Die Unterscheidung der rechtmäßigen und der unrechtmäßigen Spiritualität

Original-Video

Nachdem wir in der vorigen Vorlesung auf das Ich-bin-Prinzip eingegangen sind und einige Grundfragen gestellt haben, wollen wir nun zu dem Thema übergehen, wie dieses Ich-bin-Prinzip vom heutigen Menschen erlebt wird. Das Thema können wir „Die Unterscheidung der rechtmäßigen und unrechtmäßigen Spiritualität“ nenne

Es existiert heute ein Riesenozean geistiger Strömungen auf der Erde. Das Hauptproblem, mit dem diejenigen konfrontiert werden, die der Hölle der materialistischen Weltanschauung entkommend auf der Suche nach Geistigkeit sind, besteht darin, welcher spirituellen Strömung sie sich anschließen sollen. Selbstverständlich wird jeder Mensch nach karmischen Gründen auf die für ihn geeignete Spiritualität gelenkt, daher ist es äußerst schwierig, ihn aus dieser Strömung herauszuziehen – das  hat mir die Praxis völlig unmissverständlich gezeigt. Trotzdem wäre es angebracht, die Dinge zu strukturieren, wenn wir das Ich-bin-Prinzip als den systembildenden Faktor in jedem System betrachten. Wir wollen nun die verschiedenen Arten der heute auf der Erde bestehenden Spiritualität in einem bestimmten Hierarchie-Verhältnis betrachten, damit wir uns einen Überblick verschaffen können. Anderenfalls werden uns „die Beine wegknicken“ und wir werden dorthin gehen, wo wir uns wohl fühlen. Schlecht wäre das nicht, allerdings ist das Ich-bin der Urquell, dem ein abwärts fließender Fluss entstammt. Oben ist dieser Fluss schnell und mächtig, aber je tiefer er abwärts fließt, desto mehr wird er aufgestaut – es bilden sich einzelne (Stau)weiher, in denen bestimmte Wesenheiten zu wirken beginnen. Der Fluss fließt weiter abwärts und es entsteht ein anderer Weiher, es taucht ein weiteres System auf, in dem andere Wesenheiten gedeihen. Auf diese Weise werden flussabwärts verschiedene Stillgewässer gebildet. Je weiter abwärts der Fluss des Ich-bin-Prinzips fließt, desto größer werden sie und desto mehr Bewohner haben sie, desto stiller ist ihr Wasser. Zum Schluss erreicht das Ich-bin-Prinzip die Materie, wo es sich verliert.

Wie können wir die auf der Welt heute vorhandene Spiritualität strukturieren? Dazu müssen wir unseren Blick auf den Fluchtstab des Ich-bin richten, welches sich in der Zeitenwende manifestiert hat.

„Das fünfte Evangelium“ von Rudolf Steiner (GA 148) ist eines der bewegendsten anthroposophischen Bücher schlechthin, das die Frucht der von Steiner angewendeten Methode der siebenstufigen Lemniskate des anschauenden Denkens und der nachfolgenden Erhebung zu den Fähigkeiten zum imaginativen, inspirativen und intuitiven Bewusstsein darstellt. Dort wird über drei große Enttäuschungen berichtet, die Jesus in tragischer Art nach seinem 18. Jahr erlebt hat. Das geschah lange vor dem Eintritt Christi in seinen Leib (im 30. Jahr Jesu). Es handelt sich um die Enttäuschung vom Heidentum, Judentum und Essäertum.

Steiner berichtet, dass Jesus vor seinem 30. Jahr viele Reisen machte und dabei verschiedene Gegenden Palästinas und außerhalb Palästinas kennenlernte. Unbekannt ist, ob er dabei auch nach Indien kam, wie manche behaupten – er soll angeblich in Kaschmir gestorben und nicht gekreuzigt worden sein, behauptete ein inzwischen verstorbener „Esoteriker“. Jesus ist tatsächlich herumgereist, mit Sicherheit war er in den Gebieten, die wir heute als Vorderasien und Kleinasien kennen, ob er auch die Balkanhalbinsel erreichte, wissen wir nicht. Im Zusammenhang mit seiner Enttäuschung vom Heidentum berichtete Steiner, dass dieses Ereignis an einem Ort geschah, den er nicht genau identifizieren konnte (vgl. GA 148:62). Bei seinen Wanderungen sah Jesus, wie unter den Völkern, die heidnische Kulte ausübten, zahlreiche Dämonen walteten. Bei der besagten Reise zu einem nicht weiter identifizierten Ort begegnete Jesus einem Stamm, der einen Götzen verehrte. Dort war die Kultstätte von den Priestern verlassen worden und die Heiden konnten keine Beziehung zur geistigen Welt mehr herstellen. Die Heiden glaubten, in Jesus ihren neuen Priester zu erkennen und drängten ihn zum Opferaltar, wo er das Bewusstsein verlor. Als er wieder zu sich kam und „den Blick in die Ferne schweifen ließ“, sah er die dämonischen Wesenheiten, die diese Menschen verfolgten.

Der Sinn jeder Spiritualität, jeder Religiosität besteht darin, eine Beziehung in der rechten, rechtmäßigen Art zur geistigen Welt herzustellen. Hier entzündet sich der Streit unter allen spirituellen Menschen auf der Erde, wessen Spiritualität die größte ist. Das führt unausweichlich zu Kriegen, denn allen Konflikten der Menschheit liegt der Zusammenprall der verschiedenen religiösen Ansichten über die Welt zugrunde.

Jesus hat gesehen und in tragischer Art erlebt, wie das Heidentum die Beziehung zu den Göttern längst verloren hat und wie sich die Dämonen unter diesen Völkern breitmachten und wirkten und ihnen waren die Menschen zum Opfer gefallen. Für die Heiden hatte diese unrechtmäßige Spiritualität entsetzliche Folgen, die sich auf dem physischen Plan als Pest, Aussatz und all diejenigen Krankheiten zeigten, die damals grassierten.

Was ist die heutige Entsprechung der heidnischen Spiritualität? Wir können eine Gliederung auf mehreren Stufen vornehmen und wenn wir uns in die Details vertiefen, werden wir mehrere Dutzende Varianten der Spiritualität herausheben, die ihre jeweiligen Spezifika haben. Auf der tiefsten Stufe befinden sich diejenigen, die in manchen Fernsehsendern für sich werben – der Magier X, die Geistheilerin Y -, die durch primitive Techniken das Geld ihrer Klienten einfach einkassieren. Sie mögen durchaus bestimmte Fähigkeiten besitzen, welche jedoch in kommerzieller Weise zu Geld gemacht werden. Da der heutige Mensch große Probleme hat, klammert er sich an jeden Strohhalm, er lässt sich z.B. schwarzmagische Angriffe auflösen und gibt dabei immer mehr Geld aus. Zweifellos gibt es unter den Bulgaren viele, die hellseherische Fähigkeiten und gleichzeitig hohe geistige Qualitäten besitzen – ich habe persönlich solche Menschen gekannt. Doch sie nehmen entweder gar kein Geld als Belohnung für die eventuell geleistete Hilfe oder sie sagen „Wirf soviel Geld, wie du möchtest auf den Boden“ – 2, 5, 10, 200 Leva – das ist dem Klienten völlig frei überlassen. Der Heiler tritt auf das Geld und wirft dem Klienten nie vor, dass dieser zu wenig bezahlt hat. So verfahren die Menschen, die mit wahren hellseherischen Gaben begnadet sind. Diese Fähigkeiten ziehen sich als ein Nachhall alter Zeiten hin, als wir eine bildhafte Gruppenspiritualität, ein bildhaftes, imaginatives Gruppenbewusstsein besaßen. Nun sind wir Menschen dabei, die Wüste des wachen gegenständlichen Ich-Bewusstseins zu durchqueren. Im 20. Jahrhundert sollte der große Übergang zum bewussten bildhaft-imaginativen Bewusstsein beginnen, so dass der Mensch zu einer neuen Gattung wird – zum Homo magneticus, zum Weißmagier. Selbstverständlich haben diejenigen, die sich heute ‚Magier‘ nennen, nichts mit den Weißmagiern zu tun, sondern in ihnen kommt in einer bestimmten Art eine atavistische Spiritualität zur Geltung. Manche dieser Personen sind zwar unendlich liebevoll, aufopfernd und können tatsächlich ihren verwirrten Klienten helfen. Solche Menschen dürfen nicht abgelehnt oder verachtet werden.

Die nächsthöhere Gruppe bilden die sog. Kontakteure, Channeler. Wenn wir über sie sprechen, müssen wir allerdings bedenken, dass der Sinn der Spiritualität im Herstellen einer Beziehung, eines Kontakts zur geistigen Welt besteht. In diesem Sinne war auch Steiner ein Kontakteur, auch Beinsa Douno war ein Kontakteur. Jeder, der mit der geistigen Welt kommuniziert, ist ein Kontakteur. Hier meinen wir aber die New-Age-Bewegung und ihre unzähligen Varianten. In den „Gesprächen mit Gott“ von Neale Donald Walsch etwa stellt sich der Autor vor, dass er direkt mit Gott Gespräche führt, d.h. mit dem Absoluten, mit dem väterlichen Weltengrund. Es ist offensichtlich, dass sich Walsch mit einer luziferischen Wesenheit oder mit einer exkarnierten Menschenseele unterhält, die auf diese Art von Spiritualität gerichtet war. Beide Gesprächspartner diskutieren, genauer gesagt quasseln endlos. Über solche Erscheinungen müssen wir ausdrücklich Folgendes sagen: Die guten, rechtmäßigen Geister – Engel, Erzengel usw. – reden nie lange. Sie sagen ein Wort, das der Mensch in sehr spezieller Art aufnimmt, die wir bei der Erörterung der Methodologie der Anthroposophie besprochen haben – mit dem ätherischen Gralsorgan, dem ätherischen vernünftigen Herzen, das sich etwa 30 cm oberhalb des Kopfes befindet. Es wird durch das Nasenwurzel-Chakra vollständig bewusst gemacht, in der rechten Art durch das Kehlkopf-Chakra ausgesprochen und durch das Solarplexus-Chakra erlebt. Dagegen ist die Herstellung einer Beziehung zur geistigen Welt durch die Entfaltung des Herzzentrums im Solarplexus etwas, was fatale Konsequenzen für den Menschen hat.

Gerade das hatte während seines Aufenthalts in Amerika ein Mann in unrechter Weise getan, mit dem ich mich letzten Sonntag getroffen habe. Wenn so etwas geschieht, führt es die Betroffenen zum Selbstmord oder zu einem Aufenthalt in der Psychiatrie. Zum Glück haben die guten Mächte diesen Mann gerettet, denn wenn so etwas länger andauert, lebt man wie in einem Horrorfilm mit einem schlechten Ende. Die Herstellung einer Beziehung zur geistigen Welt durch das Herzchakra ist heutzutage äußerst falsch für den Menschen. Ein vernünftiges Herz im Bereich des physischen Herzens wird frühestens in zwei bis dreitausend Jahren ausgebildet sein. Alles, was vorher in der Herzgegend entwickelt wird, verwandelt den Menschen in eine Marionette von Mächten, die er überhaupt nicht kennt. Man fängt dann an, Stimmen zu hören, die gewisse Anordnungen erteilen. Dem Mann, den ich traf, wurde etwa gesagt: „Stirb im Licht!“ Daraufhin sprang er einem vorbeifahrenden Auto entgegen und zerbrach sich den Schädel. Er ist sich nun dessen bewusst, was ihm zugestoßen war und ich hoffe, dass er sich nach unserem Treffen endgültig Klarheit über diese Frage verschaffen haben wird.

Wir haben in Bulgarien bereits zahlreiche Personen erlebt, die aus Amerika kommen und sich für spirituelle Lehrer ausgeben und unter anderem die sog. „Engel’s Parties“ veranstalten. Wir kennen Personen, die mit „Erzengel Michael“, „Erzengel Uriel“ und wem auch immer kommunizieren. Michael soll ihnen Ratschläge erteilt haben – etwa den Ölstand oder das Frostschutzmittel vor dem Autofahren zu überprüfen, eine Sonnenbrille aufzusetzen, um sich die Pupillen vom Sonnenlicht nicht beschädigen zu lassen u.dgl. Können Sie sich vorstellen, dass Michael sich mit solchem Kram beschäftigt?! Und trotzdem gibt es Millionen Menschen auf der Erde, die in diesen rosa Luftballons leben, Hände klatschend einander umarmen und verzückt „Liebe!“ und „Licht!“ rufen. All das ist ein Riesenkindergarten, ein spiritueller „Sumpf“, der sich auf der tiefsten Stufe der Spiritualität befindet. Es ist angebracht, diesbezüglich etwas Wichtiges zu erwähnen und eine Brücke zum fünften Video in dieser Reihe zu schlagen.

Neulich hat die sog. Wahrsagerin von Silvio Berlusconi Teodora Stefanova ihr Buch „Der achte Sinn“ präsentiert – bemerken Sie, nicht der sechste oder siebte, sondern gleich der achte Sinn! Scheinbar zufällig habe ich ein Fernsehinterview mit ihr gesehen, in dem sie über ihr Buch sprach. Nach vielem abstraktem Geschwafel von Liebe und Licht, das äußerst banal und hölzern klang, hat sie unter anderem wie nebenbei geäußert, dass wir keine Angst vor den Robotern, vor dem künstlichem Intellekt zu haben bräuchten, da wir durch diesen eine Beziehung zum Kosmos, d.h. zur geistigen Welt, aufbauen würden. Wir würden mit den Robotern brüderlich koexistieren und uns gegenseitig lieben. Danach ging das abstrakte Geschwafel, das sich üblicherweise aus dem Channeling der New-Age-Strömung ergießt, wieder los. Neulich hat ein englischer Professor von Programmen berichtet, mit denen Roboter die Kinder in der Schule unterrichten werden. Es wird angekündigt, dass den Menschen in zehn Jahren die Einpflanzung  eines künstlichen Intellekts angeboten werden wird. Dieser Intellekt wird viel schneller als das Gehirn funktionieren und weder an psychischen noch an physischen Krankheiten leiden: „Bitteschön, ihr braucht euren menschlichen Verstand nicht mehr!“

Hier sehen wir, wie durch solche Personen, welche die allerschlimmste Art von Channeling repräsentieren, die dunklen ahrimanischen Geister wirken und die Menschen auf das für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre Geplante vorbereiten – die Begegnung mit dem Antichristen.

Das bisher Erörterte umfasst die niedrigsten Stufen der Spiritualität. Auf einer höheren Stufe befinden sich diejenigen Personen, die die Magie beherrschen und sie für schwarze Zwecke benutzen, um auch Geld zu verdienen und über die anderen zu herrschen. Es gibt verschiedene Arten von Magie – von der harmloseren Sorte bis zur Magie, die einen sehr schnell zerstören kann. Der einzige Schutz gegen solche schwarzmagischen Angriffe besteht darin, dass sich der Einzelne von der rechtmäßigen Spiritualität durchdringt, auf die wir etwas später eingehen werden. Nur so kann man den Schutz der unsichtbaren Welt und in erster Linie den Schutz seines persönlichen Schutzengels genießen.

Das, was wir hier umrissen haben, existiert in Dutzenden Stufen und Varianten des Heidentums. Es ist eine Form der Spiritualität, in der heute nicht diejenigen Wesenheiten wirken, die zukunftsweisend sind, sondern diejenigen die in unrechter Weise auf das heutige Weltgeschehen schauen.

Die nächsthöhere Stufe bilden die Religionen, die außerhalb des Christentums stehen – Buddhismus, Hinduismus, Mohammedanismus und weitere mehr oder weniger bekannte Religionen, in denen Christus fehlt. Sie stellen bestimmte Weiher oder besser gesagt Sümpfe dar, die der beschriebene Ich-bin-Fluss gebildet hat, in denen Menschen entsprechend ihrer Evolutionsentwicklung gruppiert sind. Der Übergang von einem Weiher zum nächsthöheren erfolgt durch das Wachstum des Ich. Ob diese Menschen als Iche wachsen wollen, ist eine Frage ihrer persönlichen Wahl und ihrer persönlichen Möglichkeiten. Wachsen können sie, wenn sie die Wahrheit lieben. Das Christentum des Heiligen Geistes, das sich im 20. Jahrhundert anbahnt,  –  denn bisher befand sich das Christentum in seiner Vorbereitungsperiode – ist das Christentum der Ich-Entwicklung. Ohne die absolute Liebe zur Wahrheit kann kein Mensch zu einem höherliegenden Gewässer aufsteigen, er ist den Einflüssen seines Sumpfs ausgesetzt und bleibt in diesem Sumpf, in dem die rechtmäßigen Geister keinen wahrhaftigen Kontakt zu ihm herstellen können. Dieser Kontakt muss sich immer vom Ich-bin-Prinzip leiten lassen, das wir im Erdenäon aufbauen müssen. Im Buddhismus etwa fehlt das Ich. Nach der buddhistischer Ansicht erhält man im nächsten Leben ein neues Ich und das Ziel besteht darin, dem Kreislauf der Inkarnationen zu entkommen. Stattdessen müsste der Mensch in Abhängigkeit von seinem Ich-Wachstum immer mehr den Wunsch haben, aufopfernd auf die Erde herunterzusteigen, um seine Mitmenschen nach oben hinaufzuziehen. Das ist das christliche Verständnis des Ich-bin-Prinzips, das sich dem Ausstieg aus dem Karmarad widersetzt. Nicht in die geistige Welt hinauffahren und dort sich ergötzen soll der Mensch, sondern mit noch mehr Drang nach unten streben, um die Mitmenschen aus den Sümpfen zur höherliegenden Quelle des reinen Wassers mitzureißen. Der Meister Beinsa Douno sagte: „Wer die Quelle des reinen Wassers nicht erreichen kann, der trinkt trübes Wasser“. Doch besser ist es, aus dem trüben Wasser zu trinken, anstatt völlig zu verdursten wie die sog. Atheisten, die die unglücklichsten Menschen auf der Erde sind: Wenn jemand behauptet, dass es keinen Gott gibt, so bedeutet das, dass er gar kein Bewusstsein besitzt und auf die Stufe des Tieres hinuntergekommen ist.

All die erwähnten Religionen unterliegen dem Imperativ, den Beinsa Douno formulert hat: „Entweder ist man mit Christus oder gegen Ihn“ – eine Zwischenstellung gibt es nicht. Ob der Islam in seiner wahhabistischen oder in einer weicheren Ausprägung existiert, ist unbedeutend, denn er kann mit dem Christentum nicht koexistieren – das sind Illusionen für Naivlinge. Wer den Koran aufschlägt, wird feststellen, dass dort in imperativischer Art steht, dass Christus (gemeint ist natürlich Jesus) nicht Gott ist, dass die Trinität nicht existiert: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“. Da der Islam als letzte der Weltreligionen entstanden sei, sei er die wahre Religion, wird behauptet. So hat sich ergeben, dass der Islam, der zur Eliminierung der fürchterlichen Gondischapur-Akademie nützlich war, heute zu einer Religion wird, die sich gegen Christus richtet. Und all die anderen Religionen sind auch gegen Christus gerichtet, da wir uns schon im anbrechenden Zeitalter des Christentums des Ich-bin und nicht des Sumpfes befinden.

Das sind die heute bestehenden Stufen des Heidentums, von dem Jesus unter jenen Bedingungen enttäuscht war. Unser Zeitgenosse, der sich auf dem Weg des Ich-bin befindet, muss begreifen, beurteilen und mitfühlend sein, muss verstehen, warum diese Seelen das Bedürfnis haben, in ihrem Stillgewässer zu verbleiben. Man kann und darf diese Menschen nicht verurteilen, allerdings hebt das nicht die Notwendigkeit auf, die Wahrheit über jedes Gewässer zu verkünden und vom Standpunkt der michaelischen Anschauung aus zu beleuchten – der Anschauung des Ich, über die wir im ersten Video gesprochen haben.

Die nächste Enttäuschung Jesu war das damalige Judentum. Es wartete bekanntlich sehr lange auf den Messias und hat diesen am Ende gekreuzigt. Im Alten Testament gibt es weitaus über 300 Prophezeiungen der Ankunft des Messias. Johannes der Täufer hat Ihn erkannt, doch die jüdischen Schriftgelehrten nicht. Als das bemerkenswerte Gespräch des Christus mit der Samariterin stattfand, sagte sie, dass alle auf den Messias warteten, worauf Christus erwiderte, dass Er der Messias ist. Was für ein Segen war dieses Gespräch für den wieder inkarnierten Josef, für diese Samariterin!

Worin bestand das Problem des Judentums? Jesus sah, dass die Stimme Bath-Kol, die zu den Hebräern über Elija, über die großen Propheten des Alten Testaments als Offenbarung gesprochen hatte, keine Beziehung mehr zu den Schriftgelehrten herstellen konnte – der Elite, die sozusagen die Vertreterin des jüdischen Volkes vor dem Messias war. Die Bath-Kol war die Sprache, die zum jüdischen Volk von der Stufe der Elohim, ja sogar den Dynameis (der sechsten Hierarchie über uns) aus sprach. Das ist eigentlich die Jakobsleiter, die zu den Elohim führt. Als Jakob sie sah, ging es noch nicht um Jehova, der im Alten Testament durch Moses erscheint. Eigentlich sprach Christus zu den Propheten über Jehova – dem mächtigsten der Elohim – sowie über den damals wirkenden Michael als Volksgeist dieses Volkes. Das, was als Inspirationen von oben in der Gestalt der Bath-Kol kam, hatte ihre Quelle in der fünften bzw. sechsten Stufe über uns und konnte vom Judentum nicht mehr vernommen werden, da die rechtmäßige Beziehung zur geistigen Welt abhanden gekommen war. Dieser Umstand hat Jesus tief enttäuscht.

Die heutige Entsprechung jenes Judentums sind die auf der Welt bestehenden christlichen Konfessionen. Sie haben seit langem die wahre, zeitgemäße Beziehung zu Christus verloren. Hiermit will ich nicht ausschließen, dass es anständige Pfarrer, Priester gibt, ja sogar Bischöfe (obwohl das sehr zweifelhaft wäre), die eine rechtmäßige Beziehung zur geistigen Welt haben. Doch sie alle müssen sich dem Kanon unterordnen. So wie das alte Judentum von Regeln gelähmt war und die lebendige Beziehung zum Geist verloren hatte, so geschieht es auch heute. Der Kanon droht mit dem Finger, wenn man sich zu einer persönlichen Beziehung zur geistigen Welt entschließt, denn in diesem Fall stellt sich die für ihn bedrohliche Frage, wozu der Mensch dann die Kirche braucht. Alle heutigen Kirchen basieren auf dem persönlichen Erlebnis des Petrus bei Cäsarea Philippi, als ihn Christus fragte, wer denkt er, dass Christus sei und die Antwort bekam „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes (Matth. 16:16). Auf diese persönliche Erfahrung des Petrus wurden alle Kirchen gebaut, doch dem zitierten Satz folgte der Ausruf Christi „Hebe dich, Satan, von mir!“ (ebd. 22), denn das Menschliche kam bei Petrus zum Vorschein. Die Kirchen wurden nicht auf das Christentum des Petrus in der rechten Weise gegründet, d.h. auf die persönliche Erfahrung des Petrus, sondern auf diesen letzten Satz. Wenn der römische Katholizismus Petrus wegen der Worte Christi „Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde“ (Matth. 16:18) als seinen ersten Bischof betrachtet, so ging es gerade um die persönliche Erfahrung des Jüngers, der Christus als den Sohn des lebendigen Gottes sah. Genau das ist das Christentum, das sich jetzt anbahnt – das individuelle Christentum des Ich-bin-Prinzips, das den Menschen in ein Ich-bin verwandelt, der von dieser Position die Verbindung zu seinen Ich-bin-Mitmenschen herstellen muss. Dies hat der Kirchenkanon a priori beseitigt. In den Kirchen kann sich also der lebendige Geist keine Bahn brechen, denn der lebendige Geist als der Pfingstgeist geht durch das Ich-bin-Prinzip. Die heute bestehenden christlichen Konfessionen sind folglich die gegenwärtige Entsprechung jenes Judentums, dessen tragischen Zustand Jesus erlebt hat.

Die dritte Etage der Spiritualität bildet das Essäertum, das Jesus in einer ebenfalls dramatischen Art erlebt hat. Er hat mit den Essäern verkehrt, bei denen auch Johannes der Täufer war. Nach dem zwölften Jahr, als das Zarathustra-Ich in Jesus eintrat, haben die Essäer gesehen, wie weise der Sohn des Zimmermanns sprach. Sie befragten ihn nach der Deutung der alttestamentlichen Texte und bewunderten die Weisheit, die sich aus ihm ergoss. Deshalb haben sie versucht, ihn für ihren Orden zu gewinnen. Die Essäer durften durch keine bemalten Tore gehen, um nicht unter Luzifers und Ahrimans Einflüsse zu geraten. Deshalb gingen sie nur durch bestimmte unbemalte Tore nach Jerusalem. Sie führten ein gottgefälliges Leben, waren Vegetarier und besaßen Techniken zum rechtmäßigen Kontakt mit der geistigen Welt. Doch das geschah auf Kosten der restlichen Menschheit. In dem Moment, in dem die Essäer ein Tor passierten, das sie für die luziferischen und ahrimanischen Attacken unangreifbar machte, attackierten die beiden Widersacher die restlichen Menschen. Diese hohe Geistigkeit der Essäer wurde auf Kosten aller anderen Menschen praktiziert, sie hatte keine Opferbereitschaft.

Das war die dritte große Enttäuschung Jesu von der damals vorhandenen Spiritualität der Menschheit, die er seiner Mutter anvertraute. Im Anschluss daran vollzogen sich jene bedeutungsvollen Prozesse der Auswechselung des Ich Zarathustras durch das Ich Christi und die Durchdringung der über 40jährigen Maria mit der Seele der anderen Maria, in deren Ätherität und Astralität der nathanische Jesus bis zu seinem zwölften Jahr gelebt hatte. Die salomonische Maria wurde zu einer Jungfrau im physischen Sinne – das ist die Gottesmutter und die Jungfrau Sophia, von der im Christentum die Rede ist.

Welche ist die heutige Entsprechung der Essäer? Das sind die Organisationen „Weiße Bruderschaft“ und die Anthroposophische Gesellschaft – die heutige Spitze der Spiritualität auf der Erde und die rechtmäßigen christlichen Impulse, die der große Eingeweihte Rudolf Steiner und der große Bodhisattva Beinsa Douno ausgestrahlt haben. Wir wollen unseren Blick auf diese zwei Gesellschaften richten, die ihrem Ursprung nach die rechtmäßige Spiritualität der Gegenwart repräsentieren (müssten), denn bisher haben wir über die unrechtmäßige bzw. die unrechtmäßig praktizierte Spiritualität gesprochen.

Das Heidentum wurde überflüssig, indem es sich von Christus entfernte, doch im konventionellen Christentum fehlt Christus in Wirklichkeit ebenfalls. In den Kirchen wird Christus in der Praxis durch den Vatergott ersetzt, da dort das Ich-bin-Prinzip fehlt. Als sich Christus auf dem Weg zur Erde befand und Ihn Moses fragte, wer Er war, gab Er über Jehova die Antwort „Ich bin der Ich-bin“. Dem heutigen Christentum ist diese Ansicht über Christus völlig abhanden gekommen und es redet eigentlich nur über den Vatergott, indem es das Wort ‚Christus‘ benutzt. Unter anderem bedeutet griechisch χρυσός  „Gold“. Das Gold ist das Sonnenmetall und wir wissen, dass Christus auf seinem Weg aus dem Pralaya über die Sonne ging. Deshalb erschien Er vor dem geistigen Blick Zarathustras als Ahura-Mazdao  („die große Sonnen-Aura“). Alle vorchristlichen Mysterien schauten auf die Sonne, damit die Menschen sich auf die Ankunft Christi auf der Erde vorbereiten konnten. Nicht zufällig wollte in der nachchristlichen Zeit Julian Apostata, der jetzt in Bulgarien inkarniert ist, dass das dreifache Sonnen-Geheimnis als Quelle von Licht, Leben und Liebe in das Christentum eingeht. Dafür wurde er von einem christlichen Fanatiker getötet. Indem das Sonnen-Geheimnis Christi dem Christentum abhanden ging, hat es die Möglichkeit verloren, von einer Erden- zu der Sonnen-Evolution überzugehen. Ich habe schon mehrmals erläutert, was das bedeutet und was diesbezüglich heute schon beginnen kann. Dieses Gold, dieser Sonnen-Impuls wird uns in Wirklichkeit retten, deshalb ist Christus der Heiland, der „Salvator mundi“ auf Leonardos berühmtem Gemälde.

Kehren wir zu beiden Gesellschaften zurück. Bei meiner letzten Vorlesung vor drei Wochen in Sofia war unter den Anwesenden kein einziges Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Es kamen Menschen, die mich aus meinen Vorlesungs-Videos kennen. Nur ein ehemaliges Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft befand sich im Saal. Auf der Internetseite dieser Person entstand später eine Diskussion über meine Vorlesung, aus der klar wurde, wie das Vorgetragene völlig verkannt wird. Die Synthese der Impulse Rudolf Steiners und Beinsa Dounos wurde z.B. dergestalt verstanden, dass ich für eine Verschmelzung beider Organisationen plädiere, was natürlich völlig unsinnig ist. Eine mir sehr nahestehende Person, nannte die Ratschläge, die mir dort gegeben wurden, „den Versuch des Mistkäfers, dem Adler das Fliegen beizubringen“. Das veranschaulicht die Situation derjenigen, die das von mir Vorgetragene schlechtmachen, da sie es missverstehen. In ihnen wirken die Angst, das unterschwellige Gefühl, selbst nicht auf dem Stand des Vorgetragenen zu sein, und der Neid, der in allen Gesellschaftssphären herrscht. Wenn solche Menschen das, was durch mich kommt, nicht verstehen und gegebenenfalls dessen Korrektiv auf sachlichem Feld sein wollen, da niemand vollkommen ist, werden die beiden zitierten Gesellschaften jenen Essäern gleichen, die schön rein sein möchten, doch in der Praxis keine wahrhaftige Beziehung zur geistigen Welt haben, die über Christus geht.

Was die „Weiße Bruderschaft“ betrifft, so gibt es dort eine Person, die sich als Einzige mit Anthroposophie beschäftigt und die Dinge sehr tief erfassen kann. Diese Person hat im Varna-Zweig der „Weißen Bruderschaft“ die Anwendung einer Idee initiiert, die der Meister Beinsa Douno 1921 im Vortrag „Die vier Räte“ äußerte. Dort unterbreitete Beinsa Douno den Vorschlag, dass sich seine Nachfolger selbst vier Räten zuordnen, um in ihnen entsprechend ihrer eigenen inneren Einstellung tätig zu sein. Diese vier Räte beziehen sich auf die „physische“ Arbeit, die Bildung, die „geistige“ Arbeit und die Aussöhnung bei auftretenden Streitigkeiten.

Wer sich in der Anthroposophie gut auskennt und den Sinn des Impulses Beinsa Dounos begreift, wird erkennen, wie der Versuch unternommen wird, in einer einseitig äußeren Art die Ansicht über die soziale Dreigliederung Steiners dem von Beinsa Douno Gemeinten beizumischen. Dadurch wird eine Wiederbelebung des synarchischen Prinzips angestrebt. Dabei sind Kommentare und Missbilligung über die Wahl und Selbstzuordnung einzelner Mitglieder unvermeidlich.

Demgegenüber schlage ich vor, beide Impulse Steiners und Beinsa Dounos in ihrer reinen Art als Ausgangspunkt zu nehmen, ohne den einen oder den anderen zu favorisieren. Das erweist sich als äußerst schwierig, wenn man die Nuancierung nur eines dieser Impulse besitzt. Aber auf der Erde existieren Seelen, die in der Lage sind, beide Impulse in gleicher Art und auf ihrer eigenen Selbstbewusstseinsstufe aufzunehmen. Wenn man in die Reinheit dieser beiden Impulse einzudringen versucht, wird man erkennen, dass in ihnen das Ich-bin-Prinzip in zwei verschiedenen Arten zur Geltung kommt, die aber ohneeinander nicht können – sonst würde man quasi auf einem Bein stehen, aber wir sind mit zwei Beinen, Armen, Augen, Ohren usw. ausgestattet. Im vorigen Zyklus des Vaters waren wir in der All-Einheit, während nun das Prinzip der Zwei wirkt. Wenn man beide Impulse nicht als zwei Prinzipien des Ich sieht, die auf zwei verschiedenen Arten wirken, wird man für immer in einem Weiher bleiben. Die erwähnte Person bedient sich gern des „Nachbarweihers“, indem sie Ideen der Anthroposophie entleiht.

Was stört hier? Man bedient sich der Anthroposophie sozusagen illegal, indem Euphemismen wie „die westliche Esoterik“ benutzt werden. Doch der Impuls des Meisters Beinsa Douno zählt auch zur westlichen esoterischen Strömung so wie Steiners Impuls. Unter der „östlichen“ Strömung wird diejenige verstanden, deren Meister Morya und Kuthumi sind, unter der „westlichen“ Strömung – diejenige, deren Meister der Meister Jesus mit dem Ich Zarathustras und Christian Rosenkreutz sind. Unbestrittenerweise steht Beinsa Douno als Bodhisattva allein in der Welt, da er auf die Sphäre der Vorsehung schaut, auf Christus als das Ich-bin-Prinzip des Makrokosmos. Daher kann der Impuls Beinsa Dounos kein anderer sein als der Impuls des Ich-bin, der als die Moralität und Opferbereitschaft zusammen mit der nathanischen Seele und Christus im Großen Mysterium von 1936 manifestiert wurde.

Das Ich-bin-Prinzip ist das zentrale Prinzip auch in der Anthroposophie und wer dies nicht versteht, missversteht die gesamte Geisteswissenschaft. Hier geht es also um die Manifestation des Ich-bin-Prinzips in zwei verschiedenen Arten, die aber im menschlichen Ich als eine Synthese vorzunehmen sind, so wie Christus in der Zeitenwende die Synthese zwischen der nördlichen Strömung der Weisen und der südlichen Strömung der Hirten vereinigt hat. Wenn man sich also der Anthroposophie in einer verschleierten Art bedient, ohne sie in den Vordergrund zu stellen, handelt man wie ein Dieb, der im Dunkeln stehlen geht. Auf dem bekannten Bild des Menschen mit den ausgestreckten Armen von Leonardo, das die Person benutzt hat, um die Idee zu veranschaulichen, sieht man, wie das Wirtschaftsleben den Beinen und das geistige Leben dem Kopf zugerechnet wird. Der Bildungsrat wird den Schultern zugeordnet und der Aussöhnungsrat – dem Brustkorb. Hier gibt es jedoch einen methodologischen Fehler, denn das geistige Prinzip befindet sich beim dreigliedrigen sozialen Organismus in den Beinen. Es ist noch unbekannt, welche Früchte diese Initiative zeitigen wird. Bisher herrscht im Varna-Zweig großer Enthusiasmus, aber man hätte bei Beinsa Douno aufmerksam nachlesen müssen, wer zum geistigen Rat und wer zum Bildungsrat gehört und welches Element in ihm entwickelt sein muss. Die Mitglieder des geistigen Rats etwa müssen Herz und die Mitglieder des Bildungsrats Verstand haben. Ich hoffe, dass diese Initiative Früchte zeitigt, das ist etwas, was nur in der Praxis ausprobiert werden kann.

Die Person, die diese Idee in die Tat umsetzen will, hat sie mit mir besprochen und mich um Unterstützung gebeten, da sie weiß, dass von keiner anderen Stelle Unterstützung und Erläuterung kommen können. Damit man eine Frage erläutern und die dunklen und lichten Aspekte sehen kann, sind umfangreiche geisteswissenschaftliche Kenntnisse notwendig. Doch hier gibt es eine Illusion. Steiner hat den sozialen Organismus nicht zufällig als dreigegliedert entworfen. Das Dreifache besitzt immer einen systembildenden Faktor, damit es auch etwas Neues hervorbringen kann. Die Anwendung der Dreigliederung scheiterte, aber Steiner war verpflichtet, diesen Versuch zu unternehmen. Da die Idee der sozialen Dreigliederung nicht verwirklicht wurde, und in der nahen Zukunft das auch nicht zu erwarten ist, möchte diese Person die Dreigliederung an die Idee der vier Räte in der „Weißen Bruderschaft“ bzw. in einem ihrer Zweige anpassen. Der vierte, sog. Aussöhnungsrat soll eventuelle Streitigkeiten beilegen. Doch die Mitglieder des Aussöhnungsrats müssen Träger des Ich-bin-Prinzips sein, um Streitbeileger zu sein. Gibt es dort Träger dieses Prinzips? In der „Weißen Bruderschaft“ laufen die Dinge auf der Stufe der Verstandesseele. Wenn man nicht zur Stufe der Bewusstseinsseele aufzusteigen vermag, so dass in einem die erhabenen Wahrheiten des Ich-bin-Prinzips aufleuchten, die mit Christus zusammenhängen, kann man niemals eine rechtmäßige Beziehung zu seinem ersten höheren Wesensglied herstellen – zum Manas, zum vom Absoluten kommenden Heiligen Geist. Wenn man als eine Verstandesseele den Impuls des Meisters Beinsa Douno an sich selbst anpassen will, so ist das ein Verrat an der Authentizität des Impulses Beinsa Dounos. Das gilt auch für die Versuche der Anthroposophischen Gesellschaft, den Impuls Rudolf Steiners an sich selbst anzupassen. So wie die Christen in den Kirchen Christus verraten und verloren haben, so verlieren auch die Anthroposophen Rudolf Steiner aus den Augen. Deshalb kam es zu den dramatischen Ereignissen nach der Weihnachtstagung, von denen sich die Anthroposophische Gesellschaft bis heute nicht erholt hat. Die Leitung in Dornach ist voll mit Undercover-Jesuiten und -Freimaurern. In die Führung der „Weißen Bruderschaft“ wurden früher Spitzel der Staatssicherheit infiltriert, die sie in einen Sumpf wie den zweiten Rila-See verwandeln sollten. In diesem Sumpf wird die Masse der Mitglieder auf die Stufe der Empfindungsseele hinuntergezogen. Das, was ich anbiete, ist der Aufstieg von diesem Sumpf zu höhergelegenen Gewässern, wo Christus in seine  wahren Glanz erstrahlt. Das ist ein individuelles Erleben der Bewusstseinsseele, in der das Ich explodiert.

Manche wenden ein, dass die Anthroposophie keine „Explosion des Ich“ kennt. Sie kennt den Sachverhalt, doch den Begriff habe ich unabhängig von der Anthroposophie geprägt. Viel später habe ich festgestellt, dass am Ende des zweiten Vortrags in der „Theosophie des Rosenkreuzers“ der Satz steht “Das Ich leuchtet auf in der Seele, dann beginnt die Arbeit an den Leibern” (GA 99:33). Im Panorama des ganzen Vortrags erhält der Satz einen etwas anderen, eher begrenzten Sinn als dasjenige, was ich erlebt habe und was später als die Synthese beider Impulse entwickelt wurde. Bei mir war es „Ich bin Gott“, womit ich selbstverständlich viel Spott erntete. Und trotzdem habe ich erlebt, dass ich Gott bin. Das ist das wahre Erleben des Ich-bin-Prinzips, das ich später mit Inhalt, mit meiner eigenen Ich-Substanz besetzt habe. Diese Substanz bekommt man nicht vom Schutzengel oder von den Erzengeln – sie muss jeder von uns selbst direkt von Christus beziehen, denn die menschliche Ich-Entwicklung unterscheidet sich grundsätzlich vom Ich-Wachstum der Engel, Erzengel usw. „Nicht ich, sondern Christus in mir“, wie Paulus sagte – der erste Mensch, der so etwas überhaupt sagte, denn vor dem Mysterium von Golgatha konnte das noch keiner von sich sagen. Wir werden unsere Ich-Form nicht mit der Substanz der Throne besetzen, die am Anfang des alten Saturn ausgestrahlt wurde – die Liebe des Kosmos -, sondern mit einer Substanz, die von Christus kommt. Diese Substanz ist nicht von dieser Welt. Sie ist die Substanz, die in den nächsten Zyklus eingehen wird. Das sind grandiose Aufgaben für die Menschen!

Das, was Beinsa Douno und Rudolf Steiner der Welt gebracht haben, sind Ich-Prinzipien, deren Vereinigung zu einem dritten unterschiedlichen Etwas führt. Das Absolute hat sich eingeschränkt, damit es eine Schöpfung gibt, damit jeder Mensch das Ich-bin-Prinzip werden kann und nicht einen irdischen Meister anhimmelt. Deshalb sagte Beinsa Douno: „Ihr könnt nicht mal dem Blick eines Engels standhalten, geschweige denn Christus begegnen und seinem Blick standhalten“.

Mir wurde vorgeworfen, dass ich asozial wäre. Um mich herum gibt es natürlich keine vier Räte. Ich brauche keine Gremien, ich brauche Ich-bin-Menschen, die zur Bewusstseinsseele in rechter Weise aufsteigen, was nur durch die Synthese der beiden Impulse geschehen kann. So kann auch das Geistselbst über sie als die erste Manifestation des Geistes wirken und uns zu den großen Geheimnissen Christi führen, ohne die wir nicht gewappnet sein werden, um dem Antichristen entgegenzutreten. Um die Vorbereitung seiner Ankunft wird es in den nächsten Videos gehen. Diese  Vorbereitung geht mit solcher Schlagkraft vor sich, dass ich mich wundere, wie die Menschen sie nicht wahrzunehmen vermögen.

Die Internetseite mit meinen schriftlichen Texten und Vorlesungs-Videos hat täglich ca. Tausend Besucher. Sind das Räte? Ist das eine Gemeinschaft? Liegt es an meinem Asozialsein? Es stellt sich heraus, dass zur Synthese als Konzept weitaus problemlos Menschen heranwachsen können, die in keinem der beiden Impulse nuanciert sind, keiner der beiden Organisationen angehören. Das sind Seelen, die in der Zeitenwende vorbereitet worden sind, die eine Berührung mit Christus hatten – jede auf ihre Art.

„Entweder ist man mit Christus oder gegen Ihn“, entweder ist man mit dem Ich-bin-Prinzip der heutigen Zeit oder man stellt sich Christus entgegen. Die heutigen Essäer in der Anthroposophischen Gesellschaft und der „Weißen Bruderschaft“ sollten dies bedenken. Die alten Essäer, von denen Jesus enttäuscht war, beherrschten die okkulten Techniken und konnten sich vor Luzifer und Ahriman schützen. Doch heute toben sich Luzifer und Ahriman – wie ein niederländischer Anthroposoph sagte – in der Anthroposophischen Gesellschaft aus, aber Christus ist nicht da.

In der „Weißen Bruderschaft“ existiert die Ich-bin-Idee überhaupt nicht. Wenn sie fehlt, haben die beiden Widersacher das Sagen. Wie kann man sie loswerden? Das ist etwas, worüber ich seit 17 Jahren spreche. Warum widersetzt ihr euch dem? Wer eine Sünde gegen den Heiligen Geist begeht, hat gegen sich selbst gesündigt und kann sich selbst nicht verzeihen. Eines Tages, wenn ihr über die Pforte des Todes gegangen sein werdet, werdet ihr erkennen, was ihr verfehlt habt, wie manche bekannte Anthroposophen es bisher getan haben.

„Nur die Taten im Namen Christi sind eine Blüte, die Knospen ansetzt und Früchte trägt“, sagte Beinsa Douno. „Im Namen Christi“ bedeutet im Namen des Ich-bin-Prinzips und dieses Prinzip kann ohne eine Bewusstseinsseele nicht zur Geltung kommen. Für die Ausbildung der Bewusstseinsseele stehen uns noch 1500 Jahre zur Verfügung. Ich zeige, wie das gemacht wird, damit man Entwicklungssprünge macht, indem man zum nächsthöheren Weiher aufsteigt, denn bleibt man im Sumpf, gibt es kein Entkommen. Beinsa Douno sagte zu einem seiner Schüler: „Ihr müsst Christus lieben, nicht den Meister!“ Wenn man Christus liebt, dann wird man auch Liebe zu Rudolf Steiner und Beinsa Douno empfinden, ohne einen von ihnen zu favorisieren. Die Quelle, die dem Absoluten entstammt, wurde von Christus auf die Erde heruntergebracht und in jeden Menschen eingeführt, der Christus finden will. Diese Quelle ist in uns. Deshalb sagte Christus: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lukas, 17:21). Dieses Reich Gottes ist das Ich-bin-Prinzip und in das Reich kommt man nicht mit der Liebe, sondern mit der Weisheit.

In der Hoffnung, dass diese Vorlesung in der rechten Weise verstanden sein wird – nicht als Vorwurf oder Verurteilung, sondern als aufrichtige Sorge um den Zustand, in den die beiden Impulse von ihren Nachfolgern gebracht worden sind -, wollen wir dieses Thema nun abschließen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu „Die Unterscheidung der rechtmäßigen und der unrechtmäßigen Spiritualität

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