Der Auferstehungsleib

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 04.12.2016 in Varna

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Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir danken Dir für das große Opfer und bitten Dich, uns auch in Zukunft dabei zu helfen, unsere Beziehung zum Auferstehungsleib zu festigen. Amen!

Das neue geistige Jahr haben wir mit zwei Themen eingeleitet, die sehr kompliziert sind – das erste Mal haben wir uns hauptsächlich mit der uranfänglichen Substanz des alten Saturn und des Geistesmenschen befasst und letzten Monat sind wir auf die Doppelmanifestation der zweiten Hypostase der Heiligen Trinität im Weltall als Gott-Sohn und als Christus eingegangen. Die Frage haben wir im Zusammenhang mit der Entwicklung des Ich-Prinzips und der Rolle des Heiligen Pfingstgeistes erörtert. Nun werden wir das Thema fortsetzen und auf den Auferstehungsleib, der das Hauptgeheimnis des Christentums darstellt, einen besonderen Akzent legen. Leider bleibt er für die ganze Menschheit von Nebel umhüllt, obwohl seine weitere Entwicklung vollkommen von der bewussten Vertiefung in das Christus-Mysterium aus der Zeitenwende abhängt.

Zum Ziel der Betrachtung müssen wir die Entwicklung nicht nur in unserem Äon der Erde umreißen, sondern auch unseren geistigen Blick auf den ganzen Zyklus des Sohnes richten, dessen Hauptereignis das Mysterium von Golgatha ist. Dieses Mysterium geht sogar über diesen Rahmen hinaus und führt uns zu den höchsten Sphären, die dem menschlichen Geist zugänglich sind. Die Dimensionen des Ereignisses auf Golgatha sind so unermesslich, dass wir sie heute nur streifen können. Zusammen mit der nächsten Vorlesung, die eine Fortsetzung der letzten drei ist und zusammen mit ihnen eine strenge Kontinuität bildet, werden diese vier Vorlesungen meine persönliche Frage an die Götter darstellen, die bekanntlich bei der Öffnung der Himmelspforten an Weihnachten von oben herabschauen und auf unsere Fragen warten. Mit diesen Vorlesungen richte ich die möglichst ernsthaften Fragen, zu denen ich zum heutigen Zeitpunkt fähig bin, obwohl die Ausführungen eher als Antworten und nicht als Fragen aussehen.

Vor drei Stunden noch hatte ich nicht die Absicht, eine Stellungnahme zu den Ereignissen bei uns und in der Welt abzugeben, wie ich das letztes Mal getan habe. Jedoch würden die Beschäftigungen mit esoterischen Fragen keinen Sinn haben, wenn wir keine vernünftigen Antworten auf die Ereignisse auf der Erde geben können, welche für alle deutlich ernsthaft sind. Alle spüren, dass etwas passieren wird, etwas Schlimmes. In Bulgarien haben Präsidentschaftswahlen stattgefunden, bei denen ein Protestvotum zustande kam. In den USA wurden auch Präsidentschaftswahlen durchgeführt, bei denen die Bürger auch ein Protestvotum abgegeben haben. Heute finden Präsidentschaftswahlen in Österreich statt, und es ist durchaus möglich, dass ein bekennender Nationalist den Posten gewinnt. Obwohl das Präsidentenamt in Österreich keine erstrangige Bedeutung hat, deutet die Tatsache, dass ein extremer Nationalist an der Stichwahl teilnimmt, auf die Einstellungen der Menschen in Europa. Wie wir wissen, kam 1933 parallel zum Anfang der ätherischen Wiederkunft Christi Adolf Hitler an die Macht. Ich will keine Parallelen zu der heutigen Wahl in Österreich ziehen, denn die gegenwärtige Situation ist völlig unterschiedlich, aber eine solche Wahl kann Einfluss auf ganz Europa haben. Heute findet in Italien ein Referendum zur Verfassungsänderung statt, das auch zu einer ernsthaften politischen Krise führen könnte.

In Europa sind offenbar Desintegrationsprozesse im Gange. Doch was steckt dahinter, wohin führt das und warum reagieren die Menschen in dieser Art? Warum und in wessen Namen erheben sich die Völker? In Bulgarien war es gerade zu einer Stabilisierung gekommen und wir hatten ein Wirtschaftswachstum verzeichnet, als auf einmal bei der Wahl eines neuen Präsidenten ein unmissverständliches Protestvotum gegen die Regierenden entstand. Wir wollen auf der Grundlage der Geisteswissenschaft eine Erklärung dieser Prozesse geben, weil wir sonst in keiner Weise ihre tatsächlichen Ursachen aufdecken können.

Den Anlass zu einer Suche nach esoterischen Antworten auf diese Fragen hat mir das Interview des politischen Analysten Valentin Vazev gegeben. Er hat ein interessantes Beispiel angeführt, das ich auch benutzen werde, um meine Ansicht über die Ereignisse darzulegen. Vazev berichtete, dass Friedrich Engels seinerzeit in Amerika war und danach zu Karl Marx gesagt haben soll, wie gut er es finde, dass es in den dortigen Hotels warmes Wasser gebe. Fließend warmes Wasser in einem Hotel des 19. Jahrhunderts war in der Tat ein wahrer Luxus. Wenn es um die Industrialisierung, das Kapital und die äußere Wirtschaftsentwicklung geht, ist zweifellos Amerika mit seinen unbegrenzten Möglichkeiten, der Privatinitiative und ihren bemerkenswerten Leistungen weltweit führend. Vazev hielt es für aufschlussreich, dass Marx in seinem Bewusstsein die Industrialisierung und die materiellen Errungenschaften des menschlichen Fortschritts gemocht hat, jedoch in seinem Unterbewusstsein streng gegen das Kapital war. Bei seinem Versuch, diesen Widerspruch zu erklären, sagte Vazev, nachdem er ausführlich die Transformation des Industriekapitals in Finanzkapital besprochen hatte, dass Marx wohl ein Visionär war und die Zukunft vorausgesehen hat, wenn das Industriekapital in Finanzkapital transformiert wird. Gerade dieser Prozess hat zu der heutigen Situation geführt, wenn ein einziges Streichholz die ganze Welt zur Explosion bringen kann. Das ist jedoch nicht die wahre Ursache des Widerspruchs. Marx war kein Visionär und hat die Entwicklung nicht vorausgesehen.

Was bedeutet es, dass in seinem Unterbewusstsein ein Impuls gewirkt hat, der gegensätzlich zu seiner Anschauung über die Industrialisierung war, die er in seinem wachen Ich-Bewusstsein hatte?  Wir können uns auf die Anthroposophie stützen, die uns aufgedeckt hat, wer Karl Marx in einem früheren Leben war[1]. Im 8. oder 9. Jahrhundert war er Gutsbesitzer irgendwo in Nordostfrankreich und unternahm Beutezüge. Während eines solchen Zuges wurde sein Landgut von einem Eroberer in Besitz genommen, der ihn besiegte. Marx blieb im Landgut als Leibeigener des neuen Besitzers und schmiedete mit einem Teil seiner Leute immer wieder Pläne, wie er das Landgut zurückerobern könnte. Da dies nicht geschah, bildete sich in ihm eine negative Einstellung zum Kapital und zur Ausbeutung der Arbeiter. Im 19 Jahrhundert inkarnierte diese Person als Karl Marx und der Eroberer seines Landguts inkarnierte als Friedrich Engels. Nachdem die Stimmung aus seinem wachen Ich-Leben während des Lebens zwischen Tod und Neugeburt metamorphosiert worden war, kam sie in Marx‘ Unterbewusstsein zur Geltung. Das, was er in der Lehre des neuen Sozialismus und der proletarischen Revolution gegeben hat, ist die Frucht seiner früheren Erfahrungen. Wir sehen, wie bei Marx die Stimmung des früheren Lebens im äußeren Bewusstsein, im Denken wirkt und wie es im Unterbewusstsein, im Willen wirkt. Von der Esoterik wissen wir, dass die Impulse, die im menschlichen Willen entstehen, viel später zutage treten. Wenn etwas heute passiert, suchen wir normalerweise nach der Ursache im jetzigen Zeitpunkt bzw. in der nahen Vergangenheit. Die Ursachen des vorübergehenden Machtwechsels in Bulgarien liegen auch nicht in der unmittelbaren Vergangenheit. (Nach der verlorenen Präsidentschaftswahl durch seine Kandidatin hat Bojko Borissov den Rücktritt seiner Regierung eingereicht und es wurde eine provisorische Regierung bis zu den nächsten Parlamentswahlen gebildet, Anm. des Übersetzers). Wo können wir dann nach den wahren Ursachen des Machtwechsels suchen – in Bulgarien, Amerika und auch anderswo? Es liegt auf der Hand, dass der Wähler auch emotionale Ursachen hat, wenn er gegen jemanden abstimmt. Was sehen wir, wenn wir auf die vergangenen Ereignisse in Bulgarien zurückschauen? – Wir sehen die Regierung der dreifachen Koalition, die das Land zugrunde gewirtschaftet hat, vor ihnen den Schlaumeier und Ex-König Simeon von Sachsen und Coburg-Gotha, die betrügerische Privatisierung unter Ivan Kostov, die alptraumhafte Führung der Kommunisten Lukanov und Videnov, vor ihnen die Zeit des Kommunismus. Doch was begann für alle am Anfang des 20. Jahrhunderts?

Es begann die ätherische Wiederkunft Christi, die im menschlichen Ätherlieb vor sich geht, was eigentlich das Unterbewusstsein im Menschen darstellt. Diese Wiederkunft hat in keiner Weise das wache Ich-Bewusstsein der Menschen erreicht – in das wache Ich-Bewusstsein dringt nur das ein, was in den Fernsehsendungen besprochen wird. Wenn wir noch tiefer, bis zum physischen Leib hinuntersteigen, können wir zur Zeitenwende zurückkommen und zum Auferstehungsleib, der seit nunmehr 2000 Jahren wirkt, doch in keiner Weise an das wache Ich-Bewusstsein der Menschen kommen kann. Die Techniken, durch die die Menschen heutzutage bearbeitet werden, zielen auf ihr waches Ich-Bewusstsein, welches das reflektierende Denken darstellt und zu gefühlsbedingten Entscheidungen führt. Deshalb wird solchen Entscheidungen ein Alibi durch die Kommentare von Politologen und Soziologen ausgestellt, die die Ursachen in Fehlern von Bojko Borissov suchen oder etwa in der Tatsache, dass seine Kandidatin kein attraktives Äußeres hätte usw. Das sind aber nicht die wahren Ursachen der Ereignisse! Das, was die Menschen zum Protestvotum getrieben hat, sind die Willensimpulse, die unabhängig von dem wirken, was im reflektierenden Bewusstsein vor sich geht. Das sind mächtige Willensimpulse – der Auferstehungsleib, das das Hauptgeheimnis im Menschenleben ist, hat sich im 20. Jahrhundert mit dem zweiten großen Ereignis synchronisiert – der ätherischen Wiederkunft Christi. Im Menschen wirken auf der Stufe des physischen, ätherischen und astralen Leibes unterbewusst Impulse die die Menschen zu Protesten auf die Straßen treiben und sie zu einer logisch unmotivierten Wahl führen. Unter den Völkern beginnt ein Prozess der Hinwendung zu sich selbst, der aber äußerlich als eine Hinwendung zum Nationalen in Erscheinung tritt. Wir wissen jedoch, dass hinter allen Revolutionen Luzifer steht und dass Ahriman zum Nationalismus provoziert. Die Menschheit befindet sich im Zeitalter Michaels, wenn die Rückkehr zum Nationalen ein Atavismus ist. Da aber in den Leibern der Menschen Willensimpulse wirken, die ihre Wirkung nur sehr langsam entfalten, brechen sie sich erst heute Bahn, was dazu führt, dass sich der Mensch als Erstes an das Nationale klammert.

Es werden Angstinstinkte ausgelöst. Im Willen ist die Liebe tätig, doch ihr Gegenstück ist die Angst. Aus dem bisherigen liberalen Griff Luzifers pendeln die Menschen zu Ahrimans Griff, was zur Trennung in Nationen und Abkapselung führt. Ich möchte niemanden verurteilen, sondern lediglich feststellen, dass es ein Schwanken zwischen Luzifer und Ahriman gibt und dass das Michaelische vollkommen fehlt. Christus ist wegen des Individuums gekommen, wegen des Ich, aber der Weg zu Ihm wird uns total versperrt. Von der bisherigen totalen Aufweichung der Völker und Rassen wird nun ein Schlenker zu deren immer größerer Absonderung gemacht. Die Menschen suchen nach einer Zuflucht in überholten Formen, da sie für das Neue nicht reif sind, was sehr schlechte Folgen hat. In Russland berauscht sich die Mehrheit am Putinismus, der eine Rückkehr zum Zarismus reinster Probe darstellt. Amerika hat auf Trump gesetzt, der versprach, es wieder großartig zu machen. Da die Menschheit nicht weiß, wohin sie gehen soll, kommt es zu solchen Absurditäten.

Nun wollen wir an unser eigentliches Thema herantreten, um eine mögliche Antwort auf die Frage zu geben, wohin man gehen soll. Wie bereits in den vorherigen zwei Vorlesungen hervorgehoben, begann alles im Zyklus mit dem nichtmanifestierten Gott, der in einer Offenbarung einen Teil seines selbst zu enthüllen beschloss. Er – der Väterliche Weltengrund – setzte den absoluten Anfang, an den Er sich als Ich stellte. Dieses Ich hat die Aufgabe, die drei Hypostasen der Heiligen Trinität zur Einheit zu bringen. Christus ist die Einheit. Zuerst ist der Väterliche Weltengrund da, Er macht den Anfang und Christus übernimmt seine Manifestation in der Offenbarung in der Form der kreuzähnlichen Struktur der Welt. Christus selbst bringt die Offenbarung des Väterlichen Weltengrundes der Senkrechten entlang zur Geltung, indem Er das ewige Leben bringt, das durch alle Entwicklungszyklen geht. Der Vatergott übernimmt von Christus die Aufgabe, den Anfang der Evolution im Zyklus auf der Waagerechten zu setzen. Der Vatergott ist das Atma-Prinzip in der Heiligen Trinität und seine Bereitschaft, sich selbst wegen der Entstehung jeglicher Daseinsformen in der Zeit zu opfern, ist zweifelsohne die höchste Form des Bewusstseins des Einigen Gottes in der Offenbarung. In diesem Sinne ist der Erste Logos – der Vater – der Führer des Zweiten und des Dritten Logos in der manifestierten Offenbarung. Das Opfer bringt Er am Anfang des alten Saturn durch die Geister des Willens auf, die das von ihnen erreichte höchste Ich-Atma-Bewusstsein als eine Opfersubstanz des nichtvorherbestimmten (neutralen) Weltenfeuers ausgestrahlt haben. Der dritte Logos stellte Sich sofort als die Idee an das Ende des Zyklus auf Vulkan und indem Er auf diese Weise diese Grenze zog, ging Er der Substanz entgegen. Aus der Begegnung im Sohn-Leben kamen durch eine Metamorphose die Bewusstseinsformen im Zyklus hervor. Aus der Wechselwirkung dieser drei Weltenstrahlen bzw. Weltenprinzipien entstand auch der erste Keim des Menschenwesens – jene Wärmemonade, der gegen Ende des alten Saturn die Geister des Willens ihr Atma als den Geistesmenschen einprägten.

Der Geistesmensch ist ein bewusstes Allbewusstsein, aber dieses wurde von der Monade mit einem Null-Selbstbewusstsein wahrgenommen, also als ein unbewusstes Allbewusstsein. Es stand die gigantische Evolution bis zum Vulkan bevor, wenn der Geistesmensch durch Verinnerlichung vom Menschen als ein bewusstes Allbewusstsein belebt werden soll. Der Geistesmensch wurde zum A und O unserer ganzheitlichen Gestaltung durch die Hierarchien. Auf ihn hat Christus das Leben und den Ausbau des Weltalls sowie bis zu einem bestimmten Grad auch deren Überführung in den nächsten Zyklus des Heiligen Geistes errichtet.

Die auf dem alten Saturn entstandene Monade war die erste Manifestation des physischen Prinzips (Atma) des Vaters in der Zeit, und sie schenkte den ersten Keim des menschlichen physischen Leibes mit der reinsten Bewusstseinsform – das war die Phantom-Leibform mit dem Trancebewusstsein.

Der alte Saturn war eine Art Wiederholung des vorherigen Zyklus des Vaters, der durch eine Metamorphose in das große Pralaya übergegangen war. Logischerweise lebten auch die Wesen auf dem alten Saturn ein Leben, das mit dem vorherigen Zyklus in einer bestimmten Art zusammenhing.

Doch das Atma, das vom Vater über die Geister des Willens ausgestrahlt wurde, sollte auch das Leben des neuen Zyklus des Sohnes erlangen. Deshalb sandte der Erste Logos den Zweiten Logos in die Welt, damit dieser seiner Wirkung auf der alten Sonne vorauskommt. Der Zweite Logos konnte diese Aufgabe erfüllen, nur weil Er in der gleichen Zeit auch vom Väterlichen Weltengrund herabgesandt wurde als Träger des makrokosmischen Ich-Prinzips, des Gottes-Ich, der die drei Hypostasen zur Einheit bringt. Vom Sohn kamen über die Geister der Weisheit das Buddhi-Prinzip und der Ätherleib für die Monade, und das ist das eigene Leben des Zyklus, das auf der Waagerechten verläuft. Christus bringt als Ich-Buddhi das ewige Leben vom Väterlichen Weltengrund auf der Senkrechten.

Nach der Verbindung mit der Wärmesubstanz auf dem alten Saturn, nahm der Geistesmensch seine Entwicklung zusammen mit ihr auf und nahm auch die Hierarchien auf dem Weg der ersten Intention mit – das war eine Erhebung durch den Hinunterstieg der Schöpfung. Dabei bilden sich die Leiber allmählich aus und entfernen sich von der Urquelle, da der Mensch im Erdenäon Selbstbewusstsein erlangt hat. Das ist die grundlegende Intention, die mit dem neutralen Weltenfeuer startet und von Gott persönlich stammt. Ihr Hauptvertreter im Zyklus ist der Vater und sie wird durch die Geister des Willens durchgesetzt.

Der Endpunkt dieser Intention war nicht vorbestimmt, d.h. es war nicht bekannt, wie weit die Herausbildung von Formen durch das unvorbestimmte Weltenfeuer kommen würde. Doch es gibt auch eine zweite Intention, eine Sonnenintention, deren Träger Chrisus ist. Bei ihr streben die Leiber ständig nach einer Erhebung zur Ich-Bewusstseinsstufe. Das ist etwa die Art des Aufstiegs der Hierarchien. Indem sie sich vor den tieferstehenden Wesen opfern, „entleeren“ sie ihr Bewusstsein und in dieses „ergießt sich“ das Bewusstsein eines höherstehenden Wesens. Dadurch steigen sie auf. Auf der alten Sonne hat das Ich-Atma der Geister des Willens die Form der Ich-Buddhi der Geister der Weisheit angenommen (ist in sie hinuntergestiegen) und damit hat es das Leben des Zyklus erlangt. Auf dem alten Mond ist das Ich-Atma in das Ich-Manas der Geister der Bewegung hinuntergestiegen, von denen wir eigene Astraleiber erhalten haben und das Leben des Zyklus hat sich „spezialisiert“, wobei psychisches Leben entstanden ist.

Hier müssen wir etwas Wichtiges präzisieren: In einem seiner Notizbücher hat Steiner aufgeschrieben: „Gott als Vater liegt dem physischen, Äther- und Astralleib zugrunde, Gott als Sohn liegt dem Äther- und Astralleib zugrunde und Gott als Heiliger Geist liegt dem Astralleib zugrunde“.[2] Aus diesen Worten Steiners folgt, dass der Äther- und Astralleib, in denen der Vater wirkt, sich von denjenigen unterscheiden, in denen der Sohn wirkt. Der Astralleib enthält auch eine dritte Gestalt, in der Gott als Heiliger Geist wirkt. Neben der Tätigkeit des Vaters, die weiterging, haben der Sohn und der Heilige Geist auf der alten Sonne und auf dem alten Mond ihre Natur in den Äther- und Astralleib angelegt. Damit ist die Wirkung der zweiten Intention in diesen Leibern präsent. Trotzdem war das Prinzip des Vaters mit seiner ersten Intention über den Sohn und den Heiligen Geist vorherrschend, was dazu führte, dass der physische Leib den Äther- und Astralleib unterdrückte. Dieses Vorherrschen übertrug sich auch auf den Äon der Erde, als der Mensch einen komplizierten physischen Leib als eine Summe von vier Elementen ausarbeitete, die von den vier Ätherarten belebt wurden. Der Leib erlangte auch ein selbständiges Dasein – ein eigenes organisches und seelisch-geistiges Leben. Von der alten Einheit im Ich von den Formgeistern, die für die ganze Menschheit galt, kam es zu einer für den Leib inneren Einheit im Ich des Menschen. In diesem komplizierten Gebilde wirkte das Atma in seinen drei Formen, die es angenommen hat, als es dem physischen Leib auf dem Weg der Wärme nach unten folgte. Doch nachdem die Einheit des Leibes auf das Ich übertragen wurde, geriet das Atma im Menschen unter den Einfluss der dritten – der mondischen – Intention des Zurückbleibens. Wie und wann ist diese Intention entstanden?

Das Zurückbleiben existiert in zwei Varianten – als Zurückbleiben der Substanz und des Bewusstseins der Ich-Wesen. Die Substanz begann sich bereits auf dem alten Saturn mit dem Entstehen der Wärme zu entwickeln, doch ein zurückbleibender Strom der Evolution hat sich wesentlich am Ende des Äons der alten Sonne herausgebildet, als ein Teil der saturnischen menschlichen Monaden keinen Ätherleib in sich aufnehmen konnten. Ihr höheres Urbild – das Atma – ist nicht in die Entwicklung hinuntergestiegen, sondern das Urbild des Atma auf dem alten Saturn – die reine Wärme – hat einen äußeren Träger erhalten – die Luft. Dieser Prozess charakterisierte sich mit einem ahrimanischen Charakter und führte zur Entstehung der Tiere. Die Tiere sind jene auf der alten Sonne zurückgebliebenen Monaden, die ihre Ätherleiber auf dem alten Mond und die Astralleiber im heutigen Äon erhielten. Ein anderer Teil der menschlichen Monaden vom alten Saturn sind auch während der alten mondischen Zeit zurückgeblieben und haben ihren Ätherleib erst im Erdenäon erhalten. Das sind die Pflanzen. Die Mineralien sind bis heute nicht in den Rhythmus des Lebens (des Ätherischen) des Zyklus eingegangen. Sie haben ein Null-Selbstbewusstsein und werden erst auf dem zukünftigen Jupiter das Zurückbleiben überwinden. Ihre ahrimanische Seite im Erdenäon drückt sich in der Erstarrung aus, in der Grobheit, im fehlenden Verhältnis zum Leben. Ihre luziferische Seite kommt in ihrer reinen Schönheit zum Ausdruck, die eine Folge des luziferischen Blicks zurück zum alten Saturn und zur Ewigkeit ist. Sofern diese Ewigkeit zur ersten Hierarchie zurückzuführen ist, die das Ich der Mineralien trägt, drückt sie sich in ihren erhabenen Formen, in der ästhetischen Wirkung auf die Seele, in ihrer heilenden Wirkung aus.

Als Resultat der dritten Intention, die im ahrimanischen Sinne in Erscheinung tritt, sind die Naturreiche die drei großen Opfer, die die Substanz im Namen des Menschen aufgebracht hat. Der Mensch ist ihr Schuldner bis zum Ende des Zyklus, denn sie sind das Fundament, in dem wir uns spiegeln, um uns selbst als selbständige Ich-Wesen mit freiem Willen zu erleben. Obwohl unsere Freiheit nur ein Ebenbild der Freiheit des Väterlichen Weltengrundes darstellt, ist sie unser großes Privileg, auf das wir uns beim Aufbau der grandiosen Zukunft stützen können, die uns erwartet.

Unter manchen Wesen der dritten Hierarchie ist ein Zurückbleiben des Bewusstseins festzustellen, das auch auf dem alten Saturn mit jenen Geistern der Persönlichkeit begonnen hat, welche ihre Aufgaben im Hinblick auf das Ich nicht lösen konnten. Nach der Metamorphose des alten Saturn in einem Pralaya herrschten im Äon der alten Sonne neue Entwicklungsgesetze und die auf dem alten Saturn gescheiterten Wesen unterschieden sich von den Wesen, die ihre Aufgabe erfüllt hatten. Hier beträgt das Zurückbleiben eine Stufe und wenn die Wesen dies nicht durch eine beschleunigte Entwicklung nachholen, werden sie luziferisiert. Eine solche Art des Zurückbleibens ist auch in der zweiten Hierarchie festzustellen und sogar in der ersten, doch hier ist das Zurückbleiben auf ein Opfer wegen der Evolution zurückzuführen. Dagegen liegt bei der dritten Hierarchie ein tatsächliches Zurückbleiben vor, was ein Phänomen unseres Zyklus und nicht des vergangenen Zyklus ist. Die dritte Intention ist eine Folge der ersten, die von dem Väterlichen Weltengrund kommt. Also können wir eine gewisse Vorbestimmtheit im Zurückbleiben der dritten Hierarchie wegen der Verführung des Menschen feststellen. Das tritt in zwei entgegengesetzten Arten auf. Die luziferischen Wesen führen uns zurück zur Vergangenheit und zu den geistigen Höhen hinauf. Sie haben die Absicht, die Ewigkeit in den Augenblick (in die Zeit) hineinzutragen. Sie wollen dem Menschen zu viel Ewigkeit geben und führen ihn zu dem großen Pralaya – dem Mahaparinirvana. Eine solche Transformation kann kein einziger Mensch ertragen, selbst im Augenblick des Todes nicht.

Deshalb hat das Verleihen von zuviel Geist-Ewigkeit eine entgegengesetzte Wirkung und statt sich emporzuheben, bindet sich der Mensch an die tote Materie, in der die ahrimanischen Wesen herrschen. Sie wollen dem Augenblick Ewigkeit verleihen („Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön!“, „Faust“ I) und führen den Menschen vorwärts und abwärts, indem sie seine bisherige Evolution streichen und eine neue beginnen, die vollkommen auf dem irdischen Mineralreich gegründet ist.

Der alte Saturn nahm seine Entwicklung auf der Grundlage des Atma der Geister des Willens auf und Ahriman weiß, dass früher oder später alles Mineralische verschwinden wird. Damit dieses Mineralische weiter vorwärts und abwärts geht, will er das Leben mithilfe des Menschen beherrschen und dieses Leben dem Mineralreich geben. Sollte ihm das gelingen, würde ein mechanisches Universum entstehen, eine Welt der Maschinen, mit denen der Mensch unumkehrbar verbunden ist. Die Pflanzen und Tiere würden aus dieser Beziehung ausgeschlossen sein. Bisher erscheint eine solche Entwicklung unmöglich, da der Zugang zum Lebensäther im Ich abgeschnitten wird. Wenn der Mensch das Leben aufsucht, erhebt er sich mit dem Ich zum Reich der Engel, in dem Ahriman keine Macht besitzt. Er herrscht in den unterphysischen Reichen, wohin er auch die Menschen antreibt, um dort das Leben aus dem Geistesmenschen zu rauben. Könnte das wirklich gelingen? Und wenn ja, welche Folgen würde das für solche Personen in den nächsten Äonen haben? Diese Frage müssen wir sehr ernst nehmen, wenn wir die Bedeutung des Geistesmenschen für die Erfüllung der Ziele im ganzen Zyklus des Sohnes bedenken. Mit der Inkarnation Ahrimans gewinnt diese Frage an noch mehr Wichtigkeit. Wie verhält sich diese Gefahr zum Auferstehungsleib?

Es ist deutlich, dass die Entstehung des Mineralreichs von entscheidender Bedeutung für das Auftauchen des menschlichen Selbstbewusstseins ist – es geschah wegen der Überlegenheit der ersten Intention über die zweite, was eine dritte Intention hervorgebracht hat. Zur Mineralisierung der saturnischen Wärme hat auch der Sündenfall eine große Rolle gespielt. Luzifer hatte vor, den Menschen durch das Phantom zu einer Bewegung des Heiligen Geistes von der Zukunft zur Vergangenheit zu führen, indem das Dasein im Erdenäon nur leicht gestreift wird und der Mensch sich sofort zum Manas erhebt. Auf diesem Weg wären wir unsichtbare Übermenschen geworden, ohne dass wir eine Seelenentwicklung durchgemacht und ein Ich erlangt hätten. Steiner nennt einen solchen Menschen einen „korrumpierten Engel“, der anstatt zum Jupiter zu einer Art Mond übergehen würde.

Dagegen sah Jahves Plan etwas anderes vor. Am Anfang hat Jahve den Erdenmenschen in Form einer menschlichen Individualität erschaffen, deren Prinzip der Einheit der drei Leiber sich in Jahves Ich-Bewusstsein befand. In der lemurischen Zeit hat er aber dieses Prinzip in die innere Leiblichkeit des All-Menschen eingeführt, was das Beschenken der Menschheit mit einem eigenen Ich bedeutete. Die Wesen der dritten Hierarchie begannen an dem Ich zu arbeiten und es zu personalisieren, was später zur Entstehung der Rassen, Völker usw. führte, die auch ein äußeres Prinzip der Einheit hatten. Luzifer wollte das alles nicht, doch mit der Versuchung hat er die Sinnesorgane für die Außenwelt geöffnet. Der Mensch begann, sich nach Eindrücken von dieser Welt zu sehnen und das äußere Prinzip der Einheit hat sich drinnen in der Leiblichkeit abgespiegelt. Deshalb entstand das niedere Ich, Luzifer hat das ungewollt bewirkt. Er hat mit einer solchen Folge der Individualisierung nicht gerechnet. Ahriman hat als Luzifers Karma den Prozess vertieft, indem er das Phantom mit Stoff gesättigt hat und uns zu jenem Verstand geführt hat, bei dem das Wissen über die Außenwelt und über uns selbst abhanden kam. Anstatt zur luziferisierten Sphäre des Manas, bewegte sich der Mensch zu den unterphysischen Welten Ahrimans. Luzifer hat diesen ganzen Prozess in Gang gesetzt, als er verführend im Astralleib vom Vater wirkte, in dem die zweite Intention fehlt. Sie war im Astralleib des Sohnes und im Astralleib des Heiligen Geistes, doch auch dort war die erste Intention vorherrschend, die mit dem Prinzip des Vaters zusammenhängt. Dieses Prinzip hat den Menschen zum Gruppenbewusstsein geführt, aber das Zentrum dieses Bewusstseins konnte nicht in die sinnliche Realität übergehen. Im Laufe der Evolution haben der Sohn und der Heilige Geist das Gruppenbewusstsein zerkleinert und das Bewusstsein wurde für jeden Menschen individuell. Dieser Prozess fand allerdings im absteigenden Evolutionsstrom statt und deshalb haben sich die beiden Hypostasen beim Hinunterstieg bis zur sinnlichen Realität zurückgezogen und das menschliche Bewusstsein begann, von der toten Widerspiegelung bedient zu werden. Dieses entstand aus der „Verhärtung“ der Gesetze des physischen Leibes in der Sphäre des Materiellen und seiner Macht über die feinen geistigen Gesetzmäßigkeiten der Äther- und Astralleiber. Dem Form-Leib haben sich die menschlichen Gedankenformen widersetzt. Die Idee der Welt hat sich im Menschen sich selbst widersetzt. Der Form-Leib hat mit schnellem Tempo Materie in sich aufgenommen und begann auszuarten. Die Realität im Weltall sind die Formen der Substanz und selbst wenn sie kein Bewusstsein haben, bewirken sie trotzdem Handlungen. Aber dann fehlen in ihnen die zurückbleibenden Wesen und es entsteht eine Form, in der fehlt die Harmonie der Wechselwirkung zwischen den drei Weltenprinzipien  – Idee, Substanz und Leben – und der drei Hypostasen der Heiligen Trinität. In der komplizierten Zusammensetzung der drei menschlichen Leiber hat sich das Phantom mit dem Produkt des Zerfalls der Dreieinigkeit im Menschen verbunden – mit der Aschenbildung. Dabei sollte das Phantom zusammen mit dem Ätherleib von der Erdenevolution (in der die erste Intention ihr Ende erreicht hat) zur zweiten Intention der Erhebung der Senkrechten entlang übergehen. Die Asche ist die tote Endform der Substanz, in der das Leben des Väterlichen Weltengrundes vom Vater über die Substanz vermittelt zu Tod wurde. In der Asche fehlt das Leben, es fehlt die Kraft der Metamorphose. Hierher reichte das Urfeuer der Substanz vom alten Saturn und die Wärme können wir im irdischen Feuer finden.

Das Atma-Bewusstsein sollte ebenfalls eine Metamorphose erleben, von der ersten Intention befreit werden und zur zweiten übergehen. In der Sphäre der Hierarchien metamorphosierte sein Hinunterstieg ohne Rest und ohne Schäden in eine Erhebung, denn das göttliche Bewusstsein steigt strukturiert in die Hierarchien hinunter, um sie als eigene Elemente zu höheren Bewusstseinszuständen zu erheben. Bei einzelnen Wesen der dritten Hierarchie lag das Zurückbleiben am Hinunterstieg des Menschenreichs und hatte die Tendenz der Unumkehrbarkeit. Bei dem Menschen und den Naturreichen hat der Hinunterstieg unerhörte Tiefen erreicht. Dabei wurde das Leben schwächer, die Idee hat sich differenziert und die Substanz materialisiert. Es entstanden Systemobjekte ohne innere Einheit. Der Prozess hat bereits auf dem alten Saturn begonnen und seitdem strebt das Universum mit seiner ganzen Kraft danach, den Objekten, die in den sinnlich-materiellen Teil des Weltalls übergegangen sind, ein immanentes Prinzip der Einheit zu verleihen. In den menschlichen Monaden geschieht das mit dem vierten Wesensglied des dreifachen Leibes – dem Mineralleib. Im Mineralleib sind die Kräfte konzentriert, die dem materiellen Weltall eine innere Einheit verleihen. Aber diese Einheit ist der Gegensatz der äußeren übersinnlichen Einheit.

Das Atma wirkt auch in diesem vierten Wesensglied des Menschen, in dem es aber weder Leben noch Manas-Bewusstsein gibt. Deshalb gerät das Atma in ihm unter die Abhängigkeit vom Mineralischen, von den unternatürlichen Kräfte, was Schäden im Phantom verursacht hat- das Phantom hat die Zerfallprodukte der Dreieinheit (Atma, Buddhi und Manas) in sich aufgenommen.

Andererseits kam es zum wachen Ich-Bewusstsein im Erdenäon gerade wegen der Bindung des Atma (des Geistesmenschen) an sein Gegenstück – die Wärme –, die im Laufe der Entwicklung geschah. Das entstandene Ich ist der Gegensatz zum Atma, doch es ist immerhin ein eigenes Prinzip der Einheit. Hier entsteht die Frage, wie das Ich-Bewusstsein sich zum Ich erheben soll, das unser Schutzengel bewahrt? Das Manas des Engels als eine Bewusstseinsstufe ist dem Ich (Geistselbst) des Menschen ähnlich, aber es hat eine andere Form, da der Engel keinen physischen Leib und kein Ich braucht, um das Manas zu erlangen und zu verinnerlichen. Beim Menschen sollte die Wende von der ersten zur zweiten Intention im Ich in der sinnlichen Realität des Daseins erfolgen, denn das Wesen der zweiten Intention manifestiert sich im Wachsen des Ich-Bewusstseins. Die eine Methode, die hauptsächlich im Osten praktiziert wird, bedient sich der Auslöschung des Ich, das der Gegensatz des göttlichen Bewusstseins ist. Das geschieht bei den Menschen, die Luzifer folgen. Die Rückkehr des Atma aus der Sphäre des Nichtdaseins zu der zweiten Intention sollte aber nicht einfach durch die Auslöschung des Ich erfolgen, sondern den Charakter einer Metamorphose tragen, einer Vereinigung des Nichtdaseins mit dem Dasein. Da die Intentionen der Entwicklung vom Väterlichen Weltengrund kommen, konnte die Änderung für das Atma in der physisch-sinnlichen Realität nur von dort kommen, indem der Zweite Logos – der Gott-Sohn – herabgesandt wurde. Das ist Christus als die Einheit des Väterlichen Weltengrundes im Zyklus, als das makrokosmische Ich des Väterlichen Weltengrundes, das die drei Hypostasen zu einer Einheit im Zyklus des Sohnes bringt, wobei Christus eine dieser Hypostasen ist – das Buddhi-Prinzip. In der Manifestation des Buddhi-Prinzips sieht man am besten den Unterschied zwischen dem Sohn und Christus. Als das Atma unter die Abhängigkeit vom physisch-mineralischen Leib geriet, reichten die Kräfte der Sohnes-Buddhi nicht, um die Intention zum Atma zu wenden und Er richtete die Substanz zum Vater zurück. Der Sohn brauchte das auch nicht zu tun. Der Mensch unterscheidet sich aber wesentlich von den Hierarchien und die Rückkehr des Lebens in die Substanz konnte daher nicht von der Buddhi des Sohnes ausgehen, der das Leben des Zyklus ist, sondern von der Buddhi des Christus, der das Leben des Väterlichen Weltengrundes ist – das ewige Leben, das nur als Ich und im Ich manifestiert ist. Diese Ich-Buddhi trägt beide Intentionen in sich und konnte als einzige die Wende der Intentionen im Menschen vornehmen. Die Sonnenintention steht grundsätzlich über der Zeit, aber sie hat immerhin nicht nur einen Opfercharakter, sondern hängt mit der physisch-sinnlichen Realität zusammen, damit die Hierarchien sich in ihr wegen der eigenen Entwicklung spiegeln können. Am Anfang des Alten Testamentes ist davon die Rede, dass Gott etwas getan hat und „gesehen hat, dass es gut ist“, d.h. Er hat sich selbst in der Schöpfung gesehen, auch wenn diese physisch-sinnlich und das Ergebnis der ersten Intention war. Der Vater hat den Sohn bis zur Schwelle der Sinneswelt begleitet, doch in die Sinneswelt hat der Väterliche Weltengrund den Sohn als Christus geschickt. Auf dem alten Saturn hat der Vater den Sohn-Christus vorgeschickt, der dem Vater auf der alten Sonne vorauskommen und dem Zyklus Leben verleihen sollte, doch in unserem Äon wurde das Leben im Werk des Vaters zum Tod. Im Erdenäon hat nun Christus wieder den Vater überholt, aber Er wurde vom Väterlichen Weltengrund herabgesandt, um das Atma vor dem Absturz in die Aschenbildung zu retten und sein wahres Bild vom Anfang des Zyklus – das Bild des Vaters – zurückzugeben. Statt der Buddhi, die die Cherubim dem Menschen auf der alten Sonne einprägten, um nicht nur das Leben, sondern das Leben des Ich im Ätherleib (durch die Geister der Weisheit) zu schenken, sollte nun Christus selbst als Ich-Buddhi in die drei Hüllen eines Menschenwesens eintreten. Wie hat Er das gemacht?

Im Menschen wirken Äther- und Astralströme, die auch zum Kopf führen. Aus ihrer komplizierten Wechselwirkung entsteht im Kopf ein Tor von der sinnlichen zur übersinnlichen Welt. Dieses Tor hat Christus passiert, um in Jesus bei der Jordantaufe einzutreten. Er wurde von der „Taube“ getragen, die Johannes imaginativ gesehen hat. Was hat es mit dieser „Taube“ auf sich?

Der Mensch stellt eine Lemniskate dar, deren Schnittpunkt das Ich bildet. Von oben – vom Welten-Allbewusstsein herab – wirkt über die Seele auf die Leiber eine dritte Hierarchie mit dem dreieinigen Geist (Manas, Buddhi und Atma) und von den Leibern hinauf über die Seele wirkt der von uns nicht wahrgenommene dreieinige Geist, der durch die Geister der Bewegung, der Weisheit und des Willens personifiziert wird. Bei der alten Einweihung konnte der Mensch nicht das Problem des Übergangs durch den Schnittpunkt der Lemniskate vom niederen Ich zum höheren Ich lösen, ohne das niedere Ich auszulöschen. Wir hatten auch nicht den geeigneten physischen und ätherischen Leib, die ohne Hilfe von außen die Durchdringung mit dem Ich und die nachfolgende Erweiterung zum Makrokosmos überlebt hätten. Der Eingeweihte konnte sich an die Erlebnisse in der Geisteswelt erinnern, doch er konnte sie nicht als Begriffe in den physischen Leib zurückbringen. Er läuterte seinen Astralleib wegen der Aufnahme der alten Weisheit und wegen dessen Umwandlung in das Geistselbst, doch mit dieser Weisheit konnte die Buddhi nicht beherrscht werden. Als Teil der Sonnengemeinschaft der Elohim umhüllte die Buddhi astralisch jeden Menschen, ohne auf den physischen Plan herunterzusteigen und sich mit dem Menschen zu verbinden. Dadurch verfiel der Mensch unter die Wirkung der Kräfte, die den Tod des physischen Leibes bringen. In Jesus war das höhere, entwickelte Geistselbst Zarathustras, das im Jordan das makrokosmische Ich aufgenommen hat, welches die Buddhi des Christus trug. Dieses Ich belegte den Platz des Ich Zarathustras in Jesus und trat in die Iche aller Menschen ein. Damit ein solcher Wandel geschehen kann, sollte der Mensch seine Ich-Entwicklung zumindest teilweise zurückgelegt haben und ein niederes Ich besitzen. Der Astralleib Jesu war das Ergebnis der ersten Intention und der Wirkung des vom Vater herabgesandten Heiligen Geistes in die Welt. Nun trat in diesen Leib der vom Väterlichen Weltengrund über Christus herabgesandte neue Heilige Geist als das Geistselbst Christi. Die Ich-Buddhi Christi wurde von den Sonnenelohim getragen, die den neuen Heiligen Geist in der zweiten Hierarchie vertreten und bei der Inkorporation des Christus in Jesus Hilfe geleistet haben. Der Heilige Geist hat Christus in Jesus „geboren“, ihn hat Johannes in der Gestalt einer Taube gesehen. Dieser Geist bringt neue Weisheit, die individualisierend, ich-bildend im Menschen wirkt. Nur er konnte beim Herabstieg des makrokosmischen Ich in Jesus Hilfe leisten. Er ist die neue Idee von der Welt. Damit dieser Idee ein Weg zur Substanz im Astralleib gebahnt werden konnte, hat Christus auch seinen Lebensgeist in den Heiligen Geist eingebracht. Auf diese Weise hat der Astralleib Jesu die Sonnenintention in sich aufgenommen, die die Oberhand über die erste Intention gewinnen sollte.

Was den Ätherleib Jesu betrifft, so war das die nathanische Seele, die vor dem Sündenfall und der Ich-Entwicklung aufbewahrt wurde (ausgenommen der 30 Jahre bis zur Jordantaufe). Nun richteten sich auf sie der neue Heilige Geist und die Ich-Buddhi des Christus selbst mit ihrer ganzen individualisierenden Macht. Christus hat den Ätherleib Jesu zu einer Einheit mit seinem Lebensgeist gemacht, indem Er sich sogar mit dem Prinzip des Vaters vereinigte, der in Ihm wurzelt. Das ist eigentlich die Substanz. Indem sich Christus mit der Substanz vereinigte, wurde Er zum eigenen Lebensgeist für Jesus (für die nathanische Seele), denn nur ein eigener Lebensgeist konnte die Zerstörung des Phantoms und die Beschädigung des Atma aufhalten, die durch die Individualisierung des Menschen hervorgerufen wurde. Die Rettung des Phantoms, des Geistesmenschen, war das Hauptziel der Menschwerdung Gottes im Zyklus. Indem Christus in die Evolution des Zyklus eintrat, nahm Er für sich das Atma (den physischen Leib) von den Geistern des Willens auf, das der physische Leib der Welt ist. Für Christus ist das Atma der Geister des Willens eine aufopfernde Aufnahme eines niedrigeren Bewusstseins im Vergleich zu seinem eigenen Bewusstsein. Das Atma der Willensgeister schließt die Kraft der ersten Intention ein und das gleiche Atma als Leib des Christus schließt auch die zweite Intention ein. Das Atma Christi übt einen Einfluss von der Sonnenevolution auf die Erdenevolution aus und hat nicht die Aufgabe in diese herunterzusteigen. Deshalb sagte Steiner, dass Christus beim Herabstieg auf die Erde kosmisch für die Sonne gestorben ist, auf der Er seinen Geistesmenschen zurückgelassen und auf der Erde den Geistesmenschen (das Atma) von den Willensgeistern aufgenommen hat. Das Atma kann bis zum physisch-mineralischen Leib des Menschen heruntersteigen, da in ihm die erste Intention wirkt. Die Sonne ist die Buddhi-Sphäre und mit Rücksicht auf die Buddhi hat Christus mit seiner Hypostase zu tun. Wenn diese Buddhi sich für die Evolution öffnet, befinden sich Christus und der Gott-Sohn in Einheit. In ihrem Wesen sind sie eine Einheit, die sich in zwei verschiedenen Aspekten manifestiert. Christus ist das Leben, die Substanz und die Idee der Welt, die Formen dieser Welt, aber Er ersetzt keine der Hypostasen. Als die Einheit der drei Hypostasen in der Evolution ist die Buddhi Christi etwas anderes als die Buddhi des Gott-Sohnes. Die Artus-Ritter haben vor dem Mysterium von Golgatha die Buddhi des Gott-Sohnes in der Erdenaura kontempliert. Die Ich-Buddhi des Christus begann sich in Jesus zu verinnerlichen und hat eine radikale Wandlung im Menschen hervorgerufen. Der Mensch muss bis zum Vulkan das Gleiche mit sich selbst erreichen, was Christus in weniger als drei Jahre geschafft hat!

Was hat Christus im Menschen bewirkt? Wir haben bereits erwähnt, dass der höhere Geist im Menschen in der Dreieinheit von Manas, Buddhi und Atma zu finden ist, die aber auf der Stufe der dritten Hierarchie projiziert werden. In unseren Leibern existieren auch Abdrücke als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch. Dessen ist aber der Mensch nicht bewusst, da er sich dazu mit seinem Bewusstsein zu Gebiet des höheren Devachan, der Fixsterne und sogar jenseits der Fixsterne erheben müsste. Als Christus mit seinem Ich von „seinem“ Devachan herabstieg, hat Er zuerst die Sonnensphäre in der planetarischen Erdensphäre verinnerlicht und sie damit unseren dreigliedrigen Leibern näher gebracht. Bis dahin war unser dreigliedriger Leib als Mikrokosmos nur ein Spiegelbild unseres dreigliedrigen Geistes als Makrokosmos, nun hat Christus Manas, Buddhi und Atma zu inneren Prinzipien im Menschen als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch gemacht, anderenfalls wären wir keine individuellen Wesen geworden. Christus hat die Gesetzmäßigkeiten des höheren Daseins in den Menschen eingetragen und ihn zu einer komplizierten mikro-makrokosmischen Konfiguration aus bereits unterschiedlichen Leib, Seele und Geist gemacht. Mit der Verinnerlichung unseres dreifachen Geistes hat Christus in uns „das Reich Gottes“ verinnerlicht, d.h. den Evolutionszyklus in seiner Ganzheit. Was uns von außen beeinflusste, konnte bei einer entsprechenden geistig-seelischen Arbeit seitens des Menschen als Offenbarungen in seinem Bewusstsein wirken, doch vorläufig nur als Potenz, als ein Samen, der langsam zu gigantischen Größen anwachsen wird. Das Einsäen des Samens geschah mit dem Christus-Impuls, der an Pfingsten mit dem neuen Heiligen Geist kam. Künftig soll er durch das Christus-Ich aufgezogen werden und zur Verwandlung durch den Menschen der drei Leiber in Ich-Geistselbst, Ich-Lebensgeist und Ich-Geistesmensch beitragen. Auf diese Weise wird der Mensch in sich ein Ebenbild des dreieinigen Gottes (Manas, Buddhi und Atma) realisieren, er wird in sich Gott verinnerlichen, denn Gott selbst hat das In Jesus mit seinem makrokosmischen Ich gemacht, und zwar in der sinnlich-physischen Realität.

Das Golgatha wird auf der Erde existieren, selbst wenn der Mensch nicht heruntergestiegen wäre und den Tod nicht kennengelernt hätte. Die Befreiung des Atma durch das unsichtbare Phantom hätte auch ohne Golgatha stattgefunden, aber Golgatha sollte stattfinden, da dieses Ereignis nicht nur für die Befreiung des Atma von der Materie eine Rolle spielt, sondern auch für die Reifung des Geistesmenschen im Menschen als eine höhere Hülle, in der aus dem Christus-Opfer etwas völlig Neues entstehen wird. Dazu hat sich die irdische Inkarnation des Christus als die beste unter vielen Varianten erwiesen. Was ist dieses Neue?

Wenn wir sagen, dass Christus von „seinem Devachan“ herabgestiegen ist, so ist das die Sphäre, von der aus sich die göttliche Trinität in Ihrer Wesensgleichheit zu manifestieren beginnt, wo die Trinität mit ihren drei Hypostasen wesensgleich, nicht hierarchisch ist und der Väterliche Weltengrund ihre innere Einheit herstellt, die mit der äußeren Einheit der Offenbarung identisch ist. Das ist der Zustand des göttlichen Bewusstseins im großen Pralaya, der in der Mitte des Erdenmanvantara manifestiert wurde, wobei die innere Einheit dieses göttlichen Bewusstseins Christus und gleichzeitig der Väterliche Weltengrund waren. Es ist bei der Jordantaufe etwas Einmaliges geschehen – in den Augenblick der Zeit wurde die Ewigkeit hineingetragen und ein Mensch – Jesus aus Nazareth – hat sie auf sich genommen. Doch im Unterschied zu den luziferischen Wesen hat Christus den Menschen nicht zur Vergangenheit, sondern zur Zukunft umgewendet, indem Er für uns völlig andere Wege abzeichnete. Sie werden gleichsam in einem neuen Äon verwirklicht werden, denn durch das Mysterium von Golgatha hat Christus den Erdenäon in zwei Teile geteilt, die keine Gemeinsamkeiten miteinander zu haben scheinen. Die Hauptgesetze der beiden Teile unterscheiden sich voneinander, so wie sich die Gesetze in zwei Äonen voneinander unterscheiden. Mit seiner Ich-Buddhi hat Christus den physischen Leib Jesu durchzogen und das Grundgesetz des Atma aufgehoben, d.h. Er hat von diesem Gesetz die Kraft der ersten und dritten Intention aufgehoben, unter die es geraten war. Mit den Worten „Es ist vollbracht!“ ist das Atma in die Wirkungssphäre des Lebensgeistes Christi geraten – in die zweite Intention. Am dritten Tag hat sich aus dem Grab das Phantom des physischen Leibes des Menschen erhoben und ist im Lebensgeist Christi auferstanden. Nicht der mineralische Gehalt oder der physische Leib wurden ätherisch, sondern die Auferstehung hat den physischen Leib zu einer Stufe geführt, auf der das Atma im Lebensgeist wirkt, genauer gesagt ist der Geistesmensch in Christus-Jesus auf der Stufe des Lebensgeistes auferstanden. Das Wesen des physischen Leibes – das Phantom – wurde zur Stufe des Ätherleibes erhoben, denn Christus ist nicht der Vater und Er konnte nicht einfach als Geistesmensch auferstehen. Das hätte die Verinnerlichung der unausgesprochenen Einheit des Väterlichen Weltengrundes bedeutet und diese Aufgabe besteht in unserem Zyklus nicht. Indem Christus das Atma in seinem Lebensgeist (in seiner Buddhi) auferweckte, hat Er sie zur inneren Einheit im Rahmen des phänomenalen Universums gebracht, zur Einheit im menschlichen Auferstehungsleib. Eigentlich hat Christus den Geistesmenschen auferweckt und nicht das Atma, deshalb ist der Geistesmensch das neue Wesensglied des Menschen – der unverwesliche Leib. Das Atma als Prinzip ist uranfänglich im Väterlichen Weltengrund vorhanden und wird „danach“ im Vater vertreten bzw. später als Opfer am Anfang des alten Saturn durch die Throne manifestiert. Als Christus in Jesus eintrat, hat er die Prinzipien Manas, Buddhi und Atma im Menschen verinnerlicht und seitdem können sie im Besitz des Menschen – falls er denn seine Aufgabe meistert – als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch sein. Christus hat in Jesus das vermenschlichte Atma, d.h. das zum Geistesmenschen gewordene Atma auferweckt und es in den unverweslichen Leib verwandelt – das höchstmögliche „Produkt“ im ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus. Christus hat das Phantom in seiner ursprünglichen Reinheit, Vollkommenheit und Glorie wieder erweckt, die es auf dem alten Saturn in der Monade besessen hatte. Doch in Jesus besaß es alle Eigenschaften des irdischen physischen Leibes und nicht des saturnschen „Menschen“. Mit dem Ereignis auf Golgatha hat Christus nicht einfach das Phantom zum Beginn der Welt zurückgebracht – das hätte keinen Sinn gehabt -, sondern Er hat es im Sinne des voranfänglichen Wesens des Väterlichen Weltengrundes erneuert. Und darin besteht das große Wunder des neuen Beginns.

Wie bereits gesagt, begann alles mit dem Väterlichen Weltengrund und den absoluten überzeitlichen Anfang, der sich durch Christus in der Offenbarung als drei Strahlen manifestierte, die einzelne Anfänge des Zyklus sind. Der Vater ist der erste, der Sohn – der zweite und der Heilige Geist – der dritte Anfang. In Jesus herabsteigend und das Phantom auferweckend hat der Väterliche Weltengrund durch Christus zum zweiten Mal den absoluten Anfang gemacht, doch nunmehr im Menschen, der in Zeit und Raum weilt. Das ist ein neuer, vierter Anfang, das den absoluten Anfang der Erhebung der Welt zum Väterlichen Weltengrund darstellt. In den neuen Anfang hat Christus die Relation des Väterlichen Weltengrundes mit sich selbst als ein Objekt in den Menschen übertragen. Dieses „Objekt“ ist Christus, und es enthält die ganze Vollheit der Eingöttlichkeit, die im Menschen manifestiert wird. Von Christus als der aktiven Offenbarung des Väterlichen Weltengrundes hing es ab, was aus der Weltensubstanz geschehen sollte, wann und wie das Atma des unausgesprochenen Gottes in seinen Schoß (ins Pralaya) zurückkehren würde. Hätte Christus nicht in der Mitte des Manvantara ein viertes Prinzip der Welt eingeführt, wäre die Evolution im Zyklus unumkehrbar vom göttlichen Ziel abgeweicht. Indem Er den Menschen in den vierten Grundsatz (Anfang) der Welt stellte, hat Christus nicht einfach die Ewigkeit in den Augenblick in Hinblick auf die Zukunft hineingetragen, womit Er die Absichten Luzifers mit ihrem Gegensatz abwehrte. Er hat auch die Absichten Ahrimans verhindert, der beabsichtigte, einen neuen Anfang des Zyklus im Geiste der dritten Intention zu setzen, die vergangene Evolution der Welt zu annullieren und die weitere Entwicklung ausschließlich an das physisch-materielle Reich in Zeit und Raum zu binden. Ahriman ist ein „Geist des Punktes“ in Zeit und Raum, er will den Augenblick endlos bis zur Ewigkeit verlängern, während Christus durch die Metamorphose von „Stirb und werde“ eine immer größere Vergeistigung des ganzen Weltalls in Richtung des Väterlichen Weltengrund schafft. Hierbei hat der Mensch eine Schlüsselaufgabe zu erfüllen. Mit der ersten Offenbarung hat sich der unausgesprochene Gott verinnerlicht, indem Er ein Universum wurde. Dieses einige Universum manifestiert in seiner Hinwendung zur Evolution des Menschen nur eine der Seiten (Grenzen) seines universellen Wesens, doch das ist die Grenze des Ganzen. Was mit dieser Grenze geschieht, ist für das Ganze von Bedeutung und darin drückt sich das Weltall-Wesen des Menschen aus. Das Universum im Menschen und außerhalb des Menschen ist eine Einheit, da das Universum selbst eine Einheit bildet, doch bisher ist das Universum im Menschen dem äußeren Universum nur potenziell, überbewusstlich gleich. Dadurch, dass Christus in unserem Ich ist, werden wir uns immer mehr erheben und erweitern und das Universum in uns verinnerlichen (subjektivieren), so dass wir unser Dasein und Bewusstsein mit diesem einigen Universum unseres Zyklus ausfüllen. Damit werden die Aufgaben der zweiten Zyklushälfte gelöst werden. Die Grenze des Universums, die auf unserer Seite liegt, ist das sinnlich-sichtbare Ergebnis der ersten Intention des Evolutionszyklus. Mit dem Werk Christi in der Zeitenwende wurde das Übergewicht der zweiten Intention zugrunde gelegt, womit auch das Schicksal der dritten Intention besiegelt wird. Die Grenze zwischen dem sinnlichen und übersinnlichen Teil der einheitlichen Weltenwirklichkeit ist ein Problem des Menschen und der Übergang vom Manvantara ins Pralaya hängt von dessen höheren Entwicklung ab. Im Menschen werden das A und O des Väterlichen Weltengrundes vereinigt, um den Zyklus zur Oktave zu erheben und damit den Anfang des neuen Zyklus des Heiligen Geistes zu legen. Dieser Aufstieg zur Oktave wird durch den Auferstehungsleib als das vierte Wesensglied verwirklicht, das sich unseren drei Leibern hinzufügt. Unser alter Leib ist das Ergebnis der ersten Intention und ist unter dem Namen „der Alte Adam“ bekannt. Der Auferstehungsleib ist der „Neue Adam“ – ein Wesen mit Eigenschaften, die mit nichts anderem zu vergleichen sind. In GA 266, Bd.1[3] sagte Steiner, dass für Christus die Buddhi ein niederes Wesensglied ist und dass sie für Ihn das Gleiche ist, was für uns der physische Leib darstellt. D.h. der Ätherleib des Christus ist seine Buddhi und für Ihn ist es das Gleiche wie für uns die Substanz der Hypostase des Vaters. Es ist ersichtlich, dass wir hier mit etwas Außerordentlichem zu tun haben, was sich über die Reihe der Existenzformen in unserem Zyklus hinaus erhebt. Das ist die Substanz vom Väterlichen Weltengrund, die im Vater nicht zu finden ist. Sie wird eher als das ewige Leben manifestiert, welches die höchste Buddhi, d.h. die Ich-Buddhi ist. In GA 148 vertieft Steiner dieses Thema noch weiter. Wie wir wissen, erweitert sich der Ätherlieb beim Tod des Menschen in die Erdenaura, um sich danach im Geist aufzulösen. Es bleibt nur die Quintessenz übrig. Die Geister des Willens nehmen das Phantom in ihre Sphäre auf und bringen es zum Anfang der Erdenevolution (im breiten Sinne zum Saturn). Bei der nächsten Inkarnation beschenken die Hierarchien den Menschen wieder mit einem Phantom. Als aus dem Grab das reine Phantom des physischen Leibes aufstieg, das von der Erdenlast befreit war, ging es in die Erdenaura über, die vom Lebensgeist (dem Blut) Christi durchzogen wurde. Deshalb sagt Steiner, dass Christus in der Erdenaura seinen Lebensgeist zurücklässt. Jener Ätherleib, jener Lebensgeist, den die Eingeweihten in der Erdenaura vor der Zeitenwende sahen, war die Buddhi des Gott-Sohnes, die vom Prinzip des Vaters durchzogen war. Der vom Lebensgeist Christi durchzogene Ätherleib Jesu erstreckte sich auch als ein ätherisches Firmament nach dem Tod auf Golgatha. In diesem ätherischen Firmament sieht der Hellseher das auferstandene Phantom als die „Grundsubstanz“, die dieses ätherische Firmament belebt, d.h. das höhere Physische belebte den Ätherleib. Darin besteht die Einmaligkeit der Buddhi Christi als das ewige Leben des Väterlichen Weltengrundes, das auch hinter dem Phantom steht. Prokofieff hat wohl den Unterschied zwischen dem Phantom und dem Ich-Buddhi-Prinzip nicht verstanden und sprach daher über das Leib-Phantom und den Auferstehungsleib. Doch seine Idee von der im Knochenmark bestehenden Beziehung zwischen dem physischen und ätherischen Leib ist hervorragend. Damit es die Auferstehung des Phantoms gibt, sollte Christus mit seinem Lebensgeist das Knochensystem des Jesus durchdringen, beim Herunterstieg im Jordan erfasste Er mit seinem Ich das Blut Jesu und lebte darin wie im eigenen Leib während der drei Jahre.

Das, was im Blut Jesu lebte, war der Ich-Lebensgeist des Christus – die universelle kosmische Kraft der Liebe. Sie hat den Geistesmenschen in Jesus auferweckt und er hat das letzte Stadium seiner Entwicklung im Rahmen des Zyklus erreicht. Er ist zum Vater in die menschliche Zukunft zurückgekehrt und steht dort wie ein erhabenes Urbild für jeden von uns, ohne die Gesetze des Zyklus „aufzuheben, sondern zu erfüllen“ – das Gesetz der Entwicklung des Geistesmenschen. Beim Erdenmenschen hat der Geistesmensch als Potenz sein letztes Ziel erreicht und wurde zum Schlussergebnis der Zyklusevolution, zur höchsten Hülle, in der der Anfang des neuen Evolutionszyklus entstand. Gott hat das im Jesus-Menschen getan, nun soll der Mensch das für Gott tun.

Der Geistesmensch und der Auferstehungsleib sind die beiden Seiten einer Ganzheit – die innere und die äußere. Nun befindet sich das auferstandene Phantom in der Ätheraura der Erde im Lebensgeist Christi – dem wahren Auferstehungsleib – und ist als erhabenes Urbild dem Geistesmenschen in jedem von uns zugewandt, indem es dessen äußere Hülle bildet. Bei der Individualisierung des Auferstehungsleibes im Geistesmenschen beginnt in uns etwas grundlegend Unterschiedliches zu reifen, das sich von unseren drei Leibern, der dreifachen Seele und sogar dem dreifachen Geist unterscheidet. Der Auferstehungsleib beginnt allmählich wie eine befruchtete Eizelle in unseren Leibern zu wirken und diese werden mit der Kraft des Christus-Ich als ihre Einheit im Ich-Geistselbst, Ich-Lebensgeist und Ich-Geistesmenschen metamorphosieren. Die Rückkehr des Weltenatma vom Anfang des Zyklus zum Schoß des Väterlichen Weltengrundes wird parallel zur Ausbildung unseres neuen Wesengliedes vor sich gehen. Dieses Wesensglied gehört nicht dem Zyklus des Sohnes. Wenn das Weltenatma auf dem Vulkan in den Schoß des Väterlichen Weltengrundes in Form vieler Ich-Geistesmenschen zurückkehrt, wird aus jedem dieser Ich-Geistesmenschen wie aus der letzten Hülle jeweils ein „Schmetterling“ herausfliegen. Dieser „Schmetterling“ ist jener Samen, der im ganzen siebenstufigen Zyklus als eine vollkommen neue Hierarchie unter den zahlreichen hierarchischen Wesen aufgezogen wird. Die Ich-Geistesmenschen-Hülle wird sich öffnen, um wie bei einer Auferstehung den Ich-Menschen hervorzubringen, das Prinzip der Oktave. Der Ich-Mensch wird im Leib auferstehen, so wie das Christus in der Zeitenwende getan hat. Der Mensch in Christus wird jene Oktave werden und mit seiner Opfertat den Zyklus des Heiligen Geistes einleiten, wie das die Geister des Willens am Anfang unseres Zyklus getan haben. Dann werden wir den Auferstehungsleib opfern, welcher das höchste Ich-Bewusstsein ist, das wir in dem vorliegenden Zyklus erreichen können. Dieses Ich-Bewusstsein wird nach der Metamorphose des großen Pralaya das Fundament des neuen Zyklus geben, in dem das Leben das ewige Leben des Väterlichen Weltengrundes sein wird. Es wird uns zur höchsten Wahrheit am Ende des neuen Zyklus führen, die die Frage beantworten wird, warum sich der Väterliche Weltengrund in Offenbarungen verinnerlicht. Die ersten Menschen, die diese majestätische Aussicht gestreift haben, waren die Jünger. Sie waren Menschen mit einem einfachen Geist und haben die esoterische Sonnenweisheit Christi nicht verstanden. Er hat aber ihre Astral- und Ätherleiber in den drei Jahren vorbereitet, damit diese fähig werden, an Pfingsten vom neuen Heiligen Geist die Lehre vom Werk Christi auf Erden zu erhalten. Die Jünger hatten sich ätherisch mit dem Lebensgeist Christi vereinigt und zu dieser Substanz stieg der Geist herab, um sie zu zwölf Individualitäten zu prägen, die das Rad der ganzen Geschichte und Kultur der Menschheit gedreht haben. Vom Heiligen Geist haben sie die „Sophia“ erhalten – das Verständnis des Christus-Mysteriums. Durch dieses Verständnis sind sie zum Ferment der neuen Welt geworden, zu Trägern und zur Verkörperung des Christentums auf Erden. In der Sophia vereinigen sich die göttliche und die menschliche Weisheit und das ist der eine der zwei Wege, die von Christus zum Menschen führen – durch den Heiligen Geist, der vom Väterlichen Weltengrund ausgeht und gleichzeitig durch den menschlichen Heiligen Geist, dessen himmlische Leiblichkeit die zwölf Bodhisattvas in der Sphäre der Vorsehung bilden.

Der zweite Weg führt durch das Mysterium der Auferstehung im Fleisch. Der herausragendste Vertreter dieses Weges ist Paulus mit dem Ereignis vor den Toren der Stadt Damaskus. Paulus war ein komplexer Geist, ein althebräischer Eingeweihter, der die luziferische Weisheit nicht in ihrem irdischen Aspekt, sondern im Aspekt der Sonne, in dem Luzifer wie ein Lichtträger erscheint, aufgenommen hat. Paulus besaß logisches Denken und war im Vergleich zu den zwölf Jüngern ein Außenstehender, das Gegenbild zu Judas Ischariot. Die Intelligenz Judas‘ führte zu Ahriman, doch bei Paulus führte sie zum Geistselbst. Da aber sein Manas vom befehlenden mondischen Jahve kam, erwartete Paulus vom Messias einfach ein Mehr an luziferischer Weisheit. Einen ungünstigen Faktor bildete der mineralisierende physische Leib und deshalb blieb der „Stachel der Krankheit“ in ihm. Doch auch komplexe Geister wie Paulus und Dionysios Areopagita sollten den Weg zur Sonnenweisheit finden, denn nur ein komplizierter menschlicher Geist kann den Menschen bewusst zu Christus führen, der einfachere Geist ist nur ein Schritt zum komplizierteren. Über Paulus ist nicht der Heilige Geist heruntergestiegen, sondern die Christus-Sonne selbst. Bei dieser imaginativ erlebten Begegnung hat Paulus eine Neugeburt erlebt, eine Taufe mit dem Christus-Ich, was ein höheres Pfingsten darstellt, das zu einem Schlüsselsatz führt, welcher zum ersten Mal in der menschlichen Evolution ausgesprochen wurde: „Nicht ich, sondern Christus in mir“. Mit der Kraft seines Geistes hat Paulus sein Ich aufgehoben und ist für einen Augenblick vor Damaskus in seinem Mondenaspekt (als Vorform) gestorben. Er ist zu einem Ich mit einem völlig neuen Gehalt geworden, das sagen konnte: „Das, womit ich mich selbst gewahr werde, ist Christus, und nicht das Ich, das ich erarbeitet habe. Das Ich-bin in mir ist Christus.“ Christus hat diesen Satz durch Paulus gesagt. Mit diesem Gehalt wurde Paulus zum Verfechter des Christentums, da er zu einem Ich-Wesen geworden war, zu einem Avatar Christi und Führer derjenigen, die seit Pfingsten auf die Taufe zugehen. Paulus war der erste, für den Christus „einen Platz vorbereitet hatte“ und als Er zurückkam, „nahm Er ihn mit“. Das ist die Manifestation der Zweiten Wiederkunft Christi und deshalb ist Paulus ab dem 20. Jahrhundert der Führer jener, die den Weg zum esoterischen Christentum finden. Zusammen mit Dionysos Areopagita war er von außen zum Christentum gekommen, um die Brücke zu schlagen zwischen den alten und neuen Mysterien auf der Grundlage der esoterischen geistigen Erkenntnis – der Sophienerkenntnis, deren Zentrum das Gralsmysterium bildet. Während die Jungfrau Sophia und Johannes der Täufer in der Welt der Menschen die innere, geheime Welt der Sophia bilden, ist Paulus die äußere Welt.

Christus hat durch „Sophia“ – die Himmlische Weisheit – den Kreis der zwölf Jünger zusammengeführt, und Paulus hat sich als der dreizehnte in den Kreis hineingestellt. Auf diese Weise hat Christus den Platz für seine eigene Weisheit unter den Menschen als das einheitliche Zentrum zur Umwandlung des Ich vorbereitet. Das andere Zentrum ist das Zentrum der Liebe, die von dem Evangelisten Johannes verkörpert wird. Dieser war der erste, in dem die Weisheit (Sophia), die ihm Christus selbst auf Golgatha als ein Geschenk im Astralleib gegeben hat, im Ich neugeboren und zur Liebe wurde. Bei ihm besteht eine direkte Beziehung Gottes zu einem Menschen in der Sinneswelt und die höhere Weisheit wird in die Substanz der Liebe umgewandelt, mit der Johannes verschmolz. Er konnte mit vollem Recht erklären: „Nicht meine menschliche Liebe, sondern die kosmische Liebe Christi in mir“.

Johannes hat sich auch als der dreizehnte in den Kreis der Zwölf hineingestellt und aus diesen zwei Zentren der Weisheit und Liebe hat Christus die Lemniskate gebildet, in deren Schnittpunkt das Christus-Ich-bin vom Väterlichen Weltengrund steht. In diesem Schnittpunkt werden alle Substanzen des Christen umgewandelt – die seelischen, geistigen und physischen, damit er in seiner Ich-Entwicklung zur Zukunft wachsen kann. Das Ich im Paulus war nicht stark genug, dass Christus seinen physischen Leib durchziehen konnte, deshalb ist die „Krankheit“ geblieben und sollte auf dem Weg der Evolution überwunden werden. Auf dem Weg der Weisheit können wir einen schnellen Entwicklungssprung zum höheren „Stirb und werde“ machen. Paulus ist relativ früh als Märtyrer gestorben. Der Weg der Liebe ist lang. Johannes hat lange gelebt und ist an einem natürlichen Tod gestorben. In seinen nächsten Inkarnationen ist er aber einen Märtyrertod gestorben. Steiner nannte ihn „den größten Märtyrer unter den Menschen“.

Der Mensch der Fünften Kultur hat beide Wege in seinem Ich zu vereinigen – die Synthese der Erkenntnis über Golgatha, die vom Heiligen Geist kommt, und den Auferstehungsleib. Dieser Prozess beginnt mit der Transformation der Bewusstseinsform zum anschauenden Denken, was ein Prozess der Auferstehung im Menschen ist und eine kosmische universelle Bedeutung hat. Оhne diese Änderung können wir nicht von einer richtigen Umwandlung der Bewusstseinsseele reden. Dann wird die neue Idee über die Welt, die mit dem Heiligen Geist gekommen ist, vom Menschen erkannt werden. Die ganze Außenwelt wird zu einer inneren Welt für den Menschen in seiner Erkenntnis werden – der Donner, der Regen, der Blitz, die im Bewusstsein sich eröffnen und neue moralische Kräfte im Menschen hervorbringen. Der Mensch steht dann zum ersten Mal vor dem Problem der kosmischen Ethik, wobei diese zur individuellen Ethik wird, die sich von der imperativen Ethik der alten Einweihung unterscheidet. Im Erlangen dieser Ethik besteht die Umwandlung der Seele zum Geist. Mit einer solchen Seele kann man eine Beziehung zum Auferstehungsleib herstellen, der zum Menschen mit dem Heiligen Geist und durch das Menschen-Ich heruntersteigt. Der Auferstehungsleib und das Ich-Geistselbst bauen sich dann eine Wohnstätte im Menschen für den Lebensgeist Christi, in dem das Geistesmensch Christi aufersteht und in jeden Menschen hineinströmt – als individualisierter Auferstehungsleib.

Nach der Auferstehung ist das Phantom in die Höhen des Anfangs des Zyklus emporgeströmt, doch wegen des Werks Christi ist es bereits in die Sphäre des Lebensgeistes heruntergeholt worden, und es manifestiert die Eigenschaften des Geistesmenschen und wirkt auch auf dem Astralplan, indem es nach außen in die Evolution die Eigenschaften des Astralleibes unter Bewahrung der Gesetzmäßigkeiten des Geistesmenschen manifestiert. Hier kann es gefunden und wiedererkannt werden. Hier kann der für jeden Menschen individualisierte Auferstehungsleib, der den Charakter eines Geistselbst angenommen hat, zum Menschen heruntersteigen – wenn dieser seine Bewusstseinsseele in der rechten Art vorbereitet hat -, und dieses Geistselbst und diesen Lebensgeist Christi sogar als Weltenleben und Geistesmensch-Phantom tragen. Das ist der Herabstieg des erneuerten Palladiums, die Synthese der Weisheit und Liebe als Wahrheit. Das ist die Einweihung mit dem Eisen und Brot, mit Michael-Christus, die auf der Erde als die Synthese der Anthroposophie und des Impulses Beinsa Dounos im Menschen-Ich durch Christus manifestiert werden. Der Impuls Beinsa Dounos ist auf die Individualität und das Ich und nicht auf die Seele oder die Leiber gerichtet. Diese Besonderheit können die Nachfolger Beinsa Dounos nicht begreifen und deshalb sind sie für Luzifer und Ahriman leicht empfänglich, vorherrschend ist aber zweifellos Ahriman. Heute ist der Materialismus, den Ahriman im Bewusstsein durchsetzen will, zum Transmaterialismus, zum magischen Materialismus geworden. Die ihn bedienenden Theorien des Aufbaus der Welt halten die uranfängliche Substanz der Geister des Willens für Materie, sie ersetzen das Leben durch „Energie“ und den Weltenfunken – durch „Information“. Wenn von „Information“ die Rede ist, fehlt Leben im Bewusstsein, wenn von „Energien“ die Rede ist, fehlt Leben in der Seele, wenn von „Materie“ die Rede ist, fehlt Leben in unserem Geistesmenschen und die Welt kann sich nicht vorwärtsbewegen. Indem Ahriman auf das Ich mit seinem vollen Arsenal an Mitteln einwirkt, führt er durch diesen Austausch der Trinität den Menschen in die unterphysischen Welten der zurückbleibenden Geister der dritten Hierarchie. Dort, im für den Menschen Unbewussten, erlangt der Antichrist einen gewissen Zugang zum Geistesmenschen, und kann seine Absichten verwirklichen. Dabei kümmert ihn nicht, dass wir unser Ich verlieren werden, ohne das es metamorphosiert ist. Ahriman ist bereit, das Dasein des Menschen auszulöschen, damit der Mensch keine individuelle Beziehung zu seinem höheren Ich findet.

Die Lage ist wirklich außerordentlich ernst. Wir stehen am Anfang eines erhabenen Weges, der in einer bestimmten Art mit dem alten Saturn verglichen werden kann. In der alten Saturnzeit stand das Atma im Schoß der höheren Hierarchien und der Heiligen Trinität vor seiner ersten Reise ins Unbekannte, in die Unvorbestimmtheit der Offenbarung. Nachdem nun der vierte Anfang mit dem Mysterium von Golgatha gesetzt wurde, steht im Schoß des im mehrgliedrigen Menschenwesen verinnerlichten Makrokosmos eher das Atma und nicht der Geistesmensch wieder an seinem Anfang. Dieser äußerst komplizierte Zustand erinnert an den Prozess der Entstehung im Ei, wenn das Eiweiß als Substanz in das Chaos geworfen wird und sich zum Anfang der Welt wegstößt, um sich vor der Unvorbestimmtheit der ganzen Zukunft zu stellen, die mit dem Mysterium von Golgatha begann. Diese Zukunft hängt von der freien Wahl des Menschen ab. Christus hat den Prozess der Aschenbildung im Menschen in einen Prozess der Salzbildung umgewandelt. Wegen dieser Änderung hat sich der mineralische Leib Christi in eine feine Form der Stofflichkeit aufgelöst, wie das Salz sich im Wasser auflöst, und ist in die Erde durch den Riss, der infolge des Erdbebens im Grab entstanden war, übergegangen.

Aus dem Leib wurde das vom Lebensgeist Christi durchzogene Phantom des physischen Leibes befreit, das Atma wurde befreit (das zum Geistesmenschen in Jesus geworden war) und hat sich in die Sphäre des Lebensgeistes, d.h. der zukünftigen Venus erhoben, wo das Jüngste Gericht für den Menschen stattfinden wird.

Nach dem Sinn Gottes ist der Mensch „das Salz der Erde“, das Erdenelement, dem der Lebensäther entspricht, der die Christus-Substanz in uns ist, der Teil unseres Ätherleibes, der vom Lebensgeist Christi, vom Auferstehungsleib durchzogen ist. Diese Substanz sieht der Mensch nach seinem Tod im ätherischen Panorama, welches sein eigener Ätherleib bildet. Dieser Teil ist der große Trost, dass es eine Zukunft nach dem Tod gibt. Der Mensch findet den Trost nach dem Tod, wenn er auf der Erde eine richtige Einstellung zum Christus-Impuls gebildet hat. Diese Einstellung macht uns zum „Salz der Erde“ und ist die Gewähr, dass wir irgendwann das Letzte Gericht bestehen werden. Heute steht uns das „Erste“ Gericht bevor – die Begegnung mit dem Antichristen. Der für ihn vorbereitete Leib ist schon in seinem 18. Lebensjahr. Wir wissen bisher nicht, wann er sich öffentlich zeigen wird. Doch das ist auch nicht so wichtig, entscheidend ist, wie sich die Menschen auf diese Begegnung vorbereiten werden. Ohne eine Beziehung zum Auferstehungsleib gibt es keine guten Aussichten. Ich hoffe, dass wir uns mit dieser Vorlesung wenigstens ein bisschen jenem Wesen angenähert haben, das die größte Errungenschaft im ganzen Zyklus des Sohnes ist. Dort ist die Hoffnung, dass der Mensch seine Weltaufgabe erfüllen wird, zur Oktave zu werden, die den Zyklus des Sohnes zum Zyklus des Heiligen Geistes hinaufführen wird.

[1] Steiner erzählt über diese Inkarnation von Karl Marx in GA 236 (Vortrag vom 06.04.1924)

[2] Vgl. Notizbuch В16 S11

[3] „Aus den Inhalten der esoterischen Stunden“

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3 Gedanken zu „Der Auferstehungsleib

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