Die Krise der Zivilisation und der Ausweg durch das fünfte Reich

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 29.01.2017 in Varna

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Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir bitten Dich, dass so viele Seelen wie möglich den Weg zu Dir finden, damit wir das Bevorstehende meistern können. Amen!

In den letzten vier Vorlesungen haben wir unseren Blick auf die größten Rätsel der Gott- Menschenerkenntnis gerichtet. Heute werden wir versuchen, alles Vorgetragene quasi zur Landung zu bringen, um nach den Ursachen der Krise der heutigen Zivilisation und den Ausweg aus dieser dramatischen Lage zu suchen. Dabei werden wir wieder von den höchsten Sphären des Geistes ausgehen, da man von oben am besten sieht. Bei unseren vorherigen Treffen haben wir den Unterschied zwischen Christus und dem Gott-Sohn betont – das ist eine wahre Revolution in unserem Verständnis der hohen Göttlichkeit. Der große Anthroposoph und christlicher Theologe Emil Bock hat bei der Übersetzung des Neuen Testaments die wichtige Präzisierung gemacht, dass unter dem Wort „Vater“, das in den bisherigen Übersetzungen verwendet wurde, der „väterliche Weltengrund“ zu verstehen ist. Das ist etwas Unterschiedliches als die erste Hypostase der Heiligen Trinität. Das hat Gennadij Bondarew bemerkt und den Sinn darin erkannt. Meiner Meinung nach ist Bondarew zum wichtigsten Anthroposophen unserer Zeit geworden. Sergej Prokofieff war der bekannteste Anthroposoph und ist auch ein sehr mächtiger Geist, doch der mächtigste Geist in der Anthroposophie heute ist Gennadij Bondarew. Es ist eine andere Frage, wie er auf die Bodhisattva-Herausforderung des 20. Jahrhunderts reagiert, falls er mit dieser Frage konfrontiert würde. Das ist jedoch nebensächlich, da jeder seinen Anteil an der Aufgabe erfüllen soll. Als Steiner das Vaterunser erläuterte, benutzte er auch das Wort „Grund“, von dem alles ausgeht, doch bleibt bei ihm diese Frage im Hintergrund. Deshalb haben die Anthroposophen massenhaft dieses Verständnis des Wesens der höchsten Göttlichkeit und haben folglich auch das Wesen des Christus selbst nicht gestreift. Der „väterliche Weltengrund“, den wir weiter einfach ‚Gott‘ nennen werden, ist der unbekannte Gott, das Absolute, das beschließt, seinen aufzudeckenden Teil als seine Offenbarung in drei Stufen aufzudecken. Auf der ersten Stufe manifestiert sich Gott als eine Relation mit sich selbst. Auf der zweiten Stufe der Offenbarung eröffnet Er sich selbst sich gegenüber als eine Einheit, die aus einem Weltenobjekt und einem Weltensubjekt besteht. Diese Einheit ist der Anfang des Seins im anfanglosen väterlichen Weltengrund und heißt Christus – das ausgesprochene Wort, das uranfängliche Wort, das gleichzeitig unausgesprochen ist. Hier ist der Anfang jedes Dualismus, hier ist der Übergang von der Eins des Gottes zu der Zweiheit aus Objekt und Subjekt. Auf der dritten Stufe der Offenbarung manifestiert sich Christus als eine der drei Hypostasen Gottes und es wird der Übergang gemacht zur Dreiheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Jeder Monotheismus hat drei Hypostasen, wenn er sich selbst wirklich versteht. Die drei Hypostasen stehen im Zyklus des Sohnes in Wechselwirkung zueinander. Daraus entstehen sieben Bewusstseinsstufen oder sieben Äonen, 49 Lebenszustände oder Runden, 343 Formzustände oder Globen. Der einseitige Monismus der christlichen Kirchen, der zum Vater führt, kann uns in keiner Weise das Wesen des Gottes und des Christus enthüllen. Durch Christus offenbart sich Gott als ein absolutes Ich und seine Rückkehr zu sich selbst kann nur von Ich-Wesen verwirklicht werden, die sich auf allen Stufen der Offenbarung befinden. Indem sich alle Iche im Ich als Gott des Ich offenbaren, werden sie zu kleinen Hypostasen Gottes und so wird Er uranfänglich der Schöpfung immanent. Das dauert bis zu seiner Rückkehr zu seiner unausgesprochenen Einheit, die im Zyklus des Sohnes von Christus verwirklicht wird. Alles in der Welt wird von den Relationen zwischen den Ichen aufgebaut, von denen ein jedes mit seinem individuellen Ton klingt. Deshalb bleibt jedes Ich beim Erklingen der allgemeinen Harmonie des Weltalls für sich, obwohl sie miteinander verschmelzen und gleichgesetzt werden können. Daher kommt, dass jedes Wesen soviel Wert wir das ganze Weltall ist. Wenn eine alte Frau in einem kleinen Dorf vergewaltigt wird und das zu einer großen Tragödie für sie am Abend ihres Lebens führt, ist das ein größeres Problem für das Universum als das Platzen von Geschäften für Millionen, wie etwa das Nichtbauen von geplanten Autobahnen. Die Sphärenmusik ist eine Harmonie tönender Iche. Der uranfängliche Ton erklang von Christus, deshalb haben Ihn die ersten christlichen Gnostiker ‚das Wort‘ oder ‚den Logos‘ genannt, entsprechend wurde die Heilige Trinität den ‚Ersten’, ‚Zweiten’ und ‚Dritten Logos’ genannt, die jeweils die Substanz, das Leben und die Idee für den neuen Zyklus ausgestrahlt haben. Die Heilige Trinität und Christus haben die Struktur des Weltalls als zwei sich schneidende Kreuze konstruiert – das Christus-Kreuz und das Evolutionskreuz. Im Hinblick auf den väterlichen Weltengrund sind sie identisch, doch spielen sie eine unterschiedliche Rolle in der Entwicklung. Der tatsächliche Prozess der Entwicklung besteht im rhythmischen Wechsel zwischen Verinnerlichung und Objektivierung der Offenbarung. Dabei wirkt hier ein Gesetz, nach dem die Objektivierung eine Herabsetzung des Bewusstseins des sie verwirklichenden Wesens ist und die Verinnerlichung die Verstärkung der Objektivierung ist – ein Wesen, das die Verinnerlichung vornimmt, verstärkt also sein Bewusstsein. Im Objektivierungsprozess haben z.B. die Geister des Willens sich selbst als das Weltenfeuer auf dem alten Saturn ausgestrahlt, das zur Wärme der ursprünglichen Menschenmonade wurde. Das Bewusstsein der Geister des Willens wurde herabgesenkt, da das von ihnen Ausgestrahlte herunterströmte und sein Bewusstsein im Vergleich mit dem ursprünglich Ausgestrahlten herabsenkte. Wenn der Mensch beginnt, das Ausgestrahlte zu Eigen zu machen, damit es zum Ich in ihm wird, erfolgt eine Bewusstseinserhöhung. Einzig bei der Uroffenbarung (bei der Verinnerlichung des Einigen Gottes) liegt keine Bewusstseinsverstärkung vor, denn dann müsste davon ausgegangen werden, dass mit der Offenbarung Gott jemanden verinnerlicht hat, der über Ihm steht, was absurd ist.

Als Träger des Ich-Prinzips vom Absoluten ist Christus das Ideal jedes sich entwickelnden Wesens im Zyklus – ein Universum, das ein lebendiges Wesen ist und aus unzähligen Wesen besteht und in jedem Augenblick der Entwicklung in allen Teilen des Zyklus anwesend ist. Christus selbst hat keine Aufgaben bezüglich der eigenen Entwicklung im Zyklus, weil der Sinn seiner Entwicklung sich über den Zyklus emporhebt. Doch alle übrigen Wesen haben ihre Aufgabe im Zyklus zu erfüllen, je nachdem wie sie entstanden sind und welche Idee ihnen zugrunde gelegt worden ist. Der Schnittpunkt der beiden Kreuze, die wir eben erwähnt haben, ist äußerst wichtig und das ist der geheimnisvollste Ort der Schöpfung, wo aus dem „Nichts“ Gottes außerhalb von Zeit und Raum er sich selbst „von oben“ als Ich manifestiert. Das Ich ist die Quintessenz jeder Entwicklung und seine rechtmäßige Erhebung ist von entscheidender Bedeutung für die Evolution. Der Punkt des „Nichts“ ist der Übergang von der Objektivierung zur Verinnerlichung, in dem der reine Wille wirkt, der den Keim des neuen Ich bildet. Das neu entstandene Ich seinerseits soll das Kreuz der Weltenevolution auf sich nehmen, um auch bei der Weiterentwicklung des Weltalls an dessen Tragen teilzunehmen. Als Christus kam, trat Er in Jesus ein, wurde zum Menschen und ging durch Tod und Auferstehung. Dadurch bahnte Er auch für den Menschen den Weg, damit der Mensch diesen Punkt in der wahren Art erlebt und nicht in der abstrakten Art, die in der altgriechischen Zeit begonnen hatte. Christus gab uns die Möglichkeit, das in der physischen Welt zu tun. Darin besteht auch der Hauptunterschied zwischen dem christlichen Verständnis und den anderen monotheistischen Religionen. Im christlichen Monotheismus wird behauptet, dass derjenige, bei dem alles begann, ein Mensch wurde, durch Tod und Auferstehung ging und zum Führer der Menschen auf dem Weg zu ihrer Individualisierung wurde. Auf diese Weise wurde das Kreuz der Weltenevolution dem Erdenmenschen auferlegt. Dieser Monotheismus ist evolutionär und unterscheidet sich von allen anderen monotheistischen Auffassungen, für die die Schöpfung einmal erschaffen wurde und im Rahmen des ursprünglich Erschaffenen erstarrt ist. Im Monotheismus des Christentums gibt es die Schaffung der Iche – das Evolutionsprinzip, bi dem der Mensch zum Subjekt der Evolution und Mitarbeiter Gottes werden und die Evolution schaffen kann. Auf diese Weise lassen sich Gott und der Mensch in seiner Entwicklung als Ich-Wesen verstehen.

Nach gigantischen Verinnerlichungen der Uroffenbarung und nach der Entfaltung der uranfänglichen Idee wurde das Weltall gebildet, das wir in unserem Äon der Erde kennen. Auf der Erde entstanden vier Naturreiche – das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich und das Menschenreich. Körperlich und seelisch wurde der Mensch auf dem Kreuz der Evolution „gekreuzigt“, was im Mythos vom gefesselten Prometheus zum Ausdruck kam. Das hatte zum Ziel, dass wir zum Erlangen unseres eigenen Ich in der physisch-sinnlichen Wirklichkeit kommen. Der Weg unserer dreifachen Leiblichkeit zum Ich ging durch eine langwierige Individualisierung unserer Seelenkeime, die die Hierarchien unseren Astralleibern angelegt hatten. Am Anfang waren wir eben ein Naturreich und nichts anderes. Unsere Verwandlung in etwas anderes war ein sehr langer Prozess, der gegen Ende der atlantischen Zeit begann, als die Keime des Denkens angelegt werden sollten. Damals kamen die Eingeweihten als die Vorhut der Menschenmassen zum keimhaften Denken, das ein Kontrapunkt des damaligen mächtigen Bilderbewusstseins war. In den ersten zwei nachatlantischen Epochen wies das Denken keine besonderen Fortschritte auf, aber in der dritten nachatlantischen Zeit hat die Entwicklung, in der der Mensch zum Denkprozess gerichtet wurde, dahin geführt, dass der objektive Prozess der Entwicklung zum kulturhistorischen Prozess wurde. Über eine kulturhistorische Phase in der Entwicklung der Menschheit kann unter Vorbehalt ab der zweiten Kulturepoche gesprochen werden, als der Mensch die Gegenüberstellung von Ormuzd und Ahriman erlebte. Aber in ihrem Wesen gehört diese Phase der dritten und insbesondere der vierten Kulturepoche an, als sich das gegenständliche Bewusstsein durchgesetzt hat und wir das niedere Ich gemeistert haben. Damals existierte auch das Bilderbewusstsein, dessen Niederschlag wir in der Mythologie finden und es wurde mit den Anfangsformen der Gegenstandsbewusstseins vermischt, was die Menschen vor das große Dilemma stellt, welchem Bewusstsein sie den Vorrang geben sollen. Die wichtigste Berechtigung für ihr Wüten fanden manche der römischen Cäsaren in der Erklärung, dass die Götter durch sie wirken. Trotz der Widersprüchlichkeit jener Zeit entstand das römische Recht, das die Persönlichkeit legalisierte. In der fünften Kulturepoche erreichte dieser Prozess unglaubliche Höhen, so dass wir heutzutage in unserer Zivilisation am Ende dieser achttausendjährigen Entwicklung stehen. Die Personifizierung des kulturhistorischen Prozesses geschah ursprünglich in den Mysterien durch Avatare und Adepten und ging allmählich zu Menschen über, die keine Einweihung erfahren hatten, doch ein Charisma besaßen und Völker anführen konnten. Die Geschichte der Menschheit wird immer von Individualitäten geschrieben, nicht von den Massen. Immer wird durch Individualitäten etwas personalisiert und die anderen Menschen folgen ihnen.

Nach diesem gigantischen Weg der Verinnerlichung kam es soweit, dass sich der Geist in die sichtbare Welt verwandelt hat, die uns umgibt. Im alten Ägypten hat niemand einen Baum in der Art wahrgenommen, in der wir ihn heute wahrnehmen – als eine Summe von Baumstamm, Wurzeln, Ästen und Blättern. An der Stelle, an der wir heute einen Baum sehen, wurde damals ein Bild wahrgenommen, das die Natur des geistigen Wesens des Baumes zum Ausdruck brachte und das nicht unserem heutigen Bild von einem Baum entspricht. Heutzutage sehen wir als Ergebnis der Objektivierung die Weltsubstanz als die Gegenstände der vier Naturreiche. Die Weltidee, die auch im Menschen wirkt, kann sich nicht mehr in das niedere Ich einmischen, denn dort ist die Grenze, über die der Geist nicht heruntersteigen kann. Die Substanz wird in uns als die Begriffe von ihr abgespiegelt, denen wir Namen gegeben haben. Die Gegenstände sind nicht das, was sie eigentlich sind, sondern sie stehen vor uns als die illusorischen Formen der ursprünglichen Substanz, die die Geister des Willens ausgestrahlt haben. Unser Bewusstsein nimmt die Gegenstände als Begriffe in einer reflektierenden Art wahr. In unserem Kopf sind die Begriffe, uns  gegenüber haben wir die Wahrnehmungen als die Widerspiegelung der Gegenstände und zwischen beiden entstehen die Vorstellungen, die als das Resultat zweier Widerspiegelungen auch eine Widerspiegelung sind. Das ganze Seelenleben des Menschen als Begriffe, Wahrnehmungen und Vorstellungen wurde seines Inhalts entleert. Die Menschheit lebt seit Jahrhunderten in diesem leeren Luftballon. Das Christentum sollte nach seinem Beginn in diesem leeren Luftballon angeeignet werden. Der Sinn der Verwandlung des objektiven Weltenprozesses in einen kulturhistorischen Prozess besteht in der Entwicklung des Ich – des höheren Ich, der Ich-Substanz von den Elohim. In unserem reflektierenden Dasein hat sich jedoch dieses Ich als unser niederes Ich abgespiegelt und wir haben den sinnlich wahrnehmbaren Teil des Weltalls mit dem übersinnlichen Weltall im reflektierenden Ich vereint. Das Ich sollte das Kreuz der Evolution auf sich nehmen und zum Subjekt dieser Evolution werden, es sollte sie weiterentwickeln und nicht nur ihr Produkt sein. Doch der Mensch hat beide Teile des einigen Weltalls in den leeren Luftballon, in die Widerspiegelung vereint und er versucht, mit diesem Luftballon das Subjekt der Evolution zu sein. Wir können das Ergebnis dieses Versuchs heute sehen. Der kulturhistorische Prozess ist das Ergebnis der Weltentwicklung und der menschlichen Entwicklung. In dieser Entwicklung haben sich drei Ströme ausgebildet, deren systembildendes Prinzip das Ich sein sollte. Das Ich ist etwas, was schaffen kann und nicht etwas, was geschaffen werden kann. Doch wenn das Ich reflektiert wird, wenn es inhaltslos ist, kann es keine rechtmäßige Beziehung zwischen den drei Strömen herstellen. Welche sind diese drei Weltenströme?

Der erste ist der Strom der Metageschichte und er verläuft ganz oben in der Gestalt der Wesen, die die Welt schaffen und die Welt selbst sind. Der zweite Strom ist der geschichtliche Strom, der das Resultat der Verwandlung des kulturhistorischen Prozess in Geschichte darstellt. Bereits am Anfang der geschriebenen Geschichte wurde sie bei ihrem „Vater“ Herodot zu etwas Falschem, denn das wahre Verständnis der Geschichte ist das Produkt der Metageschichte und nicht die Spiegelung dieser Metageschichte durch das gegenständliche Bewusstsein desjenigen, der sie aufschreibt. Indem der Mensch sein reflektierendes Ich erwarb, brach er seine Beziehung zu den Wesen der Metageschichte und verband sich mit den zurückbleibenden Wesen, die den dritten Strom der Subgeschichte bilden. Der Mensch wurde zu deren Spielzeug, da sich diese zurückbleibenden Wesen seines im Ausbilden begriffenen gegenständlichen Bewusstseins bemächtigten. Anstatt zur Verbindung dieser drei Stufen zu werden, die das Produkt der ganzen Evolution sind, wurde der Mensch zum Spielzeug der drei Kategorien von Wesen der Subgeschichte. Da der Mensch sein höheres Ich nicht individualisieren konnte, muss er sich mit seinem niederen Ich entwickeln.

Warum heißt dieses Ich ‚das niedere Ich‘? Das Weltall ist einheitlich, aber wir erleben es als sinnlich und übersinnlich. Oben ist das höhere Ich und hier unten ist das niedere Ich, mit dem wir im sinnlichen Weltall mit unserem Gegenstandsbewusstsein wirken. Nachdem wir alles in den vier Reichen benannt haben, entstand eine Summe von Begriffen. Das niedere Ich hat sich ein Universum aus Begriffen geprägt, das ein fünftes, dem Menschen eigenes Reich gebildet hat. Wir haben vier Naturreiche, die das Produkt der objektiven Evolution und der Götter sind, wobei wir das Menschenreich auch als ein Naturreich betrachten, denn die drei Leiber des Menschen sind die Emanation und das Produkt der vorherigen drei Äonen und im höchsten Sinne auch ein Produkt der drei Hypostasen der Trinität. Der Mensch schuf ein fünftes Reich, in dem aber die Begriffe nicht die wahre Idee zum Ausdruck bringen, welche den Gegenständen zugrunde liegt. Dieses Reich wird dauernd um neue Begriffe bereichert. Das niedere Ich wächst ständig als eine Ansammlung von Begriffen und es entsteht еine quantitative Anhäufung, ohne dass eine qualitative Änderung in der Bewusstseinsform des Menschen eintritt. Es besteht keine Möglichkeit einer Metamorphose, so dass von einer Spirale zu einer anderen, qualitativ neuen Spirale übergegangen werden kann. Stattdessen zerfällt die Wissenschaft in zahlreiche Unterdisziplinen, von denen jede einen eigenen Begriffsapparat bildet. Davon schwillt dieses fünfte Reich wie ein Geschwür an. Unter diesen Bedingungen kann der Mensch nicht zum systembildenden Faktor werden, er würde eher vernichtet werden.

Die Wesen aus den übersinnlichen Welten über uns haben unter anderen Bedingungen ihre Ich-Stufe erreicht, aber keines von ihnen hat ein reflektierendes Ich ausgebildet. Sie haben alle ein substanzielles Ich, das Leben schafft und keine leere Hülse wie unser menschliches Ich darstellt. Wir sind die einzigen Wesen, die ihre Individualisierung unter den Bedingungen begannen, die Christus schuf, als Er auf den Erdenplan herunterstieg. Mit seiner Ankunft hat Er den Weg zu unserer Individualisierung und der Verinnerlichung des Ich von der übersinnlichen Welt gebahnt. Als Johannes der Täufer aufrief „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ (Matth. 3:2), war das der Hinweis auf die Ankunft des Ich-Prinzips und ein Aufruf an den Menschen, das Kommende zu begreifen und das Kreuz Christi zu schultern, um vom Objekt zum Subjekt der Evolution zu werden. Die Menschen haben den Täufer nicht verstanden und ihn enthauptet, aber Christus hat den Weg abgezeichnet. Die Menschen sollten die Abwärtsentwicklung wenden und Zivilisationen und Kulturen aufbauen, die nicht hohl und totgeboren sind.

Wir wollen an dieser Stelle auf die Begriffe ‚Zivilisation‘ und ‚Kultur‘ eingehen, um die Möglichkeit zu finden, nach oben zu gehen und unsere Vorgehensweise zu bestimmen. Die Zivilisation stellt die Summe mannigfaltiger Faktoren dar, die das menschliche Leben organisieren. Die Kultur ist der Kern der Zivilisation. Sie ist ein System aus Erziehung, Bildung, Vorliebe zum Schönen, Suche nach den großen Ideen. Die höchste Form der Kultur, die immer im Besitz des Ich, des Individuums ist, ist das persönliche Schöpfertum. Wir können sagen, dass die Zivilisation der Körper und die Kultur die Seele ist. Wie die Seele ist, so wird auch die Zivilisation sein. Eine Zivilisation geht durch Entstehung, Aufschwung, allmählichen Untergang und Tod. Wenn eine Zivilisation entsteht, erhält sie Unterstützung von den Wesen der geistigen Welt. Die Menschen, die diese Zivilisation symbolisieren und bewegen, erfahren Unterstützung von oben. Wenn die Zivilisation ihren Höhepunkt überschreitet, so wie das bei unserer Zivilisation der Fall ist, weil sie das Produkt des reflektierenden Denkens ist, ziehen sich die geistigen Wesen nach und nach zurück und beginnen in der Sphäre zu wirken, in der die nächste Zivilisation vorbereitet wird. Sie bereiten die Gesetze und Regeln vor, nach der die neue Zivilisation funktionieren wird. Die Menschen unten müssen sich durch ihre Vertreter Klarheit über die Regeln verschaffen und sich darauf vorbereiten. Die vergehende Zivilisation beginnt zu zerfallen und die Wesen aus der Subgeschichte greifen sie an, indem sie das reflektierende Ich-Bewusstsein des Menschen erobern und dadurch zu seinen Herren werden. Allmählich wird nicht der Mensch zum Subjekt der Zivilisation, sondern die Wesen aus der Subgeschichte, die sie ergreifen, bewirken, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Die Zivilisation wird stärker als ihr systembildender Faktor. Das geschieht, weil der Mensch keine Kultur ausstrahlt, die auf das Spirituelle gerichtet ist. Im 20. Jahrhundert und in unserer Zeit geht die Zivilisation schnellen Schrittes auf ihren Niedergang zu, sie hat die kulturellen Errungenschaften vernichtet, die das Ergebnis der Erhebung des niederen zum höheren Ich waren – das sind etwa die großen Komponisten, die Renaissance, der deutsche Idealismus usw. Wir haben nicht unsere Kultur erschaffen, sondern durch die Wesen der Subgeschichte wurde die Subkultur erschaffen. Das, was in der Musik als Rock, Jazz, Rap existiert, ist keine Kultur. Das ist das Produkt der Entartung des niederen Ich, obwohl wir uns in jungen Jahren von bestimmten Vertretern der Rockmusik auch haben inspirieren lassen. Doch in der michaelischen Zeit stellen diese Musikrichtungen nach dem Ende des Kali-Yuga bereits eine Gegenkultur dar. Es gab vereinzelte Vertreter wie den Maler Boris Georgiev aus Varna, die im Picasso-Sumpf eine auf die sechste Kulturepoche gerichtete Kultur schufen. Im 20. Jahrhundert hat die Menschheit grundsätzlich als Zivilisation kapituliert und sie konnte keinen neuen Kern der zukünftigen Zivilisation bilden. Sowohl die Zivilisation als auch ihr systembildender Faktor befinden sich in einer großen Krise. Die Menschen können nicht begreifen, dass diese Krise eine Systemkrise ist. Diese Krise lässt sich nicht durch eine Verfassungsänderung reparieren, auch nicht durch den Aufbau von etwas, durch das positive Denken oder andere Faktoren der Zivilisation, die an sich tot sind, da sie das Produkt des toten Denkens sind. Leichen lassen sich nicht wieder auferwecken. Der systembildende Faktor hat die Faktoren der Zivilisation zu beeinflussen und nicht umgekehrt, denn das Bewusstsein bestimmt das Sein.

Um zu verstehen, warum die Zivilisation in eine solche tiefe Krise geraten ist, müssen wir ihre Methodologie und ihr Organon verstehen. Jede Zivilisation hat eine Aufbaumethodologie, die im Zusammenhang mit der Bewusstseinsform und der Denkart steht, die in ihrer Zusammenarbeit zu den jeweiligen Ergebnissen führen. Die Methodologie ist das System, welches das theoretische und praktische Leben der Zivilisation organisiert und das Organon ist das Werkzeug zum Denken und es führt uns zu der Art und Weise, wie diese Methodologie des Zivilisationsaufbaus praktiziert werden kann. Der Kern der Kultur ist die Methodologie und das Organon – das sind die Anwendungsweisen dieser Methodologie. Das ‚Organon‘ assoziiert man normalerweise mit Aristoteles und seinen Werken über die Logik, in denen er die neue reflektierende Denkart formuliert hat – das Ergebnis des neuen Gegenstandsbewusstseins, das zu seiner Zeit entstanden ist. Im 17. Jahrhundert veröffentlichte Francis Bacon, der wieder inkarnierte Harun al-Rashid, sein Werk „Novum Organum“, in dem er sein Verständnis vom Organon der neuen Zivilisation zum Ausdruck gab. Er ist der Begründer des Empirismus, des Verständnisses, dass das Wissen nicht vom Verstand, sondern von der Erfahrung kommen soll, weil der Verstand die Wirklichkeit entstellt. Die Naturwissenschaft hat diese Methode angenommen, die zum Fundament ihrer Untersuchungen wurde. Im 18. Jahrhundert fügte Kant dieser Ansicht sein Verständnis vom Organon hinzu und verwischte die Grenze zwischen Organon und Methodologie, wobei er beide austauschte. Seitdem arbeitet die Menschheit nach Kants Organon und nach der Methodologie, die dem reflektierenden Ich eigen ist.

Es gibt drei Hauptanschauungen, in denen die Relationen zwischen Sein und Bewusstsein abgebildet werden. Heute ist die marxistische Anschauung vorherrschend, nach der das Sein das Bewusstsein bestimmt. Die zweite Anschauung stammt von Protagoras, der im fünften Jahrhundert v.Chr. lebte und mit seinem Satz bekannt ist „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind.“ Die dritte Anschauung vertreten die Kirchenväter, nach denen der Mensch von Gott erschaffen wurde. Die drei Hauptanschauungen haben viele verschiedene Erscheinungsformen angenommen, doch diese sind Denkarten im Rahmen derselben Bewusstseinsform – der Form des Gegenstandsbewusstseins. Egal welcher dieser Denkarten sich man bedient, man wird nicht über die Grenzen dieser Bewusstseinsform hinausgehen. Die Form des Gegenstandsbewusstseins selbst setzt bestimmte Grenzen. Die Offenbarung erreicht die Grenze der Sinneswelt, die zur Außengrenze für sie wird. Für uns erscheint diese Grenze in Form unzähliger Begriffe und wir können sie nicht überwinden und zu der übersinnlichen Welt übergehen, solange wir diese Bewusstseinsform benutzen. Wir müssen das Denken ändern, um auch die Bewusstseinsform zu ändern. Der Niedergang der Kultur und Zivilisation im Altertum fand im Niedergang der Mysterien seinen Niederschlag. Die geistige Welt ist nicht mehr in der rechtmäßigen Art zu erreichen und in den Mysterien beginnen bereits die Wesen der Subgeschichte vorherrschend zu werden. In unserer Zeit drückt sich der Niedergang der Zivilisation im Niedergang des niederen Ich selbst und seines Produktes aus. Das Subjekt und das Objekt verfallen also gleichzeitig. Wenn jemand von den zahlreichen „Schlauköpfen“ im Fernsehen zu reden beginnt, spüre ich wortwörtlich einen Gestank. In ihren Worten ist überhaupt kein Leben und von ihnen können wir nichts Substanzielles lernen, sondern lediglich eine Vorahnung auf die nächste Falle bekommen, die Ahriman für uns vorbereitet. Wie ich das in meinem Buch „Der Weg zum Ich“ schilderte, habe ich schon 1994 erkannt, dass diese Zivilisation mir nichts mehr anbieten kann, da sie tot ist. Das ursprünglich unbewusste Aufleuchten wurde später bewusst und hat nur meine tiefe Überzeugung verfestigt, dass von der heutigen Zivilisation nichts mehr zu erwarten ist, dass sie des Lebens entleert ist. Das Leben fehlt in dieser Zivilisation und es fehlt auch in den sie schaffenden Ichen. Mit der Zeit beginnt eine Leiche zu zerfallen und zu stinken. Das große Problem besteht jedoch darin, dass das menschliche Ich-Bewusstsein auch eine Leiche darstellt. Im Prozess des Absterbens haben sich zwei Grundströmungen herauskristallisiert, die auch heute zu beobachten sind. Die erste Strömung können wir allgemein als die ‚Strömung des Konservatismus‘ bezeichnen, die auf die Traditionen, auf die Vergangenheit und das Nationale setzt. Die andere Strömung ist die ‚liberale Strömung‘, die scheinbar nach vorne schaut und auf die Freiheit, Gleichheit und den sozialen Fortschritt setzt. Wir sehen, wie die Erscheinung Trump in Amerika auftauchte, nachdem das Pendel des Liberalismus sich zu unerhörten Höhen geschwungen hatte, als jegliche Normabweichungen gleiche Rechte erhielten. Trump schiebt alles in die entgegengesetzte Richtung – zum Protektionismus im Stil des 19. Jahrhunderts, zum Verschließen im Nationalen und zum Streben, Amerika zum neuen wegweisenden Stern der Menschheit zu machen. Darauf kommen wir noch zu sprechen. Wir sehen, wie das Pendel auch vielerorts in Europa in die umgekehrte Richtung schwingt. Weder die eine noch die andere Strömung ist aber ein Ausweg, sondern sie sind nur die Todeskrämpfe des Globalismus, hinter denen äußerst satanische Ziele durchsickern. Ahriman gelingt es, beide Strömungen zu beherrschen. Wenn der Konservatismus herrscht, wird jede Form der Normalität, also der Wunsch, sich auf den richtigen Weg zum Geist zu machen, für verrückt erklärt. Beim Liberalismus ist es genau umgekehrt – jede Schwachsinnigkeit wird zur Norm erklärt und zahlreiche Organisationen kämpfen zähneknirschend um die Gleichberechtigtheit der Normabweichungen. Ahriman lauert an beiden Ausgängen. Die Konservativen mögen schwören, dass sie die traditionellen christlichen Werte und den gesunden Verstand verteidigen, doch es gibt kein Links und Rechts, sondern einen linken und einen rechten Globalismus. Man schwankt zwischen der einen und anderen Extremität. Steiner hatte prophezeit, dass man künftig jede Erscheinung des geistigen Lebens zur Abweichung erklären und die Menschen gewaltsam dagegen medizinisch behandeln wird. Es soll laut Steiner sogar ein Impfstoff gegen das Streben nach Geistigkeit in Gebrauch kommen – „Man wird aus einer «gesunden Anschauung» heraus einen Impfstoff finden, durch den der Organismus so bearbeitet wird in möglichst früher Jugend, möglichst gleich bei der Geburt, daß dieser menschliche Leib nicht zu dem Gedanken kommt: Es gibt eine Seele und einen Geist.“[1]

Nachdem wir im Liberalismus versunken sind, folgt nun die natürliche Reaktion des Menschen, sich als Persönlichkeit irgendwie zu retten. Es kann nicht sein, dass es 23 Formen der Sexualität gibt, die gleichberechtigt sein sollen! Das ist der helle Wahnsinn! Es gibt eine Form der Sexualität und dass ist die Heterosexualität. Alles andere ist die Erscheinungsform verschiedener Abstufungen des Wahnsinns, die die Liberalen für die Norm erklären. Aber das kann man nicht vom Gesichtspunkt der materialistischen Weltanschauung verstehen, denn die verschiedenen Arten der Sexualität sind das Ergebnis der verschiedenen Formen des Missbrauchs der Sexualität in früheren Inkarnationen.

Zwischen diesen beiden Wegen gibt es einen dritten Weg, auf dem das demokratische Prinzip, auf das alle schwören, mit der individuellen Ich-Entwicklung des Menschen vereint sein wird. Das wird das Vereinen verschiedener Manifestationen des Willens sein, denn das Ich ist eine Manifestation des Weltenwillens. Wenn der Mensch zum Subjekt der Evolution wird, ist er ein Wille, der den Verlauf der Evolution bestimmt. Dann werden einzelne rechtmäßig entwickelte Manifestationen des Willens sich in eine Gemeinschaft vereinen, die den Anfang des dreigliedrigen sozialen Organismus setzen wird. Nächstes Mal werden wir über die soziale Dreigliederung sprechen, jedoch unter einem anderen Aspekt. Es ist klar, dass etwas verändert werden muss, zumal die von Steiner angebotene Form wirksam ist. Doch ist sie praktisch realisierbar und wie lässt sie sich umsetzen? Nächstes Mal werden wir dies zu klären versuchen.

Um die Zivilisation zu retten, ist eine Methodologie notwendig, die universell für diese Zivilisation sein soll, denn der Kern der Zivilisation ist die Kultur und der Kern der Kultur ist die Methodologie. Die Anthroposophie wird üblicherweise als eine Sammlung von Tatsachen empfunden, die Erkenntnisse liefern. Doch ihr Wesen besteht in ihrer Methodologie und in ihrem Organon. Steiner hat beides gegeben und die von ihm vorgetragenen Tatsachen resultierten aus beidem. An jede Tatsache der Anthroposophie ist methodologisch heranzugehen und nicht dogmatisch. Dann kann die konkrete Tatsache im Menschen lebendig werden und das Fundament bilden, auf dem auch andere Tatsachen eröffnet werden. Sonst würde die Anthroposophie zum reinen Paukstoff verkommen, der sich von dem Stoff anderer Disziplinen kaum unterscheidet. Die heutige Wissenschaft ist so zerkleinert, dass jeder, der versucht, eine Synthese zwischen einzelnen Disziplinen vorzunehmen, als Eklektiker verurteilt wird. Das bulgarische Mysterium etwa kann jedoch nicht richtig beleuchtet werden, ohne die zahlreichen Wissenszweige durch die geistige Weltanschauung zu erfassen. Dann kann man das, was ich über die bulgarische Herkunft vieler Personen der Geschichte vorgetragen habe, plötzlich mit anderen Augen sehen und nicht a priori ablehnen. Damit Steiner den Weg der Anthroposophie bahnen konnte, begann er mit der Erkenntnistheorie, die das Zentrum der Methodologie bildet. Wie wir wissen, war er der wieder inkarnierte Thomas von Aquin und Aristoteles – eine Individualität also, die sich entlang der Linie des Verstandes bewegt. Die meisten heutigen Wissenschaften sind die Frucht der empirischen Methode. Im Unterschied zu dieser Methode der äußeren Wissenschaften versuchte Thomas von Aquin schon im 13. Jahrhundert, sich zum höheren Ich zu erheben und dadurch den Weg zur Schöpfung zu finden. Das ist die Einführung der Ontologie in die Erkenntnistheorie, die Einführung des Evolutionismus in die Erkenntnis. Thomas von Aquin konnte das nicht erfolgreich machen, doch in seiner Inkarnation als Rudolf Steiner gelang ihm das. Steiner vereinigte das Streben des Thomas von Aquin mit den Errungenschaften der modernen Wissenschaft, doch nicht als ihre einfache Summe in seinem Ich, sondern er hat beide Teile in etwas Neues metamorphosiert. In dieser Metamorphose entdeckte er, wie man in der richtigen Art den Übergang vom niederen zum höheren Ich durch das Werkzeug des Denkens zu verwirklichen hat. Dieses Werkzeug war das letzte, das wir auf dem Weg der Verinnerlichung erlangt haben, deshalb müssen wir zuerst damit anfangen. Wenn wir das Denken metamorphosiert haben, können wir zum nächsten Schritt übergehen – zur Metamorphose des Bewusstseins von der Gegenstandsform zur Bilderform, doch nicht wie in der Vergangenheit als eine Gruppenbewusstseinsform, sondern auf dem individuellen Weg als Erhebung vom niederen zum höheren Ich. Das ist ein Riesenübergang, ein Weg von unten nach oben. Steiner hat den Weg von der sinnlichen zur übersinnlichen Welt gebahnt, indem er die Evolution der Naturwissenschaft mit der Schöpfung der Theologie vereinigte.

Unser heutiges Denken funktioniert in der Triade These – Antithese – Synthese. Wenn wir die Genese dieser Triade zurückverfolgen, werden wir zur Trinität kommen. Wie ich bereits in der ersten Vorlesung dieser Saison[2] hervorgehoben habe, ist diese Triade schon auf dem alten Saturn in Erscheinung getreten – durch die Geister des Willens, der Bewegung und der Weisheit. Diese Triade hat eine gigantische Entwicklung erfahren, bevor sie unsere Zeit erreichte. Wenn wir heute im Bewusstsein unseres niederen Ich nicht triadisch denken, können wir kein Selbstbewusstsein haben. Dank des triadischen Denkens konnte sich das menschliche Denken zum Niveau eines Hegels erheben. In der altgriechischen Zeit sollte die Wahl getroffen werden zwischen dem alten Bilderdenken und dem neuen Gegenstandsdenken. Wegen dieser Wahl wurde Sokrates der Gotteslästerung bezichtigt. Doch die wahre Wahl bestand darin, entweder in die Sackgasse des abstrakten Denkens zu geraten oder den Weg zum individuellen bildhaften Denken durch das höhere Ich zu bahnen. Im 19. Jahrhundert haben diese Wege zu Hegel und Marx geführt. Marx formulierte eine These und hat die Antithese aus seiner Ansammlung von Begriffen hergeleitet, um danach eine Synthese vorzunehmen. Doch er war sich nicht bewusst, dass bei der Herleitung der Antithese aus seiner Vorbestimmtheit, aus seiner Subjektivität, aus seinen Vorlieben, die von der Persönlichkeit abhängig sind, der These nicht erlaubt wird, ihre Antithese selbst zu finden. Dann ist auch die Synthese willkürlich und kommt zu Ansichten, wie „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“, „Proletarier aller Länder, vereinigt euch“, „Diktatur des Proletariats“ und ähnlicher hohler Phrasen. Die Marxsche Synthese ist problematisch nicht wegen seiner These, sondern wegen der Antithese. Hegel hat die These formuliert, er blieb im reinen Denken und seine subjektive Willkür mischte sich nicht ein. Die Antithese und die Synthese erscheinen bei ihm von selbst, er kontempliert nur die Bewegung des Gedankens und schreibt sie auf, ohne sie zu erleben. Hegel hat begriffen, dass der Ausweg aus den Grenzen der empirischen Erkenntnis, die das niedere Ich selbst aufstellt, im Argumentieren der Gleichheit Ich = ich liegt. Es muss verstanden werden, dass Christus als Ich und die Spiegelung dieses Ich auf dem Boden der Welten als unser klägliches Ich gleich sind. Das, was ich vor Jahren erlebt und in meinem Buch beschrieben habe, ist genau diese Erkenntnis – „Ich bin Gott selbst“. Da ich das erlebt habe, weiß ich, dass es stimmt. Ein solches Erlebnis schießt einen durch alle Stufen des Seins bis zum Zentrum, bis zum Absoluten hoch. Es ist mit nichts anderem zu vergleichen und kennzeichnet den Beginn der wahren Geburt des Ich im Menschen. Doch Hegel konnte diese Gleichheit nicht argumentieren. Im 20. Jahrhundert hat der bedeutende russische Philosoph Nikolay Lossky die Gleichheit „alles in allen“ begründet. Er kam zur Ansicht der ursprünglichen Gottmenschlichkeit Christi, was ihn auch zu dieser Gleichheit führte. Das heißt, dass alles, was mit dem einzelnen Menschen geschieht, im ganzen Universum, das ein lebendiges Wesen ist, seinen Widerhall und seine Widerspiegelung findet. Das heißt auch, dass das ganze Universum in jedem Menschen existiert und wenn der richtige Weg gefunden wird, kann man das im Universum Geschehende auch im Menschen finden. Steiner ging durch die Metamorphose der Erkenntnistheorie weiter, indem er sie zur Logik des anschauenden Denkens führte und den Weg vom niederen zum höheren Ich durch die siebenstufige Lemniskate dieses Denkens bahnte. Dieses anschauende Denken wird uns zur künftigen Änderung der Denkform führen. Steiner sagte, dass man alle sieben Stufen der Lemniskate erleben muss. Sie werden sich wahrscheinlich an die Vorlesung „Die Auferstehung im Denken“  erinnern, in der ich durch meine eigenen Erlebnisse veranschaulichte, wie ich von der These, dass nichts auf dieser Welt mir helfen kann, zur Synthese zwischen den Impulsen der Anthroposophie und des Bodhisattva gekommen bin. Wir müssen die eine Schlaufe der Lemniskate, die im Diesseits ist, durch den Punkt des niedern Ich hinüberziehen und zu einer anderen Schlaufe machen – zu einer lebendigen Schlaufe, die aus den moralischen Intuitionen, der moralischen Phantasie und der moralischen Technik besteht, entsprechend den Begriffen, die Steiner in der „Philosophie der Freiheit“ formuliert hat. Damit überhaupt eine Änderung im Denken erreicht werden kann, muss man zuerst über einen sehr reichen Satz von Begriffen verfügen, also muss man viel lesen und viele Kenntnisse erwerben. Danach kommt das Denken in diesen Begriffen, ihre Anwendung. Heutzutage sind viele Menschen äußerst unfähig im Denken und können nicht mal die gewöhnliche Triade aus These – Antithese – Synthese benutzen, geschweige denn über das Hegelsche Denken hinausgehen. Die Theorien über das Vertreiben des Verstandes und das Verlassen nur auf die Gefühle sind absolut unhaltbar. Man muss alle drei Stufen der Triade erleben, denn so kann jeder Ideen streifen, die ihn persönlich interessieren und bewegen. Mich persönlich beschäftigen die größten existenziellen Fragen, deshalb komme ich zu den Ideen, die ich Ihnen hier darstelle. Ein anderer kann einfach von einem Krokus berührt werden, aber er muss den Krokus mit solcher Liebe anschauen, dass ihm eventuell die Blume die ihr angelegte Idee offenbart, die jenseits der gewöhnlichen Vorstellung liegt, die ein leerer, doch notwendiger Luftballon darstellt. Man müsste mehr von diesen Luftballons haben, die irgendwann zu platzen beginnen und die nicht einfach verschwinden, sondern metamorphosieren und die Ideen offenbaren, die hinter ihnen stecken. Die These, Antithese und Synthese werden intensiv erlebt, man denkt nicht einfach an sie – das ist das Wichtigste hier. Dann wird in einem bestimmten Augenblick, falls es oben beschlossen wurde, die Idee dem Menschen eröffnet, der bereit ist, sie zu begreifen.

Es werden keine Perlen vor die Säue geworfen! Die Bewegung zur Idee beginnt beim niederen Ich und in einem bestimmten Moment verschwindet das Gegenstandsbewusstsein, die Idee des Objekts wird als eine moralische Intuition geoffenbart, sie wird durch das höhere Ich individualisiert und der Welt gezeigt. Im Augenblick der Offenbarung der Idee setzt der Mensch sich selbst mit dem Objekt gleich, also mit einer anderen Bewusstseinsform, mit dem anderen Ich, im gegebenen Fall mit dem Gruppen-Ich des Krokusses. Das kann ohne den Verlust des Selbstbewusstseins nur durch Christi Vermittlung geschehen. Er ist das einzige Wesen, in dem der Mensch sein Bewusstsein nicht verlieren, sondern erhöhen kann.

Letztes Mal haben wir über die Evolution der Wesen gesprochen, die über uns sind. Sie entleeren ihr Selbstbewusstsein nach unten, um sich zu einem höheren Selbstbewusstsein nach oben zu erheben. Wir müssen für einen Augenblick unser begriffliches Bewusstsein in Punkt 4 der Lemniskate löschen, damit uns die Idee geoffenbart wird. In diesem Augenblick wird die Triade aus der sinnlichen Welt auf die übersinnliche Welt übertragen und das Ich des Objekts, an das wir mit größter Liebe und größtem Interesse herangegangen sind, eröffnet sich uns. Die Fakten, die Steiner in der Anthroposophie vorgetragen hat, sind das Ergebnis solcher Augenblicke, einer solchen Offenbarung von Ideen und eines solchen Kontaktes mit den Ichen der Wesen. Die Anthroposophie ist die Summe solcher Augenblicke und es darf sich ist derjenige ein Anthroposoph nennen, der solche Augenblicke erlebt hat. Der Mensch schafft sich ein fünftes Reich, das aus den Begriffen des niederen Ich besteht.

Was passiert, wenn man die Ideen in der geistigen Welt streift? Dann beginnt sich das fünfte Reich des höheren Ich auszubilden. Das fünfte Reich des niederen Ich besteht aus dem Begriffsapparat und mithilfe der Begriffe erlebt sich der Mensch als Selbstbewusstsein, indem er triadisch denkt. Das höhere Ich befindet sich in der übersinnlichen Welt. Wenn man in diese Welt hinübertritt, eröffnet sie die Ideen. Dann bildet der Mensch von oben nach unten ein neues fünftes Reich. Dieses besteht aus Ideen, die das wahre Wesen der Begriffe darstellen, welche das fünfte Reich des niederen Ich aufbauen. Es wird ein metamorphosiertes fünftes Reich aufgebaut, das für das höhere Ich des Menschen ein äußeres Reich ist und die von ihm individualisierten Ideen darstellt. Der Mensch muss diese lebendigen Ideen in die sinnliche Zivilisation einführen, denn alle anderen Ideen, die hier unten von überall herströmen, tot sind. Tote Ideen können nichts in die Welt einbringen, was Zukunft haben soll. Diese Zivilisation ist mithilfe der lebendigen Ideen zu metamorphosieren. Das Produkt der vorherigen drei Äonen muss metamorphosiert werden, damit wir die nächsten drei Äonen aufbauen können. Die Bodhisattva-Idee ist eine solche lebendige Idee und die Idee über die Synthese der Impulse der Anthroposophie und Beinsa Dounos ist auch eine lebendige Idee. Vor mehreren Jahren hat eine Frau, die Mitglied der anthroposophischen Gesellschaft ist, zu mir gesagt: „Wir wollen sehen, wie lange die Idee, dass Beinsa Douno der Bodhisattva des 20. Jahrhunderts ist, Bestand haben wird!“ Diese Idee hat nicht einfach überlebt, sondern ohne sie gibt es keine Zukunft für die Menschheit. Die Tragödie der Anthroposophen wird sich immer mehr vertiefen. Der Mensch ist verpflichtet, das übersinnliche fünfte Reich in die sinnliche Welt herunterzuholen, denn nur die Ideen von dort sind in der Lage, diese Welt zu verändern. So wird der Mensch zu einem wahren Ich, zu einem wahren Subjekt der Evolution. Er personalisiert den kulturhistorischen Prozess und von ihm hängt dasjenige ab, was passieren wird. Der Blick wird dann von oben nach unten gerichtet.

Wenn man diesen Weg besteigt, kommt man zum Problem der eigenen Erfahrung und ihrer Anerkennung durch die Mitmenschen.

Neulich bekam ich die ersten Kapitel von Prokofieffs Buch über Judith von Halle zu lesen. Als ich 2014 die Vorlesung „Die Geheimnisse von Golgatha“ vortrug und auch auf die Stigmen dieser Anthroposophin einging, hatte ich dieses Buch noch nicht gelesen. Wie ich erwartet habe, spricht Prokofieff im Buch darüber, dass die Methode der Anthroposophie die richtige ist und das, was über Judith von Halle kommt, eine atavistische Form sei, die vom Leib und nicht vom Ich herrühre und der neuen Zeit nicht angemessen sei. Die Anhänger von Halles haben offenbar sehr energisch gegen Prokofieff reagiert, worauf ein großer Konflikt innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft entstanden ist. Hat Prokofieff Recht bei der Stellung, die er bezogen hat? Grundsätzlich hat er Recht, doch warum sind einige merkwürdige Sachen geschehen? Nach der Schlüsselkonferenz in Varna im Sommer 2014, die außerordentlich wichtig war, habe ich in der Michaelizeit unter anderem in meiner Vorlesung über Judith von Halle vorgetragen und stützte mich auf die Materialien von Peter Tradowsky, die mir nicht zufällig zwei Anthroposophen gegeben haben, die mich damals besuchten – Slatosarka Detscheva und Georgi Hristov. Es waren ca. 30 Tage seit dem Tod Sergej Prokofieffs vergangen. Wir wissen, was mit einer Seele geschieht, die die Welt verlassen hat und Sergej Prokofieff war in der Tat eine bemerkenswerte Seele! Den Freitagabend, der auf der Konferenz Prokofieff gewidmet war, habe ich als sehr dramatisch und erschütternd erlebt. Nach der Konferenz kam der Vorsitzende der Anthroposophischen Gesellschaft Trajtscho Frangov auf mich zu und sagte: „Dimitar, übernimm den Staffelstab!“. Ich wusste, dass ich den Staffelstab übernehmen soll, Prokofieff hat es nur über ihn ausgesprochen. Neulich habe ich nach der letzten Konferenz in Varna Frangov gefragt, ob er noch weiß, was er mir damals gesagt hat. Er hatte überhaupt keine Erinnerung an den Vorfall. Natürlich konnte er sich nicht daran erinnern, denn er war nur das Werkzeug, durch das diese Worte ausgesprochen wurden. Die Übergabe des Staffelstabs von Prokofieff an mich kam zustande und danach folgte die Vorlesung über Judith von Halle. Während der Vorlesung selbst habe ich die Bestätigung zweier der Behauptungen Judith von Halles durch die geistige Welt erhalten, die äußerst wichtig sind. Im ersten Fall ging es darum, dass alles, was vom Leib Christi als Blut, Schweiß, Haut- und Fleischpartikel während der Folterung und auf dem Weg zu Golgatha abgefallen ist, von übersinnlichen Wesen aufgesammelt und der Leib damit wieder vervollständigt wurde. Die zweite Behauptung betraf das Blut, das aus den fünf Kreuzeswunden floss und andere Eigenschaften aufwies als das Blut, das vor der Kreuzigung geflossen war. Beim Tropfen auf den Boden ist das Blut aus den ersten vier Wunden nicht eingesickert, sondern es wurde sofort ätherisiert, indem es zu einem Teil der Ätheraura der Erde wurde, die begann, sich völlig zu verwandeln und mit Astrallicht zu leuchten. Die Erde hat auf diese Weise den Keim ihrer zukünftigen Verwandlung in eine Sonne, in den zukünftigen geistigen Jupiter empfangen. Die Wunde, die seitlich am Brustkorb war, wurde nach dem Tod zugefügt und aus ihr flossen Blut und Wasser, die Joseph von Arimathäa – der spätere inkarnierte Skythianos – in den Kelch aufsammelte. Das war der Anfang des Gralsmysterums und der Gral ist das Hauptheiligtum im Christentum, nicht das Kreuz. Wir reden vom Christentum des Heiligen Geistes. Beinsa Douno sagte seinen Anhängern, nicht den gekreuzigten Christus zu beweinen, da Er lebt und heute so stark ist, dass kein Baum gefunden werden kann, der so groß ist, dass Christus an ihm gekreuzigt werden kann. Es werden keine Nägel gefunden werden, mit denen man Ihn an ein Kreuz annageln kann, da Er sie schmelzen wird. Das Kreuz war bisher das Hauptheiligtum des Christentums. Natürlich darf man es nicht ablehnen, da jeder als Ich sein Kreuz schultern soll. Wir alle müssen das Kreuz der Evolution tragen und nicht wie Prometheus an das Kreuz der Evolution angenagelt werden. Deshalb rief Christus die Jünger auf: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“ (Matth.16:24). Der Mensch hat das Kreuz der Evolution auf sich zu nehmen und zum Subjekt zu werden, das diese Evolution steuert. Das ist eine Last, die nicht schwer ist. Wenn jemand die ersten Schritte beim Tragen dieses Kreuzes kennt, dann möchte er dieses Kreuz immer mehr tragen und ist immer mehr bereit es zu tragen, bis er schließlich zum Zustand kommt, den Steiner beschrieben hat – der Mensch lässt sich in seinem Willen von den Göttern „aufessen“, also er erfüllt vollkommen den göttlichen Willen. Es gibt einen subjektiven und einen objektiven Willen. Der objektive Wille ist der Weltenwille der geistigen Wesen und der subjektive Wille ist der Wille unserer niederen Iche. Wenn man in Punkt 4 der Lemniskate zur geistigen Welt hinüberspringt, dann geht man vom subjektiven Willen zum Weltenwillen über. Dann wird das Denken zum Willen, denn das Ich ist ein Wille. Der Weltenwille erschließt sich, die Ideen, also die Wesen offenbaren sich, denn sie bestehen aus Gedanken und Willen. Das ist ihre Substanz. Die Idee wird im Weltenwillen über das höhere Ich als Willen erhalten, sie kommt als ein Gedanke zum Menschen, den er als Gedanken und Willen in die Zivilisation einführt, damit das Neue aufkeimt. Wenn man sich zum anschauenden Denken erhebt, macht man den Übergang zu einer anderen Logik, die einen vom subjektiven zum objektiven Willen überträgt und zum Werkzeug der Götter macht, ohne dass das eigene Ich eliminiert wird. Das Ich hat die Eigenschaft, sich immer über die anderen Iche durchsetzen zu wollen. Selbst in den spirituellen Gemeinschaften will sich jeder über die anderen durchsetzen. Der wahre Sinn in der Entwicklung des Ich besteht darin, sich an den Platz des anderen Ich zu stellen, sich mit ihm für einen Augenblick zu identifizieren, damit einem die Idee hinter diesem Ich geoffenbart wird. Es kommt nicht zu einer quantitativen Erweiterung, sondern zu einer qualitativen Veränderung. Hier haben wir einen Sprung, der im Symbol des Krebses veranschaulicht wird. Das ist ein Sprung vom fünften Reich, das vom niederen Ich gebildet wurde, zum fünften Reich, das um das höhere Ich entsteht – das fünfte Reich der Ideen. Das verändert den Menschen als eine Art. Jeder einzelne Mensch wird zu einer eigenen Art, wobei zuerst seine Denkart verändert wird, dann auch seine Bewusstseinsform. Diese Arten haben mit Rasse oder Volk nichts zu tun, sondern werden Vertreter der Menschheit sein. Der Mensch ist ein Ich, das von Gott heruntergestiegen ist und er muss sich als eine einzelne Art dieses Gottes manifestieren, es gibt keinen anderen im ganzen Kosmos und in allen Zyklen, der mit ihm identisch ist. „Ihr seid Götter“, heißt es in der Bibel (Psalm 82:6), aber wir müssen zu Göttern werden und das wird erst auf dem Vulkan geschehen. Bisher haben wir nur das Potenzial, Götter zu sein.

Wo wurde uns diese Potenz veranlagt? Unserem niederen Ich wurde die ganze bisherige Entwicklung des Zyklus des Sohnes eingeprägt, doch nicht als Leben, sondern als eine Potenz für Lemniskaten, die sich zu entfalten beginnen sollen. Jede von ihnen soll die Idee offenbaren, zu der sie führt. Die ganze Entwicklung während dieser dreieinhalb Äonen, die ganze Schöpfung, alles, was im Universum existiert, ist im niederen Ich des Menschen verinnerlicht, doch nicht als Leben und Substanz, sondern als Potenz. Wenn der Mensch beginnt, den Übergang von seinem gewöhnlichen fünften Reich zum eigentlichen fünften Reich zu machen, beginnt jede Lemniskate sich kontemplativ und siebenstufig in seinem Ich zu entfalten, es beginnt ein Übergang zu seinem höheren Ich und dieses fünfte Reich beginnt sich auszubilden. So beginnt die allmähliche Metamorphose der vergangenen Äonen in zukünftige Äonen, wobei sie durch den Menschen verlaufen. Der Mensch ist die Schutzschaltung der Evolution, der zukünftigen Schöpfung. Er ist das Subjekt, das alles vom Saturn bis zur jetzigen Zeit verinnerlichen soll. Und nicht nur das. Vor drei Stunden wurde mir etwas bestätigt, was ich letzten Monat gesagt habe. Auf dem Vulkan werden das Geistselbst, der Lebensgeist und der Geistesmensch abfallen und es wird der Auferstehungsleib herauskommen, der das ewige Leben ist. Christus ist der Träger des Ich-Prinzips vom Absoluten und des ewigen Lebens in allen Zyklen. Das, was Er auf Golgatha getan hat, ist das größte Ereignis aller Zyklen der Offenbarung des väterlichen Weltengrundes. Er hat das ewige Leben und das Ich-Prinzip am tiefsten Punkt, im härtesten Element manifestiert, wo die Widerspiegelung ist und wo es keine Substanzialität gibt und kein Leben. Dieses Wunder stellt die Verbindung zwischen den Zyklen her. In diesem Wunder manifestierte Christus die Fülle Gottes. Die Verinnerlichung des ganzen Zyklus und sein Sinn, der Sinn des vergangenen Zyklus und alles, was den neuen Zyklus ergeben wird, ist in Christus Jesus enthalten, und es ist auf der Erde manifestiert worden. Ich kenne bisher niemanden mit einem solchen Christus-Verständnis und nur dieses Verständnis kann uns bei der Begegnung mit dem Antichristen helfen.

Kehren wir zurück zu Prokofieffs Problem mit Judith von Halle. Er reagierte besonders heftig auf die Bindung ihrer Visionen an den Auferstehungsleib. Prokofieff hat eine große Tiefe der Einsicht in den Auferstehungsleib erreicht, doch er wurde irregeführt, als er die Aufteilung in Phantomleib und Auferstehungsleib unternahm. Es gibt einen Leib und das ist der Auferstehungsleib.

Ich werde kurz erklären, worum es geht, denn dieses Mysterium gehört mit zu den tiefsten Mysterien. Nachdem ein Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, sieht er das Phantom im ätherischen Panorama. Der Ätherleib wird bis zur Sphäre des Saturn erweitert und in diesem Panorama sieht man das Phantom des Menschen. Das Ätherische bringt das Prinzip des Lebens zum Ausdruck, es hat eine belebende Eigenschaft. Als Jesus am Kreuz starb, gab es das ätherische Panorama und das Phantom war sichtbar dort. Doch nicht das Ätherische hat das Physische belebt, das in der auferweckten ursprünglichen physischen Form dargestellt war, sondern das Physische belebte das Ätherische. Das habe ich in einem einzigen Vortrag Steiners gefunden, den Prokofieff nicht verstanden zu sein scheint. Deshalb sprach er von zwei Leibern, wobei der Phantomleib primär sein soll, der sich dann in den Ätherleib einkleidet und zum Auferstehungsleib wird. Ich behaupte, dass der Auferstehungsleib von Anfang an ein solcher ist. Ob Judith von Halle ein Verständnis dafür hat, ist es eine andere Frage, doch lässt sich eine Beziehung herstellen zwischen dem Auferstehungsleib und ihren Visionen? Eine solche Beziehung ist möglich. Das ist keine Beziehung, die durch die siebenstufige Metamorphose des Denkens erreicht worden ist, aber es tauchen Tatsachen auf und diese Tatsachen müssen kommentiert werden. Prokofieff erwähnt in seinem Buch die Behauptung Judith von Halles, dass drei Schwarzmagier die Nägel geschmiedet haben sollen, mit denen Christus an das Kreuz geschlagen wurde. Es gibt Abbildungen, die beide Füße durch einen Nagel angenagelt zeigen und solche, die jeweils einen Nagel durch jeden Fuß zeigen. Diese Behauptung kann ich nicht bestätigen, doch zwei Tatsachen, über die sie berichtet – das Vervollständigen des Leibes mit den Partikeln und die unterschiedlichen Eigenschaften des Blutes vor der Kreuzigung und danach – kann ich bestätigen. Können wir also sagen, dass wir Judith von Halle Glauben schenken sollen? Natürlich ist keiner verpflichtet allem zu glauben. Kann jemand ihre Angaben, die höchst ergreifend sind, überprüfen? Die Anthroposophen sollen versuchen dies zu tun. Ich behaupte, dass zwei ihrer Angaben wahr sind und auf eine erstaunliche Art eine Beziehung zu allem haben, was mich bewegt. An Judith von Halle sollte man mit dem notwendigen Respekt herangehen, aber auch mit einem gewissen Misstrauen. Prokofieff berichtet nämlich über etwas, was die Vorführung höchsten Luziferismus ist. In einer Anrede an das Goetheanum soll von Halle behauptet haben, dass Christus heute durch sie zur Menschheit spreche und dass die Menschen, die aus karmischen Gründen sie gestreift haben, gesegnet seien. Prokofieff bemerkt sehr richtig, dass nach einer solchen Behauptung jegliche Anthroposophie aufhört. Das ist in der Tat so. Doch können wir a priori Judith von Halle leugnen? Wir können uns fragen, ob bei Prepodobna Stojna (‚Ehrwürdige‘ Stojna 1893-1933, eine blinde bulgarische Hellseherin) die Benutzung der Methodologie der Anthroposophie zur Beziehung zur geistigen Welt vorhanden ist. Natürlich nicht. Ist Stojnas Weg zur geistigen Welt dann rechtmäßig, da sie immer streng gefastet und völlig mittellos gelebt, Wahrheiten ausgesprochen und Wunder vollbracht hat? Ihre Visionen tragen atavistischen Charakter, doch solche Erscheinungsformen des Atavismus werden uns noch lange begleiten und wenn die Tatsachen, die dadurch an das Tageslicht kommen, vom Leben geprüft und für richtig befunden wurden, dürfen sie nicht geleugnet, sondern verstanden werden. Wanga, Djado Wlajtscho, Slava Sevrjukova, Beinsa Douno – sollen wir sie alle verleugnen? Hat Beinsa Douno etwa die Methode der Anthroposophie benutzt? Nein, er hat sie nicht benutzt, ich werde auf seine Methode später eingehen. Sollen wir ihn dann leugnen? Das wäre absurd! Sollen wir Djado Wlajtscho – den wieder inkarnierten Johannes den Täufer – leugnen? Er hat so viel erlebt und getan, doch die meisten Menschen haben keine Vorstellung darüber. Man kann ihn grundsätzlich nicht leugnen. Es existiert nicht nur der anthroposophische Weg, sondern er wird durch anderes ergänzt, das wir zu beachten haben. Es wurde Prokofieff verkündet, wer der Bodhisattva des 20. Jahrhunderts war, doch er hat die Information ignoriert und diesen Impuls nicht beachtet. Dadurch hat er eine große Sünde gegen den Heiligen Geist begangen. Nach seinem frühzeitigen Gang über die Schwelle hat er begriffen, was er getan hat und kann sich diese Sünde selbst nicht verzeihen. Er hat bedingungslos die Tatsachen aus dem fünften Reich um das höhere Ich Steiners angenommen, doch er hat es nicht für nötig gehalten, diese Tatsache aus meinem fünften Reich anzunehmen bzw. sie durch die Methode der Anthroposophie zu prüfen. Der Brief, den ich ihm geschickt habe[3], enthielt die Argumentation, die in 18 Punkten in der Sprache der Anthroposophie mit dem Begriffsapparat jener Methode dargelegt wurde, die er für maßgeblich in der heutigen Zeit hält. Ich beherrsche gut genug die Methodologie der Anthroposophie und ihren Begriffsapparat, um zu wissen, wer mir was sagt und wie ich darauf zu reagieren habe. Manchmal kommen von verschiedenen Seiten offensichtliche Absurditäten, auf die man sofort und kategorisch reagieren muss, doch manchmal ist es anders. Einmal war z.B. eine Frau zu unserer Gruppe gekommen, die geistig weit entfernt von den hier behandelten Themen war. Der einzige Sinne ihrer Anwesenheit damals – es war vor zwei oder drei Jahren – war die Antwort auf eine Frage von mir. Als ich mir die Frage stellte, was mit dem Geist der Erde geschah, als Christus zum Geist der Erde wurde, kam über diese Frau, die keine Ahnung von der Anthroposophie hat, geschweige denn von ihrer Methodologie und ihrem Organon, die Antwort der geistigen Welt: „Sie sind miteinander verschmolzen“. Ich habe sofort begriffen, dass ich durch diese Frau, die wir nach diesem Erlebnis nie mehr gesehen haben, die Antwort erhalten habe. Mit Sicherheit hat sie das Vorkommnis schon vergessen, da sie in diesem Fall nur ein Werkzeug war, doch diese Idee wurde zu einem Element meines fünften Reiches. Um ein eigenes fünftes Reich um das höhere Ich herum auszubilden, muss dieser Prozess bewusst gemacht worden sein, man darf nicht bloß ein Werkzeug sein. Im Brief des Paulus an die Korinther heißt es: „In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum allgemeinen Nutzen“ ((1. Brief 12:7). Der Geist kann sich bis zum Mineralischen in unserer Welt verhärten, warum sollte er nicht durch einen Menschen sprechen? Wichtig ist es, dass man das, was von der geistigen Welt kommt, versteht. Selbst wenn man nicht hellsehend für die übersinnliche Welt ist, ist es viel wichtiger zu verstehen, was von dort kommt. Denn heute schauen viele Menschen viele Dinge, doch sie verstehen das Geschaute nicht. Deshalb können wir zusammenfassen, dass Prokofieff mit Rücksicht auf Judith von Halle Recht hatte, jedoch nur  teilweise. Deshalb wollte er damals auf der Konferenz meine Aufmerksamkeit auf diese Autorin richten, damit ich sie in einem objektiveren Licht erscheinen lassen kann, wodurch auch neue Ideen in mein fünftes Reich gekommen sind.

Wenn die Methodologie der Anthroposophie und ihr Organon der rechtmäßige Weg der heutigen Zeit sind, entsteht die Frage, wieso mir Ideen gegeben werden über andere Menschen, die von meinen Vorlesungen aktiviert diese Ideen aussprechen, so dass ich sie sofort verstehe? Wozu brauchen wir dann den Impuls des Meisters Beinsa Douno, wenn die Methodologie der Anthroposophie der rechtmäßige Weg ist? Gibt es in seinem Impuls eine Methodologie? Die Anthroposophie hat ihren Kern und das ist die Methodologie. Hat auch der Impuls des Meisters einen solchen Kern? Der einzige Mensch, der bisher versucht hat, diese Methodologie zu formulieren und der sie sogar den Menschen der Wissenschaft angeboten hat, ist Dimitar Kalev. Er ist der Mann aus der „Weißen Bruderschaft“, der die stärkste geistige Kraft besitzt. Ohne die Frage der Methodologie zu verstehen, kann man auch nicht das verstehen, was ich anbiete. Schon vor Jahren habe ich etwas sehr Wichtiges erkannt. Als Steiner den Weg zur geistigen Welt bahnte, begann er mit der dialektischen Triade, hob für einen Augenblick das niedere Ich auf, ersetzte es durch „Nicht ich, sondern Christus in mir“ und ergriff die Idee. Der Weg führt von unten nach oben, vom niederen zum höheren Ich. Der Bodhisattva Beinsa Douno steigt von oben nach unten in das vorbereitete Gefäß Petar Danov, von dem wir sagten, dass er der wieder inkarnierte Boris I. der Täufer ist. Nach den Worten des Gruppengeistes des ganzen Slawentums Elohil selbst, die durch Beinsa Douno gesagt wurden, war Boris I. der demütigste und aufrichtigste Herrscher im slawischen Haus.[4] Beinsa Douno stieg in das Gefäß Peter Danov mit seinem Ich herunter. Das ist sein persönliches, von der Gruppensubstanz der Elohim individualisiertes Ich und dieses Ich war in seiner Transformation zum Ich-Geistselbst fortgeschritten. Dieses Ich bewohnte den Leib Petar Danovs, der zum Lehrer der Menschheit wurde. Ein niederes Ich ist nur im Menschen Petar Danov anwesend. In dem, was heruntersteigt, ist kein niederes Ich. Ich hatte mich gefragt, was Beinsa Douno 1936 geopfert hat. Vor einer Woche habe ich die Antwort erhalten, dass er sein Ich geopfert hat und dass das Opfer nach dem Muster „Nicht Ich (mit großem I!), sondern Christus in mir“ geschah. Als sich Steiner opferte, gab er sein niederes Ich hin, damit in ihm das höhere Ich aufleuchtet und er das fünfte Reich um dieses Ich herum ausbaut. Beinsa Douno opferte sein höheres Ich, d.h. sein Opfer hat kosmischen Charakter. Es kommt zu einer Fülle, der Kreis schließt sich. Es wird das Ziel unserer Evolution erfüllt – dass wir das Subjekt der Evolution werden. Auf der zweiten Stufe der Offenbarung eröffnet sich Gott selbst sich selbst gegenüber als Einheit, die aus einem Weltenobjekt und einem Weltensubjekt besteht – dort ist der Ursprung jeder Zweiheit. Damit es eine Fülle gibt, damit die geistige und die sinnliche Welt vertreten sind, müssen die zwei Opfer da sein. Beinsa Douno kommt von oben als Meister herab und erklärt manchmal in einer sehr imperativischen Art, wie die Dinge aufgebaut sind. Steiner legt den Weg von unten nach oben zurück und er hat die Erkenntnistheorie, die das Organon der Methodologie ist, zu der Geisteswissenschaft gebracht, die auch eine Wissenschaft zur Einweihung ist. Die Erkenntnistheorie wurde durch die Änderung im Denken zu einer Art Selbsteinweihung. Durch diese beiden Wege kommt es zu einer Vollheit. Die Methodologie der Anthroposophie leitet sich vom Opfer her, bei dem Steiner sein niederes Ich hingab. Die Methodologie des Impulses des Meisters müssen wir vom Opfer herleiten, das er dargebracht hat. Das Urbild dieses Opfers ist das Opfer, bei dem Christus sein makrokosmisches Ich opferte und durch Tod und Auferstehung ging. Die Bodhisattvas reichen an die Hierarchiestufe heran, auf der das höhere Ich ergriffen und am Ich-Geistselbst gearbeitet wird. Bei Beinsa Douno hat das Opfer einen ganz anderen Charakter, da er von oben herab wirkt. Das zweite Golgatha Christi am Ende des 19. Jahrhunderts bestand im Verschlingen der dunklen Sphäre der materialistischen Menschengedanken, die die Erde umgeben, und in deren Transformation, damit im 20. Jahrhundert das geistige Licht der Anthroposophie aufkommen konnte. Im 20. Jahrhundert wurden die Fesseln, die das Böse daran hinderten, zur Geltung zu kommen, gebrochen. Nachdem der Mensch zu den Gipfeln der Erkenntnis durch sein niederes Ich aufgestiegen war, haben die Götter ihre Unterstützung zurückgezogen und das Böse entfesselt – es ist höchste Zeit, dass der Mensch in eine andere Menschenart mit einer anderen Bewusstseinsform metamorphosiert. Die Götter legen den Keim für die Zivilisation der sechsten Kulturepoche an, sie veranlagen die Gesetze und Regeln, nach denen diese Kulturepoche funktionieren wird. Die Menschen müssen selbst den Zugang zu den Göttern finden. Die heutige Zivilisation ist dem Tode geweiht, aber die Frage ist, wohin wir gehen sollen, denn bis zur neuen Zivilisation bleiben noch 1500 Jahre.

Beinsa Douno wird zum Buddha des Guten aufsteigen – das ist der Schlüssel seiner Mission. Alle 5000 Jahre, in denen er insgesamt 50 Mal auf die Erde herabgestiegen sein wird, dienen dazu, dass er zum Buddha des Guten aufsteigt. Hier haben wir es mit den drei Fundamenten zu tun – Erkenntnis, Gut und Böse. Als Christus in den drei Jahren auf der Erde war, hat er drei Personen auferweckt. Lassen Sie uns erwähnen, was Er in sie hineingelegt hat. In die Tochter des Jaïrus, in der die Seele und das Ich des Bodhisattva waren, den wir im 20. Jahrhundert als Beinsa Douno kennen, hat Christus das Gute hineingelegt. In Lazarus-Johannes hat Er die Erkenntnis hineingelegt. Ihm hat Er unter dem Kreuz gesagt: „Siehe, das ist deine Mutter!“ (Joh.19:27), wobei Er Sophia meinte, durch die das Mysterium von Golgatha erklärt werden sollte. In den Jungen von Nain – den künftigen Manes – hat Christus das tiefe Verständnis der unaussprechlichen Gründe und der großen Geheimnisse des Bösen hineingelegt, die uns entlang der Kette nach oben zum Weltenobjekt und Weltensubjekt führen können. Alles ist als Gut im Gott enthalten, jedoch ist das Böse ein Gutes, das nicht an seinem Platz steht. Der Weg zum Guten geht von der Erkenntnis über die Transformation des Bösen in Gutes im kosmischen Sinne und auf diesem Weg wird nicht das niedere, sondern das höhere Ich geopfert. Das ist ein Opfer im kosmischen Sinne – solchen Charakter hatte das Opfer von Beinsa Douno im Jahre 1936, bei dem er uns zeigte, wie das Christentum, das von unten hinaufstrebt, durch das Christentum ersetzt wird, das von oben herabsteigt. Wenn die Impulse der Anthroposophie und des Bodhisattva im Ich eines Menschen miteinander verschmelzen, erhält man nicht einfach die Summe der beiden Impulse, sondern etwas Neues. Das ist es, was ich anbiete. Zuerst nehmen wir die Methodologie der Anthroposophie, die wir mit der Erkenntnis identifizieren können und die von dem Evangelisten Johannes bzw. Christian Rosenkreutz repräsentiert wird. Ohne diese Erkenntnis kann kein Mensch dem Bösen entgegentreten. Das Verständnis des Bösen und der Kampf gegen es werden von Manes bzw. das manichäische Prinzip repräsentiert. Es heißt, dass die Anthroposophie das rosenkreuzerische Prinzip und Beinsa Douno das manichäische Prinzip vertreten. Heute sage ich zum ersten Mal, dass Beinsa Douno jenseits dieses Prinzips steht. In die drei Auferweckten wurden die Erkenntnis und das Verständnis des Bösen hineingelegt, das transformiert und zur Arbeit zu Gunsten des Guten eingespannt werden soll, um jenes Gute zu erhalten, dessen Antlitz auf dem Erdenplan Beinsa Douno verkörpert. Wenn er in 2500 Jahren zum Buddha des Guten aufsteigt, wird er zu einer Kraft werden, die auf die Menschheit wirkt. Im Christentum des Heiligen Geistes geht es um das Gute, das die Menschheit noch nicht kennt, denn sie muss zuerst ihr höheres Ich meistern, ihr fünftes Reich ausbilden, damit sie etwas hat, was sie opfern kann. Niemand darf unterschätzt werden – dessen sollten sich die sog. Anthroposophen und die sog. „Weißen Brüder“ bewusst werden. Jeder befindet sich nach der großen Vorsehung genau an dem Platz, an dem er sein soll. Deshalb habe ich auf der Konferenz 2014 in Varna das Panorama der zehn Individualitäten präsentiert, die an den Ereignissen von Golgatha beteiligt waren, allen voran die Jungfrau Sophia. All dem liegt eine göttliche Regie zugrunde. Wir brauchen Christian Rosenkreutz, da wir die wahre Erkenntnis über Christus, die Hierarchien und die ganze geistigen Welt besitzen sollen. Manes brauchen wir, um zu lernen, das Böse umzuwandeln. Nicht zufällig weihte er 1459 Christian Rosenkreutz in die Mysterien des Bösen ein. Doch um das Böse metamorphosieren zu können, brauchen wir Kräfte, die uns helfen, mit ihm fertig zu werden. Mit dem Zweiten Golgatha Ende 19. Jahrhunderts gab uns Christus die Möglichkeit zur Erkenntnis – das ist die Anthroposophie. Danach muss aber der wesentliche Teil des Weges beginnen. Wir sollen nicht nur das Böse kennen, sondern es auch zur Arbeit zu Gunsten des Guten einspannen. Auf diese Weise können wir zum kosmischen Guten kommen – durch die Erhebung des kosmischen Bewusstseins erreichen wir das kosmische Gute. Der ätherische Christus wird dann immer sichtbarer auf dem Astralplan werden. Die Zweite Ankunft wird immer weiter gehen, um den Menschen zum größten Augenblick in seinem Leben zu führen – der persönlichen Begegnung mit dem ätherischen Christus. Doch zuerst müssen wir Leben in unsere Erkenntnis einführen – also die Substanz, das Evolutionsprinzip – und zum Subjekt der Evolution werden. Erst dann kann in seiner ganzen Größe Beinsa Douno vor uns erscheinen, dessen Opfer von 1936 die Fortsetzung des Zweiten Golgatha ist. An diesem Opfer war Christus der Hauptfaktor, doch Beinsa Dounos Ich nahm auch daran teil und aus seinen gemeinsamen Anstrengungen mit Christus entstanden die Kräfte des Guten in der Menschenseele, mit deren Hilfe wir dem Bösen entgegentreten können. Die Menschen besitzen diese Kräfte dank der Zusammenarbeit zwischen Christus und Beinsa Douno. Der Weg durch das Minenfeld des Bösen wurde von dem Evangelisten Johannes über Manes bis Beinsa Douno abgesteckt. In 2500 Jahren wird der Bodhisattva als der Buddha des Guten vollständig das Wesen des Christus-Impulses vorführen. Vor 2000 Jahren wurde das Wort bzw. der uranfängliche Ton Fleisch, in 2500 Jahren wird das Fleisch Wort werden. Der Meister Beinsa Douno wirkt auf die sechste Kulturepoche hin, er arbeitet für das Gute im kosmischen Sinne. Damit wir das auch können, müssen wir über das Werkzeug verfügen, das wir opfern können. Die Mitglieder der „Weißen Bruderschaft“ sind stolz, dass ihr Meister der Größte unter den Menschen ist, doch sie wissen überhaupt nicht, wie sie an ihn herankommen sollen. Zuerst müssen sie nämlich die Anthroposophie beherrschen, durch die jeder sein fünftes Reich ausbilden muss, um danach an Beinsa Douno heranzukommen, sich auf sein Opfer von 1936 zu fokussieren und die moralischen Kräfte zum Meistern des Bösen zu finden, die aus diesem Opfer hervorgebracht wurden. Wenn man zum ersten Mal auf dem Weg der Umwandlung des Denkens in die geistige Welt hinübersetzt, steht man in Punkt 5 der Lemniskate vor der Moral des Kosmos. Wenn diese Moral in die Gesellschaftsbeziehungen auf der Erde hineingeführt wird, hat sie die Eigenschaft, keine Probleme und kein Chaos zu verursachen. Im Gegenteil, diese kosmische Moral hat eine harmonisierende Wirkung, denn alle Iche oben sind Töne, die in einer gemeinsamen Harmonie klingen. Die Ausrichtung auf den Impuls Beinsa Dounos bedeutet eine Ausrichtung auf die Moralität, die man als die Moralität des Kosmos erlebt, wenn man die Methodologie der Anthroposophie zu erlernen beginnt. Ich hatte immer das Gefühl, dass in Beinsa Douno etwas ist, was jenseits des „normalen“ Manichäismus ist, eine Art Gipfel des Manichäismus – die Umwandlung des größtmöglichen Bösen und das Gute, das nicht von dieser Welt ist. Der Manichäismus wird seine wahre Entfaltung erst dann erleben, wenn sich die Rasse des Bösen und die Rasse des Guten in der sechsten Wurzelrasse herausbilden werden, also in ca. 6000 Jahren. Doch die eigentliche Vorbereitung darauf beginnt schon jetzt, beginnt mit dem, was bevorsteht.

Zusammenfassend biete ich Folgendes an: Die beiden gigantischen Impulse des 20. Jahrhunderts als zwei einzelne Elemente zu nehmen, die man in sein höheres Ich einführt. Dann entsteht nach der Methode „Nicht ich, sondern Christus in mir“ eine Synthese und es wird etwas Neues geboren, das die individuelle Methodologie des Lebens des Menschen und sein persönliches Schöpfertum darstellt. Jeder Mensch ist aus dem Absoluten herausgekommen und keiner hat das Recht, sich in die Erfüllung dieser Aufgabe einzumischen. Die Verwirklichung dieser Aufgabe ist der geheiligte Impuls, den Michael durch Steiner versprochen hat. Das ist eine solche Riesenherausforderung, dass ich einen gewissen Grund habe zu behaupten, dass bis zur sechsten Kulturepoche kaum etwas anderes angeboten sein wird.

Es sind fast 2000 Jahre nach dem Ereignis von Golgatha vergangen, bevor der Impuls der Anthroposophie erschien und jene reifen christlichen Wahrheiten ausgeschüttet werden konnten, ohne die wir überhaupt nicht zum Verständnis der Weltgeschehnisse gelangen können. Das Zweite Golgatha und die Fortsetzung von 1936 mit dem Opfer des Ich Beinsa Dounos haben das Neue hervorgebracht, über das ich vortrage. Steiner hat sein niederes Ich geopfert, damit das höhere Ich aufgeht, Beinsa Douno hat sein höheres Ich geopfert und ich schlage vor, dass diese beiden Opfer in das menschliche Ich aufgenommen werden, damit daraus das wahre Schöpfertum des Menschen als Subjekt der Evolution und seine individuelle Lebensmethodologie entstehen. Diese individuelle Methodologie schließt die anderen zwei Impulse nicht aus, sondern sie metamorphosieren in etwas Neues, was das individuelle Wesen jedes Menschen ausmacht. Wenn das in der richtigen Art geschieht, wird es nichts Höheres für den Menschen geben. Doch wenn jemand die Verkörperung dessen in mir sehen will, kann er lange warten – das ist nämlich ein Prozess, der Jahrhunderte und viele Inkarnationen in Anspruch nehmen wird. Deshalb sollte man nicht durch die Augen des niederen Ich auf jemanden schauen, der versucht, eine solche Synthese vorzunehmen und nach seinen moralischen Schwächen suchen, welche zweifellos jeder von uns hat. Jeder hat eine bestimmte Stufe erreicht, und nur Christus darf sein moralisches Korrektiv sein, denn alles, was man tut, wird im Kosmos abgespiegelt. Die Anthroposophie und der Impuls Beinsa Dounos metamorphosieren auf verschiedenen Stufen im Menschen und das bestimmt das Niveau seines Ich-Selbstbewusstseins, das sich ständig erhebt. Es gibt nichts Aufregendes im Leben als das und nichts anderes kann uns die Ewigkeit geben als das! Doch dem stehen Widersachermächte entgegen und wollen es aufhalten. Ahriman will auch das menschliche Bewusstsein auf dem Weg der Technologisierung des Menschen verändern, so dass eine Kombination zwischen Roboter und Mensch entsteht. Es wird intensiv an der künstlichen Intelligenz gearbeitet, die das langsame Menschenhirn mit seinem reflektierenden Ich-Denken, das in der Systemkrise der Zivilisation immer stärker verfällt, ersetzen soll. Die Menschen sind heutzutage äußerst kraftlos im Denken, wofür es auch rein physiologische Ursachen gibt. Beim Anfang der griechischen Epoche und Übergang zum reflektierenden Denken begann die ätherische Welt in unserem Nervensystem zu wirken und sie aufzuzehren, damit die Begriffe dieses Denkens geprägt werden. Je mehr ein Mensch reflektierend denkt, desto mehr wird sein Nervensystem aufgezehrt, sein Ätherleib wird schwächer und er wird wortwörtlich verrückt. Nach diesem Kriterium ist jeder Mensch mehr oder weniger verrückt. Andererseits werden die Menschen rein biologisch auf die Einführung des künstlichen Intellekts vorbereitet. Ein Element dieser Vorbereitung ist die Benutzung genmodifizierter Organismen. Nun werden wir auf das Wesen der GMO vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt eingehen.

Alle Wesen in der Natur, die sich unter dem Menschen befinden, haben ihre Gruppen-Iche. Die Gruppen-Iche der Tiere sind in der Astralwelt, die Gruppen-Iche der Pflanzen sind im niederen Devachan und die Gruppen-Iche der Mineralien – im höheren Devachan. Im Unterschied zu den drei Naturreichen hat der Mensch ein niederes Ich auf dem physischen Plan und gleichzeitig ein höheres Ich in der geistigen Welt. Doch zwischen dem niederen und höheren Ich gibt es einen großen Widerspruch. Unser Funktionieren als eine dialektische Triade basiert auf dieser Gegenüberstellung und der Möglichkeit der Selbstbewegung, die sie hervorruft. Das höhere Ich, das in der geistigen Welt ist, lehnt alles Sinnliche ab. Das niedere Ich dagegen lehnt alles Übersinnliche ab, denn seine Grenze ist im Diesseits, in der sinnlichen Welt, sie liegt an der Peripherie der Begriffe. Was geschieht beim Essen? Wenn wir Nahrung aus der Tier- oder Pflanzenwelt zu uns nehmen, müssen wir wissen, dass es einen großen Unterschied gibt, ob sie einer höheren oder niederen Art angehört. Der Unterschied zwischen einem blühenden und Früchte tragenden Baum und den Pilzen ist so groß wie der Unterschied zwischen einem Menschen, dessen Ich richtig funktioniert und einem Autisten, bei dem das Ich wegen karmischer Ursachen nicht richtig inkarniert ist. Das bedeutet, dass das Ich des Obstbaums viel näher an diese Pflanze ist und der Obstbaum viel mehr vom Ich-Einfluss erfasst ist als der Pilz. Wenn man sagt, dass die Pflanzen-Iche im niederen Devachan sind, bedeutet das nicht, dass sie alle auf der gleichen Stufe sind, denn das niedere Devachan hat viele Stufen. Das gilt auch für die Gruppen-Iche der Tiere in der Astralwelt, die auch viele Stufen hat. Es gibt einen Riesenunterschied zwischen den Säugetieren und den Würmern. Das Gruppen-Ich der Kuh ist viel näher an sie und durchdringt sie viel stärker als das Gruppen-Ich eines Wurms. Es gibt daher einen großen Unterschied, ob man sich von Früchten oder von Pilzen ernährt und Letztere sind schädlich.

Wenn wir Nahrung, egal welcher Art, zu uns nehmen, gerät die Ich-Substanz dieser Nahrung in Widerspruch mit unserem niederen Ich. Wir haben mehrmals gesagt, wie das Ich über die anderen herrschen will. Unser niederes Ich muss sich der Ich-Substanz widersetzen, z.B. der Ich-Substanz einer Zwiebel, die wir essen wollen. Das Gruppen-Ich der Zwiebel möchte unser niederes Ich eliminieren und wenn das passiert, würden wir ohnmächtig werden. Wir widersetzen uns diesem Prozess nicht bewusst. Was rettet uns dann davor, in Ohnmacht zu geraten und zum Tierbewusstsein hinuntergezogen zu werden? Wenn das Gruppen-Ich der Zwiebel in uns eintritt, leistet unser höheres Ich Widerstand. Durch diesen Widerstand kommt das höhere Ich, das keinen Zugang zur Sinneswelt hat, zum organischen Einfluss in uns. Unser höheres Ich weiß über diese Gegenüberstellung Bescheid, unsere Leiber, die das Produkt der drei Äonen Evolution sind, wissen Bescheid. Nur unser niederes Ich versteht nicht den Umstand, dass mit der Nahrung, die in unseren Magen hineinkommt, auch fremde Iche eindringen. Je mehr Nahrungsmittel wir essen, desto mehr Iche strömen in den Menschen ein. Der Mensch verliert sein Selbstbewusstsein nicht aus dem einzigen Grund, dass sein höheres Ich alle fremden Iche pariert, die in ihn als Nahrung hineingeraten. Wie kommt das zustande? Der größte Irrtum beim Essen ist, dass man von der Nahrung satt wird und sie den physischen Leib in Stand hält. Dem ist nicht so! In dem Moment, wenn wir die Zwiebeln gegessen haben, beginnt ihr Ich, dessen Tonfrequenz sich von der Frequenz unseres Ich unterscheidet, unseren Ätherleib zu reizen, da beide Frequenzen in Dissonanz zueinander geraten. Unser höheres Ich versucht sofort, die Nahrung in den Stoffwechsel hineinzuzwängen und sie aus dem Körper zu vertreiben. Jede Nahrung, die wir zu uns nehmen, ist der Feind unseres höheren Ich, denn es wirkt in der übersinnlichen Welt und hat mit der Sinneswelt nichts zu tun. Wenn die Zwiebel unseren Ätherleib reizt, spannt das höhere Ich den Ätherleib ein, aus der Umwelt eine der Zwiebel ähnliche Nahrung anzuziehen, doch nicht auf dem physischen Plan, sondern aus dem Äther. Wir ernähren uns also von der ätherischen Entsprechung der Nahrung, die wir verschlungen haben. Wir essen verschiedene Speisen und der Ätherleib liefert unter dem Kommando des höheren Ich, das versteht, was in diesem Augenblick passiert, die ätherische Entsprechung von allem, was wir verzehrt haben. Das, was der Ätherleib liefert, hält das Leben des physischen Leibes in Stand. Unser physischer Leib wird nicht von der Nahrung aufgebaut, die wir essen, sondern von dem, was unser höheres Ich uns durch den Ätherleib in Form von ätherischen Entsprechungen gibt. Das verschlungene Essen erfüllt lediglich die Rolle des Reizstoffes, der sofort in den Stoffwechsel hineingeführt und dann ausgeschieden wird.

Wenn man in dieser Art die Ernährung betrachtet, erhält sie eine ganz andere Nuance. Als im Altertum die Priester eine Pflanzenart verändern wollten, haben sie sich an ihr Gruppen-Ich gewandt, um eine eventuelle Veränderung dieser Pflanzenart zu erbeten. Es gibt zwei Typen von Änderungen. Die eine geschieht innerhalb der Art, indem bestimmte Eigenschaften verstärkt werden und die andere tritt ein, wenn eine Art auf ihr Ende zugeht und in eine andere Art metamorphosieren soll. Die Priester haben sich nie in die Artenentwicklung des zweiten Typs eingemischt. Auf diese Weise sind aus der wilden Natur die Kulturpflanzen und die Haustiere entstanden. Die Priester hatten das Wissen, ob die Nahrung, in deren Schaffung sie eingriffen, dem Menschen angemessen war, da sein Ätherleib in der Umwelt die Entsprechung finden soll, mit der er in der Tat satt wird. Als die Rosenkreuzer im Mittelalter das Quecksilber in Gold verwandelten, haben sie sich an den Geist des Merkur und an den Geist der Sonne gewendet, um diese Transformation völlig uneigennützig vorzunehmen. In den alten Zeiten haben die Menschen immer Rücksicht auf die Iche genommen, die hinter einer bestimmten Sache stehen. Wenn der heutige Geningenieur die Gene manipuliert, hat er keine Ahnung, was er treibt. Die Veränderungen im Rahmen einer Art könnte man leichter „schlucken“, doch wir wollen schauen, was geschieht, wenn die verschiedenen Reiche miteinander vermischt werden.

Wenn ein Tiergen in eine Pflanze eingeführt wird, damit sie schneller wächst oder größer bzw. kältebeständiger wird, findet eine künstliche Übertragung der gegebenen Pflanzenart unter Bedingungen statt, die normalerweise auf der Erde nicht existieren. Der Astralleib der Pflanze ist in der Astralwelt und mit dem Tiergen wird in die Pflanze auf dem physischen Plan Astralität eingeführt. Wenn im Frühling die Bäume blühen, erleuchten sie ihre Gruppen-Iche mit Astralität und sie sind in einer Art Euphorie, denn gewöhnlich hat die Pflanze auf dem physischen Plan nur einen physischen und einen Ätherleib. Deshalb wirkt ein blühender Baum immer erhebend auf den Menschen, da er in Wechselwirkung mit dem menschlichen Astralleib kommt, in dem die Emotionen sind. Stellen Sie sich einen Sportler vor, der ständig in einem künstlichen Zustand der Euphorie durch Stimulanzien gehalten wird. Das ist, als ob ein Baum ständig blühen würde. Dieser fibrile Zustand kann zu temporären Erfolgen führen, doch letztendlich zehrt er den Astralleib auf und führt zu dem tragischen Zustand, in den viele ehemalige Sportler geraten, die gedopt haben. Wenn ein Tiergen in eine Pflanze eingeführt wird, wird die Pflanze künstlich in Bedingungen versetzt, die im zukünftigen Äon existieren werden. Das Gruppen-Ich der Pflanze hat seinen Ton, der im Kosmos klingt. Das Gruppen-Ich des Tieres, dem das Gen entnommen wurde, hat eine ganz andere Frequenz, mit der es auch im Kosmos tönt. Wenn zwei unvereinbare Frequenzen zusammengeführt werden, versuchen die Iche dieser Arten oben, übereinander die Oberhand zu erhalten. Es kommt also nicht zu einem neuen Ton, sondern zu einer Kakophonie in der Weltenharmonie. Dieser Missklang hat keine Entsprechung unter den Tönen, die durch die Ich-Evolution auf natürliche Weise entstanden sind. Wenn ein solches Produkt des Gen-Engineerings vom Menschen gegessen wird, so kann dessen höheres Ich keine Entsprechung in der umgebenen Ätherwelt finden, mit dem es den Menschen ernähren kann. Dieses Produkt hat keinen Nährwert, doch es führt zusätzlich zur Entfremdung des Menschen von seinem höheren Ich, das ihm nicht das Benötigte geben kann. Durch die Verbreitung der genmanipulierten Organismen will Ahriman den Weg des Übergangs vom niederen zum höheren Ich blockieren. Er will auch eine Bewusstseinsänderung erreichen, doch nicht durch die Transformation des Bösen, durch eine Synthese von Impulsen und Erhebung zum höheren Ich. Wenn man sich ihm gegenüberstellt, stellt man sich der ganzen Zivilisation und den Wesen der Subgeschichte gegenüber. Erfährt man dann keine Unterstützung von der geistigen Welt, können diese Wesen schnell mit jedem fertig werden, der sich erdreistet, ihre wahren Absichten aufzudecken.

Ich werde eine Frage zur gemeinsamen Überlegung einschieben, von der ich noch keine endgültige Meinung habe. In den letzten Jahren erhöht sich der Verbrauch des Einkorns in Bulgarien, der eine 7-8000 Jahre alte Pflanze sein soll. Manche datieren ihn sogar auf die fantastischen 17-18000 Jahre. Ich habe schon mehrmals erwähnt, dass die ältesten Artefakte in der Geschichte viel jünger sind als die offizielle Wissenschaft bestimmt hat. Doch wir wollen annehmen, dass das Einkorn aus der Zeit der Thraker stammt, als die Menschen die bildhafte Bewusstseinsform hatten. Das Einkorn hat gerade diese Bewusstseinsform genährt, doch die Menschheit sollte zum Gegenstandsbewusstsein übergehen. Das Einkorn hat existiert, als es eine den äußeren Bedingungen und der Bewusstseinsstufe des damaligen Menschen angemessene Pflanzenart war. Es entsteht die Frage, was das Einkorn heute in uns aktiviert. Ich habe gelesen, dass es die Bildhaftigkeit aktiviert, was den spirituell gestimmten Menschen besonders gefallen würde – bei ihnen würde das Einkorn zu einer chaotischen Bildhaftigkeit führen, ohne dass der Weg durch die Anthroposophie zurückgelegt wird. Das wäre dann der unrechtmäßige Gewinn vergangener Bildhaftigkeit, die heute durch das höhere Ich gehen muss. Ich würde niemandem vom Verbrauch des Einkorns abraten, denn die Frage, was es im Menschen bewirkt, noch nicht geklärt ist. Doch das Einkorn hat existiert, als es eine andere Bewusstseinsform gab und wir müssen uns fragen, ob es heute die angemessene Nahrung für uns ist.

Wie bereits erwähnt, stellt der Abbruch der Beziehung zum höheren Ich das große Problem beim Verbrauch genmodifizierter Lebensmittel dar. Was passiert, wenn Genmanipulationen im Tierreich vorgenommen werden? Dann entstehen im Astralleib des Menschen, der solche Produkte zu sich nimmt, große Lücken, durch die er von dunklen Wesen angegriffen werden kann. Es werden Versuche unternommen, höheren Tieren Intellekt einzuführen, also das Gruppen-Ich einer Art will man aus der Astralwelt in ein konkretes Tier auf dem physischen Plan einführen. Wie wir wissen, sind die Tiere verdinglichte Menschenleidenschaften. Diese Leidenschaften haben astralischen Charakter und werden von den Gruppen-Ichen der jeweiligen Tierarten in der Astralwelt aufrechterhalten. Wenn aus der Astralwelt die Intelligenz des Gruppen-Ich dieser Tierart in ein konkretes Tier auf dem physischen Plan heruntergeholt wird, wird die von diesem Ich oben aufgehaltene Astralität heruntergeholt. Auf diese Weise wird das Tier auf dem physischen Plan zum Werkzeug des Bösen, das eine bestimmte Intelligenz besitzt. Wenn dem Tier künstlich Intelligenz eingepflanzt wird, wird die rechtmäßige Beziehung zu seinem Gruppen-Ich in der Astralwelt unterbrochen, das Tier wird unkontrollierbar.

Die Versuche, künstliche Intelligenz in Maschinen einzuführen, sind auch sehr fortgeschritten. Sie können auf einer bestimmten Etappe außer Kontrolle geraten, so dass die Erfinder ihre Erfindungen nicht mehr beherrschen werden. Der Austausch des menschlichen Ich durch ein dämonisches Wesen führt ebenfalls zum Entstehen eines unkontrollierbaren Individuums. Auf diese Weise wird Böses hervorgebracht, das für den Menschen absolut unbegreiflich ist, da es in der Subgeschichte seine Herkunft hat. Wir kennen das Böse, das wir aus uns selbst heraus generieren können. Doch wenn sich vor uns das Böse stellt, das zurückgebliebene Wesen produziert haben, ist es für uns unbegreiflich. Der Angriff erstreckt sich auf alle Naturreiche und in alle Richtungen – in den nächsten 10 bis 15 Jahren wird er fantastische Ausmaße annehmen. Es werden alle Faktoren angegriffen, die die Zivilisation stützen. Die Zwischenform zwischen Mensch und Menschenmaschine mit künstlicher Intelligenz ist der sog. „neue Nomade“, dem der Schwarzmagier aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts Aleister Crowley sagte: „Mach, was du willst“. Der moderne Nomade ist ein Produkt sowohl des Liberalismus als auch des Konservatismus und Globalismus. Er bricht alle Beziehungen zum Verwandtschaftlichen, Volkstümlichen, Rassenmäßigen, Kulturellen, d.h. die Beziehungen zu der Umgebung, in die sein Karma ihn gestellt hat, damit er seine Evolution und den Weg zu seinem höheren Ich zurücklegen kann. Diese Beziehungen werden nicht metamorphosiert, sondern gebrochen, wobei solche Menschen sich für Weltbürger erklären. Diese Kosmopoliten sind die neuen Nomaden, durch die Ahriman wirkt und die leider zum Vorbild für die Jugend werden.

In zwei Monaten stehen bei uns Parlamentswahlen bevor. Heute ist es massenweise üblich, dass jeder, der Probleme hat, egal welchen Charakters, sie auf die Regierung projiziert und denkt, dass der Staat schuld an seinen Problemen sei. Der Bulgare pflegt, auf den Staat böse zu sein, ohne zu begreifen, dass diejenigen, die regieren, eine Projektion von ihm sind. Diejenigen, die den Staat regieren, müssen wissen, dass sie nur auf Undankbarkeit stoßen werden, wenn sie die richtigen Werke tun.

In diesem Sinne braucht sich Bojko Borissov nicht zu wundern, warum die Bulgaren undankbar waren und seine Kandidatin bei den Präsidentschaftswahlen nicht unterstützten. Dankbarkeit können nur Menschen empfinden, die verstehen, um was es geht, aber derer gibt es nicht viele. Es müssen neue Ideen ausgestrahlt werden. Ich trage seit 16 Jahren über die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts vor, so dass früher oder später einzelne Vertreter dieses Volkes zu diesen Themen heranreifen werden. Heute ist es klar, dass im Neuen, das angeboten wird, etwas Soziales sein muss. Was heißt das? Am Anfang sagte ich, dass eine vergewaltigte alte Frau mehr wert ist als Tausende von Autobahnkilometern, die gebaut werden. Alles, was als Infrastruktur in Bulgarien gebaut wird, ist nützlich und notwendig und man muss sich darüber freuen und dankbar sein. Nur jemand, der sich freut und das Gemachte wertschätzen kann, kann Christ sein. Doch nun werden neue Ideen gebraucht. Diese werden durch das Streifen des höheren Ich entstehen. Gibt es heute unter den Weltführern Menschen, die solche Ideen anbieten können? Nachdem Trump erschienen war, setzten weltweit viele Menschen große Hoffnungen auf ihn, dass er die Beziehungen zu Russland normalisieren, die Konflikte in der arabischen Welt lösen könnte, dass er Amerika neue Zukunft geben würde, damit es wieder zum wegweisenden Stern für die Menschheit wird. Wo liegt hier der große Betrug? Der kulturhistorische Prozess, der seit über 8000 Jahren im Gang ist, stellt eine Spirale dar, die zu einer anderen Spirale mit dem Übergang zu einer neuen Bewusstseinsform übergehen soll. Die Entwicklung der bisherigen Bewusstseinsform bewegt sich geografisch mit dem Kulturprozess vom alten Indien über Persien, Ägypten, Griechenland und Rom nach Mitteleuropa. Allmählich soll eine Kurve nach Russland gemacht werden und erst in der fernen Zukunft soll die Entwicklung den Weg nach Amerika nehmen. Nach dem Versinken der Atlantis verlief die Bewegung von Westen nach Osten, in den letzten 8000 Jahren wendete sie sich von Osten nach Westen und nun muss wieder eine Kurve nach Osten gemacht werden. Doch vorher hat das Deutschtum dasjenige auszustrahlen, was von ihm erwartet wird. Nur so kann in den nächsten Jahrhunderten die Staffelübergabe an das Slawentum stattfinden, damit die sechste Kulturepoche aufleuchtet. Was machen aber der linke und der rechte Globalismus, die ihre Kräfte vereint haben? Ihr Hauptziel ist es, die Richtung dieses Prozesses nach Amerika zu wenden. Was folgt für die Menschheit daraus? Die Erde hat einen Äther- und einen Astralleib. Der natürliche Gang des kulturhistorischen Prozesses ist mit dem Äther- und Astralleib der Erde synchron. Alle kulturellen Impulse kommen von der Nordhalbkugel. Die Menschen in Australien, Südamerika und Afrika dürfen mir nicht böse sein, doch von ihnen kommen keine Impulse. Die Impulse kommen über die weiße Rasse und in dieser Aussage steckt kein Rassismus, sondern sie ist der Ausdruck der Evolutionsstufe. Die weiße Rasse soll den Übergang zur neuen Bewusstseinsform gestalten. Sollten die Versuche, die Richtung des kulturhistorischen Prozesses zu ändern, fortgesetzt werden, und die aktuelle Äußerung Trumps geht in diese Richtung, würde das bedeuten, dass der Kulturstrom, der ein lebendiger Strom ist und mit dem Äther- und Astralleib der Erde in Beziehung steht, sich auf die ganze Erde zerstreuen wird. Das würde den ganzen bisherigen 8000jährigen Übergang, der zu unserer heutigen Bewusstseinsform, zu den Errungenschaften in der Aneignung der äußeren Welt und zu der Kapitulation der Zivilisation geführt hat, sinnlos machen. Das würde den geistigen Tod der Menschheit bedeuten. Dann würde es wirklich schlimm um uns bestellt sein. Jeder, der heute begeistert auf Trump schaut und erwartet, dass er etwas Gutes für die Menschheit bringt, sollte wissen, dass er dabei seinen eigenen geistigen Tod herbeisehnt. Trump ist einfach eine andere Form des Globalismus. Ich hoffe, dass das, was wir hier von Bulgarien aus tun, zum Abwenden der Versuche, den Strom abzuwenden, beitragen wird. Ich hoffe, dass der Strom langsam Richtung Osten abbiegen wird. Die Phänomenologie des Volksgeistes der mitteleuropäischen Völker verlangt, dass das deutsche Volk und die Völker Mitteleuropas den Übergang vom niederen zum höheren Ich machen. Doch der Impuls, der von oben herabströmt, kommt über Beinsa Douno. Folglich müssen sich diese Völker mit diesem Impuls verbinden. Nicht zufällig kam nach Abschluss der Konferenz von 2014 die außerordentlich wichtige Offenbarung, dass der Erzengel des deutschen Volkes und der Erzengel des russischen Volkes eine Beziehung zueinander über den Erzengel des bulgarischen Volkes herstellen werden. Die Deutschen müssen zuerst die Art und Weise erlernen, wie man das Denken verändert und zu einer anderen Bewusstseinsform übergeht. Doch das können sie erreichen, wenn sie die moralischen Kräfte dazu haben. An der Herausbildung dieser moralischen Kräfte nimmt Beinsa Douno teil. Ohne sich seinem Impuls zuzuwenden und ohne die Synthese der beiden Impulse vorzunehmen, werden die Mitteleuropäer nicht die Kraft haben, eine Metamorphose ihres Denkens und Bewusstseins vorzunehmen. Der Weg, den ich vorschlage, ist eine Möglichkeit, dass die Menschheit nicht auf ihren geistigen Tod und auf andere Formen der ichlosen Evolution zugeht wie der Kombinationen von Mensch und Tier ohne den kontrollierenden Ich-Faktor. Steiner hatte gesagt, dass der geheiligte Impuls das gesamte geistige Leben der Menschheit retten wird, also auch die Zivilisation und den kulturhistorischen Prozess. Dieser Prozess hat vor ca. 8000 Jahren begonnen und wird bis zum Ende der fünften Wurzelrasse andauern. In der sechsten Wurzelrasse werden wir schon eine andere Bewusstseinsform haben und die Evolution wird auch eine andere Form annehmen, die anders als der kulturhistorische Prozess sein wird. Heute steht viel auf der Karte – entweder geht man den richtigen Weg zu Christus, oder Ahriman wird mit den entsprechenden Folgen seine Herrschaft durchsetzen. Das, was ich vorschlage, ist seiner Zeit weit voraus, denn erst in der siebten Kulturepoche werden einzelne Menschen, die ihr Ich in der sechsten Kulturepoche individualisiert haben, die drei übersinnlichen Leiber für Christus ausbauen, in die Er heruntersteigen wird. In der siebten Kulturepoche werden einzelne Menschen eine solche Evolutionsstufe erreicht haben, dass sie eine Vorahnung auf den Vulkan, ein achtes Reich ausbauen werden. Der Vulkan wird eine Art achter Äon sein, denn der Äon der Erde besteht aus zwei Teilen. In der siebten Kulturepoche werden die Menschen etwas tun, was wie eine achte Kulturepoche sein wird. Das wird das Produkt absolut individualisierter Menschen sein, die nach der Formel „Nicht ich, sondern Christus in mir“ wirken und in der Lage sein werden, ihren physischen Leib zu dematerialisieren. Die Aufgabe der Transformation des physischen Leibes in einen übersinnlichen physischen Leib ist unsere persönliche Aufgabe, die mit der künftigen neuen Reproduktionsart zusammenhängt. Die Frage der Vergeistigung des Mineral-, Pflanzen und Tierreichs ist die Hauptaufgabe der geistigen Welt. Doch die Vergeistigung des physischen Leibes ist unsere persönliche Aufgabe und das wird künftig durch den Kontakt mit dem Auferstehungsleib geschehen. Solche fortgeschrittenen Menschen werden in der Lage sein, dieses achte Reich im Reich der siebten Kulturepoche zu formieren, wenn der Krieg aller gegen alle toben wird. Doch das ist eine zeitlich sehr entfernte Aussicht. Heute werden nur die Menschen, die die Synthese beider Impulse praktizieren können, nicht vom Absterben dieser Zivilisation betroffen sein. Alle anderen, die keine Lust haben, sich mit der Methodologie der Anthroposophie zu beschäftigen, die zur Transformation des Denkens führt, werden im Rahmen der reflektierenden Bewusstseinsform verbleiben und die Wirkung der Fäulnisprozesse der Zivilisation direkt erfahren. Die Rettung des Menschen ist sein persönliches Werk. Die geistige Welt hat uns lange genug umsorgt, doch nun besteht eine Entweder-Oder-Frage. Entweder wird der Mensch zum Menschen oder er wird zu Zwischenformen zwischen Tier und Mensch verkommen.

Hier kommen wir zu einer Frage, auf die es (noch) keine Antwort gibt. Wir wissen von Steiner, dass gegen Mitte der zukünftigen Venus Menschen eliminiert werden sollen. Wenn wir wissen, dass das Ich etwas ist, was aufbaut und nicht aufgebaut wird, besteht die Frage, wie Gott sich selbst als Ich vernichten würde, wenn diese Menschen, die zwar um zwei Stufen zurückgeblieben, trotzdem Spuren einer Ich-Entwicklung aufweisen werden? Was wird dann Gott vernichten? Wahrscheinlich werden diese Menschen, die das Böse in vollkommener Weise verkörpern werden, in Weltenstaub verwandelt werden, sie werden in Lehm verwandelt, der im künftigen Zyklus des Heiligen Geistes zu etwas benutzt werden wird. Steiner hat ausdrücklich davor gewarnt, das Böse gewaltsam aufzuhalten. Jeder, der den Kampf gegen das Böse in dieser Art versteht, versteht das wahre Wesen des Bösen und seine Notwendigkeit nicht. Im Okkultismus wird kaum über die Geheimnisse des Bösen gesprochen, denn sie sind nur den höchsten Eingeweihten zugänglich, die dieses mächtige Wissen nicht missbrauchen werden. Das Gute, das aus der Transformation des Bösen entsteht, trägt kosmischen Charakter.

Die Hauptschlussfolgerung dieser Vorlesung können wir mit dem folgendem Satz ausdrücken: Die Götter haben uns bisher unterstützt, nun warten sie darauf, dass wir sie aufsuchen, um die große Vorsehung für jeden Menschen zu erfüllen, der aus dem Gott herausgegangen ist, damit Gott sich selbst am Ende dieses Zyklus erleben kann. Gott erhält seine Früchte nämlich nicht nach der Ursache-Folge-Methode, sondern Er erntet dort, wo Er nicht gesät hat (Matth. 25:26). Der väterliche Weltengrund bringt das Opfer dar, doch Er wird dort ernten, wo Er nicht gesät hat. Ich vermute, dass das, was Er nicht gesät hat, der Auferstehungsleib ist, denn er war nicht vorgesehen und Christus war nicht verpflichtet, sich in diesem Zyklus aufzuopfern, Er opferte sich aus freiem Willen. Christus hat keine Aufgaben im Zyklus, sondern Aufgaben, die über dem Zyklus stehen. Alle anderen Wesen haben Aufgaben innerhalb des Zyklus. Mit dem Auferstehungsleib hat Er allen Zyklen einen Sinn gegeben. Das, was der väterliche Weltengrund am Ende des Vulkan ernten wird, ist nicht unsere letzte Hülse – der Ich-Geistesmensch -, sondern der Auferstehungsleib. Gott hat Christus gesät, doch Christus hat auf Golgatha gesät, damit es einen Auferstehungsleib gibt, den wir individualisieren können. Schließlich wird Gott das ernten, und das wird die Substanz sein, die den Anfang des nächsten Zyklus setzen wird. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit!

 

[1] GA 177, Vortrag vom  07.10.1917

[2] Es geht um die Vorlesung „Die Geheimnisse des Willens und das Siegel des Menschen“

[3] Veröffentlicht im Buch „Der Weg zum Ich“ – Der Weg zum Ich – Anhang

[4] Im „Aufruf an mein Volk – bulgarische Söhne der slawischen Familie“, der ganze Text, inkl. Übersetzungen in mehrere Sprachen, kann unter prizvanie.bg aufgerufen werden.

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