Johannistag und das Zeichen der Bulgaren – Teil 1

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 25.06.2017 in Varna

 Link zum Vorlesungs-Video

Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir bitten Dich, mögen die Bulgaren den Weg zu ihrem Zeichen finden, das Dein Zeichen ist. Аmen!

Unbemerkt rollten drei Jahre nach der anthroposophischen Konferenz „Die Seele Europas“ in Varna 2014 dahin, in denen in unserer Gruppe „Geist der Wahrheit“ 29 große Vorlesungen über Themen aus dem esoterischen Christentum gehalten wurden, die auf YouTube zu sehen sind. Mit der vorliegenden Vorlesung und dem Vortrag über Skythianos, der auf der benannten Konferenz gehalten wurde, liegen nun 31 Vorlesungen vor. Die Zahl 31 ist laut Beinsa Douno „die Zahl des Bulgaren“. Wir wissen, dass die Zahl der Tage in einem Monat entsprechend des Mondumlaufs gezählt werden. Zu den 28 Tagen wurden jedoch drei zusätzliche Tage hinzugefügt. Wir besitzen unter anderem auch 31 Spinalnerven-Paare, damit wir als unabhängige, aufrecht stehende Sonnenwesen existieren können und nicht nur von der kosmischen Gesetzmäßigkeit der Mondzahl 28 geleitet werden. Die Unabhängigkeit bedeutet Ichhaftigkeit und die Bulgaren sind gerade das Volk, das vor Christus für die Ich-Evolution der Menschheit, für ihre aufrechte Stellung verantwortlich.

Heute werden wir über den aufrechten Gang im Zusammenhang mit dem Johannistag sprechen, auch auf eine weitere Aufrichtung werden wir eingehen, die erst jetzt besprochen werden kann. Der Anlass liegt sieben oder acht Jahre zurück und hängt mit einer Begegnung zusammen, die damals stattgefunden hat. Eine junge Frau kam aus einer anderen Stadt nach Varna, um sich mit einem jungen Mann sowie mit mir und meiner Frau zu treffen. Diese Frau hatten wir ein paar Monate früher schon kennengelernt. Wir setzten uns mit den Beiden in ein Restaurant. Schon lange vor unserer Verabredung hatten wir gewusst, dass der junge Mann eine Inkarnation des Nationalhelden Bulgariens war[1]. Er wusste auch, wer er war, aber er konnte die Wahrheit über die eigene Person nicht ertragen und ist später in einen sog. „Astralschlaf“ verfallen. Das bedeutet, dass sich jemand, der eine  oder mehrere seiner wichtigen Inkarnationen unvorbereitet erfahren hat und sich auf seinen Lorbeeren ausruht, während er die Aufgaben seiner jetzigen Inkarnation nicht wahrnimmt. Wir hatten auch wahrgenommen, wessen Inkarnation die junge Frau war und nun sollte ihr das in einer bestimmten Art angedeutet werden. Ich habe beim Gespräch weit ausgeholt und den Kreis allmählich eingeengt. Irgendwann kam es zum Augenblick, als sie sagte: „Ja, ich weiß seit langem, dass ich die wieder geborene Jeane d‘ Arc bin“ – das haben auch wir gewusst. Uns gegenüber saßen also die Nationalhelden Bulgariens und Frankreichs.

Einige Zeit später hat mir die junge Frau durch diesen jungen Mann eine ihrer Erfahrungen mitgeteilt: sie habe ein gleichseitiges Kreuz gesehen, das jedoch nicht aufrecht stand, sondern waagerecht scheinbar im Nichts lag, als wäre es in der Luft. Danach habe sie eine Stimme gehört: „Das Kreuz, an dem Christus gekreuzigt wurde, ist das Zeichen der Bulgaren.“ Danach wiederholte die Stimme dreimal: „Sag es Mangurov!“

Seit diesem Erlebnis sind sieben oder acht Jahre vergangen, der bulgarische Nationalheld befindet sich immer noch im Zustand des Astralschlafes und die französische Heldin scheint noch nicht ihren Weg im jetzigen Leben bestiegen zu haben. In der vorliegenden Vorlesung ist für uns jedoch wichtiger, das Rätsel des „Zeichens der Bulgaren“ zu verstehen, und zwar im Licht des Mysteriums des Johannistages.

Vor dem Beginn unseres Zyklus vom alten Saturn bis zum zukünftigen Vulkan existierte schon jener höhere Raum, der in der Anthroposophie als der Kristallhimmel bekannt ist. Er ist reiner Geist und mit dem Ergießen des neutralen Weltenfeuers durch die Throne in den Kristallhimmel ist aus dem Raum der Nichtraum entstanden – der alte Saturn. Die alten Bulgaren, die von ihren Feinden „Thraker“ genannt wurden, verstanden unter einem Kristallhimmel das „Chaos“ und die im Nichtraum erschienenen Geister der Zeit waren unter dem Namen Chronos bekannt.
Wieder vor etwa sieben oder acht Jahren war ein anderer junger Mann bei einer meiner Vorlesungen anwesend und erhielt danach zuhause eine Imagination. Er kam zu der nächsten Vorlesung und legte mir Zeichnungen vor, die ich vor einigen Tagen in meinem Archiv entdeckt habe. Auf der einen Zeichnung waren zwei Kreise zu sehen. Im ersten Kreis gab es zwei ineinander verflochtene Pentagramme und im anderen Kreis auch, aber hier wurden jeweils zwei Strahlen hinzugefügt, die sich im Mittelpunkt des Kreises schnitten. Die eine Zeichnung trug den Namen „Chaos“ und die andere – „Schöpfung“. Erst nach allen Vorlesungen, die in diesen Jahren über die Struktur des Weltalls, die Bedeutung des Christus und den väterlichen Weltengrund vorgetragen wurden, konnte ich nun diese Zeichnungen verstehen. Den Zeichnungen lag ein Brief bei, in dem es hieß: „Ich verstehe nicht, was ich gezeichnet habe, aber ich weiß, dass es stimmt, ich habe den Drang gespürt, es zu zeichnen und das habe ich gemacht.“ Im „Chaos“ des jungen Mannes gab es korrekterweise keinen Punkt im Zentrum aller Verflechtungen, das Christus ist, in Dem sich die beiden siebenstrahligen Sterne verflechten. Die Zeichnungen sind hervorragend und aus ihnen kann man tatsächlich sehen, wie Gott geometrisiert und zwar mit der höchstmöglichen Geometrie, aus der das Weltall entstanden ist. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei dem Mann bedanken und ihm sagen – falls er diese Vorlesungen schaut -, dass seine Arbeit nicht umsonst war.

Der Kristallhimmel existiert in den höchsten Bewusstseinsstufen weiter und der Raum für unseren Zyklus, der auf der alten Sonne entstanden war, wurde von den Erzengeln getragen, die die Thraker Zeus genannt haben. Auf dem alten Mond begann die Weisheit mit der wesentlichen Herausbildung der kosmischen Intelligenz zu herrschen und wurde in unserem mystischen Leben vom Engelswesen Athena Pallas verkörpert. In den ersten drei Äonen manifestierte sich die Göttliche Dreiheit in unseren drei Leibern und im Erdenäon hat sich der Mensch als eine physisch-ätherisch-astrale Form wohl aus der zweidimensionalen imaginativen Welt abgesondert. In seinem Ich hat er den zweidimensionalen Raum in einen dreidimensionalen aufgelöst. Somit konnte die Schöpfung in den Zyklus der Entwicklung in der Zeit übergehen. Der dreidimensionale Raum ist die letzte Stufe des Herabstiegs der Göttlichen Trinität den Daseinsstufen und den Bewusstseinsstufen entlang. Allerdings bleibt er für den Menschen lediglich eine Idee, die nicht mit den Sinnen, sondern nur imaginativ angeschaut werden kann, andernfalls würden wir unmittelbar Gott Selbst anschauen können. Wir sind momentan in der Lage, die Göttliche Schöpfung anzuschauen und die ihm angelegte Weisheit zu erwerben. Geht man in die Richtung der höheren Welten, „zieht“ sich der dreidimensionale Raum zu einem zweidimensionalen Raum „zusammen“, dann zu einem eindimensionalen und einen Nullraum (der nicht das Fehlen von Raum bedeutet), zuletzt kommt der Kristallhimmel. In alten Zeiten wurde über 31 Bewusstseinsstufen zwischen Mensch und Gott gesprochen, was wiederum auf die sog. Zahl der Bulgaren hinweist. Mit dem Erlangen des Ich durch den Menschen hat sich die Göttliche Trinität im materiellen Dasein als eine Vierheit manifestiert. Mit den in uns fließenden Ätherströmen erscheint sie als eine Fünfheit (ein Pentagramm). Mit der Geschlechtertrennung und der Verflechtung der beiden gleichseitigen Dreiecke (des Hexagramms) wird sie zur Sechsheit. Mit dem Zyklus der Metamorphosen während der Evolution wird die Siebenheit erreicht und zuletzt manifestiert sie sich mit unseren Sinnesorganen, mit der Zeit und dem Tierkreis als eine Zwölfheit. Was die drei Naturreiche betrifft, erscheinen sie als ein „Nebeneffekt“ der Widerspiegelung des Gruppen-Ich der Menschheit im individuellen Ich jedes Menschen. Der Mensch ist aus der inspirativen Welt als eine hochgeistige Form herabgestiegen, die sich im Erdendasein befestigen sollte. Das geschah in einer sehr komplizierten Art. Wir wissen, dass der höhere Äther von den Geistern der Weisheit durch die hierarchischen Wesen nach den jeweiligen Planeten des Sonnensystems differenziert wird, die die Beziehung der Erde zur Tierkreissphäre herbeiführen. In Letzterer ist die Wirkung der geistigen Kräfte völlig anders als im Planetensystem. In der Tierkreissphäre herrscht die Zwölfheit, deshalb müsste es auch zwölf Planeten geben, andernfalls könnte sich das System nicht im Raum entfalten, der ein höheres Prinzip als der Rhythmus der Siebenheit darstellt. Deshalb wurden dem im Sonnensystem existierenden sieben Planeten vier weitere Planeten hinzugefügt (die Sonne und der Mond stellen im Okkultismus Planeten dar). Diese vier Planeten waren an der Entwicklung nicht beteiligt, die in der alten Saturnzeit begonnen hatte. Uns sind die Namen dreier Planeten bekannt – Uran, Neptun und Pluto. Der zwölfte Planet besitzt eine so feine Stofflichkeit, dass die astronomischen Geräte seine Wirkung nur feststellen, aber ihn nicht erfassen, „sehen“ können.

Im Erdenäon erschienen aus dem Äther der Raum und der Lebensprozess. Letzterer besteht im Menschen aus sieben Tätigkeiten, die aus den uns bekannten sieben Planeten entstanden sind. Die planetarischen Ätherkräfte sind es, die die menschliche Form in ihrem Dasein verfestigen, wobei die Siebenheit in Zwölfheit übergeht. Das geschieht durch die Beziehung der sieben Lebensprozesse im dreigliedrigen Menschen (Kopf – Rhythmus – Gliedmaßen) mit den zwölf Sinnen, auf die sich das Ich stützt und sich im Leben als Denken, Fühlen und Wollen erhebt.

Es gibt vier Ätherarten, die sich dem Menschen durch die Lebensprozesse anheften, welche wie gesagt durch die jeweiligen Planeten bestimmt werden. Die Sonne regiert den Lebensäther, der auf der Erde hauptsächlich als unser Planetenäther wirkt. Hier wirken auch die anderen drei Ätherarten, die aber durch die Planeten doppelt dazwischentreten – einmal durch die drei äußeren Planeten Saturn, Jupiter und Mars und ein zweites Mal durch die drei inneren Venus, Merkur und Mond. Zum Schluss erreichen alle vier Ätherarten den Menschen und bilden seinen Ätherleib für die vorliegende Inkarnation. Die Befestigung im Menschen wird dadurch ermöglicht, dass der Licht- und der Wärmeäther eine zentrifugale und der Tonäther –  eine zentripetale Tendenz besitzen. Dadurch, dass Saturn und Jupiter in der Wärme und im Licht wirken, ziehen sie den Menschen von der Erde weg, indem sie die Wahrnehmungen seiner Sinne erwecken, denn die Kräfte beider Planeten sind dem makrokosmischen Äther näher. Damit die Sonne diese Kräfte „erden“ kann, erhält sie Hilfe durch die Venus- und Marstätigkeit. Auf diese Weise wird die Materie aus der Tätigkeit des Ton- und Lebensäthers zu Wasser und Erde verdichtet, in denen der kosmische Äther vom Weltall abgetrennt zu sein scheint. Im Okkultismus wird alles Flüssige „Wasser“ genannt und alles Feste – „Erde“. Der entgegengesetzte Prozess des Zerfalls der Materie verläuft auf dem Mond, auf der Erde und im Menschen. Dagegen wird aus der Tätigkeit der Sonne die Materie vergeistigt, ätherisiert und geht auf den geistigen Plan über, damit in der Ätherwelt das Phantom unseres physischen Leibes entstehen und der Leib des zukünftigen Äons ausgebildet werden kann. Im Laufe der menschlichen Inkarnationen wechseln sich die Ätherarten, die in unseren Lebensprozessen befestigt sind, ab, im Laufe des Jahres wechseln sie den Charakter ihrer Tätigkeit ab. Das geschieht in Abhängigkeit von der Bewegung der Planeten, die stark den menschlichen Astralleib sowie seine ganze seelisch-geistige und ätherisch-physische Tätigkeit beeinflusst. Die größte Bedeutung für uns besitzen die Bewegung der Erde um die Sonne im Jahresrhythmus und ihre Veränderungen als ein lebendiges Wesen. In ihrer Bewegung geht sie durch vier Jahreszeiten, weshalb für die Menschheit vier Hauptfeste bestehen, die mit den beiden Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden zusammenhängen. In den Urzeiten gab es jedoch drei Hauptfeste und die Menschen haben das Jahr als eine heiße, eine feuchte und eine kalte Jahreszeit erlebt. Erst seit der dritten nachatlantischen Kulturepoche begannen die Bulgaren, nach ihnen auch die Ägypter, Chaldäer und andere Völker, die Jahreszyklen als eine Vierheit zu erleben. Das liegt daran, dass der schöpferische makrokosmische Impuls der Bewegung der Sonnenkräfte, mit denen Sich damals Christus auf Seinem Weg zu einer irdischen Inkarnation vereinigte, aus der Sphäre der äußeren in die Sphäre der inneren Planeten überging. Damals wurde der Mars-Impuls, der in der Entwicklung der Erde führend  war, durch den Merkur-Impuls ersetzt. In der Mitte der atlantischen Zeit wirkte sich der entsprechende Wechsel auf das Lebewesen Erde und den organischen Menschen aus, nun wirkte sich die Rochade beider Planeten auf das seelisch-geistige Wesen des Menschen aus. Vorher sahen die Menschen hauptsächlich die früheren Kulturepochen, Wurzelrassen und Äonen, mit dieser Wende begann der Erdenäon als ein solcher, allmählich in das Bewusstsein einzudringen, d.h. in das innere Leben des Menschen, das mit der Entwicklung seiner Ich-Selbstbestimmung zusammenhängt. Der Prozess wurde auch durch die Erhebung des vierten Bodhisattva im Rilagebirge in die Buddastufe in Gang gesetzt – durch die Verinnerlichung in seinem Ich der ausgearbeiteten „Produkte“ von Denken, Fühlen und Wollen in den drei Mysterienzentren Europas. Auf diese Fragen bin ich in meinem Artikel „Die Bodhisattvas“ eingegangen [2]Das geschah durch den vierten Bodhisattva. Unseren drei Leibern begann sich immer spürbarer das vierte Element zu befestigen – das Ich. Entsprechend hat sich das Erleben des Naturzyklus in die vier großen Feste entfaltet, damit der Mensch auf die Ankunft des Erlösers vorbereitet werden konnte. Der Jahreskreislauf wurde durch die höheren Kräfte der Hierarchiewesen wegen der Ankunft Christi auf die Erde geschaffen. An seine vier Schlüsselpunkte stellten sich die vier Haupterzengel – Gabriel, Raffael, Uriel und Michael. Wie haben die Menschen des Altertums diese „Punkte“ mit ihrem damaligen Bewusstsein erlebt?

So wie der menschliche Astralleib und das Ich während wir schlafen unseren Äther- und physischen Leib verlassen, um sich mit dem Geistselbst zu vereinigen, so verlässt mit Anbruch des Frühlings in der nördlichen Halbkugel der Astralleib der Erde teilweise den Planetenleib, um sich im Makrokosmos zu erweitern und mit den Planetenintelligenzen zu vereinigen. Der Geist der Erde macht sich zusammen mit den Elementarwesen – dem Gedächtnis der Erde – und dem Astralleib auf den Weg zu den Sternen auf. Der Frühling ist eine Art Nachklang des alten Saturn, der von der Nacht des großen Pralaya kommt. Deshalb beginnt das neue Jahr astrologisch am Tag des Frühlingsäquinoktiums. Früher hat der Mensch das Erwachen der Natur mit einem weitaus stärkeren Gefühl erlebt als die heutigen intellektualisierten Menschen. Mit der Sommersonnenwende ging das Erwachen wegen der üppig vorhandenen Wärme und Licht in eine Exaltation über – ein Nachklang des Äons der alten Sonne. Zu dieser Jahreszeit ist der Geist der Erde unter den Sternen in der Welt der Vorsehung in einem Zustand der Seligkeit, ohne es gewahr zu werden, da er in einen „Schlaf“ verfallen ist, dessen Widerspiegelung die Schönheit und Vielfalt der Pflanzendecke, der Überfluss an Wärme und Licht darstellen. Ähnlich verhielt es sich mit dem Menschen, dessen Astralleib teilweise abgetrennt, „ausgeatmet“ war. Beim Menschen hängt das Ausatmen mit der Verschiebung in den Wirkungssphären des dreigliedrigen Menschen (Kopf, rhythmisches System und Gliedmaßen) zusammen. Dadurch werden der Charakter der Lebensprozesse und die Wahrnehmung der Sinne abgeändert. Diese Tendenz existiert zwar heute noch, doch der Mensch der alten Zeit hat die Veränderungen weitaus spürbarer erlebt. Wie hat er sie erlebt? Während der Sommersonnenwende hat er seinen Astralleib (d.h. das Bewusstsein) ausgeatmet und ist unter den Elementargeistern der Natur in eine Art Gruppentraum verfallen, der dem damals existierenden Gruppenbewusstsein eigen war. Ein solcher Mensch wird vom Horoskop seiner Geburt fest beeinflusst und ist von den Veränderungen in der Natur im Laufe des Jahres völlig abhängig. Mit Gesang, Musik und Tanz, mit besonderen Vorführungen hat der Mensch früher seine großen Fragen an die kosmischen Intelligenzen gestellt, unter denen sich sein Gruppen-Ich von den Elohim aufgehalten hat. Danach hat er auf die Antworten gehorcht, die eine Art Aufleuchten des Ich in ihm selbst waren. Bis heute lassen sich in den Rhodopen so wie an anderen Orten in Bulgarien solche Kultrituale beobachten, die das Echo vergangener Zeiten darstellen.

Mit Herbstanbruch beginnt die Natur zu verwelken und abzusterben, was beim Menschen der alten Zeiten zur Melancholie führte – ein Abglanz jener „Trauer“, die den Äon des alten Mondes durchdrungen hatte. Im Winter gab es ein besonders starkes Gespür für den Tod, das wie ein Erleben des irdischen Äons war, in dem wir zwar das Ich erhalten haben, aber in unserem Bewusstsein für die geistige Welt „gestorben“ sind. Ausgesprochen intensiv wurden die vier Seelenzustände in den Mysterienzentren von den Schülern erlebt, die sich auf die Einweihung vorbereiteten. Das Wesen dieser Einweihung bestand darin, das Seelenleben in Hinblick auf die bevorstehende Ankunft des Erlösers zu transformieren, mit Dem auch das makrokosmische Ich-bin-Prinzip kommen sollte. Wegen der Verstärkung des menschlichen Ich in den nördlichen Mysterien haben zwölf Eingeweihte zusammen mit dem dreizehnten Haupthierophanten den Anwärter umkreist und ihm aufopfernd besondere Ich-Kräfte verliehen, die nach Jahreszeiten abgestuft waren. Im Augenblick der Einweihung, als das Ich, der Astralleib sowie ein Teil des Ätherleibes außerhalb des physischen Leibes eine Ekstase erlebten, haben drei der zwölf Eingeweihten Ich-Kräfte des Frühlings zum Ich des Neophyten gerichtet; die anderen drei Dreiergruppen haben jeweils „Sommer-„, „Herbst-“ und „Winterkräfte“ auf ihn gerichtet, damit er sich bewusst in die geistigen Welten erheben und sie in der rechten Weise erleben konnte.

Dagegen ist das Ich im südlichen Mysterienweg nicht in den Makrokosmos herausgetreten, sondern es hat sich zum Unterbewussten im Menschen „zusammengezogen“. Dafür hat sich der Egoismus auf das Zwölffache erhöht, weshalb zwölf Eingeweihte den Prozess beaufsichtigt haben, um die Entstehung zwölfmal schlechterer Fähigkeiten zu verhindern als die im normalen Leben Vorhandenen.

Bei beiden Einweihungswegen – dem nördlichen und südlichen – erreichte der Neophyt den Geist, um sich auf die Zeitenwende vorzubereiten, als Christus neben allem anderen auch den Charakter der vier Feste abänderte, indem Er drei neue hinzufügte, die mit Seiner Tätigkeit auf dem Erdenplan zusammenhängen. Die sieben Feste bilden einen in sich geschlossenen Zyklus der Metamorphose, in dem die Menschenseele die Kräfte zur Stärkung des Ich findet und sich jedes Jahr in der Einheit von Sein und Bewusstsein auf immer höhere Individualisierungs- bzw. Christianisierungsstufen erhebt. Dabei hilft ihm das ganze Weltall. Indem sich der Mensch der Lemniskate der Metamorphosen entlang bewegt, kommt er nicht mehr zum Ausgangspunkt zurück, sondern steigt immer eine Stufe höher auf, ähnlich dem Ton, der immer nach dem Durchlaufen der Tonleiter eine Oktave höher endet. Dabei entsteht der Zyklus allmählich, ohne einen absoluten Anfang. Immerhin können wir als einen Anfang die Geburt Gottes im Winter ansehen. In der vorliegenden Vorlesung interessiert uns aber der Johannistag, deshalb werden wir unseren geistigen Blick auf dieses Fest richten.

Die heutige Tragödie des Menschen liegt größtenteils daran, dass nach dem graduellen Verlust des alten Hellsehertums und dem Übergang zu der neuen Bewusstseinsform das Erleben des Jahreskreislaufs keine Rolle mehr spielt. Lediglich Weihnachten und Ostern finden einen gewissen Widerhall in der Menschenseele, aber das geschieht nur aufgrund der Tradition und nicht aus einer realen Beziehung zu Christus heraus. Der Weihnachtsbraten, der Osterzopf und das Eierfärben stellen nur ein klägliches Abbild der alten Kulte dar. Die restlichen fünf Feste können die Christen mit nichts in Beziehung setzen – weder in ihrer Seele noch in ihrem Bewusstsein. Es entsteht der Eindruck, dass das Christentum im Absterben begriffen ist, doch eigentlich fängt sein Siegeszug erst jetzt an. Die Menschen sind jedoch nicht für das Christentum bereit, obwohl sie den sieben Hauptfesten viele nebensächliche Feste beigefügt haben, die eher einen äußeren Charakter tragen. Der Mensch bleibt zwar von den Änderungen abhängig, die die Bewegung der ätherischen Erde in Bezug auf die Planeten hervorruft, aber er reagiert nicht bewusst auf sie. Trotzdem sind diese Änderungen nicht unerheblich, sie betreffen die Verhältnisse der inneren und äußeren Wahrnehmungen der Sinne, die durch die Verschiebungen im dreigliedrigen Menschen und die Änderungen der Lebensprozesse verursacht werden, welche die Bewegung der Erde in Bezug auf die äußeren und inneren Planeten bewirken. Um Weihnachten herum steht der Erzengel Gabriel im Kosmos und wirkt in den Impulsen der Nahrungsaufnahme, also im Bereich des Stoffwechsels. Das führt zur Erweiterung der inneren Sinne. Bei Frühlingsanbruch beginnt Gabriel, seine Kräfte auf das Atmungssystem zu richten, also auf das rhythmische System, in dem die Impulse Raffaels – des Ostererzengels – wirken. Dann bekommen die Kräfte der Nahrungsaufnahme eine heilende Wirkung, da sie die Metamorphose des Atmens durchlaufen haben. Hippokrates hatte seinerzeit gesagt: „Eure Nahrung soll eure Medizin und eure Medizin soll eure Nahrung sein“. Dem würden wir die Atmung hinzufügen, insbesondere im Frühling, wenn das rhythmische System sich auf den Weg der Erhebung zum Kopf gemacht hat, wo die heilenden Kräfte zu geistigen Kräften des Menschen werden, die in den Wahrnehmungen der Sinne und im Denken wirken. Der Höhepunkt liegt in der Johanniszeit, wenn wir uns zum Impuls Uriels erheben – des Erzengels der Sommersonnenwende. Zu dieser Zeit wird die Sphäre der äußeren Sinne vom sich emporhebenden rhythmischen System mit seinen instinktiven Prozessen der Atmung und Blutzirkulation erfüllt, in denen das pflanzliche Leben überwiegt. Das Kopf-Nervensystem wird dagegen zu den inneren Sinnen „verschoben“, wo das Unbewusste, Tierische wirkt. Die im Ätherisch-Physischen der Erde wirkenden Prozesse streben danach, den Menschen zu einer Pflanze zu machen und die Prozesse im irdischen Astralleib bringen uns zu unserem tierischen Zustand zurück. Als Ergebnis aller kosmischen Einwirkungen dreht sich der Mensch in seelisch-geistiger Hinsicht mit dem Kopf nach unten und beginnt, einer Pflanze zu ähneln, wie früher in der lemurischen Zeit. Wenn wir annehmen, dass nur die kopernikanische Ansicht unseres Planetensystems existiert, bei der die ätherisch-astralen Bewegungen zwischen Erde und Sonne auf der Lemniskate durch den Punkt der Sonne von der äußeren zur inneren Seite und zurück bestehen, so steht der Mensch in seelisch-geistiger Hinsicht tatsächlich kopfüber. Diese „Stellung“ ist am deutlichsten bei Menschen mit einem geringfügig individualisierten Ich, etwa bei den ausgeprägten Materialisten. In geistiger Hinsicht verfallen solche Menschen in einen tiefen Schlaf. Darauf bezieht sich der Text aus dem vierten Kapitel des Markus-Evangeliums in der Übersetzung Emil Bocks: „Wer hat, dem wird gegeben, wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er denkt, dass er hat“. Wer im Sommer nicht geistig wach bleiben kann, verfällt in das Leben des Gruppenbewusstseins und verliert seinen Verstand, denn die Prozesse der Atmung und Nahrungsaufnahme haben sich ziemlich hoch in den Kopf erhoben. Im Sommer werden die materialistisch Gesinnten noch größere Materialisten, da sie nicht einfach so denken, sondern unter dämonische Einflüsse in mediumistischer Art irregeführt werden. Schon im Frühling tritt mit dem Erwachen der Elementargeister der Erde nicht nur im Pflanzenreich, sondern auch im Mineralreich reges Leben ein – insbesondere im Kalkstein, den Ahriman zu einem ahrimanischen denkenden Organismus verwandeln und in diesen die menschliche Intelligenz zusammenziehen will, die in dieser Zeit aus dem menschlichen Kopfsystem in das Gliedmaßen-Stoffwechsel-System heruntersteigt. Ahriman will das Denken und den Stoffwechsel zu einer Einheit verschmelzen lassen, um dadurch die kosmische Astralität zu beherrschen. Dabei helfen ihm die Kräfte des Mondes, der sich beim Menschen zum Kopfsystem erhebt. Wir wissen, dass der Mond in der Nahrungsaufnahme und in der Reproduktion wirkt. Die erhöhte Nahrungsaufnahme und die erhöhte Sexualität im Frühling führen allmählich dazu, dass sich der Mensch im Sommer geistig verliert und zu einer „Pflanze“ bzw. zu einem „Tier“ wird.

Doch noch mehr strebt Ahriman danach, zusammen mit dem Geist der Erde in die astralen Höhen der Welt vorzudringen, da zu dieser Zeit der Geist der Erde vom Lebensgeist Christi emporgezogen wird, der nach der Auferstehung zur ätherischen Aura der Erde wurde. Ahriman will nicht nur das menschliche Bewusstsein zum Unbewussten zusammenziehen, sondern auch den Astralkosmos unter seine Kontrolle bringen, die kosmische Intelligenz erobern und sie in seine Intelligenz zusammenziehen. Deshalb ist der Mensch in der Johanniszeit bereits von jenem feurig leuchtenden Schwefel umgeben, der wie ein Drache aus der Erde herauskriecht, um die Gabe zu rauben, die der Mensch von der kosmischen Intelligenz erhält, wenn er wach geblieben ist, also seelisch-geistig aufrecht auf der Krebs-Steinbock-Linie steht. Das ist die ptolemäische Ansicht über den Kosmos und die Erde, nach der die Erde das Zentrum der Lemniskate der ätherisch-astralen Kräfte im Sonnensystem bildet. Das ist eine nicht nut geozentrische, sondern auch eine anthropozentrische Ansicht. Wenn wir auf der Erde stehen, sieht sie für uns unbeweglich aus und die Sonne scheint sich während des Tages von Osten nach Westen und im Jahr von Süden nach Norden und wieder nach Süden zu bewegen. Das ist keine scheinbare Vorstellung, die den Standpunkt des Menschen bedient, sondern ein Ausdruck der ätherisch-astralen Atmung der Erde, die sich als das materielle Zentrum und gleichzeitig die Peripherie des Weltalls zu immer höheren geistigen Sphären erhebt. Dabei durchläuft sie eine lange Evolution, in der sie in einem platonischen Jahr (entspricht ca. 26000 Erdenjahren) den ganzen Weg durch den Tierkreis zurücklegt. Laut Beinsa Douno ist die Erde jetzt dabei, die ungünstige dreizehnte Sphäre zu verlassen und sich auf eine hellere Sphäre der geistigen Welt zu begeben. Der Mensch kann sich in diese Bewegung bewusst und richtig einbringen, indem er wach bleibt. Dagegen kämpfen auch die luziferischen Mächte, die in der Johanniszeit den Strom der Astralkräfte benutzen, die aus dem Kosmos herausströmen und den Ätherkräften der Erde entgegenfließen, die sich zu der Sonne erheben. Dabei erreichen die luziferischen Kräfte das menschliche Atmungssystem, durch das sie unseren Ätherleib und damit auch den Lebensgeist unter ihre Kontrolle bringen wollen. Sie hoffen, dass der Mensch zusammen mit seinem Astralleib irgendwann auch seinen Ätherleib „ausatmen“ und nur in der geistigen Welt bleiben wird, ohne zu irdischen Inkarnationen herunterzusteigen. Irgendwann wird das auch der Fall sein, doch vorläufig ist der Mensch noch nicht dazu bereit. Deshalb ist es in der Johanniszeit wichtig, dass wir von Uriel die Kraft des Denkens erhalten, die Erzengel Michael im Herbst in einen Willen verwandelt, der eine „Bewegung“ im Menschen fördert – den Übergang zu einer allmählichen Änderung der Bewusstseinsform.

[1] Die Rede ist von Vassil Levski (1837-1873), Anführer und Ideologe des Freiheitskampfes gegen die türkische Herrschaft in Bulgarien.

[2] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/06/08/die-bodhisattvas-1-teil/

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