Archiv für den Monat Juli 2017

Über den Missbrauch von Alkohol, Tabak und Drogen

 

Original-Video

Textfassung einer Videodatei vom 04.02.2017

Wir wollen uns dem Missbrauch von Alkohol, Tabak und Drogen widmen, der eine regelrechte Geißel für die Menschheit darstellt, und auf die Ursachen seiner Entstehung eingehen.

Der Alkohol hat eine große Rolle in der Menschenentwicklung gespielt, indem er zur Loslösung des Menschen von seiner gruppenhaften und bildhaften Bewusstseinsform und zum Übergang zur heute gängigen gegenständlichen Bewusstseinsform des niederen Ich beigetragen hat. Nicht zufällig war Noah der erste Mensch, der sich – freilich symbolhaft – betrunken hat. Bekanntlich ist nach der Sintflut zum ersten Mal der Regenbogen am Himmel erschienen. Die Menschen sahen zum ersten Mal die Sonne, denn auf der Atlantis war alles im Nebel versunken. Stellen Sie sich eine Lampe vor, die nachts leuchtet, so dass Sie etwas Verschwommenes im Nebel wahrnehmen können. Damals waren alle Menschen hellsehend und keiner hatte einen blauen Himmel und einen Regenbogen gesehen, so wie wir sie heute kennen. Damals (vor 15 bis 17000 Jahren) herrschte eine besondere Lebensform, in der unser irdisches Leben überhaupt nicht von Interesse war. Der Hauptteil des Menschenlebens spielte sich in der übersinnlichen Welt ab, denn wir besaßen ein sehr starkes Hellsehen, was an unserer damaligen Körperkonstitution lag. Allmählich haben sich die Leiber zusammengezogen, der Mensch hat sich mineralisiert und die Beziehung zur geistigen Welt verloren. So kam es, dass er zum Himmel schauen und mit seinen Sinnen den Regenbogen bemerken konnte. Der große Avatar Manu-Noah – ein übersinnliches Wesen, das einen Menschen als Werkzeug benutzt, um die Menschenmassen anzuführen – war der erste, der sich quasi betrunken hat. Damit es eine Rebe geben kann, ist die Sonne notwendig, die Licht und Wärme spendet und mit dem Wasser aus der Rebe zusammengeführt den Traubensaft hervorbringt. Wenn dieser Traubensaft metamorphosiert, d.h. fermentiert, wird er zu Wein. Der Wein weist solche Eigenschaften auf, in denen die Sonneneinwirkung  steckt und die in den Menschen übergehen. Über den Traubensaft geht die Sonne in uns ein.

Hier müssen wir uns daran erinnern, wer auf der Sonne war. Auf seinem Weg von der Trinität und von jenseits der Trinität nach unten hat sich Christus auf der Sonne aufgehalten. Deshalb sprach 4000 Jahre v.Chr. der große Zarathustra über Ahura Mazdao, d.h. über die Astralaura der Sonne. Diese Astralaura – das war derjenige, der eines Tages auf die Erde herabsteigen sollte. Christus befand sich auf der Sonne und sandte über die sechs Sonnenelohim sein Licht und seine Wärme als Liebe auf die Erde herab. In jenen Zeiten kam das Ich-Prinzip über dieses Sonnenlicht und Christus ist der Träger des Ich-Prinzips. Er strahlte es von der Sonne als Licht und Wärme aus. Und wenn sich dieses Ich-Prinzip mit dem Wasser verbindet, das die Rebe aus den Wurzeln einsaugt, entsteht der Wein. Wenn man also in den alten Zeiten „In vino veritas“ sagte, bedeutete das, dass die Wahrheit im Ich-Prinzip liegt. Das Weintrinken führte nämlich dazu, dass der Mensch langsam seine Beziehung zur geistigen Welt verlor und dass in ihm das Ich ausgebildet wurde. Zwar war es das reflektierende, niedere Ich, aber der Mensch konnte nicht sofort ein höheres Ich individualisieren. Da wir uns auf dem physischen Plan befanden, der reflektierend ist, mussten wir auch ein solches Ich ausbilden. Der Wein hat folglich eine entscheidende Rolle zur Erdung des Menschen und dem Abbruch der Beziehung zur geistigen Welt gespielt. Hier sei die Bedeutung der Dionysischen Mysterien hervorgehoben, die sich besonders stark auf der von unseren Vorfahren, den Thrakern, bewohnten Balkanhalbinsel entwickelten. Später haben die Hellenen diese Mysterien übernommen und weiterentwickelt. Zum Schluss sind diese Mysterien verfallen. Einer der Vertreter dieser Mysterien war Dionysios Areopagita, der über die Ankunft des Ich-Prinzips Bescheid wusste. Deshalb hat er es auch wiedererkannt und ist zum Nachfolger des Apostels Paulus geworden. Mit Paulus zusammen hat Areopagita die erste esoterische Schule der Erde begründet. Diese Schule verfolgt das Ziel, dass die Menschen zur Erkenntnis und zum Verständnis des Mysteriums von Golgatha kommen, bei dem Gott selbst als Ich zum Menschen wurde – das größte Wunder, das überhaupt im ganzen Kosmos jemals existiert hat!

Der Wein hat also damals die Rolle des Ich-Trägers erfüllt und in dieser Weise gewirkt. Als Christus auf die Erde herunterstieg und fast drei Jahre im Leib Jesu wohnte, hat Er im ersten Jahr den Astralleib Jesu in Geistselbst verwandelt. Im zweiten Jahr hat Er den Ätherleib Jesu in Lebensgeist verwandelt und im Garten Gethsemane hat Er sich mit dem physischen Leib Jesu bis zu den Knochen verbunden – der mineralischsten Substanz unseres physischen Leibes. Das war die größtmögliche Einschränkung dieses mächtigen Ich-bin-Prinzips. Beim Letzten Abendmahl hat Er das große Wunder vollbracht, als Er den Jüngern sagte: „Trinkt den Wein, das ist mein Blut (das flüssige Element), esst das Brot, das ist mein Leib (das mineralische Element). Er war bereits dabei, mit seinem Ich aus dem physischen Leib Jesu herauszutreten, der von diesem mächtigen Ich fast verbrannt wurde und zu zerfallen drohte. Das Ich Christi verließ allmählich diesen Leib und begann, sich in das flüssige und harte Element zu inkorporieren. Beide Elemente nehmen wir zu uns, wenn wir trinken und essen. Nach der Auferstehung hat sich Christus auch mit der Erdenaura verbunden, so dass wir Ihn auch atmen. Seitdem atmen, essen und trinken wir Christus im wörtlichen Sinne. Er ist vorhanden in jeder Flüssigkeit, die wir trinken und in allem Mineralischen, das wir essen.

Seit dieser Zeit hat der Alkohol jegliche Bedeutung für die Menschheit verloren. Der Mensch hat es folglich nicht mehr nötig, Alkohol zu sich zu nehmen. Seit 2000 Jahren darf der Mensch keinen Alkohol trinken! Das Einzige, was als Alkoholkonsum unschädlich ist, ist der Schluck, den man eventuell beim Sakrament der Kommunion in der Kirche zu sich nimmt. Der esoterische Kult der Kommunion ist inzwischen völlig unverständlich geworden, selbst für diejenigen, die ihn vollziehen. Trotz allem wirkt der Kult immer noch, da ihm große Geheimnisse in der Zeit zugrunde gelegt wurden, als die alten Mysterien für die Menschen noch verständlich waren. Die alten Mysterien sind in das Christentum eingegangen und haben eine Metamorphose erfahren. Wenn im heutigen christlichen Mysterium der Wein verwendet wird, ist der Schluck, den man zu sich nimmt, für den menschlichen Organismus unschädlich. Jeder andere Alkoholkonsum, egal ob von Bier oder anderen niedrigprozentigen Sorten, ist wie ein Boxschlag gegen das Ich, der den Menschen zu Boden reißt.

Während der Wein in der vorchristlichen Zeit dem Menschen dabei half, auf dem Erdenplan anzukommen, das Irdische gewahr zu werden und sein (reflektierendes) Ich zu finden, besteht die heutige Wirkung des Weins darin, das Bewusstsein herabzusenken. Der Alkohol ist seit 2000 Jahren zu einer äußerst schädlichen Substanz geworden, die der Evolution des menschlichen Ich schadet. Man kann nicht mit Alkohol vom niederen zum höheren Ich aufsteigen – Letzteres braucht überhaupt keine Substanzen, nicht mal die Hostie. Die Kommunion geschieht übersinnlich, der Kult gewinnt einen neuen Charakter. Der christliche Kult mit dem Brot und Wein, den man aus der Kirche kennt, wird auch zukünftig verschwinden.

Statt auf den Alkohol allmählich zu verzichten, und ihn nur in der im Verfall begriffenen kirchlichen Form zu benutzen, hat die Menschheit die hochkonzentrierten Alkoholgetränke erfunden. In den alten Zeiten gab es kein Hochprozentiges – der Schnaps, Whisky u.dgl. sind alle in der fünften Kulturepoche entstanden. Der Wein hatte eine bestimmte Funktion und sein Vorhandensein war berechtigt, doch die hochkonzentrierten Getränke vernichten das Ich vollständig.

In dieser Beziehung war der Alkohol nur eine Vorstufe zu den Drogen, die die wahren Zerstörer des Ich sind. Was ist das Narkotikum? Wenn man eine giftige Substanz aus der Natur, etwa Peyote, zu sich nimmt und damit sein Ich beseitigt, gerät man in die Astralwelten. Das gibt einem das Selbstbewusstsein, eine spirituelle Erfahrung gemacht zu haben. Aber das ist eine falsche Spiritualität, in Wirklichkeit erlebt man dadurch seinen eigenen Organismus, ja sogar Krankheiten, die im eigenen Körper schlummern, erlebt man als Astralreisen. Man denkt, irgendetwas Großartiges erlebt zu haben, aber in Wirklichkeit wird man mit den eigenen Problemen konfrontiert. Am Anfang scheint die Droge eine gewisse Kraft zu verleihen, aber man gerät nur in den fibrilen Zustand des Körpers und es kommt zu Formen des Hellsehens, die nicht über das Ich, sondern über die Leiber unter Beseitigung des Ich verwirklicht werden. In den Urzeiten war man über die Leiber hellsehend, da das Ich fehlte. Nun wird das Ich durch die Drogen eliminiert, was eine Rückkehr zu den alten Zeiten bewirkt, obwohl die Ich-Evolution bereits einen Abdruck auf den Leibern hinterlassen hat. Das, was man dabei erreicht, ist nicht jenes rechtmäßige Hellsehen, das früher wegen des fehlenden Ich durch die Leiber zustande kam, sondern das unrechtmäßige, künstliche, trügerische Hellsehen von Drogensüchtigen. Wenn der Drogensüchtige seinen Astralleib auf diese Weise aktiviert, zehrt das an seinem Ätherleib. Und bricht der Ätherleib zusammen, erkrankt der physische Leib und stirbt. Was ist das Prinzip jeder Krankheit? Sie beginnt mit dem fehlerhaften Denken – man leidet immer wegen seines Denkens. Wenn die Emotionen im Astralleib nicht unter Kontrolle gehalten werden, zerfressen sie den Menschen. Auf diese Weise gibt man allen möglichen niederen Wesenheiten die Gelegenheit, durch die Defekte im Astralleib in einem zu wirken. Deshalb ist es für eine Einweihung erforderlich, dass man seinen Astralleib reinigt und es dem Goldenen Vlies ähnlich macht – das ist nämlich der Sinn der Argonautenreise nach Kolchis, an der große Helden wie Herkules, Jason, Orpheus teilnahmen. In der Sprache der Mysterien ausgedrückt ist das Goldene Vlies der reine Astralleib.

Wenn man also seine Emotionen nicht unter Kontrolle halten kann, wenn man das Ich eliminiert, gerät man vollständig unter die Wirkung der Urgewalten der Astralwelt. Das ist es, was unter Drogen geschieht und das zerstört vollständig den Ätherleib, der auch ‚Lebensleib‘ genannt wird. Das Leben wird aus dem Drogensüchtigen herausgesaugt. Aus diesem Grunde sind alle Drogenabhängigen ständig erschöpft und ihre Haut ist aschgrau. Die menschliche Haut soll die Farbe der Pfirsichblüte haben und wenn jemand grün-gelb oder aschgrau aussieht, bedeutet das, dass aus ihm die Lebenskräfte herausgesaugt ist. Wenn der Ätherleib, der den physischen Leib stützt, schwächer und löchrig wie ein alter Fetzen wird, erkrankt jener Teil des physischen Leibes, der den größten Defekt aufweist. Deshalb sterben die Drogenabhängigen sehr früh.

Es ist kein Zufall, dass Ahriman die Drogenproduktion im 20. Jahrhundert dermaßen intensiviert hat. Dazu hat er zahlreiche Diener – alle Mafiosi, die am Drogengeschäft beteiligt sind und Millionen verdienen. Doch die Drogenbarone häufen durch die Zerstörung von Menschenleben ein Riesenkarma auf.

In den Drogenkonsum mischen sich auch die die mächtigsten dunklen Geister – die Asuras – ein. Für den geistigen Blick erzittert die Erde, wenn die Asuras auf den Plan treten, sie sind – von mir in einer Imagination betrachtet – in der Lage, sogar die Erde zu zerstören. Diese Wesen, von deren Existenz der Normalbürger keine Vorstellung hat, greifen nach der Bewusstseinsseele als dem höchsten Teil der Seele, durch den wir uns zum höheren Ich erheben sollen. Die Asuras rauben Stücke von der Ich-Substanz und streben sogar danach, an das höhere Ich heranzukommen. Sie verhindern folglich die Individualisierung des Menschen, die den Sinn unserer Entwicklung ausmacht. Das Ziel der Evolution besteht darin, dass wir uns individualisieren und zu bewussten Mitarbeitern der Götter werden, um die Vorsehung Gottes für den ganzen Zyklus zu erfüllen.

Der Drogenkonsum bedeutet, um es zusammenzufassen, die Wiederbelebung alter Techniken, alter Naturprodukte, deren Gebrauch früher begründet war, jedoch heute ähnlich der Hypnose, Rückführung oder anderen Techniken absolut unrechtmäßig, de facto schwarzmagisch ist. Bei diesen Techniken schleichen sich viele Wesen in den Menschen hinein, der keine Möglichkeit hat, den Prozess zu kontrollieren.

Eine Bekante von uns ist einmal zu einer Reikibehandlung gegangen, obwohl sie dort als Christin fehl am Platz war. Solche alten Techniken sind für manche Menschen durchaus von Bedeutung. Besonders zur Beruhigung nach einem persönlichen Drama – einer Trennung etwa – haben sie eine beruhigende Wirkung und hauchen dem Menschen Leben ein. Ich möchte verschiedene Praktiken, die aus dem Osten kommen, keinesfalls völlig ablehnen, denn es gibt Menschen, die mit dem, was ich vortrage, nichts anfangen können, dazu sind sie gar nicht fähig. Aber sie erhalten eine gewisse Linderung ihres Leids durch solche Praktiken. Doch früher oder später müssen alle zu dem heranreichen, was ich hier vortrage.

Als unsere Bekannte von ihrer Behandlung zurückkam, hatte sie die Empfindung,  dass dort etwas Ungewöhnliches mit ihr passiert ist. Sie kam nach Hause und wir – meine Frau, unser Besuch und ich – setzten uns an den Tisch zu dritt. Ich bat unsere Bekannte, alles in Details zu erzählen. Dabei hörte ich ihr zu und sagte in einem bestimmten Augenblick: „Jetzt höre du mir zu!“. Das ist immer ein besonderer Moment, in dem ich eingreifen kann. Ich hatte schon die Erfahrung gemacht, dass jemand zwei Stunden lang zu mir gesprochen hat und aus ihm alle möglichen Dämonen herauskamen, die man fast mit den Händen greifen konnte. Nachdem diese Bekannte zehn Minuten lang gesprochen hatte, sagte ich ein paar Sätze zu ihr und sofort kam ein Wesen aus ihr heraus. Meine Frau, die im Hinblick auf Kundalini eine besondere Konstruktion hat, wurde von diesem Wesen angegriffen, sie taumelte, stand auf und machte die Balkontür auf, so dass das dunkle Wesen herauskommen konnte. Die Lehre, die man aus diesem Ereignis mitnehmen kann, ist, dass man keine okkulten Techniken ausprobieren darf, wenn man den christlichen Okkultismus nicht begreift, denn das könnte ein schlimmes Ende nehmen. Das Austreiben ahrimanischer Geist nennt man ‚Exorzismus‘ und es gibt Priester, die das beherrschen. Doch kehren wir zum Thema der Drogen zurück.

Sowohl der Alkohol als auch die Drogen sind für den heutigen Menschen äußerst schädlich, da sie sein Ich vernichten. Und das ist ja sein Werkzeug, mit dem er sich entwickeln und eine Artenumwandlung vollziehen kann. Welche Rolle spielt hier der Tabak? Er gehört in eine Reihe mit dem Alkohol und den Drogen – wenn jemand drogensüchtig ist, raucht und trinkt er gleichzeitig. Die drei Gifte gehören zusammen.

Was ist am Tabak schädlich? Dabei meine ich nicht den Teer und die anderen Gifte, von denen die Lunge zu einer schwarzen Masse wird. Doch in der Materie stecken überall Wesen. In den Tabakblättern, im Teer sind Wesen eingeschlossen, es gibt nichts als Wesen, dieses Sofa da besteht auch aus Wesen. Das sind Naturgeister, Gnome, die dort eingesperrt sind und auf ihre Befreiung durch den Menschen warten. Sie sind zu Gefangenen Ahrimans geworden, der die Materie konsolidiert, damit sie mineralisch wird. All diese Naturgeister warten darauf, vom Menschen befreit zu werden. Wenn der Mensch Tabakrauch inhaliert, dringen in seinen Körper dunkle Wesenheiten ein. Der Tabak ist immerhin weniger schädlich als die Drogen  – bildhaft ausgedrückt, entspricht der Schlag, den man durch den Tabak bekommt, nicht 100 Kg, sondern nur 20 Kg. Deshalb werden unter anderem solche gigantischen Kampagnen gegen das Rauchen geführt. In manchen Firmen bekommen die Mitarbeiter mehr Geld vom Arbeitgeber, wenn sie mit dem Rauchen aufhören oder müssen geringere Beiträge zur Krankenversicherung zahlen usw. Wenn man das Rauchen allerdings verbietet, werden die Menschen, die für solche Einflüsse ohnehin empfänglich sind, die Drogen bevorzugen und den Drogen anheimfallen. Natürlich ist das Rauchen schädlich und hat schreckliche Folgen für die Gesundheit, doch wenn es verboten wird, treibt dadurch Ahriman die Menschen zu den Drogen. Allmählich werden sie legalisiert werden – der Prozess hat schon mit leichten Drogen wie dem Marihuana angefangen. Dadurch wird Ahriman die Menschheit dorthin treiben, wo er die sicherste und schnellste Methode hat, das Ich und die Bewusstseinsseele der Menschen zu eliminieren. Es wäre wirklich gut, wenn alle mit dem Rauchen aufhören würden. Ich selbst kann es nicht ertragen, wenn jemand in meiner Nähe raucht, kein einziges Molekül Tabak kann ich ertragen!  Und je weiter man zu einem anderen Bewusstsein übergeht, desto vergiftender wirkt der Zigarettenrauch. Es gibt nichts Besseres als die reine Luft, selbst die Nahrung ist nicht so wichtig wie die frische Luft! Ahriman als Gott der Täuschung wird alles, was entsetzlich ist, für eine Rettung herausgeben. Das ist seine typische Handlungsweise. Jeder, der diese Substanzen zu sich nimmt, sollte wissen, dass sie etwas darstellen, was ihn als Menschen eliminiert. Und wenn man als Mensch ausgeschaltet wird, fällt man nach und nach von der Evolution ab, um zukünftig zur bösen Rasse überzugehen. Im zukünftigen Äon der Venus wird über solche Menschen der letzte Entschluss gefällt und sie werden in Weltenstaub verwandelt. Es ist wichtig zu wissen, dass das Böse auch seinen Platz in der Menschenentwicklung hat, so dass jeder, der ihm entgegentritt, um es unerlaubterweise zu beseitigen, sich eigentlich auf die Seite des Bösen schlägt. Wenn Ahriman sich uns zeigen wird und jemand, der den Helden spielen will, ihn töten würde, um diese Gefahr abzuwenden, würde er die größte Sünde gegen die Menschheit begehen. Man stellt sich dem Bösen nicht entgegen, um es zu beseitigen, sondern um es in Gutes umzuwandeln, was die große Alchemie der Zukunft sein wird. Soviel zu dieser Frage.

 

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Die sogenannten „Außerirdischen“

 

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                     Textfassung einer Videodatei vom 04.02.2017

Wir werden zum Schluss auf ein Problem eingehen, das die Menschheit seit Jahrzehnten beschäftigt – die Außerirdischen. Das ist eine äußerst ernsthafte Frage, die wir mit der Frage verknöpfen wollen, was das Sonnensystem und der Kosmos darstellen. Die Astronautik – dieses völlig sinnentleerte Werk und Höchstmaß an Verfall des menschlichen Bewusstseins und der Verbindung zur geistigen Welt – schickt ihre Raumfähren ins Weltall. Diese Eisenhaufen sollen in den weiten Kosmos, an die Grenzen unseres Sonnensystems fliegen, um nach vernünftigem Leben zu suchen, den Jupiter zu erforschen usw. Jedoch soll das anhand des Instrumentariums des niederen Ich und mit den technischen Mitteln erfolgen, die der Intelligenz dieses niederen Ich entstammen. Dazu müssen wir Folgendes sagen: Unser Sonnensystem ist das einzige System im ganzen Weltall, in dem es etwas Mineralisches, Hartes gibt. Das Wesen unseres Sonnensystems erstreckt sich bis zum Saturn. Uran, Neptun und Pluto sind Planeten, die von der übersinnlichen Welt zusätzlich unserem Sonnensystem angegliedert worden sind, damit sie eine Art Übergang von unserem Sonnensystem zum tiefen Kosmos bilden. Was ist der Kosmos? Der Mensch richtet seine physischen Augen, die tausendfach durch starke Radioteleskope verstärkt werden, zum Sternenhimmel, um ihn zu erforschen. Das geschieht vielfalls mithilfe der Spektralanalyse, die als Untersuchungsmittel etwas Illusorisches darstellt, weil sie auch das Produkt des niederen Ich ist. Wenn wir unseren Blick auf den grenzenlosen Kosmos aus Sternen richten, müssen wir Folgendes bedenken. Nehmen wir an, die Menschen würden ein Space Shuttle zum Pluto schicken, das ihn erreicht und in die Tiefe des Kosmos eintritt, so wie die Wissenschaft sich das vorstellt. Was würde mit diesem Space Shuttle geschehen? Es gibt zwei Wahrscheinlichkeiten, vielleicht sogar drei, wobei die dritte uns noch nicht bekannt ist. Das, was wir als den dreidimensionalen Raum wahrnehmen, dem entsprechend wir durch die Götter geschaffen worden sind, um in unserem Sonnensystem auf der Erde zu leben, wird von den Wesen auf der Sonne erzeugt. Wenn der Mensch irgendwann versucht, zu der Sonne zu gelangen, wird das mit einem sinnlich wahrnehmbaren Raumschiff nie geschehen können, denn die Sonne ist nur ein Zeichen, dass dort etwas existiert. Die Sonne ist eigentlich ein geistiges Objekt, auf dem geistige Wesen leben. Sie ist ein Wesen, auf dem sich die Elohim, Mächte und Herrschaften (die zweite Götterreihe) aufhalten. Diese Wesenheiten sind fähig, das auszustrahlen, was wir als Raum wahrnehmen und wo sich unser Leben verwirklicht – mit allen jeweiligen Erscheinungen wie Gravitation usw. Diese geistigen Wesenheiten sind die Gravitation, sie lassen die Gravitation entstehen. Es gibt nichts anderes als Wesenheiten. Das, was als Naturgesetze gilt, ist eine für uns sinnlich-physisch wahrnehmbare Manifestation dieser Wesenheiten, eine physisch wahrnehmbare Geistigkeit. Wenn dieses Raumschiff den Pluto erreichen und weiterfliegen würde, würde er entweder dematerialisiert und zurück zur Erde geschickt werden oder es würde völlig verschwinden und nie wieder auftauchen. Warum? Denn wenn wir die Grenze des Sonnensystems erreichen,  das von der Himmlischen Sophia geschaffen worden ist, die als Zentrum die Sonne hat, dann verschwinden die räumlichen Parameter, die in unserem Sonnensystem bekannt sind und wir gehen in die Zeit über. Doch nicht in die Zeit, in der wir auf der Erde leben, sondern in die geistige Zeit. Die geistige Zeit ist die Zeit von Wesenheiten, in der jedes materielle Objekt verschwindet, da es dort nicht existieren kann. Dort gibt es keine Räumlichkeit, der entsprechend  jedes materielle Objekt erschaffen worden ist. Wenn wir also darüber sprechen, was der Kosmos darstellt, so ist das hauptsächlich das Sonnensystem im Zentrum des Kosmos, obwohl die Wissenschaftler es dem Ende der Galaxie der Milchstraße zuordnen. Alles, was wir als Galaxien, Sternhaufen, Sterne, Sternbilder usw. sehen, ist eine große Illusion, die vor den sinnlich wahrnehmenden Augen des Menschen erscheint. Wenn die Augen in die Tiefe des Kosmos schauen, erblicken sie diese große Illusion. Das, was der Mensch mit seinen Augen sieht, ist die ganze vergangene Evolution des Weltalls vom alten Saturn bis heute, die in jenen Kosmos verwandelt wurde, der vor unseren physischen Augen steht. Dort gibt es nichts. Die Sterne, Sternhaufen und Galaxien sind nur Zeichen, die uns aussehen, als gäbe es dort etwas, doch dort gibt es nichts außer geistigen Wesen. Nie wird jemand, der mit irgendeinem Raumschiff zu einem Stern fliegen will, dorthin kommen, denn dorthin gelangt man nicht in physischer, sondern in übersinnlicher Art. Der Mensch muss ausgebaute übersinnliche Sinne haben, um mit diesen Wesen kommunizieren zu können, so wie er ausgebaute physische Sinne besitzt, um sich mit den Naturreichen zu beschäftigen, die er anfassen und sehen kann. Wir müssen also eine neue Art von Sinnen ausbilden. Das sind seelische, innere Sinne und keine Sinne des physischen Leibes. Diese seelischen Sinne können uns einen geistigen Blick in den sog. tiefen Kosmos gewähren. Der Sinn der ganzen Schöpfung, des ganzen Weltalls besteht in der Existenz des Sonnensystems und insbesondere der Erde, die vom Menschen bewohnt wird. Das ist kein irrsinniger Egozentrismus, sondern eine reale geistige Tatsache und das ist die Wahrheit über die Schöpfung. Deshalb vergleiche ich oft den Menschen mit einem Schalter, und wenn dieser Schalter umgelegt wird, verschwindet der Sinn der ganzen Schöpfung. Der Sinn der Schöpfung besteht darin, für uns die Gegebenheiten zu schaffen, die wir um uns herum sehen, und in denen wir unsere Ich-Evolution durchlaufen sollen. All das, was wir als Sternenhimmel wahrnehmen, muss früher oder später, in den nächsten Äonen durch uns, durch unser Ich gehen und in drei Geister metamorphosieren. Die ganze vergangene Evolution ist in unsere drei Leiber (den physischen, ätherischen und astralischen) konzentriert, sie sind das sinnlich wahrnehmbare Muster der ganzen Evolution im Zyklus des Sohnes seit dem alten Saturn bis zum heutigen Tag. Der Mensch ist also der verdinglichte Kosmos im Hier und Jetzt, das Produkt aller Götter, das bisher erzeugt worden ist.

In diesem Sinne entsteht die berechtigte Frage, was die sog. „Außerirdischen“ sind. Es heißt immer, es seien Außerirdische beobachtet worden, die mit fliegenden Untertassen unterwegs seien – darüber gibt es jede Menge Zeugenberichte. Ich verfolge schon seit 40 Jahren die Publikationen über Außerirdische und kenne das Thema en detail. Woher kommen diese sog. „Außerirdischen“ und warum wurde dieses Thema so stark im 20. Jahrhundert in Gang gebracht? Zukünftig wird es noch mehr forciert werden. Was wird damit bezweckt? Woher kommen sie und was sind sie?

In einer der Vorlesungen sind wir auf die übersinnliche Schule des Erzengels Michael in der Sonnensphäre eingegangen, in der er vom 15. Jahrhundert an das kosmische Christentum vorbereitete, das im 20. Jahrhundert auf die Erde heruntersteigen sollte. Ahriman nutzte die Tatsache, dass Michael oben beschäftigt war und keinen Einfluss auf die Erde hatte, und begründete eine Gegenschule, die in der gleichen Zeit bestand, jedoch unterirdisch. Wenn ich ‚unterirdisch‘ sage, so meine ich keine Tunnel, die in die Erde gebohrt sind, sondern eine übersinnliche, jedoch unterphysische Schule. So wie es nach oben übersinnliche Welten gibt, in denen Engel, Erzengel usw. leben, so gibt es auch nach unten unterphysische übersinnliche Welten, wo Gnome, Sylphen, Salamander, Undinen – also Naturgeister – leben. Dort befinden sich die luziferischen, ahrimanischen und asurischen Reiche. Diese Reiche der Widersachergeister bestehen sowohl übersinnlich als eine Fälschung als auch unterphysisch unter der Erde. Als Gott der Materie und des Todes hat Ahriman diese Gegenschule begründet. Und zwar hat er aus den Gedanken, aus den materialistischen Impulsen der Menschen, die mehrere Jahrhunderte lang ihr Seelenleben beherrschten, eine Unzahl von Wesen der aufgezählten Arten erschaffen. Jeder materialistische Gedanke bringt ein Wesen hervor, jedes materialistische Gefühl bringt ein Wesen hervor. Diese benutzt Ahriman und er hat sie in seine Schule zusammengepfercht. Je mehr sich die materialistische Naturwissenschaft, der Materialismus im Wissenschaftsleben entwickelte, desto mächtiger wurden diese Wesen, die nicht physisch existieren, sondern Gedankenformen darstellen. Diese Gedankenformen erreichen aber eine Stufe von Ätherizität, auf der sie sichtbar werden können. Ahriman bedient sich grundsätzlich des Ätherischen, er vernichtet das ätherische Element. Luzifer vernichtet das Astrale und die Asuras vernichten das Physische. Die ahrimanischen Wesen bedienen sich des Prinzips des Lebens, des Ätherischen. Ahriman erschafft also diese Ätherwesen, die eine Art aschähnliche Schatten sind. Im 20. Jahrhundert fielen die Fesseln der dunklen Geister, da der Mensch nun sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen hat, und sie begannen aus der Gegenschule herauszukriechen. Nicht aus physischen Tunneln, sondern aus übersinnlichen, jedoch unterphysischen Welten krochen sie heraus. Diese Wesen besitzen dank dem Sturz der Menschen des abstrakten Verstandes eine solche Macht, dass sie vor den physischen Sinnen als reale Objekte erscheinen können. So können wir mit unseren Augen phantastische Leistungen beobachten, etwa wie eine mit 50000 Stundenkilometern fliegende Untertasse im rechten Winkel abbiegt. Der Mensch sieht solche Objekte, die ihn in Angst versetzen. Er denkt, dass die Außerirdischen, die hochentwickelte Technologien besitzen, kommen, um uns zu vernichten und die Erde zu erobern. In dieser Hinsicht spielt Hollywood eine entscheidende Rolle – Sie wissen, was für Filme dort gedreht werden. Hollywood ist ein Monster, das absoluten Schund produziert. Das, was aus Amerika, aus der angloamerikanischen Welt kommt, bedeutet den Tod der menschlichen Kultur und davor hat Steiner schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewarnt. Und der Amerikanismus will das Deutschtum und das Slawentum vernichten, die die Zukunft der Menschheit sind. Ahrimans Attacke gilt dem Deutschtum und dem Slawentum, deshalb beherrscht er das Amerikanertum und benutzt es für seine Zwecke. Das angloamerikanische Element hat seine okkulte Rolle als das Gegengewicht des Orients, wo der Luziferismus in starken Maßen vertreten ist. Doch auch dort hat Ahriman zu wirken begonnen – darüber kann man eine ganze Vorlesung machen.

Die erschreckenden Wesen, die Ahriman benutzt, werden uns früher oder später auch durch die Methode des Hologramms vorgeführt werden – etwa als ein landendes außerirdisches Raumschiff, das von Menschen empfangen wird. Das wird ein vorher vorbereiteter Schock für die Menschheit sein. Es wird z.B. die Landung von Außerirdischen vom Stern Sirius verkündet werden, die es dort nicht gibt. Nirgendwo im Kosmos gibt es solche Wesen! Dort gibt es übersinnliche Wesen, die zu einer ganz anderen Art gehören. Es gibt einen Tierkreis, die Galaxien, Sternhaufen usw. sind Konstrukte der Physiker. Diese Zeichen stellen sich vor unsere sinnlichen Augen in dieser Art, über die die Spektralanalyse ergibt, dass es sich um Sternhaufen und Galaxien handelt. Als Herr dieser Schatten wird Ahriman wahrscheinlich auch von solchen Außerirdischen umringt königlich vor die Welt als der neue Christus treten. Alles wird für seine Ankunft vorbereitet, sie wird ein Ereignis sein, das die Menschheit in ihre Grundfesten erschüttern wird. Die vorchristlichen Mysterien dienten der Vorbereitung der Ankunft Christi, und am Ende hat niemand mitbekommen, dass in jenen Sohn des Zimmermanns – in Jesus – Christus eingetreten war. Damals war das rechtmäßig, es durfte geschehen. Doch jetzt sind alle verpflichtet, die Vorbereitung auf die Inkarnation Ahrimans zu bemerken. Und die Vorbereitung schreit wortwörtlich aus jeder Ecke, aus jeder Faser dieser Zivilisation. Alles, was getan wird, dient dem Ziel, dass die Menschheit in einen einheitlichen, jedoch ichlosen Organismus umgewandelt wird, in dem das Ich Ahrimans wirkt. Der Mensch wird sagen: „Ich bin Bürger der Welt“, aber in Wirklichkeit ist er der neue Nomade. Für ihn gibt es kein Nationales, kein Verwandtschaftliches, die Welt steht ihm offen, da er Geld hat und ein Individualist ist. All das wird unterstützt, Sie sehen, wie in allen amerikanischen Filmen das individuelle Prinzip wirkt, der Hauptheld kämpft allein gegen alle und tötet sie, um am Ende als Sieger hervorzukommen. Das ist die Sujetlinie aller Filme – der Hauptheld tötet alle, er metamorphosiert sie nicht, sondern er tötet sie. In ihm sehen wir das niedere Ich, das zum Überindividualismus ausgewachsen und zur Wohnstätte für das Ich Ahrimans geworden ist – des egozentrischsten Wesens im Kosmos. Ahriman will den ganzen Kosmos in sein Ich zusammenziehen und er versucht, auch dem Menschen dieses Streben, den ganzen Kosmos in sein Ich zu konzentrieren, einpflanzen. Wenn es sein muss, soll der ganze Kosmos verschwinden, doch man selbst soll überleben. Das ist auch das Prinzip der Krebszelle. Deshalb ist dieser Egozentrismus die Hauptursache für die Erhöhung der Krebserkrankungen, der Stoffwechselprobleme, des Diabetes. Sie sind das Resultat des menschlichen Egoismus. Es werden noch mehr seltsame, vernichtende Krankheiten in Erscheinung treten, die der menschliche Egoismus verursachen wird. Das Ich wird schwächer, der Ätherleib wird schwächer, jegliche Abwehrkräfte schwinden und der Mensch geht den Berg hinunter. Das ist wirklich eine tödliche Bedrohung für die Zukunft der Menschheit.

Damit schließe ich dieses kurze Video ab und übergebe dieses Produkt in deine Hände, Gott! Benutze es in der besten Art für die Seelen, die zu Dir streben und die sich entschlossen haben, unbeugsam den Weg zu Dir zu gehen, denn entweder gehen sie zu Dir oder zu Ahriman, einen anderen Weg gibt es nicht. Ich danke für die Aufmerksamkeit und hoffe, dass das Gesagte in der richtigen Art aufgefasst wird.

 

Piercings, Tätowierungen, Bodybuilding, Mode

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Textfassung einer Videodatei vom 04.02.2017

Wir gehen zu den Erscheinungen unserer absterbenden Zivilisation über, die als Piercing, Tätowierung, Bodybuilding und Mode bekannt sind und werden darlegen, wohin sie führen.

Wir wissen, wie die Menschen des Altertums gekleidet waren – jeder kennt etwa die römische Toga oder die altgriechischen Gewänder, die üppige Kleidung des Mittelalters, über die jeder Modemacher sagen würde: „All das war die damalige Mode“. Die Menschen jener Zeiten jedoch, die Reste des alten atavistischen Hellsehens in sich aufbewahrt hatten, konnten in die uns nächstgelegene Astralwelt sehen. Dort wurden sie von den Farben überwältigt, denn selbst die schrillsten und wunderbarsten Farben, die wir kennen, lassen sich nicht mit der Üppigkeit und dem Farbenreichtum der Astralwelt vergleichen. Indem die Menschen diese Farben in der Astralwelt erlebten, machten sie ihre Kleider dem in der übersinnlichen Welt Erlebten ähnlich. Früher entsprach also die Kleidung dem, was oben beobachtet werden konnte. Die Art und Weise, wie man gekleidet war, hatte durchaus einen Sinn – das Gewand war das Spiegelbild von etwas Realem. Je mehr die Zeit der fünften Kulturepoche herannahte, desto sinnentleerter wurde die Bekleidung der Menschen, so dass wir irgendwann zu diesen zwei engen Röhren kamen, die die heutige Hose darstellt, und zum Jackett. Der Mensch wurde allmählich in eine völlig sinnlose Kleidung eingeengt, in der jegliche Spiritualität fehlt. Es gibt nichts Geistiges in der heutigen Kleidung! Jene alten großen Märkte mit den vielen kleinen Läden verwandelten sich in die modernen Einkaufszentren, die die Tempel des heutigen Menschen sind. Die Mysterientempel des Altertums, denen die Impulse der Menschenführung in politischer, sozialer, ökonomischer und jeder anderen Hinsicht entstammten, sind heutzutage zu den sinnlosen Mammuts verkommen, die „Malls“ heißen, in die Menschen mit abstraktem Bewusstsein und in enger Kleidung, in die sie von Ahriman eingezwängt wurden, hineinströmen, um sich über völlige Belanglosigkeiten auszutauschen.

Aus dem menschlichen Leben hat sich jegliche Geistigkeit zurückgezogen. Wir wissen, wie bunt die Kleidung der Hippies war, mancher hat vielleicht noch Erinnerungen an die 70er Jahre und die Jüngeren können im Internet nachschauen, wie sich die Hippies gekleidet haben – mit bunten, weit geschnittenen Kleidern, mit Schlaghosen, sie haben sich mit Blumen geschmückt usw. Die Hippies nahmen Drogen und gerieten in die Astralwelten – in jene, die von dunklen Geistern bewohnt werden, doch trotzdem schillernd und vielfarbig sind. Dieses Erlebnis, das sie oben hatten, nahmen sie in Form bunter Kleider mit. Es gab unter den Hippies einen außerordentlich starken Missbrauch der Sexualität. Jeder, der sich in einer nicht rechtmäßigen Art mit der Spiritualität beschäftigt, beginnt unvermeidlich auch die Sexualität in unrechtmäßiger Art zu praktizieren – im östlichen Okkultismus ist das die Regel. Dort kommt es zum Missbrauch des Sexuellen, da die Bremse fehlt. Christus ist die einzige Bremse, die einen zum Anhalten bringen kann, kein anderer vermag das zu tun! Deshalb sind die Worte Beinsa Dounos so aussagestark, das liegt an der Sittlichkeit, die von ihm ausgeht, denn er ist der Vertreter Christi in der höheren Moralität, die das Böse in Gutes transformieren kann. Aus diesem Grund sind seine Anhänger in der „Weißen Bruderschaft“ Vegetarier und achten darauf, dass ihr Sexualleben nicht zügellos wird. Natürlich hat jeder seine schwachen Stellen – wenn die wahre Erkenntnis, die aus der Anthroposophie kommt, fehlt, kann man sich des Impulses des Meisters Beinsa Douno nicht bewusst werden und die moralische Kraft, die durch diesen Impuls strömt, in der rechten Weise aneignen.

Heutzutage sucht der Mensch, dessen Seelenleben leer ist, nach etwas, was dieses Leben verschönern kann, was ihm einen Sinn geben kann. Deshalb beginnt er, seinen Körper zu durchbohren, um sich mit Piercings zu „schmücken“, die zu Hässlichkeit und Satanismus verkommen. Das artet sogar in der Implantierung von Hörnern aus, mit denen man wie ein wahrer Dämon aussieht. Manche lassen sich überall, auch an den Geschlechtsteilen tätowieren oder ihre Zunge durchstechen. Dieser Alptraum geht in erschreckendem Tempo vor sich, so dass jeder, der nicht gepierct oder tätowiert ist, als nicht modern da steht – das ist es, was Ahriman uns vermittelt. Luzifer schließt sich ihm an, denn am Ende jedes Jahrhunderts oder Jahrtausends wirken beide zusammen und greifen den Menschen an, ohne sich gegenseitig zu eliminieren. Grundsätzlich sind sie ja zwei Widersachermächte, die sich gegenseitig eliminieren, was den Menschen teilweise rettet. Aber ohne den Weg zu Christus zu finden, kann man die beiden Widersacher nicht ausgleichen und mit ihnen arbeiten. Sich darauf zu verlassen, dass sie einander aus dem Weg räumen und dass man dabei heil bleibt, hilft nicht. Das geht heutzutage nicht mehr!

Wenn jemand sich also mit Tätowierungen „schmückt“, ist es klar, dass der Satanismus und die luziferische Üppigkeit in ihm wirken. Ahriman möchte grundsätzlich einengen, jede Farbe abtöten, durch das Graue ersetzen und in ein Gesetz einkleiden. Dagegen finden wir Luzifer im Schöpfertum, in der Musik, in der Malerei, er steht hinter den Genies, die die großen Werke schaffen, und das ist seine rechtmäßige Tätigkeit. Beide Widersacher haben einen rechtmäßigen und einen unrechtmäßigen Aspekt. Wenn sie zu unseren Verführern werden, wirken sie unrechtmäßig und reiben uns auf. Wenn uns etwa Luzifer zu einem genialen Gemälde oder Musikwerk inspiriert, so wirkt er in rechter Weise. Beide spielen also auch eine rechtmäßige Rolle in der Menschenevolution. Ahriman möchte alles, was von Luzifer kommt, vernichten. Er engt die Menschen ein, aber die Menschen haben auch einen Astralleib und Emotionen, sie haben eine Seele und ein Ich, die darunter leiden. Daher beginnen sie, sich mit Tattoos zu „verschönern“. Wenn die Kleider ihnen Hässlichkeit anbieten, beginnen sie, die Mode auf ihre Haut zu übertragen. Dabei sagt der Mensch: „Mein Körper gehört mir und ich kann ihn durchbohren und tätowieren, wie ich will“. Dem ist aber nicht so, Menschen! Euer Körper gehört euch nicht! Euer physischer Leib ist das Produkt einer dreieinhalb Äonen dauernden Evolution und einer dreieinhalb Äonen dauernden intensiven geistigen Tätigkeit der Götter, damit dieses perfekte Instrument geschaffen werden konnte. Wenn wir überhaupt einen Leib haben, der vollkommen vollendet wurde, so ist das unser physischer Leib, der am frühesten hervorgekommen ist und die längste Evolution durchlaufen hat. Der Ätherleib ist einen Äon später entstanden uns ist weniger evolutioniert und der Astralleib ist noch einen Äon später entstanden und folglich noch weniger evolutioniert. Das Ich ist im Erdenäon aufgekeimt – in Lemurien vor ca. 33000 Jahren, doch in seinem Wesen haben wir es erst vor 2500 Jahren ausgebildet. Das Ich ist also unser Wesensglied, das am schwächsten entwickelt ist. Und das, was als Letztes ausgebildet wurde und dessen Evolution am kürzesten war, muss zum systembildenden Faktor werden, der die drei Leiber in Einklang zu einander bringen soll. Das ist, als würde ein kleines Kind lebenserfahrenen Erwachsenen Ratschläge erteilen, nach denen sie zu handeln haben. Und hier liegen die Wurzeln der großen Probleme. Der Mensch ist der Meinung, dass der Körper ihm gehört, doch das ist falsch. Der Körper ist das Produkt der Götter, das sie ihm als eine Gabe geschenkt haben. Der Mensch hat sich gar keine Verdienste um seinen Leib erworben, der ihm vermietet, „in Konzession gegeben“ worden ist, damit das Ich und die Seele einen Arbeitsort haben, wo sie eine Evolution erleben und die drei Leiber in den nächsten Äonen in Geist verwandeln. Das ist eine grandiose Aussicht! Wenn man seinen Körper durchbohren und tätowieren lässt, bedeutet das, dass man kein guter Hausherr ist. Man verwaltet schlecht das, was einem vermietet wurde, weil man es als sein Eigentum betrachtet. Das ist völlig falsch! Wenn man seinem Körper das antut, dann spuckt man wortwörtlich auf die ganzen Anstrengungen der Götter, die sie dreieinhalb Äonen lang unternommen haben. Der Mensch ist ein Schwachsinniger, der das nicht wahrhaben will und der sagt, dass ihn das nicht interessiere, dass er alles mit seinem Körper machen, selbst sein Bein abschneiden könne. Das egozentrische, niedere Ich, das nicht zu Gott aufsteigt, behandelt seinen eigenen Körper in barbarischer Art. Je mehr man sich tätowiert, desto mehr tilgt man die Anstrengungen der Götter. Das alles wird karmisch abbezahlt werden müssen, denn eines der Gesetze der geistigen Welt lautet: Wenn die geistige Welt lange Zeit ignoriert wird – und das ist es, was der heutige Mensch macht -, dann rächt sie sich auf grausame Art. Nicht dass die guten Götter grausam wären, aber so ist das Gesetz. Wenn man ihnen lange Zeit nur den Rücken zugedreht hat, dann folgt ein Schlag auf den Po des unartigen Kindes. Alle, die sich piercen und tätowieren lassen, sind unartige Kinder, die ihren Vätern und Erzeugern den Rücken gekehrt haben und nicht auf sie hören wollen. Dann werden sie das bekommen, was sie sich verdient haben – den Stock auf den Hintern. Durch die barbarische Behandlung des eigenen Körpers fällt dieses perfekte Instrument aus.

Wichtig ist aber auch das Bild, das dem Körper in Form einer Tätowierung aufgeprägt wird. Die Tätowierungen sind aufschlussreich – bei vielen Frauen sind es vielfalls Blumen, die sie sich aus einer hohlköpfigen Laune heraus tätowieren lassen. Doch bei den tätowierten Männern überwiegen nicht die runden, harmonischen Formen, sondern die zackigen. Viele Männer haben sich jede Menge schreckliche Bilder von Tieren und Drachen aus der Menagerie der Dunklen tätowieren lassen. Die zerstörerischen Emotionen, die in solchen Menschen wirken, drücken sie sich auf ihren Körper ab. Alle Emotionen, die in jedem Menschen zerstörerisch wirken – Minderwertigkeitskomplexe, Hass usw. – werden nicht auf die Kleider abgedrückt, was das kleinere Übel wäre, sondern auf die eigene Haut. Die Haut ist aber dasjenige, was die drei Leiber zu einer Einheit bringt und einkleidet. Das war das letzte Mittel, das uns die Götter gaben, damit wir eine Einheit bilden und ein Ich haben, das die drei Leiber in der Haut kontrolliert. Selbstverständlich kann die Haut nicht den Astral- und Ätherleib in ihre Grenzen aufhalten, aber sie ist das Element, das die Vollendung und Abgeschlossenheit des Menschen zum Ausdruck bringt, so dass er sich selbständig als Ich entwickeln kann. Wenn der Mensch auf diese Weise seine Haut beschädigt, hat das neben allen Infektionen und Verletzungen auch zur Folge, dass er seine eigene Ich-Evolution auslöscht. Dadurch vermittelt er, dass er sich nicht um die vergangene Evolution kümmert, sondern im Hier und Jetzt auf seine abscheuliche Art leben will.

Die Mode des nackten Bauches, der viele junge Mädchen anhängen, verursacht Riesenprobleme mit den Reproduktionskräften. Die dunklen Mächte interessieren sich am meisten für den menschlichen Stoff im Gehirn und in den Reproduktionsorganen, denn das sind die Funktionen, die uns als Folge des Sündenfalls zu Erdenmenschen gemacht haben. Der Mensch wird also doppelt angegriffen – im Kopf durch das abstrakte, leere Denken und in den Reproduktionsorganen durch die Unmöglichkeit, Kinder zu bekommen.

Die Hälfte der Kinder kommt per Kaiserschnitt zur Welt, da die Frauen Angst vor der natürlichen Entbindung haben. Am Anfang der Bibel heißt es aber: „Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären“ (1. Mose, 3:16). Das ist die rechtmäßige Art, Kinder zu gebären, aber durch den Kaiserschnitt will der Mensch alles, was Vergangenheit ist, umgehen und in den Bus in die Zukunft ohne Fahrkarte einsteigen. Doch auf diese Weise fährt er in den Abgrund.

Zu den Techniken, die uns Ahriman gibt, gehört neben Tätowierungen und Mode auch das Bodybuilding, das reiner Darwinismus ist. Jeder, der es betreibt, beginnt, einem Affen ähnlich  zu werden – sein Kopf wird klein, er lässt sich die Haare kurz rasieren, der Körper wächst überdimensional, die Seele fehlt vollkommen, das Ich verschwindet. Der Mensch beginnt, in seinem Bewusstsein abzufallen und wirkt gorillaähnlich. Er beginnt langsam, wie die Affen auszusehen, die zwar mit dem Menschen nichts zu tun haben, ihm jedoch am nächsten stehen.

Warum gefällt das dem Menschen? Wenn man sich jeglicher Ideale entleert hat, wenn man sein Seelen- und Geistesleben ausgeräumt hat, bleibt der Leib übrig, der wachsen muss. Je mehr der Körper wächst, desto größer wird das Selbstwertgefühl, das man etwas Bedeutsames ist. Darwins Theorie, dass der Mensch vom Tier abstammt, stimmt zwar nicht, doch der Mensch kann mit seinem Handeln zu den Tieren abstürzen. Das ist es, was durch das Bodybuilding gemacht wird und das ist ein großes Problem. Die Frauen ihrerseits verzichten auf ihre Fähigkeiten, Kinder zu bekommen, die ihnen nach dem Sündenfall als die Hauptfunktion angelegt worden waren, damit wir uns reproduzieren und die Seelen inkarnieren können.

Wir sehen also, wie alle Faktoren dieser Zivilisation von Ahriman, Luzifer, den Asuras und dem hinter ihnen allen stehenden Sorat eingespannt werden, um die zukünftige Verwandlung des Menschen in ein Mittelding zwischen Maschine und Lebewesen zu bewirken. Es wird nämlich die Schaffung einer besonderen Menschenart angestrebt. Der Mensch wird nicht durch die Umwandlung des Bewusstseins in eine rechtmäßige imaginative Bewusstseinsform zu einem engelähnlichen Wesen, stattdessen versuchen die Widersacher eine Mittelform zwischen Tier und Mensch zu schaffen, in der das Maschinenhafte präsent ist. An dieser Menschenart wird im Silicon Valley gearbeitet und durch die besprochenen Techniken und auch durch die Nahrung wird der Organismus des Menschen allmählich in diese Richtung verändert.

Beinsa Douno und Rudolf Steiner als Teil des Christus-Impulses

vorgetragen  von Dimitar Mangurov am 21.10.2001 in Varna

Warum können die Nachfolger der beiden wahren esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts in Bulgarien nicht den Weg zueinander finden? Was bedeutet die Tatsache, dass nach dem Heimgang des Meisters Beinsa Douno in seinem Zimmer drei Bücher von Rudolf Steiner gefunden wurden? Wer ist eigentlich Beinsa Douno und warum kam er genau am Anfang des „Jahrhunderts der Liquidation“?

Bevor wir diese und weitere Fragen beantworten, müssen wir uns mit der heutigen Lage bekannt machen. Die Anthroposophen in Bulgarien sind nicht zahlreich und kommen aus den Kreisen der sog. Intelligenz. Ein Teil von ihnen behandelt die Anhänger der „Weißen Bruderschaft“ mit Geringschätzung, andere sind geradezu hochnäsig und halten den Meister für einen selbsternannten Lehrer, ja sogar für einen Bolschewiken. Es gibt wenige Anthroposophen, die beide Impulse gut kennen und eine lebendige Brücke zwischen ihnen errichten können. Die Anhänger der „Weißen Bruderschaft“ sind eine zahlenmäßig deutlich stärkere und in ihrer Zusammensetzung heterogene Gruppe. Sie alle kennen die Geschichte, nach der Bojan Boev, einer der engsten Schüler Beinsa Dounos, der während seines Studiums in München Vorträge von Rudolf Steiner besucht hat und von ihm zum „Weltlehrer“ nach Bulgarien geschickt hat. Aus dieser Tatsache darf man aber nicht den falschen Schluss ziehen, dass Steiner ein weniger bedeutsamer Lehrer ist, der nicht beachtenswert wäre. Gerade wegen der Unterschätzung der Anthroposophie entstehen Behauptungen etwa, dass Beinsa Douno der von Christus im 14. Kapitel des Johannes-Evangeliums versprochene Geist der Wahrheit wäre. Wir wissen, dass Letzterer vor 2000 Jahren an Pfingsten nach dem Kreuzestod kam. Andere halten Beinsa Douno für einen Weltlehrer, obwohl dieser Begriff nicht klar definiert ist – sind etwa Rudolf Steiner oder Christian Rosenkreutz weniger wichtige Lehrer der Menschheit? Jemand nannte Beinsa Douno „den Rektor der Weltall-Universität“. Doch am absurdesten sind die Behauptungen, laut denen – und diese Worte werden Beinsa Douno selbst zugeschrieben! – vor 2000 Jahren der Sohn gekommen wäre und der Meister der Vatergott Selbst wäre! Es bleibt noch zu hören, dass er mit dem Absoluten identifiziert wird – über seine Gleichsetzung mit Krishna habe ich schon gehört.Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Theon-Sophia und das Mysterium der Sexualität

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 28.05.2017 in Varna

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Gebet: Herr Gott Jesus Christus, in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten danken wir Dir für Dein erhabenes Opfer auf Golgatha, das uns erlaubt, vom Heiligen Geist im Ich besucht zu werden! Amen!

Die letzte Vorlesung fand in der Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt statt, als wie versuchten uns vorzustellen, was Christus den Jüngern gesagt hat, während sie sich in einer anderen Bewusstseinsform vor dem Aufwachen an Pfingsten befanden. Vor einigen Tagen war Himmelfahrt und nächsten Sonntag ist Pfingsten, wir befinden uns also in der Periode, in der wir die Erscheinung des Heiligen Geistes erwarten.

Nach der letzten Vorlesung hatte ich keine Vorstellung von dem neuen Thema, doch es kam von selbst – „Theon-Sophia und das Mysterium der Sexualität“. In den vergangenen 17 Jahren haben wir über die göttliche Sophia sehr selten und über die Sexualität im Zusammenhang mit Sophia – nie gesprochen. Heute werden wir in der Erwartung des Pfingstfestes dieses Versäumnis nachholen und eine neue Ansicht über die Sophia zur Sprache bringen, die ihrem wahren Wesen gerecht wird. Zu diesem Zweck müssen wir wieder von der höchsten Bewusstseinsstufe ausgehen – dem Bewusstsein des väterlichen Weltengrundes (Gottes), der sich irgendwann im Urbeginn zu einer neuen Offenbarung entschlossen hat, damit unser Evolutionszyklus vom alten Saturn zum zukünftigen Vulkan existieren kann.

In früheren Vorlesungen haben wir bereits erklärt, dass die Uroffenbarung drei Etappen durchläuft. Auf der ersten hat Gott sich selbst seinem Sein geoffenbart, aber dies wäre für jedes Wesen unbekannt geblieben, wenn Er sich nicht ein zweites Mal als eine Einheit von Subjekt und Objekt geoffenbart hätte. Diese Einheit ist Christus. Eine Einheit wird von der Hauptprärogative Gottes verwirklicht – das Ich-bin-Prinzip, denn in seinem höchsten Wesen ist Gott dieses Ich-bin, das sich selbst in sich selbst mit der Kraft, die dem Ich innewohnt, verändern kann. Jedes Wesen, das sich danach zum Ich-Bewusstsein erhebt, kann mit der Ich-Kraft sich selbst verändern. Es gibt kein größeres Privileg für den Menschen als dieses, ohne das er nie zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigen könnte. Dort – im großen Pralaya, in der Welt des Mahaparinirvana, auf der dritten Etappe seiner Uroffenbarung – hat sich Gott als drei Antlitze manifestiert, deren Einheit Er in sich selbst verwirklicht und die im Christentum als Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist bekannt sind. Sein zweites Antlitz – der Sohn – hat von Ihm das Leben des Zyklus als den absoluten Anfang im Ich erhalten. Das wurde zum allbestimmenden Hauptprinzip des neuen Schöpfungszyklus. Christus sollte zur inneren Einheit des Zyklus werden, in der Gott sein Absolutes, Universelles und Allgemeines, die ganze Fülle der Macht offenbart, mit dem Leben des Ich alles zu beschenken, was in den Grenzen der sieben Äonen eine Form annehmen sollte.

Als Christus bei seinem Herabstieg auf die Erde sagte, dass Gott Ihm alles gegeben hat, ist das das ewige Leben als das Leben im Ich. Selbst der Gott-Vater und der Gott-Heilige Geist kennen Gott nicht in der Art, in der Ihn der Sohn in seiner Rolle als Christus im Zyklus kennt.

Im großen Pralaya leben der Vater und der Heilige Geist das ewige Leben Gottes, in dem Ihre Einheit liegt. Im Zyklus aber leben Sie das Leben Christi, in dem Ihre Einheit liegt. Vom Vater kam die Substanz und vom Heiligen Geist – die Idee für den Zyklus. Doch die Grundlage Ihrer Verbindung, der Eckstein des neuen Weltalls ist der Sohn, denn sein Leben ist das Neue und Einzigartige jedes Zyklus. Der Heilige Geist schenkt die Form der Substanz. Die Form ist eine Synthese der Substanz und der Idee (die Form und die Idee sind identisch), doch die Form ist etwas Temporäres und in der Evolution ist nur das Leben ewig. Der Vater ist die eine „Hand“ Gottes, mit der Er dem Weltall das gibt, woraus das Weltall besteht. Mit der anderen „Hand“ – dem Heiligen Geist – baut Er diese Gegebenheit aus. Später drückt Er in der neu entstandenen Form etwas ab, was Ihm unmittelbar eigen ist und nicht der Arbeit seiner „Hände“ entstammt – das ist das Leben, dessen Herr Christus ist. So verwirklicht sich der dreieinige Gott im Anders-Dasein als Form, als Moment des Gegenwärtigen, in der Gott das Endziel der eigenen Offenbarung mit deren Anfang verbunden hat – nur partiell, versteht sich. Die Form wird beseitigt, damit zu der nächsten, vervollkommneteren Form übergegangen und das Endziel des Zyklus erreicht werden kann. Ewig bleibt nur das Leben, deshalb treten der Vater und der Heilige Geist in der Evolution in eine Beziehung zu Gott – obwohl in Ihnen die Ewigkeit nicht durch Christus, dem einigen Gott des Zyklus beseitigt ist. Im Zyklus befindet sich nur Christus in Einheit mit Gott und Er ist überhaupt nicht Gottes Vertreter, sondern der uneingeschränkte Herr „Allerhalter“, das Alpha und Omega des Zyklus. Ohne Ihn als Sohn können die Formen nicht metamorphosieren, evolutionieren, lebendig sein. Das Universum wird zu einem einheitlichen, lebendigen Wesen wegen der Universalität des Lebens, das von Gott durch Christus kommt. Hier ist nicht vom Buddhi-Leben die Rede, sondern vom Ich-Leben, vom Leben im Ich. Das Buddhi-Leben manifestiert sich als Ätherizität durch den Sohn im Zyklus, doch das Leben im Ich kommt vom Sohn als Christus und dieses Ich-Buddhi hat Christus im Erdenäon in der Gestalt von Jesus aus Nazareth manifestiert, um ein Werk zu vollbringen, das die Grenzen der ursprünglichen Idee des Zyklus übersteigt.

Am Anfang der Uroffenbarung Gottes waren die Substanz und die Idee in einer absoluten Identität  in Gott, sie hatten keine Beziehung zum Leben im Zyklus, sondern eine Beziehung zum vorigen Zyklus, die in ihnen langsam abklang. Die Substanz als Vater kam aus dem früheren Zyklus und war von diesem Zyklus bedingt. Indem Gott die alte Welt anschaute, kam Er durch eine große „moralische Intuition“ zu der Idee des neuen Zyklus und das war eine Neubildung im Akt des göttlichen Schöpfertums. Diese Idee erhielt ihre Personifizierung in der Hypostase des Heiligen Geistes, die in diesem Sinne die jüngste der drei göttlichen Hypostasen ist. Auf den Ikonen wird der Vater als ein weißbärtiger Greis abgebildet und das ist die Substanz, die vom früheren Zyklus kam. Auf den Ikonen ist auch der Sohn präsent, wobei der Betrachter versteht, dass  Er – der Sohn – auch eine andere Rolle spielt – die Rolle des Christus, die als das „allsehende Auge“ im Dreieck der Heiligen Trinität dargestellt wird. Das „Auge“ ist das Vereinigende der Trinität im Zyklus.

Wie wurde der Zyklus gestaltet? Im großen Pralaya ist die Trinität nicht hierarchisch, die Substanz und die Idee sind identisch, doch als sie in die Entwicklung eintraten, haben sie verschiedene Richtungen angenommen. Jemand hatte diese Entwicklung zu verwirklichen – das waren die zu neuem Leben in der Entwicklung „erwachten“ hierarchischen Wesen. Ob es bis zur Offenbarung eine Entwicklung gegeben hat, können wir nicht wissen, allerdings können wir über die Entwicklung in unserem Zyklus eine Menge sagen. Im Pralaya existieren keinerlei Formen, die Auslösung ihrer Existenz im Zyklus begann im Punkt des „Nichts“, am Anfang, der Christus ist. Als Sohn hat Er die drei Antlitze Gottes zu einer neuen Stellung gebracht, so dass sie begannen, die Bedingungen zur Erscheinung der Wesen aus dem Pralaya-Schlaf zu schaffen, die im vorigen Zyklus höhere Bewusstseinsstufen erreicht hatten. Zuerst sind die Seraphim aufgewacht, die mit ihrem Ich dem Gott am nächsten sind. Ihnen hat sich Gott in Form der drei Hypostasen geoffenbart. Für sie war die Hypostase des Sohnes der Punkt der Offenbarung und sie haben Ihn als eine hinaustreibende Bewegung erlebt. In diesem Zustand wurden der Vater und der Heilige Geist „äußerlich“ für sie, ebenso die Beziehung zwischen der ersten und der dritten Hypostase. Indem sich die Seraphim offenbarten, haben sie sich selbst als individuellere Wesen erlebt, als sie im Schoß Gottes waren. Dafür wurden sie geistig „ärmer“ und sie strebten daher sofort zum Vater und zum Heiligen Geist, um durch die Beiden wieder zum Christus-Punkt und zu Gott, zum Bewusstsein Gottes zurückzukehren. Und soweit die dreieinige Erscheinung Gottes in den Höhen eine endlose Menge darstellte, haben die Seraphim mit ihrer Bewegung, die mit ihnen wesensgleich ist, ein Vieleck (Polygon) gebildet, das in den Kreis der Offenbarung eingeschlossen war. Äonen später hat dieser Umstand seinen Niederschlag im bekannten Problem der Quadratur des Kreises gefunden. Die Seraphim haben die Grenzen des neuen Weltalls abgesteckt, wobei die Höhen der Offenbarung, die Welt des Mahaparinirvana  über ihnen blieben. Doch sie haben nicht nur die Grenzen der Weltschöpfung abgesteckt, sondern auch die neue Idee manifestiert, sie haben die Weltschöpfung personalisiert, da sie im Grunde das Gleiche ist wie das Ich der Seraphim. In diesem Sinne zeichnet sich die Weltschöpfung durch eine Besonderheit aus – sie ist nach dem Ebenbild und Gleichnis der göttlichen Offenbarung erschaffen worden. Im Zentrum bleibt sie frei und lässt sich in den einzelnen Entwicklungsetappen durch verschiedene Wesen personalisieren. Aber Christus – der einige Gott des Zyklus – hat an den Anfang der Welt, in den Punkt ihres Zentrums sich selbst gestellt. Er hat das Kreuz bis zur Vollendung der Evolution auf sich genommen, indem Er dieses Kreuz als die Struktur der Evolution manifestierte. Das machte Er, indem Er im Zentrum des Weltalls, also in sich selbst die Cherubim erweckte. Zusammen mit dem Sohn hat sich auch die Beziehung zwischen dem Sohn und dem Heiligen Geist in das Zentrum des Weltalls verlegt. Die erweckten Cherubim, die im Anders-Dasein erschienen, haben sich selbst wie die Seraphim als individualisiert und geistig „ärmer“  im Vergleich zum Pralaya-Zustand erfahren. Deshalb strebten sie sofort zu Gott und beschrieben dabei eine strahlenförmige Bewegung, die vom Zentrum ausging und in die Höhen strebte. Es gab unendlich viele Strahlen, die im Grunde zwei Gruppen bildeten – Strahlen, die zum Vater strömten und Strahlen, die zum Heiligen Geist strömten. Daraus entstand das Prinzip des Weltenkreuzes, der Weltenstruktur. Das ist das Kreuz der Evolution, das durch das Zentrum des Weltalls verläuft und die Substanz des Vaters mit der Idee der Welt verbindet. Auf diese Weise wurde das Weltall strukturiert und auf den Evolutionsprozess vorbereitet. Den Achsen dieses Kreuzes entlang bewegen sich auch die Seraphim auf das Zentrum des Weltalls zu. Sie verbanden sich mit dem, was wir als das ‚Tragen des Weltenkreuzes durch Christus‘ bezeichnen können. Doch soweit sich die Cherubim innerhalb des Bewusstseins der Seraphim zeigen, erleben sich die Seraphim selbst in ihrer Bewegung zum Zentrum als eine Einheit mit den Cherubim.

„Das Polygon“ des von ihnen personifizierten Weltalls und die von den Cherubim personifizierte Struktur des Weltalls erleben die Seraphim als eine Einheit. Die Offenbarung der Cherubim im Polygon erschien als das Prinzip der Viergliedrigkeit, d.h. bei der Vielzahl seiner Seiten spielen vier Arten von Cherubim eine Rolle. In Zentrumsrichtung bewegen sich die Seraphim den Diagonalen des Vierecks entlang, somit verbinden sie sich mit der Tätigkeit der Cherubim und erlangen ein sechsfaches Prinzip ihrer Wirkung. Im esoterischen Christentum kam das in der Ikonenmalerei in der Gestalt sechsgeflügelter Seraphim zum Ausdruck und die Cherubim wurden als viergeflügelt dargestellt. Wir können sagen, dass das sechsfache Strukturprinzip von den Höhen der Welt aus auf ihr Zentrum wirkt und in umgekehrter Richtung – das vierfache Prinzip. Das Kreuz der Evolution ist das phänomenale Kreuz, das Urbild-Kreuz, nach dem alle Daseinsformen erschaffen sind. Doch das Weltall hat auch sein Urbild-Kreuz. Dieses Urbildhafte der Weltenstruktur wurde dadurch sichtbar, dass bei der Bewegung der Hypostasen von den Höhen zum Zentrum die Hypostase des Sohnes die entscheidende Rolle spielt. Er stellt sich als Christus der Allerhalter des Zyklus in das Zentrum der neuen Welt. Wenn sich die Cherubim mit Ihm im Zentrum offenbaren, strahlen sie die Bewegung der Hypostase des Sohnes zum Zentrum aus, sie personifizieren sie. Aus dieser Bewegung richtet Christus sein Weltenkreuz auf – das Kreuz des einigen Gottes, das die Urbildstruktur des Weltalls bestimmt. Das ist die Struktur des Ich des Weltalls. Zuerst nimmt Christus das Kreuz auf sich, ohne sich mit dem Kreuz des Vaters und des Heiligen Geistes zu vereinigen, denn sonst hätte Er sich mit Ihnen identifiziert. In Hinblick auf Gott sind beide Kreuze identisch, aber sie spielen eine jeweils andere Rolle in der Entwicklung. Das Kreuz der Evolution befindet sich in ständiger Bewegung in vier Richtungen, wobei es die Daseinsformen erschafft. Diese Richtungen sind Höhe – Tiefe, vorher – nachher. Die Relation Höhe – Tiefe entsteht der Vertikalachse entlang und die Relation vorher-nachher – der Horizontalachse entlang. Auf diese Weise entstehen vier Dreiecke des Phänomenal-Weltalls. Sie werden durch das Kreuz Christi organisiert, welches sie im Gleichgewicht aufrechterhält und über ihnen herrscht, jedoch nicht die Geburt der freien Geister in den Momenten ausschließt, in denen diese vier Dreiecke übereinander gelegt werden. Dann personalisiert ein gegebenes Wesen durch die Kraft seines Ich eine gegebene Etappe der Evolution. Die Wirkung des Phänomenal-Kreuzes entfaltet sich nach dem Prinzip der Siebenfachheit, denn die drei Antlitze Gottes gehen im Lauf der Entwicklung unvermeidlich von der Dreiheit zur Siebenheit über. Doch die Lebenskraft Christi als Allerhalter erlaubt Ihm, sich über die Möglichkeiten der drei Hypostasen zu erheben und Er steigert ihre Siebenheit zur Oktave. So wird die Erhebung von sieben Kulturepochen zu einer neuen Wurzelrasse ermöglicht, von sieben Wurzelrassen – zu einer neuen Formstufe (zu einem Globus) usw. Hier gibt es eine Metamorphose der Metamorphosen. Das Kreuz Christi in all seinen Teilen ist der Ausdruck des Weltalls – in den Höhen und Tiefen, in der Vergangenheit und Gegenwart. Deshalb ist Christus das Ziel und das Ideal für alles, was sich innerhalb des Phänomenal-Kreuzes entwickelt. Wer Christus gesehen hat, hat Gott gesehen. Und wer das Christus-Kreuz auf sich nehmen will, kann das nur in seinem Ich machen. Seine Herrschaft im Phänomenal-Kreuz realisiert Christus durch das Ich der Cherubim – der Geister der höheren Weisheit. Sie erstrecken sich auf beide Kreuze, indem sie die Bedingungen berücksichtigen, um die von den Seraphim erhaltenen Aufträge zu erfüllen. Die Cherubim regieren die vier Hauptgebiete des Tierkreises, indem sie das makrokosmische Urbild des Menschen bilden. Sie sind das vollkommene Instrument, mit dem Christus auch das Phänomenal-Kreuz auf sich nimmt, denn die Cherubim entfernen sich weiter vom göttlichen Bewusstsein als die ihnen im Ich-Bewusstsein überlegenen Seraphim.

Innerhalb des Tierkreises des Phänomenal-Weltalls hat jede der drei göttlichen Hypostasen ihr eigenes substanzielles, den Evolutionsprozess strukturierendes Kreuz aus lebendigen Kräften. Dem entsprechen die jeweiligen vier Tierkreisgebiete. Dem Vater entspricht das Kreuz der physischen Kräfte, dem Sohn – das Kreuz der Ätherkräfte und dem Heiligen Geist – das Kreuz der Astralkräfte. Doch diese Kreuze bestehen innerhalb des Tierkreises, während das Phänomenal-Kreuz und das Christus-Kreuz sich jenseits der Tierkreissphäre bis zu den Höhen der Uroffenbarung erstrecken.

In dem auf diese Weise strukturieren Weltall sind die Substanz und die Idee, die in Form des Atma der Throne erschienen sind, danach in das Leben der Entwicklung und der Metamorphosen eingetreten, um nach einer gewaltigen Evolution zur Sackgasse des  irdischen Menschen von heute zu gelangen. Im Form-Menschen wurde die Atma-Substanz zu einem mineralischen Leib, zum Stoff, in dem der schaffende lebendige Anfang fehlt, da das Lebensprinzip für den Stoff transzendent wurde. Die Idee verkam zum abgetrennten geistentleerten Gedanken im Menschen und die Wirkung des Phänomenal-Kreuzes hat sich für die weitere Vervollkommnung der Form durch das Lebensprinzip als blockiert erwiesen. Die menschliche Form begann, in gefährlicher Art zu zerfallen, ohne dass die Aussicht auf eine neue Form bestand. Die Formbildung des Menschen in der Substanz hat ihn zur Ausbildung der ursprünglichen Form des niederen Ich, der irdischen Intelligenz geführt. Allerdings fehlt das Leben in dieser Intelligenz, es fehlt die metamorphosierte Kraft Christi. Der Sinn des ganzen Zyklus besteht nach der ursprünglichen Idee in der Verinnerlichung der Atma-Substanz, die die Throne gaben, durch den Menschen und in ihrer Hinführung als Geistesmenschen zum Vulkan. Das kann nur durch die Kraft des Ich erfolgen und nicht durch das niedere Ich. Die Substanz ist die unzertrennliche Einheit der göttlichen Offenbarung, des bewussten Allbewusstseins und der Macht Gottes, sich selbst zu offenbaren. In der Evolution manifestiert sich das göttliche Bewusstsein immer als die Realität des einen oder anderen hierarchischen Ich-Wesens. Dieses Wesen erfasst durch die Kraft des ihm eigenen Ich einen Teil des Willens der göttlichen Offenbarung. Die Substanz ist die im Ich-Wesen eines bestimmten Ranges verinnerlichte Offenbarung der göttlichen Dreieinheit. Durch diese Verinnerlichung wächst dieses Wesen in seinem Bewusstsein. Wie geschieht das?

Ein hierarchisches Wesen entleert seine Ich-Form des Ich-Inhalts zur Ich-Form eines tieferstehenden Wesens und wird vom Ich-Inhalt eines höherstehenden Wesens erfüllt, das seinerseits wegen des eigenen Aufstiegs ebenfalls seine Ich-Form des Ich-Inhalts entleert hat. Die Beziehungen dieser Wesen untereinander sind die Beziehungen eines Ich zu einem anderen Ich. Doch das tieferstehende Wesen kann der von oben absteigenden Substanz eine Form in sich geben, nur wenn es sie „verdichtet“, d.h. ihr Bewusstsein in einem bestimmten Maße herabsenkt. Wegen des Aufstiegs der Wesen muss die Idee der Welt (die Form der Welt) herabsteigen. Wir sehen, dass im allgemeinen Evolutionsprinzip der Ich-Wesen die Substanz des Vaters und die Idee des Heiligen Geistes aufeinander zugehen. Das Ich der hierarchischen Wesen bewegt sich zwischen beiden wie das Schiffchen eines Webstuhls, damit das vom Leben des Evolutionszyklus (vom Leben Christi als Sohn) erfüllte Wesen nicht nur ein neues „Muster“, eine neue Ich-Form gestaltet, sondern auch zum Schöpfertum fähig ist. Das Schöpfertum kommt vom Leben. Auf diese Weise impulsiert Gott durch seine drei Hypostasen die Entstehung der hierarchischen Wesen und ihren Aufstieg.

Bei den Elohim erhebt sich das Ich auch durch Hingabe, aber der Sohn als Christus hat ihnen die Prärogative gegeben, die Dreihypostasen-Offenbarung zur Einheit zu bringen, damit sie den Weg Christi zum Menschen vorbereiten und ihm diese Prärogative aufprägen. Gott hat Christus die Prärogative gegeben und Christus will sie dem Menschen geben. Der Funke des Ich von den Formgeistern hat in uns auf dem Weg der Evolution die Form nur vorbereitet, mit der das universelle Christus-Ich aufgenommen werden kann. Dieses Ich hat sich im Menschen gespiegelt und ist zu seinem systembildenden Prinzip im dreifachen Seelenleben von Denken, Fühlen und Wollen geworden – allerdings als niederes Ich. In jeder Spiegelung fehlt bekanntlich die Realität und das ruft alle Probleme, Illusionen und Irrtümer des in der blutverwandtschaftlichen Entwicklung verwickelten Menschen hervor. Christus-Immanuel, steht über jeglicher Erblichkeit, weshalb Er im frühen Christentum ohne Bart dargestellt wurde. Er offenbart durch sich die ganze göttliche Trinität und ihre Einheit innerhalb des Entwicklungszyklus. Er hat sich im menschlichen Ich widerspiegelt, das jeglichen Lebens entleert wurde. Deshalb nahm die Gefahr, dass der Mensch von der Evolution abfällt, bedrohenderweise zu, da auch die Gefahr, dass die Idee des Zyklus scheitern könnte, real wurde. Dann ist Christus in Jesus nicht als Sohn, sondern als der Herr-Allerhalter eingetreten, welcher in der Uroffenbarung Gott selbst ist. Christus ist nicht auf dem Weg der Evolution, sondern entlang der Senkrechten der Weltenstruktur des Menschen heruntergestiegen. Vor seiner Ankunft wurden wir nur äußerlich durch die Buddhi der Elohim „umhüllt“, die sie vom Vatergott erhalten hatten. Deshalb verfiel unser physischer Leib den Kräften des Todes. Der Mensch brauchte einen eigenen Lebensgeist, ein Ich als Leben. Die Substanz für ein solches Ich kam mit der Christus-Liebe in Jesus, die nicht die Liebe der Hypostasen ist, sondern das ewige Leben von Gott. Dementsprechend ist die Idee, die Form eines solchen Ich, das direkt zu Gott führt, anders als die ursprüngliche Idee des Zyklus. Christus musste diese Ich-Form aus der Substanz des Vaters auf dem Weg der Transformation erschaffen. Wie hat Er das gemacht?

Indem Er Mensch wurde, setzte Er sich auf den Thron des Vaters, auf den Thron der Substanz des Vaters und ist in das rein geistige Dasein aufgestiegen. Er hat in die Atma-Sphäre auch den Menschen Jesus aus Nazareth mitgenommen und auf diese Weise hat Jesus sein altes Saturn-Dasein mit dem Bewusstsein des Vulkan-Äons vereinigt. Hier reden wir vom Auferstehungsleib und von der nathanischen Seele. Mit der Erhebung des Phantoms Jesu als Geistesmenschen zu seinem Lebensgeist hat Christus einerseits das Universum verinnerlicht und dem Menschen den Weg des Geistesmenschen zum Vulkan eröffnet, indem Er die Hauptidee („das Gesetz“) des Zyklus erfüllte. Andererseits hat Er den Weg zur Erhebung des siebenstufigen Zyklus zur Oktave gebahnt und den Anfang des nächsten Zyklus des Heiligen Geistes bereits veranlagt. Das Fundament des nächsten Zyklus ist der Auferstehungsleib – die Ich-Buddhi Christi, die im Form-Phantom Jesu lebt. Christus ist fähig, das Bewusstsein jedes Menschen zur Gleichsetzung mit diesem Bewusstsein von Ihm zu erheben, das faktisch mit dem Bewusstsein Gottes selbst identisch ist. Indem der Mensch die „Auferstehung des Fleisches“ erreicht, wird er den einigen Gott erkennen – das ist das höchstmögliche Leben, mit dem er beschenkt werden kann. Der Weg zu Gott geht über das Phantom Christi, das das wichtigste Triebwerk der Entwicklung ist, welches wir in den Evangelien finden können.

Als am Anfang, im „Punkt“ der dem Zyklus immanenten Einheit – dem „Ort“ der Personifizierung der Entwicklung – Christus sich als Allerhalter offenbarte, konnte Er von sich sagen, dass Er „das Alpha und Omega“ ist, denn das Ich hat sich als die Substanz der Welt manifestiert, und es führt diese Substanz zu den Zielen, die das Ich in der Idee der Welt fand, als es sie ans Ende des Zyklus stellte. Und wenn Christus sich selbst in der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe verwirklicht haben wird, wird Er sagen: „Ich bin das Alpha und Omega des Zyklus“, damit dem großen Pralaya ein neuer Zyklus folgen kann. Indem Christus ein irdischer Mensch wurde, ist Er in eine direkte Beziehung zum Kreuz der Evolution eingetreten, Er hat „die Sünde der Welt“ auf sich genommen – also das objektive Karma. Deshalb war seine Kreuzigung auf diesem Kreuz mit Leiden verbunden. Doch durch das Opfer konnte Er sein Kreuz anstelle des Evolutionskreuzes aufstellen und das Evolutionskreuz astralisch um 45 Grad gegen den Uhrzeigersinn verschieben. Dadurch erhielt das Kreuz Christi acht Enden und kann die neue Einheit Gottes mit dem Evolutionszyklus zum Ausdruck bringen. Das Golgatha-Kreuz vereinigt beide Kreuze – das Evolutionskreuz (die Idee der Welt) und das Christus-Kreuz (das Leben der Welt). Deshalb erzählt die Sage, dass eine Taube sich auf das Golgatha-Kreuz als ein Vorzeichen von Pfingsten gesetzt hat. Seitdem begannen die vier Elemente (Töne) des Evolutionszyklus – Höhe, Tiefe, Vergangenheit und Zukunft – eine zweitrangige Rolle zu spielen. Stattdessen erhielten die „Intervalle“ zwischen ihnen, also das rein Geistige, die Ich-Entwicklung den ersten Rang. Christus hat das Prinzip der Artenevolution auf die Evolution des individuellen Geistes übertragen. Er stellte sich ins Zentrum des achtarmigen Kreuzes als eine Sonne, als der Gott-Allerhalter. Seitdem vollziehen sich zwei Typen der Evolution – die erste ist die am Anfang der Welt vorbestimmte, in der das Kreuz der Evolution dominiert und die die Wesen nach den vier „Haupttönen“ orientiert. Doch indem Christus zur Senkrechten des menschlichen Geistes wurde, hat Er allmählich die Oberhand über die räumlich-zeitliche Bedingtheit gewonnen. Daher wurde die Aufwärtsentwicklung als Ich erstrangig und alles, was zurückbleibt, macht sich unvermeidlich auf den Weg nach unten. Der Aufstieg vollzieht sich dadurch, dass das menschliche Ich und die Christus-Kraft in ihm die Substanz der Welt

umwandeln. Das ist die höchste Form des Abendmahls, bei der trotz der Inkorporation Christi in den Menschen das menschliche Ich aufbewahrt wird. Beim Geheimen Abendmahl hat Christus durch den rituellen Verzehr von Brot und Wein seine Anwesenheit in den Jüngern unmittelbar verstärkt. Das Menschliche begann vor dem Göttlichen in den Hintergrund zu treten, denn in den vergangenen drei Jahren hatten die Jünger bereits in ihre Ätherleiber den Christus-Geist aufgenommen. Am Pfingsttag stieg in diese Ätherleiber der Heilige Geist herunter, der die Form der neuen Substanz bildete. Für die von der Ich-Buddhi Christi durchzogenen Substanz des Vaters war eine neue Idee für den Zyklus notwendig und sie kam mit dem von Christus „erbetenen“ Heiligen Geist, der direkt von Gott in die Jünger herabströmte. Die Apostel wurden zu „wandelnden Hostien“, zu wandelnden Gralsformen, die vom Heiligen Geist in Christo vereint wurden, mit dessen Kräften sie die Welt überströmten und jene Wunder vollbrachten, die in der Apostelgeschichte des Neuen Testamentes beschrieben sind. Die zwölf Männer wurden zu Aposteln und zur Verkörperung des Christentums auf Erden. Christus hatte schon die Menschwerdung erlebt. Nun stand das dem Heiligen Geist bevor, der sich im Menschen verkörpern und ihn zur Freiheit von der Gebundenheit der Blutsverwandtschaft, später auch zur Freiheit von der Bindung an das Prinzip der physischen Reproduktion führen sollte. Welcher ist dieser Heilige Geist, der in die Apostel eingetreten ist und auf welche Weise erfolgte das?

Wie bereits erwähnt, ist dieser Heilige Geist die neue Idee des Zyklus, die von Gott – also aus dem Pralaya – herabsteigt, denn mit der irdischen Verkörperung des makrokosmischen Christus-Ich ist das einheitsbildende Prinzip aus dem Pralaya ins Manvantara herabgestiegen und hat einen neuen Anfang des Zyklus veranlagt. Beim ersten Anfang ging die Idee – der Heilige Geist – von Gott heraus, in dem neuen Anfang kam sie auch von Ihm, aber in erneuerter Form. Der Heilige Geist trat nicht direkt in die Jünger ein, sondern in „reduzierter“ und hierarchisch personalisierter Form. Zu ihren von Christus bearbeiteten Ätherleibern hat sich die vereinigte Weisheit der Wesen der neun Hierarchien gerichtet, um Christus in seiner besonderen neuen Beziehung zur Menschheit zu dienen. Diesen Heiligen Geist, diese vereinigte Weisheit begannen die Christen später mit dem Namen „Göttliche Sophia“ zu benennen. Die Jünger haben sie aufgenommen und wurden das Ferment der neuen Welt, der Verkörperung des Christentums auf der Erde. Hinzu kommt, dass Christus seinen Thron im physisch-sinnlichen Weltall für den Heiligen Geist freigemacht hat, auf den sich Letzterer als Sophia „setzte“. Sophia setzte sich in das Zentrum des achtarmigen Kreuzes Christi. Auf diese Weise hat Christus die Wirkung seiner umwandelnden, belebenden Kraft von den Wirkungen der Heiligen Sophia abhängig gemacht, d.h. auf die Art und Weise zurückgeführt, wie der Mensch seine individuelle Beziehung zu Sophia und über sie zu Christus herstellt, damit Christus als Ich im Menschen geboren werden kann. Die zwölf Jünger haben zuerst die belebende Gesamtwirkung von Christus, dem Heiligen Geist und Sophia in sich erlebt, um zu jener brüderlichen Urgemeinschaft menschlicher Individualitäten zu werden, in der die Wirkung der kosmischen Kräfte, der Tierkreisintelligenzen auf dem Erdenplan eine Metamorphose der Substanzen hervorruft. Christus nahm den Platz des Dreizehnten in ihrem Kreis ein, indem Er die Übertragung der Weltall-Einheit aus dem höheren Devachan auf den Erdenplan zur Geltung brachte. Er hat aber auch etwas anderes getan. Statt sich selbst hat Er ins Zentrum der Zwölf Johannes-Lazarus gestellt, durch den Er seine Liebe in den Menschen hineinbrachte. Zuerst weihte Er Lazarus ein und übertrug die Kraft aus dem Astralleib Jesu, die ihm ermöglichte, den Heiligen Geist in sich zu tragen, vom Kreuz aus auf Johannes, der sie „nahm“ und sein Evangelium schrieb. Im Johannes-Evangelium ist die Kraft enthalten, die zur Manifestation der Jungfrau Sophia im Menschen führt – also der vergeistigten Bewusstseinsseele, die bereit ist, das Geistselbst aufzunehmen. Johannes ist die im Ich neu geborene Weisheit, die zu Christus-Liebe wird, deshalb konnte er sagen, dass Gott Liebe ist. Aber die kosmische Christus-Liebe wird nur von der individualisierten und lebendigen höheren Weisheit hervorgebracht. Als Vertreter dieser Weisheit hat Christus Paulus unter den Zwölf ausgesucht. Schon vor dem Ereignis in Damaskus gehörte Paulus zu den Wenigen, die über sich „Ich-bin“ sagen konnten, allerdings nicht im höheren Sinne des Wortes. Saulus war ein jüdischer Eingeweihter, der fest auf dem Ich stand und die Christen verfolgte. Aber als er Christus traf, sagte er mit der Ich-Kraft Christi der Welt, dass der Mensch sein niederes Ich aufheben muss, damit in ihm das Christus-Ich lebendig wird. Mit dieser Kraft konnte er die alte luziferische Weisheit in eine neue christliche Sophien-Weisheit umwandeln, die den Menschen zu Freiheit und geistiger Liebe führt. Paulus wurde zum Kämpfer für das Christentum, denn er erlebte sein Pfingsten in einer anderen Art als die übrigen Jünger. Er war der erste Mensch, für den Christus „einen Platz vorbereitet hat und zurückgekommen ist, um ihn zu Sich zu holen“, wie er Thomas in (Joh. 14:2-3) versprochen hat. Mit „Nicht ich, sondern Christus in mir“ wurde Paulus zum Avatar für Christus. Das ist die höchste Form der Kommunion des Menschen mit Christus, seine Inkorporation im Menschen. Deshalb sind die Botschaften des Paulus in eine Form gekleidet, die der Bewusstseinsform der fünften Kulturepoche entspricht, in der das Christus-Ich sich im menschlichen Ich abzudrücken beginnt. Paulus ist eine Art Zentrum der Christus-Weisheit im Menschen, durch die er nach der Himmelfahrt Christi nicht in die Sphäre der Engel verloren geht, sondern sich auf die Zweite Ankunft vorbereitet. In diesem Sinne ist Paulus der Führer der Menschen zu Christus, Der im 20. Jahrhundert wieder kam. Auf dem Weg der Weisheit denkt der Mensch zusammen mit den Hierarchien, er sammelt reale Weisheit und keine leeren Kenntnisse, damit er später zu einer Transformation im Ich und zur Geburt der Liebe kommt, die eine andere Manifestation der kosmischen Intelligenz des einigen Gottes ist. Zusammen mit seinem Schüler und Freund Dionysios Areopagita haben sie die erste esoterische christliche Schule auf der Erde gegründet, in der die neue Sophienweisheit Christi führend war.

Auf diese Weise hat Christus durch Johannes-Lazarus und Paulus zwei Zentren unter der Menschheit gebildet, zwei Arten der Umwandlung des menschlichen Ich. Er hat beide in eine lemniskatenförmige Beziehung zueinander gebracht. Paulus ist der Vertreter des Geistselbst-Prinzips „Nicht ich, sondern Christus in mir“. Johannes-Lazarus ist der Vertreter des Lebensgeistes – „Gott ist Liebe“. Zwischen beiden befindet sich im Schnittpunkt das Christus-Prinzip des Geistesmenschen und des Ich-bin-der-Ich-bin. Aus der permanenten Metamorphose der Weisheit in Liebe und der Liebe in Weisheit entsteht der individualisierte Auferstehungsleib im Menschen – der neue Inhalt und die neue Form des Menschen-Ich, die vom Christus-Ich direkt ausgebildet werden. Diese Lemniskate ist das Symbol des Christentums des Heiligen Geistes, des Christentums der Verwirklichung, die vom 20. Jahrhundert an begann und auf dessen Weg der Gottmensch geboren wird. An seinem Anfang steht die Läuterung der Bewusstseinsseele, die Auferstehung im Denken. Wenn wir die Brücke zur übersinnlichen Welt errichtet haben, kommt über diese Brücke die Göttliche Sophia, die Christus herabgesandt hat. Bei ihrer Inkorporation in den Menschen wird sie zur Anthropos-Sophia, zu einer anthropomorphisierten (vermenschlichten) Theo-Sophia. Paulus nennt sie im zweiten Kapitel seines ersten Korintherbriefs Theon-Sophia. Wenn seine Worte in 6,7 und 8 richtig übersetzt werden, lauten sie: „Das Verkündete ist für uns auch Weisheit, die Weisheit, die im Kreis der Eingeweihten lebt… Wir verkünden die Theon-Sophia, die im Verborgenen lebte, nachdem sie vom göttlichen Weltengrund vor allen Zeitenrunden begründet worden war, damit sie uns irgendwann offenbar wurde. Keiner von den Obersten der gegenwärtigen Zeit hat diese Weisheit erkannt, denn hätten sie sie erkannt, hätten sie Denjenigen nicht gekreuzigt, Der der Herr der Offenbarung ist“.

Wie sieht die wesenhafte Sophia, der Heilige Geist in seiner Offenbarung aus? Dank dem Hellsehen, das unter den Bulgaren in den ersten Jahrhunderten des Christentums bewahrt wurde, verfügen wir über das imaginativ offenbarte Urbild des Christentums des Heiligen Geistes, welches wir auf den unter den thrakischen Bulgaren entstandenen Ikonen der Sophia finden können. Das Los hat zwei Jünger zu den Thrakern geschickt: Andreas den Erstberufenen, der als Erster unter den Jüngern den Messias erkannt hatte, sowie Paulus, der sich vom alttestamentlichen Begriff des Messias zur höheren Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha erheben konnte. Mit diesem Verständnis von Sophia begann das Christentum der Bulgaren, das sie den anderen Völkern weitergaben. Deshalb inkarnierte Dionysios Areopagita später als der Begründer des Bogomilentums Bojan Maga, dessen Fundament die Gottesmutter und Johannes-Lazarus legten, die als „die beiden Syrer“ nach Weliki Preslaw kamen. Die Theon-Sophia ist auch die Sophia des Grals, die fähig ist, die Leidenschaften im menschlichen Blut zu läutern. In der Zeit des neunten bis zehnten Jahrhunderts begegnete der „Christus des Grals“ übersinnlich auf den bulgarischen Gebieten dem „vorchristlichen Artus-Christus“. Aus der Synthese der Beiden entstand das Bogomilentum als der Übergang zur fünften Kulturepoche, so wie zehn Jahrhunderte früher Paulus und Dionysios die Synthese des Alten und Neuen Testaments in ihrer Schule vollzogen hatten. Eine Synthese wird immer vollzogen, wenn eine übersinnliche Situation die umfassende Wandlung in der Entwicklung der Menschheit anregt. Die größte Wandlung kam in Zeitenwende und eines der wichtigsten Elemente dieser Wandlung ist das Erscheinen der „ewigen“ Weiblichkeit“.

 

Theon-Sophia

Auf dieser Zeichnung sehen Sie die Nowgoroder Ikone der Heiligen Sophia, die zweifellos als Urbild von den Bulgaren erhalten wurde: Es ist eine Tatsache, dass das Christentum in seiner Sophienform gerade von den Bulgaren nach Russland kam. Im Osten boten die Nachkommen Kotrags (eines der Söhne Kubrats, der das Großbulgarische Reich gründete) von Wolgabulgarien aus den sufistischen Islam an, aber das russische Volk hat sich für Sophia entschieden, da es eine Sophienaufgabe in der sechsten Kulturepoche zu erfüllen hat. Diese Zeichnung habe ich dem Buch des namhaften russischen Sophiologen Pawel Florenskij  „Der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit“ (1914) entnommen. Florenskij gehörte zur Reihe der Sophiologen aus dem sog. „Silbernen Zeitalter der russischen Kultur“ (Ende des 19.- Anfang des 20. Jahrhunderts). Die Ansichten dieser Sophiologen sind so bedeutsam, dass sie sich der Anthroposophie Steiners annähern. Laut Pawel Florenskij ist Sophia „der uranfängliche Gedanke Gottes an die zu erschaffende Welt“, „das ideelle Bild der Welt“ und „die ewige Weiblichkeit in Gott“. Sophia ist die Hauptfigur der Komposition der Ikone. Sie wird einem Engel ähnlich dargestellt, der ein Königsgewand und ein Omophorion trägt. Die Wesenheit hat lange Haare, das Gesicht, die Hände und Flügel sind feuerrot, auf dem Kopf trägt sie eine Krone aus Gold. In der rechten Hand hält sie einen goldenen Caduceus (Hermesstab) und in der linken – eine aufgerollte Schriftrolle, die sie an ihr Herz gedrückt hat. Um den Kopf hat sie einen goldenen Nimbus und sitzt auf einem goldenen Thron mit einem doppelten Kissen. Der Thron hat vier Beine und wird von sieben Feuersäulen gestützt. Die Füße ruhen auf einem großen Stein. Der ganze Thron befindet sich in einem goldenen siebenstrahligen Stern, um den blaue oder grüne Kreise bestehen, die von kleinen Goldsternchen erfüllt sind. Über Sophia ist in einer doppelten Sphäre auf dem Hintergrund eines achtstrahligen Sternes Christus dargestellt, der Sophia und alles, was sie umgibt, segnet. Über Christus steht Gott. Auf dem irdischen Plan stehen zur rechten und linken Seite der Sophia ehrfürchtig die beiden Menschen, die das empfangen, was Sophia über die Welt ausstrahlt – die Gottesmutter und Johannes der Täufer, die jeweils die den Gott der Welt und die Botschaft über Christus empfangen haben. Die Mutter der Welt – Jungfrau Sophia – hält die Erdensphäre in ihren Händen, in der auf dem Hintergrund eines siebenstrahligen Sternes (dem Prinzip der Entwicklung durch Metamorphosen) der Gottessohn zu sehen ist, der Mensch wurde. Der Täufer hält eine entrollte Schriftrolle in seinen Händen – die gleiche wie die Rolle, die Sophia an ihr Herz drückt. Auf dieser Rolle sind die Geheimnisse der göttlichen Weisheit niedergeschrieben, die über Johannes den Täufer den Menschen enthüllt werden. Dank den Leiden Gottes, dessen Attribute im oberen Teil der Ikone dargestellt werden, wird die Weisheit den Menschen offengelegt, jedoch darf der Mensch nicht vergessen, dass Gott für diese Weisheit gelitten hat. Deshalb soll er sie höchst verantwortungsvoll behandeln, damit sie zur Herzensweisheit werden kann, zum Leben für sein Ich, was die auf das Herz zeigende Hand vermittelt. Das Hauptgeheimnis dieser Weisheit besteht darin, dass Sophia eine Offenbarung des Heiligen Geistes ist, die Christus in die Welt als die Intelligenz der neun Hierarchien herabgesandt hat. Er hat sie auf seinen Thron gesetzt (den Thron der Substanz), den der Mensch allmählich beziehen soll. Der Weg dazu kommt an Sophia vorbei. Auf unsichtbare Art sind auf der Ikone noch zwei große Individualitäten anwesend, ohne die sie unvollendet wäre. Wenn wir annehmen, dass die Ikone eine kreuzähnliche Struktur hat, die für eine Verbindung des Übersinnlichen mit dem Sinnlichen am geeignetsten erscheint, so können wir in den unteren Teil der Gottesmutter und dem Täufer das Bild des Paulus hinzufügen. In diesem Dreieck, das aus den irdischen Empfängern der göttlichen Weisheit besteht, bilden die ersten Beiden die innere, intime, tief mystische Welt der Sophia. Als der Sozialste unter den Jüngern gewährleistet Paulus den Übergang dieser mystischen Sophia zu den Menschen draußen.

 

Der andere Johannes – der Evangelist – hat die Weisheit als ein „Buch“ vom Engel in der „Apokalypse“ erhalten, und musste dieses Buch symbolisch „aufessen“, d.h. innerlich aufnehmen. Auf der Ikone der Sophia ist er auch unsichtbar anwesend und schmilzt mit dem Bild des Täufers zusammen. Die Beziehung der beiden auf dem Hügel Golgatha hat uns Steiner eröffnet – auf Golgatha war Johannes der Täufer in der unsichtbaren Welt und Johannes-Lazarus stand unten am Kreuz. Auf diese Weise sind die beiden Zentren, die Christus für seine Weisheit und Liebe unter den Menschen aufbaute, auf der Ikone der Sophia präsent, jedoch nicht sinnlich wahrnehmbar. In der Lemniskate, die beide bilden, repräsentiert Sophia den Christus. Sie wird zum Zentrum des Dreiecks, das aus Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen besteht. Für denjenigen, der das Kreuz seiner Entwicklung auf sich genommen hat und Christus folgt, um dessen achtarmiges Kreuz zu personalisieren, hat Sophia eine große unentbehrliche Bedeutung.

Hier entsteht die Frage, ob es in der Zeit der zweiten Ankunft Christi Personen gibt, die diesen Kreuzesweg verkörpern? Die andere Frage, die noch wichtiger ist, lautet: Gibt es unter den neuen Bedingungen Impulse, die die Lemniskate zwischen Paulus und Johannes-Lazarus versinnbildlichen? Über die Gottesmutter und den Täufer wissen wir bereits, dass sie jeweils als der große bulgarische Maler Boris Georgiev und der leidgeprüfte Hellseher Djado Wlajtscho inkarniert waren. Beide wurden von dem Magneten der Liebe angezogen, die der Meister Beinsa Douno manifestierte. Der Bodhisattva steigt als der Bote der Sophia, des Heiligen Geistes herunter, aber er erhält seinen wichtigsten Impuls zum Handeln auf dem Erdenplan durch die direkte Kontemplation des Christus-Ich in der Buddhi-Sphäre, wo Christus als Liebe kontempliert. Johannes-Lazarus war als Boris Georgievs Schwester Katja inkarniert, die nach den Worten des Malers „nicht von dieser Welt“  war und über die Schwelle zur geistigen Welt sehr früh gegangen ist, um zu einer Art Schutzengel des Malers zu werden. Eingehend wurde darüber in der Vorlesung „Der Aufstieg des Ewig-Weiblichen“ gesprochen (https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/01/05/der-aufstieg-des-ewig-weiblichen/).

Der andere Impuls – der Impuls der Weisheit – ist durch die Anthroposophie und Rudolf Steiner in Erscheinung getreten. Steiner hat nicht die ganze Gedanken-Substanz des Weltalls, die ganze Intelligenz der Sophia in sich hineingebracht, sondern nur ihre Form, die sich in die Intelligenz der Engel hineinbringen lässt. Diesen Inhalt der Engelsintelligenz hat Steiner der Menschheit vermittelt, indem er ihn in die Form unserer irdischen Intelligenz transformierte. Das machte er in einer solchen universellen Art, die keiner vor ihm erreicht hatte, so dass wir in einem gewissen Sinne sagen können, dass das Weltall zum Inhalt des Bewusstseins Steiners geworden ist. Verständlicherweise tauchten um ihn mehrere Individualitäten auf, die an der Verwirklichung dieses Impulses teilnehmen sollten – Ita Wegmann, Albert Steffen u.a. Doch über all diese Mitstreiter ragt die Persönlichkeit der Marie Steiner-von Sivers heraus. Heute wollen wir über sie sprechen.

Maria (Marie) Jakowlewna Sivers wurde am 14.03.1867 im kleinen polnischen Städtchen Włocławek als die Tochter eines livländischen Generalleutnants im russischen Dienst geboren. Die Familie hatte fünf Kinder. Als Marie acht war, zog die Familie nach Riga um und zwei Jahre später – nach Sankt Petersburg. Marie, die sich durch große Seelentiefe auszeichnete, hat eine solide humanistische Bildung genossen, sie war die beste Schülerin. Das alte Griechenland, der Rhythmus der griechischen Dichtung haben sie schon sehr früh mystisch angezogen, aber die Eltern haben ihr verboten, Griechisch zu lernen. Später hat sie dieses Verbot als richtig erkannt, da das Erlernen der griechischen Sprache sie auf ihrem Weg zur Spiritualität der Zukunft verhindert hätte. Marie sprach fließend vier Sprachen und zeigte besonderes Interesse für die russische Sprache, die zwischen dem Sanskrit und den europäischen Sprachen steht.

Durch ihre Bildung erwarb Marie das Recht, als Gymnasiallehrerin zu arbeiten, doch sie wollte lieber Vergleichende Sprachwissenschaft studieren. Ihre Eltern widersetzten sich ihrem Wunsch, da sie befürchteten, dass ihre Tochter unter den Einfluss der sozialistischen Ideen geraten könnte, die an den Universitäten besonders stark verbreitet waren. Doch ohne in einen offenen Konflikt einzutreten, hat die freiheitsliebende Marie ihre Entscheidung verteidigt. Sie fuhr nach Paris, wo sie mit der Überheblichkeit der Professoren konfrontiert wurde, da sie sich als Frau erdreiste, in die Sphäre der Wissenschaft einzudringen. Sie geriet unter den Einfluss der sozialistischen Ideen, da sie die soziale Ungerechtigkeit in starker Art erlebte. Eine Zeitlang arbeitete sie in Sankt Petersburg als Lehrerin von Arbeiterkindern. Da zu jenen Zeiten mehrere Klassen in demselben Raum unterrichtet wurden, mussten die Lehrer schreien, um gehört zu werden. Ihre Stimme wurde angegriffen und Marie musste operiert werden. Danach trat bei jedem Versuch zu sprechen, ein bestimmter Widerstand auf, den sie zu überwinden hatte. Mit einem Mal löste sich die Verkrampfung und danach konnte ihre Stimme ungehindert aus dem Sprechapparat kommen. Nach dieser Befreiung erreichte sie große Fortschritte in der Kunst der Rezitation. Marie besaß großes Schauspieltalent, aber die Eltern wollten nicht, dass sie Schauspielerin wird. Sie verbrachte eine Zeitlang als Lehrerin im Dorf, wo ihr Bruder wohnte. Dort verletzte sie sich ernsthaft bei einem Sturz, was später ernsthafte Folgen für ihre Gesundheit hatte. Nach dem Tod ihres Bruders fuhr Marie nach Paris, um am dortigen Konservatorium Rezitation und Schauspielkunst zu studieren. Zwei Jahre später kam sie nach Sankt Petersburg zurück und erhielt die Hauptrolle in der Aufführung der „Maria Stuart“ von Schiller. Die Aufführung war ein Riesenerfolg, die Marie die Chance gab, im Berliner Schillertheater die Hauptrolle in der „Jungfrau von Orleans“ zu erhalten. Marie war begeistert, doch der Theaterintendant empfahl ihr, sich zu schminken und herauszuputzen, um die Pressevertreter zu beeindrucken. Marie war erschüttert, dass diese heilige Kunst, die den Mysterientempeln entstammte, wo die Götter zu den Menschen gesprochen hatten, derart banalisiert werden konnte. Sie wurde gewahr, dass die wahre Keuschheit sich nicht mit dem Leben des modernen Theaters vereinbaren lässt. Es war ihr nicht vergönnt, äußeren Ruhm zu erlangen, doch sie kapitulierte nicht vor der Realität. Das Schicksal traf sie mit Édouard Schuré, der von ihr und ihrer Denkart begeistert war. Sie inszenierte sein Mysteriendrama „Die Kinder des Lucifer“ vor Theosophen. Die Frage nach der Wahrheit beschäftigte sie weiter, als sie in der Bibliothek des Grafen von Brockdorff in Berlin Rudolf Steiner traf, der dort einen Vortrag hielt. Sie hörte, was er erzählte und wie er sprach. Es war im Jahre 1900, Marie von Sivers war 33 und das neue Zeitalter war herangebrochen.

Viel später hat Thekla von Reden geschrieben, dass die Erscheinung Marie von Sivers’ in der Bibliothek wie jenes Zeichen von Theon-Sophia war, das die gleiche unerschütterliche geistige Kraft wie bei Steiner besaß. Danach bestieg Marie von Sivers den dornigen Weg und wurde zu Steiners wichtigster Helferin bei seiner Arbeit. Sie sah, was dieser Mann leistete und wie er Hilfe von jemandem brauchte, der genauso hingebungsvoll arbeiten konnte. Der anthroposophische Impuls trat direkt in ihr Wesen ein und sie wurde ein anderer Mensch. Die schöne Aristokratin, die in Berlin bewundert wurde und die mit hellem Verstand und mannigfaltigen Gaben beschenkt war, hat ihre eigene Person vergessen und ihren Lebenslauf abgeschlossen. Mit aufopfernder Hingabe begann sie der Anthroposophie zu dienen, ohne dabei an Selbstverwirklichung im gewöhnlichen Sinne zu denken. Steiner gab zu, dass er ohne Marie von Sivers weder die Anthroposophie noch die Anthroposophische Gesellschaft ins Leben gerufen hätte. Sie war für ihn die Hauptträgerin und Begründerin der Bewegung. Bereits 1901 stellte ihm Marie die schicksalhafte Frage nach der Notwendigkeit der Vereinbarung der theosophischen Weisheit mit dem Christus-Impuls in einer für das europäische spirituelle Leben geeigneten Form. Die Frage wurde gestellt und Steiner begann dem geistigen Gesetz entsprechend an diesem Problem zu arbeiten. Das alte Prinzip des „Lichtes aus dem Orient“ wurde durch „das Licht aus dem Okzident“ ersetzt.

Marie von Steiner gründete den Anthroposophischen Verlag, wodurch sie und Rudolf Steiner nicht mehr den Launen der anderen Herausgeber ausgesetzt waren. Sie redigierte Steiners Vorträge, erledigte die Verwaltungsarbeiten als Sekretärin der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, investierte viel Arbeit in die Institutionalisierung der anthroposophischen Bewegung und stand im Zentrum des neuen eurythmischen Impulses. Zudem war sie der Schutzengel Steiners im äußeren Leben – sie organisierte seine Reisen mit allen alltäglichen Details und begleitete ihn oft. Dabei schränkte sie den Zugang der anderen zu ihm ein, was ihr auch Feinde einbrachte. Durch Marie von Steiner hat gleichsam das kosmische Gericht gesprochen, das Gericht der Wahrheit, was viele gestört hat. Nicht zufällig hat sie Steiner ein „kosmisches Wesen“ genannt, das ist keine Metapher. Doch jeder, der seinen Egoismus unterdrücken konnte, bekam ihre irdische Menschlichkeit zu spüren, denn Marie hat die wesentlichen Dinge sehr tief erlebt. Nachdem Schuré Steiner des Nationalismus bezichtigte, lag sie drei Tage lang wie gelähmt. Sie hat das Wesen und die Bedeutung der Anthroposophie am besten erkannt. 1908 hat Steiner geschrieben: „Du bist mir die Priesterin, als die Du mir entgegenblicktest, als ich Deine Individualität erkannt hatte. Ich schätze Dich in der Reinheit Deiner Seele, und nur deshalb darf ich Dir zugetan sein. Wir leben miteinander, weil wir innerlich zueinander gehören, und wir werden immer ein Recht haben, so zueinander zu sein, wie wir sind, wenn wir uns klar sind, dass unser persönliches Verhältnis eingetaucht ist in den heiligen Dienst der Geistesevolution. Ich weiß, dass der Augenblick nicht kommen darf, wo diese Heiligkeit auch nur im Geringsten gestört würde.“ (GA 262:65)

Steiner hat nie hohle Phrasen benutzt und wenn er sagt, dass ihr Verhältnis in den heiligen Dienst der Geistesevolution eingetaucht ist, geht es hier offenbar um die kosmische Dimension dieser Individualität. Noch etwas mehr – als Steiner am Modell des ersten Goetheanums arbeitete, hat ihm Marie stundenlang Modell gestanden. Steiner hat sie seine „Inspiratorin“ genannt. Hier geht es nicht um Porträtmalerei, sondern um ein Gebäude. Es gibt keinen anderen Fall in der Geschichte der Kunst, in dem ein Mensch für ein Gebäude Modell gestanden hat. Das Goetheanum war mit seinen Säulen und Kapiteln, mit seiner Kuppelmalerei die sinnlich-sichtbare Verkörperung eines realen hierarchischen Wesens, das Anthropos-Sophia heißt. Diesem Wesen hat Steiner ein Haus errichtet und Marie Steiner-von Sivers war das irdische Modell für dieses Haus. Folglich ist das Goetheanum ihr architektonisch-plastisches Porträt.

Wer war die Frau, über die Steiner solche Worte sagen konnte und die als ein sinnlich wahrnehmbares Gebäude dargestellt wurde?  Wir wissen über ihre Inkarnationen als Albert der Große und Hypatia, auch dass sie in den keltischen und früher in den orphischen Mysterien war. Wir wissen aber auch, dass niemand in seiner gegenwärtigen Inkarnation auf das in früheren Inkarnationen Erreichte stolz sein darf, denn anderenfalls würde er in einen Astralschlaf verfallen. Was hat es also mit Marie Steiner-von Sivers auf sich?

Wir haben bereits darauf verwiesen, dass der Heilige Geist die Idee der Welt ist, dass er als Sophia an Pfingsten über die Jünger herabstieg, um ihnen die Wahrheit über das Christus-Ereignis zu offenbaren. Im 20. Jahrhundert trat Sophia als Anthropos-Sophia unter den Menschen in Erscheinung. Steiner war derjenige, der das Wissen über sie enthüllte, der fähig war, die Offenbarung der Sophia den Menschen weiterzugeben. Steiner wurde von Theon-Sophia inspiriert. Als er aber das Modell des ersten Goetheanums machte, sah er seine Inspiratorin in der Individualität Marie Steiner-von Sivers. Er baute ein Haus für Sophia und dieses Haus ist ein Mensch, dieses Haus ist Marie von Steiner. Viele namhafte Anthroposophen haben sich in den vergangenen Jahren gefragt, was uns Steiner mit seinen Äußerungen und Handlungen mit Bezug auf die Frau an seiner Seite sagen wollte. Der Erste, der es vor einigen Jahren öffentlich ausgesprochen hat, ist Gennadij Bondarew. In Marie Steiner war das Wesen Theon-Sophia inkorporiert, als dessen Avatar sie auf der Erde lebte, um dem Menschen zu dienen, der zum Sinnbild der Anthroposophie wurde – Rudolf Steiner. In ihrer Rolle als Avatar hat sie ihr Ich beibehalten, ihre Handlungen gingen von diesem Ich aus. In ihrer individuellen Aura war sie jedoch von Sophia erfüllt, die sich weit in den Kosmos hinaufhob. Sophia hat durch Marie ihre Kräfte in die Welt der Menschen ausgegossen und Maries Handlungen erhielten einen kosmischen Sinn, denn sie hatte sich aufopfernd in den Dienst des Geistes gestellt. Wäre Theon-Sophia in der Anthroposophie nur als eine Lehre erschienen, hätte sie nur einen Teil der Wahrheit enthüllt. In Marie hat sie sich selbst als die Wahrheit manifestiert, denn es musste das Bild des Menschen der Zukunft gezeigt werden, für den das Verwandschaftsmäßige keine Rolle spielt, der sein Ich aus der ätherischen Quelle – der Ich-Buddhi Christi – ständig erneuert und zum Wiedererlangen des verlorenen Wortes hinschreitet. Das ist eine der Hauptursachen der Menschwerdung der Theon-Sophia. Das Wiedererlangen des verlorenen Wortes, aus dem der Mensch erschaffen wurde und zukünftig wieder erschaffen wird, ist der höchste Akt der schöpferischen Tätigkeit der Weltenidee des Übergangs von der irdischen zur Sonnenevolution. Diesen Akt kann sie nur durch einen auf der Erde lebenden Menschen vollbringen, so wie die Auferstehung des Fleisches nur durch die Menschwerdung Gottes möglich war.

Einen solchen kolossalen Sinn erlangte die Arbeit Marie Steiners mit dem tönenden Wort, mit der Kunst der Rezitation, in der sie unnachahmbare Vollkommenheit erreicht hat. Bei ihr kamen die Konsonanten und Vokale aus dem Weltraum zu den Lippen und kaum den Sprechapparat berührend, flogen sie fast sichtbar werdend mit voller Kraft in den Weltraum zurück. Sie war wie ein mit den Augen wahrnehmbarer Geist, das Wort in ihr war lebendig und hat die Geheimnisse angedeutet, die uns in Zukunft auf dem Weg der Sprachentstehung offenbar werden. Die Lehre der Anthroposophie wurde in drei Sprachen gegeben, die übereinander liegen und uns zum inspirativen Denken und dem Erwachen des schöpfenden Wortes der Götter führen. Zuerst ist das die Sprache der Begriffe, darüber befindet sich die Sprache der Symbole und ganz oben sind die erneuerten Kunstformen. Die Begriffe gehen in Symbole über und die Symbole – in Kunst, wobei die Kunst des Wortes, das Erlangen des verlorenen Wortes die höchste Kunst ist. Was bedeutet es, dieses Wort zu erlangen?

Wir wissen, dass der Schöpfer alles Wesentlichen das geistig klingende Wort Gottes, der Logos ist. Wir wissen, dass die kosmische Pan-Intelligenz Michaels nach dem Eintritt in den Menschen zum Intellekt des Einzelnen wurde. Das Weltenwort verwandelte sich im Menschen in die Gabe der Rede. Doch sowohl die Rede als auch der Intellekt haben einen reflektierenden Charakter angenommen, woraus unser Ich-Selbstbewusstsein entstand. Nun muss der Mensch den Intellekt und die Rede wieder zu ihrer göttlichen Quelle erheben. Dazu muss er zuerst Leben in sein Denken hineinbringen, dem Denken einen kosmischen Charakter durch die Änderung seiner Form verleihen, um zur allmählichen Verwandlung seiner Rede in schöpfendes, hervorbringendes Wort überzugehen. Das Fleisch muss zu Wort werden, damit in einigen Tausend Jahren die Menschen mit der Kraft der weißen Magie des Wortes die physischen Leiber der zur Inkarnation kommenden Seelen in der feinen Stofflichkeit der Erde erzeugen können. Das werden die Mysterien der Theon-Sophia sein, die sich zum Hauptmysterium des Weltalls erheben – dem Mysterium des Ich-bin-Prinzips Christi, des Wortes, das im Urbeginn war. Im Erdenäon wurde es dem Menschen erlaubt, am Unorganischen, am Stofflichen zu arbeiten. Dank den Kainiten hat der Mensch große Erfolge in dieser Königskunst erreicht. Zukünftig muss er aber eine neue Königskunst erlernen – die Arbeit am Organischen, am Leben. Zu diesem Zweck sind Weisheit, Reinheit und hohe Sittlichkeit notwendig – Tugenden, die die Engel besitzen. Das Wort des Meisters Beinsa Douno war „Kraft und Leben“, denn der Mensch Peter Danov zeichnete sich durch Reinheit, Moralität und Wahrhaftigkeit aus. Wir wissen, dass er die Inkarnation des „demütigsten und aufrichtigsten Herrschers“ im slawischen Haus war –  Boris I. des Täufers. Marie von Steiner-Sivers war auch rein, moralisch und wahrhaftig und deshalb war das Wort in ihr lebendig. Ihre Ehe mit Steiner, die im Dezember 1914 geschlossen wurde, trägt rein geistigen Charakter und sollte einerseits die Verleumdungen beenden sowie Marie von Steiner die Rechte auf den Nachlass Steiners geben. Ihre Arbeit am Nachlass hat sie hervorragend gemeistert. Im Blick Marie von Steiners können wir jene Vergeistigung sehen, die wir bei Beinsa Dounos und der Jungfrau Sophia finden. Den Blick der beiden kenne ich sehr gut, da ich ihn erlebt habe. In ihm gibt es keine Spur von Sexualität, in der Art, wie der Mensch sie üblicherweise versteht. Wir wissen, dass die Reproduktionskräfte dem Menschen nach dem Sündenfall eingepflanzt wurden, aber sie tragen rein göttlichen Charakter. Sie sind reine Kräfte der Sophia, der Weisheit, die im Altertum der Beziehung zur Geisteswelt dienten. Mit dem Erlangen des Ich-Selbstbewusstseins wurden sie langsam zum Werkzeug des Vergnügens und die Reproduktionsfunktion blieb im Hintergrund. Der Mensch hat diese Kräfte im Dreck zertrampelt und sie zu Geschäftsbeziehungen degradiert. Das ist eine besonders große Sünde, in der die mächtigsten dunklen Geister  – die Asuras – in Erscheinung treten. Durch die sexuelle Zügellosigkeit greifen sie die Bewusstseinsseele und das Ich an, um den Weg des Menschen zur Geisteswelt abzuschneiden, in die er in rechtmäßiger Art nur durch höhere Weisheit und keusche kosmische Liebe eintreten darf. Selbstverständlich behaupte ich nicht, dass man sofort auf die Benutzung der Reproduktionskräfte verzichten soll, um von den Göttern in ihre Bewusstseinssphären aufgenommen zu werden, denn noch lange wird die heutige Reproduktionsart der Inkarnation der Seelen dienen. Allerdings wäre es gut zu wissen, dass Ahriman immer erfolgreicher in diese Kräfte eingreift, um direkt am Inkarnationsprozess teilzunehmen. Das wird ernsthafte Konsequenzen für die weitere Entwicklung der Menschheit haben, da Ahriman gerade diese Reproduktionsart des Menschen für immer konservieren will. Der Impuls zum Übergang zur Inkarnation durch das Wort wird aus dem Slawentum hervorkommen, wohingegen der Impuls zum Verbleiben in der alten Reproduktionsart auch nach dem Ende der sechsten Kulturepoche aus Amerika kommen wird. Anstatt zur weißen Magie und zum Erlangen des verlorenen Wortes wird die Menschheit vom Missbrauch der Materie, zum Missbrauch des Organischen und Lebendigen herabstürzen und das ist schwarze Magie der schlimmsten Art.

Vor einigen Jahren hat der Dimo-Daskalov-Verlag das Buch des französischen Anthroposophen Athys Floride „Das Mysterium der Sexualität und die Zukunft der Menschheit“ veröffentlicht, in dem eingehend auf die Frage der Veredelung des menschlichen Sexuallebens eingegangen wird. Hier werden wir uns nicht in diese Frage vertiefen, das ist nicht unsere Aufgabe, sondern wir müssen die Antwort auf die Frage finden, woher wir die Kraft nehmen können, um die Veredelung und den graduellen Verzicht auf das Sexualleben zu vollziehen, damit wir uns mit Sophia in Verbindung setzen und an der Individualisierung des Auferstehungsleibes in uns arbeiten können. Im Westen gibt es das Beispiel des geistigen Paares Rudolf Steiner und Marie Steiner-von Sivers und in Bulgarien haben wir das Beispiel des Meisters Beinsa Douno. Durch die Synthese der Impulse, die beide ausgestrahlt haben, wird die spirituelle Ich-Kraft für jede Transformation erreicht, die der Mensch an sich entsprechend seinem wachsenden Ich-Bewusstsein zu vollziehen hat. Die Wahl ist eine persönliche, es ist eine Ich-Wahl und darin äußert sich das Wesen des großen Christentums des Heiligen Geistes, zu dessen unabänderlichen Teil der Impuls gehört, der am Anfang des dritten Jahrtausends von Bulgarien ausging. Hoffentlich können ihn so viele Seelen wie möglich für sich entdecken, so dass sie durch Theon-Sophias Besuch „selig“ geworden und das eigene Kreuz tragend den Weg zu demjenigen antreten, der „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist!