Die Krise der Zivilisation und der Ausweg durch das fünfte Reich – Teil 1

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 29.01.2017 in Varna

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Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir bitten Dich, dass so viele Seelen wie möglich den Weg zu Dir finden, damit wir das Bevorstehende meistern können. Amen!

 

In den letzten vier Vorlesungen haben wir unseren Blick auf die größten Rätsel der Gotterkenntnis und der Menschenerkenntnis gerichtet. Heute werden wir versuchen, alles Vorgetragene quasi zur Landung zu bringen, um nach den Ursachen der Krise der heutigen Zivilisation und den Ausweg aus dieser dramatischen Lage zu suchen. Dabei werden wir wieder von den höchsten Sphären des Geistes ausgehen, da man von oben am besten sieht. Bei unseren vorherigen Treffen haben wir den Unterschied zwischen Christus und dem Gott-Sohn betont – das ist eine wahre Revolution in unserem Verständnis der hohen Göttlichkeit. Der große Anthroposoph und christlicher Theologe Emil Bock hat bei der Übersetzung des Neuen Testaments die wichtige Präzisierung gemacht, dass unter dem Wort „Vater“, das in den bisherigen Übersetzungen verwendet wurde, der „väterliche Weltengrund“ zu verstehen ist. Das ist etwas Unterschiedliches als die Erste Hypostase der Heiligen Trinität. Das hat Gennadij Bondarew bemerkt und den Sinn darin erkannt. Meiner Meinung nach ist Bondarew zum wichtigsten Anthroposophen unserer Zeit geworden. Sergej Prokofieff war der bekannteste Anthroposoph und ist auch ein sehr mächtiger Geist, doch der mächtigste Geist in der Anthroposophie heute ist Gennadij Bondarew. Es ist eine andere Frage, wie er auf die Bodhisattva-Herausforderung des 20. Jahrhunderts reagieren würde, falls er mit dieser Frage konfrontiert wird. Das ist jedoch nebensächlich, da jeder seinen Anteil an der Aufgabe erfüllen soll.Als Steiner das Vaterunser erläuterte, benutzte er auch das Wort „Grund“, von dem alles ausgeht, doch bleibt bei ihm diese Frage im Hintergrund. Deshalb haben die Anthroposophen massenhaft dieses Verständnis des Wesens der höchsten Göttlichkeit und haben folglich auch das Wesen des Christus Selbst nicht gestreift. Der „väterliche Weltengrund“, den wir weiter einfach ‚Gott‘ nennen werden, ist der unbekannte Gott, das Absolute, das beschließt, Seinen aufzudeckenden Teil als Seine Offenbarung in drei Stufen aufzudecken. Auf der ersten Stufe manifestiert Sich Gott als eine Relation mit Sich Selbst. Auf der zweiten Stufe der Offenbarung eröffnet Er Sich Selbst Sich als eine Einheit, die aus einem Weltenobjekt und einem Weltensubjekt besteht. Diese Einheit ist der Anfang des Seins im anfanglosen väterlichen Weltengrund und heißt Christus – das ausgesprochene Wort, das Anfangswort, das gleichzeitig unausgesprochen ist. Hier ist der Anfang jedes Dualismus, hier ist der Übergang von der Eins des Gottes zur Zweiheit aus Objekt und Subjekt. Auf der dritten Stufe der Offenbarung manifestiert Sich Christus als eine der drei Hypostasen Gottes und es wird der Übergang gemacht zur Dreiheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Jeder Monotheismus hat drei Hypostasen, wenn er sich selbst wirklich versteht. Die drei Hypostasen stehen im Zyklus des Sohnes in Wechselwirkung zueinander. Daraus entstehen sieben Bewusstseinsstufen oder sieben Äonen, 49 Lebenszustände oder Runden, 343 Formzustände oder Globen. Der einseitige Monismus der christlichen Kirchen, der zum Vater führt, kann uns in keiner Weise das Wesen des Gottes und des Christus Selbst enthüllen. Durch Christus offenbart Sich Gott als ein absolutes Ich und Seine Rückkehr zu Sich Selbst kann nur von Ich-Wesen verwirklicht werden, die sich auf allen Stufen der Offenbarung befinden. Indem sich alle Iche im Ich als Gott dem Ich eröffnen, werden sie zu kleinen Hypostasen Gottes und so wird er uranfänglich der Schöpfung immanent. Das dauert bis zu Seiner Rückkehr zu Seiner unausgesprochenen Einheit, die im Zyklus des Sohnes von Christus verwirklicht wird. Alles in der Welt wird von den Relationen zwischen den Ichen aufgebaut, von denen ein jedes mit seinem individuellen Ton klingt. Deshalb bleibt jedes Ich beim Erklingen der allgemeinen Harmonie des Weltenalls für sich, obwohl sie miteinander verschmelzen und gleichgesetzt werden können. Daher kommt, dass jedes Wesen soviel Wert wir das ganze Weltenall ist. Wenn eine alte Frau in einem kleinen Dorf vergewaltigt wird und das zu einer großen Tragödie für sie am Abend ihres Lebens führt, ist das ein größeres Problem für das Universum als das Platzen von Geschäften für Millionen, wie etwa das Nichtbauen von geplanten Autobahnen. Die Sphärenmusik ist eine Harmonie tönender Iche. Der uranfängliche Ton erklang von Christus, deshalb haben Ihn die ersten christlichen Gnostiker ‚das Wort‘ oder ‚den Logos‘ genannt, entsprechend wurde die Heilige Trinität als den ‚Ersten’, ‚Zweiten’ und ‚Dritten Logos’ bezeichnet, die jeweils die Substanz, das Leben und die Idee für den neuen Zyklus ausgestrahlt haben. Die Heilige Trinität und Christus haben die Struktur des Weltenalls als zwei sich schneidende Kreuze konstruiert – das Christus-Kreuz und das Evolutionskreuz. Im Hinblick auf den väterlichen Weltengrund sind sie identisch, doch spielen sie eine unterschiedliche Rolle in der Entwicklung. Der tatsächliche Prozess der Entwicklung besteht im rhythmischen Wechsel zwischen Verinnerlichung und Objektivierung der Offenbarung. Dabei wirkt hier ein Gesetz, nach dem die Objektivierung eine Herabsetzung des Bewusstseins des sie verwirklichenden Wesens ist und die Verinnerlichung die Verstärkung der Objektivierung ist – ein Wesen, das die Verinnerlichung vornimmt, verstärkt also sein Bewusstsein. Im Objektivierungsprozess haben z.B. die Geister des Willens sich selbst als das Weltenfeuer auf dem alten Saturn ausgestrahlt, das zur Wärme der ursprünglichen Menschenmonade wurde. Das Bewusstsein der Geister des Willens wurde herabgesenkt, da das von ihnen Ausgestrahlte herunterströmte und sein Bewusstsein im Vergleich mit dem ursprünglich Ausgestrahlten herabsenkte. Wenn der Mensch beginnt, das Ausgestrahlte zu Eigen zu machen, damit es zum Ich in ihm wird, erfolgt eine Bewusstseinserhöhung. Einzig bei der Uroffenbarung (der Verinnerlichung des Einigen Gottes) liegt keine Bewusstseinsverstärkung vor, denn dann müsste davon ausgegangen werden, dass mit der Offenbarung Gott jemanden verinnerlicht hat, der über Ihm steht, was absurd ist.
Als Träger des Ich-Prinzips vom Absoluten ist Christus das Ideal jedes sich entwickelnden Wesens im Zyklus – ein Universum, das ein lebendiges Wesen ist und aus unzähligen Wesen besteht und in jedem Augenblick der Entwicklung in allen Teilen des Zyklus anwesend ist. Christus Selbst hat keine Aufgaben bezüglich Seiner eigenen Entwicklung im Zyklus, weil der Sinn Seiner Entwicklung sich über den Zyklus emporhebt. Doch alle übrigen Wesen haben ihre Aufgabe im Zyklus zu erfüllen, je nachdem wie sie entstanden sind und welche Idee ihnen zugrunde gelegt worden ist. Der Schnittpunkt der beiden Kreuze, die wir eben erwähnt haben, ist äußerst wichtig und ist der geheimnisvollste Ort der Schöpfung, wo aus dem „Nichts“ Gottes außerhalb von Zeit und Raum, Gott Sich Selbst „von oben“ als Ich manifestiert. Das Ich ist die Quintessenz jeder Entwicklung und seine rechtmäßige Erhebung ist von entscheidender Bedeutung für die Evolution. Der Punkt des „Nichts“ ist der Übergang von der Objektivierung zur Verinnerlichung, in dem der reine Wille wirkt, der den Keim des neuen Ich bildet. Das neu entstandene Ich seinerseits soll das Kreuz der Weltenevolution auf sich nehmen, um auch bei der Weiterentwicklung des Weltenalls an dessen Tragen teilzunehmen. Als Christus kam, trat Er in Jesus ein, wurde zum Menschen und ging durch Tod und Auferstehung. Dadurch bahnte Er auch für den Menschen den Weg, damit der Mensch diesen Punkt in der wahren Art erlebt und nicht in der abstrakten Art, die in der altgriechischen Zeit begonnen hatte. Christus gab uns die Möglichkeit, das in der physischen Welt zu tun. Darin besteht auch der Hauptunterschied zwischen dem christlichen Verständnis und den anderen monotheistischen Religionen. Im christlichen Monotheismus wird behauptet, dass Derjenige, bei Dem alles begann, zum Menschen wurde, durch Tod und Auferstehung ging und zum Führer der Menschen auf dem Weg zu ihrer Individualisierung wurde. Auf diese Weise wurde das Kreuz der Weltenevolution dem Erdenmenschen auferlegt. Dieser Monotheismus ist evolutionär und unterscheidet sich von allen anderen monotheistischen Auffassungen, für die die Schöpfung einmal erschaffen wurde und im Rahmen des ursprünglich Erschaffenen erstarrt ist. Im Monotheismus des Christentums gibt es die Schaffung der Iche – das Evolutionsprinzip, bi dem der Mensch zum Subjekt der Evolution und Mitarbeiter Gottes werden und die Evolution schaffen kann. Auf diese Weise lassen sich Gott und der Mensch in seiner Entwicklung als Ich-Wesen verstehen.
Nach gigantischen Verinnerlichungen der Uroffenbarung und nach der Entfaltung der uranfänglichen Idee wurde das Weltenall gebildet, das wir in unserem Äon der Erde kennen. Auf der Erde entstanden vier Naturreiche – das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich und das Menschenreich. Körperlich und seelisch wurde der Mensch auf dem Kreuz der Evolution „gekreuzigt“, was im Mythos vom gefesselten Prometheus zum Ausdruck kam. Das Ziel war es, dass wir zum Erlangen unseres eigenen Ich in der physisch-sinnlichen Wirklichkeit kommen. Der Weg unserer dreifachen Leiblichkeit zum Ich ging durch eine langwierige Individualisierung unserer Seelenkeime, die die Hierarchien unseren Astralleibern angelegt hatten. Am Anfang waren wir eben ein Naturreich und nichts anderes. Unsere Verwandlung in etwas anderes war ein sehr langer Prozess, der gegen Ende der atlantischen Zeit begann, als die Anfänge des Denkens gelegt werden sollten. Damals kamen die Eingeweihten als die Vorhut der Menschenmassen zum keimhaften Denken als dem Kontrapunkt des damaligen mächtigen Bilderbewusstseins. In den ersten zwei nachatlantischen Epochen wies das Denken keine besonderen Fortschritte auf, aber in der dritten nachatlantischen Zeit hat die Entwicklung, in der der Mensch zum Denkprozess gerichtet wurde, dahin geführt, dass der objektive Prozess der Entwicklung zum kulturhistorischen Prozess wurde. Über eine kulturhistorische Phase in der Entwicklung der Menschheit kann unter Vorbehalt ab der zweiten Kulturepoche gesprochen werden, als der Mensch die Gegenüberstellung von Ormuzd und Ahriman erlebte. Aber in ihrem Wesen gehört diese Phase der dritten und insbesondere der vierten Kulturepoche an, als sich das Gegenstands-Bewusstsein durchgesetzt hat und wir das niedere Ich gemeistert haben. Damals existierte auch das Bilderbewusstsein, dessen Niederschlag wir in der Mythologie finden und es wurde mit den Anfangsformen der Gegenstandsbewusstseins vermischt, was die Menschen vor das große Dilemma stellt, welchem Bewusstsein sie den Vorrang geben sollen. Die wichtigste Berechtigung für das Wüten mancher der römischen Zäsaren fanden diese in der Erklärung, dass die Götter durch sie wirken. Trotz der Widersprüchlichkeit jener Zeit entstand das römische Recht, das die Persönlichkeit legalisierte. In der fünften Kulturepoche erreichte dieser Prozess unglaubliche Höhen, so dass wir heutzutage in dieser Zivilisation am Ende dieser achttausendjährigen Entwicklung stehen. Die Personifizierung des kulturhistorischen Prozesses geschah ursprünglich in den Mysterien durch Avatare und Adepten und ging allmählich zu Menschen über, die keine Einweihung erfahren hatten, doch ein Charisma hatten und Völker anführen konnten. Die Geschichte der Menschheit wird immer von Individualitäten geschrieben, nicht von den Massen. Immer wird durch Individualitäten etwas personalisiert und die anderen folgen ihnen.

Nach diesem gigantischen Weg der Verinnerlichung kam es soweit, dass sich der Geist in die sichtbare Welt verwandelt hat, die uns umgibt. Im alten Ägypten hat niemand einen Baum in der Art wahrgenommen, in der wir ihn heute wahrnehmen – als eine Summe von Baumstamm, Wurzeln, Ästen und Blättern. An der Stelle, an der wir heute einen Baum sehen, wurde damals ein Bild wahrgenommen, das die Natur des geistigen Wesens des Baumes zum Ausdruck brachte und das nicht unserem heutigen Bild von einem Baum entspricht. Heutzutage sehen wir als Ergebnis der Objektivierung die Weltsubstanz als die Gegenstände der vier Naturreiche. Die Weltidee, die auch im Menschen wirkt, kann sich nicht mehr in sein niederes Ich einmischen, denn dort ist die Grenze, über die der Geist nicht heruntersteigen kann. Die Substanz wird in uns als die Begriffe von ihr widerspiegelt, denen wir Namen gegeben haben. Die Gegenstände sind nicht das, was sie eigentlich sind, sondern sie stehen vor uns als die illusorischen Formen der ursprünglichen Substanz, die die Geister des Willens ausgestrahlt haben. Unser Bewusstsein nimmt die Gegenstände als Begriffe in einer reflektierenden Art wahr. In unserem Kopf sind die Begriffe, gegenüber haben wir die Wahrnehmungen als die Widerspiegelungen der Gegenstände und zwischen beiden entstehen die Vorstellungen, die als das Resultat zweier Widerspiegelungen auch eine Widerspiegelung sind. Das ganze Seelenleben des Menschen als Begriffe, Wahrnehmungen und Vorstellungen hat sich seines Inhalts entleert. Die Menschheit lebt seit Jahrhunderten in diesem leeren Luftballon. Das Christentum sollte nach seinem Beginn in diesem leeren Luftballon angeeignet werden. Der Sinn der Verwandlung des objektiven Weltenprozess in einen kulturhistorischen Prozess besteht in der Entwicklung des Ich – des höheren Ich, der Ich-Substanz von den Elohim. In unserem reflektierenden Dasein hat sich jedoch dieses Ich als unser niederes Ich widerspiegelt und wir haben den sinnlich wahrnehmbaren Teil des Weltenalls mit dem übersinnlichen Weltenall im reflektierenden Ich vereint. Das Ich sollte das Kreuz der Evolution auf sich nehmen und zum Subjekt dieser Evolution werden, es sollte sie weiterentwickeln und nicht nur ihr Produkt sein. Doch der Mensch hat beide Teile des einigen Weltenalls in den leeren Luftballon, in die Widerspiegelung vereint und er versucht, mit diesem Luftballon das Subjekt der Evolution zu sein. Wir können das Ergebnis dieses Versuchs heute sehen. Der kulturhistorische Prozess ist das Ergebnis der Weltentwicklung und der menschlichen Entwicklung. In dieser Entwicklung haben sich drei Ströme ausgebildet, deren systembildendes Prinzip das Ich sein sollte. Das Ich ist etwas, was schaffen kann und nicht etwas, was geschaffen werden kann. Doch wenn das Ich reflektiert wird, wenn es inhaltslos ist, kann es keine rechtmäßige Beziehung zwischen den drei Strömen herstellen. Welche sind diese drei Weltenströme? Der erste ist der Strom der Metageschichte und er verläuft ganz oben in der Gestalt der Wesen, die die Welt schaffen und die die Welt selbst sind. Der zweite Strom ist der geschichtliche Strom als das Resultat der Verwandlung des kulturhistorischen Prozess in Geschichte. Bereits am Anfang der geschriebenen Geschichte bei ihrem „Vater“ Herodot wurde sie zu etwas Falschem, denn das wahre Verständnis der Geschichte ist das Produkt der Metageschichte und nicht die Widerspiegelung dieser Metageschichte durch das gegenständliche Bewusstsein desjenigen, der sie aufschreibt. Indem der Mensch sein reflektierendes Ich erwarb, brach er seine Beziehung zu den Wesen der Metageschichte und verband sich mit den zurückbleibenden Wesen, die den dritten Strom der Subgeschichte bilden. Der Mensch wurde zu deren Spielzeug, da sich diese zurückbleibenden Wesen seines im Ausbilden begriffenen gegenständlichen Bewusstseins bemächtigten. Anstatt zur Verbindung dieser drei Stufen zu werden, die das Produkt der ganzen Evolution sind, wurde der Mensch zum Spielzeug der drei Kategorien von Wesen der Subgeschichte. Da der Mensch sein höheres Ich nicht individualisieren konnte, muss er sich mit seinem niederen Ich entwickeln. Warum heißt dieses Ich das niedere Ich? Das Weltenall ist einheitlich, aber wir erleben es als sinnlich und übersinnlich. Oben ist das höhere Ich und hier unten ist das niedere Ich, mit dem wir im sinnlichen Weltenall mit unserem Gegenstandsbewusstsein wirken. Nachdem wir alles in den vier Reichen benannt haben, entstand eine Summe von Begriffen. Das niedere Ich hat sich ein Universum aus Begriffen geprägt, das ein fünftes, dem Menschen eigenes Reich gebildet hat. Wir haben vier Naturreiche, die das Produkt der objektiven Evolution und der Götter sind, wobei wir das Menschenreich auch als ein Naturreich betrachten, denn die drei Leiber des Menschen sind die Emanation und das Produkt der vorherigen drei Äonen und im höchsten Sinne auch ein Produkt der drei Hypostasen der Trinität. Der Mensch schuf ein fünftes Reich, in dem aber die Begriffe nicht die wahre Idee zum Ausdruck bringen, die den Gegenständen zugrunde liegt. Dieses Reich wird dauernd um neue Begriffe bereichert. Das niedere Ich wächst ständig als eine Ansammlung von Begriffen und es entsteht еine quantitative Anhäufung, ohne dass eine qualitative Änderung in der Bewusstseinsform des Menschen eintritt. Es besteht keine Möglichkeit einer Metamorphose, so dass von einer Spirale zu einer anderen, qualitativ neuen Spirale übergegangen werden kann. Stattdessen zerfällt die Wissenschaft in zahlreiche Unterdisziplinen, von denen jede einen eigenen Begriffsapparat bildet. Davon schwillt dieses fünfte Reich wie ein Geschwür an. Unter diesen Bedingungen kann der Mensch nicht zum systembildenden Faktor werden, er würde eher vernichtet werden.
Die Wesen aus den übersinnlichen Welten über uns haben unter anderen Bedingungen ihre Ich-Stufe erreicht, aber keines von ihnen hat ein reflektierendes Ich ausgebildet. Sie haben alle ein substanzielles Ich, das Leben schafft und keine leere Hülse wie bei uns darstellt. Wir sind die einzigen Wesen, die ihre Individualisierung unter den Bedingungen begannen, die Christus schuf, als Er auf den Erdenplan herunterstieg. Mit Seiner Ankunft hat Er den Weg zu unserer Individualisierung und der Verinnerlichung des Ich von der übersinnlichen Welt gebahnt. Als Johannes der Täufer aufrief „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ (Matth. 3:2), war das der Hinweis auf die Ankunft des Ich-Prinzips und ein Aufruf an den Menschen, das Kommende zu begreifen und das Kreuz Christi zu schultern und vom Objekt zum Subjekt der Evolution zu werden. Die Menschen haben den Täufer nicht verstanden und ihn enthauptet, aber Christus hat den Weg abgezeichnet. Die Menschen sollten die Abwärtsentwicklung wenden und Zivilisationen und Kulturen aufbauen, die nicht hohl und totgeboren sind.
Wir wollen auf die Begriffe ‚Zivilisation‘ und ‚Kultur‘ eingehen, um die Art zu finden, aufwärts zu gehen und unsere Vorgehensweise zu bestimmen. Die Zivilisation stellt die Summe mannigfaltiger Faktoren dar, die das menschliche Leben organisieren. Die Kultur ist der Kern der Zivilisation. Sie ist ein System aus Erziehung, Bildung, Vorliebe zum Schönen, Suche nach den großen Ideen. Die höchste Form der Kultur, die immer im Besitz des Ich, des Individuums ist, ist das persönliche Schöpfertum. Wir können sagen, dass die Zivilisation der Körper und die Kultur die Seele ist. Wie die Seele ist, so wird auch die Zivilisation sein. Eine Zivilisation geht durch Entstehung, Aufschwung, allmählichen Untergang und Tod. Wenn eine Zivilisation entsteht, erhält sie Unterstützung von den Wesen der geistigen Welt, die Menschen, die diese Zivilisation symbolisieren und bewegen, erfahren Unterstützung von oben. Wenn die Zivilisation ihren Höhepunkt überschreitet, so wie das bei unserer Zivilisation der Fall ist, die das Produkt des reflektierenden Denkens ist, ziehen sich die geistigen Wesen nach und nach zurück und beginnen in der Sphäre zu wirken, in der die nächste Zivilisation vorbereitet wird. Sie bereiten die Gesetze und Regeln, nach der die neue Zivilisation funktionieren wird. Die Menschen unten müssen durch ihre Vertreter verstehen, wie die Regeln sind und sich darauf vorbereiten. Die vergehende Zivilisation beginnt zu zerfallen und die Wesen aus der Subgeschichte greifen sie an, indem sie das reflektierende Ich-Bewusstsein des Menschen erobern und dadurch zu seinen Herren werden wollen. Allmählich wird nicht der Mensch zum Subjekt der Zivilisation, sondern die Wesen aus der Subgeschichte, die sie ergreifen, bewirken, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Die Zivilisation wird stärker als ihr systembildender Faktor. Das geschieht, weil der Mensch keine Kultur ausstrahlt, die auf das Geistige gerichtet ist. Im 20. Jahrhundert und in unserer Zeit geht die Zivilisation schnellen Schrittes auf ihren Niedergang zu, sie hat die kulturellen Errungenschaften vernichtet, die das Ergebnis der Erhebung des niederen zum höheren Ich waren – etwa die großen Komponisten, die Renaissance, der deutsche Idealismus usw. Wir haben nicht unsere Kultur erschaffen, sondern durch die Wesen der Subgeschichte wurde die Subkultur erschaffen. Das, was in der Musik als Rock, Jazz, Rap existiert, ist keine Kultur. Das ist das Produkt der Entartung des niederen Ich, obwohl wir uns in jungen Jahren von bestimmten Vertretern des Rocks auch haben inspirieren lassen. Doch in der michaelischen Zeit stellen diese Musikrichtungen nach dem Ende des Kali-Yuga bereits eine Gegenkultur dar. Es gab vereinzelte Vertreter wie der Maler Boris Georgiev aus Varna, die im Picasso-Sumpf eine Kultur schufen, die auf die sechste Kulturepoche gerichtet war. Im 20. Jahrhundert hat die Menschheit grundsätzlich als Zivilisation kapituliert und sie konnte keinen neuen Kern der zukünftigen Zivilisation bilden. Sowohl die Zivilisation als auch ihr systembildender Faktor befinden sich in einer großen Krise. Die Menschen können nicht begreifen, dass diese Krise eine Systemkrise ist. Diese Krise lässt sich nicht durch eine Verfassungsänderung reparieren, mit dem Aufbau von etwas, mit dem positiven Denken oder anderen Faktoren der Zivilisation, die an sich tot sind, da sie das Produkt des toten Denkens sind. Leichen lassen sich nicht wieder auferwecken. Der systembildende Faktor hat die Faktoren der Zivilisation zu beeinflussen und nicht umgekehrt, denn das Bewusstsein bestimmt das Sein.
Um zu verstehen, warum die Zivilisation in eine solche tiefe Krise geraten ist, müssen wir ihre Methodologie und ihr Organon verstehen. Jede Zivilisation hat eine Aufbaumethodologie, die im Zusammenhang mit der Bewusstseinsform und der Denkart steht, die in ihrer Zusammenarbeit zu den jeweiligen Ergebnissen führen. Die Methodologie ist das System, das das theoretische und praktische Leben der Zivilisation organisiert und das Organon ist das Werkzeug zum Denken, das zur Art und Weise führt, wie diese Methodologie des Zivilisationsaufbaus praktiziert wird. Der Kern der Kultur ist die Methodologie und das Organon – das sind die Arten, diese Methodologie anzuwenden. Das ‚Organon‘ assoziiert man normalerweise mit Aristoteles und seinen Werken über die Logik, in denen er die neue reflektierende Denkart formuliert hat – das Ergebnis des neuen Gegenstandsbewusstseins, das zu seiner Zeit entstanden ist. Im 17. Jahrhundert veröffentlichte Francis Bacon, der wieder inkarnierte Harun al-Rashid, sein Werk „Novum Organum“, in dem er sein Verständnis vom Organon der neuen Zivilisation zum Ausdruck gab. Er ist der Begründer des Empirismus, des Verständnisses, dass das Wissen nicht vom Verstand, sondern von der Erfahrung kommen solle, weil der Verstand die Wirklichkeit entstelle. Die Naturwissenschaft hat diese Methode angenommen, die zum Fundament ihrer Untersuchungen wurde. Im 18. Jahrhundert fügte dem Kant sein Verständnis vom Organon hinzu und verwischte die Grenze zwischen Organon und Methodologie, wobei er beide austauschte. Seitdem arbeitet die Menschheit nach Kants Organon und nach der Methodologie, die dem reflektierenden Ich eigen ist.

Es gibt drei Hauptanschauungen, in denen die Relationen zwischen Sein und Bewusstsein widerspiegelt werden. Heute ist die marxistische Anschauung vorherrschend, nach der das Sein das Bewusstsein bestimmt. Die zweite Anschauung stammt von Protagoras, de im fünften Jahrhundert v.Chr. lebte und mit dem Satz bekannt ist „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind.“ Die dritte Anschauung vertreten die Kirchenväter, nach denen der Mensch von Gott erschaffen wurde. Die drei Hauptanschauungen haben viele verschiedene Erscheinungsformen angenommen, doch diese sind Denkarten im Rahmen derselben Bewusstseinsform – der Form des Gegenstandsbewusstseins. Egal welcher dieser Denkarten sich man bedient, wird man nicht über die Grenzen dieser Bewusstseinsform hinausgehen. Die Form des Gegenstandsbewusstseins selbst setzt bestimmte Grenzen. Die Offenbarung erreicht die Grenze der Sinneswelt, die zur Außengrenze für sie wird. Für uns erscheint diese Grenze in der Form unzähliger Begriffe und wir können sie nicht überwinden und zu der übersinnlichen Welt übergehen, solange wir diese Bewusstseinsform benutzen. Wir müssen das Denken ändern, um auch die Bewusstseinsform zu ändern. Der Niedergang der Kultur und Zivilisation im Altertum fand im Niedergang der Mysterien seinen Niederschlag. Die geistige Welt ist nicht mehr in der rechtmäßigen Art zu erreichen und in den Mysterien beginnen bereits die Wesen der Subgeschichte vorherrschend zu werden. In unserer Zeit drückt sich der Niedergang der Zivilisation im Niedergang des niederen Ich selbst und seines Produkts aus. Das Subjekt und das Objekt verfallen also gleichzeitig. Wenn jemand von den zahlreichen „Schlauköpfen“ im Fernsehen zu reden beginnt, spüre ich wortwörtlich einen Gestank. In ihren Worten ist überhaupt kein Leben und von ihnen können wir nichts Substanzielles lernen, sondern lediglich eine Vorahnung auf die nächste Falle bekommen, die Ahriman für uns vorbereitet. Wie ich das in meinem Buch „Der Weg zum Ich“ schon 1994 schilderte, habe ich verstanden, dass diese Zivilisation mir nichts mehr anbieten kann, da sie tot ist. Das ursprünglich unbewusste Aufleuchten wurde später bewusst und hat nur meine tiefe Überzeugung verfestigt, dass von der heutigen Zivilisation nichts mehr zu erwarten ist, da sie des Lebens entleert ist. Das Leben fehlt in ihr und es fehlt auch in den sie schaffenden Ichen. Mit der Zeit beginnt eine Leiche zu zerfallen und zu stinken. Das große Problem besteht jedoch darin, dass das menschliche Ich-Bewusstsein auch eine Leiche darstellt. Im Prozess des Absterbens haben sich zwei Grundströmungen herauskristallisiert, die auch heute zu beobachten sind. Die erste Strömung können wir allgemein als die Strömung des Konservatismus bezeichnen, die auf die Traditionen, die Vergangenheit, das Nationale setzt. Die andere Strömung ist die liberale Strömung, die scheinbar nach vorne schaut und auf die Freiheit, Gleichheit und den sozialen Fortschritt setzt. Wir sehen, wie die Erscheinung Trump in Amerika auftauchte, nachdem das Pendel des Liberalismus sich zu unerhörten Höhen geschwungen hatte, als jegliche Normabweichungen gleiche Rechte erhielten. Trump schiebt alles in die entgegengesetzte Richtung – zum Protektionismus im Stil des 19. Jahrhunderts, zum Verschließen im Nationalen und zum Streben, Amerika zum neuen wegweisenden Stern der Menschheit zu machen. Darauf kommen wir noch zu sprechen. Wir sehen, wie das Pendel auch vielerorts in Europa in die umgekehrte Richtung schwingt. Weder die eine noch die andere Strömung ist aber ein Ausweg, sondern sie sind nur die Todeskrämpfe des Globalismus, hinter denen äußerst satanische Ziele durchsickern. Ahriman gelingt es, beide Strömungen zu beherrschen. Wenn der Konservatismus herrscht, wird jede Form der Normalität, also der Wunsch, sich auf den richtigen Weg zum Geist zu machen, für verrückt erklärt. Beim Liberalismus ist es genau umgekehrt – jede Schwachsinnigkeit wird zur Norm erklärt und zahlreiche Organisationen kämpfen zähneknirschend um deren Gleichberechtigtheit. Ahriman lauert an beiden Ausgängen. Die Konservativen mögen schwören, dass sie die traditionellen christlichen Werte und den gesunden Verstand verteidigen, doch es gibt kein Links und Rechts, sondern eine linken und einen rechten Globalismus. Man schwankt zwischen der einen und anderen Extremität. Steiner hatte prophezeit, dass künftig jede Erscheinung des geistigen Lebens zur Abweichung erklärt wird und die Menschen gewaltsam dagegen medizinisch behandelt werden. Es soll sogar ein Impfstoff gegen das Streben nach Geistigkeit in Gebrauch kommen. Nachdem wir im Liberalismus versinkt haben, folgt nun die natürliche Reaktion des Menschen, sich als Persönlichkeit irgendwie zu retten. Es kann nicht sein, dass es 23 Formen der Sexualität gibt, die gleichberechtigt sein sollen! Das ist der helle Wahnsinn! Es gibt eine Form der Sexualität und dass ist die Heterosexualität. Alles andere ist die Erscheinung verschiedener Wahnsinnsabstufungen, die die Liberalen für die Norm erklären. Aber das kann man nicht vom Gesichtspunkt der materialistischen Weltanschauung verstehen, denn die verschiedenen Arten der Sexualität sind das Ergebnis der verschiedenen Formen des Missbrauchs der Sexualität in früheren Inkarnationen.

Zwischen diesen beiden Wegen gibt es einen dritten Weg, auf dem das demokratische Prinzip, auf das alle schwören, mit der individuellen Ich-Entwicklung des Menschen vereint sein wird. Das wird das Vereinen verschiedener Manifestationen des Willens sein, denn das Ich ist eine Manifestation des Weltenwillens. Wenn der Mensch zum Subjekt der Evolution wird, ist er ein Wille, der den Verlauf der Evolution bestimmt. Dann werden einzelne richtig entwickelte Manifestationen des Willens sich in eine Gemeinschaft vereinen, die den Anfang des dreigliedrigen sozialen Organismus machen wird. Nächstes Mal werden wir über die soziale Dreigliederung sprechen, jedoch unter einem anderen Aspekt. Es ist klar, dass etwas verändert werden muss, zumal die von Steiner angebotene Form wirksam ist. Doch ist sie praktisch realisierbar und wie lässt sie sich umsetzen? Nächstes Mal werden wir dies zu klären versuchen.

Um die Zivilisation zu retten, ist eine Methodologie notwendig, die universell für diese Zivilisation sein soll, denn der Kern der Zivilisation ist die Kultur und der Kern der Kultur ist die Methodologie. Die Anthroposophie wird gewöhnlich als eine Sammlung von Tatsachen empfunden, die Erkenntnisse liefern, doch ihr Wesen besteht in ihrer Methodologie und in ihrem Organon. Steiner hat beides gegeben und die von ihm vorgetragenen Tatsachen resultierten aus beidem. An jede Tatsache der Anthroposophie ist methodologisch heranzugehen und nicht dogmatisch. Dann kann die konkrete Tatsache im Menschen lebendig werden und das Fundament bilden, auf dem auch andere Tatsachen eröffnet werden. Sonst würde die Anthroposophie zum reinen Paukstoff verkommen, der sich von dem Stoff anderer Disziplinen kaum unterscheidet. Die heutige Wissenschaft ist so zerkleinert, dass jeder, der versucht, eine Synthese zwischen einzelnen Disziplinen vorzunehmen, als Eklektiker verurteilt wird. Das bulgarische Mysterium etwa kann jedoch nicht richtig beleuchtet werden, ohne die zahlreichen Wissenszweige durch die geistige Weltanschauung zu erfassen. Dann kann man das, was ich über die bulgarische Herkunft vieler Personen der Geschichte vorgetragen habe, plötzlich mit anderen Augen sehen und nicht a priori ablehnen. Damit Steiner den Weg der Anthroposophie bahnen konnte, begann er mit der Erkenntnistheorie, die das Zentrum der Methodologie bildet. Wie wir wissen, war er der wieder inkarnierte Thomas von Aquin und Aristoteles – eine Individualität also, die sich entlang der Linie des Verstandes bewegt. Die meisten heutigen Wissenschaften sind die Frucht der empirischen Methode. Im Unterschied zu dieser Methode der äußeren Wissenschaften versuchte Thomas von Aquin schon im 13. Jahrhundert, sich zum höheren Ich zu erheben und dadurch den Weg zur Schöpfung zu finden. Das ist die Einführung der Ontologie in die Erkenntnistheorie, die Einführung des Evolutionismus in die Erkenntnis. Thomas von Aquin konnte das nicht erfolgreich machen, doch in seiner Inkarnation als Rudolf Steiner gelang ihm das. Steiner vereinigte das Streben Thomas‘ von Aquin mit den Errungenschaften der modernen Wissenschaft, doch nicht als ihre einfache Summe in seinem Ich, sondern er hat beide Teile in etwas Neues metamorphosiert. In dieser Metamorphose entdeckte er, wie man in der richtigen Art den Übergang vom niederen zum höheren Ich durch das Werkzeug des Denkens zu verwirklichen hat. Dieses Werkzeug war das letzte, das wir auf dem Weg der Verinnerlichung erlangt haben, deshalb müssen wir zuerst damit anfangen. Wenn wir das Denken metamorphosiert haben, können wir zum nächsten Schritt übergehen – zur Metamorphose des Bewusstseins von der Gegenstandsform zur Bilderform, doch nicht wie in der Vergangenheit als eine Gruppenbewusstseinsform, sondern auf dem individuellen Weg als Erhebung vom niederen zum höheren Ich. Das ist ein Riesenübergang, ein Weg von unten nach oben. Steiner hat den Weg von der sinnlichen zur übersinnlichen Welt gebahnt, indem er die Evolution der Naturwissenschaft mit der Schöpfung der Theologie vereinigte.
Unser heutiges Denken funktioniert in der Triade These – Antithese – Synthese. Wenn wir die Genese dieser Triade zurückverfolgen, werden wir zur Trinität kommen. Wie ich bereits in der ersten Vorlesung dieser Saison hervorgehoben habe, ist diese Triade schon auf dem alten Saturn in Erscheinung getreten – durch die Geister des Willens, der Bewegung und der Weisheit. Diese Triade hat eine gigantische Entwicklung erfahren, bevor sie unsere Zeit erreichte. Wenn wir heute im Bewusstsein unseres niederen Ich nicht triadisch denken, können wir kein Selbstbewusstsein haben. Dank des triadischen Denkens konnte sich das menschliche Denken zum Niveau eines Hegels erheben. In der altgriechischen Zeit sollte die Wahl getroffen werden zwischen dem alten Bilderdenken und dem neuen Gegenstandsdenken. Wegen dieser Wahl wurde Sokrates der Gotteslästerung bezichtigt. Doch die wahre Wahl bestand darin, entweder in die Sackgasse des abstrakten Denkens zu geraten oder den Weg zum individuellen bildhaften Denken durch das höhere Ich zu bahnen. Im 19. Jahrhundert haben diese Wege zu Hegel und Marx geführt. Marx formulierte eine These und hat die Antithese aus seiner Ansammlung von Begriffen hergeleitet, um danach eine Synthese vorzunehmen. Doch er war sich nicht bewusst, dass bei der Herleitung der Antithese aus seiner Vorbestimmtheit, aus seiner Subjektivität, aus seinen Vorlieben, die von der Persönlichkeit abhängig sind, der These nicht erlaubt wird, ihre Antithese selbst zu finden. Dann ist auch die Synthese willkürlich und kommt zu Ansichten, wie „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“, „Proletarier aller Länder, vereinigt euch“, „Diktatur des Proletariats“ und ähnlicher hohler Phrasen. Die Marxsche Synthese ist problematisch nicht wegen seiner These, sondern wegen der Antithese. Hegel hat die These formuliert, er blieb im reinen Denken und seine subjektive Willkür mischte sich nicht ein. Die Antithese und die Synthese erscheinen bei ihm von selbst, er kontempliert nur die Bewegung des Gedankens und schreibt sie auf, ohne sie zu erleben. Hegel hat begriffen, dass der Ausweg aus den Grenzen der empirischen Erkenntnis, die das niedere Ich selbst aufstellt, im Argumentieren der Gleichheit Ich = ich liegt. Es muss verstanden werden, dass Christus als Ich und die Widerspiegelung dieses Ich auf dem Boden der Welten als unser klägliches Ich gleich sind. Das, was ich vor Jahren erlebt und in meinem Buch beschrieben habe, ist genau diese Erkenntnis – „Ich bin Gott Selbst“. Da ich das erlebt habe, weiß ich, dass es stimmt. Ein solches Erlebnis schießt einen durch alle Stufen des Seins bis zum Zentrum, bis zum Absoluten hoch. Es ist mit nichts anderem zu vergleichen und kennzeichnet den Beginn der wahren Geburt des Ich im Menschen. Doch Hegel konnte diese Gleichheit nicht argumentieren. Im 20. Jahrhundert hat der bedeutende russische Philosoph Nikolay Lossky die Gleichheit „alles in allen“ begründet. Er kam zur Ansicht der ursprünglichen Gottmenschlichkeit Christi, was ihn auch zu dieser Gleichheit führte. Das heißt, dass alles, was mit dem einzelnen Menschen geschieht, im ganzen Universum, das ein lebendiges Wesen ist, seinen Widerhall und seine Widerspiegelung findet. Das heißt auch, dass das ganze Universum in jedem Menschen existiert und wenn der richtige Weg gefunden wird, kann man das im Universum Geschehende auch im Menschen finden. Steiner ging durch die Metamorphose der Erkenntnistheorie weiter, indem er sie zur Logik des anschauenden Denkens führte und den Weg vom niederen zum höheren Ich durch die siebenstufige Lemniskate dieses Denkens bahnte. Dieses anschauende Denken wird uns zur künftigen Änderung der Denkform führen. Steiner sagte, dass man alle sieben Stufen der Lemniskate erleben muss. Sie werden sich wahrscheinlich an die Vorlesung „Die Auferstehung im Denken“ erinnern, als ich darüber sprach, wie ich durch meine eigenen Erlebnisse veranschaulichte, wie ich von der These, dass nichts auf dieser Welt mir helfen kann, zur Synthese zwischen den Impulsen der Anthroposophie und des Bodhisattva kam. Wir müssen die eine Schlaufe der Lemniskate, die im Diesseits ist, durch den Punkt des niedern Ich hinüberziehen und zu einer anderen Schlaufe machen – zu einer lebendigen Schlaufe, die aus den moralischen Intuitionen, der moralischen Phantasie und der moralischen Technik besteht, entsprechend den Begriffen, die Steiner in der „Philosophie der Freiheit“ formuliert hat. Damit überhaupt eine Änderung im Denken erreicht werden kann, muss man zuerst über einen sehr reichen Satz von Begriffen verfügen, also muss man viel lesen und viele Kenntnisse erwerben. Danach kommt das Denken in diesen Begriffen, ihre Anwendung. Heutzutage sind viele Menschen äußerst unfähig im Denken und können nicht mal die gewöhnliche Triade aus These – Antithese – Synthese benutzen, geschweige denn über das Hegelsche Denken hinausgehen. Die Theorien über das Vertreiben des Verstandes und das Verlassen nur auf die Gefühle sind absolut unhaltbar. Man muss alle drei Stufen der Triade erleben, denn so kann jeder Ideen streifen, die ihn persönlich interessieren und bewegen. Mich persönlich bewegen die größten existenziellen Fragen, deshalb komme ich zu den Ideen, die ich Ihnen hier darstelle. Ein anderer kann einfach von einem Krokus bewegt werden, aber er muss den Krokus mit solcher Liebe anschauen, dass ihm eventuell die Blume die ihr angelegte Idee eröffnet, die jenseits der gewöhnlichen Vorstellung liegt, die ein leerer, doch notwendiger Luftballon darstellt. Man müsste mehr von diesen Luftballons haben, die irgendwann zu platzen beginnen und die nicht einfach verschwinden, sondern metamorphosieren und die Ideen eröffnen, die hinter ihnen stecken. Die These, Antithese und Synthese werden intensiv erlebt, man denkt nicht einfach an sie – das ist das Wichtigste hier. Dann wird in einem bestimmten Augenblick, falls es oben beschlossen wurde, die Idee dem Menschen eröffnet, der bereit ist, sie zu begreifen.
Es werden keine Perlen vor die Säue geworfen! Die Bewegung zur Idee beginnt beim niederen Ich und in einem bestimmten Moment verschwindet das Gegenstandsbewusstsein, die Idee des Objekts wird als eine moralische Intuition eröffnet, sie wird durch das höhere Ich individualisiert und der Welt gezeigt. Im Augenblick der Eröffnung der Idee setzt der Mensch sich selbst mit dem Objekt gleich, also mit einer anderen Bewusstseinsform, mit dem anderen Ich, im gegebenen Fall mit dem Gruppen-Ich des Krokusses. Das kann ohne den Verlust des Selbstbewusstseins nur mit der Vermittlung durch Christus geschehen. Er ist das einzige Wesen, in Dem der Mensch sein Bewusstsein nicht verlieren, sondern erhöhen kann. Letztes Mal haben wir über die Evolution der Wesen gesprochen, die über uns sind. Sie entleeren ihr Selbstbewusstsein nach unten, um sich zu einem höheren Selbstbewusstsein nach oben zu erheben. Wir müssen für einen Augenblick unser begriffliches Bewusstsein in Punkt 4 der Lemniskate löschen, damit uns die Idee eröffnet wird. In diesem Augenblick wird die Triade aus der sinnlichen Welt auf die übersinnliche Welt übertragen und das Ich des Objekts, an das wir mit größter Liebe und größtem Interesse herangegangen sind, eröffnet sich uns. Die Fakten, die Steiner in der Anthroposophie vorgetragen hat, sind das Ergebnis solcher Augenblicke, einer solchen Eröffnung von Ideen und eines solchen Kontaktes mit den Ichen der Wesen. Die Anthroposophie ist die Summe solcher Augenblicke und es darf sich ist derjenige ein Anthroposoph nennen, der solche Augenblicke erlebt hat. Der Mensch schafft sich ein fünftes Reich, das aus den Begriffen des niederen Ich besteht.
Was passiert, wenn man die Ideen in der geistigen Welt streift? Dann beginnt sich das fünfte Reich des höheren Ich auszubilden. Das fünfte Reich des niederen Ich besteht aus dem Begriffsapparat und mithilfe der Begriffe erlebt sich der Mensch als Selbstbewusstsein, indem er triadisch denkt. Das höhere Ich befindet sich in der übersinnlichen Welt. Wenn man in diese Welt hinübertritt, eröffnet sie die Ideen. Dann formiert der Mensch von oben nach unten ein neues fünftes Reich. Dieses besteht aus Ideen, die das wahre Wesen der Begriffe darstellen, die das fünfte Reich des niederen Ich aufbauen. Es wird ein metamorphosiertes fünftes Reich aufgebaut, das für das höhere Ich des Menschen ein äußeres Reich ist und die von ihm individualisierten Ideen darstellt. Der Mensch muss diese lebendigen Ideen in die sinnliche Zivilisation einführen, denn alle anderen Ideen, die hier unten von überall herströmen, tot sind. Tote Ideen können nichts in die Welt einbringen, was Zukunft haben soll. Diese Zivilisation ist mithilfe der lebendigen Ideen zu metamorphosieren. Das Produkt der vorherigen drei Äonen muss metamorphosiert werden, damit wir die nächsten drei Äonen aufbauen können. Die Bodhisattva-Idee ist eine solche lebendige Idee und die Idee über die Synthese der Impulse der Anthroposophie und Beinsa Dounos ist auch eine lebendige Idee. Vor mehreren Jahren hat eine Frau, die Mitglied der anthroposophischen Gesellschaft ist, zu mir gesagt: „Wir wollen sehen, wie lange die Idee, dass Beinsa Douno der Bodhisattva des 20. Jahrhunderts ist, Bestand haben wird!“ Diese Idee hat nicht einfach überlebt, sondern ohne sie gibt es keine Zukunft für die Menschheit. Die Tragödie der Anthroposophen wird sich immer mehr vertiefen. Der Mensch ist verpflichtet, das übersinnliche fünfte Reich in die sinnliche Welt herunterzuholen, denn nur die Ideen von dort sind in der Lage, diese Welt zu verändern. So wird der Mensch zu einem wahren Ich, zu einem wahren Subjekt der Evolution. Er personalisiert den kulturhistorischen Prozess und von ihm hängt ab, was passieren wird. Der Blick wird dann von oben nach unten gerichtet.
Wenn man diesen Weg besteigt, kommt man zum Problem der eigenen Erfahrung und ihrer Anerkennung durch die Mitmenschen. Neulich bekam ich die ersten Kapitel von Prokofieffs Buch über Judith von Halle zu lesen. Als ich 2014 die Vorlesung über die Golgatha-Geheimnisse vortrug und auch auf die Stigmen dieser Anthroposophin einging, hatte ich dieses Buch noch nicht gelesen. Wie ich erwartet habe, spricht Prokofieff im Buch darüber, dass die Methode der Anthroposophie die richtige ist und das, was über von Halle kommt, eine atavistische Form ist, die vom Leib und nicht vom Ich herrührt und der neuen Zeit nicht angemessen ist. Die Anhänger von Halles haben offenbar sehr aggressiv und energisch gegen Prokofieff reagiert, worauf ein großer Konflikt innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft entstanden ist. Hat Prokofieff Recht bei der Stellung, die er bezogen hat? Grundsätzlich hat er Recht, doch warum sind einige merkwürdige Sachen geschehen? Nach der Schlüsselkonferenz in Varna im Sommer 2014, die außerordentlich wichtig war, habe ich in der Michaelizeit unter anderem in meiner Vorlesung über Judith von Halle vorgetragen, was auf die Lektüre der Materialien von Peter Tradowsky basierte, die mir nicht zufällig zwei Anthroposophen gaben, die mich damals besuchten – Slatosarka Detscheva und Georgi Hristov. Es waren ca. 30 Tage seit dem Tod Sergej Prokofieffs vergangen. Wir wissen, was mit einer Seele geschieht, die die Welt verlassen hat und Sergej Prokofieff war in der Tat eine bemerkenswerte Seele! Den Freitagabend, der auf der Konferenz Prokofieff gewidmet war, habe ich als sehr dramatisch und erschütternd erlebt. Nach der Konferenz kam der Vorsitzende der Anthroposophischen Gesellschaft Trajtscho Frangov auf mich zu und sagte: „Dimitar, übernimm die Staffel!“. Ich wusste, dass ich die Staffel übernehme, Prokofieff hat es nur über ihn ausgesprochen. Neulich habe ich nach der letzten Konferenz in Varna Frangov gefragt, ob er noch weiß, was er mir gesagt hat. Er hatte überhaupt keine Erinnerung an den Vorfall. Natürlich konnte er sich nicht daran erinnern, denn er war nur das Werkzeug, durch das diese Worte ausgesprochen wurden. Die Übergabe der Staffel Prokofieffs kam zustande und danach folgte die Vorlesung über Judith von Halle. Während der Vorlesung selbst habe ich die Bestätigung zweier der Behauptungen Judith von Halles durch die geistige Welt erhalten, die äußerst wichtig sind. Im ersten Fall ging es darum, dass alles, was vom Leib Christi als Blut, Schweiß, Haut- und Fleischpartikel während der Folterung und auf dem Weg zu Golgatha abgefallen ist, von übersinnlichen Wesen aufgesammelt und der Leib wieder vervollständigt wurde. Die zweite Behauptung betraf das Blut, das aus den fünf Kreuzeswunden floss und andere Eigenschaften hatte als das Blut, das vor der Kreuzigung geflossen war. Beim Tropfen auf den Boden ist das Blut aus den ersten vier Wunden nicht eingesickert, sondern es wurde sofort ätherisiert, indem es zum Teil der Ätheraura der Erde wurde, die sich völlig verwandelte und mit Astrallicht aufleuchtete. Die Erde hat auf diese Weise den Keim ihrer zukünftigen Verwandlung in eine Sonne erhalten – den zukünftigen geistigen Jupiter. Die Wunde, die seitlich am Brustkorb war, wurde nach dem Tod zugefügt und aus ihr flossen Blut und Wasser, die Joseph von Arimathäa, der spätere inkarnierte Skythianos, in den Kelch aufsammelte. Dort war der Anfang des Gralsmysterums und der Gral ist das Hauptheiligtum im Christentum und nicht das Kreuz. Wir reden vom Christentum des Heiligen Geistes. Beinsa Douno sagte seinen Anhängern, nicht den gekreuzigten Christus zu beweinen, da Er lebt und heute so stark ist, dass kein Baum gefunden werden kann, der so groß ist, dass Christus an ihm gekreuzigt werden kann. Es werden keine Nägel gefunden werden, mit denen man Ihn an ein Kreuz annageln kann, da Er sie schmelzen wird. Das Kreuz war bisher das Hauptheiligtum des Christentums. Natürlich darf man es nicht ablehnen, da jeder als Ich sein Kreuz schultern soll und wir alle das Kreuz der Evolution zu tragen haben und nicht wie bisher wie Prometheus an das Kreuz der Evolution angenagelt werden. Deshalb rief Christus die Jünger auf: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“ (Matth.16:24). Der Mensch hat das Kreuz der Evolution auf sich zu nehmen und zum Subjekt zu werden, das diese Evolution steuert. Das ist eine Last, die nicht schwer ist. Wenn jemand die ersten Schritte beim Tragen dieses Kreuzes kennt, dann möchte er dieses Kreuz immer mehr tragen und ist immer mehr bereit es zu tragen, bis er schließlich zum Zustand kommt, den Steiner beschrieben hat – der Mensch lässt sich in seinem Wille von den Göttern „aufessen“, also er erfüllt vollkommen den Willen Gottes. Es gibt einen subjektiven und einen objektiven Willen. Der objektive Wille ist der Weltenwille der geistigen Wesen und der subjektive Wille ist der Wille unserer niederen Iche. Wenn man in Punkt 4 der Lemniskate zur geistigen Welt hinüberspringt, dann geht man vom subjektiven Willen zum Weltenwillen über. Dann wird das Denken zum Willen, denn das Ich ist ein Wille. Der Weltenwille erschließt sich, die Ideen eröffnen sich, also die Wesen, denn sie bestehen aus Gedanke und Wille. Das ist ihre Substanz. Die Idee wird im Weltenwillen über das höhere Ich als Willen erhalten, sie kommt als ein Gedanke zum Menschen, den er als Gedanken und Willen in die Zivilisation einführt, damit das Neue aufkeimen kann. Wenn man sich zum kontemplativen Denken erhebt, macht man den Übergang zu einer anderen Logik, die einen vom subjektiven zum objektiven Willen überträgt und zum Werkzeug der Götter macht, ohne dass das eigene Ich eliminiert wird. Das Ich hat die Eigenschaft, sich immer über die anderen Iche durchsetzen zu wollen. Selbst in den spirituellen Gemeinschaften will sich jeder über die anderen durchsetzen. Der wahre Sinn in der Entwicklung des Ich besteht darin, sich an die Stelle des anderen Ich zu stellen, sich mit ihm für einen Augenblick zu identifizieren, damit ihm die Idee hinter diesem Ich eröffnet wird. Es kommt nicht zu einer quantitativen Erweiterung, sondern zu einer qualitativen Veränderung. Hier haben wir einen Sprung, der im Symbol des Krebses veranschaulicht wird. Das ist ein Sprung vom fünften Reich, das vom niederen Ich gebildet wurde, zum fünften Reich, das um das höhere Ich entsteht – das fünfte Reich der Ideen. Das verändert den Menschen als eine Art. Jeder einzelne Mensch wird zu einer eigenen Art, wobei zuerst seine Denkart verändert wird, dann auch seine Bewusstseinsform. Diese Arten haben mit Rasse oder Volk nichts zu tun, sondern werden Vertreter der Menschheit sein. Der Mensch ist ein Ich, das von Gott heruntergestiegen ist und er muss sich als eine einzelne Art dieses Gottes manifestieren, es gibt keinen anderen im ganzen Kosmos und in allen Zyklen, der mit ihm identisch ist. „Ihr seid Götter“, heißt es in der Bibel (Psalm 82:6), aber wir müssen zu Göttern werden und das wird erst auf dem Vulkan geschehen. Bisher haben wir nur das Potenzial, Götter zu sein. Wo wurde uns diese Potenz angelegt? – In unser niederes Ich wurde die ganze bisherige Entwicklung des Zyklus des Sohnes angelegt, doch nicht als Leben, sondern als eine Potenz für Lemniskaten, die sich zu entfalten beginnen sollen. Jede von ihnen soll die Idee eröffnen, zu der sie führt. Die ganze Entwicklung während dieser dreieinhalb Äonen, die ganze Schöpfung, alles, was im Universum existiert, ist im niederen Ich des Menschen verinnerlicht, doch nicht als Leben und Substanz, sondern als Potenz. Wenn der Mensch beginnt, den Übergang von seinem gewöhnlichen fünften Reich zum eigentlichen fünften Reich zu machen, beginnt jede Lemniskate sich kontemplativ und siebenstufig in seinem Ich zu entfalten, es beginnt ein Übergang zu seinem höheren Ich und dieses fünfte Reich beginnt sich auszubilden. So beginnt die allmähliche Metamorphose der vergangenen Äonen in zukünftige Äonen, wobei sie durch den Menschen verlaufen. Der Mensch ist die Schutzschaltung der Evolution, der zukünftigen Schöpfung. Er ist das Subjekt, der alles vom Saturn bis jetzt verinnerlichen soll. Und nicht nur das. Vor drei Stunden wurde mir etwas bestätigt, was ich letzten Monat gesagt habe. Auf dem Vulkan werden das Geistselbst, der Lebensgeist und der Geistesmensch abfallen und es wird der Auferstehungsleib herauskommen, der das ewige Leben ist. Christus ist der Träger des Ich-Prinzips vom Absoluten und des ewigen Lebens in allen Zyklen. Das, was Er auf Golgatha getan hat, ist das größte Ereignis aller Zyklen der Offenbarung des väterlichen Weltengrundes. Er hat das ewige Leben und das Ich-Prinzip am tiefsten Punkt, im härtesten Element manifestiert, wo die Widerspiegelung ist und wo es keine Substanzialität gibt und kein Leben. Dieses Wunder stellt die Verbindung zwischen den Zyklen her. In diesem Wunder manifestierte Christus die Fülle Gottes. Die Verinnerlichung des ganzen Zyklus und sein Sinn, der Sinn des vergangenen Zyklus und alles, was den neuen Zyklus ergeben wird, ist in Christus Jesus enthalten, und es ist auf der Erde manifestiert worden. Ich kenne bisher niemanden mit einem solchen Christus-Verständnis, aber nur dieses Verständnis kann uns bei der Begegnung mit dem Antichristen helfen.

 

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