Das war die Verinnerlichung des menschlichen Seelenlebens. Wir begannen unsere nachatlantische Entwicklung mit dem Ätherleib als Kulturentwicklungsfaktor, in der urpersischen Zeit wurde der Astralleib zum Entwicklungsfaktor und in der dritten Kulturepoche war das die Empfindungsseele. In der dritten Kulturepoche war das Erleben der Welt durch die Empfindungsseele als die Form der Beziehung zur geistigen Welt rechtmäßig. Doch wenn heute jemand nur an Essen und Trinken denkt, stellt das ein Abstieg zur Empfindungsseele und eine Rückentwicklung, Atavismus dar. Wenn ein unrechtmäßiger Okkultismus praktiziert wird, kann dieser Abstieg bis zum Astralleib reichen, und wenn schwarzmagische Praktiken ausgeübt werden, die dem Krach der Atlantis zugrunde lagen, kann der Abstieg sogar den ätherischen und physischen Leib erfassen. Diese ganze Palette des Abstiegs im Okkultismus lässt sich gegenwärtig beobachten und wenn man die Geisteswissenschaft gut kennt und einer sog. spirituellen „Autorität“ zuhört, ist einem sofort klar, wie weit dieser Mensch abgestürzt ist. Es gibt also das rechtmäßige Erleben eines Wesensgliedes und das unrechtmäßige Erleben, wenn das nicht in der angemessenen Kulturepoche stattfindet.

Skythianos besuchte die drei okkulten Zentren, von denen am wichtigsten dasjenige am Weißen Meer war, wo das Denken entwickelt wurde, damit später das Wirtschaftsleben als der Bestandteil der sozialen Dreigliederung ausgebildet werden konnte. In Santiago de Compostela wurde das Gefühlsleben ausgebildet, das viel später durch die Metamorphose bestimmter Mysterien das staatlich-rechtliche Leben als den zweiten Bestandteil der sozialen Dreigliederung ausbildete. Hier – im Zentrum in der Nähe des Aladscha-Klosters – wurde der Wille ausgearbeitet, der durch die Metamorphose gewisser Mysterien das geistige Leben der Menschheit hervorbrachte.

Was waren die Mysterien, die in die drei Glieder des dreifachen sozialen Organismus metamorphosierten? Das erste Mysterium war dasjenige uranfängliche Mysterium, das im Gebiet der heutigen Gobi-Wüste bestand und von dem alle nachatlantischen Kulturepochen ihren Lauf nahmen. Das ist das Mysterium des Lichtes oder des Geistes. Es drückte sich darin aus, dass in allen Gebieten, durch die die drei Strömungen gingen, in der örtlichen Bevölkerung die noch atavistisch hellsehend war, der Impuls des Denkens eingesät werden sollte. Diejenigen, die die Menschheit aus der versinkenden Atlantis herausführten, hatten nicht unbedingt ein starkes Hellsehen, sondern in ihnen leuchtete das Denken auf, so dass sie vom Bilderdenken der Atlantis allmählich zur begrifflichen Wahrnehmung der Welt übergingen. Das war auch beim dritten Bodhisattva der Fall, der sein Erleben während des Weltneujahrs auch Zarathustra einprägte und so den Anfang der Begrifflichkeit, des Übergangs vom Bildhaften zum Begrifflichen setzte. Zarathustra praktizierte das in seinem Mysterienzentrum, wo er seine Schüler während der zweiten Kulturepoche vorbereitete. Bei den Mysterien des Lichtes kamen die Eingeweihten, wie die Mythen erzählen, aus den hohen Bergen Asiens herunter. Diese Eingeweihten sind als die Arier bekannt, die neben dem Hellsehen in ihren Seelen auch den keimhaften Verstand besaßen. Allmählich formten sie die Kulturen, die sich im Süden und Südwesten entfalteten, indem sie der örtlichen Bevölkerung den Denkimpuls einprägten. Damit die Menschen später das Mysterium von Golgatha richtig aufnehmen konnten, mussten sie auf die Begrifflichkeit vorbereitet werden. Die Arier waren die Vertreter der Mysterien des Lichtes. Sie waren auch diejenigen, die mit Skythianos in die Mysterienstätte nahe des Aladscha-Klosters kamen. Das sind die Mysterien des Geistes, über die Steiner sagt[4], dass die Menschen in Osteuropa am meisten geneigt sind und das natürliche Bedürfnis haben, sie anzunehmen. Und nicht nur diese, sondern alle drei Mysterienarten. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Synthese von Steiner und Beinsa Douno hier ihren Lauf nimmt.

Die zweite Mysterienart, das sind die Mysterien der südlichen Strömung, die wir die Ägyptischen Mysterien nennen können. Steiner nennt sie die Mysterien des Menschen. Sie stehen im Zusammenhang mit dem, was in Santiago de Compostela ausgearbeitet wurde. Deshalb können wir sie auch die Mysterien der Seele nennen. Wenn es Mysterien des Geistes und der Seele gibt, dann muss es auch Mysterien des Leibes geben, da der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht. Dasjenige, was in der zweiten Kulturepoche im bereits in der ersten Kulturepoche gebildeten Mysterienzentrum am Weißen Meer ausgearbeitet wurde, stand im Zusammenhang mit den Mysterien der Erde oder des Leibes. Später ergaben sie die angloamerikanische Weltwahrnehmungsart als ein sekundäres Produkt der germanisch-skandinavischen Völker, das eng mit dem Irdischen verbunden ist.

Das waren die drei großen Mysterien des Altertums, die die Menschen vorbereiteten – die Mysterien des Lichtes und Geistes, die Mysterien des Menschen und der Seele und die Mysterien der Erde und des Leibes. Sie waren in diesem großen gleichseitigen Dreieck vertreten. Der dritte Bodhisattva nahm in der Rila-Schule eine Synthese des geistigen Produkts dieser drei Weltmysterien vor. Eine Folge dieser Synthese war die Herausbildung der Völker. Davor lässt sich über Völker und Artefakte solcher Völker nicht reden.Wenn heute das Alter von Artefakten auf 5000-6000-7000 Jahren v.Chr. bestimmt wird, so ist das ein Aberglaube der Wissenschaft. Im Unterschied von den alten Mythen und Legenden, die eine Substanz haben, gibt es in den Mythen und Legenden der Wissenschaft keine Substanz. Sie sind reiner Aberglaube.

Am Anfang der Bibel ist von drei Söhnen Noahs die Rede – Sem, Ham und Jafet(h). Das sind die drei Weltenströmungen. Wir wollen verfolgen, wer welche Strömung repräsentiert und wo unser Platz in ihnen ist. In der Geschichtsschreibung besteht ein Streit darüber, ob die Bulgaren zur jafetischen oder semitischen Strömung gehören. Die russische Geschichtsschule mit all ihren umstrittenen Ergebnissen, die wir finden können, bestimmt uns ohne Zögerung als dem semitischen Anfang zugehörig. Der Geschichtsschreiber und Geograph al-Massudi aus Bagdad (Abu al-Hasan Ali ibn al-Husain al-Masʿūdī), der im zehnten Jahrhundert gelebt hat, wies darauf hin, dass wir von Methusalem stammen, dem Großvater Noahs. Natürlich ist „Großvater“ symbolhaft gesagt, so wie die Hunderte von Jahren, die die alten Gestalten der Bibel gelebt haben. Auf diese Weise wird bildhaft die Erinnerung an sie dargestellt, die im Bewusstsein lebte, welches sich von dem Bewusstsein ihrer Nachfahren stark unterschieden hat. Im „Anonymen Chronograph“ von 334, der die Abschrift einer früheren Quelle darstellt, heißt es, dass die Bulgaren von Ziezi stammen, der von Sem stammt. Beinsa Douno sprach über die „sanften“ Bulgaren auf der Balkanhalbinsel, die seit den ältesten Zeiten in unseren Gebieten lebten. Die Geschichte kennt auch die Pelasger, die hier lebten und die die alten Chroniken als Menschen vor der Sintflut bestimmen. Wer sind diese Menschen, die soz. unsere Stammväter sind? Als die drei Strömungen aus der Atlantis loszogen, trafen sie in den verschiedenen Territorien auf örtliche Bewohner. Die örtliche Bevölkerung in unseren Gebieten, die das alte Hellsehen am längsten behalten hat, sind gerade die „sanften“ Bulgaren oder die Pelasgen, die hier schon vor der Sintflut lebten. Hierher kamen die Eingeweihten, die die vorbereitende Mission für die Zukunft unter dieser Bevölkerung erledigen sollten als die Träger des Willens, des Ich-Prinzips. Das Blut ist die „Transportader“, auf der sich das Ich auf dem äußeren Plan bewegt und es manifestiert sich im Willen. Dort sind die Intuition und die ganze Zukunft der Menschheit. Dort versank nach und nach die ganze göttliche Welt und oben schwamm die Welt der Gedanken.

Die jafetische Strömung ist diejenige, die von Zarathustra angeführt den nördlichen Weg nahm und das Gebiet der heutigen Wüste Gobi erreichte. Die südliche Strömung stellt den von Ham gegebenen Anfang dar. Die vorderste Strömung, die zur Balkanhalbinsel über Mitteleuropa zog, stammt von Sem – Noahs erstgeborenem Sohn. Wenn die heutige Wissenschaft Artefakte der Zivilisation im Zweistromland am Tigris und Euphrat findet und sie als die ältesten bezeichnet, nimmt sie logischerweise an, dass dort die Wiege der Zivilisationen ist und setzt diese Gebiete mit dem Garten Eden aus der Bibel gleich.

Eigentlich hat sich die Umkehr aus dem Paradiesgarten zum Erdenplan im Jahre 5505 v.Chr. zugetragen, weshalb dieses Jahr dem ältesten Kalender zugrunde liegt. Der bulgarische Zykluskalender zeigt große Ähnlichkeit mit dem Kalender, der Henoch erhalten hat (in den Schriftrollen vom Toten Meer (Qumran-Rollen) entdeckt), als er durch den Erzengel Uriel in die geistige Welt hinaufgeführt wurde, wo ihm die Naturgeheimnisse und die Weltengesetze eröffnet wurden, die die Himmelskörper leiten.

Mit dem vierten Bodhisattva begann die Herausbildung der Völker der Welt. Vor dieser Zeit können wir noch von keinen Völkern reden, da der Mensch damals nicht die Fähigkeit besaß, sich selbst als zu einem Volk zugehörig zu empfinden. Die Menschen fühlten sich eher einem Stamm zugehörig, der einen Stammesführer hatte. Inzwischen gibt es historische Zeugnisse über die Beziehung der Völker im alten Sumer zur Balkanhalbinsel. Danach entwickelten sich Babylon und Chaldäa, wobei Chaldäa eher mit dem Priesterstand verbunden ist und nicht mit einem bestimmten Volk. Abraham kam aus Ur in Chaldäa. Ich behaupte, dass die Gründung des Volkes der Sumerer durch die „sanften“ Bulgaren geschah, auch die Gründung des Babylon-Volkes. Die Gründung jedes anderen Volkes ist auf den semitischen Anfang zurückzuführen, der durch die Balkanhalbinsel ging. Das ist die mittlere Strömung, die von Skythianos angeführt wurde. Über den Streit darüber, welchem Stamm wir entspringen, werde ich Folgendes sagen. Wenn über Skythen auf dem Gebiet des ganzen Eurasiens die Rede ist, wo die „wilden“ Bulgaren umherstreiften und Völker und Zivilisationen bis zu den Gebieten der japanischen Inseln begründet haben, entsteht der Eindruck, dass wir zur jafetischen Grundlage gehören, aber ihre Wurzel von der Balkanhalbinsel ist. Wenn vom Zug in Richtung des Zweistromlandes die Rede ist, entsteht der Eindruck, dass wir zur semitischen Grundlage gehören. Dem ist tatsächlich so, aber wir haben Erscheinungsformen überall, einschließlich am Anfang durch Ham, durch See- und Reitervölker, die Ägypten angriffen und dort die Führung übernahmen, was wahrscheinlich zur Zeit Abrahams geschah. Das ist eine Riesenanpassung von Völkern, auf die ich jetzt nicht detailliert eingehen will, da unser Thema auch so sehr umfangreich ist.

Wenn wir über die Bulgaren reden, müssen wir wissen. dass wir die authentische Bevölkerung der Balkanhalbinsel vor der Sintflut sind, unter der die semitische Grundlage unter der Führung des geheimnisvollsten Eingeweihten Skythianos arbeitete. Deshalb war hier die Existenz aller Mysterien der Erde möglich. Was war charakteristisch für die beiden bekannten Strömungen und für die mittlere Strömung, die wir nun zum ersten Mal neu formulieren werden? Zarathustras Weg bzw. die Nördlichen Mysterien waren der Weg der ekstatischen Beziehung zur geistigen Welt. Durch die Vorbereitung in den Mysterien konnte sich der Schüler von seinem Leib loslösen, indem er sein Ich-Bewusstsein und die Sinne zur Wahrnehmung der äußeren Welt opferte, um die geistigen Hierarchien aufzunehmen – jeder in dem Maße, in dem ihm das möglich war. Das war das Erleben des Mysteriums des Raumes oder der Zwölf und es wurde das Feuer des Raumes bzw. das Feuer des Himmels erlebt. Ein Abbild dieses Feuer-Mysteriums sehen wir im Brot, das im Ofen gebacken wird. Bei diesem Kontakt zur geistigen Welt trat man mit den Göttern in Beziehung und dort war der Blick nicht auf die seelische Vervollkommnung, sondern auf die Vorbereitung des Einzuweihenden gerichtet, der zum Gefäß eines höheren Wesens werden sollte. Dort war die Inkorporation wichtig. Für Zarathustra, der von da an bis zur Zeitenwende sieben Inkarnationen hatte, war es nicht so wichtig, wie fortgeschritten er selbst war, sondern sein Fortschreiten geschah im Sinne der nördlichen Mysterien. Wichtig war es ihm, durch die Einweihungstechnik auf diesem Mysterienweg selbst zum Gefäß und Vollzieher einer großen Mission zu werden. Wer diesen Weg beschritt, war ein Mensch der Tat, der auf große Hindernisse traf, er war der Sonnenheld. Alle im alten Griechenland vergötterten Helden sind Menschen, die diesem Weg folgten, auf dem das Führende das Mysterium des Brotes, die Inkorporation und der Sonnenheld waren. Solche Menschen sind immer als Träger eines höheren impulsierenden Wesens unvermeidlich in einen Konflikt zum Umfeld geraten, da die anderen sie nicht verstehen konnten. Die südlichen Mysterien waren wichtiger als die nördlichen, denn der Blick bei ihnen war auf das Innere des Menschen gerichtet und es wurde die Vervollkommnung des Seelenlebens angestrebt. Der Höhepunkt und das Symbol dieser Mysterien ist Gautama Buddha, der im sechsten Jahrhundert v.Chr. bei seinem Aufstieg zum Buddha zur Lehre von Mitleid und Liebe kam und den achtstufigen Weg des Schülers gab, welcher die Aufnahme des Mysteriums von Golgatha vorbereitete. Beim Weg des Mystikers ist der Blick nach innen gerichtet und durch die Einweihungsstufen geht man durch die vorherigen Inkarnationen bis zu der lemurischen Zeit und der übersinnlichen Welt bzw. dem Paradies zurück. Im Unterschied zum Weg der Ekstase, bei dem die Inkarnationen und die Sittlichkeit keine Rolle spielen, sondern der Wille, zu einem Gefäß zu werden, das der Erfüllung einer bestimmten Weltenaufgabe dient, ist hier die Vervollkommnung der inneren Welt des Menschen von Bedeutung. Auf diesem Weg begegnete man nicht den Wesen der höheren Hierarchien, sondern den luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesen. Das waren die furchterregenden chthonischen Götter. Um diese zu überwinden, waren eine unheimliche Charakterkraft und die Überwindung gigantischer Hindernisse notwendig, durch die man zur Einweihung kam. Bei der Einweihung konnte man durch den Überblick über alle Inkarnationen die Vorsehung über das Individuum und die Menschheit sehen. Das ist der Weg des Wassers, das Mysterium des Blutes oder das Erleben des lebendigen Wassers. Beide Wege hatten einen gemeinsamen Ausgangspunkt, gingen in zwei Richtungen und hatten das gleiche Ziel. Der Ausgangspunkt ist das Erdenleben. Derjenige, der den Weg der Ekstase besteigt, erhebt sich über die Sphären des Mondes, des Merkur und der Venus und gelangt zur Sonnensphäre, um dort mit einem entrückten Bewusstsein das makrokosmische Christus-Ich zu finden. Das ist der „Mondenweg“, bei dem man zuerst die Mondensphäre durchläuft. Auf dem anderen Weg, den Steiner den „Saturnweg“ nennt, kam man durch den Eintritt in die Menschenseele – natürlich müssen wir bedenken, was die Menschenseele in der jeweiligen Epoche darstellt – zur Enträtselung der Geheimnisse der Organe des physischen Leibes. Der Weg zur Sonnensphäre ging über die Sphären des Saturn, Jupiter und Mars. Beide Mysterien führten zum gleichen Ort, wobei Christus das Ziel war, aber das geschah auf zwei grundlegend unterschiedliche Arten. Beide Wege waren der Menschheit zur allgemeinen Vorbereitung auf die Ankunft Gottes notwendig.

Es gibt eine dritte Strömung, die direkt zum Christus führte und nicht über Umwege ging. Das ist die Strömung Abrahams, die zu einer direkten, physischen Begegnung mit Gott in der Zeitenwende führte. Demgegenüber hatten die anderen zwei Strömungen eine übersinnliche Beziehung zu Ihm als dem Sonnengeist, der sich vor Seinem Herabstieg auf der Sonne aufhielt. Diese dritte Strömung wurde abgeleitet und gebildet von den „sanften“ Bulgaren in Sumer und sie ging über den Auszug Abrahams aus Ur Chaldäisch und das Mysterium der Blutverwandtschaft weiter, aus dem der Leib für Gott entstand. Wo hat der Avatar Melchisedek, der Manu bzw. Noah war, Abraham eingeweiht? Das geschah auf dem Hügel von Sion, wo später der salomonische Tempel aufgebaut werden sollte. Dort weihte Melchisedek als der König von Salem Abraham ein – durch das Mysterium des Brotes und des Weines, des Feuers und des Wassers, des Raumes und der Zeit. Dabei hob er nur leicht den Vorhang vor dem Sonnenmysterium an. Das war notwendig, da Abraham das Mysterium der Leibbildung nur auf dem Mondenweg erleben durfte. Das hebräische Volk wurde in seiner Entwicklung der allgemeinen Menschheitsentwicklung entzogen und als eine dritte, besondere Strömung ausgebildet, die direkt über 42 Generationen zur Begegnung mit Gott auf dem physischen Plan führte. In diese Strömung wurden die Seelen vereint, die mit dem Stamm Sems verbunden waren, mit dem Stamm, der den Leib für Gott gab. Wir haben mehrmals die hebräischen Mysterien aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und werden auf sie nicht mehr eingehen, sondern nur erinnern, dass Vertreter aus allen anderen Völkern als die althebräischen Propheten inkarnierten. Jeder Prophet war mit seiner Einweihung aus dem früheren Leben vertreten, die in die zentrale, die anderen zwei Strömungen synthesierende und direkt zu Gott führende Grundlage mündete. Alle Gestalten aus dem Alten Testament, die Propheten oder andere berühmte Persönlichkeiten waren, können wir in der Zeitenwende wieder entdecken. Ein großer Teil von ihnen findet man im 20. Jahrhundert an der Seite des Meisters Beinsa Douno. Warum sie an seiner Seite waren, wird in etwa zwei Stunden deutlich werden.

Die beiden Mysterienarten finden wir später in den Dionysischen und Apollinischen Mysterien wieder. Die Apollinischen Mysterien dienten zur Verbindung mit den höheren Göttern und der Apollon-Grundsatz kam im Sonnenheld, in der Christus-Suche durch die Ekstase, im Mysterium des Raumes und der Zwölf zum Ausdruck. In ihnen wirkte die Grundlage Zarathustras oder allgemeiner ausgedrückt, die jafetische Grundlage. Die Dionysischen Mysterien sind ein Produkt der südlichen Strömung und dienten der Verbindung mit den niederen Göttern. Etwa 100 Jahre vor der Erscheinung des Buddha Orpheus zog Dionysos nach Indien, um die örtliche im Verfall begriffene Bevölkerung zu „veredeln“, in der fast nichts von dem ursprünglichen Einfluss der Arier geblieben war. Er vertrat die Hinwendung des Menschen zu seinem Inneren und die seelische Vertiefung. Wenn ich die Behauptung aufstelle, dass sowohl die Apollinische, als auch die Dionysische Grundlage die authentischen bulgarischen Grundlagen sind, die von den „sanften“ Bulgaren kommen, finde ich einen überzeugenden Beweis dafür im siebten Vortrag aus GA 129 „Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen“. Dort sagt Steiner, dass Dionysos als Plato wiedergeboren wurde und sein weiser Lehre Silenos – als Sokrates. In welchem Volk lebten ca. 1300-1400 Jahre v.Chr. Dionysos und sein Lehrer Silenos, als von Griechen und Hellenen noch nicht gesprochen werden konnte? Ich habe gesagt, dass die ganze hellenische Kultur ihren Ursprung in der thrakischen Kultur hat, was eine rein bulgarische Kultur ist, denn Thraker hat die Bedeutung „Barbaren“ und so haben die Griechen die Bulgaren genannt. Kein Bulgare hat sich selbst jemals als Thraker bezeichnet, sie existierten in über 100 Stämmen mit verschiedenen Namen, von denen keiner den Namen Thraker trug. Als Träger des Ich-Prinzips haben sich die Bulgaren viel schwieriger untereinander vereinigt, aber sie haben in den verschiedensten Ecken der Erde problemlos die örtliche Bevölkerung angeführt und Staaten gegründet.

Die Dionysischen Mysterien sind die Mysterien des Blutes und der Zeit. In den alten Sagen liest man, dass Dionysos die erste Weinrebe gepflanzt hat. Aber im Alten Testament wird als der erste Mensch, der sich betrunken hat, Noah genannt. Der Wein erscheint mit der ersten nachatlantischen Kulturepoche, und Dionysos ist der herausragendste Vertreter der südlichen Strömung. Diese Strömung wurde vom dritten Bodhisattva angeführt und in ihr war auch Manu anwesend. Deshalb sagte Steiner, dass Manu diese Strömung anführt. Er erwähnte den Bodhisattva nicht, da er auf einer niedrigeren Stufe der Hierarchieleiter steht. Der Wein war notwendig, um den noch in den geistigen Welten schwebenden Menschen zum Irdischen heranzuziehen. Doch es stand ein langer Weg der Vorbereitung auf den Herabstieg Christi bevor. Schon in der Zeit der Dionysischen und Apollonischen Mysterien gab es jemanden, der eine Synthese der beiden vorgenommen hat – das war der vierte Bodhisattva, der bei seinem Buddha-Aufstieg unter dem Namen Orpheus bekannt wurde. Durch die Musik legte Orpheus in unsere Empfindungsseele das hinein, was wir heute als logisches Denken manifestieren. Er erneuerte die Eleusinischen Mysterien, die rein Dionysische Mysterien waren, deshalb heißt es in der Sage, dass er von den Bacchinnen zerrissen wurde – die Erneuerung der Mysterien bedeutet, dass der Blick nach innen gerichtet ist und man den dunklen Göttern begegnet. Das wurde zwar mit dem Bewusstsein des vierten Bodhisattva gemacht, der gleichzeitig die Ekstase beherrschte, doch wenn man diesen dunklen Göttern gegenübersteht, führt das zum symbolhaften Zerreißen durch die Bacchinnen. Aber die Synthese zur Vorbereitung der fünften Kulturepoche wurde verwirklicht. Zu dieser Vorbereitung leistete auch Dionysos seinen Beitrag – alles, was er tat, ist in unserer heutigen Kultur des Denkens geblieben. Neben den beiden, wenn wir nur von Halbgöttern sprechen, hat auch der nächste Bodhisattva diese Kultur vorbereitet, den wir in seiner letzten Inkarnation als Gautama Buddha kennen. Von den eingeweihten Menschen leisteten Aristoteles und Plato einen großen Beitrag. In Persien wirkte der Wegbereiter Zarathustra, der im sechsten Jahrhundert v.Chr. als Zoroaster geboren wurde. Wenn Sie dem Vortrag Alexander Hoffarts bei der letzten Konferenz[5] aufmerksam zugehört haben, werden Sie begreifen, dass der Mithraismus keine Religion ist, die von den Persern stammt, sondern eine Religion der Skythen ist, folglich der Bulgaren, die aus dem Norden zwei bis drei Jahrhunderte vorher gekommen waren. Der Mithraismus wurde in das Perserreich eingebracht und von dort kamen die drei Könige als die Vertreter des Mysteriums des Raumes zum Jesus-Kind aus der salomonischen Königslinie. Sie haben einen langen Weg zurückgelegt – zeitlich und räumlich -, was bedeutet, dass sie lange in den nördlichen Mysterien vorbereitet werden mussten, um zu wissen, wann der Zarathustra-Stern wieder aufleuchten wird, vor dem sie sich verbeugt haben. Die Hirten verbeugten sich vor dem anderen Jesus aus der Priesterlinie, denn der König und der Priester wurden bereits getrennt im Unterschied zu ihrer Synthese, die im Mysterium des Lichtes bei den Ariern bestanden hatte. Die Hirten haben einen kurzen Weg in kurzer Zeit zurückgelegt, denn sie weilten mit ihren Herden in der Nähe. Den heutigen Hobby-Esoterikern, durch die Ahriman glänzend arbeitet, und die die Frage stellen, wieso die Bibel von Herden spricht, die sich zur Weihnachtszeit draußen befunden haben und deshalb die Glaubwürdigkeit des Evangeliums bestreiten, kann ich antworten, dass es völlig falsch ist, Gegebenheiten der heutigen Zeit auf die Zeit vor 2000 Jahren zu übertragen – unabhängig davon, ob es sich um das Wetter oder die Bewusstseinsstufe der Menschen handelt. Natürlich waren die Herden draußen, natürlich fand die Geburt des nathanischen Jesus in der Weihnacht statt und die Hirten – die Vertreter des Mysteriums der Zeit, des Blutes und des Wassers – haben sich vor dem Kind in der Krippe verbeugt. Durch die zwei Mysterien und die zwei Jesus-Kinder, die später zu einem Kind vereint wurden, sollte der Leib für Gott vorbereitet werden, in den das makrokosmische Ich selbst eintrat. Beim Geheimen Abendmahl begann Christus, mit seinem Ich und der nathanischen Seele herauszugehen und sich in die harten und flüssigen Elemente der Erde, in das Brot und den Wein zu inkorporieren. Das kam zum Ausdruck in den Worten „Nehmt und esst; das ist mein Leib“ und „Trinkt alle daraus; das ist mein Blut“ (Matth.26:26-28). Das Mysterium des Raumes und der Zeit, des Fleisches und des Blutes begann beim Geheimen Abendmahl und sollte mit den Bluttropfen am Kreuz zu Ende sein, die die Verbindung Christi mit der Erde und an Pfingsten –  die Verbindung mit dem Menschen selbst – bedeuteten, in dessen Ich Er eintrat. Hier können wir betonen, dass bei den Worten „Es ist vollbracht“, аls Christus sein Leben aushauchte, das Erdbeben eintrat und der Vorhang im Tempel entzwei riss, der Zugang zum Allerheiligsten des Tempels, zur Synthese dieser zwei Impulse im Christus geöffnet wurde. Seitdem sind die Mysterien offen, sie kamen ans Licht.

Wir werden kurz auf Aristoteles und Plato zurückkommen. Die Grundlage der Philosophie Platos war die Mysterienweisheit. Bei der Prägung der zehn Kategorien aus den übersinnlichen Bildern der alten Gnosis, die übrigens viel lebendiger als die heutigen abstrakten Begriffe waren, schuf Aristoteles bei der Entwicklung seiner Logik gleichsam einen Mondkelch, in dem die Mondsichel in sich die Sonne enthält. Das ist eines der Hauptsymbole des Grals (neben dem Hexagramm der zwei ineinandergeflochtenen Dreiecke), die das männliche und weibliche Prinzip symbolisieren und die geistige und irdische Welt. Jesus war diese Mondsichel, die die Christus-Sonne mit Liebe empfing, damit das große Mysterium zustande kommen konnte. Aristoteles prägte die Gesetze der Logik, damit die Menschen sich auf die Wahrnehmung Christi vorbereiten konnten. Bei Aristoteles ist die Mysteriengrundlage verborgen, aber man kann immer im Kelch seiner Logik die kosmische Intelligenz spüren, über die Michael auf der Sonne herrschte. Die Logik und die Gesetze, nach denen sie sich entwickelt, wurden von Aristoteles wie von keinem anderen nach ihm erforscht, bis Steiners Zeit kam. Darin spürt man den Geist der kosmischen Intelligenz der Sonne. Deshalb müsste heute jeder, der denkt, wissen, dass das zur Sonnenintelligenz gehört. Wenn man diese nicht rechtmäßig in einer geistigen Art verwendet, also wenn man nicht das anschauende Denken entwickelt, wird dieser aristotelische Mondkelch aus Begriffen zu einem Kelch der ahrimanisierten Intelligenz. Aus einem Gral wird der Kelch zu einem Anti-Gral. Bedauerlicherweise tragen alle heutigen Menschen den Anti-Gral in ihrem Bewusstsein und ihre Handlungen entstammen diesem Anti-Gral. Das ist hauptsächlich Ahrimans Werk, aber die geistige Faulheit unserer Zeitgenossen leistet auch ihren Beitrag, so dass die Menschen überhaupt nicht wissen, was es bedeutet, klug zu sein. Erfreulicherweise gibt es einige Ausnahmen von der Regel, die uns eine gewisse Hoffnung für die bevorstehenden Prüfungen geben. Plato und Aristoteles sind die großen Wegbereiter und die Blüte der griechischen Kultur, die vor ihnen mit der Literatur, Musik und Bildhauerei begonnen. Diese Künste waren das Ergebnis einer viel ätherischeren Weltwahrnehmung, aber die griechische Kultur erreichte ihren Höhepunkt mit der Frucht Aristoteles‘, die in die Welt mit dem Schwert Alexanders des Großen verbreitet wurde.

Nachdem der Vorhang im Tempel gerissen war, kam die Notwendigkeit, dass die Menschen einen Blick auf die Mysterien von ihrem wachen Tagesbewusstsein aus haben. Johannes der Täufer verkündete als Erster die Ankunft Christi. Im Matthäus-Evangelium sind seine Worte angegeben „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker denn ich, dem ich nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ (Matth. 3:11) Hier sehen wir einen Nachhall des Feuermysteriums, des Mysteriums des Raumes, denn Johannes gehört zu denjenigen, die Gott empfangen. Im Johannes-Evangelium sagt Christus zu Nikodemus bei der übersinnlichen Begegnung der beiden: „Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Es sei denn daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen“(Joh. 3:5). Wie wir wissen, ist Nikodemus die wieder inkarnierte Königin von Saba, die das Mysterium des Leibes kennt. Als Gott kam und die beiden Mysterien in ihm eine Synthese erfuhren, gingen die Hirten als Vertreter der Mysterien des Wassers zu Ihm. Sie hatten inspirativ die Botschaft der Engelsschar empfangen und gingen zum Kind in der Krippe. Die Engelsschar – das war Buddha mit dem Produkt der veränderten Astralleiber der früheren fünf Bodhisattvas und dem Produkt seines Teils des Astralleibes, der in Manas umgewandelt war. Die Hirten besaßen die Inspiration und erlebten eine Metamorphose, die sie in der christlichen Zeit zu Weisen machen sollte, d.h. sie sollten ihren Blick hinaufrichten und unter Überwindung der Hürde der Naturwelt eine Beziehung zur geistigen Welt aufnehmen. Die Könige dagegen sollten ihren Blick nach innen richten und unter Überwindung der Hürde der Seele den Zugang zu Christus in ihrem Ich finden. Deshalb sagte Christus zu Nikodemus, der das Mysterium des Raumes und des Feuers kannte, dass er aus Wasser und Geist wiedergeboren werden soll. Als jüdischer Eingeweihter im Geist der südlichen Mysterien verstand Nikodemus nicht gleich, was Christus ihm sagte und fragte, wie ein alter Mensch wieder geboren werden könne. Verstehen Sie, wie der Sinn der Evangelien vor unseren Augen erscheint, wenn wir wissen, welche Gestalt aus der Bibel welche Individualität war und was eigentlich in den Worten enthalten ist, die sie sagt oder die zu ihr gesagt werden. Es gibt jedoch eine Persönlichkeit, zu der bereits bei ihrer Ankunft auf die Erde Gott sagte, dass Gott Geist ist „und die Ihn anbeten, die müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh.4:24). Das ist die Samariterin – der inkarnierte Joseph, einer der zwölf Söhne Jakobs, der von seinen Brüdern als Sklave verkauft wurde und ihnen das vergeben hat. Künftig muss das Gute das führende Prinzip zur Umwandlung des Bösen sein. Deshalb hatte die Samariterin diese hohe Ehre, die erhabenen Worte Gottes aus dem Mund des Erlösers zu hören. Die Samariterin hatte fünf Männer und der sechste war „noch nicht ihr Mann“. Diese fünf Männer sind die vier Kulturepochen, die bis zur damaligen Zeit vergangen waren, und die bevorstehende fünfte. Derjenige, der noch nicht ihr Mann war, ist die zukünftige sechste Kulturepoche, in der wir Gott wahrhaftig im Geist und in der Wahrheit anbeten werden. Das ist die Synthese und sie bedeutet, dass wir mit unserem Ich bzw. dem Geist den Geist der Wahrheit anbeten werden. Das ist die erste Verkündung der Ankunft des Geistes der Wahrheit. Die nächste Verkündung fand beim Geheimen Abendmahl statt, als Christus sagte, dass Er von seinem Vater einen anderen Tröster – den Geist der Wahrheit – erbeten wird. Der Samariterin hat Christus die Synthese verkündet, denn sie war in der dritten Strömung, die direkt zu Ihm führte.

Nach dem Mysterium von Golgatha und nach Pfingsten gingen unterschiedliche Strömungen unter die Menschen. Wir wollen diese Strömungen betrachten, damit jeder, der hier anwesend ist oder diese Vorlesung sieht bzw. liest, sich selbst die Frage stellen kann, zu welcher Strömung er gehört. Warum ist das notwendig? Wenn man selbst bestimmen kann, wo man sich befindet, wenn man erlebt und die richtige Einstellung zu den Menschen in der jeweiligen Strömung über seine Bewusstseinsseele findet, kann man in einer richtigen Art seine vorherigen Inkarnationen abarbeiten. Aber in seiner eigenen Strömung wird man nicht die Möglichkeit haben, Eigenschaften für die Zukunft auszuarbeiten. Nur wer zu einer anderen der Strömungen geht und sie erlebt, kann Eigenschaften für seine künftigen Inkarnationen entwickeln. Nur ein Mensch, der zu einer Synthese spiritueller Mysterienströmungen in seinem Inneren fähig ist, ist ein Mensch der Zukunft, wobei unter „Zukunft“ der Heilige Geist zu verstehen ist. Der Heilige Geist ist die Zukunft, Christus ist die ewige Gegenwart und der Vater ist die ewige Vergangenheit. Jetzt stehen wir am Anfang des großen Christentums des Heiligen Geistes und nur Seelen, die Veranlagung zu einer Synthese in sich tragen, nur Seelen, die in der dritten Strömung waren, die von Abraham begann, nur Seelen, die eine Beziehung zur alten Bevölkerung der Balkanhalbinsel haben, können leicht die beiden Impulse aufnehmen und ihnen den Raum in ihrer Seele geben, in dem das Ich eine Synthese der Impulse vornimmt. Ich behaupte nicht, dass das für die anderen Seelen unerreichbar ist, aber sie müssen Anstrengungen unternehmen, um dies zu leisten. So wie der mechanische Okkultismus den angelsächsischen Völkern von ihrer Geburt an eigen ist und später seine natürliche Erscheinung haben wird, so finden heute die Menschen, die die Synthese in der dritten Strömung praktiziert haben, keinen Widerspruch in ihrer Seele bei der Vereinigung der anderen zwei Strömungen und deren Erleben auf der entsprechenden Bewusstseinsstufe, die von ihnen erreicht wurde. Mit solchen Menschen können wir leicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, im Unterschied zu den anderen.

Welche Strömungen gingen von Golgatha aus? Die zentrale Strömung, die als die Fortsetzung des Synthese-Grundsatzes bestimmt werden kann, bestand aus denjenigen, die Christus empfingen und verabschiedet haben. In einem Gespräch mit Ita Wegman sagt Steiner, dass man über die Strömungen in einer anderen Art sprechen kann. Sergej Prokofieff kannte den Inhalt des Textes und er erkannte in ihm die tiefsten Gründe der christlichen Esoterik und konkreter der Christologie. Laut Steiner können wir auf die Michael-Strömung mit zweierlei Blick sehen. Einmal von der Sonne aus, wo exkarnierte Seelen Christus auf seinem Abwärtsweg verabschiedeten. Darunter waren Aristoteles und Alexander der Große. Unten auf Erden waren die Seelen, die Christus empfingen. Der Erste, der Ihn empfing, war Johannes der Täufer und der Letzte, der sich von Ihm auf dem Golgatha verabschiedete, war Johannes der Evangelist. Aus dem Mysterium der Auferstehung kam eine dritte Strömung im Christentum heraus, wobei die Strömungen der Hirten und Weisen weiterbestanden, aber mit einer unterschiedlichen Stufe der Umwandlung, welche die Menschen in ihnen erreicht haben. Die Hauptströmung, die mit Abraham begann, führte zu Christus und sollte danach wieder als die Hauptströmung herausgehen, während die beiden anderen Strömungen wie eine Gabelung verliefen. Die zentrale Strömung von den beiden Johannes, die wir unter Vorbehalt die „Gralsströmung“ nennen können, denn sie hat auch eine viel höhere Fortsetzung, ist multidimensional. Vorläufig werden wir die beiden Johannes als die Generatoren der mittleren Strömung setzen, die sich verzweigte und werden den Reichtum betrachten, den sie den Seelen zum Leben in diesen Strömungen gaben.

Zuerst kommt die Strömung des Paulus. Paulus war ein jüdischer Eingeweihter, für den sich Gott oben auf der Sonne befand. Bei seiner dramatischen Begegnung mit dem auferstandenen Christus vor Damaskus wurde Paulus von einem Verfolger zum größten Verbreiter des Christentums und entwickelte ein tiefes Verständnis des Mysteriums von Golgatha, was man seinen Briefen entnehmen kann. Diese Begegnung hat alles Böse, was er in sich trug, mit der Gegenkraft transformiert. Deshalb beginnt die Strömung des esoterischen Christentums mit ihm und mit Dionysios Areopagita. Paulus hat nicht den Tod wie die anderen drei von Christus Auferweckten erlebt, die dem Tod nahe waren. Er war am Leben, aber er erblindete und hat drei Tage lang weder gegessen noch getrunken. Aus seiner Umkehrung ging die Schule in Athen hervor, die er dort mit seinem Schüler Dionysios begründete. Es wird angenommen, dass auf Raffaels Fresko im Vatikan „Die Schule von Athen“ vorne Plato und Aristoteles dargestellt wurden, aber vorne stehen Paulus und Dionysios, die die Schule von Athen wieder belebten. Später wurde diese Schule durch den Kaiser mit bulgarischen Wurzeln Justinian geschlossen, was seinerseits zur Entstehung der Akademie in Gondischapur führte. In seinem Brief an die Athener sagte Paulus zu ihnen, dass er beim Vorbeigehen an ihren Heiligtümern einen Altar mit der Aufschrift „Dem unbekannten Gott“ sag. „Nun verkündige ich euch denselben, dem ihr unwissend Gottesdienst tut“ (Apostelgeschichte 17:23). Dionysios Areopagita war in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht, die eigentlich Dionysische Mysterien waren. Er kannte sie so gut, dass er, nachdem er Paulus zugehört hatte, sofort begriff, dass Christus der Gott ist. Weiter wird gesagt, dass „etliche Männer“ ihm anhingen und gläubig wurden, namentlich werden Dionysius sowie eine Frau erwähnt, die Damaris heißt (ebd. 17:34). Jeder kennt den Ausdruck напипвам дамара на нещо ‚den richtigen Dreh heraushaben‘ (wörtlich ‚an die Erzader kommen‘). Die Frau Damaris verstand auch, was im Menschen schon das Wichtige war, und das war das Leben des Christus im Ich nach Pfingsten. Alles, was im Menschen danach zu entwickeln ist, muss auf dieses Fundament bauen. Wenn jemand das Wort дамар für eine Entlehnung aus den Turksprachen hält, werden ich ihm sagen, dass es ein rein bulgarisches Wort aus der Zeit des Dionysios und der Damaris ist. Zweifellos haben die beiden eine karmische Beziehung, aber ich werde mich in diese Details nicht vertiefen.

Der Dionysios-Kult trat in den ursprünglichen christlichen Kult ein, der den fruchtbaren Boden unter den Völkern der Balkanhalbinsel hatte. Nicht zufällig wurde das Griechische zur Sprache des Christentums, denn aus der griechischen Kultur begann die abschließende Vorbereitung der Menschheit auf das Verständnis des Mysteriums in Begriffen. Neben dem Dyonisios-Kult, der einen im christlichen Sinne metamorphosierten Kult darstellt, gingen in den christlichen Kult auch der Apollo-Kult und der Mithras-Kult. Deshalb wurde in der ersten christlichen Zeit Christus als Apollon dargestellt, der ein Kalb trug, denn die dritte Kulturepoche steht unter dem Zeichen des Stiers, wie Dionysos, Orpheus und der gute Hirte mit dem Lamm. Sie wurden gleichgesetzt, denn der Kult war das Ergebnis der Vermischung und Metamorphose der Kulte der Balkanhalbinsel unter der Ergänzung des skythischen, d.h. bulgarischen Mithras-Kultes. Sind Sie sich bewusst, dass der christliche Kult von den Bulgaren herrührt, von den ursprünglichen Semiten, von den Menschen Skythianos‘? Johannes sah, wie am Kreuz Christus mit der Lanze durchstochen wurde, wie Blut und Wasser flossen, er sah das Gralsmysterium, aber eigentlich begann das Gralsmysterium mit Skythianos. Wenn wir über die mittlere Strömung als über die Gralsströmung sprechen, die mit Christus, aus der gemeinsamen Tätigkeit de beiden Johannes beginnt, müssen wir uns trotzdem fragen, warum sie gerade von Skythianos ihren Anfang nahm, der in Joseph von Arimathäa wieder geboren wurde. Damit ich überhaupt darüber sprechen kann, muss ich doch wissen, wer Skythianos ist, verstehen Sie? Deshalb habe ich zu Beginn der Vorlesung der geistigen Welt gedankt, dass sie uns mit dem Heiligen Geist führt und uns die Mysterien nacheinander enträtselt, damit sich die göttliche Vorsehung vor uns wie eine Schriftrolle entfalten kann. Wie ich bereits im Jahre 2010 in der ersten Vorlesung des „Sonnenstrahlen“-Zyklus[6] erklärt habe, können wir auf diese Weise auch das Mysterium der Bulgaren in dieser Vorsehung finden, das mit seiner Hauptrolle im gesamten Weltmysterium hervorsticht. Deshalb sagte Beinsa Douno, dass oben die Seelen Schlange stehen, um in Bulgarien inkarniert zu werden. In Bulgarien zu leben ist ein absolutes Privileg, aber wenn dieses nicht in der richtigen Art benutzt wird, wird im nächsten Leben die Inkarnation nicht im Stamm Sems, sondern in einem der anderen Stämme sein.

Aus dem Nikodemus-Evangelium wissen wir, dass Skythianos-Joseph von Arimathäa in einem Verließ eingesperrt war, aus dem er auf wundersame Art von Christus befreit wurde. Danach ging er in Richtung des heutigen Englands, wo er den Anfang der Gralsmysterien setzte. Es gibt jedoch eine andere Sage, nach der Joseph von Arimathäa bis zum 70. Jahr eingesperrt war, als Titus mit seinen Legionen kam und den salomonischen Tempel zerstörte. Dann befreite er den Greis, der von einem wunderbaren Licht umgeben 37 Jahre ohne Essen und Trinken verbracht hatte. Er wurde nur vom Gral ernährt, den ihm Christus persönlich übergeben hatte. Wer die Gralsmysterien kennt, weiß, dass eine seiner der Funktionen als Kelch darin besteht, als Quelle von Nahrung und Getränk überall auf dem Weg zu sein. Danach ging der Befreite mit seiner Schwester und seinem Schwager in den Westen und gründete zusammen mit seinen Nachfolgern die erste Gralsgemeinschaft der Erde.

Der salomonische Tempel war der Tempel der Vier in der Erwartung des Pentagramms, des Manas, das sich auf die Ankunft des makrokosmischen Ich vorbereiten sollte. Er wurde vom berühmtesten Kainiten Hiram aufgrund der Vision des berühmtesten Abeliten Salomo errichtet. Der Tempel war das Symbol der dritten Strömung, die den Leib als ein Mondkelch aufbauen sollte. Das Kupfermeer dort symbolisiert die Vereinigung des Himmelswassers oder der Weisheit, die herabfließt, und der sieben Metalle, die die sieben planetarischen Kräfte sind, welche die Vereinigung des menschlichen Geistes mit der Materie symbolisieren. Es war auch das Mysterium des Feuers und Wassers und wurde später zum Mysterium des Brotes und Weines, des Leibes und Blutes. Der Leib Jesu war das Mondmeer aus Kupfer, das als Kelch vorbereitet wurde, in den das makrokosmische Christus-Ich oder die Sonne hineintreten sollte. Der Tempel Salomos war die Mondsichel mit der Sonne drin, ein eigenartiger Gralskelch, der jedoch nur als Vorbereitung existierte. Als Christus kam, trat Er in diesen Kelch hinein, erlebte den Tod und die Auferstehung, zog in jeden Menschen ein und wurde zum Geist der Erde. Der Tempel Salomos wurde überflüssig, deswegen wurde er zerstört. Im Jahr 70 wurde derjenige befreit, der unter dem Kreuz stand und lange Jahre darauf wartete, eines der größten Mysterien zu begründen, das die Aufgabe hatte, einen neuen Tempel zu errichten. Im Unterschied zum ersten sinnlich-sichtbaren Tempel musste dieser ein Tempel der inneren Wirklichkeit sein. Der Gralskult ging von Skythianos aus. Aus mittelalterlichen Manuskripten ist uns bekannt, dass er im zweiten Jahrhundert als der Händler aus Skythien inkarnierte, der in Alexandria vier Bücher schrieb. Später bekam sein Schüler Terebinthus, der sowohl von Juden, als auch von Mithras-Nachfolgern verfolgt wurde und zu einer Witwe kam, die ihm Unterkunft gewährte. Nach dem Tod des Terebinthus nahm die Witwe einen Jungen zu sich, der später als Mani oder Manes bekannt wurde – der Begründer des Manichäismus. Skythianos gehört zum mittleren Impuls des Gralsmysteriums, das eines Tages seinen Höhepunkt im manichäischen Mysterium haben wird, denn das manichäische Mysterium ist sogar noch größer als das Gralsmysterium. Skythianos, der am Anfang der mittleren Strömung steht, ist die Verbindung zwischen diesen zwei Mysterien. Steiner hat wenig über ihn gesagt, aber er erwähnte, dass Skythianos das Geheimnis des physischen Leibes, d.h. das Geheimnis des Phantoms wie kein anderer Eingeweihter kennt und dass er das höhere atlantische Hellsehen für die Menschen aufbewahrt. Hier werde ich hinzufügen, für die Menschen in der sechsten Kulturepoche. Skythianos ist die lebendige Beziehung zwischen dem Gralsmysterium und dem manichäischen Mysterium. Das Gralsmysterium konnte nur bei jemandem beginnen, der sowohl das Mysterium des Feuers im Himmel, als auch das Mysterium des Wassers oder des Lebens kennt.

Lassen Sie uns nun schauen, welche die beiden anderen von Christus Auferweckten sind und was bei ihnen auffallend ist. Uns ist bereits bekannt, dass die Tochter des Jaïrus der Bodhisattva Beinsa Douno ist und dass in der Zeitenwende die geheime Strömung der Bodhisattvas in der christlichen Zeit beginnt, über die Steiner nichts gesagt hat. Das Einzige, was er erwähnte, ist, dass nach dem Mysterium mit Christian Rosenkreutz der Impuls der Bodhisattvas und das Rosenkreuzertum sich gemeinsam entwickeln sollen. Das bedeutet wörtlich, dass man nur auf diese Weise ein Christ, also ein Ich-Mensch sein kann. Der andere Eingeweihte ist der Junge von Nain. Wo fanden beide Ereignisse statt? Bei der Auferweckung der Tochter des Jaïrus gibt es eine Menschenmenge, die um das Mädchen trauert. Christus sagt ihnen, dass das Kind nicht tot ist, sondern nur schlafend. Er geht zum Mädchen, dabei sind nur die Eltern und die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes anwesend, d.h. Er ist der Hierophant eines Mysteriums, an dem zwei Gruppen aus jeweils drei Personen beteiligt sind. Der Hierophantenruf lautet „Talita kumi“, also „Mädchen, ich sage dir, steh auf“. Ich habe erwähnt, dass dieser Aufruf in einer alten bulgarischen Sprache ausgesprochen wurde, die mit den heutigen Tschuwaschen verbunden ist, aber ich werde jetzt nicht darauf eingehen. In derselben Sprache ist auch “ Eloi, eloi, lama sabachthani“ – den Satz, der Christus laut dem Markus-Evangelium auf dem Kreuz sagte, bevor Er seinen letzten Atem ausgehaucht hatte, während in der anderen Zeit er die Sprache der Menschen um Ihn herum sprach. Eine ähnliche Begebenheit gab es mit dem Jungen von Nain. Christus traf die Beerdigungsprozession unweit des Stadttores, die den einzigen Sohn einer Witwe zum Grab trug. Hier in der Prozession werden symbolhaft die Eingeweihten der ägyptischen Zeit dargestellt, die Christus in der neuen Zeit nicht finden können und deshalb so traurig sind. Christus berührt nur die Bahre mit dem Jungen und sagt zu ihm: „Jüngling, ich sage dir, steh auf!“ und der Junge steht auf. Angst ergreift alle und sie preisen Gott mit den Worten: „Ein großer Prophet ist unter uns erweckt worden“ (Lu 7: 11-17). Es wird angenommen, dass das Gesagte Christus gilt, aber es gilt im Voraus demjenigen, der drei Jahrhunderte später ein großer Prophet wurde und Skythianos und Zarathustra überholte: Das ist Manes. Wenn Christus die Bahre berührt, berührt Er das Phantom des Jungen. Das Hauptgeheimnis des Manichäismus ist das Geheimnis des Bösen. Damit Manes im dritten Jahrhundert die manichäischen Mysterien geben konnte – die erneuerten Mysterien der Lehre von der Finsternis und dem Licht sind, die Zarathustra mit dem großen mystischen Impuls aus dem Mysterium von Golgatha durchzog -, war nicht nur der Aufruf „Jüngling, ich sage dir, steh auf“ notwendig, sondern auch das Berühren der Bahre. Der Manichäismus wurde zur inneren Kraft im Menschen, die dem Bösen entgegentreten kann. Die manichäischen Mysterien sind so erhaben, dass es erst in der sechsten Wurzelrasse Menschen geben wird, die auf sie vorbereitet sein werden. Diese Mysterien sind noch größer als die Gralsmysterien. An die Tochter des Jaïrus richtet Christus die Worte „Talita kumi“, denn die Mission des Bodhisattva bezieht sich auf die sechste Kulturepoche. Das Wort, das aus diesem Bodhisattva herausgehen wird, wird die Geburt von Menschen in einer neuen Art ermöglichen. Bei Lazarus ist der Hierophantenruf „Lazarus, komm heraus“. Diesen Ruf haben wieder viele gehört, aber er unterscheidet sich von den anderen zwei. Alle drei Aufrufe waren öffentlich, aber jeder in einer jeweils anderen Art. Deshalb sind auch die Strömungen, die aus den drei Auferweckten herausgingen, unterschiedlich. Alle, die in der mittleren Strömung waren, wurden johanneische Christen genannt, einschließlich der Bogomilen, die die Vertreter des Christentums des Grals sind. Alle großen Vertreter des Christentums bisher waren die Vertreter der johanneischen Christen. Erst nach dem Mysterium von 1936 können wir zaghaft über eine Erscheinung des Manichäismus sprechen. Bis zum Mysterium von 1936 und dem ihm vorausgehenden zweiten Golgatha am Ende des 19. Jahrhunderts kann man über Manichäismus im wahren Sinne des Wortes, so wie es von Manes angelegt und vom Impuls von Golgatha verstärkt worden war, überhaupt nicht sprechen. Das, was Manes angelegt hat, ist das Ergebnis der Berührung seiner Bahre. Christus griff in den Tod ein, deshalb strömt aus dem Manichäismus unbesiegbares und ewiges Leben. Der Gral kann den Menschen ewig nähren und aus ihm strömt Leben, aber der Manichäismus verleiht ewiges Leben.

Titurel war jene Individualität, die mit dem Errichten des neuen Tempels beginnen sollte, dessen Fundament Skythianos legte. Skythianos bereitete die Skythen nördlich des Schwarzen Meeres auf die zukünftigen Gralsmysterien vor, auf die sechste Kulturepoche. Er arbeitete an der Herausbildung des Christus-Volkes, also des russischen Volkes. Titurel sollte im achten Jahrhundert im Westen, in Spanien einen neuen Tempel für den Gral errichten. Über ihn berichten die Gralsepen, die im 12. bis 13. Jahrhundert zwecks Vorbereitung der Menschheit auf das Mysterium von Christian Rosenkreutz und das Rosenkreuzertum erschienen. Das Rosenkreuzertum wurde im 14. Jahrhundert vom reinkarnierten Christian Rosenkreutz eingeleitet, nachdem in Arbanassi ein Mysterium mit ihm geschehen war. Er wird zum ersten Mal im Epos von Albrecht von Scharfenberg erwähnt. Titurels Vater war der König Titurison in Kappadokien, der die aragonische Prinzessin Elisabeth heiratete. Nach der Pilgerfahrt zum Grab Christi in Jerusalem bekamen sie einen Sohn, den sie Titurel nannten. Er lebte lange keusch, danach heiratete er eine Jungfrau, wurde zum Statthalter Spaniens und baute sich ein Schloss auf dem Berg des Heils (Monsalvat). Der Gral wurde von der geistigen Welt durch Engel herabgelassen und Titurel baute 30 Jahre lang einen Tempel, in dem der Heilige Kelch aufbewahrt werden sollte. Selbstverständlich war das ein unsichtbarer, übersinnlicher Tempel. In den alten Epen werden Zeiten miteinander vermischt, weshalb sie nur durch einen geistigen Blick verstanden werden können. Im Epos ist davon die Rede, dass Titurels Vater sich bei der Eroberung Jerusalems durch Titus hervorgetan hat. Es ist klar, dass es keine direkte Beziehung gibt zwischen ihm und Titurel, der im achten Jahrhundert gelebt hat. Das heutige rationale Denken wird das sofort als phantastisch ablehnen. Aber rationales Denken bedeutet nicht immer vernünftiges Denken. Wenn es heißt, dass Titurels Vater ein König in Kappadokien war, gehört das zum geistigen Schwarzmeerraum, wo in den Mysterienzentren die Geistigkeit aller nachatlantischen Kulturepochen vertreten war und das Land von zahlreichen thrakischen Stämmen bewohnt wurde. Dem Epos entnehmen wir, dass das Gralsmysterium vor seinem Beginn hier im geistigen Schwarzmeerraum vorbereitet worden ist, wo die thrakischen Siedlungen waren. Titurels Vater hat sich bei der Zerstörung des salomonischen Tempels hervorgetan – also bei der Beseitigung des Körpers der alten, ausgeschöpften Geistigkeit. Er zog in den Westen, zur Iberischen Halbinsel, wo er mit dem Aufbau eines neuen Tempels beginnen konnte und wohin auch Skythianos laut der Sage ging. Auf der Iberischen Halbinsel befindet sich die Gebirgskette Pyrenäen, die nach unserem Berg Pirin benannt wurde während der Großen Völkerwanderung der sog. Goten, die eigentlich Gethen sind. Laut Steiner entwickelt Titurel seine Tätigkeit inmitten von späten gotischen Mysterien, die ich „späte bulgarische Mysterien“ nenne. Das ist die Beziehung des Vaters bzw. Großvaters Titurels und Titurels selbst mit dem bulgarischen Mysterium. Ein Gralstempel bedeutet, dass zuerst der eigene menschliche Körper zum reinen Tempel der Verkörperung des Heiligen Pfingstgeistes in ihm wird. Titurel erlebte dieses Mysterium aus seiner Empfindungsseele heraus, obwohl er in der Zeit der Bewusstseinsseele war. Auch heute muss jeder auf der ersten Stufe zum Gralstempel werden, aber nunmehr durch die Bewusstseinsseele. Das bedeutet, dass die Bewusstseinsseele aufgrund eines geläuterten Astralleibes vergeistigt werden muss, was ihr erlauben wird, zur imaginativen Seele zu werden. Dann kann der Mensch in der richtigen Art hellsehen. Die erste Stufe des Gralstempels ist die persönliche, wenn die Bewusstseinsseele vergeistigt wird auf der Grundlage der Synthese der beiden wichtigsten geistigen Impulse des 20. Jahrhunderts. Die zweite Stufe liegt vor, wenn eine Gruppe oder Gemeinde aus Menschen gebildet wird, die ihren individuellen Tempel aufgebaut haben. In diese Gemeinde wird der Heilige Geist heruntersteigen. Der Heilige Geist bzw. das Manas wird in der sechsten Kulturepoche nicht persönlich in den Menschen heruntersteigen, sondern nur in solche Brüdergemeinschaften. Das Manas beginnt nun, individuell in denjenigen Menschen einzuströmen, dem es gelungen ist, aus seinem Leib einen Tempel dafür zu machen. Die dritte Stufe des Gralstempels wird bestehen, wenn Christus zum gesellschaftsbildenden Faktor wird und viele solcher Gemeinden eine Gesellschaft bilden werden, in deren Zentrum Christus auf Erden steht. Dann wird der Heilige Geist den Impuls zur Schaffung neuer Formen des sozialen Lebens heruntertragen, die vollkommen von Christus durchdrungen sind. Das sind die drei Stufen des Gralstempels, den Titurel auf dem Berg Monsalvat zu bauen begann. Im großen Mysteriendreieck, den wir schon besprochen haben, wurde in jenen Gebieten, in Santiago de Compostela das Gefühl kultiviert. Von den drei Aposteln ging Petrus nach Rom, Johannes war in den Mysterien von Ephesos und Jakobus Zebedäus ging nach Westen. Dort endet der mystische Camino (der Jakobsweg), den Tausende von Menschen jedes Jahr zurücklegen. In diesen Gebieten wurde das katholische Christentum des Gefühls entwickelt.

Aber warum entstanden dort die Gralsmysterien? Am Anfang wurden die aus dem Gral herausströmenden Impulse durch die Eingeweihten mit dem Rang eines Dionysios Areopagita aufgrund der Erkenntnis und der Begriffe der alten Gnosis erlebt. Die alte Gnosis war das, was der dritte Bodhisattva als Weltenweisheit im Jahre 5505 v.Chr. erlebte. Danach war diese Weisheit die geistige Nahrung, die sich in allen Mysterien entwickelte. In der dritten Kulturepoche begann die schrittweise Ausbildung dieser alten Gnosis. Mit den Begriffen der alten Gnosis, die durch die Empfindungsseele vor Aristoteles als geistige Bilder in Form geistiger gnostischer Begriffe gebildet waren, erlebte Dionysios Areopagita das Gralsmysterium. Das war die Zeit der Verstandesseele und als Mitglied des Areopags besaß er eine glänzend entwickelte Verstandesseele. Auch war er in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht. Das änderte sich grundsätzlich im Moment, in dem das Mysterium auf Golgatha stattfand. Damals war er in Ägypten und erlebte die Finsternis, die die Erde erfasste. Im Augenblick einer Offenbarung sagte Dionysios: „Entweder leidet der Schöpfer der ganzen Welt gerade, oder diese sichtbare Welt geht nun zu Ende“. Von dieser Grundlage aus konnte er bei der Predigt des Paulus in Athen verstehen, wer mit dem „unbekannte Gott“ gemeint war und konnte Ihm folgen. Natürlich gab es auch das rechtmäßige Anzweifeln der paulinischen Worte in seiner Verstandesseele, aber das wurde nach dem Bezeugen eines von Paulus Geheilten überwunden. Die Verstandesseele zerreißt sich zwischen dem Gefühl und der Vernunft. Als eingeweiht in die Eleusinischen Mysterien hatte Dionysios die Fähigkeit, seine Empfindungsseele zu aktivieren und durch diese die Gralsimpulse in den Begriffen der alten Gnosis wahrzunehmen. Mit dem Untergang des Hellsehens begann diese Gnosis zu schwinden, die ohnehin vom Christentum ständig angegriffen wurde. Die Gnosis musste eine andere Zuflucht finden und sie fand sie in den Mysterien des Bildes. Zuerst wurden die Gralsmysterien durch die Eingeweihten über die alte Gnosis als Begriffe erlebt, nach dem Untergang der Gnosis jedoch geschah das Erleben in Bildern. Es entstanden die Symbole des Kelchs, Tempels, Schwertes usw. Die späteren Epen des 12. und 13. Jahrhunderts enthalten viele solcher Bilder. Titurel steht am Anfang der Wiederbelebung der Gralsmysterien im achten Jahrhundert, die unter voller Geheimhaltung vor der Welt von Skythianos bzw. Joseph von Arimathäa ausgingen und später bei der Vernichtung der Gnosis vernichtet wurden. Als im achten bis neunten Jahrhundert die kosmische Intelligenz, die bei Aristoteles mondisch-reflektierend lebte, über die Köpfe der größten Eingeweihten herabströmte und diese sie wahrzunehmen begannen, war das auch der Beginn der Mysterien Titurels, der durch das Gefühl und die Empfindungsseele diese Mysterien und den Herabstieg der kosmischen Intelligenz als Bilder erfassen sollte. Deshalb erlebte er das Gralsmysterium in Spanien, wo das okkulte Zentrum des Fühlens lag. Aus diesem Grund war er inmitten einer Bevölkerung inkarniert, die das Fühlen ausarbeitete. Nach der okkulten historischen Aufgabe des Übergangs vom begrifflichen zum bildhaften Wahrnehmen der Gralsmysterien musste dies dort stattfinden. Deshalb begannen die Gralsmysterien dort und zogen bei Amfortas nach Elsaß, während sie bei Parzival bereits in Mitteleuropa angekommen waren.

Das Mysterium von Golgatha hat alle alten Mysterien erneuert. Buddhas Lehre vom Mitgefühl und der Liebe ist etwas ganz anderes als das, was das Mysterium von Golgatha als wahres Erleben von Mitgefühl und Liebe bewirkt hat. Mani hat die alten Mysterien wieder belebt und ihnen neues Leben in der Form eines inneren Erlebens von Gut und Böse verliehen, was wiederum ganz anders ist als die Lehre, denn diese wird im Menschen in wahres Leben transformiert. Im vierten Jahrhundert berief Mani ein Konzil im geistigen Schwarzmeerraum, an dem Skythianos, Buddha (auf geistige Art) und Zarathustra teilnahmen. Es wurde beschlossen, wie die Offenbarungen der Bodhisattvas ins Leben der Menschheit umgesetzt werden. Diese Beschlüsse fanden ihren Niederschlag im Bogomilentum und dem in seinem Schoß bei dem Mysterium in Arbanassi entstandenen Rosenkreuzertum. Ein anderer Beschluss betraf die Herausbildung des Christus-Volkes – des Slawentums. Titurel hatte sich individuell in einen Kelch verwandelt und bildete zusammen mit den um ihn versammelten Menschen, die sich selbst auch transformiert hatten, einen Gruppenkelch. Sie gaben den Anfang zur Errichtung des Tempels für die ganze Menschheit, der sich darin vom salomonischen Tempel unterschied. Letzterer war der Tempel für ein Volk, das aus sich heraus als höchstes Produkt den Leib für Gott ausstrahlen sollte. Titurel war die große Individualität, deren frühere Inkarnationen bisher nicht bekannt sind und die durch sich selbst eine für den Heiligen Geist arbeitende Gemeinschaft begründen konnte. Dadurch setzte er den Anfang des allgemeinmenschlichen Tempels für den Gral, in den Christus als makrokosmisches Ich hineintreten und zum Führer der Menschheit in der siebten Kulturepoche werden kann. Das wird das große unsterbliche Individuum sein, in das Christus aus der Sphäre der Vorsehung herabsteigen wird. Bei Amfortas erhob sich das Erlebnis in eine chaotische Verstandesseele und er wurde durch Klingsor mit dem Speer verwundet. Als Longinus Christus die Seitenwunde mit der Lanze zufügte, flossen Blut und Wasser, kamen die beiden Mysterien der Himmlischen Sophia und des Ich zustande und gaben in der Synthese den Anfang des Gralsmysteriums. Ist die Lanze in den richtigen Händen, gibt sie die richtige Verbindung zum Christus-Impuls, aber wenn sie in böse Hände gerät, reißt die Beziehung zum Gral, Christus und zur geistigen Welt.

Amfortas hatte einen Defekt im Astralleib und wurde deshalb mit dem Speer durch Klingsor verletzt. Parzival blieb unverletzlich, da er einen reinen Astralleib hatte. Sowohl der Speer, als auch Klingsors Schloss wurden zerstört, d.h. die Beziehung zur geistigen Welt ging verloren. Parzival sollte sich mit Schionatulander und Sigune treffen – also mit dem wieder inkarnierten Aristoteles und Alexander dem Großen. Im neunten Jahrhundert hat sich dieses Paar, das zusammen seit Tausenden von Jahren besteht, in Mitteleuropa inkarniert. In seinem Epos erzählt Wolfram von Eschenbach, wie zwischen den beiden eine reine Liebe entfachte und wie sie einen Hund sahen, der eine lange, beschriftete Leine hinter sich herzog. Sigune wollte die Inschrift lesen, die „zwölf Tugenden“ erwähnte, aber der Hund floh. Schionatulander lief ihm nach, wurde später durch Orilius getötet. Schionatulander-Aristoteles sollte als Vertreter der kosmischen Intelligenz Parzival begegnen – dem wieder inkarnierten Manes, der die Mysterien von Gut und Böse repräsentierte, die durch den Christus-Impuls erneuert wurden. Im vierten Jahrhundert n.Chr. suchte der römische Kaiser Julian Apostata, der als Nachfolger des Konstantins des Großen auch bulgarischer Abstammung war, diese Mysterien. Er war in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht, die den Menschen auf das kosmische Verständnis des Christus vorbereiteten. Und die Mysterien, die in den Gegenden existierten, in welchen Zarathustra wirkte, waren hauptsächlich auf das Verständnis des Mysteriums des für Christus vorbereiteten Leibes ausgerichtet. Später transformierte Mani diese Mysterien, deshalb berührte Christus seine Bahre, als Mani, der damals als der Junge von Nain inkarniert war, zum Grab getragen wurde. Da konnte er wahrhaftig das Phantom des Leibes kennenlernen, das dem Kern des Mysteriums der Auferstehung des Leibes zugrunde liegt. Später begründete Mani den Manichäismus. Im neunten Jahrhundert sollte Parzival in natura Aristoteles begegnen, um die Begegnung zu realisieren, die im vierten Jahrhundert Julian Apostata anstrebte, der nach Persien auf der Suche nach den manichäischen Mysterien zog und getötet wurde. Mani selbst wurde auch von den Persern getötet, denn die Mysterien des Zoroastrismus, die nicht durch den Christus-Impuls erneuert wurden, waren im Verfall begriffen. Als Mani ihnen die durch das Golgatha transformierten Mysterien anbot, hat das die Priester in Schrecken versetzt. Mani wurde beim lebenden Leib die Haut abgezogen und auf das Stadttor von Gondischapur aufgehängt, wo im sechsten Jahrhundert jene makabre Schule entstand – die erste Attacke Sorats auf die Menschheit.

Alles, was ich bisher erörtert habe und noch erörtern werde, führt zu der Information über die dritte Attacke Sorats auf die Menschheit, deren Zeitgenossen wir sind. Julian konnte damals nicht die Synthese der beiden großen Mysterien streifen – das Mysterium des Aristoteles, der den mondischen Gralskelch für die kosmische Intelligenz schuf, und Manis Mysterium, das durch den Christus-Impuls erneuert wurde und das Verständnis des Mysteriums von Gut und Böse gibt, das beim dritten Bodhisattva 5505 v.Chr. eingeleitet wurde. Weder die Christen noch die Nichtchristen begriffen, was geschah, die einen wirkten gegen Aristoteles und die anderen – gegen die Erneuerung des Zoroastrismus, indem die Vertreter beider Mysterien getötet wurden. Später inkarnierte Julian als Herzeloyde – Parzivals Mutter -, danach als Ticho de Brahe. Nun ist diese Person wieder inkarniert und hat erneut Schwierigkeiten mit der Synthese. Wenn sie sich in der geistigen Welt befindet, kennt sie sehr gut die manichäischen Mysterien und den Aristotelismus bzw. das Gralsmysterium. Wenn sie aber auf der Erde inkarniert ist, fällt es ihr schwer, mit den beiden umzugehen. Julian konnte nicht den Weg zur Synthese finden, Herzeloyde konnte nicht Aristoteles-Schionatulander treffen, da dieser getötet wurde. Ticho de Brahe stellte sich gegen die kopernikanische Ansicht über das Universum, aber er konnte weder Goethes Denken erreichen, das den gegenwärtigen Aristotelismus begründete, noch den Manichäismus der Bogomilen. Auf die gleiche Art kennt nun diese Person beide Impulse und hat Schwierigkeiten mit deren Synthese. Aber wenn sie in die geistige Welt hinaufsteigt, hat sie eine große inspirierende Rolle gegenüber den Menschen, die Interesse an der Geisteswissenschaft, an Michaels Mysterien und der Synthese der Geistigkeit haben. Das ist ein großes Paradoxon und es zeigt, was für eine Herausforderung die materielle Welt darstellt und wie schwer dasjenige ist, das der Mensch im Zeitalter der Bewusstseinsseele in seinem Ich in einer zeitgemäßen Art tun soll.

Auf den Kirchenkonzilien wurden nach und nach der Begründer des Arianismus Arius, der Bischof von Konstantinopel Mazedonius, der Patriarch von Konstantinopel Nestorius und Origenes zu Ketzern erklärt. Der selige Augustinus, der in seiner Jugend stark vom Manichäismus beeinflusst war, prägte später der Grundlage des Christentums dasjenige ein, was der Papst Nikolaus I. später der Katechese des westlichen Christentums zugrunde legte. Nikolaus I. wusste, dass hier im Osten, von Kappadokien, Syrien, von der Balkanhalbinsel aus eine Gralsströmung beginnt, bei der die Menschen das Gralsverständnis in Gemeinden erleben möchten und auf dem äußeren Plan ein Kult bestand, der stark ätherisch war. Diesen Kult haben die Bulgaren den Russen gegeben. Dieser Papst war ein sehr vernünftiger Mensch. Er wusste, dass die besagten zwei Strömungen, die im Osten begannen für die westliche Menschheit gefährlich werden konnten. Deshalb war er bemüht, eine andere Form zu schaffen, in der sich das westliche Christentum entwickeln konnte, die den wilden und noch nicht genug entwickelten westlichen Menschen nicht gefährlich werden konnte.

Das, was aus dem Osten kam, kam von Menschen, die weiter entwickelt waren und hauptsächlich eine Beziehung zur mittleren Strömung hatten. Das sind die sog. Häretiker und die Menschen, die in der Zeitenwende inkarniert waren. Das Christentum ging von den Gebieten aus, in denen sich das berühmte Erlebnis und die Lebenswende des Paulus zugetragen hatten – vor der Stadt Damaskus, wo ein ätherisches Zentrum existiert. Deshalb ist es heute so wichtig, dass Damaskus nicht von den Islamisten erobert wird. Der Irak ist nicht so wichtig wie Damaskus. In dieser Region begann das Christentum des Grals und das Verständnis des Christentums, aus ihr ging Paulus heraus, während Petrus nach Rom ging und das äußere Christentum begründete, das seinem Verständnis entsprach.

Bald nach dem Tod von Nikolaus I. wurde das achte Kirchenkonzil durchgeführt, das nur von der katholischen Kirche anerkannt wird. Dort wurde der Geist aus dem Menschen vertrieben. Deshalb steigt das Feuer vom Himmel in der Grabeskirche immer am Heiligen Samstag der orthodoxen Ostern herab. Das ist ein Nachhall des Feuermysteriums der nördlichen Strömung, obwohl die Bestimmung des Datums von Ostern nach der katholischen Tradition die richtige ist. Die Herabkunft des Feuers geschieht am Samstag, der mit dem Saturn zusammenhängt und dient der Erinnerung daran und nicht der Bestätigung, dass die Orthodoxen Recht haben, wenn sie behaupten, dass der Heilige Geist nicht vom Sohn, sondern nur vom Vater herausgeht, indem sie auf diese Weise das Ereignis von Golgatha streichen. Dank des Golgatha-Mysteriums wurde Pfingsten ermöglicht, und die Liebe, die von Christus kam, ist anders als die Liebe des Vaters. Ob die Orthodoxen, die auf das heilige Feuer so stolz sind, sich die Frage gestellt haben, warum das Feuer nicht am Ostersonntag oder an Pfingsten kommt, sondern am Karsamstag? Weil es am Tag der Erinnerung gegeben wird, damit man sich an das Feuer der ursprünglichen Mysterien erinnert, und damit die Popen sich nicht in ihren langen Bärten verlieren, die nach unten zeigen, sondern auch nach oben schauen! Sie haben ein menschliches Verständnis des Christentums und beschränken sich auf das Mysterium der Erde und des Leibes!

Nach Parzival wurde laut der Sage der Gral in das Reich des Priesters (Presbyters) Johannes entführt. Im Mittelalter stellte man sich vor, dass dieses Reich jenseits derjenigen Erdengebiete liegt, die die Kreuzzügler erreicht hatten. Dorthin wurde der Gral, der in Europa wieder unsichtbar geworden war, vorübergehend verlegt. So wie das Geistselbst nicht auf der Erde gefunden werden kann, ist auch dieses Reich nicht irdisch, obwohl es im geografischen Osten zu liegen scheint. „Der Presbyter Johannes“ ist der Lieblingsschüler des Christus aus der Zeitenwende und der Verfasser des sophienhaften Johannes-Evangeliums. Von hier an müssen die Seelen der Eingeweihten zu Trägern der Gralssubstanz in ihrer Bewusstseinsseele werden und sich dem Geistselbst öffnen, das zu der Substanz herabströmen wird. Sie sollen Gemeinden bilden, denn die dritte Stufe des Gralserlebens ist die prophetische Stufe. Man muss auf die ganze Menschheit als einen Tempel für Christus vorausschauen, der gebaut werden soll. Die Gralsmysterien bewegten sich vom Westen nach Osten, wo das Donaubulgarien längst gegründet war und Boris I. herrschte. Letzterer erlebte auch die Gralsmysterien in seiner Empfindungsseele. Mit Abraham begann die Errichtung des Tempels für den Leib für Christus und mit Boris begann die Errichtung eines Tempels im Menschen für den Gral und seine Verwandlung in einen Tempel für Christus in der sechsten und siebten Kulturepoche. In der sechsten slawischen Kulturepoche wird der Slawe  – im geistigen, nicht im ethnischen Sinne – das Mitglied einer Gemeinde, eines Tempels sein, wie die Gemeinde des Heiligen Geistes sein wird, die dann das Christus-Ich tragen wird. Wenn wir über den dritten Bodhisattva sprechen, der die Mysterien von Gut und Böse erlebte und das Erlebnis aus dem Astralleib in den Ätherleib einprägte und das durch den Ätherleib erlebt wurde, wird das in der siebten Kulturepoche durch den Bodhisattva widerspiegelt, der dann den Herunterstieg des Buddhi-Prinzips erleben wird, welches den vergeistigen Ätherleib darstellt. Sie können hoffentlich die Verbindung herstellen – der dritte Bodhisattva erlebte die Mysterien des Bösen in der ersten Kulturepoche durch seinen Ätherlieb und in der siebten Kulturepoche wird das Mysterium von Gut und Böse durch den Bodhisattva durch den vergeistigten Ätherleib oder das Buddhi-Prinzip erlebt werden, das dann zu den Menschen herabströmen wird. Die Gralsmysterien kamen hierher und die Rolle des Boris I. des Täufers ist von epochaler Bedeutung. Die Hüter des Grals waren durch das Blut miteinander verbunden, aber die Gralsmysterien, die mit Parzival als den blutsbedingten Erben des Amfortas zusammenhingen, gingen zu Ende. Diese Mysterien wurden heimlich praktiziert, so dass die Menschen nichts über sie erfuhren. Die Mysterien sollten auf eine neue Stufe wieder hergestellt werden, da die kosmische Intelligenz bereits herabgestiegen war. Simeon – der Sohn des Boris I. – ist eine Art Gegenspieler des Amfortas, denn er hatte Mängel, die ihm nicht erlaubten, seine Aufgabe zu erfüllen. Aber während Amfortas unbekannt war, ist Simeon in die Geschichte als der König eingegangen, unter dem Bulgarien seine größte territoriale Erweiterung und den höchsten kulturellen Aufschwung erlebt hat. Diese Zeit ist in die Geschichte als „das Goldene Jahrhundert“ eingegangen. Die Erneuerung der Mysterien begann durch Simeons Sohn Bojan Maga (der Magus), der laut Beinsa Douno am Anfang des Bogomilentums steht. Bojan ist der wieder inkarnierte Dionysios Areopagita, der am Anfang des esoterischen paulinischen Christentums steht. Bojan besuchte die berühmte Magnaur-Schule in Konstantinopel und bemerkenswerterweise bestand in der gleichen in Bagdad eine andere berühmte Schule. Bereits im vierten Jahrhundert kam Alexander der Große in diese Gegend, um den Aristotelismus zu verbreiten, doch der im sechsten Jahrhundert n.Chr. entstandene Islam führte zur Entstellung der Aristotelischen Lehre und der Gründung der Gondischapur-Akademie. Al-Mamun – der Sohn und Nachfolger Harun-al-Raschids, der die Hauptstadt des Khalifats nach Bagdad verlegt hatte – hatte einmal eine Vision, in der ihm ein außerordentlich schöner Mann erschien. Als er fragte, wer der Mann sei, antwortete dieser, „Aristoteles“. Auf al-Mamuns Frage, was ihm diese Schönheit verleihe, kam als Antwort „die geistige Kraft der Begriffe“. Das, was Aristoteles prägte, kam von der kosmischen Intelligenz, die uns der geistigen Welt angemessen macht und uns das Götter-Verständnis ermöglicht. Das wurde in Aristoteles abgespiegelt und obwohl das Mysterienprinzip verborgen war, hat ihm die Übertragung der bildhaften Weisheit die Schönheit verliehen, die mit den gnostischen Begriffen der dritten Kulturepoche ausgesprochen und in die glänzende Logik während der vierten Kulturepoche verwandelt wurde, welche das geistige intelligente Denken ermöglichte. In der heutigen fünften Kulturepoche besteht das Kriterium des angemessenen Denkens in der Möglichkeit des Menschen, nach den Logik-Gesetzen Aristoteles‘ zu sprechen. Aber diese Logik muss zum geistigen, anschauenden Denken führen, welches eine Art Rückkehr der erlösten kosmischen Intelligenz der geistigen Welt darstellt. So etwas verleiht uns Schönheit und macht uns zu wahren Menschen. Das Ich kann sich ohne dieses angemessene Denken nicht entwickeln, doch dieses Denken soll zum Selbstbewusstsein führen und aus dem Willen dieses Selbstbewusstseins soll die Gabe der Intelligenz zu Michael im Namen Christi zurückgebracht werden. Wir haben bereits das Gespräch Steiners mit Ita Wegman erwähnt, in dem er über die Seelen sprach, die sich in der geistigen Welt von Christus verabschiedeten und über die Seelen, die ihn unten empfingen. Letztere bildeten die mittlere Strömung.

Bei seiner Ausbildung in der Magnaur-Schule versetzte Bojan Maga alle mit seinem Wissen in Staunen, obwohl er erst 17 war. Er beherrschte die Gaben der kosmischen Intelligenz und wurde als von den Lehrern der Schule als Bedrohung empfunden. Bojan warnte seinen Vater, keinen Feldzug nach Konstantinopel zu unternehmen, aber dieser hörte nicht auf seinen Sohn und starb unter rätselhaften Umständen. Mit Bojan nahm die Bewegung der Bogomilen ihren Lauf, als die Vertreter der Kenntnis über den Gral Johannes und die Jungfrau Sophia kamen, die unter dem Kreuz gestanden hatten und vom Christus als das Paar bestimmt wurden, welches das Verständnis des Grals  verbreiten sollte. Johannes und die Jungfrau Sophia waren die beiden Syrer, die am Anfang des Bogomilentums stehen. Im 20. Jahrhundert inkarnierten sie als der Maler Boris Georgiev (die Jungfrau Sophia) und seine Schwester Katja (der Apostel Johannes). Heute wurde mir dies aus einem anderen Anlass zum zweiten Mal von der geistigen Welt bestätigt. Die beiden Syrer weihten die ersten Bogomilen in die Geheimnisse des Grals ein und öffneten die Tür zum Manichäismus. Es begann die Gründung von Bogomilengemeinden, die aus drei Kreisen bestanden, in denen die Eingeweihten aus sich persönlich einen Tempel gemacht hatten. Indem sie sich gruppierten, wurden sie als Gemeinde zum Tempel für den Heiligen Geist. Dann gingen sie in die Welt, um dies als eine Vision des zukünftigen allgemeinmenschlichen Tempels zu verbreiten. Sie besaßen einen sehr mächtigen geistigen Blick, der voraussehend nicht nur zur sechsten Kulturepoche, sondern auch zur sechsten Wurzelrasse schaute. Aber ihre Hauptaufgabe bildeten die Gralsmysterien, denn die Zeit bis zur sechsten Kulturepoche ist für die Entwicklung dieser Mysterien bestimmt. Die Bogomilen stellten die Synthese der bereits herabgekommenen kosmischen Intelligenz dar. Wir können auch sagen, dass sie Aristoteles und Manes vereinten, dass sie sich persönlich in diese großen Eingeweihten trafen. Hier geschah die Begegnung von Parzival und Aristoteles. Immer, wenn es um einen Bodhisattva geht, bezieht sich das in den vorchristlichen Zeiten auf die südliche Strömung, die das Leben verinnerlicht. Alle drei von Christus Auferweckten waren in der südlichen Strömung, die eine größere Bedeutung hat. Danach sehen wir aber die Jungfrau Sophia und Johannes, die das Geheimnis der Auferstehung, das Gralsgeheimnis kennen und verstehen, wie sie dieses Wissen zu den Bogomilen brachten. Wenn jemand das Geheimnis von Golgatha kennt, dann kennt er auch das Geheimnis des Manichäismus und weiß, warum er von Golgatha herrührt. Verstehen Sie, warum ich behaupte, dass in Bojan Maga die von Julian Apostata gesuchte Begegnung zwischen Manes bzw. Parzival und Aristoteles bzw. dem von Orilius getöteten Schionatulander zustande kam? Diese Begegnung zwischen dem Gral und dem Manichäismus wurde zur Wirklichkeit – zwar nicht als ein tatsächliches Ereignis, aber in den Ichen der eingeweihten Bogomilen. Deshalb hatte das Bogomilentum einen so mächtigen Beginn, der Beinsa Douno veranlasste, über drei große Zweige der Großen Weißen Weltbruderschaft zu sprechen – den ägyptischen, palästinensischen und den Bogomilenzweig. Wir können feststellen, dass der ägyptische Zweig die südliche Strömung repräsentiert, in der das Leben allmählich verinnerlicht wird. Im palästinensischen Zweig geschah das Mysterium von Golgatha. Im breiteren Sinne können wir das als die 33 Jahre verstehen, im engeren Sinne nur als die drei Jahre und im engsten Sinne – nur die Personen, die auf dem Hügel Golgatha anwesend waren. Sie sehen, dass das, was Steiner zu Ita Wegman über die Christus empfangenden Seelen erzählt hat, von verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden kann. Die einen waren in den 33 Jahren, die anderen – in den drei Jahren und die dritten, die am tiefsten eingeweiht waren, standen unter dem Kreuz. Die Bogomilen bilden den dritten großen Zweig der Weißen Bruderschaft, den dritten großen Impuls in der Entwicklung der Menschheit. Ich behaupte, dass nun von Bulgarien ein vierter großer Impuls ausgeht, der sich ausdrückt in der Synthese zwischen der Lehre des Bodhisattva und der Anthroposophie als eine Stufe zum großen Christentum des Heiligen Geistes.

Im Schoß des Bogomilentums wurde das Mysterium in Arbanassi vollzogen, bei dem Christian Rosenkreutz seinen physischen Leib bis zur Durchsichtigkeit transformierte. Das hat dermaßen seinen Ätherleib beeinflusst, dass dieser aufbewahrt werden konnte. Jeder, der von ihm inspiriert wird, kann geniale geistige Fähigkeiten manifestieren. Durch Christian Rosenkreutz selbst wird bestätigt, dass das manichäische Mysterium größer ist als das Gralsmysterium. Beim Mysterium in Arbanassi erlebte er eine Begegnung mit Christus, die der Begegnung des Paulus vor Damaskus ähnlich war. Dann begann er Weisheit auszustrahlen, die die Weisheit des Rosenkreuzertums wurde und alle wahren esoterischen christlichen Strömungen speiste. Im Jahre 1459, im 71. Jahr seiner nächsten Inkarnation, in der er über 100 Jahre lebte, wurde er von Manes in die manichäischen Mysterien eingeweiht. Diese Mysterien beziehen sich auf das Verständnis des Bösen. Verstehen Sie, worum es im Manichäismus geht und was durch Beinsa Douno kam, was allen Anthroposophen total unbekannt bleibt? Das, was durch Beinsa Douno kam, ist der auf einer neuen Stufe wiederbelebte Manichäismus, welcher der heutigen Stufe des Selbstbewusstseins und der menschlichen Ich-Entwicklung angemessen ist.

Die Tempelherren sind eine Kreation der Bogomilen, die im Rahmen der katholischen Kirche bestanden hat. Nun werden wir ausführlicher auf sie eingehen. 1097 hielt der Papst Urban II. auf dem Kirchenkonzil in Clermont eine Rede, in der er die Massen zu einem Feldzug ins Heilige Land aufrief. Der Impuls des Tempelherrentums, der von den Bogomilen ausging, war gegen Rom gerichtet. Das Ziel des Papstes bestand darin, diesen Impuls zum Heiligen Land umzuleiten. Die Bogomilen waren tief unter die westlichen Völker eingegangen und verbreiteten die Synthese zwischen der aristotelischen Vernunft und dem tief mystischen Erleben des Mysteriums von Golgatha, zwischen den Gralsmysterien und den manichäischen Mysterien. Damit gewannen sie die Köpfe des Adels, indem sie Gemeinden gründeten und das Fundament der katholischen Kirche untergruben. Deshalb wurden sie verfolgt, vernichtet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 1099 endete der erste Kreuzzug mit der Eroberung Jerusalems. Viele der Kreuzzügler ließen sich in den neuen Gebieten nieder, es wurde das Jerusalemer Reich sowie christliche Grafschaften auf den Gebieten der heutigen Staaten Türkei und Lebanon gegründet. In manchen der Ritter lebten die Mysterien der Erde und des Wassers. Sie fühlten ihr Blut als Christus gehörend und den Boden, auf dem sich das Mysterium von Golgatha abgespielt hatte, fühlten sie als den Christen gehörend. Neun solcher Ritter gründeten den Orden der Tempelherren auf dem Hügel Sion im Jahre 1118 – dort, wo die Ruinen des salomonischen Tempels sind. 1128 erhielt der Templerorden auf einem Kirchenkonzil in Troyes, Frankreich, eine feste Regel und wurde direkt dem Papst unterordnet. Die Templer waren Ritter des Schwertes und kämpften furchtlos im Namen Christi, indem sie ihr Blut und ihren Leib opferten. Aber sie bewahrten die absolute innere Reinheit. In den Ritterromanen wurde sie durch eine geliebte Frau verkörpert, die jeder Ritter in seinem Herzen trug. Diese Jungfrau war in Wirklichkeit die Seele des Ritters, die rein bleiben sollte. Wäre sie nicht rein, wären die Ritter nicht würdig, den weißen Umhang mit dem roten Kreuz zu tragen, der die reine, dem Christus ergebene Seele symbolisierte. Sie legten ein Gelübde für Keuschheit, Armut und Demut. Die Keuschheit sollte der Wollust, die Armut der Habgier und die Demut – der Herrschsucht widerstehen. Wenn diese drei Hauptprobleme im Menschen durch sein Ich nicht gemeistert werden, kann die Jungfrau seiner Seele nicht die „Geliebte“ dieses Ich werden. Die Ritter kämpften auf dem äußeren und inneren Plan. Äußerlich verteidigten sie die Armen und schufen einen Orden, in den allerlei Menschen hineinkamen, die dem Orden ihren ganzen Besitz schenkten. Dadurch stieg die Wirtschaftsmacht des Ordens sehr schnell an. Die Templer hatten keinen persönlichen Besitz, aber der Orden besaß viele Reichtümer. Sie kannten die mystische Kraft des Goldes und ihr Gelübde einhaltend, konnten sie die Reinheit ihrer „Jungfrau“ bewahren und Ritter sein – also Eingeweihte in das Gralsmysterium. Die Tempelherren besaßen große Mengen Gold, das sie zur Entwicklung ihrer ökonomischen und politischen Macht verwendeten. Aber in all dem zirkulierte das Gold nicht als Geld, sondern in seinem wahren Mysteriensinne. In allen vorchristlichen Kulturepochen hatte das Gold nicht die Geldfunktion, sondern war ein okkultes Mittel zur Verbindung mit der geistigen Welt. Die Menschen kannten die mystische okkulte Kraft dieses Metalls der Sonne. Deshalb zeugen Aussagen wie diejenige des bekannten Historikers Bozhidar Dimitrov, der die thrakischen Herrscher mit den heutigen Neureichen und ihrer Vorliebe für Goldschmuck verglich und den Thrakern vorwarf, nicht in Straßen, Gebäude, Bücher und Schulen, sondern in Goldschätze investiert zu haben, von einem tiefen Unverständnis der Geschichte. Im Mysterienleben der Thraker hatte das Gold nämlich keinesfalls eine alltägliche Rolle. Die Templer kannten die mystische Kraft des Goldes und deshalb war das Metall gefahrlos im Wirtschaftsleben in Umlauf, es wirkte nicht gegen den Gral und war nicht das ahrimanische Mittel, zu dem es heute geworden ist. All das widersprach drastisch dem römisch-katholischen Christentum. Deshalb unternahm der eitle und gierige Philipp IV. der Schöne –  in einer früheren Inkarnation nahm er an den mexikanischen schwarzen Mysterien teil, die das Gold in seinem satanischen Sinne breit angewendet haben – zusammen mit dem Papst Clemens V. eine Reihe von Maßnahmen, um diesen bedeutenden Versuch des sozialen Umbaus Europas im Geiste des Christus-Impulses zu vernichten. Sieben Jahre lang dauerten die Gerichtsprozesse, bei denen durch Folter erzwungene Geständnisse zur Zerstörung des Ordens im Jahre 1314 führten. Das ist der zweite Angriff Sorats gegen den Impuls, den das Mysterium von Golgatha ausgelöst hat.

Eine andere Erscheinungsform der Templer sind die Troubadours oder die Minnesänger. Während die Tempelherren äußerlich mit dem Schwert kämpften, verbreiteten die Minnesänger die Gralsmysterien mit Liebe und Musik durch die Sagen, die sie in ihren Liedern erzählten. Sie waren eher die Boten der Mysterienzentren, die die Menschen auf die Gralsmysterien vorbereiteten und den Christus-Impuls durch die Bilder ihrer Lieder am Leben erhielten. Nachdem Titurel den Kelch für die Gralsmysterien aus den bildhaften Begriffen geschaffen hat, können wir in diesen Mysterien weiterhin immer Bilder sehen.

Bei den Tempelherren finden wir drei grundlegende Symbole – das Buch, den Altar und den Tempel. Das sind die Einweihungsstufen.

Das Buch repräsentiert die Entwicklung von Imaginationen, der Altar – die Entwicklung von Inspirationen und der Tempel stellt die Entwicklung der Intuition als die Vollendung dieser Stufen dar. Die Templer durchliefen eine dreistufige Einweihung, was wir aus den Anklageschriften in den Annalen der römisch-katholischen Kirche entnehmen können. Wenn ein keuscher Ritter intensive Folter erfuhr, wurden seine Leiber gelockert, die dunklen Geister konnten in sie einziehen, was zur Erhöhung der Versuchungen und zum Bekennen von Sünden führte, die der Ritter überhaupt nicht begangen hatte. Die erfundenen Sünden gingen jedoch in die Prozessprotokolle ein und dienten als Beweis gegen den Ritter. Der erste Einweihungsgrad war die „Verleugnung des Petrus“. Bevor der Hahn dreimal krähte, verleugnete Petrus den Christus, was die dreifache Verleugnung des Ich bei seinem Eintritt in unsere drei Leiber symbolisiert. Die Tempelherren praktizierten die dreifache Verleugnung des Petrus, damit sie danach mit neuer Kraft zurückkehren und die aufopfernde Kraft des Kreuzes finden konnten. Diese Wirkung ist bei Paulus zu beobachten – je stärker er Christus verleugnete und seine Anhänger verfolgte, mit desto größerer Kraft kam das als der Gegenpol zum Ausdruck, so dass er zum größten Jünger Christi wurde. Der zweite Grad war die Einweihung des Jakobus. Sie verkörperte die Hoffnung, dass selbst wenn das Heilige Land wieder in fremde Hände geraten sollte, sie wieder dorthin zurückkommen würden. Wer über die Geschichte der Kreuzzüge gelesen hat, weiß, dass das Heilige Land verschiedene Besitzer hatte, bis schließlich die Türken kamen und das Osmanische Reich gründeten, indem sie die glänzende arabische Weisheit der Schule in Bagdad in erloschene Kohle verwandelten und eine lange und äußerst herabwürdigende Macht errichteten. Und im heutigen Zeitalter der Bewusstseinsseele will ein neuer Diktator diese Macht wieder beleben.

Der dritte Grad der Templer war die Einweihung des Johannes oder die Liebe, die in der Gründung von Gemeinden zum Vorschein kam, in denen das Gold gefahrlos zirkulieren konnte. Alle drei christlichen Tugenden – der Glaube, die Hoffnung und die Liebe wirkten in ihnen. Neben dem Buch, Altar und Tempel hat das Templertum weitere Symbole – das Schwert, den Kelch, den Stein des Schicksals und das Speer. Sie symbolisieren die Gaben der vier Ätherarten. Der Stein des Schicksals etwa symbolisiert den letzten der Äther – den Lebensäther,  der im Erdenäon aufkam. Die Gaben der vier Ätherarten emanierten in der alten Gnosis in die vier Elemente. Heute sind das die vier Aggregatzustände.

Wenn wir über die Gralsmysterien und die Templer sprechen, müssen wir wissen, dass damals alles in Symbolen ausgedrückt wurde, denn das Mysterium von Golgatha wurde nicht als Erkenntnis, sondern als Gefühl erlebt. Von der Erkenntnis mit der Gnosis der ersten christlichen Jahrhunderte über das Gefühl bei den Bogomilen und Templern kommen wir zum großen Christentum des Heiligen Geistes, bei dem die Impulse sich im Willen begegnen sollen.

Wie ist die weitere Entwicklung der Mysterien verlaufen? Nach dem neunten Jahrhundert entstand die Scholastik als der Versuch einer Synthese zwischen dem traditionellen Christentum und der Aristotelischen Logik. Im 14. Jahrhundert begann die Zeit der Renaissance – die Frucht, deren Samen das Bogomilentum eingesät hat. Im 15. bis 16. Jahrhundert führte die Reformation zur Absonderung des Protestantismus, der seine Existenz als ein selbständiger Zweig des Christentums mit den Thesen Martin Luthers begann. Danach folgten die geistige Bewegung der Aufklärung (Ende des 17. bis Anfang des 19. Jahrhunderts) und die wunderbare Bewegung des Romantismus, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand. All das mündete in die Theosophie Annie Besants und Helena Blavatskys und schließlich in die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Lehre Beinsa Dounos. So wurde der christliche Impuls entwickelt und wir können beobachten, wie sich im uns bekannten Christentum die beiden ursprünglichen Strömungen, die aus der Atlantis herausgingen, entwickelten und wie die mittlere Strömung entstand. Auf diese Strömung und ihre Erscheinungsformen sind wir hier eingegangen.

Ende des 16. Jahrhunderts fand eine okkulte Konferenz statt, die Christian Rosenkreutz berufen hat, an der neben den zwölf Individualitäten, die im 13. Jahrhundert bei seiner Einweihung in Arbanassi anwesend waren, auch andere Führer der Menschheit teilnahmen – sowohl inkarnierte, als auch solche aus den geistigen Welten. Christian Rosenkreutz sah die künftige Gefahr vorher, dass sich die Menschheit infolge der Entwicklung des praktischen Lebens mit Wirtschaft, Industrie usw. in zwei große Gruppen spalten würde – in praktisch veranlagte Menschen und Menschen, die nur für die innere Entwicklung leben wollen. Das konnte durch die Änderung der Bedingungen im menschlichen Dasein nach dem Tod verhindert werden, und zwar durch eine Änderung des Einflusses bei der Überquerung der Marssphäre. Steiner gibt das Beispiel Nikolaj Kusanskijs, der in seiner nächsten Inkarnation als Kopernikus die mechanische Ansicht über das Sonnensystem unter dem Einfluss der Marskräfte im Leben zwischen Tod und Neugeburt entwickelt hat[7]. Im 15.-16. Jahrhundert bestand auf dem Mars eine Situation, die der Situation auf der Erde zur Zeitenwende ähnelte, als Christus eingriff, um die Entwicklungstendenz umzukehren. Von dort stammten die illusorischen Ideen, welche die Menschheit zum Materialismus antrieben. Deshalb wurde als Ergebnis dieser Konferenz Gautama Buddha als geistiges Wesen zum Mars geschickt. 1604 vollzog Buddha auf dem Astralplan dort eine Art Golgatha-Mysterium. Danach wirkte seine Lehre auf die Menschenseelen reinigend, die die Marssphäre durchliefen. Heute sehen wir, dass es wieder lebensfremde Mystiker gibt, die etwa zu Anhängern Wissarions werden, in die Taiga gehen und keine Ahnung haben, was sie mit ihrem Leben machen. Daneben gibt es extreme Praktiker, für die Gott das Geld ist. Wir können nur raten, wie die Menschen geworden wären, wenn das Buddha-Opfer nicht zustande gekommen wäre. Dieses Mysterium ist äußerst wichtig und darauf werden wir gleich in einem neuen Licht eingehen.

Bei Rudolf Steiner wurden die beiden großen Strömungen durch die zwei Frauen an seiner Seite vertreten – Marie Steiner und Ita Wegman. Marie Steiner war die Vertreterin des Raums, der ekstatischen Richtung, des Himmelsfeuers und Ita Wegman repräsentierte das Wasser des Lebens und die mystische Grundlage. Steiner ermutigte die beiden, das Gegenteil von dem zu tun, was sie vertraten. Zu Steiner kam zuerst die Strömung der Menschen, die den Raum und das Himmelsfeuer repräsentierten und sehnsüchtig nach Christus suchten. Als er begann, über die soziale Dreigliederung zu sprechen, kamen auch die Praktiker wie Ita Wegman hinzu. Sie gehörten dem breiteren Kreis der Zeitenwende an und später waren sie die Ketzer. Nun suchten sie nach einer praktischen Anwendung ihrer Ideen. Ob an Steiners Seite jemand war, der die Ereignisse von Golgatha miterlebt hatte, kann ich nicht sagen, aber ich bin 99% sicher, dass es an seiner Seite kaum solche Menschen gab. Zweifellos waren Menschen um Steiner versammelt, die dem breitesten Kreis der 33 Jahre angehörten. Steiner wollte drei okkulte Klassen bilden, wobei Ita Wegman die erste Klasse leiten sollte. Sie gehört zu denjenigen, die Christus oben verabschiedet haben, aber sie hat eine starke Beziehung zu Ihm im kosmischen, michaelischen Sinne. Deshalb erzählte ihr Steiner über die zwei Strömungen der Seelen, von denen die eine oben und die andere unten war. Zur ersten okkulten Klasse sollten Menschen gehören, bei denen durch die Stimulierung der Inkarnationsgrundlage, durch die Erinnerung an die Mysterien des südlichen Weges in den vorherigen Inkarnationen ein Verständnis der Vorsehung über den einzelnen Menschen und der Menschheit als Ganzheit erreicht werden konnte. Bei den sog. Praktikern, die sich Steiner später anschlossen, geschah das leichter und konnte problemlos gefördert werden. Bei denjenigen, die sich Steiner früher angeschlossen hatten, wurde eher die Bewusstmachung in Abhängigkeit von ihrer ursprünglichen Veranlagung gefördert. Deshalb erfuhr Ita Wegman keine dramatische Wandlung, als sie ihre Inkarnation als Alexander der Große entdeckte. Dagegen erkrankte Marie Steiner schwer, die eine Vertreterin der ekstatischen Grundlage war, als sie erfuhr, wer sie war. Als Vertreterin der nördlichen Strömung war sie nicht die Trägerin des Wissens über die Inkarnationen. Deshalb führte bei ihr die Vertiefung in die südliche Strömung, welche zur Zukunft führt und eine Synthese der beiden Strömungen ermöglichen sollte, zu einer Erkrankung. Die Keime der Zukunft werden in einen Menschen gesät, wenn er beginnt, Interesse an der ihm gegensätzlichen Strömung an den Tag zu legen und diese mit der notwendigen Demut, Liebe, Weisheit und Vernunft zu erleben versucht. Steiner sagte scherzhaft über Menschen wie Ita Wegman, dass sie viel arbeiten, aber nichts verstehen und über die anderen, dass sie viel verstehen, aber nichts machen. Diese Worte lassen sich auch über die heute bestehenden zwei Gesellschaften sagen  – diejenigen, die viel arbeiten, aber nichts verstehen, sind in der „Weißen Bruderschaft“ und diejenigen, die viel verstehen, jedoch nichts zustande bringen, finden wir in der Bulgarischen Anthroposophischen Gesellschaft, obwohl sie Repräsentanten der beiden Strömungen und sogar der mittleren Strömung vereint. Albert Steffen sollte der Vertreter der Synthese sein, der laut Steiner in früheren Leben eine Beziehung zum Manichäismus hatte. Wir wissen nur, dass er als der Maler Giotto inkarniert war, aber zweifellos war er auch beim Rosenkreuzertum und dem Bogomilentum. Giotto war der Vertreter der Kunst in der Triade des geistigen Lebens. Steffen stand zwischen Marie Steiner und Ita Wegman, aber er konnte nicht den Ausgleich schaffen. Er starb als Letzter von den Drei mit dem Wunsch, allein zu sein.

Marie Steiner, die die deutschen Anthroposophen für eine hochmütige Russin und die russischen Anthroposophen für eine hochmütige Deutsche hielten, jedoch von niemandem verstanden wurde, war früher in den keltischen und orphischen Mysterien, sie war Hypatia und Albert der Große – der Lehrer Thomas von Aquins und hat den Mitmenschen durch ihren Verstand Respekt eingeflößt. Ita Wegman hatte eine ganz andere Einstellung – sie stand allen nah und war ein Mensch der praktischen Handlung. Die Anthroposophen verloren sich zwischen den beiden. Albert Steffen konnte auch nicht die Verbindung herstellen. Marie Steiner starb mit den Worten „Придите все“, d.h. alle sollten auf ihrer Beerdigung zusammenkommen, damit sie später als Gruppe inkarnieren können. Ita Wegman sagte auch kurz vor ihrem Tod „Kommt alle mit“. Bisher weiß ich nicht, ob Marie Steiner heute inkarniert ist und wer sie ist, aber seit langem weiß ich, wer heute Ita Wegman ist. Steiners Tragödie bestand darin, dass er einen Gralstempel für die ganze Menschheit in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft errichten wollte, die in drei Kreisen, in drei okkulten Klassen eingeteilt werden sollte. Die erste Schicksalsfrage stellte ihm Marie Steiner 1901, die fragte, ob die Weisheit, die über die Theosophie herunterströmt, einen christlichen Ausdruck finden könnte. Steiner wollte das auch und als Eingeweihter erhielt er die Vollmacht  zu dessen Verwirklichung. Dies führte zur Trennung von der Theosophischen Gesellschaft und zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft, nachdem alles entstand, was wir heute als Anthroposophie kennen. Die zweite Schicksalsfrage stellte Ita Wegman im Sommer 1923, als sie Steiner fragte, was mit der Erneuerung der Mysterien geschehen soll. Steiner vollzog die Erneuerung der Mysterien im Dezember durch die Hineinlegung den dodekaedrischen Gralssteins der Liebe in die Herzen der Anwesenden auf der Weihnachtstagung. Auf okkulte Weise habe ich erfahren und in meine Vorlesung über die Bodhisattvas geschrieben, dass nur dieses dodekaedrische imaginative Bild der Liebe nicht ausreichend ist, um heutzutage dem Bösen entgegenzutreten. Gemeint ist die Inkarnation Ahrimans und alles, was noch kommen wird. Warum war dann der Bodhisattva-Impuls notwendig? Die Anthroposophie stellte das Metamorphosieren und Wiederbeleben des Aristotelismus dar, sie führte vor, wie die kosmische Intelligenz heutzutage sein soll und wie wir durch den Willen und das Denken die geistige Welt erreichen können. Das gegenteilige Mysterium führt vor, wie das vergeistigte Denken in den Willen hineingelenkt wird, und wie dem Taten aus Liebe folgen. Marie Steiner konnte sich bis zum geistigen Denken erheben, sie hat Taten aus Liebe vollbracht. Nach Steiners Tod befasste sie sich mit seinem geistigen Erbe. Sie war eine freie Persönlichkeit und keine Schülerin, sondern eine Mitstreiterin Steiners. Steiners Einstellung zu Ita Wegman war eine völlig andere – die Einstellung eines Lehrers zu seinem Schüler. Aber beide Frauen haben wegen persönlicher Schwächen oder weil sie die Vertreterinnen von Weltenströmungen waren, nicht den Versuchungen standgehalten – nach Steiners Tod verwickelten sie sich in einen Streit. Alles Aufgebaute stürzte dabei zusammen, Albert Steffen war auch unfähig, mit der Situation fertig zu werden und so kam es zum Drama der Anthroposophischen Gesellschaft, das in unseren Tagen sein Finale mit Sergej Prokofieffs Tod erreicht hat. Die alten Anthroposophen aus Steiners Zeit sind bereits von uns gegangen, sie schrieben das eine oder das andere Buch, die mir hilfreich sind, so wie die Untersuchung Peter Tradowskys über Kaspar Hauser, die ihre Fortsetzung in meiner Vorlesung von März 2016 fand.

Sie können sich wahrscheinlich daran erinnern, dass ich die letzte Vorlesung mit dem Wunsch abgeschlossen habe, dass das Gesagte in irgendeiner Art Peter Tradowsky erreichen möge. Nun ist das in Gang gekommen. Eine Bulgarin, die auch andere Vorlesungen von mir kennt, war beim Ansehen des Videos mit der Vorlesung über Kaspar Hauser stark berührt von dieser Persönlichkeit, die unter den Deutschen lebte und über die das deutsche Volk keine Vorstellung hat. Sie hat meine Vorlesung übersetzt und Peter Tradowsky zugeschickt. Ob es eine Reaktion seinerseits geben wird, ist eine andere Frage. Das Wesentliche ist, dass ein Blog bereits existiert, in dem die Übersetzungen meiner Vorlesungen ins Deutsche erscheinen werden, damit das deutsche Volk zu begreifen beginnt, wo der Ausweg ist. Der Erzengel des deutschen Volkes wird eine Verbindung zum Erzengel des russischen Volkes herstellen und dann werden die Leiter des deutschen Volkes und des russischen Volkes – egal wer sie sein werden – den Weg zueinander finden können. Die beiden Völker werden auch den Weg zueinander finden und der gemeinsamen Attacke der angloamerikanischen okkulten Logen und der Jesuiten standhalten. Es gibt jedoch noch einen langen Weg, der zurückgelegt werden muss. Die Deutschen sollen zuerst die Hand reichen, damit die Erzengel durch die passenden Menschen auf dem Erdenplan eingreifen können. In Deutschland fand sich ein solcher Mensch, und das ist natürlich eine Bulgarin, die auch mit der Anthroposophie bekannt ist und die entsprechenden Kenntnisse der deutschen Sprache hat. Das ist die Art, auf die der Heilige Geist wirkt, wenn etwas rechtmäßig ist! Sie sehen, wie sich die Dinge nach der Konferenz in Varna entwickelt haben. Die Vorlesung über Kaspar Hauser habe ich mit großer Liebe vorbereitet, so wie alle anderen auch. An dieser Vorlesung habe ich auch mit viel Arbeit und viel Liebe im Laufe des ganzen Monats und buchstäblich bis zur letzten Stunde gearbeitet. Sie wird ein besonderes Geschenk für dich, liebe Toni, sein! Ich schenke sie dir, damit du Flügel hast, mit denen du weiterfliegen kannst und damit sie durch dich den Weg zum großen deutschen Volk finden kann, in dem die Lösung des Rätsels ist, welche Zukunft das Christentum haben wird. Wir werden von hier Hilfe leisten, aber die Antwort muss vom deutschen Volk kommen.

Als Steiner die erste okkulte Klasse eingerichtet hat, erhielt er als Ergebnis die Offenbarungen über die karmischen Ketten der Persönlichkeiten aus dem äußeren Kreis. Seine letzte Rede hielt er am 28.09.1924, in der er über die geistige Beziehung der beiden Johannes sprach. Prokofieff hat dort etwas ganz richtig erfasst: Wenn Steiner die zweite okkulte Klasse eingerichtet hätte, deren Quelle die geistige Zusammenwirkung der beiden Johannes unter Zentrierung um das Mysterium von Golgatha und die Auferstehung gewesen wäre, hätte das zur Beleuchtung der karmischen Kette von Personen geführt, die in der Zeitenwende inkarniert waren. Mit Ausnahme des Johannes-Lazarus und des Jungen von Nain kann ich niemanden nennen, der von Steiner beleuchtet worden ist. Sie wissen, wie viele Individualitäten aus der Zeitenwende wir hier beleuchtet haben, einschließlich beim Mysterium von Golgatha selbst, bei dem die eine Persönlichkeit am Kreuz neben Christus hing. Warum ist das möglich?

Die zweite okkulte Klasse sollte von Marie Steiner geleitet werden, die die Vertreterin der „Ketzer“ war. Diejenigen, die in der Zeitenwende gelebt und lange danach ihr Hellsehen aufbewahrt haben, die im fünften und sechsten Jahrhundert über eine solche Seelenanlage verfügten, die ihnen erlaubte, die Seele als das Kampffeld von Gut und Böse zu sehen, wurden in ganz Europa „Bulgaren“ genannt. Alle, die in den vorchristlichen Zeiten die dritte Strömung bildeten und von den Bulgaren in unseren Gebieten stammten, haben in den christlichen Zeiten eine Beziehung zur Zeitenwende. Wir können sie mit dem esoterischen Namen bzw. dem Ethnonym „Bulgaren“ bezeichnen. Es ist möglich, dass es auch in der Anthroposophischen Gesellschaft Persönlichkeiten aus einem der Kreise um Christus gegeben hat, aber wir sehen, dass alle, die wir bisher erhellt haben, stets dem anderen – dem Bodhisattva-Impuls – angehört haben. Dort wurde der Übergang zwischen den sechs vorchristlichen und den sechs nachchristlichen Bodhisattvas vollzogen. Derjenige von ihnen, der die Emanation des Christus-Impulses in der sechsten Kulturepoche sein wird, wenn der Geist sich ein Gefäß in Gemeinden aus Menschen mit einer entwickelten imaginativen Bewusstseinsseele suchen wird, wird der Bodhisattva sein, der zum Buddha Maitreya aufsteigen wird. Der Impuls der Bodhisattvas verläuft wie ein unsichtbarer Faden durch alle esoterischen christlichen Strömungen, der die Kontrolle über sie hat. Auch über dem großen Manes, der Christian Rosenkreutz selbst einweihte, steht der Bodhisattva als der Vertreter der Bodhisattva-Loge, die seit der Mitte der atlantischen Zeit das ganze geistig-seelische Leben der Menschheit anführt. Dieser Bodhisattva war im 20. Jahrhundert Beinsa Douno und er nahm an einem manichäischen Mysterium teil, um dem Manichäismus einen neuen Antrieb zu verleihen und uns auf die Begegnung mit dem Antichristen vorzubereiten. Deshalb müssen wir, wenn wir über den heutigen Schulungsweg sprechen,  die Worte Beinsa Dounos zitieren: „Der Schüler muss ein Herz haben, das rein wie ein Kristall ist, einen Verstand, der hell wie die Sonne ist und eine Seele, die breit wie das Universum ist, einen Geist, der mächtig wie der Gott ist und der eins mit Gott ist!“[8] Auf der letzten Konferenz in Varna habe ich versucht, diese Worte zu erklären, nun werde ich das für das breitere Publikum wiederholen.

Wenn Beinsa Douno sagt, dass dies die Formel des Schülers ist, stimmt das wirklich und wer diese Formel richtig versteht, kann sich ‚Schüler’ nennen. Vor der Praxis muss das Verständnis kommen. Im Satz bedeutet der Anfang „der Schüler muss haben“ – „das Ich muss haben“. Das Ich erfährt durch das Werkzeug der Seele eine Evolution. Wir werden zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigen, wenn unsere Iche ausreichend evolutioniert sind. Die Seele ist nur ein Werkzeug und in den verschiedenen Zeiten hat Verschiedenes die Funktion der Seele erfüllt. Die fundamentale Frage, was die Seele ist, ob sie einheitlich oder dreieinig im Sinne der Anthroposophie ist, besteht weiter, und wie Beinsa Douno hervorhebt, sind die Geheimnisse des Menschen in seiner Seele verborgen. Deshalb wird sich die Schriftrolle weiter entfalten und dieses Mysterium beleuchten. Auf der Konferenz habe ich diese Frage gestellt, aber niemand hat verstanden, was ich frage. Zuerst heißt es, dass der Schüler ein Herz haben soll, „das rein wie ein Kristall ist“. Das Herz ist das materialistischste Organ des Menschen. Das liegt daran, dass es im Erdenäon gebildet wurde. Das Herz gilt zwar als das feinste Element des Menschen, mit dem er alles erlebt, da alles durch das Herz geht, aber das geschieht nur auf der Stufe des Physischen. Das Ich ist reiner Geist, die Seele steht zwischen der Materie und dem Geist und das Herz ist nur materiell. Das Herz, der menschliche Leib, muss rein wie ein Kristall werden im Sinne des wahren Bogomilentums und Templertums und im Sinne dessen, was Christian Rosenkreutz im Mysterium von Arbanassi machte. Mit dem, was wir bisher als eine Synthese der beiden Impulse haben, müssen wir von der Grundlage der Bewusstseinsseele zu Herzen werden, die „rein wie ein Kristall“ sind. Heutzutage erleben wir unser Leben über die Bewusstseinsseele und das Herz reagiert nur als ein unbewusstes Willensorgan. Uns steht noch viel Arbeit bevor, damit wir unser Herz in der sechsten Kulturepoche in ein bewusstes Willensorgan durch das Christentum des Heiligen Geistes verwandeln, was die Einweihung des Willens darstellt. Ein „Herz, rein wie ein Kristall“ bedeutet, dass alle Sympathien und Antipathien im Menschen verschwinden sollen und der Mensch in seiner Bewusstseinsseele wie die Jungfrau Sophia wird – im okkulten Sinne dieses Begriffs. Wenn wir uns die Frage stellen, ob unsere Herzen rein wie ein Kristall sind, werden wir feststellen, dass die Lage traurig ist. Deshalb sagte Steiner im Buch „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“, dass jeder, der den Weg des Okkultismus besteigt, vergessen sollte, was Beleidigung ist. Der okkulte Schüler ist ruhig und selbstbewusst und ihn bringen keine Worte anderer Menschen aus dem Gleichgewicht. Heute besteht der Weg des Schülers in der Synthese der beiden Impulse. Das ist der Heilige Impuls, der nach der Ausstrahlung der beiden Impulse und dem Ende des 20. Jahrhunderts mit dem dritten Angriff Sorats und der Inkarnation des Antichristen von Varna aus im Jahr 2000 seinen Weg nahm.

Wir betrachten nun den „Verstand, der hell wie die Sonne ist“. Wenn der Mensch eine Bewusstseinsseele hat, die wie ein Kristall vorbereitet ist, dann kann er in richtiger Weise und gefahrlos den Austritt des Willens, das Erfassen des Denkens und die Herstellung der Beziehung mit der geistigen Welt auf die rechtmäßige Art praktizieren, so wie das in der Anthroposophie beschrieben ist und zuerst von Steiner vorgeführt wurde. Dann kann man auf dem Rückweg hineingehen und eine Seele erlangen, „die breit wie das Universum ist“. Das bedeutet, dass alles, was man als Beziehung zur geistigen Welt durch den „Verstand, der hell wie die Sonne ist“, erlangt hat, als Gaben des Geistes zurückströmt. Dadurch wird die Seele endlos erweitert, denn die Weltenweisheit strömt in den Menschen ein. Das ist der südliche Weg der Hirten, deshalb führte Beinsa Douno seine Schüler in die Natur hinaus, wo er sie auf das neue Denken vorbereitete, damit sie den nördlichen Weg entwickeln, was zur Verbindung mit den geistigen Hierarchien führt. Bei Steiner überwiegt der innere Weg, bei dem die Reinheit angestrebt wird, die zu der Verbindung mit der geistigen Welt notwendig ist – der „Verstand, der hell wie die Sonne ist“. Ich erhebe den Anspruch, dass wir seit Jahren eine solche Beziehung haben, die uns nie irregeführt hat, auch was die am tiefsten verborgenen Fragen der Inkarnationsketten betrifft. Prokofieff vermutet, dass wenn Steiner die dritte okkulte Klasse eingerichtet und angeleitet hätte, die christlichen Ich-Mysterien der höchsten Ordnung an das Tageslicht gekommen wären. Das konnte selbstverständlich noch nicht geschehen, da der neu belebte Manichäismus noch nicht da war. Deshalb behaupte ich, dass auch der dodekaedrische Stein nicht ausreicht, denn um dem Antichristen entgegenzutreten, brauchen wir auch den Manichäismus. In Steiners Opfer steckt zwar auch Manichäismus, aber den wahren Manichäismus kann man bei Beinsa Douno entdecken, als er zusammen mit Christus am großen manichäischen Mysterium von 1936 zum Besiegen des Bösen teilgenommen hat. Das ist die Quintessenz des Manichäismus – wie wir künftig mit dem Bösen fertig werden, damit Christus immer sichtbarer wird und wir zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigen. Das kann nicht geschehen, wenn wir nicht das Böse in der manichäischen magischen Art annihilieren. Wenn ich sage, dass wir im Voraus, vor der sechsten Wurzelrasse die manichäischen Mysterien berühren können, meine ich das im kognitiven Sinne und nicht als tatsächliches Vollbringen dieser Mysterien. Die Art und Weise, in der ich das Mysterium von 1936 darstelle, die immer tiefere Eindringung in dieses Mysterium macht die gegenwärtige kognitive Beleuchtung des Manichäismus vor der Bewusstseinsseele der Menschen aus. Verstehen Sie, wie groß unser Werk ist? Das ist nicht nur meine Arbeit, denn hinter mir steht ein Haufen geistiger Wesen. Ich weiß seit langem, wie viele Geister dahinter stehen! Deshalb sage ich, dass bei jedem, der sich mir in den Weg stellt, die Entwicklung aufhört! Sollte mich jemand verleugnen und danach wieder in der paulinischen Art neu entdecken, und zwar nicht mich als Person, sondern das, was durch mich herabströmt, dann kann in einem solchen Menschen jene Liebe aufkeimen, die in Paulus entfachte. Paulus war der Vertreter der Weisheit der vorchristlichen Mysterien. Als er begriff, wo der Ich-Impuls ist und wer ihn verkörpert, wurde diese Weisheit in ihm in Liebe umgewandelt. Deshalb konnte er die größten Worte über die Liebe aussprechen, die wir in „Korinther „13, 4-9 lesen können: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.“

Obwohl Johannes der Apostel der Liebe ist, wurde aus dieser dramatischen Wandlung in Paulus die Weisheit in gigantische Liebe transformiert und er konnte sich in einen Menschen für die fünfte Kultur verwandeln, den die Zeitgenossen mit Ausnahme von Dionysios Areopagita und einigen anderen nicht verstehen konnten.

„Eine Seele, die weit ist wie das Universum“ stellt das Herabströmen der Offenbarungen aus der ätherischen und astralen Welt, aus den verschiedenen Stufen des Devachan dar. Verstehen Sie, aus welcher Stufe die Offenbarung über den Namen des 25. Ältesten „Blagari“ kommt? Die „Greise“, also die 24 Ältesten sind die Runden in den einzelnen Äonen. Jeder Äon hat sieben Runden. Die geistige Frucht jeder Runde in einem gegebenen Äon bildet ein geistiges Wesen aus, das im Okkultismus „Ältester“ genannt wird. Wo entsteht dieses Wesen? Manche von den hier Anwesenden wissen noch, wo und unter welchen Umständen diese Offenbarung empfangen wurde – im Mittelpunkt eines großen Übels – und sind sich dessen bewusst, was für ein manichäisches Werk das ist. Das Wiedererkennen Beinsa Dounos als den gegenwärtigen Manichäismus führt zu solchen Offenbarungen, die praktisch keine verborgene Sphäre lassen. Dazu führt die Synthese beider Impulse. Dann wird die Menschenseele von den Weltengeheimnissen erfüllt, sie beginnt zu wachsen und erfasst das ganze Universum. Das geschieht, weil der Mensch einen Geist hat, der mächtig ist wie der Gott und eins ist mit Gott. Wenn der Geist sich in die Seele ergießt, wird der Mensch zu einem hierarchischen Wesen der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe. In dieser Formel, die uns der Meister gegeben hat, ist die ganze Anthroposophie drin, auch Michael und Christus sind darin enthalten.

Warum brauchen wir diese Formel und den Schulungsweg, über dessen Varianten wir seit einigen Stunden in allgemeiner Art sprechen? Sollten wir uns nämlich in die Einzelheiten vertiefen, wären uns einige Tage notwendig. Wir brauchen die Formel, weil Ahriman inkarniert ist und uns der Frontalzusammenstoß mit ihm bevorsteht. Es sind Schüler notwendig. Die erste Attacke Sorats geschah im Jahr 666 durch die Gondischapur-Akademie. Damals war das eine Attacke gegen das Denken. Das Mohammedanertum mit seinem luziferischen Gehalt war bis zu einem gewissen Grade das äußere Gegengewicht, das diesen ahrimanischen Impuls entfernt hat, dessen Ziel darin bestand, dem Menschen verfrüht die Eigenschaften der Bewusstseinsseele einzuprägen. Als Folge hätte der Mensch einen unglaublich großen Verstand, aber auch einen erhöhten Stolz entwickelt. Ohne den christlichen Gehalt hätte das die Menschheit jedoch zum Scheitern geführt. Der zweite und stärkste Trumpf, mit dem der Einfluss dieser Schule eliminiert wurde, war die Tatsache, dass das Mysterium von Golgatha nach der göttlichen Vorsehung im Jahre 333 stattfinden sollte. Dieses Ereignis wurde aufopfernd von Christus um 300 Jahre vorverlegt und geschah im Jahre 33. Die Menschheit brauchte diese sechs Jahrhunderte der christlichen Vorbereitung mit allen sich entfaltenden Mysterien, damit sie so reagieren konnte, dass sie nicht vernichtet wurde. Christus brachte dieses Opfer für uns dar, bei dem Er Hilfe von allen Eingeweihten der Erde bekam, die zu seinen Mitstreitern wurden. Trotzdem blieb im Menschen der Stachel des Materialismus, der sich damals zu entwickeln begann. Heutzutage ist jeder dem Einfluss dieses Stachels unterworfen.

Die zweite Attacke Sorats betraf das Gefühl und drückte sich in der Zerschlagung der Tempelherren aus. Was war das Gegengewicht dazu? Bereits vor der Zeitenwende empfingen Artus und seine Ritter im heutigen Westengland den Christus-Impuls, indem sie die Elementargeister der Natur beobachteten. Die Ritter kamen aus den hybernischen Mysterien, die bei der vorherigen Herrschaft Michaels bestanden hatten und empfingen in ihren Ätherleibern den Sonnenimpuls aus dem Lebensgeist Christi in der Erdumgebung. Durch sie wirkte Michael, so wie durch Alexander, der als Erster aus dem Westen in den Osten zog. Ihm folgten später die Ritter, die ihre Boten in ganz Europa schickten, um den Kampf gegen die Wildheit in den Astralleibern der damaligen primitiven Bevölkerung in Mittel- und Nordeuropa zu führen und sie zu läutern und zivilisieren. Nach der Ankunft Christi nahm die Kraft der Ritter allmählich ab. Aber sie blieben in seinem Lebensgeist lebendig und sahen dort nicht nur die Elementarwesen, sondern auch das Geheimnis von Golgatha als eine geistige Tatsache. Das ereignete sich in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten. Jedoch begann von Palästina aus die gegenüberliegende Gralsströmung, bei der Christus in den Herzen getragen wurde, im Blut der Christen, in dem Er durch seinen Impuls das möglichst geistige Wesen der Sonne mit der Erdentwicklung der Menschen vereinigt. Das war der wahre Christus, der in Jesus mit seinem Ich und dem Geistselbst herabstieg. So bewegten sich aufeinander die Artusströmung, in der Christus als kosmisches Bild und Sonnnenhelden existierte, und die Gralsströmung, die den Erlöser als den Bruder der Menschen trug. Die Begegnung beider Strömungen geschah im Jahre 869 in Mitteleuropa, aber hauptsächlich in der geistigen Welt. Das Bogomilentum entstand aus dieser Begegnung Christi mit sich selbst und zum Teil auch aus der Begegnung der wichtigsten christlichen Eingeweihten, die Manes im vierten Jahrhundert berufen hat. Zuerst finden Ereignisse auf dem übersinnlichen Plan statt, und dann auf dem Erdenplan. Das Ziel war die Entschärfung der Attacke gegen die Templer. Das Bogomilentum war die Waffe des Christentums, mit dem die Spiritualität in Europa bleiben und sich weiterentwickeln konnte. Das geschah aber nunmehr eher im Geheimen, durch die Rosenkreuzer Schulen, bis es schließlich durch die Theosophie des 19. und die Anthroposophie des 20. Jahrhunderts an die Oberfläche kam.

Wir kommen zur dritten Attacke Sorats in 20. Jahrhundert, deren Zeitgenossen wir sind und deren Früchte wir noch sehen werden. Sie fällt mit der Inkarnation Ahrimans zusammen und das ist der erklingende Gong, der uns verkündet, dass wir bereit sein sollen, diese Attacke zu parieren. Welche übersinnlichen Ereignisse bereiteten die Menschheit vor, damit sie reagieren kann und was war ihr Abbild unten auf der Erde, das die Menschheit, die einen bestimmten Weg zurückgelegt hat, auf diese Attacke in einer angemessenen Art vorbereitet? Zuerst war das die große Schule Michaels auf der Sonne, die vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden hat. Dort wurde das kosmische Christentum als himmlische Anthroposophie vorbereitet und auf die Erde stieg es als die Anthroposophie Rudolf Steiners herab. Das irdische Abbild dieser übersinnlichen Schule war das Rosenkreuzertum, das sich als die Frucht des Bogomilentums ausbreitete.

Ein anderes Ereignis, das die Menschheit auf die heutige Zeit vorbereitet hat, war das Opfer Buddhas, das die Gefahr der Trennung der Menschen in Mystiker und Praktiker eliminierte, die wegen des Mars-Einflusses auf das Leben zwischen Tod und Neugeburt existierte. Was gab es sonst noch als eine Widerspiegelung auf dem Erdenplan? Steiner hat etwas gesagt, was uns mit etwas Hilfe von oben erst jetzt einleuchtet. Ich werde auf Dimitar Kalevs Vortrag während der letzten Konferenz in Varna zurückkommen, der dem Konferenzthema am ehesten von allen Rechnung trug. Im Vortrag wurden die Böhmischen Brüder erwähnt, unter denen es Menschen gab, die Offenbarungen aus der geistigen Welt empfingen und andere, die diese Offenbarungen deuteten. In GA 233a „Mysterienstätten des Mittelalters“ wird das in Vorträgen beschrieben, die Steiner unmittelbar nach der Weihnachtstagung gehalten hat. Dort berichtet er über einen Schüler, der am Anfang des 13. Jahrhundert seinen Lehrer suchte. Der Schüler fand ihn und der Lehrer führte ihn zu einem Berg. Das können wir wörtlich verstehen. Dort spricht der Lehrer in einer solchen erhabenen Art zum Schüler, dass dieser die Weltengeheimnisse streifen kann, indem er die Schranke der sinnlichen Welt überwindet. Das ist der nördliche Weg. Dann gingen sie in eine tiefe Hölle in der Erde, wo der Schüler sah, wie die schöpferischen Kräfte der Götter durch die Natur wirken. Indem der Schüler den südlichen Weg mit der Intensität seiner Verstandesseele erlebte, war er zur Synthese der beiden Wege bereit. Dieselben Schüler inkarnierten später, im 17. bis 18. Jahrhundert. Dann fanden sie den Weg zueinander und bildeten Gruppen aus jeweils sieben Mitgliedern. Von diesen haben drei Mitglieder Offenbarungen empfangen, da der Geist dreieinig ist, und vier haben über ihr Ich und die drei Leiber die Offenbarungen verstanden. Das stellt in einer synthesierten Weise das Vaterunser und die ganze praktisch angewendeten Esoterik dar. Das geschah unter völliger Geheimhaltung bereits im Zeitalter der Bewusstseinsseele. Auf dem äußeren Plan haben diese Menschen in keiner Weise ihre geheimen Beschäftigungen zur Schau getragen. Die Lehrer, die in den vorherigen Jahrhunderten mit diesen Schülern einzeln gearbeitet haben, waren in jener Zeit noch nicht inkarniert, denn die Bedingungen dazu waren ungeeignet. Damals wirkten sie als ätherische Wesen, die diese Gruppe inspirierten. Die Gruppen selbst sind auch unbekannt, da sie im Geheimen gewirkt haben. Aber diese Gruppen haben existiert und eine rechtmäßige Beziehung zu geistigen Welt gepflegt. Sie haben die Offenbarungen verstanden, die ihnen vor dem Ende des Kali-Yuga und dem Anfang des michaelischen Zeitalters gegeben wurden. Sie haben erreicht, dass in der fünften Kulturepoche der Faden des Mysterienlebens nicht reißt und dieses Leben völlig verschwindet. Sie haben die Kontinuität ermöglicht, bis die Theosophie, Anthroposophie und der Bodhisattva kamen. Diese Menschen erfüllten die Aufgabe der gesündesten, festesten Menschenseelen, die in Lemurien, bevor sich der Mond von der Erde abtrennte, den Abbruch der Inkarnationskette des Menschengeschlechtes verhinderten. Diese rettende Tat war das Werk jener unbekannten Helden. Heute verfügen wir schon über die Anthroposophie, über den Impuls des Bodhisattva Beinsa Douno und wir sprechen von einem Heiligen Impuls, der hier in Varna ausgestrahlt wurde. Der Weg des Schülers wurde bereits gebahnt und in ihn müssen emanieren das zweite Golgatha Christi, die Schule Michaels, das Opfer Buddhas und das, was die vorhin erwähnten Schüler unternommen haben. Der Schulungsweg begann in Varna, er wurde in Varna verkündet, wo auch Beinsa Dounos Tätigkeit als Lehrer der Menschheit begann. Wenn wir über das Christentum reden, ist das unzertrennlich mit Christus verbunden, wenn wir über die Anthroposophie reden, ist sie mit Steiner verbunden, und wenn wir über den Impuls der Weißen Bruderschaft reden, verbinden wir ihn mit Beinsa Douno. Jeder soll selbst entscheiden, womit die Synthese der beiden Impulse und den Heiligen Impuls assoziieren soll.

 

[1] Es handelt sich um den Runden Tisch „Die geistige Führung der Menschheit“ (02.-03.04.2016), den die Anthroposophische Gesellschaft in Bulgarien, die Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ – Varna und die Stiftung „Slovo“ veranstaltet haben.

[2] Im Vortrag vom 21.12.1919

[3] Die Bodhisattvas

[4] Einzelheiten darüber gibt es in GA 195, im Vortrag vom 21.12.1919

[5] „Der mythologische Horizont in der Kultur der asiatischen Skythen – geistige solare Voraussetzungen im System des sakischen Mithraismus“

[6] Offenbarung

[7] Vgl. GA 222, Vortrag vom 31.12.1910

[8] „Allgemeine okkulte Klasse“, 22.08.1928, „Der Schlüssel des Lebens“

Der Heilige Impuls und Amerikas Mission

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 27.12.2015 in Varna
vom Autor nicht durchgesehene Textfassung der Videodatei

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du unsere Gebete gehört und Bulgarien beschützt hast und wir bitten Dich, unser Land auch künftig wegen der Menschheit zu beschützen. Amen!

Ich heiße Sie willkommen in der Zeit der zwölf heiligen Nächte – die eine wichtigsten Perioden des Jahres bilden, in der wir möglichst introvertiert und konzentriert sein sollten, um das nächste Jahr vorzubereiten. Zum ersten Mal werde ich diese Vorlesung in einer anderen Art beginnen, denn gestern Vormittag wurde uns etwas geoffenbart, was Ihnen unbedingt mitgeteilt werden soll, da es sehr aktuell ist und jeden von uns betrifft. Deshalb werden wir auf unser heutiges Thema „Der Heilige Impuls und Amerikas Mission“ etwas später eingehen, nun werde ich versuchen, Ihnen dasjenige im historischen, politologischen und esoterischen Aspekt argumentiert darlegen, was als Offenbarung kam. Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen, da auch der nächste Stoff sehr umfangreich und wichtig ist – an Amerika führt heutzutage kein Weg auf der Erde vorbei.

Es geht um die Ereignisse in der Partei DPS (Partei der türkischstämmigen Minderheit in Bulgarien), die in letzter Zeit eingetreten sind. Jeder von Ihnen hat wahrscheinlich etwas mitbekommen von dem, was darüber gesagt worden ist. Die Dinge sind wirklich außerordentlich wichtig. Vom Meister Beinsa Douno wissen wir, dass das Osmanische Reich in unser Land kam, um uns wegen der Einstellung unserer Kirche und der weltlichen Macht zu den Bogomilen zu bestrafen. Das, was heute als Bulgarische Orthodoxe Kirche gilt, ist als Wortverbindung jeglicher Bedeutung entleert. Wir wissen, dass die Apostel Andreas und Paulus die ersten christlichen Gemeinden und Kirchen in unseren Gebieten unter den thrakischen Bulgaren gründeten. Wir haben mehrmals von verschiedenen Gesichtspunkten das betrachtet, was diese beiden Apostel für das Christentum darstellen.

Das Christentum in unseren Gebieten ist das authentische, ursprüngliche Christentum, das direkt von Christus durch diese beiden Vertreter von Ihm kam. Das, was heute als Orthodoxie gilt, ist das byzantinische Christentum. Es zog in unsere Kirche hauptsächlich dann ein, nachdem der bulgarische Staat unter byzantinische Macht geraten war. Deshalb ist die Wortverbindung Bulgarische Orthodoxe Kirche sinnentleert, denn die Kirche ist entweder bulgarisch oder orthodox. Wegen der Entstellung des ursprünglichen Christentums kam es zu den Bogomilenverfolgungen, wobei die damals bestehende Kirche die Hauptschuld trägt. Wir wurden mit einer 500 Jahre dauernden Unterwerfung unter das Joch derjenigen bestraft, die aus dem Osten kamen und die erst im 18.-19. Jahrhundert, aber hauptsächlich erst durch die Tätigkeit Kemal Atatürks ein Selbstbewusstsein als Türken erlangten. Soviel ich weiß – ich entschuldige mich im Voraus, falls dies nicht aus einer glaubwürdigen Quelle stammt -, bedeutete der Begriff „Türke“ bis zum 18. Jahrhundert etwas Beleidigendes – ein „niederträchtiges Wesen“. Deshalb wollte keiner als ‚Türke‘ bezeichnet werden. Erst im 18. bis zum 19. Jahrhundert erfüllte sich das Wort ‚Türke‘ mit ethnischem Selbstbewusstsein. 1923 hat Kemal Atatürk den weltlichen türkischen Staat begründet.

Trotz der Streitigkeiten um die Benennung bestand die türkische Herrschaft unumstritten. Vorgestern hörte ich ein Interview mit dem Verfasser des Romans „Zeit der Trennung“ Anton Dontschews (in deutscher Sprache unter dem Titel „Schwur unter dem Halbmond“ erschienen). Er gehört zu den Freimaurern, die denken, nicht zu den engstirnigen Geschäftsleuten, die sich wegen Geschäftsinteressen den Logen anschließen. Über seinen Roman sagt Dontschew, dass er ihn nicht geschrieben, sondern gesungen hat, und er hat vorher gewusst, wie viele Seiten er umfassen würde, auf welcher Seite was er sagen würde usw. Am Ende hat sich herausgestellt, dass er sich nur um eine Seite verrechnet hat. Ich weiß, was gemeint ist, wenn jemand sagt, dass er ein Buch gesungen hat, denn auch mein Buch „Der Weg zum Ich“ wurde auf diese Weise geschrieben. Anton Dontschew äußerte sich zu dem Formulierungsstreit, ob die 500 Jahre eine „Fremdherrschaft“ oder „Fremdanwesenheit“ darstellten. Dontschew sagte: „Wenn man die angelsächsischen und deutschen Quellen kennt, die über die ersten drei Jahrhunderte der osmanischen Herschafft existieren, wird man feststellen, dass das im Roman „Zeit der Trennung“ Beschriebene ein Liebeslied ist im Vergleich zu den Qualen und Grausamkeiten, denen das bulgarische Volk unterworfen wurde.“ Er sagte auch, dass er auf die Bitte seines Vaters hin manche Folter ausgelassen hat, die im Roman beschrieben werden, da es den Lesern zu viel geworden wäre. Das bedeutet, dass unser Volk durch die Kirche und die weltliche Macht ein so riesiges Verbrechen begangen hatte, dass es buchstäblich zermürbt werden sollte und 500 Jahre später durch ein absolutes Wunder wiederauferstanden ist. Die osmanischen Türken waren die Geißel in den Händen Gottes, mit der Er uns bestraft hat. Als Beinsa Douno kam, hat die besagte sog. Bulgarische Orthodoxe Kirche seine Lehre mit dem Bannfluch belegt. Es folgte die zweite Geißel in den Händen Gottes – der Kommunismus. Die Bolschewiken führten den göttlichen Willen aus. Die 45 Jahre Sozialismus, in denen wir diese neue Sünde abbezahlt haben, kennen wir schon als Zeitzeugen besser. Gegen Ende dieser Periode beschloss die Räuberbande vom Politbüro, die Namen derjenigen zu ändern, die sich in Bulgarien als Türken selbst bestimmen. Eine andere Frage ist es, ob es in Bulgarien überhaupt Türken gibt. Die Bulgaro-Mohammedaner oder Pomaken können nicht mal Türkisch, und die ethnische Herkunft der anderen, die es können, ist sehr umstritten. Aber das spielt keine Rolle, da sie ein türkisches Selbstbewusstsein haben, müssen wir das respektieren. Keiner hat das Recht, den Namen eines Menschen zu ändern. Das war ein großes Verbrechen gegenüber diesen Menschen, das nicht im 14., 15. oder 16. Jahrhundert begangen wurde, sondern am Ende des 20. Jahrhunderts. Gerade hatten wir unser Karma aus den Sünden der Kirche gegenüber Beinsa Douno, abbezahlt, und wieder stürzte neues Karma über uns herein. Das bulgarische Volk sollte schnellstens anfangen, dieses Karma abzutragen.

Warum war das notwendig? Wie konnte es sein, dass die westeuropäischen Völker jahrzehntelang das Karma des Materialismus aufhäufen durften und dieses Karma stürzte über das russische Volk herein? Als ein Volk mit immensen geistigen Kräften hat es dieses Karma in seinem größten Teil übernommen, aber nicht vollständig. Nun kommt auch für die westlichen Völker die Vergeltung. Ist ein Karma entstanden, muss es nach den großen Karmagesetzen von jemandem abbezahlt werden. Warum war eine schnelle Abbezahlung des Karmas des bulgarischen Volkes für das letzte Verbrechen notwendig? Wie wir mehrmals darüber gesprochen haben, sind die Bulgaren jenes Volk der Erde, das für die Ich-Evolution der Menschheit verantwortlich ist und weil dem bulgarischen Volk eine glänzende Zukunft bevorsteht, wie alle bulgarischen Propheten des 20. Jahrhunderts vorhersagen. Deshalb wurde die Partei DPS gegründet. Die Art ihrer Gründung und die teilnehmenden Personen sind nebensächlich. Diese Partei war die Geißel in den Händen Gottes, damit das bulgarische Volk durch Zermürbung, Erniedrigung und Raub im Laufe von 25 Jahren durch diese Partei, die unter anderem auch zu Nutzen der türkischen Interessen arbeitete, sein Karma abtragen konnte.

Nachdem sich letztes Jahr die Gründung dieser Partei zum 25. Mal jährte, habe ich erklärt, dass wir unser Karma für jenes Verbrechen bereits abbezahlt haben. Etwas musste geschehen, damit sich unser Volk vorwärts bewegen konnte. Die Partei DPS wurde offenbar überflüssig, nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt hatte. Also musste etwas mit dieser Partei geschehen. Nun ist es geschehen – und zwar vor dem Beginn der zwölf heiligen Nächte – in einem außerordentlich wichtigen Moment der europäischen Geschichte, als ein Angriff auf Bulgarien geplant wurde. Ich habe dreimal die Rede des Ehrenvorsitzenden der DPS Ahmed Dogan gelesen, die er vor den aktiven Parteimitgliedern am 17.12.2015 gehalten hat und die wirklich bemerkenswert ist. Ich bitte Sie, zu abstrahgieren von Ihrer Einstellung zu Dogan, der in moralischer Hinsicht äußerst tadelig ist, und die Logik der Ereignisse zu verfolgen. Die Rede Dogans ist dreigegliedert und zeugt von seiner hervorragenden philosophischen Schulung und Informiertheit. Es gibt wohl keinen anderen Politiker in Bulgarien, der besser informiert ist, mit Ausnahme des Ministerpräsidenten Bojko Borissov. Wenn es jemanden gibt, der in Bulgarien ‚Politiker‘ genannt werden kann, dann sind das Bojko Borissov und Ahmed Dogan, aber sie sind wie zwei Pole. Bojko Borissov ist im Sonnenteil und Ahmed Dogan – im Mondenteil. Bojko Borissov lernt „on-the-job“. Er ist ein Mensch mit einer Mission, er weiß darüber Bescheid und versucht, seine Mission zu erfüllen. Lassen wir von allem abstrahieren, was über seine Vergangenheit geredet wird – es spielt keine Rolle mehr, wichtig ist, was er jetzt macht. Wenn man in Kontakt mit dem Bösen kommt, müssen sich alle Sympathien und Antipathien zurückziehen und dann kann man in das Wesen der Dinge eindringen. Alle anderen aus der sog. politischen Elite Bulgariens außer „Bruder Bojko“, wie der Ministerpräsident genannt wird, und Ahmed Dogan besitzen mit ganz wenigen Ausnahmen nicht die notwendigen politischen Fähigkeiten, deshalb befindet sich unser Land in dieser Situation.

Wie hat Dogan seine Rede strukturiert? Er beginnt mit dem Wirtschaftsleben und der Finanzkrise als  Ursachen des Zusammenbruchs. Dann geht er zu der staatlich-rechtlichen Sphäre über und der totalen politischen Krise, die die ganze Welt erfasst. Er erklärt, dass die Europäische Union eine Organisation ohne Motivation zur Entwicklung ist und keine Zukunft hat – ich versichere Ihnen, dass es sich lohnt, die Rede zu lesen. Es gibt keinen anderen Politiker in Bulgarien mit einem solchen tiefen Verständnis der Prozesse, obwohl er in moralischer Hinsicht nicht makellos ist und die Geißel in den Händen Gottes war, die er über uns 25 Jahre lang erhoben hat, jedoch – wir wollen das unterstreichen -, nach dem göttlichen Willen. Im dritten Teil seiner Rede geht Dogan zur geistigen Stufe über, indem er bereits am Anfang der Rede über „Pulsationen der Zeit“ spricht und später über den „kollektiven Leib“. Die kurzsichtigeren Leser werden in diesem „kollektiven Leib“ nur die Partei DPS erblicken. Er benutzt den Begriff ‚morphische Resonanz‘, der aus der Ethnologie stammt, um zu veranschaulichen, wie er die innere Pulsation der Gemeinschaft empfindet. Er erlebt sich selbst als Visionär und Betrachter, der seine nächsten Züge vorhersehen will. Im Unterschied zu ihm reicht der Gesichtskreis der anderen Politiker bis zur Spitze ihrer Nase. Eine Ausnahme hiervon bildet nur Bojko Borissov, der der richtige Mann ist, der momentan den Staat führen kann bis die von den Propheten vorverkündete Frau erscheint. Dogan spricht über die Erhebung Russlands wie über einen unumkehrbaren Prozess, der selbst unter Gewaltanwendung eintreten wird; Er spricht über die Türkei, die ihren neuen Platz in der Weltordnung sucht und der Hauptspieler ist in dem, was wir gleich besprechen werden. Er spricht über die telepathische Informationsübertragung auf der Ebene des Unterbewusstseins und behauptet, ein offenes Portal für diese Information zu besitzen. Um die Ernsthaftigkeit seiner Worte zu unterstreichen, benutzt er den Ausdruck „ich will niemanden verarschen“. Wenn er über die Zukunft seiner Partei spricht, sagt er, dass diese nicht neu gegründet oder ersetzt werden könne, selbst mit der Hilfe benachbarter Länder nicht. Die einzige Möglichkeit, die vor der DPS stehe, sei die Verteidigung der bulgarischen Nationalinteressen auch in Bulgarien, die Unabhängigkeit von den äußeren Interessen und die Verfechtung der Sicherheit. Mit seinen Worten versuchte Dogan, der dringend in seinen „Serail“, wie seine Residenz genannt wird, bestellten Parteispitze einzuflößen, welche sich wie das ganze Volk auf üppige Festtafeln vorbereitete, dass etwas in Gang ist, was das größte Drama in Bulgarien der letzten 25 Jahre darstellt. Als Vertreter des Sternzeichens Widder reagiert Dogan und greift ein, um eine Riesengefahr für das bulgarische Volk und dadurch für die ganze Menschheit abzuwenden. Verstehen Sie, was für eine Umkehr in demjenigen eingetreten ist, der 25 Jahre lang die Partei leitete, die gegen die bulgarischen Interessen arbeitet. Dogan erklärte, dass er nicht zulassen wolle, dass die Wählerschaft der DPS zur Fünften oder Sechsten Kolonne der Türkei werde und dazu missbraucht werde, die Balkanländer in Brand zu setzen. Bei einem eventuellen Konflikt zwischen Russland und der Türkei würden wir nämlich in die Reichweite der Militärhandlungen geraten. Für uns sei nun am wichtigsten, dass es Stabilität gibt. Ich habe keinen bulgarischen Politiker so etwas sagen hören. Es gibt auch Worte Dogans, die sich an Lütfi Mestan richten, der als Vorsitzender der DPS in einer offiziellen Erklärung sich im Streit über den abgeschossenen russischen Kampfjet auf die Seite der Türkei stellte. Offiziell wurden diese Worte aus Dogans Rede nicht veröffentlicht. Sie lauten: „Selbst wenn ich tot wäre, hätte ich dir nicht erlaubt, das zu tun, was du vorhast“. Dogans Rede blieb einige Tage lang im Verborgenen, am 22.12. wurde sie auf einer Internetseite veröffentlicht und nahm von dort den Weg zur Nachricht Nr. 1. Am Heiligabend wurde die Spitze der DPS wieder versammelt, man hat Mestan seines Vorsitzendenpostens enthoben und anschließend aus der Partei ausgeschlossen. Sie werden die folgenden Ereignisse sicher kennen. Borissov berichtete selbst darüber, was für einen Druck Ahmet Davutoğlu auf ihn ausgeübt hat mit dem Ziel, dass er als Ministerpräsident für Mestan Partei ergreife. Unsere Geheimdienste haben die Vorbereitung von etwas sehr Großem verschlafen. Sie wissen, dass jedes Jahr Tausende zur Erinnerungsdemo am Türkian-Brunnen zusammenkommen, wo am 26.12.1984 einige Menschen im Laufe der gewaltsamen Änderung der Namen der Moslems in Bulgarien getötet wurden. Mestan sollte eine Rede halten, bei der der türkische Außenminister und die türkischen Konsuln in Bulgarien anwesend sein sollten. Die unsichtbare Regie der Ereignisse hatte vor, ein Problem zu provozieren, so dass die Türkei den Anlass gehabt hätte, sich als „Retterin“ einzumischen und die bulgarischen Rhodopen militärisch zu besetzen.

Ich werde etwas sagen, was eine Offenbarung der geistigen Welt darstellt. Sie betrifft die schreckliche Prophezeiung Slava Sevrjukovas aus den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, dass aus dem lebendigen Fleisch Bulgariens ein großes Stück Land im südöstlichen Teil abgerissen werden solle und das überraschte Europa grübeln werde, was es für unser verwaistes Land unternehmen könne. Doch selbst das schwerste Karma lässt sich erweichen oder umwandeln, wenn man zur Einsicht kommt, so dass die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden. Denken Sie an die Gebete, mit denen wir jedes Mal unsere Vorlesungen beginnen und wie wir uns letzten Monat an Christus gewendet haben, durch die Schutzengel auf die Führer der europäischen Völker einzuwirken, damit sie den richtigen Weg finden. Was für ein Wunder geschah, dass derjenige, der die Verkörperung des kriminellen Übergangs zur Demokratie in Bulgarien durch die guten Mächte für ein gutes Werk eingespannt wurde! Nur Christus ist in der Lage, so etwas zu tun! Was genau mit Dogan geschehen ist, damit er auf diese Weise aktiv werden konnte, sind Details, die nur er selbst kennt. Aber er hat sehr wohl gewusst, was bevorstand und wie alles in Brand gesetzt werden konnte. Deshalb sagte er so kategorische Worte in seiner Rede und das hat viele Leute aus der Wählerschaft der DPS, die früher immer nur die „Mutter Türkei“ kannten, dazu bewegt, nun über die „Mutter Bulgarien“ zu reden. Selbst die Troika, die nun an der Spitze der DPS steht, redet unentwegt über die bulgarischen Nationalinteressen. Was geht wohl in den Seelen dieser Menschen vor? Der rausgeworfene Mestan wird wahrscheinlich eine eigene protürkische Partei gründen, aber die Umkehr ist bereits vollzogen, liebe bulgarischen Brüder und Schwestern! Das ist ein herausragender Ausdruck des Christentums des Heiligen Geistes, der das Böse zur Arbeit für das Gute einspannt. Nur Christus ist in der Lage, die mächtigen seelisch-geistige Kräfte im Menschen zur Umwandlung des Bösen in Gang zu setzen, und das liegt am Mysterium von 1936, das zusammen mit dem Meister Beinsa Douno vollzogen wurde. Mit dieser Tat kann Dogan, der in den letzten 25 Jahre einen riesigen karmischen Berg aufgehäuft hat, falls er vom bulgarischen Volk richtig verstanden wird, seine Schuld abtragen. Warum?

Ohne Judas hätte es keinen Tod und keine Auferstehung gegeben, aber Judas lud auch ein großes Karma auf sich. Dieses Karma wird unvermeidlich von ihm bezahlt werden. In diesem Fall ist Dogan das Opfer. Nicht wir sind seine Opfer, sondern er ist das wahre Opfer. Das ist das wahre Verständnis des Bösen. Die Handlung wurde von demjenigen ausgeführt, der im Schatten, im Mondischen, subversiv bleibt. Aber in ca. 5000 Jahren wird sich die Erde wieder mit dem Mond vereinigen und wir müssen darauf vorbereitet sein. Das Prinzip der Sonne repräsentiert Bojko Borissov, der in dieser Situation gut gehandelt hat. Er spielte die Rolle des Friedensstifters, der den „großen Nachbar“ nicht reizen will. Der „große Nachbar“ ist im Moment nicht ruhig zu stellen – weder Europa, noch die Nato können ihn aufhalten. Die türkische Armee könnte ganz Europa platt machen. Nur Amerika kann sich dem widersetzen, aber Amerika wird sich niemals gegen die Türkei stellen. Wir sind das Tor der Welt zwischen Ost und West. Früher hat der bulgarische Khan Tervel Europa vor dem Islam gerettet, aber heute können wir uns nicht mit Gewalt widersetzen. Momentan führt Borissov trotz seines widerlichen Umfeldes eine außerordentlich ausgeglichene Politik. Die Zeit bringt ihre Persönlichkeiten hervor und zu Weihnachten geschehen Wunder. Ein solches Wunder war die Nichterfüllung der Prophezeiung der großen Slava Sevrjukova. Es wurde die Gelegenheit in einem Moment benutzt, in dem wir aus keiner Richtung Hilfe hätten bekommen können, obwohl unsere kleinen Politiker, unsere Grünschnäbel die Illusion hegen, dass wir uns unter dem sicheren Fittich der NATO befinden. Sie sollten auf Nordzypern nachfragen, ob ihnen jemand aus der NATO geholfen hat, als sie 1975 von der Türkei besetzt wurden. Momentan erpresst Erdogan die Europäische Union mit den Flüchtlingen und wenn er ein Stück von Bulgarien abgebissen hätte, hätte sich keiner aus der EU dem widersetzt. Nur die geistige Welt konnte Erdogan aufhalten, indem sie Menschen dazu nutzte, die die jeweiligen Posten der öffentlichen Macht beziehen. Ich erhebe nicht den Anspruch, dass nur wir mit unseren Gebeten die guten Mächte aufgerufen haben, um dieses Problem zu lösen. Viele Menschen in Bulgarien richten Gebete an Gott, es gibt viele Christen, es gibt Menschen aus der „Weißen Bruderschaft“, die bestimmte spirituelle Praktiken ausführen. All das wirkt, aber es gibt ein Aber. Beinsa Douno sagte einmal: „Gott hat alles erfüllt, was ich von Ihm wollte, aber was Gott von mir verlangte, habe ich auch erfüllt“. Die Bewusstseinsstufe, die jemand besitzt, ist der Faktor, der  bei Gebeten an die geistige Welt oben resoniert. Jedes Gebet schwingt auf einer bestimmten Stufe. Das Gebet Christi im Garten Gethsemane ist ein Gebet, in dem es um das Schicksal der Schöpfung geht und es endet mit den Worten „Dein Wille geschehe“. Etwas anderes ist das Gebet Beinsa Dounos und wiederum etwas anderes – das Gebet, das hier ausgesprochen wird. Wieder ganz anders ist das Gebet einer Oma in der Kirche. Je mächtiger das Bewusstsein und je reiner das Herz ist, aus dem das Gebet als der sakralste Akt im geistigen Leben des Menschen gerichtet wird, desto größere  Wirkung weist dieses Gebet auf. Deshalb wollen wir Jesus Christus danken, dass Er Bulgarien gerettet hat.

Nun wollen wir zu unserem Hauptthema übergehen, das sehr umfangreich ist, und uns in das wahre Mysterium Amerikas vertiefen. Vor ca. 16000 Jahren, gegen Mitte der atlantischen Zeit, ging Christus zum ersten Mal als das Welten-Ich, als der Träger des makrokosmischen Ich-Prinzips auf der Sonne auf. Damals leuchtete zum ersten Mal in der Menschengeschichte vor dem Blick der Eingeweihten in den atlantischen Orakeln das erhabene Bild aus den okkulten apokalyptischen Siegeln der in Sonne gekleideten Jungfrau. In der Atlantis war damals vom großen Geist die Rede, war die wichtigste Form der Religiosität darstellte. Der große Geist – das waren eigentlich die sechs Elohim, die das makrokosmische Christus-Ich auf Seinem Weg von der Trinität zur Sonne trugen. Das machten sie weiter bis Christus während der Zeitenwende in Jesus eintrat. Von der Mitte der atlantischen Zeit an begann unser großer Feldzug und das große Problem der Götter mit der Ausbildung eines Ich-Selbstbewusstseins beim Menschen, welches erst vom vierten bis zum fünften Jahrhundert v.Chr. durch die griechischen Philosophen den Weg vom Homo erectus zum Homo sapiens bahnte. Der Mensch sollte allmählich das Mysterium von Golgatha aufnehmen und bewusst erleben. In der Mitte der atlantischen Zeit holte auch der Erzengel Michael zum ersten Mal die ahrimanischen Kräfte auf eine niedrigere Stufe herunter. Dann begann laut Steiner als eine Folge davon auch die allmähliche Verhärtung der Erde. Deshalb habe ich mehrmals gesagt, dass die Dinosaurier in die zweite Hälfte der atlantischen Zeit gehören, denn diese gigantischen schweren Tiere mussten auf feste Erde treten. Neben dem großen Feldzug zum Ich führte der Sturz der ahrimanischen Mächte auch zum großen Missbrauch und zur Anwendung des schwarzmagischen Missbrauchs der Wachstumskräfte in den Orakeln, was den Krach der Atlantis beschleunigte. Während sie allmählich versank, führte Manu die Überlebenden in den Osten, wo die ersten nachatlantischen Kulturepochen von der arischen Rasse geschaffen werden sollten. In die entgegengesetzte Richtung begaben sich zu den in Ausbildung begriffenen amerikanischen Kontinenten andere Menschenmassen, die nicht den Evolutionsweg des weißen Menschen bestiegen, sondern ihr erstarrtes atlantisches Äußere behielten und ihren Kult zum Großen Geist bis zur (letzten uns bekannten) Entdeckung Amerikas fortsetzten. Im Osten war von Thao bzw. Dao die Rede – das war die luziferische Variante des Großen Geistes. Im Westen sprach man von Taotl – einem ahrimanischen Wesen. Deshalb wurden im Westen ahrimanische Mysterien entwickelt und im Osten – luziferische. Die Welt war damals noch nicht als Osten, Mittlerer Teil und Westen dreigegliedert. Ein langer Weg der Ich-Bewusstwerdung sollte beschritten werden und viele Ereignisse sollten eintreten, bevor sich diese große Dreifachheit ausbilden konnte, die wir heute kennen. Europa musste auch zuerst dreigliedrig aufgebaut werden, damit später auch die Welt dreigliedrig aufgebaut werden konnte, in der wir leben und die wir als die Träger des Ich-Prinzips der Erde bedenken müssen.

Was zeichnet die Mysterien aus, deren Hauptvertreter die Maya waren? Dabei wird unterschieden zwischen Ur-Maya (ca. 1500-2000 Jahre v.Chr.), einer eigentlichen Maya-Periode (2.-3. Jahrhundert v.Chr. – 13.-14. Jahrhundert n.Chr.) und heute bestehenden Resten. Wir kennen auch die Tolteken in Zentralamerika sowie die Azteken in Mexiko, aber für unser Thema sind die Maya-Mysterien am wichtigsten. Die Maya haben schreckliche Mysterien praktiziert, in denen sie durch Mord an Menschen versucht haben, sich mit den Kräften des Todes zu verbinden. Aus den in ihren Tempeln erhaltenen Bildern ist ersichtlich, dass sie durch die Magengegend in den Menschenleib eingedrungen sind. Im oberen Teil des Menschen sind die Gedanken, in der Mitte ist das rhythmische System und in den Gliedmaßen ist der Wille. Der Stoffwechsel ist in der Magengegend konzentriert. Die Eindringung erfolgte durch einen Schnitt in der Magengegend. Die Magier haben diesen Schnitt nicht selbst gemacht, aber sie haben versucht, durch diesen Schnitt einzudringen, um durch den Schreck, den die Opfer erlebt haben, und den Hinaufstieg ihrer Seelen zu den kosmischen Kräften des Todes zu gelangen. Ich möchte etwas präzisieren – egal, ob es sich um weiße oder schwarze Mysterien handelt, dort kann man zu großen Offenbarungen der guten Götter kommen. Diese Offenbarungen können zu den beiden Mysterienarten herunterströmen. Der Unterschied besteht in der Ausrichtung, dem Zweck, welchem die Mysterien dienen. In den von Mord erfüllten Mysterien der Maya erlangten die Schwarzmagier große Macht. Laut Steiner[1] soll es dort einen Schwarzmagier gegeben haben, der im Jahre 30 n.Chr. – in der Zeit, als Christus in Jesus eintrat – außerordentlich starke Macht erlangt hat. Er wurde bereits in seinen früheren Leben schwarzmagisch vorbereitet und kam zu einem wichtigen Entschluss. Dieser Magier wollte durch fortschreitende Initiationen zu einer solchen Verbindung mit den Todeskräften kommen, dass ihm die Hauptvorsehung der geistigen Welt über die Evolution der Menschheit eröffnet werden konnte. Diese Evolution sollte in der vierten und fünften Kulturepoche zu den Zwecken der ahrimanischen Kräfte in solche Richtung angetrieben werden, dass eine Finsternis das bewusste Menschenleben ergreift. Auf diese Weise sollte die ganze Menschenentwicklung die von Ahriman vorgegebene Richtung nehmen. Dieser Magier hat seine Initiationen durch eine immer höher werdende Zahl ermordeter Menschen weiter verstärkt. Seine Macht war dermaßen gewachsen, dass er laut Steiner zum mächtigsten Schwarzmagier der Erde aufgestiegen ist. Die Gefahr, dass die Menschheit den falschen Entwicklungsweg nehmen konnte, war real. Deshalb wurde von der Sonne im ersten Jahr n.Chr. ein großer Sonneneingeweihter hinuntergeschickt. Steiner erwähnt nichts über ihn, nur seinen Namen, der schwer auszusprechen ist und wie Vitzliputzli klingt. Vitzliputzli gehörte zum Heer Michaels, der in der Zeitenwende auf der Sonne war, er wurde ‚Sonneneingeweihter‘ genannt. Die Legende besagt, dass er von einer Jungfrau geboren wurde, die unbefleckt von einem von oben herabgestiegenen geflügelten Wesen empfangen hatte. Das entspricht 1:1 der Empfängnis der Maria vom Heiligen Geist. Als er 30 wurde, begann der Kampf des weißen gegen den schwarzen Magiers, der auch mit 30 Jahren den vorhin besprochenen Beschluss fasste. Nach einem dreijährigen Kampf gewann der Weißmagier und nagelte den Schwarzmagier ans Kreuz.

Im Römischen Reich geschah das Gegenteil mit der Kreuzigung Christi. Steiner gibt nicht an, wann genau der Schwarzmagier gekreuzigt wurde, doch wir können folgende Überlegungen anstellen. In dieser Zeit ereignete sich in Palästina das größte Wunder im Kosmos, der Christus-Impuls nahm seinen Anfang und änderte die trinitarischen Verhältnisse zwischen Vater und Sohn. Warum war dann in Übersee ein anderes Mysterium notwendig, an dem ein Sonneneingeweihter teilnahm? Konnte der ausgestrahlte Christus-Impuls nicht die Macht des Schwarzmagiers drüben eliminieren?

Christus lebte zwei Jahre und einige Monate in den Leibern Jesu und das Mysterium von Golgatha fand am 03.04.33 statt, als mit dem Einströmen des Blutes in die Erde der Christus-Impuls zu wirken begann. Der Sonneneingeweihte nahm von Christus die Kräfte, um mit dem Schwarzmagier fertig zu werden. Der Sieg selbst und die Kreuzigung des Schwarzmagiers haben sich wahrscheinlich nach Pfingsten zugetragen, als der Christus-Impuls durch den Heiligen Geist kam und nicht nur durch die Jünger, sondern auch durch diesen Eingeweihten empfangen wurde. Dieses Drama war zu Ende, aber der vom Schwarzmagier ausgestrahlte Impuls und die von ihm praktizierten Mysterien drangen tief in den amerikanischen Kontinent ein. Dort wirken außergewöhnliche magnetische und elektrische Kräfte, auf die wir gleich eingehen werden. Trotz des Sieges des Weißmagiers und der Einführung des Christus-Impulses durch diesen Sieg in die Geografie des amerikanischen Kontinentes, der als Keim für die Zukunft Amerikas existiert, ist das Ahrimanische dort in einem solchen Ausmaß vorhanden, dass es dort für Ahriman am bequemsten ist, zu inkarnieren. Das Römische Reich, in dem sich das größte Mysterium ereignete, wurde nicht durch Ahriman geschaffen, aber die ahrimanischen Kräfte wollten durch die Struktur des Reiches und des Rechtes das ganze Menschenleben reglementieren und mechanisieren. Durch die Alleinherrschaft der Zäsaren wurde alles Individuelle im Menschen vernichtet. Auf diese Weise sollte Ahrimans Ziel erreicht werden – der Übergang der Menschen zu einer niedrigeren Entwicklungsstufe, auf der sie ein unterdrücktes Ich, ein halbtierisches Dasein und eine Gruppenseele haben sollten. Die ahrimanischen Kräfte wendeten enorme Anstrengungen in der Erfüllung dieser Aufgabe durch das Römische Reich an. Hätten sie es geschafft, wäre der Schaden für die ganze Menschheit unermesslich. Dank des natürlichen Egoismus der Römer, den wir als das Streben nach einer freien Individualität bezeichnen können, die in den Versuchen der Durchsetzung einer republikanischen Regierungsform in Erscheinung tritt, und dank der aus dem Osten einströmenden Völker während der Großen Völkerwanderung konnten die ahrimanischen Mächte nicht das Geplante umsetzen.

Ich werde eine Klammer öffnen, um zu sagen, dass eine Große Völkerwanderung nicht existiert. Steiner selbst wollte die Frage der Großen Völkerwanderung eingehender untersuchen. Diejenigen, die das Römische Reich zerstört haben, waren keine asiatisch aussehenden Tataro-Mongolen, die aus dem tiefen Asien kamen. Sie gehörten vielmehr den verschiedenen Kreationen der Bulgaren an – Thrakern, Ostgoten, Westgoten, Hunnen. Der rothaarige blauäugige Attila gehörte zum Stamm Dulo. Die Germanen nördlich des Römischen Reiches, gegen die das Reich in früheren Zeiten kämpfte, existierten und nahmen auch an der Zerschlagung Roms teil, aber die Hauptkraft, die es zerstörte, waren die Bulgaren.

Jenseits des Ozeans verfolgten die ahrimanischen Mächte ein ähnliches Ziel wie im Römischen Reich und wollten es durch das Reich der Maya erreichen, das auf den Gebieten des heutige Südmexikos, Guatemalas, Belizes und in Teilen Honduras‘ und Salvadors bestanden hat. Dort sollten auch die Individuen zu einer ichlosen Existenz geführt werden. Das Hauptziel Ahrimans ist es, die Existenz in der Materie zu verewigen, damit es keinen zukünftigen geistigen Jupiter gibt. Seine Versuche in diese Richtung werden ständig wiederbelebt. Gegen das achte bis neunte Jahrhundert hat die mächtigste Institution der katholischen Kirche nach und nach verboten, über die Kontinente jenseits des Atlantischen Ozeans zu sprechen. Bereits seit dem Altertum wurden Reisen zu diesen Kontinenten unternommen. Wenn heute davon die Rede ist, dass die Wikinger diese Reisen unternommen haben, ist es gut zu wissen, dass in die Gebiete der späteren Wikinger die bulgarischen Kymmerer gezogen waren, die einen Teil der zahlreichen thrakischen Stämme bildeten. Sie waren diejenigen, die dort Zivilisationen begründet haben und keine Völker aus dem Germanentum, die sich zwar als Iche entwickelten, aber keine äußere Kultur hatten, im Unterschied zu den östlichen Völkern, die eine gigantische äußere Kultur hatten, aber auf der Stufe der Empfindungsseele blieben. Das Germanentum entwickelte das Ich, weshalb heute in Mitteleuropa die Träger des Ich leben. Es gibt zahlreiche Beweise, dass die Thraker Reisen nach Amerika unternommen haben, die neben ihrer zivilisatorischen Mission auch die Wirkung der elektrischen und magnetischen Kräfte erforscht haben, die dort wie nirgendwo anders wirken und mit den verschiedenen Krankheiten zusammenhängen. Bemerkenswert ist es, dass dort die indianischen Stämme Kykonen und Peonen existieren, die die Namen zweier der 150 thrakischen Stämme tragen. In der Kultur der indianischen Stämme gibt es viele Elemente der thrakischen Kultur.

Europa sollte sich als dreigliedrig entwickeln und von sehr komplizierten ätherischen Strömungen umgeben werden, über die Steiner eingehend gesprochen hat. Danach stand die Ausbildung der ganzen Welt als dreigegliedert bevor. Die Menschen sollten die Existenz der Kontinente in Übersee vergessen, denn der Christus-Impuls ist zwar für die ganze Menschheit, aber er musste wahrhaftig  unter der europäischen Bevölkerung kultiviert werden. Die Ich-Entwicklung sollte in Ruhe vor sich gehen und nicht durch den östlichen luziferisierten Okkultismus und den ahrimanisierten Übersee-Okkultismus gestört werden. Gegen Mitte der atlantischen Zeit stieg Christus herab und Sein Weg zu den menschlichen Leibern führte zuerst zur nathanischen Seele. Als in der Zeitenwende der Christus-Impuls ausgestrahlt wurde, begann Sein Weg zu der Menschenseele. Nun sind wir in der Periode, wenn sich die Bewusstseinsseele mit dem Geist verbinden soll – das charakterisiert das Christentum des Heiligen Geistes. Es fällt dem heutigen Menschen jedoch äußerst schwer zu verstehen, was vor sich geht, geschweige denn das Richtige zu tun. Die Existenz Amerikas geriet langsam in Vergessenheit. Zu einer bestimmten Zeit erschien in den östlichen Mysterien ein sehr mächtiger luziferisierter Eingeweihter, der mit zurückgebliebenen luziferischen Wesenheiten zusammenarbeitete, die auf dem alten Mond von Archai zu Elohim aufsteigen sollten. Dieser Eingeweihte sah in der Person des jungen Dschingis Khan, dass dieser losziehen und Europa zerdrücken würde. Angestrebt wurde eine Luziferisierung der europäischen Bevölkerung bereits im 12.-13. Jahrhundert, die das Ziel verfolgen sollte, dass a) die Menschen das Interesse am Irdischen verlieren, ohne das die fünfte Kulturepoche des Ich unmöglich ist, und b) die von ihnen bewohnten Gebiete verlassen, welche aufgrund der okkulten Geografie für ihre künftige Entwicklung geeignet waren. Diese Seelen sollten eine solche Entfremdung vom Irdischen entwickeln, dass sie sich in den nächsten Inkarnationen überhaupt nicht mit Europa und dem Christentum verbinden und von der richtigen Menschenevolution weggeworfen würden, die zur Ich-Entwicklung führt. Wir haben über die Invasion Tschingis Khans gesprochen und darüber, dass die Bulgaren die einzigen waren, die ihn 1223 besieht haben im sog. „Schafskampf“. Trotzdem erreichte er Liegnitz an der polnisch-deutschen Grenze, nachdem er über 30 Millionen km2 fremde Gebiete erobert hatte. In Liegnitz stellten sich die Sonnenelohim übersinnlich gegen die Invasoren und trieben sie in die Flucht – ein Umstand, den die Geschichte nicht erklären kann. Obwohl sich aber die Invasoren aus Europa zurückzogen, blieb ein bestimmter luziferischer Einfluss zurück. Der Kontinent Europa selbst wurde von der Himmlischen Sophia als eine dreifache Bildung geplant und nach diesem Modell sollte auch die restliche Welt aufgebaut werden. Daher ist es ein Privileg, auf diesem Kontinent zu leben.

Wie wurde diese Dreifachheit geschaffen? Durch Boris I. den Täufer. Vor ihm war von keinem Slawentum die Rede, so ein Begriff existierte nicht. Die Märchen, die wir im Geschichtsunterricht zu lernen hatten, dass die Bulgaren aus Asien gekommen wären und sich im Meer der zahlreichen slawischen Stämme aufgelöst hätten, sind Hirngespinste, die weder eine historische noch eine okkulte Grundlage haben. In der Vorlesung über die Bodhisattvas habe ich erläutert, was mit Boris I. eingeleitet wurde. Ihm erschien einer der Sonnenelohim und trug ihm eine der wichtigsten Aufgaben auf – das Slawentum zu bilden. Dieselbe Wesenheit erschien später, im Jahr 1897 dem Meister Beinsa Douno in Varna und teilte ihm mit, dass Boris I. „der Vater des Slawenstammes“ ist. So wie Abraham der Stammvater aller Juden, Moslems und weiterer Völker ist, die aus den zwölf Stämmen Jakobs entstanden, so ist auch Boris der Vater aller Slawen, wenn auch nicht im geschlechtlichen Sinne. Früher war das Stammesmerkmal bestimmend, dagegen reden wir jetzt von der geistigen Kategorie ‚Slawentum‘. Das Slawentum oder der Osten Europas wurde im 9.-10. Jahrhundert aus dem Auftrag heraus begründet, den Boris I. von einem der sechs Sonnenelohim erhalten hat, die das Christus-Ich in der Zeitenwende trugen. Die Herausbildung des Slawentums begann aus Völkern, die auch hinter dem Ural wohnten und hierher kamen und sich mit den gethischen Thrakern vermischten, die damals umfangreiche Territorien oberhalb Bulgariens bis zur Ukraine bewohnten. Nach und nach begann die Herausbildung jenes Volkes, das Steiner „das Christus-Volk“ nennt – nicht im Sinne, dass Christus nur in diesem Volk ist, sondern dass in ihm der unbesiegbare Geist des Grals lebt. Im Orient ist das Spirituelle führend, aber dort es ist luziferisiert. In Europa ist das in einem geringeren Ausmaß der Fall, aber im wahren christlichen Sinne ist das Spirituelle im Slawentum vertreten. Langsam wurden auch Mitteleuropa und die Anfänge Westeuropas geformt. Aber Westeuropa hängt sowieso mit der europäischen Entwicklung zusammen und kann den Westen als Prinzip repräsentieren. Es musste auch das amerikanische Volk entstehen, damit die ganze Welt endlich eine dreifache Struktur haben konnte.

Welche waren die Seelen, die die amerikanische Nation ausbildeten? Dorthin strömten Seelen aus der ganzen Welt. Die Ersten waren natürlich die Vertreter der Seefahrernationen – Engländer, Spanier, Portugiesen, Franzosen und Niederländer. Diese Menschen hatten die Aufgabe, in Übersee ein neues, junges Volk auszubilden, das eine besondere Mission hatte. In der Geschichte heißt es, dass die ersten Siedler Menschen waren, die vor etwas in der Alten Welt auf der Flucht waren – Sucher religiöser Freiheit, Sucher eines besseren Lebens, Verbrecher, Abenteurer usw. Welche waren eigentlich die Seelen, die sich in diese Körper einkleideten und sich diesen Kontinent als Wohnort aussuchten? Das waren Seelen, die während der Ereignisse von Golgatha und in der anschließenden Zeit im Orient, in Asien lebten. Sie alle waren die Träger der mehr oder weniger luziferisierten östlichen Spiritualität. Da sie die luziferischen Impulse aus dieser Spiritualität aufgenommen haben, bleiben solche Seelen zwischen ihren Inkarnationen länger in der geistigen Welt und das unterscheidet sie von den Seelen, die ahrimanischen Einflüssen ausgesetzt waren. Slava Sevrjukova erzählte unter anderem Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts, dass Stalin, der einen viel elementareren Menschentyp im Vergleich zu Hitler repräsentiert – der typische Vertreter einer ahrimanisierten Seele -, in einem Land der dritten Welt inkarniert ist. Dort soll er als Lastträger arbeiten und tief unglücklich sein. Über Hitler hat sie gesagt, dass er noch sehr lange in der geistigen Welt bleiben werde und das ist verständlich, da er in der luziferischen Geistigkeit brannte. Aber für ihn werden auch Inkarnationen vorbereitet, in denen das Unglück sein ständiger Begleiter sein wird. Das habe ich als die gegenwärtige Bestätigung der Worte Steiners darüber erwähnt, wie lange die Vertreter der verschiedenen Arten der Spiritualität in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt bleiben.

Die Seelen, über die wir sprachen, inkarnierten sich während der erneuten Entdeckung Amerikas und in der Folgezeit in Europa. Mit ihrer luziferischen Empfindsamkeit, die in europäischen Leibern eingekleidet war, fühlten sie sich in einem christlichen Umfeld, das bereits einen langen Entwicklungsweg zurückgelegt hatte, am falschen Ort. Der Wille kam bei Ihnen als Instinkt zur Geltung und sie gingen buchstäblich wie eine Herde los, um Amerika zu erobern.

In der dreigegliederten Welt vertritt Amerika das Prinzip des Vaters, Europa – das Prinzips des Sohnes und der Osten – das Prinzip des Heiligen Geistes. Wir müssen darauf schauen, wie diese Dreifachheit in Europa präsent ist, denn dort befindet sich die Antwort auf die Frage, wo der Ausweg für die ganze Menschheit liegt. Die Naturphänomene in Amerika als dem Repräsentanten des vatergöttlichen Prinzips sind außergewöhnlich. Früher habe ich Bücher darüber gelesen, wie es dort ausgesehen hat, als die Natur noch unberührt war. Millionen von Vögeln haben den Himmel verdunkelt, unzählige Bisonherden bewohnten die Ebenen, es gab Wälder aus gigantischen Sequoias und andere imposante Phänomene. All das wurde von der Menschenherde zerstört, die von den Willensinstinkten und den Impulsen der Naturwissenschaft Francis Bacons angeführt, vorwärts zog. Das führte dazu, dass viele der dortigen Tier- und Pflanzenarten heutzutage in das Rote Buch der bedrohten Arten eingetragen wurden.

Zusammen mit den Menschen bewegte sich in Richtung Amerikas auch ein übersinnliches Wesen mit – der Geist, der sich einen Leib aus diesen Menschen bilden wollte. Wie Steiner auch sagt, dürfen die Amerikaner nicht so stolz auf ihre Vorfahren sein, da diese ziemlich wild waren. Aber gerade sie sollten nach Amerika ziehen und den Anfang zu diesem Konglomerat geben, das ein Bewusstsein als amerikanisches Volk erlangte. 2016 wird sich die Unterschreibung der Unabhängigkeitserklärung der USA zum 240. Mal jähren. Der Staat wurde von Freimaurern gegründet, die selbst Sklavenhalter waren, aber in ihre Erklärung hineinschrieben, dass die Menschen mit den gleichen unabänderlichen Rechten geschaffen wurden. Sie schauten zurück und bauten viele Tempel und öffentliche Gebäude nach römischem Muster. So nahm die Staatlichkeit Amerikas unter der Führung der ausgetauschten Freimaurerei ihren Anfang. Was für eine übersinnliche Wesenheit zog zusammen mit den von den Instinkten des Willens geführten Menschen immer weiter in den Westen, die alles auf ihrem Weg zertrampelten und nur in einer materialistischen Art nutzten?

Gegen Ende seines Lebens sprach Steiner vor der Christengemeinschaft über Wesenheiten, die auf dem alten Mond zu Elohim aufsteigen sollten, und sagte, dass der Satan bzw. Ahriman eine solche Wesenheit ist. Als wir im letzten Winter die Frage behandelten, woher Ahriman kam und wie weit er bereits in seiner Entwicklung ist, haben wir festgestellt, dass er bereits das Potenzial eines unrechtmäßig entwickelten Geistes aus der Hierarchie der Mächte (Dynamis) erreicht hat. Der Zusammenprall mit ihm steht uns bald bevor. Eine solche zurückgebliebene Wesenheit, die aus der Hierarchie der Archai auf dem alten Mond zu einem Eloah aufsteigen sollte, ist der Gruppengeist des amerikanischen Volkes, der gegen die Interessen der Menschheit wirkt. Dieses Volk wurde als eine gigantische Balance gebildet, die den Luziferismus aus dem Orient auszugleichen hatte. Eine Ich-Entwicklung des europäischen Menschen kann nicht existieren, wenn diese zwei Pole nicht bestehen, die sich gegenseitig ausgleichen. Amerika ist für die Menschheit unbedingt notwendig. Steiner sagte, dass die Menschen, die dorthin gingen, Menschen des Willens sind. Wenn wir über die östlichen Menschen sagen können, dass sie Menschen der Vernunft sind, und über die Europäer, dass sie Menschen des Herzens sind, dann befinden sich die Menschen des Willens in Amerika. Das sind die drei seelischen Eigenschaften des Menschen, die in dieser Art auf der Welt vertreten sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Mensch nicht jede dieser Eigenschaften besitzen kann.

Um den Amerikaner zu verstehen, müssen wir uns an seinen Platz stellen. Was bedeutet es, ein Mensch des Willens zu sein? In der letzten Saison haben wir in drei Vorlesungen die Umwandlung des Denkens im behandelt und die allmähliche Verwandlung des Menschen vom Homo sapiens in einen Homo magneticus, was die große Herausforderung der Zukunft darstellt. Es steht unsere Verwandlung in einen ganz anderen Menschentyp bevor. Letztes Jahr richteten wir unsere Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Umwandlung des Denkens, da sie den Anfang bildet. Nun wollen wir über den Willen sprechen und darüber, wie er im Menschen funktioniert.

Was ist der Wille? Ich werde das auf die möglichst einfache Art veranschaulichen. Man nimmt eine kleine Menge Speise, legt sie in den Mund, kaut, sondert Speichel ab und schluckt sie herunter. Bis zum Durchgang durch den Kehlkopf haben wir ein Bewusstsein über den Prozess und können ihn steuern. Nachdem die Nahrung in die Speiseröhre geraten ist, haben wir kein Bewusstsein mehr über den Prozess und dort mischt sich der Weltenwille ein. Dieser wirkt im weiteren Verlauf dessen, was mit der heruntergeschluckten Nahrung passiert. Im menschlichen Willen wirkt der Weltenwille. Wenn wir einschlafen und das Ich und der Astralleib hinaufsteigen, strömen in den Menschenleib die Wesenheiten des Weltenwillens herein und arbeiten dort. Stirbt der Mensch, so steigt er hinauf, wo Bewusstsein, Leben und Wille eine Einheit bilden. Nun wollen wir erläutern, was der Wille darstellt. Ganz oben über der ganzen Schöpfung steht das Ich-bin-Prinzip. Aus diesem Prinzip erschien durch ein Opfer am Uranfang der Weltenwille. Der Wille ist aufopfernd, das ist das vatergöttliche Prinzip, das sind die Throne, die den alten Saturn als die ausgestrahlte Substanz unseres physischen Leibes einleiteten, der während der Äonen der Evolution diese Form annahm, die wir heute auf der Erde sehen. Am Anfang des ganzen Zyklus des Sohnes steht der aufopfernde Wille. Dieser Wille brachte als Liebe später das Leben und das Bewusstsein der nächsten zwei Äonen hervor.

Oben ist eine gigantische Dreifachheit aus Bewusstsein, Leben und Wille. Hier auf der Erde besitzen wir ein Bewusstsein, das jedoch nicht das ursprüngliche lebendige Bewusstsein, sondern ein abstraktes Bewusstsein ist. Über das Leben haben wir nur eine neblige Vorstellung und über den Willen, in dem die wahre Moralität lebt und dessen Substanz selbst Liebe ist, wissen wir gar nichts. Jeden Abend, wenn der Mensch einschläft, strömt er mit seinem Willen zum Weltenwillen hinauf und dort findet eine unbewusste Veredelung in der gigantischen Sittlichkeit des Weltenwillens statt. Will der Mensch die ersten Schritte zur Enträtselung des Willens in sich machen, so kann er sich an das Gewissen in seinem Inneren wenden, das sich von innen meldet. Das ist eigentlich Christus. Wenn der Mensch stirbt, gerät er in diesen Weltenwillen. Sein ätherischer Leib fällt in den nächsten Tagen ab und sein Astralleib und sein Ich werden vom Geistselbt (Manas) eingekleidet. So erlebt er im Laufe eines Drittels seines Erdenlebens in der Sphäre zwischen Erde und Mond in umgekehrter Reihenfolge sein ganzes Leben, und zwar vom Standpunkt aller Menschen, die er in irgendeiner Art verletzt hat. Erst wenn sich der Mensch Klarheit über sein letztes Lebens geschaffen hat und der Übergang zur Sonnensphäre bevorsteht, kleidet er sich in das Prinzips des Lebensgeistes (der Buddhi) ein und der Astralleib fällt ab. Schon während wir unser Karma in der Mondensphäre erleben, ist der Lebensgeist mit uns, aber wir haben kein Gespür dafür, da wir dann hauptsächlich das Geistselbst spüren und der Astralleib sich wegen unserer Fehler in Qualen windet. Nach dem Abfall des persönlichen Elementes und unserer Einkleidung in den Lebensgeist beginnen wir, uns selbst als die ganze Menschheit zu erleben. Wenn wir den höchsten Punkt unserer Erhebung erreichen – die sog. Weltenmitternacht, wo wir eins mit allen Wesen der ganze Schöpfung werden und das Weltenkarma sehen, halten wir uns im Weltenwillen oder im Lebensäther auf. Während wir heruntersteigen und uns der nächsten Inkarnation die Sphären durchlaufend annähern, erlischt das Bewusstsein in dem Maß, in dem wir den Weltenwillen in unseren Leib konzentrieren, der aus dem Weltenwillen der ganzen Schöpfung geprägt ist. Es gibt eine direkte Beziehung zwischen Wille und Bewusstsein. Im Augenblick unseres Erscheinens auf der Welt haben wir kein Bewusstsein über die geistige Welt, aber der Wille tritt stark in Erscheinung – als Wachstumskräfte.

Das Kind wächst am Anfang ohne sich dessen bewusst zu sein. Allmählich werden die aufrechte Haltung, der Rede und das Bewusstsein entwickelt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt sind die Wachstumskräfte ausgeschöpft und wir erlangen unsere endgültige Form, das Bewusstsein nimmt zu. In dem Maße, in dem der Wille in Form der Wachstumskräfte abnimmt, nimmt das Bewusstsein zu. Der Vermittler zwischen Verstand und Wille ist das Leben. Es besteht also eine sehr direkte Beziehung zwischen Bewusstsein, Leben und Wille.

Ich werde mir eine kleine Abweichung erlauben und wieder auf mein Erlebnis vor der Oper in Varna 2009 zurückkommen, denn ich kenne keinen anderen Menschen, der im Wachzustand ein solches Erlebnis gehabt hat. Nun werde ich es in diesem Zusammenhang erörtern. Ich habe mich zum kosmischen Bewusstsein erhoben, zu dem jeder Mensch aufsteigt, wenn er stirbt. Dort habe ich alle Wesen im Kosmos gesehen, die in der Liebe des Christus leben, die anders ist als die vatergöttliche Liebe. In diesem Erlebnis gab es das Bewusstsein, das sich zum kosmischen Bewusstsein erhoben hat, es gab das Leben, die Liebe, die der Weltenwille ist, aber sich von der vatergöttlichen Liebe unterscheidet, da sie das Golgatha und die Menschwerdung, den Tod und die Auferstehung erlebt hat. Dieses Erlebnis hatte ich im wachen Zustand und es dauerte nur einen Augenblick.

Die Offenbarungen verursachen beim Menschen immer Reue, denn er betrachtet sich in der Offenbarung und vergleicht sein eigenes Wesen mit dem, was er oben gesehen hat. Das ist die Einströmung des Heiligen Geistes, der nicht nur ein Bewusstsein, sondern auch Leben mitbringt, die Liebe Christi als den manifestierten Weltenwillen. Das ist das besondere Erleben der Stufe bis zum Leben Christi, bis zur Liebe Christi, die anders ist als die vatergöttliche Liebe. Ich weiß nicht, wie die Liebe des Vaters ist. Der Geistesmensch wurde mir nur angedeutet, aber ich habe erlebt und verstanden, was die Buddhi ausmacht. Das habe ich in der Vorlesung „Offenbarung“ als die Rückkehr des erneuerten Palladiums formuliert. In den alten Zeiten stieg das Palladium zu den thrakischen Priestern in Troja herunter und das war ein fluoreszierender Körper, welcher die kulturellen Impulse ausstrahlte, die die dort lebenden Zivilisationen inspirierte. Dieser Körper war das Werk der Himmlischen Sophia und es brachte Weisheit mit, jedoch keine Liebe. Christus änderte die Beziehungen zwischen Vatergott und Sohn in der Trinität und das ist die größte Wandlung im ganzen Zyklus vom Saturn bis zum Vulkan. Es wird nie wieder eine größere Änderung geben. Nur ein Mitglied der Trinität kann die Beziehungen dort ändern. Es gibt keinen größeren Beweis dafür, dass Christus der Sohn der Trinität ist und nicht nur eine Manifestation von Ihm. Seitdem leben alle Wesen des Kosmos in Seiner Liebe, die anders ist als die Liebe des Vaters. Das ist die Rückkehr des erneuerten Palladiums, das neben der Weisheit nun auch die Liebe Christi mitbringt. Das bedeutet die ‚Einweihung mit dem Eisen und dem Brot‘. Jeder, der das mindestens eine Sekunde lang erlebt hat, wird wissen, dass er eine Einweihung berührt hat, die keine okkulte Quelle erwähnt. Sie bringt die neue Beziehung zum Ausdruck, die zwischen Michael und Christus-Michael als dem Vertreter der Himmlischen Sophia und der geistigen Hierarchien einerseits und Christus in unserem Ich auf Erden andererseits besteht. Diese Beziehung kann erst jetzt im Zeitalter Michaels zum ersten Mal bewusst erlebt werden, zumindest für einen kurzen Augenblick. Wenn der Mensch seinen Schulungsweg zurückgelegt haben wird, wird er sich immer in diesem Zustand befinden und zu einem Eingeweihten im gegenwärtigen Sinne des Wortes und zum Meister der Menschheit aufsteigen. Zwölf solcher Menschen müssen sich auf der Erde finden. Möge Gott geben, dass mindestens einer aus unserer Gruppe später herausgehen wird. Bisher gibt es solche Menschen nicht. Das Berühren dieser Einweihung, die in einem kurzen Augenblick geschah, gab mir die Kenntnis, vor was wir stehen werden – es ist etwas Kolossales. Das Buddhi-Prinzip verkörpert den Christus. Was wird dann der Geistesmensch sein? Wir wissen, dass Ardschuna das Atma für einen Augenblick erlebte, als er von Krishna eingeweiht wurde, aber das war das Erlebnis eines Menschen, dessen Körper viel plastischer war. Die heutige Beziehung zwischen unseren Leibern ist unheimlich fester und wir haben auch ein ausgebautes Ich, somit besteht ein großer Unterschied zu der Zeit Ardschunas.

Mit der Gründung Amerikas war der dreigliedrige Aufbau der Welt vollendet. Amerika repräsentiert den Willen, der in direktester Beziehung zu den anderen zwei seelischen Eigenschaften steht. Es gilt folgendes okkultes Gesetz: Wenn der Wille instinktiv und unbewusst im Menschen zur Geltung kommt, wird er in seinen Gegensatz umgewendet. Dann tritt er nicht als Weltenwille in Erscheinung, um liebevoll und kreativ zu sein, sondern er wirkt als eine Zerstörungsmacht. Warum ist Amerika ein solcher Zerstörer, der überall, wohin er kommt, nur Tod und Zerstörung säet? Es wurde doch mit dem Ziel gegründet, der rechtmäßige Westen der Welt zu sein? Weil im Verstand das abstrakte und nicht das lebendige Denken vorherrscht, das dann ungehindert und für den Menschen unbewusst direkt in den moralischen Willen eindringt, der zum Zerstörer wird. Es muss eine große Alchimie zustande kommen, auf die wir etwas später eingehen werden. Heutzutage ist der Mensch praktisch ein zweifaches Wesen, deshalb besteht ein großes Problem. Einerseits ist er ein soziales Wesen, andererseits wirkt er antisozial und das betrifft alle Menschen. Jeder Mensch ist in seinem Willen tief moralisch, denn in ihm webt der Weltenwille bzw. die Liebe. Jeder Mensch ist aber in seinem Bewusstsein ein Zerstörer, weil im Kopf zerstörerische Kräfte wirken, damit er überhaupt denken kann. Der Mensch stirbt in seinem Kopf und er ist in seinem Willen lebendig. Wenn der Tod aus dem Kopf ungehindert durch den mittleren Teil nach unten in das Lebendige eindringt, tötet er es ab und macht es zum Zerstörer. Wenn Gott nicht als Liebe angenommen wird, verwandelt Er sich in den Gotteszorn. Es gibt eigentlich keinen Gotteszorn, aber wir erleben Gott in dieser Art, weil wir selbst unvollkommen sind. Damit wir Gott verstehen und Ihn richtig erleben und anwenden, müssen wir mit dem großen Marsch vom Denken zum Willen beginnen.

Aber zuerst muss der große Marsch vom Willen zum Denken stattfinden, zum Wandel im Denken, über den wir letztes Jahr ausführlich gesprochen haben, damit es anschließend den Gegenmarsch und gibt uns sich beide im mittleren Teil kreuzen. Wenn sich zwei Menschen begegnen, versucht immer der eine unbewusst, den anderen von seiner gerechten Sache zu überzeugen und seine Meinung durchzusetzen, denn er weiß eigentlich, dass der Gesprächspartner in seinem Denken in diesem Augenblick erstirbt. Da will der Sprechende das, was er trägt und was willentlich aus ihm ausgeht, obwohl es wieder durch den Tod des Denkens geht, in den Willen des Gegenübers einbringen, an seinen Willen appellieren. Das Gegenüber soll sich mit seinem Willen mit dem Gesagten einverstanden erklären. Im Großen und Ganzen funktioniert die Kommunikation der heutigen Menschen in dieser Art. In seinem Willen ist der Mensch ein soziales Wesen. Dort kann niemand asozial sein, denn dort drinnen wirkt der Weltenwille. In seinem Kopf ist der Mensch aber antisozial. Wenn wir nur sozial sind und das ohne den Verstand erleben, werden wir dann wie die Menschen sein, die nur über Brüderlichkeit sprechen, ohne die Gegebenheiten des Lebens zu berücksichtigen. Wenn wir nur das Denken entwickeln, werden wir zu absoluten Individualisten und Egoisten, wir werden dann zwar zeitgemäß, aber vom Schatten-Ich abhängig sein. Es muss die große Balance geben zwischen Verstand und Wille, zwischen dem Antisozialen und Sozialen. Es ist notwendig, bei der Entwicklung des mittleren Teils zwischen den beiden auszugleichen und wahrhaftig als Ich zu wachsen. Heute findet man das tote Denken überall, deshalb wirkt alles im Willen des Menschen, der sich in seinem unteren Teil befindet, zerstörerisch. Am stärksten ist das auf dem amerikanischen Kontinent ausgeprägt, was mit seiner okkulten Geografie zusammenhängt.

Heute kam die Meldung über einen zerstörerischen Tornado, der durch mehrere Bundesstaaten tobte. Die äußere Erklärung des Tornados berücksichtigt die Anordnung der Gebirgsketten in den beiden Amerikas, die eine Nord-Süd-Ausrichtung haben und sich somit von den Bergen der restlichen Welt mit ihrer Ost-West-Ausrichtung unterscheiden. Deshalb strömt in Nordamerika die Kälte aus dem Norden ungehindert ein und trifft auf die heißen und feuchten Luftmassen in der Nähe des Golfes von Mexiko. Bei ihrem Treffen aufeinander entstehen diese gigantischen Wirbel. Was ist die esoterische Erklärung dieser Erscheinung? Oben im Norden ist der eisige Tod des Verstandes, unten im Golf von Mexiko sind die zerstörerischen Leidenschaften, die als Instinkte im Willen wirken. Wenn beide im Amerikaner begegnen, bei dem der mittlere Teil fehlt, wird er zum Werkzeug der zerstörerischen Kräfte.

Die Wesenheit, die zu den Archai gehörte und auf dem alten Mond zu der Hierarchie der Elohim aufsteigen sollte, kann durch die unterirdischen magnetischen und elektrischen Kräfte auf die Leiber der Amerikaner einwirken. Auf diese Weise werden die für die ganze Welt verhängnisvollen Doktrinen formuliert, die die amerikanische Politik leiten. Die Amerikaner sind ziemlich oberflächliche Menschen, da ihre Seele nicht ganz im Körper inkarniert ist. Sie empfinden das Christentum nur als äußere Form. Das Christentum ist dort in mannigfaltigen Modifizierungen verbreitet, aber nur bis zur Stufe des Zeremoniells, es fehlt die Vertiefung in seinen wahren Gehalt. Oft wirken die Instinkte im Willen auf eine soziale Ausrichtung des Christentums hin, aber sie sind nicht in der Lage, in der richtigen Art bis zum Verstand heranzureichen. Dann werden sie vom führenden Geist Amerikas gefangen genommen und nach außen als den Tod herausgekehrt, den die USA in die Welt säen. Sie wissen, dass die Menschenchakras in einem bestimmten Lichtspektrum leuchten. Das, was man okkult als das Leuchten der Erdenaura im Osten beobachten kann, ist in Blau-Violett gefärbt, in Mitteleuropa – in Grün, und auf dem Gebiet Nordamerikas glüht es in Feuerrot-Gelb. Das Drama des Amerikaners besteht in seiner Zwischenstellung zwischen dem Durst nach dem Geist und der Unfähigkeit, ihn wegen seiner totalen Erdung zu finden. Der Erdmagnetismus wirkt auf den Kontinent in Richtung Nord-Süd und verhilft zur Entstehung der zerstörenden Erscheinungen, die die Natur und das Seelische vernichten.

Andererseits wirkt auch die Elektrizität, die den Lichtäther aus der Astralwelt darstellt, der aber zerdrückt, umgewandelt und in die unterphysische Welt hinuntergebracht ist. Der Magnetismus ist die unterphysische Manifestation, die aus der Transformation des Tonäthers aus dem niederen Devachan resultiert. Die Atomenergie ist eine solche Erscheinung der Transformation des höchsten Äthers – des Lebensäthers -, der aus dem höheren Devachan in die unterphysischen Welten hineingetrieben wurde. Die Symbole der heutigen Zivilisation – die elektrische Energie, die magnetischen Kräfte und die Kernenergie – stellen keinen Fortschritt der Menschheit dar, sondern kennzeichnen ihren immer tieferen Absturz. Die Zivilisation wird sich erheben, wenn eine Umwandlung des Denkens einsetzt und eine Beziehung zum Schutzengel und anschließend zu den höheren Hierarchien hergestellt wird. Leider geht die Menschheit in die entgegengesetzte Richtung und hält das für die Zivilisation. Ahriman hat uns dorthin gebracht, dass nur ein kurzes Ausschalten des Stroms unser Leben zum Stocken bringt.

Neben der Elektrizität, die wir aus unserem Alltag kennen, fließt im Menschen auch eine andere Elektrizität. Im 19. Jahrhundert haben die Wissenschaftler bemerkt, dass im Menschen auch Elektrizität vorhanden ist. Die elektrischen Ströme, die im Nerven-Sinnes-Apparat des Menschen fließen, entstammen seinem Doppelgänger und in ihnen fließen amoralische Impulse. Der menschliche Doppelgänger ist ein Elementarwesen, das mit dem Irdischen verwandt ist. Er will das menschliche Ich eliminieren, indem er eine übermäßige Anziehung zur Erde verursacht und die  Verwandlung des Menschen in eine Art seelisches Gruppenwesen anstrebt, das von einem ahrimanischen Wesen gelenkt wird. Der Doppelgänger wirkt unterbewusst in unserem Ätherleib, es inkarniert sich in uns kurz vor unserer Geburt und verlässt uns kurz vor unserem Tod, da es den Tod auf dem physischen Plan nicht ertragen kann. Das hängt mit dem Mysterium von Golgatha zusammen, als Christus Sein Phantom auferweckt hat. Die Beziehung unseres Phantoms mit Christus ist das, was das Elementarwesen daran hindert, mit uns zu bleiben. Da dieses Elementarwesen unterbewusst in uns wirkt und wir keine Vorstellung von ihm haben, wird es zur leichten Beute der ahrimanischen Mächte. Ahriman hat längst unsere ätherischen Doppelgänger geraubt, aus denen die Kräfte der Krankheiten ausgehen, die uns zum Irdischen heranziehen. Sein Ziel besteht darin, uns Ätherleiber zu verleihen, die aus dem Erdenäther stammen und nicht aus den kosmischen Ätherkräften des Lebens. Die ursprüngliche Tätigkeit des Doppelgängers ist rechtmäßig, da er uns auf die Erde zentriert. Durch ihn können wir die aufrechte Haltung einnehmen. Wenn unser Wachstum aufhört und wir im Bewusstsein wachsen sollen, dann müssen wir diesen Doppelgänger zähmen lernen und ihn zu eigenen Zwecken benutzen. Doch leider beherrscht das der Mensch noch nicht, denn er ist sich der Existenz dieser Elementarwesen nicht bewusst.

Diese Elementarwesen haben individuelle Vorlieben bezüglich des Ortes der Inkarnation. Am erfolgreichsten erweisen sich diejenigen von ihnen, die in Amerikanern inkarnieren, da sie verwandt sind mit der Elektrizität, mit der zerdrückten Astralwelt, die in die uns bekannte Elektrizität verwandelt wurde, und mit den Erdenkräften, die dem Erdenäther gehören. Diese Wesen besitzen einen immensen Verstand und Willen, aber keinerlei Herzlichkeit. Deshalb ziehen sie so stark die Amerikaner herunter, erden sie und wollen sie auf das Gruppenseelenhafte zurückbringen. Dass die Menschen den Doppelgänger nicht kennen, ist ein Umstand, der große Gefahr für alle birgt. Auf der Erde gibt es viele okkulte Zentren, wo die Zeremonialmagie praktiziert wird. Durch sie wird der Mensch sehr stark geerdet. Doch in diesen Zentren wird nicht das Erreichen der wahren Unsterblichkeit angestrebt, was eigentlich die Verbindung des menschlichen Phantoms mit dem Christus-Phantom darstellt. Die wahre Unsterblichkeit besteht darin, dass es weder unten noch oben eine Bewusstseinsänderung gibt. Das größte Drama erlebt ein Mensch, der nichts über die geistige Welt weiß, wenn er sterben soll. Wenn er die Schwelle durchschreitet, erweist sich der Moment des Todes als sein größtes Erlebnis. Es gibt aber eine Möglichkeit, das Ich-Bewusstsein oben aufrechtzuerhalten. Wir wissen, dass das Phantom eine Art Leisten unseres physischen Leibes ist und einer Kraftstruktur ähnelt, die auf dem physischen Plan von Mineralstoffen erfüllt ist und unserem Leib die Form verleiht. Wenn wir sterben und aufsteigen, suchen wir den Platz im geistigen Raum, der für unser Phantom vorbestimmt ist. Nur die Entdeckung und die Kontemplation unseres persönlichen Phantoms gibt uns das Selbstbewusstsein, das Ich-Bewusstsein, dass wir von der Ganzheit getrennt sind. Im ganzen geistigen Raum existiert ein Platz, der für jede Seele der Erde, jedes Ich vorbestimmt ist. Die Einstellung zum Christus-Phantom gibt oben die Kraft zum Ich-Bewusstsein und zum bewussten weiteren Durchlaufen der Sphären zur neuen Inkarnation. Aus diesem Grund ist die bewusste Verbindung mit dem Christus-Impuls auf dem Erdenplan für alle Menschen von entscheidender Bedeutung. Das Vorhandensein eines Phantoms selbst verleiht ein Gefühl der Ichhaftigkeit nach dem Tode, aber es besteht ein enormer Unterscheid, ob man eine bewusste Einstellung zu Christus hat oder nicht. Nach dem Tod nimmt der Weltenäther unseren persönlichen Ätherleib mit, den Leib des Gedächtnisses, in dem sich unsere (abstrakten) Gedanken befinden. Etwa drei Tage, nachdem wir das Panorama unseres vergangenen Lebens gesehen haben, löst sich alles im Weltenäther auf. Danach gelangen wir ins Kamaloka und es beginnen unsere Leiden mit dem Astralleib. Unsere wahre Unsterblichkeit beginnt hier auf Erden mit dem Aufbau der Beziehung zum Christus-Phantom. Worin besteht dagegen die ahrimanische Unsterblichkeit? Für Steiner ist das die Ausstattung des Menschen mit einer geerdeten geistigen Leiblichkeit. Was ist das und was bezwecken diejenigen, die die Zeremonialmagie in den okkulten Zentren praktizieren?

Laut Steiner halten sich auf der Erde in übersinnlicher Art unrechtmäßigerweise Wesenheiten von dem Mond, Merkur und der Venus auf. Sie wollen unsere aus dem kosmischen Äther gebildeten Ätherleiber, die beim Schlaf auf der Erde zusammen mit unseren physischen Leibern bleiben, durch Leiber ersetzen, die nur aus reinem Erdenäther gebildet sind. Ein Ätherleib, der nur aus Erdenäther gebildet ist, ist in der Lage, nur ein Bewusstsein zu tragen, das das Ergebnis der Erdenweisheit, aber nicht der kosmischen Weisheit ist. Nach dem Tod eines Menschen mit einem ausgetauschten Ätherleib wird sich dieser nicht aufwirbeln und im Weltenäther auflösen, sondern er wird erhalten bleiben. Darin besteht die ahrimanische Unsterblichkeit. Aber mit einem solchen Ätherleib wird dieser Mensch nah der Erde geerdet sein und zu einem Werkzeug der Logen werden. Auf diese Weise wird Ahriman nicht nur die volle Macht auf der Erde, sondern auch eine außerordentliche Macht in der geistigen Welt erlangen. Er wird versuchen, die ganze Menschheit in umherirrende, geerdete Schatten zu verwandeln. Auf diese Weise wird die Erde nicht den Übergang in den Zustand des künftigen geistigen Jupiter machen können. Ahriman will, dass die Erde sein Planet wird. Bei seiner jetzigen Inkarnation wird er alle Anstrengungen unternehmen und alle dunklen Mächte einspannen, um sein Ziel zu erreichen. Er will Christus von diesem Planeten verdrängen, denn Christus ist der Geist der Erde und der Menschheit. Es muss uns völlig klar sein, dass Ahriman mit seiner Inkarnation den Meilenstein zur Verwirklichung dieser Absicht legen wird.

Die Prüfung, die uns bevorsteht, ist gigantisch, denn der Antichrist wird alle vorhandenen Kräfte, Möglichkeiten und seine ganze Macht nutzen, um dies zu verwirklichen. Dabei wird er die Unterstützung der zurückgebliebenen Engel haben, die in der dritten Kulturepoche, als Christus die Sphäre der Engel überquerte, die Wahl hatten, Ihm zu folgen und dies nicht getan haben. Christus stieg in einen Leib herunter und ging durch Tod und Auferstehung. Die Menschen wurden auch vor diese Wahl gestellt. Erst jetzt aber steht diese Wahl mit voller Kraft vor uns und sie muss völlig bewusst getroffen werden, denn wir leben in der Zeit Michaels und die zweite Wiederkunft Christi im ätherischen Leib auf dem Astralplan ist im Gange. Deshalb klingen die Worte Beinsa Dounos so entschieden: „Entweder ist man mit Christus oder gegen Ihn“[2]. Es gibt keine Zwischenposition. Die Engel, die Christus nicht angenommen haben, als Er ihre Sphäre während der dritten Kulturepoche durchlief, wurden zu Seinen Gegnern und ein Teil der Menschheit konnte nicht auf die richtige Annahme des Mysteriums von Golgatha vorbereitet werden. Die anderen Engel, die Christus angenommen hatten und Ihm gefolgt waren, trugen zur richtigen Wahrnehmung dieses Mysteriums bei. 1879 reinigte Michael die Astralwelt von den zurückgebliebenen Engeln und diese drangen in unser Blut ein. Dort wirken sie stark dagegen, dass wir Christus annehmen.

Ich habe Ihnen über das Gespräch mit Anton Dontschew erzählt, das ich neulich im Fernsehen verfolgt habe. Er stellte eine interessante Verbindung her, ein interessantes Bild der heutigen Ereignisse in Europa und der einströmenden Migranten. Dontschew verglich Europa mit der Zeit, als vermutlich ein Vulkan auf der Insel Santorini ausbrach und das Festland zwischen dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer gerissen hat. Dabei verwandelte sich das Schwarze Meer aus einem Süßwassersee in ein Salzwassermeer, in dem unter 150 m kein Leben existiert. Diese Naturerscheinung veränderte das Schwarze Meer für immer. So würden laut Dontschew auch die Migranten Europa für immer verändern, wobei er es offen ließ, ob zum Guten oder Schlechten. So wie die Menschen, die früher an einem See gelebt haben, lernen mussten, an einem Salzwassermeer zu leben, muss auch Europa lernen, unter den neuen Bedingungen zu leben. Ich werde das anders sagen. Der Süßwassersee war wie die jungfräuliche Existenz Abels und das Einströmen des Salzwassers und das Abtöten des Lebens ist wie Kain, der die irdischen Kräfte eingebracht hat und die Entwicklung nach unten richtete.

Europa lebte sorglos und in Überfluss versunken, bis plötzlich ein Strom hereinbrach. Europa wird für immer verändert werden und wir müssen lernen, mit diesem Strom zu leben, den man von hier nicht vertreiben kann. Wir müssen eine ganz klare Vorstellung davon haben, was passiert und wie wir darauf reagieren sollen. Amerika ist der ideale Ort zur Inkarnation Ahrimans, der sowohl vom okkult-geografischen Standpunkt als auch vom Standpunkt des menschlichen Faktors am geeignetsten zu sein scheint.

Ich möchte etwas klarstellen, da bei unseren Gesprächen die These zum Ausdruck gebracht wurde, dass Ahriman in einem vorbereiteten menschlichen Leib eintreten wird, ähnlich dem Leib Jesu, in den Christus eintrat. Die Zeit wird zeigen, wie das geschehen wird. Zu Beginn des dritten Jahrtausends v.Chr. hat sich Luzifer in einem berühmten chinesischen Geschlecht verkörpert. Mit dieser Inkorporation gelang es ihm, die östliche Weisheit zu luziferisieren. Er wollte die Menschheit moralisch machen und sie in die geistige Welt hineinführen, ohne dass sie eine Ich-Evolution und eine bewusste Beherrschung der Erdenwelt erfahren hat. Das Gefäß wurde vorher großgezogen und als er 40 Jahre alt wurde, ist Luzifer in ihn eingetreten. Was zeigt das Alter 40? Nach Steiners Untersuchung entwickelt sich nicht nur der einzelne Mensch in seinem Leben zwischen Geburt und Tod, sondern die ganze Menschheit unterliegt auch einer bestimmten Entwicklung. Wir kennen die siebenjährigen Perioden in der Entwicklung des Menschen von 0-7, 7-14 Jahren usw. Steiner fragte sich, wie alt die Menschheit in jeder der nachatlantischen Kulturepoche war und welcher Periode der Entwicklung des einzelnen Menschen sie entsprechen könnte. Er stellte fest, dass die Menschheit als Ganzes in der ersten machatlantischen Periode im Alter war, das mit dem Alter des einzelnen Menschen zwischen 49 und 56 Jahren vergleichbar ist. Steiner bestimmt als verblüffend und überraschend die Tatsache, dass in den nächsten Kulturepochen die Menschheit jünger zu werden scheint. In der siebten Kulturepoche wird ihr Alter dem Alter des einzelnen Menschen von 7 bis 14 Jahren entsprechen.

Was bedeutet es, dass die Menschheit in der urindischen Epoche im Alter zwischen 49 bis 56 Jahren war? Jeder erreicht irgendwann das Alter von 49 Jahren. Aber mit dem Erreichen dieses Alters spürte das Individuum, dass es in eine Periode eintritt, in der seine persönlichen Eigenschaften mit den Eigenschaften der ganzen übrigen Menschheit zusammenfallen. Diese Periode dauerte bis zu seinem 56. Jahr. Bis 49 Jahren erlebte jeder seine individuelle Entwicklung, zwischen 49 bis 56 Jahren wuchs er in das Umfeld, in die Gruppenseele der Menschheit hinein, danach ging die Entwicklung weiter und die Menschen lebten sich in das hinein, was vor der atlantischen Katastrophe war.

In der zweiten Kulturepoche geschah das Hineinwachsen in die Aura der ganzen Menschheit in der Periode zwischen 42 und 49 Jahren und in der dritten Kulturepoche – zwischen 35 und 42 Jahren. Nach dem 42. Jahr war der Mensch nicht mehr im Einklang mit seinem Umfeld, das Umfeld konnte ihm nicht viel geben und er musste weiterleben, indem er von sich selbst ausging. Beim alten Griechen oder Römer waren die Grenzen des Einklangs zwischen 28 und 35 Jahren und in der heutigen Kulturepoche geschieht das Hineinwachsen in die Gruppenseele der Menschheit zwischen 21 und 28 Jahren. Weil viel Zeit seit dem Beginn der fünften Kulturepoche vergangen ist, fällt das Alter der Menschheit sogar auf 27 Jahre. Sind Sie sich im Klaren, was das bedeutet?! Wenn in den Seelen der heutigen Menschen nicht etwas hineingeführt wird, was ihre Weiterentwicklung fördern könnte, werden sie in der Lage sein, nur das zu erreichen, was im Alter von 27 Jahren erreicht wird. In ihrem weiteren Leben werden die Menschen 27jährig bleiben, obwohl ihr physisches Alter natürlich fortschreiten wird.

Vorhin fragten wir uns, was das Alter von 40 Jahren bedeutet, in dem Luzifer in den vorbereiteten Leib eintrat. Die dritte Kulturepoche startete im Jahre 2907 v.Chr. Sie können sich vorstellen, wie plastisch der Menschenkörper damals war. Steiner hat nicht erwähnt, wie lange dieser mächtige Geist im Körper inkarniert war, aber wahrscheinlich lebte er in der Periode, als die individuelle Entwicklung im Einklang mit dem Alter der Menschheit damals war, d.h. zwischen 42 und 49 Jahren. Als Christus kam, entsprach das Alter der Menschheit der Periode im Menschenleben zwischen 28 und 35 Jahren. Deshalb inkarnierte Christus im 30. Jahr und blieb im Leib bis zum 33. Jahr, wieder im Einklang mit der jünger werdenden Menschheit. Ich gebe zu, dass ich bezüglich der Inkarnation Ahrimans einem Irrtum unterlegen war. Steiner sagt[3], dass wenn die Inkarnation Ahrimans in der westlichen Welt stattfinden wird, wir in dem örtlichen Gemeindebuch eine Eintragung von John William Smith sehen würden. Die Menschen werden ihn für einen gewöhnlichen Bürger halten und das Wesentliche verschlafen. Am Anfang, als mich die mit der Inkarnation Ahrimans zusammenhängenden Fragen stark beschäftigten, dachte ich, dass Ahriman geboren werden wird. Aber weder Luzifer noch Christus wurden geboren. Die Geburt einer übersinnlichen Wesenheit ist in der Art, in der der normale Mensch zur Welt kommt, unmöglich, besonders heute, wenn der physische Leib sich stark verhärtet hat. Benutzen wir die oben erwähnte Logik, so müsste Ahriman inkarnieren, wenn das Gefäß 21 Jahre alt wird, also im Jahre 2020, damit sein Alter dem heutigen Alter der Menschheit entspricht.

Aber ich werde auch etwas anderes sagen. Seit dem Anfang der fünften Kulturepoche, als der Feldzug der Menschheit zum Materialismus begann, wird in den okkulten Logen durch spezielle Inkarnationspaare das Gefäß für ihn vorbereitet. Zu diesem Zwecke werden alle möglichen Methoden eingespannt, einschließlich spezieller Nahrung, die eine so stark erdende Wirkung haben, dass es wieder möglich sein wird, dass er durch eine konkrete Mutter empfangen und geboren wird. Das, was als Prinzip bei Christus und Luzifer galt, kann sich bei Ahriman als ungültig erweisen, da durch ihn die größte Erdung des Menschen kommen wird. Es gibt keine größere Verkörperung der Erdung, des Sündenfalls, des kainitischen Prinzips, als unsere Vertreibung aus dem Paradies, nach der wir zur physischen Geburt übergingen. Der Höhepunkt in der Vorbereitung des Leibes für Ahriman war im Jahr 1998 (dreimal 666). Wir lassen also die Tür offen, denn die Frage nach der Ankunft Ahrimans gehört zu den größten Geheimnissen und im gegenwärtigen Augenblick sehen beide Möglichkeiten real aus. Falls es sich ereignet haben sollte, dass Ahriman selbst am 11.08.1999 geboren wurde und nicht nur das Gefäß für ihn, dann wäre das ein absolutes Wunder, das wir in seiner vollen Tiefe begreifen sollen. Christus war der Einzige, der die Kraft hatte, alle Stufen des Daseins zu durchbohren und sich zu verkörpern, zwar in den bestmöglichen Leib, der als der Höhepunkt der ganzen menschlichen Geistigkeit geschaffen wurde. Ob Ahriman die Kraft dazu hat? Er ist der Gott des Irdischen, der Gott des Todes. Bereits mit der Geburt beginnen wir langsam zu sterben. Wir werden die Ereignisse verfolgen, heiße Gebete an die geistige Welt richten, die Zeichen beobachten und enträtseln, denn die historische Symptomatologie erfordert ein Verständnis der gesellschaftlichen Ereignisse und eine Rücksendung der Information zur geistigen Welt als Aufruf und Bitte um Hilfe. Dort weiß man am besten, wie diese Einmischung als die Antwort auf unser Verständnis auszusehen hat.

Nun werden wir uns der Betrachtung der drei Okkultismusarten und deren Praktizieren in der richtigen und falschen Weise anwenden. Wir unterscheiden den eugenischen, hygienischen und mechanischen Okkultismus, die allgemein ausgedrückt, im Westen, im mittleren Teil und im Osten entwickelt werden. Da wir heute Amerika behandeln und seine Mission zu erläutern versuchen, werden wir auf den für Amerika charakteristischen Okkultismus eingehen. Vorher wollen wir kurz die anderen zwei Okkultismusarten umreißen.

Mit der fünften nachatlantischen Kulturepoche beginnend erheben sich in der Evolution der Menschheit bestimmte Kräfte, über die die Wissenschaft nichts weiß und die sich zukünftig wie andere Fähigkeiten des Menschen entwickeln werden. Das Wissen darüber existiert in den westlichen okkulten Logen, aber es wird sorgfältig bewacht, da sie unter allen Umständen die Herrschaft des Westens über den Osten errichten wollen. Laut Steiner[4] besteht die Absicht, eine Herrscherkaste im Westen und eine Kaste der Wirtschaftssklaven im Osten zu etablieren, wobei mit ‚Osten‘ alles östlich des Rheins und bis tief in Asien hinein gemeint ist. Das werden keine Sklaven sein, wie wir sie aus dem Altertum kennen, sondern eine soziale Struktur, die die verschiedensten Formen annehmen kann, einschließlich der sozialistischen. Diese Formen werden nicht in den englischsprachigen Völkern angewendet – diese sollen die Herrscher der Erde sein.

Die erste Fähigkeit ist die sog. eugenische Fähigkeit. Diese ist hauptsächlich als Entwicklungskeim im Slawentum angelegt, in den Völkern, die in Russland, einschließlich bis an seinen asiatischen Grenzen leben. Die eugenischen Fähigkeiten stellen eine Art dar, in der die menschliche Reproduktion aus der Sphäre der Willkür herausgeführt wird. In den Völkern des Ostens wird das Wissen darüber entwickelt werden, wie man in Einklang mit bestimmten Sternkonstellationen die Empfängnis so bestimmen kann, dass Bedingungen zur Inkarnation eines bestimmten Seelentyps geschaffen werden. Dieses Wissen wird erlauben, direkt aus dem Himmel Impulse zur Moralisierung oder Demoralisierung der Erde herunterzuholen, wobei kontrolliert werden kann, was für Menschen inkarnieren – gute oder böse. Das Praktizieren der bewussten Anwendung dieser Fähigkeiten ist der eugenische Okkultismus. Die westlichen okkulten Logen verfolgen das Ziel, die Kontrolle über diese Fähigkeiten zu übernehmen. Das kann gelingen, wenn sie die Herrschaft über die Völker errichten, unter denen die Keime dieser Fähigkeiten bestehen.

Die zweite Fähigkeit ist die hygienische Fähigkeit und sie besteht im Verständnis, dass das Menschenleben als ein von der Geburt bis zum Tode dauernder Prozess identisch mit dem Krankheitsprozess ist. Der Mensch beginnt schon mit der Geburt zu sterben. In uns wirken ständig die krankmachenden Kräfte, die Kräfte des Todes. Um zu denken, sind wir etwa im Kopf ständig im Sterben begriffen. Aber im Menschen leben auch gesundmachende Kräfte und laut Steiner[5] sind das die gleichen Kräfte, die der Mensch anwendet, wenn er okkulte Fähigkeiten erwirbt, indem er sie in Erkenntnisse umwandelt. Die Umwandlung der dem Menschen innewohnenden Heilkräfte in Erkenntnis gibt laut Steiner okkultes Wissen. Die hygienischen okkulten Fähigkeiten existieren bei allen Menschen, aber am stärksten sind sie in Mitteleuropa und besonders im Germanentum. Diese Kräfte liegen sehr tief im menschlichen Willen, wo das Leben und die Liebe sind. Von dort kommt die Heilung, denn nur das Leben und die Liebe können den Menschen heilen.

Wie können diese Kräfte herausgeholt und zum Guten und nicht zum Bösen angewendet werden? Letzteres streben die westlichen okkulten Logen an. Wenn Willensanstrengungen unternommen werden, den Willen zu aktivieren und eine Umänderung des abstrakten Denkens zum reinen und später zum anschauenden Denken angestrebt und die Schranke der sinnlichen Welt überwunden wird, dann ergreift der Mensch eine Offenbarung aus der geistigen Welt, die danach mit der klaren Verstandesfähigkeit hier bewusst gemach wird. Dann geschieht eine erhabene Alchimie im Menschen, die rosenkreuzerischen Charakter trägt, da der Ausgangspunkt des Rosenkreuzertums der Wille ist und man zum Gedanken geht. Demgegenüber ist der Ausgangspunkt beim Manichäismus der Gedanke und man geht zum Willen. Deshalb sind zwei Strömungen notwendig. Ihre gemeinsame Quelle ist Christus, aber die eine Strömung geht über Michael, die Vernunft und die Weisheit und die andere geht über die Bodhisattvas und die Liebe. Nachdem beide Strömungen ausreichend bereichert werden, kann man sie in das menschliche Ich einführen, wo die große Alchimie geschieht und der Ich-Impuls erhalten wird, der unserer Gegenwart angemessen ist. Das ist die einzige Möglichkeit der Ich-Entwicklung, die einzige Möglichkeit, dass der Mensch zum wahren Menschen wird. Alles andere bedeutet, der Ich-Evolution hinterherzutrotten. So wie wir zwei Beine und zwei Arme haben, so sind diese zwei Wege zwei Pole – der eine ist der Pol des Willens und der andere – der Pol des Verstandes. Diese zwei Pole müssen richtig zusammengeführt werden und im Ich des Menschen gekreuzt werden. Der eine bringt die Freiheit und der andere – die Liebe.

Die gesundmachenden Kräfte, die am meisten im deutschen Volk enthalten sind, führten nicht zufälligerweise zur Entstehung der Anthroposophie, die durch den großen Rudolf Steiner kam. Wie erfolgt die Transformation dieser Kräfte? Die Hauptsache hier ist das vertiefte Studium der Geisteswissenschaft unter jahrzehntelangen aufopfernden Anstrengungen. Die Anstrengungen aktivieren den Willen, er erfasst die vorher ausgearbeitete Fähigkeit zum reinen Denken und verwandelt sie in anschauendes Denken und die gesundmachenden Kräfte erscheinen als Offenbarungen aus der geistigen Welt. Der Wille wird in Offenbarungen transformiert, die Weltengedanken der Götter werden erfasst und man kann verstehen, was ein Engel gerade sagt. Das ist eine Manifestation der gesundmachenden Kräfte als von unten wirkender Wille, die in Denken umgewandelt sind. Diese große Alchimie ist das Wesen der Methode zur Umwandlung des Denkens, das ist das Wesen der Anthroposophie, das ist das wahre Rosenkreuzertum. Es muss auch der zweite Prozess folgen. Der erste umfasst das Heraustreten des Willens, das Erfassen des Bewusstseins, der Gang in die geistige Welt und die Geburt der Freiheit. Nur auf diese Weise kann man frei denken. Das, was ich am Anfang der Vorlesung mitgeteilt habe, ist die Frucht dieses freien Denkens und Sie werden das nirgendwo anders lesen oder hören. Jeder präsentiert ein Fragment des Ganzen, aber keiner versteht wirklich, was geschieht. Das, was ich ausgeführt habe, stellt die Umwandlung der gesundmachenden Kräfte in meinem Willen in ein Produkt des Denkens dar, das die Frucht einer Offenbarung der geistigen Welt ist. Jeder Mensch muss alle drei ihm angelegten Fähigkeiten entwickeln, obwohl ihm am besten das gelingen würde, was ihm am meisten die okkulte Geografie veranlagt hat. Nur dann kann man Bürger der Welt sein. Heutzutage reist jeder, der es sich leisten kann, umher und prahlt, Bürger der Welt zu sein. Nur dann geschieht eine Synthese der drei Teile der Welt im Menschen und man kann wahrhaftig für Christus arbeiten. Das andere ist nur Herumkommen in der Welt.

Was stellt der materielle oder mechanische Okkultismus dar, deren Keime am stärksten im westlichen Teil der Welt ausgeprägt sind? Jeder Mensch schließt seinen Willen und seinen Gedanken in seine Tätigkeit ein und erzeugt ein materielles oder ideelles Produkt. Bei der Erzeugung eines Produktes, egal welcher Art, erfassen die Throne über den menschlichen Willen geistige Wesenheiten der vierten Stufe, so Steiner, und inkarnieren sie in das Produkt, dem sie so ein Dasein verleihen. Die Throne stehen am Anfang des Saturn-Vulkan-Zyklus. Sie gaben ursprünglich die Form unseres physischen Leibes und die Substanz zu deren Ausfüllung. Dank der Tätigkeit der geistigen Hierarchien an der Form und Substanz während der dreieinhalb Äonen können wir heute über einen vollkommenen physischen Leib verfügen. Dieser ist hauptsächlich das gute Ergebnis der Arbeit der Throne. Auf die gleiche Weise erzeugen wir, da in unserem Willen die Geister des Willens leben, Produkte, denen wir ein Dasein verleihen. Aber wir können nicht jetzt übersinnlich dieses Dasein sehen. Wenn diese Produkte die Transformationen auf dem zukünftigen Jupiter und der zukünftigen Venus durchlaufen, werden wir auf dem Vulkan das wahre Wesen dessen sehen, was wir ausgearbeitet haben. Ahriman will das Produkt bzw. das Ergebnis immer mehr vom Menschen und seiner Begeisterung trennen. Jeder, den sein Karma an seinen aktuellen Platz gestellt hat, damit er dort arbeitet, sollte dies mit dem höchsten Bewusstsein tun, mit der vollen Liebe und mit einer großen Begeisterung, da er ein Produkt erzeugt, dessen volles Wesen er erst auf dem Vulkan sehen wird. Wenn es Ahriman gelingt, den Menschen von seinem Produkt zu trennen, was heute mit der ganzen Mechanisierung des Arbeitslebens sehr erfolgreich erreicht wird und die Menschen zum größten Teil gleichgültig gegenüber dem Endprodukt sind, werden sich der Inkarnation der Elementarwesen auch ahrimanische Wesen beimischen und das Dasein des Produktes ahrimanisieren. Was folgt daraus? Daraus geht die sog. „motorische Kraft“ hervor. Beim rechtmäßigen mechanischen Okkultismus wird eine ausreichende Anzahl an moralischen Menschen erscheinen, die begeistert und an das allgemeine Wohl denkend Maschinen konstruieren, welche nur von anderen moralischen Menschen in Gang gesetzt werden können, indem die Vibrationen der Maschinen mit den Vibrationen der Planeten aus dem Sonnensystem nach dem Gesetz der Synchronisierung der Vibrationen synchronisiert werden. Dann wird keine äußere Energie benötigt werden, da die kosmischen Kräfte wirken und die Synchronisierung mit ihnen wird die Maschinen in Gang setzen (vgl. Steiner, GA 97: 40).

Bei der heutigen Entfremdung des Menschen von seinem Produkt wirken die kosmischen Kräfte weiter, aber bei der Verkörperung in dieses Produkt mischt sich auch Ahriman ein und das Produkt fällt anders aus, als es sein sollte. Solchen Murks kann jeder zustande bringen. Selbst der unsittlichste Mensch ist in der Lage, die komplizierteste Anlage in Gang zu setzen, indem er auf einen Knopf drückt. Der Augenblick, in dem der dämonische mechanische Okkultismus entstehen kann, kommt immer dann, wenn man ohne Begeisterung an seine tägliche Arbeit und an das zu erzeugende Produkt herangeht. Jemand, der die Straßen kehrt und dies mit dem Wunsch macht, dass seine Mitmenschen ein sauberes Umfeld haben, ist viel höhergestellt als das größte Genie, das nur um des Geldes willens arbeitet und von seinem Produkt getrennt ist. Hier mischt sich das Karma des Berufes ein, das wir noch nicht behandelt haben. Wichtig ist es zu wissen, dass jeder von uns an seinem Platz sehr gewissenhaft seine Aufgaben erfüllen soll. Die westlichen okkulten Logen besitzen das Wissen, das dem mechanischen Okkultismus zugrunde liegt und sie werden versuchen, dieses Wissen zur totalen Mechanisierung der Erde einzuspannen. Das wird jedoch eine Mechanisierung sein, die erfüllt von Unsittlichkeit und völliger Entfremdung vom Produkt ist und die den Menschen zum wandelnden Schatten und Fortsatz der Maschine macht.

Im Lichte des oben dargelegten wollen wir nun sehen, worin die Mission Amerikas besteht und ob es eine Hoffnung gibt, dass Amerika seine Mission erfüllt. Die siebte Kulturepoche wird das Finale der fünften Wurzelrasse sein und wird laut der Geisteswissenschaft ‚kalifornisch‘ heißen. Sie wird charakterisiert als weder kalt noch heiß, abfließend und ohne größere Bedeutung. Laut Steiner werden sich die Amerikaner diesem Zeitalter als ein verhärtetes Element annähern und den heutigen Chinesen ähneln, die ein verhärtetes atlantisches Element sind. Egal, was heute geschrieben wird über bevorstehende Konflikte – der Konflikt, der tatsächlich eintreten wird, ist der Konflikt zwischen dem verhärteten Element der vierten Wurzelrasse (den Chinesen), und dem verhärteten Element der fünften Wurzelrasse (den Amerikanern) sein. Hoffentlich wird dieser Zusammenprall den Pazifischen Ozean als Kampffeld haben, denn aus dem Ausgang dieser Auseinandersetzung wird Vieles in der Zukunft abhängen. Die Chinesen mögen sich noch sehr viel anstrengen, um eine Weltherrschaft zu erringen, aber in ihnen gibt es keine Lebenskräfte für die Zukunft. Der Osten, die Mitte und der Westen sollen sich abhängig von den okkulten Kräften entwickeln, die ihnen angeboren sind und für deren Entwicklung sie am geeignetsten sind. Nachdem sie sich ausreichend entwickelt haben, können die Produkte dieser Entwicklung auf einer anderen Entwicklungsstufe zum allgemeinen Wohl miteinander verschmelzen. In den Amerikanern besteht das Streben, alles Eigene in die ganze Welt zu verbreiten. Steiner sagt[6], dass nichts mehr das fördert, was den tiefsten Impulsen des westlichen Okkultismus angelegt ist, als die Entwicklung eines trügerischen, aber wohl als heilig erlebten Gefühls, welches die Menschen aus dem Osten und aus Mitteleuropa als „Barbaren“ darstellt. Dieses Gefühl bringt die „Kreuzzugstimmung“ sowie die Überzeugung hervor, dass Amerika dazu berufen ist, in die Welt die Freiheit, das Recht und die amerikanische Lebensweise zu verbreiten. Das wird aber nicht geschehen können.

Gibt es andere Impulse, die unter den Amerikanern entstanden sind, außer dem durch Vitzliputzli hervorgebrachten Impuls am Anfang unserer Zeitrechnung? Wir kennen die großen Denker und Schriftsteller, die Amerika hervorgebracht hat – etwa Ralph Waldo Emerson, den Begründer des Transzendentalismus und den Verfechter der individuellen Freiheit, die heute dem amerikanischen Charakter zugrunde liegt, Henry David Thoreau, der am Anfang der bürgerlichen Gesellschaft steht und Mahatma Gandhi und Martin Luther King inspiriert hat. Nehmen Sie, wenn Sie wollen, auch Herman Melville dazu mit seinem berühmten Buch „Moby Dick“, das man auch als ein esoterisches Werk betrachten kann. Entwicklungskeime sind zwar vorhanden, aber das Hauptproblem Amerikas besteht darin, zum Geist hinaufzukriechen, aus dem Instinkt des Weltenwillens, dessen Träger die Amerikaner im Weltenorganismus sind, zum Verstand herauszukriechen. Darin besteht das Hauptproblem der Amerikaner. Es fällt ihnen schwer, aber der gesunde Keim wirkt. Was ist heute dem Amerikaner notwendig, um seine Mission zu erfüllen, wenn wir die bemerkenswerten Worte Steiners berücksichtigen, die wie ein Kontrapunkt zu allem klingen, das er über Amerika gesagt hat? Momentan befindet sich der Frühlingspunkt im Sternbild Fische. Wenn dieser in den Wassermann wandelt, wird es nach Steiners Worten glänzende Bedingungen für die amerikanische Zivilisation geben. Er sagte nichts Konkretes, aber es werden auch Voraussetzungen entstehen, um den Materialismus in Amerika zu vergeistigen. Es ist nicht bekannt, wann genau der Frühlingspunkt in den Wassermann rückt, aber ich weiß, dass dies in etwa 500 Jahren geschehen wird. Das michaelische Zeitalter wird noch zwei bis drei Jahrhunderte dauern, bis zum Jahr 2300, danach kommt das Zeitalter Oriphiels. Der Höhepunkt der amerikanischen Zivilisation und ihre eventuelle Vergeistigung zum Guten werden in etwa fünf bis sechs Jahrhunderten während des Zeitalters Oriphiels stattfinden. Dann sollen die Weißmagier die Kräfte des mechanischen Okkultismus beherrschen und  Gutes hervorbringen, es dürfen nicht alle negativen Erscheinungen dieses mechanischen Okkultismus von den Schwarzmagiern aktiviert werden. Das ist äußerst wichtig und stellt eine nahe Aussicht für das amerikanische Volk dar im Unterschied zur Aussicht auf die siebte Kulturepoche, die erst in 3700 Jahren bestehen wird. Die Samen, die in der amerikanischen Kultur durch die oben erwähnten Persönlichkeiten keimen, sind die Samen eines anderen Amerika, nicht dieses, welches wir kennen als von Ahriman vollständig beherrscht und ausschließlich ahrimanische Impulse ausstrahlend.

Was können wir als Träger des Ich-Impulses der Menschheit tun, um dem Amerikaner zu helfen, indem wir uns in seine seelisch-geistige, und, wenn Sie wollen, sogar anthropologische Besonderheiten vertiefen? Im Hinblick auf den Anfang des 20. Jahrhunderts sagte Steiner etwas, was heute mit noch mehr Kraft gilt – der Materialismus wütet zwar in Amerika, aber trotzdem trägt er die Keime der eigenen Vergeistigung. Wie Dogan, der die karmische Geißel für das bulgarische Volk war, und auf einmal zum Werkzeug der guten Mächte wurde, muss der amerikanische Materialismus, der durch die Welt zieht, das Entgegengesetzte als Ich-Impuls, als Kontrapunkt des Willens entwickeln, denn der Amerikaner verkörpert den Willen, in dem das Menschen-Ich pulsiert. Nichts anderes kann dem Amerikaner helfen als ein sehr mächtiger Ich-Impuls. Die Aufnahme eines solchen Impulses wird durch bestimmte Amerikaner geschehen, nicht massenhaft. In Bulgarien waren immer bestimmte Menschen die Träger des Ich-Impulses, während die Masse der restlichen Menschen aus verschiedenen karmischen Ursachen hier zur Welt kommt. Welcher ist der Impuls, der angeboten werden soll? Einerseits sind das die entwickelten hygienischen Fähigkeiten, die zum hygienischen Okkultismus herangereift sind, der rechtmäßig die Grenze der sinnlichen Welt überwindet und eine Beziehung zu den Weltgedanken herstellt. Das andere ist der umgekehrte Prozess, wenn das vergeistigte Denken zurück auf den Willen gerichtet wird, das Zentrum des Denkens wird und Taten aus Liebe hervorbringt. Nur so entstehen die wahren Taten aus Liebe, alles andere ist ein Imitat solcher Taten, egal wie edel die Motive aussehen mögen. Wenn die Freiheit im Denken und die Liebe im Willen sich im Menschen kreuzen, geht in ihm das Buddhi-Prinzip auf. Dann blüht die Bewusstseinsseele auf und das höhere Ich kann arbeiten. Dann wird man zum Homo magneticus bzw. zum Weißmagier. Die große Alchimie aus der Synthese der beiden Strömungen – des Bodhisattva und der Anthroposophie, die als individueller Ich-Akt nur persönlich vollzogen werden muss, ist der einzige Keim des Ich-Impulses, in dem die Christus-Macht mit ihrer vollen Kraft wirkt. Mit seiner Hilfe kann der Amerikaner mit dem übertriebenen Materialismus fertig werden. Dieser Impuls wird von Bulgarien ausgestrahlt und ist der möglichst mächtige Ich-Impuls heute. Er wirkt von hier aus auf Mitteleuropa und den Westen. Es ist eine Frage der Zeit, dass einzelne Menschen das gewahr werden, den Impuls aufnehmen und entsprechend ihren angeborenen okkulten Fähigkeiten entwickeln. Dann werden Menschen im Osten, Westen und in der Mitte die Träger eines Impulses sein, mit dem wir dem Antichristen gegenübertreten können. Er wird wahrscheinlich in Amerika in Erscheinung treten, aber sein Hauptschlag wird Europa treffen und hier den meisten Schaden anrichten. Damit das nicht in einem katastrophalen Ausmaß geschieht, muss auch die Unterstützung des Westens da sein. Unsere Aufgabe besteht darin, den Ich-Impuls in einer geeigneten Form anzubieten, damit sich die gesunden Keime der amerikanischen Kultur entwickeln und ihren wahren christlichen Sinn erlangen können. Dann wird sich der Christus-Impuls, der durch den Sonneneingeweihten vor 2000 Jahren veranlagt worden ist, in einer neuen Art dem Supermaterialismus entgegentretend manifestieren.

Die Einstellung zu allen Völkern der Erde soll auf dem Verständnis der Impulse basieren, die sie führen. Das ist die Art und Weise, in der wir begreifen können, was um uns herum geschieht. So werden die Sympathien und Antipathien vor dem mächtigen spirituellen Verständnis zurücktreten, hinter dem die Liebe steckt. Das kann eine reale Auswirkung auf die äußeren Prozesse haben. Wir wollen den Mächten in der geistigen Welt danken und ich wünsche allen Zuschauern frohe Weihnachten und besinnliche Stunden während der zwölf heiligen Nächte. Alle, die diese Vorlesung sehen oder lesen, sollen wissen, dass die Antwort auf alle Fragen im Christus ist und nirgendwo anders. Ich danke für die Aufmerksamkeit.

 

[1] Vgl. GA 171, Vortrag vom 18.09.1916

[2] Protokolle des Jahrestreffens der synarchischen Kette, Veliko Tarnovo, 23.08.1914

[3] Vgl. Ga 195, Vortrag vom 28.12.1919

[4] Vgl. GA 186, Vortrag vom 01.12.1918

[5] Ebd.

[6] Ebd.

Der Heilige Impuls und die innere Sonne

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 31.01.2016 in Varna

vom Autor nicht durchgesehene Textfassung der Videodatei

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

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Gebet: Herr Gott Jesus Christus, lass dieses Treffen eine Erinnerung und Danksagung an Sergej Prokofieff sein – den Menschen, der mit seinem unaufhaltsamen Drang das Reich des Grals suchte, in dessen Zentrum Du als das Haupt der Großen Weißen Weltbruderschaft stehst. Amen!

Unser heutiges Thema  „Der Heilige Impuls und die innere Sonne“ ist umfangreich und bei seiner Erörterung werden wir die höchsten Gipfel und die tiefsten Gründe des seelisch-geistigen Lebens des Menschen streifen. Aber vorher ist eine Präzisierung im Hinblick auf die letzte Vorlesung über die Mission Amerikas notwendig, an dessen Anfang eine Einleitung über die Ereignisse in der Partei DPS stand. Die Vorlesungen, die nach der Anthroposophischen Konferenz 2014 stattgefunden haben, wurden ins Internet eingestellt. Sie erreichen zwar nicht so viele Zuschauer, aber ich denke, dass mindestens 50% der Besucher ein tiefes Interesse für die Anthroposophie haben und die Videos bis zum Ende schauen. Jemand, der sich in die Anthroposophie und den Impuls Beinsa Dounos nicht vertieft hat, wird das Christentum nicht verstehen und für ihn wird auch der Inhalt dieser Vorlesungen sehr schwer zu begreifen sein. Menschen, die zum ersten Mal einer meiner Vorlesungen  beigewohnt haben, geben zur Kenntnis, dass sie etwas 10% von dem verstehen, was ich vortrage. Im Unterschied zu den älteren Vorlesungen, erreichte die letzte im vergangenen Monat mehr als 5500 Besucher, was einen wesentlichen Unterschied darstellt. Tausende von Zuschauern haben zum ersten Mal in ihrem Leben erfahren, dass die Anthroposophie überhaupt existiert. Ich hege keine Illusionen, dass all die Zuschauer die Anthroposophie kennen, aber die Einleitung der Vorlesung erfüllt die Rolle einer Trägerrakete, die zum Anwachsen der Besucherzahlen beigetragen hat. Doch nicht das ist wichtig, sondern die Kommentare. Normalerweise gibt es unter den hochgeladenen Vorlesungen keine Kommentare, aber da die letzte auch andernorts im Internet verlinkt wurde, gab es verschiedene Kommentare. Sie zeugen zwar von einem tiefen Unverständnis des Dargelegten, doch dadurch habe ich erfahren, dass es Menschen gibt – hoffentlich wenige – die der Meinung sind, dass ich mich selbst als den wieder inkarnierten Skythianos ansehen würde. Wer die Anthroposophie begreift, weiß, dass Skythianos einer der größten Meister überhaupt ist, die auf der Erde existieren. Er ist so kolossal und unermesslich, dass er sich selbst vor seinen Schülern verheimlicht. Wie kein anderer Meister kennt er das Geheimnis des physischen Leibes von Ewigkeit zu Ewigkeit, vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan. Er wurde von der Weltenlenkung beauftragt, die höchste Gabe des atlantischen Hellsehens zur sechsten Kulturepoche hinüberzutragen. Skythianos hat Kulturen begründet und steht unter anderem hinter dem Slawentum … Wäre ich jemand anderer, hätte ich geschwiegen und den Menschen diese Illusion gelassen. Ich bin aber nicht so elementar und möchte das präzisieren. Auf der Anthroposophischen Konferenz habe ich verkündet – und ich stehe fest hinter dieser Behauptung, da sie eine Offenbarung der geistigen Welt ist -, dass Skythianos in der Zeitenwende als Joseph von Arimathäa inkarniert war, der am Anfang des Gralsmysteriums steht. Ich war auch in der Zeitenwende inkarniert und habe etwas erledigt, aber ich bin nicht Skythianos. Soviel zu der Frage. Ich hoffe, dass diese Fliege in ganz wenigen Köpfen umherirrt. Auf der Konferenz habe ich erwähnt, dass Skythianos wie kein anderer die Synthese verschiedener geistiger Impulse beherrscht. Ich habe seine Identität genannt, ich habe erwähnt, dass er hinter dieser Konferenz steht und dass es seinem Wunsch entspricht, dass es eine Synthese zwischen der Anthroposophie und Beinsa Douno gibt. Nachdem ich meinen Vortrag vorzeitig beenden musste, da ich der einzige war, dessen Vortrag trotz der neuen mitgeteilten okkulten Tatsachen abgebrochen wurde und ich das Podium verlassen hatte, hat der Moderator, zu dem ich keine schlechten Gefühle hege und ihm für das, was er getan hat, danke, ironisch gesagt, dass Dimitar Mangurov sich wohl für Skythianos selbst halte. Um die Atmosphäre nicht zuzuspitzen, habe ich nur darum gebeten, nicht kommentiert zu werden, aber offenbar hat sich das Gesagte in manchen Köpfen eingenistet und ist weiter aufgebauscht worden. Ich erkläre, dass ich weiß, wer Skythianos ist, und auch weiß, wer ich bin. Mehr werde ich nicht sagen.

Es gibt zwei gigantische Pfeiler, zwei große Säulen, die vor jedem Menschen der Erde emporragen. Wenn wir uns diese Säulen mit einer Tür dazwischen vorstellen, muss jeder diese Tür in einem bestimmten Augenblick aufmachen und sehen, was dahinter steckt. Die erste Säule ragt von der Erde in den Himmel empor und sie ist Christus, Der nach Beinsa Dounos Worten alle Lücken zwischen dem Menschen und Gott ausgefüllt hat. Die andere Säule ist die Säule der Himmlischen Sophia oder der Weisheit Gottes. Sie ist viel kleiner als die erste Säule. Jeder Mensch, der mit der heutigen Zeit im Einklang sein will, muss unbedingt den Sinn dieser Säulen erfassen und früher oder später versuchen, diese Tür einen Spalt breit zu öffnen und sehen, was dahinter geschieht. Je mehr die Angst heute auf der Erde umgeht und je mehr Menschen zu der Ansicht kommen, dass ein Ausweg aus dieser verfahrenen Situation gefunden werden muss, desto mehr Anschauungen und Gesichtspunkte hören wir aus allen Richtungen. Doch keiner wird eine sinnvolle Antwort geben, wohin wir gehen sollen, da die meisten die genaue Diagnose nicht kennen. Heute werden wir die Diagnose auf eine neue Art konkretisieren, wie wir das mehrmals gemacht haben und darauf hinweisen, wo der Ausweg sein kann. Wir werden in das Thema von ganz oben einsteigen.

Die Trinität manifestiert sich bekanntlich in drei gigantischen Zyklen. Darüber haben wir hier letztes Jahr berichtet und Sie werden über das Thema anderswo nichts lesen können. Wir wollen uns kurz daran erinnern: So wie es einen Gott-Vater, einen Gott-Sohn (eher einen Gott-Logos) und einen Gott- Heiligen Geist gibt, so gibt es auch drei gigantische Zyklen. Der erste Zyklus ist der Zyklus des Vaters und er ist bereits vorbei. Wir befinden uns jetzt im Zyklus des Wortes vom alten Saturn bis zum Vulkan, dessen Mitte wir bereits überschritten haben. Es wird auch einen dritten Zyklus geben – den Zyklus des Heiligen Geistes. Im ersten Zyklus, der jenseits von Zeit und Raum war, wurde die Substanz für das gebildet, was wir nun ‚Materie‘ nennen. An der Grenze im großen Pralaya zwischen den beiden Zyklen wurde das ausgearbeitet, was im Zyklus des Vaters erschaffen wurde. Der alte Saturn begann damit, dass diese Materie durch die Throne in Erscheinung getreten ist, die ein demütiges Opfer den Cherubim darboten. In unserem Zyklus müssen wir an der freien Wahl arbeiten. Das ist die Hauptaufgabe der ganzen Schöpfung. Nach unserem Zyklus, wenn wir auf dem Vulkan zu Archai aufgestiegen sein werden, wird ein neues großes Pralaya folgen. Danach wird es fünf neue Bewusstseinsstufen geben, in denen sich der Zyklus des Heiligen Geistes entfalten wird. Er wird mit uns beginnen, wenn wir die Elohimstufe erreicht haben werden. Dann werden wir auch ein Opfer darbringen und es wird etwas Neues ausgearbeitet werden – eine neue Lebensart. Den großen Rosenkreuzerspruch „Aus dem Gotte sind wir geboren – im Christus sterben wir – durch den Heiligen Geist werden wir auferstehen“ können wir sowohl auf unser persönliches Leben beziehen, als auch auf einen Äon, Zyklus und auf die drei Zyklen. Wir können den vatergöttlichen Zyklus als den ersten Teil des Rosenkreuzerspruches betrachten – „Aus dem Gotte sind wir geboren“, denn von dort kommt die Substanz. Die freie Wahl, die vom Logos kommt, sind wir Menschen und kein anderer berufen, hier auf der Erde auszuarbeiten. Zukünftig wird auch der dritte Teil des Satzes in Erfüllung gehen, wenn wir eine neue Lebensart hervorbringen werden, von der wir noch nichts wissen. Dann werden wir eine neue Art des Lebens hervorbringen, indem wir von der Substanz und der freien Wahl ausgehen. Das ist das globalste Bild der Entwicklung, das überhaupt irgendwo anzutreffen ist.

Jeder weiß, dass es eine Trinität gibt, aber es gibt etwas über der Trinität – das Absolute. „Über“ klingt hier zwar absurd, aber wegen unseres räumlichen Denkens kann ich das nicht anders ausdrücken. Einmal habe ich Beinsa Dounos Worte über das Absolute zitiert, dass „derjenige seine Vernunft verlieren würde, der versucht, über das Absolute nachzudenken“. Im letzten Winter haben wir dieses Risiko auf uns genommen und es kamen viele neue Aspekte zustande, die zum ersten Mal öffentlich benannt wurden. Sollten sie jemandem wie die Frucht einer irregeführten Vernunft klingen, dann kann ich ihn nicht des Gegenteils überzeugen. Er möge die Vorlesungen studieren und vielleicht wird ihre logische Ordnung etwas in ihm bewirken. Hinter den drei großen Zyklen der Liebe (Gott-Vater), Weisheit (Gott-Sohn) und Wahrheit (Gott-Heiliger Geist) steht das höchste Prinzip – das Ich-bin-Prinzip. Ich erlaube mir zu sagen, dass dieses Prinzip in allen drei Zyklen – des Vaters, des Logos und im zukünftigen Zyklus des Heiligen Geistes hallen wird. Dieses Ich-bin-Prinzip, das das Absolute ist, tritt durch die Trinität auf allen tiefergehenden Stufen als diese drei Zyklen in Erscheinung. Die Hauptaufgabe besteht darin, dieses Prinzip im Logos-Zyklus zu meistern. Wir sind quasi die Sicherung, die verhindert, dass die ganze Anlage ausgeht. Wir wollen sehen, wie sich alles abwärts entfaltet hat und wie der Weg des Christus von der Trinität zum Hügel Golgatha war. Dann können wir eine Verbindung zu unserer Zeit herstellen und manche Antworten suchen. Im Verlauf der Vorlesung werde ich einige neue Offenbarungen mitteilen, die genau in der richtigen Zeit während der Arbeit an diesem Thema empfangen wurden. Diese Offenbarungen bestätigen die Richtigkeit des Weges, den wir bestritten haben. Im Laufe der Vorlesung werden wir auch auf einige Fragen eingehen, die sich aus den Ausführungen eines anderen Referenten entstanden, der neulich in diesem Raum einen Vortrag gehalten hat.

In unserem Zyklus gibt es sieben Äonen. Am Anfang des ersten (des alten Saturn) fand das Opfer der Throne (der Geister des Willens) statt. Von ihnen stammen das ursprüngliche Feuer, das dort brannte, und die Wärme (ca. 36 Grad) unseres heutigen Blutes. Das Opfer der Throne vor den Cherubim hat viele Aspekte. Sie gibt den Anfang der Substanz in diesem Zyklus. Aus ihnen entstehen die Geister der Persönlichkeit – die heutigen Archai. Auch haben wir von ihnen unser Phantom und den Keim zu unserem physischen Leib erhalten.

Wir wollen uns an etwas erinnern, was wir letztes Jahr als eine neue Ansicht über die Hierarchien mitgeteilt haben. Wenn wir die Throne unter dem heutigen Standpunkt betrachten, so sind das Wesenheiten, die das erste makrokosmische Prinzip entwickelt haben. Die gleichen Wesenheiten waren auf dem alten Saturn wieder Throne, aber mit einer Kraft, die geringer war als die heutige, die das Ergebnis der Entwicklung in drei Äonen ist. Dort hatten sie die Kraft der heutigen Elohim. Wenn wir über die Throne auf dem alten Saturn sprechen, müssen wir bedenken, dass das Opfer von Wesenheiten dargebracht wurde, die die Elohimkraft vom heutigen Standpunkt hatten. Die heutigen Engel, Erzengel und Archai können wir im Hinblick auf den alten Saturn auch Engel, Erzengel und Archai nennen, die sich aber einige Äonen zurück in ihrer Evolution befanden. Letztes Jahr kamen wir zu einer sehr aufschlussreichen Feststellung – dass in jedem dieser Äonen die opferbringenden Geister, die gleichsam die Führer jedes Äons sind, immer die Kraft von Elohim haben. Wir durchlaufen gegenwärtig unsere Menschenstufe und werden uns in den nächsten drei Äonen zu der Kraft von Engeln, Erzengeln und Archai erheben. Zu Beginn des nächsten Zyklus des Heiligen Geistes werden wir mit der Kraft von Elohim erscheinen und die Substanz und die freie Wahl für den neuen Zyklus geben.

Um das zusammenzufassen, können wir Folgendes sagen: Die Menschen auf der Erde sind die Wesenheiten, die aus allen drei Zyklen am wichtigsten für die ganze Schöpfung, für die Manifestation der Trinität und des Absoluten sind. In dieser Aussage steckt keinerlei luziferische Glut, Überheblichkeit oder Selbstverherrlichung, sondern lediglich das Gefühl unserer großen Verantwortung. Die Menschen sollten die oberflächliche und elementare Spiritualität überwinden und endlich ein Verständnis für das Grandiose entwickeln, das von ihnen erwartet wird. Die Menschen sind die Verwirklicher der trinitarischen Vorsehung, die sich in allen drei Zyklen verwirklicht. Sie werden diese Frage, die auf eine solche Weise gestellt ist, nirgendwo finden!

Bei der Entstehung der Geister der Persönlichkeit (Archai)  haben sie ihre Menschenstufe durchlaufen und es entstand die Zeit – die geistige Zeit auf dem höheren Astralplan. Den Raum gab es noch nicht. Auf der alten Sonne haben die Herrschaften, die auch die Macht von Elohim besaßen, das  erhabene Opfer der Throne verfolgt und auch ein Opfer dargebracht. Sie haben dasjenige ausgeströmt, was ‚schenkende Wohltat‘ oder ‚Weisheit‘ heißt. Das sind die Geister der Weisheit, die beim Ausstrahlen ihrer eigenen Substanz die Weisheit schenkten und gleichzeitig die väterlichen Erzeuger der Erzengel wurden, die damals ihre Menschenstufe durchliefen. Es gibt eine Wesenheit unter den Herrschaften, die zum Vermittler Christi bei Seinem Herunterstieg von der Trinität wurde. Damit Christus von der Trinität heruntersteigen und Sich verkleinern konnte  – 78 Millionen Mal laut Beinsa Douno[1] -, brauchte Er Transformatoren. Derjenige, der das Wort und der Regent des ganzen Zyklus des Wortes vom Saturn bis zum Vulkan ist, hat sich dergestalt verkleinert, dass Er am Ende in den menschlichen Leib Jesu in seinem 30. Jahr eintreten konnte.

Die Menschwerdung des zweiten Antlitzes der Trinität ist das größte Mysterium, das überhaupt existieren kann. Ein größeres Wunder hat es nie gegeben und wird es nie mehr geben. Deshalb müssen wir versuchen zu begreifen, wie es zustande kam und was es bewirkt hat. Damit Christus herabsteigen konnte, war eine Gruppenwesenheit notwendig, die der Esoterik unter dem Namen ‚mystisches Lamm‘ bekannt ist. Ihr niedrigstes Wesensglied ist die Hierarchie der Dynamis (Mächte) und die höheren Wesensglieder reichen bis zur Trinität. Die Verflechtung von Sternen- und Planeteneinflüssen geschieht in den Mächten, denn bei den Elohim erfolgt der Übergang zum planetarischen Aspekt.

Ich werde erklären, was eine Gruppenwesenheit darstellt. Ein Engel kann für sich allein sein – im Moment sind all unsere Schutzengel hier anwesend. Doch der Engel kann auch Teil einer Gruppenwesenheit sein, die Engel, Еrzengel usw. vereint. Diese Wesenheit gewinnt an viel mehr Macht im Vergleich zu der Macht jedes einzeln wirkenden Mitgliedes. Als die Herrschaften sich selbst als Weisheit ausstrahlten, wurde diese Weisheit in der zweiten und dritten Runde des Äons der alten Sonne von den Mächten und Elohim ausgearbeitet. In der Mitte des Äons (in der vierten Runde) wurde sie von der Peripherie durch die Erzengel zurückgespiegelt. Sie erhielten ihr Ich und spiegelten diese Weisheit als geistiges Licht zurück. Die Manifestation der Weisheit ist immer das Licht, sie wird durch das geistige Licht repräsentiert. Damit das Licht zum ersten Mal auf der alten Sonne erscheinen konnte, musste zuerst die Weisheit durch die Geister der Weisheit ausgestrahlt und danach durch die Erzengel zurückgespiegelt werden. Dann wurde eine Gruppenwesenheit aus Wesenheiten gebildet, die zu fünf Hierarchien gehören – die Geister der Weisheit, Mächte, Elohim, Archai und Erzengel, die alle die Ich-Stufe durchlaufen hatten. Zu dieser Gruppenwesenheit kann nur eine Wesenheit gehören, die die Ich-Stufe, also die menschliche Entwicklungsstufe, die wir gegenwärtig zurücklegen, durchlaufen hat. Auf der alten Sonne hatten die Engel noch nicht die Menschenstufe zurückgelegt und die Menschen befanden sich auf der Stufe des ätherischen und physischen Leibes. Das ist der Anfang der Himmlischen Sophia und sie heißt ‚die Weisheit Gottes‘, da Christus um von der Sternenwelt in das Sonnensystem herabzusteigen, durch einen Geist der Weisheit ging, der der erhabenste unter allen Herrschaften war. Unter den Menschen gibt es auch einige, die sich zu Lehrern der Menschheit erhoben haben, und auch andere, die in den Mülleimern nach Resten suchen. So bestehen auch unter den Geistern bestehen Unterschiede. Es gab einen Geist der Weisheit, durch den Christus ging, danach ging Er durch Jahve-Elohim –  eine Gruppenwesenheit aus den sechs Sonnenelohim und dem Mondgeist Jehova. Derjenige unter den Erzengeln, der in jener Zeit die Weisheit am angemessensten zurückspiegelte, war derjenige, den wir heute ‚Michael‘ nennen. Er wurde zum Vermittler beim Eintritt Christi in den Leib Jesu.

Rein astrologisch betrachtet durchlief Christus das Gebiet der Jungfrau, danach den Adler bzw. Skorpion (die Geister der Weisheit). Der Steinbock gehört den Erzengeln, es folgen die Fische und der Eintritt in Jesus Leib. Sergej Prokofieff diesen Herabstieg sehr gut beschrieben, deshalb habe ich diese Vorlesung mit einer Danksagung an ihn eingeleitet. Als Prokofieff auf der Erde war, hatte er zu bestimmten Fragen eine Meinung, die sich nun, das will ich behaupten, gewandelt hat. Das weiß ich.

Indem die Erzengel die Weisheit zurückspiegelten, haben sie neben der Zurückspiegelung als Licht auch den Raum hervorgebracht. Das war nicht der heutige abstrakte Raum im Sinne von Abstand, sondern der geistige Raum. Nur in unserem Sonnensystem existiert der Raum. Außerhalb des Sonnensystems gibt es keinen Raum, sondern nur die geistige Zeit. Daher kann nichts, was der Mensch auf den Weg zum Kosmos mit dem Ziel geschickt hat, die Grenzen des Sonnensystems zu überwinden, aus dem Sonnensystem hinauskommen – dort kann nichts existieren, was einen physischen Leib hat, egal ob lebendig oder nicht lebendig. Alles, was wir nachts als den Kosmos sehen, ist eine große Illusion, die wir in dieser Art mit unseren physischen Sinnen wahrnehmen und die in den vorherigen Äonen von den Göttern geschaffen wurde, damit sie für uns in dieser Art aussieht. Das ist etwas, was sie als geistige Tätigkeit vollzogen haben, um die Existenz des heutigen Sonnensystems, der Erde und des Menschen zu ermöglichen. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung im ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus. Deshalb sagte Beinsa Douno, dass die Größe des Gottes nicht in der Schaffung von Sonnen und Universen besteht, sondern in der Erhebung des Menschen. Zuerst schuf Gott den Menschen, der Mensch dann in der richtigen Art den Nachhauseweg Weg zur übersinnlichen Welt und Gott finden soll. Hier versuchen wir, die rechtmäßige Methode aufzuzeigen, in der gefahrlos Schritte in die richtige Richtung unternommen werden können. So haben wir die Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein und nicht in einem der Märchen der Spiritualität, die auf der Welt in großer Zahl bestehen.

Das Licht war die erste Eigenschaft des Weltenleibes, den wir ‚alte Sonne‘ nennen und der alle zukünftigen Planeten in einem Körper umfasste, welcher auf der Stufe des niederen Devachan existierte. Unsere heutige Sonne hatte damals noch keine selbständige Existenz in ihm. Auf dem alten Mond sonderte sich die Sonne aus dem gemeinsamen Leib in Form von Wesenheiten ab, die ein Sonnendasein haben können. Doch die Wesenheiten im übrig gebliebenen gemeinsamen Leib blieben ohne eine Lebensquelle. Das Leben kommt immer aus Wesenheiten, die die Stufe erreicht haben, auf der sie sich opfern und Leben ausstrahlen können. Die sich abgetrennten Wesenheiten brachten das hervor, was in der Esoterik die  ‚ideelle Sonnenseele‘ heißt. Sie war die Lebensquelle, die die restlichen Wesenheiten des gemeinsamen Mondkörpers versorgte. Dieser Mond war selbstverständlich sehr unterschiedlich vom heutigen Mond. Wir reden vom Erscheinen des Lichtes auf dem alten Mond, das die Himmlische Sophia erarbeitet hat, und vom Auftauchen eines selbständigen Sonnenlebens.

Wenn wir den Erdenäon betrachten, sehen wir, dass die Entwicklung der Wesenheiten, die auf der Sonne lebten, welche sich in der hyperboräischen Zeit abtrennte, so weit gegangen war, dass sie die innerste Hülle der Sonne aufbauen konnten. Diese Hülle begann die Liebe hervorzubringen. Es kam die Sonne als eine eigenständige Quelle von Licht, Leben und Liebe für das ganze Sonnensystem auf. Das geistige Licht, Leben und die Liebe waren die drei übersinnlichen Hüllen, in denen Christus eingekleidet war, bevor Er sich auf Seinen Weg nach unten begab. Die größten Eingeweihten schauten Ihn in dieser Form an. In der lemurischen Zeit erhielt der Mensch sein Ich von den Elohim – den Wesenheiten, die als ihr niedrigstes Wesensglied das Manas haben. Im Erdenäon fiel von ihnen ein Wesensglied ab, das sie nicht mehr brauchten. Das war das Ich. Dieses Ich wurde zu unserer Substanz, mit der sich jede Menschenseele individualisieren konnte. Das Ich als Substanz ist etwas Gruppenhaftes. Es ist eine unsichtbare geistige Ich-Substanz. Damit jede Menschenseele sich individualisieren kann und eines Tages sich selbst als einzelnes Menschenwesen gewahr wird, muss sie einen Teil dieser Ich-Substanz aufnehmen. Nur jemand, der sich verbinden und die Ich-Substanz durch das „Explodieren des Ich“ individualisieren kann, was ich im Buch „Der Weg zum Ich“ beschrieben habe, kann heute im wahrsten Sinne des Wortes sagen, dass er ein Mensch der Erde ist. Heutzutage bedienen sich die Menschen des Schattens dieser Ich-Substanz und dieser Schatten ist das Ego. Wenn sie „ich“ sagen, ist das überhaupt nicht das menschliche Ich. Die Ich-Substanz hat die Eigenschaft, immer schaffend zu sein. Da sich die Menschen nicht wahrhaftig individualisieren können und die schaffende Ich-Substanz ihren eigenen Schatten hervorbringt, gehen sie eine Verbindung mit diesem Schatten ein. Jede Seele mit dem individualisierten Schatten nimmt sich selbst als eine einzelne und von allen anderen getrennte Seele wahr. Sie schlägt sich gegen die Brust und schreit „Ich bin Herr Soundso“. Sie müssen bedenken, dass dieser Herr Soundso nur die Persönlichkeit in diesem konkreten Leben ist von einer Individualität, die sich inkarniert hat und einen individuellen Namen trägt. Diesen Namen, der eine enorme okkulte Kraft besitzt, erfährt man, wenn man eine Einweihung durchlaufen hat. Es sind nicht nur die Seelen und der Geist dreifach, sondern auch das Ich. Wenn wir vom höheren Ich reden, meinen wir die Situation, in der das niedere Ich eines Menschen explodiert ist, er sein Ich von den Elohim individualisiert hat und daher fähig ist, zu einer Individualisierung des Heiligen Geistes als seinen persönlichen Geist, als Manas, überzugehen. Folgende Stufen kann man auseinanderhalten: das niedere Ich (das Ego), das individualisierte Ich von den Elohim, das höhere Ich bzw. das Manas und das wahre Ich, welches das Christus-Ich ist.

Hier gibt es etwas, was außerordentlich wichtig ist. In GA 130 „Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit“ geht Steiner auf die makrokosmischen Wesensglieder ein. Als Christus von der Sonne herabstieg, ließ Er dort Sein höchstes Wesensglied – den Geistesmenschen, der makrokosmisch sein müsste. In der Erdensphäre ließ Er Sein makrokosmisches Wesenglied Buddhi und trat in Jesus mit Seinem makrokosmischen Manas und dem makrokosmischen Ich-Prinzip ein. Gleichzeitig war Er in den drei Hüllen des Lichtes, Lebens und der Liebe eingekleidet, die in der vorchristlichen Zeit das Palladium symbolisierte. Was ist eigentlich das Ich des Christus? Wer stieg unter diesem Namen herab? Bei Seinem Herunterstieg war Christus als der Träger des Ich-bin-Prinzips vom Absoluten gleichzeitig der Träger der Individualität „Wort“. Als Moses Ihn fragte, wer Er war, antwortete Christus über Jehova „Ich bin ich bin“, d.h. „ich bin der Träger des Ich-bin-Prinzips“. Es stimmt, dass die Elohim uns die Ich-Substanz gegeben haben, aber die wahre Verstärkung des Ich, die wahre Macht unseres Ich, die wir brauchen, um zum Selbstbewusstsein zu gelangen, kann nur von Christus kommen. Er ist der Träger dieses Prinzips, der vom Absoluten alle Stufen des Daseins heruntersteigt. Wenn Christus als das Wort selbst auch eine Individualität ist, stellt sich die Frage, welches Ich heruntersteigt. Welche Substanz haben die in der Wesenheit Jahve-Elohim vereinten Elohim von der Seraphimsphäre und der Sphäre über ihr – der höchsten Dreiheit – erbeten, welche die von ihnen ausgestrahlte Gruppen-Ich-Substanz durchdringen sollte? Diese Substanz muss jeder von uns selbst individualisieren. Die Beantwortung der so formulierten Frage habe ich nirgendwo gefunden. Derjenige, Der das Ich-bin-Prinzip vom Absoluten abwärts repräsentierte und zur Geltung brachte, war das Ich des Christus selbst, des trinitarischen Wortes. Beim Herunterstieg durch die von den Elohim ausgestrahlte Substanz wurde diese gleichsam von einem doppelten Ich durchdrungen – vom Ich des Wortes und des Absoluten. Stellen Sie sich vor, welchen Charakter die Substanz hat, die wir individualisieren müssen und welche innere Qualität sie besitzt?!

Wir unterscheiden also das menschliche Ich, das höhere Ich (der von uns individualisierte Heilige Geist bzw. das Manas), das wahre Ich – das Ich des Christus bzw. des Wortes -, und das ewige Ich, das vom Absoluten über den Vatergott kommt. Christus und der Heilige Geist sind die Schöpfung des Vatergott, Der der Generalvertreter des Absoluten ist und von Ihm abwärts geschieht alles, den alles kommt von der Liebe. Sowohl die Weisheit als auch die Wahrheit sind in der Liebe. Folglich ist das, was Christus mit sich trug und was unsere Ich-Substanz durchströmte – unser wahres Wesen, welches die Menschen weder berühren noch verstehen können – etwas, was als Qualität die ganze Zukunft enthält. Mit diesem Etwas können wir bis zum Endziel der Schöpfung unsere Aufgabe als Erdenmenschen erfüllen.

Der Tierkreis hat zwölf Zeichen, die mit den jeweiligen hierarchischen Wesen zusammenhängen. So bringt das Zeichen Fische das Innerste des Menschenwesens – Anthropos – zum Ausdruck, der Wassermann hängt mit den Engeln zusammen, der Steinbock – mit den Erzengeln, der Schütze – mit den Archai, der Skorpion-Adler – mit den Elohim, die Waage – mit den Mächten, die Jungfrau – mit den Herrschaften, der Löwe – mit den Thronen, der Krebs – mit den Cherubim, die Zwillinge – mit den Seraphim, der Stier – mit dem Prinzips des Kosmischen Geistes und der Widder – mit dem Prinzip des Sohnes oder Christus. Als sich Christus von der Sonnensphäre abtrennte, wo Er von den sechs Sonnenelohim getragen wurde, ging Er vom Sternen- zum Planetenaspekt über. Er durchquerte das Tor der Jungfrau und ging durch den Skorpion-Adler wieder heraus und begab Sich durch den Schützen zum Steinbock, um durch das Tor des Erzengels Michael zu gehen. Einer der Geister der Weisheit sowie Jehova und Michael sind die Wesenheiten, die eine möglichst direkte Beziehung zu Christus haben. Der Sinn der Existenz jedes Menschenwesens besteht im Erreichen einer direkten Beziehung zu Christus. Deshalb zitierte der engste Schüler Beinsa Dounos Bojan Boev in seinem kleinen Buch „Die gute Verfassung“ die Worte des Meisters: „ Alle Übungen, die ich gebe, bringen den Menschen nur mikroskopisch kleine Ergebnisse. Wenn der Mensch dagegen einen Riesenschritt in seiner Entwicklung machen will, so muss er unbedingt ins Zentrum seiner Überlegungen und Gebete Christus stellen. Dazu sind notwendig die Liebe zu Ihm und das tägliche Studium der Evangelien mit einem von Dankbarkeit und Nachdenken über Christus erfüllten Herzen.“

Damit also der Mensch eine Evolution erfahren kann, muss er versuchen, Christus zu begreifen und zwar durch die Himmlische Sophia. Warum wurde diese Wesenheit erschaffen? Um ein Gefäß, ein Kelch zu werden, durch den die Lanze des Christus-Ich allmählich abwärts strömt. Während dieser Äonen hat sich die Himmlische Sophia sowohl aufwärts, als auch abwärts entwickelt. Aufwärts schaute sie zu ihren höheren Wesengliedern Manas, Buddhi und Atma, um sich irgendwann mit diesen zu verbinden. Im Erdenäon hatten die Elohim bereits eine Beziehung zu den Seraphim und deshalb konnten sie die Substanz erbeten, die von oben kam und unsere Ich-Substanz durchzog. Die Himmlische Sophia entwickelte sich auch abwärts über die dritte Hierarchie in ihrer Qualität als Schöpferin des Daseins. Das Sonnensystem, die Naturphänomene und die Menschen – all das hat die Himmlische Sophia erschaffen, die aus Engeln, Erzengeln, Archai, Urgewalten, Mächten und Herrschaften besteht.

Es gibt keinen Staat auf der Welt, dessen Hauptstadt etwas mehr als der Name unserer Hauptstadt bedeutet – Sofia bzw. Sophia, die Weisheit Gottes. Früher hieß Oslo Christiania, allerdings wurde die Stadt nicht nach Christus, sondern nach dem König Christian IV. benannt. Es ist sehr wichtig, dass jeder Mensch, insbesondere jeder Bulgare, nicht einfach etwas von der Himmlische Sophia gehört hat, sondern ihren Namen mit Inhalt und Verständnis erfüllt. Es ist nicht nur notwendig, das Leben der heiligen Märtyrerin Sophia und ihrer drei Töchter Vjara, Nadeschda und Lyubov  (bzw. Fides, Spes und Caritas) zu kennen, sondern auch zu wissen, was der Name ‚Himmlische Sophia‘ bedeutet und die drei christlichen Tugenden zu kennen, die in der fünften, sechsten und siebten Kulturepoche die Menschenseele verändern werden.

Nachdem Christus die Elohimsphäre durch das Skorpion-Tor verlassen und durch den Steinbock die Mondensphäre durchquert hatte, trat Er in die Erdensphäre ein und war nun für die Eingeweihten aus allen Enden der Welt zugänglich. Einige von ihnen kannten Ihn als Osiris, andere – als Baldur, wieder andere – als Appolo usw. In der zweiten nachatlantischen Kulturepoche von 5067 bis 2907 v.Chr. empfingen die Menschen vom Herunterstieg Christi durch das Palladium, das Licht, Leben und Liebe darstellt, nur das erste Element – das Licht. Deshalb wurde in Persien über Ormuzd – den Gott des Lichtes und Ahriman – den Gott der Dunkelheit gesprochen. Ein solches Erlebnis hatten wir alle in der damaligen Zeit. In der dritten Kulturepoche von 2907-747 v.Chr. begannen wir, Christus als unser Erlebnis zu verinnerlichen und die Sonne als die Lebensquelle zu spüren. Aus dieser Zeit stammen die Sonnengottheiten Re/Ra in Ägypten, Appolo in Griechenland, Zagreus bei den Thrakern u.a. Erst in der vierten Kulturepoche, die bis zum Jahr 1413 n.Chr. dauerte, schritt die Verinnerlichung Christi im Menschen fort. Vom rein natürlichen Erleben durch die Leiber gingen wir zu einem inneren Erleben durch die Seelenstufen über, um später zum Ich-Selbstbewusstwerden zu kommen und die Verbindung zu unseren drei geistigen Wesengliedern zu suchen.

Wir wollen einmal kurz darauf eingehen, was der Mensch darstellt, um uns Kenntnisse über sein Seelenleben zu verschaffen. Wir haben drei Leiber – einen physischen Leib und den Äther- und Astralleib. Zwischen dem physischen und ätherischen Leib entfaltet sich das, was wir als ‚Denken‘ bezeichnen. Zwischen dem Äther- und Astralleib entfaltet sich das, was wir ‚Gefühl‘ nennen und zwischen dem Astralleib und dem ich ist der Wille. Am wachsten sind wir im Denken und eigentlich kann man uns als ‚Kopfmenschen‘ bezeichnen. Im Fühlen ist alles neblig wie im Traum und im Willen schlafen wir tief. Über beide haben wir keine reale Vorstellung. Vom Kopf abwärts wirken die Götter und all unsere Ahs und Ohs, die ganze Nachahmung bewusst manifestierten Willens, sind eine völlige Illusion. Wir werden noch in bewusster Weise in die Sphäre der Gefühle und in die Sphäre des Willens einzudringen haben. Wenn wir uns vor den Kleinen Hüter der Schwelle stellen und unsere niedere Natur sehen, begreifen wir, worum es geht. Vor ca. zehn Jahren hatte ich ein solches Erlebnis, bei dem man wirklich einen Herzschlag erleiden, seine Vernunft verlieren oder sogar sterben kann. Es ist hilfreich, selbst wenn man sich für anständig und ordentlich hält, auch etwas über das eigene Innere zu erfahren, das uns normalerweise völlig unbekannt bleibt. Erst dann bekommt unsere Selbstwahrnehmung eine reale Grundlage bekommen und wir können objektiv unseren Platz in der Spiritualität einschätzen.

Christus stieg immer tiefer herunter und die Verinnerlichung im Menschen schritt voran. Die Wahrnehmung des Christus als äußeres Licht vertiefte sich zu Seiner Wahrnehmung als Lebensquelle und schließlich zur Wahrnehmung als Quelle der Liebe. In der Zeitenwende trafen sich die beiden großen Strömungen der Hirten und Weisen und es begann das große Wunder der Erschaffung des siebten Wesengliedes der Himmlischen Sophia. Ich werde eine Zeichnung verwenden, die der verstorbene Sergej Prokofieff benutzt hat, um den Prozess zu veranschaulichen.

Bis zum Äon des alten Mondes wurde die Wesenheit Himmlische Sophia aus sechs Wesensgliedern ausgebildet – Engeln, Erzengeln, Archai, Urgewalten, Mächten und Herrschaften. Damit diese Wesenheit vollendet ist, muss sie sieben Wesensglieder haben. Deshalb begann sich im Erdenäon und in unserer Zeit, in der wir sogar auf das konkrete Jahr hinweisen können, das siebte Wesensglied der Himmlischen Sophia auszubilden, das „Anthropos-Sophia“ heißt. Warum musste diese Wesenheit erschaffen werden?

Die Mitglieder der Himmlischen Sophia aus den Hierarchien sind in den übersinnlichen Welten – in der Mondensphäre und der Sonnensphäre und die Herrschaften streifen auch die Sternensphären. Damit sich die Wesenheit Himmlische Sophia in das Menschentum verkörpern kann, muss sie durch den Menschen gehen. Diese Wesenheit besitzt eine solche Macht – sie hat ja das Sonnensystem erschaffen -, dass ihre Inkarnation in einen Menschen schwer vorstellbar ist. Der Mensch würde augenblicklich sein Ich und seine Seele verlieren. Folglich musste diese Verkörperung in anderer Art erfolgen. Nachdem die Hauptaufgabe der Himmlischen Sophia während mehrerer Äonen in der Erschaffung der Natur bestanden hatte, musste sie sich in den Menschen inkarnieren. Doch nicht auf dem physischen Plan, sondern seelisch, auf dem Astralplan. Durch den Menschen musste sie gehen und ihn zur Individualisierung seiner übersinnlichen geistigen Wesensglieder, zu seinen Manas, Buddhi und Atma führen.

innere-sonne

Ungefähr um das Jahr 2100 v.Chr., als Abraham aus Ur Chaldäisch berufen wurde, sein Volk ins Gelobte Land zu führen, begann die Ausbildung eines übersinnlichen Wesens –  Anthropos-Sophia – das einem unsichtbaren Menschen ähnelt. Die Anthropos-Sophia existiert heute und es ist für jeden Menschen der Erde von außerordentlicher Wichtigkeit, eine direkte Beziehung zu ihr herzustellen.  Das geschieht, indem man diesem Wesen erlaubt, sich in einen seelisch, auf dem Astralplan zu verkörpern.

Ich möchte auf die Frage eingehen, wie die Anthropos-Sophia erschaffen wurde, durch welche Perioden unsere Parallelentwicklung mit ihr verläuft, und wie die heutige Situation ist. Das Jahr 2100 v.Chr. ist für mich allerdings umstritten, da ich der Meinung bin, dass Abraham ca. 1800 Jahre v.Chr. berufen wurde. Doch in diesem Fall ist es wichtig, dass zwischen 2100 v.Chr. und dem nullten Jahr drei Perioden von jeweils 700 Jahren existieren. In diesen drei Perioden wurde der übersinnliche Leib der Anthropos-Sophia erschaffen. Er besteht aus einem physischen Leib einem  Äther- und einem Astralleib und hat etwas Spezifisches. Wenn ein Mensch zur Welt kommt, entwickelt sich vom 1. bis zum 7. Jahr sein physischer Leib am stärksten, während in den nächsten Perioden das Wachstum langsamer wird. Zwischen dem 7. und 14. Jahr erhält der Mensch seinen Ätherleib und von 14-21 Jahren –  seinen Astralleib. Die Wesenheit Anthropos-Sophia brauchte 700 und nicht 7 Jahre, um ihren physischen Leib aufzubauen, für den Aufbau der nächsten zwei Leiber waren noch zweimal 700 Jahren notwendig. Es liegt also ein Verhältnis von 1:700 vor im Vergleich zum Menschen. Der Durchmesser der Erde ist auch 100-mal kleiner ist als der Durchmesser der Sonne – rein äußerlich betrachtet, denn auf der Sonne gibt es keine physische Materie. Die Wesenheit Anthropos-Sophia lebt und baut ihre drei Leiber aus, die dreifache Seele und den dreifachen Geist. Das geschieht nach dem alten Sonnengesetz, das in den Erdenäon übertragen wurde. Nach diesem Gesetz entsprechen einem Erdenjahr 100 Himmelsjahre. Diese Wesenheit ist ein übersinnlicher Mensch, der von Raum und Zeit unabhängig ist und sich in der Astralwelt nach einem anderen, dem Sonnengesetz entwickelt. Darin unterscheidet sie sich von uns Menschen, die wir uns nach dem Erdengesetz entwickeln und von Raum und Materie abhängig sind. In dieser Zeit entwickelten sich die beiden Strömungen der Hirteн und Weisen, die von der Himmlischen Sophia hervorgebracht wurden, um die Menschheit auf die Ankunft Christi vorzubereiten. Vor Abrahams Erscheinung schuf die Himmlischen Sophia sowohl unsere Leiber, als auch die Natur, danach hatte sie das Bewusstsein des Menschen auszubauen und es zu verinnerlichen. Auf diese Weise sollten die Menschen vorbereitet werden, um sich das größte Mysterium des ganzen Zyklus – der Ankunft Christi und Seiner Menschwerdung -, bewusst anzueignen. Nichts auf der Welt hat einen Sinn, wenn es nicht zu unserem inneren Eigentum geworden ist. Christus, der Meister Beinsa Douno, Steiner, die Himmlische Sophia – all das klingt völlig abstrakt, wenn man nicht den richtigen Weg zum Verständnis findet. Der Sinn der Existenz der Wesenheit Anthropos-Sophia besteht darin, dass sie zum Hauptführer der Menschheit auf dem Weg zu Christus wird.

Wie haben sich die beiden Strömungen entwickelt? Die Hirtenströmung vertritt das althebräische Volk dar und am Ende wurde sie durch die Hirten, die zu dem in der Krippe geborenen Jesuskind (zu der nathanischen Seele) gingen. Die Strömung der Weisen schließt die anderen Völker ein – die sog. Heiden. Sie werden durch die drei Weisen repräsentiert, die zum anderen Jesus-Kind gingen, das in Bethlehem geboren wurde.

Ich möchte kurz das Herangehen der Himmlischen Sophia bei der Arbeit mit beiden Strömungen veranschaulichen. Beim hebräischen Volk begann die Arbeit am Denken. Damals besaßen wir natürlich kein eigenes Denken. Abraham war der erste Mensch der Erde, dessen Gehirn so aufgebaut war, dass er gewahr wurde, dass es draußen in der Natur einen Gott gibt (ein Ich-bin), der im Menschen, auch ein Ich-bin, eine angemessene Entsprechung finden kann. Abraham bahnte den Weg der Menschheit zum Ich, darin besteht seine Größe. Er startete in Ur Chaldäisch und wurde zum Stammvater des gotterwählten Volkes. Das Seelenleben des Menschen besteht aus Denken, Fühlen und Wollen. Bei den alten Juden begann zuerst ein äußeres Erleben des Denkens, das sich zum Gefühl und zum inneren Erleben des Willens vertieft hat. Deshalb wurden ihnen die Zehn Gebote gegeben, die eine Unterordnung unter das Gesetz, unter den Willen verlangen. Bei ihnen war die Moral hoch, denn der Mensch ist im Willen moralisch, da dort die Götter wirken. Im Kopf, wo wir individuell sind, toben allerlei Teufel. Die hohe Moralität im althebräischen Volk bestand auf Kosten des fehlenden Verständnisses für den Charakter von Mensch und Natur.

Bei den Heiden begann die Entwicklung gegensätzlich – mit dem äußeren Erleben des Willens und verlief zum inneren Erleben des Denkens. Das, was wir heute als die verschiedenen alten Kulturen kennen, die hinter jedem Naturphänomen Gottheiten sahen, war eigentlich die direkte Wirkung des göttlichen Willens, der Himmlischen Sophia im Menschen und seinem Willen. Aber er trat äußerlich in Erscheinung. Deshalb waren die Menschen damals massenhaft Hellseher – etwas, was in unseren Gebieten weiterhin besteht. Wir haben den höchsten Anteil an Menschen mit extrasensorischen Fähigkeiten in der Bevölkerung. Der Prozess begann mit dem äußeren Erleben des Willens, was sich in den hellseherischen Blick ausdrückte, der hinter jeder Naturerscheinung den Geist sah, und entwickelte sich zum inneren Erleben des Denkens. Im alten Griechenland beherrschten diejenigen, die am Anfang des philosophischen Denkens standen, das Denken, aber sie waren unmoralisch. Alle Menschen aus den Heidenvölkern waren unmoralisch, aber sie waren Menschen der Vernunft und hatten ein Verständnis für Vieles. Das war genau das Gegenteil des althebräischen Volkes, dessen Hauptaufgabe darin bestand, durch ein inneres Erleben des Willens eine Entwicklungsetappe zum Abschluss zu bringen und den Leib für Gott zu schaffen. Dagegen sollte die Strömung der Weisen später zum Denken und dem Aufbau eines Bewusstseins zum Verständnis des Mysteriums von Golgatha kommen. Nach Abschluss seiner Aufgabe brauchte das althebräische Volk laut Steiner keinen Staat, da dieser vom geistigen Standpunkt aus gegen seine Interessen gerichtet ist. Es musste sich unter alle restlichen Völker verbreiten. Die beiden Strömungen begegneten sich in der Zeitenwende, damit die Vereinigung der zwei Jesus-Kinder zustande kommen und der Leib gebildet werden konnte, in den Christus im 30. Jahr eintrat. In diesen 2100 Jahren baute sich die Wesenheit Anthropos-Sophia die drei Leiber aus. Sie sehen, dass im unteren Teil der Zeichnung über dieser Periode ‚Theo-Sophia‘, ‚Leib‘ und ‚Vater‘ steht. In diesen 2100 Jahren arbeitete die Himmlische Sophia als Theosophie am Menschen. Es gab einen direkten Eingriff des göttlichen Willens in das Menschenleben. Bis zum vierten Jahrhundert v.Chr. hatte niemand ein ausgebautes Denken, die Menschen lebten weiter mit dem dunklen Hellsehen. Aristoteles, der später als Thomas von Aquin und Rudolf Steiner inkarnierte, war der erste Mensch, der aus den übersinnlichen Erlebnissen der Menschen seine zehn Kategorien prägte, die das Fundament des heutigen Denkens bilden – Zeit, Ort, Quantität, Qualität, Substanz, Verhältnis, Handlung usw. Als er diese Kategorien prägte, waren sie für ihn lebendig, da hinter ihnen Wesenheiten stehen. Für den heutigen Menschen sind diese Begriffe völlig abstrakt und er hat keine Vorstellung, was hinter ihnen steht. Es gestaltete sich langsam der Übergang vom hellseherischen Erleben zu unserem heutigen abstrakten Denken, mit dem wir in keiner Weise eine Beziehung zur geistigen Welt herstellen können. Im Frühling 2015 haben wir drei Vorlesungen der Frage gewidmet, wie wir unser Denken wieder beleben können.

Die Wesenheit Anthropos-Sophia wurde 2100 Jahre alt (21 Jahre nach dem menschlichen Maß) in dem Moment, als Christus in Jesus bei der Taufe im Jordan eintrat. Dann hat Christus als der Vertreter der Trinität das Ich dieses Wesens durchströmt, das dadurch in seinem Wesentlichen geboren wurde. Wenn man die Elohim, die unsere Erzeuger sind, fragen würde, wann ein Mensch ein Ich ist, würden sie wahrscheinlich erwidern, dass ein Mensch zum ersten Mal „ich“ mit 21 Jahren sagen sollte. Nun hat sich die Entwicklung dermaßen beschleunigt, dass vier bis fünfjährige Kinder „ich“ sagen, mit 17 Jahren bereits eigene Internetimperien leiten und zu Milliardären werden. Das widerspricht jeglicher göttlicher Gesetze. Der Antichrist hat die Entwicklung der jungen Menschen so intensiviert, dass sie zu seiner leichten Beute werden und zukünftig mit großen emotionalen, gesundheitlichen und anderen Problemen konfrontiert werden. Aus diesem Grunde ist in den USA, die von Freimaurern gegründet wurden, der Alkoholkonsum für unter 21jährige verboten. Daneben bestehen weitere Einschränkungen, denn der Mensch ist bis zu seinem 21. Jahr noch im Kindesalter. Heutzutage haben viele der jungen Menschen in diesem Alter bereits ein verwüstetes inneres Leben, was zu einer Tragödie in den nächsten drei seelischen Perioden führen wird.

Nachdem Christus das Ich der Anthropos-Sophia durchdrang, sollte die gedankliche Vertiefung, die im Voraus bei Aristoteles eingesetzt hat, aber im Wesentlichen seit dem vierten Jahr n. Chr. entwickelt wurde, die drei seelischen Perioden dieser Wesenheit erfassen. Bis zum Jahr 700 v. Chr. formte die Anthropos-Sophia die Empfindungsseele und bis zum Jahr 2100 wird sie eine Bewusstseinsseele ausbauen. Danach wird sie zum Ausbau ihrer drei geistigen Wesensgliedern Manas, Buddhi und Atma übergehen. Diese Wesenheit schritt mit uns einher, um unser Seelenleben hinsichtlich des Denkens zu vertiefen, damit wir das Ereignis von Golgatha erfassen können.

Die Wesenheit Himmlische Sophia aber hatte in der Person ihres jüngsten Wesensgliedes Anthropos-Sophia nicht die Kraft, unserem inneren Leben zu einer solchen Vertiefung zu verhelfen, dass wir das Wesen des Wunders von Golgatha begreifen. Deshalb war die Ankunft des Christus-Ich notwendig. Dieses Ich hat sich in einer solchen Art mit der Menschenseele verbunden, die zum wahren Selbstbewusstwerden führte. Dazu war ein viel mächtigerer Impuls notwendig, der unsere Verstandesseele durchdringt, denn das ereignete sich in der Periode, in der wir unsere Verstandesseele ausbauten. Um ein Wesenglied von uns zu entwickeln, brauchen wir 2100 Jahre. Wir befinden uns nun in der Zeit der Bewusstseinsseele und die Ereignisse in Palästina fallen in die Zeit der Verstandesseele von 747 v.Chr. bis 1413 n.Chr. Bis zum Jahr 700 hat die Anthropos-Sophia ihre Empfindungsseele ausgebaut. Seitdem fielen zum ersten Mal die Perioden unserer Entwicklung mit ihrer Entwicklung zusammen. Bis zum Jahr 1400 formte sie ihre Verstandesseele und wir machten das Gleiche, bis zum Jahr 2100 fällt in diesen 700 Jahren ebenfalls die Entwicklung der Bewusstseinsseele mit ihrer Entwicklung zusammen.

Wir wollen nun auf die Ereignisse der Zeitenwende schauen und im Zusammenhang mit ihnen zwei neue Offenbarungen mitteilen, die in dieses Bild hineinpassen. Als Christus kam und in den Leib Jesu im 30. Jahr eintrat, schloss Er diesen Astralleib für allerlei luziferische Versuchungen ab. Die luziferischen Versuchungen, die in unsere Empfindungsseele hineinkrochen, waren die Hauptursachen für den Durst nach dem Irdischen, den wir empfanden, und für den nachfolgenden Sündenfall. Nur wenn man den luziferischen Versuchungen nicht erlaubt, in den Astralleib hineinzukriechen, kann man eine richtige Einstellung zur Himmlischen Sophia haben. Warum ist es so?

In einer grundlegenden Vorlesung über die Liebe sagte Steiner, dass aus den drei Weltprinzipien Liebe, Weisheit und Kraft, die Gott besitzt, Er die Weisheit mit Luzifer und die Kraft – mit Ahriman teilte. Die Liebe überließ Er dem Sohn. Wenn man den Astralleib für die luziferischen Einflüsse unempfänglich macht, ihn soz. „abriegeln“, kann man die Weisheit in der richtigen Art erwerben, die Luzifer delegiert worden ist. Christus besiegte den Tod auf Golgatha und damit sperrte Er den Einfluss Ahrimans auf den Ätherleib aus. Das erlaubt uns, die Unsterblichkeit zu berühren, indem wir eine Einweihung durchlaufen und für beide Welten sehend werden. Der Sinn der Einweihung besteht darin, bewusst für beide Welten mit unserem wachen Tagesbewusstsein zu sein.

Christus hat am Anfang seiner Mission den Einfluss Luzifers überwunden und am Ende ist Er auch mit Ahriman fertig geworden. Das sicherte uns die Möglichkeit, zwischen beiden zu balancieren. Aber Christus musste auch unser Ich stärken. In den drei Jahren verwandelte Er den Astralleib, Ätherleib und den physischen Leib Jesu jeweils in mikrokosmische Manas, Buddhi und Atma, was ein absolutes Wunder ist. Keiner wird das jemals wiederholen können. Bis zu den Ereignissen von Golgatha ging Christus über sieben besondere Einweihungsstufen. Die erste war die Fußwaschung beim Letzten Abendmahl, die ein Ausdruck der Demut des Willens darstellte. Danach kam die Geißelung als ein  Ausdruck der Gefühle, die beim Umgang mit den Menschen schweigen sollen. Es folgte die Aufsetzung der Dornenkrone als ein Symbol des menschlichen Übergangs vom lebendigen Umgang mit der geistigen Welt vor der Zeit Aristoteles‘ zum abstrakten Denken, das nur eine inhaltlose Hülle darstellt. Das sind drei spezifische Einweihungsstufen, die Christus im Leib Jesu durchlaufen hat und die Willen, Fühlen und Denken betreffen. Seitdem wird jeder Mensch, der zu seinem eigenen Golgatha sein Kreuz trägt, mikrokosmisch diesen Weg zurücklegen.

Wer war das Symbol dieser drei Stufen? Das war Simon von Cyrene. Wir wissen bereits, dass das der wieder inkarnierte Abraham war, der im 20. Jahrhundert als Dr. Georgi Mirkovitsch inkarnierte. Er ist der Vertreter des persönlichen Weges, den jeder zurücklegen muss. Das bedeutet nicht, dass uns Dornenkronen aufgesetzt werden. Unsere Dornenkrone ist das Denken, das heutzutage ein absolut wertloser Abfall ist. Alles, was uns täglich aus den Medien überschwemmt und aus diesem Denken resultiert, hat einen Nullwert.

Die vierte Stufe ist der Kreuzestod selbst. Danach taucht eine Person auf, die den Übergang vom Mikrokosmos, der bis zum Tod reicht, zum Makrokosmos nach dem Tod symbolisiert. Das ist der Übergang zur Grablegung, Auferstehung und Himmelfahrt. Dort tritt ein anderes Symbol in Erscheinung – Joseph von Arimathäa mit dem Gralskelch. Er ist der wieder geborene Skythianos, er kennt das Geheimnis des Leibes und Blutes. Nikodemus, der nur in das Geheimnis des Blutes eingeweiht war, hat ihm geholfen. Im Johannes-Evangelium wird der Kelch nicht erwähnt, nur das Durchbohren des Leibes Jesu durch die Lanze des römischen Kapitäns Longinus wird erwähnt. Longinus taucht in den Evangelien auch nicht auf und sie erwähnen auch nicht, aus welcher Wunde Joseph von Arimathäa das Blut im Kelch, der beim Letzten Abendmahl verwendet wurde, aufgefangen hat. Das erfahren wir aus der christlichen Legende, über die ich weiß, dass sie stimmt.

Als Christus gegeißelt wurde und die Dornenkrone aufgesetzt bekam, blutete Er und es rissen Fleischfetzen von seinen Leib ab. Wie Sie sich vielleicht erinnern, haben wir in der ersten Vorlesung nach der Anthroposophischen Konferenz über die stigmatisierte Anthroposophin Judith von Halle gesprochen, die Details aus ihrem Erleben des Mysteriums von Golgatha mitgeteilt hat. Prokofieff hat sich vor seinem Tod gegen sie erklärt. Nun befindet er sich in der geistigen Welt und hat eine andere Ansicht über Frau von Halle. Ich sage das, denn auf der Weihnachtsversammlung der bulgarischen Anthroposophen in Stara Zagora wurde in einem Vortrag über Prokofieffs Stellung zu dieser Stigmatikerin gehalten. Er hat jedoch seine Meinung bereits revidiert.

Wir wollen uns daran erinnern, was mit dem Geist der Weisheit, Jehova und Michael geschah, die eine direkte Beziehung zum Herabstieg Christi hatten. Bei der dritten Versuchung Christi im Garten Gethsemane – Sie wissen, dass es auch dort ähnlich wie beim Anfang Seiner Mission drei Versuchungen gab, die aber nirgendwo anders außer bei Judith von Halle erwähnt werden -, stieß Er nach der Versuchung einen Schrei aus. In diesem Moment wurde Jehova befreit, so dass er sich vom Mondengeist wieder in einen Sonnengeist verwandelte. Jehova erfüllte seine gigantische Aufgabe, die darin bestand, der führende Gruppengeist des jüdischen Volkes zu sein, damit Christus durch ihn und durch Michael sich diesem Volk offenbaren konnte. Bei den Heiden erfüllte Michael in der vorchristlichen Zeit die Rolle des Vertreters des Geistes der Weisheit und bei den Juden war er der Vertreter Jehovas. Das war die Aufgabe dieser Drei, die aus Michael, Jehova und dem Geist der Weisheit bestand. Ich habe mich bisher nicht gefragt, ob dieser Geist einen Namen hat. Der mächtigste der sieben Elohim Jehova wurde von seinem Mondendienst befreit, als Christus den Versuchungen im Garten Gethsemane standhielt, denn nach Golgatha durften die Menschen nie wieder Christus in einer reflektierten, mondischen Art wahrnehmen. Mit der Auferweckung des Lazarus-Johannes wurden die Mysterien nach außen gekehrt. Seit Pfingsten und seit dem Eintritt Christi in unser Ich sind jegliche nichtchristliche Einweihungen wie die östliche oder die Einweihung bei Castaneda völlig atavistisch. Solche Einweihungen besitzen keinen Wert und wirken gegen Christus. Es gibt niemanden mehr, der Christus mondisch zurückspiegelt, alles muss im wahren Licht geschehen. Der Umstand, dass damals Jehovas Aufgabe abgeschlossen war, stellt ein großes Geheimnis dar. Vom 20. Jahrhundert an ist er von der Elohimstufe zu der Dynamisstufe auf, damit er den Kampf gegen den Antichristen anführen kann, denn bei diesem Kampf wird Ahriman gerade als der Vertreter der zurückgebliebenen Mächte auftreten.

Wir wollen zum Augenblick zurückkehren, als Joseph von Arimathäa den Gralskelch zur Wunde hielt, die Longinus Christus mit der Lanze zwischen der vierten und fünften Rippe zufügte. Aus der Wunde flossen Blut und Wasser heraus. Jesus war in diesem Zeitpunkt bereits am Kreuz gestorben. Wenn man einen toten Leib durchsticht, fließt kein Blut, da das Ich herausgetreten ist, der Tote hat keinen Puls mehr. Aus dem Leib Jesu floss aber    Blut aus. Nach dem Brauch mussten die Knöchel der Gekreuzigten gebrochen werden, damit man ihren Tod feststellen konnte. Den zwei Schächern, die zu beiden Seiten Christi gekreuzigt waren, wurden die Knöchel gebrochen, Christus aber nicht, da die Prophezeiung erfüllt werden musste „ Er behütet alle seine Gebeine, dass nicht eins von ihnen zerbrochen wird“ (Psalm 34 Vers 21).

Was stellt die Lanze des Longinus dar? Wir kennen die Inkarnationskette Pinchas-Elias-Johannes der Täufer-Raffael-Novalis-Djado Wlajtscho. Wer war Pinchas? Er war der Neffe Moses‘ und Aarons Sohn und gehörte dem Priesterstamm der Leviten an. Die Leviten durften kein Blut vergießen, anderenfalls hätten sie verloren den Geistlichen-Status sofort verloren. Als Moses das Volk Israel 40 Jahre lang durch die Wüste nach Kanaan führte, begann das Volk, so die Bibel, mit den Töchtern der Moabiter zu huren und am Baal-Kult teilzunehmen. Es drohte die Gefahr, dass im Strom der Vererbung die geistigen Keime des physischen Leibes verletzt würden, in den später Christus eintreten wollte. Moses erhielt den Befehl von Gott, dass alle Anführer getötet werden sollten und sagte zu den Richtern Israels, dass jeder seine Männer töten sollte, die den Baal-Kult betrieben. Als einer der Söhne Israels eine Midianiterin mitbrachte, nahm Pinchas eine Lanze, kam in ihr Schlafzimmer und erstach die beiden. Aber es floss kein Blut, denn Jehova bewirkte, dass die Leviten, die sich bei der Verteidigung seiner befehle als fleißig auszeichneten, nicht die Sünde des Mordes auf sich nahmen. Die 24000 Söhne Israels, die damals getötet wurden, bringen eine doppelte Gesetzmäßigkeit zum Ausdruck, die mit dem inneren Aufbau des physischen Leibes zusammenhängt. Jeder seiner zwölf Teile kann von den Kräften des Todes und des Bösen in zwei Richtungen erfasst werden – er kann luziferisiert oder ahrimanisiert werden. Die Rettung der spirituellen Kräfte im Strom der Vererbung durch Pinchas unter der Leitung der Wesenheit Jahve-Elohim ist die Beseitigung dieser zweimal zwölf Quellen des Verderbes unter dem Volk Israel. Laut der Sage befahl Pinchas, eine Lanze zu schmieden, die die Macht des Ich-bin-Gottes symbolisiert. Ob das die Lanze ist, mit der er die Sünder durchstochen hat oder die Lanze danach geschmiedet wurde, weiß ich nicht, aber sie verwandelte sich in eine Reichkleinodie. Diese Lanze schwang Josua Sohn des Nun vor den Mauern Jerichos, als die Stadt erobert wurde. Diese Lanze warf der König Saul zweimal gegen David, als er ihn verdächtigte, dass David ihm den Thron wegnehmen wollte. Doch Gott war beide Male mit David. Mit dieser Lanze, die die Pharisäer zum Hügel Golgatha mitnahmen, hat Longinus Christus durchstochen. Wie Sie sehen, ist Longinus keine zufällige Person. Ich weiß noch nicht, wer er in seinen früheren Inkarnationen war, aber ich weiß, wer er danach war. Aus der Wunde, die diese Lanze verursachte, flossen Blut und Wasser, das Wasser als das Symbol der Himmlischen Sophia und das Blut – als das Symbol des Ich.

Dort waren beide vereint und diese Synthese zwischen Christus und Sophia übertrug sich auf den Gralskelch, mit dem das große Mysterium des esoterischen Christentums begann. Jemand musste diese Wunde zufügen, unter die Joseph von Arimathäa den Kelch gehalten hat. Longinus ist eine besondere Persönlichkeit, die wahrscheinlich eine stärkere Beziehung zu Christus hat als zu Sophia und den Bodhisattvas. Nun wollen wir uns auf die Insel St. Helena versetzen, die sich im Süden des Atlantischen Ozeans, etwa 2800 km westlich von Angola befindet. Dorthin wurde Napoleon in den letzten Jahren seines Lebens von 1815 bis 1821 verbannt. Er wurde von einer Gefolgschaft von 27 Personen begleitet. Einmal soll er einen seiner Generäle gefragt haben, ob dieser jemals an Christus gedacht habe. Als der General die Frage verneinte, soll Napoleon folgende Worte gesagt haben: „Das, was mich erstaunt und mir die Göttlichkeit von Jesus Christus beweist, ist Sein Einfluss. Alexander, Cäsar, Karl der Große und ich haben große Reiche gegründet. Aber sie beruhen auf Gewalt. Christus gründete sein Reich auf Liebe… Welch ein mächtiger Abstand zwischen meinem tiefen Elend und dem ewigen Reich Christi, welches gepredigt, geliebt, gepriesen und über die ganze Erde ausgebreitet wird“.

Wenn wir das Lukas-Evangelium lesen, erfahren wir, dass der Himmel sich verdunkelte, der Vorhang im Tempel entzwei riss, Jesus starb und der Hauptmann, der alles beobachtet hatte, pries Gott und sagte: „Das war wirklich ein gerechter Mensch.“(Lu 23:47). Napoleon ist der wieder inkarnierte Longinus und dieses Erlebnis am Kreuz hat ihn so stark geprägt, dass er nach der Gründung seines Reiches zum Christus-Verständnis kam. Diese Individualität ist nun inkarniert, aber ich werde nichts mehr darüber sagen, außer dass sie nicht unter uns anwesend ist.

Hier werde ich etwas hinzufügen, zu dem mir eine Vorlesung des Theologiedoktors Konstantin Zlatev mit dem seltsamen Titel „Die Seelenverwandte Christi“ aus der vergangenen Woche den Anlass gibt. Seine Überlegungen leitet er aus einem Vortrag Beinsa Dounos mit dem Titel „Selbsterziehung“[1] her. Es geht um folgendes Zitat: „Eva war die Ursache der Kreuzigung Christi. Ihretwegen musste ihr Geliebter aus der göttlichen Welt heruntersteigen, sich verkörpern und leiden. Weiter werde ich nichts sagen. In der Zeit Christi war Eva auf der Erde und hat bitter geweint. Sie hat ihren Fehler eingesehen. Sie sagte: „Wie ich mich in meinen früheren Gedanken geirrt habe!“. Sie tat etwas ohne Liebe. Eva aß ohne Liebe. Denn, wenn es Liebe zu zwei (Menschen) gibt, ist das keine Liebe. Es gibt eine Liebe.“ Das Zitat geht weiter, aber Zlatev nimmt sich der Anfangsworte an, um sein Thema über die verwandte Seele des Christus zu entwickeln. Im Zitat ist nicht davon die Rede, dass Eva die verwandte Seele Christi ist, das ist absolut falsch, sondern es wird gesagt: „Ihretwegen musste ihr Geliebter aus der göttlichen Welt heruntersteigen, sich verkörpern und leiden“. Der Geliebte der Seele ist der Geist. Verwandte Seelen gibt es nur unter den Menschen, in der geistigen Welt existiert unter allen Wesenheiten der Begriff „verwandte Seele“ nicht. Das sage ich als eine Offenbarung aus dem letzten Monat.

Ich werde etwas vom Thema abschweifen, damit wir sehen, wo Konstantin Zlatev eventuell irregeleitet wurde, um zu einem solchen Schluss zu kommen, der seiner ganzen Vorlesung kein festes Fundament gibt. Ich weiß seine Arbeit in der „Weißen Bruderschaft“ sehr zu schätzen und freue mich über jeden, der etwas auf diesem Gebiet macht. Ich erlaube mir aber, auf seinen Fehler hinzuweisen, so wie ich ihn sehe. Ich selbst würde auch den Verweis auf meine eigenen Mängel und Fehler nicht als Beleidigung, sondern als einen Stimulus zur Klärung der Sache empfinden. Steiner hat gesagt, dass selbst der christliche Eingeweihte bei seinen Forschungen irregeführt werden kann, denn die geistige Welt ist nicht einfach. Deshalb darf man die Worte von niemandem für bare Münze nehmen, sondern man muss sie prüfen, soweit das möglich ist. Ich versuche auch das zu machen, egal wer was behauptet. Wenn wir über Seelenverwandtschaft sprechen, kann sich das nur um inkarnierte Menschenwesen auf der Erde beziehen.

Wer ist Eva, und hier möchte ich die Frage erweitern, wer ist Lilith? Nach Zlatevs Vorlesung gab es eine Frage nach Lilith, aber sie wurde nicht beantwortet. In der altjüdischen Sage wird über eine Frau berichtet, die Adam vor Eva hatte. In der Astrologie kennt man Lilith als den Schwarzen Mond, jedoch hat bisher keiner auf die Frage geantwortet, was sie darstellt. Ich habe weder in der Anthroposophie, noch bei Beinsa Douno. Soweit ich beide Impulse kenne – etwas über sie gefunden. Wenn Konstantin Zlatev seine Überlegungen dahin entwickelt, dass Christus auf Erden ist und die Gottesmutter unter dem Kreuz das Bild Evas und Seine verwandte Seele ist, stimmt das nur bis zu einem gewissen Grade. Die Gottesmutter ist die Vertreterin der Himmlischen Sophia auf Erden. Christus als der Vertreter des Prinzips der Weisheit in der Trinität trat durch den Geist der Weisheit auf der alten Sonne ein. Die Wesenheit Himmlische Sophia ist ein Wesen der Weisheit. Christus stieg durch ein übersinnliches Wesen herunter, indem Er Weisheit auf Seinem Weg nach unten trug. Das bedeutet aber keineswegs, dass wir den Begriff „verwandte Seelen“ in Hinblick auf Christus und die Himmlische Sophia gebrauchen können – oben existiert so etwas nicht. Das ist nicht meine Überlegung oder meine Ansicht, sondern die Frucht einer Offenbarung. In seiner Vorlesung zitiert Zlatev Worte des Meisters, nach denen die Seelen paarweise aus dem Gott herausgekommen sind. Diese Paare sind die verwandten Seelen. Jede von ihnen hat unter ihren vielen Inkarnationen zwölf epochale Inkarnationen, in denen sie auf der Erde ihren verwandten Seelen begegnet. In der übrigen Zeit ist die eine Seele oben und die andere – unten. Wie kann man seine verwandte Seele wiedererkennen, denn das, was der Meister sagt, betrifft jeden von uns? Das, was wir über Longinus und Napoleon gesagt haben, ist sehr aufregend und am Ende der Vorlesung werden wir erfahren, warum solche Offenbarungen heute kommen können.

In meinem kleinen Buch „Der Code der Schöpfung“ wird in knapper Form auf die Genese der Welt eingegangen. Am Anfang der Bibel gibt es am Ende der 27. Strophe der „Genesis“ einen groben Übersetzungsfehler. Es steht „und schuf sie einen Mann und ein Weib“, wohingegen die richtige Übersetzung „ein Mann-Weib“ heißen müsste. Der Mensch war ein übersinnliches Wesen, das die beiden Prinzipien vereinte – das männliche und das weibliche. Da ist nicht von etwas Geschlechtlichem die Rede. Wenn in der Bibel über Adam und Eva, über Kain und Abel gesprochen wird, sind keine physischen Wesen auf dem Erdenplan gemeint. Erst wenn Seth erscheint, der den Platz des „getöteten“ Abels einnimmt und auch der Sohn Adams ist, geht es um einen Menschen, der sich von den ersten Menschen unterscheidet. Am Anfang waren wir selbstbefruchtende Wesen, in uns arbeitete die Himmlische Sophia – all das habe ich sehr geordnet im Buch beschrieben. Wer sich Klarheit über diese Frage verschaffen will, sollte es studieren. Damals ähnelte unsere Reproduktion dem, was bei einem Kopierer geschieht. Wir alle waren gleiche übersinnliche Wesen und brauchten die Geschlechterteilung nicht, zu der es in der lemurischen Zeit nach der Abtrennung des Mondes kam. Wir wissen, wie der Sündenfall in der Bibel beschrieben wird als die Versuchung Evas durch die Schlange (Luzifer) und das Eindringen luziferischer Wesen in unsere Empfindungsseele. Danach kommt der Absturz von Adam und Eva zum Irdischen bzw. die Vertreibung aus dem Paradies. Damals teilte sich das einheitliche Menschenwesen in zwei Geschlechter, damit es sich reproduzieren konnte. Eva symbolisiert die Frau, die Adam verführt, es folgt die Vertreibung aus dem Paradies durch den Cherub mit dem Feuerschwert, der in der altjüdischen Lehre Uriel heißt und bekanntlich ein Erzengel ist. In der Religion wird Eva als diejenige verflucht, die die Schuld am Sündenfall trägt. Daraus wird das Verbot hergeleitet, dass Frauen keine Priester sein dürfen und weiteren Restriktionen unterliegen.

Wir wissen bereits, dass die Jungfrau Sophia der wieder inkarnierte Salomo ist, der Sohn des Königs David. Bei der Vereinigung Davids und Bathsebas kam es zum Gewahrwerden des Geschlechtsaktes im Bewusstsein der Menschen. Alle vorherigen Vereinigungen zwischen einem Mann und einer Frau und das Erleben des Sexualaktes geschahen nicht im Bewusstsein, sondern im Geist, in der Himmlischen Sophia. Das erotische Erlebnis, das wir jetzt in unserem Bewusstsein haben, existierte damals nicht und der Geschlechtsakt war kein sinnliches Vergnügen, sondern diente lediglich den Zielen der Stammfortführung. Wir haben bereits darüber gesprochen, dass die Kamasutra-Stellungen, die in den alten Tempeln bildlich dargestellt wurden, aus einer Zeit stammen, in der durch sie kein sinnliches Vergnügen, sondern eine Möglichkeit der Vereinigung zwischen dem Mann und der Frau in der Himmlischen Sophia angestrebt wurde, die die besten Bedingungen zum Herabstieg und zur Entwicklung des zukünftigen Kindes sicherte. Wenn wir irgendwo nach dem Sinnbild des wahren Sündenfalls suchen müssen, der im persönlichen Bewusstsein des Menschen als Vergnügen abgebildet wird, so ist das David, der viele Frauen besaß, aber die einzige Frau des Hetithers Urija begehrte. Aus dieser Beziehung wurde Salomo geboren, der in der Zeitenwende als die Gottesmutter inkarnierte, die unter dem Golgatha-Kreuz zusammen mit Johannes stand. Sie ist wirklich die Vertreterin Evas, was aber nicht heißt, dass die Jungfrau Sophia, die Gottesmutter oder die gesündigte Eva verwandte Seelen desjenigen sind, der am Kreuz hing. Es kommt zu einer Vermischung des Göttlichen und Menschlichen, so dass sich hier keine eindeutigen Schlüsse ziehen lassen.

Unter dem Kreuz stand auch Johannes, der Vertreter des Christus-Prinzips. Wir können sagen, dass er die Lanze oder das Christus-Ich und die Jungfrau Sophia – den gereinigten Astralleib repräsentiert. Die Jungfrau Sophia ist die Mutter des salomonischen Jesus-Kindes, das nach Ägypten fliehen musste. Diese Frau hat viele Dramen erlebt – die Tötung der Jungen durch Herodes, das Exil in Ägypten usw., die zur Läuterung ihres Astralleibes führten. So konnte sie zur Vertreterin der Himmlischen Sophia unter dem Kreuz werden. Vorher wurde sie durch die Seele der anderen Maria, der Mutter des Jesus-Kindes aus der nathanischen Linie, durchzogen, als Christus zum Jordan ging. Dadurch wurde sie zur ersten Vertreterin der Himmlischen Sophia auf Erden, die seelisch so stark durchströmt wurde, dass sie sogar physisch zur Jungfrau wurde. Ich wiederhole Sachen, die wir mehrmals besprochen haben, um etwas über Lilith zu sagen. Unter diesem Namen wird diejenige verstanden, die die erste Frau Adams war, die aber dem Sündenfall nicht erlegen ist, sondern unabhängig und mit dem Göttlichen verbunden blieb. Später wurde sie fälschlicherweise mit diesen schwarzen astrologischen Kräften beladen. Jede Frau müsste sich die Frage stellen, ob Lilith nicht künstlich (d.h. absichtlich) mit ihrer schwarzen Färbung versehen wurde, denn sie bringt eher eine reine, vom Irdischen nicht belastete Göttlichkeit an den Tag. Gab es jemals eine solche Vertreterin dieser reinen Göttlichkeit auf Erden? Das ist Maria, die das Jesus-Kind (das Kind aus der Krippe) der nathanischen Linie zur Welt bringt. Als dieser Junge zur Welt kam, sprach er in der Ursprache der Menschheit, die sie vor dem Sündenfall hatte, als wir noch überhaupt keine Sprache kannten. Wie konnte dieses Kind eine Sprache sprechen, die überhaupt nicht gesprochen werden kann? Dieser Jesus ist die nathanische Seele in ihrer ersten und einzigen Inkarnation auf der Erde. Das ist auch die erste und einzige Inkarnation der lukanischen Maria. Deshalb wird sie nach ihrem frühen Tod sofort von den Kräften der Himmlischen Sophia durchzogen. Später durchdringt sie seelisch die andere Maria, die von einer 46jährigen Mutter mehrerer Kinder zu einer Jungfrau im physischen Sinne wird. Über Lilith können wir im Sinne von etwas absolut Reinem, Göttlichem und von der Sünde nicht Belastetem sprechen und das ist Maria, die Mutter des nathanischen Jesus.

Wir wollen zur Entwicklung der Wesenheit Anthropos-Sophia und zu unserer Entwicklung zurückkehren. Von der Zeit Golgathas bis zum Jahr 700 begann formte sie eine Empfindungsseele. Sie durchströmte alles, was auf dem irdischen Plan als religiöse Gefühle erlebt wurde, denn das Mysterium von Golgatha konnte nicht verstanden, sondern nur als religiöse Gefühle erlebt werden. Die theologische Literatur, die bis zum achten- neunten Jahrhundert verfasst wurde, war von diesem tiefen Gefühl erfüllt. Michael, der in der Golgatha-Zeit von der Sonne herunterschaute, sollte uns das Werkzeug zur gedanklichen Vertiefung in die Ereignisse von Golgatha und zur Verinnerlichung dieses Mysteriums geben. Deshalb schenkte er uns die kosmische Intelligenz. Gegen das achte bis neunte Jahrhundert traten die Anthropos-Sophia in die Periode der Entwicklung ihrer Verstandesseele ein, die mit der Entwicklungsperiode unserer Verstandesseele zusammenfiel. Die kosmische Intelligenz, die als Weltgedanken herunterströmte und von den höchsten Eingeweihten der Erde empfangen wurde, hatte nicht die Gedankenform, die vom Bewusstsein ergriffen werden konnten. Die Weltgedanken fielen in einen eigenartigen Kelch herunter, den die Anthropos-Sophia bildete und den Herunterstieg dieser Gedanken zu den Menschen vermittelte. Aber wir besaßen noch nicht die Fähigkeit, Gedanken aus uns selbst heraus hervorzubringen. Erst nach dem vierten Jahrhundert n.Chr. begann der Mensch, sich vorzustellen, dass die Gedanken von ihm selbst stammen. Deshalb können wir wahrhaftig über Philosophie erst nach dem vierten Jahrhundert n.Chr. sprechen und nicht in der Zeit der griechischen Philosophen. Aus diesem Grund befinden wir uns tatsächlich in der Periode der Philo-Sophia seit dem Golgatha. Erst dann begannen wir gern zu denken, im Unterschied zu früher, als der göttliche Wille direkt in uns als Gedanken wirkte. Es waren weitere 700 Jahre bis zum Jahr 140 notwendig, als für uns die Zeit der Bewusstseinsseele begann. Die Wesenheit Anthropos-Sophia begann auch mit dem Ausbau ihrer Bewusstseinsseele und sie arbeitet noch daran, um uns mit dem Inhalt der Himmlischen Sophia das Abendmahl zu reichen. Inzwischen griff die erste Hierarchie ein, die uns über die zweite die kosmische Intelligenz einbaute, damit wir sie benutzen können. Das Wesen mit einer in Entwicklung begriffenen Bewusstseinsseele Anthropos-Sophia hat uns den Kelch zur Kommunion unserer sich entwickelnden Bewusstseinsseele gereicht. Der Vorposten der sich entwickelnden Bewusstseinsseele wurden die Völker Mittel- und Westeuropas und wir fielen unter das türkische Joch und schienen auf dem äußeren Plan verschwunden zu sein.

Wir kommen zu unserer Zeit, obwohl das Jahr 2100 noch nicht gekommen ist. Die Wesenheit Anthropos-Sophia, die als Leib durch das althebräische Volk und als Seele durch uns ging und in uns verinnerlicht wurde, will aufwärts streben und ihre geistigen Wesensglieder entwickeln. Wenn es möglich ist, können wir diese auch parallel im Voraus entwickeln, aber vollständig werden sie erst in der sechsten Kulturepoche entwickelt werden. In diesem Sinne kann man über den Anfang des Wassermann-Zeitalters sprechen, den Beinsa Douno erwähnt hat. Ansonsten hat der Wassermann weder tierkreisastronomisch noch hierarchisch als Kulturepoche angefangen. Nachdem die Anthropos-Sophia durch unsere Seele gegangen ist, will sie aus uns herausgehen und dabei die Öffnung unseres Astralleibes als die Jungfrau Sophia bewirken, so dass die Entwicklung unseres ersten geistigen Wesengliedes beginnen kann. Diese Wesenheit arbeitet in uns, aber wir können sie nicht so verinnerlicht in uns fühlen, dass unser Astralleib zu einer Jungfrau-Sophia wird und wir das Manas entwickeln. Darin besteht das große Problem. Der erste Mensch auf Erden, der zum Gefäß der Wesenheit Anthropos-Sophia und zu ihrem Erdenvertreter wurde, ist Rudolf Steiner. Schon 1888 hat er den berühmten Satz geschrieben „Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen“. Er war der Erste, der in einer rechtmäßigen Art den Weg zur Verbindung mit der geistigen Welt bahnte. Wir haben in einer Vorlesung gesprochen, wie wir mit dem Denken zur geistigen Welt hinüberspringen können, um von dort Offenbarungen zu empfangen. Das ist heute der einzige rechtmäßige Weg in die geistigen Welten. Wenn der Wille sich in der Erkenntnis erhebt und die Erkenntnis mit dem Willen eingekleidet wird und sich in reines anschauendes Denken umwandelt, überschreitet dieses in einem bestimmten Augenblick die Schranke der sinnlichen Welt. Dann ergreift man die Idee in der Wirklichkeit der geistigen Welt von einem übersinnlichen Wesen. Die Idee wird ins Diesseits, in die sinnliche Welt, herübergeholt und kann mithilfe des vergeistigten Denkens gedeutet und der Welt dargebracht werden. Das ist der Kern der Anthroposophie und das möchte die Wesenheit Anthropos-Sophia in uns machen. Das bedeutet eine Inkarnation dieser Wesenheit in uns auf dem Seelenplan und das ist der große Anfang der Auferstehung der Himmlischen Sophia.

Wir wissen, dass sowohl über die Himmlische Sophia, als auch über Achamoth gesprochen wird. Was bedeutet das? Die Hirten spürten, dass Gott zur Welt gekommen ist und die Weisen sahen den Stern von Bethlehem und wussten, dass Gott zur Welt gekommen ist. Später verwandelten sich die Fähigkeiten der Hirten und Weisen in die geistlose Naturwissenschaft und die geistlose Astronomie – in etwas vollkommen Totes. Nun müssen diese wieder transformiert und evolutionsmäßig auferweckt werden als Fähigkeiten zum Hellsehen und Hellhören. Das bedeutet, dass die Bewusstseinsseele in eine imaginative umgewandelt wird, damit dann die Verstandesseele in eine inspirative umgewandelt wird, deren Frucht auch diese Offenbarungen sind. Schließlich müssen wir zum schwierigsten Part übergehen – zur Umwandlung der Empfindungsseele in eine intuitive. Rudolf Steiner verfügte über die Erkenntnisfähigkeiten jedes Menschen, aber mit seinen tiefen enzyklopädischen Interessen und Kenntnissen aus den Inkarnationen als Aristoteles und Thomas von Aquin, formulierte er sechs Jahre vor der Erscheinung der „Philosophie der Freiheit“ den oben zitierten Satz. Die „Philosophie der Freiheit“ entstammt nicht den Kräften, die er aus dem gemeinsam zurückgelegten Weg mit der Wesenheit Anthropos-Sophia und Michael in der übersinnlichen Welt erlangt hat, sondern aus den menschlichen reinen Erkenntniskräften. Die wahre Kommunion des Menschen ist nicht die Kommunion mit dem Brot und Wein, die als das Mysterium der Transsubstantiation existiert, sondern hier ist die Rede von der Wahrnehmung der Ideen, der Gedankenwesen. Das ist die neue Verbindungsart mit der geistigen Welt und darin liegt das Wesen der „Philosophie der Freiheit“. Steiner konnte das Buch aus den reinen Erkenntniskräften heraus schreiben, die jedem Menschen zur Verfügung stehen. Danach wurde er aus den Kräften, die dem Verständnis dieses Buches zugrunde liegen, der erste Mensch, der der Wesenheit Anthropos-Sophia erlaubte, sich auf dem Seelenplan in ihm zu inkarnieren und gemeinsam mit ihm und Michael den Weg der Ausstrahlung der Anthroposophie auf der Erde zurückzulegen. Alles, was wir als die großen anthroposophischen Bücher kennen, die Steiner gab, als die Wissenschaft vom wahren Wesen des Menschen, als die ganze Geisteswissenschaft, ist die Frucht dieses Satzes und der auf dessen Grund geschriebenen „Philosophie der Freiheit“, die grundsätzlich jeder Philosoph schreiben könnte, wenn er ein geistig orientiertes Denken besitzen würde.

Man muss sich zuerst mit der Wesenheit Anthropos-Sophia einarbeiten, danach zum Bodhisattva gelangen und zusammen werden sie zu Michael kommen, der das Sonnenantlitz Christi ist. Dann wird es kein Problem sein, Offenbarungen aus allen Daseinsstufen zu erhalten, die die Stimme Christi heute auf der Erde sind. Was bewirkt eigentlich die Anthropos-Sophia im Menschen? Zuerst gibt sie die wahre Synthese der Weisheit, die Michael in der übersinnlichen Schule vom 15. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts vorgenommen hat. Das war eine Synthese der ganzen vorhandenen Weisheit im Menschentum aus allen bereits vorhandenen Mysterien und Kulten, die als die reife Frucht des kosmischen Christentums über Rudolf Steiner herabstieg und im Licht des Mysteriums von Golgatha unternommen wurde. Natürlich gab Steiner nicht alles, was er wusste. Vor uns liegt auch ein gigantisches Feld, das wir bearbeiten können. Das erste, was wir von der Wesenheit Anthropos-Sophia erhalten, ist Licht im Bewusstsein. Das zweite ist, dass sie die Kräfte des Lebens und der Liebe in uns in Bewegung setzt. Schließlich zeigt sie uns, wie wir in einer inneren Art die Schranke zur übersinnlichen Welt überwinden können. Der Besitz des Palladiums, welches in den vorchristlichen Zeiten die Beziehung der Himmlischen Sophia zu Christus symbolisierte, gab die Kraft zur Ausstrahlung von kulturellen Impulsen auf die anderen Teile der Welt. Dieses Palladium metamorphosierte wie alles andere im Christus und wurde zur neuen Beziehung, die in Michael draußen auf der Sonne und in Christus in uns besteht.

Wie hat Steiner den Weg der Anthroposophie gebahnt und wie hat er versucht, zugunsten der ganzen Menschheit ein Gefäß zu schaffen zur Manifestation der Wesenheit Anthropos-Sophia und Michaels, der hinter ihm steht? Wie wir wissen, gehört Michael seit 1879 zu den Archai und kann bereits eine Beziehung zum Geistesmenschen des Christus haben, welcher auf der Sonne ist. Die wahren Herren der Sonne sind die Geister der Weisheit. Über diesen Geistesmenschen stieg Michael, der nach der Übergabe der kosmischen Intelligenz wie Christus herunterstieg, was bei Michael bis zum Jahr 1879 dauerte, durch die Jungfrau – das Gebiet der Geister der Weisheit – bis zum Wassermann – dem Gebiet der Engel. Er kann nicht bis zu den Fischen oder dem Gebiet des Menschen hinuntersteigen, da er sich nicht materialisieren kann. Kein anderes übersinnliches Wesen kann sich materialisieren. Deshalb sind das Mysterium der Menschwerdung Christi sowie die beiden rätselhaften Manifestationen des Bösen – Luzifers Inkarnation vor ca. 5000 Jahren und Ahrimans Inkarnation in der heutigen Zeit etwas Außerordentliches. Der Mensch hat sein Selbstbewusstsein vertieft, was darauf zurückzuführen ist, dass das Denken zu unserem inneren Besitz wurde und wir eigene Gedanken hervorzubringen begannen. Das, was wir jetzt als Bewusstsein besitzen, hat es in der Menschengeschichte bisher nie gegeben. Der heutige Einfluss der geistigen Wesen auf den Menschen erfolgt im Zustand der Verdichtung der Beziehung des Ich und der Seele mit den Leibern. Deshalb geschieht das Überwinden der Schranke zur übersinnlichen Welt nicht in einer natürlichen Art, wie in den vorchristlichen Zeiten, sondern durch das Ich und durch den Gedanken, die dem heutigen Menschen zur Verfügung stehen.

Steiner war der Wegbereiter, der die alten Mysterien erneuern und sie in einem neuen Licht entsprechend der neuen Menschenkonstitution präsentieren sollte. Wie weit ist er in seinen Anstrengungen gekommen? Diese Frage veranschaulicht das Problem der heutigen Menschheit. Wenn man die Anthroposophie behandelt – d.h. die Inkarnation der wesenhaften Anthropos-Sophia auf dem Seelenplan -, kann man drei Perioden auseinanderhalten. Die erste Periode umfasst die Zeit von 1902-1909, als Steiner innerhalb der Theosophischen Gesellschaft wirkte. Damals gab es eine Inkarnation auf dem Gedankenplan. Es folgte die Periode zwischen 1909 und 1916, in der die Inkarnation auf der Seelenstufe erfolgte und Steiner die Eurythmie gab. Schließlich kam die Periode, die bis zur Weihnachtstagung 1923 reichte und die Inkarnation auf dem sozialen Plan umfasste. Das sind die drei Perioden der Inkarnation der Anthroposophie auf dem Erdenplan, die einen Ausdruck im tatsächlich zurückgelegten Weg Steiners gemeinsam mit Michael finden. Wir können auch von einer Periode des Kopfes, der Gefühle und des Willens sprechen. Eine andere Kategorisierung könnte die Periode innerhalb der Theosophischen Gesellschaft als die Periode der östlichen Weisheit, die zweite als die Periode in Europa und die dritte als die unvollendete Periode kennzeichnen, da Steiner nach Amerika gehen wollte, um dort die Inkarnation des Anthroposophie-Impulses im Willen zu beenden.

Bei dieser globalen Betrachtung stellt man fest, dass Steiner das Werk an der Inkarnation der Wesenheit Anthropos-Sophia in seinem Willen nicht abgeschlossen hat. Der Brand, der das erste Goetheanum in Asche legte, ereignete sich in der Nacht des 31.12.1922.

Stellen wir uns vor, wie das Goetheanum verlischt. Steiner ist tief betrübt. Bereits nach dem Tag der Grundsteinlegung war er sehr finster, da er vielleicht schon damals die Zukunft sehen konnte. An Steiners Seite war Ita Wegman – der Mensch, mit dem er gemeinsame Inkarnationen seit 5000 Jahren hatte, die mit Enkidu und Gilgamesch begannen. Über die beiden können wir sagen, dass sie ein berühmtes seelenverwandtes Paar sind, ähnlich dem Paar Hiram – Salomo. Ita Wegman sah, dass Steiner niedergeschlagen war und empfand tiefes Mitgefühl mit ihm, denn in der Tiefe ihres Willens begann sich das Geheimnis ihrer eigenen Inkarnationen zu melden. Aus diesem starken Mitgefühl heraus sah sie, dass dieser Mann, der immer von vielen Menschen umgeben war, Tausenden geholfen und in seinem Leben soviel geleistet hatte, die andere in 20 Leben nicht schaffen können, vor den Ruinen absolut allein und von niemandem verstanden stand. Dieser Augenblick erinnert uns an die Einsamkeit, die Christus im Garten Gethsemane empfunden haben mag, als alle eingeschlafen waren und Er keine Hilfe von außen hatte. Dann stellte Wegman Steiner eine schicksalhafte Frage – die Parzival-Frage. Diese Frage kann jemand stellen, in dessen Astralleib intensives Mitgefühl mit einem anderen Menschen, mit einer Menschengruppe oder mit der Menschheit erweckt wird. Die Frage Ita Wegmans lautete, was mit der Erneuerung der Mysterien zu machen sei. Hier liegt der Schlüssel zu unserer ganzen heutigen Vorlesung. Was bedeutet die Erneuerung der Mysterien im 20. Jahrhundert?

Wir kennen die Mysterien des Altertums, die christlichen Mysterien, das Rosenkreuzertum und das Bogomilentum. Steiner wusste, was das bedeutete. Während des ganzen Jahres 1923 hielt er Vorträge und wollte sich zusammen mit etwa 40 seiner treuesten Menschen zurückziehen, da er nicht das Mitglied der Gesellschaft zum Aufbau des ersten Goetheanums war, obwohl er im Zentrum dieses Werkes stand. Er ist das Hauptgefäß zur Inkarnation der wesenhaften Anthropos-Sophia und die Anthroposophie ist die Frucht seines Weges mit Anthropos-Sophia und Michael. Im Oktober 1923 soll Ita Wegman die Befürchtung im Hinblick auf die Zukunft der Gesellschaft, wenn Steiner sie verlassen würde. Dann soll Steiner ihre Hand gedrückt und gesagt haben, dass er sich dazu entschließen würde, wenn sie ihm helfen würde. Es taucht die Frage auf, warum Steiner einen anderen Menschen brauchte. Beinsa Douno brauchte niemanden, aber er ist der Bodhisattva und ein Wesen einer anderen Ordnung, obwohl er der Menschenevolution angehört. Steiner, der durch seine Inkarnationen immer als Anführer geht, braucht einen anderen Menschen. In diesem Moment beginnt das Gewahrwerden bei Ita Wegman, dass sie zu einem karmischen Paar gehört. Steiner hat niemandem direkt die früheren Inkarnationen genannt, sondern sehr vorsichtig die Menschen darauf hingewiesen, damit sie allein darauf kommen und es in der richtigen Art erkennen und mit den Aufgaben des jeweiligen Lebens in Beziehung bringen. Es dürfen keinerlei Beleidigung oder gar Stolz entstehen, die aus vorhergehenden Inkarnationen resultieren. Wenn sich jemand auf seinen Lorbeeren ausruht, dann gerät er in eine Art Astralschlaf. Momentan gibt es eine berühmte Persönlichkeit der bulgarischen Geschichte, die sich in einem solchen Astralschlaf befindet. Ich sage keinem lebenden Menschen mehr, wer er war, aber über die Toten sollte man berichten, da die Inkarnationen in ihrem ganzen grandiosen Panorama beleuchtet werden müssen. Die Offenbarungen kommen, um bewusst gemacht und der Menschheit gegeben zu werden. So hat es Steiner gemacht, so mache ich es auch. Sophia gibt es und das Wort trägt es vor. Mit der Lanze und dem Kelch erhält man den Gral, so wird man selbst zum Gral. Das Hexagramm ist das Symbol des Grals, die Vereinigung der beiden Dreiecke der irdischen Weisheit (unten) und der Weltenweisheit (oben). Das Symbol stammt zwar aus dem menschlichen Geschlechtsleben, aber es hat auch einen anderen Sinn. Die Pflanze hat nur einen physischen und ätherischen Leib. Sie besitzt eine Blüte mit Blättern, einen Kelch und Staubblätter. Das Wort – Christus bzw. die Lanze in der Form des Sonnenstrahls steigt herunter, beleuchtet Sophia – den Kelch oder den Samen, aus dem danach die Frucht entsteht. Das ist der Gral bei seiner Wirkung und der Kelch ist absolut jungfräulich, denn die Pflanze hat keinen Astralleib, keine Leidenschaften. In seiner Bewusstseinsseele muss der Mensch zu einem solchen Kelch, zur Jungfrau Sophia werden. Über jeglichen Sympathien und Antipathien muss man stehen, reine Weisheit sein, die für Christus offen ist, damit die Lanze des Ich-bin durch den Heiligen Geist heruntersteigen kann und sich durch ihn im Menschen als Manas individualisiert. Das ist das höhere Ich, nicht jenes, das die individualisierte Ich-Substanz von den Elohim darstellt. Diese individualisierte Substanz ersetzt den Schatten, das Ego, das wir sonst für das Ich halten, erst dann können wir über die Bewusstseinsseele auch zum Manas kommen. Dieses Ziel verfolgt die Wesenheit Anthropos-Sophia, die schon jetzt und nicht erst ab 2100 zu ihrem ersten geistigen Wesensglied dem Manas übergeht. Wenn sie seelisch in einem Menschen inkarniert ist, und er den großen Übergang durch den Verstand trainiert, den Steiner erreicht hat, kann ein solcher Mensch schon im Voraus, vor der sechsten Kulturepoche an der Individualisierung des Manas wirken. Das ist die Probe für die sechste Kulturepoche und letztendlich für den künftigen geistigen Jupiter, wenn unser normales Bewusstsein das Manas sein wird und unser Ich ein niedrigeres Wesensglied sein wird. d.h. wir werden dann das Engelbewusstsein haben. Wir befinden uns nun in einem Schlüsselmoment, wenn es vom Menschen abhängt, die bewusste Wahl zu treffen und die Mission der Anthropos-Sophia zu retten. Das ist der Augenblick, in dem wir die Mission des Michael, des Christus retten sollen, kurz – die Mission des ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus und der drei Zyklen zusammen. Es wird erwartet, dass wir das Geschilderte in dieser Inkarnation zusammen mit einer bestimmten Gruppe aus Menschen machen. Wenn das nicht erreicht wird, ist es schlecht um uns bestellt, wenn der Antichrist uns entgegenstehen wird. Davon hängt es ab, wie wir mit ihm fertig werden und nach welchen Regeln die Menschenevolution weitergehen wird. Die Begegnung mit dem Antichristen ist zum Scheitern verurteilt, wenn wir ihm nur mit der trivialen Spiritualität entgegentreten. Das ist die große Herausforderung heute, und nicht die Frage, ob uns die Türkei überfallen wird oder ob es einen Konflikt zwischen Amerika und China geben wird. Das sind Details und die wahre Herausforderung ist die Begegnung mit dem Antichristen. Steiner hatte die Aufgabe, die Mysterien zu erneuern, damit jeder auf eine neue Art in sie eintreten kann. In den alten Mysterien beschäftigte sich jeder individuell mit sich selbst unter der Führung eines Meisters. Keiner interessierte sich für die Erfahrungen des anderen und jeder überwand allein die Grenze, die ihn von der geistigen Welt trennte. Der Meister hatte die absolute Autorität inne und sein Ich ersetzte unter Umständen das fehlende oder schwache Schüler-Ich. In den ersten christlichen Mysterien nach dem Golgatha wurden die Meister zu Mentoren und in den Rosenkreuzer-Mysterien – zu Freunden, die den freien Willen der Schüler nicht verletzten. Es gab eine Transformation des Meister-Schüler-Verhältnisses. Nun geschieht etwas völlig anderes. Natürlich sollte die Beziehung zwischen Meister und Schüler nicht die frühere sein, es darf sogar kein Lehrer auf dem äußeren Plan vorhanden sein. Steiner war ein solcher äußerer Lehrer, aber was machte er? Bei der Frage, die Ita Wegman an Steiner stellte und der darauffolgenden Antwort wurde ein Schritt gemacht, und zwar nicht zum individuellen Weg der alten Mysterien, sondern zum Sozialen, zur Einbeziehung weiterer Menschen. Deshalb gründete Steiner 1923 eine Gesellschaft, die dreigliedrig geplant war und zu einem Gefäß für die Anthropos-Sophia werden sollte, über das Michael wirken kann. Nicht Steiner persönlich sollte dieses Gefäß sein, sondern die Gesellschaft, was unendlich schwierig ist.

Wie sah die durch Steiner geplante Dreigliederung dieser Gesellschaft aus? Zuerst war die Anthroposophische Gesellschaft selbst da und jeder durfte ihr Mitglied werden. Sie stellte einen Ideenbund von Mitstreitern dar, die sich frei in verschiedenen Interessengruppen vereinen konnten. Der Vorstand bestand ursprünglich aus drei Männern und drei Frauen – das männliche und weibliche Prinzip waren gleichmäßig vertreten. Die Bewusstseinsseele besitzt einen männlichen und einen weiblichen Aspekt. Ein männlicher Aspekt liegt etwa vor, wenn ich jetzt rede und mein Gedanke tätig ist. Bei Ihnen sollte sich – wenn Sie mir aufmerksam zuhören -, das Denken vorübergehend zurückziehen, Sie sollten in das Gefühl eintauchen und wahrnehmen – das ist das weibliche Prinzip. Es gibt Sprechen und Zuhören. Die Bewusstseinsseele ist zweifach. Man muss sowohl sprechen als auch zuhören können. Beim Umgang miteinander sollten, wenn der eine spricht, beim anderen die Sympathien und Antipathien erlöschen und er sollte versuchen zu prüfen, wie das Gesagte auf ihn wirkt. Danach sollte der erste Gesprächspartner schweigen und dasjenige aufnehmen, was der andere zu sagen hat. Die Selbsteinweihung kann mindestens paarweise geschehen, am besten jedoch in einer Gruppe. Das wahre Verständnis der Frage, warum das Schicksal uns zu einem bestimmten Menschen hingeführt hat und das Erwachen des Willens, in dem die karmische Bilanz steckt, kommt zustande, wenn die Menschen auf diese soziale Art miteinander kommunizieren. Dann kann es sein, wenn der Sprechende wirklich vergeistigt und auf das Wesentliche konzentriert spricht, dass man sich im anderen wiedererkennt oder der andere kann in uns sich selbst wiedererkennen. Alle Offenbarungen, die uns bisher gegeben worden sind, kamen nach dem Willen des Heiligen Geistes. Keiner kann der geistigen Welt anordnen, ihm etwas zu geben. Die Offenbarungen kommen, wenn man reif ist, um sie zu empfangen und zu verstehen. Sie kommen immer überraschend, aus der Zukunft, aus der geistigen Zeit. Das Wiedererkennungszeichen der Wahrhaftigkeit einer Offenbarung ist es, dass sie uns erhebt und unheimlich berührt. Bei Offenbarungen von den „bösen“ Geistern gibt es immer ein Element, das dem Ego schmeichelt, eine Nuance der Anordnung und Beraubung der Freiheit in einer oder anderen Art. Die Offenbarung der „guten“ Geister kommt über das Ich, über die Menschenseele. Sie geht durch den Astralleib und es kommt zu einer Erweiterung der Seele, die im Astralleib lebt. Von dort wird sie dem Ätherleib eingeprägt und dieses Erlebnis des Geistes ist unlöschbar. Das besiegelt die tatsächliche, wahre okkulte Erfahrung. Im Augenblick, in dem das geschieht, ist man für eine oder zwei Sekunden lebendig und das ist das wahre Leben. In der übrigen Zeit gilt man nur als lebendig. Wenn man ein ganzes Leben betrachtet, kann es sich erweisen, dass jemand nicht mal eine Sekunde lang lebendig gewesen ist.

Nach der Gründung der Gesellschaft ermunterte Steiner die Mitglieder, ihre Erfahrungen in der Gruppe zu teilen. Er wurde von jungen Menschen gefragt, was sie miteinander teilen sollten, da sie keine Erfahrungen hätten. Darauf erwiderte Steiner, dass der Mensch täglich Dutzende von okkulten Erfahrungen hat, die er gar nicht bemerkt. Das wahre Leben des Geistes ist in der Praxis und jeder, der sich ihr entziehen will, befindet sich auf einem schiefen Weg. Es gibt Menschen, die sich nur mit „spirituellen“ Fragen befassen möchten, und nach ihrer Auffassung sollen ihre Mitmenschen arbeiten und sie ernähren. So geht es nicht. Man muss tief unter den Menschen sein. In den Begegnungen mit ihnen wird man zahlreiche Erfahrungen haben, in denen Fähigkeiten erweckt werden können, etwa die Einsicht in das Karma. Wenn man begreift, wer vor einem steht, verleiht dieses Wissen dem Umgang mit dieser Person einen ganz neuen Sinn. Die Offenlegung vergangener Inkarnationen wird nur Menschen gegeben, die die jeweiligen Prüfungen bestanden haben. Nichts von dem, was eröffnet wird, soll das Selbstwertgefühl beeinflussen, sondern der Mensch muss die reale Vorstellung haben, warum ihm das eröffnet wird. Nur so können auch die karmisch verbundenen Gemeinschaften gegründet und bewusst gemacht werden. Bei der Weihnachtstagung legte Steiner in die Herzen der Anwesenden den dodekaedrischen Grundstein der Liebe hinein, damit sie eine karmische Gemeinschaft bilden. Zum großen Bedauern begriff keiner außer Steiner und vielleicht Ita Wegman, was damals passierte. Wenn eine solche Gruppeneinweihung nicht bewusst erkannt wird, entfesselt das dunkle Mächte. Danach ist Steiner, der auf sich Karma beladen hatte, krank geworden. Es wird behauptet, dass er vergiftet wurde, denn die Widersachermächte konnten nicht teilnahmslos mit ansehen, wie ein Werk von Weltbedeutung erledigt wird.

Wie gesagt, war die Gesellschaft als dreigliedrig geplant. Sie selbst sollte das erste Element als ein Ideenbund mit vollkommener Freiheit sein, das vom Vorstand, der aus drei Männern und drei Frauen als Vertreter der Bewusstseinsseele bestand, nicht kommandiert und Anordnungen erhalten werden durfte. Jeder trägt beide Elemente in sich und es ist wünschenswert, dass man sowohl das männliche, als auch das weibliche Prinzip zum Ausdruck bringen kann. Das zweite Element ist die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft. Das ist das Gebiet, auf dem der reale Kontakt zur geistigen Welt hergestellt wird. Die Schule sollte in drei Klassen unterteilt werden, wobei die erste Klasse viele Teilnehmer haben konnte, die zweite – 36 und die dritte – 12. Die dritte Klasse sollte ausgewählt und persönlich von Steiner geleitet werden, die zweite Klasse sollte Maria Steiner leiten und die erste – Ita Wegman. Doch die Dinge haben sich nicht wie geplant entwickelt und es hat nur eine Klasse eine Zeitlang existiert. Nach Steiners Tod hat der Vorstand Ita Wegman nicht erlaubt, diese Klasse zu leiten. Die bösen Mächte haben sich in der Gesellschaft entfesselt und alles ging schief. Steiner hat nur 19 okkulte Lektionen gegeben, die in der Hochschule für Geisteswissenschaft ausgearbeitet werden sollten und damit endete alles. Während des ganzen Jahres 1924 bis zum Abbruch der Vorträge im September lebte Steiner in einer qualitativ neuen Anthroposophie im Vergleich zu der Anthroposophie zur Weihnachtstagung war. Nach dem Opfer auf der Weihnachtstagung wurde ein Appell an die geistige Welt gerichtet zur Gründung einer Gesellschaft, einer Höheren Schule und eines Wirtschafsteils ähnlich dem dreigliedrigen sozialen Organismus. Lediglich der letzte Teil durfte verwaltet werden. Die ersten zwei Teile sollten nichts mit den traditionellen Organisationen zu tun haben. Beinsa Douno wollte auch keine Organisation gründen. Alles, was danach als die Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ entstanden ist, resultiert aus der oberflächlichen Einsicht seiner Schüler. Deshalb ist es unverzüglich unter die Attacke Ahrimans geraten. So entstand die infantile Spiritualität, die heute hervorgebracht wird. Nachdem Steiner krank geworden war, beriefen die Anthroposophen im Februar eine Versammlung, die das bereits angenommene Statut ersetzte, welches die Regeln enthielt, nach denen die Gesellschaft funktionieren sollte. Diese Regeln waren der geistigen Welt entnommen. Steiner unterschrieb das neue Statut, da er sah, in welche Richtung sich die Dinge entwickelten. Die Gesellschaft wurde im März 1925 mit dem neuen Statut registriert und sie hat von da an nichts Gemeinsames mehr mit der bei der Weihnachtstagung gegründeten Gesellschaft. Zwischen 1925 und 2002, als wieder ein neues Statut nach ahrimanischen Regeln zusammengestellt wurde, und bis in unsere Tage hinein, existiert der Weihnachtsimpuls nicht mehr. Von der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft existiert nur die äußere Klasse und diese wird von Menschen geleitet, in denen die Wesenheit Anthropos-Sophia nicht inkarniert ist und die in keiner Weise irgendeine Offenbarung berühren können. Mit seinem Tod schloss Steiner die neuen Mysterien, deren Wesen im Folgenden besteht: Im Unterschied zum Altertum, wo jeder Schüler für sich allein war, geschieht alles in den neuen Mysterien in der Gruppe. Wenn Gruppen entstehen, werden sie zu Gefäßen der Wesenheit Anthropos-Sophia, die durch diese Gruppen arbeitet. Das, was wir hier seit Jahren praktizieren, stellt die Erneuerung der neuen Mysterien dar, aber darauf werde ich etwas später eingehen.

Maria Steiner sagte, dass der Weihnachtsimpuls weiterexistiert, aber unerreichbar geworden ist. Ita Wegman sagte ihrerseits, dass jeder, der möchte, einen Zugang zum Weihnachtsimpuls erhalten kann. Da sehen wir zwei entgegengesetzte Gesichtspunkte. Maria Steiner scheint aufgegeben zu haben. Nach Steiners Tod kam es zur ersten großen Auseinandersetzung zwischen den beiden über die Frage, wohin die Urne mit seinen Überresten beigesetzt werden soll. In den nächsten zehn Jahren wurden aus der Gesellschaft Ita Wegman, die Astrologin Elisabeth Vreede ausgeschlossen, die Dämonen tobten und die Gesellschaft konnte unmöglich zum Gruppengefäß der Anthropos-Sophia werden. Ähnlich ist es um die ganze Menschheit bestellt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich der menschliche Ätherleib geringfügig zu lockern und sich vom physischen Leib zu trennen und die Menschheit wurde zum Gruppeneingeweihten. Dieser Gruppeneingeweihte begann übersinnliche Erfahrungen zu haben und die Schranke zur übersinnlichen Welt zu überwinden, ohne dies zu begreifen. Aber wenn eine Einweihung unbewusst erfolgt, werden nicht die Tore zum Paradies bzw. zur geistigen Welt geöffnet, sondern zur Hölle. Deshalb folgten die Oktoberrevolution, die Pest des Kommunismus und die Pest des Faschismus – der Zweite Weltkrieg. Die Menschheit erwies sich als unfähig zur kollektiven Einweihung. Sie hat gegenwärtig gar keine Ahnung davon, dass sie ein Gruppeneingeweihter ist. Das gilt auch für die Anthroposophische Gesellschaft. Ich werde zwei Beispiele für falsche spirituelle Erfahrungen zitieren.

Albert Steffen, der zum Vorsitzenden der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft nach Steiner wurde, soll gesagt haben, dass er eine Imagination hatte, nach der Steiner der neue Hüter des Grals sei. Bereits 2005 hatte ich in der Vorlesung Die drei Steine hervorgehoben, dass dem nicht so ist. Alles, was Steiner machte, trägt einen Gralscharakter und ich will ihn überhaupt nicht unterschätzen. Jedoch ist Steffens Imagination falsch, was ich in dieser Vorlesung argumentiert habe. Eine andere Erfahrung hatte eine Gräfin.

Als die Theosophie ihren Lauf nahm, fand sie guten Boden im höhergestellten Teil der Gesellschaft, in den Kreisen der Wirtschaftselite und des Adels. Deshalb ist es kein Wunder, dass Steiner später viel mit solchen Menschen verkehrte. Die Gräfin von Keyserlingk hatte ein Erlebnis im Augenblick der Einäscherung Steiners und behauptete, dass ihr Steiner neun Sätze gesagt habe. Später hat ihr Sohn diese Sätze aufgeschrieben und sie wurden in einem Buch veröffentlicht. Wir wollen hören, was Steiner gesagt haben soll. Ich werde die Sätze langsam vorlesen, Sie mögen darauf achten, was für Gefühle die Sätze in ihnen hervorrufen.

  1. „Meine Mission ist beendet.
  2. “Was ich der Reife der Menschen geben konnte, das habe ich ihnen gegeben.“
  1. „Ich gehe fort, denn ich fand keine Ohren, die hinter dem Wort das Geistwort vernehmen konnten.“
  2. “ Ich gehe fort, denn ich fand keine Augen, die hinter den Erdenbildern die Geistesbilder erschauen konnten.“
  3. “Ich gehe fort, weil ich keine Menschen fand, die meinen Willen verwirklichen konnten.“
  4. „Die Mysterien bleiben verhüllt, bis ich wiederkomme.“
  5. „Ich werde wiederkommen und die Mysterien enthüllen, dann, wenn es mir gelungen sein wird, in Geisteswelten einen Altar, eine Kultstätte für die Menschenseelen, zu begründen. Dann komme ich wieder. Dann werde ich fortfahren, die Mysterien zu enthüllen.“
  6. „Die sind schuld an meinem Tode, die die Herzenskultur unterbunden haben.“
  7. „Wären die Menschen durch ihre Herzen in die Tiefe gedrungen, sie hätten die Kraft gefunden, den Aufgaben der Zeit zu genügen.“[2]

Man merkt aus einem Kilometer Entfernung, dass diese Sätze nicht von Steiner, sondern von einem dunklen Geist diktiert wurden. Ich sage das in einer kategorischen Art, denn ich weiß nicht, inwieweit sie unseren Anthroposophen bekannt sind, aber bekannte westliche Anthroposophen, etwa Harrie Salman, glauben an ihre Authentizität. Nie würde ein christlicher Eingeweihter so etwas wie den fünften Satz sagen. Die ersten vier „Belehrungen“ sind im luziferischen Stil geschrieben, im fünften hat man den Eindruck, dass sich ein asurischer Geist meldet, denn dort wird die größte Gewalt über den Willen ausgeübt und die restlichen vier Sätze sind ahrimanisch. Wie stark schwächt es den menschlichen Willen, auf die Ankunft Steiners zu warten! Viele der Anthroposophen leben in dieser Erwartung. Wie wollen sie ihn wohl wiedererkennen? Als ich auf der Konferenz sagte, dass Steiner und Ita Wegman jetzt inkarniert sind, habe ich nur Hohn geerntet. Aber ich sage noch, dass die beiden nicht zur Erneuerung der Mysterien gekommen sind, sondern diesmal für etwas anderes. Als Steiner die Mysterien erneuerte, wollte er, dass in sie das soziale Prinzip eingeht, indem er die Bildung von Gruppen anregte, die zum Gefäß für die Wesenheit Anthropos-Sophia werden, hinter der Michael steht. Dagegen gerieten sich die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft in die Haare und begannen einander auszuschließen – der absolute Alptraum!

Es gibt einen enormen Unterschied zwischen dem alten Einweihungsweg, als jeder unter der Führung eines Lehrers individuell einen Weg bestieg und dem neuen, bei dem es keinen äußeren Lehrer gibt und man in der Gruppe den Einweihungsweg zurücklegt. Früher konnte der Lehrer sehen, welche Seele reif für die Einweihung war. Jetzt ist es viel schwieriger, da der äußere Lehrer fehlt. Steiner hat nicht mehr zu denjenigen gesprochen, die neugierig waren, ihre früheren Inkarnationen zu erfahren. Er begann, über die karmischen Beziehungen nach seinem Opfer bei der Weihnachtstagung und der Gründung der Gesellschaft zu sprechen, die zum Gefäß für Anthropos-Sophia werden sollte. Die geistige Welt hat reagiert und begann, ihm die karmischen Ketten zu offenbaren. Neun Monate arbeitete Steiner mit einer anderen Anthroposophie. Das, was wir hier als eine Synthese zwischen den Impulsen Steiners und Beinsa Dounos machen, ist die neue Eröffnung der Mysterien. Nur vereinzelte Anthroposophen konnten sich sporadisch mit dem Weihnachtsimpuls verbinden, was zu bestimmten Leistungen geführt hat.  Prokofieff und Bondarew entwickelten und gaben der Anthroposophie sehr viel, aber das war keine neue Eröffnung der Mysterien. Prokofieff hatte auch gehofft, dass sein Lehrer Steiner wieder erscheinen würde. Als er sich bewusst entschloss, sich dem Werk zu widmen, wollte er als Erstes eine bewusste Verbindung zu Rudolf Steiner haben. Ich will eine solche Verbindung nicht, denn sie stellt nicht die Eröffnung der neuen Mysterien dar.

Warum kam Beinsa Douno? Neulich hat mich eine Vorlesung von Christo Madscharov in Staunen versetzt. Die „gesunden“ Kräfte kommen periodisch zusammen und er trägt ihnen etwas vor. Diese Vorlesung gibt es im Internet, sie dauert etwa 50 Minuten und ist der Inkarnation Beinsa Dounos in Petar Danov gewidmet. Wie Sie wissen, wird in den Kreisen der „Weißen Bruderschaft“ weiterhin vom „Lehrer Petar Danov“ gesprochen. Zumindest weiß Madscharov, dass Beinsa Douno und Petar Danov verschiedene Sachen sind. Ich war neugierig, was er über die Inkorporation des Bodhisattva in Petar Danov sagen würde. Selbstverständlich gab es keine großen Überraschungen. Fast die ganze Vorlesung war seinen spirituellen Reisen gewidmet – wo er war und was er alles besichtigt hat. Erst zum Ende gab es fünf Minuten, die das Thema im Wesentlichen behandelten. Das war eine neue Fassung der Ereignisse, die uns bekannt sind. Wir wissen, dass am 07.03.1897 im Dorf Tetovo bei Rousse im Gasthaus der Bodhisattva Beinsa Douno in den Körper von Petar Danov eintrat. Petar Danov ist eine Inkarnation des Boris I. des Täufers. Madscharov hat wohl gehört oder gelesen, was ich über diese Inkarnation gesagt habe, weil er hinzufügte, dass zwischen der Geburt Petar Danovs und der Taufe seitens Boris‘ genau 1000 Jahre vergangen sind. Er lancierte aber die Version, dass die Inkarnation Beinsa Dounos im Alter von 19 Jahren geschehen sei. In letzter Zeit ist es unter denjenigen, die auf die alte bulgarische Geschichte und den Tangrismus zurückschauen, zur Mode geworden, Boris I. dafür zu kritisieren, dass er die alten Kulte beseitigt hat. Diese Personen verstehen weder von Geschichte noch von Spiritualität etwas. Ich kann sehr lange und sehr zornig über diese Frage reden, aber das ist nicht unser Thema jetzt. Nach der Einarbeitung in die Leiber Petar Danovs eröffnete Beinsa Douno 1922 eine Schule und Steiner eröffnete seine Schule 1923. Es ist interessant, wieso die beiden um die gleiche Zeit zwei Schulen auf der Erde aufmachten. Wenn Steiner die Mysterien erneuert, stellt sich die Frage, was dann Beinsa Douno macht?

Wir können sagen, dass bei ihm auch eine Erneuerung besteht. Er lehrt die Menschen, wie sie nach dem manichäischen Prinzip leben sollen – dass der Gedanke zum Zentrum des Willens wird, woraus gute Taten entstehen. Bei Steiner wirkt das Rosenkreuzer-Prinzip – der Wille erhebt sich und wird zur Peripherie des Denkens, es folgt ein Übergang zur geistigen Welt, wo die Ideen erfasst werden. Wenn wir diese zwei Prinzipien kreuzen, ergibt das die große Alchimie der beiden Impulse. Das ist der Heilige Impuls, über den ich rede und über dessen Ankunft Steiner sprach. Warum kam aber Beinsa Douno? War es wegen der Eröffnung einer Schule und um den Menschen das Leben in der Bruderschaft beizubringen, also etwas in der Art einer sozialen Einweihung? Steiner hatte das Gleiche vor. Einerseits gehört das Soziale zur Einweihung, andererseits kommt die Einweihung in das Soziale ein. Es kommt zu einer gegenseitigen Durchdringung des inneren und äußeren Lebens. Es ist klar, dass das Einweihungsprinzip in das Leben der Menschheit, in die verschiedenen Wissenschaften eingehen soll, damit wir die gigantischen Aufgaben erfüllen, die vor uns stehen und verstehen, dass alles vom Christus durchzogen ist und eine Erscheinung dieses Geistes im Inneren des Menschen und im Kosmos draußen darstellt. Beinsa Douno arbeitete an der neunen Eröffnung der manichäischen Mysterien und er hatte einen andern Ausgangspunkt und verfolgte ein anderes Ziel. Das war jedoch  nicht seine Hauptaufgabe. Seine Hauptaufgabe bestand in der Teilnahme am Mysterium, das 1936 sich ereignet hat. Warum?

Es gab zwei große Fragen, die die zwei großen Strömungen der Menschheit, die Hirten und die Weisen, lösen sollen. Mit Seiner Ankunft besiegte Christus den Tod und löste die Frage des Todes und mit ihrer Erscheinung lösten die beiden Jesus-Kinder die Frage der übersinnlichen Geburt Gottes. Die Frage nach dem Bösen blieb aber ungelöst. Das Böse drang sich aber in den Vordergrund. Die Zeit des Versprechens Christus gegenüber Petrus „Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen“ (Matth. 16:18) ist vorbei, nachdem vom 19. Jahrhundert an die Menschheit zum unbewussten kollektiven Eingeweihten wird und die Pforten der Hölle geöffnet wurden. Es wäre gut, wenn die Popen der Orthodoxen Kirche Einsicht in diese Dinge hätten. Der Mensch muss gleichzeitig Eingeweihter und Priester sein, um die Ideen aus der geistigen Welt empfangen zu können und die Rolle des Priesters in dieser Welt zu spielen. Nach dem Zweiten Golgatha vom Ende des 19. Jahrhunderts, bei der Christus mit dem Ätherleib in der Astralwelt die materialistischen Gedanken der Menschheit annihilierte, welche im Laufe von fünf Jahrhunderten in der geistigen Welt, die der Erde am nächsten liegt, aufgehäuft worden waren. Danach musste Christus noch tiefer hinuntersteigen und das geschah im Lichtäther. Es gibt bekanntlich den Wärme-, Licht-, Ton- und Lebensäther. Bisher haben wir keinen Zugang zu den beiden höchsten Ätherarten, sondern können mit den niederen zwei arbeiten, weshalb diese Ätherarten durch unsere Technologien vollkommen ahrimanisiert sind. Das hat einen direkten Einfluss auf die Ätherleiber der Menschen, deshalb werden die Kinder immer lebensunfähiger geboren. Früher hatten die bulgarischen Frauen zehn Kinder und arbeiteten den ganzen Tag lang auf dem Feld und die Männer haben solche unglaublichen Leistungen erbracht, zu denen der heutige Mensch überhaupt nicht tauglich ist. Was unserem Zeitgenossen fehlt, ist die Aufladung im Ätherleib, denn er hat kein Verständnis für Christus und weiß nicht, dass er Ihn bereits in seinem Inneren suchen soll. In der Vorlesung Die Bodhisattvas  habe ich beschrieben, wie Beinsa Douno zu einer Art Brücke wurde, auf die Christus zum ersten Mal über ein Menschenwesen 1936 in den Rachen des Tieres hinunterstieg, d.h. in unseren Willen oder in die übersinnliche Welt, die der physischen Welt am nächsten ist – in den Wärmeäther.

Beinsa Douno war der erste Mensch, der mehrmals inkarnierte und bewusst zu einer Leiter für Christus wurde. Wir wissen, dass die Mission dieses Bodhisattva 5000 Jahre lang sein wird. In dieser Zeit durchläuft er 50 Erdeninkarnationen. Das ist der große Beitrag Beinsa Dounos, auf den er schon seit der Zeitenwende vorbereitet wurde, als er als die Tochter des Jaïrus einen persönlichen Kontakt zum Christus hatte. Jeder, der damals einen direkten Zugang zu Christus hatte, hat danach eine gigantische Evolution erfahren. Aus dem Opfer von 1936 sind neue Kräfte in der Menschenseele hervorgegangen, die für das Entgegentreten des Bösen und den Übergang zum dritten Gebot  („Das Böse zur Arbeit für das Gute einspannen“) notwendig sind. Seitdem wird die Gebundenheit der Bodhisattva-Mission an die Menschheit auch durch sein persönliches Opfer im christlichen Sinne besiegelt. Dieses Opfer gehört der höchsten Ordnung an, da der Bodhisattva der Hauptvertreter Christi auf der Erde ist. Nach Steiner ist der größte Märtyrer unter den Menschen Christian Rosenkreutz, der mit dem Karma der Menschheit beladen wurde. Ich vertrete die Meinung, dass zu einem anderen Märtyrer, wenn auch einer anderen Ordnung gehörend, auch der Meister nach 1936 wurde, der das Karma der Menschheit auf sich nahm. Als er sprach, haben ihn die Menschen in seinem Umfeld nicht verstanden. Es gibt wenige Ausnahmen, wie etwa Bojan Boev, der die Anthroposophie kannte. Die anderen Zuhörer spürten seine Größe, denn seine Aura wirkte auf ihre Ätherleiber, aber sie verstanden ihn nicht und hatten nicht das Bewusstsein, ihm die wichtigen Fragen zu stellen. Stattdessen haben sie ihn oft mit Belanglosigkeiten beschäftigt, wie auch Steiner mit Belanglosigkeiten beschäftigt wurde. Es gab niemanden, der tiefergehende Fragen stellen konnte. Der Meister eröffnete seine Schule, machte sein großes manichäisches Opfer, schloss die Schule mit seinem Tod 1944 und seither haben seine Nachfolger die heutigen kläglichen Ergebnisse erzielt. Steiner kam, übernahm das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft, machte eine Schule auf und mit seinem Tod wurden die Mysterien wieder geschlossen. Wann werden die Mysterien wieder eröffnet?

Wenn beide Impulse sich als ein individueller Ich-Akt im Menschen vereinigen – etwas, was bei mir im Oktober 2000 begann, als ich im Saal der Gemeinde Varna die erste der sieben Vorlesungen vorgetragen habe. Das ist die Erneuerung der Anthroposophie, von der Steiner sprach. Ihre Wiederbelebung kann nicht nur im Rahmen der Anthroposophie selbst stattfinden, denn sie muss eine Beziehung zu den Kräften des Guten eingehen, die zur Lebzeit Steiners noch nicht da waren und die Beinsa Douno ausstrahlen musste. Mit dem Blick auf Steiner und Beinsa Douno und wenn man die Bedeutung ihres Werkes kennt, kann der Mensch nicht nur Wissen, sondern auch starke Kräfte in seinem Herzen besitzen. Dann wird der Weg für Michael gebahnt, denn das Ziel der Wesenheit Anthropos-Sophia und des Bodhisattva ist es, uns zu Michael zu führen. Michael ist das wahre Antlitz Christi im Kosmos und in uns. Die Synthese der beiden Impulse führt dazu, dass Michael über diesen Menschen arbeiten kann. Michael gehört zu den Archai. Er kann die übersinnlichen Teile des physischen Menschenleibes erreichen, d.h. das Phantom. Dort sind die Geheimnisse der Menscheninkarnationen verborgen. Das Praktizieren dieser Synthese führte bei mir zu all diesen Offenbarungen, die mit den karmischen Ketten zusammenhängen. Wenn ich eine Parallele zum Leben Steiners ziehen darf, so habe ich in den ersten sieben Jahren die 28 Vorlesungen gehalten, nach denen ich deutlich gespürt habe, dass etwas zu Ende ging. Diese Zeit kann ich mit der Zeit Steiners in der Theosophischen Gesellschaft vergleichen. Danach haben wir eine Gruppe gebildet, wir gingen auch zum Weinberg der Weißen Bruderschaft, wo wir, an der Ausbildung der Tugenden mitgewirkt haben. Das können wir mit der Inkarnation im Gefühl der Wesenheit Anthropos-Sophia in der zweiten Periode Steiners vergleichen. In der dritten Periode, die gerade angefangen hat, steht das persönliche Opfer bevor, die jeder von uns darbringen soll. Sie sehen, wie unsere Gemeinschaft hier zum Gefäß Michaels für die neuen Mysterien werden kann. Der Heilige Impuls als eine Synthese der beiden Impulse bahnt den Weg Michaels durch den Verstand und das Herz zum Willen. Dieser Weg geht durch den Astralleib, in dem wir mit unserem persönlichen Gemütsleben eingeschlossen sind und wo wir allein das Ego und die persönlichen Mängel überwinden sollen. Weiter geht der Weg durch den Ätherleib, wo das Nationale ist und die Konfrontation zwischen den Völkern liegt, die viel schrecklicher sind als unsere persönlichen Schwächen. Zum Schluss geht er durch den physischen Leib, wo die Konfrontation aufgrund des Rassenprinzips liegt. Michael möchte, dass im Menschen die Sympathien und Antipathien im Astralleib aufhören, dass der Nationalhass im Ätherleib und der Rassenhass im physischen Leib aufhören. Dann kann der Geist durch den Menschen wirken und man wird zum Gefäß Michaels und zur Verbindung zwischen Christus auf der Sonne mit der Christus-Sonne in uns. Das ist ja unser Thema, Christus als die innere Sonne. Nachdem die Menschen jahrhundertelang über die Sonnensubstanz gesprochen haben, die von oben nach unten wirkt, werden sie nun laut Steiner lernen, über die innere Sonne zu sprechen, über Licht, Liebe und Leben, die von innen kommen. Diese innere Sonne ist Christus, der durch Michael in uns arbeitet. Michael ist das Licht, das von der Himmlischen Sophia kommt und Christus ist die Liebe, die in unserem Inneren wirkt. Dann erscheinen das Licht und die Wärme im Menschen. Wenn ich mich länger mit jemandem unterhalte, der wirklich vom Gehörten berührt wird, entsteht bei ihm Licht im Bewusstsein und Wärme im Gefühl. Das zeigt die Verbindung zwischen Michael und Christus. Das ist das kosmische Eisen, aus dem Michael sein Schwert schmiedet und das wir in unserem Blut haben. Seine Rolle in uns besteht darin, das Ich mit unserem physischen Leib zu verbinden. Wenn das Manas zu unserem wesentlichen Ich wird, wird es auch mit dem physischen Leib durch dieses Eisen verbunden sein. Wenn die Anthropos-Sophia in jemandem wirkt, erfolgt eine Art Rückkehr des Palladiums zu ihm und es wird eine Verbindung hergestellt zwischen dem kosmischen Eisen und dem Eisen im Blut, in dem nach Pfingsten auch Christus anwesend ist. Alles, was als Impuls von Christus ausgestrahlt wurde, trat an Pfingsten in das Ich und in die Seele des Menschen ein. Das ist der Meilenstein der neuen Einweihung.

Seitdem liegen veränderte Verhältnisse in der Trinität vor und sie lebt in uns in einer grundlegend anderen Art. Die Synthese der beiden Impulse ermöglicht eine neue Erscheinung dieser neuen Beziehung der drei Hypostasen untereinander. Die Synthese gibt Michael die Möglichkeit, ungehindert herunterzusteigen. Beinsa Douno sagte, dass der Geist nicht wirksam ist, wenn man Unklarheit im Kopf, Unreinheit im Herzen und Schwäche im Willen hat.

Das erste Hindernis ist die Unklarheit im Kopf. Die Götter wollen zuerst wissen, ob der Mensch Verständnis aufbringt. Erst dann kann er – vorausgesetzt er überwindet sein Ego – zum Gefäß der Götter werden, damit sie über ihn arbeiten. Das bedeutet es, im michaelischen Sinne heute auf der Erde zu arbeiten. Das verstehen die Anthroposophen nicht und daher ist auch ihr Zugang zu Michael verwehrt. Sie können in keiner Weise zu seinem Gefäß werden, weil sie nicht über die Kräfte zum Entgegentreten dem Bösen verfügen, die dem großen Opfer Beinsa Dounos im Jahr 1936 entspringen. Aus diesem Grund wurde mein Auftritt vor der Welt mit der Aufdeckung der Identität des Bodhisattva im Sommer 2000 eingeleitet. Danach wurde alles aufgeschlossen, was folgte. Die Anthroposophie allein kann keine Wiedergeburt erleben, es kann keine Erneuerung der Mysterien geben, die geschlossen bleiben werden. Wenn man die Synthese praktiziert, sucht man Mitstreiter und kann von der Position des Wissens und der Moral, die man erreicht hat, die ganze Palette der Emotionen aufnehmen, die man in den Menschen hervorruft. In meiner ersten Periode, die mit dem Denken zusammenhing, war ich sehr emotional. In der Periode der Gefühle durchlief ich einige Prüfungen, wobei ich mir bewusst bin, welche Prüfung aus welchem Grund bestanden werden sollte. Damit ich fortschreiten kann, sind weitere und viel unterschiedlichere Prüfungen notwendig. Dort muss das Ego vollständig ausgewrungen werden. Wenn jeder von uns tiefer in sich hineingeht, wird er Millionen Formen seines Egos vorfinden, deren Existenz er nicht geahnt hat. Das Verständnis unter den Menschen soll auf der Grundlage der Weisheit erfolgen. Laut Beinsa Douno wird der ewige Frieden in Sofia abgeschlossen werden, was „in der Weisheit“ bedeutet. Die heutige Menschheit kann nicht Frieden schließen, weil ihr die Weisheit fehlt. Sie kann das, was ich sage, überhaupt nicht verstehen. Ich weiß, was geschieht, wo der Ausweg ist und weise auf diesen Ausweg von verschiedenen Gesichtspunkten, aber es gibt keine Ohren, die das hören wollen. Ich hoffe, dass diese Vorlesung von mindestens 500 Zuschauern gesehen wird, von denen vielleicht zehn in der Tiefe verstehen würden, was ich sage. Glauben Sie mir, das wird ein Riesenerfolg sein! Nicht die millionenhaften Klicks jeder Schwachsinnigkeit im Internet haben einen Wert, sondern das Verständnis dieser zehn Menschen. Die Beziehung zu Michael und Christus ist schicksalhaft für den Menschen. Ich habe noch viel Stoff über das Thema in meinem Kopf, aber da die Zeit sehr vorgerückt ist, werde ich das zusammenfassen.

Gegen Mitte der atlantischen Zeit ging vor dem geistigen Auge der großen Eingeweihten in den Orakeln das übersinnliche Bild der Frau auf, die in Sonne gekleidet war und neun Sterne über sich und den Mond und den siebenköpfigen Drachen unter ihren Füßen hatte. Die Sonne in ihr ist das Manas, das das höhere Ich mitbringen wird. Die wesenhafte Anthropos-Sophia durchlief die Stufen des Leibes und der Seele, nun ist sie auf der Stufe des Geistes und sucht nach Gefäßen unter den vernünftigen Menschen. Dieses Wesen durchläuft eine Inkarnation auf dem übersinnlichen Plan, damit sie die Menschheit auf die Begegnung mit der Himmlischen Sophia vorbereiten kann – mit der in Sonne eingekleideten Frau, die in vielen Aspekten wichtig ist. Einer von ihnen ist die Erde, die eines Tages zur Sonne werden wird. Im Augenblick, in dem Longinus mit der heiligen Lanze die Rippen Christi durchstach und aus ihnen Blut und Wasser flossen, war das nicht nur der Beginn der Gralsmysterien, sondern auch der Beginn der Verwandlung der Erde in eine Sonne. Von den Menschen hängt es ab, ob sie das ätherische Christus-Blut mit der Ätherisierung ihres eigenen Blutes in Richtung vom Herzen zur Epiphyse in einen einheitlichen Strom verbinden und dadurch selbst die Erde in Sonne verwandeln, indem sie zu Trägern der Sonne werden. Nach dem Krieg aller gegen alle wird die Erde den Mond wieder aufnehmen. Viel später werden sich beide in den übersinnlichen Welten wieder mit der Sonne verbinden. Für diese zukünftige Vereinigung der Erde mit der Sonne inkarnierte die Wesenheit Anthropos-Sophia.

In uns lebt die innere Sonne. Ich werde Beinsa Dounos Worte zitieren, die ich früher erwähnen wollte, aber an das Ende passen sie sogar besser: „Der große Moment ist derjenige, wenn der Aufgang der äußeren Sonne mit dem Aufgang der inneren Sonne zusammenfällt. Das ist der wahre Aufgang der Sonne. Der Aufgang der Sonne im Inneren ist noch nicht erreicht“.[3]

Was meint der Meister damit? Es gibt eine äußere Sonne, deren Aufgang von den Menschen empfangen wird. Von der Sonne, von den Wesen, die die Sonne bewohnen – Elohim, Mächte und Herrschaften – kommen Licht, Leben und Liebe und wirken auch in uns. Michael hat eine Beziehung zum höchsten übersinnlichen Wesensglied Christi – dem Geistesmenschen auf der Sonne. Als Urengel besitzt Michael den mikrokosmischen Geistesmenschen – etwas, was wir erst auf dem Vulkan erreichen werden. Nachdem Michael bis zur Stufe des Wassermannes heruntergestiegen ist, kann er durch die Anthropos-Sophia, die sich im Menschen inkarniert, ihnen Mysterien eröffnen, die von der ersten Hierarchie und der dreifachen Göttlichkeit der ganzen Senkrechten entlang kommen. Das ist das Ergebnis der richtigen Einstellung zu Beinsa Douno, zu der Wesenheit Anthropos-Sophia und zu Michael, der die Himmelshierarchien von den Engeln zu den Herrschaften leitet, und über die Herrschaften für Offenbarungen aus den höchsten Ebenen offen ist. Michael arbeitet gleichzeitig von der Sonne aus und für den Aufgang der inneren Christus-Sonne, die auch Licht, Leben und Liebe trägt. Wenn beide Sonnen im Menschen zusammenkommen, ist das der wahre Augenblick seines Erwachens. Ich hatte ein solches Erlebnis, von dem mir später gesagt wurde, dass das die Einweihung mit dem Eisen und dem Brot ist, mit Michael und Christus. Was bedeutet das im Licht des hier  Dargelegten? Auf einmal erlebte ich am helllichten Tage, dass alle Wesen im Kosmos nach dem Golgatha in der Christus-Liebe leben. Ich hatte das Bewusstsein, also das Licht, dass alle Wesen in der Christus-Liebe leben. Das war die Rückkehr des Palladiums. Das Palladium ist der Träger von Licht, Leben und Liebe. Der Heilige Geist  trägt mit dem Manas (dem Palladium) dahinter das Buddhi-Prinzip oder die Christus-Liebe. Das ist das wahre Erlebnis jener Liebe, über die Beinsa Douno sagt, dass er bisher nur ihr Ende angehoben hat. Ich kenne zwei Personen, die etwas Ähnliches erlebt haben, aber anders, weil jede Seele einmalig ist. Nur jemand, der so etwas erlebt hat, kann den anderen in seinem Erlebnis verstehen. Der Sinn des geistigen Lebens des Menschen ist es, aus der Erkenntnis durch die geistige Erfahrung zur Praxis überzugehen. Die Erkenntnis ist das Studium, die geistige Erfahrung ist das Einströmen des Geistes, und sie muss in reale Taten verdinglicht werden. Wer so etwas erlebt hat, strebt unvermeidlich danach, das Erlebte in einer Gemeinschaft zu sozialisieren. Das ist die Eröffnung der neuen Mysterien. Die Eröffnung der neuen Mysterien geschah mit der Offenbarung über den Bodhisattva von 2000 und sie schreitet mit der weiteren Verdinglichung der Synthese der beiden Impulse im Laufe von drei siebenjährigen Perioden fort.

[1] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 08.09.1918, „Ihn empfangen“

[2] Ebd., 02.08.1942, „Selbsterziehung“

[3] Adalbert Graf von Keyserlingk, „Koberwitz 1924, Geburtsstunde einer neuen Landwirtschaft“, Hilfswerk Elisabeth 1974, S. 177 ff.

[4] „Festvorträge“, Sofia, 01.09.1935, „Ich werde von innen kommen“

Der Aufstieg des Ewig-Weiblichen

di-varna

                       „Weltenkummer“, Bild von Boris Georgiev

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 29.11.2015 in Varna

vom Autor nicht durchgesehene Textfassung der Videodatei

 

Link zum Vorlesungsvideo

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Gebet: Herr Jesus Christus, wir bitten Dich, in diesen von Sorgen um die Zukunft gekennzeichneten Zeiten Deine Engel zu schicken, um auf die Führer der europäischen Völker einzuwirken, so dass sie Botschaften senden, in denen wir den Anfang des Weges zu Dir wiedererkennen, damit wir eine Zukunft haben. Amen!

In unserem letzten Thema „Erwecker und Apostel“ wurde in einem gewissen Sinne das männliche Prinzip vertreten und das heutige Thema trägt den Titel „Der Aufstieg des Ewig-Weiblichen“. Die letzte Vorlesung überschritt die Dauer von drei Stunden und ich hatte vor, von nun an mich an die Zeit von zwei Stunden zu halten, um Ihre Geduld nicht auf die Probe zu stellen. Aber die heutige Vorlesung reifte bereits seit etwa 40 Tagen, bis am Donnerstag die abschließende Offenbarung kam, die die Vorlesung in der von mir gewünschten Form ausbaute. Das hat sie allerdings mit zusätzlicher Information und Zeit beladen, deshalb werde ich mich bemühen, straff und ohne viele Abweichungen vom Thema vorzutragen. Alles muss gesagt werden, denn das sind nicht einfach Vorlesungen, um irgendeine Aktivität zu markieren, sondern es ist ein Appell an die geistige Welt, sich einzumischen, wenn wir hier ein Zeichen geben, dass unter den Menschen das Verständnis der Weltereignisse vorhanden ist.

Wir wollen zuerst uns daran erinnern, was das weibliche Prinzip bedeutet, was das Ewig-Weibliche darstellt, damit wir in der richtigen Weise in das Thema eingehen – von der alttestamentlichen Zeit über die Zeitenwende bis in die heutigen Tage hinein. In der Esoterik versteht man unter dem weiblichen Prinzip die Vereinigung einer Gruppe von Wesen; von einem anderen Standpunkt aus liegt das weibliche Prinzip vor, wenn ein größeres Wesen aus sich ein kleineres, niedrigeres Wesen in Hinblick auf die Bewusstseinsstufe erschafft. Im Bezug auf die Trinität stellen die vereinigten Vatergott, Sohn und Heilige Geist zusammen das weibliche Prinzip dar, einzeln betrachtet stellt der Vatergott das männliche Prinzip dar. Auch der Sohn und der Heilige Geist, wenn man sie als einzelne Antlitze der Trinität auffasst, stellen das männliche Prinzip dar. Bleiben wir bei den Beziehungen in der Trinität, so ist der Vater das männliche Prinzip selbst. Er erschafft den Sohn, Der das weibliche Prinzip ist und beide zusammen erschaffen den Heiligen Geist. Auf diese Weise wird der Sohn zum männlichen und weiblichen Prinzip, denn Er wurde einerseits erschaffen, andererseits ist Er Selbst Schaffender. Der Heilige Geist ist nur erschaffen, d.h. Er ist das weibliche Prinzip. Wir sehen, dass selbst innerhalb der Trinität drei Standpunkte bei der Erläuterung des männlichen und weiblichen Prinzips existieren können. Auf der höchsten Stufe – in der Trinität – wird das weibliche Prinzip im vollen Sinne des Wortes durch den Heiligen Geist verkörpert. Wenn wir tiefer gehen, finden wir die Wesenheit Heilige Sophia, die ein Gruppenwesen aus der Wesenheit Anthropos-Sophia bis zu den Geistern der Weisheit ist. Sie repräsentiert also das weibliche Prinzip. Die Mitglieder dieser Gruppenwesenheit repräsentieren als einzelne Wesen das männliche Prinzip. Das Gleiche gilt für die großen geheimnisvollen Gruppenwesen des Karmas, die das Weltenkarma regeln. Sie sind weibliche Wesen, über die Steiner nicht gesprochen hat, zumindest ist mir das nicht bekannt. Sie sind vielleicht aus der Ordnung des Mystischen Lammes, dessen niedrigstes Wesensglied ein Eloah ist. Sergej Prokofieff hat über dieses Thema geschrieben. In den neun Hierarchien gibt es Einzelwesen, die das männliche Prinzip repräsentieren, sowie Gruppenwesen, die eine viel stärkere Kraft als die einfache Summe der Kräfte der sie formierenden Wesen haben, die das weibliche Prinzip manifestieren. Gelangen wir zu den Menschen, kommen wir auch zu der Geschlechterteilung und können in der heutigen Zeit des Antichristen den Übergang von den „harmlosen“ einfachen homosexuellen Männern und Frauen zu Transvestiten, Transsexuellen usw. bemerken. Es bleibt zu sehen, wie weit sich das noch steigern lässt. Es wird die vollständige Beseitigung der Geschlechterunterschiede angestrebt. Die Menschen sollen erst wenn sie völlig bewusst sind und unabhängig von den Geschlechtermerkmalen, mit denen sie geboren sind, ihr geschlechtliches Wesen bestimmen. Solche „Errungenschaften“ des „freien“ Menschengedankens finden wir vor.

Von einem anderen Standpunkt aus repräsentieren manche Menschen das männliche Prinzip oder Kain. Sie sind auf die irdische Weisheit ausgerichtet. Andere Menschen sind die Vertreter des weiblichen Prinzips, sie sind wie Abel auf die himmlische Weisheit ausgerichtet. Im Alten Testament ist Salomo ein solcher Mensch, wobei wir die geschlechtliche und geistige Manifestation dieser Prinzipien im Menschen auseinanderhalten müssen. Allerdings ist in den Frauen wegen der weiblichen Natur selbst, wegen des Umstandes, dass in den Frauen die Himmlische Sophia arbeitet, damit sie gebären können und weil sie eine größere Neigung zum Spirituellen haben, hauptsächlich das weibliche Prinzip vertreten. Aus diesem Grund sind in den spirituellen Gesellschaften die Frauen in der Überzahl. Selbstverständlich kann eine Frau auch eine Repräsentantin des männlichen Prinzips und ein wahrer Kainit sein. Das gilt für die Männer auch. So ist der Evangelist Johannes der Vertreter des weiblichen Prinzips, aber in seiner früheren Inkarnation als Hiram Abiff ist er der herausragendste Vertreter des männlichen Prinzips. Das ist der trockene theoretische Teil des Wesens des männlichen und weiblichen Prinzips im okkulten Sinne, aber er muss gut beherrscht werden, denn heutzutage versucht Ahriman, selbst die deutliche physiologische Unterscheidung nach dem geschlechtlichen Merkmal aufzuheben, welche nach der Abspaltung des Mondes von der Erde eingetreten ist.

Nun wollen wir die Anwesenheit des weiblichen Prinzips im Neuen Testament verfolgen, und zwar vor allem im Matthäus-Evangelium. Letztes Mal haben wir über dieses Evangelium im Zusammenhang mit den verschiedenen Rollen des Matthäus als Essäer, Zöllner und Levit gesprochen. Als Essäer verkörpert er das männliche Prinzip, da er der Vertreter der wissenschaftlich-praktischen Richtung in der Sekte der Essäer und Therapeuten war, während die Nasiräer mit ihrem Mystizismus eher das weibliche Prinzip repräsentierten. Das Essäer-Prinzip mit seinem Streben zum Irdischen ist in diesem Evangelium stärker vertreten und der Stammbaum Jesu, der zu Beginn des Evangeliums angegeben wird, beginnt bei Abraham und geht weiter zu Joseph und Maria.

Das Nasiräer-Prinzip finden wir dagegen im Lukas-Evangelium, wo die Erhebung vom Irdischen – von Joseph zu Adam und Gott stattfindet. Das wird nach der Jordantaufe sichtbar. Das sind zwei grundlegend unterschiedliche Leitern im Stammbaum. Wenn wir jedoch in der richtigen Art verfolgen wollen, wie im Neuen Testament das weibliche Prinzip zu seiner Materialisierung heruntersteigt, müssen wir uns mit dem Matthäus-Evangelium beschäftigen. Wenn wir dort die Linie von Abraham zu Joseph verfolgen, finden wir auch vier Frauen. Wie wir wissen, wird im Stammbaum die Vererbung in der männlichen Linie erwähnt – „Abraham zeugte Isaak, Isaak zeugte Jakob“ usw. Die Frau wird nicht erwähnt. Warum sind gerade diese vier Frauen in den Evangelien an den jeweiligen Stellen anwesend, was will man uns damit sagen, wie wir an die Zeitenwende herangehen sollen und wie manifestiert sich das alles in der gegenwärtigen Zeit? Die erste Frau ist Tamar, die Frau Judas, auf den der Stamm Juda zurückgeht. Im zweiten apokalyptischen Siegel gibt es drei Tiere – den Löwen, den Stier, den Adler, außerdem den Menschen und das Lamm Gottes, das in der Mitte steht. Sie wissen, dass auf diese Weise die alten Gruppenseelen der Menschheit dargestellt werden – in der Anthroposophie wird diese Frage gut beleuchtet. Im Tierkreis sind das die sog. fixen Zeichen, wobei der Adler im Laufe der Zeit zum Skorpion wurde und der Mensch der Wassermann ist. Die Zeichen der Äquinoktien und der Sonnenwenden, Widder, Krebs, Waage und Steinbock sind die Kardinalzeichen und die restlichen vier Zeichen – Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische, sind die beweglichen Zeichen. Die ursprünglich göttlichen Zeichen sind die Zeichen des zweiten okkulten Siegels. Um aus der ursprünglichen Göttlichkeit herauszugehen, muss ein Antrieb gegeben werden und das geschieht durch die Kardinalzeichen. Dieser Antrieb wird durch die restlichen vier  Zeichen zur Ausführung gebracht. Aus den zwölf Söhnen Jakobs, die eine Widerspiegelung des Tierkreises sind, vertritt Juda den Löwen. Der Kontinent Europa steht auch im Zeichen des Löwen. Er wurde ursprünglich vorbestimmt, das Kind des Stammes Juda zu sein, d.h. das Kind des Christentums, und wurde aus diesem Grund seit Jahrtausenden von ätherischen Strömungen umgeben. All das beginnt mit der Beziehung zwischen Tamar und Juda. Deshalb ist Tamar die erste Frau, die in der Stammbaumkette im Matthäus-Evangelium angegeben wird.

Ich werde Ihnen kurz die Geschichte Tamars aus dem Alten Testament in Erinnerung bringen. Juda hat drei Söhne und der älteste Er nimmt Tamar zur Frau. In der Bibel heißt es, dass er in den Augen Gottes böse ist und Gott ihn umbringt. Nach der Tradition soll der mittlere Sohn Onan den Fortbestand der Familie seines Bruders fortsetzen, aber er ergießt seinen Samen auf die Erde, um das zu verhindern und Gott vernichtet auch ihn. Der dritte Sohn Judas Schela ist sehr jung und Juda sagt Tamar, sie soll als Witwe im Haus ihres Vaters leben, bis sein Sohn geschlechtsreif wird und den Stamm fortsetzen kann. Aber Tamar merkt, dass ihr Schwiegervater nicht aufrichtig ist, da sein Sohn schon erwachsen ist und sie ihm immer noch nicht zur Frau gegeben wird. Daher beschließt sie, durch List von Juda schwanger zu werden.

Die restlichen drei Frauen, die im Matthäus-Evangelium erwähnt werden, begingen auch Taten, die vom heutigen Standpunkt aus getadelt werden können, aber gerade sie waren es, die den Stammbaum sicherten, der zum Schluss den Leib für Gott gab. Juda ist derjenige von den zwölf Söhnen Jakobs, der seine Brüder anstachelte, Joseph an vorbeiziehende Midianiter für 20 Silberlinge zu verkaufen. Doch gerade er wurde zum Stammvater des Stammes, der den Leib Gottes zur Verfügung stellte. Man wird nicht zu einer sehr positiven Schlussfolgerung kommen, wenn man sich Gedanken über die Ereignisse macht. Alle jüdischen Männer lebten mit der Einstellung, dass sie die Väter Gottes sind, dass sie den Leib für den Messias zu stellen hatten. Die Mütter haben sich ihrerseits in einer besonderen Art als die Mütter Gottes erlebt. Tamar war diejenige, die in ihrem Inneren spürte, dass sie den Anfang des Stammes des Gottesleibes machen soll. Sie kleidete sich wie eine Dirne und stellte sich auf den Weg, auf den Juda ging. Er erkannte sie nicht wieder und wollte die Gelegenheit nutzen, aber da er sie nicht bezahlen konnte, gab er ihr seinen Siegelring mit Schnur und seinen Stock als Pfand, bis er in der Lage war zu bezahlen. Tamar wurde von ihm schwanger. Später schickte er durch einen Freund ein Ziegenböcklein als Bezahlung, aber sein Freund konnte sie nicht ausfindig machen, die örtlichen Bewohner sagten ihm, dass dort keine Dirne wohnte. Drei Monate später sah man Tamar an, dass sie schwanger war und Juda befahl, sie zu verbrennen, da er dachte, dass sie durch Unzucht empfangen hatte. Aber Tamar sagte, dass sie von demjenigen empfangen hatte, dem die drei Symbole gehören und zeigte die als Pfand von Juda gegebenen Gegenstände. Juda erkannte diese wieder und gab zu, dass sie Recht hatte, da er sie nicht seinem Sohn Schela zur Frau gegeben hat. Sechs Monate später brachte sie Zwillinge zu Welt – Perez und Serach.

Die Namen, die die Menschen früher bekamen, haben etwas bedeutet. Die Namen der vier Frauen sind auch besondere. Sie symbolisieren den Herunterstieg der Menschheit aus dem Himmel, von der Himmlischen Sophia oder dem Ewig-Weiblichen zum Irdischen. Die Himmlische Sophia ist das Ewig- Weibliche, die Manifestation des Heiligen Geistes als das Ewig-Weibliche, als eine Weltenseele, die zwei Funktionen vereint – Leben zu geben und Licht oder Weisheit zu spenden. In der vorchristlichen Zeit bestand die Trinität aus dem Vater, der Mutter und dem Sohn. Der Vater ist das männliche Prinzip und die Mutter wurde wie der Heilige Geist als etwas erlebt, was alles von ihr abwärts gebar oder wie die Himmlische Sophia. Damals war die Himmlische Sophia mit Ausnahme ihres niedrigsten Wesensgliedes, des Wesens Anthropos-Sophia, bereits entwickelt. Wenn wir über die Weltenseele sprechen, über die Jungfrau Sophia, Pistis Sophia und das Ewig-Weibliche der vorchristlichen Zeit, müssen wir unter dem weiblichen Prinzip die Himmlische Sophia verstehen. Deshalb wird in den Sprüchen Salomos so viel über die Weisheit Gottes gesagt, denn Salomo ist der Vertreter dieser Weisheit, der Vertreter des weiblichen Prinzips.

In der Zeit, in der Tamar ihr Kind bekommen sollte, lag die Menschheit noch in der Wiege des Geistigen. Der Name Tamar bedeutet eine hohe Palme mit einer großen Blätterkrone. Das zeigt, dass sie damals der Pflanzennatur näher war. Die Menschheit lebte im Mutterschoß, in der Weltenseele.

Das Geschlechtsleben wurde überhaupt nicht im menschlichen Bewusstsein erlebt, sondern außerhalb von ihm in der Weltenseele. Als Juda Tamar begehrte und den Geschlechtsakt  mit ihr vollzog, haben das weder Tamar noch Juda in ihrem persönlichen Bewusstsein erlebt. Ihre Leiber waren ein Feld, auf dem die Götter arbeiteten. Das ist für das heutige Bewusstsein schwer zu begreifen, das bei der Betrachtung der Kamasutra-Stellungen lediglich an Fleischesvergnügen denkt. Damals war das eine Form des Kultlebens, die rechtmäßig war, da es nicht aus dem Ich hervorging, sondern aus den Leibern.

Auch das Hellsehen kam nicht aus dem Ich, sondern aus den menschlichen Leibern heraus. Die sexuellen Praktiken in den Mysterienzentren waren völlig rechtmäßig und waren ein Werk der Volksgeister. Wenn der Mann und die Frau sich vereinigten, um Nachwuchs zu zeugen, hatte keiner von ihnen die Empfindungen, die wir aus der heutigen bewussten Sexualität gewinnen. Vom heutigen Standpunkt können wir sagen, dass Tamar mit Betrug Juda verführt hat, um den Stammbaum fortzusetzen, aus dem der Leib für Gott entstehen wird. Die Tat Judas sieht uns heute aus wie das Handeln eines Schürzenjägers. Aber bei der Aufzählung der Namen im ersten Kapitel des Matthäus-Evangeliums tauchen um den Namen des Stammvaters des Stammes Juda die Namen einer Frau und seitlicher Söhne und Brüder, ohne die das Mysterium der Geburt des Leibes für Gott nicht verständlich ist. Wenn wir uns etwas auf die Seele Tamars einstimmen könnten, würden wir spüren, was für eine heilige Einstellung und ein inneres Gespür sie hatte, dass von ihr etwas sehr Großes abhing.

Das Volk Israel ist von Anfang an das Volk, das vorbestimmt war, in den Generationen den Leib für den Messias aufzubauen. Die Zeugung von Nachwuchs wurde folglich als die Erfüllung des göttlichen Willens und ein heiliges Gesetz angesehen. Dieser heilige Instinkt für die Zukunft lebte in Tamars Seele. Sie hatte sich selbst als die Mutter Gottes empfunden und das trieb sie an, sich einer List zu bedienen, um das Gesetz einzuhalten, da die Zukunft der Welt auf der Karte stand. Wir müssen das Wesen des männlichen und weiblichen Prinzips erfassen, und das, wie sie auf der Leiter von Abraham weiter fortgesetzt werden, um eine Vorstellung vom Seelenleben des damaligen Menschen zu gewinnen.

Tamar brachte die Zwillinge Perez und Serach zur Welt. Zuerst kam Serachs Hand heraus, dessen Name „Sonnenaufgang“ bedeutet und die Hebamme band einen roten Faden um seine Hand, der den Erstgeborenen kennzeichnen sollte. Tamar ist das Bild der pflanzlich reinen Menschheit, des jungfräulich Mütterlichen, aus dem etwas Sonnenhaftes und nicht Mondisches geboren werden sollte. Aber Perez, dessen Name „Riss bzw. der Reißende“ bedeutet, schob seinen Bruder zurück, zerriss das Fleisch seiner Mutter und kam als Erster heraus. Als Erstgeborener sollte er die Stammlinie fortsetzen, nicht der Sonnenbruder, sondern der Mondenbruder, der zerreißt und zum Irdischen heruntersteigt. Das liegt daran, dass das Abelsche Prinzip sich langsam zurückziehen und das Kainsche in den Vordergrund treten sollte. Diese Tendenz begann mit Kain und Abel und wurde bei Esau und Jakob fortgesetzt. Esau war der erstgeborene Bruder, aber Jakob riss durch Betrug das Erstgeburtsrecht an sich und wurde zum Mann, der zwölf Söhne als die Widerspiegelung des Tierkreises zeugte. Unter den Zwölf war Juda im moralischen Aspekt am tadeligsten, aber er wurde zum Stammvater des jüdischen Volkes und setzte den Stamm fort, da damals der Weg vom Göttlichen zum Irdischen zurückgelegt werden sollte. Um das Irdische zu erreichen, hatte die Menschheit das Himmlische zu verlieren. In der Gestalt der Paare Kain – Abel, Jakob – Esau, Juda – Joseph und Perez – Serach sehen wir die Stufen eines steigenden Sündenfalls, durch den die Menschen Ich-Kräfte bekamen.

Die zweite Frau, die im Stammbaum erwähnt wird, ist Rahab. Hier sind wir schon in der Zeit, als Mose die Juden aus Ägypten führte und sie ins Gelobte Land unter der Führung des Josua (Sohn des Nun) zogen. Das Kultleben in Ägypten war bereits für die Ich-Entwicklung eines klaren, wachen Bewusstseins schädlich. Deshalb führte Mose die Juden aus Ägypten, sie überquerten das Rote Meer und begaben sich nach Kanaan, wo sie mit anderen Völkern in Berührung kamen, die dekadente Mondenkulte praktizierten, wie etwa die mit den Geheimnissen des Geschlechtes zusammenhängenden Baal- und Astartekulte. Unterwegs gingen sie durch Jericho, wo das bekannte Ereignis mit der einstürzenden Mauer stattfand. Jericho bedeutet „Stadt des Mondes“. Die Juden schickten zwei Kundschafter nach Jericho, die in die Stadt gingen und im Haus der Hure Rahab übernachteten, die keine Israelitin war.

Hier mischt sich zum ersten Mal der Vertreter eines anderen Volkes in die Stammlinie. Rahab sagt ihnen, dass in Jericho bekannt sei, dass Jahve ihnen dieses Land gegeben habe und dass alle Angst vor der Juden hätten. Die Bewohner der Stadt wissen, dass Jahve, der Gott des Himmels und der Erde, vor ihnen das Wasser des Roten Meeres (des Schilfmeeres) geteilt hat. Rahab verspricht den Kundschaftern, sie vor den Verfolgern zu retten, wenn sie und ihr Stamm bei der bevorstehenden Stadteroberung gerettet werden. Nachdem sie das Versprechen erhalten hat, versteckt sie die Kundschafter auf dem Hausdach und hilft ihnen anschließend, sich von der Stadtmauer abzuseilen und wegzulaufen. Der Name Rahab bedeutet gleichzeitig etwas Innerliches und etwas Äußerliches, Freiheit im inneren Sinne und Raum im äußeren Sinne. Früher hatten die Wörter eine viel reichere Bedeutung, die mit dem Fortschreiten unserer Ich-Differenzierung sich in einzelne Begriffe gegliedert hat. In dieser biblischen Geschichte wird durch Rahab eine doppelte Bildhaftigkeit erreicht. Einerseits befindet sich die Menschheit auf der Etappe ihrer Entwicklung, wenn sie aus einer Gemeinschaft, die sich auf Gott stützt, die Freiheit im Ich finden soll. Andererseits sehen die beiden Kundschafter durch Rahab, dass Jahve in diese Stadt bereits eingezogen ist. Wenn sie sie verlassen, sind sie äußerlich, aber auch innerlich, seelisch frei und werden wie Rahab. Es folgt die Einnahme Jerichos. Das ist noch ein Symbol, inwiefern sich die äußerlich von Ägypten befreiten Juden auch innerlich von den Einflüssen des Mondes befreien können, denn in Jericho geraten sie wieder an einen Ort, an dem die Mondenkulte praktiziert wurden. Es ist möglich, dass Rahab einem solchen dekadenten Verfallskult zur Göttin Astarte diente, bei dem sie in der Ausübung ihrer Aufgabe auch Hure war.

Es geschieht wieder ein Wunder bei der Überquerung des Jordanflusses. Das Wasser wird aufgehalten, bis die Israeliten durchziehen. Danach sagt ein Himmelsbote zu Josua, was seine Leute zu tun haben: Seine Soldaten sollen sechs Tage lang um die Stadt mit der Lade ziehen, am siebten Tag sollen die Priester in ihre Hörner blasen, alle Kriegsleute sollen ein Geschrei erheben, von dem die Stadtmauer einstürzt. Das passiert und die Stadt wird erobert, alle außer Rahab und ihre Sippe werden umgebracht. Im Alten Testament finden sich keine Details, aber wahrscheinlich war Salmon der eine Kundschafter, von dem Rahab den Sohn Boas bekommt, der die Stammlinie fortsetzt. In der Person der beiden Kundschafter begegnete Rahab dem Gott Jahve. Sie konnte die geistige Mission dieses Volkes spüren und nahm am Geheimnis der Gottesmutter teil.

Rahab wird neben dem Matthäus-Evangelium auch im Brief des Paulus an die Hebräer erwähnt, wo ihr Glaube betont wird und im Jakobusbrief, wo ihre Taten hervorgehoben werden. An der einen Stelle heißt es, dass ihr Glaube sie errettet hat, an der anderen haben sie ihre Taten errettet. Es gibt keinen Sinn im menschlichen Körper ohne den Geist. Es gibt keinen Sinn im Glauben, wenn es keine Taten gibt.

Hier werde ich eine Klammer aufmachen mit einem Sprung zur Gegenwart, um etwas Wichtiges zu präzisieren. Die große bulgarische Hellseherin Stojna Prepodobna sagte, dass Bulgarien und Russland auf ewig verbunden sein werden, aber nicht immer wird das gut sein. Beide Länder sind unzertrennlich wie die Seele und der Leib. Der Leib ist groß und die Seele klein, aber ohne sie ist der Körper nur ein übel riechender Kadaver, Dunkelheit für den Verstand. Bulgarien ist die Seele, die Russland den Glauben, das Schrifttum und den Patriarchen gegeben hat. Der Leib ist eine blinde Kraft, heute will er uns umarmen und morgen will er uns ersticken. So geschieht es, wenn der Körper seine Seele nicht ehrt und manchmal sie nicht für lebendig hält. In der Geschichte überwiegen die Fälle, in denen der Leib die Seele ersticken will. Deshalb äußerten sich viele Persönlichkeiten unserer Wiedergeburtszeit wie Rakovski, Karavelov, Levski, Botev, Stambolov, Zachari Stojanov negativ über die russische Politik und den russischen Imperialismus, aber nicht gegen das russische Volk. Das liegt daran, dass der Körper unvernünftig ist und als Leib wachsen möchte. Das Ziel des russischen Imperialismus ist es, als Leib, als Territorium zu wachsen. Aber Stojna sagte auch: „Es wird nicht ein volles Jahrhundert vergangen sein, wenn Russland überrollt und zerschlagen sein wird, es wird sich in seinen Panzer einziehen und lange nur raunen und seufzen. Dann wird es wieder eine Seele brauchen und wieder Bulgarien umarmen. Eure Enkelkinder werden das erleben“. Das bezieht sich auf unsere Zeit. In der Zeit des russischen Imperialismus im 19. Jahrhundert befand sich das russische Volk auf der Stufe der Empfindungsseele. Als der Bolschewismus auf Russland herabstürzte, ging das Volk zur Entwicklung der Verstandesseele über. Heute stellen wir bei manchen Vertretern des russischen Volkes die Entwicklung einer Bewusstseinsseele fest. Eine wahre Entwicklung ohne die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse, die von Bulgarien ausgeht, ist jedoch nicht möglich.

Ein anderes Land, das sich in ähnlicher Weise erweitern möchte, ist die Türkei. Im Osmanischen Reich waren die Türken auf der Stufe der Empfindungsseele. In der Zeit Kemal Atatürks begannen sie, intensiv eine Verstandesseele zu entwickeln. Heute gibt es im europäischen Teil der Türkei Menschen, bei denen die Entwicklung der Bewusstseinsseele begonnen hat. Eine andere Frage ist es natürlich, wie weit die Entwicklung einer Bewusstseinsseele beim Bekennen des Islam möglich ist. Das ist eigentlich ausgeschlossen. Eine Bewusstseinsseele wird in der richtigen Art als eine höhere Seelenstufe nur mit Christus entwickelt, indem das höhere Ich aufblüht, damit die erste Frucht des Geistes ausgebildet werden kann. Ohne Christus geht das nicht. Ich behaupte, dass niemand eine Bewusstseinsseele ohne Christus, ohne ein wahres, zeitgemäßes Christus-Verständnis entwickeln kann. Die Entwicklung einer Bewusstseinsseele bei Russen, die von der Orthodoxie angetrieben werden, ist nicht möglich. Dort wird heutzutage der Zäsarenkult wieder belebt, der im 19. Jahrhundert in Russland mit seinen drei Stufen Zar, Orthodoxie und Volk betrieben wurde. Nun geschieht das Gleiche – es gibt den Präsidenten-Kaiser, die KGB-Orthodoxie und das Volk. Das ist eine Rückkehr des russischen Volkes, das sich vorwärts entwickeln sollte, zur Stufe der Empfindungsseele. Durch den Islam treibt Erdogan das türkische Volk, das mithilfe der kemalistischen Ideen am Ausbau einer Verstandesseele wirkte, auch zur Empfindungsseele zurück. Die einen wie die anderen wollen, zumindest was ihre politischen Führer betrifft, nicht als Seele, sondern als Leib wachsen. Nun haben diese zwei Böcke, bildhaft ausgedrückt, einen Kampf miteinander begonnen. Seit zehn Jahren pflegen sie Beziehungen zueinander und finden Berührungspunkte in ihren imperialistischen Bestrebungen, aber auf Kosten Bulgariens. Seit einem Jahr frage ich mich, was passieren soll, damit uns diese zwei Böcke nicht zertrampeln. Nun sind sie wegen des abgeschossenen russischen Flugzeugs aneinander geraten. Vorläufig tritt das Problem in den Hintergrund, aber der weitere Verlauf ist nicht klar. Russland muss wieder Bulgarien finden und wir müssen nur geistige Beziehungen zueinander haben. Dagegen müssen wir zur Türkei sogar im Hinblick auf die astrologischen Gegebenheiten gar keine Beziehungen haben. Russland hat ein großes Problem, da es die Zukunft mit der Gegenwart verwechselt. Wir wissen aus der Geisteswissenschaft, das ihnen die Zukunft gehört, aber die Russen gehen, wie auch Solowjow gesagt hat, allmählich vom Nationalismus, der jetzt auch ziemlich übertrieben ist, zur Selbstvergötterung. Sie denken, dass die Welt in 15 Jahren wörtlich zusammenbrechen und nur bei ihnen ein Leben möglich sein würde. Es ist naiv und manipulativ, wenn man denkt, dass die Zukunft schon da ist. Das ist nach allen Kriterien reiner Ahrimanismus und der jetzige russische Führer zieht sein Volk buchstäblich in den Abgrund. Sollte jemand Illusionen bezüglich des russischen Führers haben, so müsste er sie ablegen.

Das war eine Klammer im Zusammenhang mit Rahab und des Umstandes, dass der Leib ohne Seele nichts taugt. Die dritte Frau, die im Matthäus-Evangelium erwähnt wird, ist die Moabiterin Ruth.

In Bethlehem herrschte Hunger und Elimelech zog mit seiner Frau Naemi und den beiden Söhnen in das Land der Moabiter. Seine Söhne nahmen moabitische Frauen – Orpa und Ruth. Die Hungerszeit war vorbei, aber die drei Männer sind gestorben und die drei Frauen machten sich auf den Weg nach Bethlehem. Naemi wollte, dass ihre beiden Schwiegertöchter zu ihrem Volk und seinen Göttern zurückkehren und Orpa willigte ein. Doch Ruth hatte den Geist und die Mission des jüdischen Volkes gespürt und erklärte: „Wo du hin gehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott“ (Rut 1:16). Das ist keine übliche Tat in jenen Zeiten der Gruppenseele, als ein Mensch, der sich von seinem Umfeld trennte, gewöhnlich starb. Durch Rahab und Ruth wird aufgezeigt, wie sich fremde Volksseelen der Jahve-Strömung anschließen. Ruth ist die zweite, die eine persönliche Erfahrung mit Jahve hat. Als sie nach Bethlehem zurückkehrten, ging Ruth auf das Feld von Boas vom Geschlecht Elimelechs, um die Ähren aufzulesen, die nach den Schnittern zurückgeblieben waren. Boas erfuhr die Geschichte Ruths und empfand warme Gefühle ihr gegenüber. Nachdem sie noch eine Hürde überwunden hatten, die mit den Besonderheiten der Vererbung bei den Juden zu tun hatte, heirateten beide und zeugten Obed. Dieser wurde der Vater Isais – der spätere Vater des Königs David.

Wieder haben wir mit bildhaften Namen zu tun, die auf das Wesen der Dinge hindeuten. Die drei Frauen sind die Stufen, auf denen sich die Trennung vom Ewig-Weiblichen ereignete. Tamar, die Palme, befindet sich noch in den Höhen des Geistes. Rahab ist zwischen Himmel und Erde und Ruth, deren Name „die liebende Geliebte“ oder „die sehende Gesehene“ bzw. „die sich selbst geistig sieht“ bedeutet, befindet sich fast im Irdischen. Sie hat ihre Mission erkannt, Gott zu dienen, weshalb das Volk zu Boas sagte: „Der Herr mache das Weib, das in dein Haus kommt, wie Rahel und Leah, die beide das Haus Israels gebaut haben… Und dein Haus werde wie das Haus des Perez, den Tamar dem Juda gebar…“ (Rut 4:11-12). Boas ist der Name einer der beiden Säulen des Tempels Salomos, den Hiram errichtet hat. Jachin ist die helle Säule des Tages und Boas – die dunkle Säule der Nacht. Aus den Namen Boas und Ruths strömt die Stimmung des inneren seelischen Nachtschleiers, der ihre Vereinigung ohne das bewusste Erleben des Aktes bedeckt. Der Name „Obed“ bedeutet „Diener oder jemand, der Jahve dient“. Bei David ist die Grenze der 14 Generationen. Alle Sexualakte, die vor David stattfanden, wurden im Geiste, im Ewig-Weiblichen vollzogen, sozusagen in der Weltenseele, in der Mutterloge. Sie enthielten keine persönliche, bewusste Sinnlichkeit. Das war ein rechtmäßiges Kultleben in den Leibern, die als Werkzeug benutzt wurden. Seit David ging der Mensch auf seine Individualisierung zu, er begann den Sexualakt im Bewusstsein zu erleben. Das Geschlechtsleben wurde persönlich, der Mond mischte sich in die Beziehungen der Geschlechter ein. Der Mond wurde zu einer Transmission zwischen dem ewig Geistigen, Sonnenhaften und dem Persönlichen. Der Mond sollte sich zuerst in unser Bewusstsein einschalten, damit wir „Ich“ sagen und begehren konnten. Gleichzeitig mischte er sich in das menschliche Geschlechtsleben ein. Der Sündenfall, der mit Eva begann, und sich zuerst in die Geschlechtertrennung ausdrückte, wurde erst bei Bathseba – der vierten Frau aus dem Stammbaum im Matthäus-Evangelium – zum persönlichen Sündenfall. Vorher war er ein kosmischer, allgemein menschlicher Sündenfall.

Bathseba wird im Matthäus-Evangelium nicht mit ihrem Namen erwähnt, sondern taucht als „Urijas Frau“ auf. Bath-Seba bedeutet „Tochter der Sieben“, d.h. der sieben Planeten. Urija bedeutet „Jahve ist mein Licht“ bzw. „das ist das Licht des Ich“. Es gibt folgende Geschichte von einem Ereignis, an dem David teilgenommen hat. Eines Abends ging er auf dem Dach des Königsschlosses spazieren und sah eine schöne Frau, die badete. Da er sie begehrte, schickte er seine Diener, um sie zu finden. David hat mit ihr verkehrt und sie wurde schwanger. Als David das erfuhr, ließ er Urija in das schwerste Gefecht schicken, damit er getötet wurde. Urija wurde tatsächlich getötet und David nahm seine Frau zu sich, die einen Sohn zur Welt brachte. Über diesen Sohn kann man schon sagen, dass er durch einen Ehebruch gezeugt wurde, da die Sexualität bereits persönlich geworden war. Bei den drei Frauen Tamar, Rahab und Ruth gibt es keinen wirklichen Ehebruch. Bei Bathseba und Urija deuten die Namen wieder auf ein bestimmtes Verständnis hin. Die Sonne ist der Ursprung des Lichtes unter den Planeten. Dieses wird individualisiert und erhält eine Ich-Eigenschaft, wenn es von den Planeten gespiegelt wird. Alles, was der Mensch besitzt, har er von den Göttern erhalten. Aber er muss lernen, „ich“ zu sagen, obwohl jedes ausgesprochene „Ich“ die Ablehnung des ursprünglichen Lichtes bedeutet. Jedoch ist das der erste Schritt zur Erlangung der Freiheit. So wie das reflektierte Mondenlicht kein wahres Licht darstellt, vergisst das menschliche Selbstbewusstsein seine wahre Quelle und verfällt in kosmische Undankbarkeit. Durch den Eintritt des Mondes in die Menschenseele wird der Mensch von der kosmischen Quelle seines eigenen Wesens abgetrennt und es entsteht das Selbstbewusstsein als die Frucht der kosmischen Undankbarkeit. Das ruft auch die persönliche Sexualität hervor, bei der der Mensch sich mit seinem physischen Leib gleichsetzt. Wenn der Mensch sich selbst als Leib erlebt, erlebt er auch die anderen Menschen in dieser Art. Er vergisst, dass der Leib nur die Wohnstätte des Geistes und der Seele ist. Wir sehen in der Geschichte von David und Bathseba den Eintritt des Mondes in den Menschen und die Geburt des Ich-Bewusstseins und der persönlichen Sexualität. Wenn David über Bathseba „meine Frau“ sagt, sagt der Mond gleichsam „ich leuchte“. Der Mond reflektiert nur die Sonne. Deshalb heißt es in der Geschichte, dass David auf dem Dach seines Hauses spazieren ging. Sein seelisches Wesen hat sich bereits zum Gehirn, zum Kopf erhoben, der das Dach des Hauses – des Leibes -, darstellt. Dort entstehen der persönliche Intellektualismus und die persönliche Sexualität. Wo die Seele durch das Mondgefühl kosmischer Undankbarkeit durchzogen wird, stirbt das geistige Ich. Deswegen stirbt der erste Sohn von David und Bathseba. Es folgen Reue und die erneute Entstehung kosmischer Dankbarkeit, danach erfüllt das höhere Ich die Seele mit Frieden und der zweite Sohn darf geboren werden – Salomo, dessen Name „Friedensträger“ bedeutet.

In der letzten Vorlesung habe ich gesagt, dass der Frieden die erste Frucht auf dem Weg von der Pistis zur Gnosis ist. Das ist das Manas oder das Geistselbst. Jedes Mal, wenn wir „ich“ sagen, müssen wir bewusst den Übergang erleben, der dazu führt, dass wir sagen können „Nicht ich, sondern Christus in mir“.

Mit der Geburt Salomos setzt die sog. Königslinie ein. Danach ist von keiner Frau mehr die Rede, denn der Übergang zum persönlichen Sündenfall wurde bereits vollzogen. Ab diesem Zeitpunkt wurden alle Akte persönlich und bewusst erlebt. Die vier Frauen sind die Widerspiegelung des zweiten okkulten Siegels, wobei Bathseba den Wassermann bzw. den Menschen in ihm verkörpert. In ihrer Person ist alles Kosmische zum Persönlichen geworden, das Ewig-Weibliche ist zum Irdisch-Weiblichen geworden. Sie sehen, wie man diese Problematik aus den verschiedensten, manchmal völlig unerwarteten Gesichtspunkten betrachten kann.

Im Zusammenhang damit interessiert mich in letzter Zeit eine Frage – möge Gott mir dies ermöglichen -, die mit dem Folgenden zusammenhängt: Jede Seele ist Liebe und das Ich ist nur das Werkzeug dazu. Gott wird durch jede Seele als Liebe erlebt und jede Seele hat eine bestimmte Aufgabe in ihrer Inkarnationskette. Warum finden aber manche Seelen Christus in der richtigen Art und andere nicht? Warum erreicht manche Seele gar keine Spiritualität? Heutzutage herrscht eine totale Trennung unter den Menschen und mit der Inkarnation Ahrimans können wir einen kleinen Krieg aller gegen alle erwarten. Ich hoffe, dass wir eine Antwort auf die Frage nach dieser totalen Trennung finden werden.

Die fünfte Frau, mit der das okkulte Siegel der fixen Zeichen in ein Kardinalzeichen übergeht, ist Maria aus der salomonischen Stammlinie. Christus sollte in einen Leib eintreten, der von einem sehr reifen Ich bearbeitet worden war. Deshalb wurde in Jesus aus der salomonischen Stammlinie Zarathustra geboren – einer der reifsten Iche der Menschheit. Maria aus dieser Linie ist der wieder inkarnierte Salomo selbst. Das habe ich zum ersten Mal auf der Konferenz 2014 mitgeteilt. Salomo hatte Evas Fluch mit der Vielweiberei fortgesetzt – von ihm wird behauptet, Tausende von Frauen besessen zu haben. Was seine Mutter Bathseba als Ehebruch tat, hat er tausendmal multipliziert. Der Absturz in die persönliche Sexualität und Selbstbewusstwerdung geschah in einem atemberaubenden Tempo. Den Anfang zur Umkehrung dieser Tendenz sehen wir bei Maria. Sie ist das Urbild der Wiedergeburt des Ewig-Weiblichen. Die andere Maria aus der nathanischen Stammlinie kommt für uns nicht in Frage, da dies wie bei der nathanischen Seele ihre erste und einzige Inkarnation war, folglich hatte sie keine Ich-Entwicklung. Christus sollte in einen Leib mit einer Ich-Entwicklung sowohl der Mutter, als auch des Ich im Kind inkarnieren. Deshalb war die Mutter der wieder inkarnierte Sünder Salomo. Auf die Frage, ob Maria weiter inkarniert, hat Steiner geantwortet, dass die Gottesmutter weiter inkarniert; von einer ihrer interessanten Inkarnationen wird zum Schluss der Vorlesung die Rede sein.

Was ist die Geschichte der Maria aus dem Matthäus-Evangelium? Die Priester im Tempel in Jerusalem erfahren in okkulter Weise, dass sie jemanden aus dem Stamm Juda finden sollen, den sie mit Maria – einer Tempeljungfrau – verheiraten sollten. Es wurden alle Männer aus diesem Stamm gerufen, auch der alte Joseph und derjenige sollte Maria heiraten, dessen Stab grünte. Zur allgemeinen Verwunderung grünte der Stab Josephs. Da die Wahl nicht mit dem Willen und Bewusstsein der beiden getroffen worden war, konnte ihre Vereinigung unter dem Schleier des Ewig-Weiblichen vollzogen werden. Das war kein bewusster Geschlechtsakt, sondern ihre Körper wurden zum Wirkungsfeld der Götter. Natürlich behauptet das Evangelium nicht wie das heutige dogmatische Christentum, dass Jesus ohne die Teilnahme des Vaters geboren wurde. Wenn Joseph nicht der Vater Jesu ist, ist die ganze Aufzählung seines Stammbaums ja überflüssig. Das ist eine Art Rückkehr zur Zeit der ersten drei Frauen. Die sog. unbefleckte Empfängnis war die letzte Manifestation des weiblichen Prinzips als das Ewig-Weibliche, als die Mutterseele. Als Maria empfangen hatte, hatte gleichsam die Weltenseele empfangen. Im Evangelium heißt es, dass dies geschah, damit das von Gott durch den Propheten Gesagte in Erfüllung geht: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.“(Matth. 1:23). Immanuel ist das Ich. Die Mutter mit dem Kind ist das Ewig-Weibliche, das das Ich zur Welt bringt. Das, was die erhabensten Eingeweihten in den Mysterien okkult gesehen haben, dass das Ewig-Weibliche das Ich gebären wird, wurde mit der Geburt Jesu aus der salomonischen Stammlinie zur historischen Tatsache. Wenn wir heute die Bilder der Madonna mit dem Kind der größten Maler betrachten, können wir wieder die historische Tatsache seelisch erleben und die Geburt des Ich sehen. Obwohl der eigentliche Herabstieg des Ich mit dem Eintritt in den Leib Christi geschah, ist das die Vorstufe des Herabstiegs des höheren Ich. Dieser Jesus stirbt mit 12 Jahren und das Ich Zarathustras tritt in den anderen Jesus aus der nathanischen Stammlinie ein. Es bearbeitet 18 Jahre lang die Leiber, damit sie Christus empfangen können, denn Christus konnte nur in einen Leib einziehen, der von einem höchst reifen Ich bearbeitet worden war.

Nach dem Abend, an dem die Empfängnis erfolgte, kam Joseph allein heim, denn Maria war eine Tempeljungfrau. Am nächsten Abend erschien ihm der Erzengel Gabriel, der ihm sagte, er solle nicht zögern, Maria zur Frau zu nehmen, da sie vom Heiligen Geist empfangen hatte und einen Sohn zur Welt bringen werde. Sie würden ihn sie Jesus nennen und er werde das Volk von seinen Sünden erlösen. Am nächsten Tag nahm Joseph Maria mit. Wahrscheinlich waren die anderen Tempeljungfrauen mit ihr, um sie vor weiteren Sexualakten zu schützen, da dieses Ich durch eine Empfängnis geboren werden sollte, die unter dem Schleier des Ewig-Weiblichen geschehen war. Danach hatte Maria andere Kinder, die auf die übliche Art gezeugt wurden. Im Alter von 45 bis 46 Jahren erlebte sie die uns bekannte Transformation, bei der sie zur Jungfrau Sophia bis zur Stufe des Physischen wurde.

Am Anfang sind wir auf die Stammlinien in den Evangelien von Matthäus und Lukas eingegangen. Bei Matthäus finden wir die irdische Leiter des Stammbaumes, die mit Weihnachten beginnt, und bei Lukas – die Himmelsleiter, die am 06.01.beginnt und rückwärts zu Adam und Gott führt. Als Christus kam, vereinigte Er beide Leitern in Sich und transformierte die Trinität, die aus Vater, Mutter und Sohn bestand und den alten Mysterien bekannt war, in eine Trinität aus Vater, Sohn und Heiligem Geist, da eine Umwandlung des Ewig-Weiblichen vollzogen wurde. Diese Umwandlung begann schon bei Marias Empfängnis, die zum Urbild der Seele wurde, die das Ich hervorbringt. Jede Seele hat diesen Weg zurückzulegen und zur Jungfrau Sophia zu werden. Aber die Möglichkeit zur Verwirklichung dieses Prozesses musste während der weniger als drei Jahre des irdischen Lebens Christi durch einzelne Persönlichkeiten vorbereitet werden. Die Transformation des Ewig-Weiblichen wurde allmählich durch Menschen vorbereitet, die zu Trägern der Wandlung wurden. Sie bilden die dritte Menschenkategorie neben den Platonikern und Aristotelikern, die in der Zeitenwende um Christus anwesend waren. Das sind besondere Individualitäten, die sehr lange vorbereitet wurden. Eine dieser besonderen Persönlichkeiten ist Maria Magdalena. In den Evangelien heißt es, dass Christus aus ihr sieben Dämonen ausgetrieben hat. Wahrscheinlich ist von den sieben Todessünden die Rede, darunter die Sexualsünde. Tiefe Reue empfindend wusch sie die Füße des Christus mit Tränen und trocknete sie mit ihren Haaren. Demjenigen, der um Vergebung bittet, wird viel vergeben. Demjenigen, der sich für einen Heiligen hält und keine Wahrnehmung für die eigenen Mängel hat, wird wenig vergeben. Deshalb sollte Maria Magdalena zum ersten Menschen heranreifen, der den auferstandenen Christus sah. Das bringt diejenigen christlichen Priester in tiefe Verlegenheit, die Frauen als Priester nicht zulassen wollen. Sie argumentieren mit den Worten des Apostels Paulus, dass die Frauen in den Gemeindeversammlungen schweigen sollen. Aber Paulus meinte das Sybillinische Prinzip, das mit der Ankunft Christi und des Ich zum Atavismus geworden war, er hat nicht behauptet, dass Frauen überhaupt keinen Platz in der Kirche hätten. In der Person Marias sehen wir das Aufkeimen der ersten der drei großen christlichen Tugenden – des Glaubens. Dieser Glaube ruft starke Liebe zu Christus hervor, aber ihre Seele hat noch nicht den Frieden erreicht, der nicht aus dieser Welt kommt und zum Herunterstieg des Geistselbst in die vorbereitete Seele führt. Das ist der Frieden, der zum Hellsehen führt und zu der Fähigkeit, den Auferstandenen zu sehen.

Wir kommen zur Szene, bei der Martha, Maria-Magdalena und Lazarus-Johannes zusammen sind. In Maria-Magdalena ist bereits Frieden eingekehrt; die transformierte Sexualität wird in Barmherzigkeit umgewandelt. Bei ihr ist die aufrichtige, tiefe Liebe und Dankbarkeit zu Christus in Ehrfurcht und tiefe opferbereite Religiosität metamorphosiert. Nur eine solche Einstellung kann zum Frieden führen, der die geistigen Augen öffnet, und in unserer Zeit auch den Übergang durch den Gedanken zur geistigen Welt bewirkt. Das führt zu solchen Offenbarungen, bei denen man weinen muss… Dieser Frieden ist wahrhaftig nicht aus dieser Welt. Die absolute Opferbereitschaft Maria-Magdalenas trieb sie dazu, wie die Legende besagt, zum Bösen, zu Kaiser Tiberius zu gehen, da die wahre Opferbereitschaft durch den Eintritt in das Böse geprüft wird. Der mit dem Guten arbeiten kann ist nicht stärker, sondern der mit dem Bösen arbeiten kann. Maria-Magdalena wuchs geistig mit dieser gigantischen Metamorphose in ihrer Seele und konnte in das Zentrum des Bösen hineingehen. Sie ging zum Kaiser und gab ihm sie das rote Ei als Zeichen des Blutes Christi und der eingetretenen Wandlung. Im 20. Jahrhundert hat sie das Gleiche wiederholt, aber in einer völlig anderen Art.

Das was Christus in die Personen veranlagt hat, die einen Kontakt zu Ihm hatten, prägte sich tief in ihre Seelen ein und kam später in den verschiedensten Arten zur Geltung. Beim Jungen von Nain, der später zum großen Manes wurde, war es auf seine Art, bei Lazarus, der zum Evangelisten Johannes und Christian Rosenkreutz wurde – auf eine andere und bei der Tochter des Jaïrus, die im 20. Jahrhundert der Bodhisattva Beinsa Douno wurde – wieder auf eine dritte Art.

Martha wird als eine tatkräftige Frau geschildert, die immer etwas für Christus tun möchte. In den Evangelien wird es nicht erwähnt, aber laut einer Legende soll sie die Frau sein, die seit zwölf Jahren einen Blutfluss hatte, die geheilt wurde, als sie sein Gewand berührte, während Er zum Haus von Jaïrus ging. Die Tochter des Jaïrus war noch trocken, d.h. das Weibliche war bei ihr noch nicht in Erscheinung getreten, wahrend Martha einen Überfluss an zu starken Sybillinischen Kräften hatte – das sind die alten atavistischen Kräfte, die durch den Blutfluss verkörpert werden. Christus ist die Brücke, die zur Umwandlung dieser Kräfte und zu ihrer Übertragung zum Mädchen dient, damit dieses erweckt wird. Aus den makrokosmischen weiblichen Kräften, die das Ewig-Weibliche darstellen, die Welten-Mutterseele dieser Sybille Martha, werden sie zu persönlichen mikrokosmischen Kräften der Tochter des Jaïrus. Deshalb ist Beinsa Douno der größte Vertreter des weiblichen Prinzips. Deshalb wird er künftig dieses weibliche Prinzip als Buddha Maitreya manifestieren.

Sehen Sie die Beziehung zwischen Martha und der Tochter des Jaïrus. Sie sind sich gegenseitig nützlich im Geschlechtlichen, im Ewig-Weiblichen, das durch Christus durchzogen wurde, damit beide überleben können. Diese Beziehung fand ihre Manifestation im 20. Jahrhundert in einer absolut publikumwirksamen Art. Bei Martha wurde der Körper geheilt und sie kam zur Liebe und dazu, dienen zu wollen. Doch sie konnte den Frieden nicht erreichen. Bei Maria-Magdalena wurde die Seele geheilt und sie kam zum Frieden. Bei Lazarus wurde das Ich geheilt. Deshalb stand er unter dem Golgatha-Kreuz zusammen mit der Jungfrau Maria und dort hat Christus persönlich die große chymische Hochzeit zwischen der Seele als Maria (dem weiblichen Prinzip) und dem Ich (dem Geist) vollzogen, der in diesem Fall die Rolle des männlichen Prinzips in der Person Johannes‘ innehat. Die Seele kann sich bereits zum Geist erheben und Er kann in die Seele eintreten, in das Ewig-Weibliche, in die Bewusstseinsseele, wenn die Seele rein wie die Jungfrau Sophia geworden ist. Die Jungfrau Sophia ist das Symbol der Seele, die fähig ist, den Geist oder das höhere Ich zu empfangen.

Letztes Mal habe ich Ihnen mitgeteilt, dass die Samariterin der wieder inkarnierte Joseph ist, der von seinen Brüdern als Sklave verkauft wurde. Die Samariterin kommt aus Samarien, wo die Baal-Kulte praktiziert wurden, die mit der Sexualität zusammenhingen. Ich vermute, dass sie an diesen Kulten teilgenommen hat und zu dieser Annahme hat mich etwas bewegt, das ich gleich mitteilen werde. Sie ist die Trägerin des Ewig-Weiblichen. An sie wendet Sich Christus, als Er seine Identität lüftet. Maria-Magdalena ist die Erste, die den Auferstandenen sieht und durch die Jungfrau Maria wird Jesus geboren. Wir sehen, wie in den drei wichtigsten Phasen immer das weibliche Prinzip wirkt. Wir wissen schon, dass das Paar, das durch die chymische Hochzeit zwischen der Seele und dem Geist unter dem Kreuz auf Golgatha zusammengeführt wurde in der Person der Jungfrau Sophia und Johannes‘, als Paar auch weiterbesteht. Das waren die zwei „Syrer“, die sich im Kloster „Die Heilige Paraskeva“ in Preslav mit Bojan Maga und fünf weiteren Bogomilenpriestern getroffen haben, um sie in die Gralsmysterien einzuweihen. Das Ereignis hat den großen geistigen Impuls der Bogomilenbewegung ausgelöst. Die Verbindung dieses Paares steht über alles Persönliche, über die Verbindungen des Bluts oder die Blutsverwandtschaft, sie wurde durch Christus zustande gebracht, während die Teilnehmer das höhere gnostische Bewusstsein hatten. Die Jungfrau Sophia wurde zur Trägerin des ganzen Wissens über das Mysterium von Golgatha und gab dieses Wissen an Johannes weiter, der am Ende seines Lebens das Johannes-Evangelium verfasste – das größte Buch der Menschengeschichte. Jeder Buchstabe in ihm verdient einen eigenen Vorlesungszyklus.

Lassen Sie uns nun auf die Frage eingehen, wer diese Persönlichkeiten im 20. Jahrhundert waren.

1910 wurde in Skopje Agnes Gonxha Bojaxhiu in einer katholischen albanischen Familie geboren. Als sie acht Jahre alt war, starb ihr Vater, der ein Teilnehmer an der albanischen Freiheitsbewegung war. Im Alter von 18 Jahren wurde Agnes eine Ordensfrau bei den Lorettoschwestern. Nach einer Unterweisung in Englisch in einem Kloster in Irland fuhr sie nach Britisch-Indien, wo sie Novizin wurde. 1931 nahm sie den Namen Teresa an und legte 1937 die Profess ab. 1948 begann sie ihre eigenständige missionarische Tätigkeit. Zwei Jahre später bekam sie vom Vatikan die Erlaubnis, ihre Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe zu gründen. Über 4000 Nonnen gehörten Ende des 20. Jahrhunderts diesem Orden an, der Heime für Sterbende, Waisen- und Obdachlosenheime in der ganzen Welt unterhält.

Wer das Leben der Mutter Teresa wenigstens teilweise kennt, wird wissen, wie selbstlos sie war – ihr einziger Besitz waren ein Schirm und eine Decke. Sie hat solche Worte über die Liebe gesagt, die nur von einem Menschen stammen können, der ein tiefes Verständnis besitzt: etwa „Jeder Mensch der Liebe würdig“, „Die Menschen halten die Liebe für ein Gefühl, aber sie ist eine Tat“. Sie hat sich um die ärmsten und meistverachteten Mitglieder der Gesellschaft gekümmert. Auf die Frage eines englischen Journalisten, warum sie das alles mache, und zwar unentgeltlich, erwiderte sie, dass sie es aus Liebe zu Jesus tue. Sie hat in absolut jedem Menschen der Erde Jesus gesehen. Alles, was sie tat, geschah im absoluten Seelenfrieden und mit lächelndem Gesicht. Die sakramentale Opferbereitschaft, zu der Maria-Magdalena sich erhoben hat, fand in der Barmherzigkeit Mutter Teresas einen erhabenen Ausdruck. Sie ist die Inkarnation der von Christus geheilten Maria-Magdalena. Ich werde nun meine Sünde gegenüber der Mutter Teresa bekennen. Als ich in der Vergangenheit an sie dachte, habe ich mir gesagt, dass sie zwar Gutes tut, aber immerhin im Schoß des Katholizismus wirkt. Ich habe sie unterschätzt, da ich ihre Tätigkeit auch als in den Dienst des einen Antlitzes des Bösen gestellt betrachtete. Aber so wie Maria-Magdalena zum Kaiser ging, der den Dämonismus und das Böse verkörperte, hatte auch Mutter Teresa keine Hemmung, im Bösen zu sein – unter Päpsten, Kardinälen und anderen hochgestellten Personen, die in ihrem Ruhm badeten. Sie hatte einen eigenen Orden der Missionarinnen der Barmherzigkeit, denn die transformierte Sexualität wird in Mitleid und Barmherzigkeit verwandelt. Es gibt keine stärkere michaelische Tat als zum Bösen zu gehen und jeden Menschen mit der höchstmöglichen Liebe zu behandeln. Von klein auf hat sie gewusst, dass die Liebe die wirkliche Realität ist, und nichts anderes wichtig ist. Das ist das Verständnis einer wahren Bewusstseinsseele. Das war Maria-Magdalena im 20. Jahrhundert.

Ich gehe zur nächsten Persönlichkeit über. Am Izgreva, in der Siedlung, wo  Beinsa Douno und seine Nachfolger lebten, tauchte im Umfeld des Meisters eine Deutschlehrerin auf, die die katholische Pension in Plovdiv besucht hatte. Sie hieß Magdalena Popova. Die Begebenheit, über die ich berichten möchte, ist in der „Weißen Bruderschaft“ zwar bekannt, doch niemand versteht ihren wahren Sinn. Magdalena war sehr gebildet, sie sprach vier Sprachen und legte gleichzeitig ein sehr provokatives Verhalten an den Tag. Von den Popen angestachelt, pflegte sie, mit einem Schild an der Stirn herumzugehen, auf dem „Danovs Opfer“ stand. Sie verbreitete Ungereimtheiten über den Meister, was seine Nachfolger zur Weißglut trieb. Die Brüder beschlossen, sie vom Izgreva zu vertreiben und schickten eine Abordnung zum Meister, um ihm ihren Beschluss mitzuteilen. Der Meister hörte ihnen zu und sagte: „Am einfachsten ist es, Magdalena wegzuschicken. Aber vorher muss jemand von euch freiwillig ihren Platz einnehmen. Denn sie ist ein Abfluss, durch den der ganze stinkende Dreck abfließt, den die schwarze Bruderschaft unserer Schule gegenüber ausspeit. Sie erfüllt diese Aufgabe sehr gut. Wählt jemanden von euch, der ihren Platz einnehmen soll und ich werde sie wegschicken.“ Die Abordnung lief in alle Richtungen aus Angst davon, dass jemand ausgewählt werden könnte. So sind die sog. Weißen Brüder auch heute. Sie sprechen nur vom Guten, aber wenn sie dem Bösen gegenübertreten sollen, halten sie sich zurück.

In der Zeit, als Magdalena am Izgreva war, ereignete sich auch die Affäre um Krishnamurti. 1909 begann die ätherische Wiederkunft Christi. 1910 waren Annie Besant und Charles Leadbeater überzeugt, im Astralleib des indischen Jungen Jiddu Krishnamurti den neuen Messias sowie eine zukünftige Manifestation des Maitreya zu sehen. Annie Besant hatte hellseherische Fähigkeiten, die bis zum alten Mond reichten. Doch wenn sich ein spirituell suchender Mensch nicht auf Christus zentriert hat, verfällt er unvermeidlich dem Einfluss der Widersachermächte, die gegen Christus kämpfen. Der Junge besaß gewisse geistige Eigenschaften, was auch aus seiner späteren Tätigkeit ersichtlich ist, aber seine Erklärung zur Manifestation der zweiten Wiederkunft Christi, kombiniert mit einer Escheinung Maitreyas, war ein großer esoterischer Fehler. Diese Kombination von zwei unvereinbaren Dingen – denn die Bodhisattvas gehören der Erdenevolution an -, ist das Zeichen von etwas sehr Ungesundem. Ich weiß nicht, wer damals die beiden Vorsitzenden der Theosophischen Gesellschaft beeinflusst hatte, aber sie wissen, dass es eine inoffizielle Ehe der östlichen und westlichen okkulten Logen gibt in ihrer Bestrebung nach einer Vernebelung der Wahrheit. Das Problem mit Krishnamurti war wirklich ernsthaft und etwas sollte getan werden, um die Menschheit vor diesem Irrtum zu retten. Steiner widersetzte sich dem Krishnamurti-Kult. Er verließ 1913 die Theosophische Gesellschaft und gründete die erste Anthroposophische Gesellschaft. Aber die Versuche Krishnamurti durchzusetzen gingen weiter. Ein großer Teil des europäischen Adels wurde in die Affäre eingezogen. Den Theosophen wurde durch einen Baron aus der niederländischen Königsfamilie ein Schloss in der Stadt Ommen (Niederlande) zur Verfügung gestellt. Auf dem physischen Plan verlief die aktive Vorbereitung der Ersetzung der Zweiten Wiederkunft Christi im ätherischen Leib auf dem Astralplan. Diese Gefahr konnte Steiner nicht abwenden, da er 1925 verstarb. Die Gefahr wurde vom Bodhisattva Beinsa Douno abgewendet. Wie kam es dazu?

Der Meister rief Todor Stoimenov zu sich, der neben Dr. Mirkovitsch und Penjo Kirov zu seinen ersten Schülern gehörte. Er sagte ihm, Magdalena Popova zu rufen und ihr die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, damit sie zum Kongress der Theosophischen Gesellschaft 1929 fuhr, auf dem Krishnamurti offiziell zum Weltlehrer erklärt werden sollte. Sie sollte Krishnamurti einen Brief von Beinsa Douno überbringen. Offenbar war sie trotz der Verwunderung Todor Stoimenovs der passende Mensch zur Erfüllung dieser Aufgabe. Und sie hat ihre Aufgabe in Wirklichkeit hervorragend gemeistert. Im Schloss angekommen hatte sie keine Probleme, mit allen in deren eigenen Sprache zu kommunizieren, aber ihr Ziel war es, an Krishnamurti unter vier Augen heranzukommen. Das war schwierig, denn er hatte sich zurückgezogen und empfing niemanden. Am nächsten Tag stand sie früh auf, sah Krishnamurti im Garten spazieren, kletterte über den Zaun, der sie vom Mann trennte und ging auf ihn zu. Krishnamurti trat überrascht zurück und sie rief in seine Richtung, dass er kein Weltlehrer sein könne, wenn er Angst vor Frauen habe. Sie erzählte ihm über den Meister in Bulgarien, um den es von Frauen wimmele und der sie selbst lange Jahre schon ertrage. Sie sprach auch die bemerkenswerten Worte, dass er kein Christus sein könne, da Christus zu der Samariterin, die so viele Männer gehabt hatte, die größten Worte überhaupt gesagt hat, die ein Menschen und die ganze Menschheit gehört haben: „Gott ist Geist und die Ihn anbeten, die müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh.4:24). Das kann nur ein Mensch sagen, durch den der Geist spricht, und der kein Sprachrohr dunkler Geister ist. Ein Mensch, der die jeweilige Bildung hat, die ihm auch gewisse Kenntnisse des Christentums gegeben hat. Das sind nämlich die erhabensten Worte des ganzen Evangeliums. Die beiden Argumente wirkten offensichtlich auf Krishnamurti, und danach führten die beiden ein langes Gespräch, das mit dem Aufruf Magdalenas endete, Krishnamurti möge Buße tun und Christus um Vergebung bitten, um seine eigene Weiterentwicklung zu ermöglichen. Das Drama in der Seele Krishnamurtis muss sehr groß gewesen sein, denn am nächsten Tag, als alle seinem Auftritt entgegenfieberten, bei dem er das bestätigen würde, für was er im Voraus erklärt worden war, sagte er zur allgemeinen Enttäuschung, dass er ein gewöhnlicher Mensch sei. In der Nachfolge brach er die Beziehung zur Theosophischen Gesellschaft, löste den „Order of the Star in the East“ auf, der hinter seiner Durchsetzung stand. Bis zu seinem Tod im Alter von 90 Jahren hielt er Predigten über ein spirituelles Leben.

Als Magdalena zurückkam und den Brüdern über die Ereignisse berichtete, glaubten ihr die meisten nicht. Der Meister sagte den anderen jedoch, dass Magdalena in Sofia ihretwegen ein verrücktes Benehmen hatte, aber in den Niederlanden handelte sie überhaupt nicht wie eine Irrsinnige. Der Verstand der weißen Brüder kann das bis heute nicht wahrnehmen, da ihr Teig noch nicht aufgegangen ist. Von diesem Ereignis ist auch eine Legende geblieben, die in der „Weißen Bruderschaft“ verbreitet wird. Als Krishnamurti erklärt hat, dass er keine Verkörperung des Messias ist, soll er gesagt haben, dass der Weltlehrer in Bulgarien lebt und Peter Danov heißt. Krishnamurti hat so etwas niemals gesagt, in seinen Predigten bis zu seinem Tod gab es nicht die geringste Andeutung und so etwas steht auch nicht in den Kongressprotokollen. Das gehört zur Folklore der „Weißen Bruderschaft“, und diese Legende gefällt den simplen Seelen besonders gut. Wir wissen nicht, was genau im Brief des Meisters an Krishnamurti stand, aber der Inhalt, der mit der Schlagkraft der Rede Magdalenas kombiniert war, hat auf ihn die richtige Wirkung erzielt. Kommen Sie schon hinter die Individualität Magdalenas? Das ist Martha. Die Beziehung, die zwischen Martha und der Tochter des Jaïrus in der Zeitenwende durch die Vermittlung Christi zustande gekommen war, wurde im 20. Jahrhundert auf einer neuen Stufe wiederbelebt. Wie der Meister sagte, hat diejenige Frau, die für verrückt gehalten wurde, mit ihrem Besen die größte Illusion weggefegt, der die Menschheit anheimgefallen wäre. Magdalena erledigte im 20. Jahrhundert einen welthistorischen Auftrag wie früher, als ihr die makrokosmischen Kräfte des Ewig-Weiblichen – die überflüssigen und bereits atavistischen Sybillinischen Kräfte – entzogen und auf die Tochter des Jaïrus übertragen wurden, damit durch die Entstehung der mikrokosmischen Kräfte das Weibliche in ihr erscheinen konnte. Dadurch wurde sie später zusammen mit der Jungfrau Sophia zum herausragendsten Vertreter des Ewig-Weiblichen, des Heiligen Geistes. Es ist kein Zufall, dass die zwölf Bodhisattvas die himmlische Leiblichkeit des Heiligen Geistes auf ihrer hierarchischen Stufe ausmachen. Der physische Austausch der ätherischen Ankunft Christi durch Jiddu Krishnamurti wurde durch Beinsa Douno verhindert, der dazu Magdalena Popova benutzte.

Warum hat der Bodhisattva das verhindert? Steiner hat viel über die ätherische Ankunft Christi gesprochen, aber er sagte, dass es einen anderen okkultren Knotenpunkt der Erde gibt, der dafür zuständig ist und dass dies die Maitreya-Strömung ist. Die ätherische Ankunft Christi wird durch den Maitreya vertreten, das müsste jedem Anthroposoph bekannt sein. Deshalb hatte Beinsa Douno die Kraft um die drohende Gefahr abzuwenden. Durch Steiner kam die Geisteswissenschat, die die ätherische Ankunft erklären musste.

Wir kommen zur Beleuchtung der letzten Teilnehmer an diesem Drama. Am 01.11.1888 wurde in Varna, in der Vladislav-Varnentschik-Straße, Boris Charalampiev Georgiev geboren – der größte Maler des 20. Jahrhunderts. Nach ihm kamen seine jüngeren Schwestern Katja und Nadja und der jüngere Bruder Philip zur Welt. Boris Georgiev besuchte die Hl.-Angelarius-Schule und anschließend lernte er bis zu seinem 14. Jahr am 1. Knabengymnasium. Boris Georgiev erzählte selbst, wie sein Onkel ihm einen Bleistift geschenkt, mit dem er stundenlang auf dem Boden liegend zeichnete. Als er zehn war, kam ihm ein illustriertes Album über die italienische Renaissance in die Hände, von dem er gefesselt war. Boris Georgiev machte seinen Schulabschluss in Odessa, wohin die Familie 1902 auf der Suche nach einem besseren Leben umgezogen war. 1903 siedelten sie nach Sankt Petersburg über, wo sein Vater eine Arbeit as Schneider an der Kadettenschule gefunden hatte. Dort begegnete Boris dem russischen Maler Nikolai (Nicholas) Roerich. Mit seiner Hilfe wurde der junge Bulgare an der Kunstschule aufgenommen, wo Roerich sein Lehrer war. 1909 beendete Georgiev mit ausgezeichneten Noten auch die königliche Kunstakademie. Boris unterstützte finanziell seine Familie, indem er Porträts in den Restaurants zeichnete.

Auf Roerichs Rat hin ging Boris Georgiev nach München, wo er sich an der Akademie der Bildenden Künste einschrieb und von einem der Begründer der Münchner Sezession unterrichtet wurde. In Deutschland erlernte er auch den Beruf des Photographen. 1911 begann seine 50jährige Wanderung  um die ganze Welt. Aus Geldmangel bereiste er ganz Westeuropa zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Boris Georgiev hatte das Karma, vielen der herausragenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts persönlich zu begegnen. Der berühmte bulgarische Bass Boris Christov sagte über ihn, dass er in seiner Persönlichkeit alle Impulse eingefasst hat, die die bulgarische Seele in ihrem Innern birgt. Wenn man am Meer geboren wird, fordert die Weite des Meeres den Menschen heraus – das ist die Herausforderung, die Welt zu verstehen. Es war kein Zufall, dass auch meine Familie vom Piringebirge nach Varna umgezogen ist, denn hier ist der Horizont ganz anders. Der Vater von Boris Georgiev stammt aus Svischtov und seine Mutter – aus Preslav, aber sie kamen nach Varna, damit bereits mit der Geburt die Impulse zur Natur, Religion und Kunst im passenden äußeren Umfeld auf ihn wirken konnten. Während der Zeit, die Boris Georgiev in München verbrachte, hielt sich dort auch Bojan Boev auf – der wieder inkarnierte Apostel Petrus -, der Steiner während seiner Vorträge begegnete. Es sind die genauen Worte bekannt, mit denen Steiner Bojan Boev zum Meister Beinsa Douno geschickt hat. Es gibt keine Information darüber, ob Boris Georgiev Steiner im München begegnet ist, aber seine Aufgabe in diesem Leben war es nicht, im Umfeld eines bestimmten Meisters zu sein.

Als Georgiev nach Italien ging, tauchte er dort in eine Atmosphäre ein, die sich zu seiner Zeit von der Atmosphäre unterschied, die Goethe vorgefunden hatte und die seine geistigen Fähigkeiten aktivierte, die zu den ersten Schritten zur Erfassung der Pflanzenmetamorphose führten, was später Steiner als die Metamorphose des Denkens und Wegbereitung zur geistigen Welt durch das Denken entwickelte. Alle Offenbarungen, die ich Ihnen heute mitteile, sind die Frucht gerade des Beutels, über den am Ende des Geheimen Abendmahls Christus den Jüngern sagte, dass sie ihn jetzt mitnehmen sollen auf den Weg.

1914 kehrte Boris Georgiev nach Italien zurück, wo ihn das Bedürfnis nach Abgeschiedenheit dazu brachte, mithilfe einiger Bauern sich eine kleine Hütte aus Stein und Holz in Monte Lefre in den Trentiner Alpen zu bauen. Seine Lieblingsschwester Katja zog zu ihm. Über sie sagte er, dass sie mit ihrer außergewöhnlichen Spiritualität nicht von dieser Welt war. Dort malte Georgiev einige seiner bekanntesten Bilder – „Die Hütte des Glücks“, „Weltenkummer“, „Ave Natura“.

Die Entstehungsgeschichte des Bildes „Weltenkummer“ ist sehr bewegend. Einmal hörten Boris und Katja im Winter ein Kind weinen. Als sie aus der Hütte kamen, sahen sie ein tödlich verletztes Reh, das in seinem Todeskampf Tränen vergoss. Dieses Bild wurde auf den Stein des Basreliefs auf dem gemeinsamen Grab der Geschwister in Florenz nachgebildet. !917 starb Katja im Alter von 19 Jahren an Tuberkulose. Danach wirkte sie wie eine ätherische Aura, die die Bilder ihres Bruders begleitete. 1918 malte Boris Georgiev das Bild „Der Wanderer und seine Schwester“, auf dem seine Schwester im Hintergrund als eine ätherische Erscheinung abgebildet wurde.

 

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                                  „Der Wanderer und seine Schwester“

Damit Christus durch die zwölf Jünger wirken und sie vorbereiten konnte, hat bekanntlich Johannes der Täufer ätherisch an ihnen als eine Gruppenseele gewirkt. Über seine zahlreichen Reisen schrieb Boris Georgiev später: „Es hat sich so zugetragen, dass mein Weg der Weg des reisenden Träumers war, der durch das Leben ohne ein praktisches Ziel geht, von Ort zu Ort, mit seinen Sehnsüchten, Freuden und Schmerzen, von den praktisch veranlagten und „ordentlichen“ Leuten als missratenen Sonderling und Abenteurer verflucht, dessen größter Trost die Kontemplation und der unmittelbare Umgang mit der Natur sowie die intime geistige Freundschaft der Menschen war.“ 1922 kam er nach Bulgarien und traf den Meister Beinsa Douno am Izgreva. Er war dermaßen beeinflusst durch dieses Treffen, dass er zurück in Italien einige Monate in Abgeschiedenheit und meditativer Kontemplation verbrachte, um aus sich heraus das Bild hervorzubringen, das nach seiner eigenen Aussage sein bedeutendstes Werk ist – „Der wandernde Hirte“.

 

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                                                                „Der wandernde Hirte“

Auf dem Bild ist ein junger Mann brustaufwärts abgebildet, der ein weißes Gewand mit einer Kapuze und einen Olivenkranz um den Kopf trägt und von Tieren begleitet wird, die volles Vertrauen zu ihm haben. Am Himmel hinter ihm sieht man einen Regenbogen. Der Hirte wurde genau wie die Bogomilen dargestellt, die nur mit einem Beutel und einen Stock wanderten. Ein solches spartanisches Leben hat auch Boris Georgiev geführt, obwohl er zweifellos die Möglichkeit hatte, zu den Höhen des äußeren Reichtums zu gelangen.

Einer der bekanntesten Kunstkritiker jener Zeit hielt es für ein Privileg, Boris Georgiev zu kennen, den er als den unegoistischsten Menschen bezeichnete, den er kannte. Boris Georgiev fand, dass seine Bilder zu verkaufen das Gleiche sei wie sich selbst zu verkaufen. Jedes Bild von ihm ist der Ausdruck seines inneren Wesens. Um sein, den eigenen Worten nach, größtes Werk zu schaffen, sollte er dem Bodhisattva begegnen. Über das Bild sagte Georgiev: „Ich wollte meine Idee eines erhabenen Bildes des Menschen malen, welcher Friede, Liebe, Harmonie und Barmherzigkeit ausstrahlt, so wie sich ihn die Dichter, Denker und die pantheistisch gestimmten Menschen vorstellen. Das sind ein Bild und ein Symbol der absoluten und ethischen Idee, des Gesetzes der Liebe. Ihre Kraft spüren auch alle sprachlosen Wesen, die dem Mysterium des Todes in die Augen blicken. Das ist der Hirte mit dem Olivenkranz des Friedens. Das ist nicht der Zarathustra Nietzsches, der vom Berg heruntersteigt und eine Geißel in der Hand hält, sondern Zarathustra, dessen Weisheit in seinem stillen Lächeln und den Augen dargestellt ist, die das Himmelsblau spiegeln. Der riesige Regenbogen, der alle leidenden Wesen umarmt, ist das Symbol der ewigen Hoffnung.“

1928 begegnet er Albert Einstein in Berlin, der  verblüfft vom Porträt, das ihm Boris Georgiev gemalt hatte, Folgendes sagte: „Ihre Kunst brachte mich dazu, mich in jene Sphären zu versetzen, wo die Seele abseits der irdischen Nöte und Leiden Ruhe findet. Nachdem ich mich in Kontemplation auf das von Ihnen gemalte Porträt konzentrierte, spüre ich das Bedürfnis, Ihnen vom ganzen Herzen zu danken. Wir, die wir armen Schatten einer vergänglichen Wirklichkeit sind, spüren Heimweh und unrealisierbare Liebe zu einer anderen, unerreichbaren Welt“. Einstein half Boris Georgiev, 1929 eine selbständige Ausstellung in Berlin zu organisieren. 1931 fuhr Boris Georgiev nach Indien und schrieb dem bulgarischen Dichter Theodor Trajanov, dass er einen Zyklus über die Leiden der Menschheit durch den Blick auf die leidenden Inder malen wollte. Indien nannte er „das Land des Weltenkummers“. Dort begegnete er Mahatma Gandhi, Rabindranath Tagore und Jawaharlal Nehru. Mahatma Gandhi ist eine außerordentliche Persönlichkeit, der es gelang, die Perle der britischen Krone durch Nichtgewalt zu entreißen. Er wollte nicht gemalt werden, deshalb gibt es nur zwei Porträts von ihm. Eines stammt von Boris Georgiev.

 

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                                                             „Mahatma Gandhi“

Bei ihrer erneuten Begegnung in den Himalaya soll sich sogar Roerich vor ihm verbeugt und gesagt haben, dass Boris Georgiev Leonardo und Michelangelo in einem ist. Bei Roerich ist die Kunst luziferisiert, seine Bilder strahlen kaltes luziferisches Licht aus. In den Bildern Boris Georgievs ist die menschliche Seele dargestellt, die zum Geist strebt. In den Porträts hat er alles Böse im Menschen eliminiert und nur das Beste von ihm gezeigt. Seine Bilder sind vom weichen ätherischen Christus-Licht erfüllt. Dagegen leuchten die Bilder Roerichs mit jenem luziferisierten astralischen Licht, die den Apostel Paulus bei seiner Begegnung mit Christus geblendet hat, als Er ihm vor den Toren Damaskus‘ auf dem Astralplan erschien. Boris Georgiev schuf seine Werke im 20. Jahrhundert und seine Bilder sind der Ausdruck des ätherischen Christus. Der Prototyp des „Wandernden Hirten“ ist der Bodhisattva als der Hauptträger der zweiten Wiederkunft des ätherischen Christus auf Erden, in Dem alle Menschen und Erdengeschöpfe Trost und Zuversicht finden.

1951 kam Boris Georgiev nach Brasilien, wo er fünf Jahre lang lebte. Seine Bilder wurden auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Überall, wo Georgiev war – und er hat wirklich sehr viele Länder bereist -,  wurde er anerkannt und geliebt. Nur in Bulgarien ist er wenig bekannt. Viele haben nicht mal von ihm gehört, obwohl er seine Bilder mit „Boris Georgiev di Varna“ unterzeichnete, damit die ganze Welt weiß, woher er kommt. Er sagte: „Vom Leben in einer Zeit des extremen Materialismus und der Zerstörung der heiligen Werte verbittert, suchte ich Zuflucht im Leben als Wanderer. Ich habe alle Kontinente bereist, um die Kunst und Geschichte der menschlichen Zivilisation kennenzulernen, die Sitten und Bräuche der Völker zu erforschen, die Werke der Natur zu genießen und Freunde zu suchen. Aber in allen Weltenden toben dunkle Mächte und eine Orgie des Bösen und sie drohen, ungekannte Katastrophen heranzubringen. Die Welt hat ihr moralisches Gleichgewicht verloren und wurde von der Selbstmordsucht ergriffen“. Boris Georgiev war nicht in der Lage, in Städten zu malen, und das war noch vor der ungeheuerlichen Urbanisierung auf der ganzen Welt. Er ist überall gewesen, hat alles aufgesaugt und als eine gigantische Weltensphäre erfasst, er hat alles berührt und alle Strahlen in seine Seele aufgenommen, um sie in den Gesichtern aller Menschen aus allen Kontinenten zum Ausdruck zu bringen. Mit seinen Bildern zeigte Georgiev, was die Menschenseele darstellt – Liebe und Suche nach dem Geist, während die ganze Kunst damals dem Abgrund zuging. Heutzutage hat die Verwilderung der Kunst neue Höhen erreicht und so etwas verkauft sich auf dem Kunstmarkt ausgezeichnet. 2002 habe ich in der Vorlesung „Der wahre Christus“ meine Einschätzung des Werkes Picassos zum Ausdruck gebracht als eine Erscheinung des Verfalls der Menschheit und des Abbruchs der Beziehung zu den guten Göttern. Ich möchte Ihnen nun vorlesen, was Boris Georgiev über Picasso gesagt hat: „Zu meinem großen Bedauern bin ich sehr bedrückt, dass ich in einer Zeit furchtbarer Degeneration der Kunst lebe, die „modern“ genannt wird und ein Verbrechen gegen eine der edelsten Erscheinungen der menschlichen Kultur, gegen die wahre Kunst ist. Unglaubliche Schrecken und Degenerationen mancher Picassos werden vom dummen Publikum mehr geschätzt, während das Leben der wahren Künstler eine Tragödie ist. Auf diese Art wird die Kunst zerstört werden.“

Wer war diese Persönlichkeit, die so verbittert die Welt verlassen hat? Das war die Jungfrau Sophia. Boris Georgiev ist die reinkarnierte Jungfrau Sophia und seine Schwester Katja, die ihn mit ihrer außerordentlichen Spiritualität ätherisch begleitet hat, war der größte Leidende unter den Menschen – der Evangelist Johannes, der später Christian Rosenkreutz wurde. Das ist das Paar im Wandel der Jahrhunderte – Salomo und Hiram Abiff, die Jungfrau Sophia und Johannes-Lazarus, die beiden Syrer am Anfang des Bogomilentums und Boris Georgiev und seine Schwester Katja im 20. Jahrhundert. Die tiefen okkulten Ursachen für den frühen Tod Katjas sind mir nicht bekannt, sie sollte jedoch ihren Bruder gerade als eine Ätheraura begleiten, damit er die größte bildende Kunst des 20. Jahrhundert kreieren konnte. Die Jungfrau Sophia wurde in Varna geboren, hat die Welt bereist und aus allen Impulsen geschöpft, da sie nicht der Strömung eines Meisters angehören sollte. Das ist die Mutterweltenseele, die sich im 20. Jahrhundert in der Person von Boris Georgiev manifestierte. Bedenken Sie, dass große Individualitäten wie der Meister Jesus (Zarathustra) höchstens zwölf Jahre nach der letzten Inkarnation wieder erscheinen. In dieser Zeit war er laut Steiner in den Karpaten. Am 27.12.1911 antwortete er positiv auf die Frage, ob Christian Rosenkreutz damals inkarniert war –  Katja starb 1917. Natürlich gab Steiner keine Details, um Bulgarien in keiner Weise zu erwähnen und nicht auf den Bodhisattva Beinsa Douno hinzuweisen, der neben Christus 1936 die Hauptrolle beim Ausströmen des mächtigen Impulses spielte, als die neuen Kräfte in der Menschenseele zum Behandeln des Bösen erschienen. Wahrscheinlich hat sich Christian Rosenkreutz kurz danach wieder inkarniert, da er im kurzen Leben als Katja kein Karma aufhäufen konnte, was den schnellen Durchgang durch die Astralwelten ermöglicht. Hoffen wir, dass die geistige Welt uns offenbaren wird, wer er heute ist, wenn wir dazu bereit sind.

Warum inkarnierte die Jungfrau Sophia im 20. Jahrhundert als Maler? Steiner sagte über Manes, dass er, wenn er einen passenden Leib findet, im 20. Jahrhundert inkarnieren und einen starken Impuls in der Musik und Religion geben wird. Auf mich persönlich wirken Musik und Religion am stärksten, jeder von uns hat eine andere seelische Nuancierung. Als ich aber Boris Georgievs Bilder sah, war ich wahrhaftig erschüttert.

Ich werde Ihnen eine interessante Begebenheit aus diesem Anlass erzählen. 1951 adoptierte Boris Georgiev Virginia Giacometti, die damals 14 war. 1999 kam diese Frau mit ihrem Mann nach Varna und damals hat Christo Madscharov gute Arbeit bei ihrem Empfang geleistet. Es gab einen Streit im Gemeinderat, wie die Gemäldegalerie heißen soll, aber offenbar weiß Gott, was Er tut, denn Varnas Stadtfest ist am 15.08., dem Tag Mariä Himmelfahrt. Nach wem soll die Galerie sonst benannt werden, wenn nicht nach Maria in ihrer Inkarnation als Boris Georgiev. Am Tag vor der Eröffnung seines Basreliefs am Eingang der Galerie und vor der offiziellen Eröffnung gab es eine Vernissage des Malers Nikola Manev, der sowohl in Bulgarien, als auch im Ausland sehr geschätzt wird. Es waren viele anwesend, die als Intellektuelle gelten. Den Stil, mit dem Nikola Manev populär wurde, nenne ich „Blätterteiggebäck“. Bei der Eröffnung seiner Ausstellung sprach der Kulturbeauftragte der Gemeinde eine ganze Stunde lang, wie wunderbar Manevs Bilder seien. Manev, der einen Sinn für Humor hat, fragte am Ende der Rede mit einem ironischen Unterton, ob seine Werke wirklich so gut wären, denn die Rede strotzte vor den üblichen Klischees, die die Kritiker bei jeder Vernissage von sich geben. Anschließend beobachtete ich interessiert die Reaktionen der Besucher auf die Bilder und ihre Bemühungen, einen Sinn in diesen zu entdecken. Am nächsten Tag hielt der stellvertretende Bürgermeister eine kurze Rede bei der Eröffnung der Galerie unter dem neuen Namen und die Menschen wurden hereingelassen, um die 13 Bilder zu sehen, die Boris Georgievs Tochter der Stadt geschenkt hatte. Damals habe ich zum ersten Mal Bilder von Georgiev gesehen und sie lassen wirklich den Atem stocken. Es scheint, als sei die Liebe, die im abgebildeten Menschen drin ist, nach außen herausgeholt und ausgestellt. Man sieht eine Seele, die sich nach oben erhebt, so wie die Jungfrau Sophia das Urbild der Seele war, die nach dem Geist suchte und ihn bei der chymischen Hochzeit auf Golgatha fand, die von Christus vollzogen wurde. Auf einmal kam Nikola Manev munteren Schrittes in den Saal mit den Bildern Boris Georgievs. Er blieb vor einem Bild stehen, das seine Aufmerksamkeit zuerst fesselte, betrachtete es eine Zeitlang mit dem Blick eines Kalbs, welches zufällig in die Eisenbahn geraten ist, drehte sich um und ging aus dem Saal. Manev, sei gesund und munter, aber zwischen jener Kunst und deiner „Kunst“ gibt es keinen Vergleich. Das eine ist Kunst, das andere – nicht.

Warum sollte die Jungfrau Sophia im 20. Jahrhundert die Vertreterin des Authentischen, Wahren werden? Wir wissen, dass wir in den alten Zeiten ein bildhaftes Bewusstsein hatten, was das Ergebnis der leiblichen Wahrnehmung unseres Umfeldes war. Unser Hellsehen ging durch unsere Leiber und nicht durch das Ich. Unsere Gedanken kamen von den Elohim über die Naturphänomene. Vom vierten Jahrhundert v.Chr. an wurde diese Aufgabe von den Archai übernommen. Wir gingen nach und nach zum abstrakten, schattenähnlichen Denken über, das heute die ganze Menschheit beherrscht. Von unserer Zeit an, der Zeit Beinsa Dounos und Steiners, begann der große Übergang vom abstrakten Denken, das sich nur mit der materiellen Welt beschäftigt und nur die physische Materie der drei Reiche und des Menschen einbezieht, zurück zum bildhaften, imaginativen Denken. Steiner hat als Erster diesen Weg abgesteckt und letztes Jahr haben wir lange darüber gesprochen, wie wir heute das machen können. Um diesen Übergang zu unterstützen und das tote Denken zu beleben, das wir alle (mit Ausnahme einzelner Menschen) haben, sollte die Wirklichkeit der geistigen Welt aufgezeigt werden. Als ein Vertreter der bildenden Kunst inkarniert, zeigte uns die Jungfrau Sophia in ihren Bildern die Wirklichkeit des geistig-seelischen Wesens des Menschen, denn heutzutage nehmen die Menschen sich selbst vor allem als Körper wahr. Die Beziehungen zwischen den Menschen schränken sich auf Beziehungen von Leib zu Leib ein und die Brüderlichkeit der Leiber sollte der abschließende Impuls der Schutzengel zu unseren Astralleibern sein. Vorher müssen wir einen Übergang zum geistigen Denken machen, danach zur Brüderlichkeit auf dem geistigen Plan kommen und erst zum Schluss – zur Brüderlichkeit in den Leibern, was eine sehr entfernte Aussicht ist. Um auf diesen Weg zu kommen, muss zuerst unser Denken belebt werden. Darauf ist die Kunst der Jungfrau Sophia gerichtet. Unsere Gedanken, die um das Materielle kreisen, sind tot, lebensunfähig. Aber wenn der Krieg aller gegen alle toben wird und der Mond in der siebten Kulturepoche der fünften Wurzelrasse sich mit der Erde wieder vereinigt, wird auch alles Mondische zurückkehren, das der Erde entnommen worden war, um die Geschlechterteilung, unser Herunterstieg in die Materie und die ganze Evolution zu ermöglichen. Das Mondische wird in einer solchen Art die von uns während der Jahrhunderte ausgestrahlten materialistischen Gedanken aktivieren, dass sie zu leben beginnen werden. Diese Gedanken sind tot, da sie materiellen Charakter haben, aber wenn der Mond zurückkehrt, werden sie lebendig werden und laut Steiner als materiell-pflanzliche Spinnen existieren. Der ganze Dreck, den wir heute als materialistische Gedanken erzeugen, wird dann als Lebewesen existieren. Wir wissen, dass die wahre Wirklichkeit nur aus geistigen Wesen besteht. Das was heute als etwas Nichtexistentes aussieht, wird später mit seinem wahren Wesen in Erscheinung treten. Alles was das Ergebnis unserer falschen Selbstwahrnehmung ist und die damit zusammenhängenden Entartungen werden eines Tages über uns herabstürzen. Diese Spinnen mit materiell-pflanzlicher Natur werden sehr weise und unheimlich böse sein. Sie werden unsere Umgebung sein. Der einzige Ausweg aus dieser Möglichkeit ist die Umwandlung des Denkens und der Übergang zum lebendigen Denken. Die Inkarnationen verschiedener Individualitäten, die wir hier öffentlich bekannt geben, sind die Frucht dieses lebendigen Denkens, welches das Einzige ist, was zu den Göttern hinaufreichen kann, damit sie mit demjenigen zusammenarbeiten, der dieses Denken ausgestrahlt hat. Zukünftig werden die Geheimnisse des Mysteriums von Golgatha, die Geheimnisse des Lebens Jesu und die drei Jahre Christi auf Erden weiter beleuchtet werden, denn aus diesen Geheimnissen werden sich die Individualitäten zeigen, die die Menschengeschichte antreiben. Wir werden dann die Vorsehung Gottes verstehen und wissen, was zu tun ist.

Ohne die Vertiefung in die Geheimnisse von Golgatha, was unsere zukünftige Aufgabe ausmacht, werden wir nicht wissen, was wir tun sollen und nicht die Kraft haben, dem Bevorstehenden entgegenzutreten. Mit seinem Werk aktivierte Boris Georgiev den Übergang vom toten Denken zum bildhaften und gleichzeitig ichhaften Denken, denn in der Bewusstseinsseele leuchtet das Ich auf, das niedere Ich tritt zurück und es geschieht eine Verbindung und Individualisierung des höheren Ich in uns. Wegen dieser Aufgabe kam die Jungfrau Sophia im 20. Jahrhundert in der Person eines Malers auf die Erde. Deshalb sprach Boris Georgiev am Ende seines Lebens mit solcher Trauer, dass die Kunst bereits vernichtet wird. Bekanntlich gehören Kunst, Wissenschaft und Religion zur Sphäre des geistigen Lebens, das staatlich-rechtliche Leben besteht aus der Legislative, Judikative, Exekutive und das Wirtschaftsleben schließt die Produktion, den Warenaustausch und den Warenkonsum ein. Das Fundament des Hauses ist das geistige Leben. Die Naturwissenschaften müssen sich dahingehend entwickeln, dass sie die Phänomene des Pflanzen-, Tier- und Menschenreiches als lebendige Formen wahrnehmen, die der geistigen Welt entnommen sind. Aber sie beschäftigen sich nur mit dem Toten. Sie müssen vom Abstrakten zur lebendigen Bildhaftigkeit übergehen. Alle Wissenschaftszweige, alle Kunstrichtungen und alle religiösen Doktrinen müssen vom Abstrakten zur lebendigen Bildhaftigkeit übergehen. Die Jungfrau Sophia kam, um den Antrieb dazu zu geben.

Was passiert heute nach dem Opfer dieser Individualitäten, auf die wir heute eingegangen sind – Maria-Magdalena als Mutter Teresa, Martha als Magdalena Popova, die Jungfrau Sophia als Boris Georgiev und der Evangelist Johannes als Katja? Sie geben die Antwort auf viele Fragen, die uns auf den Übergang nach oben vorbereiten. Die Illusionen werden durch die auf den ersten Blick wilde Magdalena Popova beseitigt, Mutter Teresa drückt die absolute Barmherzigkeit aus, die dem Astralleib des heutigen individualisierten und in seiner Bewusstseinsseele vertrockneten Menschen völlig fremd ist. Das Streben der Seele nach dem Geist wird im Werk Boris Georgievs zum Ausdruck gebracht und die absolute Wirklichkeit der geistigen Welt wird durch Christian Rosenkreutz in Katjas Gestalt symbolisiert, die sich als ätherische Aura von oben erstreckt.

Heutzutage zittern alle vor Schrecken im Angesicht der eskalierenden Konflikte und anwachsender Migrantenströme. Was passiert eigentlich? In der September-Vorlesung sind wir auf die karmischen Strömungen eingegangen, in der nächsten Vorlesung über die Erwecker und Apostel haben wir die Erörterung in Hinblick auf das männliche Prinzip fortgesetzt und heute haben wir das weibliche Prinzip hervorgehoben. Wir alle wissen, dass es drei Stufen des Karmas gibt, die mit der Dreifachheit des Gottes zusammenhängen. Wie treten diese Stufen in Erscheinung? Die erste Stufe, also das tiefste Niveau ist das Karma vom Vatergott. Die gegenwärtigen Handlungen der sog. Großmächte basieren auf dem alttestamentlichen Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. In Deutschland reift die Unzufriedenheit und wenn eine solche Unzufriedenheit zu ihrer äußeren Manifestation kommt, folgt gewöhnlich ein Weltkrieg. In der Türkei ist von den Ideen Atatürks nichts übriggeblieben und es ist eine deutliche Konfrontation des weltlich orientierten Teils des Landes und der Wirtschaft gegen die schleichende Diktatur Erdogans festzustellen, die durch die Riesenarmee nicht nur für die angrenzenden Staaten eine Bedrohung ist. Europa besitzt praktisch keine Armee und wenn dieser unausgeglichene Diktator es wünscht, könnte er das Osmanische Reich innerhalb von 24 Stunden wiederherstellen. Das große Karmarad dreht sich. Seit 100 Jahren geht die Karmainstanz etappenweise unter die Leitung des Christus über.

Ich werde Ihnen etwas sagen, was die Frucht einer Offenbarung ist – der Vatergott hat Christus die Rechte delegiert, auch das Karma vom Vater zu handhaben, die die eiserne Notwendigkeit repräsentiert. Ist das Bewusstsein nicht auf Christus gerichtet, so stellt sich der Mensch gegen diese Instanz, die die Karma vom Vater und die eiserne Notwendigkeit repräsentiert, denn Christus wirkt bereits nicht nur im Karma vom Sohn, sondern auch im Karma vom Vater.

Ich werde die beiden Karmatypen erläutern. Zwei Menschen begegnen einander und das ist das vatergöttliche Karma, sie werden von der Vergangenheit zusammengeführt. Bei dieser Begegnung verkünde ich etwa meinem Gegenüber den Heiligen Impuls. Er dreht sich um und erklärt, dass ihn das nicht interessiert. Dann kann das Karma vom Sohn als Ergebnis seiner freien Wahl, das von mir Verkündete kennenzulernen, nicht verwirklicht werden, dieser Mensch kann nicht zum Geist und zu den Fragen kommen, die wir heute besprochen haben. Ich habe mehrmals erklärt, dass jeder, der sich demjenigen entgegenstellt, das hier verkündet wird, unter seine weitere Entwicklung einen Schlussstrich zieht. Gemeint ist nicht die äußere Karriere, aber ein solcher Mensch stellt sich der Zukunft, Christus und dem Heiligen Geist entgegen, der das Karma aus der Zukunft trägt. Laut Beinsa Douno ziehen die Götter, wenn sie die Form für einen Menschen vorbereiten, 50 vergangene und 50 zukünftige Inkarnationen in Betracht. Vielleicht werden wir noch die Möglichkeit erhalten, bis zur Tätigkeit der großen Karmawesenheiten vorzudringen, die gigantische Kräfte verbrauchen, um das Aussehen und die Form eines Menschen in seiner konkreten Inkarnation zu gestalten. Stellen Sie sich nun die Stumpfsinnigkeit des modernen Menschen vor, der keine Ahnung hat, dass die Vergangenheit ihn mit einem anderen Menschen zusammenführt, damit sie eine gemeinsame Sprache in Christo finden und überhaupt eine Zukunft haben. Stattdessen wird die Arbeit einer Menge gigantischer Wesen wegen persönlicher Sympathien und Antipathien vernichtet, die aus äußeren Umständen resultieren. Wenn die Menschen Verständnis zeigen und richtig handeln, dann kann Sich Christus einmischen und das Karma vom Sohn aktivieren.

Ich werde etwas über das Karma vom Sohn unter dem Gesichtspunkt der Gegenwart sagen. Nach dem Attentat von Paris überstürzten sich die Medien mit Kommentaren, dass dies ein Schlag in das Herz Europas sei. Doch das Herz Europas ist weder Paris noch Brüssel, das Zentrum Europas ist Deutschland. In Frankreich wird die Beziehung des französischen Volkes zum Erzengel des französischen Volkes durch die Verstandesseele erlebt. In Deutschland muss diese Beziehung durch das Ich erlebt werden, aber die Deutschen haben Probleme mit ihrer Bewusstseinsseele. In der angloamerikanischen Welt haben die Menschen von Geburt auf das Potenzial zur Entwicklung der Bewusstseinsseele, aber dort wird diese überall ahrimanisiert. Der Deutsche besitzt nicht diese natürliche Gegebenheit und er muss Anstrengungen unternehmen, um zur Bewusstseinsseele heranzureifen, damit sein Ich in der richtigen Art arbeitet und den Weg zum Christus findet. Deshalb werde ich etwas erläutern, was ich in der letzten Vorlesung versäumt habe. Als nach dem Ende der Anthroposophischen Konferenz 2014 wir uns zu zehnt in einem Restaurant in Varna versammelten, wurde aus der geistigen Welt geoffenbart, dass der Erzengel des deutschen Volkes eine Beziehung zum Erzengel des russischen Volkes durch die Vermittlung des bulgarischen Erzengels herstellen wird. Natürlich stehen die Erzengel in Beziehung zueinander und wissen, was zu tun ist, denn sie arbeiten für Christus. Die rechtmäßig entwickelten geistigen Wesenheiten arbeiten für Christus, aber ein zurückgebliebener Arche, welcher das amerikanische Volk leitet, arbeitet gegen Christus und die Menschheit. Ich vermute, dass auch die Türkei einen zurückgebliebenen Archen als Führer hat. Die Zukunft gehört dem Erzengel des russischen Volkes, aber nun kann er keine Beziehung zu diesem Volk herstellen, da die Russen in ihrer seelischen Entwicklung noch nicht so weit sind. Und die Deutschen müssen zu ihrem Erzengel durch ihr Ich und bei klarem Tagesbewusstsein in Beziehung treten.

Deshalb ist das deutsche Volk heute das wichtigste Volk der Erde, abgesehen vom bulgarischen Volk, das als verantwortlich für die Ich-Entwicklung der Menschheit seit jeher wichtig war. Aber das deutsche Volk hat keine Vorstellung davon und bekommt aus keiner Richtung die Antwort, was es tun soll, nachdem Deutschland wörtlich vollgestopft mit Migranten und Flüchtlingen wurde. Damit die Erzengel Früchte tragend und zeitgemäß für Christus wirken können, muss die Beziehung durch Menschen auf der Erde hergestellt werden. Deshalb fand die Konferenz in Varna statt, auf der ich sagte, dass die Anthroposophische Gesellschaft bedroht ist, wenn sie nicht zu Beinsa Douno heranwachsen und die Synthese beider Impulse verwirklichen kann. Es müssen sich Deutsche finden, die Bulgarien auf dem geistigen Plan entdecken. Bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts sagte Stojna Prepodobna, dass die Bulgaren der Menschheit drei große Gaben geschenkt haben: 1.  die Art und Weise, wie ein Staat aufgebaut wird, die Staatlichkeit, 2. die Art und Weise, wie man die Brüderlichkeit gestaltet (durch die Bogomilen) und 3. werden in der nächsten Zukunft die Bulgaren den Geist der Menschheit geben. Das wird dann geschehen, wenn Bulgarien entvölkert sein wird, was bereits eingetreten ist. Danach werden die Söhne und Enkel derjenigen zurückkehren, die das Land verlassen haben. Das ist eine bemerkenswerte Prophezeiung. Vom 20. Jahrhundert an begann der Übergang zum zukünftigen großen Christentum des Heiligen Geistes. Die Synthese der Impulse Rudolf Steiners und Beinsa Dounos ist der Heilige Impuls, der den Vorwärtsweg der Menschheit bahnt. Das ist die Gabe, die aus Bulgarien geschenkt wird. Natürlich ist diese Gabe unbekannt, klein und unverstanden, da sie am mächtigsten ist. Um das zu begreifen, muss man Eigenschaften besitzen, die aus beiden Impulsen gewonnen werden. Die Impulse kommen zwar immer von Christus, aber sie sind sehr verschieden, da die eine Strömung über den Erzengel Michael geht und die andere – über den Bodhisattva Beinsa Douno. Beide sind sehr unterschiedlich und ihre Zusammenführung in das Ich können nur Individualitäten vornehmen, die in der Zeitenwende eine Beziehung zu Christus gehabt haben. Diese Individualitäten machen die dritte große Strömung der christlichen Strömungen in der Menschengeschichte aus.

Wir haben darüber gesprochen, wie das Karma vom Sohn wirkt. Das Karma vom Vater wirkt als eine Unabwendbarkeit, indem es Kriege, Anschläge und allerlei Konflikte hervorruft. Es wirkt durch jede Menge ausführende Personen. Die Russen fingen an, den Islamischen Staat zu bombardieren und sie können uns auf dem äußeren Plan von den Islamisten erlösen. Doch das russische Volk lädt durch diese Bombardements Karma auf sich. Je mehr sie sich erweitern – wenn das durch militärische Mittel geschieht-, desto mehr Karma laden sie auf sich. Dieses Karma gerät in Widerspruch zur unbesiegbaren Gralsstimmung, die in der Empfindungsseele des russischen Volkes lebt und von der der russische Anfang der sechsten nachatlantischen Epoche abhängt. Dieser Widerspruch wird zur Erfüllung der Prophezeiung Stojnas führen. Russland wird wieder Bulgarien suchen müssen, genauer gesagt Varna – nicht als Urlaubsort, sondern um den Heiligen Impuls zu entdecken.

Wie reagieren die europäischen Völker auf den Migrantenstrom? Die Mehrheit empfängt sie mit offenen Armen, weil Christus gesagt hat, dass wir unseren Nächsten wie uns selbst lieben sollen.

Europa ist eine Vereinigung christlicher Staaten, egal wie liberal, multikulturell und ahrimanisiert diese sind. Die Europäer werden nicht gegen diese Invasion kämpfen. Aber das ist ein naives Christentum. Die zweite Karmastufe tritt in dieser Naivität der europäischen Völker im Bewusstseinsseelenzeitalter in Erscheinung. Die Frage ist, wie man auf die Migrantenströme reagieren soll. Mit Gewalt geht es nicht, da jede Gewalt neue Gewalt hervorruft. Mit seiner Naivität gräbt Europa selbst ihr Grab. Wo ist der Ausweg? Nur Menschen, die die ersten Schritte zum großen Christentum des Heiligen Geistes machen können, können das Bewusstsein und die Kraft hervorbringen, das Problem zu lösen. Das Karma vom Vater wird weiter wirken, weil ein Riesenkarma des Materialismus aufgehäuft wurde. Wenn man an den Impulsen Steiners und Beinsa Dounos vorbeigegangen ist, wird auch das Karma vom Sohn wirken, aber das Karma vom Heiligen Geist drängt auch schon. Wir müssen einen Übergang zum imaginativen Denken machen.

Der mächtigste und sakrale Akt des Menschen ist das Gebet. Deshalb begann ich die Vorlesung mit diesem Gebet. Wenn eine ausreichende Anzahl von Menschen das Verständnis dafür aufbringen, wie die Dreifachheit in der Zeit zur Geltung kommt, lassen sich die Ereignisse wirklich ändern. Deshalb haben wir in einer Gruppe kollektive Gebete zu bestimmten Zeiten mit einer bestimmten Ausrichtung durchgeführt. Die europäischen Führer wurden an ihre Plätze eingesetzt und ihnen wurde große Macht delegiert. Wenn von unten ein Appell an die geistige Welt zur Hilfe ausgestrahlt wird, der das volle Erkennen der außerordentlichen Bedeutung der Zeit zum Ausdruck bringt, in der der Übergang zum Homo magneticus und dem Christentum des Heiligen Geistes geschehen soll, dann können die Götter diese politischen Führer über ihre Schutzengel beeinflussen. Wie das konkret geschehen wird, ist unbedeutend, denn die Möglichkeiten der geistigen Welt sind endlos. Dann werden sich in die Botschaften der europäischen Führer Nuancen über Sinn und Charakter Europas als eine christliche Vereinigung einschleichen, Einsichten, dass alles, was Europa darstellt, die Frucht des Christentums ist. Aus der jahrzehntelangen Erfahrung ist ersichtlich, dass die Integration der Zuwanderer eine Mission impossible darstellt. Die Staatsführer müssen zur Idee heranreifen, dass es einen Ausweg gibt und dieser Ausweg Christus ist. Es gibt keinen anderen Ausweg. Darin besteht unsere Aufgabe. Mit den Vorlesungen, die ich halte, versuche ich, Ihnen die Aufgabe aufzuerlegen, mit dem Bewusstsein und der Kraft, derer Sie fähig sind, solche Appelle an die geistige Welt zu richten. Maria-Magdalena hat den wahren Frieden in ihrer Seele erreicht, als sie bereit wurde Opfer darzubringen. Unsere geistigen Augen werden sich in einer verschiedenen, zeitgemäßen Art durch die Synthese der beiden Impulse öffnen. Von Steiner wird das Verständnis kommen und von Beinsa Douno – die starke Moralität und die Opferbereitschaft. Dann können wir uns als Wesen, die vom Homo sapiens einen Schritt zu ihrem Geistselbst gemacht haben, an unsere Schutzengel wenden, die ein entwickeltes Geistselbst besitzen und eine Verbindung zu ihnen herstellen. Der Erlöser hat gesagt: „Klopft an und es wird euch die Tür geöffnet“ (Matth. 7:7). In diesem Fall werden wir unbedingt eine Antwort erhalten. Die Vorlesungen, die ich hier halte, sind die Frucht der Fragen, die wir ständig stellen. Wir stellen Fragen und die Offenbarungen kommen. Wie Sie sehen, sind sie von Sittlichkeit, Liebe und Kraft erfüllt. Ich habe ein besonderes Gespür, das mir erlaubt zu merken, wenn jemand einen inneren Widerstand gegen das hegt, was ich vortrage. Heute habe ich die ganze Zeit in keinem von Ihnen Resignation gespürt. Meine Erwartung und mein Wunsch waren es, dass diese Vorlesung den Akzent auf die Liebe setzt und heute ist auch das weibliche Prinzip durch eine erweiterte Frauenpräsenz verstärkt.

Liebe Schwestern und Brüder, lassen Sie uns jede Möglichkeit nutzen, um verständnisvolle Aufrufe an die geistige Welt auszusenden. Wir wollen unsere Gebete mit solcher Weisheit erfüllen, die in unserem Ich neu geboren wird und nach oben als eine Synthese aus Liebe und Weisheit aufsteigt. Dann wird die Wahrheit geboren. Wir wollen mit den bedeutenden Worten Christi an die Samariterin abschließen, die Er an sie wendet, bevor Er ihr eröffnet, dass Er der Messias ist: „Gott ist Geist und die ihn anbeten, sollen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh.4:23). Der Geist ist das Ich und der Geist der Wahrheit ist der Heilige Geist von Pfingsten. Wenn der Heilige Geist durch das Ich wirkt, hat man einen vollen Beutel aus Gaben des Geistes. Aber bis zu diesem Augenblick muss man wie die Jungfrau Sophia wachsen, den Astralleib läutern und den Weg zu den paulinischen Worten zurücklegen „Nicht ich, sondern Christus in mir“. Dieser Weg führt uns dazu, dass wir uns dem Geistselbst öffnen und der Heilige Geist zu wirken beginnt. Das ist die Anbetung des Gottes, Der Geist ist, im Geiste und in der Wahrheit. Keine andere Art, Gott anzubeten, bringt uns etwas, alles andere ist Atavismus. Das sind die wahrlich größten Worte im Neuen Testament, denn in ihnen ist die ganze Zukunft der Menschheit enthalten. Diese Worte wurden zu der Samariterin gesagt. Wer ist sie wohl im 20. Jahrhundert gewesen?