Archiv für den Monat November 2017

Die Unterscheidung der rechtmäßigen und der unrechtmäßigen Spiritualität

Original-Video

Nachdem wir in der vorigen Vorlesung auf das Ich-bin-Prinzip eingegangen sind und einige Grundfragen gestellt haben, wollen wir nun zu dem Thema übergehen, wie dieses Ich-bin-Prinzip vom heutigen Menschen erlebt wird. Das Thema können wir „Die Unterscheidung der rechtmäßigen und unrechtmäßigen Spiritualität“ nenne

Es existiert heute ein Riesenozean geistiger Strömungen auf der Erde. Das Hauptproblem, mit dem diejenigen konfrontiert werden, die der Hölle der materialistischen Weltanschauung entkommend auf der Suche nach Geistigkeit sind, besteht darin, welcher spirituellen Strömung sie sich anschließen sollen. Selbstverständlich wird jeder Mensch nach karmischen Gründen auf die für ihn geeignete Spiritualität gelenkt, daher ist es äußerst schwierig, ihn aus dieser Strömung herauszuziehen – das  hat mir die Praxis völlig unmissverständlich gezeigt. Trotzdem wäre es angebracht, die Dinge zu strukturieren, wenn wir das Ich-bin-Prinzip als den systembildenden Faktor in jedem System betrachten. Wir wollen nun die verschiedenen Arten der heute auf der Erde bestehenden Spiritualität in einem bestimmten Hierarchie-Verhältnis betrachten, damit wir uns einen Überblick verschaffen können. Anderenfalls werden uns „die Beine wegknicken“ und wir werden dorthin gehen, wo wir uns wohl fühlen. Schlecht wäre das nicht, allerdings ist das Ich-bin der Urquell, dem ein abwärts fließender Fluss entstammt. Oben ist dieser Fluss schnell und mächtig, aber je tiefer er abwärts fließt, desto mehr wird er aufgestaut – es bilden sich einzelne (Stau)weiher, in denen bestimmte Wesenheiten zu wirken beginnen. Der Fluss fließt weiter abwärts und es entsteht ein anderer Weiher, es taucht ein weiteres System auf, in dem andere Wesenheiten gedeihen. Auf diese Weise werden flussabwärts verschiedene Stillgewässer gebildet. Je weiter abwärts der Fluss des Ich-bin-Prinzips fließt, desto größer werden sie und desto mehr Bewohner haben sie, desto stiller ist ihr Wasser. Zum Schluss erreicht das Ich-bin-Prinzip die Materie, wo es sich verliert.

Wie können wir die auf der Welt heute vorhandene Spiritualität strukturieren? Dazu müssen wir unseren Blick auf den Fluchtstab des Ich-bin richten, welches sich in der Zeitenwende manifestiert hat.

„Das fünfte Evangelium“ von Rudolf Steiner (GA 148) ist eines der bewegendsten anthroposophischen Bücher schlechthin, das die Frucht der von Steiner angewendeten Methode der siebenstufigen Lemniskate des anschauenden Denkens und der nachfolgenden Erhebung zu den Fähigkeiten zum imaginativen, inspirativen und intuitiven Bewusstsein darstellt. Dort wird über drei große Enttäuschungen berichtet, die Jesus in tragischer Art nach seinem 18. Jahr erlebt hat. Das geschah lange vor dem Eintritt Christi in seinen Leib (im 30. Jahr Jesu). Es handelt sich um die Enttäuschung vom Heidentum, Judentum und Essäertum.

Steiner berichtet, dass Jesus vor seinem 30. Jahr viele Reisen machte und dabei verschiedene Gegenden Palästinas und außerhalb Palästinas kennenlernte. Unbekannt ist, ob er dabei auch nach Indien kam, wie manche behaupten – er soll angeblich in Kaschmir gestorben und nicht gekreuzigt worden sein, behauptete ein inzwischen verstorbener „Esoteriker“. Jesus ist tatsächlich herumgereist, mit Sicherheit war er in den Gebieten, die wir heute als Vorderasien und Kleinasien kennen, ob er auch die Balkanhalbinsel erreichte, wissen wir nicht. Im Zusammenhang mit seiner Enttäuschung vom Heidentum berichtete Steiner, dass dieses Ereignis an einem Ort geschah, den er nicht genau identifizieren konnte (vgl. GA 148:62). Bei seinen Wanderungen sah Jesus, wie unter den Völkern, die heidnische Kulte ausübten, zahlreiche Dämonen walteten. Bei der besagten Reise zu einem nicht weiter identifizierten Ort begegnete Jesus einem Stamm, der einen Götzen verehrte. Dort war die Kultstätte von den Priestern verlassen worden und die Heiden konnten keine Beziehung zur geistigen Welt mehr herstellen. Die Heiden glaubten, in Jesus ihren neuen Priester zu erkennen und drängten ihn zum Opferaltar, wo er das Bewusstsein verlor. Als er wieder zu sich kam und „den Blick in die Ferne schweifen ließ“, sah er die dämonischen Wesenheiten, die diese Menschen verfolgten.

Der Sinn jeder Spiritualität, jeder Religiosität besteht darin, eine Beziehung in der rechten, rechtmäßigen Art zur geistigen Welt herzustellen. Hier entzündet sich der Streit unter allen spirituellen Menschen auf der Erde, wessen Spiritualität die größte ist. Das führt unausweichlich zu Kriegen, denn allen Konflikten der Menschheit liegt der Zusammenprall der verschiedenen religiösen Ansichten über die Welt zugrunde.

Jesus hat gesehen und in tragischer Art erlebt, wie das Heidentum die Beziehung zu den Göttern längst verloren hat und wie sich die Dämonen unter diesen Völkern breitmachten und wirkten und ihnen waren die Menschen zum Opfer gefallen. Für die Heiden hatte diese unrechtmäßige Spiritualität entsetzliche Folgen, die sich auf dem physischen Plan als Pest, Aussatz und all diejenigen Krankheiten zeigten, die damals grassierten.

Was ist die heutige Entsprechung der heidnischen Spiritualität? Wir können eine Gliederung auf mehreren Stufen vornehmen und wenn wir uns in die Details vertiefen, werden wir mehrere Dutzende Varianten der Spiritualität herausheben, die ihre jeweiligen Spezifika haben. Auf der tiefsten Stufe befinden sich diejenigen, die in manchen Fernsehsendern für sich werben – der Magier X, die Geistheilerin Y -, die durch primitive Techniken das Geld ihrer Klienten einfach einkassieren. Sie mögen durchaus bestimmte Fähigkeiten besitzen, welche jedoch in kommerzieller Weise zu Geld gemacht werden. Da der heutige Mensch große Probleme hat, klammert er sich an jeden Strohhalm, er lässt sich z.B. schwarzmagische Angriffe auflösen und gibt dabei immer mehr Geld aus. Zweifellos gibt es unter den Bulgaren viele, die hellseherische Fähigkeiten und gleichzeitig hohe geistige Qualitäten besitzen – ich habe persönlich solche Menschen gekannt. Doch sie nehmen entweder gar kein Geld als Belohnung für die eventuell geleistete Hilfe oder sie sagen „Wirf soviel Geld, wie du möchtest auf den Boden“ – 2, 5, 10, 200 Leva – das ist dem Klienten völlig frei überlassen. Der Heiler tritt auf das Geld und wirft dem Klienten nie vor, dass dieser zu wenig bezahlt hat. So verfahren die Menschen, die mit wahren hellseherischen Gaben begnadet sind. Diese Fähigkeiten ziehen sich als ein Nachhall alter Zeiten hin, als wir eine bildhafte Gruppenspiritualität, ein bildhaftes, imaginatives Gruppenbewusstsein besaßen. Nun sind wir Menschen dabei, die Wüste des wachen gegenständlichen Ich-Bewusstseins zu durchqueren. Im 20. Jahrhundert sollte der große Übergang zum bewussten bildhaft-imaginativen Bewusstsein beginnen, so dass der Mensch zu einer neuen Gattung wird – zum Homo magneticus, zum Weißmagier. Selbstverständlich haben diejenigen, die sich heute ‚Magier‘ nennen, nichts mit den Weißmagiern zu tun, sondern in ihnen kommt in einer bestimmten Art eine atavistische Spiritualität zur Geltung. Manche dieser Personen sind zwar unendlich liebevoll, aufopfernd und können tatsächlich ihren verwirrten Klienten helfen. Solche Menschen dürfen nicht abgelehnt oder verachtet werden.

Die nächsthöhere Gruppe bilden die sog. Kontakteure, Channeler. Wenn wir über sie sprechen, müssen wir allerdings bedenken, dass der Sinn der Spiritualität im Herstellen einer Beziehung, eines Kontakts zur geistigen Welt besteht. In diesem Sinne war auch Steiner ein Kontakteur, auch Beinsa Douno war ein Kontakteur. Jeder, der mit der geistigen Welt kommuniziert, ist ein Kontakteur. Hier meinen wir aber die New-Age-Bewegung und ihre unzähligen Varianten. In den „Gesprächen mit Gott“ von Neale Donald Walsch etwa stellt sich der Autor vor, dass er direkt mit Gott Gespräche führt, d.h. mit dem Absoluten, mit dem väterlichen Weltengrund. Es ist offensichtlich, dass sich Walsch mit einer luziferischen Wesenheit oder mit einer exkarnierten Menschenseele unterhält, die auf diese Art von Spiritualität gerichtet war. Beide Gesprächspartner diskutieren, genauer gesagt quasseln endlos. Über solche Erscheinungen müssen wir ausdrücklich Folgendes sagen: Die guten, rechtmäßigen Geister – Engel, Erzengel usw. – reden nie lange. Sie sagen ein Wort, das der Mensch in sehr spezieller Art aufnimmt, die wir bei der Erörterung der Methodologie der Anthroposophie besprochen haben – mit dem ätherischen Gralsorgan, dem ätherischen vernünftigen Herzen, das sich etwa 30 cm oberhalb des Kopfes befindet. Es wird durch das Nasenwurzel-Chakra vollständig bewusst gemacht, in der rechten Art durch das Kehlkopf-Chakra ausgesprochen und durch das Solarplexus-Chakra erlebt. Dagegen ist die Herstellung einer Beziehung zur geistigen Welt durch die Entfaltung des Herzzentrums im Solarplexus etwas, was fatale Konsequenzen für den Menschen hat.

Gerade das hatte während seines Aufenthalts in Amerika ein Mann in unrechter Weise getan, mit dem ich mich letzten Sonntag getroffen habe. Wenn so etwas geschieht, führt es die Betroffenen zum Selbstmord oder zu einem Aufenthalt in der Psychiatrie. Zum Glück haben die guten Mächte diesen Mann gerettet, denn wenn so etwas länger andauert, lebt man wie in einem Horrorfilm mit einem schlechten Ende. Die Herstellung einer Beziehung zur geistigen Welt durch das Herzchakra ist heutzutage äußerst falsch für den Menschen. Ein vernünftiges Herz im Bereich des physischen Herzens wird frühestens in zwei bis dreitausend Jahren ausgebildet sein. Alles, was vorher in der Herzgegend entwickelt wird, verwandelt den Menschen in eine Marionette von Mächten, die er überhaupt nicht kennt. Man fängt dann an, Stimmen zu hören, die gewisse Anordnungen erteilen. Dem Mann, den ich traf, wurde etwa gesagt: „Stirb im Licht!“ Daraufhin sprang er einem vorbeifahrenden Auto entgegen und zerbrach sich den Schädel. Er ist sich nun dessen bewusst, was ihm zugestoßen war und ich hoffe, dass er sich nach unserem Treffen endgültig Klarheit über diese Frage verschaffen haben wird.

Wir haben in Bulgarien bereits zahlreiche Personen erlebt, die aus Amerika kommen und sich für spirituelle Lehrer ausgeben und unter anderem die sog. „Engel’s Parties“ veranstalten. Wir kennen Personen, die mit „Erzengel Michael“, „Erzengel Uriel“ und wem auch immer kommunizieren. Michael soll ihnen Ratschläge erteilt haben – etwa den Ölstand oder das Frostschutzmittel vor dem Autofahren zu überprüfen, eine Sonnenbrille aufzusetzen, um sich die Pupillen vom Sonnenlicht nicht beschädigen zu lassen u.dgl. Können Sie sich vorstellen, dass Michael sich mit solchem Kram beschäftigt?! Und trotzdem gibt es Millionen Menschen auf der Erde, die in diesen rosa Luftballons leben, Hände klatschend einander umarmen und verzückt „Liebe!“ und „Licht!“ rufen. All das ist ein Riesenkindergarten, ein spiritueller „Sumpf“, der sich auf der tiefsten Stufe der Spiritualität befindet. Es ist angebracht, diesbezüglich etwas Wichtiges zu erwähnen und eine Brücke zum fünften Video in dieser Reihe zu schlagen.

Neulich hat die sog. Wahrsagerin von Silvio Berlusconi Teodora Stefanova ihr Buch „Der achte Sinn“ präsentiert – bemerken Sie, nicht der sechste oder siebte, sondern gleich der achte Sinn! Scheinbar zufällig habe ich ein Fernsehinterview mit ihr gesehen, in dem sie über ihr Buch sprach. Nach vielem abstraktem Geschwafel von Liebe und Licht, das äußerst banal und hölzern klang, hat sie unter anderem wie nebenbei geäußert, dass wir keine Angst vor den Robotern, vor dem künstlichem Intellekt zu haben bräuchten, da wir durch diesen eine Beziehung zum Kosmos, d.h. zur geistigen Welt, aufbauen würden. Wir würden mit den Robotern brüderlich koexistieren und uns gegenseitig lieben. Danach ging das abstrakte Geschwafel, das sich üblicherweise aus dem Channeling der New-Age-Strömung ergießt, wieder los. Neulich hat ein englischer Professor von Programmen berichtet, mit denen Roboter die Kinder in der Schule unterrichten werden. Es wird angekündigt, dass den Menschen in zehn Jahren die Einpflanzung  eines künstlichen Intellekts angeboten werden wird. Dieser Intellekt wird viel schneller als das Gehirn funktionieren und weder an psychischen noch an physischen Krankheiten leiden: „Bitteschön, ihr braucht euren menschlichen Verstand nicht mehr!“

Hier sehen wir, wie durch solche Personen, welche die allerschlimmste Art von Channeling repräsentieren, die dunklen ahrimanischen Geister wirken und die Menschen auf das für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre Geplante vorbereiten – die Begegnung mit dem Antichristen.

Das bisher Erörterte umfasst die niedrigsten Stufen der Spiritualität. Auf einer höheren Stufe befinden sich diejenigen Personen, die die Magie beherrschen und sie für schwarze Zwecke benutzen, um auch Geld zu verdienen und über die anderen zu herrschen. Es gibt verschiedene Arten von Magie – von der harmloseren Sorte bis zur Magie, die einen sehr schnell zerstören kann. Der einzige Schutz gegen solche schwarzmagischen Angriffe besteht darin, dass sich der Einzelne von der rechtmäßigen Spiritualität durchdringt, auf die wir etwas später eingehen werden. Nur so kann man den Schutz der unsichtbaren Welt und in erster Linie den Schutz seines persönlichen Schutzengels genießen.

Das, was wir hier umrissen haben, existiert in Dutzenden Stufen und Varianten des Heidentums. Es ist eine Form der Spiritualität, in der heute nicht diejenigen Wesenheiten wirken, die zukunftsweisend sind, sondern diejenigen die in unrechter Weise auf das heutige Weltgeschehen schauen.

Die nächsthöhere Stufe bilden die Religionen, die außerhalb des Christentums stehen – Buddhismus, Hinduismus, Mohammedanismus und weitere mehr oder weniger bekannte Religionen, in denen Christus fehlt. Sie stellen bestimmte Weiher oder besser gesagt Sümpfe dar, die der beschriebene Ich-bin-Fluss gebildet hat, in denen Menschen entsprechend ihrer Evolutionsentwicklung gruppiert sind. Der Übergang von einem Weiher zum nächsthöheren erfolgt durch das Wachstum des Ich. Ob diese Menschen als Iche wachsen wollen, ist eine Frage ihrer persönlichen Wahl und ihrer persönlichen Möglichkeiten. Wachsen können sie, wenn sie die Wahrheit lieben. Das Christentum des Heiligen Geistes, das sich im 20. Jahrhundert anbahnt,  –  denn bisher befand sich das Christentum in seiner Vorbereitungsperiode – ist das Christentum der Ich-Entwicklung. Ohne die absolute Liebe zur Wahrheit kann kein Mensch zu einem höherliegenden Gewässer aufsteigen, er ist den Einflüssen seines Sumpfs ausgesetzt und bleibt in diesem Sumpf, in dem die rechtmäßigen Geister keinen wahrhaftigen Kontakt zu ihm herstellen können. Dieser Kontakt muss sich immer vom Ich-bin-Prinzip leiten lassen, das wir im Erdenäon aufbauen müssen. Im Buddhismus etwa fehlt das Ich. Nach der buddhistischer Ansicht erhält man im nächsten Leben ein neues Ich und das Ziel besteht darin, dem Kreislauf der Inkarnationen zu entkommen. Stattdessen müsste der Mensch in Abhängigkeit von seinem Ich-Wachstum immer mehr den Wunsch haben, aufopfernd auf die Erde herunterzusteigen, um seine Mitmenschen nach oben hinaufzuziehen. Das ist das christliche Verständnis des Ich-bin-Prinzips, das sich dem Ausstieg aus dem Karmarad widersetzt. Nicht in die geistige Welt hinauffahren und dort sich ergötzen soll der Mensch, sondern mit noch mehr Drang nach unten streben, um die Mitmenschen aus den Sümpfen zur höherliegenden Quelle des reinen Wassers mitzureißen. Der Meister Beinsa Douno sagte: „Wer die Quelle des reinen Wassers nicht erreichen kann, der trinkt trübes Wasser“. Doch besser ist es, aus dem trüben Wasser zu trinken, anstatt völlig zu verdursten wie die sog. Atheisten, die die unglücklichsten Menschen auf der Erde sind: Wenn jemand behauptet, dass es keinen Gott gibt, so bedeutet das, dass er gar kein Bewusstsein besitzt und auf die Stufe des Tieres hinuntergekommen ist.

All die erwähnten Religionen unterliegen dem Imperativ, den Beinsa Douno formulert hat: „Entweder ist man mit Christus oder gegen Ihn“ – eine Zwischenstellung gibt es nicht. Ob der Islam in seiner wahhabistischen oder in einer weicheren Ausprägung existiert, ist unbedeutend, denn er kann mit dem Christentum nicht koexistieren – das sind Illusionen für Naivlinge. Wer den Koran aufschlägt, wird feststellen, dass dort in imperativischer Art steht, dass Christus (gemeint ist natürlich Jesus) nicht Gott ist, dass die Trinität nicht existiert: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“. Da der Islam als letzte der Weltreligionen entstanden sei, sei er die wahre Religion, wird behauptet. So hat sich ergeben, dass der Islam, der zur Eliminierung der fürchterlichen Gondischapur-Akademie nützlich war, heute zu einer Religion wird, die sich gegen Christus richtet. Und all die anderen Religionen sind auch gegen Christus gerichtet, da wir uns schon im anbrechenden Zeitalter des Christentums des Ich-bin und nicht des Sumpfes befinden.

Das sind die heute bestehenden Stufen des Heidentums, von dem Jesus unter jenen Bedingungen enttäuscht war. Unser Zeitgenosse, der sich auf dem Weg des Ich-bin befindet, muss begreifen, beurteilen und mitfühlend sein, muss verstehen, warum diese Seelen das Bedürfnis haben, in ihrem Stillgewässer zu verbleiben. Man kann und darf diese Menschen nicht verurteilen, allerdings hebt das nicht die Notwendigkeit auf, die Wahrheit über jedes Gewässer zu verkünden und vom Standpunkt der michaelischen Anschauung aus zu beleuchten – der Anschauung des Ich, über die wir im ersten Video gesprochen haben.

Die nächste Enttäuschung Jesu war das damalige Judentum. Es wartete bekanntlich sehr lange auf den Messias und hat diesen am Ende gekreuzigt. Im Alten Testament gibt es weitaus über 300 Prophezeiungen der Ankunft des Messias. Johannes der Täufer hat Ihn erkannt, doch die jüdischen Schriftgelehrten nicht. Als das bemerkenswerte Gespräch des Christus mit der Samariterin stattfand, sagte sie, dass alle auf den Messias warteten, worauf Christus erwiderte, dass Er der Messias ist. Was für ein Segen war dieses Gespräch für den wieder inkarnierten Josef, für diese Samariterin!

Worin bestand das Problem des Judentums? Jesus sah, dass die Stimme Bath-Kol, die zu den Hebräern über Elija, über die großen Propheten des Alten Testaments als Offenbarung gesprochen hatte, keine Beziehung mehr zu den Schriftgelehrten herstellen konnte – der Elite, die sozusagen die Vertreterin des jüdischen Volkes vor dem Messias war. Die Bath-Kol war die Sprache, die zum jüdischen Volk von der Stufe der Elohim, ja sogar den Dynameis (der sechsten Hierarchie über uns) aus sprach. Das ist eigentlich die Jakobsleiter, die zu den Elohim führt. Als Jakob sie sah, ging es noch nicht um Jehova, der im Alten Testament durch Moses erscheint. Eigentlich sprach Christus zu den Propheten über Jehova – dem mächtigsten der Elohim – sowie über den damals wirkenden Michael als Volksgeist dieses Volkes. Das, was als Inspirationen von oben in der Gestalt der Bath-Kol kam, hatte ihre Quelle in der fünften bzw. sechsten Stufe über uns und konnte vom Judentum nicht mehr vernommen werden, da die rechtmäßige Beziehung zur geistigen Welt abhanden gekommen war. Dieser Umstand hat Jesus tief enttäuscht.

Die heutige Entsprechung jenes Judentums sind die auf der Welt bestehenden christlichen Konfessionen. Sie haben seit langem die wahre, zeitgemäße Beziehung zu Christus verloren. Hiermit will ich nicht ausschließen, dass es anständige Pfarrer, Priester gibt, ja sogar Bischöfe (obwohl das sehr zweifelhaft wäre), die eine rechtmäßige Beziehung zur geistigen Welt haben. Doch sie alle müssen sich dem Kanon unterordnen. So wie das alte Judentum von Regeln gelähmt war und die lebendige Beziehung zum Geist verloren hatte, so geschieht es auch heute. Der Kanon droht mit dem Finger, wenn man sich zu einer persönlichen Beziehung zur geistigen Welt entschließt, denn in diesem Fall stellt sich die für ihn bedrohliche Frage, wozu der Mensch dann die Kirche braucht. Alle heutigen Kirchen basieren auf dem persönlichen Erlebnis des Petrus bei Cäsarea Philippi, als ihn Christus fragte, wer denkt er, dass Christus sei und die Antwort bekam „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes (Matth. 16:16). Auf diese persönliche Erfahrung des Petrus wurden alle Kirchen gebaut, doch dem zitierten Satz folgte der Ausruf Christi „Hebe dich, Satan, von mir!“ (ebd. 22), denn das Menschliche kam bei Petrus zum Vorschein. Die Kirchen wurden nicht auf das Christentum des Petrus in der rechten Weise gegründet, d.h. auf die persönliche Erfahrung des Petrus, sondern auf diesen letzten Satz. Wenn der römische Katholizismus Petrus wegen der Worte Christi „Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde“ (Matth. 16:18) als seinen ersten Bischof betrachtet, so ging es gerade um die persönliche Erfahrung des Jüngers, der Christus als den Sohn des lebendigen Gottes sah. Genau das ist das Christentum, das sich jetzt anbahnt – das individuelle Christentum des Ich-bin-Prinzips, das den Menschen in ein Ich-bin verwandelt, der von dieser Position die Verbindung zu seinen Ich-bin-Mitmenschen herstellen muss. Dies hat der Kirchenkanon a priori beseitigt. In den Kirchen kann sich also der lebendige Geist keine Bahn brechen, denn der lebendige Geist als der Pfingstgeist geht durch das Ich-bin-Prinzip. Die heute bestehenden christlichen Konfessionen sind folglich die gegenwärtige Entsprechung jenes Judentums, dessen tragischen Zustand Jesus erlebt hat.

Die dritte Etage der Spiritualität bildet das Essäertum, das Jesus in einer ebenfalls dramatischen Art erlebt hat. Er hat mit den Essäern verkehrt, bei denen auch Johannes der Täufer war. Nach dem zwölften Jahr, als das Zarathustra-Ich in Jesus eintrat, haben die Essäer gesehen, wie weise der Sohn des Zimmermanns sprach. Sie befragten ihn nach der Deutung der alttestamentlichen Texte und bewunderten die Weisheit, die sich aus ihm ergoss. Deshalb haben sie versucht, ihn für ihren Orden zu gewinnen. Die Essäer durften durch keine bemalten Tore gehen, um nicht unter Luzifers und Ahrimans Einflüsse zu geraten. Deshalb gingen sie nur durch bestimmte unbemalte Tore nach Jerusalem. Sie führten ein gottgefälliges Leben, waren Vegetarier und besaßen Techniken zum rechtmäßigen Kontakt mit der geistigen Welt. Doch das geschah auf Kosten der restlichen Menschheit. In dem Moment, in dem die Essäer ein Tor passierten, das sie für die luziferischen und ahrimanischen Attacken unangreifbar machte, attackierten die beiden Widersacher die restlichen Menschen. Diese hohe Geistigkeit der Essäer wurde auf Kosten aller anderen Menschen praktiziert, sie hatte keine Opferbereitschaft.

Das war die dritte große Enttäuschung Jesu von der damals vorhandenen Spiritualität der Menschheit, die er seiner Mutter anvertraute. Im Anschluss daran vollzogen sich jene bedeutungsvollen Prozesse der Auswechselung des Ich Zarathustras durch das Ich Christi und die Durchdringung der über 40jährigen Maria mit der Seele der anderen Maria, in deren Ätherität und Astralität der nathanische Jesus bis zu seinem zwölften Jahr gelebt hatte. Die salomonische Maria wurde zu einer Jungfrau im physischen Sinne – das ist die Gottesmutter und die Jungfrau Sophia, von der im Christentum die Rede ist.

Welche ist die heutige Entsprechung der Essäer? Das sind die Organisationen „Weiße Bruderschaft“ und die Anthroposophische Gesellschaft – die heutige Spitze der Spiritualität auf der Erde und die rechtmäßigen christlichen Impulse, die der große Eingeweihte Rudolf Steiner und der große Bodhisattva Beinsa Douno ausgestrahlt haben. Wir wollen unseren Blick auf diese zwei Gesellschaften richten, die ihrem Ursprung nach die rechtmäßige Spiritualität der Gegenwart repräsentieren (müssten), denn bisher haben wir über die unrechtmäßige bzw. die unrechtmäßig praktizierte Spiritualität gesprochen.

Das Heidentum wurde überflüssig, indem es sich von Christus entfernte, doch im konventionellen Christentum fehlt Christus in Wirklichkeit ebenfalls. In den Kirchen wird Christus in der Praxis durch den Vatergott ersetzt, da dort das Ich-bin-Prinzip fehlt. Als sich Christus auf dem Weg zur Erde befand und Ihn Moses fragte, wer Er war, gab Er über Jehova die Antwort „Ich bin der Ich-bin“. Dem heutigen Christentum ist diese Ansicht über Christus völlig abhanden gekommen und es redet eigentlich nur über den Vatergott, indem es das Wort ‚Christus‘ benutzt. Unter anderem bedeutet griechisch χρυσός  „Gold“. Das Gold ist das Sonnenmetall und wir wissen, dass Christus auf seinem Weg aus dem Pralaya über die Sonne ging. Deshalb erschien Er vor dem geistigen Blick Zarathustras als Ahura-Mazdao  („die große Sonnen-Aura“). Alle vorchristlichen Mysterien schauten auf die Sonne, damit die Menschen sich auf die Ankunft Christi auf der Erde vorbereiten konnten. Nicht zufällig wollte in der nachchristlichen Zeit Julian Apostata, der jetzt in Bulgarien inkarniert ist, dass das dreifache Sonnen-Geheimnis als Quelle von Licht, Leben und Liebe in das Christentum eingeht. Dafür wurde er von einem christlichen Fanatiker getötet. Indem das Sonnen-Geheimnis Christi dem Christentum abhanden ging, hat es die Möglichkeit verloren, von einer Erden- zu der Sonnen-Evolution überzugehen. Ich habe schon mehrmals erläutert, was das bedeutet und was diesbezüglich heute schon beginnen kann. Dieses Gold, dieser Sonnen-Impuls wird uns in Wirklichkeit retten, deshalb ist Christus der Heiland, der „Salvator mundi“ auf Leonardos berühmtem Gemälde.

Kehren wir zu beiden Gesellschaften zurück. Bei meiner letzten Vorlesung vor drei Wochen in Sofia war unter den Anwesenden kein einziges Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Es kamen Menschen, die mich aus meinen Vorlesungs-Videos kennen. Nur ein ehemaliges Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft befand sich im Saal. Auf der Internetseite dieser Person entstand später eine Diskussion über meine Vorlesung, aus der klar wurde, wie das Vorgetragene völlig verkannt wird. Die Synthese der Impulse Rudolf Steiners und Beinsa Dounos wurde z.B. dergestalt verstanden, dass ich für eine Verschmelzung beider Organisationen plädiere, was natürlich völlig unsinnig ist. Eine mir sehr nahestehende Person, nannte die Ratschläge, die mir dort gegeben wurden, „den Versuch des Mistkäfers, dem Adler das Fliegen beizubringen“. Das veranschaulicht die Situation derjenigen, die das von mir Vorgetragene schlechtmachen, da sie es missverstehen. In ihnen wirken die Angst, das unterschwellige Gefühl, selbst nicht auf dem Stand des Vorgetragenen zu sein, und der Neid, der in allen Gesellschaftssphären herrscht. Wenn solche Menschen das, was durch mich kommt, nicht verstehen und gegebenenfalls dessen Korrektiv auf sachlichem Feld sein wollen, da niemand vollkommen ist, werden die beiden zitierten Gesellschaften jenen Essäern gleichen, die schön rein sein möchten, doch in der Praxis keine wahrhaftige Beziehung zur geistigen Welt haben, die über Christus geht.

Was die „Weiße Bruderschaft“ betrifft, so gibt es dort eine Person, die sich als Einzige mit Anthroposophie beschäftigt und die Dinge sehr tief erfassen kann. Diese Person hat im Varna-Zweig der „Weißen Bruderschaft“ die Anwendung einer Idee initiiert, die der Meister Beinsa Douno 1921 im Vortrag „Die vier Räte“ äußerte. Dort unterbreitete Beinsa Douno den Vorschlag, dass sich seine Nachfolger selbst vier Räten zuordnen, um in ihnen entsprechend ihrer eigenen inneren Einstellung tätig zu sein. Diese vier Räte beziehen sich auf die „physische“ Arbeit, die Bildung, die „geistige“ Arbeit und die Aussöhnung bei auftretenden Streitigkeiten.

Wer sich in der Anthroposophie gut auskennt und den Sinn des Impulses Beinsa Dounos begreift, wird erkennen, wie der Versuch unternommen wird, in einer einseitig äußeren Art die Ansicht über die soziale Dreigliederung Steiners dem von Beinsa Douno Gemeinten beizumischen. Dadurch wird eine Wiederbelebung des synarchischen Prinzips angestrebt. Dabei sind Kommentare und Missbilligung über die Wahl und Selbstzuordnung einzelner Mitglieder unvermeidlich.

Demgegenüber schlage ich vor, beide Impulse Steiners und Beinsa Dounos in ihrer reinen Art als Ausgangspunkt zu nehmen, ohne den einen oder den anderen zu favorisieren. Das erweist sich als äußerst schwierig, wenn man die Nuancierung nur eines dieser Impulse besitzt. Aber auf der Erde existieren Seelen, die in der Lage sind, beide Impulse in gleicher Art und auf ihrer eigenen Selbstbewusstseinsstufe aufzunehmen. Wenn man in die Reinheit dieser beiden Impulse einzudringen versucht, wird man erkennen, dass in ihnen das Ich-bin-Prinzip in zwei verschiedenen Arten zur Geltung kommt, die aber ohneeinander nicht können – sonst würde man quasi auf einem Bein stehen, aber wir sind mit zwei Beinen, Armen, Augen, Ohren usw. ausgestattet. Im vorigen Zyklus des Vaters waren wir in der All-Einheit, während nun das Prinzip der Zwei wirkt. Wenn man beide Impulse nicht als zwei Prinzipien des Ich sieht, die auf zwei verschiedenen Arten wirken, wird man für immer in einem Weiher bleiben. Die erwähnte Person bedient sich gern des „Nachbarweihers“, indem sie Ideen der Anthroposophie entleiht.

Was stört hier? Man bedient sich der Anthroposophie sozusagen illegal, indem Euphemismen wie „die westliche Esoterik“ benutzt werden. Doch der Impuls des Meisters Beinsa Douno zählt auch zur westlichen esoterischen Strömung so wie Steiners Impuls. Unter der „östlichen“ Strömung wird diejenige verstanden, deren Meister Morya und Kuthumi sind, unter der „westlichen“ Strömung – diejenige, deren Meister der Meister Jesus mit dem Ich Zarathustras und Christian Rosenkreutz sind. Unbestrittenerweise steht Beinsa Douno als Bodhisattva allein in der Welt, da er auf die Sphäre der Vorsehung schaut, auf Christus als das Ich-bin-Prinzip des Makrokosmos. Daher kann der Impuls Beinsa Dounos kein anderer sein als der Impuls des Ich-bin, der als die Moralität und Opferbereitschaft zusammen mit der nathanischen Seele und Christus im Großen Mysterium von 1936 manifestiert wurde.

Das Ich-bin-Prinzip ist das zentrale Prinzip auch in der Anthroposophie und wer dies nicht versteht, missversteht die gesamte Geisteswissenschaft. Hier geht es also um die Manifestation des Ich-bin-Prinzips in zwei verschiedenen Arten, die aber im menschlichen Ich als eine Synthese vorzunehmen sind, so wie Christus in der Zeitenwende die Synthese zwischen der nördlichen Strömung der Weisen und der südlichen Strömung der Hirten vereinigt hat. Wenn man sich also der Anthroposophie in einer verschleierten Art bedient, ohne sie in den Vordergrund zu stellen, handelt man wie ein Dieb, der im Dunkeln stehlen geht. Auf dem bekannten Bild des Menschen mit den ausgestreckten Armen von Leonardo, das die Person benutzt hat, um die Idee zu veranschaulichen, sieht man, wie das Wirtschaftsleben den Beinen und das geistige Leben dem Kopf zugerechnet wird. Der Bildungsrat wird den Schultern zugeordnet und der Aussöhnungsrat – dem Brustkorb. Hier gibt es jedoch einen methodologischen Fehler, denn das geistige Prinzip befindet sich beim dreigliedrigen sozialen Organismus in den Beinen. Es ist noch unbekannt, welche Früchte diese Initiative zeitigen wird. Bisher herrscht im Varna-Zweig großer Enthusiasmus, aber man hätte bei Beinsa Douno aufmerksam nachlesen müssen, wer zum geistigen Rat und wer zum Bildungsrat gehört und welches Element in ihm entwickelt sein muss. Die Mitglieder des geistigen Rats etwa müssen Herz und die Mitglieder des Bildungsrats Verstand haben. Ich hoffe, dass diese Initiative Früchte zeitigt, das ist etwas, was nur in der Praxis ausprobiert werden kann.

Die Person, die diese Idee in die Tat umsetzen will, hat sie mit mir besprochen und mich um Unterstützung gebeten, da sie weiß, dass von keiner anderen Stelle Unterstützung und Erläuterung kommen können. Damit man eine Frage erläutern und die dunklen und lichten Aspekte sehen kann, sind umfangreiche geisteswissenschaftliche Kenntnisse notwendig. Doch hier gibt es eine Illusion. Steiner hat den sozialen Organismus nicht zufällig als dreigegliedert entworfen. Das Dreifache besitzt immer einen systembildenden Faktor, damit es auch etwas Neues hervorbringen kann. Die Anwendung der Dreigliederung scheiterte, aber Steiner war verpflichtet, diesen Versuch zu unternehmen. Da die Idee der sozialen Dreigliederung nicht verwirklicht wurde, und in der nahen Zukunft das auch nicht zu erwarten ist, möchte diese Person die Dreigliederung an die Idee der vier Räte in der „Weißen Bruderschaft“ bzw. in einem ihrer Zweige anpassen. Der vierte, sog. Aussöhnungsrat soll eventuelle Streitigkeiten beilegen. Doch die Mitglieder des Aussöhnungsrats müssen Träger des Ich-bin-Prinzips sein, um Streitbeileger zu sein. Gibt es dort Träger dieses Prinzips? In der „Weißen Bruderschaft“ laufen die Dinge auf der Stufe der Verstandesseele. Wenn man nicht zur Stufe der Bewusstseinsseele aufzusteigen vermag, so dass in einem die erhabenen Wahrheiten des Ich-bin-Prinzips aufleuchten, die mit Christus zusammenhängen, kann man niemals eine rechtmäßige Beziehung zu seinem ersten höheren Wesensglied herstellen – zum Manas, zum vom Absoluten kommenden Heiligen Geist. Wenn man als eine Verstandesseele den Impuls des Meisters Beinsa Douno an sich selbst anpassen will, so ist das ein Verrat an der Authentizität des Impulses Beinsa Dounos. Das gilt auch für die Versuche der Anthroposophischen Gesellschaft, den Impuls Rudolf Steiners an sich selbst anzupassen. So wie die Christen in den Kirchen Christus verraten und verloren haben, so verlieren auch die Anthroposophen Rudolf Steiner aus den Augen. Deshalb kam es zu den dramatischen Ereignissen nach der Weihnachtstagung, von denen sich die Anthroposophische Gesellschaft bis heute nicht erholt hat. Die Leitung in Dornach ist voll mit Undercover-Jesuiten und -Freimaurern. In die Führung der „Weißen Bruderschaft“ wurden früher Spitzel der Staatssicherheit infiltriert, die sie in einen Sumpf wie den zweiten Rila-See verwandeln sollten. In diesem Sumpf wird die Masse der Mitglieder auf die Stufe der Empfindungsseele hinuntergezogen. Das, was ich anbiete, ist der Aufstieg von diesem Sumpf zu höhergelegenen Gewässern, wo Christus in seine  wahren Glanz erstrahlt. Das ist ein individuelles Erleben der Bewusstseinsseele, in der das Ich explodiert.

Manche wenden ein, dass die Anthroposophie keine „Explosion des Ich“ kennt. Sie kennt den Sachverhalt, doch den Begriff habe ich unabhängig von der Anthroposophie geprägt. Viel später habe ich festgestellt, dass am Ende des zweiten Vortrags in der „Theosophie des Rosenkreuzers“ der Satz steht “Das Ich leuchtet auf in der Seele, dann beginnt die Arbeit an den Leibern” (GA 99:33). Im Panorama des ganzen Vortrags erhält der Satz einen etwas anderen, eher begrenzten Sinn als dasjenige, was ich erlebt habe und was später als die Synthese beider Impulse entwickelt wurde. Bei mir war es „Ich bin Gott“, womit ich selbstverständlich viel Spott erntete. Und trotzdem habe ich erlebt, dass ich Gott bin. Das ist das wahre Erleben des Ich-bin-Prinzips, das ich später mit Inhalt, mit meiner eigenen Ich-Substanz besetzt habe. Diese Substanz bekommt man nicht vom Schutzengel oder von den Erzengeln – sie muss jeder von uns selbst direkt von Christus beziehen, denn die menschliche Ich-Entwicklung unterscheidet sich grundsätzlich vom Ich-Wachstum der Engel, Erzengel usw. „Nicht ich, sondern Christus in mir“, wie Paulus sagte – der erste Mensch, der so etwas überhaupt sagte, denn vor dem Mysterium von Golgatha konnte das noch keiner von sich sagen. Wir werden unsere Ich-Form nicht mit der Substanz der Throne besetzen, die am Anfang des alten Saturn ausgestrahlt wurde – die Liebe des Kosmos -, sondern mit einer Substanz, die von Christus kommt. Diese Substanz ist nicht von dieser Welt. Sie ist die Substanz, die in den nächsten Zyklus eingehen wird. Das sind grandiose Aufgaben für die Menschen!

Das, was Beinsa Douno und Rudolf Steiner der Welt gebracht haben, sind Ich-Prinzipien, deren Vereinigung zu einem dritten unterschiedlichen Etwas führt. Das Absolute hat sich eingeschränkt, damit es eine Schöpfung gibt, damit jeder Mensch das Ich-bin-Prinzip werden kann und nicht einen irdischen Meister anhimmelt. Deshalb sagte Beinsa Douno: „Ihr könnt nicht mal dem Blick eines Engels standhalten, geschweige denn Christus begegnen und seinem Blick standhalten“.

Mir wurde vorgeworfen, dass ich asozial wäre. Um mich herum gibt es natürlich keine vier Räte. Ich brauche keine Gremien, ich brauche Ich-bin-Menschen, die zur Bewusstseinsseele in rechter Weise aufsteigen, was nur durch die Synthese der beiden Impulse geschehen kann. So kann auch das Geistselbst über sie als die erste Manifestation des Geistes wirken und uns zu den großen Geheimnissen Christi führen, ohne die wir nicht gewappnet sein werden, um dem Antichristen entgegenzutreten. Um die Vorbereitung seiner Ankunft wird es in den nächsten Videos gehen. Diese  Vorbereitung geht mit solcher Schlagkraft vor sich, dass ich mich wundere, wie die Menschen sie nicht wahrzunehmen vermögen.

Die Internetseite mit meinen schriftlichen Texten und Vorlesungs-Videos hat täglich ca. Tausend Besucher. Sind das Räte? Ist das eine Gemeinschaft? Liegt es an meinem Asozialsein? Es stellt sich heraus, dass zur Synthese als Konzept weitaus problemlos Menschen heranwachsen können, die in keinem der beiden Impulse nuanciert sind, keiner der beiden Organisationen angehören. Das sind Seelen, die in der Zeitenwende vorbereitet worden sind, die eine Berührung mit Christus hatten – jede auf ihre Art.

„Entweder ist man mit Christus oder gegen Ihn“, entweder ist man mit dem Ich-bin-Prinzip der heutigen Zeit oder man stellt sich Christus entgegen. Die heutigen Essäer in der Anthroposophischen Gesellschaft und der „Weißen Bruderschaft“ sollten dies bedenken. Die alten Essäer, von denen Jesus enttäuscht war, beherrschten die okkulten Techniken und konnten sich vor Luzifer und Ahriman schützen. Doch heute toben sich Luzifer und Ahriman – wie ein niederländischer Anthroposoph sagte – in der Anthroposophischen Gesellschaft aus, aber Christus ist nicht da.

In der „Weißen Bruderschaft“ existiert die Ich-bin-Idee überhaupt nicht. Wenn sie fehlt, haben die beiden Widersacher das Sagen. Wie kann man sie loswerden? Das ist etwas, worüber ich seit 17 Jahren spreche. Warum widersetzt ihr euch dem? Wer eine Sünde gegen den Heiligen Geist begeht, hat gegen sich selbst gesündigt und kann sich selbst nicht verzeihen. Eines Tages, wenn ihr über die Pforte des Todes gegangen sein werdet, werdet ihr erkennen, was ihr verfehlt habt, wie manche bekannte Anthroposophen es bisher getan haben.

„Nur die Taten im Namen Christi sind eine Blüte, die Knospen ansetzt und Früchte trägt“, sagte Beinsa Douno. „Im Namen Christi“ bedeutet im Namen des Ich-bin-Prinzips und dieses Prinzip kann ohne eine Bewusstseinsseele nicht zur Geltung kommen. Für die Ausbildung der Bewusstseinsseele stehen uns noch 1500 Jahre zur Verfügung. Ich zeige, wie das gemacht wird, damit man Entwicklungssprünge macht, indem man zum nächsthöheren Weiher aufsteigt, denn bleibt man im Sumpf, gibt es kein Entkommen. Beinsa Douno sagte zu einem seiner Schüler: „Ihr müsst Christus lieben, nicht den Meister!“ Wenn man Christus liebt, dann wird man auch Liebe zu Rudolf Steiner und Beinsa Douno empfinden, ohne einen von ihnen zu favorisieren. Die Quelle, die dem Absoluten entstammt, wurde von Christus auf die Erde heruntergebracht und in jeden Menschen eingeführt, der Christus finden will. Diese Quelle ist in uns. Deshalb sagte Christus: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lukas, 17:21). Dieses Reich Gottes ist das Ich-bin-Prinzip und in das Reich kommt man nicht mit der Liebe, sondern mit der Weisheit.

In der Hoffnung, dass diese Vorlesung in der rechten Weise verstanden sein wird – nicht als Vorwurf oder Verurteilung, sondern als aufrichtige Sorge um den Zustand, in den die beiden Impulse von ihren Nachfolgern gebracht worden sind -, wollen wir dieses Thema nun abschließen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Mysterium des Ich

Video-Reihe vom 19.11.2017

Alle Texte der Reihe im PDF-Format

Link zum Video

Seid gegrüßt, Brüder und Schwestern in Christo,

heute, den 19.11.2017, werden wir als eine Fortsetzung jener 18 kurzen Videoclips, die vor dem Sommer entstanden sind, sechs neue Folgen aufzeichnen. In den heutigen sechs Beiträgen werden wir auf verschiedene Fragen des Daseins eingehen und dabei mit dem Mysterium des Ich beginnen.

Letztes Mal haben wir uns auch mit dem Ich befasst, aber da das Ich dasjenige Wesensglied ist, an dessen Entwicklung im ganzen irdischen Äon gearbeitet werden muss, werden wir es auch zukünftig von verschiedenen Gesichtspunkten beleuchten müssen. Es gibt ein Hauptmysterium, das dem Menschen Rätsel aufgibt – das ist das Mysterium des Ich. Heute werden wir es aus einem anderen Blickwinkel betrachten – desjenigen des Meisters Beinsa Douno. Laut ihm sind die Stufen des Daseins folgendermaßen angeordnet: Ganz unten befindet sich der Stoff, es folgen die Energie und das Licht, die eine Drei bilden. Es folgt der Gedanke – der Grenzpunkt, der diese Drei von der nächsthöheren Drei trennt, welche laut Beinsa Douno aus Liebe, Geist und Gott besteht.

Den Vertretern verschiedener spiritueller Strömungen mag diese Anordnung etwas seltsam erscheinen und ich weiß nicht, inwiefern die Mitglieder der Organisation „Weiße Bruderschaft“ über dieses Konzept ihres Meisters Bescheid wissen. Nun wollen wir versuchen zu begreifen, was er mit dieser Anordnung der Daseinsstufen gemeint hat.

Ganz unten ist der Stoff – dies ist uns bekannt, es handelt sich um das Mineralreich. Auf den nächsthöheren Stufen befinden sich jeweils die Energie und das Licht. Albert Einstein hat sich mit beiden beschäftigt und seine berühmte Formel aufgestellt – E = mc2 (Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat). Als Einstein diese Formel aufstellte, machte er das vom Standpunkt der materialistischen Weltanschauung und ohne die geringste Vorstellung von den geistigen Urquellen dieser drei Substanzen zu haben. Die Formel klingt verständlicherweise sehr abstrakt, denn sie lässt sich – insbesondere bei der Lichtgeschwindigkeit – nicht experimentell überprüfen. Die geistigen Urquellen der drei Substanzen Stoff, Energie und Licht haben zweifellos als Korrelate jeweils das physische Prinzip, das ätherische Prinzip und das astrale Prinzip. Die nächsthöhere Stelle nimmt der Gedanke ein und hier kapitulieren sowohl Einstein als auch die gesamte heutige Wissenschaft, da sie keine Vorstellung haben, wie das Denken zustande kommt, woher es kommt und welche Substanz es darstellt. Die Geisteswissenschaft lehrt uns, dass das Denken in seinem Wesen nichts mit dem physischen Leib, ja gar mit allen drei menschlichen Leibern oder mit der menschlichen Seele zu tun hat. Das Denken als Substanz ist reiner Geist und folglich spielt das physische Gehirn nur eine Vermittlerrolle im Denkprozess. Der Ätherleib ist ebenfalls ein Vermittler des Denkens, da das Denken sich in ihm entwickelt. Der Astralleib ist der Träger des Bewusstseins, mit dessen Hilfe der Denkprozess zustande kommt. Seit Aristoteles, also seit unserem Übergang vom lebendigen Denken und dessen Erleben im Ätherleib zum abstrakten Denken im Astralleib, wurde unser Denken des Lebens entleert. Deshalb konnten sich die Anschauungen Newtons und Einsteins sowie die Ansichten der gegenwärtigen Wissenschaft herausbilden. Wenn das Denken jenes Werkzeug ist, das uns als Iche gebildet hat, und ohne das dies unmöglich gewesen wäre, und wenn wir keine Vorstellung vom Wesen des Denkens haben, ist es klar, dass die Menschheit vor den noch höher liegenden Daseinsstufen kapituliert. Das Denken ist der Grenzübergang zu diesen höheren liegenden Daseinsstufen.

In früheren Vorlesungen sind wir auf die Lemniskate des anschauenden Denkens eingegangen – das neue Organon, das Steiner gegeben hat und das den Kern der Methodologie der Anthroposophie bildet. Die eine Schlaufe der Lemniskate besteht aus These, Antithese, Synthese, es folgt das Sterben des niederen Ich in dem höheren Ich und auf der anderen Seite der Lemniskate befindet sich die geistige Drei, die Steiner ‚moralische Intuition, moralische Phantasie und moralische Technik‘ genannt hat. Gelingt es dem Menschen, durch den Punkt des Denkens in der rechtmäßigen anschauenden Art hindurch zu kommen, offenbaren sich ihm auch die Wahrheiten über die höhere Drei.

Was steht auf der fünften Stufe? Laut Beinsa Douno ist das die Liebe. Doch was ist sie, was ist die Liebe? Damit es eine Schöpfung gibt, hat der Vatergott über die Throne die Substanz der Liebe, also das uranfängliche Weltenfeuer in der höheren Astralität ausgestrahlt, das das physische Prinzip darstellt, welches im vorherigen Zyklus des Vaters ausgearbeitet wurde. In der Vorbereitung des physischen Prinzips bestand die Hauptaufgabe jenes Zyklus. Dieses Prinzip hat der Vater über die Throne manifestiert, in Form der Substanz, die das ganze Dasein als Schöpfung erschaffen hat. Im Grunde des ganzen erschaffenen Daseins liegt jene Substanz, die ein Ergebnis des Opfers des Vatergotts über die Throne ist. Das ist die Liebe. Deshalb schreibt der Apostel Johannes in seinem ersten Brief, dass Gott Liebe ist (1. Joh. 4:8). Das steht in seinem ersten Brief, doch in der Apokalypse des Johannes finden wir etwas anderes.

Auf der nächsthöheren (sechsten) Stufe befindet sich der Geist. Was ist der Geist, was stellt er dar? Der Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist sind ein Geist, der sich abwärts als die Liebe – die Substanz vom Vater, die Idee vom Heiligen Geist und das Leben vom Sohn – manifestiert. Doch der Vater, Sohn und Heilige Geist Selbst nehmen an der Schöpfung des Kosmos nicht teil, sondern Sie übergeben Ihre Prärogativen den Hierarchien, die den Kosmos erschaffen. Beinsa Douno sagte: „Geht überall in den Kosmos hin und fragt, was Liebe ist – überall werdet ihr die Antwort bekommen, dass Gott Liebe ist“.

Doch Gott ist nicht nur Liebe, es gibt einen noch umfassenderen Begriff dafür, was Gott ist – das ist der Geist. Das ist die Trinität, die vor der Schöpfung steht und auf die Schöpfung schaut, doch an der Schöpfung nicht beteiligt ist. Das ist der Geist. „Es gibt den einen Geist“, sagte Beinsa Douno, „und Gott ist in seinem Dasein Geist“. Dann kommen die Liebe, das Denken, das Licht, die Energie und der Stoff.

Wir sind zur sechsten Stufe gekommen, doch was steht noch höher? Für Beinsa Douno steht ganz oben Gott. Was ist also Gott, wenn wir wissen, dass Gott in seiner Manifestation als die Trinität Geist ist? Es gibt etwas, was oberhalb des Geistes steht und der Geist ist ebenfalls eine Manifestation von diesem Etwas. Das ist das Ich-bin-Prinzip, das an der Spitze dieser siebenstufigen Leiter steht. Das ist das Absolute, dessen wahres Wesen das Ich-bin-Prinzip darstellt. Dort ist der Urquell des ganzen Daseins, all desjenigen, was existieren kann. Diesem Urquell entspringt ein Fluss, der abwärts fließt und sich als Geist, Liebe usw. manifestierend bis zum Stoff reicht. Die Hierarchien ordnen sich diesem Fluss entlang aufwärts an, indem sie auf den Urquell des Ich-bin hinaufschauen und zu seiner Manifestation in der Schöpfung werden.

Hier stehen wir vor dem Hauptmysterium, das überhaupt möglich ist – dem Mysterium des Ich. Was ist das Ich? Wenn die oberste Formel „ Gott ist ein Ich-bin“ lautet, müssen wir uns die Frage nach der Substanz des Ich stellen. Wir haben bereits die Form des Ich besprochen, welche die Elohim dem Menschen verliehen haben, das Ich der Hierarchien und die Art, in der sie es erlangen und zur Geltung bringen – das erfolgt immer durch ein Opfer. Ein höherer Geist – etwa ein Eloah, der eine Ich-Form und eine Ich-Substanz hat, ergießt seine Ich-Substanz nach unten zum tieferstehenden Archen. Letzterer entleert opfernd die Ich-Substanz aus seiner Form, die leer bleibt und bekommt eine Ich-Substanz vom Eloah, der über ihm steht. Die eigene Ich-Substanz gibt der Arche nach unten zum Erzengel weiter, dieser hat ebenfalls seine Form entleert, damit sich die Ich-Substanz des Archen in ihn ergießen kann.

Es folgt die Frage, woher diese Ich-Substanz kommt und woraus sie besteht, was sie darstellt. Ohne jeglichen Zweifel wird sie von jener uranfänglichen Substanz gebildet, die vom Vater kommt und  über die Throne ausgestrahlt wurde, was sich in Form der Liebe manifestierte. Die Ich-Substanz aller Wesen besteht also aus Liebe. Deshalb antworten die Wesen auf die Frage, was Gott ist, dass Gott Liebe ist, wie der Meister Beinsa Douno berechtigterweise sagte. Sie haben ihre Form erhalten, alle Wesen sind auch Form, die von einer Substanz, Idee und dem Leben des Zyklus (Vater, Sohn und Heiliger Geist) erschaffen worden ist. Doch was ist das Ich selbst, welche ist diese Substanz, die nach ihrer Kondensierung zum Geist wird? Wenn sie noch stärker kondensiert wird, ergibt sie Liebe usw. Was ist das für eine Substanz? Diese Substanz können wir mit nichts Bekanntem vergleichen, obwohl die Gewinnung unsere Ich-Substanz in einer grundsätzlich anderen Art als bei den über uns stehenden Wesenheiten geschieht – keine von ihnen ist in der Art zu einem Ich geworden, in der wir das erreichen werden. Christus ist zum systembildenden Faktor des Dreiecks Vater – Sohn – Heiliger Geist geworden und dazu muss dieser systembildende Faktor eine Substanz sein, die über diesen drei Substanzen steht, denn in jedem System muss der systembildende Faktor alle Elemente umfassen, die ein Teil von ihm sind und die er zu leiten hat. Das Ich-bin-Prinzip leitet also das ganze System, das sich abwärts als eine Schöpfung entfaltet. Daher folgt die Frage nach der Beschaffenheit der Ich-bin-Substanz. Wenn jedes Wesen, das sich als ein Ich in dieser Hierarchiereihe individualisiert, indem es die Substanz der Liebe benutzt, die die Throne ausgestrahlt haben, ist Christus dort in besonderer Weise anwesend, damit Er als Träger der uranfänglichen Ich-Substanz sich an der Individualisierung dieses Wesens beteiligen kann. Beim Akt der Individualisierung erlebt ein Wesen diese Ich-Substanz in einer individuellen Art, die sich in ihm als Liebe manifestiert. Sie manifestiert sich jedoch nur als Liebe, der Mensch erlebt durch die Liebe das Ich-bin-Prinzip selbst, das uns als vollständig in einem Geheimnis umhüllt erscheint. Die Hierarchiewesen haben sich individualisiert, als Christus der Senkrechten entlang herniederstieg und dem Prozess der Ich-Ausbildung dieser Götter immanent wurde. Als Christus aber auf die Erde herunterstieg, geschah etwas völlig Abweichendes. Hier streifen wir eine Reihe von Fragen, die bisher keine definitive Antwort bekommen haben.

Zuerst musste der Leib für Gott erschaffen werden und das war Jesus. In der Anthroposophie werden zwei Jesusse genannt – die nathanische Seele aus dem Lukas-Evangelium und Jesus mit dem Zarathustra-Ich aus dem Matthäus-Evangelium. Bei Matthäus sind die Dinge klarer – es gibt ein Ich, еine Seele und drei Leiber und das Ich, das in diesem salomonischen Jungen von den Leibern Besitz ergreift. Was gibt es aber beim nathanischen Knaben? Dort gibt es ein Wesen, das nie auf der Erde gelebt hat und nie wieder in dieser Form auf dem irdischen Plan erscheinen wird. Dort gibt es drei Leiber, die in komplizierter Weise von Abraham abwärts gebildet wurden, dem Melchisedek das Geheimnis enthüllte. Die Hauptaufgabe des jüdischen Volkes bestand darin, die drei Leiber, genauer gesagt den physischen und den Ätherleib, vorzubereiten, während die Bedingungen im Astralleib eher von Christus über Buddha geschaffen wurden – das alles kennen wir. In diesen Leib trat ein Wesen ein, das Steiner die ‚nathanische Seele‘ nannte. Das ist die Schwesternseele Adams, die den nicht versuchten Baum des Lebens darstellt – die nicht versuchten zwei höheren Äther – den chemischen und den Lebensäther. Hier haben wir es also mit einem Ätherwesen zu tun und das ist eine Seele, die in drei Leiber eintritt. Bei der gewöhnlichen Menscheninkarnation gibt es ein Ich, das dem Gesetz der Inkarnationen unterliеgt, eine Seele, die dem Karmagesetz unterliegt, und drei Leiber, die den karmischen Ursachen aus dem vorigen Leben entsprechen. Die Seele kommt aus dem vorigen Leben und sie wird vom Ich begleitet, das eine jeweilige Entwicklung in verschiedenen Zeitaltern erfahren hat, aus der das heutige reflektierende Ich entstanden ist. Hiermit haben wir die Senkrechte nach Beinsa Dounos Konzept aufgebaut und müssen klären, was das Ich darstellt.

Beim nathanischen Jesus war die Seele aus einer Äthersubstanz gebildet, während die Seele in Wirklichkeit eine astrale Bildung ist, sie besitzt auch einige der Charakteristika des Ich. Warum kommt in dieser Seele auch das Ichhafte bis zu einem gewissen Maß zur Geltung? Es gab drei Durchdringungen der nathanischen Seele durch Christus in den vorchristlichen Zeiten – jeweils am Ende der lemurischen Zeit, am Anfang und am Ende der atlantischen Zeit bzw. im höheren Devachan (in der Sonnensphäre), dem niederen Devachan und der Astralwelt. Sie wurde vom makrokosmischen Christus-Ich durchdrungen. Dabei wurden die zwölf menschlichen Sinne, die sieben Lebensfunktionen und das Seelenleben (Denken, Fühlen und Wollen) gerettet – Letzteres dauerte bis in die griechische Zeit hinein. Wegen der drei Durchdringungen legte diese Seele manche Ich-Charakteristika an den Tag. Doch sie wurde in den übersinnlichen Welten durchdrungen und nicht auf dem irdischen Plan. Daher war die nathanische Seele eine besondere Bildung. Bis zum Wunder im salomonischen Tempel, als ihr Ich durch das Zarathustra-Ich ausgewechselt wurde, wandelte ein Wesen auf der Erde, das eine nie bisher auf die Erde heruntergestiegene Seele war und daher kein Karma hatte. Ohne Karma müsste das Wesen durchsichtig sein. Nur weil bestimmte Spuren im Nirmanakaya Buddhas von seinen vorherigen Herabstiegen geblieben waren, war dieser Jesus überhaupt sichtbar. Doch er hatte keine Ich-Charakteristika, deshalb konnte er in der menschlichen Ursprache sprechen, die seine Mutter verstand. Welche ist diese Ursprache der Menschheit? Das ist die Sprache aus der Zeit vor dem menschlichen Herabstieg auf die Erde. Dieser Jesus konnte wegen des Vorhandenseins des Ätherischen nach seiner Geburt sprechen, denn die nathanische Seele ist eigentlich ein Ätherleib mit Seeleneigenschaften. Uns ist die Beziehung des Ätherleibes zum Sprechen bekannt. Nur seine Mutter – jene Maria, die ihn im Alter von 12 bis 13 zur Welt gebracht hat und dann mit etwa 25 gestorben ist – konnte ihn verstehen. Es wird vermutet, dass auch sie damals zum ersten Mal inkarniert war. Hier müssen wir uns die Frage stellen, wo diese Seele aufbewahrt wurde, welches ihr Ich ist, was für eine Seele sie war, wenn sie tatsächlich keine Inkarnationen erlebt haben sollte – auf diese Fragen kennen wir die Antwort nicht. In der Aura ihrer Mutter, in ihrem Ätherischen musste die nathanische Seele bis zum zwölften Jahr bleiben. Wir wissen, dass das Kind bei der Geburt den mütterlichen physischen Leib abwirft, doch bis zum siebten Jahr im mütterlichen Ätherleib wie in einer Aura lebt, weshalb die Trennung eines Kindes von seiner Mutter vor dem siebten Geburtstag ernsthafte Konsequenzen hat. Bis zum zwölften Jahr (wenn der Astralleib erwacht, was eigentlich um das 14. Jahr herum geschieht) lebte dieses Kind in der mütterlichen Ätherität und Astralität. Im zwölften Jahr trat in diesen Leib das Ich Zarathustras ein und begann, diese drei Leiber vorzubereiten, damit im 30. Jahr das makrokosmisch Ich Christi in sie eintreten konnte. Christus inkorporierte sich als Avatar in diese drei Leiber und begann mit ihrer Umarbeitung. Am Anfang hat Er die Samariterin getroffen, mit der Er jenes bemerkenswerte Gespräch am Jakobsbrunnen führte. Seit einiger Zeit wissen wir, dass diese Samariterin der wieder inkarnierte Josef ist, den die Söhne desselben Jakob nach Ägypten verkauft hatten. Nicht zufällig fand diese Begegnung am Jakobsbrunnen statt. Dort sagte Christus dem als die samaritische Frau wieder geborenen Josef: „Gott ist Geist und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“(Joh.4:24). Das heißt, als Ich und durch den Geist der Wahrheit, wodurch Christus denjenigen den Aposteln versprochenen Geist andeutete, den niemand kennt, da er vom väterlichen Weltengrund – nicht vom Vater! – kommen sollte (vgl. Joh.14:16-17). Der große Theologe und Anthroposoph Emil Bock hat die genaue Übersetzung dessen geliefert, was gemeint ist, wenn es um den Vatergott geht und was mit Gott gemeint ist, wenn es um den väterlichen Weltengrund geht – die manifestierte Seite des Absoluten, dessen nichtmanifestierte Seite niemand sehen oder etwas über sie erfahren kann.

Аls Christus später im Johannes-Evangelium jene sieben Ich-bin-Worte sprach („Ich bin das Brot des Lebens“ (6:35), „Ich bin das Licht der Welt“ (8:12). „Ich bin die Tür“ (10:7-9), „Ich bin der gute Hirt (10:14), „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (11:25), „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (14:6), „Ich bin der wahre Weinstock“ (15:1), hat sie der erweckte Johannes aufgeschrieben und später in seinem ersten Brief auf der Grundlage dieser Sätze gesagt, dass Gott Liebe ist. Doch in der Apokalypse, als Christus nach Pfingsten nicht mehr auf der Erde war und sich dem einige Jahrhunderte weiter in die Zukunft versetzten Johannes offenbarte, sagte Er: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ (Offenb. 22:13). Das ist das höchstmögliche Christus-Verständnis – das Ich-bin-Prinzip vom väterlichen Weltengrund. Gegen Ende seines Lebens hat sich also Johannes zu dieser hohen Einsicht erhoben, die am Anfang all desjenigen steht, was sich später manifestiert.

Hier streifen wir das Rätsel des Auferstehungsleibes, das uns in einer bestimmten Art zum Ich-bin-Prinzip führt. Wir wissen, dass in dem Moment, in dem Jesus auf dem Kreuz starb, Christus auf dem irdischen Plan geboren wurde. Er erschien dann 40 Tage lang den Jüngern und sprach zu ihnen über die neue Beziehung zwischen Mikro- und Makrokosmos, der Er quer durch alle Daseinsstufen Bahn gebrochen hat. 40 Tage später fuhr Er in den Himmel und das war sein Sterben,  nach dem Er in das Devachan ging. Doch das geschah nicht in der Art, in der ein Verstorbener in die Devachane  aufsteigt, indem er zuerst durch Fegefeuer, Sonnensphäre usw. geht. Christus hat vielmehr sein Devachan heruntergeholt und sich am Pfingsttag durch den Heiligen Geist mit der Erde verbunden. Die Jünger konnten Ihn nicht weiterverfolgen, nur Paulus hatte als Erster eine Begegnung mit dem auferstandenen, mit dem ätherischen Christus. Deshalb nannte Paulus sich selbst eine „unzeitige Geburt“. Der Auferstehungsleib ruft eine Menge Fragen hervor, denn das Mysterium von Golgatha –  das Mysterium des manifestierten Ich – wird sich uns zukünftig immer mehr offenbaren.

Was war der Auferstehungsleib? Das Phantom – die Form des physischen Leibes – wurde durch das Ich Christi, das makrokosmische Ich vom Absoluten durch das Buddhi-Prinzip, das das ewige Leben vom Absoluten ist, auferweckt, nicht durch das Prinzips des Sohnes, des Lebens, das im Zyklus ist. Wem gehörte dieses Phantom? Es gehörte Jesus. Wir wissen, dass das Phantom jedes Menschen, der diese Welt verlässt, von den Thronen mitgenommen wird und in einer spezifischen Art zum „alten Saturn“ zurückkehrt. Im nächsten Leben schenken die Throne ein neues Phantom dem Menschen, dem dieses Phantom ein bestimmtes Aussehen verleiht – je nach dem Karma, das er angehäuft hat und in Abhängigkeit von den karmischen Fehlern der Seele. Entsprechend seiner karmischen Schuld erhält der Mensch also seinen „Leisten“. Die nathanische Seele war jedoch nie auf der Erde inkarniert und hatte kein Karma. Wie konnte der nathanischen Seele, die Jesus ist, das entsprechende Phantom geschenkt werden? Nach welchen Regeln geschah das? Dieses Phantom müsste unvermeidlich von jenen drei Durchdringungen der nathanischen Seele in den übersinnlichen Welten betroffen worden sein. Das Urbild des physischen Prinzips ist im höheren Devachan – dort, wo die Pralaya-Grenze beginnt. Bei diesen Durchdringungen der nathanischen Seele wurde wahrscheinlich auch das geeignete Phantom für sie vorbereitet und vom Christus-Ich durchzogen. So konnten sich Christus – d.h. das Christus-Ich und das Buddhi-Prinzip – an dieses Phantom gewöhnen, das später auferweckt wurde. Als Christus die Auferstehung vollzog, hat sich dieses Phantom aus dem Grab mit dem Inhalt – dem Ich und dem Buddhi-Prinzip – erhoben. Dieses Phantom kann vervielfältigt werden. Jeder Mensch, der auf dem Erdenplan sein Ich mit dem Christus-Ich, mit dem Christus-Impuls durchzogen hat, welcher an Pfingsten über den Heiligen Geist herabgestiegen ist, kann einen Teil dieses Phantoms personalisieren, d.h. sein Phantom im gegenwärtigen Leben über das auferweckte Christus-Phantom umformatieren. Goethe hat sich zur Idee der Urpflanze erhoben, die er als ein imaginatives Bild gesehen hat. Aus dieser Urpflanze kann man mannigfaltige Pflanzen entstehen lassen, doch die Urpflanze lässt sich nirgendwo in der physischen Welt finden. So gibt es auch verschiedene Formen von Dreiecken, doch bei jedem Dreieck ergibt die Summe der Winkel 180 Grad und hinter allen Dreiecken steh ein „Urdreieck“, dessen drei Spitzen sich in ständiger Bewegung befinden und eine unendliche Zahl von Dreiecken schaffen. Solchen Phänomenen liegt immer ein Urbild zugrunde. Auch wir haben unser persönliches Urphantom bereits auf dem alten Saturn erhalten, das dann im Sonnen- und Mondenzustand der Erde eine Verbindung jeweils mit dem Äther- und Astralleib – also eine bestimmte Umarbeitung – erfahren hat. Danach hat das Phantom alle bisherigen Etappen des gegenwärtigen Äons durchlebt und den Zustand des drohenden Zerfalls zur Zeit Christi erreicht. Wegen des Sündenfalls wurde dieses Phantom dermaßen abgeschwächt, das es kaum in der Lage war, dem Menschen zu einem längeren Aufenthalt auf der Erde zu verhelfen. Welches ist dieses Phantom, das Jesus erhalten hat und woher ist es erschienen, dass es sogar vervielfältigungsfähig ist? Ist es ein Überbleibsel des alten Saturn-Zustandes oder ist es in der Zeit vor dem Sündenfall im Erdenäon gebildet worden, so dass jeder Mensch ein Ich-Abbild dieses Phantoms erhalten kann? Bisher lässt sich eine definitive Antwort auf diese Frage nicht geben, das ist eines der meistgehüteten Geheimnisse, das mit der nathanischen Seele zusammenhängt. Wir können nicht in das Mysterium Christi eindringen, ohne das Mysterium der nathanischen Seele zu berühren.

Einige weitere Fragen könnten uns beschäftigen: Was macht die nathanische Seele gegenwärtig, wo befindet sie sich und wie können wir über sie eine Beziehung zum ätherischen Christus herstellen? Unsere Beziehung zum ätherischen Christus kommt nämlich nur durch eine Beziehung zur nathanischen Seele zustande – zu jenem Jesus, über den Pilatus sagte: „Seht, da ist der Mensch!“ (Joh.19:5).

Diese Woche hat das Auktionshaus „Christie’s“ das Bild „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci für die fantastischen 450,3 Millionen Dollar verkauft und manche Personen mit gewissen esoterischen Kenntnissen begannen, dieses Bild zu deuten. Wie können wir auf dieses Bild des Erlösers schauen, das Leonardo eigentlich in sich selbst gesehen hat und das den Vertreter des Ich-bin-Prinzip darstellt? Der Erlöser mit den langen Haaren hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Mona Lisa, er ist fast geschlechtslos, doch darauf werden wir zwei Videos weiter eingehen. Hier wollen wir lediglich das Mysterium des Ich im Sinne Leonardos streifen, das der Maler in dieser Art verstanden hat. Zweifellos ist Leonardo, obwohl er am frühen Anfang der fünften Kulturepoche lebte, eine Individualität, die seinen Zeitgenossen weit voraus war und der Stufe unserer Zeit entspricht. Auf dem Gemälde sehen wir, dass der Erlöser in der linken Hand eine Kristallkugel hält – den zukünftigen Vulkan. Das ist alles, was in der Schöpfung vergeistigt und in reinen Geistesmenschen verwandelt sein wird, wenn die Weltsubstanz über die Throne dem Vatergott zurückgegeben sein wird. Der Erlöser hält die ganze Schöpfung in der Hand und segnet mit der rechten Hand, so dass wir wissen: All das wird durch Seine Kraft geschehen. Vorne sieht man zwei sich kreuzende Streifen, in deren Kreuzungspunkt ein Edelstein eingearbeitet ist. Wir wissen, dass zwei Weltenkreuze existieren, die die ganze Schöpfung durchdringen – das Ich-Kreuz Christi und das trinitarische Kreuz. Jede der Hypostasen hat zudem innerhalb der Schöpfung ein eigenes Kreuz. Christus selbst ist auf dem Kreuz des Heiligen Geistes herabgestiegen, um in Jesus einzugehen. Deshalb heißt es, dass Christus aus dem Heiligen Geist in den Leibern Jesu geboren wurde. Christus hat das Weltenkreuz des Ich und das trinitarische Evolutionskreuz durch sein Opfer auf Golgatha vereinigt. Er hat damals auch das Kreuz der Evolution, des ganzen Kosmos auf sich genommen. Dieses Kreuz hat Leonardo dargestellt und der Edelstein in der Mitte ist das Mysterium von Golgatha, du4ch das Christus für uns zum „Salvator mundi“, zum Erlöser der Welt wurde. Er ist der „Fluchtstab“ des Ich, der uns bei der Herausbildung unserer Ansichten und der Gestaltung unseres Lebens führen muss. Diesem Fluchtstab, den wir mit dieser ersten Vorlesung stecken, werden wir bei der Behandlung der restlichen fünf Themen folgen und dabei immer mehr ins Detail gehen.

 

 

 

 

 

 

 

Die heutigen Herausforderungen vor den jungen Menschen

 

Original-Video

Textfassung einer Videodatei vom 04.02.2017

Jeder, der heute ein Mensch von 20-30 Jahren ist, ist das Kind der politischen Wende, diese Wende, die vom Sozialismus zu der heutigem Gesellschaft hinüberleitete und die so lange gedauert hat. Doch wir haben uns schon immer in einem Übergang befunden, wir werden immer in irgendeinem Übergang begriffen sein – einen anderen Zustand kennt die Menschheit nicht. Allerdings wird der heutige politische Übergang gleichzeitig von einer Artenumwandlung begleitet, die wir in unserer Bewusstseinsform vorzunehmen haben. Danach werden wir uns nicht nur als eine Art, sondern auch körperlich verändert haben  – das ist eine Aufgabe von kolossaler Wichtigkeit für die Zukunft der Menschheit. Da wir uns seit nunmehr 27 Jahren in einer Wende befinden, die von Menschen des abstrakten Denkens nach ihrer eigenen Anschauung gestaltet bzw. durcheinander gebracht wurde, sind die heutigen jungen Menschen in einer chaotischen Situation groß geworden. Was bietet ihnen diese Zivilisation an? Sie bietet ihnen einen großen „Big Brother“. Jener Pantheismus, jene Genialität, Universalität, Enzyklopedizität von Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci können nun – das sieht man deutlich – nicht mehr in den Menschen zur Geltung kommen. Woran liegt das?

Wegen der Wirkung Ahrimans wurde die Wissenschaft in tausende Stücke zersplittert. Es gibt Tausende von Wissenschaften. All das hat er durch eigene Methodologien, eigene Kategorien, Begriffe bewirkt. Das bedeutet auch, dass der Mensch bzw. die Menschenerkenntnis auch in Tausende einzelne Wissenschaftszweige zerkleinert wurde. Da das niedere Ich mit der Systembildung all dieser Erkenntnisse nicht fertig werden kann, lassen die psychischen, emotionalen Kräfte des Menschen nach, sein Ätherleib wird abgeschwächt und er ist bereit, die Bahn einer gegebenen Wissenschaft, einer gegebenen Weltanschauung runterzurutschen, in der er seinen Zufluchtsort, sein festes Stück Boden findet. Wenn man sich mit Anthroposophie beschäftigt, beginnt man die Wechselbeziehungen zwischen allen Wissenschaften zu bemerken, man erkennt auch, worin deren Problem besteht. Dann braucht man nicht mehr ein Fachmann zu sein im Sinne von „Mach den Schädel auf und ich werde dein Gehirn operieren“, man braucht also den Chirurgen nicht zu ersetzen. Doch man weiß – ich weiß -, was derjenige tut, der mit dem Skalpell in das Gehirn herumstochert. Ich kann das Problem des Operateurs erkennen.

Die Anthroposophie gibt einem also das Privileg, alle Sphären des Lebens zu verstehen und eine kompetente geistige Meinung zu bilden, die die einzig maßgebende ist. Dabei erkennt man die Irrtümer der Naturwissenschaft. Die Naturwissenschaft wird jedoch nicht von der Anthroposophie  eliminiert – niemand will die Verdienste und Leistungen der Naturwissenschaft leugnen.

Ich möchte das durch ein Beispiel erläutern. In der Therme, die wir oft besuchen, ergreife ich gelegentlich das Wort, um zu den Stammgästen zu sprechen. Einmal kam auf mich ein Mann zu, der sich als Psychiater in einem großen Klinikum in Varna vorstellte. Er fragte mich, ob ich einen medizinischen Beruf habe. Ich habe geantwortet, dass ich Wirtschaft studiert habe. Dann meinte er, dass ich auf einem hohen medizinischen Niveau sprechen würde, was er sich nur mit der entsprechenden Fachbildung erklären könne. Ich habe ihm das in folgender sehr einfacher Weise erklärt:

„Stell dir einen Berg vor. Die gewöhnliche Medizin mit den Tabletten und Spritzen, die wir alle kennen, steht am tiefsten, am Fuß des Berges. Für sie ist der Mensch ein Leib. Wenn in diesem Leib sich ein Feuer entzündet – als Fieber oder als eine Wunde -, beeilen sich die Ärzte, dieses Feuer mit Tabletten oder Spritzen zu löschen bzw. den Patienten zu flicken. Diese Art von Medizin ist wie die Feuerwehr – wenn sie ein brennendes Haus sieht, fährt sie hin, um es zu löschen. Für die Feuerwehr-Medizin ist der Mensch nur ein Leib. Ihr Psychologen, Psychiater, Psychoanalytiker u.dgl. versucht, euch mit dem menschlichen Bewusstsein und der menschlichen Seele zu befassen, ohne die geringste Vorstellung davon zu haben, was das Bewusstsein und die Seele darstellen. Ihr steht zwar höher als die Feuerwehr-Medizin, da ihr versucht, euch mit übersinnlichen Elementen des Menschen und nicht mit den sichtbaren Elementen des Leibes zu befassen. Für euch stellt der Mensch eine Seele dar, doch ihr habt keine Ahnung, was die Seele ist.“

Weiter sagte ich zu ihm: „Die Feuerwehr-Medizin steht am tiefsten, du bist auf mittlerer Höhe des Berges und ich bin auf dem Gipfel des Berges. Dort befindet sich der menschliche Geist. Die Feuerwehr-Medizin behandelt den Leib, ihr behandelt in eurer Art die Seele, und ich befasse mich mit dem menschlichen Geist.“ Da meinte mein Gesprächspartner: „Ich weiß nichts über den menschlichen Geist“.  „Das weiß ich“, erwiderte ich, „Ich beobachte alles von oben und kann verstehen, was du zu tun versuchst und worin dein Problem besteht. Doch du wirst niemals verstehen, was ich mache, mit welchem Element des Menschen ich mich befasse – mit seinem Ich. Du hast allerdings keine Ahnung, was das ist – das Ich ist der Weg, der Grenzübergang zum Geist. Das erklärt, warum ich in dieser Art spreche, die dich so stark beeindruckt.“ Seitdem grüßte mich dieser Mann mit „Hallo, Herr Professor“.

Wenn wir also darüber sprechen, in welche Sackgasse die Wissenschaft, die Menschenerkenntnis hineingetrieben wurde, so müssen wir feststellen, dass sie zerkleinert ist. Man muss versuchen, einzelne Wissenschaftszweige miteinander zu verbinden, um ein bestimmtes Rätsel zu enthüllen. Wie hätte das bulgarische Mysterium enträtselt werden können, ohne die Geschichte, Archäologie, Ethnographie sowie andere Wissenschaften daran zu beteiligen, einschließlich der Mathematik? Der Schatz von Varna etwa wurde durch mathematische Verfahren untersucht, durch die dort die Zahlen Pi, Phi, die Fibonacci-Zahlen sowie andere Gesetzmäßigkeiten festgestellt wurden.

Doch wenn man eine Synthese vorzunehmen versucht, wird man für einen Eklektiker erklärt. Man hört von den Wissenschaftlern Einwände, etwa „Wir sind Historiker und haben das Recht auf die Geschichte, wir sind Physiker und haben das Recht auf die Physik, ihr dürft euch nicht in unser Werk einmischen, da ihr etwas anderes studiert habt.“ Wieso denn eigentlich nicht?! Nur jemand, der sich auf die Anthroposophie orientiert, ist in der Lage, eine Synthese von Wissenschaften vorzunehmen und die wahren Antworten zu finden.

Wenn wir nach der Antwort auf die Frage suchen, warum sich die jungen Menschen jetzt in dieser Situation befinden, welche Herausforderungen auf sie warten und wohin Ahriman die Welt treibt, können wir Folgendes sagen. Die Informationstechnologien werden in den nächsten zehn Jahren ihre Geschwindigkeit 500 Mal erhöhen. Wenn also jetzt das menschliche Gehirn mit seinem reflektierenden Denken aus dem niederen Ich eine bestimmte Denkgeschwindigkeit besitzt, werden die Computer durch die erhöhte Geschwindigkeit nicht nur viel schneller als das Menschengehirn sein, das sich des toten Denkens bedient, sondern auch einen viel größeren Umfang des Denkens erreichen. Beim lebendigen Denken gelten allerdings andere Regeln, das ist eine ganz andere Denkart. Irgendwann wird etwas geschehen, an dem im Silicon Valley heute gearbeitet wird: Wenn der künstliche Intellekt mehr leistet als der gewöhnliche menschliche Intellekt – und der menschliche Intellekt wird zudem als das Produkt des Toten immer weiter herunterkommen -, wird man dem Menschen früher oder später anbieten, ihm ein neues Gehirn, einen neuen Intellekt einzupflanzen. Dem Leib wird ein neuer Intellekt eingebaut werden, dessen man sich bedienen und damit großartig sein kann. Man wird keine Kopfschmerzen empfinden, man wird ein glänzender Intellekt sein. Ahriman ist der absolute Intellektuelle, allerdings verkörpert er den toten Intellekt. Er ist der Gott des toten Intellekts. Durch jeden Professor, der an das Pult tritt, spricht Ahriman. In jedem Schriftsteller, der heutzutage Bücher schreibt, wirkt Ahriman. Durch jeden Arzt, jeden Lehrer wirkt Ahriman. Von überall her spricht Ahriman durch Millionen Münder! Nicht Christus spricht, sondern der Antichrist! Doch diese Menschen wissen darüber nicht Bescheid. Je mehr akademische Grade jemand besitzt, desto mehr bildet er sich ein, eine Leuchte zu sein. Doch in Wirklichkeit wird er nur zu einem direkten Mittler Ahrimans und von der Höhe des Postens, den er innehat, beeinflusst er viele Menschen und häuft dabei Karma für seine nächsten Leben an. Wenn wir auf die Lehrpulte schauen, werden wir mit Überraschung feststellen, dass dort eigentlich junge Seelen stehen – das hat schon Steiner beobachtet. Und in der Tat stieg der überwiegende Teil der Menschheit in den nachatlantischen Kulturepochen zur Inkarnation herunter – also vor etwa 8000 Jahren. Die Märchen von Millionen Jahre alten Pithecanthropus-Schädeln und Dinosaurier-Knochen sind völlig absurd. Ich behaupte, dass der Hauptteil der Menschen sich vor etwa 7000 Jahren zu inkarnieren begonnen hat. Nur viel erhabenere Geister stiegen während der atlantischen Zeit auf die Erde herab und ein äußerst geringer Teil der Geister begann mit der Inkarnation (gemeint ist ein Erdenleben mit Geburt und Tod) am Ende Lemuriens (vor etwa 15000 Jahren) – hauptsächlich diejenigen, die in der Atlantis die Menschheitsführer waren. Die Hauptmenschenmasse hat vor höchstens 7000 Jahren angefangen sich zu inkarnieren – das ist eine Tatsache. Diejenigen, die sich nun vor uns hinstellen und uns belehren, sind quasi gestern aufgetaucht. Deshalb klappern sie wie leere Blechdosen, wenn sie sprechen – in ihnen fehlt nämlich die Weisheit. Sie besitzen zwar Informationen, empirische Kenntnisse auf einem bestimmten Gebiet, doch sie haben keine Weisheit. Es gibt allerdings einen gigantischen Unterschied zwischen Kenntnis und Weisheit. Damit jemand Weisheit ausstrahlt, muss er das empirische Wissen besitzen, dieses einer Metamorphose unterzogen und den wahren Sinn erkannt haben, welcher dahinter steckt. Nur dann ist ein Mensch weise und das Wissen ist zu seiner persönlichen Erfahrung geworden. Alles andere bläst nur das Ego auf, der Kopf schwillt an vor Kenntnissen, die zu nichts zu gebrauchen sind. Dadurch bringt man immer stärker Tod in sich hinein, so dass man immer mehr zu einem versteinerten Schildkrötenschild wird. Man kann unmöglich den Schild eines 70jährigen Professors zerschlagen, damit etwas Lebendiges in ihn hineinkommt. Doch er steht hinter seinem Pult und lehrt, er schaltet und waltet, wie er will. Es ist der Alptraum! Und das Leben der jungen Menschen beginnt jetzt, sie sind voll Leben, sie wollen leben, sich entwickeln, eine Familie gründen usw. Doch Ahriman wartet mit einer Finte auf sie.

Was macht er? Unser ganzes Leben wird er in die Informationstechnologien einzwängen. Irgendwann wird Folgendes passieren: Alle Systeme – Bildung, Medizin, Politik usw. – werden digitalisiert sein und jemand wird die Kontrolle über den Hauptschalter haben. Wenn er nun alles ausschaltet, wird die ganze Menschheit in völliger Finsternis dastehen – im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Die Menschheit wird keine Tätigkeit verwirklichen können, da ihr ganzes Leben digitalisiert sein wird. So wie die Wölfe eine Schafsherde umzingeln, um zuzuschlagen, so verfährt auch Ahriman mit den Menschen. Die Logen, die Freimaurer bzw. diejenigen, die hinter ihnen den okkulten Materialismus praktizieren – alle arbeiten Ahriman zu. Alle sind für seine Ziele eingespannt – Politiker, Wirtschaftsexperten, die Bildung, die Erziehung… Die Kinder werden schon bei der Geburt bearbeitet, indem man ihnen Gifte einspritzt. Dabei müsste die Heilung im Menschen selbst sein, so dass er keine Impfung braucht. Doch kaum sind die Kinder auf der Welt, da lauert Ahriman schon auf sie. In der Erziehung, in der Bildung, überall lauert Ahriman, so dass der Mensch, wenn er mit seinem Studium bzw. seiner Ausbildung fertig ist, zum Vollidioten geworden ist. Nicht zufällig nannte Steiner die Universitäten „Kasernen des Geistes“ – dort werden lauter Idioten produziert. Jeder von ihnen ist in seiner kleinen Sphäre spezialisiert – der eine kann die Schraube rechts rum aufdrehen, der andere – links rum rausdrehen. Soviel können sie. Keiner ist in der Lage, zu einem allumfassenden Denken heranzureifen, um den Sinn zu erkennen, der hinter allem steht. Und Ahriman hat am meisten Angst vor Menschen, die eine Beziehung zu ihrem höheren Ich herstellen und in lebendiger Weise die Dinge global betrachten können. Das ist der wahre Globalismus und nicht der getürkte linke und rechte Globalismus, die sich den Ball zuspielen, so dass wir nun vom linken Transgender-Globalismus zu Trumps Nationalismus schwanken und beginnen, uns vor Fremden zu umzäunen. Bei diesem Hin- und Herschaukeln wissen die Menschen nicht, wo Christus ist und können Ihn nicht in zeitgemäßer Weise finden. Stattdessen werden sie zwischen Luzifer und Ahriman – dem Teufel und dem Satan  – hin- und hergerissen.

Das ist die Situation, in die die jungen Menschen hineingezwungen worden sind. Sie haben es sich ausgesucht, in dieser Zeit auf die Erde zu kommen und das ist ein großes Privileg. Was sollen sie tun, wenn sie vollständig digitalisiert und von jeder Seite in die Falle getrieben werden? „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“ – wir können davor nicht weglaufen. Junge und Alte werden in diese Falle hineingetrieben und die Alten mit ihren überholten Ansichten werden langsam diese Welt verlassen. Wir in Bulgarien sind schwächer entwickelt und das ist ein großer Vorteil, denn wir sind noch nicht so stark digitalisiert und ahrimanisiert. Im Vergleich dazu sind die Menschen in Amerika schon lange abgeschrieben. Jetzt wird der Kampf um Mitteleuropa geführt, um das Deutschtum, denn von dort aus wird die Beziehung zu den Russen hergestellt, deren Mission erst in 1500 Jahren anfangen wird. Trotzdem muss die Beziehung zwischen Deutschland und Russland schon jetzt hergestellt werden. Nicht mit Putin und Merkel, sondern auf einem völlig anderen Niveau. Das wird auf einer ganz anderen Stufe geschehen. Dabei spielen die Hauptvermittlerrolle die Bulgaren und ich freue mich, dass einzelne Russen sich bereits zu diesem Verständnis erheben konnten. Die jungen Menschen müssen daran teilnehmen. In welcher Art?

Indem sie ihr Bewusstsein ändern. Jeder hat die freie Wahl. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“, denn wir leben mitten in dieser Welt. Man wird sich bald nicht mal ein Brot ohne Bankkarte kaufen können, wenn das Papiergeld verschwunden und das Digitalgeld eingeführt sein wird. Niemand wird also ohne Ahrimans Siegel etwas kaufen oder verkaufen können. Man wird dann nicht wie die alten Wüsteneinsiedler in die Wüste fliehen oder in die Tundra wie jener Betrüger Vissarion. Es ist die Zeit gekommen, in den Großstädten zu sein. Deshalb sagte auch Beinsa Douno: „Die Heiligen sind jetzt in den Großstädten anzutreffen“. Dort kann man in der größten Kloake leben, wo alle niederen Leidenschaften toben und gleichzeitig nicht von dieser Welt sein – man ist „in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt“. Keiner kann uns verbieten, unsere Bewusstseinsform zu ändern. Nun will ich etwas in höchstem Maße Beruhigendes sagen: Diejenigen Menschen, die sich für einen Übergang vom abstrakten zum anschauenden Denken entscheiden und durch Letzteres allmählich ihre Bewusstseinsform auf das bildhafte Bewusstsein hin in individueller Art ändern, werden vom Absterben unserer Zivilisation nicht betroffen sein. Diese Zivilisation wurde bereits dem Tod geweiht, sie wird zu Ende sein. Sie wird immer schwächer und je weiter sie abstirbt, desto mehr wird sie sich dagegen wehren. So wie das Römische Reich im Laufe von mehreren Jahrhunderten im Sterben begriffen war, mit all den begleitenden Schrecken, so wird der Tod dieser Zivilisation von noch größeren Schrecken begleitet sein. Der junge Mensch muss also das Leben in die eigenen Hände nehmen. Wie kann er das tun?

Die Götter haben uns bis zum gegenwärtigen Entwicklungsstand gebracht – sie haben unsere Leiber aufgebaut, wir haben eine Seelenentwicklung erfahren, das niedere Ich hat sich im Laufe von 2000 Jahren entwickelt. Nun ist die Zeit gekommen, dass wir uns mit dem höheren Ich verbinden. Das ist ein absolut individueller Prozess. Keiner kann den anderen irgendwohin bringen, zu diesem Übergang, zu dieser Bewusstseinsänderung treiben. Keiner kann das für den anderen tun. Das, was ich sage, soll eine Hilfe und die Antwort auf die Frage sein, was zu tun ist. Wer will, der höre – jeder hat die Wahl. Diese Anstrengungen müssen also von jedem persönlich unternommen werden. Das ist harte Arbeit, aber sie ist eine Last, die nicht schwer fällt. Das ist ein Segen, der keine Mühe macht, sondern angenehm und inspirierend ist. Je mehr Last wir uns auflegen, je weiter wir unser niederes Ich aufheben, damit das höhere Ich in uns aufblühen kann, desto mehr werden wir uns von den Lasten befreien, die wir in uns tragen. Je leichter wir werden, desto mehr wachsen wir als Bewusstsein und desto mehr Aufgaben der geistigen Welt können wir bewältigen. Die geistige Welt wartet darauf, dass wir Menschen unten bis zum höheren Ich heranreifen, damit sie uns mit verschiedenen Aufgaben beauftragt. Je weiter wir also fortschreiten, mit desto mehr Aufgaben werden wir beauftragt. Doch diese Aufgaben werden uns nicht schwerfallen, sondern sie werden viel schöner, umfangreicher und inspirierender sein als bisher und wir werden uns dann viel lebendiger fühlen. Dann beginnen wir nämlich, lebendig zu werden, dann verstehen wir zum ersten Mal, was es bedeutet, lebendig zu sein – vorher haben wir nur als lebendig gegolten, ohne in Wirklichkeit lebendig gewesen zu sein, denn weder Bewusstsein noch Ich waren lebendig. Nur unser Ätherleib war lebendig, aber er ist eine Gabe der Götter.

Der Mensch muss also mit Leben erfüllt werden. Nun sind die Menschen gleichsam tot, deshalb sagte Christus: „Folge du mir und laß die Toten ihre Toten begraben“ (Matth.8:22). Diejenigen, die ihren Toten beerdigen, sind genauso tot wie der Verstorbene. Heute ähneln die Menschen aschfarbenen Schatten, die sich bewegen, freuen usw., doch in Wirklichkeit tot sind. Für die geistige Welt sind sie tot und unsichtbar. Nur ein Mensch, in dem das lebendige Denken aufleuchtet, kann in der Finsternis von den geistigen Wesenheiten wahrgenommen werden. Dann ist unser persönlicher Schutzengel in der Lage, eine solche Verbindung mit uns aufzunehmen, dass wir ihn von unten anstacheln und er zu noch höheren Stufen aufsteigt, von denen er uns Offenbarungen herunterholt. Wenn der Engel uns diese Offenbarungen heruntergeholt hat, wachsen wir geistig und bilden in uns Begriffe, die nicht von dieser Welt sind. Wir bilden ein anderes Reich um uns herum, das nicht aus den gängigen Begriffen besteht, die jedermann kennt. Mit dem angewachsenen Bewusstsein stacheln wir wieder den Engel von unten an und er steigt in noch weitere Höhen auf, von wo er Offenbarungen für uns herunterholt. Der Mensch braucht all diese Offenbarungen, da sie eine Kraft in ihm bilden, die notwendig ist, damit er dem Antichristen entgegentreten kann. Das sind moralische Kräfte aus dem Kosmos, denn in der geistigen Welt herrscht die Moral. Es handelt sich um kosmische Moral, nicht um jene Moralarten, die die Menschen auf der Erde formulieren und nach denen sie ihren Gesellschaftsvertrag als Verfassung, Gesetze usw. gestalten. Es handelt sich um eine Moral, die nicht von dieser Welt ist. Und da im Kosmos Harmonie herrscht, verursacht die Moral, die wir auf die Erde herunterholen, keinen Schaden, sondern wirkt harmonisierend auf das irdische Leben.

Ahriman bereitet den jungen Menschen eine Falle vor – die Missverständnisse unter den Menschen werden eine gigantische Dimension annehmen, es wird zu einer Aufteilung der Menschen kommen, denn nur die einige Weisheit vermag alle Menschen zu vereinen. Jeder hat das Recht auf seine Meinung, doch was ist die Meinung Wert, wenn der sie Äußernde Stuss redet? Kann jemand den von mir zurückgelegten Weg streifen, um mir Ratschläge erteilen zu können? Wie will er das tun, wenn er keine Vorstellung hat? Doch jeder erteilt heutzutage Ratschläge und ist auf allen Gebieten kompetent, da er Rechte hat. Und wenn man Rechte hat, wird jede Verschrobenheit in ein Gesetz gekleidet und als existenzberechtigt geschützt. Wieso soll das Verschrobene dem Normalen gleichgestellt sein? So weit sind wir gekommen! Und die jungen Menschen leben mit dieser Verrücktheit, die ihnen als ein soziales Umfeld angeboten wird.

Derjenige junge Mensch, der den beschriebenen Weg besteigt, beginnt, die Menschen in einer völlig anderen Art zu betrachten. Dann erscheinen ihm die gängigen Vergnügungen als langweilig, so dass er irgendwann als asozial abgestempelt werden kann, da er beginnt, wählerisch in seinem Umgang zu sein. Das Positive ist, dass diejenigen aus seinem Umfeld herausfallen werden, die keine Lust haben, sich zu ändern, und dass er sich karmisch mit Menschen verbinden wird, die sich auf demselben Weg befinden. Dann wird es zum gegenseitigen Tragen unserer Bürden kommen. Auf diese Weise entsteht die reale Brüderlichkeit, bei der „jeder des anderen Last trägt“, doch alle von der allgemeinen Weisheit vereint sind. Alle werden miteinander auskommen können, unter ihnen werden keine Streite entstehen. Deshalb sagte Beinsa Douno, dass unter den großen Meistern, unter den Göttern kein Streit darüber herrscht, wer Christus ist und welchen Platz er im Ganzen einnimmt. Unten auf der Erde streiten die Menschen, ob Christus einen historischen, mystischen oder kosmischen Charakter hat, da sie kein Verständnis haben. Deshalb müssen die anderen auf denjenigen hören, der es versteht – das ist in der Kabbala auch so – und nicht ihn vom Standpunkt ihres niederen Ich zu belehren versuchen. Das niedere Ich ist eine große Errungenschaft, aber es muss einer Metamorphose unterzogen und nicht ausgelöscht werden. Nichts im Dasein darf vernichtet, sondern lediglich metamorphosiert  werden, damit es in etwas Neuem wiedergeboren wird. Wenn man Angst empfindet, metamorphosiert diese in Mut, wenn man Hass empfindet, wird dieser nach der Metamorphose zu Liebe. Gibt es keine Angst, so gibt es auch keinen Mut, gibt es keinen Hass, so gibt es auch keine Liebe. Beides muss vorhanden sein und das beginnt bereits oben beim Uranfänglichen und wird dann abwärts in Paare gruppiert.

Der junge Mensch muss also seinen Weg finden. Beinsa Dounos Worte „Entweder bist du mit Christus oder gegen ihn“ klingen heute wie ein Urteil, denn künftig werden die Rassen verschwinden, es wird nur zwei Rassen geben – die gute und die böse. Diejenigen, die Christus folgen, werden die Rasse der Guten bilden. Die Rasse der Bösen werden diejenigen bilden, die den dunklen Mächten nachfolgen. Sie werden eine Rasse von Schwarzmagiern bilden, die mit fürchterlichen Kräften arbeitet. Sie werden gegen die Rasse der guten Weißmagier mit magischen Kräften kämpfen. Der Mensch wird also die Wahl haben, zum schwarzen oder weißen Magier – d.h. zu einem Feind oder Nachfolger Christi – zu werden. Das ist die Wahl, vor der die jungen Menschen heute tatsächlich stehen. Diese Wahl wird langwierige Folgen haben.

Nun kann natürlich jeder sagen: „Ich verschiebe meine Wahl auf das nächste Leben, jetzt will ich mein Leben genießen, es wird ja ein weiteres Leben geben“. Es gibt allerdings ein kleines Detail – ihr wisst, die kleinen Steine sind es, die den Wagen umkippen. Die Bedingungen, die du jetzt hast, wenn dieses dir verkündet wird und du dich entschließt, dem Verkündeten den Rücken zuzukehren, wird es nicht mehr geben. Im nächsten Leben kommst du unter völlig anderen Bedingungen zur Welt, aber die Evolution wird dann etwas anderes verlangen. Das, was man jetzt versäumt hat – die Impulse Steiners und Beinsa Dounos und ihre Synthese – lässt sich später nicht mehr nachholen. Von nun an zieht jedes Versäumen von Evolutionsimpulsen fatale Konsequenzen nach sich. Woran liegt das?

Bisher wurde die Menschheit wie eine Herde von ihrem Hirten angetrieben, so dass sie sich als Ganzes bewegt hat. Ja, es gibt Weiße und Schwarze, Dumme und Gescheite, doch wir Menschen bildeten mehr oder weniger eine einheitliche Art. Mit dem Beginn des Christentums des Heiligen Geistes ist jedoch jeder verpflichtet, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, an einer eigenen Individualisierung in Christo zu arbeiten und am Entstehen der zukünftigen Brüderlichkeit um Christus zu wirken. Wenn du diesen Impulsen den Rücken kehrst, beginnt eine solche rückschrittliche Tendenz in dir zu wirken, die dich auch im nächsten Leben hin- und hertreiben wird. Wenn du dagegen die Tendenz zum Aufstieg mitnimmst und dich auf die Spitze des Speers stellst – d.h. dich der Avantgarde der Geistigkeit anschließt -, wirst du Kräfte für das nächste Leben anhäufen, die dir früher oder später helfen, die zukünftige fortschrittliche Geistigkeit in zeitgemäßer Art zu finden, so dass du dich wieder der Avantgarde anschließen kannst. Leute, macht das also quasi aus persönlichem Egoismus! Sucht diesen Weg für eure eigene Erlösung! Ihr könnt soviel ihr wollt zwischen Yoga, Castaneda oder Alice Bailey herumirren, doch ihr müsst wissen, dass ihr dort wie ein Huhn im Netz verfangen seid, aus dem das Befreien äußerst schwer gelingt. Es ist sehr schwierig, sich davon zu läutern und in richtiger Art vorwärts zu gehen. Ich zeige euch den direktesten Weg – besteigt ihn, wenn ihr wollt. Dann werdet ihr sowohl für euch selbst als auch für die Ganzheit nützlich sein – das ist das Beste, was einem passieren kann! Anderenfalls schließt man sich Ahriman an und erleidet alle Konsequenzen seiner Entscheidung. Ihr habt also die Wahl!

 

 

Die michaelische Methode der Beziehung zur geistigen Welt

Eine Zusammenfassung dieser Vorlesung wurde am 17.09. 2017 von Dimitar Mangurov auf der Konferenz „Der Meister Petar Danov im Kulturraum Bulgariens“ (Varna, 16.-17.2017) vorgetragen

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Die Vorlesung im PDF-Format

 

Brüder und Schwestern in Christo,

heutzutage existieren unterschiedliche Methoden der Verbindung mit den unsichtbaren Welten, doch uns interessiert die Frage nach der geeignetsten Methode für den Menschen mit Rücksicht auf seine gegenwärtige und zukünftige Entwicklung, durch die das Risiko, in die Gefangenschaft der Widersachermächte zu geraten, minimiert werden kann.

Die Menschheit ist schon nach dem Sündenfall in der vierten Unterrasse der lemurischen Wurzelrasse in einen totalen Widerspruch mit der vorherigen Weltentwicklung geraten, denn die von den Formgeistern aufopfernd ausgestrahlte Ich-Form hat nach der Verführung in unserem Astralleib durch die luziferischen Geister mit solcher Macht die Substanzen der Schöpfung heruntergerissen, dass in der vierten Unterrasse der atlantischen Wurzelrasse das physische Prinzip endgültig begonnen hat, zur Mineralisierung zu tendieren. Das führte zur Entstehung der Ersten Großen Krise – der Krise des physischen Leibes, die zeitlich mit der Weltsymmetrieachse des ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus zusammenfällt. Damals – vor etwa 15000 Jahren – begann sich der Ätherleib der Erde vom planetarischen physischen Leib herauszulösen, was zum Erscheinen der Radioaktivität und der Steine führte, die ein äußeres Zeichen des Prozesses des Absterbens waren. Dieser Prozess erfasste auch den Menschen mit der beschleunigten Herausbildung der höheren Nerventätigkeit, die durch das physische Gehirn repräsentiert wird. Wie eine „Felseninsel“ ragte das Gehirn nach und nach aus dem „Ozean“ der Ätherkräfte hervor. Auf dieser Insel sollte künftig die Denktätigkeit des Menschen verwirklicht werden und sie führte zur aufrechten Körperhaltung und zum  Erscheinen unseres reflektierenden niederen Ich. Wir sind physisch zum Homo erectus in den ersten zwei nachatlantischen Kulturepochen geworden, womit unsere erste Mutation vollendet wurde. Doch unser Gehirn bildete sich erst im fünften bis zum vierten Jahrhundert v.Chr. heraus, als wir den Herausforderungen der Zweiten Großen Krise gegenüberstanden, die mit der Mutation zum Homo sapiens zusammenhängt. Das Herabsteigen bis zur physisch-sinnlichen Welt von Mitte der atlantischen Wurzelrasse bis zur griechisch-römischen Kulturepoche wurde auf dem Weg des Denkens und des Einprägens der Denktätigkeit in unseren Leib verwirklicht. Das geschah in vier Etappen, von denen die erste am längsten war. In dieser ersten Etappe haben wir die Gedanken in der Ich-Form (nicht im Inhalt) von den Elohim als spiritualisierte, beseelte und belebte Wesen erlebt, die wir in geistiger Weise anschauten. In der zweiten Etappe hat sich das Denken in unseren Astralleib verlagert, wo wir es als beseelt und belebt erlebten – die Wesenheiten hatten sich nämlich vor unserem geistigen Blick „versteckt“. Stattdessen suchten wir ihre Handlungen in der Natur zu entdecken. Aus dieser bildhaften Gruppen-Bewusstseinsform ist die Mythologie hervorgegangen, in der der Mensch auch während der dritten Etappe des Herabstiegs weiterlebte. Damals wurde das Denken im Ätherleib in Form lebendiger substanzieller Gedanken erlebt. Das waren nicht unsere eigenen Gedanken, sie kamen vielmehr vom „oberen“ Weltenwillen der kosmischen Intelligenz. Das ist der Heilige Geist, der vermittels des Denkens aus dem Astralleib über den Ätherleib zum Stoffwechsel in den Kopf eindrang, wo er sich mit der Stofflichkeit des Körpers verband und aus dem Unterbewusstsein in unserer Seele lebendige Bilder hervorzubringen begann. Das Denken ist eine geistige Tätigkeit des Heiligen Geistes, die sich in einer bestimmten Form manifestiert – in der Menschenform, Engelsform, Erzengelsform usw. Die lebendigen Bilder in unserer Seele stellten Manifestationen des „unteren“ menschlichen Willens dar, die sich ständig individualisierten. Die Synchronizität zwischen dem „oberen“ und „unteren“ Willen wirkte bis zum fünften bzw. vierten Jahrhundert v.Chr., als die Elohim, die bis zu jenem Zeitpunkt die Beziehung zwischen beiden Willensarten vermittelten, sich von der Einpflanzung der gedanklichen Kräfte in den Menschen zurückgezogen und die Kontrolle über diese Kräfte den Archai übertragen haben. Als Geister der Persönlichkeit haben die Archai eine völlig andere Einstellung zum Menschen. Sie suchen nicht das Allgemeine im Menschen, sondern die einzelne Persönlichkeit, zu der wir seit der Zeit Sokrates‘, Platos und Aristoteles‘ allmählich wurden. Damals begann das Gehirn zu reflektieren, d.h. die ätherisch-astralen Substanzialhandlungen der Götter zurückzuweisen, zu töten und mit einem bestimmten Automatismus dem physischen Leib aufzuprägen. Indem die Götter das Gehirn erreichten, erreichten sie sich selbst. Diese „Widerspiegelung“ wird von dem Träger des Bewusstseins – unserem Astralleib – aufgenommen, damit wir die Ideen, die als ‚Begriffe’ bekannt sind, zu erhalten. Vorher hatten wir keine Begriffe für die Objekte der Außenwelt, sondern wir wussten, wie wir vom jeweiligen geistigen Wesen genannt wurden. Unsere Begriffe sind wesenlose Schatten, denn in ihnen fehlen Geist, Seele und Leben, obwohl sie eigentlich eine feinere Welt als die Welt der Mythologie darstellen. Der wahre Sitz der Gedanken ist grundsätzlich der Ätherleib, wo sie lebendige wesenhafte Kräfte darstellen. Aus dem Ätherleib werden sie dem physischen Leib als Schatten aufgeprägt. Doch beide Leiber bringen lediglich den Boden hervor, auf dem der Geist das menschliche Bewusstsein unter den Bedingungen des Erdenlebens hervorruft. Der Astralleib wird erst dann tätig, wenn die anderen beiden Leiber aufhören zu wirken und das höhere Ich bei diesem Denkprozess einen Teil der Materie in den Organismus zurückwirft, damit sie entweder zum tatsächlichen Sein des zukünftigen Jupiter (wenn sie vergeistigt wird) kommt oder den dreidimensionalen Raum als eine Schlacke auf dem Weg zu Ahrimans Reich verlässt. Aus dieser Schlacke entsteht jener Satellit des zukünftigen Jupiter, der sich ihm als eine Antiwelt entgegensetzen wird. Die zweite Variante wird beim abstrakten reflektierenden Denken vorbereitet, bei dem die vom Astralleib erfassten Spiegelbilder durch das Ich zu einer Synthese gebracht werden, damit das Ich-Selbstbewusstsein entstehen kann. Nach der Entstehung unterbricht das Ich-Selbstbewusstsein seine Beziehung zum leiblichen Organismus, es wird vom Denken aufgenommen und teilt von nun an sein geistiges Wesen, das mit dem leiblichen Organismus und mit unserer Seelenorganisation nichts zu tun hat. Das Bewusstsein des Ich erscheint aus den im gemeinsamen Bewusstsein durch die Denktätigkeit hinterlassenen Spuren, welche das (höhere) Ich bei der Verbindung des Begriffs mit der Wahrnehmung in der Vorstellung hinterlässt. Die Vorstellung ist unser individualisierter Begriff, doch das Wesen des Denkens lässt sich nur durch die Intuition erfassen, da es über dem Objekt und Subjekt in der erwähnten Beziehung steht. Während wir durch die äußere Beobachtung die Wahrnehmung des Objektes (welches die Wahrnehmung selbst ist) vollziehen, können wir durch die Intuition das rein geistige Wesen des Denkens begreifen, das gerade durch die Intuition alle Begriff-Ideen in uns hervorbringt.

Im vierten Jahrhundert v.Chr. stand Aristoteles vor diesen Rätseln und unterzog das begriffliche Denken einer Analyse, in dem die Gedanken gleichsam sich selbst denken. Er hat die Gesetze der Bewegung des denkenden Geistes entdeckt und die Wissenschaft der Logik begründet, denn die Logik war die erste Form des Selbstbewusstseins. Die Dialektik verleiht der Logik durch die Selbstbewegung der Ideen-Gedanken das Dasein, damit die gegenständliche Form des wachen Ich-Bewusstseins entstehen kann. Am Anfang des Übergangs zum Denken in Begriffen erlebte der Mensch immer noch die Spiegelung des Lebens des hierarchischen Gedankenwesens in seinem Selbstsein und seiner Selbstbewegung. Doch das waren immerhin zwei polar entgegengesetzte Welten, die ihre erste niedere Synthese im gegenständlich denkenden Ich erlangt haben. In ihm hat die Weltidee (der Heilige Geist) sich selbst in dialektischer Form verwirklicht, doch sie hat nicht mehr das Denken des niederen Ich bedingt, denn die Bewegung der dialektischen Triade kann nur nach dem Willen des niederen Ich, auf seinem Spielfeld, in seinem reflektierenden Denken erfolgen. Die Selbstbewegung der Gedanken in der Dialektik, hinter der die Evolution der drei Weltprinzipien (Hypostasen) des väterlichen Weltengrundes sichtbar wird, erlebt der Mensch für die Bewegungen seines niederen Ich und objektiviert es auf diese Weise, d.h. sie wird als ein Ich-Bewusstsein erlebt, das sich von seinem subjektiven Willen zum objektiven Weltideen-Willen und zurück bewegt.

Zwei Wege hatten wir vor uns – wir konnten entweder jene halb ontologische dialektische Triade der alten Griechen vollständig in abstrakte Formen verwandeln und das Ich in eine Sackgasse führen oder sie in die Triade des anschauenden Denkens mit dem Übergang vom niederen zum höheren Ich metamorphosieren, um auf individuelle Art die vorausgegangene Bewusstseinsform zu meistern, die anschauend-bildhaft, also gruppenhaft war. Der überwiegende Teil der Menschheit hat den ersten Weg gewählt und auf diese Weise wurde die Wirkung des Heiligen Geistes vom Astralleib über den Ätherleib zum physischen Leib gestoppt. Im Astralleib, in dem das reflektierende Denken zustande kommt, fehlt das Leben. Daher hat nicht nur die Menschenseele ihren apollinischen Charakter eingebüßt und einzig dionysische Eigenschaften angenommen, sondern auch die Substanz des Vaters blieb ohne die Beziehung zum Leben des Ideengedankens im Menschen. Das führte zum Zerfall des Phantoms des physischen Leibes. Die Seele hörte auf, im Materiellen zu leben und ging zum Leben in leeren Schlacken von Bildern über. Es ist die Zweite Weltkrise eingetreten – die Krise des Ätherleibes, die mit unserer Mutation zum Homo sapiens zusammenhing und durch den stärker gewordenen Erdmagnetismus verstärkt wurde. Die Krise wurde besonders stark, nachdem die Götter im 15. Jahrhundert in unser Nerven-Sinnes-System die kosmische Intelligenz selbst eingebaut hatten. Die kosmische Intelligenz geriet unter Ahrimans Attacke und führte zum Tod der Philosophie in der Weltanschauung von Karl Marx.

Wir haben am Ende des Kali Yuga gesehen, wie weit wir es nach jener Wahl aus der Zeit Aristoteles‘ gebracht haben – bis zur Erscheinung der Quantenphysik und der Atomisierung der menschlichen Vorstellungen, aus denen sich das Bewusstsein zusammensetzt. Indem der vernünftige Mensch die materielle Ursache des Denkens überbetonte, ging er nicht nur der Zerstörung des Astralleibes als der Grundlage seiner psychischen Tätigkeit entgegen, sondern auch dem Ich entgegen – dieses kann völlig ausgelöscht werden, was das Ziel der Menschwerdung im irdischen Äon vereitelt.

Es begann die Dritte Große Krise des Menschen und der Erde – die Krise des Astralleibes, die mit der Herausforderung einer dritten Mutation zusammenhängt. Während die erste Mutation zum aufrechten Gang das Werk der Götter war, das sie in uns durch die Natur verrichtet haben und der Übergang zum begrifflichen Denken der Evolution der Kultur entstammte, verlangt die dritte Mutation dem Menschen ab, dass er sich aus eigener Anstrengung zum anschauenden Denken erhebt und später eine individualisierte imaginative Bewusstseinsform erlangt, um zum Homo magneticus – zum Weißen Magier – zu werden.

Alle drei Krisen und Mutationen haben ihr Lösungszentrum im Mysterium von Golgatha. Durch die Auferweckung des Phantoms Jesu in seiner Ich-Buddhi hat Christus die Möglichkeit der Rettung unseres physischen Leibes vor dem vollständigen Zerfall und seine allmähliche Verwandlung in den Geistesmenschen angelegt. Mit dem Wunder der Himmelfahrt hat Er den Ätherleib des Menschen gerettet und die Möglichkeit seiner zukünftigen Metamorphose in den Lebensgeist angelegt. Die besagten Transformationen sind jedoch nur dann möglich, wenn wir eine bewusste Beziehung zum Auferstehungsleib eingehen, der sich aus dem Grab Gottes in der Zeitenwende erhoben hat. Mit seinem Opfer hat der Erlöser dem Menschen eine Kraft eingebaut, die der Kraft seines vorausgehenden Herabstiegs gleichkommt. Damit hat Christus den Sündenfall ausgeglichen. Aus diesem Grund sind das Ereignis in der vierten Unterrasse Lemuriens und das Mysterium von Golgatha aus der vierten Kulturepoche der nachatlantischen Wurzelrasse von der Weltsymmetrieachse gleich entfernt, die in der vierten Unterrasse der vierten Wurzelrasse liegt. Das ist der Weltrhythmus unter dem Zeichen der Zahl vier, in dem die Götter die Hauptantriebskraft waren. Doch da in der Zeit nach der Weltsymmetrieachse bis zum Ende des Kali Yuga die Verkörperung der ganzen Weltevolution in das Ich vollzogen wurde, begann der Mensch im Nichts seines Ich das Weltall zu entdecken. Die Kräfte, die die Götter zur Objektivierung unserer Leiber angewendet haben, befinden sich nun in unserem niederen Ich, allerdings nicht als Form oder Leben, sondern als eine Potenz, als eine Möglichkeit zur Metamorphose. Diese Kräfte sind als ein Gegensatz im Ich enthalten, was uns antreibt, zu Opfern im Sinne der Worte meines Freundes aus der Zeitenwende Paulus „Nicht ich, sondern Christus in mir“ heranzureifen. Hinzu kommt, dass nach 1899 die Entwicklungsgesetze nunmehr ihren Charakter grundlegend ändern, so dass „die Gewalttätigen das Reich Gottes an sich reißen“ (Matthäus 11:12). Die Opferung des niederen Ich in Christo wird nun zur Pflicht und das ist die Kraft, die uns emporbringt. Durch das paullinische „Nicht ich, sondern Christus in mir“ wird der Mensch zum „Christophorus“ und er stellt sich in geistig-seelischer Hinsicht „mit dem Kopf nach oben“ zur geistigen Welt, nachdem er sich mit dem Übergang zum begrifflichen Denken mit dem Kopf nach unten zum Mineralreich gestellt hatte. Unsere individuelle Rückkehr zu den Göttern durch die Überwindung der „Erbsünde“ wird durch die grandiose Tatsache begleitet, dass der väterliche Weltengrund die Vollmacht seines Schöpfertums dem Menschen aushändigte. Der Prozess hängt auch mit der im 20.Jahrhundert angefangenen ätherischen Wiederkunft Christi zusammen, die einen anderen Rhythmus aufweist, welcher nicht die Vorbereitung auf unsere individuelle Entwicklung, sondern diese Entwicklung selbst bedingt.

In einem weiteren Sinne begann der Weg zur menschlichen Individualisierung der fünften Unterrasse der lemurischen Wurzelrasse mit dem Öffnen der Sinne für die äußere physische Welt, denn das niedere Ich musste auf der Grundlage der Wahrnehmungen objektiviert werden. In der heutigen fünften Kulturepoche der fünften Wurzelrasse öffnen sich langsam unsere seelischen Sinne zum Sehen in die geistige Welt und die Weltsymmetrieachse wird überzeitlich. Sie wird zum menschlichen höheren Ich verschoben, damit eine neue Schöpfung in der Welt des herabgefallenen Seins einsetzen kann. Unsere drei Leiber, das Ich und die drei Naturreiche müssen vom Geist erfüllt werden, wobei die Weltsymmetrieachse dort eine Verschiebung erfahren wird, wo das menschliche Ich-Bewusstsein verschoben wird. Wenn der Mensch es wünscht, kann er die Evolution noch anthropozentrischer gestalten und sie in sich personalisieren, sie in sich verkörpern, so wie die Götter es in den vergangenen Äonen getan haben. Das war möglich, denn Christus selbst als der Träger des Ich-bin-Prinzips vom väterlichen Weltengrund ist immer der Entwicklung während der Äonen immanent gewesen. Wenn sich der Mensch mit dem ätherischen Christus verbindet, wird er auch die Dritte Große Krise überwinden, auf die uns der Erlöser seit der Zeitenwende vorbereitet hat, als Er an Pfingsten den Heiligen Geist aus dem Schoß des väterlichen Weltengrundes herabsandte. Einen solchen Geist hatte die Welt bis dahin noch nicht gekannt, sein Herabstieg in den Menschen wurde nur wegen des Christus-Opfers der Menschwerdung, des Todes und der Auferstehung ermöglicht. Dieser Geist wies auf den 20. Jahrhundert hin, in dem der Übergang zum großen Christentum des Heiligen Geistes begann. Dieser Übergang wird hauptsächlich vom Menschen in seinem höheren Ich verwirklicht werden. Das Christentum des Heiligen Geistes hängt mit der Ausarbeitung einer neuen Bewusstseinsform zusammen – der imaginativen. Diese wird nicht durch eine Metamorphose des physischen Auges verwirklicht werden, sondern durch eine Metamorphose des Prinzips des Sehens selbst.

Derjenige, der den Weg zur neuen Bewusstseinsform für die Menschheit gebahnt hat, war Rudolf Steiner. Bereits 1887 hat er geschrieben, dass „Das Gewahrwerden der Ideen in der Wirklichkeit“ „die wahre Kommunion des Menschen“ ist (vgl. GA 28, Kap.10). Mit der „Philosophie der Freiheit“ hat er uns die Methode der Verwandlung des abstrakten Denkens in ein anschauendes gegeben, welches die Zwischenstufe des Übergangs zur imaginativen Bewusstseinsform darstellt. Mit seiner vertieften und umfangreichen Untersuchungen der Philosophie und Wissenschaft hat Steiner das methodologische Fundament seines wissenschaftlichen Systems erhoben und zur Grundlage rein geistiger Forschungen gemacht. Auf diese Weise haben seine Forschungen einen geisteswissenschaftlichen Charakter angenommen. Als Lehre stellt die Methodologie den Kern der Anthroposophie dar, sie führt zu einer Artenumwandlung des Menschen. Der Methodologie liegt die Erkenntnistheorie zugrunde – die Ansicht über die Art und Form der menschlichen Erkenntnis. Um der Herausforderung gerecht zu werden, brauchte Steiner seine umfassenden Erfahrungen aus den vorherigen Inkarnationen. In seinem Leben als Aristoteles hat er den Weg zum begrifflichen Denken gebahnt und als Thomas von Aquin versuchte er die abstrakte Grenze aufzuheben, die das niedere Ich mit dem System dieser begrifflichen Kenntnisse zwischen dem sinnlichen und übersinnlichen Teil des einheitlichen Weltalls bildet. Auf diese Weise versuchte er, jenseits der Vorstellungen zu gelangen, die das gegenständliche Bewusstsein hervorgebracht hat, die den Gegenständen, auf die sie sich beziehen, „ähnlich“ sind, jedoch nicht die im Gegenstand versteckte Idee sind.

Wenn wir uns eines Beispiels aus unserer Zeit bedienen wollen, so können wir auf die Spektralanalyse verweisen, die etwa das Vorhandensein des Elementes Kalium auf Sirius zeigt. Das ist jedoch nicht das Kalium in seiner physischen mineralischen Form, sondern die geistige Substanz des Prinzips des Kaliums, welches sich an der Grenze zeigt, die das Ich gesetzt hat. Diese Grenze wollte Thomas von Aquin aufheben und er hat sie im Punkt des Ich gefunden. Das ist schon die ontologische Grenze der Welt. Die einzige Realität in der Welt ist das höhere Ich! Steiner hat die Ontologie der alten Götterkenntnis mit der Erkenntnistheorie vereinigt, aber nicht als eine einfache Summe aus zwei Teilen, sondern er hat sie zuerst als vorhandene Ausgangstatsachen genommen und sie in seinem Ich synthesiert, damit sie in einer neuen Eigenschaft wiedergeboren werden. Das Neue ist dann die Methodologie der Anthroposophie und deshalb ist die Hauptachse in der Anthroposophie die Beziehung zwischen dem Absoluten Ich und dem menschlichen Ich. Wissenschaft und Religion, Evolution und Schöpfung, sinnliche und übersinnliche Welt, Entwicklungstheorie und Schöpfungsgeschichte befinden sich unvermeidlich in einer Ich-Synthese – wegen der Erkenntnistheorie, die Steiner als das Organon der neuen Zivilisation zu einer Einweihungswissenschaft erhoben hat. Die Geisteswissenschaft wird sogar zu einer Wissenschaft der Selbsteinweihung, in der sich die Theorie des Bewusstseins und das Prinzip des Evolutionismus, die Gnoseologie und die Ontologie in einer unzertrennlichen Einheit befinden. In seiner Erkenntnistheorie hat uns Steiner die Grundlage der Logik des anschauenden Denkens gegeben, die im Unterschied zur reflektierenden Erkenntnis Leben besitzt, seiend ist.
Der Übergang zum anschauenden Denken hat freilich mit Goethe begonnen, der sein abstraktes Denken zu einem morphologischen Denken im Hinblick auf die Pflanzenwelt verwandelt hat. Die gedanklichen Wesen, die ihren Schatten in der begrifflichen Welt werfen, sind lebendig, deshalb müssen wir sie morphologisch im begrifflichen Denken erforschen. Bei Goethe wurde die reine Wahrnehmung zum reinen Begriff der „Urpflanze“ und beide haben ihre Identität und den Abgrund zwischen sich geoffenbart. Goethe hat die Idee der Urpflanze als lebendig gesehen, als etwas, aus dem jegliche Pflanzenformen entstehen können, denn nur aus dem Substanziellen lassen sich neue Formen erschaffen. Später hat sich Hegel zum reinen und von jeglicher tierischen Sinnlichkeit freien Denken erhoben, um die Selbstbewegung der Idee in der dialektischen Triade These-Antithese-Synthese zu betrachten. Er hat lediglich die Entwicklung dieser Idee beobachtet und das Gesehene notiert, wobei er ihm einen begrifflich-philosophischen Ausdruck verliehen hat. Zum ersten Mal haben sich die morphologischen Eigenschaften des Denkens bereits in der Dialektik aus der Zeit Aristoteles‘ manifestiert, deshalb ist das reine Denken bei Hegel nahezu eine Anschauung der Idee. Aber Hegel hat die Entwicklung der Idee im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bewusstseins selbst nicht begriffen. Steiner war es, der das morphologische Denken Goethes mit dem reinen Denken Hegels vereinigte, um sie zur Anschauung zu erheben, bei der das Ich-Bewusstsein des Menschen zum systembildenden Prinzip der Erkenntnis wird, welches die morphologische Weltanschauung prägt. Steiner hat die Frage nach der Beziehung zwischen Begriff und Wahrnehmung durch die Vorstellung in Richtung der Aufdeckung der wesentlichen Idee jedes Wahrnehmungsobjektes gelöst, indem er den Weg durch das menschliche Ich bahnte. Deshalb ist die morphologische Methode immer persönlich und die Hegelsche Phänomenologie des Geistes wurde bei Steiner zur Phänomenologie des Ich. In der organischen Welt wurzelt das Gesetz der Metamorphose in der Siebenheit des Weltbewusstseins. In unserem neuen morphologischen Bewusstsein geht dieses Gesetz zu seinem rein geistigen Ausdruck über und erhebt das Prinzip des Lebens auf eine höhere Stufe.

Hier kommen wir zu der eigentlichen Methode des anschauenden Denkens, das sich ähnlich der Ontologie der menschlichen Entwicklung in sieben Stufen entfaltet. Damit es nicht zu trocken-akademisch wirkt, werde ich die Methode durch meine persönliche Erfahrung veranschaulichen, die das möglichst Grandiose ist, was man erleben kann.

Zuerst formulieren wir die Idee-These. Unser Denken ist hier noch begrifflich, aber es beginnt sich langsam in das anschauende Denken umzuwandeln, indem es sich nach den Gesetzen der organischen Natur – d.h. morphologisch – bewegt. Den Anlass zur These selbst hat ein Geschehnis – eine Lebenssituation gegeben, in die ich 1994 geraten bin. Ich habe über verschiedene Varianten der Lösung gegrübelt, denn ich wollte nach der Anfangsthese das Problem durch die Mittel dieser Welt lösen.

Eine solche Ausgangsidee kann nur aus dem niederen Ich kommen und sie ist eine Folge der gegenständlichen Bewusstseinsform, in der sich die wegen des Sündenfalls völlig luziferisierte dialektische Triade des Denkens entfaltet, das der Mensch im Astralleib erlebt. Wie wir bereits darauf hingewiesen haben, fand auch der Sündenfall im Astralleib statt. Die Grenze der dialektischen Triade ist im Bereich des Abstrakten, wohin sie der systembildende Faktor – das niedere Ich – gestellt hat. Sie steht zu einem hohen Maße außerhalb des Subjektes, denn die logischen Gesetze besitzen die Kraft einer Naturnotwendigkeit. Im dialektischen Denken gibt es eine Vorbestimmtheit, die wir im ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus beobachten können, denn in diesem wird die Heilige Trinität widerspiegelt, doch es fehlt das Wesentliche – das Christus Prinzip des Ich-bin. Dieses Prinzip ist der Ausgang zum nächsten Zyklus des Heiligen Geistes.

Trotzdem spürt man in der These, die der Schatten des Ich hervorgebracht hat, den Hauch des Ich-bin, besonders wenn man vorher gewisse Anstrengungen zu seiner geistigen Entwicklung unternommen hat. Ich war damals schon dabei, spirituelle Literatur zu lesen und wusste über Karma und Wiedergeburt Bescheid. Deshalb entstand nach einer bestimmten Periode quälender Suche in natürlicher Weise die Antithese: Diese Welt vermag mein Problem mit ihren Mitteln nicht zu lösen. Meine Enttäuschung von der Welt war enorm, so dass ich mich von ihr losgesagt habe. Dabei bin ich nicht in den Wald oder die Wüste geflohen, sondern ich habe sehr stark „den Stachel“ des Materialismus in meinem niederen Ich als Idee gestutzt. Gegen diesen „Stachel“ kämpfte schon Paulus in der Zeitenwende, da er eine vorzeitig geborene Bewusstseinsseele besaß. Die These, die in einer materialistisch denkenden Seele hervorgebracht wird, negiert sich auf jeden Fall selbst, um zu höheren Formen aufzusteigen. Wenn das Getreidekorn etwa die „These“ des „vergangenen Himmels“ ist, so negiert der Boden als eine Antithese das Korn, er baut es ab, damit ein neues Korn entstehen kann, welches die Synthese zwischen dem alten Samen und dem Boden darstellt. Diese Synthese ist die Negation der Negation in der dialektischen Triade und sie kommt unvermeidlich als eine Urteilsvorstellung, die im Rahmen des abstrakten Denkens These mit Antithese, Begriff mit Wahrnehmung vereinigt. Meine Synthesenvorstellung lautete: „Nur Gott kann mein Problem in dieser Welt lösen.“ Auf diese Weise kommt in der Logik der Dialektik die Gesetzmäßigkeit der schöpferischen Negation zum Ausdruck. Doch im Unterschied zur Naturnotwendigkeit, mit der sich die dialektische Triade im Alltagsleben entfaltet, stellte meine Bewegung auf der Triade ein religiöses Erlebnis dar. Während Hegel lediglich anschaute und die Ergebnisse der Bewegung der dialektischen Triade im reinen Denken notierte, hat uns Steiner empfohlen, das Denken religiös zu erleben, um das Fundament der Änderung der Denkmethode zu legen, um der Falle dieser Triade zu entkommen, indem wir sie aus dem sinnlichen Teil des Weltalls in den übersinnlichen Teil verlagern. Hegel spürte, dass der Dualismus zwischen These und Antithese durch die begründete Gleichheit von Sein – Nichtsein – d.h. höheres Ich – niederes Ich – überwunden wird. Der Philosoph Nikolai Losski hat diesen Beweis im universellen Credo des Immanentismus entdeckt – „Alles in Jedem“. Steiner ist noch weiter gegangen: Er hat die Ontologie mit der Gnoseologie vereinigt und mit der Kraft der anschauenden Logik des höheren Ich die von ihm persönlich erlebte „Schlinge“ der dialektischen Triade über sein niederes Ich in die übersinnlichen Welt übertragen, damit ihm die Idee in den Objekten des Weltalls enthüllt werden konnte. Durch diese Methode hat er in einem kolossalen Ausmaß die menschlichen Erkenntnisse bereichert. Das tat er, indem er jedes Mal die drei Etappen der selbstbeweglichen Idee zu einem Augenblick zusammenzog, wobei die Idee in sich und für sich, zu sich zurückkehrend die Zukunft des Ich-Bewusstseins begründet. Ein solcher Akt stellt den Beginn der Individualisierung des Menschen durch das Zusammenziehen von Vergangenheit und Zukunft in den Punkt der Gegenwart dar. Das ist die vierte und geheimnisvollste Stufe der siebenstufigen Lemniskate des anschauenden Denkens. Der Übergang zu dieser Stufe ist nicht leicht. Wie habe ich ihn gemacht?

Nach der Formulierung des Synthesen-Urteils, dass nur Gott mein Problem in dieser Welt lösen kann, wurde in mir der Glaube geboren. Dieser führte mich in die Kathedrale von Varna zum Antlitz Christi, und ich bat Ihn um Hilfe. Ich war noch weit entfernt von der Erkenntnis, dass Er der Gott des Menschen ist, doch sein „Schatten“ war es, der in der These steckte und mir bald danach mit ungeahnter Macht gezeigt wurde. In meinem Gebet bat ich darum, dass die Lösung des Problems allen Beteiligten Gutes bringen möge. Ohne diese Seeleneinstellung des Verzichtes auf das alttestamentliche „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist der Eintritt in die vierte Stufe unmöglich, denn jetzt folgte die wichtigste Negation – die Leugnung meines niederen Ich, mit dem der Übergang zum höheren Ich vollzogen werden konnte. Mit dem Aufkeimen des Glaubens öffnet sich der Mensch bereits dem Ausgießen übersinnlicher Kräfte in ihn. Wie das geistige Gesetz lautet, öffnen sich die Tore zum Himmel nur wenn vorher die Tore zur Hölle sich aufgetan haben, ohne uns zu verschlingen. Dem auferweckten Glauben ist auch der Wille zur Entwicklung eigen, der den Glauben in ein neues, klareres und umfassenderes Erlebnis im Menschen verwandelt. Die Vorstellung, dass Gott die Probleme löst, ist eine Entdeckung, die ich ins Allgemeine, d.h. in den Weltenäther „einhauchen“ wollte. Das ist bereits ein Prozess der Abtrennung des Denkens vom physischen Leib und des Übergangs zum Denken mit dem Ätherleib. Konkret geht es um das Denken mit dem über dem Kopf befindlichen Organ, das Steiner „das vernünftige Ätherherz“ nennt. Im Unterschied zu unseren zwölf Sinnesorganen, die grundsätzlich mit unserem physischen Leib und dem Tierkreis zusammenhängen, hat das vernünftige Herz als das „dreizehnte“ Organ nichts mit unserem physischen Leib, Herzen und sogar mit dem Ätherherzen zu tun. Die Voraussetzungen zur Erweiterung unseres Ätherleibes im Bereich des Kopfes und zur Auflockerung der Beziehung zum physischen Kopf kommen von der ursprünglichen Einführung einer Strukturierung in den Wirbel der abstrakt-assoziativen Gedanken, der unkontrollierten Gefühle und spontanen Willensäußerungen. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass das Denken eine rein geistige Tätigkeit ist, die mit dem Heiligen Geist zusammenhängt. Es wurden der „obere“ objektive und „untere“ subjektive Wille erwähnt, wobei Letzterer mit dem Blut, dem niederen Ich und dem Gangliensystem zu tun hat, während der „obere“ Wille von unserem Nervensystem vermittelt wird. Das Gefühl entsteht im menschlichen Astralleib – genauer genommen im „Raum“ des Jahve-Kubus, der sich in der Brustkorbgegend befindet. Dort entsteht auch das niedere Ich, das als eine Selbstbewegung der Gedanken erlebt wird. Wenn wir in dynamischer Weise und im Gleichgewicht den Handlungen Luzifers und Ahrimans standhalten können, schaffen wir uns einen eigenen Raum im Denken, der rein von jeglicher Sinnlichkeit ist. Das führt zur Befreiung des Willens, der bei der Selbstbewegung der Idee auf der dialektischen Triade in das Denken bereits hineingebracht worden ist. Das reine Denken ist mit dem Willen identisch, weshalb dieser, der nun vom abstrakten Denken befreit ist, seine Handlung umorientiert. Unser Bewusstsein erhält eine rein willentliche Orientierung, da die Beziehung zwischen dem Blut- und dem Nervensystem abgebrochen wurde. Die anthroposophische Methode wird nicht mit dem nackten Verstand oder einer nebligen Mystik erworben, sondern mit einem Übergang vom Nervensystem zum Blutsystem, was uns allmählich zu einer Änderung der Bewusstseinsform führt. Mit diesem Willen, der ruhig im Blut ist und dem zuerst die reflektierende Gedankentätigkeit und später auch der Inhalt entnommen worden sind, geht der Mensch in einer Leere, doch mit intellektueller Spannung auf die Verwandlung des Organs des abstrakten Denkens in ein Organ der Ideenwahrnehmung (im vernünftigen Herzen) zu. Der Wille aus dem Blut, das in das Denken hineingebracht worden ist, hat sich vom Prozess in den Nerven und im Astralleib gelöst, es ist die Anschauung entstanden und der Gedanke dreht sich gleichsam der anderen Seite zu, d.h. er bewegt sich auf der Lemniskate. Dann können wir damit rechnen, dass eine Wesenheit aus der geistigen Welt, die ebenfalls Denken und Wille ist, uns durch das etwa 30 cm über dem Kopf im Ätherleib herausgebildete vernünftige Herz als eine Idee offenbart. Das ist ein Evolutionsprozess, eine Mutation im Menschen, eine Bewusstseinsänderung, die nicht durch Meditationen oder ähnliche Methoden erreicht wird, sondern bei der man im Gebiet des gegenständlichen Bewusstseins bleibt. Wir lösen eine gnoseologische Aufgabe als Mitglied der gesamten Menschheit und das ist eine Selbsteinweihung, bei der wir die Schwelle zur geistigen Welt überschreiten. Das geistige Leben des Menschen spielt sich in der Zeit ab. Mit dem anschauenden Denken beginnt das Verlassen des Raums und somit auch des Jahve-Kubus, der vollständig im physischen Leib wurzelt. Wenn sich der Übergang nicht in der beschriebenen Art gestaltet, wenn sich das vernünftige Herz im Bereich des physischen Herzens entwickelt, wird uns das Ablösen des Ätherleibes vom physischen Körper, das bereits Mitte des 19. Jahrhunderts für alle Menschen begonnen hat, von der jetzigen Logik zur Phantasterei und zu Halluzinationen führen. Die Mutation des Menschen muss er selbst vollbringen, er darf sich nicht auf die welthistorischen Notwendigkeiten wie die besagte Trennung beider Leiber verlassen. Die Menschheit hat bereits unbewusst die Schwelle der geistigen Welt überschritten und die Tragödien, die über sie im 20. Jahrhundert hereingebrochen sind, resultieren aus dieser Tatsache.

Beim erwähnten Übergang zum anschauenden Denken ist es zudem äußerst wichtig, dass wir vorher ein Gespür für das höhere Ich entwickeln. Das niedere Ich haben wir durch das religiöse Erleben der dialektischen Triade gefestigt, und das Gespür für das höhere Ich braucht ein höheres Gefühl, das „nicht von dieser Welt“ ist. Für die Weltgesamtheit hat mein emotionales Leben einen Wert, wenn mein Gefühl durch einen Begriff sich dem Weltall „zuschaltet“, wenn ich mich im Gefühl am weitesten in die Sphäre des Ideenhaften erhebe und zu einer wahren Individualität werde. Der ruhige Wille im Blut braucht nicht nur das mit ihm verwandte und reine Denken, sondern auch dieses höhere Gefühl, damit er das bisherige Leben des niederen Ich aus den karmischen Beziehungen entreißt und zum höheren Ich erhebt – zum individuellen Manas, zum Heiligen Geist, der die Botschaft über Christus bringt. Das höhere Gefühl in mir war durch Christus bewirkt worden, der am Anfang auf wundersame Art und mit einem für alle günstigen Ergebnis mein persönliches Problem gelöst hat. Später hat Er mich auf das Buch „Das Testament des Heiligen Johannes“ (Teil II) von Juan José Benítez, um mich zu den geistigen Höhen des Ich emporzuheben. Diesem Zweck diente der dem Buch eigene luziferische Schwung. Bei diesem Emporflug und dem religiös erlebten reinen Denken aus der dialektischen Triade, dem höheren Gefühl und dem sich aus dem Nervensystem entrissenen Willen wurde mein niederes Ich in den „Raum“ des reinen Willens mit einer solchen Macht mitgerissen, dass es auf einmal sich selbst leugnete, durch das Goethesche „Stirb und werde“ ging und als das höhere Ich „explodierte“! Das ist ein außerordentlicher Augenblick: Wir haben den Atem angehalten, die These – das niedere Ich -verschwindet, ohne dass wir das Selbstbewusstsein verlieren, da wir bereits ein Gespür für das höhere Ich entwickelt haben, das uns schützt. Im nächsten Augenblick erscheint bereits die lebendige Idee als eine Kommunion aus der Ätherwelt und erleuchtet uns innerlich. Der von jeglicher Widerspiegelung bereinigte Wille im Denken ist in der Ätherwelt dem Willen des Ich begegnet, welcher die kosmische Intelligenz darstellt. Im Element des reinen Willens offenbart sich die Wesenheit als eine geniale Vermutung, d.h. die Intuition hat sich eingestellt. Diese Wesenheit sagte: „Ich bin Gott!“ Mein niederes Ich ist seinem Urphänomen begegnet, dessen Widerspiegelung in der sinnlich-physischen Welt es ist. Als eine reine Form wird dieses Urphänomen vom anschauenden Willen mit der Substanz der Pan-Intelligenz durchflutet und es füllt damit das niedere Ich im reinen Denken aus. Das Ich füllt das Denken nach den Gesetzen der zukünftigen Welt mit Äthersubstanz an, wobei das höhere Ich selbst diese Gesetze schafft. Durch die Kontemplation ist es zum Schöpfer geworden, der den physischen Leib nicht tötet, sondern ihn mit Leben erfüllt und vergeistigt. Auf diese Weise erlangt der Ätherleib wieder seine abhanden gekommene Übermacht über den physischen Leib und das Phänomen des atlantischen Gedächtnisses wird zu einer Kraft des höheren Ich, die zum Schöpfertum, zur Metamorphose fähig ist. Das ist die fünfte Stufe der siebenstufigen Logik des anschauenden Denkens. Es hat die eigentliche Individualisierung des Menschen angefangen, die immer die „Reparatur“ bestimmter Defekte des Astralleiber nach sich zieht – man verzichtet auf Fleisch, auf die verschiedenen „Wohltaten“ der Zivilisation usw. Jeder kann die Kommunion mit jener Idee erhalten, nach der er mit der aufopfernden Liebe der Selbstleugnung und Selbstgleichsetzung mit ihr gesucht hat, wenn er die notwendigen Anstrengungen als Vorbereitung in den vorherigen vier Etappen unternommen hat. Die Anthroposophie ist ein System von Wissen und Methodologie, die nur in den Augenblicken ihrer Verwirklichung im konkreten Menschen existieren. Wer diese Augenblicke der Offenbarung nicht selbst hat, kann nur die Augenblicke anderer Menschen studieren. Keiner ist jedoch in der Lage, eine Idee gewaltsam zur Offenbarung zu bringen – sie kommt als ein Segen. Meine Individualisierung hat mit dem höchstmöglichen Segen angefangen – „Ich bin Gott selbst!“ Nicht „ich bin wie Gott“ oder „ich bin Gott gleich“, sondern „ich bin Gott selbst“. Die Hauptachse in der Methodologie der Anthroposophie, die die Beziehung zwischen dem absoluten Ich und dem menschlichen Ich betrifft, hatte begonnen zu wirken, da ich von meiner Bewusstseinsseele aus mit Liebe die Wahrheit über mich gesucht hatte, um sie mitzunehmen, wenn sie sich als eine höhere moralische Intuition aus der geistigen Welt über das vernünftige Herz in mein niederes Ich ausgießen sollte. Die Ideen-Intuition ist moralisch, denn unser Denken ist in den Ätherleib verlagert worden und es hat sich im Wesen mit der Ethik und Ästhetik gleichgesetzt. Zu einem wahren Christen wird man, wenn die moralischen Wahrheiten in der Tiefe auf den gesamten Menschen zu wirken beginnen. Das anschauende Denken wirkt in diese Richtung und das ist der Augenblick des Übergangs von der irdischen zur Sonnenevolution, zur Verwandlung des Menschen in die Zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe. Dann nimmt der Mensch mit größter Begeisterung das Kreuz seiner Entwicklung auf sich, um dem Christus beim Tragen des Kreuzes der Menschheit zu helfen. Im Manvantara selbst können wir nicht ausreichende Gründe für eine solche Transformation finden, sondern dort werden nur die Voraussetzungen dafür geschaffen. Das Urphänomen der menschlichen Freiheit befindet sich im Schoß des väterlichen Weltengrundes. Dort vereinigt sich im Großen Pralaya der göttlichen Dreieinheit die Freiheit mit der höchsten geistigen Liebe. Von dort – vom Urbeginn – kam die Wahrheit über das vernünftige Herz als eine Intuition über das Wesen der menschlichen Individualisierung zu mir. Der Prozess hat sich im Sinne der michaelischen Methode vollzogen. Nachdem wir in der Evolution auf die Grundlage der Wahrnehmung durch das Denken heruntergestiegen sind und der freie Wille sich auf der vierten Etappe dieses Herunterstiegs manifestiert hat, führt uns Erzengel Michael nun auf dieser Grundlage zum anschauenden (michaelischen) Denken zurück, zum höheren Ich in der geistigen Welt. Er macht das wieder auf der Grundlage der Wahrnehmung, jedoch mittels der Offenbarung der lebendigen Ideen in den Objekten (Wahrnehmungen). Michaels Mission ist es, jene Kräfte in unseren Ätherleib einzuführen, durch die Leben in die Gedanken zurückkehren kann, so dass diese belebten Gedanken die Seele und das niedere Ich zur übersinnlichen Welt antreiben.

Dann beginnt die in das niedere Ich als eine Möglichkeit der Metamorphose hineingebrachte gesamte Weltentwicklung, sich lemniskatenartig zu entfalten, sie beginnt spiritualisiert zu werden. Der Mensch wird zum Homo liber und später zum Homo magneticus – zu einem wahren Weißen Magier. Der Weiße Magier ist der Lehrer der Menschheit, in dem der ganze Egoismus in Tugenden transformiert worden ist. Dem Lehrer wurde die Aufgabe auferlegt, am Entwerfen des Plans des zukünftigen geistigen Jupiter teilzunehmen, der am Ende des irdischen Äons fertig sein soll. Diese Details sind die wahren Atome, die im Geist zersplittert sind, sie sind die wahren Atome, die der Erde zugrunde liegen. Sie werden auch in das Fundament des Jupiters eingehen, nicht die „Atome“ der Quantenphysik und die „göttliche Partikel“, nach der jene ahrimanisierten Wesen im CERN suchen. Die Zukunft wird nicht durch das Buddeln in der Materie vorbereitet, sondern durch die tatsächlichen Atome, die in direkter Beziehung zu den Intuitionen stehen, die als „Gäste“ aus dem höheren Devachan in das vernünftige Herz wie in einen Gralskelch herabsteigen. Die Zukunft steht in direkter Abhängigkeit von der Fähigkeit des Menschen, diesen „Kelch“ in seinem Ätherleib auszubauen. Die drei Großen Weltkrisen lassen sich durch diesen Ausbau lösen. Die Metamorphose des Organs des reflektierenden Denkens in ein Organ zur Wahrnehmung von Ideen verwandelt uns in eine neue Art von Wesen, die ein Dasein jenseits der Schwelle zur geistigen Welt hat. Das ist die Eugenik der Freiheit und nicht die ahrimanische Symbiose zwischen Mensch und Maschine, die die moderne Zivilisation vorbereitet. Es wird bereits offen über die Schaffung eines künstlichen Intellekts gesprochen, der in zehn Jahren die heutigen Lehrer ersetzen soll. Ahriman kommt!
Die Möglichkeit, das vernünftige Ätherherz auszubauen, wurde durch die Tätigkeit des Erzengels Gabriel vorbereitet, der nach dem 15. Jahrhundert beim Lenken des Geburtsprozesses zwischen den Augenbrauen in der Nasenwurzel hinter dem Stirnknochen ein Organ ausgebildet hat, durch das wir die Botschaft über Erzengel Michael und sein Zeitalter empfangen konnten. Dieses Organ stellt eine feine Änderung in der Struktur des Vorderhirns, die dem Menschen erlaubt, beim Denken den Ätherteil des Kopfes abzutrennen und in diesem das Ätherherz auszuarbeiten. In diesem Ätherherzen reflektieren wir nicht die kosmische Intelligenz, sondern nehmen sie als Ideen wahr. Wer diesen Ansatz vom Erzengel Gabriel nicht entwickelt, wird künftig als schwachsinnig zur Welt kommen. Die Tragödie der heutigen Menschheit besteht darin, dass sie unfähig ist, diese 30 cm zwischen dem physischen Kopf und dem vernünftigen Herzen zurückzulegen, um sich mit der kosmischen Intelligenz und den von ihr strömenden Ideen zu verbinden.

Hier kommen wir zur Frage, was mit der geoffenbarten Idee zu tun ist, mit der man den Jahve-Kubus bereits verlassen hat. Die Ideen sind ebenfalls begrifflich. Sie unterscheiden sich qualitativ nicht vom Begriff, sondern sind noch umfassender und inhaltsreicher als er. Es ist nicht das Gleiche, ob man sich selbst etwa mit dem Begriff des Ich als „eine Partikel vom Gott“ wahrnimmt oder sich mit der Wahrnehmung „Ich bin Gott“ gleichsetzt. Mit seiner Idee von der Urpflanze konnte Goethe alle möglichen Ideen-Pflanzen entstehen lassen. Meine „Explosion des Ich“ konnte sich ebenfalls in verschiedene Richtungen entwickeln und in der Praxis in freier Weise entsprechend meiner Wahl erlebt werden. Bei meinen Kontakten mit mannigfaltigen spirituellen Strömungen habe ich mit Verärgerung und Trauer festgestellt, dass ihre Vertreter sich entweder gar nicht für Christus interessieren oder nur eine halbe und neblige Vorstellung von Ihm haben. Daher entstand in meinem Ich die Absicht, Christus der Menschheit in einer neuen Art vom Standpunkt des „explodierten Ich“, d.h. des Selbst vorzustellen. Steiner sprach über die charakterologische (die individuelle Veranlagung des Menschen) und begriffliche Grundlage der Menschenseele. Die höchste Stufe der charakterologischen Grundlage liegt dann vor, wenn die moralische Triebkraft, die Steiner „praktische Vernunft“ nennt, das reine Denken ist. Unter den Motiven steht die begriffliche Intuition am höchsten. Wenn wir uns zu dieser erheben, fallen die Triebkraft und das Motiv mit der Stufe der Sittlichkeit zusammen, die in der Idee enthalten ist. Dann hat weder das charakterologische Prinzip noch ein äußeres moralisches Prinzip aus der Welt einen Einfluss auf unsere Handlung.

Der intuitive Gehalt, der auf eine Handlung ausgerichtet ist, macht den moralischen Gehalt des Individuums aus. Dieser Standpunkt heißt „ethischer Individualismus“ (vgl.GA4) und bei mir war er auf die neue Art gerichtet, Christus zu verstehen und in der anbrechenden Zeit des 21. Jahrhunderts zu erleben. Ich ging in Liebe auf das Objekt meiner Handlung zu, das zu meiner Handlung wurde, die mich zum Homo liber machte, da ich den Grund für die Handlung mit Liebe zur Handlung selbst gefunden habe und nicht in der Beurteilung, ob sie gut oder schlecht ist. Ich wusste nicht, was folgen würde, aber ich wusste, dass meine Absicht richtig war. Sie war richtig, denn meine in Liebe getauchte Intuition befand sich in richtiger Weise in einer Wechselbeziehung zur Welt, die intuitiv sein soll. Das ist die Art, nach der die Engelshierarchien verfahren. Das Individuelle in mir ist nicht mein Organismus mit seinen Trieben und Gefühlen, sondern die einheitliche Welt der Ideen, die in diesem Organismus leuchtet. Mit unseren Trieben und Begierden gehören wir zur Gattung des Menschen. Mit dem ethischen Individualismus beginnt auf der fünften Stufe die Umwandlung des ganzen Menschen, deren Frucht das vernünftige Herz ist, durch das sich die kosmische Kraft mit dem vielgliedrigen Menschenwesen vereint und so die Weltidee vom bewusst gewordenen menschlichen Ich personalisiert wird. Das Subjekt und sein Gehalt werden zu einer Einheit und Gleichheit im geistigen Leben, die mit dem anschauenden Denken zusammenhängen – das ist die Prärogative des Logos. Der Mensch kann diese Prärogative erwerben und sich im geistigen Sinne auf den Kopf stellen, indem er sich mit der Wende des Evolutions- und Karmarades verbindet. Es hat eine Vereinigung der Begriffe mit den Wahrnehmungen, des „Baums des Lebens“ (des Ätherleibes) mit dem „Baums der Erkenntnis“ (dem Astralleib) angefangen. Dabei tritt das vernünftige Herz durch die Entwicklung der „zweiblättrigen Lotusblume“ in eine bewusste Beziehung zum Astralleib ein. So wird durch die Metamorphose des Bewusstseins vom Kopf zu den Gliedmaßen die Erbsünde überwunden, was auch das Verhältnis zwischen blauem und rotem Blut bzw. zwischen Atmung und Blutzirkulation verändert. Das Manas bringt uns das Ewige und die Wahrheit, die im Ätherleib als moralische Intuitionen pulsieren und sich von dort mit dem Astralleib verbinden, in dem das Moralische und Schöne pulsieren. Danach treten sie in den physischen Leib ein und die Vergeistigung des Stoffes setzt ein. Das ist die Anbetung des väterlichen Weltengrundes „im Geist und in der Wahrheit“ (Joh. 4:24). Sie beginnt mit der Auferstehung des Denkens im vernünftigen Herzen, welches in einer direkten Beziehung nicht nur zur „zweiblättrigen Lotusblume“, sondern auch zum Herzchakra steht. Deshalb wird die Offenbarung der Idee immer von tiefer Erregung im Jahve-Kubus und Tränen freudiger Dankbarkeit begleitet. Die lebendige Idee erscheint immer, wenn vorher das Bewusstsein auf einen bestimmten Inhalt gerichtet war. Sie kommt in den Ätherleib als etwas Fertiges und möchte gleich ein individualisiertes Dasein erhalten, denn sie ist real, sie hat Substanz. Der Mensch schafft zwar nichts Neues zum ersten Mal, wenn im Ich bereits als eine Möglichkeit der Metamorphose die ganze vergangene Evolution eingeschlossen ist. Bei der intuitiven Erkenntnis treten wir in das Allgemeine ein, und wenn wir aus der allgemeinen Welt der Ideen die Intuitionen für unsere Willenshandlungen nehmen, individualisieren wir ein Glied aus dieser Welt der Ideen mit der gleichen Tätigkeit, die wir im geistig-ideellen Prozess bei der Erkenntnis als allgemeinmenschlich entfalten. Das, was als ein logischer Widerspruch zwischen dem allgemeinen Charakter der Erkenntnisideen und dem individuellen Charakter der moralischen Ideen aussieht, verwandelt sich in der Realität des Menschen in einen lebendigen Begriff. Mit dieser lebendigen individualisierten moralischen Idee steht der Mensch immer am Anfang jeder Metamorphose, jeder sich entfalteten Lemniskate durch das niedere Ich, bei der er einen neuen „Gast“ im Kelch des vernünftigen Herzen vorfindet. Diese Ideen-Gäste bilden eine neue Idee – das fünfte Reich, das um das höhere Ich herum entsteht und sie werden zu einer Außenwelt für das Ich. Es spielt keine Rolle, ob die geoffenbarten Ideen-Objekte sinnlich oder übersinnlich sind. Hier sind zwei Spiralen vorhanden – die eine, die sich schließt, wird von der zentripetalen Tendenz des niederen Ich gebildet und die andere, die sich öffnet, wird von der zentrifugalen Tendenz des höheren Ich zu Gott beherrscht. Von der ersten kommen die hohlen, toten Ideen und von der zweiten – die lebendigen Ideen. Im Punkt zwischen ihnen findet der Sprung in der Entwicklung des Menschen und seiner persönlichen Offenbarung statt. Dieser Punkt ist die fünfte Stufe auf unserem Weg zur geistigen Welt und er wird ermöglicht von der dem niederen Ich zugrundeliegenden Potenz zur Metamorphose und der Fähigkeit des höheren Ich, sich mit der Äthersubstanz der kosmischen Intelligenz anzufüllen. In Punkt 5 geschieht der Ich-Sprung in der Evolution, durch den der Mensch den Evolutionsprozess in seiner kulturhistorischen Phase personalisieren kann. Die Möglichkeit dazu haben wir, da Christus als Träger des Ich-Prinzips in unserem Zyklus diesem Prozess immanent ist. Der Mensch wird zum Subjekt der Evolution und trägt das Kreuz Christi mit der Verantwortung für das ganze Universum, denn er ist zu einer eigenen Gattung geworden, zu einem einzelnen Mikrokosmos und ist nicht mehr das Exemplar einer Gattung, eines Volkes oder einer Rasse. Die ihm geoffenbarten Ideen kann er in die irdischen Beziehungen als eigene Ideen einbringen, ohne die bestehenden Wechselbeziehungen zu verletzen, denn seine Ideen sind hochmoralisch und nicht hohl und tot.

Doch zuerst müssen diese Ideen die nächsten zwei Stufen durchlaufen, um die siebenstufige Logik des anschauenden Denkens zu vollenden. Auf der sechsten Stufe muss die Begriffs-Intuition in eine Vorstellung verwandelt werden. Damit das geschieht, braucht das freie Selbst moralische Phantasien. Auf der fünften Stufe tragen die Ideen einen allgemeineren Charakter und durch die moralische Phantasie beginnen sie sich zu individualisieren.
In meinem Fall ist die Idee, dass „Ich Gott bin“ zur Individualisierung mit der moralischen Phantasie übergegangen, dass Christus in einer neuen Art zu präsentieren. Diese neue Art ist jedoch ohne die Offenbarung der neuen Idee über die Individualität, die sich im Meister Beinsa Douno „versteckt“, undenkbar. Im Sommer 2000 hat dieser „Gast“ zum ersten Mal den Kelch meines vernünftigen Herzens besucht und der Welt wurde zum ersten Mal mitgeteilt, dass der Meister Beinsa Douno der Bodhisattva und der zukünftige Buddha-Maitreya ist. Die geistige Welt hat mich sofort angetrieben, schon im Oktober desselben Jahres auf die Bühne zu treten. Es begann die Ausstrahlung der Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts – zuerst mit sieben Vorträgen und später mit jenen 28 Vorlesungen, die inzwischen im Internet veröffentlicht wurden. Mit ihnen habe ich den letzten Schritt der siebenstufigen Reise durch das morphologische Denken erreicht. Um ihre Vorstellungen zu verwirklichen, greift die moralische Phantasie zu einem bestimmten Bereich von Wahrnehmungen, womit sie den legitimen Inhalt des bisherigen Handlungsprinzips begreift und es dann mit einer neuen Richtung erneuert. Der legitime Inhalt kann in einen neuen verwandelt werden, ohne dass seine den Naturgesetzen unterliegenden Wechselbeziehungen verletzt werden, wenn man jenes Verfahren benutzt, das Steiner die „moralische Technik“ nennt. Meine moralische Technik ist die Synthese zwischen den beiden esoterischen christlichen Impulsen des 20. Jahrhunderts und sie wurde mit jenen 28 Vorlesungen verwirklicht. Die Synthese ist eine welthistorische Notwendigkeit und kein Frankensteinertum, was im Jahre 2006 bestimmte Personen behaupteten, die heutzutage auf die Synthese schwören. „Das Gewahrwerden der Ideen in der Wirklichkeit“ geschieht bei uns nach der michaelischen Methode und nicht durch Mediumismus, wessen die erwähnten Personen mich und meine Frau Rada 2006 beschuldigt hatten. Durch die Synthese erfüllen wir den Willen Christi für unsere Zeit sowie die Prophezeiung des Erzengels Michael über Steiner von der Ausstrahlung eines geheiligten Impulses am Ende des Jahrhunderts (damals hat es angefangen), der einzig das spirituelle Leben der Menschheit und folglich auch der Zivilisation als Ganzes retten wird.

Als ich 2000 damit begann, wusste ich, dass ich etwas Neues berühre, das niemand bisher gemacht hatte, denn die Synthese ist ein individueller Ich-Akt. Ich habe die beiden Elemente der Synthese nur als Ausgangsgegebenheiten in ihrer reinen Form genommen und Christus hat begonnen, in meinem Ich die Synthese zu vollziehen. Daraus entstand etwas qualitativ Neues und Einmaliges, in dem die beiden Elemente auf einer höheren Stufe im Vergleich zum ursprünglichen Zustand wiedergeboren werden. Mit meiner moralischen Technik, die ein neues Organon der Menschheit darstellt, werden die beiden Ausgangselemente nicht verletzt, sondern ihnen wird eine Richtung verliehen, bei der sie sich gegenseitig durchdringen, metamorphosieren und den Menschen zum Träger des Ich-Prinzips in einer einmaligen Art machen. Für diesen Menschen gibt es keinen höheren Segen!!! Das ist auch die „Wiederbelebung der Anthroposophie“, die Steiner für das Ende des Jahrhunderts vorausgesehen hatte. Nicht zufällig spricht eine Person, die nach eigenen Worten für die Synthese ist, mich jedoch ablehnt, von einer „neuen Anthroposophie Mangurovs“, ohne diese überhaupt zu verstehen. Eine andere Person, die mit mir sympathisiert, meinte, dass meine Anthroposophie „aufregender als die von Steiner und Prokofieff“ ist. Eine dritte Person teilte mit, „die ganze Anthroposophie gelesen zu haben, doch erst bei mir die Antwort auf die grandiosen Fragen gefunden zu haben, die ihre Seele bewegen“. Solche Aussagen blasen mein Ego in keiner Weise auf, denn ich weiß, woher der Grund für sie kommt – aus der unterschiedlichen Wahrnehmung der Synthese. Die Anthroposophie, hinter der Erzengel Michael steht, macht uns zu freien Menschen, wenn wir die Hauptidee der „Philosophie der Freiheit“ in richtiger Weise verstanden und in uns verwirklicht haben.

Das von Steiner angebotene Organon ist eher auf die Art der Herstellung der Beziehung zur geistigen Welt gerichtet, weshalb es nicht möglich ist, dass die Methodologie der Anthroposophie einen universellen Charakter für alle Faktoren hat, die das Menschenleben auf der Erde zum Ausdruck bringen und die die Zivilisation ausmachen. Der Impuls des Christus, der aus dem gemeinsamen Opfer mit der nathanischen Seele und Beinsa Douno im Jahre 1936 entstanden ist – das Auftauchen einer neuen Art moralischer Kräfte im Menschen zum Gegenüberstehen dem Bösen -, führt uns zu der Liebe. Keiner kann jedoch zu jener Liebe kommen, von der Beinsa Douno sprach, wenn er vorher nicht frei wird im Sinne, von dem Steiner sprach.

Die Begegnung der Liebe und Freiheit und ihre Metamorphose im Ich Christi, die der Mensch vollzieht, ist einerseits bei jedem Menschen spezifisch, andererseits trägt sie einen Universalcharakter, da sich die Liebe und Freiheit im universellen Ich-bin Christi begegnen. Deshalb kann diese Begegnung das neue Organon sein, auf dem die universelle Methodologie der Zivilisation basieren kann, die letztendlich zu einer Begegnung mit dem ätherischen Christus führt. Dieses Organon beginnt mit dem Anfang des Christentums des Heiligen Geistes, das ab dem 20. Jahrhundert auftritt, um den Menschen zu einem hierarchischen Wesen der Freiheit und Liebe zu machen. Es ist mit dem Impuls der Zeitenwende verwandt, in dem die beiden Weltströmungen der Menschenentwicklung zusammenkamen, die damals die Weisen und Hirten repräsentierten. Die Synthese der beiden Strömungen wurde im Ich-bin Christi verwirklicht, der vom väterlichen Weltengrund in den Menschen Jesus (die nathanische Seele) herabgestiegen war. Die Synthese am Anfang des 21. Jahrhunderts wird durch das menschliche Ich mit der Kraft des Christus-Ich in ihm vollzogen. Unser Führer auf diesem von jedem Menschen individuell gebahnten Weg ist der Heilige Geist. Wer sich der Synthese entgegenstellt, begeht eine unverzeihliche Sünde gegen den Heiligen Geist, d.h. gegen sich selbst und er wird sich das nicht verzeihen können. In der christlichen Esoterik gilt ein solcher Mensch als schwachsinnig. Bisher sind mir jede Menge Schwachsinnige begegnet, wahrscheinlich wird es noch viele geben.

Von der These ausgehend, dass ich mit meinem kleinen menschlichen Ich mein privates Problem lösen kann und über das Explodieren dieses Ich und der Geburt der Ideen-Intuition, dass „ich Gott bin“, wurde diese für jede sich individualisierende Persönlichkeit grundlegende Idee als ein lebendiger Keim in die Weltentwicklung durch die synthesierende moralische Technik eingeführt. Einerseits soll diese Entwicklung erneuert werden und andererseits soll sie zu der für sie im Prozess des jetzigen Ausmaßes möglichen All-Einheit zurückkehren. Aus dem ganzheitlichen Erleben der siebenstufigen Morphologie wurde eine neue astralische Wesenheit geboren, die auch siebengliedrig ist. Welche ist diese Wesenheit und wie hat sie sich weiter entwickelt?

Die Geisteswissenschaft lehrt uns, dass die Götter der dritten Hierarchie die Naturgeister erschaffen haben, um in uns innerlich wirken zu können. Die Gnome sind die Kinder der Archai und stehen in Beziehung zu unserem physischen Leib. Es ist ihr Verdienst, dass wir in der Lage sind, die Objekte aus unserer Umgebung sinnlich wahrzunehmen, also Wahrnehmungen zu haben. Die Undinen sind die Kinder der Erzengel und hängen mit unserem Ätherleib zusammen. Mit ihrer Hilfe können wir an die Objekte denken und Begriffe von diesen Objekten bilden. Die Sylphen sind die Kinder der Engel und sie haben eine Beziehung zum Astralleib, aus der wir uns Vorstellungen von den Objekten unserer Umgebung bilden können. In diesem ganzen Prozess gehen die in den Naturformen eingeschlossenen Naturgeister in uns über, und zusammen mit ihnen geht auch die schaffende Naturintelligenz in uns als Vorstellungen über. Sie verleiht unseren Vorstellungen den Charakter von Elementarwesen, die von uns erzeugt werden. Auf diese Weise wird die Natur zu einem Teil unserer Intelligenz, wobei zu diesem Zweck ein Teil unseres physischen Leibes beim Denkprozess geopfert und von diesen Elementarwesen ätherisiert wird, die nach einer Möglichkeit suchen, um sich in die kosmische Intelligenz einzuschalten. Diese Wesen stellen unser moralisches Verhalten dar und sie konzentrieren sich als Vorstellungen-Erinnerungen in unser Gedächtnis. Durch sie vereinigt sich die kosmische Intelligenz in uns wieder mit den Willenselementen und kehrt auf diese Weise zu sich selbst zurück, indem sie die Gestalt des menschlichen Selbstbewusstseins annimmt. Wenn unsere Vorstellungen schwach sind, so verschwinden sie im Astralsturm, womit wir die Kräfte der Natur in sinnloser Weise verschwenden. Sind unsere Vorstellungen dagegen in ausreichendem Maße spiritualisiert und die Wahrnehmungen individualisiert, so vereinen wir über die Welt unserer Vorstellungen die Gedankenwesen mit dem höheren geistigen Dasein und stellen eine Verbindung zwischen dem niederen und höheren Ich her. Dabei wird das höhere Ich fähig, im Manas zu wirken und das Manas verbindet sich mit den Erfahrungen der Wahrnehmungen in der Sinneswelt. Das Ich wird zu einem übersinnlichen Wesen, welches eine neue Substanz hervorbringt – den gedanklichen Äther. So wird die kosmische Intelligenz (das Manas) im Menschen zu dessen individueller Intelligenz, die von der kosmischen Allgemeinheit nicht abgetrennt ist. Das ist die Art, in der sich die kosmische Intelligenz aus den irdischen Phänomenen zu den Göttern und zum Menschen erheben kann.

Das von mir erschaffene Astralwesen ist die Synthese beider Impulse. Es ist aus der Vorstellung entstanden, „Christus in einer neuen Weise zu präsentieren“, die ihrerseits von der moralischen Intuition („Ich bin Gott selbst“) hervorgebracht worden ist. Dieses Wesen ist sehr mächtig, sehr spirituell, denn alle seine sieben Elemente wurden in der tiefsten geistigen Art erlebt. Trotzdem bedurfte es nach seiner Geburt der Festigung mit Äthersubstanz. Diese Substanz kann nur durch neue moralische Intuitionen kommen. Nach 2007 kamen bis zum heutigen Tag zahlreiche Ideen-Offenbarungen verschiedenen Charakters. Alle wurden aufgenommen, erkannt und danach als Vorlesungen zwecks öffentlichen Gebrauchs präsentiert. Indem sie in das Bewusstsein von einer immer anwachsenden Anzahl von Menschen eingehen, wird das Wesen der Synthese von neuen Lebenskräften erfüllt, was uns die Hoffnung gibt, dass wir die uns bevorstehenden irdischen Prüfungen meistern werden. Immer wenn eine Synthesewesenheit geboren wird, wird ein neuer geistiger Impuls von außerordentlicher Bedeutung ausgestrahlt oder der Menschheit stehen schwere Prüfungen bevor bzw. Beides kommt zusammen. Die Synthese aus dem 21. Jahrhundert stellt Letzteres dar – sie ist sowohl die Erfüllung des von Steiner Vorausgesagten über den „geheiligten Impuls“ als auch seine Prophezeiung über die Begegnung mit dem Antichristen am Anfang des dritten Jahrtausends. Aus dieser Begegnung werden „neue Basiskräfte für den weiteren Verlauf der menschlichen Entwicklung geboren“, wie es die geistige Welt in diesem Sommer bei einer Ankunft der moralischen Intuition formuliert hat. Diese Kräfte können aus dem Auferstehungsleib kommen, mit dem sich der Mensch bewusst verbinden soll, doch nur wenn er den Ich-Abdruck Christi in der nathanischen Seele annimmt, der in der Zeitenwende erzeugt und später vervielfältigt wurde. Das Hauptziel der Widersachermächte ist es, den Menschen vom wahren Verständnis des Mysteriums von Golgatha und überhaupt der Ereignisse der Zeitenwende abzubringen, die mit dem großen aufopfernden Herabstieg des Ich-bin-Prinzips und dessen Erleben vom Menschen zusammenhängen. Erst dann nämlich kann der Mensch zur Hierarchie der Freiheit und Liebe werden, was unsere „Amtsbeschreibung“ ist, doch nicht unser Ich-Name. Der Ich-Name der Menschheit hängt mit dem Opfer Christi zusammen und die Menschen werden an diesen Namen heranwachsen und ihn erhalten, wenn sie zu einem Opfer im Sinne des Christus-Opfers fähig werden. In diesem Sinne bedeutet der Satz „Die Letzten werden die Ersten sein“ nicht, dass wir als Bewusstsein die anderen Hierarchien überholen werden, sondern dass wir eine neue Art von Ich-Substanz erschaffen und am Anfang des nächsten Zyklus aufopfern werden. Diese Substanz wird zur Grundlage des nächsten Zyklus werden. Das Urbild dieser Substanz war der Ich-Abdruck Christi in der nathanischen Seele. Mit der Synthese bereiten wir uns auch vor, zu den Erzeugern dieser Substanz zu werden. Unsere Verantwortung ist außerordentlich groß. Jeder von uns steht vor einer schicksalsträchtigen Frage, die für Menschen und Götter gleich wichtig ist – wird es den nächsten Zyklus des Heiligen Geistes geben? Sind wir uns dessen bewusst?!