Das Drama Europas – Teil 1

Vorlesung vom 26.03.2017

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vom Autor nicht durchgesehene Textfassung der Videodatei
Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir bitten Dich, Europa zu beschützen, damit die europäischen Völker ihre Missionen erfüllen können in Deinem Namen. Amen!
Ich heiße Sie alle willkommen und vor allem diejenigen, die zum ersten Mal hier sind. Wir haben auch Besucher von auswärts, denen wir danken wollen, dass sie sich auf den weiten Weg hierher gemacht haben, um bei diesem Vortrag dabei zu sein. Wir werden versuchen, dieses äußerst wichtige Thema am heutigen Tag, dem Tag der Parlamentswahlen für das bulgarische Volk, sehr eingehend zu beleuchten, um zu verstehen, was wirklich heute auf der Erde passiert. Das, was passiert, ist von solchem Ausmaß, dass das Schicksal der Menschheit heutzutage am seidenen Faden hängt. Zu unserem Thema „das Drama Europas“ müssen wir ein gigantisches Bild entfalten, um in der angemessenen Art an das Drama heranzukommen, in das Europa und seine Völker hineingezogen worden sind.

Aus den alten Zeiten, die dem menschlichen Bewusstsein zugänglich sind, wurde bis in unsere Tage hinein eine Sage überliefert – die Sage von der entführten Europa. Diese Sage können wir in einigen Sätzen wiedergeben, falls jemand sie vergessen hat. Die schöne phönizische Prinzessin Europa wurde von Zeus entführt, der in einen Stier verwandelt war. Mit Europa auf seinem Rücken schwamm Zeus über das Meer auf die Insel Kreta hinüber. Dort wurden aus der Liebe zwischen Zeus und Europa drei Söhne geboren – Minos, Rhadamanthys und Sarpedon. Der Sage nach war Europa eine phönizische Prinzessin, deren Vater Agenor der Führer bzw. der Priesterkönig der Phönizier war.

Der große bulgarische Sprachwissenschaftler Vladimir Georgiev hat ca. 700 altthrakische Wörter entschlüsselt, auch die Professoren Alexander Fol, Ivan Duridanov, Ivan Marazov haben dazu einen großen Beitrag geleistet. Pavel Serafimov mit dem Pseudonym Sparotok, den ich außerordentlich hoch achte, hat die überlieferten altthrakischen Wörter übersetzt – es war kein Problem, sie ins Bulgarische zu übersetzen, so wie es kein Problem war, die Namen Athen, Sparta usw. zu übersetzen, die im Bulgarischen eine Bedeutung haben, jedoch nicht im Altgriechischen, wo diese Lautkombinationen nichts bedeuten. Wir wissen sehr wohl, dass in jenen Zeiten alle Namen in den Mysterienstätten gegeben wurden und nichts Zufälliges waren, wie es heute der Fall ist, wenn man seinem Kind einen Namen gibt. Damals ging allem Handeln der entsprechende Gedanke zum Durchsetzen des Göttlichen Willens voran. Agenor bedeutete etwa „starker Führer, Feldherr der Männer“ (vgl. http://sparotok.blogspot.de/2013/03/blog-post_8.html). Minos lässt sich auf Sanskrit manati ‚denken’ zurückführen und ist mit dem altbulgarischen Verb мьнети- ‚denken’ verwandt.

Bei Rhadamanthys bedeutet der erste Teil Rada ‚Freude’, auf Sanskrit ‚Erfolg, Wohlstand, Freude’ und auf Altbulgarisch радъ ‚Freude’. Die Partikel mant- drückt im Sanskrit den Besitz aus, was dem altbulgarischen Verb имати, nasalisiert иманти ‚haben’ entspricht. Der zusammengesetzte Name Rhadamanthys bedeutet demnach ‚Freude haben’.

Sarpedon war ein Schutzname mit der Bedeutung „verwachsener Mensch“ und wird im Sanskrit von sarpa ‚Schlange’ (etwas, was sich schlängelt) und im Bulgarischen сърп ‚Sichel’ vertreten.

Nach den linguistischen Erklärungen sollte der Okkultismus einsetzen, der uns diese Sage entschlüsseln kann und uns verraten wird, was hinter diesen Namen steckt. Dieser Mythos stellt bildhaft den Übergang von der zweiten zur dritten Kulturepoche dar. Wir können ihn auch in Europas Traum sehen, den sie in der Nacht vor ihrer Entführung hatte. Dieser Übergang erfolgt von den Zwillingen (2. Kulturepoche) zum Stier (3. Kulturepoche). Wie wir wissen, hat sich die dritte Kulturepoche zunächst als die erste kretisch-mykenische Kultur entwickelt. Nicht von ungefähr schwamm Zeus in der Gestalt eines Stiers zuerst auf die Insel Kreta, damit sich dort die erste – bulgarische – Kultur entfalten konnte. Das geschah, nachdem sich der vierte Bodhisattva, der im Rilagebirge lehrte, 3500 Jahre v.Chr. in den Buddharang erhoben hatte. Folglich entstand die Europa-Sage wohl ca. 3000 Jahre vor Christi, als es natürlich noch überhaupt keine Hellenen gab und die Phönizier auf dem Scheideweg standen.

Wenn wir von der sichtbaren menschlichen Geschichte sprechen, müssen wir gerade die Zeit nach dem vierten Bodhisattva, der sich im Rilagebirge zur Buddhastufe erhoben hatte, ins Auge fassen. Danach begannen die Thraker, also die Bulgaren, von der Balkanhalbinsel aus mit ihren Kulturinvasionen zur Gründung des sumerischen, babylonischen, ägyptischen Reiches, der kretisch-mykenischen Kultur usw. Wenn davon die Rede ist, dass die Prinzessin Europa eine Phönizierin war, müssen wir bedenken, dass der Name Europa im Bulgarischen ‚die Schöne; Frau mit schönen Formen’ bedeutet. Der Name des Kontinentes Europa ist die ursprüngliche Bezeichnung eines europäischen Teilgebiets südlich des Balkangebirges zwischen dem Schwarzen Meer bis zum Thrakischen (Ägäischen) Meer, also Thrakien und Ägäis-Thrakien bis Konstantinopel, welche Stadt damals nicht existierte.

Wenn wir die Sage von allen Seiten betrachten, können wir sehen, dass sie eine bulgarische Sage mit bulgarischen Bezeichnungen ist. Der Vater Europas Agenor, „der starke Mann“ ist zweifellos das Ich – der Führer des Menschen. Minos symbolisiert das Denken – in der dritten Kulturepoche begann man nach und nach, in den Mysterien das Denken zu kultivieren – die ägyptischen Mysterien, alle Mysterienarten am Mittelmeer und am Ägäischen Meer – all das sind bulgarische Mysterien. In den großen Mysterien haben die Eingeweihten den Willen der Götter empfangen und ihn in der Form von Kulten, Mythen und Legenden den Menschen draußen weitergegeben, damit sie ihn als kleine Mysterien erleben konnten. Auf diese Weise bereitete sich Europa auf die Ankunft des Christentums vor. Dieses Mysterium ist zweifelsohne bulgarisch und nicht zufällig symbolisiert es den Übergang zum Denken (Minas), das uns „große Freude“ (Rhadamanthys) bringt, aber auch verzerrt werden kann (Sarpegon). Das geschah in der kretisch-mykenischen Kultur, als im Labyrinth, das tatsächlich existiert hat, das Denken verzerrt wurde – dort lebte das Ungeheuer Minotauros. In diesem für Europa grundlegenden Mythos wird folglich der Übergang von der zweiten zur dritten Kulturepoche und von der dritten zur vierten Kulturepoche dargestellt. Diese Verzerrung des Denkens, d.h. der Verlust der Beziehung zur geistigen Welt, kam in der vierten Kulturepoche mit dem Übergang zum reflektierenden Denken der griechisch-römischen Zeit zustande. Das musste auf der Semele (‚Erde’) verwirklicht werden. Die thrakische Göttin Semele ist die Tochter des Königs Kadmos, der ein Bruder Europas war, und die Mutter des Dionysos.

Wir betrachten diesen Mythos auch auf okkulte Weise, um die Anwesenheit der Bulgaren in ihm zu sehen. Die Bulgaren hatten die Apollinischen und Dionysischen Mysterien erlebt, bevor Christus kam. Die Gegenüberstellung, die zwischen diesen Mysterien bestand, kam von der Konfrontation Kains und Abels. Die Fortsetzung dieser Sage können wir bei der Ankunft der beiden Apostel Paulus und Andreas unter die Bulgaren sehen. Sie kamen unter Menschen, die die Vorbereitung auf das Christentum erlebt hatten. Deshalb überquerte Paulus von Neapolis, der heutigen Stadt Kavala, die Rhodopen und erreichte den Maritza-Fluss, wo er die erste Christin Europas einweihte – Lydia. Er machte das in einem Volk, in dem es das notwendige Fundament gab.

Nun aber steht Europa vor einer neuen Wahl. Gegenwärtig können wir feststellen, dass die Gefahr der erneuten Entführung Europas droht. In den alten Zeiten kam alles, was in Mythen ausgedrückt wurde, von den großen Mysterien und war mit den die Evolution antreibenden Göttern abgestimmt. Nun wird die Entführung Europas in ganz anderen Zentren geplant und diese soll in einer außerordentlich barbarischen Art verwirklicht werden. Die Menschheit hatte sich 10000 Jahre lang in einer Spirale entwickelt, die aus der Richtung Altindiens herkam und sich im Mitteleuropa einmal drehte. Jetzt soll der Sprung zu einer anderen Spirale gemacht werden, die sich als das Symbol des Tierkreiszeichens Krebs entfalten und weiter zur sechsten und siebten Kulturepoche führen soll. Diesen Sprung suchen bestimmte dunkle Mächte abzuwenden, damit die Menschheit in eine völlig andere Richtung ihre Entwicklung fortsetzt.

Welche sind diese Kräfte? – Die Kräfte haben natürlich immer einen übersinnlichen Charakter. Wir wissen, dass der Urmensch Adam im Paradies die Form eines aufrecht stehenden Pentagramms hatte. Steiner hat wenig über das Pentagramm vorgetragen, etwa in GA 266-1. Doch wir wissen, dass der Ätherstrom im Menschen vom Kopf zum rechten Fuß fließt, danach zur linken und rechten Hand, zum linken Fuß, so dass sich dann der Kreis schließt. Auf diese Weise wird der Mensch vom Äther mit Leben aufgeladen.

Damit die Zuhörer aus der „Weißen Bruderschaft“ nicht verwirrt werden, muss ich erwähnen, dass man beim Pentagramm, das Beinsa Douno gab, unten beginnen soll. Sein Pentagramm veranschaulicht nämlich den Weg des Schülers, der von unten nach oben aufsteigend den Weg zurücklegen muss, um danach in das Zentrum des Pentagramms einzutreten und zum Lehrer der Menschheit zu werden. Im Unterschied dazu besprechen wir hier das Pentagramm, das in jedem Menschen von Anfang an existiert und ihn mit Lebenskräften aus der ätherischen Welt speist. Dieses Pentagramm bringt die Zirkulation des Ätherleibes in uns zum Ausdruck. In der geistigen Erde des Paradieses war das ein aufrecht stehendes Pentagramm in einem Kreis – wir können dieses Symbol auch bei Leonardo da Vinci finden. Auf diese Weise war Adam aufgebaut und er durfte vom Baum des Lebens essen – d.h. die Ätherwelt konnte in einer richtigen Art in ihn einfließen.

Zum Zwecke der Individualisierung musste er jedoch auf die Erde hinabsteigen und das Pentagramm drehte sich mit der Spitze nach unten – Adam ging auf die Erde zu. Adam begann, die Früchte vom Baum der Erkenntnis zu essen. Dabei ging nach und nach die richtige Art der Aufladung mit Ätherkräften verloren. Allmählich kam Adam – also jeder von uns – im Laufe des Evolutionsprozesses wieder auf die Beine. Die rechtmäßigen Götter halfen dem Menschen dabei, die Stellung eines aufrecht stehenden Pentagramms einzunehmen. Doch in seelisch-geistiger Hinsicht hat sich die Menschheit bis heute nicht aufgerichtet. Damit wir gesund sind, sollte unter anderem der Ätherstrom in uns richtig fließen. Das ist der Fall, wenn man ein richtig aufgebautes logisches Denken hat, wenn man den Menschen gegenüber wohlwollend ist, wenn man natürlich und nicht gekünstelt wirkt, wenn man eine optimistische innere Einstellung und den Glauben an das Gute hat, statt immer in allem das Schlechte zu sehen. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, dann fließt der Ätherstrom richtig und man kann eine rechtmäßige Beziehung zu den Göttern herstellen. Befindet man sich dagegen im negativen Spektrum, steht das Pentagramm auf dem Kopf und diese Beziehung kann nicht rechtmäßig hergestellt werden. Dann kommen die großen Probleme und auch die Gesundheit wird angegriffen.

Welche Kräfte waren an der Drehung des Pentagramms beteiligt, die auch wollen, dass wir für immer in der Stellung des ewigen Sündenfalls verbleiben – in der Stellung des umgedrehten Pentagramms? Wir wissen, dass es sich dabei um übersinnliche Kräfte geht, die wir sehen können. Wir wollen uns ein Dreieck in der übersinnlichen Welt vorstellen, das mit der Spitze nach unten zeigt, und an dessen drei Spitzen der Vater, der Sohn und der Heilige Geist stehen. Weiter können wir uns als ein Spiegelbild auf der unteren Seite ein zweites Dreieck vorstellen. Dann können wir durch die Hierarchien hindurch die Grenze der sinnlichen Welt streifen, wo die niedrigste Hierarchie der Engel, Erzengel und Archai steht. Dieses Dreieck wird in uns zurückprojiziert als physischer Leib, Ätherleib und Astralleib mit dem Ich als Zentrum. Den drei Leibern entgegen wird ein weiteres Spiegeldreieck projiziert – das Dreieck des Bösen. Wir beginnen also ganz oben mit einem Dreieck des Vaters, Sohnes und des Heiligen Geistes, dann kommt das Dreieck der uns am nächsten stehenden Götterdrei, danach – das Dreieck der drei Leiber und danach das Gegendreieck. Dieses Dreieck ist das Dreieck des Bösen, an dessen Spitzen Luzifer, Ahriman und Asura stehen.

Evropa

Dabei muss man unterscheiden zwischen Luzifer und den luziferischen Wesenheiten, zwischen Ahriman und den ahrimanischen Wesenheiten, zwischen Asura, über dessen Individualität die Geisteswissenschaft schweigt, und den asurischen Wesenheiten, über die Steiner auch wenig gesprochen hat. Zum Schluss kommen wir zu Sorat. Dabei müssen Sie erst mal davon abstrahieren, dass auf unserer Zeichnung unter Sorat „Russland“ steht – später werde ich das erläutern. Wir wollen uns nun auf dieses Dreieck konzentrieren, dessen Spitze nach unten zeigt. In diesem Dreieck befindet sich das Hauptübel, das den Menschen nach unten zieht.

Wie wir wissen, stellt das Symbol des Gral zwei ineinandergeflochtene Dreiecke dar, die ein Hexagramm ergeben. Unser Dreieck hat eine nach oben zeigende Spitze – das männliche Prinzip. Wir müssen uns geistig zu dem von oben kommenden Dreieck der Engel, Erzengel und Archai erheben, welches in der übersinnlichen Welt liegt und uns am nächsten ist. Das kann durch die Transformation unseres Astralleibes, Ätherleibes und physischen Leibes in Manas, Buddhi und Atma geschehen. Deshalb ist dort die Beziehung zwischen der sinnlichen und übersinnlichen Welt, zwischen unseren Leibern und der dritten Götterdrei. Die drei Widersacher aus dem Dreieck des Bösen sind nicht der Gegensatz zu Engeln, Erzengeln und Archai schlechthin, sondern sie sind der Gegensatz der Prinzipien des Vaters, Sohnes und des Heiligen Geistes. All demjenigen, was als ein geistiges Dreieck von oben nach unten herabsteigen soll, was das weibliche Prinzip eigentlich ist, verleihen die Widersachermächte, die der Trinität selbst entgegenstehen, solch gigantische Schwere, das sie den Menschen, der sich von unten nach oben mit seinem Dreieck erheben will, wortwörtlich zermalmen.

Sie unterdrücken die geistigen Kräfte des Menschen, die ihn erheben, und wollen ihn umkippen, so dass er seelisch-geistig für immer „auf dem Kopf“ bleibt.

Welche sind diese Wesenheiten? Meine Meinung bezüglich der Führer der einzelnen Gruppen von Widersachermächten unterscheidet sich von den gängigen Meinungen. Nur unter Vorbehalt will ich meine Aussage machen, da das Geheimnis des Bösen so unermesslich ist, dass es naiv wäre, etwas in einer kategorischen Art zu behaupten – die Frage nach dem Bösen gehört mit zu den schwierigsten Fragen des Seins, die überhaupt existieren können.

Es ist wichtig, Luzifer nicht mit den luziferischen Wesenheiten gleichzusetzen. Er war auf dem alten Saturn ein Engel, von heutigen Standpunkt betrachtet, hat er das Potenzial eines Engels. Luzifer als ein solches Wesen hat das Potenzial eines Engels, doch unter völlig anderen Bedingungen, die sich von den Bedingungen des alten Saturn grundlegend unterscheiden. Hätte er sich richtig entwickelt, so wäre er nun ein Wesen der zweiten Hierarchie geworden – ein Formgeist. Dann hätte er heute zu den Elohim gehört. Er hat sich trotzdem in all dieser Zeit entwickelt. Bedenken Sie – Luzifer hatte damals ein rechtmäßig entwickeltes Ich, er war ein rechtmäßiger Engel. Luzifer hatte also im alten Zyklus des Vaters seine hierarchische Menschenstufe erreicht und war auf dem alten Saturn bereits ein rechtmäßiger Engel. Aber er hatte die Engelskraft eines heutigen Engels. In diesen vier Äonen also hat Luzifer trotz seines „Falls“ so viel Macht angehäuft, dass er zum Geist der Hindernisse werden sollte. Er ist in diesen vier Äonen gewachsen, jedoch mit einem negativen Vorzeichen.

Ahriman war auf dem alten Saturn ein Erzengel – wieder vom heutigen Standpunkt aus gesehen. Folglich wäre er in der ganzen vergangenen Entwicklung bis zum heutigen Zeitpunkt zu einem Geist der Bewegung (Dynamis) geworden.

Der Anführer der Asuras war vom heutigen Standpunkt aus gesehen ein Arche, nun wäre er ein Geist der Weisheit gewesen. Die luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesen, die die heutigen zurückgebliebenen Engel, Erzengel und Archai sind, bleiben in unserem Zyklus zurück und werden als eine Möglichkeit der Ich-Evolution hervorgebracht. Ihre Anführer gehören der zweiten Hierarchie an. Luzifer ist quasi ein heutiger Bruder der Elohim, die damals auf der Engelsstufe waren, doch auch ‚Elohim‘ genannt wurden. Deshalb ist Luzifer ein Feind Jehovas, der zu den Elohim gehört. Die beiden hatten nämlich auf dem alten Saturn den gleichen Rang. Ahriman hatte den gleichen Rang wie die heutigen Dynamis und Asura, der Anführer der asurischen Geister, hatte den gleichen Rang wie die Geister der Weisheit. Sorat hatte den gleichen Rang wie die Throne. Als Steiner über zurückbleibende Wesenheiten der zweiten Hierarchie und sogar der ersten Hierarchie sprach, meinte er diese Anführer. Der Riesenunterschied zwischen dem Zurückbleiben Luzifers, Ahrimans, Asuras und Sorats und dem ihrer „Zöglinge“ – der luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesenheiten der dritten Hierarchie – besteht darin, dass die Anführer verstehen, warum sie zurückbleiben. Sie begreifen, warum sie sich aufopfern – wegen des Übergangs von der All-Einheit als dem Hauptprinzip des alten Zyklus des Vaters zu der Polarität unseres Zyklus. Aufgrund dieser Polarität und der Synthese, die künftig im Auferstehungsleib zustande kommen wird, wird die Entwicklung zum dritten Zyklus des Heiligen Geistes führen. Bisher gibt es keine menschlichen Worte, die diesen zukünftigen Zyklus beschreiben können. Die besagten Anführer haben sich aufgeopfert, damit es eine Polarität gibt. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie, die in unserem Zyklus zurückgeblieben sind, konnten ihre Ich-Evolution nicht meistern: in einem gewissen Sinne ist das ihre eigene Schuld. Sie haben die wahre Vorbestimmung des Zurückbleibens und dessen Weltnotwendigkeit vergessen und sind eine Beziehung zum Bösen eingegangen. Sie treiben die Entwicklung nach unten. In unserem Dreieck müssen wir also an die drei Spitzen die luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesen stellen. Im Zentrum steht Sorat, der das systembildende Faktor des ganzen Bösen übersinnlichen Typs ist, das auf die Menschheit herabstürzt. Es stehen also der rechtmäßigen Entwicklung des Menschen auf seinem Rückweg in die geistige Welt gigantische Wesenheiten entgegen. Wir müssen uns folglich der Tatsachen vollkommen bewusst sein, um uns beim Besprechen des Bösen nicht nur auf die äußeren Formen wie die Politologie beschränken: heutzutage hören wir allerlei Schwachsinnigkeiten von Politologen, Soziologen u.dgl. Wir dürfen auch nicht auf der nächsthöheren Stufe der Konspirologie verbleiben, sondern müssen zum wahren Okkultismus vordringen. Der Okkultismus hat das Wissen über die übersinnlichen Kräfte, die hinter den verschiedenen Geheimlogen und hinter allem stehen, was die Konspirologen besprechen, ohne an diese Geheimnisse heranzukommen. Es gibt also drei Stufen der Betrachtung – die Politologen betreiben die äußerste, die Konspirologen – die mittlere und die dritte Stufe ist die des Okkultismus. Der Okkultismus ist in der Lage, die Probleme des Menschen wahrhaftig zu beleuchten. Der Kampf besteht eigentlich um die Substanz der Uroffenbarung des „väterlichen Weltengrundes“ – um das höhere Ich des Menschen. Der Mensch ist das Maß aller Dinge. Das Weltenall ist wegen des Menschen geschaffen worden und die ganze Konfrontation im Kosmos findet seinetwegen statt.

Was wollen alle zurückgebliebenen Wesenheiten erreichen? – Das Einzige, was sie am Menschen interessiert, ist der Zugang zu der Substanz, die die Elohim ausgestrahlt haben und die jeder von uns als sein höheres Ich individualisieren sollte. Hier gibt es jedoch ein Detail – die luziferischen, ahrimanischen und asurischen Wesenheiten können nur an diese Substanz herankommen, die uns von den Elohim geschenkt worden ist und die wir als unser höheres Ich individualisieren sollen. Sie ist das Produkt des ursprünglichen Opfers der Throne, die die ganze Basissubstanz des Zyklus gegeben haben. Jenes ursprüngliche Feuer ist nämlich die Substanz der einzelnen Iche. In unseren Zyklus hat sich allerdings ein Ich eingemischt, das über allen Zyklen steht – das Ich Christi als das Ich des väterlichen Weltengrundes. Folglich ist sowohl das Ich der Elohim vom Christus-Ich durchdrungen als auch das menschliche höhere Ich als die oben befindliche Substanz. Hier müssen wir etwas äußerst Wichtiges konkretisieren. Diese Wesenheiten, die der zweiten Hierarchie angehören – Luzifer, Ahriman, Asura und derjenige, der zur ersten Hierarchie gehört – Sorat -, haben ihre Ich-Stufe der Evolution im vorherigen Zyklus zurückgelegt. Sie persönlich sind es, die das Ich Christi in uns ergattern wollen. Ihre „Zöglinge“ haben es auf die Ich-Substanz von den Elohim abgesehen, da sie an das Ich Christi, das über den Zyklen steht, nicht heranreichen können. Die Anführer suchen aber nach dem Ich Christi. Wir werden also auf verschiedenen Stufen angegriffen.

Was wollen die luziferischen Wesen von uns? – Sie wollen die Menschheit in Gruppenbewusstseinsformen hineintreiben – Kirchen, Gemeinschaften usw. – hiervon ist die Anthroposophische Gesellschaft nicht ausgeschlossen! In jeder dieser Gemeinschaften beginnt allmählich ein Egregor als eine Gruppenform dieser Wesenheiten zu wirken. Das stellt ein Riesenproblem dar – es ist zwar möglich, dass eine Gruppenform wirkt, doch wichtig ist es, wer hinter dieser Form steckt. Diese Wesenheiten sind bestrebt, die Menschen in verschiedene Gruppenbewusstseinsformen einzudrängen, um die Entwicklung hinabzuziehen. All das, was für die nächsten drei Äonen als Manifestation des Heiligen Geistes im Weltenall vorgesehen ist, wollen sie in nicht metamorphosierter Form zurückbringen. Die ganze Entwicklung vom Saturn bis zum Vulkan wollen sie also auf den alten Saturn zurückzwängen und zum ursprünglichen Bewusstsein des Menschen – dem unbewussten Allbewusstsein – bringen. Dann wird die ganze Menschheit zusammen mit der Erde ein seelischer Gruppenleib sein. Die individuelle Menschenentwicklung wird ausgelöscht sein. Sie wollen unsere Ich-Substanz, die uns zum Vulkan bringen soll, entführen, auch die übersinnlichen Wesen, die dahinter stecken, wollen die luziferischen Wesen zum alten Saturn mitziehen. Diese Christus-Substanz in uns brauchen sie, um den Anfang eines neuen Weltenalls zu setzen, das sich grundlegend vom Saturn-Vulkan-Zyklus unterscheiden würde. Folglich kämpfen die luziferischen Wesen um das menschliche Ich – die Substanz der Uroffenbarung -, damit sie ein eigenes Weltenall begründen können. Auf diese Weise würden sie ihr Zurückbleiben und Scheitern in den Manvantaras, die unserem Äon vorausgingen, rehabilitieren. Das Gruppen-Ich in diesem Weltenall wird nicht das absolute Gruppen-Ich des Christus bzw. des väterlichen Weltengrundes sein, sondern das Ich Luzifers. Der Mensch würde dann aus der ganzen Entwicklung ausgeschlossen sein.

Was wollen die ahrimanischen Wesen? – Sie sind an der Vergangenheit überhaupt nicht interessiert, sie wollen diese auslöschen und jegliche Beziehung zum Vergangenen abbrechen. Sie sind an der Zukunft interessiert. Während Luzifer der Feind des Heiligen Geistes ist, werden Ahriman und die ahrimanischen Wesen zu Feinden des Vatergotts.
Sie wollen das menschliche Ich und dabei auch die Materie rauben. Doch die Materie ist nicht so sehr das Wichtigste für sie, sie begehren das menschliche Ich. Dazu intensivieren und eskalieren sie die Entwicklung – all diese technischen Spielereien, die wir heute besitzen – Tablets, Smartphones u.dgl. – sind ein Ausdruck dieses Bestrebens. Die Zukunft, die jetzt auf die aktuelle Stufe des menschlichen Bewusstseins gekommen ist, wird zu einer Explosion in den Menschen – ähnlich einer Atomexplosion – führen. All das, was Zukunft ist als Vergeistigung der Materie, wollen sie nach unten in die unterphysischen Welten als Elektrizität, Magnetismus, Atomenergie, thermonukleare Reaktionen hineinzwängen. Diese Wesen rauben also die Materie und das menschliche Ich. Was machen sie mit dem Ich? Wenn man die Entwicklung beschleunigt, führt das nach den Weltengesetzen zum Herabstürzen der Materie in die unterphysischen Welten. Es wird nämlich nicht der richtige Evolutionsweg befolgt, sondern der Weg wird revolutioniert. Das führt dazu, dass die Materie in die unterphysischen Welten hineingezogen wird. Die Elektrizität, der Magnetismus, die Atomenergie stellen die Beschleunigung der Entwicklung dar.

Wenn das menschliche Ich entführt wird, wird es von den ahrimanischen Wesen in Stücke zerkleinert: Ahriman ist ein Meister der Details. Das würde soweit gehen, bis das Ich zu Weltenstaub geworden ist. Das, was die Substanz der Uroffenbarung ist, wollen die ahrimanischen Geister in Weltenstaub verwandeln und aus dem Staub „Lehm“ zusammenmischen, um diesen bildhaften Ausdruck zu verwenden. Aus diesem „Lehm“ wollen die ahrimanischen Wesen Menschen nach ihrem Geschmack erzeugen. Das Ich des Weltenalls, das aus diesem Weltenstaub aufgebaut werden soll, wird Ahriman sein. Wir sehen also, wie Luzifer mit seinen Scharen sich dem Heiligen Geist und der Zukunft widersetzt und wie sich Ahriman mit seinen Scharen dem Prinzip des Vaters und der Vergeistigung der Materie widersetzt. Die Asuras, die die mächtigsten Widersachermächte sind, widersetzen sich dem Prinzip des Sohnes. Sie sind in der Lage, den physischen Leib wortwörtlich zu zerstören.

Die luziferischen Wesen werden vom Astralleib – dem Träger des Bewusstseins – angezogen und wollen ihn in den Hintergrund drängen. Die ahrimanischen Wesen werden vom Ätherleib angezogen, der das Mineralische, den physischen Leib belebt. Die Asuras wollen an die Bewusstseinsseele – den höchsten Teil der Seele – und an unseren physischen Leib herankommen und ihn zerstören. Sie haben eine ungeheure Macht. Ich habe schon in einer Vorlesung eine Imagination von uns erwähnt. Man stelle sich vor, dass man z.B. in der Prärie ist und das Getrampel der Hufe von Millionen Bisons vernimmt, von dem die Erde zu beben beginnt. Die Asuras zertrampeln und zerstören alles, sie können auch die Erde spalten. Die Entstehung der Erde begann auf dem alten Saturn, als die Asuras zurückblieben, deshalb haben sie eine Neigung zum Physischen. Uns stehen also Wesenheiten gegenüber, die bereits aktiv werden, wir können ihre Wirkung in den Sexorgien sehen, in den Drogen, im wahnsinnigen Terrorismus, bei dem Menschen, deren Ich vollkommen verschwunden ist, sich selbst in die Luft sprengen. Wenn man die Bewusstseinsseele eines Menschen ergreift und sein Instrument – den physischen Leib, dank dessen die Bewusstseinsseele entstanden ist -, zerstört, wird dieser Mensch zu einer Marionette. Diese Marionette lässt sich vollständig und widerstandslos zerstören. Das, was die Asuras bezwecken, ist die physische Zerstörung des Menschen – hier und jetzt!

Hinter all diesen Wesenheiten steht der mächtige Sonnendämon Sorat, der sich Christus Selbst – dem Welten-Ich – widersetzt. Der Mensch von heute, der sich mit Showsendungen vergnügt und sich nur um sein Haus, seinen Garten und Kühlschrank kümmert, muss im Auge behalten, was auf ihn lauert und was diejenigen auf der Erde, die die Widersachermächte vertreten, geplant haben. Die Lage ist äußerst ernst, so dass jegliche Infantilität, die manchen spirituellen Gemeinschaften eigen ist, nur den Widersachermächten nutzt. Es ist ein vertieftes Verständnis notwendig, damit die Götter in der richtigen Art aufgerufen werden und sie sich einmischen können. Andernfalls werden wir vernichtet. Die Menschheit wird heute nur durch die Menschen gestützt, die verstehen, um was es geht und die Götter in der angemessenen Art anrufen können. Wir wollen uns an Steiners Worte erinnern, dass der Erste Weltkrieg hätte verhindert werden können, wenn es auf der Erde ein Dutzend Menschen mit dem richtigen Verständnis gegeben hätte. Wir meinen hiermit nicht große Lehrer wie Skythianos, die inkognito arbeiten. Es wären andere Menschen nötig gewesen, die die Dinge verstehen. Im Vergleich zum Ersten Weltkrieg ist die heutige Lage unheimlich komplizierter. Die Menschen stehen auf einem Pulverfass und tanzen und spielen mit einem Feuerzeug und schauen zu, was passieren würde.

Wir wollen uns nun der irdischen Widerspiegelung dieser kosmischen Konfrontation der rechtmäßigen und zurückgebliebenen Götter wenden. Dabei müssen wir immer bedenken, dass die rechtmäßig entwickelten Götter eine immense geistige Kraft besitzen, die viel stärker ist als die Kraft ihrer zurückgebliebenen Spiegelbilder. Der Jehova-Elohim ist ein viel mächtigeres Wesen als der nicht realisierte Elohim Luzifer. Er begann sich im 20. Jahrhundert in den Rang eines Geistes der Bewegung zu erheben und wird dadurch noch größere Macht erlangen. Wir müssen wissen, dass wir unglaublich starke Unterstützung erfahren können. Den werden sich die zurückgebliebenen Geister nicht widersetzen können, es sei denn sie machen uns zu ihren Strohmännern. Deshalb stellen sich die dunklen Mächte nicht direkt den hellen Mächten entgegen – sie wissen, dass sie den Kampf verlieren werden. Vielmehr versuchen sie, sich in die menschliche Entwicklung einzukeilen und den kulturhistorischen Prozess zu entstellen und in die von ihnen gewünschte Richtung umzuleiten. Das machen sie durch die Menschen auf der Erde. Niemals würde sich Luzifer Jehova in den Weg stellen – er würde von Jehova hinweggefegt werden! Die Widersachermächte wollen, dass der Mensch für immer in einem umgekippten Pentagramm verbleibt – dem Symbol der schwarzen Magie. Das Symbol der weißen Magie dagegen ist das aufrecht stehende Pentagramm. Beim umgekippten Pentagramm beginnt der Ätherstrom nicht oben, wo der Kopf sein müsste, sondern unten – dann strömen durch den menschlichen Kopf aus der Erde zurückgebliebene Kräfte in den Menschen hinein. Diese Kräfte waren in der Erde geblieben, nachdem der Mond sich von ihr in der lemurischen Zeit abgetrennt hatte.

Sie werden sich vielleicht an die Vorlesung erinnern, als wir vom okkulten Standpunkt den Sinn der Migrantenströme behandelt haben, die Europa aufrütteln und aufwecken sollen. Damals haben wir auch die Kräfte erläutert, die hinter diesen Migrantenströmen stehen, damit die Pläne der guten Mächte verwirklicht werden können. Heute werden wir über die Absichten der bösen Mächte sprechen, die zu ihren Zwecken die Migranten ausnutzen. Damals sind wir auch auf diese zurückgebliebenen Mondenkräfte eingegangen, die sich mit den Menschen verbinden.

Durch den Kopf treten also in den Menschen Mondenkräfte hinein, die durch die Füße – die beiden Hörner des umgekippten Pentagramms – herausgehen. Der heutige Mensch, der vergessen hat, dass es Götter gibt, steht nicht mit dem Kopf zur übersinnlichen Welt, damit die rechtmäßigen Kräfte des Lebensäthers in ihn hereinströmen. Auf diese Weise wird er zum Vermittler der schlechten Einflüsse aus der Erde, die er in die übersinnlichen Welten und in die ihn umgebende Natur und Zivilisation weiterleitet. Das ist es, was die Schwarzmagier machen. Nicht zufällig war der Stern von Che Guevara – einem vollendeten Terroristen und Mittler des Bösen – ein umgedrehtes Pentagramm. Der Lebensstrom, der von oben herunterströmt, tritt nicht durch den Kopf ein, sondern durch die Füße und besitzt dann nicht die normale belebende Funktion, die er hat, wenn er richtigerweise dem Pentagramm entlang fließt. Dadurch bekommt dieser Strom eine vollkommen andere Bedeutung. Dann können die dunklen Wesenheiten ihre eigene Substanz durch den menschlichen Ätherleib in das Pentagramm hineinfließen lassen. Die heutige Menschheit erlaubt das. Warum das passiert, können wir sehen, wenn wir die Entwicklungsetappen des Menschen, seine Fehler und Stolpersteine betrachten. So können wir sehen, welche Mächte die Welt heutzutage leiten und was sie für uns, ja für dieses Jahr, geplant haben. Zumindest werden wir eine Tatsache mitteilen, aus der ersichtlich wird, dass etwas planmäßig dieses Jahr geschehen soll.

Wir wissen, dass die Menschheit von Anfang an in zwei Typen eingeteilt wird – in Abeliten und Kainiten. Der Mensch kann diesen Typen nicht entgehen, es sei denn er macht etwas Bestimmtes. Die Abeliten sind diejenigen, die der geistigen Welt zugewandt sind, die Priester, die Eingeweihten, die Menschen, die eine spirituelle Einstellung haben. Heute finden wir sie in den spirituellen Gemeinschaften. Die Kainiten sind die Menschen, die dem Weltlichen zugewandt sind. Sie müssen die Erde beherrschen. Abel war der Hirte, dessen Opfer angenommen wurde, Kain war der Ackerbauer, dessen Opfer nicht angenommen wurde. Als die herausragendsten Vertreter der Abeliten und Kainiten nannte Steiner jeweils Salomo und den Baumeister Hiram Abif. Während am Anfang Kain seinen Bruder Abel tötete, sollte später Hiram Abif als der herausragendste Kainit einen Tempel für Salomo errichten. Salomo als der herausragendste Abelit hat geschwiegen und mit seinem stummen Einverständnis wurde der Kainit Hiram getötet. Der Brudermord aus dem Alten Testament wiederholte sich also in einer verschleierten Art bei der Begegnung dieser Individualitäten ca. 1000 Jahre v.Chr. Die Mission des Menschen auf der Erde besteht darin, diese zwei großen Strömungen in sein Ich zusammenfließen zu lassen und die beiden zu harmonisieren. Nur so kann er sich hinaufentwickeln. Die alten, übrigens rein bulgarischen, apollinischen und dionysischen Mysterien, sind eigentlich abelitische und kainitische Mysterien. Die orphischen, apollinischen Mysterien sind abelitischer Art und die dionysischen Mysterien sind kainitischer Art. Egal, wie sich diese beiden Mysterienarten einander näherten, es fehlte ihnen der Faktor, der sie in den alttestamentlichen Zeiten vereinigen konnte. Sie sollten lediglich die europäische Bevölkerung auf die Begegnung mit dem Weltenlogos vorbereiten. Das große Urbild der Synthese der Kainiten und Abeliten war dasjenige, das unter dem Kreuz geschah und zum ersten Mal in der Vorlesung über Skythianos mitgeteilt wurde. Unter dem Golgatha-Kreuz stand das Paar Johannes-Lazarus – die Jungfrau Sophia, die wieder inkarnierten Hiram und Salomo. Am Kreuz war Derjenige, Der die beiden zusammenbrachte und Der das Symbol dieser Versöhnung war. Der Mensch wurde ursprünglich zweigeteilt – die Polarität sollte im ganzen Zyklus existieren und der Mensch sollte in zwei Polen gespaltet werden. Das große Urbild der Synthese finden wir also auf Golgatha. Wer war der erste Mensch auf Erden, der in der Praxis diese Synthese verwirklicht hat? – Das war der große Skythianos – Joseph von Arimathäa. Er hielt den Kelch zur Wunde Christi, in den das Wasser und Blut von Christus aufgesammelt wurden. Das Blut ist das Welten-Ich und das Wasser ist das ewige Leben. Der Auferstehungsleib besteht aus Welten-Ich und ewigem Leben im auferstandenen Phantom. Das Hauptgeheimnis des esoterischen Christentums ist der Gral mit dem Inhalt in ihm. Aber dieser Inhalt muss eine Form haben, der Gral hat eine Form. Dagegen ist das Hauptgeheimnis des exoterischen Christentums das Kreuz. Deshalb sagte Beinsa Douno: „Bis heute verbeugen sich die Christen vor dem Kreuz, das Christus überwunden hat. Es ist die Zeit gekommen, dass die Christen das Hauptgeheimnis des Golgatha-Mysteriums verstehen – den Inhalt des Gral“. Dann wird der Mensch von einem richtig funktionierenden Pentagramm zu einem Hexagramm werden, da er eine rechtmäßige Beziehung zur geistigen Welt, zum geistigen Dreieck herstellen wird. Das ist die große Synthese, die der Mensch zu verwirklichen hat – die Trennung der Menschheit in Kainiten und Abeliten in sein Ich zu überwinden. Skythianos, der geheimnisvolle Joseph von Arimathäa, hat das zuerst erreicht. Stellen Sie sich vor, was für Geheimnisse uns für jene Konferenz eröffnet worden sind, die 2014 in Varna stattgefunden hat!

Wenn wir über Skythianos sprechen, müssen wir also über eine unglaublich hohe Persönlichkeit sprechen – über den Wegbereiter desjenigen, das unter dem Kreuz geboren wurde. Es ist die Faustische Seele. Dieser Seelentyp ist die Individualität, die auf dem Weg zur geistigen Welt nur auf seinen eigenen Füßen stehen will und auf keinen Gruppenformen der Geistigkeit. Dieser Seelentyp entstand bei demjenigen, der das Geheimnis des Gral kannte. Nicht zufällig hat er später als der Händler aus Skythien inkarniert, der in Ägypten vier Bücher schrieb, die später Therebinthus und der große Mani besaßen, so dass der Anfang des Manichäismus gesetzt werden konnte. Mani war nicht so sehr an der individuellen Entwicklung interessiert, sondern an der Form, die für das Christentum in der sechsten Wurzelrasse in 6000 Jahren entstehen soll. Bis dahin muss der Mensch auf Jungfrau Sophia und Johannes den Evangelisten hinaufschauen, um zu sehen, wie die Synthese vorzunehmen ist und zu einem Faustischen Menschentyp zu werden. Nur so können wir zu einer Artenumwandlung kommen und das große unsterbliche Individuum mit drei übersinnlichen Teilen formieren, in das das Welten-Ich Christi in der siebten Kulturepoche hineintreten kann. Nur so kann sich in der sechsten Wurzelrasse das Christentum in seinem wahren Sinne entfalten. Zu diesem Zweck muss man das Böse kennen.

Es gibt keinen großen Lehrer, der besser das Böse kennt als Manes. Deshalb hat er Christian Rosenkreutz in die Mysterien des Bösen eingeweiht, als dieser über 80 Jahre alt war. Stellen Sie sich vor, worum es geht! Wohin der Junge aus Nain, der spätere Manes, geschaut hat, was in Johannes eingelegt worden war, damit er später zu Christian Rosenkreutz werden konnte und was in die Tochter des Jaïrus, die im 20. Jahrhundert der Bodhisattva wurde, der der zukünftige Buddha Maitreya sein wird! Das sind Weltenströme der Menschenentwicklung, die diesen drei großen Individualitäten damals eingelegt worden sind.

Damals begann die Faustische Seele die Menschen zu beeindrucken. Der erste, der ihr auf den Grund gehen wollte, war der Selige Augustinus. Am Anfang war er wie gebannt von der Geburt dieser Seele und er begann sie zu erforschen. Augustinus hat glänzende Werke geschrieben, doch später bekam er Angst und bevorzugte es, in der äußeren Form des Christentums zu verbleiben. Das christliche Leben durchläuft Formen, die es metamorphosieren möchte, da jede Form in einem bestimmten Moment stagnieren wird. Wenn die heutige „Weiße Bruderschaft“ etwa nicht von Grund auf reformiert wird, wenn sie nicht beginnt, sich damit auseinanderzusetzen, was ich vortrage, wird sie zum Hindernis für den Impuls Beinsa Dounos werden. Die „Weiße Bruderschaft“ würde dann gegen Christus arbeiten! Das gilt auch für die Anthroposophische Gesellschaft.

Es muss das individuelle Prinzip in den Vordergrund treten. Wir haben hier z.B. eine völlig freie Form, bei der niemand zu etwas verpflichtet wird, doch jeder zu diesem Werk aus einem eigenen Impuls heraus beitragen möchte. So hat mich heute ein Mann aus Burgas um Erlaubnis gebeten, die Vorlesung über die Bodhisattvas ins Englische zu übersetzen und einem amerikanischen Anthroposophen zu senden, der sich mit der Bodhisattva-Frage beschäftigt. Das ist eine umfangreiche Vorlesung, die wie ein Schock wirkt. Ich wusste schon viel früher, dass Menschen erscheinen würden, die diese Vorlesungen ins Deutsche oder Englische übertragen. Das ist nicht meine Aufgabe, das ist das Werk des Heiligen Geistes, Der wirkt.

Augustinus blieb also im exoterischen Christentum. Das Leben, das durch das Römische Reich floss, ist dann zu der katholischen Kirche als Form des christlichen Lebens geworden, als die äußere Organisation des christlichen Lebens, die wir bis heute kennen. Doch irgendwann macht sich bemerkbar, wie das verlaufende Leben in Widerspruch zu der Form gerät, die dieses Leben einkleiden will. Die Elohim sind die Geister der Form, die stets bestrebt sind, etwas in eine bestimmte Form einzuprägen. Doch das Leben geht immer weiter, deshalb entstand auch der große Widerspruch zwischen Kain und Abel, der später im Verhältnis zwischen dem Manichäismus und Augustinismus wieder belebt wurde. Es begann der Kampf der Kirche gegen all diejenigen, die das individuelle Prinzip, die Faustische Seele entwickeln wollten. Das waren hauptsächlich die Ketzer. Wer waren diese Ketzer? – Steiner sagte:
„Bulgaren waren in den späteren christlichen Jahrhunderten der ersten Hälfte des Mittelalters für die West- und Mitteleuropäer Menschen, welche besonders stark berührt wurden von dem Gegensatze der guten und der bösen kosmisch-geistigen Mächte.“(GA 237:80). Alle, die diesen Gegensatz der dunklen und hellen Mächte sehen konnten, wurden also Bulgaren genannt, etwa die französischen Katharer – die Bougres „Bulgaren“. Warum entstand das unter den Bulgaren? – Weil hier die Vorbereitung auf die Ankunft Christi begonnen hatte, hier haben sich die mächtigsten Mysterien entwickelt, hier war die Brutstätte der Mysterien der Welt, die die Menschen auf die Ankunft Christi und die Völkerbildung vorbereiteten.

Es bildete sich das äußere Christentum heraus und erhielt allmählich die Oberhand. In jener Zeit gab es die große Völkerwanderung, unter der die Vernichtung des Römischen Reiches durch Bulgaren zu verstehen ist. Attila hatte eine Riesenarmee gesammelt, deren Hauptteil Bulgaren waren, das war absolut notwendig für die geistige Welt, damit die allmähliche Ausbildung der Völker in Europa beginnen konnte. Der Christus-Impuls wurde als Christentum angenommen, doch es sollten die Völker mit unterschiedlichen Missionen gebildet werden, deren Führung die jeweiligen Volkserzengel übernahmen. Für uns ist hier besonders wichtig zu sehen, wie das russische Volk gebildet wurde, weil es heute eine Hauptrolle spielt.

Als die Sachsen vom europäischen Kontinent auf die Inseln kamen, vermischten sie sich mit der dortigen Bevölkerung und es entstand das englische Volk – die Angelsachsen. die Entstehung dieser Völker geschah nach dem Zerfall des Römischen Reiches und durch die Vermischung mit anderen Völkern. Dort, wo später Frankreich entstanden ist, gab es die Migration von 14 thrakischen Stämmen, die der Entstehung des französischen Volkes zugrunde liegen. Auf die heutige Insel Großbritannien waren dreimal im Laufe der Jahrtausende thrakische Stämme gezogen, die der Bildung jener Völker – der Angelsachsen – zugrunde liegen. Nicht zufällig lässt sich die Bedeutung von Toponymen wie London oder Themse problemlos im Bulgarischen rekonstruieren. Die älteste irische Urkunde über die Entstehung Irlands kommt aus Skythien und aus den alten Chroniken wissen wir, dass die Skythen Bulgaren sind.

Wie ist das russische Volk entstanden? – Diese Frage müssen die Russen und auch die Bulgaren sehr gut kennen. Hier stützen wir uns auf Steiner und Prokofieff, dessen Buch „Die geistigen Quellen Osteuropas und die künftigen Mysterien des Heiligen Gral“ ich sehr gut kennen. Nicht zufällig sagte Steiner, dass das Germanentum und das Slawentum die wichtigsten kulturbildenden Faktoren in Europa sind. Folglich müssen wir ihre Genesis sehr gut kennen, andernfalls würden wir ihre Missionen nicht verstehen.

Wie wir wissen, ist das Slawentum in der Kiewer Rus entstanden. Doch die Slawen sind laut Steiner Menschen, die von Natur aus ihre Seele in Einheit erlebt haben. Die Seele ist dreigegliedert, aber die Slawen haben sie als eine Einheit erlebt. Die Finnen sind ein Volk, das von Natur aus ihre Seele als dreigegliedert erlebt. Deshalb sagte Steiner im Vorlesungszyklus über das Volksepos „Kalevala“, dass die drei Helden Väinämöinen, Ilmarinen und Lemminkäinen die dreigegliederte Seele symbolisierten. Die Normannen – Waräger – waren diejenigen, die ihre Seele auch als eine Einheit erlebten und ihre Einfälle in die Gebiete der Finnen machten. Die Finnen sahen, dass Räuber über sie herfielen, die einen völlig anderen Seelenarchetyp hatten. Dieser war so stark, dass er ihre dreifach erlebte Seele erstickte. Diesem Erlebnis gaben die Finnen den Namen „Ruotsi“, woraus später der Name „Russi“ entstand. Folglich bezeichneten die Finnen als „Russen“ die Waräger – die Normannen -, die sie angriffen. Diese Waräger zogen danach vom Norden nach unten in Richtung Nowgorod und Kiew. Sie bauten die Kiewer Rus auf und es begann ihre Existenz in diesem Erleben und gegenseitigem Bereichern der dreifach erlebten Seele mit der einheitlich erlebten Seele.

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Ein Gedanke zu „Das Drama Europas – Teil 1

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