Der Heilige Impuls und die innere Sonne

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 31.01.2016 in Varna

vom Autor nicht durchgesehene Textfassung der Videodatei

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

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Gebet: Herr Gott Jesus Christus, lass dieses Treffen eine Erinnerung und Danksagung an Sergej Prokofieff sein – den Menschen, der mit seinem unaufhaltsamen Drang das Reich des Grals suchte, in dessen Zentrum Du als das Haupt der Großen Weißen Weltbruderschaft stehst. Amen!

Unser heutiges Thema  „Der Heilige Impuls und die innere Sonne“ ist umfangreich und bei seiner Erörterung werden wir die höchsten Gipfel und die tiefsten Gründe des seelisch-geistigen Lebens des Menschen streifen. Aber vorher ist eine Präzisierung im Hinblick auf die letzte Vorlesung über die Mission Amerikas notwendig, an dessen Anfang eine Einleitung über die Ereignisse in der Partei DPS stand. Die Vorlesungen, die nach der Anthroposophischen Konferenz 2014 stattgefunden haben, wurden ins Internet eingestellt. Sie erreichen zwar nicht so viele Zuschauer, aber ich denke, dass mindestens 50% der Besucher ein tiefes Interesse für die Anthroposophie haben und die Videos bis zum Ende schauen. Jemand, der sich in die Anthroposophie und den Impuls Beinsa Dounos nicht vertieft hat, wird das Christentum nicht verstehen und für ihn wird auch der Inhalt dieser Vorlesungen sehr schwer zu begreifen sein. Menschen, die zum ersten Mal einer meiner Vorlesungen  beigewohnt haben, geben zur Kenntnis, dass sie etwas 10% von dem verstehen, was ich vortrage. Im Unterschied zu den älteren Vorlesungen, erreichte die letzte im vergangenen Monat mehr als 5500 Besucher, was einen wesentlichen Unterschied darstellt. Tausende von Zuschauern haben zum ersten Mal in ihrem Leben erfahren, dass die Anthroposophie überhaupt existiert. Ich hege keine Illusionen, dass all die Zuschauer die Anthroposophie kennen, aber die Einleitung der Vorlesung erfüllt die Rolle einer Trägerrakete, die zum Anwachsen der Besucherzahlen beigetragen hat. Doch nicht das ist wichtig, sondern die Kommentare. Normalerweise gibt es unter den hochgeladenen Vorlesungen keine Kommentare, aber da die letzte auch andernorts im Internet verlinkt wurde, gab es verschiedene Kommentare. Sie zeugen zwar von einem tiefen Unverständnis des Dargelegten, doch dadurch habe ich erfahren, dass es Menschen gibt – hoffentlich wenige – die der Meinung sind, dass ich mich selbst als den wieder inkarnierten Skythianos ansehen würde. Wer die Anthroposophie begreift, weiß, dass Skythianos einer der größten Meister überhaupt ist, die auf der Erde existieren. Er ist so kolossal und unermesslich, dass er sich selbst vor seinen Schülern verheimlicht. Wie kein anderer Meister kennt er das Geheimnis des physischen Leibes von Ewigkeit zu Ewigkeit, vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan. Er wurde von der Weltenlenkung beauftragt, die höchste Gabe des atlantischen Hellsehens zur sechsten Kulturepoche hinüberzutragen. Skythianos hat Kulturen begründet und steht unter anderem hinter dem Slawentum … Wäre ich jemand anderer, hätte ich geschwiegen und den Menschen diese Illusion gelassen. Ich bin aber nicht so elementar und möchte das präzisieren. Auf der Anthroposophischen Konferenz habe ich verkündet – und ich stehe fest hinter dieser Behauptung, da sie eine Offenbarung der geistigen Welt ist -, dass Skythianos in der Zeitenwende als Joseph von Arimathäa inkarniert war, der am Anfang des Gralsmysteriums steht. Ich war auch in der Zeitenwende inkarniert und habe etwas erledigt, aber ich bin nicht Skythianos. Soviel zu der Frage. Ich hoffe, dass diese Fliege in ganz wenigen Köpfen umherirrt. Auf der Konferenz habe ich erwähnt, dass Skythianos wie kein anderer die Synthese verschiedener geistiger Impulse beherrscht. Ich habe seine Identität genannt, ich habe erwähnt, dass er hinter dieser Konferenz steht und dass es seinem Wunsch entspricht, dass es eine Synthese zwischen der Anthroposophie und Beinsa Douno gibt. Nachdem ich meinen Vortrag vorzeitig beenden musste, da ich der einzige war, dessen Vortrag trotz der neuen mitgeteilten okkulten Tatsachen abgebrochen wurde und ich das Podium verlassen hatte, hat der Moderator, zu dem ich keine schlechten Gefühle hege und ihm für das, was er getan hat, danke, ironisch gesagt, dass Dimitar Mangurov sich wohl für Skythianos selbst halte. Um die Atmosphäre nicht zuzuspitzen, habe ich nur darum gebeten, nicht kommentiert zu werden, aber offenbar hat sich das Gesagte in manchen Köpfen eingenistet und ist weiter aufgebauscht worden. Ich erkläre, dass ich weiß, wer Skythianos ist, und auch weiß, wer ich bin. Mehr werde ich nicht sagen.

Es gibt zwei gigantische Pfeiler, zwei große Säulen, die vor jedem Menschen der Erde emporragen. Wenn wir uns diese Säulen mit einer Tür dazwischen vorstellen, muss jeder diese Tür in einem bestimmten Augenblick aufmachen und sehen, was dahinter steckt. Die erste Säule ragt von der Erde in den Himmel empor und sie ist Christus, Der nach Beinsa Dounos Worten alle Lücken zwischen dem Menschen und Gott ausgefüllt hat. Die andere Säule ist die Säule der Himmlischen Sophia oder der Weisheit Gottes. Sie ist viel kleiner als die erste Säule. Jeder Mensch, der mit der heutigen Zeit im Einklang sein will, muss unbedingt den Sinn dieser Säulen erfassen und früher oder später versuchen, diese Tür einen Spalt breit zu öffnen und sehen, was dahinter geschieht. Je mehr die Angst heute auf der Erde umgeht und je mehr Menschen zu der Ansicht kommen, dass ein Ausweg aus dieser verfahrenen Situation gefunden werden muss, desto mehr Anschauungen und Gesichtspunkte hören wir aus allen Richtungen. Doch keiner wird eine sinnvolle Antwort geben, wohin wir gehen sollen, da die meisten die genaue Diagnose nicht kennen. Heute werden wir die Diagnose auf eine neue Art konkretisieren, wie wir das mehrmals gemacht haben und darauf hinweisen, wo der Ausweg sein kann. Wir werden in das Thema von ganz oben einsteigen.

Die Trinität manifestiert sich bekanntlich in drei gigantischen Zyklen. Darüber haben wir hier letztes Jahr berichtet und Sie werden über das Thema anderswo nichts lesen können. Wir wollen uns kurz daran erinnern: So wie es einen Gott-Vater, einen Gott-Sohn (eher einen Gott-Logos) und einen Gott- Heiligen Geist gibt, so gibt es auch drei gigantische Zyklen. Der erste Zyklus ist der Zyklus des Vaters und er ist bereits vorbei. Wir befinden uns jetzt im Zyklus des Wortes vom alten Saturn bis zum Vulkan, dessen Mitte wir bereits überschritten haben. Es wird auch einen dritten Zyklus geben – den Zyklus des Heiligen Geistes. Im ersten Zyklus, der jenseits von Zeit und Raum war, wurde die Substanz für das gebildet, was wir nun ‚Materie‘ nennen. An der Grenze im großen Pralaya zwischen den beiden Zyklen wurde das ausgearbeitet, was im Zyklus des Vaters erschaffen wurde. Der alte Saturn begann damit, dass diese Materie durch die Throne in Erscheinung getreten ist, die ein demütiges Opfer den Cherubim darboten. In unserem Zyklus müssen wir an der freien Wahl arbeiten. Das ist die Hauptaufgabe der ganzen Schöpfung. Nach unserem Zyklus, wenn wir auf dem Vulkan zu Archai aufgestiegen sein werden, wird ein neues großes Pralaya folgen. Danach wird es fünf neue Bewusstseinsstufen geben, in denen sich der Zyklus des Heiligen Geistes entfalten wird. Er wird mit uns beginnen, wenn wir die Elohimstufe erreicht haben werden. Dann werden wir auch ein Opfer darbringen und es wird etwas Neues ausgearbeitet werden – eine neue Lebensart. Den großen Rosenkreuzerspruch „Aus dem Gotte sind wir geboren – im Christus sterben wir – durch den Heiligen Geist werden wir auferstehen“ können wir sowohl auf unser persönliches Leben beziehen, als auch auf einen Äon, Zyklus und auf die drei Zyklen. Wir können den vatergöttlichen Zyklus als den ersten Teil des Rosenkreuzerspruches betrachten – „Aus dem Gotte sind wir geboren“, denn von dort kommt die Substanz. Die freie Wahl, die vom Logos kommt, sind wir Menschen und kein anderer berufen, hier auf der Erde auszuarbeiten. Zukünftig wird auch der dritte Teil des Satzes in Erfüllung gehen, wenn wir eine neue Lebensart hervorbringen werden, von der wir noch nichts wissen. Dann werden wir eine neue Art des Lebens hervorbringen, indem wir von der Substanz und der freien Wahl ausgehen. Das ist das globalste Bild der Entwicklung, das überhaupt irgendwo anzutreffen ist.

Jeder weiß, dass es eine Trinität gibt, aber es gibt etwas über der Trinität – das Absolute. „Über“ klingt hier zwar absurd, aber wegen unseres räumlichen Denkens kann ich das nicht anders ausdrücken. Einmal habe ich Beinsa Dounos Worte über das Absolute zitiert, dass „derjenige seine Vernunft verlieren würde, der versucht, über das Absolute nachzudenken“. Im letzten Winter haben wir dieses Risiko auf uns genommen und es kamen viele neue Aspekte zustande, die zum ersten Mal öffentlich benannt wurden. Sollten sie jemandem wie die Frucht einer irregeführten Vernunft klingen, dann kann ich ihn nicht des Gegenteils überzeugen. Er möge die Vorlesungen studieren und vielleicht wird ihre logische Ordnung etwas in ihm bewirken. Hinter den drei großen Zyklen der Liebe (Gott-Vater), Weisheit (Gott-Sohn) und Wahrheit (Gott-Heiliger Geist) steht das höchste Prinzip – das Ich-bin-Prinzip. Ich erlaube mir zu sagen, dass dieses Prinzip in allen drei Zyklen – des Vaters, des Logos und im zukünftigen Zyklus des Heiligen Geistes hallen wird. Dieses Ich-bin-Prinzip, das das Absolute ist, tritt durch die Trinität auf allen tiefergehenden Stufen als diese drei Zyklen in Erscheinung. Die Hauptaufgabe besteht darin, dieses Prinzip im Logos-Zyklus zu meistern. Wir sind quasi die Sicherung, die verhindert, dass die ganze Anlage ausgeht. Wir wollen sehen, wie sich alles abwärts entfaltet hat und wie der Weg des Christus von der Trinität zum Hügel Golgatha war. Dann können wir eine Verbindung zu unserer Zeit herstellen und manche Antworten suchen. Im Verlauf der Vorlesung werde ich einige neue Offenbarungen mitteilen, die genau in der richtigen Zeit während der Arbeit an diesem Thema empfangen wurden. Diese Offenbarungen bestätigen die Richtigkeit des Weges, den wir bestritten haben. Im Laufe der Vorlesung werden wir auch auf einige Fragen eingehen, die sich aus den Ausführungen eines anderen Referenten entstanden, der neulich in diesem Raum einen Vortrag gehalten hat.

In unserem Zyklus gibt es sieben Äonen. Am Anfang des ersten (des alten Saturn) fand das Opfer der Throne (der Geister des Willens) statt. Von ihnen stammen das ursprüngliche Feuer, das dort brannte, und die Wärme (ca. 36 Grad) unseres heutigen Blutes. Das Opfer der Throne vor den Cherubim hat viele Aspekte. Sie gibt den Anfang der Substanz in diesem Zyklus. Aus ihnen entstehen die Geister der Persönlichkeit – die heutigen Archai. Auch haben wir von ihnen unser Phantom und den Keim zu unserem physischen Leib erhalten.

Wir wollen uns an etwas erinnern, was wir letztes Jahr als eine neue Ansicht über die Hierarchien mitgeteilt haben. Wenn wir die Throne unter dem heutigen Standpunkt betrachten, so sind das Wesenheiten, die das erste makrokosmische Prinzip entwickelt haben. Die gleichen Wesenheiten waren auf dem alten Saturn wieder Throne, aber mit einer Kraft, die geringer war als die heutige, die das Ergebnis der Entwicklung in drei Äonen ist. Dort hatten sie die Kraft der heutigen Elohim. Wenn wir über die Throne auf dem alten Saturn sprechen, müssen wir bedenken, dass das Opfer von Wesenheiten dargebracht wurde, die die Elohimkraft vom heutigen Standpunkt hatten. Die heutigen Engel, Erzengel und Archai können wir im Hinblick auf den alten Saturn auch Engel, Erzengel und Archai nennen, die sich aber einige Äonen zurück in ihrer Evolution befanden. Letztes Jahr kamen wir zu einer sehr aufschlussreichen Feststellung – dass in jedem dieser Äonen die opferbringenden Geister, die gleichsam die Führer jedes Äons sind, immer die Kraft von Elohim haben. Wir durchlaufen gegenwärtig unsere Menschenstufe und werden uns in den nächsten drei Äonen zu der Kraft von Engeln, Erzengeln und Archai erheben. Zu Beginn des nächsten Zyklus des Heiligen Geistes werden wir mit der Kraft von Elohim erscheinen und die Substanz und die freie Wahl für den neuen Zyklus geben.

Um das zusammenzufassen, können wir Folgendes sagen: Die Menschen auf der Erde sind die Wesenheiten, die aus allen drei Zyklen am wichtigsten für die ganze Schöpfung, für die Manifestation der Trinität und des Absoluten sind. In dieser Aussage steckt keinerlei luziferische Glut, Überheblichkeit oder Selbstverherrlichung, sondern lediglich das Gefühl unserer großen Verantwortung. Die Menschen sollten die oberflächliche und elementare Spiritualität überwinden und endlich ein Verständnis für das Grandiose entwickeln, das von ihnen erwartet wird. Die Menschen sind die Verwirklicher der trinitarischen Vorsehung, die sich in allen drei Zyklen verwirklicht. Sie werden diese Frage, die auf eine solche Weise gestellt ist, nirgendwo finden!

Bei der Entstehung der Geister der Persönlichkeit (Archai)  haben sie ihre Menschenstufe durchlaufen und es entstand die Zeit – die geistige Zeit auf dem höheren Astralplan. Den Raum gab es noch nicht. Auf der alten Sonne haben die Herrschaften, die auch die Macht von Elohim besaßen, das  erhabene Opfer der Throne verfolgt und auch ein Opfer dargebracht. Sie haben dasjenige ausgeströmt, was ‚schenkende Wohltat‘ oder ‚Weisheit‘ heißt. Das sind die Geister der Weisheit, die beim Ausstrahlen ihrer eigenen Substanz die Weisheit schenkten und gleichzeitig die väterlichen Erzeuger der Erzengel wurden, die damals ihre Menschenstufe durchliefen. Es gibt eine Wesenheit unter den Herrschaften, die zum Vermittler Christi bei Seinem Herunterstieg von der Trinität wurde. Damit Christus von der Trinität heruntersteigen und Sich verkleinern konnte  – 78 Millionen Mal laut Beinsa Douno[1] -, brauchte Er Transformatoren. Derjenige, der das Wort und der Regent des ganzen Zyklus des Wortes vom Saturn bis zum Vulkan ist, hat sich dergestalt verkleinert, dass Er am Ende in den menschlichen Leib Jesu in seinem 30. Jahr eintreten konnte.

Die Menschwerdung des zweiten Antlitzes der Trinität ist das größte Mysterium, das überhaupt existieren kann. Ein größeres Wunder hat es nie gegeben und wird es nie mehr geben. Deshalb müssen wir versuchen zu begreifen, wie es zustande kam und was es bewirkt hat. Damit Christus herabsteigen konnte, war eine Gruppenwesenheit notwendig, die der Esoterik unter dem Namen ‚mystisches Lamm‘ bekannt ist. Ihr niedrigstes Wesensglied ist die Hierarchie der Dynamis (Mächte) und die höheren Wesensglieder reichen bis zur Trinität. Die Verflechtung von Sternen- und Planeteneinflüssen geschieht in den Mächten, denn bei den Elohim erfolgt der Übergang zum planetarischen Aspekt.

Ich werde erklären, was eine Gruppenwesenheit darstellt. Ein Engel kann für sich allein sein – im Moment sind all unsere Schutzengel hier anwesend. Doch der Engel kann auch Teil einer Gruppenwesenheit sein, die Engel, Еrzengel usw. vereint. Diese Wesenheit gewinnt an viel mehr Macht im Vergleich zu der Macht jedes einzeln wirkenden Mitgliedes. Als die Herrschaften sich selbst als Weisheit ausstrahlten, wurde diese Weisheit in der zweiten und dritten Runde des Äons der alten Sonne von den Mächten und Elohim ausgearbeitet. In der Mitte des Äons (in der vierten Runde) wurde sie von der Peripherie durch die Erzengel zurückgespiegelt. Sie erhielten ihr Ich und spiegelten diese Weisheit als geistiges Licht zurück. Die Manifestation der Weisheit ist immer das Licht, sie wird durch das geistige Licht repräsentiert. Damit das Licht zum ersten Mal auf der alten Sonne erscheinen konnte, musste zuerst die Weisheit durch die Geister der Weisheit ausgestrahlt und danach durch die Erzengel zurückgespiegelt werden. Dann wurde eine Gruppenwesenheit aus Wesenheiten gebildet, die zu fünf Hierarchien gehören – die Geister der Weisheit, Mächte, Elohim, Archai und Erzengel, die alle die Ich-Stufe durchlaufen hatten. Zu dieser Gruppenwesenheit kann nur eine Wesenheit gehören, die die Ich-Stufe, also die menschliche Entwicklungsstufe, die wir gegenwärtig zurücklegen, durchlaufen hat. Auf der alten Sonne hatten die Engel noch nicht die Menschenstufe zurückgelegt und die Menschen befanden sich auf der Stufe des ätherischen und physischen Leibes. Das ist der Anfang der Himmlischen Sophia und sie heißt ‚die Weisheit Gottes‘, da Christus um von der Sternenwelt in das Sonnensystem herabzusteigen, durch einen Geist der Weisheit ging, der der erhabenste unter allen Herrschaften war. Unter den Menschen gibt es auch einige, die sich zu Lehrern der Menschheit erhoben haben, und auch andere, die in den Mülleimern nach Resten suchen. So bestehen auch unter den Geistern bestehen Unterschiede. Es gab einen Geist der Weisheit, durch den Christus ging, danach ging Er durch Jahve-Elohim –  eine Gruppenwesenheit aus den sechs Sonnenelohim und dem Mondgeist Jehova. Derjenige unter den Erzengeln, der in jener Zeit die Weisheit am angemessensten zurückspiegelte, war derjenige, den wir heute ‚Michael‘ nennen. Er wurde zum Vermittler beim Eintritt Christi in den Leib Jesu.

Rein astrologisch betrachtet durchlief Christus das Gebiet der Jungfrau, danach den Adler bzw. Skorpion (die Geister der Weisheit). Der Steinbock gehört den Erzengeln, es folgen die Fische und der Eintritt in Jesus Leib. Sergej Prokofieff diesen Herabstieg sehr gut beschrieben, deshalb habe ich diese Vorlesung mit einer Danksagung an ihn eingeleitet. Als Prokofieff auf der Erde war, hatte er zu bestimmten Fragen eine Meinung, die sich nun, das will ich behaupten, gewandelt hat. Das weiß ich.

Indem die Erzengel die Weisheit zurückspiegelten, haben sie neben der Zurückspiegelung als Licht auch den Raum hervorgebracht. Das war nicht der heutige abstrakte Raum im Sinne von Abstand, sondern der geistige Raum. Nur in unserem Sonnensystem existiert der Raum. Außerhalb des Sonnensystems gibt es keinen Raum, sondern nur die geistige Zeit. Daher kann nichts, was der Mensch auf den Weg zum Kosmos mit dem Ziel geschickt hat, die Grenzen des Sonnensystems zu überwinden, aus dem Sonnensystem hinauskommen – dort kann nichts existieren, was einen physischen Leib hat, egal ob lebendig oder nicht lebendig. Alles, was wir nachts als den Kosmos sehen, ist eine große Illusion, die wir in dieser Art mit unseren physischen Sinnen wahrnehmen und die in den vorherigen Äonen von den Göttern geschaffen wurde, damit sie für uns in dieser Art aussieht. Das ist etwas, was sie als geistige Tätigkeit vollzogen haben, um die Existenz des heutigen Sonnensystems, der Erde und des Menschen zu ermöglichen. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung im ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus. Deshalb sagte Beinsa Douno, dass die Größe des Gottes nicht in der Schaffung von Sonnen und Universen besteht, sondern in der Erhebung des Menschen. Zuerst schuf Gott den Menschen, der Mensch dann in der richtigen Art den Nachhauseweg Weg zur übersinnlichen Welt und Gott finden soll. Hier versuchen wir, die rechtmäßige Methode aufzuzeigen, in der gefahrlos Schritte in die richtige Richtung unternommen werden können. So haben wir die Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein und nicht in einem der Märchen der Spiritualität, die auf der Welt in großer Zahl bestehen.

Das Licht war die erste Eigenschaft des Weltenleibes, den wir ‚alte Sonne‘ nennen und der alle zukünftigen Planeten in einem Körper umfasste, welcher auf der Stufe des niederen Devachan existierte. Unsere heutige Sonne hatte damals noch keine selbständige Existenz in ihm. Auf dem alten Mond sonderte sich die Sonne aus dem gemeinsamen Leib in Form von Wesenheiten ab, die ein Sonnendasein haben können. Doch die Wesenheiten im übrig gebliebenen gemeinsamen Leib blieben ohne eine Lebensquelle. Das Leben kommt immer aus Wesenheiten, die die Stufe erreicht haben, auf der sie sich opfern und Leben ausstrahlen können. Die sich abgetrennten Wesenheiten brachten das hervor, was in der Esoterik die  ‚ideelle Sonnenseele‘ heißt. Sie war die Lebensquelle, die die restlichen Wesenheiten des gemeinsamen Mondkörpers versorgte. Dieser Mond war selbstverständlich sehr unterschiedlich vom heutigen Mond. Wir reden vom Erscheinen des Lichtes auf dem alten Mond, das die Himmlische Sophia erarbeitet hat, und vom Auftauchen eines selbständigen Sonnenlebens.

Wenn wir den Erdenäon betrachten, sehen wir, dass die Entwicklung der Wesenheiten, die auf der Sonne lebten, welche sich in der hyperboräischen Zeit abtrennte, so weit gegangen war, dass sie die innerste Hülle der Sonne aufbauen konnten. Diese Hülle begann die Liebe hervorzubringen. Es kam die Sonne als eine eigenständige Quelle von Licht, Leben und Liebe für das ganze Sonnensystem auf. Das geistige Licht, Leben und die Liebe waren die drei übersinnlichen Hüllen, in denen Christus eingekleidet war, bevor Er sich auf Seinen Weg nach unten begab. Die größten Eingeweihten schauten Ihn in dieser Form an. In der lemurischen Zeit erhielt der Mensch sein Ich von den Elohim – den Wesenheiten, die als ihr niedrigstes Wesensglied das Manas haben. Im Erdenäon fiel von ihnen ein Wesensglied ab, das sie nicht mehr brauchten. Das war das Ich. Dieses Ich wurde zu unserer Substanz, mit der sich jede Menschenseele individualisieren konnte. Das Ich als Substanz ist etwas Gruppenhaftes. Es ist eine unsichtbare geistige Ich-Substanz. Damit jede Menschenseele sich individualisieren kann und eines Tages sich selbst als einzelnes Menschenwesen gewahr wird, muss sie einen Teil dieser Ich-Substanz aufnehmen. Nur jemand, der sich verbinden und die Ich-Substanz durch das „Explodieren des Ich“ individualisieren kann, was ich im Buch „Der Weg zum Ich“ beschrieben habe, kann heute im wahrsten Sinne des Wortes sagen, dass er ein Mensch der Erde ist. Heutzutage bedienen sich die Menschen des Schattens dieser Ich-Substanz und dieser Schatten ist das Ego. Wenn sie „ich“ sagen, ist das überhaupt nicht das menschliche Ich. Die Ich-Substanz hat die Eigenschaft, immer schaffend zu sein. Da sich die Menschen nicht wahrhaftig individualisieren können und die schaffende Ich-Substanz ihren eigenen Schatten hervorbringt, gehen sie eine Verbindung mit diesem Schatten ein. Jede Seele mit dem individualisierten Schatten nimmt sich selbst als eine einzelne und von allen anderen getrennte Seele wahr. Sie schlägt sich gegen die Brust und schreit „Ich bin Herr Soundso“. Sie müssen bedenken, dass dieser Herr Soundso nur die Persönlichkeit in diesem konkreten Leben ist von einer Individualität, die sich inkarniert hat und einen individuellen Namen trägt. Diesen Namen, der eine enorme okkulte Kraft besitzt, erfährt man, wenn man eine Einweihung durchlaufen hat. Es sind nicht nur die Seelen und der Geist dreifach, sondern auch das Ich. Wenn wir vom höheren Ich reden, meinen wir die Situation, in der das niedere Ich eines Menschen explodiert ist, er sein Ich von den Elohim individualisiert hat und daher fähig ist, zu einer Individualisierung des Heiligen Geistes als seinen persönlichen Geist, als Manas, überzugehen. Folgende Stufen kann man auseinanderhalten: das niedere Ich (das Ego), das individualisierte Ich von den Elohim, das höhere Ich bzw. das Manas und das wahre Ich, welches das Christus-Ich ist.

Hier gibt es etwas, was außerordentlich wichtig ist. In GA 130 „Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit“ geht Steiner auf die makrokosmischen Wesensglieder ein. Als Christus von der Sonne herabstieg, ließ Er dort Sein höchstes Wesensglied – den Geistesmenschen, der makrokosmisch sein müsste. In der Erdensphäre ließ Er Sein makrokosmisches Wesenglied Buddhi und trat in Jesus mit Seinem makrokosmischen Manas und dem makrokosmischen Ich-Prinzip ein. Gleichzeitig war Er in den drei Hüllen des Lichtes, Lebens und der Liebe eingekleidet, die in der vorchristlichen Zeit das Palladium symbolisierte. Was ist eigentlich das Ich des Christus? Wer stieg unter diesem Namen herab? Bei Seinem Herunterstieg war Christus als der Träger des Ich-bin-Prinzips vom Absoluten gleichzeitig der Träger der Individualität „Wort“. Als Moses Ihn fragte, wer Er war, antwortete Christus über Jehova „Ich bin ich bin“, d.h. „ich bin der Träger des Ich-bin-Prinzips“. Es stimmt, dass die Elohim uns die Ich-Substanz gegeben haben, aber die wahre Verstärkung des Ich, die wahre Macht unseres Ich, die wir brauchen, um zum Selbstbewusstsein zu gelangen, kann nur von Christus kommen. Er ist der Träger dieses Prinzips, der vom Absoluten alle Stufen des Daseins heruntersteigt. Wenn Christus als das Wort selbst auch eine Individualität ist, stellt sich die Frage, welches Ich heruntersteigt. Welche Substanz haben die in der Wesenheit Jahve-Elohim vereinten Elohim von der Seraphimsphäre und der Sphäre über ihr – der höchsten Dreiheit – erbeten, welche die von ihnen ausgestrahlte Gruppen-Ich-Substanz durchdringen sollte? Diese Substanz muss jeder von uns selbst individualisieren. Die Beantwortung der so formulierten Frage habe ich nirgendwo gefunden. Derjenige, Der das Ich-bin-Prinzip vom Absoluten abwärts repräsentierte und zur Geltung brachte, war das Ich des Christus selbst, des trinitarischen Wortes. Beim Herunterstieg durch die von den Elohim ausgestrahlte Substanz wurde diese gleichsam von einem doppelten Ich durchdrungen – vom Ich des Wortes und des Absoluten. Stellen Sie sich vor, welchen Charakter die Substanz hat, die wir individualisieren müssen und welche innere Qualität sie besitzt?!

Wir unterscheiden also das menschliche Ich, das höhere Ich (der von uns individualisierte Heilige Geist bzw. das Manas), das wahre Ich – das Ich des Christus bzw. des Wortes -, und das ewige Ich, das vom Absoluten über den Vatergott kommt. Christus und der Heilige Geist sind die Schöpfung des Vatergott, Der der Generalvertreter des Absoluten ist und von Ihm abwärts geschieht alles, den alles kommt von der Liebe. Sowohl die Weisheit als auch die Wahrheit sind in der Liebe. Folglich ist das, was Christus mit sich trug und was unsere Ich-Substanz durchströmte – unser wahres Wesen, welches die Menschen weder berühren noch verstehen können – etwas, was als Qualität die ganze Zukunft enthält. Mit diesem Etwas können wir bis zum Endziel der Schöpfung unsere Aufgabe als Erdenmenschen erfüllen.

Der Tierkreis hat zwölf Zeichen, die mit den jeweiligen hierarchischen Wesen zusammenhängen. So bringt das Zeichen Fische das Innerste des Menschenwesens – Anthropos – zum Ausdruck, der Wassermann hängt mit den Engeln zusammen, der Steinbock – mit den Erzengeln, der Schütze – mit den Archai, der Skorpion-Adler – mit den Elohim, die Waage – mit den Mächten, die Jungfrau – mit den Herrschaften, der Löwe – mit den Thronen, der Krebs – mit den Cherubim, die Zwillinge – mit den Seraphim, der Stier – mit dem Prinzips des Kosmischen Geistes und der Widder – mit dem Prinzip des Sohnes oder Christus. Als sich Christus von der Sonnensphäre abtrennte, wo Er von den sechs Sonnenelohim getragen wurde, ging Er vom Sternen- zum Planetenaspekt über. Er durchquerte das Tor der Jungfrau und ging durch den Skorpion-Adler wieder heraus und begab Sich durch den Schützen zum Steinbock, um durch das Tor des Erzengels Michael zu gehen. Einer der Geister der Weisheit sowie Jehova und Michael sind die Wesenheiten, die eine möglichst direkte Beziehung zu Christus haben. Der Sinn der Existenz jedes Menschenwesens besteht im Erreichen einer direkten Beziehung zu Christus. Deshalb zitierte der engste Schüler Beinsa Dounos Bojan Boev in seinem kleinen Buch „Die gute Verfassung“ die Worte des Meisters: „ Alle Übungen, die ich gebe, bringen den Menschen nur mikroskopisch kleine Ergebnisse. Wenn der Mensch dagegen einen Riesenschritt in seiner Entwicklung machen will, so muss er unbedingt ins Zentrum seiner Überlegungen und Gebete Christus stellen. Dazu sind notwendig die Liebe zu Ihm und das tägliche Studium der Evangelien mit einem von Dankbarkeit und Nachdenken über Christus erfüllten Herzen.“

Damit also der Mensch eine Evolution erfahren kann, muss er versuchen, Christus zu begreifen und zwar durch die Himmlische Sophia. Warum wurde diese Wesenheit erschaffen? Um ein Gefäß, ein Kelch zu werden, durch den die Lanze des Christus-Ich allmählich abwärts strömt. Während dieser Äonen hat sich die Himmlische Sophia sowohl aufwärts, als auch abwärts entwickelt. Aufwärts schaute sie zu ihren höheren Wesengliedern Manas, Buddhi und Atma, um sich irgendwann mit diesen zu verbinden. Im Erdenäon hatten die Elohim bereits eine Beziehung zu den Seraphim und deshalb konnten sie die Substanz erbeten, die von oben kam und unsere Ich-Substanz durchzog. Die Himmlische Sophia entwickelte sich auch abwärts über die dritte Hierarchie in ihrer Qualität als Schöpferin des Daseins. Das Sonnensystem, die Naturphänomene und die Menschen – all das hat die Himmlische Sophia erschaffen, die aus Engeln, Erzengeln, Archai, Urgewalten, Mächten und Herrschaften besteht.

Es gibt keinen Staat auf der Welt, dessen Hauptstadt etwas mehr als der Name unserer Hauptstadt bedeutet – Sofia bzw. Sophia, die Weisheit Gottes. Früher hieß Oslo Christiania, allerdings wurde die Stadt nicht nach Christus, sondern nach dem König Christian IV. benannt. Es ist sehr wichtig, dass jeder Mensch, insbesondere jeder Bulgare, nicht einfach etwas von der Himmlische Sophia gehört hat, sondern ihren Namen mit Inhalt und Verständnis erfüllt. Es ist nicht nur notwendig, das Leben der heiligen Märtyrerin Sophia und ihrer drei Töchter Vjara, Nadeschda und Lyubov  (bzw. Fides, Spes und Caritas) zu kennen, sondern auch zu wissen, was der Name ‚Himmlische Sophia‘ bedeutet und die drei christlichen Tugenden zu kennen, die in der fünften, sechsten und siebten Kulturepoche die Menschenseele verändern werden.

Nachdem Christus die Elohimsphäre durch das Skorpion-Tor verlassen und durch den Steinbock die Mondensphäre durchquert hatte, trat Er in die Erdensphäre ein und war nun für die Eingeweihten aus allen Enden der Welt zugänglich. Einige von ihnen kannten Ihn als Osiris, andere – als Baldur, wieder andere – als Appolo usw. In der zweiten nachatlantischen Kulturepoche von 5067 bis 2907 v.Chr. empfingen die Menschen vom Herunterstieg Christi durch das Palladium, das Licht, Leben und Liebe darstellt, nur das erste Element – das Licht. Deshalb wurde in Persien über Ormuzd – den Gott des Lichtes und Ahriman – den Gott der Dunkelheit gesprochen. Ein solches Erlebnis hatten wir alle in der damaligen Zeit. In der dritten Kulturepoche von 2907-747 v.Chr. begannen wir, Christus als unser Erlebnis zu verinnerlichen und die Sonne als die Lebensquelle zu spüren. Aus dieser Zeit stammen die Sonnengottheiten Re/Ra in Ägypten, Appolo in Griechenland, Zagreus bei den Thrakern u.a. Erst in der vierten Kulturepoche, die bis zum Jahr 1413 n.Chr. dauerte, schritt die Verinnerlichung Christi im Menschen fort. Vom rein natürlichen Erleben durch die Leiber gingen wir zu einem inneren Erleben durch die Seelenstufen über, um später zum Ich-Selbstbewusstwerden zu kommen und die Verbindung zu unseren drei geistigen Wesengliedern zu suchen.

Wir wollen einmal kurz darauf eingehen, was der Mensch darstellt, um uns Kenntnisse über sein Seelenleben zu verschaffen. Wir haben drei Leiber – einen physischen Leib und den Äther- und Astralleib. Zwischen dem physischen und ätherischen Leib entfaltet sich das, was wir als ‚Denken‘ bezeichnen. Zwischen dem Äther- und Astralleib entfaltet sich das, was wir ‚Gefühl‘ nennen und zwischen dem Astralleib und dem ich ist der Wille. Am wachsten sind wir im Denken und eigentlich kann man uns als ‚Kopfmenschen‘ bezeichnen. Im Fühlen ist alles neblig wie im Traum und im Willen schlafen wir tief. Über beide haben wir keine reale Vorstellung. Vom Kopf abwärts wirken die Götter und all unsere Ahs und Ohs, die ganze Nachahmung bewusst manifestierten Willens, sind eine völlige Illusion. Wir werden noch in bewusster Weise in die Sphäre der Gefühle und in die Sphäre des Willens einzudringen haben. Wenn wir uns vor den Kleinen Hüter der Schwelle stellen und unsere niedere Natur sehen, begreifen wir, worum es geht. Vor ca. zehn Jahren hatte ich ein solches Erlebnis, bei dem man wirklich einen Herzschlag erleiden, seine Vernunft verlieren oder sogar sterben kann. Es ist hilfreich, selbst wenn man sich für anständig und ordentlich hält, auch etwas über das eigene Innere zu erfahren, das uns normalerweise völlig unbekannt bleibt. Erst dann bekommt unsere Selbstwahrnehmung eine reale Grundlage bekommen und wir können objektiv unseren Platz in der Spiritualität einschätzen.

Christus stieg immer tiefer herunter und die Verinnerlichung im Menschen schritt voran. Die Wahrnehmung des Christus als äußeres Licht vertiefte sich zu Seiner Wahrnehmung als Lebensquelle und schließlich zur Wahrnehmung als Quelle der Liebe. In der Zeitenwende trafen sich die beiden großen Strömungen der Hirten und Weisen und es begann das große Wunder der Erschaffung des siebten Wesengliedes der Himmlischen Sophia. Ich werde eine Zeichnung verwenden, die der verstorbene Sergej Prokofieff benutzt hat, um den Prozess zu veranschaulichen.

Bis zum Äon des alten Mondes wurde die Wesenheit Himmlische Sophia aus sechs Wesensgliedern ausgebildet – Engeln, Erzengeln, Archai, Urgewalten, Mächten und Herrschaften. Damit diese Wesenheit vollendet ist, muss sie sieben Wesensglieder haben. Deshalb begann sich im Erdenäon und in unserer Zeit, in der wir sogar auf das konkrete Jahr hinweisen können, das siebte Wesensglied der Himmlischen Sophia auszubilden, das „Anthropos-Sophia“ heißt. Warum musste diese Wesenheit erschaffen werden?

Die Mitglieder der Himmlischen Sophia aus den Hierarchien sind in den übersinnlichen Welten – in der Mondensphäre und der Sonnensphäre und die Herrschaften streifen auch die Sternensphären. Damit sich die Wesenheit Himmlische Sophia in das Menschentum verkörpern kann, muss sie durch den Menschen gehen. Diese Wesenheit besitzt eine solche Macht – sie hat ja das Sonnensystem erschaffen -, dass ihre Inkarnation in einen Menschen schwer vorstellbar ist. Der Mensch würde augenblicklich sein Ich und seine Seele verlieren. Folglich musste diese Verkörperung in anderer Art erfolgen. Nachdem die Hauptaufgabe der Himmlischen Sophia während mehrerer Äonen in der Erschaffung der Natur bestanden hatte, musste sie sich in den Menschen inkarnieren. Doch nicht auf dem physischen Plan, sondern seelisch, auf dem Astralplan. Durch den Menschen musste sie gehen und ihn zur Individualisierung seiner übersinnlichen geistigen Wesensglieder, zu seinen Manas, Buddhi und Atma führen.

innere-sonne

Ungefähr um das Jahr 2100 v.Chr., als Abraham aus Ur Chaldäisch berufen wurde, sein Volk ins Gelobte Land zu führen, begann die Ausbildung eines übersinnlichen Wesens –  Anthropos-Sophia – das einem unsichtbaren Menschen ähnelt. Die Anthropos-Sophia existiert heute und es ist für jeden Menschen der Erde von außerordentlicher Wichtigkeit, eine direkte Beziehung zu ihr herzustellen.  Das geschieht, indem man diesem Wesen erlaubt, sich in einen seelisch, auf dem Astralplan zu verkörpern.

Ich möchte auf die Frage eingehen, wie die Anthropos-Sophia erschaffen wurde, durch welche Perioden unsere Parallelentwicklung mit ihr verläuft, und wie die heutige Situation ist. Das Jahr 2100 v.Chr. ist für mich allerdings umstritten, da ich der Meinung bin, dass Abraham ca. 1800 Jahre v.Chr. berufen wurde. Doch in diesem Fall ist es wichtig, dass zwischen 2100 v.Chr. und dem nullten Jahr drei Perioden von jeweils 700 Jahren existieren. In diesen drei Perioden wurde der übersinnliche Leib der Anthropos-Sophia erschaffen. Er besteht aus einem physischen Leib einem  Äther- und einem Astralleib und hat etwas Spezifisches. Wenn ein Mensch zur Welt kommt, entwickelt sich vom 1. bis zum 7. Jahr sein physischer Leib am stärksten, während in den nächsten Perioden das Wachstum langsamer wird. Zwischen dem 7. und 14. Jahr erhält der Mensch seinen Ätherleib und von 14-21 Jahren –  seinen Astralleib. Die Wesenheit Anthropos-Sophia brauchte 700 und nicht 7 Jahre, um ihren physischen Leib aufzubauen, für den Aufbau der nächsten zwei Leiber waren noch zweimal 700 Jahren notwendig. Es liegt also ein Verhältnis von 1:700 vor im Vergleich zum Menschen. Der Durchmesser der Erde ist auch 100-mal kleiner ist als der Durchmesser der Sonne – rein äußerlich betrachtet, denn auf der Sonne gibt es keine physische Materie. Die Wesenheit Anthropos-Sophia lebt und baut ihre drei Leiber aus, die dreifache Seele und den dreifachen Geist. Das geschieht nach dem alten Sonnengesetz, das in den Erdenäon übertragen wurde. Nach diesem Gesetz entsprechen einem Erdenjahr 100 Himmelsjahre. Diese Wesenheit ist ein übersinnlicher Mensch, der von Raum und Zeit unabhängig ist und sich in der Astralwelt nach einem anderen, dem Sonnengesetz entwickelt. Darin unterscheidet sie sich von uns Menschen, die wir uns nach dem Erdengesetz entwickeln und von Raum und Materie abhängig sind. In dieser Zeit entwickelten sich die beiden Strömungen der Hirteн und Weisen, die von der Himmlischen Sophia hervorgebracht wurden, um die Menschheit auf die Ankunft Christi vorzubereiten. Vor Abrahams Erscheinung schuf die Himmlischen Sophia sowohl unsere Leiber, als auch die Natur, danach hatte sie das Bewusstsein des Menschen auszubauen und es zu verinnerlichen. Auf diese Weise sollten die Menschen vorbereitet werden, um sich das größte Mysterium des ganzen Zyklus – der Ankunft Christi und Seiner Menschwerdung -, bewusst anzueignen. Nichts auf der Welt hat einen Sinn, wenn es nicht zu unserem inneren Eigentum geworden ist. Christus, der Meister Beinsa Douno, Steiner, die Himmlische Sophia – all das klingt völlig abstrakt, wenn man nicht den richtigen Weg zum Verständnis findet. Der Sinn der Existenz der Wesenheit Anthropos-Sophia besteht darin, dass sie zum Hauptführer der Menschheit auf dem Weg zu Christus wird.

Wie haben sich die beiden Strömungen entwickelt? Die Hirtenströmung vertritt das althebräische Volk dar und am Ende wurde sie durch die Hirten, die zu dem in der Krippe geborenen Jesuskind (zu der nathanischen Seele) gingen. Die Strömung der Weisen schließt die anderen Völker ein – die sog. Heiden. Sie werden durch die drei Weisen repräsentiert, die zum anderen Jesus-Kind gingen, das in Bethlehem geboren wurde.

Ich möchte kurz das Herangehen der Himmlischen Sophia bei der Arbeit mit beiden Strömungen veranschaulichen. Beim hebräischen Volk begann die Arbeit am Denken. Damals besaßen wir natürlich kein eigenes Denken. Abraham war der erste Mensch der Erde, dessen Gehirn so aufgebaut war, dass er gewahr wurde, dass es draußen in der Natur einen Gott gibt (ein Ich-bin), der im Menschen, auch ein Ich-bin, eine angemessene Entsprechung finden kann. Abraham bahnte den Weg der Menschheit zum Ich, darin besteht seine Größe. Er startete in Ur Chaldäisch und wurde zum Stammvater des gotterwählten Volkes. Das Seelenleben des Menschen besteht aus Denken, Fühlen und Wollen. Bei den alten Juden begann zuerst ein äußeres Erleben des Denkens, das sich zum Gefühl und zum inneren Erleben des Willens vertieft hat. Deshalb wurden ihnen die Zehn Gebote gegeben, die eine Unterordnung unter das Gesetz, unter den Willen verlangen. Bei ihnen war die Moral hoch, denn der Mensch ist im Willen moralisch, da dort die Götter wirken. Im Kopf, wo wir individuell sind, toben allerlei Teufel. Die hohe Moralität im althebräischen Volk bestand auf Kosten des fehlenden Verständnisses für den Charakter von Mensch und Natur.

Bei den Heiden begann die Entwicklung gegensätzlich – mit dem äußeren Erleben des Willens und verlief zum inneren Erleben des Denkens. Das, was wir heute als die verschiedenen alten Kulturen kennen, die hinter jedem Naturphänomen Gottheiten sahen, war eigentlich die direkte Wirkung des göttlichen Willens, der Himmlischen Sophia im Menschen und seinem Willen. Aber er trat äußerlich in Erscheinung. Deshalb waren die Menschen damals massenhaft Hellseher – etwas, was in unseren Gebieten weiterhin besteht. Wir haben den höchsten Anteil an Menschen mit extrasensorischen Fähigkeiten in der Bevölkerung. Der Prozess begann mit dem äußeren Erleben des Willens, was sich in den hellseherischen Blick ausdrückte, der hinter jeder Naturerscheinung den Geist sah, und entwickelte sich zum inneren Erleben des Denkens. Im alten Griechenland beherrschten diejenigen, die am Anfang des philosophischen Denkens standen, das Denken, aber sie waren unmoralisch. Alle Menschen aus den Heidenvölkern waren unmoralisch, aber sie waren Menschen der Vernunft und hatten ein Verständnis für Vieles. Das war genau das Gegenteil des althebräischen Volkes, dessen Hauptaufgabe darin bestand, durch ein inneres Erleben des Willens eine Entwicklungsetappe zum Abschluss zu bringen und den Leib für Gott zu schaffen. Dagegen sollte die Strömung der Weisen später zum Denken und dem Aufbau eines Bewusstseins zum Verständnis des Mysteriums von Golgatha kommen. Nach Abschluss seiner Aufgabe brauchte das althebräische Volk laut Steiner keinen Staat, da dieser vom geistigen Standpunkt aus gegen seine Interessen gerichtet ist. Es musste sich unter alle restlichen Völker verbreiten. Die beiden Strömungen begegneten sich in der Zeitenwende, damit die Vereinigung der zwei Jesus-Kinder zustande kommen und der Leib gebildet werden konnte, in den Christus im 30. Jahr eintrat. In diesen 2100 Jahren baute sich die Wesenheit Anthropos-Sophia die drei Leiber aus. Sie sehen, dass im unteren Teil der Zeichnung über dieser Periode ‚Theo-Sophia‘, ‚Leib‘ und ‚Vater‘ steht. In diesen 2100 Jahren arbeitete die Himmlische Sophia als Theosophie am Menschen. Es gab einen direkten Eingriff des göttlichen Willens in das Menschenleben. Bis zum vierten Jahrhundert v.Chr. hatte niemand ein ausgebautes Denken, die Menschen lebten weiter mit dem dunklen Hellsehen. Aristoteles, der später als Thomas von Aquin und Rudolf Steiner inkarnierte, war der erste Mensch, der aus den übersinnlichen Erlebnissen der Menschen seine zehn Kategorien prägte, die das Fundament des heutigen Denkens bilden – Zeit, Ort, Quantität, Qualität, Substanz, Verhältnis, Handlung usw. Als er diese Kategorien prägte, waren sie für ihn lebendig, da hinter ihnen Wesenheiten stehen. Für den heutigen Menschen sind diese Begriffe völlig abstrakt und er hat keine Vorstellung, was hinter ihnen steht. Es gestaltete sich langsam der Übergang vom hellseherischen Erleben zu unserem heutigen abstrakten Denken, mit dem wir in keiner Weise eine Beziehung zur geistigen Welt herstellen können. Im Frühling 2015 haben wir drei Vorlesungen der Frage gewidmet, wie wir unser Denken wieder beleben können.

Die Wesenheit Anthropos-Sophia wurde 2100 Jahre alt (21 Jahre nach dem menschlichen Maß) in dem Moment, als Christus in Jesus bei der Taufe im Jordan eintrat. Dann hat Christus als der Vertreter der Trinität das Ich dieses Wesens durchströmt, das dadurch in seinem Wesentlichen geboren wurde. Wenn man die Elohim, die unsere Erzeuger sind, fragen würde, wann ein Mensch ein Ich ist, würden sie wahrscheinlich erwidern, dass ein Mensch zum ersten Mal „ich“ mit 21 Jahren sagen sollte. Nun hat sich die Entwicklung dermaßen beschleunigt, dass vier bis fünfjährige Kinder „ich“ sagen, mit 17 Jahren bereits eigene Internetimperien leiten und zu Milliardären werden. Das widerspricht jeglicher göttlicher Gesetze. Der Antichrist hat die Entwicklung der jungen Menschen so intensiviert, dass sie zu seiner leichten Beute werden und zukünftig mit großen emotionalen, gesundheitlichen und anderen Problemen konfrontiert werden. Aus diesem Grunde ist in den USA, die von Freimaurern gegründet wurden, der Alkoholkonsum für unter 21jährige verboten. Daneben bestehen weitere Einschränkungen, denn der Mensch ist bis zu seinem 21. Jahr noch im Kindesalter. Heutzutage haben viele der jungen Menschen in diesem Alter bereits ein verwüstetes inneres Leben, was zu einer Tragödie in den nächsten drei seelischen Perioden führen wird.

Nachdem Christus das Ich der Anthropos-Sophia durchdrang, sollte die gedankliche Vertiefung, die im Voraus bei Aristoteles eingesetzt hat, aber im Wesentlichen seit dem vierten Jahr n. Chr. entwickelt wurde, die drei seelischen Perioden dieser Wesenheit erfassen. Bis zum Jahr 700 v. Chr. formte die Anthropos-Sophia die Empfindungsseele und bis zum Jahr 2100 wird sie eine Bewusstseinsseele ausbauen. Danach wird sie zum Ausbau ihrer drei geistigen Wesensgliedern Manas, Buddhi und Atma übergehen. Diese Wesenheit schritt mit uns einher, um unser Seelenleben hinsichtlich des Denkens zu vertiefen, damit wir das Ereignis von Golgatha erfassen können.

Die Wesenheit Himmlische Sophia aber hatte in der Person ihres jüngsten Wesensgliedes Anthropos-Sophia nicht die Kraft, unserem inneren Leben zu einer solchen Vertiefung zu verhelfen, dass wir das Wesen des Wunders von Golgatha begreifen. Deshalb war die Ankunft des Christus-Ich notwendig. Dieses Ich hat sich in einer solchen Art mit der Menschenseele verbunden, die zum wahren Selbstbewusstwerden führte. Dazu war ein viel mächtigerer Impuls notwendig, der unsere Verstandesseele durchdringt, denn das ereignete sich in der Periode, in der wir unsere Verstandesseele ausbauten. Um ein Wesenglied von uns zu entwickeln, brauchen wir 2100 Jahre. Wir befinden uns nun in der Zeit der Bewusstseinsseele und die Ereignisse in Palästina fallen in die Zeit der Verstandesseele von 747 v.Chr. bis 1413 n.Chr. Bis zum Jahr 700 hat die Anthropos-Sophia ihre Empfindungsseele ausgebaut. Seitdem fielen zum ersten Mal die Perioden unserer Entwicklung mit ihrer Entwicklung zusammen. Bis zum Jahr 1400 formte sie ihre Verstandesseele und wir machten das Gleiche, bis zum Jahr 2100 fällt in diesen 700 Jahren ebenfalls die Entwicklung der Bewusstseinsseele mit ihrer Entwicklung zusammen.

Wir wollen nun auf die Ereignisse der Zeitenwende schauen und im Zusammenhang mit ihnen zwei neue Offenbarungen mitteilen, die in dieses Bild hineinpassen. Als Christus kam und in den Leib Jesu im 30. Jahr eintrat, schloss Er diesen Astralleib für allerlei luziferische Versuchungen ab. Die luziferischen Versuchungen, die in unsere Empfindungsseele hineinkrochen, waren die Hauptursachen für den Durst nach dem Irdischen, den wir empfanden, und für den nachfolgenden Sündenfall. Nur wenn man den luziferischen Versuchungen nicht erlaubt, in den Astralleib hineinzukriechen, kann man eine richtige Einstellung zur Himmlischen Sophia haben. Warum ist es so?

In einer grundlegenden Vorlesung über die Liebe sagte Steiner, dass aus den drei Weltprinzipien Liebe, Weisheit und Kraft, die Gott besitzt, Er die Weisheit mit Luzifer und die Kraft – mit Ahriman teilte. Die Liebe überließ Er dem Sohn. Wenn man den Astralleib für die luziferischen Einflüsse unempfänglich macht, ihn soz. „abriegeln“, kann man die Weisheit in der richtigen Art erwerben, die Luzifer delegiert worden ist. Christus besiegte den Tod auf Golgatha und damit sperrte Er den Einfluss Ahrimans auf den Ätherleib aus. Das erlaubt uns, die Unsterblichkeit zu berühren, indem wir eine Einweihung durchlaufen und für beide Welten sehend werden. Der Sinn der Einweihung besteht darin, bewusst für beide Welten mit unserem wachen Tagesbewusstsein zu sein.

Christus hat am Anfang seiner Mission den Einfluss Luzifers überwunden und am Ende ist Er auch mit Ahriman fertig geworden. Das sicherte uns die Möglichkeit, zwischen beiden zu balancieren. Aber Christus musste auch unser Ich stärken. In den drei Jahren verwandelte Er den Astralleib, Ätherleib und den physischen Leib Jesu jeweils in mikrokosmische Manas, Buddhi und Atma, was ein absolutes Wunder ist. Keiner wird das jemals wiederholen können. Bis zu den Ereignissen von Golgatha ging Christus über sieben besondere Einweihungsstufen. Die erste war die Fußwaschung beim Letzten Abendmahl, die ein Ausdruck der Demut des Willens darstellte. Danach kam die Geißelung als ein  Ausdruck der Gefühle, die beim Umgang mit den Menschen schweigen sollen. Es folgte die Aufsetzung der Dornenkrone als ein Symbol des menschlichen Übergangs vom lebendigen Umgang mit der geistigen Welt vor der Zeit Aristoteles‘ zum abstrakten Denken, das nur eine inhaltlose Hülle darstellt. Das sind drei spezifische Einweihungsstufen, die Christus im Leib Jesu durchlaufen hat und die Willen, Fühlen und Denken betreffen. Seitdem wird jeder Mensch, der zu seinem eigenen Golgatha sein Kreuz trägt, mikrokosmisch diesen Weg zurücklegen.

Wer war das Symbol dieser drei Stufen? Das war Simon von Cyrene. Wir wissen bereits, dass das der wieder inkarnierte Abraham war, der im 20. Jahrhundert als Dr. Georgi Mirkovitsch inkarnierte. Er ist der Vertreter des persönlichen Weges, den jeder zurücklegen muss. Das bedeutet nicht, dass uns Dornenkronen aufgesetzt werden. Unsere Dornenkrone ist das Denken, das heutzutage ein absolut wertloser Abfall ist. Alles, was uns täglich aus den Medien überschwemmt und aus diesem Denken resultiert, hat einen Nullwert.

Die vierte Stufe ist der Kreuzestod selbst. Danach taucht eine Person auf, die den Übergang vom Mikrokosmos, der bis zum Tod reicht, zum Makrokosmos nach dem Tod symbolisiert. Das ist der Übergang zur Grablegung, Auferstehung und Himmelfahrt. Dort tritt ein anderes Symbol in Erscheinung – Joseph von Arimathäa mit dem Gralskelch. Er ist der wieder geborene Skythianos, er kennt das Geheimnis des Leibes und Blutes. Nikodemus, der nur in das Geheimnis des Blutes eingeweiht war, hat ihm geholfen. Im Johannes-Evangelium wird der Kelch nicht erwähnt, nur das Durchbohren des Leibes Jesu durch die Lanze des römischen Kapitäns Longinus wird erwähnt. Longinus taucht in den Evangelien auch nicht auf und sie erwähnen auch nicht, aus welcher Wunde Joseph von Arimathäa das Blut im Kelch, der beim Letzten Abendmahl verwendet wurde, aufgefangen hat. Das erfahren wir aus der christlichen Legende, über die ich weiß, dass sie stimmt.

Als Christus gegeißelt wurde und die Dornenkrone aufgesetzt bekam, blutete Er und es rissen Fleischfetzen von seinen Leib ab. Wie Sie sich vielleicht erinnern, haben wir in der ersten Vorlesung nach der Anthroposophischen Konferenz über die stigmatisierte Anthroposophin Judith von Halle gesprochen, die Details aus ihrem Erleben des Mysteriums von Golgatha mitgeteilt hat. Prokofieff hat sich vor seinem Tod gegen sie erklärt. Nun befindet er sich in der geistigen Welt und hat eine andere Ansicht über Frau von Halle. Ich sage das, denn auf der Weihnachtsversammlung der bulgarischen Anthroposophen in Stara Zagora wurde in einem Vortrag über Prokofieffs Stellung zu dieser Stigmatikerin gehalten. Er hat jedoch seine Meinung bereits revidiert.

Wir wollen uns daran erinnern, was mit dem Geist der Weisheit, Jehova und Michael geschah, die eine direkte Beziehung zum Herabstieg Christi hatten. Bei der dritten Versuchung Christi im Garten Gethsemane – Sie wissen, dass es auch dort ähnlich wie beim Anfang Seiner Mission drei Versuchungen gab, die aber nirgendwo anders außer bei Judith von Halle erwähnt werden -, stieß Er nach der Versuchung einen Schrei aus. In diesem Moment wurde Jehova befreit, so dass er sich vom Mondengeist wieder in einen Sonnengeist verwandelte. Jehova erfüllte seine gigantische Aufgabe, die darin bestand, der führende Gruppengeist des jüdischen Volkes zu sein, damit Christus durch ihn und durch Michael sich diesem Volk offenbaren konnte. Bei den Heiden erfüllte Michael in der vorchristlichen Zeit die Rolle des Vertreters des Geistes der Weisheit und bei den Juden war er der Vertreter Jehovas. Das war die Aufgabe dieser Drei, die aus Michael, Jehova und dem Geist der Weisheit bestand. Ich habe mich bisher nicht gefragt, ob dieser Geist einen Namen hat. Der mächtigste der sieben Elohim Jehova wurde von seinem Mondendienst befreit, als Christus den Versuchungen im Garten Gethsemane standhielt, denn nach Golgatha durften die Menschen nie wieder Christus in einer reflektierten, mondischen Art wahrnehmen. Mit der Auferweckung des Lazarus-Johannes wurden die Mysterien nach außen gekehrt. Seit Pfingsten und seit dem Eintritt Christi in unser Ich sind jegliche nichtchristliche Einweihungen wie die östliche oder die Einweihung bei Castaneda völlig atavistisch. Solche Einweihungen besitzen keinen Wert und wirken gegen Christus. Es gibt niemanden mehr, der Christus mondisch zurückspiegelt, alles muss im wahren Licht geschehen. Der Umstand, dass damals Jehovas Aufgabe abgeschlossen war, stellt ein großes Geheimnis dar. Vom 20. Jahrhundert an ist er von der Elohimstufe zu der Dynamisstufe auf, damit er den Kampf gegen den Antichristen anführen kann, denn bei diesem Kampf wird Ahriman gerade als der Vertreter der zurückgebliebenen Mächte auftreten.

Wir wollen zum Augenblick zurückkehren, als Joseph von Arimathäa den Gralskelch zur Wunde hielt, die Longinus Christus mit der Lanze zwischen der vierten und fünften Rippe zufügte. Aus der Wunde flossen Blut und Wasser heraus. Jesus war in diesem Zeitpunkt bereits am Kreuz gestorben. Wenn man einen toten Leib durchsticht, fließt kein Blut, da das Ich herausgetreten ist, der Tote hat keinen Puls mehr. Aus dem Leib Jesu floss aber    Blut aus. Nach dem Brauch mussten die Knöchel der Gekreuzigten gebrochen werden, damit man ihren Tod feststellen konnte. Den zwei Schächern, die zu beiden Seiten Christi gekreuzigt waren, wurden die Knöchel gebrochen, Christus aber nicht, da die Prophezeiung erfüllt werden musste „ Er behütet alle seine Gebeine, dass nicht eins von ihnen zerbrochen wird“ (Psalm 34 Vers 21).

Was stellt die Lanze des Longinus dar? Wir kennen die Inkarnationskette Pinchas-Elias-Johannes der Täufer-Raffael-Novalis-Djado Wlajtscho. Wer war Pinchas? Er war der Neffe Moses‘ und Aarons Sohn und gehörte dem Priesterstamm der Leviten an. Die Leviten durften kein Blut vergießen, anderenfalls hätten sie verloren den Geistlichen-Status sofort verloren. Als Moses das Volk Israel 40 Jahre lang durch die Wüste nach Kanaan führte, begann das Volk, so die Bibel, mit den Töchtern der Moabiter zu huren und am Baal-Kult teilzunehmen. Es drohte die Gefahr, dass im Strom der Vererbung die geistigen Keime des physischen Leibes verletzt würden, in den später Christus eintreten wollte. Moses erhielt den Befehl von Gott, dass alle Anführer getötet werden sollten und sagte zu den Richtern Israels, dass jeder seine Männer töten sollte, die den Baal-Kult betrieben. Als einer der Söhne Israels eine Midianiterin mitbrachte, nahm Pinchas eine Lanze, kam in ihr Schlafzimmer und erstach die beiden. Aber es floss kein Blut, denn Jehova bewirkte, dass die Leviten, die sich bei der Verteidigung seiner befehle als fleißig auszeichneten, nicht die Sünde des Mordes auf sich nahmen. Die 24000 Söhne Israels, die damals getötet wurden, bringen eine doppelte Gesetzmäßigkeit zum Ausdruck, die mit dem inneren Aufbau des physischen Leibes zusammenhängt. Jeder seiner zwölf Teile kann von den Kräften des Todes und des Bösen in zwei Richtungen erfasst werden – er kann luziferisiert oder ahrimanisiert werden. Die Rettung der spirituellen Kräfte im Strom der Vererbung durch Pinchas unter der Leitung der Wesenheit Jahve-Elohim ist die Beseitigung dieser zweimal zwölf Quellen des Verderbes unter dem Volk Israel. Laut der Sage befahl Pinchas, eine Lanze zu schmieden, die die Macht des Ich-bin-Gottes symbolisiert. Ob das die Lanze ist, mit der er die Sünder durchstochen hat oder die Lanze danach geschmiedet wurde, weiß ich nicht, aber sie verwandelte sich in eine Reichkleinodie. Diese Lanze schwang Josua Sohn des Nun vor den Mauern Jerichos, als die Stadt erobert wurde. Diese Lanze warf der König Saul zweimal gegen David, als er ihn verdächtigte, dass David ihm den Thron wegnehmen wollte. Doch Gott war beide Male mit David. Mit dieser Lanze, die die Pharisäer zum Hügel Golgatha mitnahmen, hat Longinus Christus durchstochen. Wie Sie sehen, ist Longinus keine zufällige Person. Ich weiß noch nicht, wer er in seinen früheren Inkarnationen war, aber ich weiß, wer er danach war. Aus der Wunde, die diese Lanze verursachte, flossen Blut und Wasser, das Wasser als das Symbol der Himmlischen Sophia und das Blut – als das Symbol des Ich.

Dort waren beide vereint und diese Synthese zwischen Christus und Sophia übertrug sich auf den Gralskelch, mit dem das große Mysterium des esoterischen Christentums begann. Jemand musste diese Wunde zufügen, unter die Joseph von Arimathäa den Kelch gehalten hat. Longinus ist eine besondere Persönlichkeit, die wahrscheinlich eine stärkere Beziehung zu Christus hat als zu Sophia und den Bodhisattvas. Nun wollen wir uns auf die Insel St. Helena versetzen, die sich im Süden des Atlantischen Ozeans, etwa 2800 km westlich von Angola befindet. Dorthin wurde Napoleon in den letzten Jahren seines Lebens von 1815 bis 1821 verbannt. Er wurde von einer Gefolgschaft von 27 Personen begleitet. Einmal soll er einen seiner Generäle gefragt haben, ob dieser jemals an Christus gedacht habe. Als der General die Frage verneinte, soll Napoleon folgende Worte gesagt haben: „Das, was mich erstaunt und mir die Göttlichkeit von Jesus Christus beweist, ist Sein Einfluss. Alexander, Cäsar, Karl der Große und ich haben große Reiche gegründet. Aber sie beruhen auf Gewalt. Christus gründete sein Reich auf Liebe… Welch ein mächtiger Abstand zwischen meinem tiefen Elend und dem ewigen Reich Christi, welches gepredigt, geliebt, gepriesen und über die ganze Erde ausgebreitet wird“.

Wenn wir das Lukas-Evangelium lesen, erfahren wir, dass der Himmel sich verdunkelte, der Vorhang im Tempel entzwei riss, Jesus starb und der Hauptmann, der alles beobachtet hatte, pries Gott und sagte: „Das war wirklich ein gerechter Mensch.“(Lu 23:47). Napoleon ist der wieder inkarnierte Longinus und dieses Erlebnis am Kreuz hat ihn so stark geprägt, dass er nach der Gründung seines Reiches zum Christus-Verständnis kam. Diese Individualität ist nun inkarniert, aber ich werde nichts mehr darüber sagen, außer dass sie nicht unter uns anwesend ist.

Hier werde ich etwas hinzufügen, zu dem mir eine Vorlesung des Theologiedoktors Konstantin Zlatev mit dem seltsamen Titel „Die Seelenverwandte Christi“ aus der vergangenen Woche den Anlass gibt. Seine Überlegungen leitet er aus einem Vortrag Beinsa Dounos mit dem Titel „Selbsterziehung“[1] her. Es geht um folgendes Zitat: „Eva war die Ursache der Kreuzigung Christi. Ihretwegen musste ihr Geliebter aus der göttlichen Welt heruntersteigen, sich verkörpern und leiden. Weiter werde ich nichts sagen. In der Zeit Christi war Eva auf der Erde und hat bitter geweint. Sie hat ihren Fehler eingesehen. Sie sagte: „Wie ich mich in meinen früheren Gedanken geirrt habe!“. Sie tat etwas ohne Liebe. Eva aß ohne Liebe. Denn, wenn es Liebe zu zwei (Menschen) gibt, ist das keine Liebe. Es gibt eine Liebe.“ Das Zitat geht weiter, aber Zlatev nimmt sich der Anfangsworte an, um sein Thema über die verwandte Seele des Christus zu entwickeln. Im Zitat ist nicht davon die Rede, dass Eva die verwandte Seele Christi ist, das ist absolut falsch, sondern es wird gesagt: „Ihretwegen musste ihr Geliebter aus der göttlichen Welt heruntersteigen, sich verkörpern und leiden“. Der Geliebte der Seele ist der Geist. Verwandte Seelen gibt es nur unter den Menschen, in der geistigen Welt existiert unter allen Wesenheiten der Begriff „verwandte Seele“ nicht. Das sage ich als eine Offenbarung aus dem letzten Monat.

Ich werde etwas vom Thema abschweifen, damit wir sehen, wo Konstantin Zlatev eventuell irregeleitet wurde, um zu einem solchen Schluss zu kommen, der seiner ganzen Vorlesung kein festes Fundament gibt. Ich weiß seine Arbeit in der „Weißen Bruderschaft“ sehr zu schätzen und freue mich über jeden, der etwas auf diesem Gebiet macht. Ich erlaube mir aber, auf seinen Fehler hinzuweisen, so wie ich ihn sehe. Ich selbst würde auch den Verweis auf meine eigenen Mängel und Fehler nicht als Beleidigung, sondern als einen Stimulus zur Klärung der Sache empfinden. Steiner hat gesagt, dass selbst der christliche Eingeweihte bei seinen Forschungen irregeführt werden kann, denn die geistige Welt ist nicht einfach. Deshalb darf man die Worte von niemandem für bare Münze nehmen, sondern man muss sie prüfen, soweit das möglich ist. Ich versuche auch das zu machen, egal wer was behauptet. Wenn wir über Seelenverwandtschaft sprechen, kann sich das nur um inkarnierte Menschenwesen auf der Erde beziehen.

Wer ist Eva, und hier möchte ich die Frage erweitern, wer ist Lilith? Nach Zlatevs Vorlesung gab es eine Frage nach Lilith, aber sie wurde nicht beantwortet. In der altjüdischen Sage wird über eine Frau berichtet, die Adam vor Eva hatte. In der Astrologie kennt man Lilith als den Schwarzen Mond, jedoch hat bisher keiner auf die Frage geantwortet, was sie darstellt. Ich habe weder in der Anthroposophie, noch bei Beinsa Douno. Soweit ich beide Impulse kenne – etwas über sie gefunden. Wenn Konstantin Zlatev seine Überlegungen dahin entwickelt, dass Christus auf Erden ist und die Gottesmutter unter dem Kreuz das Bild Evas und Seine verwandte Seele ist, stimmt das nur bis zu einem gewissen Grade. Die Gottesmutter ist die Vertreterin der Himmlischen Sophia auf Erden. Christus als der Vertreter des Prinzips der Weisheit in der Trinität trat durch den Geist der Weisheit auf der alten Sonne ein. Die Wesenheit Himmlische Sophia ist ein Wesen der Weisheit. Christus stieg durch ein übersinnliches Wesen herunter, indem Er Weisheit auf Seinem Weg nach unten trug. Das bedeutet aber keineswegs, dass wir den Begriff „verwandte Seelen“ in Hinblick auf Christus und die Himmlische Sophia gebrauchen können – oben existiert so etwas nicht. Das ist nicht meine Überlegung oder meine Ansicht, sondern die Frucht einer Offenbarung. In seiner Vorlesung zitiert Zlatev Worte des Meisters, nach denen die Seelen paarweise aus dem Gott herausgekommen sind. Diese Paare sind die verwandten Seelen. Jede von ihnen hat unter ihren vielen Inkarnationen zwölf epochale Inkarnationen, in denen sie auf der Erde ihren verwandten Seelen begegnet. In der übrigen Zeit ist die eine Seele oben und die andere – unten. Wie kann man seine verwandte Seele wiedererkennen, denn das, was der Meister sagt, betrifft jeden von uns? Das, was wir über Longinus und Napoleon gesagt haben, ist sehr aufregend und am Ende der Vorlesung werden wir erfahren, warum solche Offenbarungen heute kommen können.

In meinem kleinen Buch „Der Code der Schöpfung“ wird in knapper Form auf die Genese der Welt eingegangen. Am Anfang der Bibel gibt es am Ende der 27. Strophe der „Genesis“ einen groben Übersetzungsfehler. Es steht „und schuf sie einen Mann und ein Weib“, wohingegen die richtige Übersetzung „ein Mann-Weib“ heißen müsste. Der Mensch war ein übersinnliches Wesen, das die beiden Prinzipien vereinte – das männliche und das weibliche. Da ist nicht von etwas Geschlechtlichem die Rede. Wenn in der Bibel über Adam und Eva, über Kain und Abel gesprochen wird, sind keine physischen Wesen auf dem Erdenplan gemeint. Erst wenn Seth erscheint, der den Platz des „getöteten“ Abels einnimmt und auch der Sohn Adams ist, geht es um einen Menschen, der sich von den ersten Menschen unterscheidet. Am Anfang waren wir selbstbefruchtende Wesen, in uns arbeitete die Himmlische Sophia – all das habe ich sehr geordnet im Buch beschrieben. Wer sich Klarheit über diese Frage verschaffen will, sollte es studieren. Damals ähnelte unsere Reproduktion dem, was bei einem Kopierer geschieht. Wir alle waren gleiche übersinnliche Wesen und brauchten die Geschlechterteilung nicht, zu der es in der lemurischen Zeit nach der Abtrennung des Mondes kam. Wir wissen, wie der Sündenfall in der Bibel beschrieben wird als die Versuchung Evas durch die Schlange (Luzifer) und das Eindringen luziferischer Wesen in unsere Empfindungsseele. Danach kommt der Absturz von Adam und Eva zum Irdischen bzw. die Vertreibung aus dem Paradies. Damals teilte sich das einheitliche Menschenwesen in zwei Geschlechter, damit es sich reproduzieren konnte. Eva symbolisiert die Frau, die Adam verführt, es folgt die Vertreibung aus dem Paradies durch den Cherub mit dem Feuerschwert, der in der altjüdischen Lehre Uriel heißt und bekanntlich ein Erzengel ist. In der Religion wird Eva als diejenige verflucht, die die Schuld am Sündenfall trägt. Daraus wird das Verbot hergeleitet, dass Frauen keine Priester sein dürfen und weiteren Restriktionen unterliegen.

Wir wissen bereits, dass die Jungfrau Sophia der wieder inkarnierte Salomo ist, der Sohn des Königs David. Bei der Vereinigung Davids und Bathsebas kam es zum Gewahrwerden des Geschlechtsaktes im Bewusstsein der Menschen. Alle vorherigen Vereinigungen zwischen einem Mann und einer Frau und das Erleben des Sexualaktes geschahen nicht im Bewusstsein, sondern im Geist, in der Himmlischen Sophia. Das erotische Erlebnis, das wir jetzt in unserem Bewusstsein haben, existierte damals nicht und der Geschlechtsakt war kein sinnliches Vergnügen, sondern diente lediglich den Zielen der Stammfortführung. Wir haben bereits darüber gesprochen, dass die Kamasutra-Stellungen, die in den alten Tempeln bildlich dargestellt wurden, aus einer Zeit stammen, in der durch sie kein sinnliches Vergnügen, sondern eine Möglichkeit der Vereinigung zwischen dem Mann und der Frau in der Himmlischen Sophia angestrebt wurde, die die besten Bedingungen zum Herabstieg und zur Entwicklung des zukünftigen Kindes sicherte. Wenn wir irgendwo nach dem Sinnbild des wahren Sündenfalls suchen müssen, der im persönlichen Bewusstsein des Menschen als Vergnügen abgebildet wird, so ist das David, der viele Frauen besaß, aber die einzige Frau des Hetithers Urija begehrte. Aus dieser Beziehung wurde Salomo geboren, der in der Zeitenwende als die Gottesmutter inkarnierte, die unter dem Golgatha-Kreuz zusammen mit Johannes stand. Sie ist wirklich die Vertreterin Evas, was aber nicht heißt, dass die Jungfrau Sophia, die Gottesmutter oder die gesündigte Eva verwandte Seelen desjenigen sind, der am Kreuz hing. Es kommt zu einer Vermischung des Göttlichen und Menschlichen, so dass sich hier keine eindeutigen Schlüsse ziehen lassen.

Unter dem Kreuz stand auch Johannes, der Vertreter des Christus-Prinzips. Wir können sagen, dass er die Lanze oder das Christus-Ich und die Jungfrau Sophia – den gereinigten Astralleib repräsentiert. Die Jungfrau Sophia ist die Mutter des salomonischen Jesus-Kindes, das nach Ägypten fliehen musste. Diese Frau hat viele Dramen erlebt – die Tötung der Jungen durch Herodes, das Exil in Ägypten usw., die zur Läuterung ihres Astralleibes führten. So konnte sie zur Vertreterin der Himmlischen Sophia unter dem Kreuz werden. Vorher wurde sie durch die Seele der anderen Maria, der Mutter des Jesus-Kindes aus der nathanischen Linie, durchzogen, als Christus zum Jordan ging. Dadurch wurde sie zur ersten Vertreterin der Himmlischen Sophia auf Erden, die seelisch so stark durchströmt wurde, dass sie sogar physisch zur Jungfrau wurde. Ich wiederhole Sachen, die wir mehrmals besprochen haben, um etwas über Lilith zu sagen. Unter diesem Namen wird diejenige verstanden, die die erste Frau Adams war, die aber dem Sündenfall nicht erlegen ist, sondern unabhängig und mit dem Göttlichen verbunden blieb. Später wurde sie fälschlicherweise mit diesen schwarzen astrologischen Kräften beladen. Jede Frau müsste sich die Frage stellen, ob Lilith nicht künstlich (d.h. absichtlich) mit ihrer schwarzen Färbung versehen wurde, denn sie bringt eher eine reine, vom Irdischen nicht belastete Göttlichkeit an den Tag. Gab es jemals eine solche Vertreterin dieser reinen Göttlichkeit auf Erden? Das ist Maria, die das Jesus-Kind (das Kind aus der Krippe) der nathanischen Linie zur Welt bringt. Als dieser Junge zur Welt kam, sprach er in der Ursprache der Menschheit, die sie vor dem Sündenfall hatte, als wir noch überhaupt keine Sprache kannten. Wie konnte dieses Kind eine Sprache sprechen, die überhaupt nicht gesprochen werden kann? Dieser Jesus ist die nathanische Seele in ihrer ersten und einzigen Inkarnation auf der Erde. Das ist auch die erste und einzige Inkarnation der lukanischen Maria. Deshalb wird sie nach ihrem frühen Tod sofort von den Kräften der Himmlischen Sophia durchzogen. Später durchdringt sie seelisch die andere Maria, die von einer 46jährigen Mutter mehrerer Kinder zu einer Jungfrau im physischen Sinne wird. Über Lilith können wir im Sinne von etwas absolut Reinem, Göttlichem und von der Sünde nicht Belastetem sprechen und das ist Maria, die Mutter des nathanischen Jesus.

Wir wollen zur Entwicklung der Wesenheit Anthropos-Sophia und zu unserer Entwicklung zurückkehren. Von der Zeit Golgathas bis zum Jahr 700 begann formte sie eine Empfindungsseele. Sie durchströmte alles, was auf dem irdischen Plan als religiöse Gefühle erlebt wurde, denn das Mysterium von Golgatha konnte nicht verstanden, sondern nur als religiöse Gefühle erlebt werden. Die theologische Literatur, die bis zum achten- neunten Jahrhundert verfasst wurde, war von diesem tiefen Gefühl erfüllt. Michael, der in der Golgatha-Zeit von der Sonne herunterschaute, sollte uns das Werkzeug zur gedanklichen Vertiefung in die Ereignisse von Golgatha und zur Verinnerlichung dieses Mysteriums geben. Deshalb schenkte er uns die kosmische Intelligenz. Gegen das achte bis neunte Jahrhundert traten die Anthropos-Sophia in die Periode der Entwicklung ihrer Verstandesseele ein, die mit der Entwicklungsperiode unserer Verstandesseele zusammenfiel. Die kosmische Intelligenz, die als Weltgedanken herunterströmte und von den höchsten Eingeweihten der Erde empfangen wurde, hatte nicht die Gedankenform, die vom Bewusstsein ergriffen werden konnten. Die Weltgedanken fielen in einen eigenartigen Kelch herunter, den die Anthropos-Sophia bildete und den Herunterstieg dieser Gedanken zu den Menschen vermittelte. Aber wir besaßen noch nicht die Fähigkeit, Gedanken aus uns selbst heraus hervorzubringen. Erst nach dem vierten Jahrhundert n.Chr. begann der Mensch, sich vorzustellen, dass die Gedanken von ihm selbst stammen. Deshalb können wir wahrhaftig über Philosophie erst nach dem vierten Jahrhundert n.Chr. sprechen und nicht in der Zeit der griechischen Philosophen. Aus diesem Grund befinden wir uns tatsächlich in der Periode der Philo-Sophia seit dem Golgatha. Erst dann begannen wir gern zu denken, im Unterschied zu früher, als der göttliche Wille direkt in uns als Gedanken wirkte. Es waren weitere 700 Jahre bis zum Jahr 140 notwendig, als für uns die Zeit der Bewusstseinsseele begann. Die Wesenheit Anthropos-Sophia begann auch mit dem Ausbau ihrer Bewusstseinsseele und sie arbeitet noch daran, um uns mit dem Inhalt der Himmlischen Sophia das Abendmahl zu reichen. Inzwischen griff die erste Hierarchie ein, die uns über die zweite die kosmische Intelligenz einbaute, damit wir sie benutzen können. Das Wesen mit einer in Entwicklung begriffenen Bewusstseinsseele Anthropos-Sophia hat uns den Kelch zur Kommunion unserer sich entwickelnden Bewusstseinsseele gereicht. Der Vorposten der sich entwickelnden Bewusstseinsseele wurden die Völker Mittel- und Westeuropas und wir fielen unter das türkische Joch und schienen auf dem äußeren Plan verschwunden zu sein.

Wir kommen zu unserer Zeit, obwohl das Jahr 2100 noch nicht gekommen ist. Die Wesenheit Anthropos-Sophia, die als Leib durch das althebräische Volk und als Seele durch uns ging und in uns verinnerlicht wurde, will aufwärts streben und ihre geistigen Wesensglieder entwickeln. Wenn es möglich ist, können wir diese auch parallel im Voraus entwickeln, aber vollständig werden sie erst in der sechsten Kulturepoche entwickelt werden. In diesem Sinne kann man über den Anfang des Wassermann-Zeitalters sprechen, den Beinsa Douno erwähnt hat. Ansonsten hat der Wassermann weder tierkreisastronomisch noch hierarchisch als Kulturepoche angefangen. Nachdem die Anthropos-Sophia durch unsere Seele gegangen ist, will sie aus uns herausgehen und dabei die Öffnung unseres Astralleibes als die Jungfrau Sophia bewirken, so dass die Entwicklung unseres ersten geistigen Wesengliedes beginnen kann. Diese Wesenheit arbeitet in uns, aber wir können sie nicht so verinnerlicht in uns fühlen, dass unser Astralleib zu einer Jungfrau-Sophia wird und wir das Manas entwickeln. Darin besteht das große Problem. Der erste Mensch auf Erden, der zum Gefäß der Wesenheit Anthropos-Sophia und zu ihrem Erdenvertreter wurde, ist Rudolf Steiner. Schon 1888 hat er den berühmten Satz geschrieben „Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen“. Er war der Erste, der in einer rechtmäßigen Art den Weg zur Verbindung mit der geistigen Welt bahnte. Wir haben in einer Vorlesung gesprochen, wie wir mit dem Denken zur geistigen Welt hinüberspringen können, um von dort Offenbarungen zu empfangen. Das ist heute der einzige rechtmäßige Weg in die geistigen Welten. Wenn der Wille sich in der Erkenntnis erhebt und die Erkenntnis mit dem Willen eingekleidet wird und sich in reines anschauendes Denken umwandelt, überschreitet dieses in einem bestimmten Augenblick die Schranke der sinnlichen Welt. Dann ergreift man die Idee in der Wirklichkeit der geistigen Welt von einem übersinnlichen Wesen. Die Idee wird ins Diesseits, in die sinnliche Welt, herübergeholt und kann mithilfe des vergeistigten Denkens gedeutet und der Welt dargebracht werden. Das ist der Kern der Anthroposophie und das möchte die Wesenheit Anthropos-Sophia in uns machen. Das bedeutet eine Inkarnation dieser Wesenheit in uns auf dem Seelenplan und das ist der große Anfang der Auferstehung der Himmlischen Sophia.

Wir wissen, dass sowohl über die Himmlische Sophia, als auch über Achamoth gesprochen wird. Was bedeutet das? Die Hirten spürten, dass Gott zur Welt gekommen ist und die Weisen sahen den Stern von Bethlehem und wussten, dass Gott zur Welt gekommen ist. Später verwandelten sich die Fähigkeiten der Hirten und Weisen in die geistlose Naturwissenschaft und die geistlose Astronomie – in etwas vollkommen Totes. Nun müssen diese wieder transformiert und evolutionsmäßig auferweckt werden als Fähigkeiten zum Hellsehen und Hellhören. Das bedeutet, dass die Bewusstseinsseele in eine imaginative umgewandelt wird, damit dann die Verstandesseele in eine inspirative umgewandelt wird, deren Frucht auch diese Offenbarungen sind. Schließlich müssen wir zum schwierigsten Part übergehen – zur Umwandlung der Empfindungsseele in eine intuitive. Rudolf Steiner verfügte über die Erkenntnisfähigkeiten jedes Menschen, aber mit seinen tiefen enzyklopädischen Interessen und Kenntnissen aus den Inkarnationen als Aristoteles und Thomas von Aquin, formulierte er sechs Jahre vor der Erscheinung der „Philosophie der Freiheit“ den oben zitierten Satz. Die „Philosophie der Freiheit“ entstammt nicht den Kräften, die er aus dem gemeinsam zurückgelegten Weg mit der Wesenheit Anthropos-Sophia und Michael in der übersinnlichen Welt erlangt hat, sondern aus den menschlichen reinen Erkenntniskräften. Die wahre Kommunion des Menschen ist nicht die Kommunion mit dem Brot und Wein, die als das Mysterium der Transsubstantiation existiert, sondern hier ist die Rede von der Wahrnehmung der Ideen, der Gedankenwesen. Das ist die neue Verbindungsart mit der geistigen Welt und darin liegt das Wesen der „Philosophie der Freiheit“. Steiner konnte das Buch aus den reinen Erkenntniskräften heraus schreiben, die jedem Menschen zur Verfügung stehen. Danach wurde er aus den Kräften, die dem Verständnis dieses Buches zugrunde liegen, der erste Mensch, der der Wesenheit Anthropos-Sophia erlaubte, sich auf dem Seelenplan in ihm zu inkarnieren und gemeinsam mit ihm und Michael den Weg der Ausstrahlung der Anthroposophie auf der Erde zurückzulegen. Alles, was wir als die großen anthroposophischen Bücher kennen, die Steiner gab, als die Wissenschaft vom wahren Wesen des Menschen, als die ganze Geisteswissenschaft, ist die Frucht dieses Satzes und der auf dessen Grund geschriebenen „Philosophie der Freiheit“, die grundsätzlich jeder Philosoph schreiben könnte, wenn er ein geistig orientiertes Denken besitzen würde.

Man muss sich zuerst mit der Wesenheit Anthropos-Sophia einarbeiten, danach zum Bodhisattva gelangen und zusammen werden sie zu Michael kommen, der das Sonnenantlitz Christi ist. Dann wird es kein Problem sein, Offenbarungen aus allen Daseinsstufen zu erhalten, die die Stimme Christi heute auf der Erde sind. Was bewirkt eigentlich die Anthropos-Sophia im Menschen? Zuerst gibt sie die wahre Synthese der Weisheit, die Michael in der übersinnlichen Schule vom 15. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts vorgenommen hat. Das war eine Synthese der ganzen vorhandenen Weisheit im Menschentum aus allen bereits vorhandenen Mysterien und Kulten, die als die reife Frucht des kosmischen Christentums über Rudolf Steiner herabstieg und im Licht des Mysteriums von Golgatha unternommen wurde. Natürlich gab Steiner nicht alles, was er wusste. Vor uns liegt auch ein gigantisches Feld, das wir bearbeiten können. Das erste, was wir von der Wesenheit Anthropos-Sophia erhalten, ist Licht im Bewusstsein. Das zweite ist, dass sie die Kräfte des Lebens und der Liebe in uns in Bewegung setzt. Schließlich zeigt sie uns, wie wir in einer inneren Art die Schranke zur übersinnlichen Welt überwinden können. Der Besitz des Palladiums, welches in den vorchristlichen Zeiten die Beziehung der Himmlischen Sophia zu Christus symbolisierte, gab die Kraft zur Ausstrahlung von kulturellen Impulsen auf die anderen Teile der Welt. Dieses Palladium metamorphosierte wie alles andere im Christus und wurde zur neuen Beziehung, die in Michael draußen auf der Sonne und in Christus in uns besteht.

Wie hat Steiner den Weg der Anthroposophie gebahnt und wie hat er versucht, zugunsten der ganzen Menschheit ein Gefäß zu schaffen zur Manifestation der Wesenheit Anthropos-Sophia und Michaels, der hinter ihm steht? Wie wir wissen, gehört Michael seit 1879 zu den Archai und kann bereits eine Beziehung zum Geistesmenschen des Christus haben, welcher auf der Sonne ist. Die wahren Herren der Sonne sind die Geister der Weisheit. Über diesen Geistesmenschen stieg Michael, der nach der Übergabe der kosmischen Intelligenz wie Christus herunterstieg, was bei Michael bis zum Jahr 1879 dauerte, durch die Jungfrau – das Gebiet der Geister der Weisheit – bis zum Wassermann – dem Gebiet der Engel. Er kann nicht bis zu den Fischen oder dem Gebiet des Menschen hinuntersteigen, da er sich nicht materialisieren kann. Kein anderes übersinnliches Wesen kann sich materialisieren. Deshalb sind das Mysterium der Menschwerdung Christi sowie die beiden rätselhaften Manifestationen des Bösen – Luzifers Inkarnation vor ca. 5000 Jahren und Ahrimans Inkarnation in der heutigen Zeit etwas Außerordentliches. Der Mensch hat sein Selbstbewusstsein vertieft, was darauf zurückzuführen ist, dass das Denken zu unserem inneren Besitz wurde und wir eigene Gedanken hervorzubringen begannen. Das, was wir jetzt als Bewusstsein besitzen, hat es in der Menschengeschichte bisher nie gegeben. Der heutige Einfluss der geistigen Wesen auf den Menschen erfolgt im Zustand der Verdichtung der Beziehung des Ich und der Seele mit den Leibern. Deshalb geschieht das Überwinden der Schranke zur übersinnlichen Welt nicht in einer natürlichen Art, wie in den vorchristlichen Zeiten, sondern durch das Ich und durch den Gedanken, die dem heutigen Menschen zur Verfügung stehen.

Steiner war der Wegbereiter, der die alten Mysterien erneuern und sie in einem neuen Licht entsprechend der neuen Menschenkonstitution präsentieren sollte. Wie weit ist er in seinen Anstrengungen gekommen? Diese Frage veranschaulicht das Problem der heutigen Menschheit. Wenn man die Anthroposophie behandelt – d.h. die Inkarnation der wesenhaften Anthropos-Sophia auf dem Seelenplan -, kann man drei Perioden auseinanderhalten. Die erste Periode umfasst die Zeit von 1902-1909, als Steiner innerhalb der Theosophischen Gesellschaft wirkte. Damals gab es eine Inkarnation auf dem Gedankenplan. Es folgte die Periode zwischen 1909 und 1916, in der die Inkarnation auf der Seelenstufe erfolgte und Steiner die Eurythmie gab. Schließlich kam die Periode, die bis zur Weihnachtstagung 1923 reichte und die Inkarnation auf dem sozialen Plan umfasste. Das sind die drei Perioden der Inkarnation der Anthroposophie auf dem Erdenplan, die einen Ausdruck im tatsächlich zurückgelegten Weg Steiners gemeinsam mit Michael finden. Wir können auch von einer Periode des Kopfes, der Gefühle und des Willens sprechen. Eine andere Kategorisierung könnte die Periode innerhalb der Theosophischen Gesellschaft als die Periode der östlichen Weisheit, die zweite als die Periode in Europa und die dritte als die unvollendete Periode kennzeichnen, da Steiner nach Amerika gehen wollte, um dort die Inkarnation des Anthroposophie-Impulses im Willen zu beenden.

Bei dieser globalen Betrachtung stellt man fest, dass Steiner das Werk an der Inkarnation der Wesenheit Anthropos-Sophia in seinem Willen nicht abgeschlossen hat. Der Brand, der das erste Goetheanum in Asche legte, ereignete sich in der Nacht des 31.12.1922.

Stellen wir uns vor, wie das Goetheanum verlischt. Steiner ist tief betrübt. Bereits nach dem Tag der Grundsteinlegung war er sehr finster, da er vielleicht schon damals die Zukunft sehen konnte. An Steiners Seite war Ita Wegman – der Mensch, mit dem er gemeinsame Inkarnationen seit 5000 Jahren hatte, die mit Enkidu und Gilgamesch begannen. Über die beiden können wir sagen, dass sie ein berühmtes seelenverwandtes Paar sind, ähnlich dem Paar Hiram – Salomo. Ita Wegman sah, dass Steiner niedergeschlagen war und empfand tiefes Mitgefühl mit ihm, denn in der Tiefe ihres Willens begann sich das Geheimnis ihrer eigenen Inkarnationen zu melden. Aus diesem starken Mitgefühl heraus sah sie, dass dieser Mann, der immer von vielen Menschen umgeben war, Tausenden geholfen und in seinem Leben soviel geleistet hatte, die andere in 20 Leben nicht schaffen können, vor den Ruinen absolut allein und von niemandem verstanden stand. Dieser Augenblick erinnert uns an die Einsamkeit, die Christus im Garten Gethsemane empfunden haben mag, als alle eingeschlafen waren und Er keine Hilfe von außen hatte. Dann stellte Wegman Steiner eine schicksalhafte Frage – die Parzival-Frage. Diese Frage kann jemand stellen, in dessen Astralleib intensives Mitgefühl mit einem anderen Menschen, mit einer Menschengruppe oder mit der Menschheit erweckt wird. Die Frage Ita Wegmans lautete, was mit der Erneuerung der Mysterien zu machen sei. Hier liegt der Schlüssel zu unserer ganzen heutigen Vorlesung. Was bedeutet die Erneuerung der Mysterien im 20. Jahrhundert?

Wir kennen die Mysterien des Altertums, die christlichen Mysterien, das Rosenkreuzertum und das Bogomilentum. Steiner wusste, was das bedeutete. Während des ganzen Jahres 1923 hielt er Vorträge und wollte sich zusammen mit etwa 40 seiner treuesten Menschen zurückziehen, da er nicht das Mitglied der Gesellschaft zum Aufbau des ersten Goetheanums war, obwohl er im Zentrum dieses Werkes stand. Er ist das Hauptgefäß zur Inkarnation der wesenhaften Anthropos-Sophia und die Anthroposophie ist die Frucht seines Weges mit Anthropos-Sophia und Michael. Im Oktober 1923 soll Ita Wegman die Befürchtung im Hinblick auf die Zukunft der Gesellschaft, wenn Steiner sie verlassen würde. Dann soll Steiner ihre Hand gedrückt und gesagt haben, dass er sich dazu entschließen würde, wenn sie ihm helfen würde. Es taucht die Frage auf, warum Steiner einen anderen Menschen brauchte. Beinsa Douno brauchte niemanden, aber er ist der Bodhisattva und ein Wesen einer anderen Ordnung, obwohl er der Menschenevolution angehört. Steiner, der durch seine Inkarnationen immer als Anführer geht, braucht einen anderen Menschen. In diesem Moment beginnt das Gewahrwerden bei Ita Wegman, dass sie zu einem karmischen Paar gehört. Steiner hat niemandem direkt die früheren Inkarnationen genannt, sondern sehr vorsichtig die Menschen darauf hingewiesen, damit sie allein darauf kommen und es in der richtigen Art erkennen und mit den Aufgaben des jeweiligen Lebens in Beziehung bringen. Es dürfen keinerlei Beleidigung oder gar Stolz entstehen, die aus vorhergehenden Inkarnationen resultieren. Wenn sich jemand auf seinen Lorbeeren ausruht, dann gerät er in eine Art Astralschlaf. Momentan gibt es eine berühmte Persönlichkeit der bulgarischen Geschichte, die sich in einem solchen Astralschlaf befindet. Ich sage keinem lebenden Menschen mehr, wer er war, aber über die Toten sollte man berichten, da die Inkarnationen in ihrem ganzen grandiosen Panorama beleuchtet werden müssen. Die Offenbarungen kommen, um bewusst gemacht und der Menschheit gegeben zu werden. So hat es Steiner gemacht, so mache ich es auch. Sophia gibt es und das Wort trägt es vor. Mit der Lanze und dem Kelch erhält man den Gral, so wird man selbst zum Gral. Das Hexagramm ist das Symbol des Grals, die Vereinigung der beiden Dreiecke der irdischen Weisheit (unten) und der Weltenweisheit (oben). Das Symbol stammt zwar aus dem menschlichen Geschlechtsleben, aber es hat auch einen anderen Sinn. Die Pflanze hat nur einen physischen und ätherischen Leib. Sie besitzt eine Blüte mit Blättern, einen Kelch und Staubblätter. Das Wort – Christus bzw. die Lanze in der Form des Sonnenstrahls steigt herunter, beleuchtet Sophia – den Kelch oder den Samen, aus dem danach die Frucht entsteht. Das ist der Gral bei seiner Wirkung und der Kelch ist absolut jungfräulich, denn die Pflanze hat keinen Astralleib, keine Leidenschaften. In seiner Bewusstseinsseele muss der Mensch zu einem solchen Kelch, zur Jungfrau Sophia werden. Über jeglichen Sympathien und Antipathien muss man stehen, reine Weisheit sein, die für Christus offen ist, damit die Lanze des Ich-bin durch den Heiligen Geist heruntersteigen kann und sich durch ihn im Menschen als Manas individualisiert. Das ist das höhere Ich, nicht jenes, das die individualisierte Ich-Substanz von den Elohim darstellt. Diese individualisierte Substanz ersetzt den Schatten, das Ego, das wir sonst für das Ich halten, erst dann können wir über die Bewusstseinsseele auch zum Manas kommen. Dieses Ziel verfolgt die Wesenheit Anthropos-Sophia, die schon jetzt und nicht erst ab 2100 zu ihrem ersten geistigen Wesensglied dem Manas übergeht. Wenn sie seelisch in einem Menschen inkarniert ist, und er den großen Übergang durch den Verstand trainiert, den Steiner erreicht hat, kann ein solcher Mensch schon im Voraus, vor der sechsten Kulturepoche an der Individualisierung des Manas wirken. Das ist die Probe für die sechste Kulturepoche und letztendlich für den künftigen geistigen Jupiter, wenn unser normales Bewusstsein das Manas sein wird und unser Ich ein niedrigeres Wesensglied sein wird. d.h. wir werden dann das Engelbewusstsein haben. Wir befinden uns nun in einem Schlüsselmoment, wenn es vom Menschen abhängt, die bewusste Wahl zu treffen und die Mission der Anthropos-Sophia zu retten. Das ist der Augenblick, in dem wir die Mission des Michael, des Christus retten sollen, kurz – die Mission des ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus und der drei Zyklen zusammen. Es wird erwartet, dass wir das Geschilderte in dieser Inkarnation zusammen mit einer bestimmten Gruppe aus Menschen machen. Wenn das nicht erreicht wird, ist es schlecht um uns bestellt, wenn der Antichrist uns entgegenstehen wird. Davon hängt es ab, wie wir mit ihm fertig werden und nach welchen Regeln die Menschenevolution weitergehen wird. Die Begegnung mit dem Antichristen ist zum Scheitern verurteilt, wenn wir ihm nur mit der trivialen Spiritualität entgegentreten. Das ist die große Herausforderung heute, und nicht die Frage, ob uns die Türkei überfallen wird oder ob es einen Konflikt zwischen Amerika und China geben wird. Das sind Details und die wahre Herausforderung ist die Begegnung mit dem Antichristen. Steiner hatte die Aufgabe, die Mysterien zu erneuern, damit jeder auf eine neue Art in sie eintreten kann. In den alten Mysterien beschäftigte sich jeder individuell mit sich selbst unter der Führung eines Meisters. Keiner interessierte sich für die Erfahrungen des anderen und jeder überwand allein die Grenze, die ihn von der geistigen Welt trennte. Der Meister hatte die absolute Autorität inne und sein Ich ersetzte unter Umständen das fehlende oder schwache Schüler-Ich. In den ersten christlichen Mysterien nach dem Golgatha wurden die Meister zu Mentoren und in den Rosenkreuzer-Mysterien – zu Freunden, die den freien Willen der Schüler nicht verletzten. Es gab eine Transformation des Meister-Schüler-Verhältnisses. Nun geschieht etwas völlig anderes. Natürlich sollte die Beziehung zwischen Meister und Schüler nicht die frühere sein, es darf sogar kein Lehrer auf dem äußeren Plan vorhanden sein. Steiner war ein solcher äußerer Lehrer, aber was machte er? Bei der Frage, die Ita Wegman an Steiner stellte und der darauffolgenden Antwort wurde ein Schritt gemacht, und zwar nicht zum individuellen Weg der alten Mysterien, sondern zum Sozialen, zur Einbeziehung weiterer Menschen. Deshalb gründete Steiner 1923 eine Gesellschaft, die dreigliedrig geplant war und zu einem Gefäß für die Anthropos-Sophia werden sollte, über das Michael wirken kann. Nicht Steiner persönlich sollte dieses Gefäß sein, sondern die Gesellschaft, was unendlich schwierig ist.

Wie sah die durch Steiner geplante Dreigliederung dieser Gesellschaft aus? Zuerst war die Anthroposophische Gesellschaft selbst da und jeder durfte ihr Mitglied werden. Sie stellte einen Ideenbund von Mitstreitern dar, die sich frei in verschiedenen Interessengruppen vereinen konnten. Der Vorstand bestand ursprünglich aus drei Männern und drei Frauen – das männliche und weibliche Prinzip waren gleichmäßig vertreten. Die Bewusstseinsseele besitzt einen männlichen und einen weiblichen Aspekt. Ein männlicher Aspekt liegt etwa vor, wenn ich jetzt rede und mein Gedanke tätig ist. Bei Ihnen sollte sich – wenn Sie mir aufmerksam zuhören -, das Denken vorübergehend zurückziehen, Sie sollten in das Gefühl eintauchen und wahrnehmen – das ist das weibliche Prinzip. Es gibt Sprechen und Zuhören. Die Bewusstseinsseele ist zweifach. Man muss sowohl sprechen als auch zuhören können. Beim Umgang miteinander sollten, wenn der eine spricht, beim anderen die Sympathien und Antipathien erlöschen und er sollte versuchen zu prüfen, wie das Gesagte auf ihn wirkt. Danach sollte der erste Gesprächspartner schweigen und dasjenige aufnehmen, was der andere zu sagen hat. Die Selbsteinweihung kann mindestens paarweise geschehen, am besten jedoch in einer Gruppe. Das wahre Verständnis der Frage, warum das Schicksal uns zu einem bestimmten Menschen hingeführt hat und das Erwachen des Willens, in dem die karmische Bilanz steckt, kommt zustande, wenn die Menschen auf diese soziale Art miteinander kommunizieren. Dann kann es sein, wenn der Sprechende wirklich vergeistigt und auf das Wesentliche konzentriert spricht, dass man sich im anderen wiedererkennt oder der andere kann in uns sich selbst wiedererkennen. Alle Offenbarungen, die uns bisher gegeben worden sind, kamen nach dem Willen des Heiligen Geistes. Keiner kann der geistigen Welt anordnen, ihm etwas zu geben. Die Offenbarungen kommen, wenn man reif ist, um sie zu empfangen und zu verstehen. Sie kommen immer überraschend, aus der Zukunft, aus der geistigen Zeit. Das Wiedererkennungszeichen der Wahrhaftigkeit einer Offenbarung ist es, dass sie uns erhebt und unheimlich berührt. Bei Offenbarungen von den „bösen“ Geistern gibt es immer ein Element, das dem Ego schmeichelt, eine Nuance der Anordnung und Beraubung der Freiheit in einer oder anderen Art. Die Offenbarung der „guten“ Geister kommt über das Ich, über die Menschenseele. Sie geht durch den Astralleib und es kommt zu einer Erweiterung der Seele, die im Astralleib lebt. Von dort wird sie dem Ätherleib eingeprägt und dieses Erlebnis des Geistes ist unlöschbar. Das besiegelt die tatsächliche, wahre okkulte Erfahrung. Im Augenblick, in dem das geschieht, ist man für eine oder zwei Sekunden lebendig und das ist das wahre Leben. In der übrigen Zeit gilt man nur als lebendig. Wenn man ein ganzes Leben betrachtet, kann es sich erweisen, dass jemand nicht mal eine Sekunde lang lebendig gewesen ist.

Nach der Gründung der Gesellschaft ermunterte Steiner die Mitglieder, ihre Erfahrungen in der Gruppe zu teilen. Er wurde von jungen Menschen gefragt, was sie miteinander teilen sollten, da sie keine Erfahrungen hätten. Darauf erwiderte Steiner, dass der Mensch täglich Dutzende von okkulten Erfahrungen hat, die er gar nicht bemerkt. Das wahre Leben des Geistes ist in der Praxis und jeder, der sich ihr entziehen will, befindet sich auf einem schiefen Weg. Es gibt Menschen, die sich nur mit „spirituellen“ Fragen befassen möchten, und nach ihrer Auffassung sollen ihre Mitmenschen arbeiten und sie ernähren. So geht es nicht. Man muss tief unter den Menschen sein. In den Begegnungen mit ihnen wird man zahlreiche Erfahrungen haben, in denen Fähigkeiten erweckt werden können, etwa die Einsicht in das Karma. Wenn man begreift, wer vor einem steht, verleiht dieses Wissen dem Umgang mit dieser Person einen ganz neuen Sinn. Die Offenlegung vergangener Inkarnationen wird nur Menschen gegeben, die die jeweiligen Prüfungen bestanden haben. Nichts von dem, was eröffnet wird, soll das Selbstwertgefühl beeinflussen, sondern der Mensch muss die reale Vorstellung haben, warum ihm das eröffnet wird. Nur so können auch die karmisch verbundenen Gemeinschaften gegründet und bewusst gemacht werden. Bei der Weihnachtstagung legte Steiner in die Herzen der Anwesenden den dodekaedrischen Grundstein der Liebe hinein, damit sie eine karmische Gemeinschaft bilden. Zum großen Bedauern begriff keiner außer Steiner und vielleicht Ita Wegman, was damals passierte. Wenn eine solche Gruppeneinweihung nicht bewusst erkannt wird, entfesselt das dunkle Mächte. Danach ist Steiner, der auf sich Karma beladen hatte, krank geworden. Es wird behauptet, dass er vergiftet wurde, denn die Widersachermächte konnten nicht teilnahmslos mit ansehen, wie ein Werk von Weltbedeutung erledigt wird.

Wie gesagt, war die Gesellschaft als dreigliedrig geplant. Sie selbst sollte das erste Element als ein Ideenbund mit vollkommener Freiheit sein, das vom Vorstand, der aus drei Männern und drei Frauen als Vertreter der Bewusstseinsseele bestand, nicht kommandiert und Anordnungen erhalten werden durfte. Jeder trägt beide Elemente in sich und es ist wünschenswert, dass man sowohl das männliche, als auch das weibliche Prinzip zum Ausdruck bringen kann. Das zweite Element ist die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft. Das ist das Gebiet, auf dem der reale Kontakt zur geistigen Welt hergestellt wird. Die Schule sollte in drei Klassen unterteilt werden, wobei die erste Klasse viele Teilnehmer haben konnte, die zweite – 36 und die dritte – 12. Die dritte Klasse sollte ausgewählt und persönlich von Steiner geleitet werden, die zweite Klasse sollte Maria Steiner leiten und die erste – Ita Wegman. Doch die Dinge haben sich nicht wie geplant entwickelt und es hat nur eine Klasse eine Zeitlang existiert. Nach Steiners Tod hat der Vorstand Ita Wegman nicht erlaubt, diese Klasse zu leiten. Die bösen Mächte haben sich in der Gesellschaft entfesselt und alles ging schief. Steiner hat nur 19 okkulte Lektionen gegeben, die in der Hochschule für Geisteswissenschaft ausgearbeitet werden sollten und damit endete alles. Während des ganzen Jahres 1924 bis zum Abbruch der Vorträge im September lebte Steiner in einer qualitativ neuen Anthroposophie im Vergleich zu der Anthroposophie zur Weihnachtstagung war. Nach dem Opfer auf der Weihnachtstagung wurde ein Appell an die geistige Welt gerichtet zur Gründung einer Gesellschaft, einer Höheren Schule und eines Wirtschafsteils ähnlich dem dreigliedrigen sozialen Organismus. Lediglich der letzte Teil durfte verwaltet werden. Die ersten zwei Teile sollten nichts mit den traditionellen Organisationen zu tun haben. Beinsa Douno wollte auch keine Organisation gründen. Alles, was danach als die Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ entstanden ist, resultiert aus der oberflächlichen Einsicht seiner Schüler. Deshalb ist es unverzüglich unter die Attacke Ahrimans geraten. So entstand die infantile Spiritualität, die heute hervorgebracht wird. Nachdem Steiner krank geworden war, beriefen die Anthroposophen im Februar eine Versammlung, die das bereits angenommene Statut ersetzte, welches die Regeln enthielt, nach denen die Gesellschaft funktionieren sollte. Diese Regeln waren der geistigen Welt entnommen. Steiner unterschrieb das neue Statut, da er sah, in welche Richtung sich die Dinge entwickelten. Die Gesellschaft wurde im März 1925 mit dem neuen Statut registriert und sie hat von da an nichts Gemeinsames mehr mit der bei der Weihnachtstagung gegründeten Gesellschaft. Zwischen 1925 und 2002, als wieder ein neues Statut nach ahrimanischen Regeln zusammengestellt wurde, und bis in unsere Tage hinein, existiert der Weihnachtsimpuls nicht mehr. Von der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft existiert nur die äußere Klasse und diese wird von Menschen geleitet, in denen die Wesenheit Anthropos-Sophia nicht inkarniert ist und die in keiner Weise irgendeine Offenbarung berühren können. Mit seinem Tod schloss Steiner die neuen Mysterien, deren Wesen im Folgenden besteht: Im Unterschied zum Altertum, wo jeder Schüler für sich allein war, geschieht alles in den neuen Mysterien in der Gruppe. Wenn Gruppen entstehen, werden sie zu Gefäßen der Wesenheit Anthropos-Sophia, die durch diese Gruppen arbeitet. Das, was wir hier seit Jahren praktizieren, stellt die Erneuerung der neuen Mysterien dar, aber darauf werde ich etwas später eingehen.

Maria Steiner sagte, dass der Weihnachtsimpuls weiterexistiert, aber unerreichbar geworden ist. Ita Wegman sagte ihrerseits, dass jeder, der möchte, einen Zugang zum Weihnachtsimpuls erhalten kann. Da sehen wir zwei entgegengesetzte Gesichtspunkte. Maria Steiner scheint aufgegeben zu haben. Nach Steiners Tod kam es zur ersten großen Auseinandersetzung zwischen den beiden über die Frage, wohin die Urne mit seinen Überresten beigesetzt werden soll. In den nächsten zehn Jahren wurden aus der Gesellschaft Ita Wegman, die Astrologin Elisabeth Vreede ausgeschlossen, die Dämonen tobten und die Gesellschaft konnte unmöglich zum Gruppengefäß der Anthropos-Sophia werden. Ähnlich ist es um die ganze Menschheit bestellt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich der menschliche Ätherleib geringfügig zu lockern und sich vom physischen Leib zu trennen und die Menschheit wurde zum Gruppeneingeweihten. Dieser Gruppeneingeweihte begann übersinnliche Erfahrungen zu haben und die Schranke zur übersinnlichen Welt zu überwinden, ohne dies zu begreifen. Aber wenn eine Einweihung unbewusst erfolgt, werden nicht die Tore zum Paradies bzw. zur geistigen Welt geöffnet, sondern zur Hölle. Deshalb folgten die Oktoberrevolution, die Pest des Kommunismus und die Pest des Faschismus – der Zweite Weltkrieg. Die Menschheit erwies sich als unfähig zur kollektiven Einweihung. Sie hat gegenwärtig gar keine Ahnung davon, dass sie ein Gruppeneingeweihter ist. Das gilt auch für die Anthroposophische Gesellschaft. Ich werde zwei Beispiele für falsche spirituelle Erfahrungen zitieren.

Albert Steffen, der zum Vorsitzenden der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft nach Steiner wurde, soll gesagt haben, dass er eine Imagination hatte, nach der Steiner der neue Hüter des Grals sei. Bereits 2005 hatte ich in der Vorlesung Die drei Steine hervorgehoben, dass dem nicht so ist. Alles, was Steiner machte, trägt einen Gralscharakter und ich will ihn überhaupt nicht unterschätzen. Jedoch ist Steffens Imagination falsch, was ich in dieser Vorlesung argumentiert habe. Eine andere Erfahrung hatte eine Gräfin.

Als die Theosophie ihren Lauf nahm, fand sie guten Boden im höhergestellten Teil der Gesellschaft, in den Kreisen der Wirtschaftselite und des Adels. Deshalb ist es kein Wunder, dass Steiner später viel mit solchen Menschen verkehrte. Die Gräfin von Keyserlingk hatte ein Erlebnis im Augenblick der Einäscherung Steiners und behauptete, dass ihr Steiner neun Sätze gesagt habe. Später hat ihr Sohn diese Sätze aufgeschrieben und sie wurden in einem Buch veröffentlicht. Wir wollen hören, was Steiner gesagt haben soll. Ich werde die Sätze langsam vorlesen, Sie mögen darauf achten, was für Gefühle die Sätze in ihnen hervorrufen.

  1. „Meine Mission ist beendet.
  2. “Was ich der Reife der Menschen geben konnte, das habe ich ihnen gegeben.“
  1. „Ich gehe fort, denn ich fand keine Ohren, die hinter dem Wort das Geistwort vernehmen konnten.“
  2. “ Ich gehe fort, denn ich fand keine Augen, die hinter den Erdenbildern die Geistesbilder erschauen konnten.“
  3. “Ich gehe fort, weil ich keine Menschen fand, die meinen Willen verwirklichen konnten.“
  4. „Die Mysterien bleiben verhüllt, bis ich wiederkomme.“
  5. „Ich werde wiederkommen und die Mysterien enthüllen, dann, wenn es mir gelungen sein wird, in Geisteswelten einen Altar, eine Kultstätte für die Menschenseelen, zu begründen. Dann komme ich wieder. Dann werde ich fortfahren, die Mysterien zu enthüllen.“
  6. „Die sind schuld an meinem Tode, die die Herzenskultur unterbunden haben.“
  7. „Wären die Menschen durch ihre Herzen in die Tiefe gedrungen, sie hätten die Kraft gefunden, den Aufgaben der Zeit zu genügen.“[2]

Man merkt aus einem Kilometer Entfernung, dass diese Sätze nicht von Steiner, sondern von einem dunklen Geist diktiert wurden. Ich sage das in einer kategorischen Art, denn ich weiß nicht, inwieweit sie unseren Anthroposophen bekannt sind, aber bekannte westliche Anthroposophen, etwa Harrie Salman, glauben an ihre Authentizität. Nie würde ein christlicher Eingeweihter so etwas wie den fünften Satz sagen. Die ersten vier „Belehrungen“ sind im luziferischen Stil geschrieben, im fünften hat man den Eindruck, dass sich ein asurischer Geist meldet, denn dort wird die größte Gewalt über den Willen ausgeübt und die restlichen vier Sätze sind ahrimanisch. Wie stark schwächt es den menschlichen Willen, auf die Ankunft Steiners zu warten! Viele der Anthroposophen leben in dieser Erwartung. Wie wollen sie ihn wohl wiedererkennen? Als ich auf der Konferenz sagte, dass Steiner und Ita Wegman jetzt inkarniert sind, habe ich nur Hohn geerntet. Aber ich sage noch, dass die beiden nicht zur Erneuerung der Mysterien gekommen sind, sondern diesmal für etwas anderes. Als Steiner die Mysterien erneuerte, wollte er, dass in sie das soziale Prinzip eingeht, indem er die Bildung von Gruppen anregte, die zum Gefäß für die Wesenheit Anthropos-Sophia werden, hinter der Michael steht. Dagegen gerieten sich die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft in die Haare und begannen einander auszuschließen – der absolute Alptraum!

Es gibt einen enormen Unterschied zwischen dem alten Einweihungsweg, als jeder unter der Führung eines Lehrers individuell einen Weg bestieg und dem neuen, bei dem es keinen äußeren Lehrer gibt und man in der Gruppe den Einweihungsweg zurücklegt. Früher konnte der Lehrer sehen, welche Seele reif für die Einweihung war. Jetzt ist es viel schwieriger, da der äußere Lehrer fehlt. Steiner hat nicht mehr zu denjenigen gesprochen, die neugierig waren, ihre früheren Inkarnationen zu erfahren. Er begann, über die karmischen Beziehungen nach seinem Opfer bei der Weihnachtstagung und der Gründung der Gesellschaft zu sprechen, die zum Gefäß für Anthropos-Sophia werden sollte. Die geistige Welt hat reagiert und begann, ihm die karmischen Ketten zu offenbaren. Neun Monate arbeitete Steiner mit einer anderen Anthroposophie. Das, was wir hier als eine Synthese zwischen den Impulsen Steiners und Beinsa Dounos machen, ist die neue Eröffnung der Mysterien. Nur vereinzelte Anthroposophen konnten sich sporadisch mit dem Weihnachtsimpuls verbinden, was zu bestimmten Leistungen geführt hat.  Prokofieff und Bondarew entwickelten und gaben der Anthroposophie sehr viel, aber das war keine neue Eröffnung der Mysterien. Prokofieff hatte auch gehofft, dass sein Lehrer Steiner wieder erscheinen würde. Als er sich bewusst entschloss, sich dem Werk zu widmen, wollte er als Erstes eine bewusste Verbindung zu Rudolf Steiner haben. Ich will eine solche Verbindung nicht, denn sie stellt nicht die Eröffnung der neuen Mysterien dar.

Warum kam Beinsa Douno? Neulich hat mich eine Vorlesung von Christo Madscharov in Staunen versetzt. Die „gesunden“ Kräfte kommen periodisch zusammen und er trägt ihnen etwas vor. Diese Vorlesung gibt es im Internet, sie dauert etwa 50 Minuten und ist der Inkarnation Beinsa Dounos in Petar Danov gewidmet. Wie Sie wissen, wird in den Kreisen der „Weißen Bruderschaft“ weiterhin vom „Lehrer Petar Danov“ gesprochen. Zumindest weiß Madscharov, dass Beinsa Douno und Petar Danov verschiedene Sachen sind. Ich war neugierig, was er über die Inkorporation des Bodhisattva in Petar Danov sagen würde. Selbstverständlich gab es keine großen Überraschungen. Fast die ganze Vorlesung war seinen spirituellen Reisen gewidmet – wo er war und was er alles besichtigt hat. Erst zum Ende gab es fünf Minuten, die das Thema im Wesentlichen behandelten. Das war eine neue Fassung der Ereignisse, die uns bekannt sind. Wir wissen, dass am 07.03.1897 im Dorf Tetovo bei Rousse im Gasthaus der Bodhisattva Beinsa Douno in den Körper von Petar Danov eintrat. Petar Danov ist eine Inkarnation des Boris I. des Täufers. Madscharov hat wohl gehört oder gelesen, was ich über diese Inkarnation gesagt habe, weil er hinzufügte, dass zwischen der Geburt Petar Danovs und der Taufe seitens Boris‘ genau 1000 Jahre vergangen sind. Er lancierte aber die Version, dass die Inkarnation Beinsa Dounos im Alter von 19 Jahren geschehen sei. In letzter Zeit ist es unter denjenigen, die auf die alte bulgarische Geschichte und den Tangrismus zurückschauen, zur Mode geworden, Boris I. dafür zu kritisieren, dass er die alten Kulte beseitigt hat. Diese Personen verstehen weder von Geschichte noch von Spiritualität etwas. Ich kann sehr lange und sehr zornig über diese Frage reden, aber das ist nicht unser Thema jetzt. Nach der Einarbeitung in die Leiber Petar Danovs eröffnete Beinsa Douno 1922 eine Schule und Steiner eröffnete seine Schule 1923. Es ist interessant, wieso die beiden um die gleiche Zeit zwei Schulen auf der Erde aufmachten. Wenn Steiner die Mysterien erneuert, stellt sich die Frage, was dann Beinsa Douno macht?

Wir können sagen, dass bei ihm auch eine Erneuerung besteht. Er lehrt die Menschen, wie sie nach dem manichäischen Prinzip leben sollen – dass der Gedanke zum Zentrum des Willens wird, woraus gute Taten entstehen. Bei Steiner wirkt das Rosenkreuzer-Prinzip – der Wille erhebt sich und wird zur Peripherie des Denkens, es folgt ein Übergang zur geistigen Welt, wo die Ideen erfasst werden. Wenn wir diese zwei Prinzipien kreuzen, ergibt das die große Alchimie der beiden Impulse. Das ist der Heilige Impuls, über den ich rede und über dessen Ankunft Steiner sprach. Warum kam aber Beinsa Douno? War es wegen der Eröffnung einer Schule und um den Menschen das Leben in der Bruderschaft beizubringen, also etwas in der Art einer sozialen Einweihung? Steiner hatte das Gleiche vor. Einerseits gehört das Soziale zur Einweihung, andererseits kommt die Einweihung in das Soziale ein. Es kommt zu einer gegenseitigen Durchdringung des inneren und äußeren Lebens. Es ist klar, dass das Einweihungsprinzip in das Leben der Menschheit, in die verschiedenen Wissenschaften eingehen soll, damit wir die gigantischen Aufgaben erfüllen, die vor uns stehen und verstehen, dass alles vom Christus durchzogen ist und eine Erscheinung dieses Geistes im Inneren des Menschen und im Kosmos draußen darstellt. Beinsa Douno arbeitete an der neunen Eröffnung der manichäischen Mysterien und er hatte einen andern Ausgangspunkt und verfolgte ein anderes Ziel. Das war jedoch  nicht seine Hauptaufgabe. Seine Hauptaufgabe bestand in der Teilnahme am Mysterium, das 1936 sich ereignet hat. Warum?

Es gab zwei große Fragen, die die zwei großen Strömungen der Menschheit, die Hirten und die Weisen, lösen sollen. Mit Seiner Ankunft besiegte Christus den Tod und löste die Frage des Todes und mit ihrer Erscheinung lösten die beiden Jesus-Kinder die Frage der übersinnlichen Geburt Gottes. Die Frage nach dem Bösen blieb aber ungelöst. Das Böse drang sich aber in den Vordergrund. Die Zeit des Versprechens Christus gegenüber Petrus „Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen“ (Matth. 16:18) ist vorbei, nachdem vom 19. Jahrhundert an die Menschheit zum unbewussten kollektiven Eingeweihten wird und die Pforten der Hölle geöffnet wurden. Es wäre gut, wenn die Popen der Orthodoxen Kirche Einsicht in diese Dinge hätten. Der Mensch muss gleichzeitig Eingeweihter und Priester sein, um die Ideen aus der geistigen Welt empfangen zu können und die Rolle des Priesters in dieser Welt zu spielen. Nach dem Zweiten Golgatha vom Ende des 19. Jahrhunderts, bei der Christus mit dem Ätherleib in der Astralwelt die materialistischen Gedanken der Menschheit annihilierte, welche im Laufe von fünf Jahrhunderten in der geistigen Welt, die der Erde am nächsten liegt, aufgehäuft worden waren. Danach musste Christus noch tiefer hinuntersteigen und das geschah im Lichtäther. Es gibt bekanntlich den Wärme-, Licht-, Ton- und Lebensäther. Bisher haben wir keinen Zugang zu den beiden höchsten Ätherarten, sondern können mit den niederen zwei arbeiten, weshalb diese Ätherarten durch unsere Technologien vollkommen ahrimanisiert sind. Das hat einen direkten Einfluss auf die Ätherleiber der Menschen, deshalb werden die Kinder immer lebensunfähiger geboren. Früher hatten die bulgarischen Frauen zehn Kinder und arbeiteten den ganzen Tag lang auf dem Feld und die Männer haben solche unglaublichen Leistungen erbracht, zu denen der heutige Mensch überhaupt nicht tauglich ist. Was unserem Zeitgenossen fehlt, ist die Aufladung im Ätherleib, denn er hat kein Verständnis für Christus und weiß nicht, dass er Ihn bereits in seinem Inneren suchen soll. In der Vorlesung Die Bodhisattvas  habe ich beschrieben, wie Beinsa Douno zu einer Art Brücke wurde, auf die Christus zum ersten Mal über ein Menschenwesen 1936 in den Rachen des Tieres hinunterstieg, d.h. in unseren Willen oder in die übersinnliche Welt, die der physischen Welt am nächsten ist – in den Wärmeäther.

Beinsa Douno war der erste Mensch, der mehrmals inkarnierte und bewusst zu einer Leiter für Christus wurde. Wir wissen, dass die Mission dieses Bodhisattva 5000 Jahre lang sein wird. In dieser Zeit durchläuft er 50 Erdeninkarnationen. Das ist der große Beitrag Beinsa Dounos, auf den er schon seit der Zeitenwende vorbereitet wurde, als er als die Tochter des Jaïrus einen persönlichen Kontakt zum Christus hatte. Jeder, der damals einen direkten Zugang zu Christus hatte, hat danach eine gigantische Evolution erfahren. Aus dem Opfer von 1936 sind neue Kräfte in der Menschenseele hervorgegangen, die für das Entgegentreten des Bösen und den Übergang zum dritten Gebot  („Das Böse zur Arbeit für das Gute einspannen“) notwendig sind. Seitdem wird die Gebundenheit der Bodhisattva-Mission an die Menschheit auch durch sein persönliches Opfer im christlichen Sinne besiegelt. Dieses Opfer gehört der höchsten Ordnung an, da der Bodhisattva der Hauptvertreter Christi auf der Erde ist. Nach Steiner ist der größte Märtyrer unter den Menschen Christian Rosenkreutz, der mit dem Karma der Menschheit beladen wurde. Ich vertrete die Meinung, dass zu einem anderen Märtyrer, wenn auch einer anderen Ordnung gehörend, auch der Meister nach 1936 wurde, der das Karma der Menschheit auf sich nahm. Als er sprach, haben ihn die Menschen in seinem Umfeld nicht verstanden. Es gibt wenige Ausnahmen, wie etwa Bojan Boev, der die Anthroposophie kannte. Die anderen Zuhörer spürten seine Größe, denn seine Aura wirkte auf ihre Ätherleiber, aber sie verstanden ihn nicht und hatten nicht das Bewusstsein, ihm die wichtigen Fragen zu stellen. Stattdessen haben sie ihn oft mit Belanglosigkeiten beschäftigt, wie auch Steiner mit Belanglosigkeiten beschäftigt wurde. Es gab niemanden, der tiefergehende Fragen stellen konnte. Der Meister eröffnete seine Schule, machte sein großes manichäisches Opfer, schloss die Schule mit seinem Tod 1944 und seither haben seine Nachfolger die heutigen kläglichen Ergebnisse erzielt. Steiner kam, übernahm das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft, machte eine Schule auf und mit seinem Tod wurden die Mysterien wieder geschlossen. Wann werden die Mysterien wieder eröffnet?

Wenn beide Impulse sich als ein individueller Ich-Akt im Menschen vereinigen – etwas, was bei mir im Oktober 2000 begann, als ich im Saal der Gemeinde Varna die erste der sieben Vorlesungen vorgetragen habe. Das ist die Erneuerung der Anthroposophie, von der Steiner sprach. Ihre Wiederbelebung kann nicht nur im Rahmen der Anthroposophie selbst stattfinden, denn sie muss eine Beziehung zu den Kräften des Guten eingehen, die zur Lebzeit Steiners noch nicht da waren und die Beinsa Douno ausstrahlen musste. Mit dem Blick auf Steiner und Beinsa Douno und wenn man die Bedeutung ihres Werkes kennt, kann der Mensch nicht nur Wissen, sondern auch starke Kräfte in seinem Herzen besitzen. Dann wird der Weg für Michael gebahnt, denn das Ziel der Wesenheit Anthropos-Sophia und des Bodhisattva ist es, uns zu Michael zu führen. Michael ist das wahre Antlitz Christi im Kosmos und in uns. Die Synthese der beiden Impulse führt dazu, dass Michael über diesen Menschen arbeiten kann. Michael gehört zu den Archai. Er kann die übersinnlichen Teile des physischen Menschenleibes erreichen, d.h. das Phantom. Dort sind die Geheimnisse der Menscheninkarnationen verborgen. Das Praktizieren dieser Synthese führte bei mir zu all diesen Offenbarungen, die mit den karmischen Ketten zusammenhängen. Wenn ich eine Parallele zum Leben Steiners ziehen darf, so habe ich in den ersten sieben Jahren die 28 Vorlesungen gehalten, nach denen ich deutlich gespürt habe, dass etwas zu Ende ging. Diese Zeit kann ich mit der Zeit Steiners in der Theosophischen Gesellschaft vergleichen. Danach haben wir eine Gruppe gebildet, wir gingen auch zum Weinberg der Weißen Bruderschaft, wo wir, an der Ausbildung der Tugenden mitgewirkt haben. Das können wir mit der Inkarnation im Gefühl der Wesenheit Anthropos-Sophia in der zweiten Periode Steiners vergleichen. In der dritten Periode, die gerade angefangen hat, steht das persönliche Opfer bevor, die jeder von uns darbringen soll. Sie sehen, wie unsere Gemeinschaft hier zum Gefäß Michaels für die neuen Mysterien werden kann. Der Heilige Impuls als eine Synthese der beiden Impulse bahnt den Weg Michaels durch den Verstand und das Herz zum Willen. Dieser Weg geht durch den Astralleib, in dem wir mit unserem persönlichen Gemütsleben eingeschlossen sind und wo wir allein das Ego und die persönlichen Mängel überwinden sollen. Weiter geht der Weg durch den Ätherleib, wo das Nationale ist und die Konfrontation zwischen den Völkern liegt, die viel schrecklicher sind als unsere persönlichen Schwächen. Zum Schluss geht er durch den physischen Leib, wo die Konfrontation aufgrund des Rassenprinzips liegt. Michael möchte, dass im Menschen die Sympathien und Antipathien im Astralleib aufhören, dass der Nationalhass im Ätherleib und der Rassenhass im physischen Leib aufhören. Dann kann der Geist durch den Menschen wirken und man wird zum Gefäß Michaels und zur Verbindung zwischen Christus auf der Sonne mit der Christus-Sonne in uns. Das ist ja unser Thema, Christus als die innere Sonne. Nachdem die Menschen jahrhundertelang über die Sonnensubstanz gesprochen haben, die von oben nach unten wirkt, werden sie nun laut Steiner lernen, über die innere Sonne zu sprechen, über Licht, Liebe und Leben, die von innen kommen. Diese innere Sonne ist Christus, der durch Michael in uns arbeitet. Michael ist das Licht, das von der Himmlischen Sophia kommt und Christus ist die Liebe, die in unserem Inneren wirkt. Dann erscheinen das Licht und die Wärme im Menschen. Wenn ich mich länger mit jemandem unterhalte, der wirklich vom Gehörten berührt wird, entsteht bei ihm Licht im Bewusstsein und Wärme im Gefühl. Das zeigt die Verbindung zwischen Michael und Christus. Das ist das kosmische Eisen, aus dem Michael sein Schwert schmiedet und das wir in unserem Blut haben. Seine Rolle in uns besteht darin, das Ich mit unserem physischen Leib zu verbinden. Wenn das Manas zu unserem wesentlichen Ich wird, wird es auch mit dem physischen Leib durch dieses Eisen verbunden sein. Wenn die Anthropos-Sophia in jemandem wirkt, erfolgt eine Art Rückkehr des Palladiums zu ihm und es wird eine Verbindung hergestellt zwischen dem kosmischen Eisen und dem Eisen im Blut, in dem nach Pfingsten auch Christus anwesend ist. Alles, was als Impuls von Christus ausgestrahlt wurde, trat an Pfingsten in das Ich und in die Seele des Menschen ein. Das ist der Meilenstein der neuen Einweihung.

Seitdem liegen veränderte Verhältnisse in der Trinität vor und sie lebt in uns in einer grundlegend anderen Art. Die Synthese der beiden Impulse ermöglicht eine neue Erscheinung dieser neuen Beziehung der drei Hypostasen untereinander. Die Synthese gibt Michael die Möglichkeit, ungehindert herunterzusteigen. Beinsa Douno sagte, dass der Geist nicht wirksam ist, wenn man Unklarheit im Kopf, Unreinheit im Herzen und Schwäche im Willen hat.

Das erste Hindernis ist die Unklarheit im Kopf. Die Götter wollen zuerst wissen, ob der Mensch Verständnis aufbringt. Erst dann kann er – vorausgesetzt er überwindet sein Ego – zum Gefäß der Götter werden, damit sie über ihn arbeiten. Das bedeutet es, im michaelischen Sinne heute auf der Erde zu arbeiten. Das verstehen die Anthroposophen nicht und daher ist auch ihr Zugang zu Michael verwehrt. Sie können in keiner Weise zu seinem Gefäß werden, weil sie nicht über die Kräfte zum Entgegentreten dem Bösen verfügen, die dem großen Opfer Beinsa Dounos im Jahr 1936 entspringen. Aus diesem Grund wurde mein Auftritt vor der Welt mit der Aufdeckung der Identität des Bodhisattva im Sommer 2000 eingeleitet. Danach wurde alles aufgeschlossen, was folgte. Die Anthroposophie allein kann keine Wiedergeburt erleben, es kann keine Erneuerung der Mysterien geben, die geschlossen bleiben werden. Wenn man die Synthese praktiziert, sucht man Mitstreiter und kann von der Position des Wissens und der Moral, die man erreicht hat, die ganze Palette der Emotionen aufnehmen, die man in den Menschen hervorruft. In meiner ersten Periode, die mit dem Denken zusammenhing, war ich sehr emotional. In der Periode der Gefühle durchlief ich einige Prüfungen, wobei ich mir bewusst bin, welche Prüfung aus welchem Grund bestanden werden sollte. Damit ich fortschreiten kann, sind weitere und viel unterschiedlichere Prüfungen notwendig. Dort muss das Ego vollständig ausgewrungen werden. Wenn jeder von uns tiefer in sich hineingeht, wird er Millionen Formen seines Egos vorfinden, deren Existenz er nicht geahnt hat. Das Verständnis unter den Menschen soll auf der Grundlage der Weisheit erfolgen. Laut Beinsa Douno wird der ewige Frieden in Sofia abgeschlossen werden, was „in der Weisheit“ bedeutet. Die heutige Menschheit kann nicht Frieden schließen, weil ihr die Weisheit fehlt. Sie kann das, was ich sage, überhaupt nicht verstehen. Ich weiß, was geschieht, wo der Ausweg ist und weise auf diesen Ausweg von verschiedenen Gesichtspunkten, aber es gibt keine Ohren, die das hören wollen. Ich hoffe, dass diese Vorlesung von mindestens 500 Zuschauern gesehen wird, von denen vielleicht zehn in der Tiefe verstehen würden, was ich sage. Glauben Sie mir, das wird ein Riesenerfolg sein! Nicht die millionenhaften Klicks jeder Schwachsinnigkeit im Internet haben einen Wert, sondern das Verständnis dieser zehn Menschen. Die Beziehung zu Michael und Christus ist schicksalhaft für den Menschen. Ich habe noch viel Stoff über das Thema in meinem Kopf, aber da die Zeit sehr vorgerückt ist, werde ich das zusammenfassen.

Gegen Mitte der atlantischen Zeit ging vor dem geistigen Auge der großen Eingeweihten in den Orakeln das übersinnliche Bild der Frau auf, die in Sonne gekleidet war und neun Sterne über sich und den Mond und den siebenköpfigen Drachen unter ihren Füßen hatte. Die Sonne in ihr ist das Manas, das das höhere Ich mitbringen wird. Die wesenhafte Anthropos-Sophia durchlief die Stufen des Leibes und der Seele, nun ist sie auf der Stufe des Geistes und sucht nach Gefäßen unter den vernünftigen Menschen. Dieses Wesen durchläuft eine Inkarnation auf dem übersinnlichen Plan, damit sie die Menschheit auf die Begegnung mit der Himmlischen Sophia vorbereiten kann – mit der in Sonne eingekleideten Frau, die in vielen Aspekten wichtig ist. Einer von ihnen ist die Erde, die eines Tages zur Sonne werden wird. Im Augenblick, in dem Longinus mit der heiligen Lanze die Rippen Christi durchstach und aus ihnen Blut und Wasser flossen, war das nicht nur der Beginn der Gralsmysterien, sondern auch der Beginn der Verwandlung der Erde in eine Sonne. Von den Menschen hängt es ab, ob sie das ätherische Christus-Blut mit der Ätherisierung ihres eigenen Blutes in Richtung vom Herzen zur Epiphyse in einen einheitlichen Strom verbinden und dadurch selbst die Erde in Sonne verwandeln, indem sie zu Trägern der Sonne werden. Nach dem Krieg aller gegen alle wird die Erde den Mond wieder aufnehmen. Viel später werden sich beide in den übersinnlichen Welten wieder mit der Sonne verbinden. Für diese zukünftige Vereinigung der Erde mit der Sonne inkarnierte die Wesenheit Anthropos-Sophia.

In uns lebt die innere Sonne. Ich werde Beinsa Dounos Worte zitieren, die ich früher erwähnen wollte, aber an das Ende passen sie sogar besser: „Der große Moment ist derjenige, wenn der Aufgang der äußeren Sonne mit dem Aufgang der inneren Sonne zusammenfällt. Das ist der wahre Aufgang der Sonne. Der Aufgang der Sonne im Inneren ist noch nicht erreicht“.[3]

Was meint der Meister damit? Es gibt eine äußere Sonne, deren Aufgang von den Menschen empfangen wird. Von der Sonne, von den Wesen, die die Sonne bewohnen – Elohim, Mächte und Herrschaften – kommen Licht, Leben und Liebe und wirken auch in uns. Michael hat eine Beziehung zum höchsten übersinnlichen Wesensglied Christi – dem Geistesmenschen auf der Sonne. Als Urengel besitzt Michael den mikrokosmischen Geistesmenschen – etwas, was wir erst auf dem Vulkan erreichen werden. Nachdem Michael bis zur Stufe des Wassermannes heruntergestiegen ist, kann er durch die Anthropos-Sophia, die sich im Menschen inkarniert, ihnen Mysterien eröffnen, die von der ersten Hierarchie und der dreifachen Göttlichkeit der ganzen Senkrechten entlang kommen. Das ist das Ergebnis der richtigen Einstellung zu Beinsa Douno, zu der Wesenheit Anthropos-Sophia und zu Michael, der die Himmelshierarchien von den Engeln zu den Herrschaften leitet, und über die Herrschaften für Offenbarungen aus den höchsten Ebenen offen ist. Michael arbeitet gleichzeitig von der Sonne aus und für den Aufgang der inneren Christus-Sonne, die auch Licht, Leben und Liebe trägt. Wenn beide Sonnen im Menschen zusammenkommen, ist das der wahre Augenblick seines Erwachens. Ich hatte ein solches Erlebnis, von dem mir später gesagt wurde, dass das die Einweihung mit dem Eisen und dem Brot ist, mit Michael und Christus. Was bedeutet das im Licht des hier  Dargelegten? Auf einmal erlebte ich am helllichten Tage, dass alle Wesen im Kosmos nach dem Golgatha in der Christus-Liebe leben. Ich hatte das Bewusstsein, also das Licht, dass alle Wesen in der Christus-Liebe leben. Das war die Rückkehr des Palladiums. Das Palladium ist der Träger von Licht, Leben und Liebe. Der Heilige Geist  trägt mit dem Manas (dem Palladium) dahinter das Buddhi-Prinzip oder die Christus-Liebe. Das ist das wahre Erlebnis jener Liebe, über die Beinsa Douno sagt, dass er bisher nur ihr Ende angehoben hat. Ich kenne zwei Personen, die etwas Ähnliches erlebt haben, aber anders, weil jede Seele einmalig ist. Nur jemand, der so etwas erlebt hat, kann den anderen in seinem Erlebnis verstehen. Der Sinn des geistigen Lebens des Menschen ist es, aus der Erkenntnis durch die geistige Erfahrung zur Praxis überzugehen. Die Erkenntnis ist das Studium, die geistige Erfahrung ist das Einströmen des Geistes, und sie muss in reale Taten verdinglicht werden. Wer so etwas erlebt hat, strebt unvermeidlich danach, das Erlebte in einer Gemeinschaft zu sozialisieren. Das ist die Eröffnung der neuen Mysterien. Die Eröffnung der neuen Mysterien geschah mit der Offenbarung über den Bodhisattva von 2000 und sie schreitet mit der weiteren Verdinglichung der Synthese der beiden Impulse im Laufe von drei siebenjährigen Perioden fort.

[1] „Sonntagsvorträge“, Sofia, 08.09.1918, „Ihn empfangen“

[2] Ebd., 02.08.1942, „Selbsterziehung“

[3] Adalbert Graf von Keyserlingk, „Koberwitz 1924, Geburtsstunde einer neuen Landwirtschaft“, Hilfswerk Elisabeth 1974, S. 177 ff.

[4] „Festvorträge“, Sofia, 01.09.1935, „Ich werde von innen kommen“

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Ein Gedanke zu „Der Heilige Impuls und die innere Sonne

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