Archiv für den Monat Mai 2017

Das große Drama-Mysterium

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 30.04.2017 in Varna

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir bitten um Deine Hilfe beim großen Drama-Mysterium, zu dessen Hauptakteuren wir gehören, damit wir unsere Aufgaben bewältigen können. Amen!

Christus ist auferstanden! (In der Osterzeit übliche Begrüßung in Bulgarien) Die heutige Vorlesung findet in der Zeit zwischen Auferstehung und Himmelfahrt statt und vor 20 Jahrhunderten deckte Christus vor dem nicht-wachen Bewusstsein seiner Schüler die Wahrheit über den erheblichen Umbruch, der in das Weltall und sogar in die Trinität mit dem Mysterium von Golgatha eingetreten ist. Erst als der Pfingstgeist kam, begannen die Jünger, all dessen gewahr zu werden, was mit ihnen in den drei Jahren geschehen war, in denen sie an der Seite Christi waren. Die Seele des heutigen Menschen unterscheidet sich wesentlich von den Seelen der Jünger und deshalb kommen die Geheimnisse, die Christus ihnen offenbarte, an unseren Zeitgenossen so schwer heran. Heute werden wir versuchen, uns mit unserem wachen Bewusstsein zu diesen Höhen zu erheben, damit wir der apokalyptischen Zeit, in der wir leben, angemessen sein können. Diese Zeit verlangt von uns, dass wir das Denken eines Avatars haben, damit wir eine Beziehung zu unserem Ich herstellen und es allmählich mit dem Ich Christi erfüllen.

Im väterlichen Weltengrund, den wir kurz ‚Gott‘ nennen werden, begann die Verwirklichung unseres Entwicklungszyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan. Gott ist ein Ich und hat in völliger Freiheit beschlossen, diese wertvolle Gabe mit den unzähligen Wesen zu teilen, die aus Ihm herauskommen sollten. Gott ist absolut, grenzenlos und ewig, jedoch bedeutet die Absolutheit in einem gewissen Sinne einen Verzicht auf Entwicklung. Deshalb ging Er opfernd und aus Liebe zu einer Verinnerlichung eines Teils seiner Grenzenlosigkeit als Erstoffenbarung über. Aus der Erstoffenbarung sollte alles im Weltall entstehen und zu diesem Ziel waren zuerst Ich-Wesen notwendig, um diese Offenbarung zu realisieren. Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist haben die Aufgabe übernommen und die Substanz, das Leben und das Bewusstsein für den Zyklus ausgestrahlt. Doch die drei Hypostasen waren immer noch kein anderes Dasein Gottes, da die Substanz, das Leben und Bewusstsein allgemein, unbestimmt und unpersönlich waren und ohne die Entstehung einer Gliederung oder sogar ohne ein Zurückbleiben wären sie einander durchlaufen, ohne einander zu schneiden und Formen für die entstehenden Ich-Bewusstseine der Wesen zu erzeugen. Damit das Bewusstsein existieren kann, brauchen die Wesen die Verwirklichung der Gottesoffenbarung. Diese Wesen sind die uns bekannten neun Hierarchien von den Engeln zu den Seraphim. Gott ist der Schöpfer und das Schöpfertum verlangt, dass es Unterschiede in der Bewusstseinsstufe der Wesen in dieser Schöpfung gibt, das die Hierarchien verwirklichen. Der Augenblick der Offenbarung ist einem Punkt im Nichts ähnlich, in dem alles enthalten ist. Auf diesen Punkt konzentrieren die Hierarchien ihre Anstrengungen und es beginnt die Umsetzung der Idee des Zyklus, die vor dem Anfang unseres Zyklus im Schoß Gottes geboren wurde. Im vorangegangenen Zyklus, in dem der Vater dominierte, wurde gemeinsam mit den Hierarchien die Substanz Gottes auf die Entwicklungsbedingungen unseres Zyklus vorbereitet. Der Vater (der Erste Logos) hat sich im neuen Zyklus mit zweierlei Absicht geoffenbart – um der Substanz zu erlauben, sich zu erheben und etwas völlig Neues in der Evolution einzuleiten – den Aufstieg durch Abstieg.

Als Ergebnis sollte etwas Gutes erschaffen werden, was das Gute des vorigen Zyklus überstieg. Wie lässt sich feststellen, ob etwas gut ist? Die Götter sind Schöpfer und wenn es eine Schöpfung gibt, wenn das Werk verwirklicht ist und zu einem Bewusstsein kommt, kann man prüfen, ob es gut ist, indem man sich in dieser Schöpfung spiegelt. Auf dem alten Saturn waren die Menschen eine Wärmemonade, der das unbewusste Allbewusstsein angelegt war. Es fehlte jegliche psychische bzw. Ich-Tätigkeit im Menschen. Es bestand keine Möglichkeit, dass die Götter eine Vorstellung davon haben, was der Mensch darstellen würde. Ganze Äonen sollten vergehen, bis sie sich in ihrem Werk spiegeln konnten, um zu verstehen, ob es gut war.

Wir wollen verfolgen, wie das Schöpferprinzip auf die Menschenstufe übertragen wird. Wenn ein Maler beginnt ein Bild zu malen, hat er zuerst eine Idee davon, was er machen will. Das ist wie die Idee des Heiligen Geistes. Der Maler braucht eine Leinwand, Pinsel und Farben – seine Materialien sind gleichsam die Substanz, die vom Vater stammt. Wenn der Maler sich an die Arbeit macht, indem er die Substanz und Idee in Übereinstimmung bringt, bringt er sich selbst in das Bild als Leben ein. Am Ende entsteht etwas, was sich vom ursprünglich Geplanten unterscheiden kann. Aus der Idee, der Substanz und seinem Leben, das der Maler in das Bild hineingelegt hat, entsteht sein Gemälde, das man betrachten kann, um festzustellen, ob es gut ist. Das Bild trennt sich von seinem Schöpfer und lebt sein eigenes Leben, es kann Millionen von Menschen zu einer Erhebung oder zu einem Sturz führen. Wenn etwas realisiert wird, an dem Vater, Sohn und Heiliger Geist beteiligt waren, erhält das Werk danach ein eigenes Leben, es wird keine Unterordnung von ihm verlangt. Das ist die Voraussetzung des wahren schöpferischen Prozesses, das besagt das Prinzip der wahren Liebe. Die Urquelle des neuen Guten, das erschaffen werden sollte, war die göttliche Verinnerlichung aus dem Höheren zum Niederen, die Er als ein Opfer getan hat. Diese Senkung wurde zum Grundgesetz des Weltalls, nach dem das Universum sich nur durch die Liebe entwickeln kann – die Liebe von Ich-Wesen, die zu Mitschöpfern Gottes geworden sind. Die erhabene Liebe Gottes will, dass das andere unabhängig, nicht von Ihm vorbestimmt ist. Doch wenn ein Opfer dargebracht ist, scheint es seinen Vollbringer zu „versklaven“, der mit dem Ergebnis seines Opfers im Laufe der ganzen Entwicklung dieses Ergebnisses verbunden zu sein scheint. In der Geisteswelt ist alles real und man kann nicht auf die Folgen der eigenen Taten verzichten. Wenn Gott selbst beschließt, dass es eine Schöpfung geben soll, in deren Zentrum der Mensch steht, so bindet Er sich an den Menschen. Wenn der Mensch zum Vulkan kommen und etwas vollbringen wird, wird Gott selbst eine Entwicklung erfahren, obwohl Er absolut ist. Jede Hierarchie, die ein Opfer vollbringt und die eigene Evolution riskiert, bindet sich an die Wesen, für die sie sich opfert. Wenn sich ein Wesen für ein höher stehendes Wesen opfert, ist das eine Opfergabe und kein Geschenk, denn das höhere Wesen ist höher entwickelt und besitzt das, was ihm das niedrigere Wesen geben kann. Wenn ein Wesen sich nach unten opfert, opfert es etwas, was die niedrigeren Wesen noch nicht besitzen, sie bekommen somit ein Geschenk. Wir müssen sehr gut zwischen Opfer und Geschenk unterscheiden, sonst würden wir den Sinn unseres Zyklus nicht verstehen. Deshalb tauchte vor dem Beginn des Zyklus die Frage auf, wie die Liebe Gottes zu der neuen Schöpfung zu verwirklichen war. Dieser Aufgabe nahmen sich sechs Arten von Wesen aus der ersten und zweiten Hierarchie an. In den vorherigen Weltzuständen waren sie zu höheren Bewusstseinsstufen aufgestiegen. Sie nahmen die Absichten Gottes als ihre eigenen an, ohne die bevorstehenden Leiden zu fürchten, denn sie wussten, dass eine aufsteigende Entwicklung bevorsteht, für die die Leiden eine geeignete Methode sein würden. Es begann das große Drama-Mysterium der Schöpfung, die Gott plante und durch Christus als seinen Hauptboten verwirklichte, der auf die tiefste Stufe herunterstieg und sich opferte, ohne selbst dessen zu bedürfen.

Der Erste, der die Größe dieses Augenblickes erblickt hat, war der reuige Schächer. Deshalb hat er in einem nächsten Leben als Kaspar Hauser seinen Peinigern vergeben. Damit sie da sein konnten, damit der Mensch da sein konnte, sollte er ursprünglich vorgesehen werden und sich erst viel später zu einem Schlüsselglied des Dramas entwickeln. Jene sechs Hierarchien von Wesen hatten vor Beginn des Zyklus begriffen, dass sie nicht ihre eigene Größe durch den Aufstieg auf dem Wege der Sonnenevolution, bei der es keinen Abstieg gibt, erreicht hatten. Zur Erfüllung der Aufgabe im neuen Zyklus waren auch die Wesen der dritten Hierarchie nicht geeignet, da sie bis zum Äon des alten Saturn entstanden waren. Für die Zwecke der neuen Aufgabe sollten neue Wesen erschaffen werden. So wurde der Mensch entworfen, der die Freiheit der Wahl beim Treffen von Entscheidungen mit der Erlangung der ersten Stufe des Ich-Bewusstseins bekommen sollte.

Vor Beginn der Saturn-Entwicklung war der Strom der makrokosmischen Kräfte einheitlich, aber als die Saturn-Entwicklung einsetzte, spaltete sich der Strom in zwei Teile. Der eine Strom war an der Entwicklung während der Äonen beteiligt, die unserem Äon vorangingen, indem er sich an den Aufstieg durch Abstieg band. Diesen Strom nannte Steiner den Strom der ‚oberen’ Götter. Der andere Strom ging nicht abwärts, sondern verlief parallel zum ersten und erschien als eine Art „Atmosphäre“. Das war der Strom der ‚unteren’ Götter. Die oberen Götter wurden von den Gedanken der unteren Götter geboren. Die Unteren stimmten dem Plan Gottes zu und die Oberen – nicht; Letztere haben die Welt zum selbständigen Schaffen geführt. Die Bogomilen haben früher die oberen Götter ‚Satanael‘ genannt, der die Welt erschuf. Die unteren Götter nannten sie ‚Christus‘, der nach Satanael kommt. Wie ist das alles zu verstehen?

Die Seraphim und Cherubim beherrschten in höchstem Maß das Atma-Prinzip schon seit dem vorherigen Zyklus. Das war das systembildende Ich-Prinzip im Zyklus des Vaters. Dieses Prinzip opferten die Geister des Willens als ihr Ich-Bewusstsein. Es erschien die Substanz als die zukünftige Grundlage der Welt und der  „Spiegel“, in dem sich die Wesen spiegeln konnten, die vorher Subjekte geworden waren. Als Gott beschlossen hat, sich teilweise zu verinnerlichen, übernahmen die Seraphim und Cherubim die Idee für das ganze Weltall von oben und begannen, das Prinzip des früheren Zyklus an die Gesetzmäßigkeiten des neuen Zyklus anzupassen. Sie übergaben die entworfene kreuzähnliche Struktur der Welt den Geistern des Willens, die dieses Ich-Bewusstsein im vorherigen Zyklus erlangt hatten erhoben und den neuen Zyklus einleiten konnten. Sie richteten sich auf den Punkt des Nichts, den Gott selbst durch die drei Hypostasen der Trinität angelegt hatte. Im Weltall gab es noch nichts und das Opfer, das die Throne noch darbringen wollten, sollte sich „von außen und oben“ auf ein Zentrum richten. Es gab noch kein ‚außen’ und ‚innen’, ‚oben’ und ‚unten’. Es gab nur ein hierarchisches Bewusstsein in Form von Hypostasen-Atma, Hypostasen-Buddhi und Hypostasen-Manas. Vom Hypostasen-Atma aus vollbrachte der Vater über die Geister des Willens das Opfer. Die Geister des Willens opferten sich vor den Cherubim, die „über“ ihnen stehen – also ein höheres Bewusstsein besitzen, denn sie sind die Träger der Atma-Einheit, in der sich die Welt des vorherigen Zyklus aufhielt. Deshalb können wir diese Einheit als ein Opfer bestimmen. In der Substanz war die göttliche Liebe, die abwärts eine selbständige Existenz erwerben sollte. Die am Anfang des Zyklus erschienenen Wesen haben ihre Aufwärtsentwicklung fortgesetzt, da sie mit dieser aufsteigenden Tendenz aus dem vorigen Zyklus gekommen waren. Doch wäre nur diese Sonnenevolution da gewesen, hätte es den Zyklus nicht gegeben und der Saturn wäre bald zum unausgesprochenen Schoß des väterlichen Weltengrundes zurückgekehrt. Die Geister des Willens sind aus dem Nirwana herausgetreten und zur Stufe des höheren Devachan gestiegen. Dort haben sie sich partiell verinnerlicht, was eine Herabsenkung ihres Bewusstseins bedeutet. Das ist der Sinn ihrer Offenbarung. Doch im Punkt der Verinnerlichung streben sie sofort zu den Höhen zurück, die sie stark anziehen. Ihre Offenbarung ist eine Art „Aufwachen“, das ihnen eine höhere Stufe des Selbstbewusstseins gibt, eine Stufe des Ich-Bewusstseins. Doch das Bewusstsein der Geiser des Willens senkt sich und deshalb wollen sie in den Schoß des einigen Gottes zurückkehren. Jedes Erwachen in der Entwicklung ist mit Leiden verbunden. Mit der Ausstrahlung der Substanz, die die Liebe des Vaters ist, sollten die Geister des Willens diese Substanz aufgrund des geistigen Gesetzes bis zum Ende ihrer Entwicklung bevormunden. Sie konnten daher nicht ungehindert zur Ewigkeit zurückkehren. Mit ihrem Opfer aus Liebe haben sie sich das selbst angetan.

Steiner hat nie gesagt, dass das Opfer der Geister des Willens von den Cherubim abgelehnt worden ist. Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass die Substanz nach unten kam? Damit das Atma nach unten strömt und zu Wärme wird, muss jemand „von oben“ die Substanz abgelehnt haben. Was genau ist passiert? Die Geister des Willens haben sich durch „Stirb und werde“ auf eine höhere Stufe erhoben und die Cherubim haben das insofern zugelassen, als es der Sphäre ihres Seins nicht widersprach und in ihrem Wesen als etwas Fremdes nicht anwesend war. Als Ergebnis wurden die Geister des Willens (Throne) auch zu Cherubim. Doch diese Besonderheiten sind auf dem Saturn noch sehr unklar. Die von den Thronen ausgestrahlte Substanz strömt wie ein Geschenk abwärts, um die Grundlage des Zyklus zu geben.

Man sollte die Götter in ihrem Zusammenhang mit der Christologie gut auseinanderhalten, um das Dasein selbst verstehen zu können. Als Steiner über die apollinischen und chthonischen Götter sprach, erwähnte er, dass der Zugang zu den unteren/chthonischen Göttern in den Mysterien unheimlich schwierig war und diejenigen, die zu ihnen gelangen konnten, ungeheuerliche Prüfungen zu bestehen hatten. Der Zugang zu den oberen/apollinischen Göttern war viel leichter. Steiner hat nichts Konkretes über die unteren Göttern gesagt, doch wir können mutig behaupten, dass dies die Wesen der ersten Hierarchie sind – Throne, Cherubim und Seraphim. Die unteren Götter fragten sich, wie das Opfer der Geister des Willens als Substanz im Weltall zu verwirklichen war und sie haben beschlossen, nur der Aufwärtsentwicklung in der alten Art zu folgen. Die oberen Götter beschlossen, sich an den Abstieg zu binden. Auf diese Weise entstand Gutes, was größer ist als das Vorherige, das durch die Erhebung auf dem Weg der Sonnenevolution entstehen konnte. Das neue Gute sollte durch die Umwandlung des Bösen hervorkommen und höher sein als das ursprünglich Gute. Deshalb wurde auch das neue Prinzip der Evolution – Aufstieg durch Abstieg – eingeführt. Als die Substanz mit der ihr veranlagten Intention des Abstiegs herunterstieg, brauchten die unteren Götter Vorstellungen darüber, wie die Entwicklung vor sich gehen sollte. Dann hat sich die zweite Hierarchie der ersten als Vorstellung geoffenbart. Die erste Hierarchie brauchte die zweite, die zur weiteren Individualisierung fortschritt und luziferisiert wurde. Laut Steiner ist die Vorstellung ein individualisierter Begriff. Die unteren Götter haben die oberen hinausgesandt, um die Idee der Welt wahrzunehmen und haben durch sie von der Seite mit den „Augen“ der Idee der Welt sich selbst als Sender der Substanz der Welt betrachtet. Auf diese Weise sind die kosmischen individualisierten Begriffe von der Weltidee entstanden. Das waren die Wesen der zweiten Hierarchie und deshalb haben sie sich am Ende von der allgemeinen Idee abgesondert. Es entstand ein Widerspruch zwischen dem Allgemeinen und Besonderen. Der eine Strom von Wesen teilte sich. Auf dem alten Saturn wurde kein Opfer abgelehnt, deshalb haben sich wohl einige der Geister des Willens selbst nach unten gewendet, um eine Gegenüberstellung mit sich selbst hervorzubringen. Damit wurden die Voraussetzungen der zukünftigen polaren Gegenüberstellung des Bewusstseins der geistigen Wesen geschaffen. Das Zurückbleiben an sich wird im Okkultismus als ‚Luziferität’ bestimmt. Wenn wir es nach der Art der Tätigkeit differenzieren, die die Wesen im Hinblick auf den Menschen ausüben, erhält das Zurückbleiben ahrimanische, asurische oder luziferische Eigenschaften. Die übersinnlichen Wesen können verschiedene Rollen annehmen und sie lassen sich nicht eindeutig klassifizieren, doch im allgemeinen Sinn trägt das Zurückbleiben luziferischen Charakter.

Das Zurückbleiben hat in den frühen Zuständen der Welt angefangen, auf dem alten Saturn gab es nur Anzeichen davon. Auf der alten Sonne und auf dem alten Mond war das Zurückbleiben jedoch schon erheblich.

Wie hat sich das Zurückbleiben in den vergangenen Äonen entwickelt, um das heutige Übel, das der Mensch schafft, hervorzubringen? Wir haben bereits geschildert, dass Seraphim und Cherubim die Atma-Einheit aus dem alten Zyklus in den neuen hineinbrachten und durch die Geister des Willens, die reif dazu waren, manifestierten. Um die Einheit der Welt auf dem Saturn zu bewahren, kamen die Geister des Willens auch auf der Seite der physischen Wärme zur Geltung, d.h. es erschienen die ersten Keime des Ahrimanischen, das damals aber keinen deutlichen Charakter hatte. Der Sinn des Ahrimanischen besteht darin, dass das Materielle durch sich das Geistige ersetzt, dass es genau wie der Geist auch universell wird, jedoch nicht auf dem Weg der geistigen Erhebung durch eine Metamorphose bis zum Punkt des göttlichen Bewusstseins, sondern auf dem Weg des Zusammenziehens zum Punkt des absoluten Nichts, der im Erdenäon in Form des Ich-Bewusstseins des irdischen Menschen erschien.

Das luziferische Prinzip will seinerseits nichts mit der Materie zu tun haben, sondern es möchte alles zum Geist zurückbringen, und zwar in der alten Gruppenform. In der übersinnlichen Welt bilden die Stellungen und Beziehungen der hierarchischen Wesen zueinander die Gesetzmäßigkeiten, nach denen die Entwicklung erfolgt. Das ist ihr Denken – ein Handeln, das ‚kosmische Intelligenz‘ genannt wird. Wenn bestimmte Wesen zurückbleiben, entstehen Widersprüche in der Entwicklung und auf diese Weise trägt die Kontraintelligenz, die dem Denken der rechtmäßig entwickelten Wesen entgegenwirkt, zum Zurückbleiben mancher Geister des Willens auf dem alten Saturn bei, indem sie diese Geister luziferisiert und in einem gewissen Sinne auch ahrimanisiert. Wenn ich behaupte, dass es möglich ist, dass Sorat einer dieser Geister des Willens ist, hat das damit zu tun. Es stimmt, dass sich das Zurückbleiben der zweiten Hierarchie qualitativ vom Zurückbleiben der dritten Hierarchie unterscheidet. Das Zurückbleiben in der zweiten Hierarchie bezieht sich auf Wesen, die ihr Ich im vorherigen Zyklus erlangt haben und deshalb nicht irregeleitet werden konnten, sondern sich  aufopfernd zurückblieben. Ist Sorat nicht genau in dieser Weise zurückgeblieben? Das Zurückbleiben unter den Wesen der dritten Hierarchie liegt an der Unfähigkeit, ein Ich in der geeigneten Zeit der Entwicklung zu erlangen. Doch auch hier sollten wir sie nicht zu scharf verurteilen. Das Zurückbleiben sollte man weder bedauern noch bewundern, sondern in der rechten Weise begreifen. Dann haben diese Wesen die Chance, zum richtigen Weg zurückzukehren. Die Behauptung Steiners, dass die Liebe das Böse notwendig macht, ist keine Dummheit, sondern eine okkulte Tatsache. Gott opfert sich aus Liebe, damit es eine Individualisierung der Wesen gibt, und jede Individualisierung führt zum Egoismus, der sich am Ende als ein Böses manifestiert. Das Gute, das aus seiner Umwandlung entsteht, ist das Gute der Individualisierung und es ist nicht zu erreichen ohne die Ablehnung der anderen Art des Guten – des ursprünglichen Guten, deren Träger die unteren Götter sind. Deshalb haben sich auch die Zurückgebliebenen geopfert.

Aus dem Opfer der Throne auf dem Saturn, in dem das Wort klang, wurden die Geister der Persönlichkeit hervorgebracht, es wurde die Zeit hervorgebracht. Diese Geister, die vor dem Saturn noch da waren, wurden erst auf dem Saturn zu „Menschen“ und erhielten ein Ich-Bewusstsein. Sie kennzeichnen den Übergang von der Ewigkeit zum Rhythmus der Zeit. Das Ich ist eine Form, welche einmal verliehen, auf ewig im Besitz der Wesen bleibt. Ihr Ich erhalten die Wesen auf eine geheimnisvolle Art aus der unausgesprochenen Quelle – darüber sind wir in der letzten Vorlesung eingegangen. Die Wesen erhalten ihr Ich aus der Ewigkeit, von Gott; Wenn es einmal erhalten wurde, kann das Ich nur mit neuem Inhalt von Atma, Buddhi und Manas erfüllt werden und die Wesen können zu höheren Bewusstseinszuständen aufsteigen. So kann sich ein Formgeist mit seinem Bewusstsein zum Geist der Bewegung oder Geist der Weisheit erheben, doch er bleibt immer sich selbst, da er eine einmalige Individualität ist – ein Ich, durch das Gott auf eine besondere Weise seine aufopfernde Liebe erlebt. Um die Wesen mit einem Ich zu beschenken, hat sich Gott im Zyklus durch drei Hypostasen als Manas, Buddhi und Atma geoffenbart. Die Hierarchiewesen haben den Auftrag übernommen, die Bewegung von Manas, Buddhi und Atma zu den Neubildungen in der Welt zu vermitteln, doch sie selbst sind nicht die Schöpfer dieses höheren dreifachen Geistes. Jenseits der Offenbarung auf der Seite Gottes werden keine Formen des Ich erschaffen. Sie entstehen „diesseits“ der Offenbarung, in der Entwicklung des Zyklus und zu diesem Ziel ist das Vorhandensein von drei Hypostasen erforderlich. Der Vater gibt die Substanz, der Heilige Geist kleidet sie in eine Form, aber dann beginnt die Substanz sofort, in der Form ihre Beweglichkeit einzubüßen, sie entfernt sich von Gott und geht auf eine Materialisierung zu. Auf diese Weise stellt sich die absolute Opferbereitschaft der Substanz sich selbst diametral als Egoismus entgegen und der Welt des Guten stellt sich die Welt des Bösen entgegen. Dann kommt die dritte Kraft hinzu – das Leben. Diese Kraft hat die Stärke der Kraft des Vaters, aber sie verleiht auch dem Ich die Form und scheint diese Form zu verschließen, ihr das Prinzip des Egoismus zu verleihen. Aber das ist der universelle Egoismus, der Egoismus des Welten-Ich. Er erfasst alles mit Liebe und bleibt immer ein Ich-Bewusstsein. Auf diese Weise schenkt Gott durch Christus die Form des Ich-Bewusstseins. Gott kann in jeder der Hypostasen seine Grenzenlosigkeit manifestieren, aber dann würde es nicht die Entwicklung der Offenbarung geben. In ihrem Wesen stammen die Hypostasen von Gott, der ihre äußere Ich-Einheit darstellt. Aber wenn sie in der Offenbarung zum Handeln übertreten, gehen sie von Christus als von ihrer Ich-Einheit aus. Dann ist es erforderlich, dass noch eine Dreiheit in der Form einer Triade entsteht – Luzifer – Christus- Ahriman. Diese Triade in der Entwicklung können wir eine „Arbeitstriade“ nennen, sie ist da, um den Aufstieg durch Abstieg und die Schaffung der neuen Art des Guten zu ermöglichen.

Die ersten Kennzeichen ihrer Ausbildung gab es, wie bereits angedeutet, auf dem alten Saturn. Damals erschienen zwei Prinzipien der Evolution – das alte vorsaturnische Prinzip und das neue Prinzip unseres Zyklus. Die Geister des Willens sind in den neuen Zyklus eingetreten, indem sie das alte Prinzip befolgten und sie haben den Äon hervorgebracht. Sie brauchten die Existenz der Zeit und des Raums nicht, sie brauchten die Einteilung in äußerlich und innerlich nicht, aber die Geister der Persönlichkeit brauchten all das, da sie sich als Erste mit dem anderen Dasein verbunden haben, das aus dem Opfer der Throne entstanden ist. In diesem anderen Dasein sollte auch das Prinzip des Bösen entwickelt werden. Das begann mit den Geistern der Weisheit, die von außen die Substanz mit ihrem Leben durchdrangen. Dies hat Reflexe in der Substanz hervorgerufen, die später als die Gegensätzlichkeit zwischen Geist und Materie in Erscheinung traten Der Saturn hatte kein eigenes Leben, sondern das Leben wurde durch die äußeren Einwirkungen der Weisheitsgeister modelliert, die noch nicht die Stufe des Opfers erreicht hatten. Der Heilige Geist hat durch die Geister der Bewegung der Wärme eine Form, d.h. Eigenschaft verliehen und daraus erwuchs die Gegenüberstellung der Mengen. Auf dem Saturn entstand die Kontraintelligenz, aber zuerst war sie nicht deutlich, denn alle drei Arten von Evolution – die Sonnen-, Erden- und Mondenevolution – waren vereint und nicht auf dem äußeren Plan objektiviert. Die Geister der Persönlichkeit haben sich als Erste mit der nach unten strömenden Substanz und mit der in ihnen entstandenen Gegenüberstellung verbunden.

Das Verhältnis einiger Geister der Persönlichkeit zu der reinen Wärme, die die Geister des Willens ausgestrahlt hatten, erwies sich mehr äußerlich, geistig, während für andere dieses Verhältnis tiefgründiger, wesentlicher war. Letztere konnten nicht zu vollwertigen „Menschen“ auf dem Saturn werden und sie sind auch auf der alten Sonne und auf dem alten Mond zurückgeblieben. Zum Äon der Erde kamen sie als die Furcht erregenden Asuras. Je mehr ein Wesen von Gott abfällt und sich mit dem Materiellen verbindet, desto mehr Verzweiflung entsteht in ihm, die sich dann in Ausweglosigkeit umwandelt. Diese Ausweglosigkeit metamorphosiert in die Zerstörungswut. In die Seele des heutigen Menschen ist die Sehnsucht nach einer Rückkehr zu seiner geistigen Heimat angelegt, aber da er keine bewussten Anstrengungen zum Erreichen dieses Ziels unternehmen möchte, beginnt er, von Gott abzufallen und sehnt sich nur nach äußeren Eindrücken, um diese Sehnsucht zu betäuben. Die äußeren Eindrücke können dem Menschen aber nichts geben und spitzen nur die Ausweglosigkeit und Sinnlosigkeit seines Lebens zu, was am Ende als Zerstörungswut in Erscheinung tritt. Wenn wir uns fragen, warum es soviel Übel heute auf der Erde gibt, so ist eine der Ursachen gerade der Verzicht des Menschen auf die Menschwerdung und seine Unkenntnis über den Weg dazu.

Während sich die Geister des Willens von der „Peripherie“ aus zum Zentrum des entstehenden Saturn, zum Zentralpunkt der Offenbarung opferten, war ihr Opfer auf der alten Sonne vom geistigen Zentrum der Sonne aus auf die Peripherie gerichtet. Das ist eine Art Hinwendung zur anderen Seite in Richtung der physischen Welt. Diese Welt ist eine andere Bewusstseinsform der Formgeister, die schwächer ist als ihr inneres Bewusstsein, in dem sie mit dem göttlichen Bewusstsein, mit der Ewigkeit verschmelzen. Ihr Opfer hat sich nicht emporgehoben, es wurde von den Cherubim – den Hütern der Ewigkeit – abgelehnt, hinter denen Christus selbst steht. So wurde die Substanz zur Entwicklung des Niedrigstehenden gegeben. Gleichzeitig betrachtete Gott sich selbst durch die Geister des Willens von außen. Offenbar gibt die physische Form den Hierarchien, Hypostasen und Gott selbst eine neue Art der Selbsterkenntnis. In dieser Form verzichten sie gewissermaßen auf sich selbst und reduzieren ihr Bewusstsein, um sich danach noch höher emporzuheben. Wenn sich die Throne nicht auf diese Seite hin gedreht hätten, wäre ihr Bewusstsein höher geworden, jedoch hätte es sich qualitativ nicht geändert. Bereits auf dem Saturn haben manche der Weisheitsgeister, die auf die Wärmemonaden von außen einwirkten, solche Erfahrungen gesammelt, dass sie sich zum Bewusstsein der Willensgeister erhoben. Sie haben aus diesem Bewusstsein heraus in der Kontemplation des Opfers der Willensgeister auf der Sonne ihr eigenes Opfer vollbracht. Während auf dem alten Saturn die Willensgeister mit ihrem Opfer von den Prinzipien des Daseins zurücktraten, welche sie bis zum Saturn besessen hatten und zu den großen Opferdarbringenden wurden, so haben die Geister der Weisheit ihr Opfer auf der Sonne vollkommen im Geist der Aufgaben des neuen Zyklus vollbracht und wurden zu den „großen Schenkenden“. Durch sie hat Christus seine „schenkende Tugend“ (GA 132:30) zur Außenwelt ausgestrahlt, die die Anpassung des ewigen Lebens von Gott an das Leben der Substanz und ihre Aufgaben im Zyklus darstellt. Der Zyklus bekam sein eigenes Leben.

Auf der Sonne hat Gott nicht seine Herrschaft über die Welt aufgehoben, sondern sie dem Sohn als schöpferische Herrschaft übergeben. Daraus sollte der Zyklus der Sieben zu einer Oktave aufsteigen. Die „schenkende Tugend“ ist die Weisheit als eine „Gabe“ an die niedrigen Sphären des Daseins und Bewusstseins, woraus ein gigantischer Prozess wesentlichen Denkens hervorgebracht wird, der die zweite Hierarchie erfasst. In der Welt sind zwei göttliche Weisheiten präsent. Bei der ersten haben wir eine Vereinigung der Idee (des Heiligen Geistes) mit der Substanz (dem Vater), woraus das Zurückbleiben entsteht. Die zweite ist die Christus-Weisheit, die eine Kraft und ein Licht der Umwandlung, der Alleinheit ist und die Schöpfung zu etwas Neuem erhebt. Das ist die Sonnenevolution. Aus dem Opfer Christi durch die Weisheitsgeister sind an der Peripherie der Sonne die Erzengel mit ihrem Ich-Bewusstsein hervorgegangen, es entstanden der Raum mit einer Dimension (innerlich und äußerlich) und das Licht als eine neue Daseinsform. Die „schenkende Tugend“ war Leben und Licht, das wahre, unmittelbare Christus-Licht, das schaffend ist und nicht reflektiert wird. Seitdem wirkt dieses Licht in der Evolution durch die Geister der Weisheit und von dort durch die Erzengel. Deshalb stehen diese Hierarchien in einer besonderen Beziehung zum Christus-Impuls, der nach dem Kreuzestod auf Golgatha startete. Auf der Sonne wurde das Leben zum Licht für die Hierarchien und für das Selbstbewusstsein der Erzengel. Die Geister der Weisheit haben eigentlich einen Teil ihres kosmischen Ätherleibes geopfert, was den Charakter der Substanz der Welt veränderte. Die Idee der Welt fing mit einer neuen Art der Formbildung an.

Was wurde aus dem Bösen auf der Sonne? Die Cherubim, die das Opfer nicht angenommen haben, blieben die Hüter der Ewigkeit im Zyklus. Aber das bedeutet, dass sie sich in einem bestimmten Maß luziferisierten. Die normalen Geister der Weisheit haben die „schenkende Tugend“ ausgestrahlt, sie haben die Weisheit ausgestrahlt, die zum Licht wurde. Dieses Licht wurde von luziferisierten Geistern der Weisheit getragen, die die Uneinigkeit auf der Sonne für immer geistig erhalten wollten und deshalb dieses Licht ins Zentrum der Sonne hineintrugen. Aber bei der Erweiterung des Geistes wird dieser in einem gewissen Sinne „dünner“. Dem widersetzten sich ahrimanisierte Geister der Weisheit, die sich auf dem Saturn nicht zum Bewusstsein der Throne erheben konnten. Sie stellten sich opfernd den normalen und luziferisierten Geistern der Weisheit und ihren Bestrebungen zur Erweiterung der Sonne entgegen. Sie wollten das Gesetz über das Nichtdasein befolgen, laut dem der Geist am Ende sich zur Materie zusammenzieht, die zur neuen Ewigkeit wird. Aus der Konfrontation mit den luziferischen Geistern der Weisheit wurde wahrscheinlich ein Übergang zur Sinnesseite der Welt vollzogen, obwohl damals die Stofflichkeit geistig blieb, doch nunmehr eine gegensätzliche geistige Ausrichtung hatte. Deshalb bildeten sie eine Art Ringe um die Sonne, die eine dichtere Stofflichkeit besaßen. Damit aber der schöpferische Prozess der Evolution in der Sonnenströmung der Entwicklung fortbestehen konnte, haben die normalen Geister der Weisheit eine gegenseitige Metamorphose der luziferischen und ahrimanischen Kräfte hervorgerufen. Das konnten sie deshalb tun, weil Christus durch sie wirkte. Er blieb und wirkte in ihrer Sphäre des Lichtäthers. Er hat diesen Kosmos nicht abgelehnt, aber gleichzeitig wendete Er seinen Blick auch zu den zurückbleibenden Wesen, zu den „Rebellen“. Seine Herabsenkung der Bewusstseinsstufe zum Niveau der Weisheitsgeister als „schenkende Tugend“ selbst bedeutet bereits ein Zurückbleiben für Ihn, doch in der Mitte des Äons hat Er die Kräfte zur Verbindung mit den dichteren Elementen ausgearbeitet. Darin besteht das große Sonnenopfer Christi. Christus stellte sich auf die Seite der Rebellen und hat uns das größte Zurückbleiben vorgeführt, das in den Hierarchien überhaupt möglich ist, indem Er zum irdischen Menschen und dessen Bewusstsein herabgestiegen ist. Doch dieses Zurückbleiben hat keinerlei Übel verursacht, sondern aus dem tiefstmöglichen Herunterstieg entstand der grenzenlose Aufstieg zum nächsten Zyklus. Christus hat im Menschen die Beziehung „Schöpfer – Schöpfung“ hergestellt und der Mensch kann bereits – falls er zum Schöpfer heranreift – von der Siebenstufigkeit zur Oktave übergehen. Das ist der höchste Sinn des Aufstiegs durch Abstieg. Doch damit wir diese Möglichkeit haben, sollte die Siebenfachheit mithilfe der luziferischen und ahrimanischen Kräfte ausgebaut werden, die der Amboss und der Hammer zur Bearbeitung des anderen Daseins sind. Auf dem alten Saturn begann ein Prozess, durch den in unseren Zyklus die besondere Wirkung einer Art „achter Sphäre“ in Form eines Trichters eingeführt wird, der der absteigenden Evolution Bahn bricht. Die Wände des Trichters bilden das luziferische und ahrimanische Prinzip, die den Trichter mit fortschreitender Entwicklung in gefährlichen Ausmaßen einengen. Das ahrimanische Prinzip ist eine Folge des luziferischen Prinzips und stell sein Karma dar. Es ist besonders wichtig, die luziferischen Wesen zu erkennen, die sich auf der Sonne in zwei Typen einteilten. In den Höhen blieben die Hierarchien zur Ewigkeit bestrebt und die niedrigeren Hierarchien wurden zur Peripherie des Geistes weggeschleudert, wo sie sich in ihre Widersprüche verfingen und dort Illusionen hervorgerufen haben. Dieses Schicksal hatte ein Teil der Erzengel, der die gigantische Aufgabe nicht erfüllen konnte und begann, in den Keim der Mondenevolution einzugehen, die sich in einem grenzenlosen Abstieg ohne die Möglichkeit zum Aufstieg ausdrückt. Doch diese Geister haben ihre Sehnsucht nach der Ewigkeit aufbewahrt und hassen alles, was zur Materie führt.

Die Unterscheidung der luziferischen Wesen ist wegen unseres Alltagslebens wichtig, sie ist auf dem Einweihungsweg und auch für das Leben nach dem Tod entscheidend. Auf der damaligen Sonne war Luzifer der kosmische Bruder Christi. Er war der Träger des wahren Christus-Lichtes in der Sphäre der Weisheitsgeister und hat mit diesem Licht die Welt der Hierarchien beleuchtet. Doch gleichzeitig behielt er einen Teil dieses Lichtes für sich, das in ihm abgesondert wurde. Er beschloss, alles mit diesem Licht zu beleuchten. Dieses Licht hat die Tendenz zur Materialisierung, zur Verwandlung in physisches Licht, was durch die ahrimanischen Wesen geschieht. Im Erdenäon sprach Zarathustra über Ormuzd und verstand unter diesem Namen den kommenden Christus, den er von Ahriman unterschied. Damals brauchte Zarathustra nicht zu wissen, dass das Licht eigentlich zwei Träger hat, da es in beide Teile der sinnlich-übersinnlichen Realität eingehen sollte. Weiß man das, kommt man zu dem dritten Teil – Christus, der das wahre Licht (die ursprüngliche Weisheit) ist, das im Erdenäon durch die Weisheitsgeister von der gegenwärtigen Sonne geoffenbart wird. Danach wird es von den luziferischen Wesen zum Planetensystem fortgetragen, an dessen Grenze sich die ahrimanischen Wesen entgegenstellen. Sie wollen dieses luziferisierte geistige Licht in die räumlich-zeitliche Welt hineinstopfen und dadurch Licht erzeugen, das das Sonnensystem beleuchtet. Deshalb nannte Steiner Ormuzd in seinem Vortrag vom 15.07.1921 (GA 205 „Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist“) einen luziferischen Geist, der das Licht hinausträgt. Ihm gegenüber verwandelt der ahrimanische Geist dieses Licht in Finsternis, d.h. in physisches Licht, das für die geistige Welt unsichtbar ist. In GA 136 („Die geistigen Wesen in den Himmelskörpern und Naturreichen“) nannte Steiner im sechsten Vortrag vom 04.08.1912 diejenigen, die das geistige Licht von der Sonne heraustrugen, „Seraphim und Cherubim“. Das bedeutet, dass diese Wesen in einem gewissen Sinne luziferisiert sind. Das Prinzip der Luziferisierung ist offensichtlich in allen Sphären der Hierarchien vertreten und deshalb ist es so wichtig, dass man es erkennen kann. Insbesondere gilt es, unten auf der Erde Luzifer mit Weisheit zu verstehen, dem man nach dem Tod in der Sonnensphäre begegnet, wo er auch jetzt als der Bruder Christi steht. Wenn wir eine richtige Einstellung zu Luzifer haben, kann er uns weiter zu der neuen Inkarnation mit dem Licht der Weisheit zusammen mit Christus führen und auf der Erde werden wir unbedingt in der richtigen Weise den Erlöser finden. Wenn wir im Erdenleben auf Luzifer mit Feindseligkeit und ohne die nötige Weisheit schauen, dann wird nach unserem physischen Tod Christus im Leben auf der Sonne nichts zu metamorphosieren haben und wir werden im nächsten Leben zu vollendeten Egoisten.

Bis zum Beginn des alten Mondes besaß die menschliche Monade keinen Astralleib und konnte folglich keine psychische Tätigkeit entwickeln, die unserer heutigen psychischen Tätigkeit ähnlich ist. Auf dem alten Mond haben die Geister der Bewegung ihr Opfer dargebracht und die Menschheit als Ganzes mit einem Astralleib beschenkt. In der Monade tauchte ein bestimmtes Bewusstsein auf und die Götter konnten nunmehr ihre „Meinung“ von ihr bilden. Erst jetzt hat sich Gott vollständig als die Idee der Welt geoffenbart, die die Bewusstseinsarten der Wesen über den Evolutionsprozess bildete. Die Dreiheit wurde zum Hauptgesetz der Entwicklung und nicht nur der Offenbarung. Sie hat sich in Christus verinnerlicht und war nunmehr der Entwicklung immanent.

Die Geister der Bewegung bewirken nicht nur die Bewegung des Raums, sondern ihre Bewegung trägt vor allem kosmisch-gedanklichen Charakter – das ist die Bewegung der kosmischen Intelligenz. Auf der alten Sonne wurden die Stellungen und die Relationen der Hierarchiewesen zueinander von außen, von der allgemeinen Idee der Welt vorbestimmt, die sie auf ihre Plätze stellte und durch sie verwirklicht wurde – damals gab es noch keinen Evolutionsprozess, sondern eine Reihe von nacheinander folgenden Offenbarungen der Trinität durch die erste Hierarchie. Was hat die kosmische Intelligenz in Bewegung gesetzt? Das Opfer der Geister der Bewegung wurde auch von den Cherubim abgelehnt, es kam zurück auf sie zu und hat Leiden hervorgebracht, eine „Melancholie“, ein Gefühl der Einsamkeit, der Abgetrenntheit von der Quelle ihres Ursprungs. Das kam bereits auf dem Saturn bei manchen Willensgeistern, auf der Sonne bei manchen Weisheitsgeistern zum Vorschein. Doch auf dem Mond kam das am stärksten bei den Geistern der Bewegung zum Vorschein, was den Mond zum „Planeten der Sehnsucht“, der Trauer machte. Die Unmöglichkeit, den Willen zu erleben ist die Urquelle des geistigen Lebens, der Sehnsucht, des Egoismus. Das ist das luziferische Prinzip eines gewissen Zurückbleibens von der normalen Evolution und eines Verschließens sich selbst. Diese Geister haben den besagten Weg bestiegen, um eine Genugtuung zu erhalten, anstatt den Weg zur „Heimat“ anzutreten, der von den Cherubim versperrt war. Der Heilige Geist stieg auf Stufe eines Geistes der Bewegung herunter und begann, mit ihnen in ihrer Abgelehntheit vom Höchsten zu denken und zu handeln. Daraus erwachte die ganze Ablehnung mit einer Gegenkraft zum eigenen kosmischen Denken. Durch diese Änderung der Beziehungen der höheren Wesen zueinander wurde die kosmische Intelligenz des Zyklus in Bewegung gesetzt, denn das Anders-Dasein hatte bereits eine eigene Substanz, ein eigenes Leben und eine eigene Intelligenz. Das Denken hatte ein eigenes Leben und Licht. Es entstand eine gigantische Differenzierung der Hierarchien, wobei in dieser Vielfalt die beiden Arten des Egoismus zum Vorschein kamen – der luziferische und der ahrimanische, die beide aus der Sehnsucht nach dem höheren Dasein hervorgingen.

Je niedriger die Hierarchie, desto stärker die Sehnsucht. Die kosmische Trauer wird stärker und entfernt sich in ahrimanischer Weise von Gott zum Punkt des Nichts in der Materie. All das artet in einen Wunsch nach Zerstörung aus. Die nicht erfüllte Sehnsucht verwandelt sich in Ausweglosigkeit, die zur Zerstörungswut wird. Auf dem geistigen Plan gilt das vor allem für die Asuras, zu deren Vermittler der Mensch auf dem Erdenplan wird. Wie bereist erwähnt, sucht ein solcher Mensch immer nach neuen äußeren Eindrücken, um die seiner Seele innewohnende Sehnsucht nach der verlorenen geistigen Heimat zu betäuben. Trotzdem werden die Ausweglosigkeit und die Sinnlosigkeit seines Lebens größer. Die einzige Rettung findet man, wenn man den Weg „nach Hause“ findet.

Auf dem alten Mond waren wir noch nicht eine Persönlichkeit, d.h. eine „lebendige Seele“ geworden, obwohl es ein psychisches Leben gab. Das geschah erst im Äon der Erde, als Jahve beim Vorhandensein eines individuellen Astralleibes sah, dass das Erschaffene „gut“ war und das Ich aufnehmen konnte. Auf dem alten Mond entstand ein Streit unter den Göttern, wie die Einheit der drei Zyklen zu verwirklicht war und wie sie mit einem Ich beschenkt werden konnten. Wenn dies durch eine äußere Wirkung geschehen sollte, hätte Gott die Menschen zur Vollkommenheit geführt und diese Vollkommenheit allein erreicht. Dann hätte die Entwicklung ihren Sinn verloren. Wegen der Freiheit sollten wir zur Erdenevolution übergehen – zum Aufstieg durch Abstieg – und das Ich als eigenen Besitz erlangen. Die Monade führte mit ihrem psychischen Leben dazu, dass der Mond „schwerer“ wurde und zu einer Materialisierung überging. Die normal entwickelten Geister der Bewegung haben sich auf ihrer eigenen Bildung – auf der Sonne – abgetrennt, wo sie im Sonnenstrom ihre Entwicklung fortsetzten und von außen auf den Mondenkörper einwirken konnten. Sie haben das ursprüngliche Prinzip der Entwicklung im Zyklus (Aufstieg durch Abstieg) verletzt. Andere Geister der Bewegung wurden „deklassiert“ und blieben diesem Prinzip treu. Sie setzten ihre Entwicklung auf dem Mond fort, wo sie sich luziferisiert haben. Diese Wesen stellten sich den Geistern auf der Sonne entgegen. Das wiederholte sich im Erdenäon als „der große Kampf im Himmel“, aus dem die heutigen Planetoiden zwischen Mars und Jupiter entstanden sind. Christus stellte die Verbindung zwischen beiden Geistergruppen her. Je schwerer jedoch der Mond wurde, desto stärker kamen ahrimanische Wesen in dieser Schwere zum Vorschein. Ihre Absicht, durch die Materie einen neuen Anfang einzuleiten, macht sie zu den größten „Revolutionären“. Ein Teil der Engel folgte den höheren Wesen, die sich zur Sonne abspalteten und bildete die Schar des Erzengels Michael. Andere Engel blieben wegen der Entstehung des Neuen mit den Deklassierten. Sie blieben zurück und so hängt ihre zukünftige Rettung von der Rettung des Menschen ab – das ist ein großes Risiko für sie. Diese Wesen wollten nicht zurückbleiben, aber das geschah trotzdem, weil sie sich gegen ihr eigenes Wesen richteten, welches sich in ihrer Existenzart, in der Offenbarung durch höhere Wesen manifestiert.

Indem sie ein eigenes inneres Leben entwickelten, haben sie sich luziferisiert und vor ihnen entstand die Möglichkeit, Böses hervorzubringen. Diese Engel haben den Menschen in Lemurien verführt und seinem Astralleib alle Folgen des himmlischen Streites eingeprägt. Sie sind der „Drache“, gegen den Michael mit seinen Engeln kämpft. In Lemurien haben sie Jahve geholfen, den Menschen mit dem Keim eines eigenen Ich zu beschenken.

So entstand auf dem alten Mond zum ersten Mal die Kontraintelligenz und ihre Beziehung zu den richtig entwickelten Wesen wurde wieder von Christus verwirklicht. Aus dem Pralaya erschien im Erdenäon auf dem Astralplan der Mensch als eine einheitliche Bildung. Allmählich haben sich seine Teile, die am frühesten zur Verdichtung übergegangen waren, als die Naturreiche abgelagert, in deren Mitte er auf den Erdenplan mit seiner dreigliedrigen Leiblichkeit herunterstieg. In den Schlüsselpunkt der Lemniskate zwischen der geistigen und der sinnlichen Welt stellte sich das menschliche Ich, denn nur der Mensch kann beide Wirklichkeiten wahrnehmen. Unten hat Jahve uns die dreifache Seele in den Leib hineingeblasen und wir begannen, uns auf der Grundlage ihrer innerlich eigenen Gesetzmäßigkeiten zu entwickeln.

Was für ein Ich haben uns die Formgeister geschenkt? Sie haben ihr Ich nicht für eine höhere Hierarchie von Wesen geopfert und dieses wurde nicht abgelehnt und uns erst dann geschenkt, sondern sie haben die Menschheit als Ganzes in ihr kosmisches Denken aufgenommen. Sie haben ihr Prinzip der Einheit der vielgliedrigen menschlichen Monade geschenkt. Dadurch haben sie den Impuls zu einer bestimmten Entwicklungsrichtung gegeben. Sie haben nicht den Inhalt ihres Ich geschenkt, denn so wäre der Mensch direkt zu der Hierarchie der Formgeister aufgestiegen, sondern sie haben nur die Form ihres Ich zur temporären Benutzung geschenkt. Diese Form wird der Mensch noch lange mit der Substanz seines vielgliedrigen Wesens anfüllen und dieses in Geist verwandeln. Immer wird dieser Inhalt nur temporär zur Einheit mit dieser Form gelangen. Auf einer bestimmten Höhe der Entwicklung wird die Form selbst abfallen und der Inhalt des menschlichen Ich wird sich in eine höhere Form einkleiden. Beim Abschluss des Evolutionszyklus wird der Mensch die vollkommene Einheit von Form und Inhalt seines Ich erreicht haben – das wird das Christus-Ich sein. Durch „Nicht ich, sondern Christus in mir“ wird man zu „Ich und Christus sind eins“ kommen – entsprechend dem Maß der Möglichkeiten des Bewusstseins einer gegebenen Form. Vor dem Menschen eröffnet sich also die einmalige Gelegenheit, sich selbst nicht vor den Hierarchien, sondern vor Gott zu opfern, der Mensch kann sein Evolutions-Ich im Welten-Ich opfern. Doch was ist in der Praxis bisher geschehen? Die luziferischen Wesen haben in den alten Zeiten die Weisheit der Weltenidee in den Mysterienzentren hineingetragen und so konnte sie die Verbindung der Idee mit der Substanz der Welt beleuchten. Am Anfang wurde die Weisheit rein seelisch dem Menschen eingeprägt und dann nach außen an verschiedene Kultformen hinausgetragen. Der wichtigste Kult bezog sich auf den vom Geist in die Materie herabsteigenden Einigen Gott, der in die Materie eintaucht, um danach aufzuerstehen. Parallel dazu gab es den Mythos von Dionysos, der das Wesen der menschlichen Individualisierung nach dem Bruch mit dem Gruppenbewusstsein zum Ausdruck brachte.

Die luziferischen Wesen trugen zwar Weisheit, aber sie hatten keinen Zugang zur Liebe, die durch die Menschen einzig in der Gruppenform und nicht individuell praktiziert wurde. Die luziferischen Wesen haben auch die uns von Jahve geschenkte Ich-Form bis zur Grenze zwischen der Astralwelt und der physischen Welt hinausgetragen. Von der Seite der physischen Welt aus näherten sich ihr die ahrimanischen Wesen an. Das Ich wurde im physischen Gehirn des Menschen reflektiert und das niedere Ich entstand von selbst. Es entstand aus dem Weltennichts, aus unserem abstrakten reflektierenden Denken, das vom Standpunkt der kosmischen Intelligenz aus keine Wirklichkeit und kein Leben besitzt, da es nur die Reflexion dieser Intelligenz ist. In unserem niederen Ich kamen wir soweit, dass der Verzicht Gottes (des Christus), das Opfer der Weisheitsgeister auf der alten Sonne anzunehmen, im Erdenäon zum Verzicht auf die objektive Welt im Denken wurde. Dabei ist diese objektive Welt eine Realität, sie ist das Ergebnis gerade jenes Verzichtes auf der alten Sonne. Mit diesem doppelten Verzicht, mit diesem doppelten „Nein“ kam der Mensch zum „Nichts“, zum niederen Ich, d.h. zum Bösen. Doch ist in diesem „Nichts“ alles aufgehäuft, was bisher im Zyklus als Ergebnis des Abstiegs entstanden ist. Mit diesem Ich sind wir zum Anfang des Zyklus (auf dem Saturn) zurückgekehrt, aber auf der anderen Seite des Weltalls. Auf dem Saturn hatten wir zuerst das unbewusste Allbewusstsein, d.h. es fehlte uns das Bewusstsein. Nachdem wir die ganze Entwicklung des „Trichters“ der luziferischen und ahrimanischen Wesen durchlaufen hatten, kamen wir zum engen Ende des Trichters, wo unser Ich-Selbstbewusstsein erschien, das vom Standpunkt der Götter  fehlendes Bewusstsein ist. Mit der Entstehung des Ich kam unter den Göttern bezüglich des Weges dieses Ich ein Streit auf – sollte es sich zu den Hierarchien erheben oder in gewissem Sinne den Anfang eines neuen Evolutionszyklus geben. Der Streit entfaltete sich zwischen den normal entwickelten Göttern und den zurückbleibenden Wesen. Wir wissen, was Luzifer und Ahriman davon halten.

Wie sollte sich das Denken im Menschen entwickeln, damit es zum Beleben und Erwachen im Ich kommen und den Weg zum geistigen Leben suchen konnte? Um die Evolution weiterzuleiten, waren die unteren Götter, die die wahren Wohltäter des Menschen sind, laut Steiner gezwungen, die zurückbleibenden Wesen aus der dritten Hierarchie zu benutzen. Doch dies führte zum Ausrichten von noch größerem Übel durch den Menschen und zur Beschädigung der Form seines physischen Leibes. Luzifer und Ahriman lassen sich nicht beseitigen, da das niedere Ich das Ergebnis ihrer Tätigkeit ist. Ohne das niedere Ich haben wir keine Chance, für die Wirklichkeit zu erwachen. Jemand von den Göttern hatte dem Menschen in die physisch-materielle Welt zu folgen. Christus hat das gemacht, Er stellte sich bereits bei seinem Herabstieg in Jesus sofort zwischen Luzifer und Ahriman. Selbst Christus wusste nicht, wie weit der Abstieg in das Mineralische ging, so dass der Mensch zu einem qualitativ anderen Übel fähig war als das Übel der übersinnlichen Wesen. Christus hat Luzifer und Ahriman nicht abgelehnt, sondern Er hat sich zwischen die beiden gestellt als derjenige, der sie gegenseitig ins Gleichgewicht wegen der menschlichen Ich-Entwicklung bringen kann. Er machte es nicht wie der Mensch mit seinem doppelten „Nein“ zum Opfer auf der alten Sonne, sondern genau umgekehrt. Im Garten Gethsemane hat Christus nicht den Strom der Erdenevolution, den Strom des Abstiegs abgelehnt, sondern Er hat in diesem Strom sich selbst abgelehnt. Er ist in seinem Prinzip der Ablehnung/des Abstiegs von der alten Sonne „gestorben“ und ist im Prinzip der Annahme-Erhebung auferstanden. Mit seinem Verzicht, sich selbst als Opfer darzubringen, ging Er mit „Stirb und werde“ gleichwohl auf die andere Seite des Daseins, wo dieses sich von der Erden- zur Sonnenevolution erhebt, wo das Christus-Leben in das menschliche Ich eintreten kann. Mit seinem doppelten „Nein“ kam der Mensch zum niederen Ich und wurde zum großen Egoisten in der Welt des Mineralischen. Mit seinem doppelten „Nein“ hat Christus sich selbst abgelehnt, indem Er mit dem abgelehnten Opfer eins wurde. Dadurch kam es zu einem großen „Ja“, was den Kern des Mysteriums von Golgatha bildet. Christus wurde zum großen Opfernden in der Welt des Geistes. Die Vereinigung des Menschen mit Christus bestimmt das Schicksal des ganzen Universums. In den vorherigen Äonen hat Christus die Formen mit dem im Zyklus verlaufenden Leben beschenkt und nicht mit dem ewigen Leben. Dann sicherte er die Vermittlung zwischen dem Vater und dem Heiligen Geist. Die Wesen haben sich im Evolutionsprozess individualisiert und die Evolution war das Hauptziel. Im Erdenäon hat sich Christus mit der vierten Runde bei deren Entstehung im höheren Devachan nach dem Auszug aus dem kleinen Pralaya vereinigt. Auf die Erde herabsteigend hat Er sich mit den drei Evolutionsströmen vereinigt – dem Sonnen- Erden- und Mondenstrom. Er hat die Substanz (das Atma) vom Tod der Materie befreit und ewiges Leben von Gott mitgebracht. Aber Er hat auch etwas anderes mitgebracht. Im Christus-Ereignis auf der Erde wird uns geoffenbart, dass Gott „alles“ Christus gegeben hat, der zum uneingeschränkten Allerhalter des Zyklus wurde. Gott hat Ihm nicht nur das universelle Leben des Zyklus gegeben, sondern auch seine Liebe, die keinen Anfang und kein Ende hat. Und das ist das Leben des Ich, der individuellen Liebe. Die Substanz, die die Geister des Willens gegeben haben, war die Liebe Gottes. Sie wurde durch den Vater manifestiert und sie ist die Liebe für den Zyklus und hat einen Anfang und ein Ende. Sie blieb für den Menschen äußerlich. Mit der Auferweckung des Phantoms Jesu hat Christus das Leben des Ich, der individuellen Liebe mitgebracht, in der es keinen Anfang und kein Ende gibt. Das ist schon die erneuerte Idee der Offenbarung, die fähig ist, die Sieben zur Oktave zu erheben und im Laufe unseres Zyklus den Anfang des nächsten Zyklus hervorzubringen. Die Erstoffenbarung Gottes wurde im physisch-sinnlichen Teil des Weltalls wiederholt und das hat den nächsten Zyklus eingeleitet, der bereits in diesem Zyklus einen Inhalt erhalten soll. Dieser Inhalt ist der Mensch, der das Kreuz seiner Entwicklung auf sich nimmt und Christus folgt. Ein solcher Mensch individualisiert den Auferstehungsleib und kann von sich sagen, dass er bereits im anderen Zyklus, d.h. „nicht von dieser Welt“ ist. So wie Gott alles dem Sohn („Immanuel“) gab, Ihm das innere Prinzip der Einheit im Zyklus gab, so hat Christus in Jesus den Menschen in die Welt Gottes geschickt, indem Er ihm das Vorrecht des vereinigenden Prinzips gab. Dieses „Alles“ beabsichtigt Christus, dem Menschen zu geben, was nicht heißen soll, dass der Mensch zum Gott für die neun Hierarchien wird, da sie gewissermaßen bereits jenseits dieses Zyklus gegangen sind. Zudem wird das, was bleiben wird, das Universum des Menschen sein, das aus den drei Naturreichen und den Elementarwesen besteht, die irgendwann mit Gott bewusst eins werden.

Mit dem Mysterium von Golgatha ist Christus in die Vollheit seiner Gotteinheit im Zyklus eingetreten und hat dadurch sogar die Konstellation der Trinität im Zyklus verändert. Christus hat die Weisheit und die Liebe vereinigt, also den Heiligen Geist und den Vater im Ich des Menschen, was die individualisierte Liebe Gottes im Menschen ist. Das ist der Glaube – die im Menschen vereinigten Bewusstsein und Wille Gottes, die in den Besitz Christi gelangt sind. Der neue Heilige Geist, der von Christus ausgeht, ist eine neue Idee im Zyklus, die im Schoß Christi reift und auf den nächsten Zyklus gerichtet ist. Nun kommt der Heilige Geist nicht von der Zukunft der Waagerechten entlang zur Vergangenheit, sondern von oben und Christus erhebt sich von unten nach oben. Das ist der Merkurstab. Der Heilige Geist bringt die erneuerte Weisheit von Christus zur Gleichsetzung mit dem Anderen und nicht zu seiner Ablehnung. Diese Weisheit für die individuelle Liebe wird nicht wie im Altertum von den luziferischen Wesen vermittelt. Wenn sie dem emporstrebenden Christus begegnet, wird die Achse des Welten-Ich gebildet, die Christus im Menschen erschaffen hat. Das ist die unbefleckte Empfängnis, die von Luzifer unabhängig ist. Das ist der Weg der Wahrheit, der aus der Synthese in Freiheit zwischen der Weisheit und der Liebe geboren wurde. Diesen Weg hat der Erlöser im Erdenäon gebahnt und die Erde in einen Kosmos der Erlösung verwandelt. Der Mensch kann diesen Weg des großen Christentums des Heiligen Geistes mit der Belebung des Denkens im Ich-Bewusstseins antreten, mit der Auferweckung des Manas in unserem Bewusstsein durch das Leben Christi, um den Zyklus zur Oktave zu erheben. Dadurch hilft der Mensch Gott, sich in sich selbst zu erheben und eine Entwicklung zu erfahren.

Das Phantom des physischen Leibes, das Christus in seiner Hypostasen-Buddhi auferweckt hat, ist das höchste Bewusstsein der Substanz unseres Zyklus im Zyklus selbst. Der Weg zur Individualisierung des Phantoms führt zur Aneignung der drei christlichen Tugenden – Glaube, Liebe und Hoffnung. Die Hoffnung gibt uns die Zuversicht, dass der Mensch auf dem Vulkan in der Ich-Buddhi Christi auferstehen wird. Dann wird vor ihm wahrscheinlich die Aufgabe stehen, die Bewusstseinsform des Geistesmenschen des Christus zu meistern, den Christus auf der Sonne zurückgelassen hat, da dieser Geistesmensch vollständig der Sonnenevolution angehört. Dieses Atma gehört weder den Willensgeistern noch dem Vater, da es an der Evolution nicht beteiligt war und nicht durch den Sündenfall beschädigt wurde. Was seine Vorbestimmung ist und welche Aufgabe der Mensch im Zusammenhang mit ihm hat, wissen wir bisher nicht, denn hier gelangen wir an die Grenze des begrifflichen Denkens und brauchen eine Offenbarung.

Vielleicht hängt die Antwort mit der neuen Rolle des Erlösers nach der Zeitenwende zusammen. Als Schöpfer steht Er vor seiner Schöpfung, Er wirkt in der Gegenwart aus dem Geist der Zukunft heraus schöpferisch und weilt schon im nächsten Zyklus. Der Sinn, den Er in unserem Zyklus findet, ist es, den nächsten Zyklus vorzubereiten, wenn das ewige Leben bereits am Anfang gegeben sein wird. Die Tätigkeit des Heiligen Geistes und des Vaters im jetzigen Zyklus ist nur das Mittel und das Hauptziel des Zyklus, die Hauptidee ist im Ich Christi verschlossen und blickt auf den nächsten Zyklus. Das Geheimnis des Geistesmenschen Christi hängt wahrscheinlich mit dem Christus-Ich und mit der Idee zusammen, die im Schoß des Heiligen Geistes vor dem Anfang des nächsten Zyklus entstehen wird, dessen Regent die dritte Hypostase der Heiligen Trinität sein wird. Wir wollen mit dieser kolossalen Frage diese Vorlesung beenden.

 

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Der Hüter

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 18.12.2005 in Varna

„Siehe doch, ich mache alles neu“(Apokalypse 21:5)

In diesen majestätischen Worten voll tiefgründigem Inhalt aus der „Apokalypse des Johannes“ ist das Hauptgeheimnis des gegenwärtigen „hellen“ Zeitalters Michaels verborgen, in dem der „erhobene“ Mensch in einer Art schöpferisch wirken kann, die in keinem der vergangenen Zeitaltern möglich war. In gewissem Sinne würde uns nichts Altes heute als Hilfe oder Stütze dienen, wenn wir „die Größe Gottes“ manifestieren wollen, indem wir Christus erlauben, durch uns zu wirken. Drei Wege hat die Seele zum Erlöser – der erste geht über die Evangelien, der zweite (mystische) Weg – über die inneren Erfahrungen und der dritte ist der Weg der Einweihung. Beim dritten Weg kann man heute das Höchstmögliche erreichen. Der Einweihungsweg ist überreligiös und schließt die ersten zwei Wege ein, die jedoch nach den Anforderungen der Zeit gründlich transformiert worden sind. Aus den Legenden sind uns die großen Eingeweihten der alten Zeiten bekannt – Zarathustra, Hermes, Moses, die Kulturen und Religionen begründeten und neue Wege bahnten. Doch mit Anbruch der christlichen Zeit begannen ihre Gestalten auf dem Hintergrund der immer stärker äußerlich werdenden Menschenkultur zu verblasen. Es erschienen Manes, Parzival, Lohengrin, Bojan Maga, die immer noch bis zu einem gewissen Grade offen wirkten. Doch nach ihnen wurde alles hinter die Kulissen der äußeren Geschichte versteckt und außer Christian Rosenkreutz sticht keine andere Figur dieser Zeit hervor.Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Der Vertreter

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 01.04.2007 in Varna

„Denn gleichwie ein Blitz ausgeht vom Aufgang und scheint bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes… Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.…Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. (Matth. 24: 27,30,35)

Sind die prophetischen Worte des Erlösers, die Er vor 2000 gesprochen hat, in Erfüllung gegangen? Warum wird Seine Zweite Wiederkunft vom exoterischen Christentum so unklar wahrgenommen, als wäre es ein Ereignis mit virtuellem Charakter, das man nur abzuwarten hat? Der Meister Beinsa Douno hat ganz klar erklärt: „Es gibt kein anderes Zeitalter in der Menschengeschichte, in dem Christus in dieser Art gearbeitet hat. Jetzt arbeitet Er am meisten. Vor einigen Jahrhunderten war Er oben, in den höchsten Schichten, nun ist Er tiefer herabgestiegen, in die Astral- und Ätherwelt, näher an die materielle Welt. Es werden zwei große Ereignisse stattfinden. Erstens wird die Einkorporierung des Christus-Geistes in den Menschen beginnen, zuerst natürlich in die vorbereiteten Seelen. Seine Hand wird den Verstand, das Herz, die Seele und den Geist des Menschen berühren und sie umwandeln. Zweitens werden die vorbereiteten Seelen in der gegenwärtigen Zeit die Fähigkeit erwerben, Christus zu sehen. Sie werden in Kontakt zu Ihm treten. Nicht in der materiellen Welt, sondern durch das ätherische und astralische Hellsehen werden diese Menschen Kontakt zu Christus aufnehmen. Christus zu sehen ist etwas Grandioses… Das Verständnis Seines inneren Lebens ist das wichtigste Mittel, um sich mit Ihm zu verbinden. So kann man eine Beziehung zu Seinem Bewusstsein aufnehmen.“ Die ganze Vorlesung im PDF-Format lesen

 

Der Auferstehungsleib

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 04.12.2016 in Varna

Link zum Vorlesungs-Video

Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir danken Dir für das große Opfer und bitten Dich, uns auch in Zukunft dabei zu helfen, unsere Beziehung zum Auferstehungsleib zu festigen. Amen!

Das neue geistige Jahr haben wir mit zwei Themen eingeleitet, die sehr kompliziert sind – das erste Mal haben wir uns hauptsächlich mit der uranfänglichen Substanz des alten Saturn und des Geistesmenschen befasst und letzten Monat sind wir auf die Doppelmanifestation der zweiten Hypostase der Heiligen Trinität im Weltall als Gott-Sohn und als Christus eingegangen. Die Frage haben wir im Zusammenhang mit der Entwicklung des Ich-Prinzips und der Rolle des Heiligen Pfingstgeistes erörtert. Nun werden wir das Thema fortsetzen und auf den Auferstehungsleib, der das Hauptgeheimnis des Christentums darstellt, einen besonderen Akzent legen. Leider bleibt er für die ganze Menschheit von Nebel umhüllt, obwohl seine weitere Entwicklung vollkommen von der bewussten Vertiefung in das Christus-Mysterium aus der Zeitenwende abhängt.

Zum Ziel der Betrachtung müssen wir die Entwicklung nicht nur in unserem Äon der Erde umreißen, sondern auch unseren geistigen Blick auf den ganzen Zyklus des Sohnes richten, dessen Hauptereignis das Mysterium von Golgatha ist. Dieses Mysterium geht sogar über diesen Rahmen hinaus und führt uns zu den höchsten Sphären, die dem menschlichen Geist zugänglich sind. Die Dimensionen des Ereignisses auf Golgatha sind so unermesslich, dass wir sie heute nur streifen können. Zusammen mit der nächsten Vorlesung, die eine Fortsetzung der letzten drei ist und zusammen mit ihnen eine strenge Kontinuität bildet, werden diese vier Vorlesungen meine persönliche Frage an die Götter darstellen, die bekanntlich bei der Öffnung der Himmelspforten an Weihnachten von oben herabschauen und auf unsere Fragen warten. Mit diesen Vorlesungen richte ich die möglichst ernsthaften Fragen, zu denen ich zum heutigen Zeitpunkt fähig bin, obwohl die Ausführungen eher als Antworten und nicht als Fragen aussehen.

Vor drei Stunden noch hatte ich nicht die Absicht, eine Stellungnahme zu den Ereignissen bei uns und in der Welt abzugeben, wie ich das letztes Mal getan habe. Jedoch würden die Beschäftigungen mit esoterischen Fragen keinen Sinn haben, wenn wir keine vernünftigen Antworten auf die Ereignisse auf der Erde geben können, welche für alle deutlich ernsthaft sind. Alle spüren, dass etwas passieren wird, etwas Schlimmes. In Bulgarien haben Präsidentschaftswahlen stattgefunden, bei denen ein Protestvotum zustande kam. In den USA wurden auch Präsidentschaftswahlen durchgeführt, bei denen die Bürger auch ein Protestvotum abgegeben haben. Heute finden Präsidentschaftswahlen in Österreich statt, und es ist durchaus möglich, dass ein bekennender Nationalist den Posten gewinnt. Obwohl das Präsidentenamt in Österreich keine erstrangige Bedeutung hat, deutet die Tatsache, dass ein extremer Nationalist an der Stichwahl teilnimmt, auf die Einstellungen der Menschen in Europa. Wie wir wissen, kam 1933 parallel zum Anfang der ätherischen Wiederkunft Christi Adolf Hitler an die Macht. Ich will keine Parallelen zu der heutigen Wahl in Österreich ziehen, denn die gegenwärtige Situation ist völlig unterschiedlich, aber eine solche Wahl kann Einfluss auf ganz Europa haben. Heute findet in Italien ein Referendum zur Verfassungsänderung statt, das auch zu einer ernsthaften politischen Krise führen könnte.

In Europa sind offenbar Desintegrationsprozesse im Gange. Doch was steckt dahinter, wohin führt das und warum reagieren die Menschen in dieser Art? Warum und in wessen Namen erheben sich die Völker? In Bulgarien war es gerade zu einer Stabilisierung gekommen und wir hatten ein Wirtschaftswachstum verzeichnet, als auf einmal bei der Wahl eines neuen Präsidenten ein unmissverständliches Protestvotum gegen die Regierenden entstand. Wir wollen auf der Grundlage der Geisteswissenschaft eine Erklärung dieser Prozesse geben, weil wir sonst in keiner Weise ihre tatsächlichen Ursachen aufdecken können.

Den Anlass zu einer Suche nach esoterischen Antworten auf diese Fragen hat mir das Interview des politischen Analysten Valentin Vazev gegeben. Er hat ein interessantes Beispiel angeführt, das ich auch benutzen werde, um meine Ansicht über die Ereignisse darzulegen. Vazev berichtete, dass Friedrich Engels seinerzeit in Amerika war und danach zu Karl Marx gesagt haben soll, wie gut er es finde, dass es in den dortigen Hotels warmes Wasser gebe. Fließend warmes Wasser in einem Hotel des 19. Jahrhunderts war in der Tat ein wahrer Luxus. Wenn es um die Industrialisierung, das Kapital und die äußere Wirtschaftsentwicklung geht, ist zweifellos Amerika mit seinen unbegrenzten Möglichkeiten, der Privatinitiative und ihren bemerkenswerten Leistungen weltweit führend. Vazev hielt es für aufschlussreich, dass Marx in seinem Bewusstsein die Industrialisierung und die materiellen Errungenschaften des menschlichen Fortschritts gemocht hat, jedoch in seinem Unterbewusstsein streng gegen das Kapital war. Bei seinem Versuch, diesen Widerspruch zu erklären, sagte Vazev, nachdem er ausführlich die Transformation des Industriekapitals in Finanzkapital besprochen hatte, dass Marx wohl ein Visionär war und die Zukunft vorausgesehen hat, wenn das Industriekapital in Finanzkapital transformiert wird. Gerade dieser Prozess hat zu der heutigen Situation geführt, wenn ein einziges Streichholz die ganze Welt zur Explosion bringen kann. Das ist jedoch nicht die wahre Ursache des Widerspruchs. Marx war kein Visionär und hat die Entwicklung nicht vorausgesehen.

Was bedeutet es, dass in seinem Unterbewusstsein ein Impuls gewirkt hat, der gegensätzlich zu seiner Anschauung über die Industrialisierung war, die er in seinem wachen Ich-Bewusstsein hatte?  Wir können uns auf die Anthroposophie stützen, die uns aufgedeckt hat, wer Karl Marx in einem früheren Leben war. Im 8. oder 9. Jahrhundert war er Gutsbesitzer irgendwo in Nordostfrankreich und unternahm Beutezüge. Während eines solchen Zuges wurde sein Landgut von einem Eroberer in Besitz genommen, der ihn besiegte. Marx blieb im Landgut als Leibeigener des neuen Besitzers und schmiedete mit einem Teil seiner Leute immer wieder Pläne, wie er das Landgut zurückerobern könnte. Da dies nicht geschah, bildete sich in ihm eine negative Einstellung zum Kapital und zur Ausbeutung der Arbeiter. Im 19 Jahrhundert inkarnierte diese Person als Karl Marx und der Eroberer seines Landguts inkarnierte als Friedrich Engels. Nachdem die Stimmung aus seinem wachen Ich-Leben während des Lebens zwischen Tod und Neugeburt metamorphosiert worden war, kam sie in Marx‘ Unterbewusstsein zur Geltung. Das, was er in der Lehre des neuen Sozialismus und der proletarischen Revolution gegeben hat, ist die Frucht seiner früheren Erfahrungen. Wir sehen, wie bei Marx die Stimmung des früheren Lebens im äußeren Bewusstsein, im Denken wirkt und wie es im Unterbewusstsein, im Willen wirkt. Von der Esoterik wissen wir, dass die Impulse, die im menschlichen Willen entstehen, viel später zutage treten. Wenn etwas heute passiert, suchen wir normalerweise nach der Ursache im jetzigen Zeitpunkt bzw. in der nahen Vergangenheit. Die Ursachen des vorübergehenden Machtwechsels in Bulgarien liegen auch nicht in der unmittelbaren Vergangenheit. (Nach der verlorenen Präsidentschaftswahl durch seine Kandidatin hat Bojko Borissov den Rücktritt seiner Regierung eingereicht und es wurde eine provisorische Regierung bis zu den nächsten Parlamentswahlen gebildet, Anm. des Übersetzers). Wo können wir dann nach den wahren Ursachen des Machtwechsels suchen – in Bulgarien, Amerika und auch anderswo? Es liegt auf der Hand, dass der Wähler auch emotionale Ursachen hat, wenn er gegen jemanden abstimmt. Was sehen wir, wenn wir auf die vergangenen Ereignisse in Bulgarien zurückschauen? – Wir sehen die Regierung der dreifachen Koalition, die das Land zugrunde gewirtschaftet hat, vor ihnen den Schlaumeier und Ex-König Simeon von Sachsen und Coburg-Gotha, die betrügerische Privatisierung unter Ivan Kostov, die alptraumhafte Führung der Kommunisten Lukanov und Videnov, vor ihnen die Zeit des Kommunismus. Doch was begann für alle am Anfang des 20. Jahrhunderts?

Es begann die ätherische Wiederkunft Christi, die im menschlichen Ätherlieb vor sich geht, was eigentlich das Unterbewusstsein im Menschen darstellt. Diese Wiederkunft hat in keiner Weise das wache Ich-Bewusstsein der Menschen erreicht – in das wache Ich-Bewusstsein dringt nur das ein, was in den Fernsehsendungen besprochen wird. Wenn wir noch tiefer, bis zum physischen Leib hinuntersteigen, können wir zur Zeitenwende zurückkommen und zum Auferstehungsleib, der seit nunmehr 2000 Jahren wirkt, doch in keiner Weise an das wache Ich-Bewusstsein der Menschen kommen kann. Die Techniken, durch die die Menschen heutzutage bearbeitet werden, zielen auf ihr waches Ich-Bewusstsein, welches das reflektierende Denken darstellt und zu gefühlsbedingten Entscheidungen führt. Deshalb wird solchen Entscheidungen ein Alibi durch die Kommentare von Politologen und Soziologen ausgestellt, die die Ursachen in Fehlern von Bojko Borissov suchen oder etwa in der Tatsache, dass seine Kandidatin kein attraktives Äußeres hätte usw. Das sind aber nicht die wahren Ursachen der Ereignisse! Das, was die Menschen zum Protestvotum getrieben hat, sind die Willensimpulse, die unabhängig von dem wirken, was im reflektierenden Bewusstsein vor sich geht. Das sind mächtige Willensimpulse – der Auferstehungsleib, das das Hauptgeheimnis im Menschenleben ist, hat sich im 20. Jahrhundert mit dem zweiten großen Ereignis synchronisiert – der ätherischen Wiederkunft Christi. Im Menschen wirken auf der Stufe des physischen, ätherischen und astralen Leibes unterbewusst Impulse die die Menschen zu Protesten auf die Straßen treiben und sie zu einer logisch unmotivierten Wahl führen. Unter den Völkern beginnt ein Prozess der Hinwendung zu sich selbst, der aber äußerlich als eine Hinwendung zum Nationalen in Erscheinung tritt. Wir wissen jedoch, dass hinter allen Revolutionen Luzifer steht und dass Ahriman zum Nationalismus provoziert. Die Menschheit befindet sich im Zeitalter Michaels, wenn die Rückkehr zum Nationalen ein Atavismus ist. Da aber in den Leibern der Menschen Willensimpulse wirken, die ihre Wirkung nur sehr langsam entfalten, brechen sie sich erst heute Bahn, was dazu führt, dass sich der Mensch als Erstes an das Nationale klammert.

Es werden Angstinstinkte ausgelöst. Im Willen ist die Liebe tätig, doch ihr Gegenstück ist die Angst. Aus dem bisherigen liberalen Griff Luzifers pendeln die Menschen zu Ahrimans Griff, was zur Trennung in Nationen und Abkapselung führt. Ich möchte niemanden verurteilen, sondern lediglich feststellen, dass es ein Schwanken zwischen Luzifer und Ahriman gibt und dass das Michaelische vollkommen fehlt. Christus ist wegen des Individuums gekommen, wegen des Ich, aber der Weg zu Ihm wird uns total versperrt. Von der bisherigen totalen Aufweichung der Völker und Rassen wird nun ein Schlenker zu deren immer größerer Absonderung gemacht. Die Menschen suchen nach einer Zuflucht in überholten Formen, da sie für das Neue nicht reif sind, was sehr schlechte Folgen hat. In Russland berauscht sich die Mehrheit am Putinismus, der eine Rückkehr zum Zarismus reinster Probe darstellt. Amerika hat auf Trump gesetzt, der versprach, es wieder großartig zu machen. Da die Menschheit nicht weiß, wohin sie gehen soll, kommt es zu solchen Absurditäten.

Nun wollen wir an unser eigentliches Thema herantreten, um eine mögliche Antwort auf die Frage zu geben, wohin man gehen soll. Wie bereits in den vorherigen zwei Vorlesungen hervorgehoben, begann alles im Zyklus mit dem nichtmanifestierten Gott, der in einer Offenbarung einen Teil seines selbst zu enthüllen beschloss. Er – der Väterliche Weltengrund – setzte den absoluten Anfang, an den Er sich als Ich stellte. Dieses Ich hat die Aufgabe, die drei Hypostasen der Heiligen Trinität zur Einheit zu bringen. Christus ist die Einheit. Zuerst ist der Väterliche Weltengrund da, Er macht den Anfang und Christus übernimmt seine Manifestation in der Offenbarung in der Form der kreuzähnlichen Struktur der Welt. Christus selbst bringt die Offenbarung des Väterlichen Weltengrundes der Senkrechten entlang zur Geltung, indem Er das ewige Leben bringt, das durch alle Entwicklungszyklen geht. Der Vatergott übernimmt von Christus die Aufgabe, den Anfang der Evolution im Zyklus auf der Waagerechten zu setzen. Der Vatergott ist das Atma-Prinzip in der Heiligen Trinität und seine Bereitschaft, sich selbst wegen der Entstehung jeglicher Daseinsformen in der Zeit zu opfern, ist zweifelsohne die höchste Form des Bewusstseins des Einigen Gottes in der Offenbarung. In diesem Sinne ist der Erste Logos – der Vater – der Führer des Zweiten und des Dritten Logos in der manifestierten Offenbarung. Das Opfer bringt Er am Anfang des alten Saturn durch die Geister des Willens auf, die das von ihnen erreichte höchste Ich-Atma-Bewusstsein als eine Opfersubstanz des nichtvorherbestimmten (neutralen) Weltenfeuers ausgestrahlt haben. Der dritte Logos stellte Sich sofort als die Idee an das Ende des Zyklus auf Vulkan und indem Er auf diese Weise diese Grenze zog, ging Er der Substanz entgegen. Aus der Begegnung im Sohn-Leben kamen durch eine Metamorphose die Bewusstseinsformen im Zyklus hervor. Aus der Wechselwirkung dieser drei Weltenstrahlen bzw. Weltenprinzipien entstand auch der erste Keim des Menschenwesens – jene Wärmemonade, der gegen Ende des alten Saturn die Geister des Willens ihr Atma als den Geistesmenschen einprägten.

Der Geistesmensch ist ein bewusstes Allbewusstsein, aber dieses wurde von der Monade mit einem Null-Selbstbewusstsein wahrgenommen, also als ein unbewusstes Allbewusstsein. Es stand die gigantische Evolution bis zum Vulkan bevor, wenn der Geistesmensch durch Verinnerlichung vom Menschen als ein bewusstes Allbewusstsein belebt werden soll. Der Geistesmensch wurde zum A und O unserer ganzheitlichen Gestaltung durch die Hierarchien. Auf ihn hat Christus das Leben und den Ausbau des Weltalls sowie bis zu einem bestimmten Grad auch deren Überführung in den nächsten Zyklus des Heiligen Geistes errichtet.

Die auf dem alten Saturn entstandene Monade war die erste Manifestation des physischen Prinzips (Atma) des Vaters in der Zeit, und sie schenkte den ersten Keim des menschlichen physischen Leibes mit der reinsten Bewusstseinsform – das war die Phantom-Leibform mit dem Trancebewusstsein.

Der alte Saturn war eine Art Wiederholung des vorherigen Zyklus des Vaters, der durch eine Metamorphose in das große Pralaya übergegangen war. Logischerweise lebten auch die Wesen auf dem alten Saturn ein Leben, das mit dem vorherigen Zyklus in einer bestimmten Art zusammenhing.

Doch das Atma, das vom Vater über die Geister des Willens ausgestrahlt wurde, sollte auch das Leben des neuen Zyklus des Sohnes erlangen. Deshalb sandte der Erste Logos den Zweiten Logos in die Welt, damit dieser seiner Wirkung auf der alten Sonne vorauskommt. Der Zweite Logos konnte diese Aufgabe erfüllen, nur weil Er in der gleichen Zeit auch vom Väterlichen Weltengrund herabgesandt wurde als Träger des makrokosmischen Ich-Prinzips, des Gottes-Ich, der die drei Hypostasen zur Einheit bringt. Vom Sohn kamen über die Geister der Weisheit das Buddhi-Prinzip und der Ätherleib für die Monade, und das ist das eigene Leben des Zyklus, das auf der Waagerechten verläuft. Christus bringt als Ich-Buddhi das ewige Leben vom Väterlichen Weltengrund auf der Senkrechten.

Nach der Verbindung mit der Wärmesubstanz auf dem alten Saturn, nahm der Geistesmensch seine Entwicklung zusammen mit ihr auf und nahm auch die Hierarchien auf dem Weg der ersten Intention mit – das war eine Erhebung durch den Hinunterstieg der Schöpfung. Dabei bilden sich die Leiber allmählich aus und entfernen sich von der Urquelle, da der Mensch im Erdenäon Selbstbewusstsein erlangt hat. Das ist die grundlegende Intention, die mit dem neutralen Weltenfeuer startet und von Gott persönlich stammt. Ihr Hauptvertreter im Zyklus ist der Vater und sie wird durch die Geister des Willens durchgesetzt.

Der Endpunkt dieser Intention war nicht vorbestimmt, d.h. es war nicht bekannt, wie weit die Herausbildung von Formen durch das unvorbestimmte Weltenfeuer kommen würde. Doch es gibt auch eine zweite Intention, eine Sonnenintention, deren Träger Chrisus ist. Bei ihr streben die Leiber ständig nach einer Erhebung zur Ich-Bewusstseinsstufe. Das ist etwa die Art des Aufstiegs der Hierarchien. Indem sie sich vor den tieferstehenden Wesen opfern, „entleeren“ sie ihr Bewusstsein und in dieses „ergießt sich“ das Bewusstsein eines höherstehenden Wesens. Dadurch steigen sie auf. Auf der alten Sonne hat das Ich-Atma der Geister des Willens die Form der Ich-Buddhi der Geister der Weisheit angenommen (ist in sie hinuntergestiegen) und damit hat es das Leben des Zyklus erlangt. Auf dem alten Mond ist das Ich-Atma in das Ich-Manas der Geister der Bewegung hinuntergestiegen, von denen wir eigene Astraleiber erhalten haben und das Leben des Zyklus hat sich „spezialisiert“, wobei psychisches Leben entstanden ist.

Hier müssen wir etwas Wichtiges präzisieren: Gott als Vater liegt dem physischen, Äther- und Astralleib zugrunde, Gott als Sohn liegt dem Äther- und Astralleib zugrunde und Gott als Heiliger Geist liegt dem Astralleib zugrunde. Aus diesen Worten Steiners folgt, dass der Äther- und Astralleib, in denen der Vater wirkt, sich von denjenigen unterscheiden, in denen der Sohn wirkt. Der Astralleib enthält auch eine dritte Gestalt, in der Gott als Heiliger Geist wirkt. Neben der Tätigkeit des Vaters, die weiterging, haben der Sohn und der Heilige Geist auf der alten Sonne und auf dem alten Mond ihre Natur in den Äther- und Astralleib angelegt. Damit ist die Wirkung der zweiten Intention in diesen Leibern präsent. Trotzdem war das Prinzip des Vaters mit seiner ersten Intention über den Sohn und den Heiligen Geist vorherrschend, was dazu führte, dass der physische Leib den Äther- und Astralleib unterdrückte. Dieses Vorherrschen übertrug sich auch auf den Äon der Erde, als der Mensch einen komplizierten physischen Leib als eine Summe von vier Elementen ausarbeitete, die von den vier Ätherarten belebt wurden. Der Leib erlangte auch ein selbständiges Dasein – ein eigenes organisches und seelisch-geistiges Leben. Von der alten Einheit im Ich von den Formgeistern, die für die ganze Menschheit galt, kam es zu einer für den Leib inneren Einheit im Ich des Menschen. In diesem komplizierten Gebilde wirkte das Atma in seinen drei Formen, die es angenommen hat, als es dem physischen Leib auf dem Weg der Wärme nach unten folgte. Doch nachdem die Einheit des Leibes auf das Ich übertragen wurde, geriet das Atma im Menschen unter den Einfluss der dritten – der mondischen – Intention des Zurückbleibens. Wie und wann ist diese Intention entstanden?

Das Zurückbleiben existiert in zwei Varianten – als Zurückbleiben der Substanz und des Bewusstseins der Ich-Wesen. Die Substanz begann sich bereits auf dem alten Saturn mit dem Entstehen der Wärme zu entwickeln, doch ein zurückbleibender Strom der Evolution hat sich wesentlich am Ende des Äons der alten Sonne herausgebildet, als ein Teil der saturnischen menschlichen Monaden keinen Ätherleib in sich aufnehmen konnten. Ihr höheres Urbild – das Atma – ist nicht in die Entwicklung hinuntergestiegen, sondern das Urbild des Atma auf dem alten Saturn – die reine Wärme – hat einen äußeren Träger erhalten – die Luft. Dieser Prozess charakterisierte sich mit einem ahrimanischen Charakter und führte zur Entstehung der Tiere. Die Tiere sind jene auf der alten Sonne zurückgebliebenen Monaden, die ihre Ätherleiber auf dem alten Mond und die Astralleiber im heutigen Äon erhielten. Ein anderer Teil der menschlichen Monaden vom alten Saturn sind auch während der alten mondischen Zeit zurückgeblieben und haben ihren Ätherleib erst im Erdenäon erhalten. Das sind die Pflanzen. Die Mineralien sind bis heute nicht in den Rhythmus des Lebens (des Ätherischen) des Zyklus eingegangen. Sie haben ein Null-Selbstbewusstsein und werden erst auf dem zukünftigen Jupiter das Zurückbleiben überwinden. Ihre ahrimanische Seite im Erdenäon drückt sich in der Erstarrung aus, in der Grobheit, im fehlenden Verhältnis zum Leben. Ihre luziferische Seite kommt in ihrer reinen Schönheit zum Ausdruck, die eine Folge des luziferischen Blicks zurück zum alten Saturn und zur Ewigkeit ist. Sofern diese Ewigkeit zur ersten Hierarchie zurückzuführen ist, die das Ich der Mineralien trägt, drückt sie sich in ihren erhabenen Formen, in der ästhetischen Wirkung auf die Seele, in ihrer heilenden Wirkung aus.

Als Resultat der dritten Intention, die im ahrimanischen Sinne in Erscheinung tritt, sind die Naturreiche die drei großen Opfer, die die Substanz im Namen des Menschen aufgebracht hat. Der Mensch ist ihr Schuldner bis zum Ende des Zyklus, denn sie sind das Fundament, in dem wir uns spiegeln, um uns selbst als selbständige Ich-Wesen mit freiem Willen zu erleben. Obwohl unsere Freiheit nur ein Ebenbild der Freiheit des Väterlichen Weltengrundes darstellt, ist sie unser großes Privileg, auf das wir uns beim Aufbau der grandiosen Zukunft stützen können, die uns erwartet.

Unter manchen Wesen der dritten Hierarchie ist ein Zurückbleiben des Bewusstseins festzustellen, das auch auf dem alten Saturn mit jenen Geistern der Persönlichkeit begonnen hat, welche ihre Aufgaben im Hinblick auf das Ich nicht lösen konnten. Nach der Metamorphose des alten Saturn in einem Pralaya herrschten im Äon der alten Sonne neue Entwicklungsgesetze und die auf dem alten Saturn gescheiterten Wesen unterschieden sich von den Wesen, die ihre Aufgabe erfüllt hatten. Hier beträgt das Zurückbleiben eine Stufe und wenn die Wesen dies nicht durch eine beschleunigte Entwicklung nachholen, werden sie luziferisiert. Eine solche Art des Zurückbleibens ist auch in der zweiten Hierarchie festzustellen und sogar in der ersten, doch hier ist das Zurückbleiben auf ein Opfer wegen der Evolution zurückzuführen. Dagegen liegt bei der dritten Hierarchie ein tatsächliches Zurückbleiben vor, was ein Phänomen unseres Zyklus und nicht des vergangenen Zyklus ist. Die dritte Intention ist eine Folge der ersten, die von dem Väterlichen Weltengrund kommt. Also können wir eine gewisse Vorbestimmtheit im Zurückbleiben der dritten Hierarchie wegen der Verführung des Menschen feststellen. Das tritt in zwei entgegengesetzten Arten auf. Die luziferischen Wesen führen uns zurück zur Vergangenheit und zu den geistigen Höhen hinauf. Sie haben die Absicht, die Ewigkeit in den Augenblick (in die Zeit) hineinzutragen. Sie wollen dem Menschen zu viel Ewigkeit geben und führen ihn zu dem großen Pralaya – dem Mahaparinirvana. Eine solche Transformation kann kein einziger Mensch ertragen, selbst im Augenblick des Todes nicht.

Deshalb hat das Verleihen von zuviel Geist-Ewigkeit eine entgegengesetzte Wirkung und statt sich emporzuheben, bindet sich der Mensch an die tote Materie, in der die ahrimanischen Wesen herrschen. Sie wollen dem Augenblick Ewigkeit verleihen („Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön!“, „Faust“ I) und führen den Menschen vorwärts und abwärts, indem sie seine bisherige Evolution streichen und eine neue beginnen, die vollkommen auf dem irdischen Mineralreich gegründet ist.

Der alte Saturn nahm seine Entwicklung auf der Grundlage des Atma der Geister des Willens auf und Ahriman weiß, dass früher oder später alles Mineralische verschwinden wird. Damit dieses Mineralische weiter vorwärts und abwärts geht, will er das Leben mithilfe des Menschen beherrschen und dieses Leben dem Mineralreich geben. Sollte ihm das gelingen, würde ein mechanisches Universum entstehen, eine Welt der Maschinen, mit denen der Mensch unumkehrbar verbunden ist. Die Pflanzen und Tiere würden aus dieser Beziehung ausgeschlossen sein. Bisher erscheint eine solche Entwicklung unmöglich, da der Zugang zum Lebensäther im Ich abgeschnitten wird. Wenn der Mensch das Leben aufsucht, erhebt er sich mit dem Ich zum Reich der Engel, in dem Ahriman keine Macht besitzt. Er herrscht in den unterphysischen Reichen, wohin er auch die Menschen antreibt, um dort das Leben aus dem Geistesmenschen zu rauben. Könnte das wirklich gelingen? Und wenn ja, welche Folgen würde das für solche Personen in den nächsten Äonen haben? Diese Frage müssen wir sehr ernst nehmen, wenn wir die Bedeutung des Geistesmenschen für die Erfüllung der Ziele im ganzen Zyklus des Sohnes bedenken. Mit der Inkarnation Ahrimans gewinnt diese Frage an noch mehr Wichtigkeit. Wie verhält sich diese Gefahr zum Auferstehungsleib?

Es ist deutlich, dass die Entstehung des Mineralreichs von entscheidender Bedeutung für das Auftauchen des menschlichen Selbstbewusstseins ist – es geschah wegen der Überlegenheit der ersten Intention über die zweite, was eine dritte Intention hervorgebracht hat. Zur Mineralisierung der saturnischen Wärme hat auch der Sündenfall eine große Rolle gespielt. Luzifer hatte vor, den Menschen durch das Phantom zu einer Bewegung des Heiligen Geistes von der Zukunft zur Vergangenheit zu führen, indem das Dasein im Erdenäon nur leicht gestreift wird und der Mensch sich sofort zum Manas erhebt. Auf diesem Weg wären wir unsichtbare Übermenschen geworden, ohne dass wir eine Seelenentwicklung durchgemacht und ein Ich erlangt hätten. Steiner nennt einen solchen Menschen einen „korrumpierten Engel“, der anstatt zum Jupiter zu einer Art Mond übergehen würde.

Dagegen sah Jahves Plan etwas anderes vor. Am Anfang hat Jahve den Erdenmenschen in Form einer menschlichen Individualität erschaffen, deren Prinzip der Einheit der drei Leiber sich in Jahves Ich-Bewusstsein befand. In der lemurischen Zeit hat er aber dieses Prinzip in die innere Leiblichkeit des All-Menschen eingeführt, was das Beschenken der Menschheit mit einem eigenen Ich bedeutete. Die Wesen der dritten Hierarchie begannen an dem Ich zu arbeiten und es zu personalisieren, was später zur Entstehung der Rassen, Völker usw. führte, die auch ein äußeres Prinzip der Einheit hatten. Luzifer wollte das alles nicht, doch mit der Versuchung hat er die Sinnesorgane für die Außenwelt geöffnet. Der Mensch begann, sich nach Eindrücken von dieser Welt zu sehnen und das äußere Prinzip der Einheit hat sich drinnen in der Leiblichkeit abgespiegelt. Deshalb entstand das niedere Ich, Luzifer hat das ungewollt bewirkt. Er hat mit einer solchen Folge der Individualisierung nicht gerechnet. Ahriman hat als Luzifers Karma den Prozess vertieft, indem er das Phantom mit Stoff gesättigt hat und uns zu jenem Verstand geführt hat, bei dem das Wissen über die Außenwelt und über uns selbst abhanden kam. Anstatt zur luziferisierten Sphäre des Manas, bewegte sich der Mensch zu den unterphysischen Welten Ahrimans. Luzifer hat diesen ganzen Prozess in Gang gesetzt, als er verführend im Astralleib vom Vater wirkte, in dem die zweite Intention fehlt. Sie war im Astralleib des Sohnes und im Astralleib des Heiligen Geistes, doch auch dort war die erste Intention vorherrschend, die mit dem Prinzip des Vaters zusammenhängt. Dieses Prinzip hat den Menschen zum Gruppenbewusstsein geführt, aber das Zentrum dieses Bewusstseins konnte nicht in die sinnliche Realität übergehen. Im Laufe der Evolution haben der Sohn und der Heilige Geist das Gruppenbewusstsein zerkleinert und das Bewusstsein wurde für jeden Menschen individuell. Dieser Prozess fand allerdings im absteigenden Evolutionsstrom statt und deshalb haben sich die beiden Hypostasen beim Hinunterstieg bis zur sinnlichen Realität zurückgezogen und das menschliche Bewusstsein begann, von der toten Widerspiegelung bedient zu werden. Dieses entstand aus der „Verhärtung“ der Gesetze des physischen Leibes in der Sphäre des Materiellen und seiner Macht über die feinen geistigen Gesetzmäßigkeiten der Äther- und Astralleiber. Dem Form-Leib haben sich die menschlichen Gedankenformen widersetzt. Die Idee der Welt hat sich im Menschen sich selbst widersetzt. Der Form-Leib hat mit schnellem Tempo Materie in sich aufgenommen und begann auszuarten. Die Realität im Weltall sind die Formen der Substanz und selbst wenn sie kein Bewusstsein haben, bewirken sie trotzdem Handlungen. Aber dann fehlen in ihnen die zurückbleibenden Wesen und es entsteht eine Form, in der fehlt die Harmonie der Wechselwirkung zwischen den drei Weltenprinzipien  – Idee, Substanz und Leben – und der drei Hypostasen der Heiligen Trinität. In der komplizierten Zusammensetzung der drei menschlichen Leiber hat sich das Phantom mit dem Produkt des Zerfalls der Dreieinigkeit im Menschen verbunden – mit der Aschenbildung. Dabei sollte das Phantom zusammen mit dem Ätherleib von der Erdenevolution (in der die erste Intention ihr Ende erreicht hat) zur zweiten Intention der Erhebung der Senkrechten entlang übergehen. Die Asche ist die tote Endform der Substanz, in der das Leben des Väterlichen Weltengrundes vom Vater über die Substanz vermittelt zu Tod wurde. In der Asche fehlt das Leben, es fehlt die Kraft der Metamorphose. Hierher reichte das Urfeuer der Substanz vom alten Saturn und die Wärme können wir im irdischen Feuer finden.

Das Atma-Bewusstsein sollte ebenfalls eine Metamorphose erleben, von der ersten Intention befreit werden und zur zweiten übergehen. In der Sphäre der Hierarchien metamorphosierte sein Hinunterstieg ohne Rest und ohne Schäden in eine Erhebung, denn das göttliche Bewusstsein steigt strukturiert in die Hierarchien hinunter, um sie als eigene Elemente zu höheren Bewusstseinszuständen zu erheben. Bei einzelnen Wesen der dritten Hierarchie lag das Zurückbleiben am Hinunterstieg des Menschenreichs und hatte die Tendenz der Unumkehrbarkeit. Bei dem Menschen und den Naturreichen hat der Hinunterstieg unerhörte Tiefen erreicht. Dabei wurde das Leben schwächer, die Idee hat sich differenziert und die Substanz materialisiert. Es entstanden Systemobjekte ohne innere Einheit. Der Prozess hat bereits auf dem alten Saturn begonnen und seitdem strebt das Universum mit seiner ganzen Kraft danach, den Objekten, die in den sinnlich-materiellen Teil des Weltalls übergegangen sind, ein immanentes Prinzip der Einheit zu verleihen. In den menschlichen Monaden geschieht das mit dem vierten Wesensglied des dreifachen Leibes – dem Mineralleib. Im Mineralleib sind die Kräfte konzentriert, die dem materiellen Weltall eine innere Einheit verleihen. Aber diese Einheit ist der Gegensatz der äußeren übersinnlichen Einheit.

Das Atma wirkt auch in diesem vierten Wesensglied des Menschen, in dem es aber weder Leben noch Manas-Bewusstsein gibt. Deshalb gerät das Atma in ihm unter die Abhängigkeit vom Mineralischen, von den unternatürlichen Kräfte, was Schäden im Phantom verursacht hat- das Phantom hat die Zerfallprodukte der Dreieinheit (Atma, Buddhi und Manas) in sich aufgenommen.

Andererseits kam es zum wachen Ich-Bewusstsein im Erdenäon gerade wegen der Bindung des Atma (des Geistesmenschen) an sein Gegenstück – die Wärme –, die im Laufe der Entwicklung geschah. Das entstandene Ich ist der Gegensatz zum Atma, doch es ist immerhin ein eigenes Prinzip der Einheit. Hier entsteht die Frage, wie das Ich-Bewusstsein sich zum Ich erheben soll, das unser Schutzengel bewahrt? Das Manas des Engels als eine Bewusstseinsstufe ist dem Ich (Geistselbst) des Menschen ähnlich, aber es hat eine andere Form, da der Engel keinen physischen Leib und kein Ich braucht, um das Manas zu erlangen und zu verinnerlichen. Beim Menschen sollte die Wende von der ersten zur zweiten Intention im Ich in der sinnlichen Realität des Daseins erfolgen, denn das Wesen der zweiten Intention manifestiert sich im Wachsen des Ich-Bewusstseins. Die eine Methode, die hauptsächlich im Osten praktiziert wird, bedient sich der Auslöschung des Ich, das der Gegensatz des göttlichen Bewusstseins ist. Das geschieht bei den Menschen, die Luzifer folgen. Die Rückkehr des Atma aus der Sphäre des Nichtdaseins zu der zweiten Intention sollte aber nicht einfach durch die Auslöschung des Ich erfolgen, sondern den Charakter einer Metamorphose tragen, einer Vereinigung des Nichtdaseins mit dem Dasein. Da die Intentionen der Entwicklung vom Väterlichen Weltengrund kommen, konnte die Änderung für das Atma in der physisch-sinnlichen Realität nur von dort kommen, indem der Zweite Logos – der Gott-Sohn – herabgesandt wurde. Das ist Christus als die Einheit des Väterlichen Weltengrundes im Zyklus, als das makrokosmische Ich des Väterlichen Weltengrundes, das die drei Hypostasen zu einer Einheit im Zyklus des Sohnes bringt, wobei Christus eine dieser Hypostasen ist – das Buddhi-Prinzip. In der Manifestation des Buddhi-Prinzips sieht man am besten den Unterschied zwischen dem Sohn und Christus. Als das Atma unter die Abhängigkeit vom physisch-mineralischen Leib geriet, reichten die Kräfte der Sohnes-Buddhi nicht, um die Intention zum Atma zu wenden und Er richtete die Substanz zum Vater zurück. Der Sohn brauchte das auch nicht zu tun. Der Mensch unterscheidet sich aber wesentlich von den Hierarchien und die Rückkehr des Lebens in die Substanz konnte daher nicht von der Buddhi des Sohnes ausgehen, der das Leben des Zyklus ist, sondern von der Buddhi des Christus, der das Leben des Väterlichen Weltengrundes ist – das ewige Leben, das nur als Ich und im Ich manifestiert ist. Diese Ich-Buddhi trägt beide Intentionen in sich und konnte als einzige die Wende der Intentionen im Menschen vornehmen. Die Sonnenintention steht grundsätzlich über der Zeit, aber sie hat immerhin nicht nur einen Opfercharakter, sondern hängt mit der physisch-sinnlichen Realität zusammen, damit die Hierarchien sich in ihr wegen der eigenen Entwicklung spiegeln können. Am Anfang des Alten Testamentes ist davon die Rede, dass Gott etwas getan hat und „gesehen hat, dass es gut ist“, d.h. Er hat sich selbst in der Schöpfung gesehen, auch wenn diese physisch-sinnlich und das Ergebnis der ersten Intention war. Der Vater hat den Sohn bis zur Schwelle der Sinneswelt begleitet, doch in die Sinneswelt hat der Väterliche Weltengrund den Sohn als Christus geschickt. Auf dem alten Saturn hat der Vater den Sohn-Christus vorgeschickt, der dem Vater auf der alten Sonne vorauskommen und dem Zyklus Leben verleihen sollte, doch in unserem Äon wurde das Leben im Werk des Vaters zum Tod. Im Erdenäon hat nun Christus wieder den Vater überholt, aber Er wurde vom Väterlichen Weltengrund herabgesandt, um das Atma vor dem Absturz in die Aschenbildung zu retten und sein wahres Bild vom Anfang des Zyklus – das Bild des Vaters – zurückzugeben. Statt der Buddhi, die die Cherubim dem Menschen auf der alten Sonne einprägten, um nicht nur das Leben, sondern das Leben des Ich im Ätherleib (durch die Geister der Weisheit) zu schenken, sollte nun Christus selbst als Ich-Buddhi in die drei Hüllen eines Menschenwesens eintreten. Wie hat Er das gemacht?

Im Menschen wirken Äther- und Astralströme, die auch zum Kopf führen. Aus ihrer komplizierten Wechselwirkung entsteht im Kopf ein Tor von der sinnlichen zur übersinnlichen Welt. Dieses Tor hat Christus passiert, um in Jesus bei der Jordantaufe einzutreten. Er wurde von der „Taube“ getragen, die Johannes imaginativ gesehen hat. Was hat es mit dieser „Taube“ auf sich?

Der Mensch stellt eine Lemniskate dar, deren Schnittpunkt das Ich bildet. Von oben – vom Welten-Allbewusstsein herab – wirkt über die Seele auf die Leiber eine dritte Hierarchie mit dem dreieinigen Geist (Manas, Buddhi und Atma) und von den Leibern hinauf über die Seele wirkt der von uns nicht wahrgenommene dreieinige Geist, der durch die Geister der Bewegung, der Weisheit und des Willens personifiziert wird. Bei der alten Einweihung konnte der Mensch nicht das Problem des Übergangs durch den Schnittpunkt der Lemniskate vom niederen Ich zum höheren Ich lösen, ohne das niedere Ich auszulöschen. Wir hatten auch nicht den geeigneten physischen und ätherischen Leib, die ohne Hilfe von außen die Durchdringung mit dem Ich und die nachfolgende Erweiterung zum Makrokosmos überlebt hätten. Der Eingeweihte konnte sich an die Erlebnisse in der Geisteswelt erinnern, doch er konnte sie nicht als Begriffe in den physischen Leib zurückbringen. Er läuterte seinen Astralleib wegen der Aufnahme der alten Weisheit und wegen dessen Umwandlung in das Geistselbst, doch mit dieser Weisheit konnte die Buddhi nicht beherrscht werden. Als Teil der Sonnengemeinschaft der Elohim umhüllte die Buddhi astralisch jeden Menschen, ohne auf den physischen Plan herunterzusteigen und sich mit dem Menschen zu verbinden. Dadurch verfiel der Mensch unter die Wirkung der Kräfte, die den Tod des physischen Leibes bringen. In Jesus war das höhere, entwickelte Geistselbst Zarathustras, das im Jordan das makrokosmische Ich aufgenommen hat, welches die Buddhi des Christus trug. Dieses Ich belegte den Platz des Ich Zarathustras in Jesus und trat in die Iche aller Menschen ein. Damit ein solcher Wandel geschehen kann, sollte der Mensch seine Ich-Entwicklung zumindest teilweise zurückgelegt haben und ein niederes Ich besitzen. Der Astralleib Jesu war das Ergebnis der ersten Intention und der Wirkung des vom Vater herabgesandten Heiligen Geistes in die Welt. Nun trat in diesen Leib der vom Väterlichen Weltengrund über Christus herabgesandte neue Heilige Geist als das Geistselbst Christi. Die Ich-Buddhi Christi wurde von den Sonnenelohim getragen, die den neuen Heiligen Geist in der zweiten Hierarchie vertreten und bei der Inkorporation des Christus in Jesus Hilfe geleistet haben. Der Heilige Geist hat Christus in Jesus „geboren“, ihn hat Johannes in der Gestalt einer Taube gesehen. Dieser Geist bringt neue Weisheit, die individualisierend, ich-bildend im Menschen wirkt. Nur er konnte beim Herabstieg des makrokosmischen Ich in Jesus Hilfe leisten. Er ist die neue Idee von der Welt. Damit dieser Idee ein Weg zur Substanz im Astralleib gebahnt werden konnte, hat Christus auch seinen Lebensgeist in den Heiligen Geist eingebracht. Auf diese Weise hat der Astralleib Jesu die Sonnenintention in sich aufgenommen, die die Oberhand über die erste Intention gewinnen sollte.

Was den Ätherleib Jesu betrifft, so war das die nathanische Seele, die vor dem Sündenfall und der Ich-Entwicklung aufbewahrt wurde (ausgenommen der 30 Jahre bis zur Jordantaufe). Nun richteten sich auf sie der neue Heilige Geist und die Ich-Buddhi des Christus selbst mit ihrer ganzen individualisierenden Macht. Christus hat den Ätherleib Jesu zu einer Einheit mit seinem Lebensgeist gemacht, indem Er sich sogar mit dem Prinzip des Vaters vereinigte, der in Ihm wurzelt. Das ist eigentlich die Substanz. Indem sich Christus mit der Substanz vereinigte, wurde Er zum eigenen Lebensgeist für Jesus (für die nathanische Seele), denn nur ein eigener Lebensgeist konnte die Zerstörung des Phantoms und die Beschädigung des Atma aufhalten, die durch die Individualisierung des Menschen hervorgerufen wurde. Die Rettung des Phantoms, des Geistesmenschen, war das Hauptziel der Menschwerdung Gottes im Zyklus. Indem Christus in die Evolution des Zyklus eintrat, nahm Er für sich das Atma (den physischen Leib) von den Geistern des Willens auf, das der physische Leib der Welt ist. Für Christus ist das Atma der Geister des Willens eine aufopfernde Aufnahme eines niedrigeren Bewusstseins im Vergleich zu seinem eigenen Bewusstsein. Das Atma der Willensgeister schließt die Kraft der ersten Intention ein und das gleiche Atma als Leib des Christus schließt auch die zweite Intention ein. Das Atma Christi übt einen Einfluss von der Sonnenevolution auf die Erdenevolution aus und hat nicht die Aufgabe in diese herunterzusteigen. Deshalb sagte Steiner, dass Christus beim Herabstieg auf die Erde kosmisch für die Sonne gestorben ist, auf der Er seinen Geistesmenschen zurückgelassen und auf der Erde den Geistesmenschen (das Atma) von den Willensgeistern aufgenommen hat. Das Atma kann bis zum physisch-mineralischen Leib des Menschen heruntersteigen, da in ihm die erste Intention wirkt. Die Sonne ist die Buddhi-Sphäre und mit Rücksicht auf die Buddhi hat Christus mit seiner Hypostase zu tun. Wenn diese Buddhi sich für die Evolution öffnet, befinden sich Christus und der Gott-Sohn in Einheit. In ihrem Wesen sind sie eine Einheit, die sich in zwei verschiedenen Aspekten manifestiert. Christus ist das Leben, die Substanz und die Idee der Welt, die Formen dieser Welt, aber Er ersetzt keine der Hypostasen. Als die Einheit der drei Hypostasen in der Evolution ist die Buddhi Christi etwas anderes als die Buddhi des Gott-Sohnes. Die Artus-Ritter haben vor dem Mysterium von Golgatha die Buddhi des Gott-Sohnes in der Erdenaura kontempliert. Die Ich-Buddhi des Christus begann sich in Jesus zu verinnerlichen und hat eine radikale Wandlung im Menschen hervorgerufen. Der Mensch muss bis zum Vulkan das Gleiche mit sich selbst erreichen, was Christus in weniger als drei Jahre geschafft hat!

Was hat Christus im Menschen bewirkt? Wir haben bereits erwähnt, dass der höhere Geist im Menschen in der Dreieinheit von Manas, Buddhi und Atma zu finden ist, die aber auf der Stufe der dritten Hierarchie projiziert werden. In unseren Leibern existieren auch Abdrücke als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch. Dessen ist aber der Mensch nicht bewusst, da er sich dazu mit seinem Bewusstsein zu Gebiet des höheren Devachan, der Fixsterne und sogar jenseits der Fixsterne erheben müsste. Als Christus mit seinem Ich von „seinem“ Devachan herabstieg, hat Er zuerst die Sonnensphäre in der planetarischen Erdensphäre verinnerlicht und sie damit unseren dreigliedrigen Leibern näher gebracht. Bis dahin war unser dreigliedriger Leib als Mikrokosmos nur ein Spiegelbild unseres dreigliedrigen Geistes als Makrokosmos, nun hat Christus Manas, Buddhi und Atma zu inneren Prinzipien im Menschen als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch gemacht, anderenfalls wären wir keine individuellen Wesen geworden. Christus hat die Gesetzmäßigkeiten des höheren Daseins in den Menschen eingetragen und ihn zu einer komplizierten mikro-makrokosmischen Konfiguration aus bereits unterschiedlichen Leib, Seele und Geist gemacht. Mit der Verinnerlichung unseres dreifachen Geistes hat Christus in uns „das Reich Gottes“ verinnerlicht, d.h. den Evolutionszyklus in seiner Ganzheit. Was uns von außen beeinflusste, konnte bei einer entsprechenden geistig-seelischen Arbeit seitens des Menschen als Offenbarungen in seinem Bewusstsein wirken, doch vorläufig nur als Potenz, als ein Samen, der langsam zu gigantischen Größen anwachsen wird. Das Einsäen des Samens geschah mit dem Christus-Impuls, der an Pfingsten mit dem neuen Heiligen Geist kam. Künftig soll er durch das Christus-Ich aufgezogen werden und zur Verwandlung durch den Menschen der drei Leiber in Ich-Geistselbst, Ich-Lebensgeist und Ich-Geistesmensch beitragen. Auf diese Weise wird der Mensch in sich ein Ebenbild des dreieinigen Gottes (Manas, Buddhi und Atma) realisieren, er wird in sich Gott verinnerlichen, denn Gott selbst hat das In Jesus mit seinem makrokosmischen Ich gemacht, und zwar in der sinnlich-physischen Realität.

Das Golgatha wird auf der Erde existieren, selbst wenn der Mensch nicht heruntergestiegen wäre und den Tod nicht kennengelernt hätte. Die Befreiung des Atma durch das unsichtbare Phantom hätte auch ohne Golgatha stattgefunden, aber Golgatha sollte stattfinden, da dieses Ereignis nicht nur für die Befreiung des Atma von der Materie eine Rolle spielt, sondern auch für die Reifung des Geistesmenschen im Menschen als eine höhere Hülle, in der aus dem Christus-Opfer etwas völlig Neues entstehen wird. Dazu hat sich die irdische Inkarnation des Christus als die beste unter vielen Varianten erwiesen. Was ist dieses Neue?

Wenn wir sagen, dass Christus von „seinem Devachan“ herabgestiegen ist, so ist das die Sphäre, von der aus sich die göttliche Trinität in Ihrer Wesensgleichheit zu manifestieren beginnt, wo die Trinität mit ihren drei Hypostasen wesensgleich, nicht hierarchisch ist und der Väterliche Weltengrund ihre innere Einheit herstellt, die mit der äußeren Einheit der Offenbarung identisch ist. Das ist der Zustand des göttlichen Bewusstseins im großen Pralaya, der in der Mitte des Erdenmanvantara manifestiert wurde, wobei die innere Einheit dieses göttlichen Bewusstseins Christus und gleichzeitig der Väterliche Weltengrund waren. Es ist bei der Jordantaufe etwas Einmaliges geschehen – in den Augenblick der Zeit wurde die Ewigkeit hineingetragen und ein Mensch – Jesus aus Nazareth – hat sie auf sich genommen. Doch im Unterschied zu den luziferischen Wesen hat Christus den Menschen nicht zur Vergangenheit, sondern zur Zukunft umgewendet, indem Er für uns völlig andere Wege abzeichnete. Sie werden gleichsam in einem neuen Äon verwirklicht werden, denn durch das Mysterium von Golgatha hat Christus den Erdenäon in zwei Teile geteilt, die keine Gemeinsamkeiten miteinander zu haben scheinen. Die Hauptgesetze der beiden Teile unterscheiden sich voneinander, so wie sich die Gesetze in zwei Äonen voneinander unterscheiden. Mit seiner Ich-Buddhi hat Christus den physischen Leib Jesu durchzogen und das Grundgesetz des Atma aufgehoben, d.h. Er hat von diesem Gesetz die Kraft der ersten und dritten Intention aufgehoben, unter die es geraten war. Mit den Worten „Es ist vollbracht!“ ist das Atma in die Wirkungssphäre des Lebensgeistes Christi geraten – in die zweite Intention. Am dritten Tag hat sich aus dem Grab das Phantom des physischen Leibes des Menschen erhoben und ist im Lebensgeist Christi auferstanden. Nicht der mineralische Gehalt oder der physische Leib wurden ätherisch, sondern die Auferstehung hat den physischen Leib zu einer Stufe geführt, auf der das Atma im Lebensgeist wirkt, genauer gesagt ist der Geistesmensch in Christus-Jesus auf der Stufe des Lebensgeistes auferstanden. Das Wesen des physischen Leibes – das Phantom – wurde zur Stufe des Ätherleibes erhoben, denn Christus ist nicht der Vater und Er konnte nicht einfach als Geistesmensch auferstehen. Das hätte die Verinnerlichung der unausgesprochenen Einheit des Väterlichen Weltengrundes bedeutet und diese Aufgabe besteht in unserem Zyklus nicht. Indem Christus das Atma in seinem Lebensgeist (in seiner Buddhi) auferweckte, hat Er sie zur inneren Einheit im Rahmen des phänomenalen Universums gebracht, zur Einheit im menschlichen Auferstehungsleib. Eigentlich hat Christus den Geistesmenschen auferweckt und nicht das Atma, deshalb ist der Geistesmensch das neue Wesensglied des Menschen – der unverwesliche Leib. Das Atma als Prinzip ist uranfänglich im Väterlichen Weltengrund vorhanden und wird „danach“ im Vater vertreten bzw. später als Opfer am Anfang des alten Saturn durch die Throne manifestiert. Als Christus in Jesus eintrat, hat er die Prinzipien Manas, Buddhi und Atma im Menschen verinnerlicht und seitdem können sie im Besitz des Menschen – falls er denn seine Aufgabe meistert – als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch sein. Christus hat in Jesus das vermenschlichte Atma, d.h. das zum Geistesmenschen gewordene Atma auferweckt und es in den unverweslichen Leib verwandelt – das höchstmögliche „Produkt“ im ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus. Christus hat das Phantom in seiner ursprünglichen Reinheit, Vollkommenheit und Glorie wieder erweckt, die es auf dem alten Saturn in der Monade besessen hatte. Doch in Jesus besaß es alle Eigenschaften des irdischen physischen Leibes und nicht des saturnschen „Menschen“. Mit dem Ereignis auf Golgatha hat Christus nicht einfach das Phantom zum Beginn der Welt zurückgebracht – das hätte keinen Sinn gehabt -, sondern Er hat es im Sinne des voranfänglichen Wesens des Väterlichen Weltengrundes erneuert. Und darin besteht das große Wunder des neuen Beginns.

Wie bereits gesagt, begann alles mit dem Väterlichen Weltengrund und den absoluten überzeitlichen Anfang, der sich durch Christus in der Offenbarung als drei Strahlen manifestierte, die einzelne Anfänge des Zyklus sind. Der Vater ist der erste, der Sohn – der zweite und der Heilige Geist – der dritte Anfang. In Jesus herabsteigend und das Phantom auferweckend hat der Väterliche Weltengrund durch Christus zum zweiten Mal den absoluten Anfang gemacht, doch nunmehr im Menschen, der in Zeit und Raum weilt. Das ist ein neuer, vierter Anfang, das den absoluten Anfang der Erhebung der Welt zum Väterlichen Weltengrund darstellt. In den neuen Anfang hat Christus die Relation des Väterlichen Weltengrundes mit sich selbst als ein Objekt in den Menschen übertragen. Dieses „Objekt“ ist Christus, und es enthält die ganze Vollheit der Eingöttlichkeit, die im Menschen manifestiert wird. Von Christus als der aktiven Offenbarung des Väterlichen Weltengrundes hing es ab, was aus der Weltensubstanz geschehen sollte, wann und wie das Atma des unausgesprochenen Gottes in seinen Schoß (ins Pralaya) zurückkehren würde. Hätte Christus nicht in der Mitte des Manvantara ein viertes Prinzip der Welt eingeführt, wäre die Evolution im Zyklus unumkehrbar vom göttlichen Ziel abgeweicht. Indem Er den Menschen in den vierten Grundsatz (Anfang) der Welt stellte, hat Christus nicht einfach die Ewigkeit in den Augenblick in Hinblick auf die Zukunft hineingetragen, womit Er die Absichten Luzifers mit ihrem Gegensatz abwehrte. Er hat auch die Absichten Ahrimans verhindert, der beabsichtigte, einen neuen Anfang des Zyklus im Geiste der dritten Intention zu setzen, die vergangene Evolution der Welt zu annullieren und die weitere Entwicklung ausschließlich an das physisch-materielle Reich in Zeit und Raum zu binden. Ahriman ist ein „Geist des Punktes“ in Zeit und Raum, er will den Augenblick endlos bis zur Ewigkeit verlängern, während Christus durch die Metamorphose von „Stirb und werde“ eine immer größere Vergeistigung des ganzen Weltalls in Richtung des Väterlichen Weltengrund schafft. Hierbei hat der Mensch eine Schlüsselaufgabe zu erfüllen. Mit der ersten Offenbarung hat sich der unausgesprochene Gott verinnerlicht, indem Er ein Universum wurde. Dieses einige Universum manifestiert in seiner Hinwendung zur Evolution des Menschen nur eine der Seiten (Grenzen) seines universellen Wesens, doch das ist die Grenze des Ganzen. Was mit dieser Grenze geschieht, ist für das Ganze von Bedeutung und darin drückt sich das Weltall-Wesen des Menschen aus. Das Universum im Menschen und außerhalb des Menschen ist eine Einheit, da das Universum selbst eine Einheit bildet, doch bisher ist das Universum im Menschen dem äußeren Universum nur potenziell, überbewusstlich gleich. Dadurch, dass Christus in unserem Ich ist, werden wir uns immer mehr erheben und erweitern und das Universum in uns verinnerlichen (subjektivieren), so dass wir unser Dasein und Bewusstsein mit diesem einigen Universum unseres Zyklus ausfüllen. Damit werden die Aufgaben der zweiten Zyklushälfte gelöst werden. Die Grenze des Universums, die auf unserer Seite liegt, ist das sinnlich-sichtbare Ergebnis der ersten Intention des Evolutionszyklus. Mit dem Werk Christi in der Zeitenwende wurde das Übergewicht der zweiten Intention zugrunde gelegt, womit auch das Schicksal der dritten Intention besiegelt wird. Die Grenze zwischen dem sinnlichen und übersinnlichen Teil der einheitlichen Weltenwirklichkeit ist ein Problem des Menschen und der Übergang vom Manvantara ins Pralaya hängt von dessen höheren Entwicklung ab. Im Menschen werden das A und O des Väterlichen Weltengrundes vereinigt, um den Zyklus zur Oktave zu erheben und damit den Anfang des neuen Zyklus des Heiligen Geistes zu legen. Dieser Aufstieg zur Oktave wird durch den Auferstehungsleib als das vierte Wesensglied verwirklicht, das sich unseren drei Leibern hinzufügt. Unser alter Leib ist das Ergebnis der ersten Intention und ist unter dem Namen „der Alte Adam“ bekannt. Der Auferstehungsleib ist der „Neue Adam“ – ein Wesen mit Eigenschaften, die mit nichts anderem zu vergleichen sind. In GA 266, Bd.1 („Aus den Inhalten der esoterischen Stunden“) sagte Steiner, dass für Christus die Buddhi ein niederes Wesensglied ist und dass sie für Ihn das Gleiche ist, was für uns der physische Leib darstellt. D.h. der Ätherleib des Christus ist seine Buddhi und für Ihn ist es das Gleiche wie für uns die Substanz der Hypostase des Vaters. Es ist ersichtlich, dass wir hier mit etwas Außerordentlichem zu tun haben, was sich über die Reihe der Existenzformen in unserem Zyklus hinaus erhebt. Das ist die Substanz vom Väterlichen Weltengrund, die im Vater nicht zu finden ist. Sie wird eher als das ewige Leben manifestiert, welches die höchste Buddhi, d.h. die Ich-Buddhi ist. In GA 148 („Aus der Akasha-Forschung. Das fünfte Evangelium“) vertieft Steiner dieses Thema noch weiter. Wie wir wissen, erweitert sich der Ätherlieb beim Tod des Menschen in die Erdenaura, um sich danach im Geist aufzulösen. Es bleibt nur die Quintessenz übrig. Die Geister des Willens nehmen das Phantom in ihre Sphäre auf und bringen es zum Anfang der Erdenevolution (im breiten Sinne zum Saturn). Bei der nächsten Inkarnation beschenken die Hierarchien den Menschen wieder mit einem Phantom. Als aus dem Grab das reine Phantom des physischen Leibes aufstieg, das von der Erdenlast befreit war, ging es in die Erdenaura über, die vom Lebensgeist (dem Blut) Christi durchzogen wurde. Deshalb sagt Steiner, dass Christus in der Erdenaura seinen Lebensgeist zurücklässt. Jener Ätherleib, jener Lebensgeist, den die Eingeweihten in der Erdenaura vor der Zeitenwende sahen, war die Buddhi des Gott-Sohnes, die vom Prinzip des Vaters durchzogen war. Der vom Lebensgeist Christi durchzogene Ätherleib Jesu erstreckte sich auch als ein ätherisches Firmament nach dem Tod auf Golgatha. In diesem ätherischen Firmament sieht der Hellseher das auferstandene Phantom als die „Grundsubstanz“, die dieses ätherische Firmament belebt, d.h. das höhere Physische belebte den Ätherleib. Darin besteht die Einmaligkeit der Buddhi Christi als das ewige Leben des Väterlichen Weltengrundes, das auch hinter dem Phantom steht. Prokofieff hat wohl den Unterschied zwischen dem Phantom und dem Ich-Buddhi-Prinzip nicht verstanden und sprach daher über das Leib-Phantom und den Auferstehungsleib. Doch seine Idee von der im Knochenmark bestehenden Beziehung zwischen dem physischen und ätherischen Leib ist hervorragend. Damit es die Auferstehung des Phantoms gibt, sollte Christus mit seinem Lebensgeist das Knochensystem des Jesus durchdringen, beim Herunterstieg im Jordan erfasste Er mit seinem Ich das Blut Jesu und lebte darin wie im eigenen Leib während der drei Jahre.

Das, was im Blut Jesu lebte, war der Ich-Lebensgeist des Christus – die universelle kosmische Kraft der Liebe. Sie hat den Geistesmenschen in Jesus auferweckt und er hat das letzte Stadium seiner Entwicklung im Rahmen des Zyklus erreicht. Er ist zum Vater in die menschliche Zukunft zurückgekehrt und steht dort wie ein erhabenes Urbild für jeden von uns, ohne die Gesetze des Zyklus „aufzuheben, sondern zu erfüllen“ – das Gesetz der Entwicklung des Geistesmenschen. Beim Erdenmenschen hat der Geistesmensch als Potenz sein letztes Ziel erreicht und wurde zum Schlussergebnis der Zyklusevolution, zur höchsten Hülle, in der der Anfang des neuen Evolutionszyklus entstand. Gott hat das im Jesus-Menschen getan, nun soll der Mensch das für Gott tun.

Der Geistesmensch und der Auferstehungsleib sind die beiden Seiten einer Ganzheit – die innere und die äußere. Nun befindet sich das auferstandene Phantom in der Ätheraura der Erde im Lebensgeist Christi – dem wahren Auferstehungsleib – und ist als erhabenes Urbild dem Geistesmenschen in jedem von uns zugewandt, indem es dessen äußere Hülle bildet. Bei der Individualisierung des Auferstehungsleibes im Geistesmenschen beginnt in uns etwas grundlegend Unterschiedliches zu reifen, das sich von unseren drei Leibern, der dreifachen Seele und sogar dem dreifachen Geist unterscheidet. Der Auferstehungsleib beginnt allmählich wie eine befruchtete Eizelle in unseren Leibern zu wirken und diese werden mit der Kraft des Christus-Ich als ihre Einheit im Ich-Geistselbst, Ich-Lebensgeist und Ich-Geistesmenschen metamorphosieren. Die Rückkehr des Weltenatma vom Anfang des Zyklus zum Schoß des Väterlichen Weltengrundes wird parallel zur Ausbildung unseres neuen Wesengliedes vor sich gehen. Dieses Wesensglied gehört nicht dem Zyklus des Sohnes. Wenn das Weltenatma auf dem Vulkan in den Schoß des Väterlichen Weltengrundes in Form vieler Ich-Geistesmenschen zurückkehrt, wird aus jedem dieser Ich-Geistesmenschen wie aus der letzten Hülle jeweils ein „Schmetterling“ herausfliegen. Dieser „Schmetterling“ ist jener Samen, der im ganzen siebenstufigen Zyklus als eine vollkommen neue Hierarchie unter den zahlreichen hierarchischen Wesen aufgezogen wird. Die Ich-Geistesmenschen-Hülle wird sich öffnen, um wie bei einer Auferstehung den Ich-Menschen hervorzubringen, das Prinzip der Oktave. Der Ich-Mensch wird im Leib auferstehen, so wie das Christus in der Zeitenwende getan hat. Der Mensch in Christus wird jene Oktave werden und mit seiner Opfertat den Zyklus des Heiligen Geistes einleiten, wie das die Geister des Willens am Anfang unseres Zyklus getan haben. Dann werden wir den Auferstehungsleib opfern, welcher das höchste Ich-Bewusstsein ist, das wir in dem vorliegenden Zyklus erreichen können. Dieses Ich-Bewusstsein wird nach der Metamorphose des großen Pralaya das Fundament des neuen Zyklus geben, in dem das Leben das ewige Leben des Väterlichen Weltengrundes sein wird. Es wird uns zur höchsten Wahrheit am Ende des neuen Zyklus führen, die die Frage beantworten wird, warum sich der Väterliche Weltengrund in Offenbarungen verinnerlicht. Die ersten Menschen, die diese majestätische Aussicht gestreift haben, waren die Jünger. Sie waren Menschen mit einem einfachen Geist und haben die esoterische Sonnenweisheit Christi nicht verstanden. Er hat aber ihre Astral- und Ätherleiber in den drei Jahren vorbereitet, damit diese fähig werden, an Pfingsten vom neuen Heiligen Geist die Lehre vom Werk Christi auf Erden zu erhalten. Die Jünger hatten sich ätherisch mit dem Lebensgeist Christi vereinigt und zu dieser Substanz stieg der Geist herab, um sie zu zwölf Individualitäten zu prägen, die das Rad der ganzen Geschichte und Kultur der Menschheit gedreht haben. Vom Heiligen Geist haben sie die „Sophia“ erhalten – das Verständnis des Christus-Mysteriums. Durch dieses Verständnis sind sie zum Ferment der neuen Welt geworden, zu Trägern und zur Verkörperung des Christentums auf Erden. In der Sophia vereinigen sich die göttliche und die menschliche Weisheit und das ist der eine der zwei Wege, die von Christus zum Menschen führen – durch den Heiligen Geist, der vom Väterlichen Weltengrund ausgeht und gleichzeitig durch den menschlichen Heiligen Geist, dessen himmlische Leiblichkeit die zwölf Bodhisattvas in der Sphäre der Vorsehung bilden.

Der zweite Weg führt durch das Mysterium der Auferstehung im Fleisch. Der herausragendste Vertreter dieses Weges ist Paulus mit dem Ereignis vor den Toren der Stadt Damaskus. Paulus war ein komplexer Geist, ein althebräischer Eingeweihter, der die luziferische Weisheit nicht in ihrem irdischen Aspekt, sondern im Aspekt der Sonne, in dem Luzifer wie ein Lichtträger erscheint, aufgenommen hat. Paulus besaß logisches Denken und war im Vergleich zu den zwölf Jüngern ein Außenstehender, das Gegenbild zu Judas Ischariot. Die Intelligenz Judas‘ führte zu Ahriman, doch bei Paulus führte sie zum Geistselbst. Da aber sein Manas vom befehlenden mondischen Jahve kam, erwartete Paulus vom Messias einfach ein Mehr an luziferischer Weisheit. Einen ungünstigen Faktor bildete der mineralisierende physische Leib und deshalb blieb der „Stachel der Krankheit“ in ihm. Doch auch komplexe Geister wie Paulus und Dionysios Areopagita sollten den Weg zur Sonnenweisheit finden, denn nur ein komplizierter menschlicher Geist kann den Menschen bewusst zu Christus führen, der einfachere Geist ist nur ein Schritt zum komplizierteren. Über Paulus ist nicht der Heilige Geist heruntergestiegen, sondern die Christus-Sonne selbst. Bei dieser imaginativ erlebten Begegnung hat Paulus eine Neugeburt erlebt, eine Taufe mit dem Christus-Ich, was ein höheres Pfingsten darstellt, das zu einem Schlüsselsatz führt, welcher zum ersten Mal in der menschlichen Evolution ausgesprochen wurde: „Nicht ich, sondern Christus in mir“. Mit der Kraft seines Geistes hat Paulus sein Ich aufgehoben und ist für einen Augenblick vor Damaskus in seinem Mondenaspekt (als Vorform) gestorben. Er ist zu einem Ich mit einem völlig neuen Gehalt geworden, das sagen konnte: „Das, womit ich mich selbst gewahr werde, ist Christus, und nicht das Ich, das ich erarbeitet habe. Das Ich-bin in mir ist Christus.“ Christus hat diesen Satz durch Paulus gesagt. Mit diesem Gehalt wurde Paulus zum Verfechter des Christentums, da er zu einem Ich-Wesen geworden war, zu einem Avatar Christi und Führer derjenigen, die seit Pfingsten auf die Taufe zugehen. Paulus war der erste, für den Christus „einen Platz vorbereitet hatte“ und als Er zurückkam, „nahm Er ihn mit“. Das ist die Manifestation der Zweiten Wiederkunft Christi und deshalb ist Paulus ab dem 20. Jahrhundert der Führer jener, die den Weg zum esoterischen Christentum finden. Zusammen mit Dionysos Areopagita war er von außen zum Christentum gekommen, um die Brücke zu schlagen zwischen den alten und neuen Mysterien auf der Grundlage der esoterischen geistigen Erkenntnis – der Sophienerkenntnis, deren Zentrum das Gralsmysterium bildet. Während die Jungfrau Sophia und Johannes der Täufer in der Welt der Menschen die innere, geheime Welt der Sophia bilden, ist Paulus die äußere Welt.

Christus hat durch „Sophia“ – die Himmlische Weisheit – den Kreis der zwölf Jünger zusammengeführt, und Paulus hat sich als der dreizehnte in den Kreis hineingestellt. Auf diese Weise hat Christus den Platz für seine eigene Weisheit unter den Menschen als das einheitliche Zentrum zur Umwandlung des Ich vorbereitet. Das andere Zentrum ist das Zentrum der Liebe, die von dem Evangelisten Johannes verkörpert wird. Dieser war der erste, in dem die Weisheit (Sophia), die ihm Christus selbst auf Golgatha als ein Geschenk im Astralleib gegeben hat, im Ich neugeboren und zur Liebe wurde. Bei ihm besteht eine direkte Beziehung Gottes zu einem Menschen in der Sinneswelt und die höhere Weisheit wird in die Substanz der Liebe umgewandelt, mit der Johannes verschmolz. Er konnte mit vollem Recht erklären: „Nicht meine menschliche Liebe, sondern die kosmische Liebe Christi in mir“.

Johannes hat sich auch als der dreizehnte in den Kreis der Zwölf hineingestellt und aus diesen zwei Zentren der Weisheit und Liebe hat Christus die Lemniskate gebildet, in deren Schnittpunkt das Christus-Ich-bin vom Väterlichen Weltengrund steht. In diesem Schnittpunkt werden alle Substanzen des Christen umgewandelt – die seelischen, geistigen und physischen, damit er in seiner Ich-Entwicklung zur Zukunft wachsen kann. Das Ich im Paulus war nicht stark genug, dass Christus seinen physischen Leib durchziehen konnte, deshalb ist die „Krankheit“ geblieben und sollte auf dem Weg der Evolution überwunden werden. Auf dem Weg der Weisheit können wir einen schnellen Entwicklungssprung zum höheren „Stirb und werde“ machen. Paulus ist relativ früh als Märtyrer gestorben. Der Weg der Liebe ist lang. Johannes hat lange gelebt und ist an einem natürlichen Tod gestorben. In seinen nächsten Inkarnationen ist er aber einen Märtyrertod gestorben. Steiner nannte ihn „den größten Märtyrer unter den Menschen“.

Der Mensch der Fünften Kultur hat beide Wege in seinem Ich zu vereinigen – die Synthese der Erkenntnis über Golgatha, die vom Heiligen Geist kommt, und den Auferstehungsleib. Dieser Prozess beginnt mit der Transformation der Bewusstseinsform zum anschauenden Denken, was ein Prozess der Auferstehung im Menschen ist und eine kosmische universelle Bedeutung hat. Оhne diese Änderung können wir nicht von einer richtigen Umwandlung der Bewusstseinsseele reden. Dann wird die neue Idee über die Welt, die mit dem Heiligen Geist gekommen ist, vom Menschen erkannt werden. Die ganze Außenwelt wird zu einer inneren Welt für den Menschen in seiner Erkenntnis werden – der Donner, der Regen, der Blitz, die im Bewusstsein sich eröffnen und neue moralische Kräfte im Menschen hervorbringen. Der Mensch steht dann zum ersten Mal vor dem Problem der kosmischen Ethik, wobei diese zur individuellen Ethik wird, die sich von der imperativen Ethik der alten Einweihung unterscheidet. Im Erlangen dieser Ethik besteht die Umwandlung der Seele zum Geist. Mit einer solchen Seele kann man eine Beziehung zum Auferstehungsleib herstellen, der zum Menschen mit dem Heiligen Geist und durch das Menschen-Ich heruntersteigt. Der Auferstehungsleib und das Ich-Geistselbst bauen sich dann eine Wohnstätte im Menschen für den Lebensgeist Christi, in dem das Geistesmensch Christi aufersteht und in jeden Menschen hineinströmt – als individualisierter Auferstehungsleib.

Nach der Auferstehung ist das Phantom in die Höhen des Anfangs des Zyklus emporgeströmt, doch wegen des Werks Christi ist es bereits in die Sphäre des Lebensgeistes heruntergeholt worden, und es manifestiert die Eigenschaften des Geistesmenschen und wirkt auch auf dem Astralplan, indem es nach außen in die Evolution die Eigenschaften des Astralleibes unter Bewahrung der Gesetzmäßigkeiten des Geistesmenschen manifestiert. Hier kann es gefunden und wiedererkannt werden. Hier kann der für jeden Menschen individualisierte Auferstehungsleib, der den Charakter eines Geistselbst angenommen hat, zum Menschen heruntersteigen – wenn dieser seine Bewusstseinsseele in der rechten Art vorbereitet hat -, und dieses Geistselbst und diesen Lebensgeist Christi sogar als Weltenleben und Geistesmensch-Phantom tragen. Das ist der Herabstieg des erneuerten Palladiums, die Synthese der Weisheit und Liebe als Wahrheit. Das ist die Einweihung mit dem Eisen und Brot, mit Michael-Christus, die auf der Erde als die Synthese der Anthroposophie und des Impulses Beinsa Dounos im Menschen-Ich durch Christus manifestiert werden. Der Impuls Beinsa Dounos ist auf die Individualität und das Ich und nicht auf die Seele oder die Leiber gerichtet. Diese Besonderheit können die Nachfolger Beinsa Dounos nicht begreifen und deshalb sind sie für Luzifer und Ahriman leicht empfänglich, vorherrschend ist aber zweifellos Ahriman. Heute ist der Materialismus, den Ahriman im Bewusstsein durchsetzen will, zum Transmaterialismus, zum magischen Materialismus geworden. Die ihn bedienenden Theorien des Aufbaus der Welt halten die uranfängliche Substanz der Geister des Willens für Materie, sie ersetzen das Leben durch „Energie“ und den Weltenfunken – durch „Information“. Wenn von „Information“ die Rede ist, fehlt Leben im Bewusstsein, wenn von „Energien“ die Rede ist, fehlt Leben in der Seele, wenn von „Materie“ die Rede ist, fehlt Leben in unserem Geistesmenschen und die Welt kann sich nicht vorwärtsbewegen. Indem Ahriman auf das Ich mit seinem vollen Arsenal an Mitteln einwirkt, führt er durch diesen Austausch der Trinität den Menschen in die unterphysischen Welten der zurückbleibenden Geister der dritten Hierarchie. Dort, im für den Menschen Unbewussten, erlangt der Antichrist einen gewissen Zugang zum Geistesmenschen, und kann seine Absichten verwirklichen. Dabei kümmert ihn nicht, dass wir unser Ich verlieren werden, ohne das es metamorphosiert ist. Ahriman ist bereit, das Dasein des Menschen auszulöschen, damit der Mensch keine individuelle Beziehung zu seinem höheren Ich findet.

Die Lage ist wirklich außerordentlich ernst. Wir stehen am Anfang eines erhabenen Weges, der in einer bestimmten Art mit dem alten Saturn verglichen werden kann. In der alten Saturnzeit stand das Atma im Schoß der höheren Hierarchien und der Heiligen Trinität vor seiner ersten Reise ins Unbekannte, in die Unvorbestimmtheit der Offenbarung. Nachdem nun der vierte Anfang mit dem Mysterium von Golgatha gesetzt wurde, steht im Schoß des im mehrgliedrigen Menschenwesen verinnerlichten Makrokosmos eher das Atma und nicht der Geistesmensch wieder an seinem Anfang. Dieser äußerst komplizierte Zustand erinnert an den Prozess der Entstehung im Ei, wenn das Eiweiß als Substanz in das Chaos geworfen wird und sich zum Anfang der Welt wegstößt, um sich vor der Unvorbestimmtheit der ganzen Zukunft zu stellen, die mit dem Mysterium von Golgatha begann. Diese Zukunft hängt von der freien Wahl des Menschen ab. Christus hat den Prozess der Aschenbildung im Menschen in einen Prozess der Salzbildung umgewandelt. Wegen dieser Änderung hat sich der mineralische Leib Christi in eine feine Form der Stofflichkeit aufgelöst, wie das Salz sich im Wasser auflöst, und ist in die Erde durch den Riss, der infolge des Erdbebens im Grab entstanden war, übergegangen.

Aus dem Leib wurde das vom Lebensgeist Christi durchzogene Phantom des physischen Leibes befreit, das Atma wurde befreit (das zum Geistesmenschen in Jesus geworden war) und hat sich in die Sphäre des Lebensgeistes, d.h. der zukünftigen Venus erhoben, wo das Jüngste Gericht für den Menschen stattfinden wird.

Nach dem Sinn Gottes ist der Mensch „das Salz der Erde“, das Erdenelement, dem der Lebensäther entspricht, der die Christus-Substanz in uns ist, der Teil unseres Ätherleibes, der vom Lebensgeist Christi, vom Auferstehungsleib durchzogen ist. Diese Substanz sieht der Mensch nach seinem Tod im ätherischen Panorama, welches sein eigener Ätherleib bildet. Dieser Teil ist der große Trost, dass es eine Zukunft nach dem Tod gibt. Der Mensch findet den Trost nach dem Tod, wenn er auf der Erde eine richtige Einstellung zum Christus-Impuls gebildet hat. Diese Einstellung macht uns zum „Salz der Erde“ und ist die Gewähr, dass wir irgendwann das Letzte Gericht bestehen werden. Heute steht uns das „Erste“ Gericht bevor – die Begegnung mit dem Antichristen. Der für ihn vorbereitete Leib ist schon in seinem 18. Lebensjahr. Wir wissen bisher nicht, wann er sich öffentlich zeigen wird. Doch das ist auch nicht so wichtig, entscheidend ist, wie sich die Menschen auf diese Begegnung vorbereiten werden. Ohne eine Beziehung zum Auferstehungsleib gibt es keine guten Aussichten. Ich hoffe, dass wir uns mit dieser Vorlesung wenigstens ein bisschen jenem Wesen angenähert haben, das die größte Errungenschaft im ganzen Zyklus des Sohnes ist. Dort ist die Hoffnung, dass der Mensch seine Weltaufgabe erfüllen wird, zur Oktave zu werden, die den Zyklus des Sohnes zum Zyklus des Heiligen Geistes hinaufführen wird.

 

Der Ausweg

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 11.11.2007 in Varna
„Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte. Selig sind, die seine Gebote halten, auf daß sie Macht haben an dem Holz des Lebens und zu den Toren eingehen in die Stadt. Denn draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Totschläger und die Abgöttischen und alle, die liebhaben und tun die Lüge.“ (Offenbarung 22:12-15)

Mit diesen aussagestarken Worten hat Sich vor 2000 Jahren der Erlöser in Seiner Offenbarung an Seinen erhabensten Schüler – Apostel Johannes – gewendet, damit sie durch ihn von der ganzen Menschheit gehört werden, welche damals den tiefsten Punkt des Verfalls erreichend, Gott Selbst verleumdet und gekreuzigt hat.

Nach 19 Jahrhunderten esoterischen Christentums hat uns Beinsa Douno folgende Einschätzung der heutigen Menschheit mitgeteilt: „Das, was der heutige Mensch darstellt, ist im Vergleich mit demjenigen, der nach dem Ebenbild und Gleichnis Gottes erschaffen wurde, eine Karikatur. Unsere Erde ist zum Gespött geworden! Wer das nicht sehen kann, sagt: „Unsere Erde ist schön!“ Nein, unsere Erde ist in Trümmer geschlagen, der Mensch auch. Wenn man die Augen, das Gesicht, die Hände des heutigen Menschen betrachtet, sieht man, dass er einem Wrack mit lauter archaischen Resten ähnelt.“ Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Der Übergang

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 16.04.2006 in Varna

„Jede Seele ist ein Zustand des Göttlichen Bewusstseins“
Beinsa Douno

 

Mit dieser kurzen formelartigen Definition zeigt uns der Meister auf eine unnachahmliche Art die wahre Möglichkeit der Versöhnung mit unseren Mitmenschen. Gleichzeitig richtet er unseren geistigen Blick auf das große Geheimnis der Seele, das nach und nach enträtselt werden kann, wenn wir uns zu dem Sinn einer anderen Äußerung von ihm erheben – „Christus ist die Grenze, hinter der das menschliche Bewusstsein in einen anderen Zustand übergeht… Als Er auf die Erde herabstieg, half Er den Seelen, denn jede Seele, die auf die Erde gekommen ist, hat eine wichtige Aufgabe, die sie selbst zu lösen hat“. Nur in der Seele kann Gott in Seiner Vollheit in Erscheinung treten. Die Vollheit ist die Liebe, deren höchste Manifestation wir in Christus Jesus finden. Deshalb wird der Leib des Menschen dadurch bestimmt, „inwiefern er die Seele achtet. Wenn er Christus und den Gott nicht achtet, kann er keine Achtung vor sich selbst empfinden.“ Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Das Risiko Gottes

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 04.04.2004 in Varna

 

Gott ist Liebe! Diese erhabene Wahrheit durchzieht das ganze Dasein und verleiht den Bemühungen aller Hierarchiewesen einen Sinn, die auf die Erde mit Zuversicht hinunterschauen, während sie den höchsten Ausdruck Gottes suchen. Beinsa Douno sagte, dass „Christus der Gott ist, der Sich der Welt eröffnet“. Es gibt für den Meister „keine vollständigere Manifestation der Liebe im Kosmos oder in den mystischen Tiefen der Seele als diejenige, die wir in Christo verkörpern.“ Heute sprechen die Menschen von einem „historischen“, „mystischen“ und „kosmischen“ Christus, doch Er ist in Sich geschlossen und unteilbar. Auf der Erde in einem gegebenen historischen Moment als der ideale Mensch manifestiert, trägt Er historischen Charakter. Innerlich erkannt, wird Christus „mystisch“, und wenn man Ihn als den in der Welt manifestierten Gott versteht und kennenlernt, wird Er „kosmisch“. In diesem Fall umfasst die physische Seite Christi die ganze in einem Leib vereinigte Menschheit. Alle Menschenseelen, in denen Christus lebt, die in einer Ganzheit vereint sind, bilden den physischen Aspekt Christi. Alle Engel, die im Herzen Christi versammelt sind, machen Seinen geistigen Aspekt aus. Und alle Wesen, die im Verstand Christi vereint sind, machen Seine Göttliche Seite aus. Das ist der kosmische Christus – der in der Welt manifestiere Gott. Deswegen sieht der Mystiker Christus überall – den Erstgeborenen, der alle Göttlichen Tugenden entwickelt und manifestiert hat, Der alle Göttlichen Gesetze angewendet hat“.Die ganze Vorlesung im PDF-Format