Der Niedergang des exoterischen Christentums

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vorgetragen von Dimitar Mangurov am 26.06.2016 in Varna
vom Autor nicht durchgesehene Textfassung der Videodatei

Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir bitten Dich zu verhindern, dass die Nachfolger des exoterischen Christentums dem verkörperten Antichristen folgen. Amen!

Willkommen zur letzten Zusammenkunft der Gruppe „Der Geist der Wahrheit“ in diesem geistigen Jahr. Wir kommen in der Johannizeit zusammen und nächstes Mal sehen wir uns in etwa drei Monaten in der Michaelizeit. Unser heutiges Thema ist „Der Niedergang des exoterischen Christentums“. Wie Sie sich vielleicht denken können, ist der Anlass ein sehr wichtiges Ereignis, das diese Woche stattgefunden hat – das Heilige und große Panorthodoxe Konzil auf der Insel Kreta. Parallel zu diesem Ereignis, das seit mindestens 60 Jahren vorbereitet wird, und das 1229 Jahren nach dem siebten Weltkonzil im Jahre 787 stattfindet, wurde in Großbritannien das Referendum zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union durchgeführt, in dem die Brexit-Anhänger die Mehrheit der Stimmen bekamen. Das Referendum war attraktiver vom Standpunkt des Journalismus aus und stellte das andere Ereignis in den Schatten. So wie im dreigliedrigen sozialen Organismus die staatlich-rechtliche und Wirtschaftssphäre gewöhnlich sichtbarer sind, hat auch hier das Ereignis aus der staatlich-rechtlichen Sphäre, das aber ernsthafte Folgen in der Wirtschaftssphäre und in der geistigen Sphäre haben wird, das geistige Ereignis in den Schatten gestellt, das eigentlich eine Widerspiegelung in den anderen zwei Sphären finden sollte. Heute werden wir auf das geistige Ereignis eingehen und zwar nicht vom äußeren, exoterischen Standpunkt aus, sondern durch den Blick des esoterischen Christentums, so wie wir bei allen anderen Themen gemacht haben. Das werden wir am Ende der Vorlesung machen und damit wir die Frage beantworten können, was auf der Insel Kreta geschah, und was aus dem Referendum vom geistigen Standpunkterfolgen wird, müssen wir uns sehr eingehend mit der Geschichte der Entstehung des Christentums und der Kirche bekannt machen. Das wird nicht durch die Aufzählung der Kirchenkonzile oder durch die Nacherzählung dessen, was in Internetseiten der Kirchen steht, sondern wir werden die Frage vom esoterischen Standpunkt aus beleuchten.

Die Entwicklung des Christentums erfolgt in direkter Beziehung zur Veränderung im leiblichen, seelischen und geistigen Menschenaufbau. Die Götter haben den Menschen zuerst in leiblicher Hinsicht vorbereitet durch den Ausbau seiner drei Leiber – den physischen, ätherischen und astralischen Leib. Danach gingen die Götter zu seiner seelischen Entwicklung als Vorbereitung auf unser Zeitalter und unser gegenwärtige Leben über, in dem sie sich zum ersten Mal an den Geist des Menschen wenden. Wir leben in einer Wendezeit, aber die Menschheit ist für die Wandlung unreif, die sie an sich vornehmen soll. Es steht die grandioseste Wandlung in der Menschheit nach dem Golgatha-Mysterium bevor. In der urindischen und altpersischen Zeit war der Kulturentwicklungsfaktor jeweils der Äther- und der Astralleib. Wir haben diese Fragen aus verschiedenen Winkeln beleuchtet. Beim Eintreten der dritten Kulturepoche, der ägyptisch-chaldäischen, entstand die große Gnosis. Dort muss die Erörterung unseres Themas einsetzen. Damals begann die Entwicklung unserer Empfindungsseele. Unser Seelenaufbau erlaubte uns, nach der Geburt Erinnerungen an das Leben vor dieser Geburt zu haben. Diese Erinnerungen waren wie Bilder in unserem Bewusstsein und wir haben sie in unglaublich geistige Begriffe umgewandelt, die nichts mit den Begriffen zu tun haben, die der heutige Mensch benutzt. Das war der eine „Kanal“, in dem die geistige Weisheit, die wir aus der Zeit vor unserer Geburt mit uns tragen, in das begriffliche Instrumentarium der großen Gnosis umgewandelt wurde. Dieses Instrumentarium enthält die außerordentliche Weisheit über die himmlischen Welten, die geistigen Hierarchien, die Art und Weise, wie die Welt und der Mensch entstanden sind usw. Den anderen „Kanal“ finden wir in den Mysterien, in denen durch die Überwindung immenser Hindernisse die Eingeweihten zu Imaginationen kamen, die in die Begriffe der Gnosis verwandelt wurden.
Die Gnosis bereitete die Menschen auf die Ankunft Christi in der Zeitenwende vor. Sie bereitete sie auch auf das Nachfolgende vor, damit die Erde eines Tages aus einem Kosmos der Weisheit in einen Kosmos der Freiheit und Liebe verwandelt wird. Zu diesem Ziel besteht ein gigantisches Netz aus Göttern, die wir als die geistigen Hierarchien von Engeln bis zu Seraphim kennen, wie auch viele andere geistige Wesenheiten. Das Netz der Liebe selbst, das darauf hinarbeitet, dass die Erde eines Tages zum Kosmos der Freiheit und Liebe wird, wurde von den Elohim angeführt. Laut Steiner gibt es in unserem Sonnensystem und im Universum, das unsere Erde umkreist, sieben Elohim. Es geht um Elohim, die einen rechtmäßigen Entwicklungsweg zurückgelegt haben. Das sind Wesenheiten, die auch auf dem alten Saturn ‚Geister der Form’ genannt wurden, aber das Bewusstsein eines heutigen Engels hatten. Sie sind rechtmäßig während der Äonen evolviert. Heutzutage haben jene Wesen mit Engelskraft die Kraft der Elohim als schaffende Schöpfer, die sowohl den Menschen, als auch den Kosmos erschaffen haben, den wir als die Natur um uns herum kennen. Sie sind die Träger der Weltengedankenkräfte, alle Wesen der geistigen Hierarchien bis zu den Seraphim sind die Träger von Gedanken. Sie erzeugen Gedanken und aus diesen Gedanken entstehen die Reiche, die wir auf dem äußeren Plan sehen. Die Geister über den Elohim erzeugen auch den für uns unsichtbaren Kosmos. Außerhalb des Sonnensystems gibt es keinen Raum. Dort treten wir in die Sphäre der Zeit ein. Das, was wir als die Sternenwelt sehen, ist eine Illusion, die einzig für uns sinnlich wahrnehmbar ist. Dort gibt es weder Raum noch Materie in der Art, in der wir sie auf der Erde und im Sonnensystem kennen. Die geistigen Wesen erzeugen die Gedanken, tragen die Gedanken und betätigen sich schöpferisch. Damit jedoch die äußeren Formen existieren, die wir als die drei Naturreiche kennen – das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, musste dieses Netz der Liebe existieren, das die Elohim anführen. Die Elohim sind die Geister, die sich am meisten um den Menschen im Erdenäon kümmern, so wie in den letzten drei Äonen dies die Dynamis (Mächte), Herrschaften und Throne waren. Die Elohim sind hier führend, da die räumliche Welt aus Formen erschaffen werden sollte, in der wir unsere Ich-Entwicklungsstufe durchlaufen.
Neben den rechtmäßig entwickelten Elohim existieren die sog. abnormen Elohim, die auch Gedankenträger sind. Das sind Wesenheiten, die im Äon des alten Mondes in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind; sie haben sich nicht um eine Stufe erhoben. Was für eine Rolle spielen die Elohim beim Netz der Liebe, das mit ihnen beginnt und abwärts sich bis zum Menschen erstreckt? Sie weben die Hauptfäden der Evolution ein, die sich auf der Erde nach der Göttlichen Vorsehung entfaltet. Dabei nehmen an der Hierarchie der Elohim auch die abnormen Elohim teil und sie bilden das Denken in den jeweiligen Äonen. Die rechtmäßig entwickelten Elohim haben die Aufgabe, schneller die äußere Naturwelt auszubauen und die unrechtmäßig entwickelten Elohim weisen die Richtung des Denkens in der jeweiligen Epoche.
Die Rolle der Archai, die auch rechtmäßig und abnorm sein können, ist es, die führenden Persönlichkeiten auf die Bühne zu bringen, die die Menschheit auf den Weg nach vorn antreiben. Die Archai ordnen als Zeitgeister die Ereignisse auf dem Erdenplan ein. Unter ihnen stehen die Erzengel, von denen es ebenfalls zwei Typen gibt. Das sind die Führer der Völker entsprechend den Aufgaben, die die Zeitgeister vorlegen und entsprechend den Weltzielen, die die Elohim vorlegen. Am tiefsten in den geistigen Hierarchien stehen die Engel – die individuellen Führer der Menschen. Sie stimmen ihre Aufgaben so aufeinander ab, dass sie jeden Menschen an den Platz stellen, den seine karmische Bilanz verlangt, damit er die Anforderungen des Gesamtnetzes der Liebe erfüllen kann.
In der griechisch-römischen Kulturepoche erfolgte die große Wandlung des Menschen vom Homo erectus zum Homo sapiens. Es gibt auch andere Bezeichnungen der Menschenentwicklung. So haben wir in der urindischen Epoche „Man“, was „Mensch der Weisheit“ bedeutet, in der griechischen Zeit ist es „Anthropos“, und in der lateinischen – „Homo“, was eine Widerspiegelung der rein physischen Menschenwahrnehmung ist. Am Anfang steht der geistige Mensch, dann kommt der seelische Mensch und schließlich – der leibliche Mensch aus der Zeit des Römischen Reiches bis zum heutigen Tag. Nun kommt die Zeit des Homo magneticus, d.h. der Anfang der Verwandlung der Menschen in Weißmagier mit Ausblick auf die sechste Kulturepoche. Für unser heutiges Thema sind die Ereignisse auf dem europäischen Kontinent unter der Beteiligung der sog. kaukasischen Rasse relevant. Führend bei den asiatischen Völkern der dritten Kulturepoche war das Atmen. Heutzutage wird versucht, die Yoga-Praktiken wiederzubeleben, die aber in den gegenwärtigen Bedingungen reiner Atavismus sind. In der siebenstufigen christlich-rosenkreuzerischen Einweihung, die der heutigen Zeit am angemessensten ist, befindet sich das Atmen auf der vierten Stufe, während beim Yoga damit begonnen wird. Yoga ist für den heutigen weißen Menschen nicht geeignet. In der griechischen Epoche, die den Höhepunkt der thrakischen Kultur darstellt, arbeiteten die Elohim durch die Naturreiche und durch die Farben, Töne usw. nahm der Mensch ihre Gedanken als eine objektive Realität wahr. Die Rolle der Elohim bestand darin, einerseits die Naturformen und das, was wir von ihnen durch unsere äußeren Sinne wahrnehmen, zu bilden, andererseits verliehen sie uns Gedanken durch diese äußeren Eindrücke. Die Menschen hingen völlig von den Elohim ab. Aber dieses Denken war nicht das innerlich aktive Denken, was wir heute besitzen, sondern ein Denken, das uns von außen gegeben wurde. Wir ließen uns auf den Wellen des Lebens treiben wie ein Splitter auf der Wasseroberfläche. Das war notwendig, weil wir damals eine solche Anlage hatten. Die Götter wirkten auf uns in dieser naturmäßigen, rein physiologischen Art ein, um uns auf die Ankunft Christi vorzubereiten. Damals war das rechtmäßig. Wenn man jedoch heute nicht den Geist beziehend Imaginationen etwa durch Rauschgift oder Yogamethoden anstrebt, ist das eine Frage der Pathologie. Die Suche nach Lösungen von Problemen in diesem Leben durch die Rückkehr in vergangene Leben mit den Methoden der Rückführung und der Beseitigung des Ich ist ebenfalls pathologisch. Die Anwendung dieser Methode ist eine Art Vampirismus, den der Rückführungstherapeut gegen seinen Klienten ausübt!

Wenn wir sagen, dass die geistigen Hierarchien die Träger der Weltgedanken sind und die sichtbaren Welten schaffen, müssen wir etwas präzisieren. Darüber haben wir inoffiziell bei einem unserer Treffen gesprochen. Es geht um den Unterschied zur Kosmischen Intelligenz, die seit dem 15. Jahrhundert massenhaft in die Menschen herunterstieg. Wenn die Rede von Weltgedanken ist, so besitzen sie alle Wesen, wir reden hier auch von Gedanken der Erde in der Form elementarer Naturgeister. Im Frühling gehen diese zusammen mit dem Ich und der Seele der Erde zur Sphäre der Vorsehung, um dort im Sommer die Weltgeheimnisse zu erleben, so dass wir uns bei ihrer Rückkehr gegen Ende des Jahres an Weihnachten in unserem wachsten Zustand mit der Erde verbinden können.
Die Gedanken der Erde als Naturwesen sind das Eine, das andere sind alle Wesen, die Gedanken besitzen und ausarbeiten. Das Dritte ist die Kosmische Intelligenz, die Steiner durch irdische Begriffe zu erklären versuchte. Das ist das Instrument, mit dem wir Schöpfer von Gedanken werden können, was wir nach dem 15. Jahrhundert taten. Das sind die Regeln, an die wir uns halten sollen, um richtige Gedanken bilden zu können, die das schöpferische Potenzial zum Aufbau der richtigen Weltordnung besitzen, die den Kosmos der Freiheit und Liebe bzw. der künftige geistige Jupiter ist. Die kosmische Sonnenintelligenz, die Erzengel Michael gegeben hat, ist nur das Mittel, und die Weltgedanken sind der Ozean der allgemeinen Weisheit des Kosmos. Jeder erzeugt Gedanken, die Frage ist, wie diese Gedanken sind.

Wenn wir früher die natürlichen Sinnenseindrücke erhielten und durch sie unsere Gedanken, waren der Wille und die Vorstellungen zusammen und nicht voneinander getrennt. Das ist ein fundamentaler Unterschied des damaligen Menschen zum heutigen Menschen. Als die Elohim durch die Sinneseindrücke arbeiteten, kamen diese durch unseren Willen als Instinkte an die Oberfläche. Wenn wir die Sinneseindrücke hatten und die Gedanken, die sie trugen, begriffen wir, dass sie die objektiven Gedanken der Götter waren und nicht etwas, was keine Substanz und kein Wesen hat. Damals hatten wir die Instinkte im Willen und die Vorstellungen, die die Gedanken der Elohim waren. Sie kamen aus einer Quelle, sie befanden sich in uns und es gab keine Distanz zwischen ihnen. Die Spaltung zwischen dem Willen, in den wir wie in einen tiefen traumlosen Schlaf versanken und dem Gedanken, in dem heute die Seelentätigkeit des Menschen besteht, so dass die Intelligenz unsere Visitenkarte ist, ist unendlich groß. Der Gedanke ist sehr weit entfernt von dem, was im Willen schlummert und wo die Götter wirken. Früher waren die Menschen einheitlich, es gab diese Spaltung nicht und sie konnten eine Beziehung zur geistigen Welt aufnehmen. Durch die Imaginationen, die die Elohim gaben, kamen die Impulse für alle Religionen des Altertums, die als Offenbarungen und einen Segen aus dieser geistigen Welt empfangen wurden. In der christlichen Zeit hat auch der Segen seinen Charakter grundlegend geändert. Zusammen mit den Gedanken der Götter und den Instinkten, die in uns einströmten, kamen auch moralische Impulse. Es müssen mit den Gedanken immer auch moralische Impulse kommen, aber damals waren diese Impulse imperativ – sie kamen als Befehle und wirkten wie Instinkte in den Menschen. Von diesen moralischen Imperativen sind die Zehn Gebote als eine äußere Manifestation des Göttlichen erhalten geblieben, durch die eine Harmonie zwischen den menschlichen Gedanken, den Instinkten und der großen Kosmosharmonie hergestellt wurde, in der die rechtmäßigen Göttergedanken herrschen. Damals wurde die Harmonie in dieser kategorischen, imperativen Art gewährt. Aber die Entwicklung musste weitergehen. Damals gab es auch die Einweihung, wobei die Hauptdevise der Einweihungszentren „Mensch, erkenne dich selbst“ war. Wir wollen darauf eingehen, um zu bestimmen, was es war und den Unterschied zur christlichen Einweihung herauszuarbeiten. Lassen Sie uns den Kern der alten Einweihung erläutern, ohne dabei in ihre technischen Einzelheiten einzugehen, damit wir das große Drama begreifen, das ihr folgte. In jenen Zeiten gab es im Menschen einen Teil der Realität, die nirgendwo im Kosmos zu finden ist. Wir haben das Ich mehrmals von verschiedenen Gesichtspunkten besprochen, nun werden wir es aus einem etwas anderen Winkel betrachten. Die Wahrheit muss man aus den verschiedensten Winkeln beleuchten, um zu immer höheren Stufen des Verständnisses zu kommen. Was gab es damals im Menschen, was in der Zeitenwende mit dem Erscheinen Christi verschwand, so dass der Mensch zu einer leeren Hülle wurde? Das war ein Teil unseres wahren Ich von den Elohim. Wir haben bereits darüber gesprochen, dass von den Elohim die Substanz für unser wahres Ich ausgestrahlt wurde, nicht für das, was nun als Ich gilt, aber nur sein Schatten ist. Ein Teil dieser Substanz, die eine Realität darstellt, war im Menschen. Wie verlief die alte Einweihung? Das Motto war „Mensch, erkenne dich selbst“, um auch die Welt zu erkennen, aber man ging nicht vom Menschen aus, sondern von den Erinnerungen, die wir aus der vorgeburtlichen Zeit in Form von Imaginationen hatten, die in uns lebendig wurden. Man sah dabei, was für einen Reichtum als Teil der Ich-Substanz wir besaßen, die in uns als Selbstbewusstsein individualisiert war, jedoch nicht im Sinne, den sie nach der Ankunft Christi hatte. Trotzdem hatte diese Substanz eine Individualisierung in uns, da wir eine seelische Entwicklung besaßen und uns auf diese Wirklichkeit in uns stützen mussten. Das geschah durch die Einweihungsstufen, die real erlebt wurden, bis zur Stufe des Physischen. Der heutige Mensch ist gar nicht in der Lage, so etwas auszuhalten. Wenn der Mensch von den vorgeburtlichen Imaginationen beginnend, das wahre Ich in sich fand, brachte er es heraus und empfing als Mikrokosmos das makrokosmische Christus-Ich. Es geschah eine Hingabe an Christus, eine Verschmelzung mit Ihm und der Mensch wurde zum Christophorus, zum Träger Christi. Der Ausgangspunkt war vom Menschen zur Welt, damit wir wieder zur Welt zurückkehrten. Danach änderte sich das grundlegend, denn es kam die Zeit der Archai.
Die Hauptfragen der Mysterien damals waren etwa die Frage nach der Erschaffung der Welt und des Menschen. Das Mysterienleben führte zu einer Ich-Entwicklung und Vorbereitung des Menschen auf die Ankunft Christi. Auf diesem Weg entwickelte sich auch das hebräische Volk. Sein Symbol war der salomonische Tempel, der ein räumlicher Ausdruck der alten hebräischen Weltanschauung über die Schöpfung der Welt und des Menschen war. Warum war er ein räumlicher Ausdruck? Wie wir wissen, war der Jehova-Elohim der Hauptführer des hebräischen Volkes und seine Weltanschauung fand in diesem Volk einen Ausdruck. Er ist ein Formgeist, ein Geist des Raums. Die vorherrschende Anschauung in diesem Volk sowie in der kaukasischen Rasse war räumlich. Das war normal, da die Archai, also die Zeitgeister noch nicht in Aktion getreten waren. Der Tempel brachte das Bewusstsein der alten Juden zum Ausdruck. Im exoterischen Judentum gab es zwei Strömungen – Pharisäer und Sadduzäer, die jeweils das luziferische und ahrimanische Prinzip vertraten. Es gibt aber auch eine dritte Strömung, die durch die Symbole des Tempels repräsentiert wird – das ist das esoterische Judentum. Das Christentum ist etwas völlig anderes – es stellt einen Impuls in der Zeit und nicht im Raum dar. Der Raum ist etwas Starres. Wenn die Elohim etwas erschaffen, wollen sie, dass es dauerhaft, sogar ewig bleibt. Aber wir können nicht unser Ich-Bewusstsein nur in einer Form entwickeln, denn zu einem bestimmten Zeitpunkt wird diese Form zum Atavismus und damit zu unserem Feind. Jede Form, ob sozial oder religiös, wird in einer bestimmten Etappe zur Schale, die den Geist in dieser Schale an seiner Entwicklung hindert. Deshalb musste der salomonische Tempel zusammenbrechen, als das Christentum kam. Und er brach tatsächlich zusammen, da Christus aus der Zeit kam und herabstieg, Er strahlte einen Impuls aus, der sich mit der Zeit entwickelt. Dieser Impuls wird sich bis zum Ende der Erdentwicklung und des ganzen Zyklus bis zum Vulkan entfalten. Das ist der mächtigste Impuls, der jemals existiert, er ist das führende Prinzip im Zyklus des Sohnes. Man musste zum Erleben der Zeit übergehen, nicht nur des Raums. Es musste ein Übergang stattfinden von den Elohim zu den Geistern der Zeit, der Archai. Dieser Übergang begann im vierten Jahrhundert v. Chr., ungefähr in der Zeit der großen griechischen Philosophen, als die Begriffe der Gnosis in die zehn aristotelischen Kategorien umgewandelt wurden.

Der Christus-Impuls kam, um die Menschenseele zu erlösen und sie zu erheben. Mit dem Sündenfall wurde unsere Seele vom Irdischen angezogen und sie zog den Leib mit sich; unser Phantom wurde beschädigt und wir wären dazu gekommen, nach dem Tod kein Potenzial zur Erhebung in die geistigen Welten zu haben. Wir wären an die Erde festgebunden, und hätten allmählich die Form zerstört, die uns die Throne bereits auf dem alten Saturn geschenkt hatten. Christus kam, um die Menschenseele zu erheben, die den Leib nach unten mitzog, und den Geist zu materialisieren, unser Ich zu aktivieren, damit wir von der räumlichen zur zeitlichen Anschauung übergehen und der Platz der Elohim in unserem Bewusstsein allmählich von den Archai besetzt wird. Das ist eine dramatische Wandlung des menschlichen Bewusstseins, die unter großen Kollisionen zustande kommt. Der Mensch sollte sich nach und nach zur geistigen Welt erheben, sich mit Sittlichkeit erfüllen, Schöpfer werden. Alles, was wir in der Zeit vom Sündenfall zur Ankunft Christi verloren hatten, sollten wir allmählich berichtigen, in Tugenden umwandeln und zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe werden, Das ist ein bemerkenswerter Wandel!
Das Christentum musste in einer Form in der Welt beginnen und es nahm seinen Lauf von den drei damals existierenden Hüllen. Die erste Hülle war die hebräische Seele. Das Christentum keimte in der Weltanschauung der Juden auf, es schlug Wurzeln dort und begann sich hauptsächlich nach Europa zu verbreiten. Die zweite Hülle war die Weltanschauung der griechischen Kultur, der Übergang vom „Man“ zum „Anthropos“. Diese Weltanschauung gab dem Christentum das Aussehen in der Form der Evangelien, Briefe der Apostel, der Verteidigungsreden der Kirchenväter usw. Die aristotelische Weltanschauung musste dem Christentum den Geist verleihen, damit es in die Welt zieht und die Beziehung zu dem Mysterienprinzip nicht verliert. Der Leib des Christentums wurde Rom gegeben, das schnellen Schrittes zur materialistischen Weltanschauung strebte. In diesen drei Leibern, in diesen drei Hüllen begann das Christentum.
Sie ähnelten unseren drei Leibern, aber drinnen pulsierte der Christus-Impuls als Ich-Prinzip, das den Sinn des ganzen Zyklus verändern wird. Seitdem änderte sich auch der Sinn der Erde. Wie bereits erwähnt, war das Ziel in den Mysterien, dass der Eingeweihte zum Christophorus wird, sein Ich in die geistige Welt überträgt und es Christus zur Verfügung stellt. Als Christus erschien, verschwand das Element der Realität in uns, die Ich-Substanz verschwand. Seitdem ist der Mensch eine leere Schale, denn ohne das individualisierende Ich-Prinzip, ohne das reale Ich-Prinzip und nicht die heutige Abstraktion, wird der Mensch zu einer leeren Hülle, in der die Seele mit nichts arbeiten kann und schnell die Beziehung zur geistigen Welt verliert. Nicht die Erlebnisse von Sex und Liebe, nicht die Liebe zu Kindern und der Familie, sondern das Erleben der persönlichen Beziehung zur geistigen Welt ist das größtmögliche Erlebnis jeder Menschenseele. Alles andere jenseits dieses Erlebnisses trägt sinnlichen Charakter. Das größte Verbrechen, das gegen den Menschen begangen werden kann, ist die Vernichtung der Möglichkeit dieser Beziehung.
Die Wandlung, die im Menschen eintrat, hängt mit der neuen Rolle zusammen, die die Elohim erfüllen sollten. Nachdem Christus als makrokosmisches Ich gekommen, durch Tod und Auferstehung gegangen und im Phantom auferstanden war, können wir Ihn nirgendwo draußen suchen. Er trat in uns ein und der Hohlraum an der Stelle unseres wirklichen Ich wurde durch den Christus-Impuls ausgefüllt. Seitdem ist das Prinzip des Paulus „Nicht ich, sondern Christus in mir“, d.h. das Ego überwinden und dem Christus-Impuls erlauben, in uns als Ich-Prinzip zu wirken, der Weg zu unserem wirklichen Ich, zur Individualisierung der Substanz von den Elohim. Mit sehr wenigen Ausnahmen bedient sich niemand auf der Erde seines wirklichen Ich. Das ist ein großes Problem. Natürlich existiert auch der Segen. Hier werde ich eine Klammer aufmachen. Es gibt Menschen, deren Ich nicht explodiert ist und die nicht das notwendige Verständnis der geistigen Welt haben. Sie bekommen trotzdem Offenbarungen, von denen jeder Esoteriker nur träumen kann. Die Frage ist, wer hier höher steht. Aus karmischen Gründen kann ein nicht spirituell interessierter Mensch mit einem Segen, mit einer Offenbarung beschenkt werden. Viel wichtiger ist es jedoch, dass man den Boden in sich kultiviert, ähnlich der Stelle, auf die der letzte Teil der Samen geraten ist im Gleichnis von dem Sämann. Wenn die Offenbarung kommt, wird sie einen reichen Boden vorfinden und Früchte tragen.
Vor einigen Tagen erhielten wir eine Offenbarung, die lautete, dass es heute auch Menschen gibt, die Offenbarungen erhalten, für die jemand der auf dem geistigen Feld jahrelang fleißig arbeitet kann. Aber diese Menschen verstehen die Offenbarungen nicht. Das ist in der Tat ein großes Problem, da dies das Ego dieser Menschen unheimlich aufblasen könnte und sie von Luziferismus erfasst werden können. Richtig wäre es, wenn ein solcher Mensch den Rest seines Lebens der Geisteswissenschaft widmet und versucht zu begreifen, was ihm als eine Wohltat gegeben wurde. Es gibt nichts Wichtigeres heute als die Dinge zu begreifen. Das interessiert am meisten die geistigen Hierarchien, sie schätzen das am höchsten Wert und nur solche Menschen fallen ihnen auf. Es muss leuchten im Menschenkopf, der Mensch muss verstehen können, damit er den Hierarchien auffällt! Deshalb kommt auch diese Vorlesung, die die Auslegung von etwas geben soll, was vor wenigen Tagen geschah. Man hat keine Kraft der Weltanschauung, wenn man die Dinge nicht deuten kann, die um einen herum passieren und keine Vorstellung hat von dem, was künftig geschehen wird.

Mit der Ankunft der Archai ist die große Spaltung eingetreten zwischen dem Willen und den Vorstellungen, die das Ergebnis der Gedanken sind. Das führte zu großer Zwietracht unter den Menschen, denn die imperativische Führung der vorchristlichen Zeit war nun zu Ende. Wir hatten uns vor die Archai zu stellen, vor das Christentum und wir mussten von unten nach oben eine Einstellung zu ihnen aufbauen und ihnen erlauben, den Thron in unserem Bewusstsein zu besteigen. Daraus resultierten die große Zwietracht im frühen Christentum und das Streben, die Andersdenkenden zu vernichten. Die Gnosis war bis zum vierten und fünften Jahrhundert noch lebendig und blieb in einzelnen Formen bestehen; im Bogomilentum wurde sie sogar wiederbelebt. Der Manichäismus wuchs durch den auferweckten jungen Mann aus Nain, der danach als der große Lehrer Manes inkarnierte und sogar Zarathustra und Skythianos überholte in seinem geistigen Wachstum. Er trug die grandiosesten kosmischen Ideen, die der heutige Mensch sich vorstellen kann. Diese Ideen versuchten wir zu entwickeln, als wir Anfang des letzten Jahres über die Zyklen des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes und über die Transformation des Bewusstseins sprachen. Solche Ideen existierten in der Gnosis und in den Eleusinischen Mysterien, in denen ein Mensch, der in die Vergangenheit hinübergegangen war wie etwa Dionysios Areopagita, auch heute solche Ideen entwickeln kann.

Diese Ideen finden wir in modifizierter Form auch in den Gralsmysterien; bei den Bogomilen wurden sie zu neuem Leben auferweckt. In unserer Zeit sehen wir sie in der Anthroposophie. Die Gnosis war lebendig, aber der menschliche Aufbau war bereits ein anderer. Deshalb konnte derjenige, der bedeutende Einweihungen durchgemacht hatte, Ideen im Manichäismus hervorbringen, die sogar größer als die Ideen der Gralsmysterien sind. Das muss der gegenwärtige Mensch sehr gut verinnerlichen. Die Gralsmysterien, das Christentums des Grals – die Bogomilen, Katharer, Templer u.a. haben einen geringeren Wert als die Mysterien des Manichäismus, obwohl auch die Ersteren für den heutigen Menschen unerreichbar sind, da sein Denken nur der Schatten des imaginativen Denkens der vorchristlichen Zeiten ist. Allerdings können wir nicht zu den großen Manichäischen Mysterien übergehen, denen Beinsa Douno einen Anstoß gab durch sein gemeinsames Opfer mit Christus 1936, ohne durch die Gralsmysterien zu gehen. Deshalb heißen die heutigen Eingeweihten „Eingeweihte des Grals“, aber Manes prägte eine Weltanschauung aus Ideen, die nicht abstrakt waren, sondern mit der Realität selbst verbunden sind. Alles im Manichäismus, etwa die Transformation des Bösen und seine Umwandlung in Gutes, stellt Ideen dar, die wirken und reale Kraft besitzen. Als mächtige Imaginationen ausgestrahlt, arbeiten sie für die Zukunft. Einen zwei Meter tiefen Kanal mit der Schaufel zu graben ist etwas Objektives, was jeder sehen kann, und wenn er es nicht sieht, kann er hineinfallen. Die Ideen des Manichäismus, die Ideen, die auf die Verwandlung der Erde in einen Kosmos der Freiheit und Liebe hinarbeiten, sind etwas, was viel objektiver und realer ist als ein Kanal. In diesen Ideen steckt die Schlagkraft des ersten Elementes des Christentums, der ersten der drei christlichen Tugenden – des Glaubens. Der Glaube ist die Schlagkraft, die in unsere Seelen eingesät wurde, die den von uns ausgearbeiteten moralischen Imaginationen solche Kraft verleihen soll, dass sie zur Wirklichkeit des künftigen geistigen Jupiters werden. Das Christentum begann, sich in seinen drei Hüllen und mit dem vorhandenen Instrumentarium zu entwickeln, aber ihm trat das Römische Reich gegenüber. Alle anderen geistigen Strömungen waren im Pantheon der römischen Götter willkommen, jedoch unter der Vorherrschaft des Zäsaren. Alle Kulte bis zu jener Zeit wurden durch die Menschen auf die alte Art erlangt, als wir ein gewisses wahres Ich besaßen, das wir herauskehren konnten. Nach Golgatha existierte diese Möglichkeit nicht mehr in uns und die Einweihung musste sich radikal ändern. Von da an durchlief man eine siebenstufige christliche Einweihung, dann kam die christlich-rosenkreuzerische Einweihung. Ich habe mir erlaubt, in meinem Buch „Der Weg zum Ich“ über eine andere Einweihungsart zu schreiben, die auf der Synthese der Impulse der Anthroposophie und Beinsa Dounos basiert. Das, was in den alten Kulten existierte, musste geändert werden, denn der Seelenaufbau des Menschen hatte sich gewandelt. Im Unterschied zu allen anderen Kulten richtet das Christentum seine stimulierende Rolle und sein Hauptziel auf die Erhebung des Menschen im Sinne des Ich zum Christus, damit der Mensch vom Raum zur geistigen Zeit aufsteigen kann. Das bedeutet, dass der Mensch einen individuellen Weg zum Geist haben muss, ein individuelles Erlebnis der größten Beziehung, die möglich ist – der Beziehung zur geistigen Welt. Als Christus das Mysterium des Todes und der Auferstehung vollzog, brachte Er alle alten Kulte und Mysterien auf die Bühne der Weltgeschichte und es stellte sich die Frage nach dem neuen Sinn der Erde. Der Sinn der Erde bestand bis zum Golgatha darin, durch das Geheimnis der Einweihung zu gehen und den zur Erde herabsteigenden Christus zu entdecken. Nachdem Er durch Tod und Auferstehung gegangen war, musste Christus an anderer Stelle und anders gesucht werden. Es war nicht mehr notwendig, dass man sich in einem Mysterienzentrum einschloss, sondern man hatte zu begreifen, was am Kreuz geschehen war. Es mag paradox klingen, aber der Sinn der Erdenentwicklung kann einzig im Kreuzestod gefunden werden. Alle, die Christus suchten, begannen nach dem Verständnis des Golgatha-Geheimnisses zu suchen. Das ist die Hauptfrage seit über 2000 Jahren und im Hinblick darauf befindet sich die Menschheit in einer Sackgasse.

Das Verständnis des Geheimnisses, das sich vor den Menschen als der Sinn der Erdenexistenz stellte, ist heute gleich Null. Ohne dieses Geheimnis zu verstehen, hat das Menschenleben keinen Sinn, die Erdenentwicklung hat keinen Sinn, der ganze Zyklus des Sohnes würde scheitern und wir würden von der Freiheit, die mit den Archai und Christus kommt, zur Notwendigkeit übergehen. Wir würden alle eines Tages den Vulkan erreichen, aber ohne den freien Willen und nach dem Gesetz der eisernen Notwendigkeit. Das würde ein großes Problem mit sich ziehen, da es außerordentlich wichtig ist, ob wir den Weg zum Vulkan zusammen mit Christus zurücklegen werden oder ohne Ihn. Das Römische Reich war als Anfangspunkt des entstehenden Materialismus so aufgebaut, dass es an der Spitze eine Art allmächtigen Papst hatte – das war der Kaiser als Vertreter der Götter auf Erden. Rom war gegen den persönlichen spirituellen Weg des Menschen und gegen den Geist. Dort wurde das Fundament der Verleugnung des Geistes gelegt, die auf dem achten ökumenischen Konzil legalisiert wurde, das 879-880 in Konstantinopel stattfand und von der Orthodoxen Kirche nicht anerkannt wird. Rom verfolgte die Christen und die christlichen Heiligen stammen hauptsächlich aus den ersten drei Jahrhunderten, als sie auf eine bestialische Art vernichtet wurden. Doch schließlich reifte man in Rom zu der Idee heran, dass man das Christentum legalisieren muss, um sich selbst zu aufzubewahren. Den Anfang machte der Kaiser Galerius, der bulgarischer Herkunft ist – er ist im Gebiet um das heutige Sofia geboren und ist ein Thraker aus dem Stamm der Daker. Kurze Zeit vor seinem Tod erließ er 311 das Edikt von Serdica, mit dem er die Verfolgung der Christen im Reich aufhob. Das wurde durch das Edikt von Mailand von 313 fortgesetzt und als Staatspolitik bestätigt, die Konstantin der Große durchsetzte. Auch dieser Kaiser ist bulgarischer Herkunft und gehörte dem Stamm der Mösier an. Er verlegte die Hauptstadt des Reiches an den Ort der alten thrakischen Siedlung Bysanti, später Bysantion, und benannte die Stadt in Konstantinopel um. Dieser Name existierte 1000 Jahre lang. In diese Zeit fällt der Beginn der Entwicklung der Kirche als Institution nach dem römischen Muster mit dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 und den nachfolgenden Konzilen, auf denen immer die eine oder andere Häresie mit Bann belegt wurde. Die Gnosis lebte noch, aber sie bildete ein ernsthaftes Hindernis für die Kirche. Es begann ihre systematische Ausmerzung, die durch viel Gewalt begleitet wurde. Uns ist bekannt, wie Hypatia, die eine glänzende Mathematikerin mit großen Philosophiekenntnissen war und im 20. Jahrhundert als Marie Steiner inkarnierte, im Jahr 415 von einer christlichen Menge zerrissen wurde. Die ersten Jahrhunderte des Christentums waren von großen Sünden und Grausamkeiten begleitet, die gegenüber der Menschheit begangen wurden, vergleichbar mit den Gräueltaten der Römer gegenüber den Christen in den ersten drei Jahrhunderten. Warum verursachte der Gott der Liebe diese Taten? Wir hielten bereits fest, dass das Christentum in drei Hüllen begann – in der hebräischen, hellenischen und römischen, die drei Impulse hervorgebracht haben. Jeder Impuls hat auch seinen Schatten, seinen Doppelgänger. So wirkt das Prinzip und diese Doppelgänger werden sofort aktiv. Der Schatten des hebräischen Seelenlebens ging nach dem Fall des salomonischen Tempels auf die Freimaurerlogen über. Diese sind voll von hebräischen Symbolen, von deren Bedeutung die gewöhnlichen Freimaurer, und nicht nur sie, keine Ahnung haben. Der rechtmäßige Aristotelismus als der Übergang zu den irdischen begrifflichen Kategorien speist die Menschheit mit Begriffen im Laufe von ca. 2000 Jahren seit seiner Entstehung im vierten Jahrhundert v.Chr. bis zum Beginn der fünften Kulturepoche und bis zum massenhaften Eintritt der Kosmischen Intelligenz unter die Menschen, als sie langsam zum abstrakten Denken wurde. Die römische Hülle fand in der katholischen Kirche ihre Widerspiegelung, die nach der hierarchischen Ordnung des Römischen Reichs aufgebaut ist. Ich werde eine Klammer aufmachen. Die drei Hüllen, in denen das Christentum begann, führten auch zu dem Dogma der drei Sprachen, nach dem im Gottesdienst und in der theologischen Literatur nur der Gebrauch des Hebräischen, Griechischen und Latein zulässig ist. Jedoch stehen hinter allen drei Impulsen die Bulgaren. Hinter der Gründung Roms steht der Thraker Aineias, der Troja verließ und in den Westen zog. Im Grund der griechischen Kultur stehen zweifellos die Thraker. Bei den Juden sehen wir auch den wesentlichen Eingriff der bulgarischen Wurzel. Hiram Abiff, der den salomonischen Tempel errichtet hat, ist Thraker aus dem Stamm der Phryger und Salomos Mutter war eine Hethiterin, welche ebenfalls Thraker sind. Diese Vorlesungen werden schon ins Deutsche übersetzt und ich sage das eher für die ausländischen Leser, die mit der okkulten Geschichte der Menschheit nicht bekannt sind.

Die Schatten der drei ursprünglichen Impulse haben dem aufkeimenden Christentum irreparable Schäden zugefügt, aber das war nicht alles. Der Prozess der Übergabe der Kontrolle über die Denkkräfte von den Elohim an die Archai begann im vierten Jahrhundert v.Chr. und er erreichte die Mitte in vierten Jahrhundert n.Chr. Nicht zufällig begann im vierten Jahrhundert n.Ch. auch der Prozess der Institutionalisierung der Kirche. Diese Übergabe erfolgte nicht problemlos, denn laut Steiner wollten einige der Elohim nicht auf diese Kontrolle verzichten. Ich habe mir die Frage gestellt, um welche der sieben Elohim es geht. Wir wissen von sieben Elohim, wobei der erste Jehova ist, von dem ich behaupte, dass er in der Zeitenwende von seinem Mondendienst befreit und zum Sonnenelohim wurde; im 20. Jahrhundert erhob er sich zu den Dynamis. Einige der sechs Sonnenelohim, die das Ich Christi trugen, damit Es über den Ätherleib den Astralleib Jesu erreichen und seine drei Leiber erfassen konnte, übernahmen danach die Führung über verschiedene große Menschengruppierungen. Einer von ihnen übernahm die Führung des zukünftigen Slawentums, welches um das 9.-10. Jahrhundert n.Chr. entstand. Ein anderer übernahm das Germanentum, das ungefähr zur gleichen Zeit entstand. Waren die restlichen vier Elohim diejenigen, die auf die Kontrolle über die Denkkräfte nicht verzichten wollten? Ich behaupte, dass sie es nicht waren.

Die abnormen Elohim waren es, die auf dem alten Mond nicht in der richtigen Art von Archai zu Elohim aufgestiegen sind, was nach der Vorsehung Gottes geschah, da sie keinen freien Willen haben. Sie sollten eine andere Denkart inspirieren und blieben daher auf der Stufe der Archai. Sie wiesen aber bestimmte Charakteristika und Ansprüche von Elohim auf. In der griechischen Zeit kam von den Elohim zum Menschen das sinnlich Wahrnehmbare aus der Außenwelt, das durch die Gedanken begleitet wurde. In einem Teil dieser Gedanken, die stammesmäßig, vererbungsmäßig, traditionsmäßig wirken, arbeiten auch die abnormen Elohim. Damit die verschiedenen Sprachen entstehen, arbeiten daran sowohl rechtmäßige als auch abnorme Erzengel und Archai. Das gilt auch für das Denken. Immer gibt es Wesen, die sich aufopfern und in ihrer Entwicklung nach der Vorsehung Gottes zurückbleiben, damit wir überhaupt ein Seelenleben und eine Ich-Entwicklung haben. Wenn von zurückgebliebenen Wesen die Rede ist und davon, dass im vierten Jahrhundert n.Chr. ein Teil der abnormen Elohim die Kontrolle über die Denkkräfte nicht übergeben wollten, ist das völlig rechtmäßig. Die Menschen befinden sich nämlich auf verschiedenen Entwicklungsstufen und manche Völker brauchen noch solche Gedanken. Denken Sie daran, wie verschieden die Araber von den Indern sind und wie verschieden die Inder und die Araber von den Europäern oder Chinesen sind. Das sind gleichsam Menschen von verschiedenen Planeten, bei denen die Ich-Entwicklung auf die mannigfaltigsten Arten vor sich geht. Deshalb ist eine solche Trennung der Geister notwendig. Die einen werden zum Motor des Neuen und die anderen ziehen die Entwicklung nach hinten, da die Menschen dies brauchen. Es ist nicht möglich, dass die Menschen nach dem Herabstieg Christi von dem alten Seelenaufbau und der alten Art, Gedanken aufzunehmen, auf einmal als nagelneue Seelen aufwachen. Das wollten unsere alten Kommunisten tun, die 1990 plötzlich als Sozialisten aufwachten und ihre Partei aus BKP (Bulgarische Kommunistische Partei) in BSP (Bulgarische Sozialistische Partei) umbenannten. Die Menschen sind dieselben, es gibt keine gruppenmäßige Wandlung, sondern nur eine Wandlung der Persönlichkeit, Das Christentum wendet sich an die Person, nicht an die Gruppe. Die Persönlichkeiten prägen die Geschichte und die Gruppen arbeiten an der Verwirklichung der Göttlichen Pläne. Die Menschen sind sehr verschieden – während die einen in den Mysterienzentren eingeweiht wurden, waren die anderen Sklaven. Warum manche Seelen vorbestimmt wurden, das Christentum zu entdecken und andere nicht, warum manche eingeweiht und andere Sklaven waren, warum manche Bogomilen und andere Verfolger von Bogomilen waren – diese Fragen stellen ein großes Enigma dar. Wir stellen uns diese Fragen seit vielen Jahren, aber wir haben noch keine Antwort darauf. Gibt es eine ursprüngliche Vorbestimmtheit der Seelen vor unserem Herunterstieg auf die Erde und vor unserer Aussiedlung auf die Planeten während der Mondenkrise? Diese Frage gehört mit zu den tiefsten Fragen der menschlichen Entwicklung. Die neue Frage, die nun vor den neuen Mysterien steht, ist nicht die Frage, wie die Welt und der Mensch entstanden sind, sondern wie wir die Naturwelt in eine moralische Ordnung transformieren sollen, die den neuen Kosmos der Freiheit und Liebe schaffen wird. Hoffentlich werden wir wenigstens teilweise die Antwort auf die Frage bekommen, ob es eine Vorbestimmtheit der Seelen gibt.

Die Probleme des Christentums seit dem Beginn seiner Institutionalisierung liegen einerseits an den Schatten seiner drei Hüllen und andererseits an der großen Wende, die im vierten Jahrhundert n.Chr. geschah und die zusammenhängt mit der Übergabe der Kontrolle über die Denkkräfte von den Elohim an die Archai und den Verzicht einiger Elohim darauf. Welche zwei Individualitäten, die ich auch früher erwähnt habe, von denen die eine unser Zeitgenosse ist, verkörpern diesen Übergang? Die eine ist der selige Augustinus und die andere Julian Apostata (der Abtrünnige). Augustinus gehört zu den Väter und Heiligen der katholischen Kirche. Er stand in seinen jungen Jahren unter dem Einfluss des Manichäismus und erhielt die großen Schätze der noch lebendigen Gnosis durch die abnormen Elohim, die sich gegen die Archai stellten. Die Gnosis war damals bereits dem Untergang geweiht, aber sie gab immer noch sehr viel. Es gab damals fähige Seelen, die durch die Gnosis zu den fundamentalen Fragen des Golgatha-Mysteriums kamen, aber sie konnten sich diese Fragen nicht beantworten. Augustinus stellte sich auch diese Fragen, kam jedoch zur Ansicht, dass er durch die Gnosis das Rätsel des Sinnes und des Ziels der Menschenentwicklung nicht lösen konnte. Dann vollzog er eine Wende zum Christentum, dessen Fesselung in Kanone und Dogmen begann. Der Gottesdienst trat aus dem Mysterien heraus und wurde in den sog. Sakramentalkult eingeführt. Er wird durch Kulthandlungen in den verschiedenen christlichen Kirchen ausgeübt, bei dem die Priester die reale Macht haben, den Geistern anzuordnen, zum Altar herunterzusteigen. In den Kirchenkult wurde die absterbende Gnosis hineingeführt, aber sein Sinn wurde derart verändert und verschleiert, so dass man nicht mehr weiß, woher dieser Kult stammt. Das Gleiche geschah auch mit dem Wissen über die geistigen Hierarchien von Dionysios Areopagita, das im sechsten Jahrhundert durch einen Schüler von ihm zugänglich wurde. So wurde zu den geistigen Hierarchien auch die Kirchenhierarchie hinzugefügt, obwohl Dionysios nie über Kirchenhierarchien gesprochen hat. Er sprach als Eingeweihter in den Eleusinischen Mysterien, die sich mit dem Aufbau des Kosmos und der hierarchischen Ordnung in ihm befasst haben, über die himmlischen Hierarchien. Mit der Abwendung von der Gnosis und Hinwendung zum dogmatischen Christentum ignorierte Augustinus die Elohim und in einem hohen Maße auch die Archai und schien so im Nichts zu bleiben. Aber er ist einer der Lieblingskirchenväter der gegenwärtigen Priester, die zwar philosophisch gestimmt sind, aber eine zum exoterischen Christentum zugewandte Seeleneinstellung haben und deshalb den Übergang zur Anthroposophie nicht vollziehen können.

Der andere, der versuchte, etwas Neues zu bewirken als Verbindung der Mysterien mit dem Christentum, war Julian Apostata, der ein Thraker und der Neffe Konstantin des Großen ist. Er ist einer der letzten Eingeweihten der Eleusinischen Mysterien und stellte sich Fragen von fundamentaler Bedeutung. Die erste Frage war, ob das, was in den Evangelien als Errungenschaft enthalten ist, auf die alte Mysterienart erreicht werden kann. Eine positive Antwort würde dem Golgatha-Mysterium Wert und Sinn entziehen. Julian entschloss sich, ein großes geistiges Experiment durchzuführen. Er wusste, dass der Tempel Salomos als der Ausdruck der räumlichen Weltanschauung zerstört werden und an seine Stelle die zeitliche Weltanschauung treten sollte. Trotzdem wollte er sich den Göttern widersetzen und in den Kampf gegen sie ziehen, indem er den Tempel in Jerusalem wiederherstellen ließ. Die Bauarbeiten begannen mit vielen Menschen und Mitteln, aber in einem bestimmten Augenblick sah Julian imaginativ, wie zum Tempel Flammen kriechen. Er sah ein, dass seine Absicht falsch war und verzichtete auf diesen Plan. Steiner sagte über Julian Apostata, dass er wie kein anderer im geistigen Leben Europas die Wahrheit liebt. Wenn diese Individualität nicht auf der Erde inkarniert ist, wirkt sie inspirierend auf jede Seele, die unten durch die Anthroposophie die Wahrheit sucht. Julian konnte sich nicht damit abfinden, dass auf die alten Mysterien und die Gnosis verzichtet werden sollte und er beschloss, ein zweites großes Experiment zu machen. Der Zoroastrismus war zum größten Teil verfallen, aber in Persien existierten immer noch die Manes-Mysterien, die bis zum elften Jahrhundert gepflegt wurden. Als eingeweiht in die Eleusinischen Mysterien beschloss Julian, nach Persien zu gehen und die Manichäischen Mysterien zu finden, um die beiden Mysterienarten zu vereinigen und die Frage zu beantworten, was der „Menschensohn“ darstellt und was an Golgatha geschehen war. Das war jedoch unmöglich, da das Einweihungsprinzip geändert wurde. Das, was in den Mysterien mit dem wahren Ich gefunden werden konnte, ließ sich jetzt nicht finden, da dieses Ich nicht da war, sein Platz war vom Christus-Impuls besetzt. Der Christus-Impuls lässt sich in der Art finden, die in den Evangelien beschrieben ist und nicht in den alten Mysterien. Deshalb wurde Julian durch einen fanatisierten Anhänger Konstantins und des äußeren Christentums getötet. Das große Drama Julians bestand darin, dass er nicht begrefen konnte, dass Christus mit den alten Mysterien nicht zu finden ist. Heute hat diese Persönlichkeit kein Problem mit den beiden großen christlichen Impulsen des 20. Jahrhunderts, aber sie erlebt wieder ein großes Drama. Sie kann nicht annehmen, dass der Heilige Impuls, den Steiner versprach, bereits ausgestrahlt worden ist. Damals begriff er nicht die große Wende, die mit dem Ich-Prinzip Christi kam, mit Seinem Eindringen in die Erdenentwicklung und Seinem Eintritt in den Menschen. Heute kann er nicht verstehen, dass der Heilige Impuls bereits eine Tatsache ist. Ich werde noch hinzufügen, dass das, was ich über die Synthese der beiden Impulse vortrage, zuerst außerhalb Bulgarien angenommen werden wird und erst dann bei uns.
Auf dem äußeren Plan begann das Christentum, sich mit starker Wucht zu entwickeln, aber die Gnosis wurde nach und nach durch Exkommunikation und Kirchenbann der sog. Häresien vernichtet. Damit verschwand auch die mächtige Erkenntnis über die geistigen Welten, durch die die Wandlung nach der Zeitenwende verstanden werden konnte. Die vernichtete Gnosis können wir in den ersten drei Sätzen des Johannes-Evangelium finden: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“. In allen späteren Übersetzungen der Evangelien wurde die Dynamik der Verhältnisse zwischen Vater und Sohn entzogen, es blieb nur die statische Ewigkeit und das Christentum war dem Erstarren in den Formen geweiht, was auch das Ziel der Elohim ist. Die Wirkung der Archai wurde eliminiert und damit auch die Dynamik und die Veränderung in der Zeit. Mit der Vernichtung der Gnosis, die den Glauben zu moralischen Intuitionen erheben konnte, mit denen die neue Realität zu schaffen ist, stellte sich der Glaube gegen die Erkenntnis und wurde zu einem inhaltlosen Begriff. Begriffe wie „Wort“, „Trinität“ und viele andere christliche Termini sind der Gnosis entnommen worden, aber der Inhalt, den sie besaßen, als die Gnosis noch lebendig war, wurde ausgeweidet und so blieben die Begriffe nur leere Hülsen. All das bahnte den Weg zur materialistischen Weltanschauung. Warum ging das Christentum den Weg der Sinnentleerung, der Fesselung durch Dogmen und Kanone, was es allmählich zum Feind des Christus machte, dessen Schlagkraft die Archai werden sollten? Die Archai sind jene Geister, die vor unserer Geburt dermaßen auf unseren Organismus einwirken, dass bei unserem Herunterstieg auf die Erde bis zum 15. Jahrhundert unser Ätherleib vollständig den physischen Leib ausfüllen konnte und das seelisch-geistige Element verband sich vollständig mit dem Leib. Dadurch wurde der Materialismus ausgeschaltet, denn der Mensch erlebte seine Verbindung zur geistigen Welt. Nach dem 15. Jahrhundert war das nicht mehr der Fall. War das die einzige Ursache? Natürlich gibt es eine weitere Ursache. In GA 121 „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“ sagte Steiner, dass der Erzengel des Griechentums in der vierten nachatlantischen Epoche zum Urengel aufgestiegen ist und in der Zeitenwende die Möglichkeit hatte, zum Formgeist aufzusteigen (vgl. S.127). Mir ist nicht bekannt, ob Steiner irgendwo erwähnt hat, was dieser Urengel getan hat, um sich so beschleunigt zu den Elohim zu erheben. Während der Erzengel ein Volk führt, wird der Urengel der Geist von etwas Größerem, der Geist einer ganzen Epoche. Bei einer so schnellen „Beförderung“ bekommt er andere Aufgaben. Es dürfen keine Aufgaben erfüllt werden, die den Archai eigen sind. Die Archai stellen die Persönlichkeiten und die Ereignisse auf dem Erdenplan auf. Der Erzengel des griechischen Volkes wurde zum Urengel wahrscheinlich gegen das zweite Jahrhundert v.Chr., als das Griechentum forciert dem Verfall zuging. Er hatte schon seine Aufgabe erledigt, nachdem die Weltanschauung Aristoteles‘ ausgestrahlt worden war und die Entwicklung des Homo sapiens zur Intelligenz begonnen hatte. Selbstverständlich war das Ziel des Aristotelismus nicht die heutige ahrimanisierte Intelligenz. Was ermöglichte dem neu beförderten Urengel zur Zeitenwende sich so auszuzeichnen, dass er zur Hierarchie der Elohim aufsteigen konnte? Mit hoher Sicherheit kann ich behaupten, dass im Hinblick auf die Funktionen der Archai er aktiv an der Aufstellung der Persönlichkeiten teilgenommen hat, die an den Ereignissen in der Zeitenwende beteiligt waren – Joseph und Maria, die drei Könige und zum Schluss die Personen auf Golgatha – Longinus mit dem Speer, der später als Napoleon wieder inkarnierte und der reuige Räuber am Kreuz, der im 19. Jahrhundert als Kaspar Hauser lebte. Damit das größte Drama im Kosmos auf diese wunderbare Art vollendet werden konnte, war eine umfangreiche Vorarbeit an den Bildung der Ereignisse und Persönlichkeiten notwendig, die zu diesem Schluss führten. Diese Arbeit gehört zu den Kompetenzen der Urengel, die die Geister der Persönlichkeit und die Geister der Zeit sind. Als der Geist, der das Griechentum vorbereitete, das zu einer der Hüllen des Christentums werden sollte, hatte der besprochene Urengel unvermeidlich die Hauptaufgabe bei der Vorbereitung des Golgatha-Mysteriums als Vertreter der Himmlischen Sophia. die diese ganze Aufführung schuf. Wegen dieser Verdienste konnte der Erzengel des Griechentums vom Urengel zum Elohim aufsteigen. Das ist ein wahres Wunder, denn zur Erhebung um eine Stufe ist normalerweise ein ganzer Äon notwendig. Es ist sehr aufschlussreich, dass sowohl die Menschen als auch die Geister, die am Golgatha-Mysterium teilgenommen haben, danach gigantische Wachstumsmöglichkeiten erhielten, denn dieses Mysterium hat die ganze Menschheit und alle hierarchischen Wesen zu neuen Zielen erhoben. Die Beleuchtung der teilnehmenden Persönlichkeiten ist keine verrückte Idee von mir, sondern etwas, was zum richtigen Begreifen der Golgatha-Ereignisse beiträgt, so dass diese Ereignisse zur Quelle moralischer Ideen werden. Auf diese Weise können Imaginationen entstehen, die wir den Archai zur Verfügung stellen und so zur Schaffung der neuen moralischen Ordnung durch die Transformation der Naturreiche beitragen. Das sind Ideen manichäischen Typs, die eine solche Schlagkraft besitzen, dass keine Kraft von außen mit ihnen zu vergleichen ist. Diese Ideen schaffen eine Wirklichkeit, sie schaffen das wahre Dasein.

Dieser Urengel verzichtete damals auf den Aufstieg zum Elohim. Das taten auch viele andere Geister nach dem Beispiel Christi, Der bis auf den Grund den bitteren Kelch leerte und durch Tod und Auferstehung nach dem Willen Seines Vaters ging. Das Verbleiben auf der niedrigeren Stufe erlaubt eine direktere Arbeit mit der in die Ausweglosigkeit geratenen Menschheit. Deshalb blieb er auf der Stufe der Archai und wurde zum Führer des äußeren Christentums. Das esoterische Christentum, das mit Paulus und sein Schüler aus der Schule von Athen Dionysios Areopagita begann, fand seine Fortsetzung in den Gralsmysterien. Dann kam es zum Bogomilentum, in dessen Schoß durch das Mysterium im 13. Jahrhundert in Arbanassi das Rosenkreuzertum entstand.
Der Erzengel des keltischen Volkes verzichtete ebenfalls darauf, sich zu erheben und wurde zum führenden Geist des esoterischen Christentums. Hier werde ich wieder eine Klammer aufmachen, um klarzustellen, dass es kein thrakisches Volk gibt, sondern über 100 einzelne thrakische Stämme. Der Name „Thraker“ ist eine verachtungsvolle Bezeichnung, mit der die Hellenen die Bulgaren als Barbaren bezeichneten. „Thraker“ bürgerte sich später im Römischen Reich ein, ähnlich der heutigen Bezeichnung „Mazedonier“, welche wieder Bulgaren benennt, die wegen verschiedener Ursachen bereits als ein selbständiges Volk gelten. Wegen ähnlicher Ursachen gibt es auch keine Kelten. In der Zeit, als diese Stämme existierten, hießen sie nicht so. Bekanntlich gibt es sieben thrakische Stämme, die in die heutigen Gebiete Ungarns, Bayerns und Nordgalliens zogen und ernsthaft das Lebensmodell der sog. Kelten veränderten – von der Ausbildung einer Militäraristokratie nach thrakischem Muster bis zu den Beerdigungsritualen. Das Massenbewusstsein verbindet die Druiden hauptsächlich mit Irland, da sie wegen seiner Isoliertheit dort am längsten überlebt haben. Allerdings hängt ihre Herkunft mit der Lehre von Zalmoxis zusammen, der in unseren Gebieten unter den Geten gelebt und gewirkt hat. Es gibt also keine Kelten, sondern einzelne Stämme und kleine Völker, die durch übergesiedelte thrakische Stämme zivilisiert wurden. Die Bezeichnung entstand in den letzten drei bis vier Jahrhunderten, als die heutigen Völker, die jene Gebiete besiedeln, nach ihrer Identität zu suchen begannen, da sie weder ihre physische noch geistige Genese oder die Teilnahme der Bulgaren an ihr kennen. Viele Völker begannen, ihre Geschichte auf den Kosten unserer Vergangenheit niederzuschreiben – Deutsche, Griechen, Russen, Rumänen u.v.a. Viele westeuropäische Staaten suchen ihre Wurzeln bei den Kelten, weil das so schön mystisch klingt. Die wahre Ursache dafür ist, dass sie sich in der fünften Kulturepoche dermaßen ihres Sinnes entleert haben, dass sie jegliches wahre Ziel für die Zukunft aus den Augen verloren haben. Diese Länder haben ihren Existenzsinn verloren, da der Geist ihnen fehlt. Und der Geist wird aus Bulgarien kommen, wie Stojna Prepodobna einst prophezeit hatte. Zuerst haben wir den anderen Völkern gezeigt, wie man Staaten gründet, dann haben wir mit dem Bogomilentum gezeigt, was das wahre Christentum ist und nun müssen wir ihnen den Geist anbieten, damit sie den Sinn ihrer Existenz wieder entdecken und den Ausweg aus der Sackgasse finden, in die sie geraten sind.
Steiner erzählte in GA 222 (S.86) eine Anekdote, wie ein Kamel von verschiedenen Völkern beschrieben wird. Der Engländer macht eine Reise in die Wüste, wo er das Kamel beobachtet und beschreibt. Der Franzose geht in den Zoo und beschreibt das Kamel, ohne es im realen Leben gesehen zu haben. Der Deutsche dagegen liest alles, was er über das Kamel finden kann und bildet sich aus dem Gelesenen eine Vorstellung über das Kamel. Steiner gab nicht zufällig das Beispiel mit diesen drei Nationen, die heutzutage als Fahnenträger Europas gelten. Aber er sagte auch, dass der vierte Mann fehlt, der ohne nach Afrika oder in den Zoo gegangen zu sein und ohne alles über das Kamel Geschriebene gelesen zu haben, auf der Grundlage des von den anderen drei Erreichten sein Denken in Bewegung bringt und die Götter – hiermit meine ich die Archai – befragt und versteht, was das Kamel im wahren geistigen Sinne bedeutet und wie es in der Außenwelt leben soll. Erst mit der Arbeit des Vierten wird man eine vollständige Vorstellung vom Kamel haben. Es ist nicht unbedingt notwendig, auf den Eiffelturm zu steigen, um zu sehen, dass die westlichen Völker den Sinn ihrer Existenz verloren haben und ihn wiederfinden sollen. Viele reisen um die Welt, begegnen verschiedenen Menschen und besichtigen Sehenswürdigkeiten, aber ihr Bewusstsein verzeichnet nur Bilder, ähnlich wie beim Fernsehen, ohne dass irgendwelche Gedanken zum Zweck des wahren Verständnisses der Dinge aktiviert werden. Das ist wie das Sammeln von Kühlschrankmagneten aus verschiedenen Ländern ohne das Hervorbringen moralischer Ideen und ohne Zweck.
Die Wirkung der rechtmäßigen Archai gab dem Bogomilentum und dem Gralsprinzip den Anstoß zur Entwicklung. Das esoterische Christentum sollte sich gerade in diese Richtung als Vorbereitung der Menschheit auf die fünfte Kulturepoche entfalten. Die Kirche wirkte konsequent und zielgerichtet gegen diese Vorbereitung. Als der Protestantismus im 16. Jahrhundert entstand, betraten neben den sich widersetzenden Archai und abnormen Elohim weitere Geister die Bühne. Laut Steiner erschien aus dem Süden ein zurückgebliebener Erzengel, der auf dem alten Mond zum Urengel aufsteigen sollte, was aber nicht geschah. Er stellte sich an die Spitze des Katholizismus. Auf dem geistigen Plan begann er, gegen einen rechtmäßigen Erzengel zu kämpfen, der aus dem Norden kam und hinter dem Protestantismus stand. Der Protestantismus begann auf deutschem Boden mit Martin Luther, der 1517 seine 95 Thesen gegen die Postulate des Katholizismus an die Tür der Kirche in Wittenberg angeschlagen hat. Vier geistige Kräfte prallten somit zusammen. Aus dem Westen in östliche Richtung wirkten die rechtmäßigen Archai, aus dem Osten nach Westen die abnormen Elohim, aus dem Norden der rechtmäßige Erzengel und aus dem Süden der unrechtmäßige Erzengel. Die Kämpfe in der geistigen Welt fanden ihren Niederschlag in der Situation in Europa, indem zahlreiche geistige Strömungen aufkamen und der 30jährige Krieg ausbrach, der ganz Mitteleuropa verwüstet hat. Steiner berichtete in GA 121 über einen der Erzengel der germanischen Völker, welcher eine Schulung erfuhr durch den Erzengel des griechischen Volkes, der zum Urengel und zum führenden Geist des exoterischen Christentums wurde, und durch den Erzengel des Römischen Reiches, der nach dem Zerfall des Reiches auch zum Urengel wurde. Zwei Archai übernahmen also einen der Erzengel der germanischen Stämme und bildeten ihn zum künftigen Führer der ganzen fünften Kulturepoche aus. Der griechische Erzengel wird das exoterische Christentum leiten, solange dieses existiert. Laut Beinsa Douno wird es in der sechsten Kulturepoche eine einheitliche Religion der Menschheit geben – das wird das esoterische Christentum sein, dessen Fundament wir nun mit der Synthese der beiden Impulse gießen. Dieses Christentum, das der zukünftige Homo magneticus völlig frei praktizieren wird, wird die Kultur der zukünftigen Epoche liefern. Solange sie noch nicht eingetreten ist, wird der Arche das äußere Christentum leiten. Es steht in Frage, ob der führende Geist der Kelten zum Urengel aufgestiegen hat. Es ist wahrscheinlich, dass er im 20. Jahrhundert im Zusammenhang mit der esoterisch getränkten michaelischen Zeit damit begonnen hat. Wenn ein Erzengel seine Aufgabe in einem bestimmten Volk rechtmäßig erledigt, erhebt er sich zum Urengel. Warum trat diese Entwicklung nicht bei allen Geistern ein? Als die europäischen Völker begannen, sich aus den Stämmen auszubilden, formierte sich ein Volk aus den verschiedensten Volkselementen. So ist das französische Volk eine Kombination aus Franken mit keltischem und romanischem Element, die das spezifische Amalgam der Franzosen ausmachen. Die Erzengel, die ihre Stämme und Volksgruppen zurücklassen sollten, da diese in größere Bildungen eingingen, sollten sich zu Archai erheben. Indem die jeweiligen Stämme und Volksgruppen in größere Gruppen eingingen, gerieten sie unter den Einfluss anderer Erzengel, so wie die Erzengel der späteren Völker, wie das französische, deutsche u.a. Andererseits geriet der Erzengel eines der germanischen Stämme der zum Urengel und führenden Geist der fünften Kulturepoche werden sollte, unter anderen Einfluss. Die führenden Geister der älteren Volksgruppen in den vorherigen Kulturepochen steigen nach Abschluss ihrer Mission zu Zeitgeistern auf. Ein solcher zum Urengel aufgestiegener Geist war der Erzengel des ägyptischen Volkes, der allmählich zum Zeitgeist der ganzen ägyptisch-chaldäischen Kulturepoche wurde. Wir wissen, dass nach dem Prinzip der Widerspiegelung die fünfte Kulturepoche die dritte widerspiegelt. Demnach erlang der Arche der ägyptisch-chaldäischen Kulturepoche einen großen Einfluss in der fünften Kulturepoche. Auf diese Weise geriet der zum Geist der fünften Kulturepoche vorbereitete Erzengel eines der germanischen Stämme unter den Einfluss des ägyptischen Zeitgeistes, der gewissermaßen auch zum Formgeist aufgestiegen war. Auf diese Weise kam es zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert zu einer Situation mit einer dreifachen geistigen Anwesenheit über Europa –
durch den christlichen Zeitgeist, welcher die Arbeit des griechischen Zeitgeistes fortsetzt, durch den eigentlichen Zeitgeist, der für die fünfte Kulturepoche verantwortlich ist, und durch den Zeitgeist der ägyptischen Zeit, der Elohimelemente angenommen hat. Das verursachte die Zwietracht und die Spaltung in dieser Zeitspanne, die bis zum 20. Jahrhundert fortgesetzt wurden, da die offizielle Alleinherrschaft des Urengels der fünften Kulturepoche in der geistigen Welt fehlte, dem sich die Volkserzengel unterordnen und dessen Ziele sie erfüllen sollten. Sein Ziel besteht darin, diese Kulturepoche zum Geist zu erheben, die Völker vom materialistischen zum geistigen Bewusstsein zu erheben und auch die vierte Kulturepoche zum geistigen Bewusstsein zu erheben. Das bedeutete, dass eine Zusammenarbeit mit dem griechischen Urengel notwendig war, der das exoterische Christentum leitet, um gemeinsam den in die Kirchen immer stärker einziehenden Materialismus zu überwinden. Die europäischen Völker sind in der fünften Kulturepoche stark auf den Materialismus ausgerichtet und strahlen materialistische Impulse zu ihren Erzengeln aus. Der wahre geistige Impuls der Bogomilen brachte die Renaissance in Europa hervor, er floss in die Reformation und die Aufklärung ein, welche aber nach und nach in eine Verleugnung des Gottes entarteten. Der Höhepunkt dieser Verleugnung kam mit Karl Marx, der logischerweise zur Persönlichkeit des Jahrtausends erklärt wurde. Der Marxismus war der Höhepunkt im Reißen der Verbindung zur geistigen Welt; sein Gott wurde die Materie, die man zur Basis der Welt und alles Geistige zum Überbau erklärte. Als Beinsa Douno und Rudolf Steiner im 20. Jahrhundert erschienen, entfernten wir uns etwas vom Boden des Materialismus, den wir im 19. Jahrhundert erreicht hatten. Steiner bahnte den Weg in die geistige Welt dadurch, dass er das Denken belebte, Imaginationen bildete und diese den rechtmäßigen Archai anbot, die sie zum Teil der Ewigkeit machen. So wird neues Dasein kreiert. Das Denken muss aktiviert und innerlich belebt werden, andernfalls würde es nur aus leeren Bildern bestehen. Heutzutage ist das ganze Seelenleben des Menschen völlig der Realität entleert. Wie soll man zu seinen geistigen Wesensgliedern kommen bei diesem tragischen Zustand des Seelenlebens, welcher auch zum Nihilismus gegenüber dem Leib führt? Die Körper werden heute mit allen möglichen Substanzen vollgestopft, sie werden tätowiert und an den unmöglichsten Stellen durchlocht. Das ist eine an Idiotie grenzende verbrecherische Einstellung zum eigenen Körper, der uns von den Göttern zum Zweck unserer Evolution zur geistigen Welt verliehen wurde. Wie kann man an die Erhebung zum Geist denken, zu der Christus Selbst kam und Sich opferte?! Was braucht die gegenwärtige Zivilisation? – Einen mächtigen Geist, der in sie wie ein Orkan einströmt. Das versuche ich zu machen. Alles andere sind Kindermärchen und ein Imitat von Geistigkeit, die nicht zum Geist führen. In der griechischen Zeit kamen die Sinneswahrnehmungen und die Gedanken von den Elohim, und dadurch auch die moralischen Impulse, die das Menschenleben mit der Weltharmonie in Einklang brachten. Bei der Übergabe der Kontrolle über die Gedanken von den Elohim an die Archai müssen wir selbst solche lebendigen Gedanken hervorbringen, die in Harmonie mit der Weltordnung sind und für die Archai bemerkbar sind. So werden die Archai auf uns aufmerksam werden, unsere moralischen Intuitionen mitnehmen und sie in die neue kosmische Realität verwandeln. In Zusammenarbeit mit Christus gab Beinsa Douno die Sittlichkeit. Er gab also das zweite Element. Steiner gab die Art und Weise, den Gedanken zu aktivieren und Beinsa Douno gab die Moralität, aus der die moralischen Intuitionen herausgehen können. Man kann Steiner sehr eingehend studieren und man kann die technischen Kenntnisse über das Beleben des Denkens haben, aber ohne den moralischen Impuls von 1936, der gemeinsam vom Bodhisattva und dem ätherischen Christus ausgestrahlt wurde, wird man keine Resultate erzielen. Die wahre Gnosis des 20. Jahrhunderts ist zweifellos die Geisteswissenschaft, die ein Ergebnis der übersinnlichen Schule Michaels ist und die durch Steiner herunterkam. Bei Beinsa Douno hat die Gnosis nicht die führende Rolle, weshalb viele Anthroposophen den Meister unterschätzen. Die erhabenen Wahrheiten sind bei Beinsa Douno in der Moralität versteckt. Ohne das vertiefte Studieren der Anthroposophie lässt sich die mächtige Moralität nicht bemerken, die aus den Worten B. Dounos strömt. Erst dann kann man zum Mysterium von 1936 heranwachsen, aus diesem Mysterium wie aus einem großen Inspirationsbehälter schöpfen und die Gedanken, die durch die Methoden der Geisteswissenschaft kommen, in moralische Intuitionen verwandeln. Wenn man nur die Anthroposophie studiert, kann das zu einer großen Gefahr werden, da dies im Menschen großen Stolz über die Erkenntnis und das Gefühl von Elitarismus trotz des moralischen Beispiels Steiners hervorrufen. Ohne die wahre Sittlichkeit, für die das größte Beispiel Beinsa Douno ist, kommt es zu Entstellungen. Beide großen Lehrer des 20. Jahrhunderts kennen ihren Platz und erfüllen ihre Aufgaben. Deshalb lautete die Einschätzung des Bodhisattva über Rudolf Steiner, dass er „ein guter Arbeiter auf dem Feld Gottes“ ist, der bei der Entwicklung des Denkens und des Verstandes in der fünften Kulturepoche helfen soll. Steiner sagte zu Bojan Boev, dass in Bulgarien an der Grundlegung einer neuen Kultur gearbeitet wird – der Kultur der sechsten Unterrasse, aus der die Kultur der sechsten Rasse und die Entwicklung des menschlichen Herzens herausgehen wird. Ohne die Entwicklung der Vernunft in der richtigen Art kann die sechste Kulturepoche nicht rechtmäßig eintreten. Die Lehrer begreifen sehr gut die eigenen und die fremden Aufgaben, aber wegen des segmentierten Denkens ihrer Anhänger kämpfen diese manchmal gegeneinander, lehnen einander ab und können sich nicht zum Verständnis der zwölf Weltanschauungen erheben, die sich am besten vom Standpunkt des Sternzeichens Waage mit der spirituellen Anschauung erfassen lassen. Das können auch die Vertreter der anderen Sternzeichen erreichen, aber sie müssen mehr Anstrengungen unternehmen.

Die beiden wichtigsten geistigen Impulse des 20. Jahrhunderts wurden ausgestrahlt, aber sie mussten vereinigt werden. Das Menschenleben wurde völlig inhaltslos. Die Elohim stimulieren nicht mehr unser seelisch-geistiges Leben nach der Geburt und dem Eintritt unseres Ätherliebes in den physischen Leib, was zu dieser inneren Verwüstung führte. Wie Steiner in GA 222 sagt, ist der Mensch Materialist nicht weil er nicht spirituell ist, sondern weil er zu geistig und überhaupt nicht irdisch ist. Das mag paradox klingen, aber es stimmt. Was bedeutet das? Die Geisteswissenschaft besagt, dass der heutige Mensch mit seinem abstrakten Denken nachdenkt und die tote Materie studiert. Gott ist Liebe und durchdringt alles, einschließlich der Materie. Wir sehen den Tod in der Materie, weil wir heute in der Art denken, die im Vorleben ausgebildet wurde. Jeder, der heute über die Materie nachdenkt, macht das mit seinem Verstand, der im vorherigen Leben entwickelt ist. Er ist nicht lebendig, sondern er ist nur ein Schatten. Mit diesem Schatten, der ein toter Geist ist, wird auf die Materie geschaut, die lebendig ist, aber als tot gesehen wird. Der Mensch lebt heute überhaupt nicht mit seinem Denken auf der Erde. Normalerweise sagt man über die Materialisten, dass sie mit beiden Beinen im Leben stehen und sie werden als nüchtern denkend bestimmt, aber sie sind überhaupt nicht auf der Erde. Der Mensch ist heute nur geistig, aber nicht irdisch. Das Denken ist das Produkt der Denkkräfte aus der geistigen Welt, die reiner Geist sind. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Geist und den Denkkräften des Kosmos. Unser Denken ist zwar ein Schattendenken, aber es ist der Schatten von etwas, was Geist darstellt. Selbst das abstrakte Denken ist geistige Substanz, aber sie ist toter Geist. Wenn man nur diesen toten Geist hat, kann man nicht fest im Leben stehen, die Aufgaben des Erdenlebens begreifen und lebendiges Denken ausbilden. Das kann man nur in einem irdischen Leib in der von den Elohim geschaffenen Naturwelt tun. Nur wenn der Mensch wahrhaftig irdisch wird, kann er auch wahrhaftig spirituell werden. Der Materialist ist überhaupt nicht irdisch, denn er hat nur den abstrakten, toten Geist, den sein Denken darstellt. Er ist nicht auf der Erde, er weiß nicht, warum er hier unten inkarniert ist und wir können nicht sagen, dass er ein irdischer Mensch ist. Das ist zwar paradox, aber man wird Materialist, weil man zu geistig ist und nicht weil einem Geistigkeit fehlt.
Seit dem vierten Jahrhundert n.Chr., als die Übertragung der Kontrolle über die Denkkräfte von den Elohim an die Archai ging, begann der Mensch mit der Illusion zu leben, dass er selbständige Gedanken hat, aber das war noch nicht der Fall. Die wahre selbständige Bildung von Gedanken begann im 15. Jahrhundert, als die Kosmische Intelligenz zu unserem Eigentum wurde. Allerdings hat Ahriman diese Intelligenz geraubt und als das Zeitalter Michaels aufdämmerte, empfingen wir es mit diesem Schattendenken. Unser Ich ist ebenfalls nur der Schatten unseres wahren Ich, d.h. der Mensch ist völlig sinnentleert und ist ein Nichts. Wie soll sich dieses Nichts zum Geist hinwenden? Wir können nicht mit der Hilfe des exoterischen Christentums rechnen. Der Protestantismus, der sich seit nunmehr sechs Jahrhunderten entwickelt, verlor mit der Zeit nicht nur Christus, sondern auch Jesus. Ich ging lange Zeit zu einer evangelischen Kirche und habe mit vielen protestantischen Theologen gesprochen, deshalb weiß ich sehr wohl, wie materialisiert ihre Theologie ist. Wenn ich zu ihnen vom Standpunkt der Geisteswissenschaft spreche, schüttelt es sie und sie haben den Wunsch mich umzubringen und davor haben sie mich aufgerufen, mich bei ihnen frei zu fühlen und frei zu sprechen. Wenn man ihnen den Teppich unter die Füße zieht und ihre geistige Armut entlarvt, kann man sie nicht wiedererkennen.

Der Katholizismus wurde ebenfalls völlig materialisiert und der jesuitische Geist setzte sich dort im Jahre 1870 durch das Unfehlbarkeitsdogma endgültig durch – 1000 Jahre nach dem achten ökumenischen Konzil. Die widerstandslose Unterordnung unter die Autorität, was das Wesen des jesuitischen Geistes ausmacht, ist dem Geist der Anthroposophie genau entgegengesetzt, die uns lehrt, keinen Autoritäten zu vertrauen, außer dem Christus. Im Katholizismus wurde jede Möglichkeit der Zurücklegung eines persönlichen Weges zum Geist eliminiert. Die Kirche vernichtete den menschlichen Weg zum persönlichen Erleben des Geistes, und das ist das größtmögliche Verbrechen, was ein gigantisches Karma mit sich zieht.

Was die Orthodoxie betrifft, so ertrank sie in Dogmen und Kanone, sie blieb im siebten ökumenischen Konzil von 787 und erst jetzt, 1229 Jahre danach wurde ein achtes Konzil ausgerufen. Die Orthodoxie verblieb im Schatten des hebräischen Gemüts und hat eine instinktive Angst vor der Zahl acht. Die Sieben gilt als eine heilige Zahl, aber die Zahl acht verzeichnet eine neue, unbekannte Oktave. Bekanntlich soll auch der Antichrist um diese Zeit erscheinen, was zusätzliche Verwirrung in ihre Seelen hineinbringt. Immerhin kam es nach 60 Jahren der Vorbereitung und geheimen Diplomatie zwischen den Vertretern der örtlichen Kirchen zu diesem Konzil. Es wird kein ökumenisches sein, da die heute getrennten Kirchen zum letzten Mal beim achten ökumenischen Konzil zusammen waren, das 869 in Konstantinopel stattfand. Die orthodoxe Kirche erkennt es nicht an und zählt es nicht. Nach 869 und der nachfolgenden Spaltung und Entstehung vieler Kirchen ist es unmöglich, dass ein ökumenisches Konzil stattfindet, deshalb haben sie sich lange überlegt, wie das Konzil von Kreta heißen soll. Zuerst sollte es allorthodox sein, aber da unsere Kirche, die unter dem starken Einfluss der russischen Kirche steht, auf die Teilnahme verzichtete und drei weitere Kirchen absagten, konnte es auch kein allorthodoxes Konzil sein. In Konstantinopel wurde seinerzeit das zweite Rom errichtet. Sie kennen vielleicht die Ansprüche Moskaus, das dritte Rom zu sein. Es gibt Konkurrenz zum sog. ökumenischen Patriarchen Bartholomaos, dem Patriarchen von Konstantinopel und der ganzen Orthodoxie. An der Oberfläche sind dieser Machtkampf und der Kampf um Einflusssphären sehr gut sichtbar. Bei der Vorbereitung des Konzils gab es das Einverständnis zur Teilnahme aller orthodoxen Kirchen und es wurden Hunderte von Vorschlägen zur Tagesordnung gemacht, die später auf ca. zehn Punkte reduziert wurden. Manche umstrittenen Punkte wurden abgelehnt, etwa das Dyptichon, in dem während der Liturgie die Kirchen nach der Zeit ihrer Entstehung aufgezählt werden. Paradoxerweise wird das bulgarische Patriarchat als Letztes erwähnt. Aber der Brief des Paulus an die Philipper wendet sich nicht an die Bewohner des kleinen Städtchens Philippi im heutigen Griechenland, sondern an die Bürger von Philippopolis, des heutigen Plovdiv. In Philippi hat es nie einen Fluss gegeben, geschweige denn einen schiffbaren Fluss, auf dem Paulus in fünf Tagen nach Troja zurückgekehrt sein konnte. Dort, am Maritza wurde die erste Christin in Europa bekehrt – Lydia. Die Widersprüche zwischen dem Brief und seiner offiziellen Deutung sind mannigfaltig und offenbar, aber sie wurden von der römisch-katholischen und griechisch- orthodoxen Kirche durchgesetzt. Es ist merkwürdig, warum die bulgarischen Theologen nicht versuchen, diese Frage mehr zu beleuchten. Ich weiß, dass Steiner absichtlich nicht über die Bulgaren gesprochen hat, damit er die Aufmerksamkeit nicht auf den Bodhisattva zieht, der in der gleichen Zeit seine Mission in Bulgarien erfüllte, aber er. hat sich geirrt, als er sagte, dass Paulus, der auch diesseits der Rhodopen kam, im Gebiet der Oliven war, es sei denn in jenen Zeiten wurden Oliven in unseren Gebieten geerntet.

Ursprünglich war als Durchführungsort für das Konzil die Irenenkirche im Hof des Topkapi-Palastes in Istanbul bestimmt, wo in verschiedenen Perioden der Sitz des Patriarchats von Konstantinopel war. Diese Kirche wurde im vierten Jahrhundert am Ort errichtet, wo einst ein Aphrodita-Tempel stand. Es soll die erste von Konstantin erbaute Kirche sein. Sie hat auch niemals als Moschee gedient, aber sie trägt noch die Spuren der Ikonenbekämpfung, im Inneren gibt es keine Reste von Wandmalereien, sondern lediglich ein großes Kreuz über dem Altar. Unser Patriarch Neophyt war Anfang des Jahres beim Treffen der Kirchenführer der örtlichen Orthodoxen Kirchen im Zentrum des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel in Chambesy am Genfer See, wo angeblich Einverständnis bezüglich des Ortes und der Tagesordnung des Konzils erreicht wurde.

Wegen der Krise in den russisch-türkischen Beziehungen wurde als neuer Durchführungsort die Insel Kreta bestimmt. Am 01.06.2016, zwei Wochen vor Beginn des Konzils, verkündete unser Heiliger Synod ihren Beschluss über die Forderung nach Vertagung des Konzils bzw. über ihren Verzicht auf Teilnahme, wenn das Konzil doch stattfinden sollte. Es folgte der Verzicht auf Teilnahme der georgischen, russischen und der orthodoxen Kirche von Antiochien. Auf diese Weise konnte das Konzil nicht panorthodox werden. Seine Beschlüsse werden noch veröffentlicht und dann werden wir sie lesen können. Es sollten Fragen wie das Wesen der Orthodoxie, ihr Platz unter den anderen christlichen Kirchen und ihre Einstellung zu ihnen erörtert werden. Die Einstellung zu den anderen Christen auf der Welt ist etwas sehr Wichtiges, was auf dem siebten ökumenischen Konzil nicht formuliert werden konnte, da damals die Spaltung vollzogen wurde. Die endgültige Bezeichnung des Konzils auf Kreta lautet „Heiliges und Großes Konzil der Orthodoxen Kirchen“, obwohl das Konzil weder heilig noch groß ist. Ich rechne damit, dass eine Einstellung bezogen wird zur ökumenischen Bewegung, d.h. wie das Einverständnis mit den anderen Brüdern in Christo zu suchen ist, denn unsere Kirche ist nicht Mitglied im Weltkirchenrat in Genf. Das liegt an dem Einfluss der russischen Kirche, die uns nach eigenem Gutdünken benutzt. Auf dem achten ökumenischen Konzil bestand der Kampf zwischen Rom und Konstantinopel darum, wer die Bulgaren auf seine Seite zieht. Damals standen wir im Grund der Trennungslinie, die zur Nichtanerkennung dieses Konzils durch die Orthodoxie führte, obwohl wir uns damals für das Patriarchat von Konstantinopel entschieden. Beim letzten Konzil auf Kreta waren die Bulgaren wieder die Ersten, die ihre Teilnahme absagten. Als Vorbereitung auf die Absage hat der Heilige Synod am 21.04.2016 einen Beschluss verfasst, in dem es heißt: „Außer der Heiligen Orthodoxen Kirche existieren keine anderen Kirchen, sondern einzig Häresien und Schismen; Letztere „Kirchen“ zu nennen, ist in theologischer, dogmatischer und kanonischer Hinsicht völlig falsch“. Die Vorbereitung des Konzils war begleitet durch das Bekanntwerden vieler Prophezeiungen von Mönchen aus den Klöstern auf Athos, wobei bei manchen von weitem bemerkbar ist, dass sie von nicht besonders hellen Geistern inspiriert sind. Aber sie reichten, um einem Teil des Klerus den Schrecken einzujagen, dass das ein ökumenisches Konzil sein wird, auf dem die Orthodoxie begraben werden wird. In Bulgarien wurde dies sogar in den Beschluss des Hauptorgans der Kirche eingekleidet. Dieser Beschluss bedeutet, dass alle anderen Christen außerhalb der orthodoxen Kirche Ketzer und Abtrünnige wären und wir nie mit ihnen wie mit Gleichberechtigten sprechen würden. Wie würde dann überhaupt ein Konzil möglich sein bei dieser Auffassung?

Zum Hauptelement zur Spaltung in der orthodoxen Gemeinschaft war eins die bulgarische orthodoxe Kirche geworden. Auf dem achten ökumenischen Konzil waren wieder die Bulgaren die Ursache der Spaltung. Damals stand allerdings Boris I. der Täufer hinter der Entscheidung, in welche Richtung unser Christentum gehen sollte, und er ist der größte Geist im ganzen Slawentum, wie der Elohim des Slawentums einst Beinsa Douno eröffnete. Dort wirkte dieser große Geist mit völlig unterschiedlichen Ideen. Unser Christentum war sogar nach dem achten ökumenischen Konzil ein esoterisches Christentum geblieben und dieses Christentum haben wir dem russischen Volk gegeben. Danach kam allerdings unter Peter I. ein Synod an seine Spitze und es entstand die russische Reichssimonie zwischen der staatlichen und religiösen Macht. Die Devise unter dem russischen Zarismus lautete „Zar – Orthodoxie – Volk“. Damals befand sich das russische Volk auf der Stufe der Empfindungsseele und diese Devise verkörperte die Staatsführung im Land; sie wirkte in ihrer Empfindungsseele und nur einzelne Individuen waren zur Verstandesseele herangereift. Im 20. Jahrhundert begann unter dem Bolschewismus die beschleunigte Entwicklung einer Verstandesseele, die das Gift des Atheismus aufhielt. Die Kommunisten wollten dieses Gift durch das abstrakte Denken in die Empfindungsseele der Russen einführen und damit den Gralsreichtum vergiften, der dort enthalten ist, und auf dem die Zukunft der sechsten Kulturepoche basiert. Nun sind wir aber schon im 21. Jahrhundert. Neulich hörte ich einen russischen Militärangehörigen sagen, dass ihr Zar Putin sei, unter dem die Orthodoxie und das Volk seien. Sie werden sicherlich vom Skandal gehört haben um den Rockerclub „Nachtwölfe“, dessen Motorradfahrer durch eine Reihe europäischer Länder fahren wollten. Sie streben unverhüllt danach, die Sowjetunion in ihren alten Grenzen wieder herzustellen und verbergen nicht ihre Beziehung zu Kreml. Putin erscheint gern in ihrer Anwesenheit. Prokofieff warnte schon in seinem Buch „Die geistigen Quellen Osteuropas und die künftigen Mysterien des Heiligen Gral“ vor dem aufsteigenden russischen Nationalismus, der heute im Aufschwung begriffen ist. Auf diese Weise wird der Weg des russischen Volkes zur Bewusstseinsseele abgeschnitten, es wird durch diese Ideologie auf der Stufe der Verstandesseele aufgehalten. Die Worte des hohen Militärangehörigen zeigen, dass der Absturz zur Empfindungsseele vorbereitet wird. Dies hat mit den Aufgaben des russischen Volkes nicht zu tun und es wirkt sich auch auf die Orthodoxie aus.

Viele Anhänger des esoterischen Christentums ignorieren die Probleme der Orthodoxie, sie halten sie für zweitrangig und denken, dass sie sie nicht betreffen. Ich habe vor langer Zeit prophezeit, dass bei der Erscheinung des Antichristen die Anhänger des exoterischen Christentums ihm folgen und in seiner Person die zweite Wiederkunft Christi sehen werden. Deshalb richtete ich am Anfang der Vorlesung ein solches Gebet an Gott, damit es eine Erlösung gibt! Die Orthodoxie ist die Religion vieler Millionen Menschen und ihr Zerfall würde niemandem Nutzen bringen. Wenn die inhaltslosen Menschen auch sie verlieren, würden sie noch leerer sein! Es ist immer eine große Tragödie, wenn jemand seines Glaubens beraubt wird, egal ob dieser Glaube zu einer abstrakten Hülse geworden ist. Den Sinn des Lebens verlieren kann manche zum Selbstmord treiben. Das Leben ist sinnvoll, nur wenn man den Weg der Herstellung einer persönlichen Beziehung zur geistigen Welt antritt. Das äußere Christentum ist eine Art Ersatz dieser Beziehung, obwohl es im Wesentlichen dem Menschen eine solche Beziehung nicht ermöglicht. Der Leib Ahrimans, der während der Sonnenfinsternis am 11.08.1999 geboren wurde, ist bereits 16 Jahre alt und die Vorbereitung für seinen Auftritt ist in vollem Gange. Er will, dass es eine Spaltung gibt, und er ist immer dort, wo eine solche Spaltung existiert. Unvermeidlich ist er auch an der Zwietracht unter den Orthodoxen beteiligt. Der Hass des ökumenischen Patriarchen gegen die Bulgaren und die bulgarische Kirche wird anwachsen, obwohl letztes Jahr der Regierung und der Kirche nahestehende Bulgaren eine Büste von Bartholomaos zu Lebzeiten vor der Theologischen Schule im Dreifaltigkeitskloster zu Chalki in der Türkei enthüllten. Die Konfrontation mit dem russischen Patriarchat wird ebenfalls anwachsen. Die Zwietracht unter den orthodoxen Kirchen wird sich vertiefen und das wird logische Folgen mit sich ziehen. Das ist ein großes Drama für die ganze orthodoxe Welt. Hier wird die Einmischung der abnormen Elohim und der Widersachergeister aus dem ganzen Spektrum sichtbar. Das heutige Gesicht der Orthodoxie ist die Verkörperung der dunklen Geister, der Schatten der Vergangenheit und der drei Hüllen, in denen das Christentum entstanden ist. Die bulgarische Kirche ist in dieser Situation besonders schutzlos. Im Unterschied zur Zeit des achten ökumenischen Konzils, als der größte Geist des Slawentums Boris der Täufer der Führer war, steht nun an der Spitze der Kirche ein Patriarch, der vor drei Jahren, als er nur der Metropolit von Rousse war, noch wunderbar singen konnte und heute geradezu gebrechlich ist. Er ist nicht fähig, mit dem Schlangennest im hohen Klerus und dem Druck der russischen, freimaurerischen und anderer fremder Interessen fertig zu werden, deshalb zermürbt ihn das Karma. Und das wiederum bahnt den Weg zum Patriarchenamt vor dem Plovdiver Metrpoliten Nikolaj, was der wahrgewordene Alptraum der bulgarischen Orthodoxie bedeuten würde.
Das Konzil auf Kreta verlief bei völligem Desinteresse der bulgarischen und internationalen Öffentlichkeit. Wenige Menschen zeigen tiefes Interesse daran und versuchen, in seinen geistigen Inhalt einzudringen. Wenn ein Voll materialistisch denkt – und viele der orthodoxen Völker erlebten den obersten Materialismus, den Kommunismus -, beeinflusst das den Volkserzengel und führt ihm materialistische Impulse zu. Wenn das Volk geistige Impulse aussendet, bereichert das den Erzengel mit freien spirituellen Erfahrungen, die auf dem Erdenplan erreicht werden. Wir üben folglich einen großen Einfluss auf die Erzengel aus. In der geistigen Welt stehen die Erzengel in Harmonie um Christus und führen die Völker je nach deren Karma und den Zielen des Zyklus des Sohnes. Aber von unten werden sie durch verschiedene Impulse bereichert. Diese Impulse werden von den Volkserzengeln auf den Urengel der fünften Kulturepoche übertragen. Er muss im michaelischen Zeitalter Beziehungen zu freien Menschen haben, die ihm reine geistige Gedanken und Imaginationen anbieten. Stattdessen kommt ihm ein trüber Strom aus den orthodoxen Völkern entgegen, die vom Kommunismus befallen sind. Der Strom der westlichen Menschen, die als Christen gelten, ist auch trüb, aber mit einer anderen Nuance des Materialismus. Wie soll er und wie sollen die Erzengel bei solchen emporschießenden Strömen vereinigend auf die Menschen wirken, einschließlich auf die orthodoxen Geistlichen?! Beinsa Douno sagte einst: „Eure Haare werden grau, bis ihr begriffen habt, dass alles einem guten Zweck dient“. Was ist das Positive an dieser Zwietracht? Die orthodoxen Christen müssen aktiv werden und begreifen, dass ihre geistigen Hirten in den sieben Todsünden verharren. Sie müssen allein die Antwort auf die Fragen suchen, warum sie existieren, worum sie kämpfen, warum sie sich den Dogmen unterordnen, die in einer völlig anderen Zeit auferlegt worden sind und wie sie sich zu den anderen Christen verhalten sollen. Für Ahriman gibt es nichts Besseres als den anderen zum Ketzer zu erklären und so jede Möglichkeit zum Einverständnis mit ihm zu beseitigen.
Was zeigte das andere bedeutende Ereignis dieser Tage – das Referendum über die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union? Die Europäische Union ist eine ahrimanische staatlich-rechtliche und ökonomische Bildung, sie ist keine geistige Bildung, obwohl bestimmte gemeinsame europäische Werte proklamiert werden, die angeblich christlich sind. Aber in Brüssel scheut man die Verkündung christlicher Werte wie der Teufel das Weihwasser. Erst jetzt beginnt man, sich auf die christliche Grundlage dieser Union zu besinnen. England ist wie ein Fremdkörper in dieser Union, da es zur anglophonen Welt gehört, in der die okkulten Logen die englische Sprache als Weltsprache durchsetzen wollen. Zum größten Teil haben sie dabei Erfolg. Das ist die Sprache Ahrimans und des Materialismus, die zu großen Schäden für das lebendige Denken des Menschen führt. Großbritannien hat die Erinnerung an seinen Ruhm als Weltmacht aufbewahrt, als es über ein Viertel des Festlandes der Erdkugel herrschte. Nun schauen sie eher auf ihre Kreation USA als Quelle äußerer Macht und nicht auf Europa. Sie sind der Vorposten Ahrimans für seinen Angriff auf Europa. Es ist positiv, dass sie sich von Europa trennen werden, aber es steht ihnen umfangreiche Arbeit an der Regelung der staatlich-rechtlichen Beziehungen zu den restlichen Ländern der EU. Das zweite positive Element ist, dass bereits Stimmen erhoben werden, die eine Erneuerung der Union verlangen. Diese Union verfügt über eine gigantische Bürokratiemaschine, die aus 45000 Mitarbeitern mit Riesengehältern besteht, für die der einzelne Mensch ein Nichts ist. Diese Bürokraten stellen Direktiven aus, die nicht mal im Kommunismus bekannt waren! Die EU verwandelt sich in eine totalitäre Organisation ohne Beispiel in der Gegenwart. Sie hat mit der Mission Europas und der europäischen Völkern nichts zu tun. Es sind totale Reformen notwendig, aber das kann nicht unter der jetzigen Leitung in Brüssel geschehen. Es wurden sofort Stimmen vernommen, das in weiteren europäischen Ländern solche Referenden durchzuführen sind. Ich bin der Meinung, dass solche Referenden, soweit sie überhaupt stattfinden, nicht das englische Ergebnis haben werden. Nach der Euphorie wachten auch die Britten am nächsten Tag gespalten auf und wunderten sich, woher das kam. England ist ein Land der Traditionen, in denen die abnormen Elohim wirken, deshalb hat sich der Wunsch nach Trennung von der EU durchgesetzt. Aber das hat sofort Zerfallsprozesse in Großbritannien selbst ausgelöst, da Schottland und Nordirland in der EU bleiben wollen. Es ist erstrebenswert, wenn sich solche Prozesse in diesem ehemaligen Imperium mit seinen absurden königlichen Personen vertiefen. Das englische Volk hat gigantisches Karma aus seiner Kolonialzeit aufgehäuft und das wäre für sie selbst gesund.
Vor den europäischen Bürgern wird immer aufdringlicher die Frage nach dem Sinn ihrer Existenz auftauchen, die Frage nach dem Christentum als Grundlage der europäischen Zivilisation. Es wird das Bedürfnis entstehen, die Ziele der Union auf christlicher Grundlage neu zu formulieren. Nur so kann es ein Leben in der Union geben, denn die Europäer stehen vor immensen Herausforderungen, die gemeinsam überwunden werden müssen. Es ist notwendig, dass die Menschen Verständnis und Imaginationen zu den Archai ausstrahlen, die sie dann in lebendige Realität verwandeln und uns die Antwort auf die Fragen geben werden, was geschieht und wie wir darauf reagieren sollen. Sie werden auch mit den Herausforderungen auf der Erde fertig werden. Die Beziehung zu den Archai ist von außerordentlicher Bedeutung! Wir müssen sie in rechtmäßiger Art in unser Bewusstsein hereinlassen, eine Beziehung zu ihnen aufbauen, uns die richtigen Fragen stellen. Die wichtigste Frage lautet, wie wir die Erde in einen moralischen Kosmos der Freiheit und Liebe umwandeln können. Dann werden uns die Archai die Lösungen der Aufgaben des Erdenplans geben, unter anderem die Meisterung des Problems der massenhaften Migration und der Flüchtlingswelle. Sie werden die Lösungen der großen Probleme liefern. Wie wird das geschehen? Durch das Netz der Liebe, das wir am Anfang besprochen haben. Die Impulse werden von den rechtmäßigen Elohim kommen als die Führer der großen Gemeinschaften, und zwar über die Archai, die die Persönlichkeiten auf die Bühne stellen, welche die Menschheit vorwärts treiben und das Denken bilden, über die Erzengel, die durch diese Persönlichkeiten ihre Völker in die richtige Richtung führen werden und schließlich über die Engel als die unmittelbaren Führer der Persönlichkeiten. Diese Menschen werden ein Teil des erhabenen Netzes der Liebe werden und es werden die notwendigen Prozesse in Gang gesetzt werden.
Der Austritt Großbritanniens aus der EU wird – wenn er denn zustande kommt -, ein positives Ereignis sein, da er den fähigen Teil der europäischen Bevölkerung aktivieren wird, die richtigen Fragen zu stellen. Das, was in der Orthodoxie geschieht, ist auch positiv, da es auch einen Teil der Christen aktivieren und zum richtigen Verständnis führen wird. Im Zeitalter Michaels läuft alles auf die freie Wahl hinaus. Ich sage, dass nur der Heilige Impuls, die Synthese der beiden christliche Hauptimpulse des 20. Jahrhunderts ein Ich-Impuls mit höchstem moralischem Wert ist. Wenn heute überhaupt etwas existieren kann, was in höchstem Maße moralisch ist und transformierende Zukunftskraft besitzt, dann ist das die Einführung der beiden Impulse in das menschliche Ich ohne die Bevorzugung eines der beiden Impulse. Dann wird Christus die große Alchimie machen, denn der Christus-Impuls lebt nach Pfingsten in uns. Dann wird eine tatsächliche Beziehung zum wahren Ich erreicht, das uns die Elohim gaben. Dann kann der Mensch durch seine Gedankenformen Schöpfer sein. Das Moralischste, das heute existieren kann, ist die Synthese der beiden Impulse. Das ist der Akt, der dem Christus-Impuls das Leben verleiht, der ein Ich-Impuls ist und für unser Ich kam. Das ist der Heilige Impuls, auf den die Anthroposophen gewartet haben, aber sie sind blind dafür. Er kommt aus Bulgarien, da er nirgendwo anders hätte herkommen können. Der Impuls ist eine Tatsache und er wirkt. Früher habe ich zu meinen Nächsten gesagt, dass dieser Impuls international bekannt sein wird. Es ist eine Person aufgetaucht, die ich nie im Leben gesehen habe, aber die mit Enthusiasmus dabei ist, meine Vorlesungen und mein Buch ins Deutsche zu übersetzen. Nun ist dieses Buch in Bulgarien völlig bedeutungslos, aber es wird künftig im Ausland gelesen werden, da Interesse am Beginn dieses Impulses bestehen wird. Dieses Buch beschreibt gerade, wie der ganze Prozess begann, nicht die Person Mangurov, sondern wie all das geschah. Es werden unvermeidlich Fragen auftauchen, wer diese Person ist, von der aus der Impuls kam. Nun sieht mich jeder durch ein Prisma und sucht Mängel an mir. Das ist wie durch ein Netz schauen, also kein wirkliches Schauen. Wenn jemand in den Westen geht und sieht, wie sauber und ordentlich alles ist, dann sieht er nur die Oberfläche, er sieht die Dinge nicht wirklich. So schaut man auch auf mich, aber mit dem entgegengesetzten Zeichen. Früher haben die Kirchenleute auf Beinsa Douno geschaut und ihn mit Bannfluch belegt und verleugnet. Die Menschen haben auch Christus nicht wieder erkannt und haben Ihn gekreuzigt, was würden sie dann wohl mit mir machen? Das erwartet immer denjenigen, der mächtige christliche Impulse ausstrahlt. Deshalb bin ich allen dankbar, die in den Jahren sich mir in den Weg gestellt haben, denn das hat mich immer gestärkt. Aber ich werde ihnen sagen, dass ich immer vorher von der geistigen Welt gewarnt worden bin, damit ich in der geeigneten Art reagieren kann, denn davon hängt das weitere Schicksal des Impulses ab. Doch die Gegner laden persönliches Karma auf sich. Judas lud das größtmögliche Karma auf sich, doch ohne ihn hätte es kein Christentum und keine Erlösung gegeben. Sollen wir ihm dankbar sein? Gewissermaßen ja. Das größte Wohl wird dort geboren, wo das größte Übel ist. Ich möchte mich also im Voraus bei allen bedanken, die „ihre Axt schärfen“, um mich anzugreifen, denn so wächst auch das Gute in mir und ich werde es wirken lassen. Ohne Hürden kann sich auch der Impuls nicht entwickeln. In diesem Sinne: Danke, liebe Feinde, ich liebe euch!

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Ein Gedanke zu „Der Niedergang des exoterischen Christentums

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