Die drei Strömungen und der Schulungsweg

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 24.04.2016 in Varna
vom Autor nicht durchgesehene Textfassung der Videodatei

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Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du uns mit dem Heiligen Geist auf dem Weg zur Erfüllung des Plans führst, den unser gemeinsamer Vater vorgezeichnet hat. Amen!

Wie immer kommt unser heutiges Thema „Die drei Strömungen und der Schulungsweg“ nicht von ungefähr, sondern es hat sich nach einem Plan entfaltet, wie eine Schriftrolle ausgebreitet. Wir  können nur rätseln, wie weit dieser  Plan reichen wird. Am 02. und 03. April 2016 fand in Varna eine Konferenz mit dem Thema „Die geistige Führung der Menschheit“ statt[1], auf der neun Referenten Vorträge gehalten haben. Ursprünglich waren drei Vertreter der Anthroposophischen Gesellschaft, drei Referenten aus der „Weißen Bruderschaft“ angekündigt, sowie ein externer Forscher, der über den Mithraismus der Saken vortragen sollte. Später kamen zwei weitere Teilnehmer aus dem soz. neutralen Teil hinzu. Die drei Vertreter der Anthroposophischen Gesellschaft sollten die dritte Hierarchie der Engel, Erzengel und Archai repräsentieren, die Vertreter der Weißen Bruderschaft“ – die erste Reihe der Throne, Cherubim und Seraphim und die drei Mittleren sollten das Bindeglied darstellen und die zweite Götterdrei des Sohnes repräsentieren. Von den Vertretern der Anthroposophischen Gesellschaft hat man erwartet, dass sie nicht nur den Beitrag Steiners aufzeigen, sondern auch durch sich selbst ein vergeistigtes Denken im michaelischen Sinne vorführen würden. Sie sollten vorführen, wie der Wille das Denken erfasst und wie man vom räumlichen zum zeitlichen Denken übergeht. Ob das ihnen gelungen ist, können diejenigen von Ihnen, die anwesend waren, selbst beurteilen. Wenn ich das Niveau ihres Auftritts, die Substanz und die Art des Vortragens beurteilen sollte, müsste ich, vorsichtig ausgedrückt, kritisch sein, und ohne Umschweife gesagt, müsste mein Kommentar vernichtend sein. Das werde ich aber unterlassen und nur darauf hinweisen, dass der dritte Referent, der nicht mal einen Vortrag hatte, sehr oberflächlich an dieses Ereignis der Konferenz heranging, über dessen Charakter ich später vom okkultem Standpunkt aus eingehen werde. Jeder der Anwesenden betrachtete das Ereignis von seiner Bewusstseinsstufe aus und gewann Eindrücke, die diesem Bewusstsein entsprechen. Wenn zehn Personen einen Baum betrachten, werden sie ihn auf zehn verschiedene Weisen beschreiben. Ich werde meinen Blick anbieten, denn das Ereignis war sehr wichtig. Es fand statt genau 14 Jahre nach meiner ersten Begegnung mit Sergej Prokofieff in Sofia.

Als ich dem russischen Anthroposophen gegenüberstand und ihm die Idee von Beinsa Douno als den Bodhisattva des 20. Jahrhunderts sowie zwei Bücher des Meisters anbot, hoffte ich, dass er seinen Weg zu ihm zurücklegen, eine eigene Synthese der beiden Impulse vornehmen und diese in der Anthroposophischen Gesellschaft verbreiten würde. Das fiel mit dem Zeitpunkt zusammen, als Prokofieff eingeladen wurde, Mitglied des Vorstandes der Anthroposophischen Gesellschaft zu werden. Er hatte sein Buch „Menschen mögen es hören“ beendet und hoffte, diese Gesellschaft in die Richtung zu führen, die er für richtig hielt. Fünf Jahre nach unserem ersten Treffen begegneten wir uns zum zweiten Mal, und ich fragte ihn damals, was aus dem geheiligten Impuls geworden ist, den Steiner versprochen hatte und was sich aus der Vorlesung Steiners über die zwei Wege – den Rosenkreuzer- und den Bodhisattvaweg – ergibt, die seit dem 13. Jahrhundert gemeinsam verlaufen und auf denen die wahren Quellen des Christentums zu finden sind, d.h. den Weg zum wahrhaftigen Ich-Menschen, denn wahrer Christ zu sein, bedeutet, ein Ich-Mensch zu sein.

Es hat sich herausgestellt, dass dieser Happen zu groß für den größten Anthroposophen unserer Zeit war und er wurde nach seiner Krankheit – genau genommen zwölf Jahre nach unserer ersten Begegnung und 14 Jahre nach dem Ausströmen des Heiligen Impulses – aus der Sphäre des Erdenraums in die Sphäre der geistigen Zeit hineingeführt. Die Anthroposophische Konferenz, die 2014 in Varna 2×7 Jahre nach dem Anfang dieses Impulses stattfand, repräsentiert die Mysterien der Zeit. Nachdem Sergej Prokofieff das Mysterium des Bodhisattva nicht erreichen konnte und in die geistige Zeit hinausgeführt wurde, leistet er seit zwei Jahren bei allem, was seitdem aus der geistigen Welt herabströmt, große Hilfe.

Die Vertreter der „Weißen Bruderschaft“ auf der Konferenz waren bunt und sollten uns durch das Wort vorführen, wie der Gedanke heruntersteigt und zum Zentrum des Willens wird. Das geschah bis zu einem gewissen Grade im Vortrag Dimitar Kalevs, der am besten von allen Anwesenden sowohl die Anthroposophie als auch den Bodhisattva-Impuls kennt. Sein Vortrag hatte den höchsten Wert von allen. Er enthielt viele Herausforderungen, auf die keiner außer mir reagierte. Die anderen Vortragenden, die das Bindeglied sein sollten, waren Damjan Popchristov, Alexander Hoffart und Prof. Sava Vassilev von der Universität Veliko Tarnovo. Sie konnten diese Rolle nicht erfüllen, da sie die Geisteswissenschaft nicht kennen. Zum Bindeglied konnten einige Teilnehmer aus dem Publikum werden, die sich neben mir zu den neun Vorträgen geäußert haben. Obwohl die Konferenz auf den ersten Blick etwas langweilig, langatmig und unproduktiv aussah, behaupte ich, dass sie ein Ereignis von Weltbedeutung ist. Wenn wir in die eine Schale der Waage die ganze trübe Welle in ihrem schlechten Aspekt legen, die sich nun über Europa ergießt mit allen schrecklichen Folgen für die europäische Bevölkerung neben dem positiven Aspekt der Erweckung dieser Bevölkerung, und in die andere Schale das Gute legen, das gegensteuern kann, so machte diese Konferenz einen erheblichen Teil des Guten aus. Was meine ich damit?

Als die Anthroposophische Gesellschaft in Bulgarien 2001 gegründet wurde, hatte eine Anthroposophin die Imagination, dass ein sehr hübsches Baby geboren wird, das leider tot ist. Die Anthroposophische Gesellschaft in Bulgarien war dieses hübsche, aber totgeborene Baby. Es kam tot zur Welt, da die bulgarischen Anthroposophen unfähig waren, den Bodhisattva-Impuls in der richtigen Art zu behandeln und eine indifferente Einstellung zum bulgarischen Mysterium hatten. Sie schauten zu jenen scheinbaren Trägern des Wissens in West- und Mitteleuropa hinauf, von deren wahrem Wert wir uns mit eigenen Augen auf der Konferenz 2014 überzeugen konnten. Eine weitere Frau, die der „Weißen Bruderschaft“ angehört, hatte vor anderthalb Jahren eine andere Imagination bezüglich der wundersamen Dinge, die mit ihr geschehen würden. Und sie sind geschehen, wobei eines der rätselhaftesten Dinge ein schlafendes Baby war, das sie hatte. Welches ist dieses Baby? Dieses Baby ist das Baby der Synthese zwischen den Impulsen des Bodhisattva und der Anthroposophie. Im Jahr 2000 begann ich, über dieses Thema vorzutragen. 14 Jahre nach meinem Treffen mit Prokofieff wurde durch verschiedene Menschen hier in Varna in den beiden Gesellschaften eine persönliche Synthese vollzogen, über die ich die Vorstellung hatte, dass Prokofieff sie verwirklichen und in der Anthroposophischen Gesellschaft durchsetzen könnte. So wie 2014 die Anthroposophische Konferenz in Varna stattgefunden hat, wurde die Stadt wieder zum Zentrum dieses Ereignisses. Hier ist auch der einzige Ort der Welt, wo dies geschehen könnte. Auf der neulich beendeten Konferenz ist das Baby aus der Imagination aufgewacht. In okkulter Weise haben wir erfahren, dass dieses Baby vorsichtig und mit größter Sorge großgezogen werden soll – als etwas, was immer noch schutzlos ist. Deshalb will ich die Referenten, die zweifellos Kritik verdient haben, nicht kritisieren. Dieses Ereignis braucht nicht kritisiert, sondern unterstützt zu werden. Lassen wir uns mit der Freude des Geschehenen an unsere Vorlesung „Die drei Strömungen und der Schulungsweg“ herangehen, denn das, was hier vorgeführt wurde, ist eigentlich der heutige Schulungsweg, mit dem man den aktuellen Anforderungen angemessen sein kann. Um die Frage, was es heutzutage bedeutet, ein spiritueller Schüler zu sein, viel umfassender und tiefgehender zu beantworten, müssen wir zu den Quellen zurückkehren und einen Überblick über die ganze vorhandene Geistigkeit der Menschheit geben. Auf dem Weg, den wir in den nächsten Stunden zurücklegen werden, werden wir auch neue, aufregende Dinge streifen.

Wir kommen zur Atlantis zurück. Wie wir wissen, gab es dort ein Hauptorakel – das war das Sonnenorakel unter der Leitung des Avatars Manu. Ich werde erläutern, was ein ‚Avatar’ bedeutet, denn eine Woche nach dem Ereignis in Varna wurden gleichzeitig zwei Foren in Schumen und Preslav von zwei verschiedenen Organisationskomitees veranstaltet, die den Bogomilen gewidmet waren. Die eine Veranstaltung war eher akademisch ausgerichtet, und die andere hat vor allem Teilnehmer ohne wissenschaftliche Titel zusammengeführt. Dort gab es einen Referenten, der die Anthroposophie einigermaßen kennt. In seinem Vortrag warf er in einer erstaunlichen Art den Avatar Manu, den Bodhisattva, die Adepten Skythianos und Zarathustra auf einen Haufen und stellte sie als die Vertreter der Loge der zwölf Bodhisattvas vor. Wenn ein nicht sehr gut informierter Anthroposoph das Wort ergreift, kommt es zu einer solchen Verwechslung von Menschheitsführern verschiedenen Ranges, was einen der größten Fehler im Okkultismus darstellt. Selbstverständlich kommt man dann zu den falschen Schlüssen. Der Avatar Manu ist ein Wesen, das nach der östlichen Terminologie ein Dhyani Buddha ist. Die Bodhisattvas sind Wesen, die unter der Führung ihres Schutzengels Arbeit am Astralleib ausführen. Zu ihnen gehört Beinsa Douno und auch Orpheus, bevor er Buddha wurde. Die Buddhas sind Wesen, die am Ende ihrer Mission als Bodhisattvas  zu dieser Rangstufe aufsteigen und mit dem Erzengel an ihrem Ätherleib zu arbeiten beginnen. Ein Dhyani Buddha ist dagegen ein Wesen, das mit einem Archen in der lemurischen Zeit und mit einem Erzengel in der atlantischen Zeit an der Verwandlung seines physischen Leibes in einen Geistesmenschen arbeitete. Manu ist ein Avatar, durch den ein Erzengel über ein Menschenwesen wirkt und seine Leiber bearbeitet, indem er an der Verwandlung seines physischen Leibes in den Geistesmenschen arbeitet. Je mehr wir uns der Gegenwartszeit nähern, desto niedriger wird der Rang der übersinnlichen Wesen, die sich durch einen Menschen manifestieren können. Der Avatar Manu bereitete die Strömungen vor, die aus der Atlantis herausgehen sollten, damit sich das spirituelle und alles andere Leben der Menschen weiterentwickeln konnte. In der Anthroposophie werden eine nördliche und eine südliche Strömung unterschieden, aber in GA 195 „Weltsylvester und Neujahrsgedanken“ ist in der ersten Vorlesung[2] von drei Strömungen die Rede. Iva Maneva hat mich vor einigen Stunden auf diese Vorlesung aufmerksam gemacht, die ich vor längerer Zeit gelesen hatte, damit ich das auf das heute Vorzutragende abstimme. Nachdem ich mich daran erinnerte, worum es geht, hat dies die Vorlesung, deren Titel vor ca. 20 Tagen formuliert wurde, in einem anderen Sinne bereichert. Nun werde ich versuchen, beides miteinander zu verbinden und wir werden die jeweiligen Schlüsse ziehen.

Von der Atlantis nehmen drei Strömungen ihren Anfang und nicht zwei, wie in der Anthroposophie bekannt ist. Die eine bleibt gewissermaßen verborgen und sie wurde von Steiner nicht beleuchtet. Wir wissen, dass die nördliche Strömung durch die nördlichen Gegenden jener Gebiete ging, die heute Europa und Russland darstellen. Sie stieß tief nach Asien vor und erreichte die heutige Wüste Gobi nördlich des Himalayas. Vor etwa 7000 bis 8000 Jahren v.Chr. war die Gobi eine blühende Landschaft. Diese Strömung wurde von Zarathustra angeführt, der von Manu im Sonnenorakel eingeweiht wurde. Die zweite Strömung ist die südliche, die durch jene Gebiete verlief, die heute Frankreich, Spanien, Nordafrika, Ägypten, die Arabische Halbinsel usw. darstellen. Diese Strömung erreichte auch die Gobi-Wüste. Laut Steiner wurde diese Strömung von Manu selbst angeführt. Ich werde etwas sagen, was das Ergebnis unserer okkulten Forschungen ist. Ich erhebe keinen Anspruch, dass sie rechtmäßiger sind als der Okkultismus Steiners, deshalb nehmen Sie bitte das als eine Ergänzung auf. Steiner hat Vieles verschwiegen, obwohl er es sehr gut gewusst hat, aber das fehlende Gehör im Publikum und die Gefahr der Aufdeckung der Bodhisattva-Mission ließ ihn über bestimmte Fragen schweigen. Diese südliche Strömung wird vom dritten Bodhisattva angeführt, und Manu ist derjenige, der alle drei Strömungen im Sonnenorakel vorbereitet und hinter allen drei gestanden hat. Wie wir wissen, befand sich in der Nähe des heutigen Irland der „Vorposten“, von dem aus alles begann. In den irischen Gebieten gab es eine Synthese der Mysterien und dort begann die Trennung. Derjenige, der die Synthese beherrschte, ist Skythianos – der Eingeweihte, über den Steiner am wenigsten sprach.

Die dritte Strömung ging quer durch Europa und erreichte die Balkanhalbinsel. Sie wurde von Skythianos selbst angeführt. Von Beinsa Douno wissen wir, dass in die heutige Gegend des Aladscha-Klosters bei Varna Eingeweihte aus der Atlantis kamen, aber wir werden darauf später zurückkehren. Es geht um drei Strömungen, wobei die dritte verborgen bleibt. Was machte der Bodhisattva, der die südliche Strömung anführte, von der Steiner sagte, dass sie von Manu angeführt wurde? Was wird dort verheimlicht und warum wird der Bodhisattva selbst verborgen? Was sind die südliche und die nördliche Strömung? Unterwegs trafen diese Strömungen auf örtliche Bevölkerungsmassen, die noch das atavistische Hellsehen besaßen. Diese mussten in einer speziellen und unterschiedlichen Art beeinflusst werden, welche dem Plan der zukünftigen Menschenentwicklung entsprach.

In der Vorlesung über die Bodhisattvas[3], die ich im Laufe von zwei Jahren geschrieben habe, und die mehrmals gelesen werden sollte, gehe ich auf zwei der zwölf Bodhisattvas ein, die während der Erdentwicklung einen Aufstieg zum Buddha erfahren werden. Diese beiden Bodhisattvas befassten sich in der atlantischen Zeit hauptsächlich mit dem physischen Menschenleib, der damals den Kulturentwicklungsfaktor darstellte. Was bedeutet es, dass der Kulturentwicklungsfaktor in der Atlantis der physische Leib war und während der urindischen Zeit – der Ätherleib? Der Geist ist die Zukunft, der Vater ist die Vergangenheit und unsere Seele ist die Gegenwart. Beinsa Douno sagte, dass der Mensch seine Seele darstellt, dem wir hinzufügen können – auch das Ich. Das, was der Mensch im Moment darstellt, das ist seine Seele. Mit ihr erlebt er und nimmt Einflüsse von der Umwelt auf. Welche ist unsere Seele in der Gegenwart? Das ist unsere Bewusstseinsseele, durch die wir die Welt wahrnehmen. In der atlantischen Zeit war der physische Leib unsere Seele und durch den Leib haben wir die Welt wahrgenommen. Die beiden Bodhisattvas haben seit Mitte der atlantischen Zeit mit diesem Faktor in zwei sich in der Zeit entwickelnden Arten gearbeitet, um das auszubilden, was sich in der ersten und zweiten Kulturepoche der sechsten Wurzelrasse widerspiegeln wird. Bisher ist es nicht ganz klar, was für Fähigkeiten sie unserem physischen Leib als Keim angelegt haben, aber diese Fähigkeiten hängen auf alle Fälle mit dem zusammen, was wir aus einer viel späteren Zeit als den Manichäismus kennen.

Was geschah in der ersten Kulturepoche im alten Indien mit dem dritten Bodhisattva, als die Menschheit im Jahre 5505 v.Chr. das große Weltenneujahr erlebt hat? Als die von Zarathustra und dem dritten Bodhisattva angeführten Strömungen sich auf dem Gebiet der heutigen Wüste Gobi während des Weltneujahrs begegneten, und der Kulturentwicklungsfaktor der Ätherleib war, hat die Menschheit das Folgende erlebt. Das Bewusstsein unserer Seele, d.h. unseres Ätherleibes hat sich mit dem Bewusstsein des Astralleibes verbunden, der in sich die Weltgeheimnisse des Kosmos enthält. Bei der Erhebung des Bewusstseins haben wir diese Weltgeheimnisse erlebt und das hat sich unseren Ätherleibern jeweils unterschiedlich eingeprägt, in Abhängigkeit von der Evolutionsentwicklung jedes Menschen oder seiner Bewusstseinsstufe. Welches Ereignis hat im großen Weltenneujahr stattgefunden, so dass der bulgarische zyklische Sonnenkalender – der älteste und genaueste Kalender – im Jahr 5505 v.Chr. beginnt? Als die beiden Forscher T. Tanev und A. Manev diesen Kalender wiederherstellten, erklärten sie, dass dies der Augenblick der Schöpfung sei. Sie hatten bis zu einem gewissen Grade Recht. Wenn wir verstehen, was wir und der dritte Bodhisattva damals erlebt haben, was sich unseren Ätherleibern eingeprägt hat, werden wir in der Lage sein, das Geheimnis dieses Wendepunktes in der Menschengeschichte zu streifen.

Der dritte Bodhisattva erlebte das in einer anderen Art als alle anderen Menschen. Während der atlantischen Zeit konnten die beiden Bodhisattvas (und später auch der dritte) in das Menschengefäß bis zur Stufe des Astralleibes heruntersteigen. Die Anbindung an einen ätherischen und physischen Leib war nicht möglich. Würde man hellseherisch einen solchen Bodhisattva sehen, würde man bemerken, dass er sich sehr hoch hinauf in die astralischen Welten erhob. Das Weltenneujahr findet einmal alle 12000 Jahre statt und das, was in der östlichen Esoterik „Das Tor zum Unsichtbaren“ genannt wird – einmal alle 24000 Jahre. Beim Weltenneujahr konnte ein damals inkarnierter Mensch die Weltenweisheit erleben. Das war nur auf dem Erdenplan möglich und wer damals nicht auf der Erde war, konnte das nicht erleben. Indem der dritte Bodhisattva bis zum Astralleib seines Gefäßes herunterstieg, konnte er im Augenblick des Weltensilvesters sich mit dem Ätherleib des Gefäßes verbinden und ihm alles einprägen, was als die Weltenweisheit erlebt wurde. Was sahen die Bodhisattvas und alle anderen Menschen in diesem Augenblick? Alles bis dahin war eine Art Rückblick auf die Atlantis. Von diesem Augenblick an sahen alle und vor allem der Bodhisattva, der soz. qualitativ am besten das Weltenneujahr erlebte, die bevorstehende Zukunft. Das nächste Weltenneujahr wird im Jahre 6495 n.Chr. sein, wenn der Mond sich mit der Erde wieder vereinigt. Dann wird sich das Böse in einem unerhörten Maße steigern und wir werden am weitesten von der „Pforte Brahmas“ bzw. der Weltenweisheit entfernt sein. Deshalb müssen wir durch den Christus-Impuls einen solchen Weg zurückgelegt und eine solche Ich-Evolution erreicht haben, dass wir mit diesem kolossalen Übel in dieser ungünstigsten Position vom geistigen Standpunkt aus fertig werden. Der dritte Bodhisattva – der Bodhisattva der ersten nachatlantischen Zeit – erlebte alles, was als Böses zukünftig bis zur Trennung in eine gute und eine böse Rasse kommen wird. Er prägte dieses mächtige Wissen in den Ätherleib seines menschlichen Gefäßes ein, indem er ihm die Charakteristika eines Astralleibes verlieh. So wurde die zweite Kulturepoche vorbereitet, in der Zarathustra – der bedeutendste Schüler dieses Bodhisattva, mit dem sie zusammen unter der Leitung Manus in jenen Gebieten waren – die Lehre von Ormuzd und Angra Manyu (Ahriman) gab, die Lehre der Trennung zwischen Licht und Dunkelheit. Das, was der Bodhisattva erlebte, der damals zum Buddha wurde, wird sich in der siebten Kulturepoche widerspiegeln, im Krieg aller gegen alle. Dann werden nur die Menschen, die den Weg zu Christus gefunden und in der richtigen Art zurückgelegt haben, das Produkt als Weltenweisheit benutzen, das im Astralleib dieses Bodhisattva ausgearbeitet wurde. Dann werden wir eine gigantische Weltenweisheit brauchen und die Liebe von Golgatha, um mit dem ankommenden Mond fertig zu werden.

Dann kommen wir zum nächsten Bodhisattva, der im Rila-Gebirge ca. 3400-3500  v.Chr. die Synthese des großen Dreiecks vorgenommen hat. Welches Dreieck war das und warum war es in dieser Art konstruiert? Warum verbindet Steiner die soziale Dreigliederung mit den drei Mysterienströmungen der Menschheit, die die uranfänglichen Quellen der Dreigliederung bilden?

Skythianos blieb in Europa, doch er stand auch mit dem in Verbindung, was im Gebiet der heutigen Gobi-Wüste geschah. Hier hat er das Dreieck der Mysterienzentren nah der Stadt Archangelsk, bei Santiago de Compostela und im Aladscha-Kloster bei Varna gebildet. In diesen drei okkulten Zentren mussten inmitten der örtlichen Bevölkerung das Denken im Norden, das Fühlen im Westen und bei uns – der Wille ausgearbeitet werden. Skythianos wanderte zwischen diesen drei Zentren, um das Seelenleben der Menschheit vorzubereiten.

Was war das Wichtigste, das beim Herausgehen aus der Atlantis zur Begegnung mit Christus vorbereitet werden sollte? Das war die Verinnerlichung des menschlichen Seelenlebens. Wir begannen unsere nachatlantische Entwicklung mit dem Ätherleib als Kulturentwicklungsfaktor, in der urpersischen Zeit wurde der Astralleib zum Entwicklungsfaktor und in der dritten Kulturepoche war das die Empfindungsseele. In der dritten Kulturepoche war das Erleben der Welt durch die Empfindungsseele als die Form der Beziehung zur geistigen Welt rechtmäßig. Doch wenn heute jemand nur an Essen und Trinken denkt, stellt das ein Abstieg zur Empfindungsseele und eine Rückentwicklung, Atavismus dar. Wenn ein unrechtmäßiger Okkultismus praktiziert wird, kann dieser Abstieg bis zum Astralleib reichen, und wenn schwarzmagische Praktiken ausgeübt werden, die dem Krach der Atlantis zugrunde lagen, kann der Abstieg sogar den ätherischen und physischen Leib erfassen. Diese ganze Palette des Abstiegs im Okkultismus lässt sich gegenwärtig beobachten und wenn man die Geisteswissenschaft gut kennt und einer sog. spirituellen „Autorität“ zuhört, ist einem sofort klar, wie weit dieser Mensch abgestürzt ist. Es gibt also das rechtmäßige Erleben eines Wesensgliedes und das unrechtmäßige Erleben, wenn das nicht in der angemessenen Kulturepoche stattfindet.

Skythianos besuchte die drei okkulten Zentren, von denen am wichtigsten dasjenige am Weißen Meer war, wo das Denken entwickelt wurde, damit später das Wirtschaftsleben als der Bestandteil der sozialen Dreigliederung ausgebildet werden konnte. In Santiago de Compostela wurde das Gefühlsleben ausgebildet, das viel später durch die Metamorphose bestimmter Mysterien das staatlich-rechtliche Leben als den zweiten Bestandteil der sozialen Dreigliederung ausbildete. Hier – im Zentrum in der Nähe des Aladscha-Klosters – wurde der Wille ausgearbeitet, der durch die Metamorphose gewisser Mysterien das geistige Leben der Menschheit hervorbrachte.

Was waren die Mysterien, die in die drei Glieder des dreifachen sozialen Organismus metamorphosierten? Das erste Mysterium war dasjenige uranfängliche Mysterium, das im Gebiet der heutigen Gobi-Wüste bestand und von dem alle nachatlantischen Kulturepochen ihren Lauf nahmen. Das ist das Mysterium des Lichtes oder des Geistes. Es drückte sich darin aus, dass in allen Gebieten, durch die die drei Strömungen gingen, in der örtlichen Bevölkerung die noch atavistisch hellsehend war, der Impuls des Denkens eingesät werden sollte. Diejenigen, die die Menschheit aus der versinkenden Atlantis herausführten, hatten nicht unbedingt ein starkes Hellsehen, sondern in ihnen leuchtete das Denken auf, so dass sie vom Bilderdenken der Atlantis allmählich zur begrifflichen Wahrnehmung der Welt übergingen. Das war auch beim dritten Bodhisattva der Fall, der sein Erleben während des Weltneujahrs auch Zarathustra einprägte und so den Anfang der Begrifflichkeit, des Übergangs vom Bildhaften zum Begrifflichen setzte. Zarathustra praktizierte das in seinem Mysterienzentrum, wo er seine Schüler während der zweiten Kulturepoche vorbereitete. Bei den Mysterien des Lichtes kamen die Eingeweihten, wie die Mythen erzählen, aus den hohen Bergen Asiens herunter. Diese Eingeweihten sind als die Arier bekannt, die neben dem Hellsehen in ihren Seelen auch den keimhaften Verstand besaßen. Allmählich formten sie die Kulturen, die sich im Süden und Südwesten entfalteten, indem sie der örtlichen Bevölkerung den Denkimpuls einprägten. Damit die Menschen später das Mysterium von Golgatha richtig aufnehmen konnten, mussten sie auf die Begrifflichkeit vorbereitet werden. Die Arier waren die Vertreter der Mysterien des Lichtes. Sie waren auch diejenigen, die mit Skythianos in die Mysterienstätte nahe des Aladscha-Klosters kamen. Das sind die Mysterien des Geistes, über die Steiner sagt[4], dass die Menschen in Osteuropa am meisten geneigt sind und das natürliche Bedürfnis haben, sie anzunehmen. Und nicht nur diese, sondern alle drei Mysterienarten. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Synthese von Steiner und Beinsa Douno hier ihren Lauf nimmt.

Die zweite Mysterienart, das sind die Mysterien der südlichen Strömung, die wir die Ägyptischen Mysterien nennen können. Steiner nennt sie die Mysterien des Menschen. Sie stehen im Zusammenhang mit dem, was in Santiago de Compostela ausgearbeitet wurde. Deshalb können wir sie auch die Mysterien der Seele nennen. Wenn es Mysterien des Geistes und der Seele gibt, dann muss es auch Mysterien des Leibes geben, da der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht. Dasjenige, was in der zweiten Kulturepoche im bereits in der ersten Kulturepoche gebildeten Mysterienzentrum am Weißen Meer ausgearbeitet wurde, stand im Zusammenhang mit den Mysterien der Erde oder des Leibes. Später ergaben sie die angloamerikanische Weltwahrnehmungsart als ein sekundäres Produkt der germanisch-skandinavischen Völker, das eng mit dem Irdischen verbunden ist.

Das waren die drei großen Mysterien des Altertums, die die Menschen vorbereiteten – die Mysterien des Lichtes und Geistes, die Mysterien des Menschen und der Seele und die Mysterien der Erde und des Leibes. Sie waren in diesem großen gleichseitigen Dreieck vertreten. Der dritte Bodhisattva nahm in der Rila-Schule eine Synthese des geistigen Produkts dieser drei Weltmysterien vor. Eine Folge dieser Synthese war die Herausbildung der Völker. Davor lässt sich über Völker und Artefakte solcher Völker nicht reden.Wenn heute das Alter von Artefakten auf 5000-6000-7000 Jahren v.Chr. bestimmt wird, so ist das ein Aberglaube der Wissenschaft. Im Unterschied von den alten Mythen und Legenden, die eine Substanz haben, gibt es in den Mythen und Legenden der Wissenschaft keine Substanz. Sie sind reiner Aberglaube.

Am Anfang der Bibel ist von drei Söhnen Noahs die Rede – Sem, Ham und Jafet(h). Das sind die drei Weltenströmungen. Wir wollen verfolgen, wer welche Strömung repräsentiert und wo unser Platz in ihnen ist. In der Geschichtsschreibung besteht ein Streit darüber, ob die Bulgaren zur jafetischen oder semitischen Strömung gehören. Die russische Geschichtsschule mit all ihren umstrittenen Ergebnissen, die wir finden können, bestimmt uns ohne Zögerung als dem semitischen Anfang zugehörig. Der Geschichtsschreiber und Geograph al-Massudi aus Bagdad (Abu al-Hasan Ali ibn al-Husain al-Masʿūdī), der im zehnten Jahrhundert gelebt hat, wies darauf hin, dass wir von Methusalem stammen, dem Großvater Noahs. Natürlich ist „Großvater“ symbolhaft gesagt, so wie die Hunderte von Jahren, die die alten Gestalten der Bibel gelebt haben. Auf diese Weise wird bildhaft die Erinnerung an sie dargestellt, die im Bewusstsein lebte, welches sich von dem Bewusstsein ihrer Nachfahren stark unterschieden hat. Im „Anonymen Chronograph“ von 334, der die Abschrift einer früheren Quelle darstellt, heißt es, dass die Bulgaren von Ziezi stammen, der von Sem stammt. Beinsa Douno sprach über die „sanften“ Bulgaren auf der Balkanhalbinsel, die seit den ältesten Zeiten in unseren Gebieten lebten. Die Geschichte kennt auch die Pelasger, die hier lebten und die die alten Chroniken als Menschen vor der Sintflut bestimmen. Wer sind diese Menschen, die soz. unsere Stammväter sind? Als die drei Strömungen aus der Atlantis loszogen, trafen sie in den verschiedenen Territorien auf örtliche Bewohner. Die örtliche Bevölkerung in unseren Gebieten, die das alte Hellsehen am längsten behalten hat, sind gerade die „sanften“ Bulgaren oder die Pelasgen, die hier schon vor der Sintflut lebten. Hierher kamen die Eingeweihten, die die vorbereitende Mission für die Zukunft unter dieser Bevölkerung erledigen sollten als die Träger des Willens, des Ich-Prinzips. Das Blut ist die „Transportader“, auf der sich das Ich auf dem äußeren Plan bewegt und es manifestiert sich im Willen. Dort sind die Intuition und die ganze Zukunft der Menschheit. Dort versank nach und nach die ganze göttliche Welt und oben schwamm die Welt der Gedanken.

Die jafetische Strömung ist diejenige, die von Zarathustra angeführt den nördlichen Weg nahm und das Gebiet der heutigen Wüste Gobi erreichte. Die südliche Strömung stellt den von Ham gegebenen Anfang dar. Die vorderste Strömung, die zur Balkanhalbinsel über Mitteleuropa zog, stammt von Sem – Noahs erstgeborenem Sohn. Wenn die heutige Wissenschaft Artefakte der Zivilisation im Zweistromland am Tigris und Euphrat findet und sie als die ältesten bezeichnet, nimmt sie logischerweise an, dass dort die Wiege der Zivilisationen ist und setzt diese Gebiete mit dem Garten Eden aus der Bibel gleich.

Eigentlich hat sich die Umkehr aus dem Paradiesgarten zum Erdenplan im Jahre 5505 v.Chr. zugetragen, weshalb dieses Jahr dem ältesten Kalender zugrunde liegt. Der bulgarische Zykluskalender zeigt große Ähnlichkeit mit dem Kalender, der Henoch erhalten hat (in den Schriftrollen vom Toten Meer (Qumran-Rollen) entdeckt), als er durch den Erzengel Uriel in die geistige Welt hinaufgeführt wurde, wo ihm die Naturgeheimnisse und die Weltengesetze eröffnet wurden, die die Himmelskörper leiten.

Mit dem vierten Bodhisattva begann die Herausbildung der Völker der Welt. Vor dieser Zeit können wir noch von keinen Völkern reden, da der Mensch damals nicht die Fähigkeit besaß, sich selbst als zu einem Volk zugehörig zu empfinden. Die Menschen fühlten sich eher einem Stamm zugehörig, der einen Stammesführer hatte. Inzwischen gibt es historische Zeugnisse über die Beziehung der Völker im alten Sumer zur Balkanhalbinsel. Danach entwickelten sich Babylon und Chaldäa, wobei Chaldäa eher mit dem Priesterstand verbunden ist und nicht mit einem bestimmten Volk. Abraham kam aus Ur in Chaldäa. Ich behaupte, dass die Gründung des Volkes der Sumerer durch die „sanften“ Bulgaren geschah, auch die Gründung des Babylon-Volkes. Die Gründung jedes anderen Volkes ist auf den semitischen Anfang zurückzuführen, der durch die Balkanhalbinsel ging. Das ist die mittlere Strömung, die von Skythianos angeführt wurde. Über den Streit darüber, welchem Stamm wir entspringen, werde ich Folgendes sagen. Wenn über Skythen auf dem Gebiet des ganzen Eurasiens die Rede ist, wo die „wilden“ Bulgaren umherstreiften und Völker und Zivilisationen bis zu den Gebieten der japanischen Inseln begründet haben, entsteht der Eindruck, dass wir zur jafetischen Grundlage gehören, aber ihre Wurzel von der Balkanhalbinsel ist. Wenn vom Zug in Richtung des Zweistromlandes die Rede ist, entsteht der Eindruck, dass wir zur semitischen Grundlage gehören. Dem ist tatsächlich so, aber wir haben Erscheinungsformen überall, einschließlich am Anfang durch Ham, durch See- und Reitervölker, die Ägypten angriffen und dort die Führung übernahmen, was wahrscheinlich zur Zeit Abrahams geschah. Das ist eine Riesenanpassung von Völkern, auf die ich jetzt nicht detailliert eingehen will, da unser Thema auch so sehr umfangreich ist.

Wenn wir über die Bulgaren reden, müssen wir wissen. dass wir die authentische Bevölkerung der Balkanhalbinsel vor der Sintflut sind, unter der die semitische Grundlage unter der Führung des geheimnisvollsten Eingeweihten Skythianos arbeitete. Deshalb war hier die Existenz aller Mysterien der Erde möglich. Was war charakteristisch für die beiden bekannten Strömungen und für die mittlere Strömung, die wir nun zum ersten Mal neu formulieren werden? Zarathustras Weg bzw. die Nördlichen Mysterien waren der Weg der ekstatischen Beziehung zur geistigen Welt. Durch die Vorbereitung in den Mysterien konnte sich der Schüler von seinem Leib loslösen, indem er sein Ich-Bewusstsein und die Sinne zur Wahrnehmung der äußeren Welt opferte, um die geistigen Hierarchien aufzunehmen – jeder in dem Maße, in dem ihm das möglich war. Das war das Erleben des Mysteriums des Raumes oder der Zwölf und es wurde das Feuer des Raumes bzw. das Feuer des Himmels erlebt. Ein Abbild dieses Feuer-Mysteriums sehen wir im Brot, das im Ofen gebacken wird. Bei diesem Kontakt zur geistigen Welt trat man mit den Göttern in Beziehung und dort war der Blick nicht auf die seelische Vervollkommnung, sondern auf die Vorbereitung des Einzuweihenden gerichtet, der zum Gefäß eines höheren Wesens werden sollte. Dort war die Inkorporation wichtig. Für Zarathustra, der von da an bis zur Zeitenwende sieben Inkarnationen hatte, war es nicht so wichtig, wie fortgeschritten er selbst war, sondern sein Fortschreiten geschah im Sinne der nördlichen Mysterien. Wichtig war es ihm, durch die Einweihungstechnik auf diesem Mysterienweg selbst zum Gefäß und Vollzieher einer großen Mission zu werden. Wer diesen Weg beschritt, war ein Mensch der Tat, der auf große Hindernisse traf, er war der Sonnenheld. Alle im alten Griechenland vergötterten Helden sind Menschen, die diesem Weg folgten, auf dem das Führende das Mysterium des Brotes, die Inkorporation und der Sonnenheld waren. Solche Menschen sind immer als Träger eines höheren impulsierenden Wesens unvermeidlich in einen Konflikt zum Umfeld geraten, da die anderen sie nicht verstehen konnten. Die südlichen Mysterien waren wichtiger als die nördlichen, denn der Blick bei ihnen war auf das Innere des Menschen gerichtet und es wurde die Vervollkommnung des Seelenlebens angestrebt. Der Höhepunkt und das Symbol dieser Mysterien ist Gautama Buddha, der im sechsten Jahrhundert v.Chr. bei seinem Aufstieg zum Buddha zur Lehre von Mitleid und Liebe kam und den achtstufigen Weg des Schülers gab, welcher die Aufnahme des Mysteriums von Golgatha vorbereitete. Beim Weg des Mystikers ist der Blick nach innen gerichtet und durch die Einweihungsstufen geht man durch die vorherigen Inkarnationen bis zu der lemurischen Zeit und der übersinnlichen Welt bzw. dem Paradies zurück. Im Unterschied zum Weg der Ekstase, bei dem die Inkarnationen und die Sittlichkeit keine Rolle spielen, sondern der Wille, zu einem Gefäß zu werden, das der Erfüllung einer bestimmten Weltenaufgabe dient, ist hier die Vervollkommnung der inneren Welt des Menschen von Bedeutung. Auf diesem Weg begegnete man nicht den Wesen der höheren Hierarchien, sondern den luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesen. Das waren die furchterregenden chthonischen Götter. Um diese zu überwinden, waren eine unheimliche Charakterkraft und die Überwindung gigantischer Hindernisse notwendig, durch die man zur Einweihung kam. Bei der Einweihung konnte man durch den Überblick über alle Inkarnationen die Vorsehung über das Individuum und die Menschheit sehen. Das ist der Weg des Wassers, das Mysterium des Blutes oder das Erleben des lebendigen Wassers. Beide Wege hatten einen gemeinsamen Ausgangspunkt, gingen in zwei Richtungen und hatten das gleiche Ziel. Der Ausgangspunkt ist das Erdenleben. Derjenige, der den Weg der Ekstase besteigt, erhebt sich über die Sphären des Mondes, des Merkur und der Venus und gelangt zur Sonnensphäre, um dort mit einem entrückten Bewusstsein das makrokosmische Christus-Ich zu finden. Das ist der „Mondenweg“, bei dem man zuerst die Mondensphäre durchläuft. Auf dem anderen Weg, den Steiner den „Saturnweg“ nennt, kam man durch den Eintritt in die Menschenseele – natürlich müssen wir bedenken, was die Menschenseele in der jeweiligen Epoche darstellt – zur Enträtselung der Geheimnisse der Organe des physischen Leibes. Der Weg zur Sonnensphäre ging über die Sphären des Saturn, Jupiter und Mars. Beide Mysterien führten zum gleichen Ort, wobei Christus das Ziel war, aber das geschah auf zwei grundlegend unterschiedliche Arten. Beide Wege waren der Menschheit zur allgemeinen Vorbereitung auf die Ankunft Gottes notwendig.

Es gibt eine dritte Strömung, die direkt zum Christus führte und nicht über Umwege ging. Das ist die Strömung Abrahams, die zu einer direkten, physischen Begegnung mit Gott in der Zeitenwende führte. Demgegenüber hatten die anderen zwei Strömungen eine übersinnliche Beziehung zu Ihm als dem Sonnengeist, der sich vor Seinem Herabstieg auf der Sonne aufhielt. Diese dritte Strömung wurde abgeleitet und gebildet von den „sanften“ Bulgaren in Sumer und sie ging über den Auszug Abrahams aus Ur Chaldäisch und das Mysterium der Blutverwandtschaft weiter, aus dem der Leib für Gott entstand. Wo hat der Avatar Melchisedek, der Manu bzw. Noah war, Abraham eingeweiht? Das geschah auf dem Hügel von Sion, wo später der salomonische Tempel aufgebaut werden sollte. Dort weihte Melchisedek als der König von Salem Abraham ein – durch das Mysterium des Brotes und des Weines, des Feuers und des Wassers, des Raumes und der Zeit. Dabei hob er nur leicht den Vorhang vor dem Sonnenmysterium an. Das war notwendig, da Abraham das Mysterium der Leibbildung nur auf dem Mondenweg erleben durfte. Das hebräische Volk wurde in seiner Entwicklung der allgemeinen Menschheitsentwicklung entzogen und als eine dritte, besondere Strömung ausgebildet, die direkt über 42 Generationen zur Begegnung mit Gott auf dem physischen Plan führte. In diese Strömung wurden die Seelen vereint, die mit dem Stamm Sems verbunden waren, mit dem Stamm, der den Leib für Gott gab. Wir haben mehrmals die hebräischen Mysterien aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und werden auf sie nicht mehr eingehen, sondern nur erinnern, dass Vertreter aus allen anderen Völkern als die althebräischen Propheten inkarnierten. Jeder Prophet war mit seiner Einweihung aus dem früheren Leben vertreten, die in die zentrale, die anderen zwei Strömungen synthesierende und direkt zu Gott führende Grundlage mündete. Alle Gestalten aus dem Alten Testament, die Propheten oder andere berühmte Persönlichkeiten waren, können wir in der Zeitenwende wieder entdecken. Ein großer Teil von ihnen findet man im 20. Jahrhundert an der Seite des Meisters Beinsa Douno. Warum sie an seiner Seite waren, wird in etwa zwei Stunden deutlich werden.

Die beiden Mysterienarten finden wir später in den Dionysischen und Apollinischen Mysterien wieder. Die Apollinischen Mysterien dienten zur Verbindung mit den höheren Göttern und der Apollon-Grundsatz kam im Sonnenheld, in der Christus-Suche durch die Ekstase, im Mysterium des Raumes und der Zwölf zum Ausdruck. In ihnen wirkte die Grundlage Zarathustras oder allgemeiner ausgedrückt, die jafetische Grundlage. Die Dionysischen Mysterien sind ein Produkt der südlichen Strömung und dienten der Verbindung mit den niederen Göttern. Etwa 100 Jahre vor der Erscheinung des Buddha Orpheus zog Dionysos nach Indien, um die örtliche im Verfall begriffene Bevölkerung zu „veredeln“, in der fast nichts von dem ursprünglichen Einfluss der Arier geblieben war. Er vertrat die Hinwendung des Menschen zu seinem Inneren und die seelische Vertiefung. Wenn ich die Behauptung aufstelle, dass sowohl die Apollinische, als auch die Dionysische Grundlage die authentischen bulgarischen Grundlagen sind, die von den „sanften“ Bulgaren kommen, finde ich einen überzeugenden Beweis dafür im siebten Vortrag aus GA 129 „Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen“. Dort sagt Steiner, dass Dionysos als Plato wiedergeboren wurde und sein weiser Lehre Silenos – als Sokrates. In welchem Volk lebten ca. 1300-1400 Jahre v.Chr. Dionysos und sein Lehrer Silenos, als von Griechen und Hellenen noch nicht gesprochen werden konnte? Ich habe gesagt, dass die ganze hellenische Kultur ihren Ursprung in der thrakischen Kultur hat, was eine rein bulgarische Kultur ist, denn Thraker hat die Bedeutung „Barbaren“ und so haben die Griechen die Bulgaren genannt. Kein Bulgare hat sich selbst jemals als Thraker bezeichnet, sie existierten in über 100 Stämmen mit verschiedenen Namen, von denen keiner den Namen Thraker trug. Als Träger des Ich-Prinzips haben sich die Bulgaren viel schwieriger untereinander vereinigt, aber sie haben in den verschiedensten Ecken der Erde problemlos die örtliche Bevölkerung angeführt und Staaten gegründet.

Die Dionysischen Mysterien sind die Mysterien des Blutes und der Zeit. In den alten Sagen liest man, dass Dionysos die erste Weinrebe gepflanzt hat. Aber im Alten Testament wird als der erste Mensch, der sich betrunken hat, Noah genannt. Der Wein erscheint mit der ersten nachatlantischen Kulturepoche, und Dionysos ist der herausragendste Vertreter der südlichen Strömung. Diese Strömung wurde vom dritten Bodhisattva angeführt und in ihr war auch Manu anwesend. Deshalb sagte Steiner, dass Manu diese Strömung anführt. Er erwähnte den Bodhisattva nicht, da er auf einer niedrigeren Stufe der Hierarchieleiter steht. Der Wein war notwendig, um den noch in den geistigen Welten schwebenden Menschen zum Irdischen heranzuziehen. Doch es stand ein langer Weg der Vorbereitung auf den Herabstieg Christi bevor. Schon in der Zeit der Dionysischen und Apollonischen Mysterien gab es jemanden, der eine Synthese der beiden vorgenommen hat – das war der vierte Bodhisattva, der bei seinem Buddha-Aufstieg unter dem Namen Orpheus bekannt wurde. Durch die Musik legte Orpheus in unsere Empfindungsseele das hinein, was wir heute als logisches Denken manifestieren. Er erneuerte die Eleusinischen Mysterien, die rein Dionysische Mysterien waren, deshalb heißt es in der Sage, dass er von den Bacchinnen zerrissen wurde – die Erneuerung der Mysterien bedeutet, dass der Blick nach innen gerichtet ist und man den dunklen Göttern begegnet. Das wurde zwar mit dem Bewusstsein des vierten Bodhisattva gemacht, der gleichzeitig die Ekstase beherrschte, doch wenn man diesen dunklen Göttern gegenübersteht, führt das zum symbolhaften Zerreißen durch die Bacchinnen. Aber die Synthese zur Vorbereitung der fünften Kulturepoche wurde verwirklicht. Zu dieser Vorbereitung leistete auch Dionysos seinen Beitrag – alles, was er tat, ist in unserer heutigen Kultur des Denkens geblieben. Neben den beiden, wenn wir nur von Halbgöttern sprechen, hat auch der nächste Bodhisattva diese Kultur vorbereitet, den wir in seiner letzten Inkarnation als Gautama Buddha kennen. Von den eingeweihten Menschen leisteten Aristoteles und Plato einen großen Beitrag. In Persien wirkte der Wegbereiter Zarathustra, der im sechsten Jahrhundert v.Chr. als Zoroaster geboren wurde. Wenn Sie dem Vortrag Alexander Hoffarts bei der letzten Konferenz[5] aufmerksam zugehört haben, werden Sie begreifen, dass der Mithraismus keine Religion ist, die von den Persern stammt, sondern eine Religion der Skythen ist, folglich der Bulgaren, die aus dem Norden zwei bis drei Jahrhunderte vorher gekommen waren. Der Mithraismus wurde in das Perserreich eingebracht und von dort kamen die drei Könige als die Vertreter des Mysteriums des Raumes zum Jesus-Kind aus der salomonischen Königslinie. Sie haben einen langen Weg zurückgelegt – zeitlich und räumlich -, was bedeutet, dass sie lange in den nördlichen Mysterien vorbereitet werden mussten, um zu wissen, wann der Zarathustra-Stern wieder aufleuchten wird, vor dem sie sich verbeugt haben. Die Hirten verbeugten sich vor dem anderen Jesus aus der Priesterlinie, denn der König und der Priester wurden bereits getrennt im Unterschied zu ihrer Synthese, die im Mysterium des Lichtes bei den Ariern bestanden hatte. Die Hirten haben einen kurzen Weg in kurzer Zeit zurückgelegt, denn sie weilten mit ihren Herden in der Nähe. Den heutigen Hobby-Esoterikern, durch die Ahriman glänzend arbeitet, und die die Frage stellen, wieso die Bibel von Herden spricht, die sich zur Weihnachtszeit draußen befunden haben und deshalb die Glaubwürdigkeit des Evangeliums bestreiten, kann ich antworten, dass es völlig falsch ist, Gegebenheiten der heutigen Zeit auf die Zeit vor 2000 Jahren zu übertragen – unabhängig davon, ob es sich um das Wetter oder die Bewusstseinsstufe der Menschen handelt. Natürlich waren die Herden draußen, natürlich fand die Geburt des nathanischen Jesus in der Weihnacht statt und die Hirten – die Vertreter des Mysteriums der Zeit, des Blutes und des Wassers – haben sich vor dem Kind in der Krippe verbeugt. Durch die zwei Mysterien und die zwei Jesus-Kinder, die später zu einem Kind vereint wurden, sollte der Leib für Gott vorbereitet werden, in den das makrokosmische Ich selbst eintrat. Beim Geheimen Abendmahl begann Christus, mit seinem Ich und der nathanischen Seele herauszugehen und sich in die harten und flüssigen Elemente der Erde, in das Brot und den Wein zu inkorporieren. Das kam zum Ausdruck in den Worten „Nehmt und esst; das ist mein Leib“ und „Trinkt alle daraus; das ist mein Blut“ (Matth.26:26-28). Das Mysterium des Raumes und der Zeit, des Fleisches und des Blutes begann beim Geheimen Abendmahl und sollte mit den Bluttropfen am Kreuz zu Ende sein, die die Verbindung Christi mit der Erde und an Pfingsten –  die Verbindung mit dem Menschen selbst – bedeuteten, in dessen Ich Er eintrat. Hier können wir betonen, dass bei den Worten „Es ist vollbracht“, аls Christus sein Leben aushauchte, das Erdbeben eintrat und der Vorhang im Tempel entzwei riss, der Zugang zum Allerheiligsten des Tempels, zur Synthese dieser zwei Impulse im Christus geöffnet wurde. Seitdem sind die Mysterien offen, sie kamen ans Licht.

Wir werden kurz auf Aristoteles und Plato zurückkommen. Die Grundlage der Philosophie Platos war die Mysterienweisheit. Bei der Prägung der zehn Kategorien aus den übersinnlichen Bildern der alten Gnosis, die übrigens viel lebendiger als die heutigen abstrakten Begriffe waren, schuf Aristoteles bei der Entwicklung seiner Logik gleichsam einen Mondkelch, in dem die Mondsichel in sich die Sonne enthält. Das ist eines der Hauptsymbole des Grals (neben dem Hexagramm der zwei ineinandergeflochtenen Dreiecke), die das männliche und weibliche Prinzip symbolisieren und die geistige und irdische Welt. Jesus war diese Mondsichel, die die Christus-Sonne mit Liebe empfing, damit das große Mysterium zustande kommen konnte. Aristoteles prägte die Gesetze der Logik, damit die Menschen sich auf die Wahrnehmung Christi vorbereiten konnten. Bei Aristoteles ist die Mysteriengrundlage verborgen, aber man kann immer im Kelch seiner Logik die kosmische Intelligenz spüren, über die Michael auf der Sonne herrschte. Die Logik und die Gesetze, nach denen sie sich entwickelt, wurden von Aristoteles wie von keinem anderen nach ihm erforscht, bis Steiners Zeit kam. Darin spürt man den Geist der kosmischen Intelligenz der Sonne. Deshalb müsste heute jeder, der denkt, wissen, dass das zur Sonnenintelligenz gehört. Wenn man diese nicht rechtmäßig in einer geistigen Art verwendet, also wenn man nicht das anschauende Denken entwickelt, wird dieser aristotelische Mondkelch aus Begriffen zu einem Kelch der ahrimanisierten Intelligenz. Aus einem Gral wird der Kelch zu einem Anti-Gral. Bedauerlicherweise tragen alle heutigen Menschen den Anti-Gral in ihrem Bewusstsein und ihre Handlungen entstammen diesem Anti-Gral. Das ist hauptsächlich Ahrimans Werk, aber die geistige Faulheit unserer Zeitgenossen leistet auch ihren Beitrag, so dass die Menschen überhaupt nicht wissen, was es bedeutet, klug zu sein. Erfreulicherweise gibt es einige Ausnahmen von der Regel, die uns eine gewisse Hoffnung für die bevorstehenden Prüfungen geben. Plato und Aristoteles sind die großen Wegbereiter und die Blüte der griechischen Kultur, die vor ihnen mit der Literatur, Musik und Bildhauerei begonnen. Diese Künste waren das Ergebnis einer viel ätherischeren Weltwahrnehmung, aber die griechische Kultur erreichte ihren Höhepunkt mit der Frucht Aristoteles‘, die in die Welt mit dem Schwert Alexanders des Großen verbreitet wurde.

Nachdem der Vorhang im Tempel gerissen war, kam die Notwendigkeit, dass die Menschen einen Blick auf die Mysterien von ihrem wachen Tagesbewusstsein aus haben. Johannes der Täufer verkündete als Erster die Ankunft Christi. Im Matthäus-Evangelium sind seine Worte angegeben „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker denn ich, dem ich nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ (Matth. 3:11) Hier sehen wir einen Nachhall des Feuermysteriums, des Mysteriums des Raumes, denn Johannes gehört zu denjenigen, die Gott empfangen. Im Johannes-Evangelium sagt Christus zu Nikodemus bei der übersinnlichen Begegnung der beiden: „Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Es sei denn daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen“(Joh. 3:5). Wie wir wissen, ist Nikodemus die wieder inkarnierte Königin von Saba, die das Mysterium des Leibes kennt. Als Gott kam und die beiden Mysterien in ihm eine Synthese erfuhren, gingen die Hirten als Vertreter der Mysterien des Wassers zu Ihm. Sie hatten inspirativ die Botschaft der Engelsschar empfangen und gingen zum Kind in der Krippe. Die Engelsschar – das war Buddha mit dem Produkt der veränderten Astralleiber der früheren fünf Bodhisattvas und dem Produkt seines Teils des Astralleibes, der in Manas umgewandelt war. Die Hirten besaßen die Inspiration und erlebten eine Metamorphose, die sie in der christlichen Zeit zu Weisen machen sollte, d.h. sie sollten ihren Blick hinaufrichten und unter Überwindung der Hürde der Naturwelt eine Beziehung zur geistigen Welt aufnehmen. Die Könige dagegen sollten ihren Blick nach innen richten und unter Überwindung der Hürde der Seele den Zugang zu Christus in ihrem Ich finden. Deshalb sagte Christus zu Nikodemus, der das Mysterium des Raumes und des Feuers kannte, dass er aus Wasser und Geist wiedergeboren werden soll. Als jüdischer Eingeweihter im Geist der südlichen Mysterien verstand Nikodemus nicht gleich, was Christus ihm sagte und fragte, wie ein alter Mensch wieder geboren werden könne. Verstehen Sie, wie der Sinn der Evangelien vor unseren Augen erscheint, wenn wir wissen, welche Gestalt aus der Bibel welche Individualität war und was eigentlich in den Worten enthalten ist, die sie sagt oder die zu ihr gesagt werden. Es gibt jedoch eine Persönlichkeit, zu der bereits bei ihrer Ankunft auf die Erde Gott sagte, dass Gott Geist ist „und die Ihn anbeten, die müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh.4:24). Das ist die Samariterin – der inkarnierte Joseph, einer der zwölf Söhne Jakobs, der von seinen Brüdern als Sklave verkauft wurde und ihnen das vergeben hat. Künftig muss das Gute das führende Prinzip zur Umwandlung des Bösen sein. Deshalb hatte die Samariterin diese hohe Ehre, die erhabenen Worte Gottes aus dem Mund des Erlösers zu hören. Die Samariterin hatte fünf Männer und der sechste war „noch nicht ihr Mann“. Diese fünf Männer sind die vier Kulturepochen, die bis zur damaligen Zeit vergangen waren, und die bevorstehende fünfte. Derjenige, der noch nicht ihr Mann war, ist die zukünftige sechste Kulturepoche, in der wir Gott wahrhaftig im Geist und in der Wahrheit anbeten werden. Das ist die Synthese und sie bedeutet, dass wir mit unserem Ich bzw. dem Geist den Geist der Wahrheit anbeten werden. Das ist die erste Verkündung der Ankunft des Geistes der Wahrheit. Die nächste Verkündung fand beim Geheimen Abendmahl statt, als Christus sagte, dass Er von seinem Vater einen anderen Tröster – den Geist der Wahrheit – erbeten wird. Der Samariterin hat Christus die Synthese verkündet, denn sie war in der dritten Strömung, die direkt zu Ihm führte.

Nach dem Mysterium von Golgatha und nach Pfingsten gingen unterschiedliche Strömungen unter die Menschen. Wir wollen diese Strömungen betrachten, damit jeder, der hier anwesend ist oder diese Vorlesung sieht bzw. liest, sich selbst die Frage stellen kann, zu welcher Strömung er gehört. Warum ist das notwendig? Wenn man selbst bestimmen kann, wo man sich befindet, wenn man erlebt und die richtige Einstellung zu den Menschen in der jeweiligen Strömung über seine Bewusstseinsseele findet, kann man in einer richtigen Art seine vorherigen Inkarnationen abarbeiten. Aber in seiner eigenen Strömung wird man nicht die Möglichkeit haben, Eigenschaften für die Zukunft auszuarbeiten. Nur wer zu einer anderen der Strömungen geht und sie erlebt, kann Eigenschaften für seine künftigen Inkarnationen entwickeln. Nur ein Mensch, der zu einer Synthese spiritueller Mysterienströmungen in seinem Inneren fähig ist, ist ein Mensch der Zukunft, wobei unter „Zukunft“ der Heilige Geist zu verstehen ist. Der Heilige Geist ist die Zukunft, Christus ist die ewige Gegenwart und der Vater ist die ewige Vergangenheit. Jetzt stehen wir am Anfang des großen Christentums des Heiligen Geistes und nur Seelen, die Veranlagung zu einer Synthese in sich tragen, nur Seelen, die in der dritten Strömung waren, die von Abraham begann, nur Seelen, die eine Beziehung zur alten Bevölkerung der Balkanhalbinsel haben, können leicht die beiden Impulse aufnehmen und ihnen den Raum in ihrer Seele geben, in dem das Ich eine Synthese der Impulse vornimmt. Ich behaupte nicht, dass das für die anderen Seelen unerreichbar ist, aber sie müssen Anstrengungen unternehmen, um dies zu leisten. So wie der mechanische Okkultismus den angelsächsischen Völkern von ihrer Geburt an eigen ist und später seine natürliche Erscheinung haben wird, so finden heute die Menschen, die die Synthese in der dritten Strömung praktiziert haben, keinen Widerspruch in ihrer Seele bei der Vereinigung der anderen zwei Strömungen und deren Erleben auf der entsprechenden Bewusstseinsstufe, die von ihnen erreicht wurde. Mit solchen Menschen können wir leicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, im Unterschied zu den anderen.

Welche Strömungen gingen von Golgatha aus? Die zentrale Strömung, die als die Fortsetzung des Synthese-Grundsatzes bestimmt werden kann, bestand aus denjenigen, die Christus empfingen und verabschiedet haben. In einem Gespräch mit Ita Wegman sagt Steiner, dass man über die Strömungen in einer anderen Art sprechen kann. Sergej Prokofieff kannte den Inhalt des Textes und er erkannte in ihm die tiefsten Gründe der christlichen Esoterik und konkreter der Christologie. Laut Steiner können wir auf die Michael-Strömung mit zweierlei Blick sehen. Einmal von der Sonne aus, wo exkarnierte Seelen Christus auf seinem Abwärtsweg verabschiedeten. Darunter waren Aristoteles und Alexander der Große. Unten auf Erden waren die Seelen, die Christus empfingen. Der Erste, der Ihn empfing, war Johannes der Täufer und der Letzte, der sich von Ihm auf dem Golgatha verabschiedete, war Johannes der Evangelist. Aus dem Mysterium der Auferstehung kam eine dritte Strömung im Christentum heraus, wobei die Strömungen der Hirten und Weisen weiterbestanden, aber mit einer unterschiedlichen Stufe der Umwandlung, welche die Menschen in ihnen erreicht haben. Die Hauptströmung, die mit Abraham begann, führte zu Christus und sollte danach wieder als die Hauptströmung herausgehen, während die beiden anderen Strömungen wie eine Gabelung verliefen. Die zentrale Strömung von den beiden Johannes, die wir unter Vorbehalt die „Gralsströmung“ nennen können, denn sie hat auch eine viel höhere Fortsetzung, ist multidimensional. Vorläufig werden wir die beiden Johannes als die Generatoren der mittleren Strömung setzen, die sich verzweigte und werden den Reichtum betrachten, den sie den Seelen zum Leben in diesen Strömungen gaben.

Zuerst kommt die Strömung des Paulus. Paulus war ein jüdischer Eingeweihter, für den sich Gott oben auf der Sonne befand. Bei seiner dramatischen Begegnung mit dem auferstandenen Christus vor Damaskus wurde Paulus von einem Verfolger zum größten Verbreiter des Christentums und entwickelte ein tiefes Verständnis des Mysteriums von Golgatha, was man seinen Briefen entnehmen kann. Diese Begegnung hat alles Böse, was er in sich trug, mit der Gegenkraft transformiert. Deshalb beginnt die Strömung des esoterischen Christentums mit ihm und mit Dionysios Areopagita. Paulus hat nicht den Tod wie die anderen drei von Christus Auferweckten erlebt, die dem Tod nahe waren. Er war am Leben, aber er erblindete und hat drei Tage lang weder gegessen noch getrunken. Aus seiner Umkehrung ging die Schule in Athen hervor, die er dort mit seinem Schüler Dionysios begründete. Es wird angenommen, dass auf Raffaels Fresko im Vatikan „Die Schule von Athen“ vorne Plato und Aristoteles dargestellt wurden, aber vorne stehen Paulus und Dionysios, die die Schule von Athen wieder belebten. Später wurde diese Schule durch den Kaiser mit bulgarischen Wurzeln Justinian geschlossen, was seinerseits zur Entstehung der Akademie in Gondischapur führte. In seinem Brief an die Athener sagte Paulus zu ihnen, dass er beim Vorbeigehen an ihren Heiligtümern einen Altar mit der Aufschrift „Dem unbekannten Gott“ sag. „Nun verkündige ich euch denselben, dem ihr unwissend Gottesdienst tut“ (Apostelgeschichte 17:23). Dionysios Areopagita war in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht, die eigentlich Dionysische Mysterien waren. Er kannte sie so gut, dass er, nachdem er Paulus zugehört hatte, sofort begriff, dass Christus der Gott ist. Weiter wird gesagt, dass „etliche Männer“ ihm anhingen und gläubig wurden, namentlich werden Dionysius sowie eine Frau erwähnt, die Damaris heißt (ebd. 17:34). Jeder kennt den Ausdruck напипвам дамара на нещо ‚den richtigen Dreh heraushaben‘ (wörtlich ‚an die Erzader kommen‘). Die Frau Damaris verstand auch, was im Menschen schon das Wichtige war, und das war das Leben des Christus im Ich nach Pfingsten. Alles, was im Menschen danach zu entwickeln ist, muss auf dieses Fundament bauen. Wenn jemand das Wort дамар für eine Entlehnung aus den Turksprachen hält, werden ich ihm sagen, dass es ein rein bulgarisches Wort aus der Zeit des Dionysios und der Damaris ist. Zweifellos haben die beiden eine karmische Beziehung, aber ich werde mich in diese Details nicht vertiefen.

Der Dionysios-Kult trat in den ursprünglichen christlichen Kult ein, der den fruchtbaren Boden unter den Völkern der Balkanhalbinsel hatte. Nicht zufällig wurde das Griechische zur Sprache des Christentums, denn aus der griechischen Kultur begann die abschließende Vorbereitung der Menschheit auf das Verständnis des Mysteriums in Begriffen. Neben dem Dyonisios-Kult, der einen im christlichen Sinne metamorphosierten Kult darstellt, gingen in den christlichen Kult auch der Apollo-Kult und der Mithras-Kult. Deshalb wurde in der ersten christlichen Zeit Christus als Apollon dargestellt, der ein Kalb trug, denn die dritte Kulturepoche steht unter dem Zeichen des Stiers, wie Dionysos, Orpheus und der gute Hirte mit dem Lamm. Sie wurden gleichgesetzt, denn der Kult war das Ergebnis der Vermischung und Metamorphose der Kulte der Balkanhalbinsel unter der Ergänzung des skythischen, d.h. bulgarischen Mithras-Kultes. Sind Sie sich bewusst, dass der christliche Kult von den Bulgaren herrührt, von den ursprünglichen Semiten, von den Menschen Skythianos‘? Johannes sah, wie am Kreuz Christus mit der Lanze durchstochen wurde, wie Blut und Wasser flossen, er sah das Gralsmysterium, aber eigentlich begann das Gralsmysterium mit Skythianos. Wenn wir über die mittlere Strömung als über die Gralsströmung sprechen, die mit Christus, aus der gemeinsamen Tätigkeit de beiden Johannes beginnt, müssen wir uns trotzdem fragen, warum sie gerade von Skythianos ihren Anfang nahm, der in Joseph von Arimathäa wieder geboren wurde. Damit ich überhaupt darüber sprechen kann, muss ich doch wissen, wer Skythianos ist, verstehen Sie? Deshalb habe ich zu Beginn der Vorlesung der geistigen Welt gedankt, dass sie uns mit dem Heiligen Geist führt und uns die Mysterien nacheinander enträtselt, damit sich die göttliche Vorsehung vor uns wie eine Schriftrolle entfalten kann. Wie ich bereits im Jahre 2010 in der ersten Vorlesung des „Sonnenstrahlen“-Zyklus[6] erklärt habe, können wir auf diese Weise auch das Mysterium der Bulgaren in dieser Vorsehung finden, das mit seiner Hauptrolle im gesamten Weltmysterium hervorsticht. Deshalb sagte Beinsa Douno, dass oben die Seelen Schlange stehen, um in Bulgarien inkarniert zu werden. In Bulgarien zu leben ist ein absolutes Privileg, aber wenn dieses nicht in der richtigen Art benutzt wird, wird im nächsten Leben die Inkarnation nicht im Stamm Sems, sondern in einem der anderen Stämme sein.

Aus dem Nikodemus-Evangelium wissen wir, dass Skythianos-Joseph von Arimathäa in einem Verließ eingesperrt war, aus dem er auf wundersame Art von Christus befreit wurde. Danach ging er in Richtung des heutigen Englands, wo er den Anfang der Gralsmysterien setzte. Es gibt jedoch eine andere Sage, nach der Joseph von Arimathäa bis zum 70. Jahr eingesperrt war, als Titus mit seinen Legionen kam und den salomonischen Tempel zerstörte. Dann befreite er den Greis, der von einem wunderbaren Licht umgeben 37 Jahre ohne Essen und Trinken verbracht hatte. Er wurde nur vom Gral ernährt, den ihm Christus persönlich übergeben hatte. Wer die Gralsmysterien kennt, weiß, dass eine seiner der Funktionen als Kelch darin besteht, als Quelle von Nahrung und Getränk überall auf dem Weg zu sein. Danach ging der Befreite mit seiner Schwester und seinem Schwager in den Westen und gründete zusammen mit seinen Nachfolgern die erste Gralsgemeinschaft der Erde.

Der salomonische Tempel war der Tempel der Vier in der Erwartung des Pentagramms, des Manas, das sich auf die Ankunft des makrokosmischen Ich vorbereiten sollte. Er wurde vom berühmtesten Kainiten Hiram aufgrund der Vision des berühmtesten Abeliten Salomo errichtet. Der Tempel war das Symbol der dritten Strömung, die den Leib als ein Mondkelch aufbauen sollte. Das Kupfermeer dort symbolisiert die Vereinigung des Himmelswassers oder der Weisheit, die herabfließt, und der sieben Metalle, die die sieben planetarischen Kräfte sind, welche die Vereinigung des menschlichen Geistes mit der Materie symbolisieren. Es war auch das Mysterium des Feuers und Wassers und wurde später zum Mysterium des Brotes und Weines, des Leibes und Blutes. Der Leib Jesu war das Mondmeer aus Kupfer, das als Kelch vorbereitet wurde, in den das makrokosmische Christus-Ich oder die Sonne hineintreten sollte. Der Tempel Salomos war die Mondsichel mit der Sonne drin, ein eigenartiger Gralskelch, der jedoch nur als Vorbereitung existierte. Als Christus kam, trat Er in diesen Kelch hinein, erlebte den Tod und die Auferstehung, zog in jeden Menschen ein und wurde zum Geist der Erde. Der Tempel Salomos wurde überflüssig, deswegen wurde er zerstört. Im Jahr 70 wurde derjenige befreit, der unter dem Kreuz stand und lange Jahre darauf wartete, eines der größten Mysterien zu begründen, das die Aufgabe hatte, einen neuen Tempel zu errichten. Im Unterschied zum ersten sinnlich-sichtbaren Tempel musste dieser ein Tempel der inneren Wirklichkeit sein. Der Gralskult ging von Skythianos aus. Aus mittelalterlichen Manuskripten ist uns bekannt, dass er im zweiten Jahrhundert als der Händler aus Skythien inkarnierte, der in Alexandria vier Bücher schrieb. Später bekam sein Schüler Terebinthus, der sowohl von Juden, als auch von Mithras-Nachfolgern verfolgt wurde und zu einer Witwe kam, die ihm Unterkunft gewährte. Nach dem Tod des Terebinthus nahm die Witwe einen Jungen zu sich, der später als Mani oder Manes bekannt wurde – der Begründer des Manichäismus. Skythianos gehört zum mittleren Impuls des Gralsmysteriums, das eines Tages seinen Höhepunkt im manichäischen Mysterium haben wird, denn das manichäische Mysterium ist sogar noch größer als das Gralsmysterium. Skythianos, der am Anfang der mittleren Strömung steht, ist die Verbindung zwischen diesen zwei Mysterien. Steiner hat wenig über ihn gesagt, aber er erwähnte, dass Skythianos das Geheimnis des physischen Leibes, d.h. das Geheimnis des Phantoms wie kein anderer Eingeweihter kennt und dass er das höhere atlantische Hellsehen für die Menschen aufbewahrt. Hier werde ich hinzufügen, für die Menschen in der sechsten Kulturepoche. Skythianos ist die lebendige Beziehung zwischen dem Gralsmysterium und dem manichäischen Mysterium. Das Gralsmysterium konnte nur bei jemandem beginnen, der sowohl das Mysterium des Feuers im Himmel, als auch das Mysterium des Wassers oder des Lebens kennt.

Lassen Sie uns nun schauen, welche die beiden anderen von Christus Auferweckten sind und was bei ihnen auffallend ist. Uns ist bereits bekannt, dass die Tochter des Jaïrus der Bodhisattva Beinsa Douno ist und dass in der Zeitenwende die geheime Strömung der Bodhisattvas in der christlichen Zeit beginnt, über die Steiner nichts gesagt hat. Das Einzige, was er erwähnte, ist, dass nach dem Mysterium mit Christian Rosenkreutz der Impuls der Bodhisattvas und das Rosenkreuzertum sich gemeinsam entwickeln sollen. Das bedeutet wörtlich, dass man nur auf diese Weise ein Christ, also ein Ich-Mensch sein kann. Der andere Eingeweihte ist der Junge von Nain. Wo fanden beide Ereignisse statt? Bei der Auferweckung der Tochter des Jaïrus gibt es eine Menschenmenge, die um das Mädchen trauert. Christus sagt ihnen, dass das Kind nicht tot ist, sondern nur schlafend. Er geht zum Mädchen, dabei sind nur die Eltern und die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes anwesend, d.h. Er ist der Hierophant eines Mysteriums, an dem zwei Gruppen aus jeweils drei Personen beteiligt sind. Der Hierophantenruf lautet „Talita kumi“, also „Mädchen, ich sage dir, steh auf“. Ich habe erwähnt, dass dieser Aufruf in einer alten bulgarischen Sprache ausgesprochen wurde, die mit den heutigen Tschuwaschen verbunden ist, aber ich werde jetzt nicht darauf eingehen. In derselben Sprache ist auch “ Eloi, eloi, lama sabachthani“ – den Satz, der Christus laut dem Markus-Evangelium auf dem Kreuz sagte, bevor Er seinen letzten Atem ausgehaucht hatte, während in der anderen Zeit er die Sprache der Menschen um Ihn herum sprach. Eine ähnliche Begebenheit gab es mit dem Jungen von Nain. Christus traf die Beerdigungsprozession unweit des Stadttores, die den einzigen Sohn einer Witwe zum Grab trug. Hier in der Prozession werden symbolhaft die Eingeweihten der ägyptischen Zeit dargestellt, die Christus in der neuen Zeit nicht finden können und deshalb so traurig sind. Christus berührt nur die Bahre mit dem Jungen und sagt zu ihm: „Jüngling, ich sage dir, steh auf!“ und der Junge steht auf. Angst ergreift alle und sie preisen Gott mit den Worten: „Ein großer Prophet ist unter uns erweckt worden“ (Lu 7: 11-17). Es wird angenommen, dass das Gesagte Christus gilt, aber es gilt im Voraus demjenigen, der drei Jahrhunderte später ein großer Prophet wurde und Skythianos und Zarathustra überholte: Das ist Manes. Wenn Christus die Bahre berührt, berührt Er das Phantom des Jungen. Das Hauptgeheimnis des Manichäismus ist das Geheimnis des Bösen. Damit Manes im dritten Jahrhundert die manichäischen Mysterien geben konnte – die erneuerten Mysterien der Lehre von der Finsternis und dem Licht sind, die Zarathustra mit dem großen mystischen Impuls aus dem Mysterium von Golgatha durchzog -, war nicht nur der Aufruf „Jüngling, ich sage dir, steh auf“ notwendig, sondern auch das Berühren der Bahre. Der Manichäismus wurde zur inneren Kraft im Menschen, die dem Bösen entgegentreten kann. Die manichäischen Mysterien sind so erhaben, dass es erst in der sechsten Wurzelrasse Menschen geben wird, die auf sie vorbereitet sein werden. Diese Mysterien sind noch größer als die Gralsmysterien. An die Tochter des Jaïrus richtet Christus die Worte „Talita kumi“, denn die Mission des Bodhisattva bezieht sich auf die sechste Kulturepoche. Das Wort, das aus diesem Bodhisattva herausgehen wird, wird die Geburt von Menschen in einer neuen Art ermöglichen. Bei Lazarus ist der Hierophantenruf „Lazarus, komm heraus“. Diesen Ruf haben wieder viele gehört, aber er unterscheidet sich von den anderen zwei. Alle drei Aufrufe waren öffentlich, aber jeder in einer jeweils anderen Art. Deshalb sind auch die Strömungen, die aus den drei Auferweckten herausgingen, unterschiedlich. Alle, die in der mittleren Strömung waren, wurden johanneische Christen genannt, einschließlich der Bogomilen, die die Vertreter des Christentums des Grals sind. Alle großen Vertreter des Christentums bisher waren die Vertreter der johanneischen Christen. Erst nach dem Mysterium von 1936 können wir zaghaft über eine Erscheinung des Manichäismus sprechen. Bis zum Mysterium von 1936 und dem ihm vorausgehenden zweiten Golgatha am Ende des 19. Jahrhunderts kann man über Manichäismus im wahren Sinne des Wortes, so wie es von Manes angelegt und vom Impuls von Golgatha verstärkt worden war, überhaupt nicht sprechen. Das, was Manes angelegt hat, ist das Ergebnis der Berührung seiner Bahre. Christus griff in den Tod ein, deshalb strömt aus dem Manichäismus unbesiegbares und ewiges Leben. Der Gral kann den Menschen ewig nähren und aus ihm strömt Leben, aber der Manichäismus verleiht ewiges Leben.

Titurel war jene Individualität, die mit dem Errichten des neuen Tempels beginnen sollte, dessen Fundament Skythianos legte. Skythianos bereitete die Skythen nördlich des Schwarzen Meeres auf die zukünftigen Gralsmysterien vor, auf die sechste Kulturepoche. Er arbeitete an der Herausbildung des Christus-Volkes, also des russischen Volkes. Titurel sollte im achten Jahrhundert im Westen, in Spanien einen neuen Tempel für den Gral errichten. Über ihn berichten die Gralsepen, die im 12. bis 13. Jahrhundert zwecks Vorbereitung der Menschheit auf das Mysterium von Christian Rosenkreutz und das Rosenkreuzertum erschienen. Das Rosenkreuzertum wurde im 14. Jahrhundert vom reinkarnierten Christian Rosenkreutz eingeleitet, nachdem in Arbanassi ein Mysterium mit ihm geschehen war. Er wird zum ersten Mal im Epos von Albrecht von Scharfenberg erwähnt. Titurels Vater war der König Titurison in Kappadokien, der die aragonische Prinzessin Elisabeth heiratete. Nach der Pilgerfahrt zum Grab Christi in Jerusalem bekamen sie einen Sohn, den sie Titurel nannten. Er lebte lange keusch, danach heiratete er eine Jungfrau, wurde zum Statthalter Spaniens und baute sich ein Schloss auf dem Berg des Heils (Monsalvat). Der Gral wurde von der geistigen Welt durch Engel herabgelassen und Titurel baute 30 Jahre lang einen Tempel, in dem der Heilige Kelch aufbewahrt werden sollte. Selbstverständlich war das ein unsichtbarer, übersinnlicher Tempel. In den alten Epen werden Zeiten miteinander vermischt, weshalb sie nur durch einen geistigen Blick verstanden werden können. Im Epos ist davon die Rede, dass Titurels Vater sich bei der Eroberung Jerusalems durch Titus hervorgetan hat. Es ist klar, dass es keine direkte Beziehung gibt zwischen ihm und Titurel, der im achten Jahrhundert gelebt hat. Das heutige rationale Denken wird das sofort als phantastisch ablehnen. Aber rationales Denken bedeutet nicht immer vernünftiges Denken. Wenn es heißt, dass Titurels Vater ein König in Kappadokien war, gehört das zum geistigen Schwarzmeerraum, wo in den Mysterienzentren die Geistigkeit aller nachatlantischen Kulturepochen vertreten war und das Land von zahlreichen thrakischen Stämmen bewohnt wurde. Dem Epos entnehmen wir, dass das Gralsmysterium vor seinem Beginn hier im geistigen Schwarzmeerraum vorbereitet worden ist, wo die thrakischen Siedlungen waren. Titurels Vater hat sich bei der Zerstörung des salomonischen Tempels hervorgetan – also bei der Beseitigung des Körpers der alten, ausgeschöpften Geistigkeit. Er zog in den Westen, zur Iberischen Halbinsel, wo er mit dem Aufbau eines neuen Tempels beginnen konnte und wohin auch Skythianos laut der Sage ging. Auf der Iberischen Halbinsel befindet sich die Gebirgskette Pyrenäen, die nach unserem Berg Pirin benannt wurde während der Großen Völkerwanderung der sog. Goten, die eigentlich Gethen sind. Laut Steiner entwickelt Titurel seine Tätigkeit inmitten von späten gotischen Mysterien, die ich „späte bulgarische Mysterien“ nenne. Das ist die Beziehung des Vaters bzw. Großvaters Titurels und Titurels selbst mit dem bulgarischen Mysterium. Ein Gralstempel bedeutet, dass zuerst der eigene menschliche Körper zum reinen Tempel der Verkörperung des Heiligen Pfingstgeistes in ihm wird. Titurel erlebte dieses Mysterium aus seiner Empfindungsseele heraus, obwohl er in der Zeit der Bewusstseinsseele war. Auch heute muss jeder auf der ersten Stufe zum Gralstempel werden, aber nunmehr durch die Bewusstseinsseele. Das bedeutet, dass die Bewusstseinsseele aufgrund eines geläuterten Astralleibes vergeistigt werden muss, was ihr erlauben wird, zur imaginativen Seele zu werden. Dann kann der Mensch in der richtigen Art hellsehen. Die erste Stufe des Gralstempels ist die persönliche, wenn die Bewusstseinsseele vergeistigt wird auf der Grundlage der Synthese der beiden wichtigsten geistigen Impulse des 20. Jahrhunderts. Die zweite Stufe liegt vor, wenn eine Gruppe oder Gemeinde aus Menschen gebildet wird, die ihren individuellen Tempel aufgebaut haben. In diese Gemeinde wird der Heilige Geist heruntersteigen. Der Heilige Geist bzw. das Manas wird in der sechsten Kulturepoche nicht persönlich in den Menschen heruntersteigen, sondern nur in solche Brüdergemeinschaften. Das Manas beginnt nun, individuell in denjenigen Menschen einzuströmen, dem es gelungen ist, aus seinem Leib einen Tempel dafür zu machen. Die dritte Stufe des Gralstempels wird bestehen, wenn Christus zum gesellschaftsbildenden Faktor wird und viele solcher Gemeinden eine Gesellschaft bilden werden, in deren Zentrum Christus auf Erden steht. Dann wird der Heilige Geist den Impuls zur Schaffung neuer Formen des sozialen Lebens heruntertragen, die vollkommen von Christus durchdrungen sind. Das sind die drei Stufen des Gralstempels, den Titurel auf dem Berg Monsalvat zu bauen begann. Im großen Mysteriendreieck, den wir schon besprochen haben, wurde in jenen Gebieten, in Santiago de Compostela das Gefühl kultiviert. Von den drei Aposteln ging Petrus nach Rom, Johannes war in den Mysterien von Ephesos und Jakobus Zebedäus ging nach Westen. Dort endet der mystische Camino (der Jakobsweg), den Tausende von Menschen jedes Jahr zurücklegen. In diesen Gebieten wurde das katholische Christentum des Gefühls entwickelt.

Aber warum entstanden dort die Gralsmysterien? Am Anfang wurden die aus dem Gral herausströmenden Impulse durch die Eingeweihten mit dem Rang eines Dionysios Areopagita aufgrund der Erkenntnis und der Begriffe der alten Gnosis erlebt. Die alte Gnosis war das, was der dritte Bodhisattva als Weltenweisheit im Jahre 5505 v.Chr. erlebte. Danach war diese Weisheit die geistige Nahrung, die sich in allen Mysterien entwickelte. In der dritten Kulturepoche begann die schrittweise Ausbildung dieser alten Gnosis. Mit den Begriffen der alten Gnosis, die durch die Empfindungsseele vor Aristoteles als geistige Bilder in Form geistiger gnostischer Begriffe gebildet waren, erlebte Dionysios Areopagita das Gralsmysterium. Das war die Zeit der Verstandesseele und als Mitglied des Areopags besaß er eine glänzend entwickelte Verstandesseele. Auch war er in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht. Das änderte sich grundsätzlich im Moment, in dem das Mysterium auf Golgatha stattfand. Damals war er in Ägypten und erlebte die Finsternis, die die Erde erfasste. Im Augenblick einer Offenbarung sagte Dionysios: „Entweder leidet der Schöpfer der ganzen Welt gerade, oder diese sichtbare Welt geht nun zu Ende“. Von dieser Grundlage aus konnte er bei der Predigt des Paulus in Athen verstehen, wer mit dem „unbekannte Gott“ gemeint war und konnte Ihm folgen. Natürlich gab es auch das rechtmäßige Anzweifeln der paulinischen Worte in seiner Verstandesseele, aber das wurde nach dem Bezeugen eines von Paulus Geheilten überwunden. Die Verstandesseele zerreißt sich zwischen dem Gefühl und der Vernunft. Als eingeweiht in die Eleusinischen Mysterien hatte Dionysios die Fähigkeit, seine Empfindungsseele zu aktivieren und durch diese die Gralsimpulse in den Begriffen der alten Gnosis wahrzunehmen. Mit dem Untergang des Hellsehens begann diese Gnosis zu schwinden, die ohnehin vom Christentum ständig angegriffen wurde. Die Gnosis musste eine andere Zuflucht finden und sie fand sie in den Mysterien des Bildes. Zuerst wurden die Gralsmysterien durch die Eingeweihten über die alte Gnosis als Begriffe erlebt, nach dem Untergang der Gnosis jedoch geschah das Erleben in Bildern. Es entstanden die Symbole des Kelchs, Tempels, Schwertes usw. Die späteren Epen des 12. und 13. Jahrhunderts enthalten viele solcher Bilder. Titurel steht am Anfang der Wiederbelebung der Gralsmysterien im achten Jahrhundert, die unter voller Geheimhaltung vor der Welt von Skythianos bzw. Joseph von Arimathäa ausgingen und später bei der Vernichtung der Gnosis vernichtet wurden. Als im achten bis neunten Jahrhundert die kosmische Intelligenz, die bei Aristoteles mondisch-reflektierend lebte, über die Köpfe der größten Eingeweihten herabströmte und diese sie wahrzunehmen begannen, war das auch der Beginn der Mysterien Titurels, der durch das Gefühl und die Empfindungsseele diese Mysterien und den Herabstieg der kosmischen Intelligenz als Bilder erfassen sollte. Deshalb erlebte er das Gralsmysterium in Spanien, wo das okkulte Zentrum des Fühlens lag. Aus diesem Grund war er inmitten einer Bevölkerung inkarniert, die das Fühlen ausarbeitete. Nach der okkulten historischen Aufgabe des Übergangs vom begrifflichen zum bildhaften Wahrnehmen der Gralsmysterien musste dies dort stattfinden. Deshalb begannen die Gralsmysterien dort und zogen bei Amfortas nach Elsaß, während sie bei Parzival bereits in Mitteleuropa angekommen waren.

Das Mysterium von Golgatha hat alle alten Mysterien erneuert. Buddhas Lehre vom Mitgefühl und der Liebe ist etwas ganz anderes als das, was das Mysterium von Golgatha als wahres Erleben von Mitgefühl und Liebe bewirkt hat. Mani hat die alten Mysterien wieder belebt und ihnen neues Leben in der Form eines inneren Erlebens von Gut und Böse verliehen, was wiederum ganz anders ist als die Lehre, denn diese wird im Menschen in wahres Leben transformiert. Im vierten Jahrhundert berief Mani ein Konzil im geistigen Schwarzmeerraum, an dem Skythianos, Buddha (auf geistige Art) und Zarathustra teilnahmen. Es wurde beschlossen, wie die Offenbarungen der Bodhisattvas ins Leben der Menschheit umgesetzt werden. Diese Beschlüsse fanden ihren Niederschlag im Bogomilentum und dem in seinem Schoß bei dem Mysterium in Arbanassi entstandenen Rosenkreuzertum. Ein anderer Beschluss betraf die Herausbildung des Christus-Volkes – des Slawentums. Titurel hatte sich individuell in einen Kelch verwandelt und bildete zusammen mit den um ihn versammelten Menschen, die sich selbst auch transformiert hatten, einen Gruppenkelch. Sie gaben den Anfang zur Errichtung des Tempels für die ganze Menschheit, der sich darin vom salomonischen Tempel unterschied. Letzterer war der Tempel für ein Volk, das aus sich heraus als höchstes Produkt den Leib für Gott ausstrahlen sollte. Titurel war die große Individualität, deren frühere Inkarnationen bisher nicht bekannt sind und die durch sich selbst eine für den Heiligen Geist arbeitende Gemeinschaft begründen konnte. Dadurch setzte er den Anfang des allgemeinmenschlichen Tempels für den Gral, in den Christus als makrokosmisches Ich hineintreten und zum Führer der Menschheit in der siebten Kulturepoche werden kann. Das wird das große unsterbliche Individuum sein, in das Christus aus der Sphäre der Vorsehung herabsteigen wird. Bei Amfortas erhob sich das Erlebnis in eine chaotische Verstandesseele und er wurde durch Klingsor mit dem Speer verwundet. Als Longinus Christus die Seitenwunde mit der Lanze zufügte, flossen Blut und Wasser, kamen die beiden Mysterien der Himmlischen Sophia und des Ich zustande und gaben in der Synthese den Anfang des Gralsmysteriums. Ist die Lanze in den richtigen Händen, gibt sie die richtige Verbindung zum Christus-Impuls, aber wenn sie in böse Hände gerät, reißt die Beziehung zum Gral, Christus und zur geistigen Welt.

Amfortas hatte einen Defekt im Astralleib und wurde deshalb mit dem Speer durch Klingsor verletzt. Parzival blieb unverletzlich, da er einen reinen Astralleib hatte. Sowohl der Speer, als auch Klingsors Schloss wurden zerstört, d.h. die Beziehung zur geistigen Welt ging verloren. Parzival sollte sich mit Schionatulander und Sigune treffen – also mit dem wieder inkarnierten Aristoteles und Alexander dem Großen. Im neunten Jahrhundert hat sich dieses Paar, das zusammen seit Tausenden von Jahren besteht, in Mitteleuropa inkarniert. In seinem Epos erzählt Wolfram von Eschenbach, wie zwischen den beiden eine reine Liebe entfachte und wie sie einen Hund sahen, der eine lange, beschriftete Leine hinter sich herzog. Sigune wollte die Inschrift lesen, die „zwölf Tugenden“ erwähnte, aber der Hund floh. Schionatulander lief ihm nach, wurde später durch Orilius getötet. Schionatulander-Aristoteles sollte als Vertreter der kosmischen Intelligenz Parzival begegnen – dem wieder inkarnierten Manes, der die Mysterien von Gut und Böse repräsentierte, die durch den Christus-Impuls erneuert wurden. Im vierten Jahrhundert n.Chr. suchte der römische Kaiser Julian Apostata, der als Nachfolger des Konstantins des Großen auch bulgarischer Abstammung war, diese Mysterien. Er war in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht, die den Menschen auf das kosmische Verständnis des Christus vorbereiteten. Und die Mysterien, die in den Gegenden existierten, in welchen Zarathustra wirkte, waren hauptsächlich auf das Verständnis des Mysteriums des für Christus vorbereiteten Leibes ausgerichtet. Später transformierte Mani diese Mysterien, deshalb berührte Christus seine Bahre, als Mani, der damals als der Junge von Nain inkarniert war, zum Grab getragen wurde. Da konnte er wahrhaftig das Phantom des Leibes kennenlernen, das dem Kern des Mysteriums der Auferstehung des Leibes zugrunde liegt. Später begründete Mani den Manichäismus. Im neunten Jahrhundert sollte Parzival in natura Aristoteles begegnen, um die Begegnung zu realisieren, die im vierten Jahrhundert Julian Apostata anstrebte, der nach Persien auf der Suche nach den manichäischen Mysterien zog und getötet wurde. Mani selbst wurde auch von den Persern getötet, denn die Mysterien des Zoroastrismus, die nicht durch den Christus-Impuls erneuert wurden, waren im Verfall begriffen. Als Mani ihnen die durch das Golgatha transformierten Mysterien anbot, hat das die Priester in Schrecken versetzt. Mani wurde beim lebenden Leib die Haut abgezogen und auf das Stadttor von Gondischapur aufgehängt, wo im sechsten Jahrhundert jene makabre Schule entstand – die erste Attacke Sorats auf die Menschheit.

Alles, was ich bisher erörtert habe und noch erörtern werde, führt zu der Information über die dritte Attacke Sorats auf die Menschheit, deren Zeitgenossen wir sind. Julian konnte damals nicht die Synthese der beiden großen Mysterien streifen – das Mysterium des Aristoteles, der den mondischen Gralskelch für die kosmische Intelligenz schuf, und Manis Mysterium, das durch den Christus-Impuls erneuert wurde und das Verständnis des Mysteriums von Gut und Böse gibt, das beim dritten Bodhisattva 5505 v.Chr. eingeleitet wurde. Weder die Christen noch die Nichtchristen begriffen, was geschah, die einen wirkten gegen Aristoteles und die anderen – gegen die Erneuerung des Zoroastrismus, indem die Vertreter beider Mysterien getötet wurden. Später inkarnierte Julian als Herzeloyde – Parzivals Mutter -, danach als Ticho de Brahe. Nun ist diese Person wieder inkarniert und hat erneut Schwierigkeiten mit der Synthese. Wenn sie sich in der geistigen Welt befindet, kennt sie sehr gut die manichäischen Mysterien und den Aristotelismus bzw. das Gralsmysterium. Wenn sie aber auf der Erde inkarniert ist, fällt es ihr schwer, mit den beiden umzugehen. Julian konnte nicht den Weg zur Synthese finden, Herzeloyde konnte nicht Aristoteles-Schionatulander treffen, da dieser getötet wurde. Ticho de Brahe stellte sich gegen die kopernikanische Ansicht über das Universum, aber er konnte weder Goethes Denken erreichen, das den gegenwärtigen Aristotelismus begründete, noch den Manichäismus der Bogomilen. Auf die gleiche Art kennt nun diese Person beide Impulse und hat Schwierigkeiten mit deren Synthese. Aber wenn sie in die geistige Welt hinaufsteigt, hat sie eine große inspirierende Rolle gegenüber den Menschen, die Interesse an der Geisteswissenschaft, an Michaels Mysterien und der Synthese der Geistigkeit haben. Das ist ein großes Paradoxon und es zeigt, was für eine Herausforderung die materielle Welt darstellt und wie schwer dasjenige ist, das der Mensch im Zeitalter der Bewusstseinsseele in seinem Ich in einer zeitgemäßen Art tun soll.

Auf den Kirchenkonzilien wurden nach und nach der Begründer des Arianismus Arius, der Bischof von Konstantinopel Mazedonius, der Patriarch von Konstantinopel Nestorius und Origenes zu Ketzern erklärt. Der selige Augustinus, der in seiner Jugend stark vom Manichäismus beeinflusst war, prägte später der Grundlage des Christentums dasjenige ein, was der Papst Nikolaus I. später der Katechese des westlichen Christentums zugrunde legte. Nikolaus I. wusste, dass hier im Osten, von Kappadokien, Syrien, von der Balkanhalbinsel aus eine Gralsströmung beginnt, bei der die Menschen das Gralsverständnis in Gemeinden erleben möchten und auf dem äußeren Plan ein Kult bestand, der stark ätherisch war. Diesen Kult haben die Bulgaren den Russen gegeben. Dieser Papst war ein sehr vernünftiger Mensch. Er wusste, dass die besagten zwei Strömungen, die im Osten begannen für die westliche Menschheit gefährlich werden konnten. Deshalb war er bemüht, eine andere Form zu schaffen, in der sich das westliche Christentum entwickeln konnte, die den wilden und noch nicht genug entwickelten westlichen Menschen nicht gefährlich werden konnte.

Das, was aus dem Osten kam, kam von Menschen, die weiter entwickelt waren und hauptsächlich eine Beziehung zur mittleren Strömung hatten. Das sind die sog. Häretiker und die Menschen, die in der Zeitenwende inkarniert waren. Das Christentum ging von den Gebieten aus, in denen sich das berühmte Erlebnis und die Lebenswende des Paulus zugetragen hatten – vor der Stadt Damaskus, wo ein ätherisches Zentrum existiert. Deshalb ist es heute so wichtig, dass Damaskus nicht von den Islamisten erobert wird. Der Irak ist nicht so wichtig wie Damaskus. In dieser Region begann das Christentum des Grals und das Verständnis des Christentums, aus ihr ging Paulus heraus, während Petrus nach Rom ging und das äußere Christentum begründete, das seinem Verständnis entsprach.

Bald nach dem Tod von Nikolaus I. wurde das achte Kirchenkonzil durchgeführt, das nur von der katholischen Kirche anerkannt wird. Dort wurde der Geist aus dem Menschen vertrieben. Deshalb steigt das Feuer vom Himmel in der Grabeskirche immer am Heiligen Samstag der orthodoxen Ostern herab. Das ist ein Nachhall des Feuermysteriums der nördlichen Strömung, obwohl die Bestimmung des Datums von Ostern nach der katholischen Tradition die richtige ist. Die Herabkunft des Feuers geschieht am Samstag, der mit dem Saturn zusammenhängt und dient der Erinnerung daran und nicht der Bestätigung, dass die Orthodoxen Recht haben, wenn sie behaupten, dass der Heilige Geist nicht vom Sohn, sondern nur vom Vater herausgeht, indem sie auf diese Weise das Ereignis von Golgatha streichen. Dank des Golgatha-Mysteriums wurde Pfingsten ermöglicht, und die Liebe, die von Christus kam, ist anders als die Liebe des Vaters. Ob die Orthodoxen, die auf das heilige Feuer so stolz sind, sich die Frage gestellt haben, warum das Feuer nicht am Ostersonntag oder an Pfingsten kommt, sondern am Karsamstag? Weil es am Tag der Erinnerung gegeben wird, damit man sich an das Feuer der ursprünglichen Mysterien erinnert, und damit die Popen sich nicht in ihren langen Bärten verlieren, die nach unten zeigen, sondern auch nach oben schauen! Sie haben ein menschliches Verständnis des Christentums und beschränken sich auf das Mysterium der Erde und des Leibes!

Nach Parzival wurde laut der Sage der Gral in das Reich des Priesters (Presbyters) Johannes entführt. Im Mittelalter stellte man sich vor, dass dieses Reich jenseits derjenigen Erdengebiete liegt, die die Kreuzzügler erreicht hatten. Dorthin wurde der Gral, der in Europa wieder unsichtbar geworden war, vorübergehend verlegt. So wie das Geistselbst nicht auf der Erde gefunden werden kann, ist auch dieses Reich nicht irdisch, obwohl es im geografischen Osten zu liegen scheint. „Der Presbyter Johannes“ ist der Lieblingsschüler des Christus aus der Zeitenwende und der Verfasser des sophienhaften Johannes-Evangeliums. Von hier an müssen die Seelen der Eingeweihten zu Trägern der Gralssubstanz in ihrer Bewusstseinsseele werden und sich dem Geistselbst öffnen, das zu der Substanz herabströmen wird. Sie sollen Gemeinden bilden, denn die dritte Stufe des Gralserlebens ist die prophetische Stufe. Man muss auf die ganze Menschheit als einen Tempel für Christus vorausschauen, der gebaut werden soll. Die Gralsmysterien bewegten sich vom Westen nach Osten, wo das Donaubulgarien längst gegründet war und Boris I. herrschte. Letzterer erlebte auch die Gralsmysterien in seiner Empfindungsseele. Mit Abraham begann die Errichtung des Tempels für den Leib für Christus und mit Boris begann die Errichtung eines Tempels im Menschen für den Gral und seine Verwandlung in einen Tempel für Christus in der sechsten und siebten Kulturepoche. In der sechsten slawischen Kulturepoche wird der Slawe  – im geistigen, nicht im ethnischen Sinne – das Mitglied einer Gemeinde, eines Tempels sein, wie die Gemeinde des Heiligen Geistes sein wird, die dann das Christus-Ich tragen wird. Wenn wir über den dritten Bodhisattva sprechen, der die Mysterien von Gut und Böse erlebte und das Erlebnis aus dem Astralleib in den Ätherleib einprägte und das durch den Ätherleib erlebt wurde, wird das in der siebten Kulturepoche durch den Bodhisattva widerspiegelt, der dann den Herunterstieg des Buddhi-Prinzips erleben wird, welches den vergeistigen Ätherleib darstellt. Sie können hoffentlich die Verbindung herstellen – der dritte Bodhisattva erlebte die Mysterien des Bösen in der ersten Kulturepoche durch seinen Ätherlieb und in der siebten Kulturepoche wird das Mysterium von Gut und Böse durch den Bodhisattva durch den vergeistigten Ätherleib oder das Buddhi-Prinzip erlebt werden, das dann zu den Menschen herabströmen wird. Die Gralsmysterien kamen hierher und die Rolle des Boris I. des Täufers ist von epochaler Bedeutung. Die Hüter des Grals waren durch das Blut miteinander verbunden, aber die Gralsmysterien, die mit Parzival als den blutsbedingten Erben des Amfortas zusammenhingen, gingen zu Ende. Diese Mysterien wurden heimlich praktiziert, so dass die Menschen nichts über sie erfuhren. Die Mysterien sollten auf eine neue Stufe wieder hergestellt werden, da die kosmische Intelligenz bereits herabgestiegen war. Simeon – der Sohn des Boris I. – ist eine Art Gegenspieler des Amfortas, denn er hatte Mängel, die ihm nicht erlaubten, seine Aufgabe zu erfüllen. Aber während Amfortas unbekannt war, ist Simeon in die Geschichte als der König eingegangen, unter dem Bulgarien seine größte territoriale Erweiterung und den höchsten kulturellen Aufschwung erlebt hat. Diese Zeit ist in die Geschichte als „das Goldene Jahrhundert“ eingegangen. Die Erneuerung der Mysterien begann durch Simeons Sohn Bojan Maga (der Magus), der laut Beinsa Douno am Anfang des Bogomilentums steht. Bojan ist der wieder inkarnierte Dionysios Areopagita, der am Anfang des esoterischen paulinischen Christentums steht. Bojan besuchte die berühmte Magnaur-Schule in Konstantinopel und bemerkenswerterweise bestand in der gleichen in Bagdad eine andere berühmte Schule. Bereits im vierten Jahrhundert kam Alexander der Große in diese Gegend, um den Aristotelismus zu verbreiten, doch der im sechsten Jahrhundert n.Chr. entstandene Islam führte zur Entstellung der Aristotelischen Lehre und der Gründung der Gondischapur-Akademie. Al-Mamun – der Sohn und Nachfolger Harun-al-Raschids, der die Hauptstadt des Khalifats nach Bagdad verlegt hatte – hatte einmal eine Vision, in der ihm ein außerordentlich schöner Mann erschien. Als er fragte, wer der Mann sei, antwortete dieser, „Aristoteles“. Auf al-Mamuns Frage, was ihm diese Schönheit verleihe, kam als Antwort „die geistige Kraft der Begriffe“. Das, was Aristoteles prägte, kam von der kosmischen Intelligenz, die uns der geistigen Welt angemessen macht und uns das Götter-Verständnis ermöglicht. Das wurde in Aristoteles abgespiegelt und obwohl das Mysterienprinzip verborgen war, hat ihm die Übertragung der bildhaften Weisheit die Schönheit verliehen, die mit den gnostischen Begriffen der dritten Kulturepoche ausgesprochen und in die glänzende Logik während der vierten Kulturepoche verwandelt wurde, welche das geistige intelligente Denken ermöglichte. In der heutigen fünften Kulturepoche besteht das Kriterium des angemessenen Denkens in der Möglichkeit des Menschen, nach den Logik-Gesetzen Aristoteles‘ zu sprechen. Aber diese Logik muss zum geistigen, anschauenden Denken führen, welches eine Art Rückkehr der erlösten kosmischen Intelligenz der geistigen Welt darstellt. So etwas verleiht uns Schönheit und macht uns zu wahren Menschen. Das Ich kann sich ohne dieses angemessene Denken nicht entwickeln, doch dieses Denken soll zum Selbstbewusstsein führen und aus dem Willen dieses Selbstbewusstseins soll die Gabe der Intelligenz zu Michael im Namen Christi zurückgebracht werden. Wir haben bereits das Gespräch Steiners mit Ita Wegman erwähnt, in dem er über die Seelen sprach, die sich in der geistigen Welt von Christus verabschiedeten und über die Seelen, die ihn unten empfingen. Letztere bildeten die mittlere Strömung.

Bei seiner Ausbildung in der Magnaur-Schule versetzte Bojan Maga alle mit seinem Wissen in Staunen, obwohl er erst 17 war. Er beherrschte die Gaben der kosmischen Intelligenz und wurde als von den Lehrern der Schule als Bedrohung empfunden. Bojan warnte seinen Vater, keinen Feldzug nach Konstantinopel zu unternehmen, aber dieser hörte nicht auf seinen Sohn und starb unter rätselhaften Umständen. Mit Bojan nahm die Bewegung der Bogomilen ihren Lauf, als die Vertreter der Kenntnis über den Gral Johannes und die Jungfrau Sophia kamen, die unter dem Kreuz gestanden hatten und vom Christus als das Paar bestimmt wurden, welches das Verständnis des Grals  verbreiten sollte. Johannes und die Jungfrau Sophia waren die beiden Syrer, die am Anfang des Bogomilentums stehen. Im 20. Jahrhundert inkarnierten sie als der Maler Boris Georgiev (die Jungfrau Sophia) und seine Schwester Katja (der Apostel Johannes). Heute wurde mir dies aus einem anderen Anlass zum zweiten Mal von der geistigen Welt bestätigt. Die beiden Syrer weihten die ersten Bogomilen in die Geheimnisse des Grals ein und öffneten die Tür zum Manichäismus. Es begann die Gründung von Bogomilengemeinden, die aus drei Kreisen bestanden, in denen die Eingeweihten aus sich persönlich einen Tempel gemacht hatten. Indem sie sich gruppierten, wurden sie als Gemeinde zum Tempel für den Heiligen Geist. Dann gingen sie in die Welt, um dies als eine Vision des zukünftigen allgemeinmenschlichen Tempels zu verbreiten. Sie besaßen einen sehr mächtigen geistigen Blick, der voraussehend nicht nur zur sechsten Kulturepoche, sondern auch zur sechsten Wurzelrasse schaute. Aber ihre Hauptaufgabe bildeten die Gralsmysterien, denn die Zeit bis zur sechsten Kulturepoche ist für die Entwicklung dieser Mysterien bestimmt. Die Bogomilen stellten die Synthese der bereits herabgekommenen kosmischen Intelligenz dar. Wir können auch sagen, dass sie Aristoteles und Manes vereinten, dass sie sich persönlich in diese großen Eingeweihten trafen. Hier geschah die Begegnung von Parzival und Aristoteles. Immer, wenn es um einen Bodhisattva geht, bezieht sich das in den vorchristlichen Zeiten auf die südliche Strömung, die das Leben verinnerlicht. Alle drei von Christus Auferweckten waren in der südlichen Strömung, die eine größere Bedeutung hat. Danach sehen wir aber die Jungfrau Sophia und Johannes, die das Geheimnis der Auferstehung, das Gralsgeheimnis kennen und verstehen, wie sie dieses Wissen zu den Bogomilen brachten. Wenn jemand das Geheimnis von Golgatha kennt, dann kennt er auch das Geheimnis des Manichäismus und weiß, warum er von Golgatha herrührt. Verstehen Sie, warum ich behaupte, dass in Bojan Maga die von Julian Apostata gesuchte Begegnung zwischen Manes bzw. Parzival und Aristoteles bzw. dem von Orilius getöteten Schionatulander zustande kam? Diese Begegnung zwischen dem Gral und dem Manichäismus wurde zur Wirklichkeit – zwar nicht als ein tatsächliches Ereignis, aber in den Ichen der eingeweihten Bogomilen. Deshalb hatte das Bogomilentum einen so mächtigen Beginn, der Beinsa Douno veranlasste, über drei große Zweige der Großen Weißen Weltbruderschaft zu sprechen – den ägyptischen, palästinensischen und den Bogomilenzweig. Wir können feststellen, dass der ägyptische Zweig die südliche Strömung repräsentiert, in der das Leben allmählich verinnerlicht wird. Im palästinensischen Zweig geschah das Mysterium von Golgatha. Im breiteren Sinne können wir das als die 33 Jahre verstehen, im engeren Sinne nur als die drei Jahre und im engsten Sinne – nur die Personen, die auf dem Hügel Golgatha anwesend waren. Sie sehen, dass das, was Steiner zu Ita Wegman über die Christus empfangenden Seelen erzählt hat, von verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden kann. Die einen waren in den 33 Jahren, die anderen – in den drei Jahren und die dritten, die am tiefsten eingeweiht waren, standen unter dem Kreuz. Die Bogomilen bilden den dritten großen Zweig der Weißen Bruderschaft, den dritten großen Impuls in der Entwicklung der Menschheit. Ich behaupte, dass nun von Bulgarien ein vierter großer Impuls ausgeht, der sich ausdrückt in der Synthese zwischen der Lehre des Bodhisattva und der Anthroposophie als eine Stufe zum großen Christentum des Heiligen Geistes.

Im Schoß des Bogomilentums wurde das Mysterium in Arbanassi vollzogen, bei dem Christian Rosenkreutz seinen physischen Leib bis zur Durchsichtigkeit transformierte. Das hat dermaßen seinen Ätherleib beeinflusst, dass dieser aufbewahrt werden konnte. Jeder, der von ihm inspiriert wird, kann geniale geistige Fähigkeiten manifestieren. Durch Christian Rosenkreutz selbst wird bestätigt, dass das manichäische Mysterium größer ist als das Gralsmysterium. Beim Mysterium in Arbanassi erlebte er eine Begegnung mit Christus, die der Begegnung des Paulus vor Damaskus ähnlich war. Dann begann er Weisheit auszustrahlen, die die Weisheit des Rosenkreuzertums wurde und alle wahren esoterischen christlichen Strömungen speiste. Im Jahre 1459, im 71. Jahr seiner nächsten Inkarnation, in der er über 100 Jahre lebte, wurde er von Manes in die manichäischen Mysterien eingeweiht. Diese Mysterien beziehen sich auf das Verständnis des Bösen. Verstehen Sie, worum es im Manichäismus geht und was durch Beinsa Douno kam, was allen Anthroposophen total unbekannt bleibt? Das, was durch Beinsa Douno kam, ist der auf einer neuen Stufe wiederbelebte Manichäismus, welcher der heutigen Stufe des Selbstbewusstseins und der menschlichen Ich-Entwicklung angemessen ist.

Die Tempelherren sind eine Kreation der Bogomilen, die im Rahmen der katholischen Kirche bestanden hat. Nun werden wir ausführlicher auf sie eingehen. 1097 hielt der Papst Urban II. auf dem Kirchenkonzil in Clermont eine Rede, in der er die Massen zu einem Feldzug ins Heilige Land aufrief. Der Impuls des Tempelherrentums, der von den Bogomilen ausging, war gegen Rom gerichtet. Das Ziel des Papstes bestand darin, diesen Impuls zum Heiligen Land umzuleiten. Die Bogomilen waren tief unter die westlichen Völker eingegangen und verbreiteten die Synthese zwischen der aristotelischen Vernunft und dem tief mystischen Erleben des Mysteriums von Golgatha, zwischen den Gralsmysterien und den manichäischen Mysterien. Damit gewannen sie die Köpfe des Adels, indem sie Gemeinden gründeten und das Fundament der katholischen Kirche untergruben. Deshalb wurden sie verfolgt, vernichtet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 1099 endete der erste Kreuzzug mit der Eroberung Jerusalems. Viele der Kreuzzügler ließen sich in den neuen Gebieten nieder, es wurde das Jerusalemer Reich sowie christliche Grafschaften auf den Gebieten der heutigen Staaten Türkei und Lebanon gegründet. In manchen der Ritter lebten die Mysterien der Erde und des Wassers. Sie fühlten ihr Blut als Christus gehörend und den Boden, auf dem sich das Mysterium von Golgatha abgespielt hatte, fühlten sie als den Christen gehörend. Neun solcher Ritter gründeten den Orden der Tempelherren auf dem Hügel Sion im Jahre 1118 – dort, wo die Ruinen des salomonischen Tempels sind. 1128 erhielt der Templerorden auf einem Kirchenkonzil in Troyes, Frankreich, eine feste Regel und wurde direkt dem Papst unterordnet. Die Templer waren Ritter des Schwertes und kämpften furchtlos im Namen Christi, indem sie ihr Blut und ihren Leib opferten. Aber sie bewahrten die absolute innere Reinheit. In den Ritterromanen wurde sie durch eine geliebte Frau verkörpert, die jeder Ritter in seinem Herzen trug. Diese Jungfrau war in Wirklichkeit die Seele des Ritters, die rein bleiben sollte. Wäre sie nicht rein, wären die Ritter nicht würdig, den weißen Umhang mit dem roten Kreuz zu tragen, der die reine, dem Christus ergebene Seele symbolisierte. Sie legten ein Gelübde für Keuschheit, Armut und Demut. Die Keuschheit sollte der Wollust, die Armut der Habgier und die Demut – der Herrschsucht widerstehen. Wenn diese drei Hauptprobleme im Menschen durch sein Ich nicht gemeistert werden, kann die Jungfrau seiner Seele nicht die „Geliebte“ dieses Ich werden. Die Ritter kämpften auf dem äußeren und inneren Plan. Äußerlich verteidigten sie die Armen und schufen einen Orden, in den allerlei Menschen hineinkamen, die dem Orden ihren ganzen Besitz schenkten. Dadurch stieg die Wirtschaftsmacht des Ordens sehr schnell an. Die Templer hatten keinen persönlichen Besitz, aber der Orden besaß viele Reichtümer. Sie kannten die mystische Kraft des Goldes und ihr Gelübde einhaltend, konnten sie die Reinheit ihrer „Jungfrau“ bewahren und Ritter sein – also Eingeweihte in das Gralsmysterium. Die Tempelherren besaßen große Mengen Gold, das sie zur Entwicklung ihrer ökonomischen und politischen Macht verwendeten. Aber in all dem zirkulierte das Gold nicht als Geld, sondern in seinem wahren Mysteriensinne. In allen vorchristlichen Kulturepochen hatte das Gold nicht die Geldfunktion, sondern war ein okkultes Mittel zur Verbindung mit der geistigen Welt. Die Menschen kannten die mystische okkulte Kraft dieses Metalls der Sonne. Deshalb zeugen Aussagen wie diejenige des bekannten Historikers Bozhidar Dimitrov, der die thrakischen Herrscher mit den heutigen Neureichen und ihrer Vorliebe für Goldschmuck verglich und den Thrakern vorwarf, nicht in Straßen, Gebäude, Bücher und Schulen, sondern in Goldschätze investiert zu haben, von einem tiefen Unverständnis der Geschichte. Im Mysterienleben der Thraker hatte das Gold nämlich keinesfalls eine alltägliche Rolle. Die Templer kannten die mystische Kraft des Goldes und deshalb war das Metall gefahrlos im Wirtschaftsleben in Umlauf, es wirkte nicht gegen den Gral und war nicht das ahrimanische Mittel, zu dem es heute geworden ist. All das widersprach drastisch dem römisch-katholischen Christentum. Deshalb unternahm der eitle und gierige Philipp IV. der Schöne –  in einer früheren Inkarnation nahm er an den mexikanischen schwarzen Mysterien teil, die das Gold in seinem satanischen Sinne breit angewendet haben – zusammen mit dem Papst Clemens V. eine Reihe von Maßnahmen, um diesen bedeutenden Versuch des sozialen Umbaus Europas im Geiste des Christus-Impulses zu vernichten. Sieben Jahre lang dauerten die Gerichtsprozesse, bei denen durch Folter erzwungene Geständnisse zur Zerstörung des Ordens im Jahre 1314 führten. Das ist der zweite Angriff Sorats gegen den Impuls, den das Mysterium von Golgatha ausgelöst hat.

Eine andere Erscheinungsform der Templer sind die Troubadours oder die Minnesänger. Während die Tempelherren äußerlich mit dem Schwert kämpften, verbreiteten die Minnesänger die Gralsmysterien mit Liebe und Musik durch die Sagen, die sie in ihren Liedern erzählten. Sie waren eher die Boten der Mysterienzentren, die die Menschen auf die Gralsmysterien vorbereiteten und den Christus-Impuls durch die Bilder ihrer Lieder am Leben erhielten. Nachdem Titurel den Kelch für die Gralsmysterien aus den bildhaften Begriffen geschaffen hat, können wir in diesen Mysterien weiterhin immer Bilder sehen.

Bei den Tempelherren finden wir drei grundlegende Symbole – das Buch, den Altar und den Tempel. Das sind die Einweihungsstufen.

Das Buch repräsentiert die Entwicklung von Imaginationen, der Altar – die Entwicklung von Inspirationen und der Tempel stellt die Entwicklung der Intuition als die Vollendung dieser Stufen dar. Die Templer durchliefen eine dreistufige Einweihung, was wir aus den Anklageschriften in den Annalen der römisch-katholischen Kirche entnehmen können. Wenn ein keuscher Ritter intensive Folter erfuhr, wurden seine Leiber gelockert, die dunklen Geister konnten in sie einziehen, was zur Erhöhung der Versuchungen und zum Bekennen von Sünden führte, die der Ritter überhaupt nicht begangen hatte. Die erfundenen Sünden gingen jedoch in die Prozessprotokolle ein und dienten als Beweis gegen den Ritter. Der erste Einweihungsgrad war die „Verleugnung des Petrus“. Bevor der Hahn dreimal krähte, verleugnete Petrus den Christus, was die dreifache Verleugnung des Ich bei seinem Eintritt in unsere drei Leiber symbolisiert. Die Tempelherren praktizierten die dreifache Verleugnung des Petrus, damit sie danach mit neuer Kraft zurückkehren und die aufopfernde Kraft des Kreuzes finden konnten. Diese Wirkung ist bei Paulus zu beobachten – je stärker er Christus verleugnete und seine Anhänger verfolgte, mit desto größerer Kraft kam das als der Gegenpol zum Ausdruck, so dass er zum größten Jünger Christi wurde. Der zweite Grad war die Einweihung des Jakobus. Sie verkörperte die Hoffnung, dass selbst wenn das Heilige Land wieder in fremde Hände geraten sollte, sie wieder dorthin zurückkommen würden. Wer über die Geschichte der Kreuzzüge gelesen hat, weiß, dass das Heilige Land verschiedene Besitzer hatte, bis schließlich die Türken kamen und das Osmanische Reich gründeten, indem sie die glänzende arabische Weisheit der Schule in Bagdad in erloschene Kohle verwandelten und eine lange und äußerst herabwürdigende Macht errichteten. Und im heutigen Zeitalter der Bewusstseinsseele will ein neuer Diktator diese Macht wieder beleben.

Der dritte Grad der Templer war die Einweihung des Johannes oder die Liebe, die in der Gründung von Gemeinden zum Vorschein kam, in denen das Gold gefahrlos zirkulieren konnte. Alle drei christlichen Tugenden – der Glaube, die Hoffnung und die Liebe wirkten in ihnen. Neben dem Buch, Altar und Tempel hat das Templertum weitere Symbole – das Schwert, den Kelch, den Stein des Schicksals und das Speer. Sie symbolisieren die Gaben der vier Ätherarten. Der Stein des Schicksals etwa symbolisiert den letzten der Äther – den Lebensäther,  der im Erdenäon aufkam. Die Gaben der vier Ätherarten emanierten in der alten Gnosis in die vier Elemente. Heute sind das die vier Aggregatzustände.

Wenn wir über die Gralsmysterien und die Templer sprechen, müssen wir wissen, dass damals alles in Symbolen ausgedrückt wurde, denn das Mysterium von Golgatha wurde nicht als Erkenntnis, sondern als Gefühl erlebt. Von der Erkenntnis mit der Gnosis der ersten christlichen Jahrhunderte über das Gefühl bei den Bogomilen und Templern kommen wir zum großen Christentum des Heiligen Geistes, bei dem die Impulse sich im Willen begegnen sollen.

Wie ist die weitere Entwicklung der Mysterien verlaufen? Nach dem neunten Jahrhundert entstand die Scholastik als der Versuch einer Synthese zwischen dem traditionellen Christentum und der Aristotelischen Logik. Im 14. Jahrhundert begann die Zeit der Renaissance – die Frucht, deren Samen das Bogomilentum eingesät hat. Im 15. bis 16. Jahrhundert führte die Reformation zur Absonderung des Protestantismus, der seine Existenz als ein selbständiger Zweig des Christentums mit den Thesen Martin Luthers begann. Danach folgten die geistige Bewegung der Aufklärung (Ende des 17. bis Anfang des 19. Jahrhunderts) und die wunderbare Bewegung des Romantismus, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand. All das mündete in die Theosophie Annie Besants und Helena Blavatskys und schließlich in die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Lehre Beinsa Dounos. So wurde der christliche Impuls entwickelt und wir können beobachten, wie sich im uns bekannten Christentum die beiden ursprünglichen Strömungen, die aus der Atlantis herausgingen, entwickelten und wie die mittlere Strömung entstand. Auf diese Strömung und ihre Erscheinungsformen sind wir hier eingegangen.

Ende des 16. Jahrhunderts fand eine okkulte Konferenz statt, die Christian Rosenkreutz berufen hat, an der neben den zwölf Individualitäten, die im 13. Jahrhundert bei seiner Einweihung in Arbanassi anwesend waren, auch andere Führer der Menschheit teilnahmen – sowohl inkarnierte, als auch solche aus den geistigen Welten. Christian Rosenkreutz sah die künftige Gefahr vorher, dass sich die Menschheit infolge der Entwicklung des praktischen Lebens mit Wirtschaft, Industrie usw. in zwei große Gruppen spalten würde – in praktisch veranlagte Menschen und Menschen, die nur für die innere Entwicklung leben wollen. Das konnte durch die Änderung der Bedingungen im menschlichen Dasein nach dem Tod verhindert werden, und zwar durch eine Änderung des Einflusses bei der Überquerung der Marssphäre. Steiner gibt das Beispiel Nikolaj Kusanskijs, der in seiner nächsten Inkarnation als Kopernikus die mechanische Ansicht über das Sonnensystem unter dem Einfluss der Marskräfte im Leben zwischen Tod und Neugeburt entwickelt hat[7]. Im 15.-16. Jahrhundert bestand auf dem Mars eine Situation, die der Situation auf der Erde zur Zeitenwende ähnelte, als Christus eingriff, um die Entwicklungstendenz umzukehren. Von dort stammten die illusorischen Ideen, welche die Menschheit zum Materialismus antrieben. Deshalb wurde als Ergebnis dieser Konferenz Gautama Buddha als geistiges Wesen zum Mars geschickt. 1604 vollzog Buddha auf dem Astralplan dort eine Art Golgatha-Mysterium. Danach wirkte seine Lehre auf die Menschenseelen reinigend, die die Marssphäre durchliefen. Heute sehen wir, dass es wieder lebensfremde Mystiker gibt, die etwa zu Anhängern Wissarions werden, in die Taiga gehen und keine Ahnung haben, was sie mit ihrem Leben machen. Daneben gibt es extreme Praktiker, für die Gott das Geld ist. Wir können nur raten, wie die Menschen geworden wären, wenn das Buddha-Opfer nicht zustande gekommen wäre. Dieses Mysterium ist äußerst wichtig und darauf werden wir gleich in einem neuen Licht eingehen.

Bei Rudolf Steiner wurden die beiden großen Strömungen durch die zwei Frauen an seiner Seite vertreten – Marie Steiner und Ita Wegman. Marie Steiner war die Vertreterin des Raums, der ekstatischen Richtung, des Himmelsfeuers und Ita Wegman repräsentierte das Wasser des Lebens und die mystische Grundlage. Steiner ermutigte die beiden, das Gegenteil von dem zu tun, was sie vertraten. Zu Steiner kam zuerst die Strömung der Menschen, die den Raum und das Himmelsfeuer repräsentierten und sehnsüchtig nach Christus suchten. Als er begann, über die soziale Dreigliederung zu sprechen, kamen auch die Praktiker wie Ita Wegman hinzu. Sie gehörten dem breiteren Kreis der Zeitenwende an und später waren sie die Ketzer. Nun suchten sie nach einer praktischen Anwendung ihrer Ideen. Ob an Steiners Seite jemand war, der die Ereignisse von Golgatha miterlebt hatte, kann ich nicht sagen, aber ich bin 99% sicher, dass es an seiner Seite kaum solche Menschen gab. Zweifellos waren Menschen um Steiner versammelt, die dem breitesten Kreis der 33 Jahre angehörten. Steiner wollte drei okkulte Klassen bilden, wobei Ita Wegman die erste Klasse leiten sollte. Sie gehört zu denjenigen, die Christus oben verabschiedet haben, aber sie hat eine starke Beziehung zu Ihm im kosmischen, michaelischen Sinne. Deshalb erzählte ihr Steiner über die zwei Strömungen der Seelen, von denen die eine oben und die andere unten war. Zur ersten okkulten Klasse sollten Menschen gehören, bei denen durch die Stimulierung der Inkarnationsgrundlage, durch die Erinnerung an die Mysterien des südlichen Weges in den vorherigen Inkarnationen ein Verständnis der Vorsehung über den einzelnen Menschen und der Menschheit als Ganzheit erreicht werden konnte. Bei den sog. Praktikern, die sich Steiner später anschlossen, geschah das leichter und konnte problemlos gefördert werden. Bei denjenigen, die sich Steiner früher angeschlossen hatten, wurde eher die Bewusstmachung in Abhängigkeit von ihrer ursprünglichen Veranlagung gefördert. Deshalb erfuhr Ita Wegman keine dramatische Wandlung, als sie ihre Inkarnation als Alexander der Große entdeckte. Dagegen erkrankte Marie Steiner schwer, die eine Vertreterin der ekstatischen Grundlage war, als sie erfuhr, wer sie war. Als Vertreterin der nördlichen Strömung war sie nicht die Trägerin des Wissens über die Inkarnationen. Deshalb führte bei ihr die Vertiefung in die südliche Strömung, welche zur Zukunft führt und eine Synthese der beiden Strömungen ermöglichen sollte, zu einer Erkrankung. Die Keime der Zukunft werden in einen Menschen gesät, wenn er beginnt, Interesse an der ihm gegensätzlichen Strömung an den Tag zu legen und diese mit der notwendigen Demut, Liebe, Weisheit und Vernunft zu erleben versucht. Steiner sagte scherzhaft über Menschen wie Ita Wegman, dass sie viel arbeiten, aber nichts verstehen und über die anderen, dass sie viel verstehen, aber nichts machen. Diese Worte lassen sich auch über die heute bestehenden zwei Gesellschaften sagen  – diejenigen, die viel arbeiten, aber nichts verstehen, sind in der „Weißen Bruderschaft“ und diejenigen, die viel verstehen, jedoch nichts zustande bringen, finden wir in der Bulgarischen Anthroposophischen Gesellschaft, obwohl sie Repräsentanten der beiden Strömungen und sogar der mittleren Strömung vereint. Albert Steffen sollte der Vertreter der Synthese sein, der laut Steiner in früheren Leben eine Beziehung zum Manichäismus hatte. Wir wissen nur, dass er als der Maler Giotto inkarniert war, aber zweifellos war er auch beim Rosenkreuzertum und dem Bogomilentum. Giotto war der Vertreter der Kunst in der Triade des geistigen Lebens. Steffen stand zwischen Marie Steiner und Ita Wegman, aber er konnte nicht den Ausgleich schaffen. Er starb als Letzter von den Drei mit dem Wunsch, allein zu sein.

Marie Steiner, die die deutschen Anthroposophen für eine hochmütige Russin und die russischen Anthroposophen für eine hochmütige Deutsche hielten, jedoch von niemandem verstanden wurde, war früher in den keltischen und orphischen Mysterien, sie war Hypatia und Albert der Große – der Lehrer Thomas von Aquins und hat den Mitmenschen durch ihren Verstand Respekt eingeflößt. Ita Wegman hatte eine ganz andere Einstellung – sie stand allen nah und war ein Mensch der praktischen Handlung. Die Anthroposophen verloren sich zwischen den beiden. Albert Steffen konnte auch nicht die Verbindung herstellen. Marie Steiner starb mit den Worten „Придите все“, d.h. alle sollten auf ihrer Beerdigung zusammenkommen, damit sie später als Gruppe inkarnieren können. Ita Wegman sagte auch kurz vor ihrem Tod „Kommt alle mit“. Bisher weiß ich nicht, ob Marie Steiner heute inkarniert ist und wer sie ist, aber seit langem weiß ich, wer heute Ita Wegman ist. Steiners Tragödie bestand darin, dass er einen Gralstempel für die ganze Menschheit in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft errichten wollte, die in drei Kreisen, in drei okkulten Klassen eingeteilt werden sollte. Die erste Schicksalsfrage stellte ihm Marie Steiner 1901, die fragte, ob die Weisheit, die über die Theosophie herunterströmt, einen christlichen Ausdruck finden könnte. Steiner wollte das auch und als Eingeweihter erhielt er die Vollmacht  zu dessen Verwirklichung. Dies führte zur Trennung von der Theosophischen Gesellschaft und zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft, nachdem alles entstand, was wir heute als Anthroposophie kennen. Die zweite Schicksalsfrage stellte Ita Wegman im Sommer 1923, als sie Steiner fragte, was mit der Erneuerung der Mysterien geschehen soll. Steiner vollzog die Erneuerung der Mysterien im Dezember durch die Hineinlegung den dodekaedrischen Gralssteins der Liebe in die Herzen der Anwesenden auf der Weihnachtstagung. Auf okkulte Weise habe ich erfahren und in meine Vorlesung über die Bodhisattvas geschrieben, dass nur dieses dodekaedrische imaginative Bild der Liebe nicht ausreichend ist, um heutzutage dem Bösen entgegenzutreten. Gemeint ist die Inkarnation Ahrimans und alles, was noch kommen wird. Warum war dann der Bodhisattva-Impuls notwendig? Die Anthroposophie stellte das Metamorphosieren und Wiederbeleben des Aristotelismus dar, sie führte vor, wie die kosmische Intelligenz heutzutage sein soll und wie wir durch den Willen und das Denken die geistige Welt erreichen können. Das gegenteilige Mysterium führt vor, wie das vergeistigte Denken in den Willen hineingelenkt wird, und wie dem Taten aus Liebe folgen. Marie Steiner konnte sich bis zum geistigen Denken erheben, sie hat Taten aus Liebe vollbracht. Nach Steiners Tod befasste sie sich mit seinem geistigen Erbe. Sie war eine freie Persönlichkeit und keine Schülerin, sondern eine Mitstreiterin Steiners. Steiners Einstellung zu Ita Wegman war eine völlig andere – die Einstellung eines Lehrers zu seinem Schüler. Aber beide Frauen haben wegen persönlicher Schwächen oder weil sie die Vertreterinnen von Weltenströmungen waren, nicht den Versuchungen standgehalten – nach Steiners Tod verwickelten sie sich in einen Streit. Alles Aufgebaute stürzte dabei zusammen, Albert Steffen war auch unfähig, mit der Situation fertig zu werden und so kam es zum Drama der Anthroposophischen Gesellschaft, das in unseren Tagen sein Finale mit Sergej Prokofieffs Tod erreicht hat. Die alten Anthroposophen aus Steiners Zeit sind bereits von uns gegangen, sie schrieben das eine oder das andere Buch, die mir hilfreich sind, so wie die Untersuchung Peter Tradowskys über Kaspar Hauser, die ihre Fortsetzung in meiner Vorlesung von März 2016 fand.

Sie können sich wahrscheinlich daran erinnern, dass ich die letzte Vorlesung mit dem Wunsch abgeschlossen habe, dass das Gesagte in irgendeiner Art Peter Tradowsky erreichen möge. Nun ist das in Gang gekommen. Eine Bulgarin, die auch andere Vorlesungen von mir kennt, war beim Ansehen des Videos mit der Vorlesung über Kaspar Hauser stark berührt von dieser Persönlichkeit, die unter den Deutschen lebte und über die das deutsche Volk keine Vorstellung hat. Sie hat meine Vorlesung übersetzt und Peter Tradowsky zugeschickt. Ob es eine Reaktion seinerseits geben wird, ist eine andere Frage. Das Wesentliche ist, dass ein Blog bereits existiert, in dem die Übersetzungen meiner Vorlesungen ins Deutsche erscheinen werden, damit das deutsche Volk zu begreifen beginnt, wo der Ausweg ist. Der Erzengel des deutschen Volkes wird eine Verbindung zum Erzengel des russischen Volkes herstellen und dann werden die Leiter des deutschen Volkes und des russischen Volkes – egal wer sie sein werden – den Weg zueinander finden können. Die beiden Völker werden auch den Weg zueinander finden und der gemeinsamen Attacke der angloamerikanischen okkulten Logen und der Jesuiten standhalten. Es gibt jedoch noch einen langen Weg, der zurückgelegt werden muss. Die Deutschen sollen zuerst die Hand reichen, damit die Erzengel durch die passenden Menschen auf dem Erdenplan eingreifen können. In Deutschland fand sich ein solcher Mensch, und das ist natürlich eine Bulgarin, die auch mit der Anthroposophie bekannt ist und die entsprechenden Kenntnisse der deutschen Sprache hat. Das ist die Art, auf die der Heilige Geist wirkt, wenn etwas rechtmäßig ist! Sie sehen, wie sich die Dinge nach der Konferenz in Varna entwickelt haben. Die Vorlesung über Kaspar Hauser habe ich mit großer Liebe vorbereitet, so wie alle anderen auch. An dieser Vorlesung habe ich auch mit viel Arbeit und viel Liebe im Laufe des ganzen Monats und buchstäblich bis zur letzten Stunde gearbeitet. Sie wird ein besonderes Geschenk für dich, liebe Toni, sein! Ich schenke sie dir, damit du Flügel hast, mit denen du weiterfliegen kannst und damit sie durch dich den Weg zum großen deutschen Volk finden kann, in dem die Lösung des Rätsels ist, welche Zukunft das Christentum haben wird. Wir werden von hier Hilfe leisten, aber die Antwort muss vom deutschen Volk kommen.

Als Steiner die erste okkulte Klasse eingerichtet hat, erhielt er als Ergebnis die Offenbarungen über die karmischen Ketten der Persönlichkeiten aus dem äußeren Kreis. Seine letzte Rede hielt er am 28.09.1924, in der er über die geistige Beziehung der beiden Johannes sprach. Prokofieff hat dort etwas ganz richtig erfasst: Wenn Steiner die zweite okkulte Klasse eingerichtet hätte, deren Quelle die geistige Zusammenwirkung der beiden Johannes unter Zentrierung um das Mysterium von Golgatha und die Auferstehung gewesen wäre, hätte das zur Beleuchtung der karmischen Kette von Personen geführt, die in der Zeitenwende inkarniert waren. Mit Ausnahme des Johannes-Lazarus und des Jungen von Nain kann ich niemanden nennen, der von Steiner beleuchtet worden ist. Sie wissen, wie viele Individualitäten aus der Zeitenwende wir hier beleuchtet haben, einschließlich beim Mysterium von Golgatha selbst, bei dem die eine Persönlichkeit am Kreuz neben Christus hing. Warum ist das möglich?

Die zweite okkulte Klasse sollte von Marie Steiner geleitet werden, die die Vertreterin der „Ketzer“ war. Diejenigen, die in der Zeitenwende gelebt und lange danach ihr Hellsehen aufbewahrt haben, die im fünften und sechsten Jahrhundert über eine solche Seelenanlage verfügten, die ihnen erlaubte, die Seele als das Kampffeld von Gut und Böse zu sehen, wurden in ganz Europa „Bulgaren“ genannt. Alle, die in den vorchristlichen Zeiten die dritte Strömung bildeten und von den Bulgaren in unseren Gebieten stammten, haben in den christlichen Zeiten eine Beziehung zur Zeitenwende. Wir können sie mit dem esoterischen Namen bzw. dem Ethnonym „Bulgaren“ bezeichnen. Es ist möglich, dass es auch in der Anthroposophischen Gesellschaft Persönlichkeiten aus einem der Kreise um Christus gegeben hat, aber wir sehen, dass alle, die wir bisher erhellt haben, stets dem anderen – dem Bodhisattva-Impuls – angehört haben. Dort wurde der Übergang zwischen den sechs vorchristlichen und den sechs nachchristlichen Bodhisattvas vollzogen. Derjenige von ihnen, der die Emanation des Christus-Impulses in der sechsten Kulturepoche sein wird, wenn der Geist sich ein Gefäß in Gemeinden aus Menschen mit einer entwickelten imaginativen Bewusstseinsseele suchen wird, wird der Bodhisattva sein, der zum Buddha Maitreya aufsteigen wird. Der Impuls der Bodhisattvas verläuft wie ein unsichtbarer Faden durch alle esoterischen christlichen Strömungen, der die Kontrolle über sie hat. Auch über dem großen Manes, der Christian Rosenkreutz selbst einweihte, steht der Bodhisattva als der Vertreter der Bodhisattva-Loge, die seit der Mitte der atlantischen Zeit das ganze geistig-seelische Leben der Menschheit anführt. Dieser Bodhisattva war im 20. Jahrhundert Beinsa Douno und er nahm an einem manichäischen Mysterium teil, um dem Manichäismus einen neuen Antrieb zu verleihen und uns auf die Begegnung mit dem Antichristen vorzubereiten. Deshalb müssen wir, wenn wir über den heutigen Schulungsweg sprechen,  die Worte Beinsa Dounos zitieren: „Der Schüler muss ein Herz haben, das rein wie ein Kristall ist, einen Verstand, der hell wie die Sonne ist und eine Seele, die breit wie das Universum ist, einen Geist, der mächtig wie der Gott ist und der eins mit Gott ist!“[8] Auf der letzten Konferenz in Varna habe ich versucht, diese Worte zu erklären, nun werde ich das für das breitere Publikum wiederholen.

Wenn Beinsa Douno sagt, dass dies die Formel des Schülers ist, stimmt das wirklich und wer diese Formel richtig versteht, kann sich ‚Schüler’ nennen. Vor der Praxis muss das Verständnis kommen. Im Satz bedeutet der Anfang „der Schüler muss haben“ – „das Ich muss haben“. Das Ich erfährt durch das Werkzeug der Seele eine Evolution. Wir werden zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigen, wenn unsere Iche ausreichend evolutioniert sind. Die Seele ist nur ein Werkzeug und in den verschiedenen Zeiten hat Verschiedenes die Funktion der Seele erfüllt. Die fundamentale Frage, was die Seele ist, ob sie einheitlich oder dreieinig im Sinne der Anthroposophie ist, besteht weiter, und wie Beinsa Douno hervorhebt, sind die Geheimnisse des Menschen in seiner Seele verborgen. Deshalb wird sich die Schriftrolle weiter entfalten und dieses Mysterium beleuchten. Auf der Konferenz habe ich diese Frage gestellt, aber niemand hat verstanden, was ich frage. Zuerst heißt es, dass der Schüler ein Herz haben soll, „das rein wie ein Kristall ist“. Das Herz ist das materialistischste Organ des Menschen. Das liegt daran, dass es im Erdenäon gebildet wurde. Das Herz gilt zwar als das feinste Element des Menschen, mit dem er alles erlebt, da alles durch das Herz geht, aber das geschieht nur auf der Stufe des Physischen. Das Ich ist reiner Geist, die Seele steht zwischen der Materie und dem Geist und das Herz ist nur materiell. Das Herz, der menschliche Leib, muss rein wie ein Kristall werden im Sinne des wahren Bogomilentums und Templertums und im Sinne dessen, was Christian Rosenkreutz im Mysterium von Arbanassi machte. Mit dem, was wir bisher als eine Synthese der beiden Impulse haben, müssen wir von der Grundlage der Bewusstseinsseele zu Herzen werden, die „rein wie ein Kristall“ sind. Heutzutage erleben wir unser Leben über die Bewusstseinsseele und das Herz reagiert nur als ein unbewusstes Willensorgan. Uns steht noch viel Arbeit bevor, damit wir unser Herz in der sechsten Kulturepoche in ein bewusstes Willensorgan durch das Christentum des Heiligen Geistes verwandeln, was die Einweihung des Willens darstellt. Ein „Herz, rein wie ein Kristall“ bedeutet, dass alle Sympathien und Antipathien im Menschen verschwinden sollen und der Mensch in seiner Bewusstseinsseele wie die Jungfrau Sophia wird – im okkulten Sinne dieses Begriffs. Wenn wir uns die Frage stellen, ob unsere Herzen rein wie ein Kristall sind, werden wir feststellen, dass die Lage traurig ist. Deshalb sagte Steiner im Buch „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“, dass jeder, der den Weg des Okkultismus besteigt, vergessen sollte, was Beleidigung ist. Der okkulte Schüler ist ruhig und selbstbewusst und ihn bringen keine Worte anderer Menschen aus dem Gleichgewicht. Heute besteht der Weg des Schülers in der Synthese der beiden Impulse. Das ist der Heilige Impuls, der nach der Ausstrahlung der beiden Impulse und dem Ende des 20. Jahrhunderts mit dem dritten Angriff Sorats und der Inkarnation des Antichristen von Varna aus im Jahr 2000 seinen Weg nahm.

Wir betrachten nun den „Verstand, der hell wie die Sonne ist“. Wenn der Mensch eine Bewusstseinsseele hat, die wie ein Kristall vorbereitet ist, dann kann er in richtiger Weise und gefahrlos den Austritt des Willens, das Erfassen des Denkens und die Herstellung der Beziehung mit der geistigen Welt auf die rechtmäßige Art praktizieren, so wie das in der Anthroposophie beschrieben ist und zuerst von Steiner vorgeführt wurde. Dann kann man auf dem Rückweg hineingehen und eine Seele erlangen, „die breit wie das Universum ist“. Das bedeutet, dass alles, was man als Beziehung zur geistigen Welt durch den „Verstand, der hell wie die Sonne ist“, erlangt hat, als Gaben des Geistes zurückströmt. Dadurch wird die Seele endlos erweitert, denn die Weltenweisheit strömt in den Menschen ein. Das ist der südliche Weg der Hirten, deshalb führte Beinsa Douno seine Schüler in die Natur hinaus, wo er sie auf das neue Denken vorbereitete, damit sie den nördlichen Weg entwickeln, was zur Verbindung mit den geistigen Hierarchien führt. Bei Steiner überwiegt der innere Weg, bei dem die Reinheit angestrebt wird, die zu der Verbindung mit der geistigen Welt notwendig ist – der „Verstand, der hell wie die Sonne ist“. Ich erhebe den Anspruch, dass wir seit Jahren eine solche Beziehung haben, die uns nie irregeführt hat, auch was die am tiefsten verborgenen Fragen der Inkarnationsketten betrifft. Prokofieff vermutet, dass wenn Steiner die dritte okkulte Klasse eingerichtet und angeleitet hätte, die christlichen Ich-Mysterien der höchsten Ordnung an das Tageslicht gekommen wären. Das konnte selbstverständlich noch nicht geschehen, da der neu belebte Manichäismus noch nicht da war. Deshalb behaupte ich, dass auch der dodekaedrische Stein nicht ausreicht, denn um dem Antichristen entgegenzutreten, brauchen wir auch den Manichäismus. In Steiners Opfer steckt zwar auch Manichäismus, aber den wahren Manichäismus kann man bei Beinsa Douno entdecken, als er zusammen mit Christus am großen manichäischen Mysterium von 1936 zum Besiegen des Bösen teilgenommen hat. Das ist die Quintessenz des Manichäismus – wie wir künftig mit dem Bösen fertig werden, damit Christus immer sichtbarer wird und wir zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigen. Das kann nicht geschehen, wenn wir nicht das Böse in der manichäischen magischen Art annihilieren. Wenn ich sage, dass wir im Voraus, vor der sechsten Wurzelrasse die manichäischen Mysterien berühren können, meine ich das im kognitiven Sinne und nicht als tatsächliches Vollbringen dieser Mysterien. Die Art und Weise, in der ich das Mysterium von 1936 darstelle, die immer tiefere Eindringung in dieses Mysterium macht die gegenwärtige kognitive Beleuchtung des Manichäismus vor der Bewusstseinsseele der Menschen aus. Verstehen Sie, wie groß unser Werk ist? Das ist nicht nur meine Arbeit, denn hinter mir steht ein Haufen geistiger Wesen. Ich weiß seit langem, wie viele Geister dahinter stehen! Deshalb sage ich, dass bei jedem, der sich mir in den Weg stellt, die Entwicklung aufhört! Sollte mich jemand verleugnen und danach wieder in der paulinischen Art neu entdecken, und zwar nicht mich als Person, sondern das, was durch mich herabströmt, dann kann in einem solchen Menschen jene Liebe aufkeimen, die in Paulus entfachte. Paulus war der Vertreter der Weisheit der vorchristlichen Mysterien. Als er begriff, wo der Ich-Impuls ist und wer ihn verkörpert, wurde diese Weisheit in ihm in Liebe umgewandelt. Deshalb konnte er die größten Worte über die Liebe aussprechen, die wir in „Korinther „13, 4-9 lesen können: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.“

Obwohl Johannes der Apostel der Liebe ist, wurde aus dieser dramatischen Wandlung in Paulus die Weisheit in gigantische Liebe transformiert und er konnte sich in einen Menschen für die fünfte Kultur verwandeln, den die Zeitgenossen mit Ausnahme von Dionysios Areopagita und einigen anderen nicht verstehen konnten.

„Eine Seele, die weit ist wie das Universum“ stellt das Herabströmen der Offenbarungen aus der ätherischen und astralen Welt, aus den verschiedenen Stufen des Devachan dar. Verstehen Sie, aus welcher Stufe die Offenbarung über den Namen des 25. Ältesten „Blagari“ kommt? Die „Greise“, also die 24 Ältesten sind die Runden in den einzelnen Äonen. Jeder Äon hat sieben Runden. Die geistige Frucht jeder Runde in einem gegebenen Äon bildet ein geistiges Wesen aus, das im Okkultismus „Ältester“ genannt wird. Wo entsteht dieses Wesen? Manche von den hier Anwesenden wissen noch, wo und unter welchen Umständen diese Offenbarung empfangen wurde – im Mittelpunkt eines großen Übels – und sind sich dessen bewusst, was für ein manichäisches Werk das ist. Das Wiedererkennen Beinsa Dounos als den gegenwärtigen Manichäismus führt zu solchen Offenbarungen, die praktisch keine verborgene Sphäre lassen. Dazu führt die Synthese beider Impulse. Dann wird die Menschenseele von den Weltengeheimnissen erfüllt, sie beginnt zu wachsen und erfasst das ganze Universum. Das geschieht, weil der Mensch einen Geist hat, der mächtig ist wie der Gott und eins ist mit Gott. Wenn der Geist sich in die Seele ergießt, wird der Mensch zu einem hierarchischen Wesen der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe. In dieser Formel, die uns der Meister gegeben hat, ist die ganze Anthroposophie drin, auch Michael und Christus sind darin enthalten.

Warum brauchen wir diese Formel und den Schulungsweg, über dessen Varianten wir seit einigen Stunden in allgemeiner Art sprechen? Sollten wir uns nämlich in die Einzelheiten vertiefen, wären uns einige Tage notwendig. Wir brauchen die Formel, weil Ahriman inkarniert ist und uns der Frontalzusammenstoß mit ihm bevorsteht. Es sind Schüler notwendig. Die erste Attacke Sorats geschah im Jahr 666 durch die Gondischapur-Akademie. Damals war das eine Attacke gegen das Denken. Das Mohammedanertum mit seinem luziferischen Gehalt war bis zu einem gewissen Grade das äußere Gegengewicht, das diesen ahrimanischen Impuls entfernt hat, dessen Ziel darin bestand, dem Menschen verfrüht die Eigenschaften der Bewusstseinsseele einzuprägen. Als Folge hätte der Mensch einen unglaublich großen Verstand, aber auch einen erhöhten Stolz entwickelt. Ohne den christlichen Gehalt hätte das die Menschheit jedoch zum Scheitern geführt. Der zweite und stärkste Trumpf, mit dem der Einfluss dieser Schule eliminiert wurde, war die Tatsache, dass das Mysterium von Golgatha nach der göttlichen Vorsehung im Jahre 333 stattfinden sollte. Dieses Ereignis wurde aufopfernd von Christus um 300 Jahre vorverlegt und geschah im Jahre 33. Die Menschheit brauchte diese sechs Jahrhunderte der christlichen Vorbereitung mit allen sich entfaltenden Mysterien, damit sie so reagieren konnte, dass sie nicht vernichtet wurde. Christus brachte dieses Opfer für uns dar, bei dem Er Hilfe von allen Eingeweihten der Erde bekam, die zu seinen Mitstreitern wurden. Trotzdem blieb im Menschen der Stachel des Materialismus, der sich damals zu entwickeln begann. Heutzutage ist jeder dem Einfluss dieses Stachels unterworfen.

Die zweite Attacke Sorats betraf das Gefühl und drückte sich in der Zerschlagung der Tempelherren aus. Was war das Gegengewicht dazu? Bereits vor der Zeitenwende empfingen Artus und seine Ritter im heutigen Westengland den Christus-Impuls, indem sie die Elementargeister der Natur beobachteten. Die Ritter kamen aus den hybernischen Mysterien, die bei der vorherigen Herrschaft Michaels bestanden hatten und empfingen in ihren Ätherleibern den Sonnenimpuls aus dem Lebensgeist Christi in der Erdumgebung. Durch sie wirkte Michael, so wie durch Alexander, der als Erster aus dem Westen in den Osten zog. Ihm folgten später die Ritter, die ihre Boten in ganz Europa schickten, um den Kampf gegen die Wildheit in den Astralleibern der damaligen primitiven Bevölkerung in Mittel- und Nordeuropa zu führen und sie zu läutern und zivilisieren. Nach der Ankunft Christi nahm die Kraft der Ritter allmählich ab. Aber sie blieben in seinem Lebensgeist lebendig und sahen dort nicht nur die Elementarwesen, sondern auch das Geheimnis von Golgatha als eine geistige Tatsache. Das ereignete sich in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten. Jedoch begann von Palästina aus die gegenüberliegende Gralsströmung, bei der Christus in den Herzen getragen wurde, im Blut der Christen, in dem Er durch seinen Impuls das möglichst geistige Wesen der Sonne mit der Erdentwicklung der Menschen vereinigt. Das war der wahre Christus, der in Jesus mit seinem Ich und dem Geistselbst herabstieg. So bewegten sich aufeinander die Artusströmung, in der Christus als kosmisches Bild und Sonnnenhelden existierte, und die Gralsströmung, die den Erlöser als den Bruder der Menschen trug. Die Begegnung beider Strömungen geschah im Jahre 869 in Mitteleuropa, aber hauptsächlich in der geistigen Welt. Das Bogomilentum entstand aus dieser Begegnung Christi mit sich selbst und zum Teil auch aus der Begegnung der wichtigsten christlichen Eingeweihten, die Manes im vierten Jahrhundert berufen hat. Zuerst finden Ereignisse auf dem übersinnlichen Plan statt, und dann auf dem Erdenplan. Das Ziel war die Entschärfung der Attacke gegen die Templer. Das Bogomilentum war die Waffe des Christentums, mit dem die Spiritualität in Europa bleiben und sich weiterentwickeln konnte. Das geschah aber nunmehr eher im Geheimen, durch die Rosenkreuzer Schulen, bis es schließlich durch die Theosophie des 19. und die Anthroposophie des 20. Jahrhunderts an die Oberfläche kam.

Wir kommen zur dritten Attacke Sorats in 20. Jahrhundert, deren Zeitgenossen wir sind und deren Früchte wir noch sehen werden. Sie fällt mit der Inkarnation Ahrimans zusammen und das ist der erklingende Gong, der uns verkündet, dass wir bereit sein sollen, diese Attacke zu parieren. Welche übersinnlichen Ereignisse bereiteten die Menschheit vor, damit sie reagieren kann und was war ihr Abbild unten auf der Erde, das die Menschheit, die einen bestimmten Weg zurückgelegt hat, auf diese Attacke in einer angemessenen Art vorbereitet? Zuerst war das die große Schule Michaels auf der Sonne, die vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden hat. Dort wurde das kosmische Christentum als himmlische Anthroposophie vorbereitet und auf die Erde stieg es als die Anthroposophie Rudolf Steiners herab. Das irdische Abbild dieser übersinnlichen Schule war das Rosenkreuzertum, das sich als die Frucht des Bogomilentums ausbreitete.

Ein anderes Ereignis, das die Menschheit auf die heutige Zeit vorbereitet hat, war das Opfer Buddhas, das die Gefahr der Trennung der Menschen in Mystiker und Praktiker eliminierte, die wegen des Mars-Einflusses auf das Leben zwischen Tod und Neugeburt existierte. Was gab es sonst noch als eine Widerspiegelung auf dem Erdenplan? Steiner hat etwas gesagt, was uns mit etwas Hilfe von oben erst jetzt einleuchtet. Ich werde auf Dimitar Kalevs Vortrag während der letzten Konferenz in Varna zurückkommen, der dem Konferenzthema am ehesten von allen Rechnung trug. Im Vortrag wurden die Böhmischen Brüder erwähnt, unter denen es Menschen gab, die Offenbarungen aus der geistigen Welt empfingen und andere, die diese Offenbarungen deuteten. In GA 233a „Mysterienstätten des Mittelalters“ wird das in Vorträgen beschrieben, die Steiner unmittelbar nach der Weihnachtstagung gehalten hat. Dort berichtet er über einen Schüler, der am Anfang des 13. Jahrhundert seinen Lehrer suchte. Der Schüler fand ihn und der Lehrer führte ihn zu einem Berg. Das können wir wörtlich verstehen. Dort spricht der Lehrer in einer solchen erhabenen Art zum Schüler, dass dieser die Weltengeheimnisse streifen kann, indem er die Schranke der sinnlichen Welt überwindet. Das ist der nördliche Weg. Dann gingen sie in eine tiefe Hölle in der Erde, wo der Schüler sah, wie die schöpferischen Kräfte der Götter durch die Natur wirken. Indem der Schüler den südlichen Weg mit der Intensität seiner Verstandesseele erlebte, war er zur Synthese der beiden Wege bereit. Dieselben Schüler inkarnierten später, im 17. bis 18. Jahrhundert. Dann fanden sie den Weg zueinander und bildeten Gruppen aus jeweils sieben Mitgliedern. Von diesen haben drei Mitglieder Offenbarungen empfangen, da der Geist dreieinig ist, und vier haben über ihr Ich und die drei Leiber die Offenbarungen verstanden. Das stellt in einer synthesierten Weise das Vaterunser und die ganze praktisch angewendeten Esoterik dar. Das geschah unter völliger Geheimhaltung bereits im Zeitalter der Bewusstseinsseele. Auf dem äußeren Plan haben diese Menschen in keiner Weise ihre geheimen Beschäftigungen zur Schau getragen. Die Lehrer, die in den vorherigen Jahrhunderten mit diesen Schülern einzeln gearbeitet haben, waren in jener Zeit noch nicht inkarniert, denn die Bedingungen dazu waren ungeeignet. Damals wirkten sie als ätherische Wesen, die diese Gruppe inspirierten. Die Gruppen selbst sind auch unbekannt, da sie im Geheimen gewirkt haben. Aber diese Gruppen haben existiert und eine rechtmäßige Beziehung zu geistigen Welt gepflegt. Sie haben die Offenbarungen verstanden, die ihnen vor dem Ende des Kali-Yuga und dem Anfang des michaelischen Zeitalters gegeben wurden. Sie haben erreicht, dass in der fünften Kulturepoche der Faden des Mysterienlebens nicht reißt und dieses Leben völlig verschwindet. Sie haben die Kontinuität ermöglicht, bis die Theosophie, Anthroposophie und der Bodhisattva kamen. Diese Menschen erfüllten die Aufgabe der gesündesten, festesten Menschenseelen, die in Lemurien, bevor sich der Mond von der Erde abtrennte, den Abbruch der Inkarnationskette des Menschengeschlechtes verhinderten. Diese rettende Tat war das Werk jener unbekannten Helden. Heute verfügen wir schon über die Anthroposophie, über den Impuls des Bodhisattva Beinsa Douno und wir sprechen von einem Heiligen Impuls, der hier in Varna ausgestrahlt wurde. Der Weg des Schülers wurde bereits gebahnt und in ihn müssen emanieren das zweite Golgatha Christi, die Schule Michaels, das Opfer Buddhas und das, was die vorhin erwähnten Schüler unternommen haben. Der Schulungsweg begann in Varna, er wurde in Varna verkündet, wo auch Beinsa Dounos Tätigkeit als Lehrer der Menschheit begann. Wenn wir über das Christentum reden, ist das unzertrennlich mit Christus verbunden, wenn wir über die Anthroposophie reden, ist sie mit Steiner verbunden, und wenn wir über den Impuls der Weißen Bruderschaft reden, verbinden wir ihn mit Beinsa Douno. Jeder soll selbst entscheiden, womit die Synthese der beiden Impulse und den Heiligen Impuls assoziieren soll.

 

[1] Es handelt sich um den Runden Tisch „Die geistige Führung der Menschheit“ (02.-03.04.2016), den die Anthroposophische Gesellschaft in Bulgarien, die Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ – Varna und die Stiftung „Slovo“ veranstaltet haben.

[2] Im Vortrag vom 21.12.1919

[3] Die Bodhisattvas

[4] Einzelheiten darüber gibt es in GA 195, im Vortrag vom 21.12.1919

[5] „Der mythologische Horizont in der Kultur der asiatischen Skythen – geistige solare Voraussetzungen im System des sakischen Mithraismus“

[6] Offenbarung

[7] Vgl. GA 222, Vortrag vom 31.12.1910

[8] „Allgemeine okkulte Klasse“, 22.08.1928, „Der Schlüssel des Lebens“

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