Die michaelische Methode der Beziehung zur geistigen Welt

Eine Zusammenfassung dieser Vorlesung wurde am 17.09. 2017 von Dimitar Mangurov auf der Konferenz „Der Meister Petar Danov im Kulturraum Bulgariens“ (Varna, 16.-17.2017) vorgetragen

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Brüder und Schwestern in Christo,

heutzutage existieren unterschiedliche Methoden der Verbindung mit den unsichtbaren Welten, doch uns interessiert die Frage nach der geeignetsten Methode für den Menschen mit Rücksicht auf seine gegenwärtige und zukünftige Entwicklung, durch die das Risiko, in die Gefangenschaft der Widersachermächte zu geraten, minimiert werden kann.

Die Menschheit ist schon nach dem Sündenfall in der vierten Unterrasse der lemurischen Wurzelrasse in einen totalen Widerspruch mit der vorherigen Weltentwicklung geraten, denn die von den Formgeistern aufopfernd ausgestrahlte Ich-Form hat nach der Verführung in unserem Astralleib durch die luziferischen Geister mit solcher Macht die Substanzen der Schöpfung heruntergerissen, dass in der vierten Unterrasse der atlantischen Wurzelrasse das physische Prinzip endgültig begonnen hat, zur Mineralisierung zu tendieren. Das führte zur Entstehung der Ersten Großen Krise – der Krise des physischen Leibes, die zeitlich mit der Weltsymmetrieachse des ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus zusammenfällt. Damals – vor etwa 15000 Jahren – begann sich der Ätherleib der Erde vom planetarischen physischen Leib herauszulösen, was zum Erscheinen der Radioaktivität und der Steine führte, die ein äußeres Zeichen des Prozesses des Absterbens waren. Dieser Prozess erfasste auch den Menschen mit der beschleunigten Herausbildung der höheren Nerventätigkeit, die durch das physische Gehirn repräsentiert wird. Wie eine „Felseninsel“ ragte das Gehirn nach und nach aus dem „Ozean“ der Ätherkräfte hervor. Auf dieser Insel sollte künftig die Denktätigkeit des Menschen verwirklicht werden und sie führte zur aufrechten Körperhaltung und zum  Erscheinen unseres reflektierenden niederen Ich. Wir sind physisch zum Homo erectus in den ersten zwei nachatlantischen Kulturepochen geworden, womit unsere erste Mutation vollendet wurde. Doch unser Gehirn bildete sich erst im fünften bis zum vierten Jahrhundert v.Chr. heraus, als wir den Herausforderungen der Zweiten Großen Krise gegenüberstanden, die mit der Mutation zum Homo sapiens zusammenhängt. Das Herabsteigen bis zur physisch-sinnlichen Welt von Mitte der atlantischen Wurzelrasse bis zur griechisch-römischen Kulturepoche wurde auf dem Weg des Denkens und des Einprägens der Denktätigkeit in unseren Leib verwirklicht. Das geschah in vier Etappen, von denen die erste am längsten war. In dieser ersten Etappe haben wir die Gedanken in der Ich-Form (nicht im Inhalt) von den Elohim als spiritualisierte, beseelte und belebte Wesen erlebt, die wir in geistiger Weise anschauten. In der zweiten Etappe hat sich das Denken in unseren Astralleib verlagert, wo wir es als beseelt und belebt erlebten – die Wesenheiten hatten sich nämlich vor unserem geistigen Blick „versteckt“. Stattdessen suchten wir ihre Handlungen in der Natur zu entdecken. Aus dieser bildhaften Gruppen-Bewusstseinsform ist die Mythologie hervorgegangen, in der der Mensch auch während der dritten Etappe des Herabstiegs weiterlebte. Damals wurde das Denken im Ätherleib in Form lebendiger substanzieller Gedanken erlebt. Das waren nicht unsere eigenen Gedanken, sie kamen vielmehr vom „oberen“ Weltenwillen der kosmischen Intelligenz. Das ist der Heilige Geist, der vermittels des Denkens aus dem Astralleib über den Ätherleib zum Stoffwechsel in den Kopf eindrang, wo er sich mit der Stofflichkeit des Körpers verband und aus dem Unterbewusstsein in unserer Seele lebendige Bilder hervorzubringen begann. Das Denken ist eine geistige Tätigkeit des Heiligen Geistes, die sich in einer bestimmten Form manifestiert – in der Menschenform, Engelsform, Erzengelsform usw. Die lebendigen Bilder in unserer Seele stellten Manifestationen des „unteren“ menschlichen Willens dar, die sich ständig individualisierten. Die Synchronizität zwischen dem „oberen“ und „unteren“ Willen wirkte bis zum fünften bzw. vierten Jahrhundert v.Chr., als die Elohim, die bis zu jenem Zeitpunkt die Beziehung zwischen beiden Willensarten vermittelten, sich von der Einpflanzung der gedanklichen Kräfte in den Menschen zurückgezogen und die Kontrolle über diese Kräfte den Archai übertragen haben. Als Geister der Persönlichkeit haben die Archai eine völlig andere Einstellung zum Menschen. Sie suchen nicht das Allgemeine im Menschen, sondern die einzelne Persönlichkeit, zu der wir seit der Zeit Sokrates‘, Platos und Aristoteles‘ allmählich wurden. Damals begann das Gehirn zu reflektieren, d.h. die ätherisch-astralen Substanzialhandlungen der Götter zurückzuweisen, zu töten und mit einem bestimmten Automatismus dem physischen Leib aufzuprägen. Indem die Götter das Gehirn erreichten, erreichten sie sich selbst. Diese „Widerspiegelung“ wird von dem Träger des Bewusstseins – unserem Astralleib – aufgenommen, damit wir die Ideen, die als ‚Begriffe’ bekannt sind, zu erhalten. Vorher hatten wir keine Begriffe für die Objekte der Außenwelt, sondern wir wussten, wie wir vom jeweiligen geistigen Wesen genannt wurden. Unsere Begriffe sind wesenlose Schatten, denn in ihnen fehlen Geist, Seele und Leben, obwohl sie eigentlich eine feinere Welt als die Welt der Mythologie darstellen. Der wahre Sitz der Gedanken ist grundsätzlich der Ätherleib, wo sie lebendige wesenhafte Kräfte darstellen. Aus dem Ätherleib werden sie dem physischen Leib als Schatten aufgeprägt. Doch beide Leiber bringen lediglich den Boden hervor, auf dem der Geist das menschliche Bewusstsein unter den Bedingungen des Erdenlebens hervorruft. Der Astralleib wird erst dann tätig, wenn die anderen beiden Leiber aufhören zu wirken und das höhere Ich bei diesem Denkprozess einen Teil der Materie in den Organismus zurückwirft, damit sie entweder zum tatsächlichen Sein des zukünftigen Jupiter (wenn sie vergeistigt wird) kommt oder den dreidimensionalen Raum als eine Schlacke auf dem Weg zu Ahrimans Reich verlässt. Aus dieser Schlacke entsteht jener Satellit des zukünftigen Jupiter, der sich ihm als eine Antiwelt entgegensetzen wird. Die zweite Variante wird beim abstrakten reflektierenden Denken vorbereitet, bei dem die vom Astralleib erfassten Spiegelbilder durch das Ich zu einer Synthese gebracht werden, damit das Ich-Selbstbewusstsein entstehen kann. Nach der Entstehung unterbricht das Ich-Selbstbewusstsein seine Beziehung zum leiblichen Organismus, es wird vom Denken aufgenommen und teilt von nun an sein geistiges Wesen, das mit dem leiblichen Organismus und mit unserer Seelenorganisation nichts zu tun hat. Das Bewusstsein des Ich erscheint aus den im gemeinsamen Bewusstsein durch die Denktätigkeit hinterlassenen Spuren, welche das (höhere) Ich bei der Verbindung des Begriffs mit der Wahrnehmung in der Vorstellung hinterlässt. Die Vorstellung ist unser individualisierter Begriff, doch das Wesen des Denkens lässt sich nur durch die Intuition erfassen, da es über dem Objekt und Subjekt in der erwähnten Beziehung steht. Während wir durch die äußere Beobachtung die Wahrnehmung des Objektes (welches die Wahrnehmung selbst ist) vollziehen, können wir durch die Intuition das rein geistige Wesen des Denkens begreifen, das gerade durch die Intuition alle Begriff-Ideen in uns hervorbringt.

Im vierten Jahrhundert v.Chr. stand Aristoteles vor diesen Rätseln und unterzog das begriffliche Denken einer Analyse, in dem die Gedanken gleichsam sich selbst denken. Er hat die Gesetze der Bewegung des denkenden Geistes entdeckt und die Wissenschaft der Logik begründet, denn die Logik war die erste Form des Selbstbewusstseins. Die Dialektik verleiht der Logik durch die Selbstbewegung der Ideen-Gedanken das Dasein, damit die gegenständliche Form des wachen Ich-Bewusstseins entstehen kann. Am Anfang des Übergangs zum Denken in Begriffen erlebte der Mensch immer noch die Spiegelung des Lebens des hierarchischen Gedankenwesens in seinem Selbstsein und seiner Selbstbewegung. Doch das waren immerhin zwei polar entgegengesetzte Welten, die ihre erste niedere Synthese im gegenständlich denkenden Ich erlangt haben. In ihm hat die Weltidee (der Heilige Geist) sich selbst in dialektischer Form verwirklicht, doch sie hat nicht mehr das Denken des niederen Ich bedingt, denn die Bewegung der dialektischen Triade kann nur nach dem Willen des niederen Ich, auf seinem Spielfeld, in seinem reflektierenden Denken erfolgen. Die Selbstbewegung der Gedanken in der Dialektik, hinter der die Evolution der drei Weltprinzipien (Hypostasen) des väterlichen Weltengrundes sichtbar wird, erlebt der Mensch für die Bewegungen seines niederen Ich und objektiviert es auf diese Weise, d.h. sie wird als ein Ich-Bewusstsein erlebt, das sich von seinem subjektiven Willen zum objektiven Weltideen-Willen und zurück bewegt.

Zwei Wege hatten wir vor uns – wir konnten entweder jene halb ontologische dialektische Triade der alten Griechen vollständig in abstrakte Formen verwandeln und das Ich in eine Sackgasse führen oder sie in die Triade des anschauenden Denkens mit dem Übergang vom niederen zum höheren Ich metamorphosieren, um auf individuelle Art die vorausgegangene Bewusstseinsform zu meistern, die anschauend-bildhaft, also gruppenhaft war. Der überwiegende Teil der Menschheit hat den ersten Weg gewählt und auf diese Weise wurde die Wirkung des Heiligen Geistes vom Astralleib über den Ätherleib zum physischen Leib gestoppt. Im Astralleib, in dem das reflektierende Denken zustande kommt, fehlt das Leben. Daher hat nicht nur die Menschenseele ihren apollinischen Charakter eingebüßt und einzig dionysische Eigenschaften angenommen, sondern auch die Substanz des Vaters blieb ohne die Beziehung zum Leben des Ideengedankens im Menschen. Das führte zum Zerfall des Phantoms des physischen Leibes. Die Seele hörte auf, im Materiellen zu leben und ging zum Leben in leeren Schlacken von Bildern über. Es ist die Zweite Weltkrise eingetreten – die Krise des Ätherleibes, die mit unserer Mutation zum Homo sapiens zusammenhing und durch den stärker gewordenen Erdmagnetismus verstärkt wurde. Die Krise wurde besonders stark, nachdem die Götter im 15. Jahrhundert in unser Nerven-Sinnes-System die kosmische Intelligenz selbst eingebaut hatten. Die kosmische Intelligenz geriet unter Ahrimans Attacke und führte zum Tod der Philosophie in der Weltanschauung von Karl Marx.

Wir haben am Ende des Kali Yuga gesehen, wie weit wir es nach jener Wahl aus der Zeit Aristoteles‘ gebracht haben – bis zur Erscheinung der Quantenphysik und der Atomisierung der menschlichen Vorstellungen, aus denen sich das Bewusstsein zusammensetzt. Indem der vernünftige Mensch die materielle Ursache des Denkens überbetonte, ging er nicht nur der Zerstörung des Astralleibes als der Grundlage seiner psychischen Tätigkeit entgegen, sondern auch dem Ich entgegen – dieses kann völlig ausgelöscht werden, was das Ziel der Menschwerdung im irdischen Äon vereitelt.

Es begann die Dritte Große Krise des Menschen und der Erde – die Krise des Astralleibes, die mit der Herausforderung einer dritten Mutation zusammenhängt. Während die erste Mutation zum aufrechten Gang das Werk der Götter war, das sie in uns durch die Natur verrichtet haben und der Übergang zum begrifflichen Denken der Evolution der Kultur entstammte, verlangt die dritte Mutation dem Menschen ab, dass er sich aus eigener Anstrengung zum anschauenden Denken erhebt und später eine individualisierte imaginative Bewusstseinsform erlangt, um zum Homo magneticus – zum Weißen Magier – zu werden.

Alle drei Krisen und Mutationen haben ihr Lösungszentrum im Mysterium von Golgatha. Durch die Auferweckung des Phantoms Jesu in seiner Ich-Buddhi hat Christus die Möglichkeit der Rettung unseres physischen Leibes vor dem vollständigen Zerfall und seine allmähliche Verwandlung in den Geistesmenschen angelegt. Mit dem Wunder der Himmelfahrt hat Er den Ätherleib des Menschen gerettet und die Möglichkeit seiner zukünftigen Metamorphose in den Lebensgeist angelegt. Die besagten Transformationen sind jedoch nur dann möglich, wenn wir eine bewusste Beziehung zum Auferstehungsleib eingehen, der sich aus dem Grab Gottes in der Zeitenwende erhoben hat. Mit seinem Opfer hat der Erlöser dem Menschen eine Kraft eingebaut, die der Kraft seines vorausgehenden Herabstiegs gleichkommt. Damit hat Christus den Sündenfall ausgeglichen. Aus diesem Grund sind das Ereignis in der vierten Unterrasse Lemuriens und das Mysterium von Golgatha aus der vierten Kulturepoche der nachatlantischen Wurzelrasse von der Weltsymmetrieachse gleich entfernt, die in der vierten Unterrasse der vierten Wurzelrasse liegt. Das ist der Weltrhythmus unter dem Zeichen der Zahl vier, in dem die Götter die Hauptantriebskraft waren. Doch da in der Zeit nach der Weltsymmetrieachse bis zum Ende des Kali Yuga die Verkörperung der ganzen Weltevolution in das Ich vollzogen wurde, begann der Mensch im Nichts seines Ich das Weltall zu entdecken. Die Kräfte, die die Götter zur Objektivierung unserer Leiber angewendet haben, befinden sich nun in unserem niederen Ich, allerdings nicht als Form oder Leben, sondern als eine Potenz, als eine Möglichkeit zur Metamorphose. Diese Kräfte sind als ein Gegensatz im Ich enthalten, was uns antreibt, zu Opfern im Sinne der Worte meines Freundes aus der Zeitenwende Paulus „Nicht ich, sondern Christus in mir“ heranzureifen. Hinzu kommt, dass nach 1899 die Entwicklungsgesetze nunmehr ihren Charakter grundlegend ändern, so dass „die Gewalttätigen das Reich Gottes an sich reißen“ (Matthäus 11:12). Die Opferung des niederen Ich in Christo wird nun zur Pflicht und das ist die Kraft, die uns emporbringt. Durch das paullinische „Nicht ich, sondern Christus in mir“ wird der Mensch zum „Christophorus“ und er stellt sich in geistig-seelischer Hinsicht „mit dem Kopf nach oben“ zur geistigen Welt, nachdem er sich mit dem Übergang zum begrifflichen Denken mit dem Kopf nach unten zum Mineralreich gestellt hatte. Unsere individuelle Rückkehr zu den Göttern durch die Überwindung der „Erbsünde“ wird durch die grandiose Tatsache begleitet, dass der väterliche Weltengrund die Vollmacht seines Schöpfertums dem Menschen aushändigte. Der Prozess hängt auch mit der im 20.Jahrhundert angefangenen ätherischen Wiederkunft Christi zusammen, die einen anderen Rhythmus aufweist, welcher nicht die Vorbereitung auf unsere individuelle Entwicklung, sondern diese Entwicklung selbst bedingt.

In einem weiteren Sinne begann der Weg zur menschlichen Individualisierung der fünften Unterrasse der lemurischen Wurzelrasse mit dem Öffnen der Sinne für die äußere physische Welt, denn das niedere Ich musste auf der Grundlage der Wahrnehmungen objektiviert werden. In der heutigen fünften Kulturepoche der fünften Wurzelrasse öffnen sich langsam unsere seelischen Sinne zum Sehen in die geistige Welt und die Weltsymmetrieachse wird überzeitlich. Sie wird zum menschlichen höheren Ich verschoben, damit eine neue Schöpfung in der Welt des herabgefallenen Seins einsetzen kann. Unsere drei Leiber, das Ich und die drei Naturreiche müssen vom Geist erfüllt werden, wobei die Weltsymmetrieachse dort eine Verschiebung erfahren wird, wo das menschliche Ich-Bewusstsein verschoben wird. Wenn der Mensch es wünscht, kann er die Evolution noch anthropozentrischer gestalten und sie in sich personalisieren, sie in sich verkörpern, so wie die Götter es in den vergangenen Äonen getan haben. Das war möglich, denn Christus selbst als der Träger des Ich-bin-Prinzips vom väterlichen Weltengrund ist immer der Entwicklung während der Äonen immanent gewesen. Wenn sich der Mensch mit dem ätherischen Christus verbindet, wird er auch die Dritte Große Krise überwinden, auf die uns der Erlöser seit der Zeitenwende vorbereitet hat, als Er an Pfingsten den Heiligen Geist aus dem Schoß des väterlichen Weltengrundes herabsandte. Einen solchen Geist hatte die Welt bis dahin noch nicht gekannt, sein Herabstieg in den Menschen wurde nur wegen des Christus-Opfers der Menschwerdung, des Todes und der Auferstehung ermöglicht. Dieser Geist wies auf den 20. Jahrhundert hin, in dem der Übergang zum großen Christentum des Heiligen Geistes begann. Dieser Übergang wird hauptsächlich vom Menschen in seinem höheren Ich verwirklicht werden. Das Christentum des Heiligen Geistes hängt mit der Ausarbeitung einer neuen Bewusstseinsform zusammen – der imaginativen. Diese wird nicht durch eine Metamorphose des physischen Auges verwirklicht werden, sondern durch eine Metamorphose des Prinzips des Sehens selbst.

Derjenige, der den Weg zur neuen Bewusstseinsform für die Menschheit gebahnt hat, war Rudolf Steiner. Bereits 1887 hat er geschrieben, dass „Das Gewahrwerden der Ideen in der Wirklichkeit“ „die wahre Kommunion des Menschen“ ist (vgl. GA 28, Kap.10). Mit der „Philosophie der Freiheit“ hat er uns die Methode der Verwandlung des abstrakten Denkens in ein anschauendes gegeben, welches die Zwischenstufe des Übergangs zur imaginativen Bewusstseinsform darstellt. Mit seiner vertieften und umfangreichen Untersuchungen der Philosophie und Wissenschaft hat Steiner das methodologische Fundament seines wissenschaftlichen Systems erhoben und zur Grundlage rein geistiger Forschungen gemacht. Auf diese Weise haben seine Forschungen einen geisteswissenschaftlichen Charakter angenommen. Als Lehre stellt die Methodologie den Kern der Anthroposophie dar, sie führt zu einer Artenumwandlung des Menschen. Der Methodologie liegt die Erkenntnistheorie zugrunde – die Ansicht über die Art und Form der menschlichen Erkenntnis. Um der Herausforderung gerecht zu werden, brauchte Steiner seine umfassenden Erfahrungen aus den vorherigen Inkarnationen. In seinem Leben als Aristoteles hat er den Weg zum begrifflichen Denken gebahnt und als Thomas von Aquin versuchte er die abstrakte Grenze aufzuheben, die das niedere Ich mit dem System dieser begrifflichen Kenntnisse zwischen dem sinnlichen und übersinnlichen Teil des einheitlichen Weltalls bildet. Auf diese Weise versuchte er, jenseits der Vorstellungen zu gelangen, die das gegenständliche Bewusstsein hervorgebracht hat, die den Gegenständen, auf die sie sich beziehen, „ähnlich“ sind, jedoch nicht die im Gegenstand versteckte Idee sind.

Wenn wir uns eines Beispiels aus unserer Zeit bedienen wollen, so können wir auf die Spektralanalyse verweisen, die etwa das Vorhandensein des Elementes Kalium auf Sirius zeigt. Das ist jedoch nicht das Kalium in seiner physischen mineralischen Form, sondern die geistige Substanz des Prinzips des Kaliums, welches sich an der Grenze zeigt, die das Ich gesetzt hat. Diese Grenze wollte Thomas von Aquin aufheben und er hat sie im Punkt des Ich gefunden. Das ist schon die ontologische Grenze der Welt. Die einzige Realität in der Welt ist das höhere Ich! Steiner hat die Ontologie der alten Götterkenntnis mit der Erkenntnistheorie vereinigt, aber nicht als eine einfache Summe aus zwei Teilen, sondern er hat sie zuerst als vorhandene Ausgangstatsachen genommen und sie in seinem Ich synthesiert, damit sie in einer neuen Eigenschaft wiedergeboren werden. Das Neue ist dann die Methodologie der Anthroposophie und deshalb ist die Hauptachse in der Anthroposophie die Beziehung zwischen dem Absoluten Ich und dem menschlichen Ich. Wissenschaft und Religion, Evolution und Schöpfung, sinnliche und übersinnliche Welt, Entwicklungstheorie und Schöpfungsgeschichte befinden sich unvermeidlich in einer Ich-Synthese – wegen der Erkenntnistheorie, die Steiner als das Organon der neuen Zivilisation zu einer Einweihungswissenschaft erhoben hat. Die Geisteswissenschaft wird sogar zu einer Wissenschaft der Selbsteinweihung, in der sich die Theorie des Bewusstseins und das Prinzip des Evolutionismus, die Gnoseologie und die Ontologie in einer unzertrennlichen Einheit befinden. In seiner Erkenntnistheorie hat uns Steiner die Grundlage der Logik des anschauenden Denkens gegeben, die im Unterschied zur reflektierenden Erkenntnis Leben besitzt, seiend ist.
Der Übergang zum anschauenden Denken hat freilich mit Goethe begonnen, der sein abstraktes Denken zu einem morphologischen Denken im Hinblick auf die Pflanzenwelt verwandelt hat. Die gedanklichen Wesen, die ihren Schatten in der begrifflichen Welt werfen, sind lebendig, deshalb müssen wir sie morphologisch im begrifflichen Denken erforschen. Bei Goethe wurde die reine Wahrnehmung zum reinen Begriff der „Urpflanze“ und beide haben ihre Identität und den Abgrund zwischen sich geoffenbart. Goethe hat die Idee der Urpflanze als lebendig gesehen, als etwas, aus dem jegliche Pflanzenformen entstehen können, denn nur aus dem Substanziellen lassen sich neue Formen erschaffen. Später hat sich Hegel zum reinen und von jeglicher tierischen Sinnlichkeit freien Denken erhoben, um die Selbstbewegung der Idee in der dialektischen Triade These-Antithese-Synthese zu betrachten. Er hat lediglich die Entwicklung dieser Idee beobachtet und das Gesehene notiert, wobei er ihm einen begrifflich-philosophischen Ausdruck verliehen hat. Zum ersten Mal haben sich die morphologischen Eigenschaften des Denkens bereits in der Dialektik aus der Zeit Aristoteles‘ manifestiert, deshalb ist das reine Denken bei Hegel nahezu eine Anschauung der Idee. Aber Hegel hat die Entwicklung der Idee im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bewusstseins selbst nicht begriffen. Steiner war es, der das morphologische Denken Goethes mit dem reinen Denken Hegels vereinigte, um sie zur Anschauung zu erheben, bei der das Ich-Bewusstsein des Menschen zum systembildenden Prinzip der Erkenntnis wird, welches die morphologische Weltanschauung prägt. Steiner hat die Frage nach der Beziehung zwischen Begriff und Wahrnehmung durch die Vorstellung in Richtung der Aufdeckung der wesentlichen Idee jedes Wahrnehmungsobjektes gelöst, indem er den Weg durch das menschliche Ich bahnte. Deshalb ist die morphologische Methode immer persönlich und die Hegelsche Phänomenologie des Geistes wurde bei Steiner zur Phänomenologie des Ich. In der organischen Welt wurzelt das Gesetz der Metamorphose in der Siebenheit des Weltbewusstseins. In unserem neuen morphologischen Bewusstsein geht dieses Gesetz zu seinem rein geistigen Ausdruck über und erhebt das Prinzip des Lebens auf eine höhere Stufe.

Hier kommen wir zu der eigentlichen Methode des anschauenden Denkens, das sich ähnlich der Ontologie der menschlichen Entwicklung in sieben Stufen entfaltet. Damit es nicht zu trocken-akademisch wirkt, werde ich die Methode durch meine persönliche Erfahrung veranschaulichen, die das möglichst Grandiose ist, was man erleben kann.

Zuerst formulieren wir die Idee-These. Unser Denken ist hier noch begrifflich, aber es beginnt sich langsam in das anschauende Denken umzuwandeln, indem es sich nach den Gesetzen der organischen Natur – d.h. morphologisch – bewegt. Den Anlass zur These selbst hat ein Geschehnis – eine Lebenssituation gegeben, in die ich 1994 geraten bin. Ich habe über verschiedene Varianten der Lösung gegrübelt, denn ich wollte nach der Anfangsthese das Problem durch die Mittel dieser Welt lösen.

Eine solche Ausgangsidee kann nur aus dem niederen Ich kommen und sie ist eine Folge der gegenständlichen Bewusstseinsform, in der sich die wegen des Sündenfalls völlig luziferisierte dialektische Triade des Denkens entfaltet, das der Mensch im Astralleib erlebt. Wie wir bereits darauf hingewiesen haben, fand auch der Sündenfall im Astralleib statt. Die Grenze der dialektischen Triade ist im Bereich des Abstrakten, wohin sie der systembildende Faktor – das niedere Ich – gestellt hat. Sie steht zu einem hohen Maße außerhalb des Subjektes, denn die logischen Gesetze besitzen die Kraft einer Naturnotwendigkeit. Im dialektischen Denken gibt es eine Vorbestimmtheit, die wir im ganzen Saturn-Vulkan-Zyklus beobachten können, denn in diesem wird die Heilige Trinität widerspiegelt, doch es fehlt das Wesentliche – das Christus Prinzip des Ich-bin. Dieses Prinzip ist der Ausgang zum nächsten Zyklus des Heiligen Geistes.

Trotzdem spürt man in der These, die der Schatten des Ich hervorgebracht hat, den Hauch des Ich-bin, besonders wenn man vorher gewisse Anstrengungen zu seiner geistigen Entwicklung unternommen hat. Ich war damals schon dabei, spirituelle Literatur zu lesen und wusste über Karma und Wiedergeburt Bescheid. Deshalb entstand nach einer bestimmten Periode quälender Suche in natürlicher Weise die Antithese: Diese Welt vermag mein Problem mit ihren Mitteln nicht zu lösen. Meine Enttäuschung von der Welt war enorm, so dass ich mich von ihr losgesagt habe. Dabei bin ich nicht in den Wald oder die Wüste geflohen, sondern ich habe sehr stark „den Stachel“ des Materialismus in meinem niederen Ich als Idee gestutzt. Gegen diesen „Stachel“ kämpfte schon Paulus in der Zeitenwende, da er eine vorzeitig geborene Bewusstseinsseele besaß. Die These, die in einer materialistisch denkenden Seele hervorgebracht wird, negiert sich auf jeden Fall selbst, um zu höheren Formen aufzusteigen. Wenn das Getreidekorn etwa die „These“ des „vergangenen Himmels“ ist, so negiert der Boden als eine Antithese das Korn, er baut es ab, damit ein neues Korn entstehen kann, welches die Synthese zwischen dem alten Samen und dem Boden darstellt. Diese Synthese ist die Negation der Negation in der dialektischen Triade und sie kommt unvermeidlich als eine Urteilsvorstellung, die im Rahmen des abstrakten Denkens These mit Antithese, Begriff mit Wahrnehmung vereinigt. Meine Synthesenvorstellung lautete: „Nur Gott kann mein Problem in dieser Welt lösen.“ Auf diese Weise kommt in der Logik der Dialektik die Gesetzmäßigkeit der schöpferischen Negation zum Ausdruck. Doch im Unterschied zur Naturnotwendigkeit, mit der sich die dialektische Triade im Alltagsleben entfaltet, stellte meine Bewegung auf der Triade ein religiöses Erlebnis dar. Während Hegel lediglich anschaute und die Ergebnisse der Bewegung der dialektischen Triade im reinen Denken notierte, hat uns Steiner empfohlen, das Denken religiös zu erleben, um das Fundament der Änderung der Denkmethode zu legen, um der Falle dieser Triade zu entkommen, indem wir sie aus dem sinnlichen Teil des Weltalls in den übersinnlichen Teil verlagern. Hegel spürte, dass der Dualismus zwischen These und Antithese durch die begründete Gleichheit von Sein – Nichtsein – d.h. höheres Ich – niederes Ich – überwunden wird. Der Philosoph Nikolai Losski hat diesen Beweis im universellen Credo des Immanentismus entdeckt – „Alles in Jedem“. Steiner ist noch weiter gegangen: Er hat die Ontologie mit der Gnoseologie vereinigt und mit der Kraft der anschauenden Logik des höheren Ich die von ihm persönlich erlebte „Schlinge“ der dialektischen Triade über sein niederes Ich in die übersinnlichen Welt übertragen, damit ihm die Idee in den Objekten des Weltalls enthüllt werden konnte. Durch diese Methode hat er in einem kolossalen Ausmaß die menschlichen Erkenntnisse bereichert. Das tat er, indem er jedes Mal die drei Etappen der selbstbeweglichen Idee zu einem Augenblick zusammenzog, wobei die Idee in sich und für sich, zu sich zurückkehrend die Zukunft des Ich-Bewusstseins begründet. Ein solcher Akt stellt den Beginn der Individualisierung des Menschen durch das Zusammenziehen von Vergangenheit und Zukunft in den Punkt der Gegenwart dar. Das ist die vierte und geheimnisvollste Stufe der siebenstufigen Lemniskate des anschauenden Denkens. Der Übergang zu dieser Stufe ist nicht leicht. Wie habe ich ihn gemacht?

Nach der Formulierung des Synthesen-Urteils, dass nur Gott mein Problem in dieser Welt lösen kann, wurde in mir der Glaube geboren. Dieser führte mich in die Kathedrale von Varna zum Antlitz Christi, und ich bat Ihn um Hilfe. Ich war noch weit entfernt von der Erkenntnis, dass Er der Gott des Menschen ist, doch sein „Schatten“ war es, der in der These steckte und mir bald danach mit ungeahnter Macht gezeigt wurde. In meinem Gebet bat ich darum, dass die Lösung des Problems allen Beteiligten Gutes bringen möge. Ohne diese Seeleneinstellung des Verzichtes auf das alttestamentliche „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist der Eintritt in die vierte Stufe unmöglich, denn jetzt folgte die wichtigste Negation – die Leugnung meines niederen Ich, mit dem der Übergang zum höheren Ich vollzogen werden konnte. Mit dem Aufkeimen des Glaubens öffnet sich der Mensch bereits dem Ausgießen übersinnlicher Kräfte in ihn. Wie das geistige Gesetz lautet, öffnen sich die Tore zum Himmel nur wenn vorher die Tore zur Hölle sich aufgetan haben, ohne uns zu verschlingen. Dem auferweckten Glauben ist auch der Wille zur Entwicklung eigen, der den Glauben in ein neues, klareres und umfassenderes Erlebnis im Menschen verwandelt. Die Vorstellung, dass Gott die Probleme löst, ist eine Entdeckung, die ich ins Allgemeine, d.h. in den Weltenäther „einhauchen“ wollte. Das ist bereits ein Prozess der Abtrennung des Denkens vom physischen Leib und des Übergangs zum Denken mit dem Ätherleib. Konkret geht es um das Denken mit dem über dem Kopf befindlichen Organ, das Steiner „das vernünftige Ätherherz“ nennt. Im Unterschied zu unseren zwölf Sinnesorganen, die grundsätzlich mit unserem physischen Leib und dem Tierkreis zusammenhängen, hat das vernünftige Herz als das „dreizehnte“ Organ nichts mit unserem physischen Leib, Herzen und sogar mit dem Ätherherzen zu tun. Die Voraussetzungen zur Erweiterung unseres Ätherleibes im Bereich des Kopfes und zur Auflockerung der Beziehung zum physischen Kopf kommen von der ursprünglichen Einführung einer Strukturierung in den Wirbel der abstrakt-assoziativen Gedanken, der unkontrollierten Gefühle und spontanen Willensäußerungen. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass das Denken eine rein geistige Tätigkeit ist, die mit dem Heiligen Geist zusammenhängt. Es wurden der „obere“ objektive und „untere“ subjektive Wille erwähnt, wobei Letzterer mit dem Blut, dem niederen Ich und dem Gangliensystem zu tun hat, während der „obere“ Wille von unserem Nervensystem vermittelt wird. Das Gefühl entsteht im menschlichen Astralleib – genauer genommen im „Raum“ des Jahve-Kubus, der sich in der Brustkorbgegend befindet. Dort entsteht auch das niedere Ich, das als eine Selbstbewegung der Gedanken erlebt wird. Wenn wir in dynamischer Weise und im Gleichgewicht den Handlungen Luzifers und Ahrimans standhalten können, schaffen wir uns einen eigenen Raum im Denken, der rein von jeglicher Sinnlichkeit ist. Das führt zur Befreiung des Willens, der bei der Selbstbewegung der Idee auf der dialektischen Triade in das Denken bereits hineingebracht worden ist. Das reine Denken ist mit dem Willen identisch, weshalb dieser, der nun vom abstrakten Denken befreit ist, seine Handlung umorientiert. Unser Bewusstsein erhält eine rein willentliche Orientierung, da die Beziehung zwischen dem Blut- und dem Nervensystem abgebrochen wurde. Die anthroposophische Methode wird nicht mit dem nackten Verstand oder einer nebligen Mystik erworben, sondern mit einem Übergang vom Nervensystem zum Blutsystem, was uns allmählich zu einer Änderung der Bewusstseinsform führt. Mit diesem Willen, der ruhig im Blut ist und dem zuerst die reflektierende Gedankentätigkeit und später auch der Inhalt entnommen worden sind, geht der Mensch in einer Leere, doch mit intellektueller Spannung auf die Verwandlung des Organs des abstrakten Denkens in ein Organ der Ideenwahrnehmung (im vernünftigen Herzen) zu. Der Wille aus dem Blut, das in das Denken hineingebracht worden ist, hat sich vom Prozess in den Nerven und im Astralleib gelöst, es ist die Anschauung entstanden und der Gedanke dreht sich gleichsam der anderen Seite zu, d.h. er bewegt sich auf der Lemniskate. Dann können wir damit rechnen, dass eine Wesenheit aus der geistigen Welt, die ebenfalls Denken und Wille ist, uns durch das etwa 30 cm über dem Kopf im Ätherleib herausgebildete vernünftige Herz als eine Idee offenbart. Das ist ein Evolutionsprozess, eine Mutation im Menschen, eine Bewusstseinsänderung, die nicht durch Meditationen oder ähnliche Methoden erreicht wird, sondern bei der man im Gebiet des gegenständlichen Bewusstseins bleibt. Wir lösen eine gnoseologische Aufgabe als Mitglied der gesamten Menschheit und das ist eine Selbsteinweihung, bei der wir die Schwelle zur geistigen Welt überschreiten. Das geistige Leben des Menschen spielt sich in der Zeit ab. Mit dem anschauenden Denken beginnt das Verlassen des Raums und somit auch des Jahve-Kubus, der vollständig im physischen Leib wurzelt. Wenn sich der Übergang nicht in der beschriebenen Art gestaltet, wenn sich das vernünftige Herz im Bereich des physischen Herzens entwickelt, wird uns das Ablösen des Ätherleibes vom physischen Körper, das bereits Mitte des 19. Jahrhunderts für alle Menschen begonnen hat, von der jetzigen Logik zur Phantasterei und zu Halluzinationen führen. Die Mutation des Menschen muss er selbst vollbringen, er darf sich nicht auf die welthistorischen Notwendigkeiten wie die besagte Trennung beider Leiber verlassen. Die Menschheit hat bereits unbewusst die Schwelle der geistigen Welt überschritten und die Tragödien, die über sie im 20. Jahrhundert hereingebrochen sind, resultieren aus dieser Tatsache.

Beim erwähnten Übergang zum anschauenden Denken ist es zudem äußerst wichtig, dass wir vorher ein Gespür für das höhere Ich entwickeln. Das niedere Ich haben wir durch das religiöse Erleben der dialektischen Triade gefestigt, und das Gespür für das höhere Ich braucht ein höheres Gefühl, das „nicht von dieser Welt“ ist. Für die Weltgesamtheit hat mein emotionales Leben einen Wert, wenn mein Gefühl durch einen Begriff sich dem Weltall „zuschaltet“, wenn ich mich im Gefühl am weitesten in die Sphäre des Ideenhaften erhebe und zu einer wahren Individualität werde. Der ruhige Wille im Blut braucht nicht nur das mit ihm verwandte und reine Denken, sondern auch dieses höhere Gefühl, damit er das bisherige Leben des niederen Ich aus den karmischen Beziehungen entreißt und zum höheren Ich erhebt – zum individuellen Manas, zum Heiligen Geist, der die Botschaft über Christus bringt. Das höhere Gefühl in mir war durch Christus bewirkt worden, der am Anfang auf wundersame Art und mit einem für alle günstigen Ergebnis mein persönliches Problem gelöst hat. Später hat Er mich auf das Buch „Das Testament des Heiligen Johannes“ (Teil II) von Juan José Benítez, um mich zu den geistigen Höhen des Ich emporzuheben. Diesem Zweck diente der dem Buch eigene luziferische Schwung. Bei diesem Emporflug und dem religiös erlebten reinen Denken aus der dialektischen Triade, dem höheren Gefühl und dem sich aus dem Nervensystem entrissenen Willen wurde mein niederes Ich in den „Raum“ des reinen Willens mit einer solchen Macht mitgerissen, dass es auf einmal sich selbst leugnete, durch das Goethesche „Stirb und werde“ ging und als das höhere Ich „explodierte“! Das ist ein außerordentlicher Augenblick: Wir haben den Atem angehalten, die These – das niedere Ich -verschwindet, ohne dass wir das Selbstbewusstsein verlieren, da wir bereits ein Gespür für das höhere Ich entwickelt haben, das uns schützt. Im nächsten Augenblick erscheint bereits die lebendige Idee als eine Kommunion aus der Ätherwelt und erleuchtet uns innerlich. Der von jeglicher Widerspiegelung bereinigte Wille im Denken ist in der Ätherwelt dem Willen des Ich begegnet, welcher die kosmische Intelligenz darstellt. Im Element des reinen Willens offenbart sich die Wesenheit als eine geniale Vermutung, d.h. die Intuition hat sich eingestellt. Diese Wesenheit sagte: „Ich bin Gott!“ Mein niederes Ich ist seinem Urphänomen begegnet, dessen Widerspiegelung in der sinnlich-physischen Welt es ist. Als eine reine Form wird dieses Urphänomen vom anschauenden Willen mit der Substanz der Pan-Intelligenz durchflutet und es füllt damit das niedere Ich im reinen Denken aus. Das Ich füllt das Denken nach den Gesetzen der zukünftigen Welt mit Äthersubstanz an, wobei das höhere Ich selbst diese Gesetze schafft. Durch die Kontemplation ist es zum Schöpfer geworden, der den physischen Leib nicht tötet, sondern ihn mit Leben erfüllt und vergeistigt. Auf diese Weise erlangt der Ätherleib wieder seine abhanden gekommene Übermacht über den physischen Leib und das Phänomen des atlantischen Gedächtnisses wird zu einer Kraft des höheren Ich, die zum Schöpfertum, zur Metamorphose fähig ist. Das ist die fünfte Stufe der siebenstufigen Logik des anschauenden Denkens. Es hat die eigentliche Individualisierung des Menschen angefangen, die immer die „Reparatur“ bestimmter Defekte des Astralleiber nach sich zieht – man verzichtet auf Fleisch, auf die verschiedenen „Wohltaten“ der Zivilisation usw. Jeder kann die Kommunion mit jener Idee erhalten, nach der er mit der aufopfernden Liebe der Selbstleugnung und Selbstgleichsetzung mit ihr gesucht hat, wenn er die notwendigen Anstrengungen als Vorbereitung in den vorherigen vier Etappen unternommen hat. Die Anthroposophie ist ein System von Wissen und Methodologie, die nur in den Augenblicken ihrer Verwirklichung im konkreten Menschen existieren. Wer diese Augenblicke der Offenbarung nicht selbst hat, kann nur die Augenblicke anderer Menschen studieren. Keiner ist jedoch in der Lage, eine Idee gewaltsam zur Offenbarung zu bringen – sie kommt als ein Segen. Meine Individualisierung hat mit dem höchstmöglichen Segen angefangen – „Ich bin Gott selbst!“ Nicht „ich bin wie Gott“ oder „ich bin Gott gleich“, sondern „ich bin Gott selbst“. Die Hauptachse in der Methodologie der Anthroposophie, die die Beziehung zwischen dem absoluten Ich und dem menschlichen Ich betrifft, hatte begonnen zu wirken, da ich von meiner Bewusstseinsseele aus mit Liebe die Wahrheit über mich gesucht hatte, um sie mitzunehmen, wenn sie sich als eine höhere moralische Intuition aus der geistigen Welt über das vernünftige Herz in mein niederes Ich ausgießen sollte. Die Ideen-Intuition ist moralisch, denn unser Denken ist in den Ätherleib verlagert worden und es hat sich im Wesen mit der Ethik und Ästhetik gleichgesetzt. Zu einem wahren Christen wird man, wenn die moralischen Wahrheiten in der Tiefe auf den gesamten Menschen zu wirken beginnen. Das anschauende Denken wirkt in diese Richtung und das ist der Augenblick des Übergangs von der irdischen zur Sonnenevolution, zur Verwandlung des Menschen in die Zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe. Dann nimmt der Mensch mit größter Begeisterung das Kreuz seiner Entwicklung auf sich, um dem Christus beim Tragen des Kreuzes der Menschheit zu helfen. Im Manvantara selbst können wir nicht ausreichende Gründe für eine solche Transformation finden, sondern dort werden nur die Voraussetzungen dafür geschaffen. Das Urphänomen der menschlichen Freiheit befindet sich im Schoß des väterlichen Weltengrundes. Dort vereinigt sich im Großen Pralaya der göttlichen Dreieinheit die Freiheit mit der höchsten geistigen Liebe. Von dort – vom Urbeginn – kam die Wahrheit über das vernünftige Herz als eine Intuition über das Wesen der menschlichen Individualisierung zu mir. Der Prozess hat sich im Sinne der michaelischen Methode vollzogen. Nachdem wir in der Evolution auf die Grundlage der Wahrnehmung durch das Denken heruntergestiegen sind und der freie Wille sich auf der vierten Etappe dieses Herunterstiegs manifestiert hat, führt uns Erzengel Michael nun auf dieser Grundlage zum anschauenden (michaelischen) Denken zurück, zum höheren Ich in der geistigen Welt. Er macht das wieder auf der Grundlage der Wahrnehmung, jedoch mittels der Offenbarung der lebendigen Ideen in den Objekten (Wahrnehmungen). Michaels Mission ist es, jene Kräfte in unseren Ätherleib einzuführen, durch die Leben in die Gedanken zurückkehren kann, so dass diese belebten Gedanken die Seele und das niedere Ich zur übersinnlichen Welt antreiben.

Dann beginnt die in das niedere Ich als eine Möglichkeit der Metamorphose hineingebrachte gesamte Weltentwicklung, sich lemniskatenartig zu entfalten, sie beginnt spiritualisiert zu werden. Der Mensch wird zum Homo liber und später zum Homo magneticus – zu einem wahren Weißen Magier. Der Weiße Magier ist der Lehrer der Menschheit, in dem der ganze Egoismus in Tugenden transformiert worden ist. Dem Lehrer wurde die Aufgabe auferlegt, am Entwerfen des Plans des zukünftigen geistigen Jupiter teilzunehmen, der am Ende des irdischen Äons fertig sein soll. Diese Details sind die wahren Atome, die im Geist zersplittert sind, sie sind die wahren Atome, die der Erde zugrunde liegen. Sie werden auch in das Fundament des Jupiters eingehen, nicht die „Atome“ der Quantenphysik und die „göttliche Partikel“, nach der jene ahrimanisierten Wesen im CERN suchen. Die Zukunft wird nicht durch das Buddeln in der Materie vorbereitet, sondern durch die tatsächlichen Atome, die in direkter Beziehung zu den Intuitionen stehen, die als „Gäste“ aus dem höheren Devachan in das vernünftige Herz wie in einen Gralskelch herabsteigen. Die Zukunft steht in direkter Abhängigkeit von der Fähigkeit des Menschen, diesen „Kelch“ in seinem Ätherleib auszubauen. Die drei Großen Weltkrisen lassen sich durch diesen Ausbau lösen. Die Metamorphose des Organs des reflektierenden Denkens in ein Organ zur Wahrnehmung von Ideen verwandelt uns in eine neue Art von Wesen, die ein Dasein jenseits der Schwelle zur geistigen Welt hat. Das ist die Eugenik der Freiheit und nicht die ahrimanische Symbiose zwischen Mensch und Maschine, die die moderne Zivilisation vorbereitet. Es wird bereits offen über die Schaffung eines künstlichen Intellekts gesprochen, der in zehn Jahren die heutigen Lehrer ersetzen soll. Ahriman kommt!
Die Möglichkeit, das vernünftige Ätherherz auszubauen, wurde durch die Tätigkeit des Erzengels Gabriel vorbereitet, der nach dem 15. Jahrhundert beim Lenken des Geburtsprozesses zwischen den Augenbrauen in der Nasenwurzel hinter dem Stirnknochen ein Organ ausgebildet hat, durch das wir die Botschaft über Erzengel Michael und sein Zeitalter empfangen konnten. Dieses Organ stellt eine feine Änderung in der Struktur des Vorderhirns, die dem Menschen erlaubt, beim Denken den Ätherteil des Kopfes abzutrennen und in diesem das Ätherherz auszuarbeiten. In diesem Ätherherzen reflektieren wir nicht die kosmische Intelligenz, sondern nehmen sie als Ideen wahr. Wer diesen Ansatz vom Erzengel Gabriel nicht entwickelt, wird künftig als schwachsinnig zur Welt kommen. Die Tragödie der heutigen Menschheit besteht darin, dass sie unfähig ist, diese 30 cm zwischen dem physischen Kopf und dem vernünftigen Herzen zurückzulegen, um sich mit der kosmischen Intelligenz und den von ihr strömenden Ideen zu verbinden.

Hier kommen wir zur Frage, was mit der geoffenbarten Idee zu tun ist, mit der man den Jahve-Kubus bereits verlassen hat. Die Ideen sind ebenfalls begrifflich. Sie unterscheiden sich qualitativ nicht vom Begriff, sondern sind noch umfassender und inhaltsreicher als er. Es ist nicht das Gleiche, ob man sich selbst etwa mit dem Begriff des Ich als „eine Partikel vom Gott“ wahrnimmt oder sich mit der Wahrnehmung „Ich bin Gott“ gleichsetzt. Mit seiner Idee von der Urpflanze konnte Goethe alle möglichen Ideen-Pflanzen entstehen lassen. Meine „Explosion des Ich“ konnte sich ebenfalls in verschiedene Richtungen entwickeln und in der Praxis in freier Weise entsprechend meiner Wahl erlebt werden. Bei meinen Kontakten mit mannigfaltigen spirituellen Strömungen habe ich mit Verärgerung und Trauer festgestellt, dass ihre Vertreter sich entweder gar nicht für Christus interessieren oder nur eine halbe und neblige Vorstellung von Ihm haben. Daher entstand in meinem Ich die Absicht, Christus der Menschheit in einer neuen Art vom Standpunkt des „explodierten Ich“, d.h. des Selbst vorzustellen. Steiner sprach über die charakterologische (die individuelle Veranlagung des Menschen) und begriffliche Grundlage der Menschenseele. Die höchste Stufe der charakterologischen Grundlage liegt dann vor, wenn die moralische Triebkraft, die Steiner „praktische Vernunft“ nennt, das reine Denken ist. Unter den Motiven steht die begriffliche Intuition am höchsten. Wenn wir uns zu dieser erheben, fallen die Triebkraft und das Motiv mit der Stufe der Sittlichkeit zusammen, die in der Idee enthalten ist. Dann hat weder das charakterologische Prinzip noch ein äußeres moralisches Prinzip aus der Welt einen Einfluss auf unsere Handlung.

Der intuitive Gehalt, der auf eine Handlung ausgerichtet ist, macht den moralischen Gehalt des Individuums aus. Dieser Standpunkt heißt „ethischer Individualismus“ (vgl.GA4) und bei mir war er auf die neue Art gerichtet, Christus zu verstehen und in der anbrechenden Zeit des 21. Jahrhunderts zu erleben. Ich ging in Liebe auf das Objekt meiner Handlung zu, das zu meiner Handlung wurde, die mich zum Homo liber machte, da ich den Grund für die Handlung mit Liebe zur Handlung selbst gefunden habe und nicht in der Beurteilung, ob sie gut oder schlecht ist. Ich wusste nicht, was folgen würde, aber ich wusste, dass meine Absicht richtig war. Sie war richtig, denn meine in Liebe getauchte Intuition befand sich in richtiger Weise in einer Wechselbeziehung zur Welt, die intuitiv sein soll. Das ist die Art, nach der die Engelshierarchien verfahren. Das Individuelle in mir ist nicht mein Organismus mit seinen Trieben und Gefühlen, sondern die einheitliche Welt der Ideen, die in diesem Organismus leuchtet. Mit unseren Trieben und Begierden gehören wir zur Gattung des Menschen. Mit dem ethischen Individualismus beginnt auf der fünften Stufe die Umwandlung des ganzen Menschen, deren Frucht das vernünftige Herz ist, durch das sich die kosmische Kraft mit dem vielgliedrigen Menschenwesen vereint und so die Weltidee vom bewusst gewordenen menschlichen Ich personalisiert wird. Das Subjekt und sein Gehalt werden zu einer Einheit und Gleichheit im geistigen Leben, die mit dem anschauenden Denken zusammenhängen – das ist die Prärogative des Logos. Der Mensch kann diese Prärogative erwerben und sich im geistigen Sinne auf den Kopf stellen, indem er sich mit der Wende des Evolutions- und Karmarades verbindet. Es hat eine Vereinigung der Begriffe mit den Wahrnehmungen, des „Baums des Lebens“ (des Ätherleibes) mit dem „Baums der Erkenntnis“ (dem Astralleib) angefangen. Dabei tritt das vernünftige Herz durch die Entwicklung der „zweiblättrigen Lotusblume“ in eine bewusste Beziehung zum Astralleib ein. So wird durch die Metamorphose des Bewusstseins vom Kopf zu den Gliedmaßen die Erbsünde überwunden, was auch das Verhältnis zwischen blauem und rotem Blut bzw. zwischen Atmung und Blutzirkulation verändert. Das Manas bringt uns das Ewige und die Wahrheit, die im Ätherleib als moralische Intuitionen pulsieren und sich von dort mit dem Astralleib verbinden, in dem das Moralische und Schöne pulsieren. Danach treten sie in den physischen Leib ein und die Vergeistigung des Stoffes setzt ein. Das ist die Anbetung des väterlichen Weltengrundes „im Geist und in der Wahrheit“ (Joh. 4:24). Sie beginnt mit der Auferstehung des Denkens im vernünftigen Herzen, welches in einer direkten Beziehung nicht nur zur „zweiblättrigen Lotusblume“, sondern auch zum Herzchakra steht. Deshalb wird die Offenbarung der Idee immer von tiefer Erregung im Jahve-Kubus und Tränen freudiger Dankbarkeit begleitet. Die lebendige Idee erscheint immer, wenn vorher das Bewusstsein auf einen bestimmten Inhalt gerichtet war. Sie kommt in den Ätherleib als etwas Fertiges und möchte gleich ein individualisiertes Dasein erhalten, denn sie ist real, sie hat Substanz. Der Mensch schafft zwar nichts Neues zum ersten Mal, wenn im Ich bereits als eine Möglichkeit der Metamorphose die ganze vergangene Evolution eingeschlossen ist. Bei der intuitiven Erkenntnis treten wir in das Allgemeine ein, und wenn wir aus der allgemeinen Welt der Ideen die Intuitionen für unsere Willenshandlungen nehmen, individualisieren wir ein Glied aus dieser Welt der Ideen mit der gleichen Tätigkeit, die wir im geistig-ideellen Prozess bei der Erkenntnis als allgemeinmenschlich entfalten. Das, was als ein logischer Widerspruch zwischen dem allgemeinen Charakter der Erkenntnisideen und dem individuellen Charakter der moralischen Ideen aussieht, verwandelt sich in der Realität des Menschen in einen lebendigen Begriff. Mit dieser lebendigen individualisierten moralischen Idee steht der Mensch immer am Anfang jeder Metamorphose, jeder sich entfalteten Lemniskate durch das niedere Ich, bei der er einen neuen „Gast“ im Kelch des vernünftigen Herzen vorfindet. Diese Ideen-Gäste bilden eine neue Idee – das fünfte Reich, das um das höhere Ich herum entsteht und sie werden zu einer Außenwelt für das Ich. Es spielt keine Rolle, ob die geoffenbarten Ideen-Objekte sinnlich oder übersinnlich sind. Hier sind zwei Spiralen vorhanden – die eine, die sich schließt, wird von der zentripetalen Tendenz des niederen Ich gebildet und die andere, die sich öffnet, wird von der zentrifugalen Tendenz des höheren Ich zu Gott beherrscht. Von der ersten kommen die hohlen, toten Ideen und von der zweiten – die lebendigen Ideen. Im Punkt zwischen ihnen findet der Sprung in der Entwicklung des Menschen und seiner persönlichen Offenbarung statt. Dieser Punkt ist die fünfte Stufe auf unserem Weg zur geistigen Welt und er wird ermöglicht von der dem niederen Ich zugrundeliegenden Potenz zur Metamorphose und der Fähigkeit des höheren Ich, sich mit der Äthersubstanz der kosmischen Intelligenz anzufüllen. In Punkt 5 geschieht der Ich-Sprung in der Evolution, durch den der Mensch den Evolutionsprozess in seiner kulturhistorischen Phase personalisieren kann. Die Möglichkeit dazu haben wir, da Christus als Träger des Ich-Prinzips in unserem Zyklus diesem Prozess immanent ist. Der Mensch wird zum Subjekt der Evolution und trägt das Kreuz Christi mit der Verantwortung für das ganze Universum, denn er ist zu einer eigenen Gattung geworden, zu einem einzelnen Mikrokosmos und ist nicht mehr das Exemplar einer Gattung, eines Volkes oder einer Rasse. Die ihm geoffenbarten Ideen kann er in die irdischen Beziehungen als eigene Ideen einbringen, ohne die bestehenden Wechselbeziehungen zu verletzen, denn seine Ideen sind hochmoralisch und nicht hohl und tot.

Doch zuerst müssen diese Ideen die nächsten zwei Stufen durchlaufen, um die siebenstufige Logik des anschauenden Denkens zu vollenden. Auf der sechsten Stufe muss die Begriffs-Intuition in eine Vorstellung verwandelt werden. Damit das geschieht, braucht das freie Selbst moralische Phantasien. Auf der fünften Stufe tragen die Ideen einen allgemeineren Charakter und durch die moralische Phantasie beginnen sie sich zu individualisieren.
In meinem Fall ist die Idee, dass „Ich Gott bin“ zur Individualisierung mit der moralischen Phantasie übergegangen, dass Christus in einer neuen Art zu präsentieren. Diese neue Art ist jedoch ohne die Offenbarung der neuen Idee über die Individualität, die sich im Meister Beinsa Douno „versteckt“, undenkbar. Im Sommer 2000 hat dieser „Gast“ zum ersten Mal den Kelch meines vernünftigen Herzens besucht und der Welt wurde zum ersten Mal mitgeteilt, dass der Meister Beinsa Douno der Bodhisattva und der zukünftige Buddha-Maitreya ist. Die geistige Welt hat mich sofort angetrieben, schon im Oktober desselben Jahres auf die Bühne zu treten. Es begann die Ausstrahlung der Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts – zuerst mit sieben Vorträgen und später mit jenen 28 Vorlesungen, die inzwischen im Internet veröffentlicht wurden. Mit ihnen habe ich den letzten Schritt der siebenstufigen Reise durch das morphologische Denken erreicht. Um ihre Vorstellungen zu verwirklichen, greift die moralische Phantasie zu einem bestimmten Bereich von Wahrnehmungen, womit sie den legitimen Inhalt des bisherigen Handlungsprinzips begreift und es dann mit einer neuen Richtung erneuert. Der legitime Inhalt kann in einen neuen verwandelt werden, ohne dass seine den Naturgesetzen unterliegenden Wechselbeziehungen verletzt werden, wenn man jenes Verfahren benutzt, das Steiner die „moralische Technik“ nennt. Meine moralische Technik ist die Synthese zwischen den beiden esoterischen christlichen Impulsen des 20. Jahrhunderts und sie wurde mit jenen 28 Vorlesungen verwirklicht. Die Synthese ist eine welthistorische Notwendigkeit und kein Frankensteinertum, was im Jahre 2006 bestimmte Personen behaupteten, die heutzutage auf die Synthese schwören. „Das Gewahrwerden der Ideen in der Wirklichkeit“ geschieht bei uns nach der michaelischen Methode und nicht durch Mediumismus, wessen die erwähnten Personen mich und meine Frau Rada 2006 beschuldigt hatten. Durch die Synthese erfüllen wir den Willen Christi für unsere Zeit sowie die Prophezeiung des Erzengels Michael über Steiner von der Ausstrahlung eines geheiligten Impulses am Ende des Jahrhunderts (damals hat es angefangen), der einzig das spirituelle Leben der Menschheit und folglich auch der Zivilisation als Ganzes retten wird.

Als ich 2000 damit begann, wusste ich, dass ich etwas Neues berühre, das niemand bisher gemacht hatte, denn die Synthese ist ein individueller Ich-Akt. Ich habe die beiden Elemente der Synthese nur als Ausgangsgegebenheiten in ihrer reinen Form genommen und Christus hat begonnen, in meinem Ich die Synthese zu vollziehen. Daraus entstand etwas qualitativ Neues und Einmaliges, in dem die beiden Elemente auf einer höheren Stufe im Vergleich zum ursprünglichen Zustand wiedergeboren werden. Mit meiner moralischen Technik, die ein neues Organon der Menschheit darstellt, werden die beiden Ausgangselemente nicht verletzt, sondern ihnen wird eine Richtung verliehen, bei der sie sich gegenseitig durchdringen, metamorphosieren und den Menschen zum Träger des Ich-Prinzips in einer einmaligen Art machen. Für diesen Menschen gibt es keinen höheren Segen!!! Das ist auch die „Wiederbelebung der Anthroposophie“, die Steiner für das Ende des Jahrhunderts vorausgesehen hatte. Nicht zufällig spricht eine Person, die nach eigenen Worten für die Synthese ist, mich jedoch ablehnt, von einer „neuen Anthroposophie Mangurovs“, ohne diese überhaupt zu verstehen. Eine andere Person, die mit mir sympathisiert, meinte, dass meine Anthroposophie „aufregender als die von Steiner und Prokofieff“ ist. Eine dritte Person teilte mit, „die ganze Anthroposophie gelesen zu haben, doch erst bei mir die Antwort auf die grandiosen Fragen gefunden zu haben, die ihre Seele bewegen“. Solche Aussagen blasen mein Ego in keiner Weise auf, denn ich weiß, woher der Grund für sie kommt – aus der unterschiedlichen Wahrnehmung der Synthese. Die Anthroposophie, hinter der Erzengel Michael steht, macht uns zu freien Menschen, wenn wir die Hauptidee der „Philosophie der Freiheit“ in richtiger Weise verstanden und in uns verwirklicht haben.

Das von Steiner angebotene Organon ist eher auf die Art der Herstellung der Beziehung zur geistigen Welt gerichtet, weshalb es nicht möglich ist, dass die Methodologie der Anthroposophie einen universellen Charakter für alle Faktoren hat, die das Menschenleben auf der Erde zum Ausdruck bringen und die die Zivilisation ausmachen. Der Impuls des Christus, der aus dem gemeinsamen Opfer mit der nathanischen Seele und Beinsa Douno im Jahre 1936 entstanden ist – das Auftauchen einer neuen Art moralischer Kräfte im Menschen zum Gegenüberstehen dem Bösen -, führt uns zu der Liebe. Keiner kann jedoch zu jener Liebe kommen, von der Beinsa Douno sprach, wenn er vorher nicht frei wird im Sinne, von dem Steiner sprach.

Die Begegnung der Liebe und Freiheit und ihre Metamorphose im Ich Christi, die der Mensch vollzieht, ist einerseits bei jedem Menschen spezifisch, andererseits trägt sie einen Universalcharakter, da sich die Liebe und Freiheit im universellen Ich-bin Christi begegnen. Deshalb kann diese Begegnung das neue Organon sein, auf dem die universelle Methodologie der Zivilisation basieren kann, die letztendlich zu einer Begegnung mit dem ätherischen Christus führt. Dieses Organon beginnt mit dem Anfang des Christentums des Heiligen Geistes, das ab dem 20. Jahrhundert auftritt, um den Menschen zu einem hierarchischen Wesen der Freiheit und Liebe zu machen. Es ist mit dem Impuls der Zeitenwende verwandt, in dem die beiden Weltströmungen der Menschenentwicklung zusammenkamen, die damals die Weisen und Hirten repräsentierten. Die Synthese der beiden Strömungen wurde im Ich-bin Christi verwirklicht, der vom väterlichen Weltengrund in den Menschen Jesus (die nathanische Seele) herabgestiegen war. Die Synthese am Anfang des 21. Jahrhunderts wird durch das menschliche Ich mit der Kraft des Christus-Ich in ihm vollzogen. Unser Führer auf diesem von jedem Menschen individuell gebahnten Weg ist der Heilige Geist. Wer sich der Synthese entgegenstellt, begeht eine unverzeihliche Sünde gegen den Heiligen Geist, d.h. gegen sich selbst und er wird sich das nicht verzeihen können. In der christlichen Esoterik gilt ein solcher Mensch als schwachsinnig. Bisher sind mir jede Menge Schwachsinnige begegnet, wahrscheinlich wird es noch viele geben.

Von der These ausgehend, dass ich mit meinem kleinen menschlichen Ich mein privates Problem lösen kann und über das Explodieren dieses Ich und der Geburt der Ideen-Intuition, dass „ich Gott bin“, wurde diese für jede sich individualisierende Persönlichkeit grundlegende Idee als ein lebendiger Keim in die Weltentwicklung durch die synthesierende moralische Technik eingeführt. Einerseits soll diese Entwicklung erneuert werden und andererseits soll sie zu der für sie im Prozess des jetzigen Ausmaßes möglichen All-Einheit zurückkehren. Aus dem ganzheitlichen Erleben der siebenstufigen Morphologie wurde eine neue astralische Wesenheit geboren, die auch siebengliedrig ist. Welche ist diese Wesenheit und wie hat sie sich weiter entwickelt?

Die Geisteswissenschaft lehrt uns, dass die Götter der dritten Hierarchie die Naturgeister erschaffen haben, um in uns innerlich wirken zu können. Die Gnome sind die Kinder der Archai und stehen in Beziehung zu unserem physischen Leib. Es ist ihr Verdienst, dass wir in der Lage sind, die Objekte aus unserer Umgebung sinnlich wahrzunehmen, also Wahrnehmungen zu haben. Die Undinen sind die Kinder der Erzengel und hängen mit unserem Ätherleib zusammen. Mit ihrer Hilfe können wir an die Objekte denken und Begriffe von diesen Objekten bilden. Die Sylphen sind die Kinder der Engel und sie haben eine Beziehung zum Astralleib, aus der wir uns Vorstellungen von den Objekten unserer Umgebung bilden können. In diesem ganzen Prozess gehen die in den Naturformen eingeschlossenen Naturgeister in uns über, und zusammen mit ihnen geht auch die schaffende Naturintelligenz in uns als Vorstellungen über. Sie verleiht unseren Vorstellungen den Charakter von Elementarwesen, die von uns erzeugt werden. Auf diese Weise wird die Natur zu einem Teil unserer Intelligenz, wobei zu diesem Zweck ein Teil unseres physischen Leibes beim Denkprozess geopfert und von diesen Elementarwesen ätherisiert wird, die nach einer Möglichkeit suchen, um sich in die kosmische Intelligenz einzuschalten. Diese Wesen stellen unser moralisches Verhalten dar und sie konzentrieren sich als Vorstellungen-Erinnerungen in unser Gedächtnis. Durch sie vereinigt sich die kosmische Intelligenz in uns wieder mit den Willenselementen und kehrt auf diese Weise zu sich selbst zurück, indem sie die Gestalt des menschlichen Selbstbewusstseins annimmt. Wenn unsere Vorstellungen schwach sind, so verschwinden sie im Astralsturm, womit wir die Kräfte der Natur in sinnloser Weise verschwenden. Sind unsere Vorstellungen dagegen in ausreichendem Maße spiritualisiert und die Wahrnehmungen individualisiert, so vereinen wir über die Welt unserer Vorstellungen die Gedankenwesen mit dem höheren geistigen Dasein und stellen eine Verbindung zwischen dem niederen und höheren Ich her. Dabei wird das höhere Ich fähig, im Manas zu wirken und das Manas verbindet sich mit den Erfahrungen der Wahrnehmungen in der Sinneswelt. Das Ich wird zu einem übersinnlichen Wesen, welches eine neue Substanz hervorbringt – den gedanklichen Äther. So wird die kosmische Intelligenz (das Manas) im Menschen zu dessen individueller Intelligenz, die von der kosmischen Allgemeinheit nicht abgetrennt ist. Das ist die Art, in der sich die kosmische Intelligenz aus den irdischen Phänomenen zu den Göttern und zum Menschen erheben kann.

Das von mir erschaffene Astralwesen ist die Synthese beider Impulse. Es ist aus der Vorstellung entstanden, „Christus in einer neuen Weise zu präsentieren“, die ihrerseits von der moralischen Intuition („Ich bin Gott selbst“) hervorgebracht worden ist. Dieses Wesen ist sehr mächtig, sehr spirituell, denn alle seine sieben Elemente wurden in der tiefsten geistigen Art erlebt. Trotzdem bedurfte es nach seiner Geburt der Festigung mit Äthersubstanz. Diese Substanz kann nur durch neue moralische Intuitionen kommen. Nach 2007 kamen bis zum heutigen Tag zahlreiche Ideen-Offenbarungen verschiedenen Charakters. Alle wurden aufgenommen, erkannt und danach als Vorlesungen zwecks öffentlichen Gebrauchs präsentiert. Indem sie in das Bewusstsein von einer immer anwachsenden Anzahl von Menschen eingehen, wird das Wesen der Synthese von neuen Lebenskräften erfüllt, was uns die Hoffnung gibt, dass wir die uns bevorstehenden irdischen Prüfungen meistern werden. Immer wenn eine Synthesewesenheit geboren wird, wird ein neuer geistiger Impuls von außerordentlicher Bedeutung ausgestrahlt oder der Menschheit stehen schwere Prüfungen bevor bzw. Beides kommt zusammen. Die Synthese aus dem 21. Jahrhundert stellt Letzteres dar – sie ist sowohl die Erfüllung des von Steiner Vorausgesagten über den „geheiligten Impuls“ als auch seine Prophezeiung über die Begegnung mit dem Antichristen am Anfang des dritten Jahrtausends. Aus dieser Begegnung werden „neue Basiskräfte für den weiteren Verlauf der menschlichen Entwicklung geboren“, wie es die geistige Welt in diesem Sommer bei einer Ankunft der moralischen Intuition formuliert hat. Diese Kräfte können aus dem Auferstehungsleib kommen, mit dem sich der Mensch bewusst verbinden soll, doch nur wenn er den Ich-Abdruck Christi in der nathanischen Seele annimmt, der in der Zeitenwende erzeugt und später vervielfältigt wurde. Das Hauptziel der Widersachermächte ist es, den Menschen vom wahren Verständnis des Mysteriums von Golgatha und überhaupt der Ereignisse der Zeitenwende abzubringen, die mit dem großen aufopfernden Herabstieg des Ich-bin-Prinzips und dessen Erleben vom Menschen zusammenhängen. Erst dann nämlich kann der Mensch zur Hierarchie der Freiheit und Liebe werden, was unsere „Amtsbeschreibung“ ist, doch nicht unser Ich-Name. Der Ich-Name der Menschheit hängt mit dem Opfer Christi zusammen und die Menschen werden an diesen Namen heranwachsen und ihn erhalten, wenn sie zu einem Opfer im Sinne des Christus-Opfers fähig werden. In diesem Sinne bedeutet der Satz „Die Letzten werden die Ersten sein“ nicht, dass wir als Bewusstsein die anderen Hierarchien überholen werden, sondern dass wir eine neue Art von Ich-Substanz erschaffen und am Anfang des nächsten Zyklus aufopfern werden. Diese Substanz wird zur Grundlage des nächsten Zyklus werden. Das Urbild dieser Substanz war der Ich-Abdruck Christi in der nathanischen Seele. Mit der Synthese bereiten wir uns auch vor, zu den Erzeugern dieser Substanz zu werden. Unsere Verantwortung ist außerordentlich groß. Jeder von uns steht vor einer schicksalsträchtigen Frage, die für Menschen und Götter gleich wichtig ist – wird es den nächsten Zyklus des Heiligen Geistes geben? Sind wir uns dessen bewusst?!

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