Der Heilige Impuls und die innere Sonne – Teil 2

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In meinem kleinen Buch „Der Code der Schöpfung“ wird in knapper Form auf die Genese der Welt eingegangen. Am Anfang der Bibel gibt es am Ende der 27. Strophe in der „Schöpfung“ einen groben Übersetzungsfehler. Es steht „und schuf sie einen Mann und ein Weib“, wohingegen die richtige Übersetzung „ein Mann-Weib“ heißen müsste. Der Mensch war ein übersinnliches Wesen, das die beiden Prinzipien vereinte – das Männliche und das Weibliche, da ist nicht von etwas Geschlechtlichem die Rede. Wenn in der Bibel über Adam und Eva, über Kain und Abel gesprochen wird, sind keine physischen Wesen auf dem Erdenplan gemeint. Erst wenn Seth erscheint, der den Platz des „getöteten“ Abels einnimmt und wieder der Sohn Adams ist, geht es um einen Menschen, der sich von den Ersten unterscheidet. Am Anfang waren wir selbstbefruchtende Wesen, in uns arbeitete die Himmlische Sophia – all das habe ich sehr geordnet im Buch beschrieben und wer sich Klarheit über diese Frage verschaffen will, sollte das studieren. Damals ähnelte unsere Reproduktion dem Kopieren in einem Vervielfältigungsapparat. Wir alle waren gleiche übersinnliche Wesen und brauchten die Geschlechterteilung nicht, zu der es in der lemurischen Zeit nach der Abtrennung des Mondes kam. Wir wissen, wie der Sündenfall in der Bibel beschrieben wird als die Versuchung Evas durch die Schlange (Luzifer) und das Eindringen luziferischer Wesen in unsere Empfindungsseele. Danach kommt der Absturz Adams und Evas zum Irdischen bzw. die Vertreibung aus dem Paradies. Damals teilte sich das einheitliche Menschenwesen in zwei Geschlechter, damit es sich reproduzieren konnte. Eva symbolisiert die Frau, die Adam verführt, es folgt die Vertreibung aus dem Paradies durch den Cherub mit dem Feuerschwert, der in der altjüdischen Lehre Uriel heißt und bekanntlich ein Erzengel ist. In der Religion wird Eva verflucht als diejenige, die die Schuld am Sündenfall trägt, weshalb Frauen keine Priester sein dürfen und weiteren Restriktionen unterliegen.

Wir wissen bereits, dass die Jungfrau Sophia der wieder inkarnierte Salomo ist, der Sohn des Königs David. Bei der Vereinigung Davids und Bathsebas erfolgte das Gewahrwerden des Geschlechtsaktes im Bewusstsein des Menschen. Alle vorherigen Vereinigungen zwischen einem Mann und einer Frau in das Erleben des Sexualaktes geschahen nicht im Bewusstsein, sondern im Geist, in der Himmlischen Sophia. Das erotische Erlebnis, das wir jetzt im Bewusstsein haben, existierte damals nicht und der Geschlechtsakt war kein sinnliches Vergnügen, sondern diente lediglich den Zielen der Stammfortführung. Wir haben bereits darüber gesprochen, dass die in den alten Tempeln dargestellten Kamasutra-Stellungen aus der Zeit stammen, in der durch sie kein sinnliches Vergnügen angestrebt wurde, sondern eine Möglichkeit der Vereinigung zwischen dem Mann und der Frau in der Himmlischen Sophia, die die besten Bedingungen zum Herabstieg und zur Entwicklung des zukünftigen Kindes sicherte. Wenn wir irgendwo nach dem Sinnbild des wahren Sündenfalls suchen müssen, der im persönlichen Bewusstsein des Menschen als Vergnügen widerspiegelt wird, ist das David, der viele Frauen besaß, aber die einzige Frau des Hetithers Urija begehrte. Aus dieser Beziehung wurde Salomo geboren, der in der Zeitenwende als die Gottesmutter inkarnierte, die unter dem Golgatha-Kreuz zusammen mit Johannes stand. Sie ist wirklich die Vertreterin Evas, was aber nicht heißt, dass die Jungfrau Sophia, die Gottesmutter oder die gesündigte Eva verwandte Seelen Desjenigen sind, Der am Kreuz hing. Es kommt zu einer Vermischung des Göttlichen und Menschlichen, so dass sich hier keine eindeutigen Schlüsse ziehen lassen.
Unter dem Kreuz stand auch Johannes, der Vertreter des Christus-Prinzips. Wir können sagen, dass er die Lanze ist – das Christus-Ich und die Jungfrau Sophia – der gereinigte Astralleib. Die Jungfrau Sophia ist die Mutter des Jesus-Kindes aus der Stammlinie Salomos, das nach Ägypten fliehen musste. Diese Frau hat viele Dramen erlebt – die Tötung der Jungen durch Herodes, das Exil in Ägypten usw., was zur Reinigung ihres Astralleibes führte, so dass sie zur Vertreterin der Himmlischen Sophia unter dem Kreuz werden konnte. Vorher wurde sie durch die Seele der anderen Maria, der Mutter des Jesus-Kindes aus der nathanischen Linie, durchzogen, als Christus zum Jordan ging. Dadurch wurde sie zur ersten Vertreterin der Himmlischen Sophia auf Erden, die dermaßen stark seelisch durchströmt wurde, dass sie sogar physisch zur Jungfrau wurde. Ich wiederhole Sachen, die wir mehrmals besprochen haben, um etwas über Lilith zu sagen. Unter diesem Namen wird diejenige verstanden, die die erste Frau Adams war, die aber dem Sündenfall nicht erlegen ist, sondern unabhängig und mit dem Göttlichen verbunden blieb. Später wurde sie fälschlicherweise mit diesen schwarzen astrologischen Kräften beladen. Jede Frau müsste sich die Frage stellen, ob Lilith nicht künstlich mit ihrer schwarzen Färbung beladen wurde, denn sie bringt eher eine reine, vom Irdischen nicht belastete Göttlichkeit an den Tag. Gab es jemals einen solchen Vertreter dieser reinen Göttlichkeit auf Erden? Das ist Maria, die das Jesus-Kind (das Kind aus der Krippe) der nathanischen Linie zur Welt bringt. Als es zur Welt kam, begann es in der Ursprache der Menschheit vor dem Sündenfall zu sprechen, als wir überhaupt keine Sprache hatten. Wie konnte dieses Kind eine Sprache sprechen, die überhaupt nicht gesprochen werden kann? Dieser Jesus ist die nathanische Seele in ihrer ersten und einzigen Inkarnation auf der Erde. Das ist auch die erste und einzige Inkarnation dieser Maria auf der Erde. Deshalb wird sie nach ihrem frühen Tod sofort mit den Kräften der Himmlischen Sophia durchzogen, und später durchzieht sie seelisch die andere Maria, die aus einer 46jährigen Frau zu einer Jungfrau im physischen Sinne wird. Über Lilith können wir im Sinne von etwas absolut Reinem, Göttlichem und von der Sünde nicht Belastetem sprechen und das ist Maria, die Mutter des nathanischen Jesus.
Wir wollen zur Entwicklung der Wesenheit Anthropos-Sophia und zu unserer Entwicklung zurückkehren. Von der Zeit Golgathas bis zum Jahr 700 begann dieses Wesen, eine Empfindungsseele zu entwickeln. Sie durchströmte alles, was auf dem irdischen Plan als religiöse Gefühle erlebt wurde, denn das Golgatha-Mysterium konnte nicht verstanden, sondern nur als religiöse Gefühle erlebt werden. Die theologische Literatur bis zum achten und neunten Jahrhundert war von diesem tiefen Gefühl erfüllt. Michael, der in der Golgatha-Zeit von der Sonne herunterschaute, sollte uns das Werkzeug zur gedanklichen Vertiefung in die Golgatha-Ereignisse und zur Verinnerlichung dieses Mysteriums geben, deshalb schenkte er uns die kosmische Intelligenz. Gegen das achte bis neunte Jahrhundert traten wir in die Periode der Entwicklung der Verstandesseele der Anthropos-Sophia ein, die mit der Entwicklungsperiode unserer Verstandesseele zusammenfiel. Die kosmische Intelligenz, die als Weltengedanken herunterströmte und von den höchsten Eingeweihten der Erde empfangen wurde, hatte nicht die Gedankenform, die vom Bewusstsein ergriffen werden konnten. Die Weltengedanken fielen in einen eigenartigen Kelch herunter, den die Anthropos-Sophia bildete und sie vermittelte den Herunterstieg dieser Gedanken zu den Menschen. Aber wir besaßen noch nicht die Fähigkeit, Gedanken aus uns selbst heraus hervorzubringen. Erst nach dem vierten Jahrhundert n.Chr. begann der Mensch, sich vorzustellen, dass die Gedanken von ihm selbst stammen. Deshalb können wir wahrhaftig über Philosophie erst vom vierten Jahrhundert n.Chr. an sprechen und nicht von der Zeit der griechischen Philosophen. Aus diesem Grund sind wir wahrhaftig in der Periode der Philo-Sophia erst nach dem Golgatha. Erst dann begannen wir gern zu denken, im Unterschied zu früher, als der Göttliche Wille direkt in uns als Gedanken arbeitete. Weitere 700 Jahre bis zum Jahr 1400 waren notwendig, als für uns die Zeit der Bewusstseinsseele begann. Die Wesenheit Anthropos-Sophia begann auch mit dem Ausbau ihrer Bewusstseinsseele, was auch jetzt geschieht, damit sie uns mit dem Inhalt der Himmlischen Sophia das Abendmahl reicht. Inzwischen mischte sich die erste Götterdrei ein, die über die Zweite uns die kosmische Intelligenz einbaute, damit wir sie benutzen können. Die Kommunion mit dem Kelch der Wesenheit mit der im Aufbau begriffenen Bewusstseinsseele Anthropos-Sophia geschieht zu unserer sich entwickelnden Bewusstseinsseele. Der Vorposten der sich entwickelnden Bewusstseinsseele wurden die Völker Mittel- und Westeuropas und wir fielen unter das türkische Joch und schienen auf dem äußeren Plan verschwunden zu sein.
Wir kommen zu unserer Zeit, obwohl das Jahr 2100 noch nicht gekommen ist. Die Wesenheit Anthropos-Sophia, die als Leib durch das althebräische Volk und als Seele durch uns ging und in uns verinnerlicht wurde, will aufwärts strebend ihre geistigen Wesensglieder entwickeln. Wenn es möglich ist, können wir diese auch parallel im Voraus entwickeln, vollständig werden sie erst in der sechsten Kulturepoche entwickelt werden.

In diesem Sinne kann man über den Anfang des Wassermann-Zeitalters sprechen. Ansonsten hat der Wassermann weder tierkreisastronomisch noch hierarchisch als Kulturepoche angefangen. Nachdem die Anthropos-Sophia durch unsere Seele gegangen ist, will sie aus uns herausgehen und dabei die Öffnung unseres Astralleibes als die Jungfrau Sophia bewirken, so dass die Entwicklung unseres ersten geistigen Wesengliedes beginnen kann. Diese Wesenheit arbeitet in uns, aber wir können sie nicht so verinnerlicht in uns fühlen, dass unser Astralleib zu einer Jungfrau-Sophia wird und wir das Manas entwickeln können. Darin besteht das große Problem. Der erste Mensch auf Erden, der zum Gefäß der Wesenheit Anthropos-Sophia und zu ihrem Erdenvertreter wurde, ist Rudolf Steiner. Schon 1888 sagte er: „Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen“. Er war der Erste, der in einer rechtmäßigen Art den Weg zur Verbindung mit der geistigen Welt bahnte. Wir habe darüber gesprochen, wie wir mit dem Denken zur geistigen Welt hinüberspringen können um von dort Offenbarungen zu empfangen, was heute der einzige rechtmäßige Weg ist. Zusammenfassend können wir sagen, dass wenn der Wille sich in der Erkenntnis erhebt und die Erkenntnis mit dem Willen eingekleidet zu reinem, kontemplativen Denken wird, überschreitet sie in einem bestimmten Augenblick die Schranke der sinnlichen Welt. Dann wird die Idee in der Wirklichkeit der geistigen Welt von einem übersinnlichen Wesen ergriffen. Die Idee wird ins Diesseits, in die sinnliche Welt, herübergeholt und kann mithilfe des vergeistigten Denkens gedeutet und der Welt dargebracht werden. Das ist der Kern der Anthroposophie und das möchte die Wesenheit Anthropos-Sophia in uns machen. Das bedeutet eine Inkarnation dieser Wesenheit in uns auf dem Seelenplan und das ist der große Anfang der Auferstehung der Himmlischen Sophia. Wir wissen, dass sowohl über die Himmlische Sophia, als auch über Achamoth gesprochen wird. Was bedeutet das? Die Hirten spürten, dass Gott zur Welt gekommen ist und die Weisen sahen den Stern von Bethlehem und wussten, dass Gott zur Welt gekommen ist. Später verwandelten sich die Fähigkeiten der Hirte und Weisen in die geistlose Naturwissenschaft und die geistlose Astronomie, also in etwas völlig Totes. Nun müssen diese wieder transformiert und evolutionsmäßig auferweckt werden als Fähigkeiten zum Hellsehen und Hellhören. Das bedeutet, dass die Bewusstseinsseele in eine imaginative transformiert wird, damit dann die Verstandesseele in eine inspirative transformiert wird, deren Frucht auch diese Offenbarungen sind. Schließlich müssen wir zum schwierigsten Part übergehen – zur Transformation der Empfindungsseele in eine intuitive. Indem Rudolf Steiner über die Erkenntnisfähigkeiten jedes Menschen, aber mit seinen tiefen enzyklopädischen Interessen und Kenntnissen aus den Inkarnationen als Aristoteles und Thomas von Aquin, formulierte er sechs Jahre vor der Erscheinung der „Philosophie der Freiheit“ den oben zitierten Satz. Die „Philosophie der Freiheit“ entstammt nicht den Kräften, die er aus dem gemeinsam zurückgelegten Weg mit der Wesenheit Anthropos-Sophia und Michael in der übersinnlichen Welt erlangt hat, sondern aus den menschlichen reinen Erkenntniskräften. Die wahre Kommunion des Menschen ist nicht die Kommunion mit dem Brot und Wein, die als das Mysterium der Transsubstantiation existiert, sondern hier ist die Rede von der Wahrnehmung der Ideen, der Gedankenwesen. Das ist die neue Verbindungsart mit der geistigen Welt und darin liegt das Wesen der „Philosophie der Freiheit“. Steiner konnte das Buch aus den reinen Erkenntniskräften heraus schreiben, die jedem Menschen zur Verfügung stehen. Danach wurde er aus den Kräften, die dem Verständnis dieses Buches zugrunde liegen, der erste Mensch, der der Wesenheit Anthropos-Sophia erlaubte, sich in ihn auf dem Seelenplan zu inkarnieren und gemeinsam mit ihm und Michael den Weg der Ausstrahlung der Anthroposophie auf der Erde zurückzulegen. Alles, was wir als die großen anthroposophischen Bücher kennen, die Steiner gab, als die Wissenschaft vom wahren Wesen des Menschen, als die ganze Geisteswissenschaft, ist die Frucht dieses Satzes und der auf dessen Grund geschriebenen „Philosophie der Freiheit“, die grundsätzlich jeder Philosoph schreiben könnte, wenn er ein am Geist orientierten Denken besitzen würde.

Man muss sich zuerst mit der Wesenheit Anthropos-Sophia einarbeiten, danach zum Bodhisattva gelangen und zusammen werden sie zu Michael kommen, der das Sonnenantlitz Christi ist. Dann wird es kein Problem sein, Offenbarungen aus allen Daseinsstufen zu erhalten, die die Stimme Christi heute auf der Erde sind. Was bewirkt eigentlich die Anthropos-Sophia im Menschen? Zuerst gibt sie die wahre Synthese der Weisheit, die Michael in der übersinnlichen Schule vom 15. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts vornahm. Das war eine Synthese im Licht des Golgatha-Mysteriums der ganzen vorhandenen Weisheit im Menschentum aus allen bereits vorhandenen Mysterien und Kulten, die als die reife Frucht des kosmischen Christentums über Rudolf Steiner herabstieg. Natürlich gab Steiner nicht alles, was er wusste. Vor uns liegt auch ein gigantisches Feld, das wir bearbeiten können. Das Erste, was wir von der Wesenheit Anthropos-Sophia erhalten, ist Licht im Bewusstsein. Das Zweite ist, dass sie die Kräfte des Lebens und der Liebe in uns in Bewegung setzt. Schließlich zeigt sie uns, wie wir in einer inneren Art die Schranke zur übersinnlichen Welt überwinden können. Der Besitz des Palladiums, das in den vorchristlichen Zeiten die Beziehung der Himmlischen Sophia zu Christus symbolisierte, gab die Kraft zur Ausstrahlung von kulturellen Impulsen zu den anderen Teilen der Welt. Dieses Palladium metamorphosierte wie alles andere im Christus und wurde zur neuen Beziehung, die in Michael draußen auf der Sonne und in Christus in uns besteht.
Wie hat Steiner den Weg der Anthroposophie gebahnt und wie hat er versucht, zugunsten der ganzen Menschheit ein Gefäß zu schaffen zur Manifestation der Wesenheit Anthropos-Sophia und Michaels, der hinter ihm steht? Wie wir wissen, gehört Michael seit 1879 zu den Archai und kann bereits eine Beziehung zum Geistesmenschen Christi haben, der auf der Sonne ist. Die wahren Herren der Sonne sind die Geister der Weisheit und über diesen Geistesmenschen stieg Michael, der nach der Übergabe der kosmischen Intelligenz wie Christus herunterstieg, was bis zum Jahr 1879 dauerte, durch die Jungfrau oder dem Gebiet der Geister der Weisheit bis zum Wassermann oder dem Gebiet der Engel. Er kann nicht bis zu den Fischen oder dem Gebiet des Menschen hinuntersteigen, da er sich nicht materialisieren kann. Kein anderes übersinnliches Wesen kann sich materialisieren. Deshalb sind das Mysterium der Menschwerdung Christi sowie die beiden rätselhaften Manifestationen des Bösen – Luzifers Inkarnation vor ca. 5000 Jahren und Ahrimans Inkarnation in der heutigen Zeit etwas Außerordentliches. Der Mensch hat sein Selbstbewusstsein vertieft, was darauf zurückzuführen ist, dass das Denken zu unserem inneren Besitz wurde und wir eigene Gedanken hervorzubringen begannen. Das, was wir jetzt als Bewusstsein besitzen, hat es in der Menschengeschichte bisher nie gegeben. Der heutige Einfluss der geistigen Wesen auf den Menschen erfolgt im Zustand der Verdichtung der Beziehung des Ich und der Seele mit den Leibern. Deshalb geschieht das Überwinden der Schranke zur übersinnlichen Welt nicht in einer natürlichen Art, wie in den vorchristlichen Zeiten, sondern durch das Ich und durch den Gedanken, die dem heutigen Menschen zur Verfügung stehen.
Steiner war der Wegbereiter, der die alten Mysterien erneuern und sie in einem neuen Licht entsprechend der neuen Menschenkonstitution präsentieren sollte. Wie weit ist er in seinen Anstrengungen gekommen? Diese Frage veranschaulicht das Problem der heutigen Menschheit. Erörtert man die Anthroposophie, d.h. die Inkarnation der wesenhaften Anthropos-Sophia auf dem Seelenplan, kann man drei Perioden auseinanderhalten. Die erste Periode umfasst die Zeit von 1902-1909, als Steiner in der Theosophischen Gesellschaft war. Damals gab es eine Inkarnation auf dem Plan der Gedanken. Es folgte die Periode zwischen 1909 und 1916, in der die Inkarnation auf der Seelenstufe erfolgte und Steiner die Eurhythmie gab. Schließlich kam die Periode, die bis zur Weihnachtstagung 1923 reichte die Inkarnation auf dem sozialen Plan umfasste. Das sind die drei Perioden der Inkarnation der Anthroposophie auf dem Erdenplan, die einen Ausdruck im tatsächlich zurückgelegten Weg Steiners gemeinsam mit Michael finden. Wir können auch von einer Periode des Kopfes, der Gefühle und des Willens sprechen. Eine andere Kategorisierung könnte die Periode innerhalb der Theosophischen Gesellschaft als die Periode der östlichen Weisheit, die zweite als die Periode in Europa und die dritte als die unvollendete Periode kennzeichnen, da Steiner nach Amerika gehen wollte, um dort die Inkarnation des Anthroposophie-Impulses im Willen zu beenden.
Bei dieser globalen Betrachtung stellt man fest, dass Steiner das Werk an der Inkarnation der Wesenheit Anthropos-Sophia in seinem Willen nicht abgeschlossen hat. Der Brand, der das erste Goetheanum in Asche legte, ereignete sich in der Nacht des 31.12.1922. Stellen wir uns vor, wie das Goetheanum verlischt. Steiner ist tief betrübt. Bereits nach dem Tag der Grundsteinlegung war er sehr finster, da er vielleicht schon damals die Zukunft sehen konnte. An Steiners Seite war Ita Wegman – der Mensch, mit dem er gemeinsame Inkarnationen seit 5000 Jahren hatte, die mit Enkidu und Gilgamesch begannen. Über die beiden können wir sagen, dass sie ein berühmtes seelenverwandtes Paar sind, ähnlich dem Paar Hiram – Salomo. Ita Wegman, sah dass Steiner niedergeschlagen war und empfand tiefes Mitgefühl mit ihm, denn in der Tiefe ihres Willens begann sich das Geheimnis ihrer eigenen Inkarnationen zu melden. Aus diesem starken Mitgefühl heraus sah sie, dass dieser Mann, der immer von vielen Menschen umgeben war, Tausenden geholfen hatte und in seinem Leben soviel geleistet hatte, die andere in 20 Leben nicht schaffen würden, war vor den Ruinen absolut allein und von niemandem verstanden. Dieser Augenblick erinnert uns an die Einsamkeit, die Christus im Garten Gethsemane empfunden haben mag, als alle eingeschlafen waren und Er keine Hilfe von außen hatte. Dann stellte Wegman Steiner eine schicksalhafte Frage, die Parzival-Frage. Diese Frage kann jemand stellen, in dessen Astralleib sehr starkes Mitgefühl mit einem anderen Menschen, mit einer Menschengruppe oder mit der Menschheit erweckt wird. Die Frage Ita Wegmans lautete, was mit der Erneuerung der Mysterien zu machen sei und hierin liegt der Schlüssel zu unserer ganzen heutigen Vorlesung. Was bedeutet die Erneuerung der Mysterien im 20. Jahrhundert? Wir kennen die Mysterien des Altertums, die christlichen Mysterien, das Rosenkreuzertum und das Bogomilentum. Steiner wusste, was das bedeutete. Während des ganzen Jahres 1923 hielt er Vorträge und wollte sich zusammen mit etwa 40 seiner treuesten Menschen zurückziehen, da er nicht das Mitglied der Gesellschaft zum Aufbau des ersten Goetheanums war, obwohl er im Zentrum dieses Werkes stand, er ist das Hauptgefäß zur Inkarnation der wesenhaften Anthropos-Sophia und die Anthroposophie ist die Frucht seines Weges mit Anthropos-Sophia und Michael. Im Oktober 1923 soll Ita Wegman die Befürchtung geäußert haben, was mit der Gesellschaft passieren würde, wenn Steiner sie verlassen würde. Dann soll Steiner warm ihre Hand gedrückt und gesagt haben, dass er sich dazu entschließen würde, wenn sie ihm helfen würde. Es taucht die Frage auf, warum Steiner einen anderen Menschen brauchte. Beinsa Douno brauchte niemanden, aber er ist der Bodhisattva und ein Wesen einer anderen Ordnung, obwohl er der Menschenevolution angehört. Steiner, der durch seine Inkarnationen immer als Anführer geht, braucht einen anderen Menschen. In diesem Moment beginnt das Gewahrwerden bei Ita Wegman, dass sie zu einem karmischen Paar gehört. Steiner hat niemandem direkt die früheren Inkarnationen genannt, sondern sehr vorsichtig die Menschen darauf hingewiesen, damit sie allein darauf kommen, um das in der richtigen Art zu erkennen und mit den Aufgaben des jeweiligen Lebens in Beziehung zu bringen. Es dürfen keinerlei Beleidigung oder gar Stolz entstehen, die aus vorhergehenden Inkarnationen resultieren. Wenn sich jemand auf seinen Lorbeeren ausruht, dann wird er astralisch einschlafen. Momentan gibt es eine berühmte Persönlichkeit der bulgarischen Geschichte, die sich in einem solchen astralischen Schlaf befindet. Ich sage keinem lebenden Menschen mehr, wer er war, aber über die Toten sollte man berichten, da die Inkarnationen in ihrem ganzen grandiosen Panorama beleuchtet werden müssen. Die Offenbarungen kommen, um bewusst gemacht und der Menschheit gegeben zu werden. So hat es Steiner gemacht, so mache ich es auch. Sophia gibt es und das Wort trägt es vor. Mit der Lanze und dem Kelch erhält man den Gral, so wird man selbst zum Gral. Das Hexagramm ist das Symbol des Grals, die Vereinigung der beiden Dreiecke der irdischen Weisheit unten und der Weltenweisheit oben. Das Symbol stammt zwar aus dem menschlichen Geschlechtsleben, aber es hat auch einen anderen Sinn. Die Pflanze hat nur einen physischen und ätherischen Leib. Sie besitzt eine Blüte mit Blättern, einen Kelch und Staubblätter. Das Wort, Christus, die Lanze in der Form des Sonnenstrahls steigt herunter, beleuchtet Sophia, den Kelch oder den Samen, aus dem danach die Frucht entsteht. Das ist der Gral bei der Arbeit, aber der Kelch ist absolut jungfräulich, denn die Pflanze hat keinen Astralleib, keine Leidenschaften. In seiner Bewusstseinsseele muss der Mensch zu einem solchen Kelch werden, zur Jungfrau Sophia, über jegliche Sympathien und Antipathien sein, reine Weisheit, die Christus offen ist, damit die „Ich-bin“-Lanze durch den Heiligen Geist heruntersteigen kann und sich durch ihn im Menschen als Manas individualisiert. Das ist das höhere Ich, nicht jenes, das die individualisierte Ich-Substanz von den Elohim darstellt. Diese individualisierte Substanz ersetzt den Schatten, das Ego, das wir sonst für das Ich halten, erst dann können wir über die Bewusstseinsseele auch zum Manas kommen. Dieses Ziel verfolgt die Wesenheit Anthropos-Sophia, die schon jetzt und nicht erst ab 2100 zu ihrem ersten geistigen Wesensglied, dem Manas, übergeht. Wenn sie seelisch in einem Menschen inkarniert ist, und er den großen Übergang durch den Verstand trainiert, den Steiner erreichte, kann er schon im Voraus, vor der sechsten Kulturepoche an der Individualisierung des Manas wirken. Das ist die Probe für die sechste Kulturepoche und letztendlich für den künftigen geistigen Jupiter, wenn unser normales Bewusstsein das Manas sein wird und unser Ich ein niedrigeres Wesensglied sein wird. d.h. wir werden dann das Engelbewusstsein haben. Wir befinden uns nun in einem Schlüsselmoment, wenn es vom Menschen abhängt, die bewusste Wahl zu treffen, die Mission der Anthropos-Sophia zu retten. Das ist der Augenblick, in dem wir die Mission des Michael, des Christus retten sollen, kurz – die Mission des ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus und der drei Zyklen zusammen. Es wird erwartet, dass wir das in dieser Inkarnation mit einer bestimmten Gruppe aus Menschen machen. Wenn das nicht erreicht wird, ist es schlecht um uns bestellt, wenn der Antichrist uns entgegenstehen wird. Davon hängt es ab, wie wir mit ihm fertig werden und nach welchen Regeln die Menschenevolution weitergehen wird. Die Begegnung mit dem Antichristen ist zum Scheitern verurteilt, wenn wir ihm nur mit der trivialen Spiritualität entgegentreten. Das ist die große Herausforderung heute, und nicht die Frage, ob uns die Türkei überfallen wird oder ob es einen Konflikt zwischen Amerika und China geben wird. Das sind Details und die wahre Herausforderung ist die Begegnung mit dem Antichristen. Steiner hatte die Aufgabe, die Mysterien zu erneuern, damit jeder auf eine neue Art in sie eintreten kann. In den alten Mysterien beschäftigte sich jeder individuell mit sich selbst unter der Führung eines Meisters. Keiner interessierte sich für die Erfahrungen des anderen und jeder überwand allein die Grenze, die ihn von der geistigen Welt trennte. Der Meister hatte die absolute Autorität inne und sein Ich ersetzte unter Umständen das fehlende oder schwache Schüler-Ich. In den ersten christlichen Mysterien nach dem Golgatha wurden die Meister zu Mentoren und in den Rosenkreuzer-Mysterien – zu Freunden, die den freien Willen der Schüler nicht verletzten. Es gab eine Transformation des Meister-Schüler-Verhältnisses. Nun geschieht etwas völlig anderes. Natürlich sollte die Beziehung zwischen Meister und Schüler nicht mehr wie früher sein, es darf sogar kein Lehrer auf dem äußeren Plan vorhanden sein. Steiner war ein solcher äußerer Lehrer, aber was machte er? Bei der Frage, die Ita Wegman an Steiner stellte und der darauffolgenden Antwort wurde ein Schritt gemacht, und zwar nicht zum individuellen Weg der alten Mysterien, sondern zum Sozialen, zur Einbeziehung weiterer Menschen. Deshalb gründete Steiner 1923 eine Gesellschaft, die dreigliedrig geplant war, zum Gefäß für die Anthropos-Sophia werden und über die Michael arbeiten sollte. Nicht Steiner persönlich sollte dieses Gefäß sein, sondern die Gesellschaft, was unendlich schwierig ist. Wie sah die durch Steiner geplante Dreigliederung dieser Gesellschaft aus? Zuerst war die Anthroposophische Gesellschaft selbst da, deren Mitglied jeder werden durfte. Sie stellte einen Ideenbund von Mitstreitern dar, die sich frei in verschiedenen Interessengruppen verbinden konnten. Der Vorstand bestand ursprünglich aus drei Männern und drei Frauen – das männliche und weibliche Prinzip waren gleichmäßig vertreten. Die Bewusstseinsseele besitzt einen männlichen und einen weiblichen Aspekt. Ein männlicher Aspekt liegt etwa vor, wenn ich jetzt rede und mein Gedanke arbeitet. Bei Ihnen sollte sich – wenn Sie mir aufmerksam zuhören -, das Denken vorübergehend zurückziehen, Sie sollten in das Gefühl eintauchen und wahrnehmen – das ist das weibliche Prinzip. Es gibt Sprechen und Zuhören. Die Bewusstseinsseele ist zweifach. Man muss sowohl sprechen als auch zuhören können. Beim Umgang miteinander sollten, wenn der eine spricht, beim anderen die Sympathien und Antipathien erlöschen und er sollte versuchen zu prüfen, wie das auf ihn wirkt. Danach sollte der erste Gesprächspartner schweigen und dasjenige aufnehmen, was der andere zu sagen hat. Die Selbsteinweihung kann mindestens paarweise geschehen, am besten jedoch in einer Gruppe. Das wahre Verständnis der Frage, warum das Schicksal uns zu einem bestimmten Menschen geführt hat und das Erwachen des Willens, in dem die karmische Bilanz steckt, kommt zustande, wenn die Menschen auf diese soziale Art miteinander kommunizieren. Dann kann es sein, wenn der Sprechende wirklich vergeistigt und auf das Wesentliche konzentriert spricht, dass man sich im anderen wiedererkennt oder der andere kann in uns sich selbst wiedererkennen. Alle Offenbarungen, die uns bisher gegeben worden sind, kamen nach dem Willen des Heiligen Geistes. Keiner kann der geistigen Welt anordnen, ihm etwas zu geben. Die Offenbarungen kommen, wenn man reif ist, um sie zu empfangen und zu verstehen. Sie kommen immer überraschend, aus der Zukunft, aus der geistigen Zeit. Das Wiedererkennungszeichen der Wahrhaftigkeit einer Offenbarung ist es, dass sie uns erhebt und unheimlich berührt. Bei Offenbarungen von den „bösen“ Geistern gibt es immer ein Element, das dem Ego schmeichelt, eine Nuance der Anordnung und Beraubung der Freiheit in einer oder anderen Art. Die Offenbarung der „guten“ Geister kommt über das Ich, über die Menschenseele, geht durch den Astralleib und es kommt zu einer Erweiterung der Seele, die im Astralleib lebt, von dort wird sie dem Ätherleib eingeprägt und dieses Erlebnis vom Geist ist unlöschbar. Das besiegelt die tatsächliche, wahre okkulte Erfahrung. Im Augenblick, in dem das geschieht, ist man für eine oder zwei Sekunden lebendig und das ist das wahre Leben. In der übrigen Zeit gilt man nur als lebendig. Wenn man ein ganzes Leben betrachtet, kann es sich erweisen, dass jemand nicht mal eine Sekunde lang lebendig gewesen ist.
Nach der Gründung der Gesellschaft ermunterte Steiner die Mitglieder, ihre Erfahrungen in der Gruppe zu teilen. Er wurde von jungen Menschen gefragt, was sie miteinander teilen sollten, da sie keine Erfahrungen hätten. Darauf erwiderte Steiner, dass der Mensch täglich Dutzende von okkulten Erfahrungen hat, die er gar nicht bemerkt. Das wahre Leben des Geistes ist in der Praxis und jeder, der sich ihr entziehen will, ist auf einem schiefen Weg. Es gibt Menschen, die sich nur mit „spirituellen“ Fragen befassen möchten, und die anderen sollen nach ihrer Auffassung arbeiten und sie ernähren. So geht es nicht. Man muss tief unter die Menschen sein und in den Begegnungen mit ihnen wird man zahlreiche Erfahrungen haben, in denen Fähigkeiten erweckt werden können, etwa das Sehen des Karmas. Wenn man begreift, wer vor einem steht, verleiht dieses Wissen dem Umgang einen ganz neuen Sinn. Die Offenlegung vergangener Inkarnationen wird nur Menschen gegeben, die die jeweiligen Prüfungen bestanden haben. Nichts von dem, was eröffnet wird, soll das Selbstwertgefühl beeinflussen, sondern ermuss die reale Vorstellung haben, warum ihm das eröffnet wird. Nur so können auch die karmisch verbundenen Gemeinschaften gegründet und bewusst gemacht werden. Bei der Weihnachtstagung legte Steiner in die Herzen der Anwesenden den dodekaedrischen Grundstein der Liebe hinein, damit sie eine karmische Gemeinschaft bilden. Zum großen Bedauern begriff keiner außer Steiner und vielleicht Ita Wegman, was damals passierte. Wenn eine solche Gruppeneinweihung nicht bewusst begriffen wird, werden dunkle Mächte entfesselt. Danach ist Steiner, der auf sich Karma beladen hatte, krank geworden. Es wird behauptet, dass er vergiftet wurde, denn die Widersachermächte konnten nicht teilnahmslos mit ansehen, wie ein Werk von Weltbedeutung erledigt wird. Die Gesellschaft wurde als dreigliedrig geplant, die Gesellschaft selbst war das erste Element als ein Ideenbund mit voller Freiheit und ohne Anordnungen vom Vorstand zu empfangen. Jeder trägt beide Elemente in sich und es ist wünschenswert, dass man sowohl das männliche, als auch das weibliche Prinzip zum Ausdruck bringen kann. Das zweite Element ist die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft. Das ist das Gebiet, auf dem der reale Kontakt zur geistigen Welt hergestellt werden sollte. Die Schule sollte in drei Klassen unterteilt werden, wobei die erste Klasse viele Teilnehmer haben konnte, die zweite – 36 und die dritte – 12. Die dritte Klasse sollte ausgewählt und persönlich von Steiner geleitet werden, die zweite Klasse sollte Maria Steiner leiten und die erste – Ita Wegman. Doch die Dinge haben sich nicht wie geplant entwickelt und nur die dritte Klasse hat eine Zeitlang existiert; nach Steiners Tod hat der Vorstand Ita Wegman nicht erlaubt, diese Klasse zu leiten. Die bösen Mächte haben sich in der Gesellschaft entfesselt und alles ging schief. Steiner hat nur 19 okkulte Lektionen gegeben, die in der Hochschule für Geisteswissenschaft ausgearbeitet werden sollten und damit endete alles. Während des ganzen Jahres 1924 bis zum Abbruch der Vorträge im September lebte Steiner in einer qualitativ neuen Anthroposophie im Vergleich zu dem, was bis zur Weihnachtstagung war. Nach dem Opfer auf der Weihnachtstagung wurde ein Appell an die geistige Welt gerichtet zur Gründung einer Gesellschaft, einer Höheren Schule und eines Wirtschafsteils ähnlich dem dreigliedrigen sozialen Organismus. Lediglich der letzte Teil durfte verwaltet werden. Die ersten zwei Teile sollten nichts mit den traditionellen Organisationen zu tun haben. Beinsa Douno wollte auch keine Organisation gründen. Alles, was danach als die Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ entstanden ist, ist das Ergebnis des oberflächlichen Verstandes seiner Schüler und es geriet unverzüglich unter die Attacke Ahrimans. So entstand die infantile Spiritualität, die sie heute erzeugt. Nachdem Steiner krank geworden war, wurde eine Versammlung im Februar berufen, die das bereits angenommene Statut ersetzte, das die Regeln enthielt, nach denen die Gesellschaft funktionieren sollte. Diese Regeln waren der geistigen Welt entnommen. Steiner unterschrieb das neue Statut, da er sah, in welche Richtung sich die Dinge entwickelten. Die Gesellschaft wurde im März 1925 mit dem neuen Statut registriert und sie hat von da an nichts Gemeinsames mehr mit der bei der Weihnachtstagung gegründeten Gesellschaft. Zwischen 1925 und 2002, als wieder ein neues Statut nach ahrimanischen Regeln zusammengestellt wurde, und bis in unsere Tage hinein, existiert der Weihnachtsimpuls nicht mehr. Von der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft existiert nur die äußere Klasse und diese wird von Menschen geleitet, in denen die Wesenheit Anthropos-Sophia nicht inkarniert ist und die in keiner Weise irgendeine Offenbarung berühren können. Mit seinem Tod schloss Steiner die neuen Mysterien, deren Wesen im Folgenden besteht: Im Unterschied zum Altertum, wo jeder Schüler für sich allein war, geschieht alles in den neuen Mysterien in der Gruppe. Wenn Gruppen entstehen, werden sie zu Gefäßen der Wesenheit Anthropos-Sophia, die durch diese Gruppen arbeitet. Das, was wir hier seit Jahren praktizieren, stellt die Erneuerung der neuen Mysterien dar, aber darauf werde ich etwas später eingehen. Maria Steiner sagte, dass der Weihnachtsimpuls weiterexistiert, aber unerreichbar geworden ist. Ita Wegman sagte ihrerseits, dass jeder, der möchte, einen Zugang zum Weihnachtsimpuls erhalten kann. Da sehen wir zwei entgegengesetzte Gesichtspunkte. Maria Steiner scheint aufgegeben zu haben. Nach Steiners Tod kam es zur ersten großen Auseinandersetzung zwischen den beiden über die Frage, wohin die Urne mit seinen Überresten beigesetzt werden soll. In den nächsten zehn Jahren wurden aus der Gesellschaft Ita Wegman, die Astrologin Elisabeth Vreede ausgeschlossen, die Dämonen tobten und die Gesellschaft konnte unmöglich zum Gruppengefäß der Anthropos-Sophia werden. Ähnlich ist es um die ganze Menschheit bestellt. Seit der Mitte des 19. Jahrhundert begann sich der menschliche Ätherleib leicht zu lockern und sich vom physischen Leib zu trennen und die Menschheit wurde zum Gruppeneingeweihten. Dieser Gruppeneingeweihte begann, übersinnliche Erfahrungen zu haben und die Schranke zur übersinnlichen Welt zu überwinden, ohne dies zu begreifen. Aber wenn eine Einweihung unbewusst erfolgt, werden nicht die Tore zum Paradies bzw. zur geistigen Welt geöffnet, sondern zur Hölle. Deshalb folgten die Oktoberrevolution, die Pest des Kommunismus und die Pest des Faschismus, der Zweite Weltkrieg. Die Menschheit erwies sich als unfähig zur kollektiven Einweihung und hat momentan gar keine Ahnung davon, dass sie ein Gruppeneingeweihter ist. Das gilt auch für die Anthroposophische Gesellschaft. Ich werde zwei Beispiele für falsche spirituelle Erfahrungen zitieren. Albert Steffen, der zum Vorsitzenden der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft nach Steiner wurde, soll gesagt haben, dass er eine Imagination hatte, nach der Steiner der neue Hüter des Grals sei. Bereits 2005 hatte ich in der Vorlesung „Die drei Steine“ hervorgehoben, dass dem nicht so ist. Alles, was Steiner machte, trägt einen Gralscharakter und ich will ihn überhaupt nicht unterschätzen. Jedoch ist Steffens Imagination falsch, was ich in dieser Vorlesung argumentiert habe. Die andere Erfahrung hatte eine Gräfin. Als die Theosophie ihren Lauf nahm, fand sie guten Boden im höhergestellten Teil der Gesellschaft, in den Kreisen der Wirtschaftselite und des Adels. Deshalb ist es kein Wunder, dass Steiner später viel mit solchen Menschen verkehrte. Die Gräfin von Keyserlingk hatte ein Erlebnis im Augenblick der Einäscherung Steiners und behauptet, dass ihr Steiner neun Sätze gesagt hat. Später hat ihr Sohn diese Sätze aufgeschrieben, sie sind in einem Buch veröffentlicht. Wir wollen hören, was Steiner gesagt haben soll. Ich werde die Sätze langsam vorlesen, Sie mögen darauf achten, was für Gefühle die Sätze in ihnen hervorrufen.

1. „Meine Mission ist beendet.“
2.“Was ich der Reife der Menschen geben konnte, das habe ich ihnen gegeben.“
3. „Ich gehe fort, denn ich fand keine Ohren, die hinter dem Wort das Geistwort vernehmen konnten.“
4.“ Ich gehe fort, denn ich fand keine Augen, die hinter den Erdenbildern die Geistesbilder erschauen konnten.“
5.“Ich gehe fort, weil ich keine Menschen fand, die meinen Willen verwirklichen konnten.“
6. „Die Mysterien bleiben verhüllt, bis ich wiederkomme.“
7. „Ich werde wiederkommen und die Mysterien enthüllen, dann, wenn es mir gelungen sein wird, in Geisteswelten einen Altar, eine Kultstätte für die Menschenseelen, zu begründen. Dann komme ich wieder. Dann werde ich fortfahren, die Mysterien zu enthüllen.“
8. „Die sind schuld an meinem Tode, die die Herzenskultur unterbunden haben.“
9. „Wären die Menschen durch ihre Herzen in die Tiefe gedrungen, sie hätten die Kraft gefunden, den Aufgaben der Zeit zu genügen.“

(Adalbert Graf von Keyserlingk, „Koberwitz 1924, Geburtsstunde einer neuen Landwirtschaft“, Hilfswerk Elisabeth 1974, S. 177 ff.)

Man merkt aus einem Kilometer Entfernung, dass diese Sätze nicht von Steiner, sondern von einem dunklen Geist diktiert wurden. Ich sage das in einer kategorischen Art, denn ich weiß nicht, inwieweit sie unter unseren Anthroposophen bekannt sind, aber bekannte Anthroposophen im Westen, etwa Harrie Salman, glauben an ihre Authentizität. Nie würde ein christlicher Eingeweihter etwas wie den fünften Satz sagen. Die ersten vier „Belehrungen“ sind im luziferischen Stil geschrieben im fünften hat man den Eindruck, dass sich ein azurischer Geist meldet, denn dort wird die größte Gewalt über den Willen ausgeübt und die restlichen vier Sätze sind ahrimanisch. Wie stark schwächt es den menschlichen Willen, auf die Ankunft Steiners zu warten! Viele der Anthroposophen leben in dieser Erwartung. Wie wollen sie ihn wohl wiedererkennen? Als ich auf der Konferenz sagte, dass Steiner und Ita Wegman jetzt inkarniert sind, habe ich nur Hohn geerntet. Aber ich sage noch, dass die beiden nicht zur Erneuerung der Mysterien gekommen sind, sondern diesmal für etwas anderes. Als Steiner die Mysterien erneuerte, wollte er, dass in sie das soziale Prinzip eingeht, indem er die Bildung von Gruppen anregte, die zum Gefäß für die Wesenheit Anthropos-Sophia werden, hinter der Michael steht. Dagegen gerieten sich die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft in die Haare und begannen einander auszuschließen – der absolute Alptraum!

Es gibt einen enormen Unterschied zwischen dem alten Einweihungsweg, als jeder unter der Führung eines Lehrers individuell einen Weg bestieg und dem neuen, bei dem es keinen äußeren Lehrer gibt und man in der Gruppe den Einweihungsweg zurücklegt. Früher konnte der Lehrer sehen, welche Seele reif für die Einweihung war. Jetzt ist es viel schwieriger, da der äußere Lehrer fehlt. Steiner hat nicht mehr zu denjenigen gesprochen, die neugierig waren, ihre früheren Inkarnationen zu erfahren. Er begann, über die karmischen Beziehungen nach seinem Opfer bei der Weihnachtstagung und der Gründung der Gesellschaft zu sprechen, die zum Gefäß für Anthropos-Sophia werden sollte. Die geistige Welt hat reagiert und begann, ihm die karmischen Ketten zu offenbaren. Neun Monate arbeitete Steiner mit einer anderen Anthroposophie. Das, was wir hier als eine Synthese zwischen den Impulsen Steiners und Beinsa Dounos machen, ist die neue Eröffnung der Mysterien. Nur vereinzelte Anthroposophen konnten sich sporadisch mit dem Weihnachtsimpuls verbinden, was zu bestimmten Leistungen führte. Prokofieff und Bondarew entwickelten und gaben der Anthroposophie sehr viel, aber das war keine neue Eröffnung der Mysterien. Prokofieff hatte auch gehofft, dass sein Lehrer Steiner wieder erscheinen würde. Als er sich bewusst entschloss, sich dem Werk zu widmen, wollte er als Erstes eine bewusste Verbindung zu Rudolf Steiner haben. Ich will eine solche Verbindung nicht, denn sie stellt nicht die Eröffnung der neuen Mysterien dar. Warum kam Beinsa Douno? Neulich hat mich eine Vorlesung von Christo Madscharov in Staunen versetzt. Wie Sie wissen, versammeln sich die „gesunden“ Kräfte periodisch und er trägt ihnen etwas vor. Diese Vorlesung gibt es im Internet, sie dauert etwa 50 Minuten und ist der Inkarnation Beinsa Dounos in Petar Danov gewidmet. Wie Sie wissen, wird in den Kreisen der „Weißen Bruderschaft“ weiterhin vom „Lehrer Petar Danov“ gesprochen. Zumindest weiß Madscharov, dass Beinsa Douno und Petar Danov verschiedene Sachen sind. Ich war neugierig, was er über die Inkorporierung des Bodhisattva in Petar Danov sagen würde. Selbstverständlich gab es keine großen Überraschungen. Fast die ganze Vorlesung war seinen spirituellen Reisen gewidmet – wo er war und was er alles besichtigt hat. Erst zum Ende gab es fünf Minuten, die das Thema im Wesentlichen behandelten. Das war eine neue Fassung der Ereignisse, die uns bekannt sind. Wir wissen, dass am 07.03.1897 im Dorf Tetovo bei Rousse im Gasthaus der Bodhisattva Beinsa Douno in den Körper von Petar Danov eintrat. Petar Danov ist eine Inkarnation des Boris I. des Täufers. Madscharov hat wohl gehört oder gelesen, was ich über diese Inkarnation gesagt habe, weil er hinzufügte, dass zwischen der Geburt Petar Danovs und der Taufe seitens Boris‘ genau 1000 Jahre vergangen sind. Er lancierte aber die Version, dass die Inkarnation Beinsa Dounos im Alter von 19 Jahren geschehen sei. In der letzten Zeit ist es unter denjenigen, die auf unsere alte Geschichte und den Tangrismus zurückschauen, zur Mode geworden, Boris I. dafür zu kritisieren, dass er die alten Kulte beseitigt hat. Diese Personen verstehen weder von Geschichte noch von Spiritualität etwas. Ich kann sehr lange und sehr zornig über diese Frage reden, aber das ist nicht unser Thema jetzt. Nach der Einarbeitung in die Leiber Petar Danovs eröffnete Beinsa Douno 1922 eine Schule und Steiner eröffnete seine Schule 1923. Es ist interessant, wieso die beiden um die gleiche Zeit zwei Schulen auf Erden aufmachten. Wenn Steiner die Mysterien erneuert, was macht dann Beinsa Douno? Wir können sagen, dass bei ihm auch eine Erneuerung besteht. Er lehrt die Menschen, wie sie nach dem manichäischen Prinzip leben sollen – dass der Gedanke zum Zentrum des Willens wird, woraus gute Taten entstehen. Bei Steiner wirkt das Rosenkreuzer-Prinzip – der Wille erhebt sich und wird zur Peripherie des Denkens, es wird in die geistige Welt übergegangen, wo Ideen erfasst werden. Wenn wir diese zwei Prinzipien kreuzen, ergibt das die große Alchimie der beiden Impulse. Das ist der Heilige Impuls, über den ich rede und über dessen Ankunft Steiner sprach. Warum kam aber Beinsa Douno? Ob wegen der Eröffnung einer Schule und um den Menschen das Leben in der Bruderschaft beizubringen, also etwas in der Art einer sozialen Einweihung? Steiner hatte das Gleiche vor. Einerseits gehört das Soziale zur Einweihung, andererseits kommt die Einweihung in das Soziale ein. Es kommt zu einer gegenseitigen Durchdringung des inneren und äußeren Lebens. Es ist klar, dass das Einweihungsprinzip in das Leben der Menschheit, in die verschiedenen Wissenschaften eingehen soll, damit wir die gigantischen Aufgaben erfüllen, die vor uns stehen und verstehen, dass alles vom Christus durchzogen ist und eine Erscheinung dieses Geistes im Menschen drin und im Kosmos draußen darstellt. Beinsa Douno arbeitete an der neunen Eröffnung der Mysterien des manichäischen Typs, von einem andern Ausgangspunkt und ein anderes Ziel verfolgend, aber das war nicht seine Hauptaufgabe. Seine Hauptaufgabe bestand in seiner Teilnahme am Mysterium von 1936. Warum? Es gab zwei große Fragen, die die zwei großen Strömungen der Menschheit, der Hirte und Weisen, lösen sollen. Mit Seiner Ankunft besiegte Christus den Tod und löste die Frage des Todes und mit ihrer Erscheinung lösten die beiden Jesus-Kinder die Frage der übersinnlichen Geburt Gottes. Die Frage nach dem Bösen blieb aber ungelöst. Das Böse drang sich aber in den Vordergrund. Die Zeit des Versprechens Christus gegenüber Petrus „Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen“ (Matth. 16:18) ist vorbei, nachdem seit dem 19. Jahrhundert die Menschheit zum unbewussten kollektiven Eingeweihten wird und die Pforten der Hölle geöffnet wurden. Es wäre gut, wenn die Popen der Orthodoxen Kirche dies wissen würden. Der Mensch muss gleichzeitig Eingeweihter und Priester sein, um die Ideen aus der geistigen Welt empfangen zu können und die Rolle des Priesters in dieser Welt spielen. Nach dem Zweiten Golgatha vom Ende des 19. Jahrhunderts, bei der Christus mit dem Ätherleib in der Astralwelt die materialistischen Gedanken der Menschheit annihilierte, die fünf Jahrhunderte lang in der geistigen Welt, die der Erde am nächsten liegt, aufgehäuft worden waren. Danach ist Christus noch tiefer hinuntergestiegen und das geschah im Lichtäther. Es gibt bekanntlich dem Wärme-, Licht-, Ton- und Lebensäther. Bisher haben wir keinen Zugang zu den beiden höchsten Ätherarten, sondern können mit den niederen zwei arbeiten, weshalb diese Ätherarten durch unsere Technologien vollkommen ahrimanisiert sind. Das hat einen direkten Einfluss auf die Ätherleiber der Menschen, deshalb werden die Kinder immer lebensunfähiger geboren. Früher hatten die bulgarischen Frauen zehn Kinder und arbeiteten den ganzen Tag lang auf dem Feld und die Männer haben solche unglaublichen Leistungen erbracht, zu denen der heutige Mensch überhaupt nicht tauglich ist. Es fehlt ihm die Aufladung im Ätherleib, denn er hat kein Verständnis für Christus und weiß nicht, dass er Ihn bereits in seinem Inneren suchen soll. In der Vorlesung „Die Bodhisattvas“ habe ich beschrieben, wie Beinsa Douno zur Brücke wurde, auf die Christus zum ersten Mal über ein Menschenwesen 1936 in den Rachen des Tieres hinunterstieg, d.h. in unseren Willen oder in die nächste der physischen Welt übersinnliche, die der Wärmeäther ist.
Beinsa Douno war der erste Mensch, der mehrmals inkarnierte und der bewusst zum Leiter Christi wurde. Wir wissen, dass die Mission dieses Bodhisattva 5000 Jahre lang sein wird und in dieser Zeit er 50-mal auf der Erde inkarniert war oder sein wird. Das ist der große Beitrag Beinsa Dounos, auf den er schon seit der Zeitenwende vorbereitet wurde, als er als die Tochter des Jairus einen persönlichen Kontakt zum Christus hatte. Jeder, der damals einen direkten Zugang zu Christus hatte, erfährt danach eine gigantische Evolution. Aus dem Opfer von 1936 entstanden neue Kräfte in der Menschenseele zur Gegenüberstellung dem Bösen und dem Übergang zum dritten Gebot – „Das Böse zur Arbeit für das Gute einspannen“. Seitdem wird die Gebundenheit der Bodhisattva-Mission an die Menschheit auch durch sein persönliches Opfer im christlichen Sinne besiegelt. Dieses Opfer gehört der höchsten Ordnung an, da der Bodhisattva der Hauptvertreter Christi auf Erden ist. Nach Steiner ist der größte Märtyrer unter den Menschen Christian Rosenkreutz, der mit dem Karma der Menschheit beladen wurde. Ich vertrete die Meinung, dass zu einem anderen Märtyrer, wenn auch einer anderen Ordnung gehörend, auch der Meister nach 1936 wurde, der das Karma der Menschheit auf sich nahm. Als er sprach, haben die Menschen ihn nicht verstanden, mit wenigen Ausnahmen, wie etwa Bojan Boev, der die Anthroposophie kannte. Die anderen spürten seine Größe, denn seine Aura wirkte auf ihre Ätherleiber, aber sie verstanden ihn nicht und hatten nicht das Bewusstsein, ihm die wichtigen Fragen zu stellen. Stattdessen haben sie ihn oft mit Belanglosigkeiten beschäftigt, wie auch Steiner mit Belanglosigkeiten beschäftigt wurde. Es gab niemanden, der tiefer gehende Fragen stellen konnte. Der Meister eröffnete seine Schule, machte sein großes manichäisches Opfer, schloss die Schule mit seinem Tod 1944 und seither haben seine Nachfolger die heutigen kläglichen Ergebnisse erzielt. Steiner kam, übernahm das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft, machte eine Schule auf und mit seinem Tod wurden die Mysterien wieder geschlossen. Wann werden die Mysterien wieder eröffnet? Wenn beide Impulse sich als ein individueller Ich-Akt im Menschen vereinigen – etwas, was bei mir im Oktober 2000 begann, als ich im Saal der Gemeinde Varna die erste der sieben Vorlesungen vortrug. Das ist die Erneuerung der Anthroposophie, von der Steiner sprach. Ihre Wiederbelebung kann nicht nur im Rahmen der Anthroposophie selbst stattfinden, denn sie muss mit den Kräften des Guten verbunden werden, die zur Zeit Steiners noch nicht da waren und die Beinsa Douno ausstrahlen musste. Mit dem Blick auf Steiner und Beinsa Douno und wenn man die Bedeutung ihres Werkes kennt, kann man nicht nur Wissen, sondern auch starke Kräfte in seinem Herzen besitzen. Dann wird der Weg für Michael gebahnt, denn das Ziel der Wesenheit Anthropos-Sophia und des Bodhisattva ist es, uns zu Michael zu führen. Michael ist das wahre Antlitz Christi im Kosmos und in uns. Die Synthese der beiden Impulse führt dazu, dass Michael über diesen Menschen arbeiten kann. Michael gehört zu den Archai. Er kann die übersinnlichen Teile des physischen Menschenleibes erreichen, d.h. das Phantom. Dort sind die Geheimnisse der Menscheninkarnationen verborgen. Das Praktizieren dieser Synthese führte bei mir zu all diesen Offenbarungen, die mit den karmischen Ketten verbunden sind. Wenn ich eine Parallele zum Leben Steiners ziehen darf, so habe ich in den ersten sieben Jahren die 28 Vorlesungen gehalten, nach denen ich spürte, dass etwas zu Ende ging. Diese Zeit kann ich mit der Zeit Steiners in der Theosophischen Gesellschaft vergleichen. Danach haben wir eine Gruppe gebildet, wir gingen auch zum Weinberg der Bruderschaft, wo wir die Tugenden ausarbeiteten. Das können wir mit der Inkarnation im Gefühl der Wesenheit Anthropos-Sophia in der zweiten Periode Steiners vergleichen. In der dritten Periode, die gerade angefangen hat, steht das persönliche Opfer bevor, die jeder von uns machen soll. Sie sehen, wie unsere Gemeinschaft hier zum Gefäß Michaels für die neune Mysterien werden kann. Der Heilige Impuls als eine Synthese der beiden Impulse bahnt den Weg Michaels durch den Verstand und das Herz zum Willen. Dieser Weg geht durch den Astralleib, in dem wir mit unserem persönlichen Gemütsleben eingeschlossen sind und wo wir allein das Ego und die persönlichen Mängel überwinden sollen. Weiter geht der Weg durch den Ätherleib, wo das Nationale ist und die Gegenüberstellung zwischen den Völkern liegt, die viel schrecklicher sind als unsere persönlichen Schwächen. Zum Schluss geht er durch den physischen Leib, wo die Gegenüberstellung aufgrund des Rassenprinzips liegt. Michael möchte, dass es im Menschen keine Sympathien und Antipathien im Astralleib, keinen Nationalhass im Ätherleib und keinen Rassenhass im physischen Leib gibt. Dann kann der Geist durch den Menschen arbeiten, der Mensch kann zum Gefäß Michaels werden und zur Verbindung zwischen Christus auf der Sonne mit der Christus-Sonne in uns werden. Das ist ja unser Thema, Christus als die innere Sonne. Über Ihn hat Steiner gesagt, dass die Menschen, nachdem sie jahrhundertelang über die Sonnensubstanz als von oben nach unten arbeitend gesprochen, nun lernen werden über die innere Sonne zu sprechen, über Licht, Liebe und Leben von drinnen. Diese innere Sonne ist Christus, der durch Michael in uns arbeitet. Michael ist das Licht, das von der Himmlischen Sophia kommt und Christus ist die Liebe, die in unserem Inneren wirkt. Dann erscheinen das Licht und die Wärme im Menschen. Wenn ich mich länger mit jemandem unterhalte, der wirklich vom Gehörten berührt wird, entsteht bei ihm Licht im Bewusstsein und Wärme im Gefühl. Das zeigt die Verbindung zwischen Michael und Christus. Das ist das kosmische Eisen, aus dem Michael sein Schwert schmiedet und das wir in unserem Blut haben. Seine Rolle in uns besteht darin, das Ich mit unserem physischen Leib zu verbinden. Wenn das Manas zu unserem wesentlichen Ich wird, wird es auch mit dem physischen Leib durch dieses Eisen verbunden sein. Wenn die Anthropos-Sophia im Menschen arbeitet, erfolgt eine Art Rückkehr des Palladiums zu ihm und es wird eine Verbindung hergestellt zwischen dem kosmischen Eisen und dem Eisen in unserem Blut, wo nach Pfingsten auch Christus ist. Alles, was als Impuls von Christus ausgestrahlt wurde, trat an Pfingsten in das Ich und in die Seele des Menschen. Das ist der Meilenstein der neunen Einweihung.
Seitdem sind die Verhältnisse in der Trinität anders und die Trinität lebt in uns in einer grundlegend anderen Art. Die Synthese der beiden Impulse ermöglicht eine neue Erscheinung dieser neuen Beziehung der drei Hypostasen untereinander, sie gibt Michael die Möglichkeit, ungehindert herunterzusteigen. Beinsa Douno sagte, dass der Geist nicht arbeitet, wenn man Unklarheiten im Kopf, Unreinheit im Herzen und Schwäche im Willen hat. Das erste Hindernis ist die Unklarheit im Kopf. Die Götter wollen zuerst wissen, ob der Mensch Verständnis aufbringt. Erst dann kann er, vorausgesetzt er überwindet sein Ego, zum Gefäß der Götter werden, damit sie über ihn arbeiten. Das bedeutet es, heute auf Erden im michaelischen Sinne zu arbeiten. Das verstehen die Anthroposophen nicht. Ihr Zugang zu Michael ist ihnen verwehrt und sie können in keiner Weise zu seinem Gefäß werden, weil sie nicht über die Kräfte zur Gegenüberstellung dem Bösen verfügen, die aus dem großen Opfer Beinsa Dounos im Jahr 1936 kamen. Deshalb begann der Anfang meines Auftrittes vor der Welt mit der Aufdeckung der Identität des Bodhisattva im Sommer 2000. Danach wurde alles aufgeschlossen, was folgte. Die Anthroposophie an sich kann keine Wiedergeburt erleben, es kann keine Erneuerung der Mysterien geben, sie werden geschlossen bleiben. Wenn man die Synthese praktiziert, sucht man Mitstreiter und kann von der Position des Wissens und der Moral, die man erreicht hat, die ganze Palette der Emotionen aufnehmen, die er in den Menschen hervorruft. In meiner ersten Periode, die mit dem Denken verbunden war, war ich sehr emotional. In der Periode der Gefühle durchlief ich einige Prüfungen, wobei ich mir bewusst bin, welche warum bestanden werden sollte. Damit ich fortschreiten kann, sind weitere und viel unterschiedlichere Prüfungen notwendig. Dort muss das Ego vollständig ausgewrungen werden. Wenn jeder von uns tiefer in sich hineingehen wird, wird er Millionen Formen des Egos vorfinden, deren Existenz er nicht geahnt hat. Das Verständnis unter den Menschen soll auf der Grundlage der Weisheit erfolgen. Laut Beinsa Douno wird der ewige Frieden in Sofia abgeschlossen werden, was in der „Weisheit“ bedeutet. Die heutige Menschheit kann nicht Frieden schließen, weil ihr die Weisheit fehlt. Sie kann das, was ich sage, überhaupt nicht verstehen. Ich weiß, was geschieht, wo der Ausweg ist und weise darauf von verschiedenen Gesichtspunkten hin, aber es gibt keine Ohren, die das hören können. Ich hoffe, dass diese Vorlesung von mindestens 500 Zuschauern gesehen wird, von denen vielleicht zehn in der Tiefe verstehen würden, was ich sage. Glauben Sie mir, das wird ein Riesenerfolg sein! Nicht die millionenhaften Klicks jeder Schwachsinnigkeit im Internet haben einen Wert, sondern das Verständnis dieser zehn Menschen. Die Beziehung zu Michael und Christus ist schicksalhaft für den Menschen. Ich habe noch viel Stoff über das Thema in meinem Kopf, aber die Zeit sehr vorgerückt ist, werde ich das zusammenfassen.

Gegen Mitte der atlantischen Zeit ging vor dem geistigen Auge der großen Eingeweihten in den Orakeln das übersinnliche Bild der Frau auf, die in Sonne gekleidet war und neun Sterne über sich und den Mond und den siebenköpfigen Drachen unter ihren Füßen hatte. Die Sonne in ihr ist das Manas, das das höhere Ich mitbringen wird. Die wesenhafte Anthropos-Sophia durchlief die Stufen des Leibes und der Seele, nun ist sie auf der Stufe des Geistes und sucht nach Gefäßen unter den vernünftigen Menschen. Dieses Wesen durchläuft eine Inkarnation auf dem übersinnlichen Plan, damit sie die Menschheit auf die Begegnung mit der Himmlischen Sophia vorbereiten kann, mit der in Sonne eingekleideten Frau, die in vielen Aspekten wichtig ist. Einer von ihnen ist die Erde, die eines Tages zur Sonne werden wird. Im Augenblick, in dem Longinus mit der heiligen Lanze die Rippen Christi durchstach und aus ihnen Blut und Wasser flossen, war das nicht nur der Beginn der Gralsmysterien, sondern auch der Beginn der Verwandlung der Erde in die Sonne. Von den Menschen hängt es ab, ob sie das ätherische Christus-Blut mit der Ätherisierung ihres eigenen Blutes verbinden werden aus dem Herzen zur Epiphyse in einem einheitlichen Strom und dadurch selbst die Erde in Sonne verwandeln, indem sie die Träger der Sonne werden. Nach dem Krieg aller gegen alle wird die Erde den Mond wieder aufnehmen. Viel später, in den übersinnlichen Welten, werden sie sich wieder mit der Sonne verbinden. Für diese zukünftige Vereinigung der Erde mit der Sonne inkarnierte die Wesenheit Anthropos-Sophia.
In uns lebt die innere Sonne. Ich werde Beinsa Dounos Worte zitieren, die ich früher erwähnen wollte, aber so ist es besser geworden: „Der große Moment ist derjenige, wenn der Aufgang der äußeren Sonne mit dem Aufgang der inneren Sonne zusammenfällt. Das ist der wahre Aufgang der Sonne. Der Aufgang der Sonne im Inneren ist noch nicht erreicht“. Was meint der Meister damit? Es gibt eine äußere Sonne, deren Aufgang von den Menschen empfangen wird. Von der Sonne, von den Wesen, die die Sonne bewohnen – Elohim, Mächte und Herrschaften, kommen Licht, Leben und Liebe. Das wirkt auch in uns. Michael hat eine Beziehung zum höchsten übersinnlichen Wesensglied Christi – dem Geistesmenschen auf der Sonne, denn Michael besitzt als ein Urengel den mikrokosmischen Geistesmenschen – etwas, was wir erst auf dem Vulkan erreichen werden. Nachdem Michael bis zur Stufe des Wassermannes heruntergestiegen ist, kann er durch die Anthropos-Sophia, die sich im Menschen inkarniert, ihnen Mysterien eröffnen, die von der ganzen Senkrechten bis zur ersten Götterdrei und der dreifachen Göttlichkeit kommen. Das ist das Ergebnis der richtigen Einstellung zu Beinsa Douno, zu der Wesenheit Anthropos-Sophia und zu Michael, der die Himmelshierarchien von den Engeln u den Herrschaften leitet, und über die Herrschaften für Offenbarungen aus den höchsten Ebenen offen ist. Michael arbeitet gleichzeitig von der Sonne aus und für den Aufgang der inneren Christus-Sonne, die auch der Träger von Licht, Leben und Liebe ist. Wenn beide Sonnen im Menschen zusammenkommen, ist das der wahre Augenblick seines Erwachens. Ich hatte ein solches Erlebnis, von dem mir später gesagt wurde, dass das die Einweihung mit dem Eisen und dem Brot ist, mit Michael und Christus. Was bedeutet das in diesem Licht? Auf einmal erlebte ich am helllichten Tage, dass alle Wesen im Kosmos nach dem Golgatha in der Christus-Liebe leben. Ich hatte das Bewusstsein, also das Licht, dass alle Wesen in der Christus-Liebe leben. Das war die Rückkehr des Palladiums. Das Palladium ist der Träger von Licht, Leben und Liebe. Der Heilige Geist, trägt mit dem Manas – dem Palladium dahinter das Buddhi-Prinzip oder die Christus-Liebe. Das ist das wahre Erlebnis jener Liebe, über die Beinsa Douno sagt, dass er bisher nur ihr Ende angehoben hat. Ich kenne zwei Personen, die etwas Ähnliches erlebt haben, aber anders, weil jede Seele einmalig ist. Nur jemand, der so etwas erlebt hat, kann den anderen in seinem Erlebnis verstehen. Der Sinn des geistigen Lebens des Menschen ist es, aus der Erkenntnis durch die geistige Erfahrung zur Praxis überzugehen. Die Erkenntnis ist das Studieren, die geistige Erfahrung ist das Einströmen des Geistes, die in reale Taten zu verdinglichen ist. Wer so etwas erlebt hat, strebt unvermeidlich dazu, es in einer Gemeinschaft zu sozialisieren. Das ist die Eröffnung der neuen Mysterien. Die Eröffnung der neuen Mysterien geschah mit der Offenbarung über den Bodhisattva von 2000 und sie geht weiter mit der weiteren Verdinglichung der Synthese der beiden Impulse im Laufe von drei siebenjährigen Perioden.

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