Die drei Strömungen und der Schulungsweg – Teil 2

Nicht zufällig wurde das Griechische zur Sprache des Christentums, denn aus der griechischen Kultur begann die abschließende Vorbereitung der Menschheit auf das Verständnis des Mysteriums in Begriffen. Neben dem Dyonisoskult, der einen im christlichen Sinne metamorphosierten Kult darstellt, gingen in den christlichen Kult auch der Apollo-Kult und der Mithraskult. Deshalb wurde in der ersten christlichen Zeit Christus als Apollon dargestellt, der ein Kalb trug, denn die dritte Kulturepoche steht unter dem Zeichen des Stiers, wie Dionysos, Orpheus und der gute Hirte mit dem Lamm. Sie wurden gleichgesetzt, denn der Kult war das Ergebnis der Vermischung und Metamorphose der Kulte der Balkanhalbinsel unter der Ergänzung des skythischen, d.h. bulgarischen Mithraskultes. Sind Sie sich bewusst, dass der christliche Kult von den Bulgaren herrührt, von den ursprünglichen Semiten, von den Menschen Skythianos‘? Johannes sah, wie am Kreuz Christus mit der Lanze durchstochen wurde, wie Blut und Wasser flossen, er sah das Gralsmysterium, aber eigentlich begann das Gralsmysterium mit Skythianos. Wenn wir über die mittlere Strömung als über die Gralsströmung sprechen, die von Christus beginnt, aus der gemeinsamen Tätigkeit de beiden Johannes, müssen wir uns trotzdem fragen, warum sie gerade von Skythianos ging, der in Joseph von Arimathäa wieder geboren wurde. Damit ich überhaupt darüber sprechen kann, muss ich doch wissen, wer Skythianos ist, verstehen Sie? Deshalb habe ich zu Beginn der Vorlesung der geistigen Welt gedankt, dass sie uns mit dem Heiligen Geist führt und uns die Mysterien nacheinander enträtselt, damit sich die Vorsehung Gottes wie eine Schriftrolle entfalten kann. Wie ich bereits 2000 in der ersten Vorlesung des „Sonnenstrahlen“-Zyklus erklärte, können wir auf diese Weise auch das Mysterium der Bulgaren in dieser Vorsehung finden, das mit seiner Hauptrolle im Weltmysterium hervorsticht. Deshalb sagte Beinsa Douno, dass oben die Seelen Schlange stehen, um in Bulgarien inkarniert zu werden. In Bulgarien zu leben ist ein absolutes Privileg, aber wenn dieses nicht in der richtigen Art benutzt wird, wird im nächsten Leben die Inkarnation nicht im Stamm Sems, sondern in einem der anderen Stämme sein.

Aus dem Nikodemus-Evangelium wissen wir, dass Skythianos oder Joseph von Arimathäa in einem Verließ eingesperrt war, aus dem er auf eine wundersame Art von Christus befreit wurde. Danach ging er in Richtung des heutigen Englands, wo er den Anfang zu den Gralsmysterien setzte. Es gibt jedoch eine andere Sage, nach der Joseph von Arimathäa bis zum 70. Jahr eingesperrt war, als Titus mit seinen Legionen kam und den Tempel Salomos zerstörte. Dann befreite er den Greis, der von einem wunderbaren Licht umgeben, 37 Jahre ohne Essen und Trinken verbracht hatte. Er wurde nur vom Gral ernährt, den ihm Christus persönlich übergab. Wer die Gralsmysterien kennt, weiß, dass eine seiner der Funktionen als Kelch darin besteht, als Quelle von Nahrung und Getränk überall auf dem Weg zu sein. Danach ging der Befreite mit seiner Schwester und seinem Schwager in den Westen und gründete zusammen mit seinen Nachfolgern die erste Gralsgemeinschaft der Erde.

Der salomonische Tempel war der Tempel der Vier mit Blick zum Pentagramm, zum Manas, das sich auf die Ankunft des makrokosmischen Ich vorbereiten sollte. Er wurde vom berühmtesten Kainiten Hiram aufgrund der Vision des berühmtesten Abeliten Salomo errichtet. Der Tempel war das Symbol der dritten Strömung, die den Leib als ein Mondkelch aufbauen sollte. Das Kupfermeer dort symbolisiert die Vereinigung des Himmelswassers oder der Weisheit, die herabfließt, und der sieben Metalle, die die sieben planetarischen Kräfte sind, die die Vereinigung des menschlichen Geistes mit der Materie symbolisieren. Es hieß auch das Mysterium des Feuers und Wassers und wurde später zum Mysterium des Brotes und Weines, des Leibes und Blutes. Der Leib Jesu war das Mondmeer aus Kupfer, das als Kelch vorbereitet wurde, in den das makrokosmische Christus-Ich oder die Sonne hineintreten sollte. Der Tempel Salomos war die Mondsichel mit der Sonne drin, ein eigenartiger Gralskelch, jedoch nur als Vorbereitung. Als Christus kam, trat Er in diesen Kelch hinein, erlebte den Tod und die Auferstehung, trat in jeden Menschen ein und wurde zum Geist der Erde. Der Tempel Salomos wurde überflüssig, deswegen wurde er zerstört. Im Jahr 70 wurde derjenige befreit, der unter dem Kreuz stand und lange Jahre darauf wartete, eines der größten Mysterien zu begründen, das die Aufgabe hatte, einen neuen Tempel zu errichten. Im Unterschied zum ersten sinnlich-sichtbaren Tempel musste dieser ein Tempel der inneren Wirklichkeit sein. Der Gralskult ging von Skythianos aus. Aus mittelalterlichen Manuskripten ist uns bekannt, dass er im zweiten Jahrhundert als der Händler aus Skythien inkarnierte, der in Alexandria vier Bücher schrieb. Später bekam sein Schüler Terebinthus, der sowohl von Juden, als auch von Mithras-Nachfolgern verfolgt wurde und zu einer Witwe kam, die ihm Unterkunft gewährte. Nach dem Tod Terebinthus’ nahm die Witwe einen Jungen, der später als Mani oder Manes bekannt wurde – der Begründer des Manichäismus. Skythianos gehört zum mittleren Impuls des Gralsmysteriums, das eines Tages seinen Höhepunkt im Manichäischen Mysterium haben wird, denn das Manichäische Mysterium ist sogar noch größer als das Gralsmysterium. Skythianos, der am Anfang der mittleren Strömung steht, ist die Verbindung zwischen diesen zwei Mysterien. Steiner hat wenig über ihn gesagt, aber er erwähnte, dass Skythianos das Geheimnis des physischen Leibes, d.h. das Geheimnis des Phantoms, wie kein anderer Eingeweihter kennt und dass er das höhere atlantische Hellsehen für die Menschen aufbewahrt. Hier werde ich hinzufügen, für die Menschen in der sechsten Kulturepoche. Skythianos ist die lebendige Beziehung zwischen dem Gralsmysterium und dem Manichäischen Mysterium. Das Gralsmysterium konnte nur bei jemandem beginnen, der sowohl das Mysterium des Feuers im Himmel, als auch das Mysterium des Wassers oder des Lebens kennt.

Lassen Sie uns nun schauen, welche die beiden anderen von Christus Auferweckten sind und was bei ihnen auffallend ist. Uns ist bereits bekannt, dass die Tochter des Jaïrus der Bodhisattva Beinsa Douno ist und dass von der Zeitenwende die geheime Strömung der Bodhisattvas in der christlichen Zeit beginnt, über die Steiner nichts gesagt hat. Das Einzige, was er erwähnte, ist, dass nach dem Mysterium mit Christian Rosenkreutz der Impuls der Bodhisattvas und das Rosenkreuzertum sich gemeinsam entwickeln sollen. Das bedeutet wörtlich, dass man nur auf diese Weise ein Christ, also ein Ich-Mensch sein kann. Der andere Eingeweihte ist der Junge von Nain. Wo fanden beide Ereignisse statt? Bei der Auferweckung der Tochter des Jaïrus gibt es eine Menschenmenge, die um das Mädchen trauert. Christus sagt ihnen, dass das Kind nicht tot ist, sondern nur schlafend. Er geht zum Mädchen, dabei sind nur die Eltern und die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes anwesend, d.h. Er ist der Hierophant eines Mysteriums, an dem zwei Gruppen aus jeweils drei Personen beteiligt sind. Der Hierophantenruf lautet „Talita kumi“, also „Mädchen, ich sage dir, steh auf“. Ich habe erwähnt, dass dieser Aufruf in einer alten bulgarischen Sprache ausgesprochen wurde, die mit den heutigen Tschuwaschen verbunden sind, aber ich werde jetzt nicht darauf eingehen. In derselben Sprache ist auch “ Eloi, eloi, lama sabachthani“ – den Satz, der Christus laut dem Markus-Evangelium auf dem Kreuz sagte, bevor Er seinen letzten Atem ausgehaucht hatte, während in der anderen Zeit er die Sprache der Menschen um Ihn herum sprach. Eine ähnliche Begebenheit gab es mit dem Jungen von Nain. Christus traf die Beerdigungsprozession unweit des Stadttores, die den einzigen Sohn einer Witwe zum Grab trug. Hier in der Prozession werden symbolhaft die Eingeweihten der ägyptischen Zeit dargestellt, die Christus in der neuen Zeit nicht finden können und deshalb so traurig sind. Christus berührt nur die Bahre mit dem Jungen und sagt zu ihm: „Jüngling, ich sage dir, steh auf!“ und der Junge steht auf. Angst ergreift alle und sie preisen Gott mit den Worten: „Ein großer Prophet ist unter uns erweckt worden“ (Lu 7: 11-17). Es wird angenommen, dass das Gesagte Christus gilt, aber es gilt im Voraus demjenigen, der drei Jahrhunderte später ein großer Prophet wurde und Skythianos und Zarathustra überholte: Das ist Manes. Wenn Christus die Bahre berührt, berührt Er das Phantom des Jungen. Das Hauptgeheimnis des Manichäismus ist das Geheimnis des Bösen. Damit Manes im dritten Jahrhundert die Manichäischen Mysterien geben konnte, die die erneuerten Mysterien der Lehre von der Finsternis und dem Licht sind, und die Zarathustra mit dem großen mystischen Impuls durchzog, der dem Golgatha-Mysterium entstammt, war nicht nur der Aufruf „Jüngling, ich sage dir, steh auf“ notwendig, sondern auch das Berühren der Bahre. Der Manichäismus wurde zur inneren Kraft im Menschen, die dem Bösen entgegentreten kann. Die Manichäischen Mysterien sind so groß, dass es darauf vorbereitete Menschen erst in der sechsten Wurzelrasse geben wird. Sie sind noch größer als die Gralsmysterien. An die Tochter des Jaïrus richtet Christus die Worte „Talita kumi“, denn die Mission des Bodhisattva bezieht sich auf die sechste Kulturepoche. Das Wort, das aus diesem Bodhisattva herausgehen wird, wird die Geburt von Menschen in einer neuen Art ermöglichen. Bei Lazarus ist der Hierophantenruf „Lazarus, komm heraus“. Diesen Ruf haben wieder viele gehört, aber er unterscheidet sich von den anderen zwei. Alle drei Aufrufe waren öffentlich, aber jeder in einer jeweils anderen Art. Deshalb sind auch die Strömungen, die aus den drei Auferweckten herausgingen, unterschiedlich. Alle, die in der mittleren Strömung waren, wurden Johannes-Christen genannt, einschließlich der Bogomilen, denn sie sind die Vertreter des Gralschristentums. Alle großen Vertreter des Christentums bisher waren die Vertreter der Johannes-Christen. Erst nach dem Mysterium von 1936 können wir zaghaft über eine Erscheinung des Manichäismus sprechen. Bis zum Mysterium von 1936 und dem ihm vorausgehenden zweiten Golgatha am Ende des 19. Jahrhunderts kann man über Manichäismus im wahren Sinne des Wortes, so wie es von Manes angelegt und vom Golgatha-Impuls verstärkt worden war, überhaupt nicht sprechen. Das, was Manes hineinlegte, ist das Ergebnis der Berührung seiner Bahre. Christus griff in den Tod ein, deshalb strömt aus dem Manichäismus unbesiegbares und ewiges Leben. Der Gral kann den Menschen ewig nähren und aus ihm strömt Leben, aber der Manichäismus verleiht ewiges Leben.

Titurel war jene Individualität, die mit dem Errichten des neuen Tempels beginnen sollte, dessen Fundament Skythianos legte. Skythianos bereitete die Skythen nördlich des Schwarzen Meeres auf die zukünftigen Gralsmysterien vor, auf die sechste Kulturepoche. Er arbeitete an der Herausbildung des Christus-Volkes, also des russischen Volkes. Titurel sollte im achten Jahrhundert im Westen, in Spanien einen neuen Tempel für den Gral errichten. Über ihn wird in den Gralsepen erzählt, die im 12. bis 13. Jahrhundert zwecks Vorbereitung der Menschheit auf das Mysterium von Christian Rosenkreutz und das Rosenkreuzertum erschienen. Das Rosenkreuzertum seinerseits startete im 14. Jahrhundert durch den reinkarnierten Christian Rosenkreutz, nachdem in Arbanassi ein Mysterium mit ihm geschehen war. Er wird zum ersten Mal im Epos von Albrecht von Scharfenberg erwähnt. Titurels Vater war der König Titurison in Kappadokien, der die aragonische Prinzessin Elisabeth heiratete. Nach der Pilgerfahrt zum Christus-Grab in Jerusalem bekamen sie einen Sohn, den sie Titurel nannten. Er lebte lange keusch, danach heiratete er eine Jungfrau, wurde zum Statthalter Spaniens und baute sich ein Schloss auf dem Berg des Heils (Monsalvat). Der Gral wurde von der geistigen Welt durch Engel herabgelassen und Titurel baute 30 Jahre lang einen Tempel, in dem der Heilige Kelch aufbewahrt werden sollte. Selbstverständlich war das ein unsichtbarer, übersinnlicher Tempel. In den alten Epen werden Zeiten miteinander vermischt, weshalb sie nur durch einen geistigen Blick verstanden werden können. Im Epos ist davon die Rede, dass Titurels Vater sich bei der Eroberung Jerusalems ausgezeichnet hat im Jahre 70 durch Titus. Es ist klar, dass es keine direkte Beziehung gibt zwischen ihm und Titurel, der im achten Jahrhundert gelebt hat. Das heutige rationale Denken wird das sofort als phantastisch ablehnen. Aber rationales Denken bedeutet nicht immer vernünftiges Denken. Wenn es heißt, dass Titurels Vater ein König in Kappadokien war, gehört das zum geistigen Schwarzmeerraum, wo in den Mysterienzentren die Geistigkeit aller nachatlantischen Kulturepochen vertreten war und das Land von zahlreichen thrakischen Stämmen bewohnt wurde. Dem Epos entnehmen wir, dass das Gralsmysterium vor seinem Beginn hier im geistigen Schwarzmeerraum vorbereitet worden ist, wo die thrakischen Siedlungen waren. Titurels Vater hat sich bei der Zerstörung des salomonischen Tempels ausgezeichnet, d.h., bei der Beseitigung des Körpers der alten, ausgeschöpften Geistigkeit. Er zog in den Westen, zur Iberischen Halbinsel, wo er mit dem Aufbau eines neuen Tempels beginnen konnte und wohin auch Skythianos laut der Sage ging. Auf der Iberischen Halbinsel befindet sich die Gebirgskette Pyrenäen, die nach unserem Berg Pirin benannt wurde, während der Großen Völkerwanderung der sog. Goten, die eigentlich Gethen sind. Laut Steiner entwickelt sich das, was Titurel macht, unter späten gotischen Mysterien, die ich „späte bulgarische Mysterien“ nenne. Das ist die Beziehung des Vaters bzw. Großvaters Titurels und Titurels selbst mit dem bulgarischen Mysterium. Ein Gralstempel bedeutet, dass zuerst der eigene menschliche Körper zum reinen Tempel der Verkörperung des Heiligen Pfingstgeistes in ihm wird. Titurel erlebte dieses Mysterium aus seiner Empfindungsseele heraus, obwohl er in der Zeit der Bewusstseinsseele war. Auch heute muss jeder auf der ersten Stufe zum Gralstempel werden, aber nunmehr durch die Bewusstseinsseele. Das bedeutet, dass die Bewusstseinsseele aufgrund eines gereinigten Astralleibes vergeistigt werden muss, was ihr erlauben wird, zur imaginativen Seele zu werden. Dann kann der Mensch in der richtigen Art hellseherisch sein. Die erste Stufe des Gralstempels ist die persönliche, wenn die Bewusstseinsseele vergeistigt wird auf der Grundlage der Synthese der beiden wichtigsten geistigen Impulse des 20. Jahrhunderts. Die zweite Stufe liegt vor, wenn eine Gruppe oder Gemeinde aus Menschen gebildet wird, die ihren individuellen Tempel aufgebaut haben. In diese Gemeinde wird der Heilige Geist heruntersteigen. Der Heilige Geist oder das Manas wird in der sechsten Kulturepoche nicht persönlich in den Menschen heruntersteigen, sondern nur in solche Brüdergemeinschaften. Das Manas beginnt nun, individuell in denjenigen Menschen einzuströmen, dem es gelungen ist, aus seinem Leib einen Tempel dafür zu machen. Die dritte Stufe des Gralstempels wird bestehen, wenn Christus zum gesellschaftsbildenden Faktor wird und viele solcher Gemeinden eine Gesellschaft bilden werden, in deren Zentrum Christus auf Erden steht. Dann wird der Heilige Geist den Impuls zur Schaffung neuer Formen des sozialen Lebens heruntertragen, die vollkommen von Christus durchzogen sind. Das sind die drei Stufen des Gralstempels, den Titurel auf dem Berg Monsalvat zu bauen begann. Im großen Mysteriendreieck, den wir schon besprochen haben, wurde in jenen Gebieten, in Santiago de Compostela das Gefühl kultiviert. Von den drei Aposteln ging Petrus nach Rom, Johannes war in den Mysterien von Ephesos und Jakobus Zebedäus ging nach Westen. Dort endet der mystische Camino (der Jakobsweg), den Tausende von Menschen jedes Jahr zurücklegen. In diesen Gebieten wurde das katholische Christentum des Gefühls entwickelt. Aber warum entstanden dort die Gralsmysterien? Am Anfang wurden die aus dem Gral herausströmenden Impulse durch die Eingeweihten, die den Rang eines Dionysios Areopagita hatten, durch die Erkenntnis und die Begriffe der alten Gnosis erlebt. Die alte Gnosis war das, was der dritte Bodhisattva als Weltenweisheit im Jahre 5505 v.Chr. erlebte. Danach war diese Weisheit die geistige Nahrung, die sich in allen Mysterien entwickelte und in der dritten Kulturepoche begann die schrittweise Ausbildung dieser alten Gnosis. Mit den Begriffen der alten Gnosis, die durch die Empfindungsseele vor Aristoteles als geistige Bilder in der Form geistiger gnostischer Begriffe gebildet waren, erlebte Dionysios Areopagita das Gralsmysterium. Das war die Zeit der Verstandesseele und als Mitglied des Areopags besaß er eine glänzend entwickelte Verstandesseele und war in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht. Das änderte sich grundsätzlich im Moment, in dem das Golgatha-Mysterium stattfand, als er in Ägypten war und die Finsternis erlebte, die die Erde erfasste. Im Augenblick einer Offenbarung sagte er: „Entweder leidet der Schöpfer der ganzen Welt gerade, oder diese sichtbare Welt geht nun zu Ende“. Aus dieser Grundlage heraus konnte er bei der Predigt des Paulus in Athen verstehen, wer der unbekannte Gott ist und war in der Lage, Ihm zu folgen. Natürlich gab es auch das rechtmäßige Anzweifeln der paulinischen Worte in seiner Verstandesseele, aber das wurde nach dem Bezeugen eines von Paulus Geheilten überwunden. Die Verstandesseele zerreißt sich zwischen dem Gefühl und der Vernunft. Als eingeweiht in die Eleusinischen Mysterien hatte Dionysios die Fähigkeit, seine Empfindungsseele zu aktivieren und durch diese die Gralsimpulse in den Begriffen der alten Gnosis wahrzunehmen. Mit dem Untergang des Hellsehens begann diese Gnosis zu schwinden, die ohnehin vom Christentum ständig angegriffen wurde. Die Gnosis musste eine andere Zuflucht finden. Diese fand sie in den Mysterien des Bildes. Zuerst wurden die Gralsmysterien durch die Eingeweihten über die alte Gnosis als Begriffe erlebt, nach dem Untergang der Gnosis jedoch geschah das Erleben in Bildern. Es entstanden die Symbole des Kelchs, Tempels, Schwertes usw. Die späteren Epen des 12. und 13. Jahrhunderts enthalten viele solcher Bilder. Titurel steht am Anfang der Wiederbelebung der Gralsmysterien unter voller Geheimhaltung vor der Welt im achten Jahrhundert, die von Skythianos bzw. Joseph von Arimathäa ausgingen und später bei die Vernichtung der Gnosis vernichtet wurden. Als im achten bis neunten Jahrhundert die kosmische Intelligenz, die bei Aristoteles mondisch-reflektierend lebte, über die Köpfe der größten Eingeweihten herabströmte und diese sie wahrzunehmen begannen, war das auch der Beginn der Mysterien Titurels, der durch das Gefühl und die Empfindungsseele diese Mysterien und den Herabstieg der kosmischen Intelligenz als Bilder erfassen sollte. Deshalb erlebte er das Gralsmysterium in Spanien, wo das okkulte Zentrum der Gefühle war. Aus diesem Grund war er inmitten einer Bevölkerung inkarniert, die das Gefühl ausarbeitete. Nach der okkulten historischen Aufgabe des Übergangs vom begrifflichen zum bildhaften Wahrnehmen der Gralsmysterien hatte dies dort stattzufinden. Deshalb begannen die Gralsmysterien dort und zogen bei Amfortas nach Elsaß, während sie bei Parzival bereits in Mitteleuropa angekommen waren.

Das Golgatha-Mysterium erneuerte alle alten Mysterien. Buddhas Lehre von Mitgefühl und Liebe ist etwas ganz anderes als das, was das Golgatha-Mysterium als wahres Erleben von Mitgefühl und Liebe bewirkte. Mani belebte die alten Mysterien wieder und verlieh ihnen neues Leben in der Form eines inneren Erlebens von Gut und Böse, was wiederum ganz anders ist als die Lehre, denn diese wird im Menschen in wahres Leben transformiert. Im vierten Jahrhundert berief Mani ein Konzil im geistigen Schwarzmeerraum, an dem Skythianos, Buddha (auf geistige Art) und Zarathustra teilnahmen. Es wurde beschlossen, wie die Offenbarungen der Bodhisattvas ins Leben der Menschheit umgesetzt werden können. Diese Beschlüsse fanden ihren Niederschlag im Bogomilentum und dem in seinem Schoß entstandenen Rosenkreuzertum bei dem Mysterium in Arbanassi. Ein anderer Beschluss betraf die Herausbildung des Christus-Volkes – des Slawentums. Titurel hatte sich individuell in einen Kelch verwandelt und bildete zusammen mit den um ihn versammelten Menschen, die sich selbst auch transformiert hatten, einen Gruppenkelch. Sie gaben den Anfang zur Errichtung des Tempels für die ganze Menschheit, der sich darin vom salomonischen Tempel unterschied. Letzterer war der Tempel für ein Volk, das aus sich heraus als höchstes Produkt den Leib für Gott ausstrahlen sollte. Titurel war die große Individualität, deren frühere Inkarnationen bisher nicht bekannt sind und die durch sich selbst eine für den Heiligen Geist arbeitende Gemeinschaft begründen konnte. Dadurch setzte er den Anfang des allgemeinmenschlichen Tempels für den Gral, in den Christus als makrokosmisches Ich hineintreten und zum Führer der Menschheit in der siebten Kulturepoche werden kann. Das wird das große unsterbliche Individuum sein, in das Christus aus der Sphäre der Vorsehung herabsteigen wird. Bei Amfortas erhob sich das Erlebnis in eine chaotische Verstandesseele und er wurde durch Klingsor mit dem Speer verwundet. Als Longinus Christus die Seitenwunde mit der Lanze zufügte, flossen Blut und Wasser, kamen die beiden Mysterien der Himmlischen Sophia und des Ich zustande und gaben in der Synthese den Anfang des Gralsmysteriums. Ist die Lanze in den richtigen Händen, gibt sie die richtige Verbindung zum Christus-Impuls, aber wenn sie in böse Hände gerät, reißt die Beziehung zum Gral, Christus und zur geistigen Welt.

Amfortas hatte einen Defekt im Astralleib und wurde deshalb mit dem Speer durch Klingsor verletzt. Parzival blieb unverletzlich, da er einen reinen Astralleib hatte. Sowohl der Speer, als auch Klingsors Schloss wurden zerstört, d.h. die Beziehung zur geistigen Welt ging verloren. Parzival sollte sich mit Schionatulander und Sigune treffen, dem wieder inkarnierten Aristoteles und Alexander dem Großen. Im neunten Jahrhundert inkarnierte sich dieses Paar, das zusammen seit Tausenden von Jahren besteht, in Mitteleuropa. In seinem Epos erzählt Wolfram von Eschenbach, wie zwischen den beiden eine reine Liebe entfachte und wie sie einen Hund sahen, der eine lange, beschriftete Leine hinter sich herzog. Sigune wollte die Inschrift lesen, die „zwölf Tugenden“ erwähnte, aber der Hund floh. Schionatulander lief ihm nach, wurde später durch Orilius getötet. Schionatulander oder Aristoteles sollte als Vertreter der kosmischen Intelligenz Parzival begegnen, dem wieder inkarnierten Manes, der die Mysterien von Gut und Böse repräsentierte, die durch den Christus-Impuls erneuert wurden. Im vierten Jahrhundert n.Chr. suchte der römische Kaiser Julian Apostata, der als Nachfolger des Konstantins des Großen auch bulgarischer Abstammung war, diese Mysterien. Er war in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht, die den Menschen auf das kosmische Verständnis Christi vorbereiteten. Und die Mysterien, die in den Gegenden bestanden, in welchen Zarathustra wirkte, waren hauptsächlich auf das Verständnis des Mysteriums des für Christus vorbereiteten Leibes ausgerichtet. Später transformierte Mani diese Mysterien, deshalb berührte Christus seine Bahre als Mani als der Junge von Nain inkarniert, zum Grab getragen wurde. Da konnte er wahrhaftig das Phantom des Leibes kennenlernen, das dem Kern des Mysteriums der Auferstehung des Leibes zugrunde liegt. Später begründete Mani den Manichäismus. Im neunten Jahrhundert sollte Parzival in natura Aristoteles begegnen, um die Begegnung zu realisieren, die im vierten Jahrhundert Julian Apostata anstrebte, der nach Persien auf der Suche nach den Manichäischen Mysterien zog und getötet wurde. Mani selbst wurde auch von den Persern getötet, denn die Mysterien des Zoroastrismus, die nicht durch den Christus-Impuls erneuert wurden, waren im Verfall begriffen. Als Mani ihnen die durch das Golgatha transformierten Mysterien anbot, hat das die Priester in Schrecken versetzt. Mani wurde beim lebenden Leib die Haut abgezogen und auf das Stadttor von Gondischapur aufgehängt, wo im sechsten Jahrhundert die makabre Schule entstand – die erste Attacke Sorats auf die Menschheit. Alles, was ich bisher sagte und noch sagen werde, führt zur Information über die dritte Attacke Sorats auf die Menschheit, deren Zeitgenossen wir sind. Julian konnte damals nicht die Synthese der beiden großen Mysterien streifen – das Mysterium Aristoteles‘, der den mondischen Gralskelch für die kosmische Intelligenz schuf, und Manis Mysterium, das durch den Christus-Impuls erneuert wurde und das Verständnis des Mysteriums von Gut und Böse gibt, das beim dritten Bodhisattva 5505 v.Chr. startete. Weder die Christen noch die Nichtchristen begriffen, was geschah und die einen wirkten gegen Aristoteles und die anderen – gegen die Erneuerung des Zoroastrismus, indem die Vertreter beider Mysterien getötet wurden. Später inkarnierte, Julian als Herzeloyde, Parzivals Mutter, danach als Ticho de Brahe. Nun ist diese Person wieder inkarniert und hat erneut Schwierigkeiten mit der Synthese. Wenn sie sich in der geistigen Welt befindet, kennt sie sehr gut die Manichäischen Mysterien und den Aristotelismus bzw. das Gralsmysterium. Wenn sie aber auf der Erde inkarniert ist, fällt es ihr schwer, mit den beiden umzugehen. Julian konnte nicht den Weg zur Synthese finden, Herzeloyde konnte nicht Aristoteles-Schionatulander treffen, da dieser getötet wurde. Ticho de Brahe stellte sich gegen die Ansicht Kopernikus‘ über das Universum, aber er konnte weder Goethes Denken erreichen, das den gegenwärtigen Aristotelismus begründete, noch den Manichäismus der Bogomilen. Auf die gleiche Art kennt nun diese Person beide Impulse und hat Schwierigkeiten mit deren Synthese. Aber wenn sie in die geistige Welt hinaufsteigt, hat sie eine große inspirierende Rolle gegenüber den Menschen, die Interesse an der Geisteswissenschaft, an Michaels Mysterien und der Synthese der Geistigkeit haben. Das ist ein großes Paradoxon, das zeigt, was für eine Herausforderung die materielle Welt darstellt und wie schwer dasjenige ist, das der Mensch im Zeitalter der Bewusstseinsseele in seinem Ich zeitgemäß tun soll.

Auf den Kirchenkonzilien wurden nach und nach der Begründer des Arianismus Arius, der Bischof von Konstantinopel Mazedonius, der Patriarch von Konstantinopel Nestorius und Origenes zu Ketzern erklärt. Der selige Augustinus, der in seiner Jugend stark vom Manichäismus beeinflusst war, legte später in die Grundlage des Christentums das, was der Papst Nikolaus I. später der Katechese des westlichen Christentums zugrunde legte. Nikolaus I. wusste, dass hier im Osten, von Kappadokien, Syrien, der Balkanhalbinsel aus eine Gralsströmung beginnt, bei der die Menschen das Gralsverständnis in Gemeinden erleben möchten und auf dem äußeren Plan ein Kult bestand, der stark ätherisch war, und den die Bulgaren den Russen gaben. Dieser Papst war ein sehr vernünftiger Mensch. Er wusste, dass die besagten zwei Strömungen im Osten begannen und sah sie als für die westliche Menschheit gefährlich an, deshalb war er bemüht, eine andere Form zu schaffen, in der sich das westliche Christentum entwickeln konnte, damit es für die wilden und nicht evolvierten westlichen Menschen nicht gefährlich werden konnte.

Das, was aus dem Osten kam, kam von Menschen, die weiter entwickelt waren und hauptsächlich eine Beziehung zur mittleren Strömung hatten. Das sind die sog. Häretiker und die Menschen aus der Zeitenwende. Das Christentum ging von den Gebieten aus, wo sich das berühmte Erlebnis und die Lebenswende des Paulus zugetragen hatten – vor der Stadt Damaskus, wo ein ätherisches Zentrum existiert. Deshalb ist es heute so wichtig, dass Damaskus nicht von den Islamisten erobert wird. Der Irak ist nicht so wichtig wie Damaskus. Aus dieser Region ging das Christentum des Grals und das Verständnis des Christentums, von dort ging Paulus, während Petrus nach Rom ging und das äußere Christentum begründete, das seinem Verständnis entsprach. Bald nach dem Tod von Nikolaus I. wurde das achte Kirchenkonzil durchgeführt, das nur von der katholischen Kirche anerkannt wird. Dort wurde der Geist aus dem Menschen vertrieben. Deshalb steigt das Feuer vom Himmel in der Grabeskirche immer am Heiligen Samstag der orthodoxen Ostern herab. Das ist ein Nachhall des Feuermysteriums der nördlichen Strömung, obwohl die Bestimmung des Datums von Ostern nach der katholischen Tradition richtig ist. Die Herabkunft des Feuers geschieht am Samstag, der mit dem Saturn verbunden ist, zur Erinnerung, und nicht als Bestätigung, dass die Orthodoxen Recht haben, wenn sie behaupten, dass der Heilige Geist nicht vom Sohn, sondern nur vom Vater herausgeht, indem sie auf diese Weise das Golgatha-Ereignis streichen. Dank des Golgatha-Mysteriums wurde Pfingsten ermöglicht, und die Liebe, die von Christus kam, ist anders als die Liebe des Vaters. Ob die Orthodoxen, die auf das heilige Feuer so stolz sind, sich die Frage gestellt haben, warum das Feuer nicht am Ostersonntag oder an Pfingsten kommt, sondern am Karsamstag? Weil es am Tag der Erinnerung gegeben wird, damit man sich an das Feuer der ursprünglichen Mysterien erinnert, und damit die Popen sich nicht in ihren langen Bärten verlieren, die nach unten zeigen, sondern damit sie auch nach oben schauen! Sie verstehen das Christentum menschlich und beschränken sich auf das Mysterium der Erde und des Leibes!

Nach Parzival wurde laut der Sage der Gral in das Reich des Priesters (Presbyters) Johannes entführt. Im Mittelalter stellte man sich dieses Reich als jenseits der Erdengebiete liegend vor, die die Kreuzzügler erreicht hatten. Dorthin wurde der Gral, der in Europa wieder unsichtbar geworden war, vorübergehend verlegt. So wie das Geistselbst nicht auf der Erde gefunden werden kann, ist auch dieses Reich nicht irdisch, obwohl es im geografischen Osten zu liegen scheint. „Der Presbyter Johannes“ ist der Lieblingsschüler des Christus aus der Zeitenwende und der Verfasser des sophienhaften Johannes-Evangeliums. Von hier an müssen die Seelen der Eingeweihten zu Trägern der Gralssubstanz in ihrer Bewusstseinsseele werden und sich zum Geistselbst öffnen, das zu der Substanz herabströmen wird. Sie sollen Gemeinden bilden, denn die dritte Stufe des Gralserlebens ist die prophetische Stufe. Man muss vorausschauen auf den Bau des Tempels für Christus aus der ganzen Menschheit. Die Gralsmysterien bewegten sich vom Westen nach Osten, wo das Donaubulgarien längst gegründet war und Boris I. herrschte. Er erlebte auch die Gralsmysterien von seiner Empfindungsseele heraus. Mit Abraham begann die Errichtung des Tempels für den Leib für Christus und mit Boris begann die Errichtung eines Tempels im Menschen für den Gral und seine Verwandlung in einen Tempel für Christus in der sechsten und siebten Kulturepoche. In der slawischen sechsten Kulturepoche wird der Slawe (im geistigen, nicht im ethnischen Sinne) das Mitglied einer Gemeinde, eines Tempels sein, wie die Gemeinde des Heiligen Geistes, die dann das Christus-Ich tragen wird. Wenn wir über den dritten Bodhisattva sprechen, der die Mysterien von Gut und Böse erlebte und das Erlebnis aus dem Astralleib in den Ätherleib einprägte und das durch den Ätherleib erlebt wurde, wird das in der siebten Kulturepoche durch den Bodhisattva widerspiegelt, der dann den Herunterstieg des Buddhi-Prinzips erleben wird, das den vergeistigen Ätherleib darstellt. Sie können hoffentlich die Verbindung herstellen – der dritte Bodhisattva erlebte die Mysterien des Bösen in der ersten Kulturepoche durch seinen Ätherlieb und in der siebten Kulturepoche wird das Mysterium von Gut und Böse durch den Bodhisattva durch den vergeistigten Ätherleib oder das Buddhi-Prinzip erlebt werden, das dann zu den Menschen herabströmen wird. Die Gralsmysterien kamen hierher und die Rolle des Boris I. des Täufers ist von epochaler Bedeutung. Die Hüter des Grals waren blutverwandtschaftlich verbunden, aber die Gralsmysterien, die mit Parzival als den blutbedingten Erben des Amfortas zusammenhingen, gingen zu Ende. Diese Mysterien wurden heimlich praktiziert und die Menschen verstanden nichts darüber. Sie sollten auf eine neue Stufe wieder hergestellt werden, da die kosmische Intelligenz bereits herabgestiegen war. Simeon, der Sohn des Boris I., ist eine Art Gegenstück zu Amfortas, denn er hatte Mängel, die ihm nicht erlaubten, seine Aufgabe zu erfüllen. Aber während Amfortas unbekannt war, ist Simeon in die Geschichte als der König eingegangen, untern dem die größte territoriale Erweiterung und der höchste kulturelle Aufschwung Bulgariens bestanden. Diese Zeit ist unter dem Namen „das Goldene Jahrhundert“ bekannt. Die Erneuerung der Mysterien begann durch Bojan Maga und laut Beinsa Douno steht er am Anfang des Bogomilentums. Er ist der wieder inkarnierte Dionysios Areopagita, der am Anfang des esoterischen paulinischen Christentums steht. Bojan besuchte die berühmte Magnaur-Schule in Konstantinopel und in der gleichen Zeit gab es in Bagdad eine andere berühmte Schule. Bereits im vierten Jahrhundert kam Alexander der Große dort vorbei, um den Aristotelianismus zu verbreiten, aber der im sechsten Jahrhundert n.Chr. entstandene Islam führte zur Entstellung der Aristotelschen Lehre und der Gründung der Gondischapur-Akademie. Al-Mamun, der Sohn und Nachfolger Harun-al-Raschids, der die Hauptstadt des Khalifats nach Bagdad verlegt hatte, hatte einmal eine Vision, in der ihm ein außerordentlich schöner Mann erschien. Als er fragte, wer der Mann sei, antwortete dieser, „Aristoteles“. Auf al-Mamuns Frage, was ihm diese Schönheit verleihe, kam als Antwort „die geistige Kraft der Begriffe“. Das, was Aristoteles prägte, kam von der kosmischen Intelligenz, die uns der geistigen Welt angemessen macht und uns das Götter-Verständnis ermöglicht. Das wurde in Aristoteles widerspiegelt und obwohl das Mysterienprinzip verborgen war, hat ihm die Übertragung der bildhaften Weisheit die Schönheit verliehen, die mit den gnostischen Begriffen der dritten Kulturepoche ausgesprochen und in die glänzende Logik während der vierten Kulturepoche verwandelt wurde, welche das geistige intelligente Denken ermöglichte. In der heutigen fünften Kulturepoche ist das Kriterium des angemessenen Denkens, die Möglichkeit des Menschen, nach den Logik-Gesetzen Aristoteles‘ zu sprechen. Aber diese Logik muss zum geistigen, kontemplativen Denken führen, das eine eigenartige Rückkehr der erlösten kosmischen Intelligenz der geistigen Welt darstellt. So etwas verleiht uns Schönheit und macht uns zu wahren Menschen. Das Ich kann sich ohne dieses angemessene Denken nicht entwickeln, doch dieses Denken soll zum Selbstbewusstsein führen und aus dem Willen dieses Selbstbewusstseins soll die Gabe der Intelligenz Michael zurückgebracht werden im Namen Christi. Wir haben bereits das Gespräch Steiners mit Ita Wegman erwähnt, in dem er über die Seelen sprach, die sich in der geistigen Welt von Christus verabschiedeten und über die Seelen, die ihn unten empfingen. Letztere bildeten die mittlere Strömung.

Bei seiner Ausbildung in der Magnaur-Schule versetzte Bojan Maga alle mit seinem Wissen in Staunen, obwohl er erst 17 war. Er beherrschte die Gaben der kosmischen Intelligenz und wurde als Bedrohung von den Lehrern der Schule empfunden. Bojan warnte seinen Vater, keinen Feldzug nach Konstantinopel zu unternehmen, aber dieser hörte nicht auf seinen Sohn und starb unter rätselhaften Umständen. Mit Bojan startete die Bewegung der Bogomilen, als die Vertreter der Gralskenntnis Johannes und die Jungfrau Sophia kamen, die unter dem Kreuz gestanden hatten und vom Christus als Paar bestimmt wurden, das Gralsverständnis zu verbreiten. Sie waren die beiden Syrer, die am Bogomilentum stehen. Im 20. Jahrhundert inkarnierten sie als der Maler Boris Georgiev (die Jungfrau Sophia( und seine Schwester Katja (der Apostel Johannes). Heute wurde mir dies aus einem anderen Anlass zum zweiten Mal von der geistigen Welt bestätigt. Die beiden Syrer weihten die ersten Bogomilen in die Gralsgeheimnisse ein und öffneten die Tür zum Manichäismus. Als die Gründung der Bogomilengemeinden begann, bestanden sie aus drei Kreisen, in denen die Eingeweihten aus sich persönlich einen Tempel gemacht hatten. Indem sie sich gruppierten, wurden sie als Gemeinde zum Tempel für den Heiligen Geist. Dann gingen. sie in die Welt, um dies als eine Vision des zukünftigen allgemeinmenschlichen Tempels zu verbreiten. Sie besaßen einen sehr mächtigen geistigen Blick, der nicht nur zur sechsten Kulturepoche, sondern auch zur sechsten Wurzelrasse schaute. Aber ihre Hauptaufgabe bildeten die Gralsmysterien, denn die Zeit bis zur sechsten Kulturepoche ist für die Entwicklung dieser Mysterien bestimmt. Die Bogomilen stellten die Synthese der bereits herabgekommenen kosmischen Intelligenz dar. Wir können auch sagen, dass sie Aristoteles und Manes vereinten. Sie trafen sich persönlich in diesen großen Eingeweihten. Hier geschah die Begegnung von Parzival und Aristoteles. Immer, wenn es um einen Bodhisattva geht, bezieht sich das in den vorchristlichen Zeiten auf die südliche Strömung, die das Leben verinnerlicht. Alle drei von Christus Auferweckten waren in der südlichen Strömung, die größere Bedeutung hat. Danach sehen wir aber die Jungfrau Sophia und Johannes, die das Geheimnis der Auferstehung, das Gralsgeheimnis, kennen und verstehen, und die dieses Wissen zu den Bogomilen brachten. Wenn jemand das Geheimnis von Golgatha kennt, dann kennt er auch das Geheimnis des Manichäismus und weiß, warum er von Golgatha herrührt. Verstehen Sie, warum ich behaupte, dass in Bojan Maga die von Julian Apostata gesuchte Begegnung zwischen Manes bzw. Parzival und Aristoteles bzw. dem von Orilius getöteten Schionatulander zustande kam? Diese Begegnung zwischen dem Gral und dem Manichäismus wurde Wirklichkeit – nicht als ein tatsächliches Ereignis, sondern in den Ichen der eingeweihten Bogomilen. Deshalb hatte das Bogomilentum einen so starken Beginn, der Beinsa Douno veranlasste, über drei große Zweige der Großen Weißen Weltbruderschaft zu sprechen – den ägyptischen, palästinensischen und den Bogomilenzweig. Wir können feststellen, dass der ägyptische Zweig die südliche Strömung repräsentiert, in der das Leben allmählich verinnerlicht wird. Im palästinensischen Zweig geschah das Golgatha-Mysterium selbst. Im breiteren Sinne können wir das als die 33 Jahre verstehen, im engeren Sinne nur als die drei Jahre und im engsten Sinne – nur die Personen, die auf dem Golgatha-Hügel waren. Sie sehen, wie viele verschiedene Gesichtspunkte es geben kann auf das, was Steiner zu Ita Wegman über die Christus empfangenden Seelen erzählte. Die einen waren in den 33 Jahren, die anderen – in den drei Jahren und die dritten, die am tiefsten eingeweiht waren, standen unter dem Kreuz. Die Bogomilen sind der dritte große Zweig der Weißen Bruderschaft, der dritte große Impuls in der Entwicklung der Menschheit. Ich behaupte, dass nun von Bulgarien ein vierter großer Impuls ausgeht in der Form der Synthese zwischen der Lehre des Bodhisattva und der Anthroposophie als eine Stufe zum großen Christentum des Heiligen Geistes.

Im Schoß des Bogomilentums wurde das Mysterium in Arbanassi vollzogen, bei dem Christian Rosenkreutz seinen physischen Leib bis zur Durchsichtigkeit transformierte. Das hat dermaßen seinen Ätherleib beeinflusst, dass dieser aufbewahrt werden konnte. Jeder, der von ihm inspiriert wird, kann geniale Fähigkeiten in der Geistigkeit an den Tag legen. Durch Christian Rosenkreutz selbst wird bestätigt, dass das Manichäische Mysterium größer ist als das Gralsmysterium. Beim Mysterium in Arbanassi erlebte er eine Begegnung mit Christus, die der Begegnung des Paulus vor Damaskus ähnelte. Dann begann er, Weisheit auszustrahlen, die die Weisheit des Rosenkreuzertums wurde und alle wahren esoterischen christlichen Strömungen speiste. Im Jahre 1459, als Christian Rosenkreutz 71 Jahre alt in seiner nächsten Inkarnation war, in der er über 100 Jahre lebte, wurde er von Manes in die Manichäischen Mysterien eingeweiht. Diese Mysterien beziehen sich auf das Verständnis des Bösen. Verstehen Sie, worum es im Manichäismus geht und was durch Beinsa Douno kam, was allen Anthroposophen total unbekannt bleibt? Was durch ihn kam, ist der auf einer neuen Stufe wiederbelebte Manichäismus, der der heutigen Stufe des Selbstbewusstseins und der menschlichen Ich-Entwicklung angemessen ist.

Die Tempelherren sind eine Kreation der Bogomilen, die im Rahmen der katholischen Kirche bestand. Nun werden wir ausführlicher auf sie eingehen. 1097 hielt der Papst Urban II. auf dem Kirchenkonzil in Clermont eine Rede, in der er die Massen zu einem Feldzug ins Heilige Land aufrief. Der Impuls des Tempelherrentums, der von den Bogomilen ausging, war gegen Rom gerichtet. Das Ziel des Papstes bestand darin, diesen Impuls zum Heiligen Land umzuleiten. Die Bogomilen waren tief in die westlichen Völker eingegangen und waren die Träger der Synthese zwischen der aristotelischen Vernunft und dem tief mystischen Erleben des Golgatha-Mysteriums, zwischen den Gralsmysterien und den Manichäischen Mysterien. Damit beherrschten sie die Köpfe des Adels, indem sie Gemeinden gründeten und das Fundament der katholischen Kirche untergruben. Deshalb wurden sie verfolgt, vernichtet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 1099 endete der erste Kreuzzug mit der Eroberung Jerusalems. Viele der Kreuzzügler ließen sich in den neuen Gebieten nieder, es wurde das Jerusalemer Reich sowie christliche Grafschaften auf den Gebieten der heutigren Türkei und des Lebanons gegründet. In manchen der Ritter lebten die Mysterien der Erde und des Wassers. Sie fühlten ihr Blut als Christus gehörend und den Boden, auf dem das Golgatha-Mysterium sich abgespielt hatte, fühlten sie als den Christen gehörend. Neun solcher Ritter gründeten den Orden der Tempelherren auf dem Hügel Sion im Jahre 1118 – dort, wo die Ruinen des salomonischen Tempels sind. 1128 erhielt der Templerorden auf einem Kirchenkonzil in Troyes, Frankreich, eine feste Regel und wurde direkt dem Papst unterordnet. Die Templer waren Ritter des Schwertes und kämpften furchtlos im Namen Christi, indem sie ihr Blut und ihren Leib opferten. Aber sie bewahrten die absolute innere Reinheit, die in den Ritterromanen durch eine geliebte Frau verkörpert wurde, die jeder Ritter in seinem Herzen trug. Diese Jungfrau war in Wirklichkeit die Seele des Ritters, die rein bleiben sollte: wäre sie nicht rein, wären sie nicht würdig, den weißen Umhang mit dem roten Kreuz zu tragen, der die reine, dem Christus ergebene Seele symbolisierte. Sie legten ein Gelübde für Keuschheit, Armut und Demut. Die Keuschheit sollte der Wollust, die Armut der Habgier und die Demut -der Herrschsucht widerstehen. Wenn diese drei Hauptprobleme im Menschen durch sein Ich gemeistert werden, kann die Jungfrau seiner Seele nicht die „Geliebte“ dieses Ich werden. Die Ritter kämpften auf dem äußeren und inneren Plan. Äußerlich verteidigten sie die Armen und schufen einen Orden, in den allerlei Menschen hineinkamen, die dem Orden ihren ganzen Besitz schenkten. Dadurch stieg die Wirtschaftsmacht des Ordens sehr schnell an. Die Templer hatten keinen persönlichen Besitz, aber der Orden besaß viel. Sie kannten die mystische Kraft des Goldes und ihre Gelübde einhaltend, konnten sie die Reinheit ihrer „Jungfrau“ bewahren und Ritter sein, also Eingeweihte in das Gralsmysterium. Die Tempelherren besaßen große Mengen Gold, das sie zur Entwicklung ihrer ökonomischen und politischen Macht verwendeten. Aber in all dem zirkulierte das Gold nicht als Geld, sondern in seinem wahren Mysteriensinne. In allen vorchristlichen Kulturepochen hatte das Gold nicht die Geldfunktion, sondern war ein okkultes Mittel zur Verbindung mit der geistigen Welt. Die Menschen kannten die mystische okkulte Kraft dieses Metalls der Sonne. Deshalb zeugen Aussagen wie diejenige des bekannten Historikers Bozhidar Dimitrov, der die thrakischen Herrscher vergleicht mit den heutigen Neureichen und ihrer Vorliebe für Goldschmuck und der den Thrakern vorwirft, nicht in Straßen, Gebäude, Bücher und Schulen, sondern in Goldschätze investiert zu haben, von einem tiefen Unverständnis der Geschichte. Im Mysterienleben der Thraker hatte das Gold nämlich keinesfalls eine alltägliche Rolle. Die Templer kannten die mystische Kraft des Goldes und deshalb war das Metall gefahrlos im Wirtschaftsleben in Umlauf, es wirkte nicht gegen den Gral und war nicht das ahrimanische Mittel, zu dem es heute geworden ist. All das widersprach drastisch dem römisch-katholischen Christentum. Deshalb unternahm der eitle und gierige Philipp IV. der Schöne, der in einer früheren Inkarnation an den mexikanischen schwarzen Mysterien teilnahm, welche das Gold in seinem satanischen Sinne breit angewendet haben, zusammen mit dem Papst Clemens V. eine Reihe von Maßnahmen, um diesen bedeutenden Versuch des sozialen Umbaus Europas im Geiste des Christus-Impulses zu vernichten. Sieben Jahre lang dauerten die Gerichtsprozesse, bei denen durch Folter erzwungene Geständnisse, zur Zerstörung des Ordens im Jahre 1314 führten. Das ist der zweite Angriff Sorats gegen den Impuls, der dem Golgatha-Mysterium entströmte.

 

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