Das Mysterium des Menschen und die Falle der Gender-Ideologie

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 24.03. 2018 im Begegnungszentrum

„Harmonia“ – Varna

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Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

Unser heutiges Treffen findet am Vorabend des ersten Ostertages nach der vergangenen dreijährigen Periode statt, in der 30 große Vorlesungen gehalten wurden. Diese Vorlesungen umfassen inhaltlich die Hauptthemen im geistigen Leben des Menschen. In der heutigen Vorlesung wird der Versuch unternommen, das Vorgetragene gewissermaßen zusammenzufassen. Wir werden auch eine Beziehung zu dem ernsthaften Skandal herstellen, welcher nach Neujahr in Bulgarien im Zusammenhang mit der geforderten Ratifizierung eines Papiers des Europarats durch das bulgarische Parlament entflammt ist. Das besagte Papier ist unter dem Namen Istanbul-Konvention bekannt geworden. In ihm geht es um die Frauenrechte, doch in einige Artikel hat sich die aus den USA stammende soziale Gender-Theorie eingeschlichen. Diese Theorie hat sich in den westlichen Gesellschaften längst in eine praktizierte Ideologie verwandelt. Doch zu der Überraschung vieler Beobachter hat das bulgarische Volk starken Widerstand gegen die Konvention geleistet. Das bulgarische Parlament hat die Konvention zurückgezogen und dem Verfassungsgericht übertragen, das eine Auslegungsentscheidung treffen soll.

Die Diskussion, die in der bulgarischen Gesellschaft entflammte, entfaltete sich hauptsächlich in der staatlich-rechtlichen Sphäre der sozialen Dreigliederung und die schwachen Versuche, über das Problem im geistigen Sinne nachzudenken, beschränkten sich auf die Erinnerung daran, dass Gott den Menschen in zwei Geschlechtern geschaffen hat und wir uns in Sein Werk nicht einmischen dürfen. Die Angst der Menschen kommt eigentlich aus der Möglichkeit, dass die Gender-Ideologie die Schulen unterwandert und die zarte Psyche von Kindern schon von frühester Kindheit an beschädigt.

Heute werden wir diese Frage vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus beleuchten und nach dem Ausmaß der Schäden suchen, die eine eventuelle zukünftige Ratifizierung dieser Konvention mit sich bringen könnte, falls es solche Schäden gibt. Im Zusammenhang damit werden einige neue okkulte Tatsachen mitgeteilt, die bei der Vorbereitung der vorliegenden Vorlesung empfangen und gedanklich erfasst wurden. Zwei dieser Tatsachen hängen unmittelbar mit der bevorstehenden Inkorporation Ahrimans zusammen.

Wenn wir über Ahriman reden, müssen wir unbedingt erwähnen, dass in den letzten Tagen ein namhafter irdischer Vertreter von ihm über die Schwelle gegangen ist – Stephen Hawking. Die Menschheit hat ihn zum genialen Astrophysiker erklärt, doch seine „Genialität“ fußt auf der reflektierenden Bewusstseinsform und hat daher keinerlei Wert für die Hierarchien von den Engeln bis zu den Seraphim. Mit dem Tod des physischen Gehirns bleibt von den toten Theorien über den Aufbau des Weltalls nichts für die Ewigkeit. Die Person, die diese Theorien formuliert hat, steht in der übersinnlichen Welt völlig verwüstet und leer Christus entgegen, sie begibt sich in die dunkelsten Bereiche des Kamaloka, um dort mit ihrer des physischen und ätherischen Leibes entkleideten Seele den Wahnsinn zu erleben, dem die eigene Seele auf der Erde gedient hat. Dagegen lässt sich die Aufmerksamkeit der Hierarchien mit demjenigen auf sich ziehen, was wir jetzt besprechen werden.

Zur Vertiefung in das angebotene Thema müssen wir uns zuerst zur Urquelle des menschlichen Mysteriums erheben und nach der Hauptidee suchen, die diesem Mysterium zugrunde liegt. Erst dann werden wir unseren geistigen Blick auf die besagte Ideologie richten können und sie in das grandiose Tableau der Weltentwicklung einzeichnen.

Wie wir schon darüber mehrmals gesprochen haben, hat sich das gesamte Weltall nach Abschluss des vorherigen Evolutionszyklus, der unter dem Zeichen des Vatergotts verlaufen ist, zur „Auflösung“ in das Große Pralaya erhoben. Dieses Pralaya können wir Mahaparipralaya nennen. Dort wurde eine Bilanz des Erreichten gezogen und die Hauptidee des zukünftigen Zyklus formuliert. Zudem wurden im Mahaparipralaya die Gesetze angelegt, die die Erfüllung des neuen Plans bzw. der neuen Idee gewährleisten. Dort – am Väterlichen Weltengrund, den wir kurz Gott nennen werden -, hat alles begonnen. Nachdem Gott entschieden hatte, sich wieder zu offenbaren, hat Er den Zustand des Mahaparipralaya in einer Offenbarung verlassen, die in drei Etappen, für Ihn jedoch wie in einem Augenblick, verlaufen ist. Im Orient wird die Offenbarung Mahaparinirvana genannt, aber das ist noch keine Evolution. Auf der ersten Etappe offenbart Gott sich selbst in Beziehung zu sich selbst. Ob das Absolute ein Ich ist, können wir nicht wissen, denn Es wird im Ich eingeschränkt. Doch es steht außer Zweifel, dass Es sich als Ich manifestiert hat, denn hier gilt unbedingt Fichtes Satz „Ich bin Ich“.

Bis zum Augenblick Seiner Offenbarung ist Gott ein Objekt und in der Offenbarung manifestiert Er Sich als ein verinnerlichtes Subjekt, als ein Ich-bin. Das machte den Anfang-Christus innerhalb Seiner Anfanglosigkeit. Aus der Einheit der Eins auf der ersten Etappe gehen wir zum ersten Mal während der Gleichheit zur Trennung über. Aus der Einheit der Eins in der ersten Etappe gehen wir zu der Trennung der Zwei in der zweiten Etappe über. Während der dritten Etappe tritt Gott in eine Beziehung zu sich selbst ein, nachdem Er den Anfang bereits gesetzt hat, als Er sich in Seinen drei Hypostasen Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiligen Geist offenbart hat. Sie bleiben aber für all diejenigen Wesen unerkennbar, welche aus dem Pralaya-Zustand im erschaffenen Weltall auftauchen sollten. Die drei Hypostasen sind wesensgleich in der Subjektivität des bewussten Allbewusstseins des Gottes, der ihre Einheit darstellt. Doch wenn sie in der Einheit bleiben würden, ohne sich einander gegenüberzustellen, würde der neue Zyklus der Evolution unmöglich sein. Die Trennung ist dem neuen Zyklus uranfänglich angelegt worden, damit jenes Wesen mit einem freien Willen erscheint, in dem sich als eine Entwicklungspotenz der uranfängliche Gott selbst manifestieren kann.

Die drei Hypostasen treten zu einer Manifestation nach außen heran – in der Geisteswissenschaft ist vom Ersten, Zweiten und Dritten Logos die Rede, die sich als die Atma-, Buddhi- und Manas-Prinzipien manifestieren. Jeder von ihnen stellt ein Prinzip der Einheit in der Evolution für sich dar. Doch innerhalb des Zyklus wird die oberste Einheit von Christus gewährleistet – dem Träger des Ich-bin-Prinzips, welches Er von Gott selbst erhalten hat. Atma, Buddhi und Manas mussten als Substanz, Leben und Idee zutage treten, damit das Physische, Ätherische und Astrale der neuen Welt erschaffen werden konnten. Die Schöpfung begann als ein Kreis, der die göttliche Unendlichkeit symbolisiert. In den Mittelpunkt des Kreises können wir einen Punkt setzen, der das „Alles-in-jedem“-Prinzip zum Ausdruck bringt. Das ist die Art des bewussten Allbewusstseins, das sich gleichzeitig in jedem Punkt seines Seins manifestiert. Unter einem Sein müssen wir im Hegelschen Sinne das Bewusstsein verstehen.

Der Kreis und der Punkt befinden sich in einer polaren Inversion zueinander. Wenn aber nur dieses statische Symbol bleiben würde, wäre keine Entwicklung da, deshalb zieht sich der Kreis zu einer Ellipse zusammen. An die zwei gegenüberliegende Enden stellen sich der Gott-Vater und der Gott-Heilige Geist und die Linie, die Beide verbindet, stellt eine Art äußere Einheit in Gott dar. Aber sie werden auch zu einer inneren Einheit zusammengezogen, die sie erlangen, wenn sich die Ellipse in eine Lemniskate verwandelt. Die Lemniskate besteht aus zwei Schlaufen, die sich in einem Schnittpunkt vereinen. In den Punkt der Begegnung stell sich der Gott-Sohn. Die drei Logoi sind vorhanden und Atma, Buddhi und Manas können sich als Substanz, Leben und Idee manifestieren. Aus der Begegnung der Substanz und Idee entstehen im Leben jene Formen mit Bewusstsein, die die evolutionsmäßigen Lebensformen im Zyklus darstellen. Die Lemniskate ist endlos wie der Kreis, allerdings in Hinblick auf die in ihr endlos stattfindenden Metamorphosen der Substanz in immer neuen Formen, in die der Gott-Sohn Leben legt. Die Substanz des Gott-Vaters ist unendlich opferbereit. Sie ist bedingungslose Liebe, die unter dem Einfluss der Idee (des Heiligen Geistes) alle möglichen Formen annehmen kann. Substanz und Idee sind die beiden „Hände“ Gottes, der Leben in die erschaffene Form direkt aus sich über Christus legt, den er zum Allerhalter des Zyklus gemacht hat. Im Mittelpunkt der Lemniskate zieht sich die Substanz – also das bewusste Allbewusstsein – zusammen und wird von den Hierarchiewesen verinnerlicht, die dort das Leben ihres Ich-Selbstbewusstseins erhalten.

Die Entstehung des Ich ist das wahre Wunder der Schöpfung. Nachdem der Gott-Vater sein Opfer dargebracht hat, bleibt Er in den Himmelshöhen und die Substanz begibt sich als reiner Wille in linearer Form zu unaufhörlichen Metamorphosen von der Idee. Als Träger der „ewigen Gottmenschlichkeit“ (nach Nikolay Lossky) – des Ich-bin-Prinzips -, steigt der „himmlische Mensch“ Christus die Stufen der Evolution herunter, indem Er sich mit diesen gleichsetzt. Aber Er überlässt es den Wesen, das Lebensprinzip auf diesen Evolutionsstufen zu personalisieren, indem Er das Leben des Welten-Ich in eine Beziehung zum Leben der Ich-Wesen setzt. Christus ist der Anfang – das Wort – und nur derjenige kann eine Beziehung zu Ihm aufbauen, der den Prozess der schöpferischen Ich-Verwandlungen, die Metamorphose des Geschehenden liebt und daher immer im Zentrum des Anfangs, im Zentrum der Verwandlungen und in der Dynamik des Gegenwartsmoments verweilt! Das Ich, das einmal schon erlangt wurde, ist unzerstörbar. Es zeigt sich lediglich in immer neuen Formen. Die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts stellt eine Hinaufhebung des niederen Ich des Menschen als eine Bewusstseinsform zu einer anderen Form dar, die der heutigen apokalyptischen Zeit angemessen ist. In ihr befindet sich das Ich am Anfang von etwas einmalig Neuem, das mit der Dynamik des Gegenwartsmoments völlig synchron ist. Die Evolution ist die Entfaltung der Idee des Zyklus in neue Formen und die Synthese ist die heutige Menschenform, in der die Verinnerlichung der beiden erwähnten Impulse ihre Erhebung vom niederen zum höheren Ich, von der einen zu der anderen Schlaufe der Lemniskate etwas völlig Neues, Verschiedenes darstellt. Auf einer weiteren Stufe wird das äußerlich Entfaltete wieder verinnerlicht, um dann zu einem neuen Äußerlichen usw. bis zur Unendlichkeit überzugehen. Es waren dreieinhalb Äonen des Zyklus notwendig und die Hierarchien mussten enorme Kräfte in die Heranbildung des Menschen investieren, damit seine heutige Beschaffenheit erreicht werden konnte. So kam es zum von Rudolf Steiner für Ende des 20./ Anfang des 21. Jahrhunderts vorausgesagten Heiligen Impuls, der einzig in der Lage ist, das geistige Leben der Menschheit und die Zivilisation selbst zu retten. Wie wir wissen, wurde dieser Impuls bereits von Bulgarien ausgestrahlt und wirkt im Bewusstsein vieler Menschen auf der Welt.

Wie kam es zum gegenwärtigen Entwicklungsstand unserer Evolution? Die Antwort auf diese Frage wird uns die Wahrheit über die zukünftigen Aufgaben des Menschen aufdecken und auf die Gefahren hinweisen, die bei ihrer Bewältigung lauern.

Die Seraphim waren die ersten, die aus dem Pralaya erwachten, um von Gott-dem Heiligen Geist die Idee für den neuen Zyklus zu empfangen. Gemeinsam mit den Cherubim, die nach ihnen erwachten, haben sie das Weltall in Form eines Kreuzes strukturiert. Bei diesem Kreuz wird die Waagerechte aus der Gegenüberstellung zwischen Atma und Manas gebildet und Christus holt als Gott-Sohn das Buddhi-Prinzip in das Ich herunter. Der Gott-Vater hat das Kreuz über die Geister des Willens aufopfernd mit der Substanz ausgefüllt. Diese Substanz stellt die Einheit der göttlichen Offenbarung, des bewussten Allbewusstseins und des Willens Gottes dar, sich selbst zu offenbaren. Es begann der Evolutionszyklus, der im Verlauf der Äonen allmählich eine Kelchform annehmen sollte.

Die Substanz ist kein Stoff, sie ist auch nicht der Inhalt der Form, sondern ein Bewusstsein, das die Hierarchiewesen in sich verinnerlichen. Das bewusste Allbewusstsein, das die Geister des Willens geopfert haben, ist nicht das Atma des Gott-Vaters, sondern die Atma-Form, die sie im vorherigen Zyklus erhalten haben. Ihr Ich hat sich als „seelische Wärme“, als ein „neutrales Weltenfeuer“ manifestiert, das sich in der höchsten Astralität befindet. Aus diesem „qualitätlosen“ Willen sollte das physische Prinzip im Weltall in Erscheinung treten.

Hier müssen wir uns an ein Notizbuch Steiners wenden (D 16), in dem er über die Beziehung des Menschen zur Heiligen Trinität schreibt: „Gott liegt als Vater dem physischen, ätherischen und astralischen Leib zugrunde, als Sohn liegt Er dem ätherischen und astralischen Leib zugrunde und als Heiliger Geist liegt Er dem astralischen Leib zugrunde.“ Demnach sind der Äther- und der Astralleib, in denen der Vater wirkt, unterschiedlich von denjenigen, in denen der Sohn wirkt. Der Astralleib enthält auch eine dritte Ausprägung, in der der Heilige Geist wirkt. Es stand die Heranbildung des Menschen in komplizierter Art bevor. Das bewusste Allbewusstsein, das die Geister des Willens auf dem alten Saturn ausgestrahlt hatten, war in der Lage, sich bis zur Stufe zusammenzuziehen, auf der es sogar das Nicht-Sein des Bewusstseins, also das unbewusste Allbewusstsein, erfasst, das damals in Form der Wärme entstanden war. Aus der Gegenüberstellung der beiden erschien das mächtige Spannungsfeld, das die Evolutionsentwicklung vorantreibt. Das bewusste Allbewusstsein war „reines Sein“ (Bewusstsein) und die Wärme erschien als „vorhandenes“ Sein. Aus der Wärme bildete die Idee den ersten Keim des menschlichen physischen Leibes in Form „ätherisch-physischer Kugeln“. Jeder der heutigen Menschen besaß eine eigene Kugel, eine eigene Form. Sie schien von den astralischen Höhen des neutralen Weltenfeuers durch das Ätherische zu der eigenen physischen Umgebung „verdrängt“ worden zu sein. Dabei wurde sie zu etwas völlig Neuem in der Evolution. Wir sehen, wie das physische Prinzip als ätherisch und astralisch in Erscheinung treten kann.

Der Ätherplan des alten Saturn war noch nicht in die vier Ätherarten differenziert, die wir im gegenwärtigen Äon der Erde kennen. Der Ätherstrom war in den höheren Sphären einig, er umschlang den alten Saturn, während in seinem Inneren wegen der menschlichen Wärmemonade nur der Wärmeäther erschien. Uns ist aus der Anthroposophie bekannt, dass im Punkt, in dem der physische Leib des Menschen sich mit dem Ätherleib verbindet, der Geist in Materie bzw. die Materie in Geist umgewandelt wird. Wir können zwar von Materie im Zusammenhang mit dem alten Saturn noch nicht sprechen, da es noch keinen Raum gab – laut Steiner ist ja die Materie das, was sich in den Raum ausbreitet. Damals war das erste Element des menschlichen physischen Leibes vorhanden – die Wärme. Das war die einfachste Idee vom Menschen. Das Physische ist eine Form der universalen Substanz des Zyklus, es gehört zur Entfaltung der einigen Weltidee als erschaffenes Weltall. Zuerst hat sich das Physische mit dem Wärmeäther verbunden.

Hier ist es angebracht, etwas in Bezug auf das Ätherische zu erläutern, damit wir das Wesen der Form begreifen können. Im irdischen Äon besteht unser physischer Leib aus vier im alchimischen Sinne verstandenen Elementen – Wärme (Feuer), Luft, Wasser und Erde. Sie werden von den vier Ätherarten durchdrungen – dem Wärme-, Licht-, Klang- und Lebensäther. Die Aggregatzustände, in denen wir physisch existieren, sind bekanntlich die Zustände des Hitzenden, Gasförmigen, Flüssigen und Festen. Die Letzten bilden die Stofflichkeit unseres physischen Leibes, dessen Baumeister der Ätherleib ist. Steiner bezeichnet den Ätherleib jeweils anders, abhängig von den ausgeübten Funktionen. Wenn er ihn einfach als den ‚Ätherleib‘ bezeichnet, meint er eher seine Stofflichkeit, wenn er ihn als den ‚Lebensleib‘ bezeichnet, unterstreicht er die vom Ätherlieb zustande gebrachten Lebenstätigkeiten. Wenn er ihn als den ‚Bildekräfteleib’ bezeichnet, betont er dessen formende, bauende Funktionen. Letztere kommen aus der Welt der Urbilder (der Vorsehung) jenseits des Tierkreises. Sie können einerseits „bauen“, d.h. sie treten in ätherischer Erscheinungsform auf, andererseits können sie auch formen, d.h. sie treten in astralischer Erscheinungsform, als Idee auf. Ihre Gesamtwirkung kommt vom Logos, also von Christus. Sie überqueren bestimmte Bereiche des Tierkreises und bewirken die Erscheinung der von der Weltidee abgesonderten Ideen der Wärme, Luft, Erde und des Wassers. In Abhängigkeit von diesen Ideen teilt sich der einheitliche Weltenstrom in vier Ätherarten. Aus der gemeinsamen Tätigkeit von Ideen und Ätherarten entstehen die vier Aggregatzustände der vorhandenen Stofflichkeit. In den einzelnen Äonen kommen Element und Äther als ein Paar zur Geltung. Steiner nennt die Äther „Universalkräfte“, die nach der Peripherie streben. Wenn sie sich selbst überlassen sind, schaffen sie keine Formen, sondern unterziehen die Materie einer Auflösung. Die Elemente nennt Steiner „Zentralkräfte“, denn sie streben zum Zentrum der Erde. Aus ihrer Zusammenwirkung und unter dem Einfluss der Kräfte, die aus dem Tierkreis und aus unserem Planetensystem kommen, werden die Formen während der Evolutionsentwicklung erschaffen.

Eine solche Form besaß auch die menschliche Wärmemonade auf dem alten Saturn. Steiner hat sie ‚das Phantom des physischen Leibes‘ genannt. In sie haben die Geister des Willens ihr Ich, ihr Atma als unseren keimhaften Geistesmenschen eingeprägt. Das Phantom ist also einerseits eine Substanz, ein Bewusstsein, ein Geistesmensch, andererseits ist es eine Form, Idee oder ein realer Gedanke in der Außenwelt. Wiederum andererseits ist es eine Manifestation des Ätherischen, des Lebens, denn es hält die Stofflichkeit in sich auf, die wie ein Fluss durch das Phantom fließt und sogar unser Knochensystem durchdringt. Diesem komplizierten Gebilde liegt der Geistesmensch zugrunde, aber es stellt eigentlich die Manifestation der ganzen höchsten Trinität dar, welche das Weltall und den Menschen im Weltall aufbaut.

Die Hierarchiewesen waren nicht im Klaren darüber, welche Form die Wärme des alten Saturn zukünftig annehmen würde. Da der Raum fehlte, waren Wärme und Wärmeäther nicht getrennt, sondern sie existierten in der Zeit. Die Zeit war ihre Existenzform, aber der Wärmeäther ist die „entstehende Zeit“, die mit der Zukunft zusammenhängt. Deshalb sind die Geister der Zeit hervorgegangen. Dagegen ist das Wärmeelement die „vergehende“ Zeit, die mit der Vergangenheit zusammenhängt. Vom alten Saturn aus nahmen beide in zwei entgegengesetzte Richtungen ihren Weg. Die Idee der Wärme ging abwärts und zu einer Metamorphose in die Ideen der Luft, Erde und des Wassers, während der Wärmeäther sich zum Licht-, Ton- und Lebensäther erhob. Sie sind wie ein Plus- und ein Minuszeichen und ihre Trennung geschah in Übereinstimmung mit der Trennung der Hierarchiewesen, die bis zum Beginn der Evolution in einem einheitlichen Strom verweilten. Als aber die Schaffung des Weltalls begann, folgten manche von ihnen dem Weg der Wärme, der ersten Nichtsubstanz je nach der Richtung der Ersten Intention, die Gott selbst bestimmt hatte. Diese erste negative Substanz, die der Keim unseres physischen Leibes bildete, hat sich im Laufe der Äonen mit der ätherischen und astralischen Substanz verbunden, die andere, durch Gott-Sohn und Gott-den Heiligen Geist manifestierte Formen des einigen bewussten Allbewusstseins Gottes bildeten. Nach einer großen Anzahl von Metamorphosen durch verschiedene Formen hat die kolossale Spannung zwischen dem Geistesmenschen und der Wärme in der menschlichen Monade die erste Form des Ich-Selbstbewusstseins in ihr hervorgebracht. Das geschah im Sinne der erwähnten Ersten Intention, die sich im „Aufstieg durch Herabstieg“ ausdrückt. Von hier, vom Punkt des niederen Ich, welches im sinnlichen Teil des einheitlichen sinnlich-übersinnlichen Weltalls erlangt wurde – dem Kreis des Weltalls -, kann das Weltsubjekt nur zu sich selbst zurückkommen. Das ist auch die Aufgabe der menschlichen Entwicklung. Der Weg des Herabstiegs bis hierhin können wir den ‚Erdenstrom der Evolution‘ nennen.

Ein anderer Teil der Hierarchiewesen begann, nur den Strom des Aufstiegs (ohne Herabstieg) zu begleiten, der aus dem vorherigen Entwicklungszyklus kommt und der Zweiten Intention des Gottes in unserem Zyklus folgt. Wir bestimmen ihn als den ‚Sonnenstrom‘. Er umhüllt wie mit einer geistigen Atmosphäre den irdischen Hauptstrom. Im Laufe der Evolution entsprang dem Erdenstrom ein weiterer Strom, in dem der Herabstieg nicht zum Aufstieg führt, sondern zum immer weiteren Zurückbleiben und zur Entstehung des Bösen. Das ist der sog. ‚Mondstrom‘. Die Richtungsänderung der Ersten Intention zur Zweiten im manifestierten Manvantara konnte nur Gott bewirken, der aus dem Pralaya zum sinnlichen Teil des Weltalls herabsteigen sollte. Doch bis zu diesem entscheidenden Moment der Entwicklung führte ein langer Entwicklungsweg.

Steiner hat nicht gesagt, dass das Opfer der Geister des Willens, das sie am Anfang des alten Saturn dargebracht haben, abgelehnt worden ist. Daher kann man schließen, dass dieses Opfer in gewissem Sinne ihr gemeinsames Werk war. Trotzdem ist die Substanz aber nicht zum „Sonnen-Aufstieg“ des Bewusstseins hinaufgeströmt, sondern zur Verinnerlichung durch die Wesen herabgeströmt. Die Geister des Willens selbst haben diese Umkehr nach unten bewirkt, indem sie der Ersten Intention Gottes folgten. Wir vertreten die Ansicht, dass einer von ihnen Sorat war, der damals das Bewusstsein eines Formgeistes während des Erdenäons hatte. Sorat hat sich nicht gegen das Ich-Prinzip gestellt, das die Wesen während der Evolution erlangen bzw. erhöhen sollten, denn er selbst nimmt an der Aufopferung des „reinen Willens“ teil, die dieser Erlangung bzw. Erhöhung zugrunde liegt. Er hat sich nicht gegen sich selbst gestellt, denn er erfüllte den durch den Gott-Vater manifestierten Willen Gottes. Stattdessen widersetzte er sich einer anderen Bewusstseinsform, die auf die spätere menschliche basiert.

Wie bereits erwähnt, wussten die Hierarchien nicht, wie sich die Form der menschlichen Monade später entwickeln würde, doch sie hatten die richtige Absicht, die Weltidee zu verwirklichen. Das Ergebnis sollten sie am Ende sehen. Nach dem „Stresstest“ auf dem alten Saturn wurde die Schöpfung in das Pralaya erhoben und aufgelöst, um das Ausmaß der Anziehung zu den niedrigen Sphären der uranfänglichen Opfersubstanz zu erfassen und die Gesetze anzulegen, nach denen ihr „Verlauf“ durch die Weltstrukturen weitergehen sollte.

Am Anfang des Äons der alten Sonne haben die Geister des Willens, die vom Standpunkt des Erdenäons aus betrachtet bereits das Bewusstsein von Geistern der Bewegung hatten, das vorherige Opfer wiederholt. Diesmal wurde das Opfer von den Cherubim abgelehnt und die Wirkung der Ersten Intention ist unverzüglich in Erscheinung getreten. Bisher wissen wir nicht, ob Sorat das Bewusstsein eines Geistes der Bewegung erlangt hat. Wahrscheinlicher ist es, dass er auf der Stufe eines Formgeistes geblieben ist, wobei er innerlich trotzdem in der Erwartung der geeigneten Zeit zur sichtbaren Einmischung in die Entwicklung eine Evolution durchgemacht hat. Der von den Geistern des Willens ausgestrahlten Atma-Substanz hat der Gott-Sohn bewusst sein bewusstes Allbewusstsein beigegeben – sein Buddhi-Prinzip in Form des von den Geistern der Weisheit beherrschten Lebensgeistes. Die Wärmemonade hat das Prinzip des Ätherleibes erhalten, das Leben, das dem Äon und Zyklus angepasst war. Während sie auf dem alten Saturn eher das ewige Leben des vorherigen Zyklus des Vaters in einer uns unbekannten Art führte, hat unser Zyklus des Sohnes auf der alten Sonne sein eigenes Leben erhalten. Christus stellte sich zwischen die Erste und Zweite Intention, indem Er seine Tätigkeit in Verbindung mit ihnen entfaltete. Die Urform (das Phantom) unseres physischen Leibes hat sich auch mit dem Luftelement (der Idee) auf die gleiche Stufe gestellt. Aus der Metamorphose der Wärme ist schnell der Lichtäther erschienen und der fehlende Raum (der Nullraum) des alten Saturn wurde durch den eindimensionalen Raum ersetzt. In ihm sollten sich später eindimensionale Wesenheiten entwickeln: Dieser Art sind das Licht und die Luft. Sie sind lineare Wesenheiten, die organisches Leben hervorbringen. Das Prinzip des Lebens hat das Auftauchen einer gewissen Empfindlichkeit verursacht, wenn es als Lichtäther in Erscheinung tritt. Deshalb traten wir Menschen in unsere Pflanzenstufe der Entwicklung ein. Wir haben damals noch nicht unseren ganzen Ätherleib erhalten. Vielmehr ist ein Teil des Ätherleibes in eine unzertrennliche Verbindung mit dem physischen Leib eingetreten. Doch das war ausreichend, damit in der Monade ein biologischer Prozess in Gang gesetzt werden konnte. Wir hatten uns bereits von der Nullform des Bewusstseins getrennt, das dunkle Phantom wurde innerlich erhellt und die Geister der Weisheit prägten ihm ihren Lebensgeist keimhaft ein. Diesen sollte der zukünftige Mensch später verinnerlichen, d.h. in seinem Ätherleib bewusst erkennen.

Im Äon des alten Mondes ist das Atma auf die Stufe des Manas herabgestiegen, als der Gott-Heilige Geist über die Seraphim und die Geister der Bewegung die menschliche Monade mit einem eigenen Astralleib beschenkte. Die Stofflichkeit hat sich bis zur Idee des Wassers verdichtet und es erschien der Klangäther, der mit dem Denken zusammenhängt. Die Geister der Bewegung haben unserem Astralleib den Keim des Geistselbst eingeprägt. Zudem haben sie unserem Astralleib den Keim unserer Empfindungsseele eingeprägt und dem Ätherleib – den Keim der Verstandesseele, die jedoch dort astralisch lebte. Wir haben auf dem Wege der Evolution drei Leiber erhalten und die Seele wurde der Senkrechten entlang heruntergeholt, sie war keine Frucht der Evolution. Deshalb hatte der Mensch keine ererbte Beziehung zu ihr, obwohl sich in den vorherigen zwei Äonen gewisse seelische Keime in den Leibern beobachten lassen. Eine Einstellung zu der Seele hat der Mensch erst später durch ihre Verinnerlichung entwickelt.

Warum haben die Hierarchien all dies auf dem alten Mond bewirkt, was ein psychisches Leben in der Monade verursacht hat? Weil damals die kosmische Intelligenz des Zyklus in Gang gesetzt wurde – die Lage und Beziehungen der Hierarchiewesen zueinander. Bis zum Äon des alten Mondes wurde sie durch die einheitliche Idee der Welt vorbestimmt, also von außen. Diese Idee hat die Wesen an ihre Plätze gestellt und durch sie ihre höhere Tätigkeit verwirklicht. Die dem Zyklus immanente Evolution begann erst jetzt mit eigenem kosmischen Denken, eigenem Leben und eigenem Licht in der Substanz. Die ursprüngliche Natur des Klangäthers ist harmonisierend. Das Harmonisieren verwirklicht die kosmische Intelligenz. Zudem ist der Klangäther auch Zahlenäther und er führt zur Entzweiung und Symmetrie (links und rechts), zum Bruch, zur Teilung und Vervielfältigung. Die kosmische Intelligenz hat sich in viele Wesen „zerkleinert“, die eigenes „Denken“ hatten. Das hat die Entstehung eines dritten Evolutionsstroms bewirkt – des Mondenstroms der Zurückbleibenden. Der Herabstieg des Menschen hatte die Aufgabe, zum Aufstieg des Ich zu führen, aber der Herabstieg der hierarchischen Wesen führt zum Zurückbleiben, nachdem manche in den früheren Äonen das Ich-Prinzip im Sinne des Sonnenstroms nicht erlangen konnten. Sie haben die Substanz in egozentrischer Art verinnerlicht und im Verlauf der Entwicklung eine kolossale Macht angesammelt, um sich Gott zu widersetzen. Es lässt sich feststellen, dass die drei Evolutionsströme sich auf dem alten Mond endgültig herausgebildet haben, damit sich die Schöpfung wieder ins Pralaya erhebt und die „partielle“ Idee des Erdenäons aus der allgemeinen Idee des Zyklus heraustritt.

Am Anfang des Erdenäons war die Menschheit, die auf der Stufe der Wärme lebte, von einer gemeinsamen ätherisch-astralischer Aura umhüllt. In dieser gemeinsamen Astralität, die wir viel später „Paradies“ genannt haben, hat sich der „Allmensch“ Adam auf seinen Niederstieg zu den dichteren Bewusstseinssphären vorbereitet. Die Verdichtung des Geistes entwickelt sich vom Astralen zum Ätherischen und erst dann zum Mineralischen. Auf diesem Wege wird die einheitliche dreigliedrige Seele der Menschheit als Mittlerin zwischen Geist und Leib herangebildet. Die Empfindungsseele erschien unmittelbar nachdem der Astralleib der Geister der Bewegung sich bis zum Lichtäther verdichtet hatte. Die Verstandesseele erscheint nach der Verdichtung des Ätherleibes der Geister der Weisheit bis zum Klangäther. Die Bewusstseinsseele hat den Weg zum Menschen dank der Tätigkeit der Formgeister erst im Erdenäon gefunden. Wäre sie auf dem alten Mond aufgetaucht, wäre der Zyklus schon damals zu Ende gewesen, aber dann hätte sich die Dreiheit nicht zur Vierheit erhöht und es wäre der Beginn eines neuen Zyklus notwendig gewesen. Die ganze Seele war damals ein hochgeistiges Bild der Tätigkeit dieser Hierarchien, das die Ergebnisse der drei vorherigen Äonen und die aus dem Pralaya hinzugefügten Keime der Aufnahme des Ich enthielt. Als die Seele in Jahves Sphäre herabgestiegen war, kleidete er sie in einen Astralleib wie in eine individuelle Hülle, die in sich die ganze zukünftige Menschheit enthielt. Das war im Wesentlichen die Schaffung Adams. Die Bewusstseinsseele ist die „Festung“ des Individuellen im Menschen und sie ist mit dem Auftauchen des vierten Elementes der Erde erschienen. Dieses Element hängt mit der Geburt des Ich-Selbstbewusstseins im Menschen zusammen. Der Astralleib hat sich in drei Seelen zerteilt. Als die Bewusstseinsseele soweit entwickelt war, dass sie einen passenden physischen Leib formen konnte, schenkten die Formgeister dem Menschen den Funken des Ich, damit das Ich zur höheren Einheit der Seele werden konnte. Ursprünglich war die Seele einheitlich, doch später hat sie sich in drei Archetypen aufgeteilt. Sie kann vom Menschen nach und nach in seinen Leibern verinnerlicht werden, um den Weg zum dreigliedrigen Geist zu finden, den die Geister des Willens, der Weisheit und der Bewegung in den früheren Äonen angelegt haben.

Von den Formgeistern haben wir nur die Form des Ich, ohne Inhalt und wie eine für unseren physischen Leib äußerliche Einheit erhalten. Das war eine Gruppenform, die die ganze Menschheit umfasste. Der vom Menschen kompliziert ausgebaute physische Leib hat sich innerlich als die Summe der vier Elemente manifestiert, die irdisch spezialisierte Formen der Weltidee darstellen und von den vier Ätherarten belebt werden, die irdisch gebrochene Wirkungen des Weltlebens darstellen. Mit dem Erscheinen des Erdenelements und der Aschenbildung kam auch der Lebensäther auf. Im Unterschied zu den restlichen Ätherarten, die ein Geschenk des Gott-Sohnes sind, ist der Lebensäther der Christus-Äther in uns, der die Ich-Formen erzeugt. Einerseits wirkt er auf die einzelnen Teile verinnerlichend, aber andererseits geschieht diese Wirkung im Sinne des Ganzen, der Einheit. Während der Wärme- und der Lichtäther, die jeweils aus der Saturn- und Jupiter-Sphäre herabsteigen, zentrifugal wirken und uns von der Erde trennen, erdet uns der Klangäther, der vom Mars herabsteigt, zentripetal. Zwischen diesen Polen wirkt der Lebensäther von der Sonne aus harmonisierend und im Sinne des Ganzen.

Dieses Ganze ist die Pentagramm-Idee, die sich im Pralaya befindet und ständig durch unseren Ätherleib in den Erdenäon als ein Strom von Ätherkräften hineinwirkt, die an der Schaffung des menschlichen Phantoms teilnehmen. Unser heutiges Phantom ist das Ergebnis der Zusammenwirkung des Physischen, Ätherischen und Astralen, der Substanz, des Lebens und der Idee unter den Bedingungen unserer irdischen Existenz. Nach einer umfangreichen Evolutionsentwicklung musste das Phantom zum äußeren Ausdruck des vom Menschen erlangten Ich-Selbstbewusstseins werden. Wie bereits erwähnt, wird die innere Einheit im Leben des Geistes erreicht. Der Herabstieg der menschlichen Monade als ein Apparat zwecks Widerspiegelung des Weltlebens führte zur Entstehung eines eigenen Wesens in der Monade, die mit ihrem Widerspiegelungsapparat in der gleichen Art wie bei den Hierarchien dienen sollte. Doch das geschah zunächst nur in der physisch-astralen Organisation und die Frucht des höheren geistigen Lebens des Individuellen – also die Frucht des Lebensbaums – wurde nicht gekostet. Der Mensch musste niedersteigen und eine innere Einheit erlangen und erst dann zu einer tatsächlichen Individualisierung übergehen, die nur ein individuelles, von den anderen abgesondertes Leben liefern kann.

Die Geister der Form haben ihre Ich-Form während der lemurischen Wurzelrasse ausgestrahlt, als die Sonne sich längst von der Triade Sonne-Erde-Mond abgespalten hatte, aber der Mond immer noch eine Einheit mit der Erde bildete.

Schon am Anfang unserer Individualisierung haben sich die luziferisierten Engel auf unseren Astralleib gerichtet, um dort Streben und Begierden hervorzurufen. Deshalb hat der Astralleib aufgehört, die astrale Weltweisheit in rechter Art abzuspiegeln, da er sich in übertriebenem Maße mit dem sich auf dem Wege der Mineralisierung befindlichen physischen Leib verband. Diesen Vorgang hatten die Hierarchien geplant und er wurde durch Erzengel Michael in Gang gesetzt. Doch das Ergebnis fiel anders als erwartet aus und es war Besorgnis erregend. Keine der hierarchischen Wesenheiten kennt die Anziehungskraft der Mineralisierung und wohl deshalb haben die Hierarchien nicht damit gerechnet, dass die „Ansteckung“ vom Astralleib vorzeitig auch zum Ätherleib „springen“ würde. Mit dem Sündenfall erhielten der Äther- und Astralleib des Allmenschen Adam als eine neue Eigenschaft die Fähigkeit, sich zu differenzieren und gleichzeitig die Eigenschaften des Ätherleibes selbst zu polarisieren. Das fand in der Geschlechtertrennung einen Ausdruck. Die einheitliche Lebensgrundlage teilte sich in eine Sphäre, die das Leben hervorbringt, und eine Sphäre, die das individuelle Bewusstsein hervorbringt. Diese Trennung des bis zu jenem Zeitpunkt einheitlichen Menschenwesens (d.h. Mann und Frau), das eine rein geistige Existenz führte, hat Jahve vom Mond aus bewirkt. Später führte die physische Geschlechtertrennung zu einer weiteren Trennung – in eine männliche, weltliche, verstandesmäßige Weisheit und eine weibliche, tiefe, priesterliche Weisheit. In der Sprache der Mysterien ausgedrückt sind das die Weisheit Hirams und Salomons.

Die Trennung der Reproduktionskräfte kam im Schoß des Mondischen, Astralen zustande, das die Möglichkeit hervorbrachte, dass das abgesonderte niedere Ich unter irdischen Bedingungen geboren werden konnte. Die Begierden in unserem Astralleib sind Elementarwesen, die dorthin von den luziferischen Wesen hineingelegt wurden. Die luziferischen Wesen streben danach, eine Hülle unseres wesentlichen Ich zu bilden, ihm eine äußere Form zu verleihen. Mit der Zeit dringen sie nicht nur in unser Ich ein, sondern über dieses auch in die ganze Weltschöpfung. Um die Bestrebung der luziferischen Wesen zu parieren, haben uns die Hierarchien sterblich gemacht und bewirkt, dass die Erbeigenschaften durch das Blut über den physischen und Ätherleib vererbt werden. Trotz der Vorkehrungen hat sich die Ansteckung während der sog. „Mondenkrise“ vor der Abspaltung des Mondes von der Erde vom Astralleib auf den Ätherleib ausgebreitet, welcher nach dem ursprünglichen Plan von den ahrimansichen Wesen erst in der Mitte der atlantischen Wurzelrasse angegriffen werden sollte.

Es bestand die Gefahr, dass nicht nur die fähigsten Seelen, die während dieser Zeit auf der Erde verblieben waren, sich nicht mehr reproduzieren können, sondern sogar das ursprüngliche Menschenpaar Adam und Eva. Deshalb wurde unmittelbar nach dem Sündenfall ein Teil der feinsten und reinsten Kräfte, die dem Klang- und Lebensäther entsprechen, aus der Gesamtevolution der Menschheit entfernt. Sie wurden von nun an nicht vererbt, sondern in der geistigen Welt unter dem Schutz der von Manu geleiteten Großen Mutterloge der Menschheitsführung aufbewahrt. Diese Loge befindet sich in der höchsten Sonnensphäre. Laut Steiner war ihr Erdenvertreter in der atlantischen Zeit das zentrale Sonnenorakel und in der nachatlantischen Zeit – eine Mysterienstätte in Kleinasien. Es ist wohl die Mysterienstätte von Ephesus gemeint, wo die Mysterien des Wortes praktiziert wurden.

Das oben erwähnte Ereignis finden wir im imaginativen Bild der beiden Paradiesbäume wieder. Zum Träger der abgesonderten, nicht der Versuchung anheimgefallenen Ätherkräfte des Lebensbaums wurde jenes Wesen, das in der Zeitenwende als das Jesuskind aus dem Lukas-Evangelium geboren wurde. Steiner nannte es die ‚nathanische Seele‘.  Sie ist die „lebendige Seele“, die dem menschlichen Leib während der lemurischen Wurzelrasse „eingehaucht“ wurde. Sie ist der unversuchte Adam, der in der geistigen Welt geblieben war, während die restliche Menschheit als der versuchte Adam auf die Erde herunterstürzte. Adam bedeutet ‚Erdling‘,  also physischer Mensch. Der Stammbaum der nathanischen Seele führt jedoch zu jenem Adam zurück, der der „Sohn Gottes“ ist – also der Träger der Kräfte des Sohnes-Prinzips, des Ätherischen.

Das bisher Erörterte ist bereits von der Anthroposophie beleuchtet worden. Es entsteht jedoch die Frage, ob vom Baum der Erkenntnis nach bzw. schon vor dem Sündenfall auch Astralkräfte abgesondert worden sind, die von der Luziferisierung nicht betroffen wurden. Wenn das der Fall sein sollte, müssen wir uns fragen, wo diese Kräfte aufbewahrt wurden. Was sind die Kräfte, die mit dem Klang- und Lebensäther zusammenhängen und die Leiblichkeit der nathanischen Seele bilden, sie zur Seele machen? Wir vertreten die Ansicht, dass die Ätherkräfte der nathanischen Seele ihren Ursprung in der Welt der Urbilder jenseits des Tierkreises haben und dass sie aufbauende, formbildende Kräfte sind. Ich behaupte auch, dass vom Baum der Erkenntnis ebenfalls (wahrscheinlich schon vor dem Sündenfall) reine Astralkräfte abgesondert wurden, die auch ihren Ursprung in der Welt der Urbilder haben.

Dort erstrecken sich beide „Bäume“ bis zum Buddhi- und Manas-Prinzip, bis zum Zweiten und Dritten Logos. Aufbewahrt wurden sie in der Mutterloge auf der Sonne, wo sie in Einheit und mit ineinander verflochtenen Zweigen weilten. Die abgesonderten reinen Astralkräfte sind die unversuchte Eva, die den lebendigen (ätherischen) Adam in eine „Seele“ verwandelte. In der übersinnlichen Welt blieben die sündfreien Adam und Eva mit „ineinander verflochtenen Zweigen“, wohingegen auf dem physischen Plan die gesündigten Adam und Eva voneinander getrennt lebten und sich geschlechtlich „verflechten“ sollten, um die Fortsetzung des Menschengeschlechts durch die Schaffung eines Dritten zu sichern, das im physischen Leib und im Ätherleib das Prinzip der Vererbung trug. Die Schaffung des Menschen begann beim physischen Leib, danach entstanden der Äther- und der Astralleib, doch die Individualisierung musste zuerst im Astralleib beginnen, in dem die Vererbung fehlt bzw. nur indirekt anwesend ist. Diese Individualisierung war mit der Verkörperung der dreigliedrigen Seele verbunden, die in drei Etappen zustande kam.

Oben haben wir auf einige Ereignisse hingewiesen, die in den geistigen Welten vor der Versuchung durch die luziferischen Wesen eingetreten sind. Die Geister der Bewegung haben ihre alte Mondenhandlung wiederholt, indem sie das Gegenbild des menschlichen Gruppen-Geistselbst in den Astralleib als Empfindungs- und Verstandesseele einprägten. Infolge der Anziehung des Physischen zum Irdischen und mit der Unterstützung der Formgeister hat sich auch die Bewusstseinsseele herausgelöst. Unsere Sinnesorgane haben sich nach der Versuchung nach außen zur Aufnahme von Eindrücken aus der uns umgebenden Welt geöffnet, die der Mensch durch die Empfindungsseele auf sich beziehen sollte. Doch wegen der luziferischen Einmischung funktionierten unsere Sinne nicht richtig. Es war erforderlich, dass Christus in die Entwicklung eingreift. Da unser physischer Leib ein „Nachklang des Tierkreises“ darstellt, ist gerade dort – in der Sphäre des höheren Devachan bzw. des Geistesmenschen – Christus über die „astrale“ Eva in den „ätherischen“ Adam eingedrungen und von diesem – in den physischen Leib des Menschen, um seine Entwicklung zu korrigieren und die Sinnesorgane zum Einklang zu bringen. Dabei brauchte das Physische nicht zur Auflösung ins Pralaya erhoben zu werden, sondern Christus hat sein rettendes Werk im Manvantara verrichtet. Wegen des Opfers Christi wurde ein Teil des physischen Leibes dünner und ist in eine enge Beziehung zum Ätherleib eingetreten, wobei es den ersten Bestandteil des individuellen Menschenwesens bildete – den Seelenleib. Dieser ist die Beziehung zwischen Astralleib und Empfindungsseele und er hat die maßlose Expansion der luziferischen Wesen eingedämmt.

Diese aufopfernde Tat hat Christus gegen Ende der lemurischen Wurzelrasse verwirklicht und das leitete das Ende der ersten Etappe der Verkörperung der dreifachen Seele in die Menschheit ein. Die zweite Etappe begann bei bereits vorhandenem Seelenleib am Anfang der atlantischen Wurzelrasse, als der Mensch zur Beherrschung seines eigenen rhythmischen Systems, zur Bewusstwerdung der sieben Lebensprozesse unter rein irdischen Verhältnissen überging. Wegen der vorzeitigen Einmischung der ahrimanischen Wesen gerieten aber die Verkörperung der Verstandesseele und das richtige Erleben dieser Prozesse in Gefahr. Unser Ätherleib ist ein Nachklang der Planetenbewegung, deshalb drang Christus in der eigentlichen Sonnensphäre – der Sphäre des Lebensgeistes (des niederen Devachan), die das Zentrum unseres Planetensystems bildet, über die „astrale Eva“ wieder in den „ätherischen Adam“ ein. Damit konnte die Verkörperung der Verstandesseele fortgesetzt und das Erleben der Lebensprozesse befriedet werden, wobei Teile unseres irdischen Ätherleibes freigemacht wurden für Tätigkeiten, die höher als diese Prozesse sind. Dieses rettende Werk fand zu Beginn der atlantischen Wurzelrasse statt und dazu war es nicht notwendig, dass der Ätherleib ins Pralaya erhoben wurde.

Später bildete sich in der dreigliedrigen Menschenseele wegen der gemeinsamen Wirkung der vergangenen höheren Impulse und des Vorhandenseins einer neuen Lebensform – unseres Seelenleibes -, die substanzielle Grundlage zur Entstehung eigener Gedanken, Gefühle und Willensäußerungen. Doch diesem Prozess mangelte es ebenfalls an Harmonie. Deshalb durchdrang Christus am Ende der atlantischen Wurzelrasse wieder den sündfreien Adam über die sündfreie Eva. Es wurde die Verkörperung der Bewusstseinsseele gerettet und unser Seelenleben wurde zur Harmonisierung gebracht. Christus hat diese rettende Tat in den niederen Bereichen der Sonnensphäre, in der Mondensphäre des Geistsebst – also auf dem Astralplan des Planetensystems – verwirklicht.

Hier ist allerdings von der Rettung des Denkens die Rede, das im Menschen von außen – von der Panintelligenz – wirkte, und die ohne den Gebrauch von Begriffen auskam. Die Begriffe kamen erst mit Aristoteles auf. Nach dem Sündenfall waren der Wärme- und der Lichtäther (der Baum der Erkenntnis), die jeweils mit Willen und Fühlen zusammenhängen, im freien Besitz des Menschen. Das Denken, das mit dem Klangäther zusammenhängt, sowie der Lebensäther, der den Dingen einen verallgemeinernden Sinn verleiht, wurden in gewissem Sinne der menschlichen Willkür entzogen. In den Kräften dieser beiden Ätherarten, die in rechter Art benutzt werden sollen, verschwindet das Individuelle und unterordnet sich dem Allgemeinen. So können wir den Lebensäther mit der menschlichen Haut vergleichen, die den menschlichen Körper umfasst und verallgemeinert, während das Denken nicht individuell ist. Es ist reiner Geist. Selbst wenn wir es zu seinem physischen Ausdruck – den Worten – beziehen, so sind diese auch nicht individuell.

Dort, wo eine gemeinsame gesprochene Sprache existiert, steht hinter ihr eine Gottheit des gesamten Volkes und die Gedanken, die den jeweiligen Worten zugrunde liegen, erheben sich auch zu den Hierarchiewesen und sind ebenfalls nicht individuell. In den atlantischen und nachatlantischen Zeiten haben die Götter im Menschen gedacht und seine Aufgabe bestand darin, diese Gedanken richtig aufzunehmen. Mit seinem dritten Opfer hat Christus dies gewährleistet. Als Ergebnis des Opfers ist das Geistselbst als ein Geschenk der Geister der Bewegung für den Menschen indirekt durch das Ich der Formgeister (denn das Denken hängt mit der Ich-Entwicklung zusammen) gegangen und hat die Möglichkeit erhalten, aus der Zukunft auf den individuellen menschlichen Geist – auf sein Ich – hinzuwirken.

Aus der Anthroposophie ist uns bekannt, dass das Individuelle im Menschen im Astralstrom von der Zukunft zur Vergangenheit fließt, jedoch nach den Gesetzen des Ätherischen, d.h. von der Vergangenheit zur Zukunft. Das Göttliche tritt in den Menschen über den Ätherstrom ein, der von der Vergangenheit zur Zukunft fließt, jedoch nach den Gesetzen des Astralen. Das bedeutet, dass der Mensch sich dessen bewusst ist, was in seiner fernen Vergangenheit als Lebensgrundlage angelegt worden ist. Nach diesem Hauptprinzip wurde der Mensch aufgebaut.

Es macht einen Unterschied aus, ob das Geistselbst als ein Gruppengeist der Menschheit von der Vergangenheit aus wirkt oder als ein individueller Inspirator von der Zukunft aus, den man durch die alte Einweihung spüren kann bzw. ob der ganze menschliche Astralleib nach einer langen Einwirkung von der Zukunft aus zum Geistselbst wird. Letzteres lässt sich bei den Bodhisattvas in den vorchristlichen Zeiten beobachten. Das galt mehr oder weniger auch für die großen Eingeweihten. Für die restliche Menschheit war es jedoch notwendig, dass der Heilige Geist von oben herniedersteigt. Einen solchen Geist hatte der Mensch noch nie gekannt. Seine Ankunft hing von dem Herabstieg des Lebensgeistes ab, damit die Begegnung der beiden „Paradiesbäume“ auf der Erde und im physischen Leib des Menschen zustande kommen konnte. Vorläufig konnte der Mensch Früchte vom Baum der Erkenntnis pflücken, sich zum Geistselbst erheben, wobei sein Bewusstsein außerhalb des Körpers war. Aber an den Lebensgeist konnte der Mensch noch nicht heranreichen. Es stand die große Zeitenwende bevor und die Bemühungen der ganzen Menschheit waren in den nachatlantischen Zeiten auf diese Zeit gerichtet.

Wir haben bereits die Beziehung zwischen dem ersten Opfer Christi gegen Ende der lemurischen Wurzelrasse und der Schaffung des ersten Wesensgliedes des individuellen Menschenwesens – des Seelenleibes – erwähnt. An seiner Schaffung haben auch die Engel teilgenommen. In der ältesten Zeit lebte der Mensch nach der Teilung des einigen Wesens Adam-Eva in seinem Stamm, in dem er einen abgesonderten physischen Leib, einen an das Stammesleben gebundenen Ätherleib und eine Gruppenseele besaß. Die Astralleiber waren miteinander verbunden und in sie strömten hellseherische Bilder aus dem Tierkreis. Der Engel synthesierte die ganze Erfahrung des Stammes in eine Art einheitliches Ich. Er setzte den Astral- und Ätherleib auf der Grundlage des physischen Leibes in solche Wechselbeziehungen zueinander, dass der Seelenleib entstehen konnte. Später wurde in ihm die dreigliedrige Seele als eine Seelenhülle auf der Grundlage des von den Göttern gebildeten dreigliedrigen Leibes entwickelt. Dieser Prozess trug einen luziferischen Charakter. Im Gegensatz dazu gestaltete sich aus der irdischen Erfahrung die Arbeit des sich ausbildenden Ich. Aus der Zusammenwirkung der beiden Prozesse hat sich die dreigliedrige Seele mit dem dreigliedrigen Leib verbunden, das Ich nahm ein denkendes Bewusstsein an und individualisierte sich, indem es sich auf das physische Gehirn stützte. Doch all das wurde erst zu der Zeit Sokrates‘, Platons und Aristoteles‘ sichtbar. Vorher gingen innerhalb der Rassen die einzelnen Völker aus den Stämmen hervor. Man unterscheidet zwölf Rassen während der lemurischen Zeit und in der atlantischen reduzierte sich ihre Zahl auf sieben Rassen, die an den Planetenintelligenzen orientiert waren. Die Archai leiteten die Rassenbildungen an, doch allmählich haben sie diese Aufgabe den Erzengeln delegiert, die die Menschen in Volksgruppen differenzieren sollten. Die Erde hat sich in ihren physischen, ätherischen und astralen Gebieten an diese Bildungen angepasst, die ebenfalls einen Äther- und Astralleib besitzen. Der Ätherleib eines Volkes trägt einen einmaligen Charakter und die astrale Aura vereinigt und trägt zum Wachsen des Bewusstseins des einzelnen Volksmitglieds bei, es erhebt es über die Grenzen der Volksgruppe hinaus. Der Astralleib jedes Volkes verfügt über den „Stoff“ zur Verkörperung des Volksgeistes, der früher als die Menschen das erreicht, wonach sie in Abhängigkeit vom allgemeinen Karma streben. Die internationalen Bestrebungen kommen vom Geist der Erde, der die gesamte Astralmaterie der Erde umfasst. In der ersten nachatlantischen Epoche ist von Völkern noch nicht die Rede, die Völker haben erst gegen Ende der zweiten Kulturepoche deutliche Umrisse bekommen. Die Erzengel haben den Archetyp der dreigliedrigen Seele an die Verschmelzung mit der Aura des einzelnen Volkes herangeführt und die Seele erhielt allmählich die Züge des jeweiligen Stammes. Das ist in den Epen, Mythologien der einzelnen Völker beschrieben worden. Hier geht es um die Verkörperung der einheitlichen, nicht der einzelnen dreigegliederten Seele. Die einheitliche Menschheitsseele hat sich als einheitliche Seelen der verschiedenen Völker differenziert, von denen jede bestimmte Charakteristika hat.

Die Differenzierung der Völker ging unter zweiseitigen Einflüssen vor sich. Von oben wirkte der Erzengel über die Seele auf den Leib und von unten wirkten die irdischen Bedingungen über den Leib auf die Seele. Unter „irdischen Bedingungen“ meinen wir die Aura des jeweiligen Gebiets, die geografische Richtung, die Zusammensetzung der Elementargeister der Natur, die dieses Gebiet besiedeln. Während der Erzengel kulturmäßig, d.h. individualisierend wirkte, trug die Wirkung des Geistig-Naturmäßigen einen Gruppencharakter. Im Verlauf der einzelnen Epochen hat sich der Kampf zwischen beiden Wirkungen allmählich zugespitzt. Heutzutage treten vor unseren Augen als Ergebnis dieses Kampfes die Anhänger jeweils des Gruppenprinzips hervor, die auf den Vorrang des „Bluts und Bodens“ bestehen, und die Anhänger der persönlichen Befreiung des Menschen von der Gemeinschaft. Die ersten werden ‚Konservative‘, die zweiten – ‚Liberale‘ genant. Die Wahrheit der Evolution ist auf der Seite der Liberalen, doch die Ideologien aller beiden Lager sind dergestalt miteinander verflochten und entstellt, dass sie große Gefahren für die weitere Entwicklung bergen. Wenn wir zur Erörterung der Gender-Ideologie kommen, werden wir auf diese Gefahren und den Ausweg aus deren Falle hinweisen. Es ist aber dazu ein sehr tiefgehendes Verständnis der Völkerbildung und der Individualisierung des Menschen notwendig.

Wie wir wissen, kommt der Mensch mit einem eigenen physischen Leib und dementsprechend mit einem eigenen Phantom dieses Leibes zur Welt. Wie steht es aber mit dem Phantom bis zum Augenblick der Geburt? Das höhere Urbild unseres physischen Leibes – der Geistesmensch – ist in den Tierkreis eingeschrieben. Er hat die Form des menschlichen Embryos, so wie wir es im Mutterleib kennen. Ihm werden die Kräfte von Widder (dem Kopf) bis Fische (den Füßen) eingeprägt. Nach dem Tod kehrt diese Form in das höhere Devachan zurück und „ruht sich“ im Schoß des Gott-Vaters „aus“. Bis zur Geburt bleibt das Kind im Phantom der Mutter. Mit dem Durchschneiden der Nabelschnur wird die Beziehung mit dem physischen Leib der Mutter und seinem Phantom beendet. Es beginnt die Periode bis zum siebten Lebensjahr und dem Zahnwechsel, in der das Kind mit seinem Ätherleib in der es umhüllenden Ätheraura der Mutter lebt. Bis zum 14. Jahr entwickelt sich der kindliche Astralleib in der mütterlichen Astralhülle. Mit dem Eintreten der Geschlechtsreife trennt sich diese Aura und es beginnt die Individualisierung des kindlichen Astralleibes. Erst dann kann das Ich mit seiner Tätigkeit innerhalb des Leibes beginnen, vorher wirkt es hauptsächlich von außen. Bis zu seinem 21. Jahr hat der Mensch die Lemniskate des individuellen Aufbaus betreten und muss sich später „drehen“ und zur Lemniskate des rein geistigen Aufbaus übergehen, in der keine naturmäßige oder andere Notwendigkeit wirkt.

Der Erhalt der drei eigenen Leiber ist gewissermaßen eine Wiederholung der Evolution der drei früheren Äonen, jedoch beginnt die menschliche Individualisierung bereits im Augenblick der Geburt mit einer weiteren Evolution – der Ausbildung des individuellen Charakters des Astralleibes, der sich beim Menschen vom tierischen Astralleib radikal unterscheidet. Er bildet eine Art „Wiege“ irdisch-himmlischen Charakters, in der die Menschenseele wächst und sich individualisiert – zuerst als eingliedrig und dann auch als dreigliedrig. Im himmlischen Teil der Wiege wirkt der Volkserzengel, es steigen Inspirationen des Sprachgenius herab usw. Der irdische Teil der Wiege ist makrokosmisch bedingt und im Laufe einer langen Zeit an einem bestimmten Ort evolutionsmäßig und kultur-historisch ausgebildet. In dieser Wiege wird die allgemeine Evolution zur Geschichte und Kultur des einzelnen Volkes, dort verbindet sich das Allgemeinmenschliche aufs Engste mit dem Archetyp der Menschenseele und erhält einen individuellen Ausdruck. In der Wiege trennt sich das Kind während der ersten drei Jahre seines Lebens allmählich vom Himmlischen und passt sich an das Irdische an. Im ersten Jahr versucht es, sich aufzurichten und in der neuen Umgebung zu orientieren. Diesem Streben, das noch vom nicht wachen klaren irdischen Bewusstsein begleitet wird, entspricht im zweiten Teil der Lemniskate – dem seelisch-geistigen, der nach dem 21. Jahr beginnt – das Verlangen, sich unter den geistigen Wesen der übersinnlichen Welt, der Welt der Intuitionen, bewusst zu orientieren. Im zweiten Jahr beginnt das Kind zu sprechen, was im zweiten Teil der Lemniskate der Verbindung mit dem Wort entspricht, das in der Weltschöpfung klingt – also mit der Welt der Inspirationen. Im dritten Jahr macht das Kind einen Übergang von der kosmischen zur irdischen Intelligenz. Das entspricht im späteren Alter dem inneren Entfachen der Weltgedanken, was durch das anschauende Denken erreicht wird. Während das Kind in den ersten drei Jahren von der geistigen Welt zur Erde schreitet und sich mit dem Erlangen der irdischen Intelligenz „kopfüber“ dreht, muss der Erwachsene sich in geistig-seelischer Hinsicht „mit dem Kopf nach oben aufrichten“ – also die dreigliedrige Seele individualisieren, sie vervollkommnen und von ihr aus den Weg zur geistigen Einheit der Menschheit finden. Anderenfalls wird der Mensch bis an sein Lebensende den Verfall seiner Seele erleben. Leider ist das das Schicksal der überwiegenden Mehrheit der irdischen Menschheit.

Das Kind wird geboren und entwickelt sich bis zu seinem 21. Jahr in seinen grundlegenden Strukturen mit der Vererbung und als ein national bedingtes Wesen. Hier wirken die objektiven Gesetze der natürlichen Entwicklung. Auf der Grundlage der allgemeinen Evolution erhält das Kind drei Leiber, in denen sich das Rassenmäßige und das Nationale in solcher Weise spezialisieren, dass es in den Keimen der stärkeren oder schwächeren Individualisierung des Menschen einen Niederschlag findet. Doch eben in den allgemeinen Anlagen und nicht als eine Vorbestimmung, denn die Anlagen lassen sich durch die Erziehung und Selbsterziehung jeweils anders entwickeln, so dass die seelisch-geistige Entwicklung des Menschen zu seinem eigenen, auf höhere Ziele gerichteten Werk wird. Der Höhepunkt des menschlichen Fortschrittes besteht in der Fähigkeit des freien Individuums, die Form seines Bewusstseins einer Metamorphose zu unterziehen und zu einem Hierarchiewesen aufzusteigen.

Das Kind ist eher ein Allmensch in seiner uralten Form und selbst wenn es etwas älter geworden ist, kann es das Nationale nicht richtig erfassen. Das Kind ist ein „Internationalist“. Und im Zusammenhang damit ist es äußerst wichtig, dass sich im Kind ein gesundes Erleben nicht der Dreigliedrigkeit, sondern der einigen Seele entwickelt, die bei den einzelnen Völkern unterschiedlich ist. Die gesunde seelische Einheit bildet die senkrechte Achse der lemniskatenförmigen Entwicklung der menschlichen Verkörperung. Sie wird mit der Zeit verschoben, während der Mensch an Lebenserfahrungen reicher wird. Diese lemniskatenförmige Struktur ist wie ein Knochensystem für die Seele. Sie wird in den Kindheitsjahren als eine Antwort auf das weiterbestehende makrokosmische Denken der Hierarchiewesen an den Menschen gebildet, welches an ihn als die Vererbung, die Archetypenseele usw. herantritt. Vom Erdenplan aus wird es durch das sich erhebende Denken an das Kind seitens der Eltern, Erzieher, Lehrer usw. erwidert. Mit diesem gesunden „Knochensystem“ wird der Mensch später die einheitliche Seele als dreieinig individualisieren. In dieser „astralen Wiege“ können wir der Volksseele das Verständnis ihrer Ziele anbieten und zur geistigen Evolution der Menschheit beitragen. Das ist die Hauptaxiome des rechten Internationalismus.

Auf diesem Weg bereitete Christus den Leib vor, in den Er später herabsteigen wollte, um den Gang der menschlichen Entwicklung zu wenden. Zu diesem Zweck hat Er sich ein besonderes Volk erschaffen – das alte hebräische Volk. Dieses Volk hatte die Aufgabe, durch die Vererbung den physischen und den Ätherleib für Christus zu schaffen. Die Geschichte der Stammeslinie von Abraham zu Jesus ist bekannt und zusammen mit ihr bereitete Christus auch bestimmte Eigenschaften des Astralleibes Jesu vor, obwohl im Astralleib die Vererbung grundsätzlich fehlt. Die Israeliten wurden von einer gemeinsamen astralen Aura umhüllt, die auf sie als eine Gruppenseele wirkte. In diese Aura hatte Christus die Kräfte des astralen Kosmos heruntergeholt. Er hielt sein Versprechen gegenüber Abraham, dass dessen Nachkommen zahlreich wie die Sterne im Himmel sein würden. In dieser Aura wirkte auch in astraler Weise die unversuchte Eva als die Himmlische Sophia. Von ihr erfuhren die Propheten über die Ankunft des Erlösers und der nathanischen Seele. Der Prophet Elija war auch mit dieser astralen Aura verbunden und er wurde wie in einem Sturmwind zum Himmel entrückt, um von dort aus als eine Gruppenseele auf das Volk einzuwirken. Elischa hat es in dieser Aura gesehen und ist zu Elijas namhaftestem Schüler geworden. Jetzt ist Elischa wieder inkarniert und nimmt nun an der Schaffung eines anderen Astralwesens teil. Die damalige astrale Aura durchdrang den durch die Generationen fließenden ätherisch-physischen Vererbungsstrom und ihre Quintessenz hat sich in der Zeitenwende als der Astralleib des lukanischen Jesus inkarniert (aus dem Lukas-Evangelium).

In der Zeitenwende wurde durch die versuchte Eva in der salomonischen Stammeslinie der Jesusjunge aus dem Matthäus-Evangelium geboren. Der Heilige Geist hat sie als jener Geist erleuchtet, der seit der Zeit des alten Mondes wirkt und den Menschen zu einem individuellen, denkenden Ich gemacht hat. In diesen Jungen inkarnierte sich das höchstentwickelte Ich der Erde – das Ich Zarathustras. Ihn hat der Heilige Geist bei der Empfängnis erleuchtet. Die Empfängnis ist vom Heiligen Geist, der Empfängnisakt zwischen Maria und dem alten Joseph fand im erhöhten geistigen Zustand statt, ohne von der irdischen Sinnlichkeit berührt zu werden. Später hatte Maria noch vier Jungen und zwei Mädchen. Die Zahl sieben symbolisiert den Rhythmus der Zeit, in der auch die Geschlechterteilung funktioniert. Diese Maria war in ihrem früheren Leben Salomon, der viel Weisheit erworben hatte. Die Reinheit ihres Astralleibes kam sowohl von den in ihrem jetzigen Leben erlebten Leiden als auch auf besondere übersinnliche Art.

Die Empfängnis des anderen Jesuskindes aus dem Lukas-Evangelium geschah in der unversuchten Eva. Wir vertreten die Meinung, dass das ihre erste und einzige Inkarnation auf der Erde war. Eine einzige Inkarnation hatte auch der unversuchte Adam. Ihn hat Steiner die nathanische Seele genannt,  Maria aus dem Lukas-Evangelium können wir die ‚gesegnete Seele‘ nennen. Die sündfreien Adam und Eva begegneten sich in einem Leib, doch diesmal als geschlechtergeteilt. Die Empfängnis vom anderen Joseph geschah wieder im Geist, ohne dass die irdische Sinnlichkeit gespürt wurde. Hier war aber die Beziehung des Heiligen Geistes eine andere, denn es handelt sich um die Empfängnis des Menschensohnes (des höheren Menschen), der unversuchten Seele der Menschheit. Deshalb ist diese Empfängnis unbefleckt. Wir behaupten, dass der Akt der unbefleckten Empfängnis der einzige Geschlechtsakt im kurzen 25jährigen Leben der gesegneten Seele war. Sie blieb vom Sündenfall unbetroffen, sie blieb die Alma (hebr. Almáh ‚junge Frau, die zum ersten Mal gebärt`) und hat neben der Geburt des Menschensohnes später in übersinnlicher Art an einem anderen Mysterium teilgenommen.

Vor dem Herabstieg der nathanischen Seele in den Leib führte der Mensch eine Art Gespensterdasein, denn ein Teil der einheitlichen Adamseele war in der übersinnlichen Welt geblieben. Diese Seele sollte in die irdischen Bedingungen erst nach dem Mysterium von Golgatha während des Pfingstwunders gänzlich eintauchen, nach dem der Mensch ganzheitlich wurde.

Nach ihrer Geburt begann die nathanische Seele, in einer unbekannten Sprache zu sprechen, die nur die gesegnete Seele verstanden hat. Die lebendige Seele des nathanischen Jesus enthielt in ihrem Ätherleib die ganze Weisheit über die menschliche Entwicklung vom alten Saturn bis zur Zeitenwende. Die Mutter Maria war die Vertreterin der kosmischen Intelligenz auf der Erde und verstand die Weisheit, die der Menschensohn mit sich trug. Als das Gedächtnis der Menschheit hat er uns daran erinnert, dass wir aus dem Paradies stammen, was wir im Laufe der Evolution gänzlich vergessen hatten. Aus seinen drei Opfern, die in der übersinnlichen Welt gemeinsam mit Christus vollbracht worden waren, kamen im Menschen die von uns in unseren ersten drei irdischen Jahren unbewusst erlebten Fähigkeiten, aufrecht zu gehen, zu sprechen und zu denken, wobei das anfängliche Denken in diesem Alter eher äußerlich ist. Wir haben keine Erinnerung an diese Fähigkeiten. Mit der Geburt der nathanischen Seele an Weihnachten hat der Mensch eine neue Fähigkeit erhalten – die Fähigkeit, sich auf dem Weg des Ich, unabhängig von der Blutsverwandtschaft zu erinnern. Das war die erste der drei neuen Fähigkeiten, die der Mensch zu meistern hatte. Die zweite Fähigkeit entstand an Epiphanie. Während die nathanische Seele bei ihren ersten drei Opfern in der übersinnlichen Welt von Christus durchzogen und zum Christophorus wurde, hat sie an Epiphanie Christus in sich aufgenommen. Sie wurde zum Avatar Christi. Mit dieser inneren Handlung Christi in Jesus wurde das Fundament des menschlichen inneren, selbständigen Denkens gelegt. Damit der Mensch sich bewusst wird, dass er ein individuelles Ich ist, ist ein solches vom Ich erfasstes Denken erforderlich. Deshalb hat uns Erzengel Michael aufopfernd die kosmische Intelligenz geschenkt, die im 15. Jahrhundert  in unser Nerven-Sinnes-System eingebaut wurde. So konnten wir von Herzensmenschen zu Verstandesmenschen werden. Der Mensch ging endgültig zur Ausbildung eigener Gedanken über, die aber lediglich vom Gehirn reflektierte Schatten der lebendigen Gedanken der Hierarchien darstellen. Die Fähigkeit der Ich-Bewusstwerdung, die mit dem wichtigsten Opfer Christi und der nathanischen Seele das Ich vor dem luziferisch-ahrimanischen Chaos gerettet hatte, war der Tod auf Golgatha und die nachfolgende Auferstehung. Danach kam Pfingsten und seitdem lebt die Christus-Kraft als Ich-Impuls in jedem Menschen, der nach dem Erlöser mit den paulinischen Worten „Nicht ich, sondern Christus in mir“ sucht.

Vor Paulus hat uns Zarathustra das Gleiche auf eine radikale Art vorgeführt. Wie wir wissen, schaute er in den alten Zeiten Christus in der astralen Sonnenaura. Später opferte er seinen Astralleib für Hermes und schenkte Moses seinen Ätherleib. So konnten die beiden zu jenen Führern werden, die bemerkenswerte Spuren im ägyptischen und hebräischen Volk hinterlassen haben. Als Zarathustra als der Jesusjunge aus dem Matthäus-Evangelium 12 wurde, trat sein Ich heraus und ging während des Aufenthalts in Jerusalem auf das andere Jesuskind über. Das Ich hat 18 Jahre lang den zweiten Körper bewohnt und seine ganze Weisheit zur Verfügung gestellt. Bald nach dem Übergang des Ich ist der salomonische Jesus gestorben.

Der andere Junge hat sich 12 Jahre lang auf diese Übertragung vorbereitet. Nach seiner Geburt lebte er bis zu seinem fünften Jahr (heute geschieht das bis zum siebten Jahr) in der Ätherhülle seiner Mutter. Mit dem Zahnwechsel trennte sich diese Ätherhülle, die von den frischen Kräften der unversuchten Ätherizität der nathanischen Seele belebt wurde und wurde, ohne sich im Weltenäther wie bei den anderen Menschen aufzulösen, vom Schutzengel Gautama Buddhas zur Aufbewahrung mitgenommen. Derselbe Engel hat den Hirten die Geburt der nathanischen Seele verkündet. Dieser Engel ist Vidar und mit der Hülle hat er dem Ätherleib Jesu im Garten Gethsemane neue Kräfte verliehen, da dieser Ätherleib vom Vorhandensein des makrokosmischen Christus-Ich völlig erschöpft war. Dadurch konnte der Ätherleib die Elemente des physischen Leibes zusammenhalten und ihn auf diese Weise vor einem vorzeitigen Zerfall noch vor dem Mysterium von Golgatha bewahren.

Nach seinem fünften Jahr lebte der nathanischen Jesus bis zum 12. Jahr in der mütterlichen Astralhülle (normalerweise dauert das bis zum 14. Jahr) und hat diese auch mit frischen Ätherkräften durchzogen. Im Augenblick der Übertragung des Ich vom anderen Jungen hat sich diese erneuerte Astralhülle gelöst und der Nirmanakaya Buddhas hat sich mit ihr verbunden. Das ist der Leib der Metamorphosen und er hat den Astralleib des lukanischen Jesus seit seiner Geburt erleuchtet. Er hat sogar bis zum Ätherleib gewirkt. Im 12. Jahr verband sich der Nirmanakaya mit der abgetrennten und erfrischten mütterlichen Astralhülle und wurde ebenfalls erneuert. Später kam das in den Predigten Johannes‘ des Täufers zum Ausdruck. Der Buddha-Impuls ist dermaßen erhaben, dass er in der Welt der Urbilder weilt. Damit er für die Menschen zugänglich werden konnte, musste er im Sinne des kommenden Ich-Impulses erneuert werden. Im Augenblick der Erneuerung sprach der nathanische Jesus im Jerusalemer Tempel mit soviel berührender Weisheit zu den Anwesenden, dass er sie verblüffte. Er war von der erneuerten Buddha-Weisheit erfüllt und in ihm lebte auch das Zarathustra-Ich, das nun von innen auf die Leiber wirken konnte. Bis dahin war die nathanische Seele in Jesus nur ein „provisorisches Ich“ (vgl. GA 114, Vortrag vom 18.09.1909). Das war kein Ich im eigentlichen menschlichen Sinne, da es noch nie herabgestiegen war und keine Erfahrungen mit der irdischen, weltlichen Weisheit hatte. Deshalb machte das Kind den Eindruck, dass es zurückgeblieben war. In sich trug es aber die Erinnerung an die ganze geistige Vergangenheit der Menschheit. Seine Mutter Maria gab die Form des temporären Ich als die Weltidee. Das Astrale der Maria hatte sich mit dem Ätherischen der nathanischen Seele verbunden. Der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens haben sich zuerst im Mutterschoß miteinander verbunden und lebten dann mit „ineinander verflochtenen Zweigen“ – also Leibern – zusammen. Das war das prophetische Bild der Epiphanie, als die wahre Verflechtung der Buddhi- und Manas-Prinzipien in einem Menschenwesen stattfand, damit die Erbsünde, die zur Geschlechtertrennung geführt hatte, überwunden werden konnte. Obwohl sie sündfrei waren, waren die gesegnete Seele und die nathanische Seele trotzdem geschlechtergeteilt. Durch sie wurde der Weg zur wahrhaftigen Überwindung der Folgen des Sündenfalls gebahnt.

Bald nach dem Ereignis im Jerusalemer Tempel starb die gesegnete Seele mit 25 Jahren, da ihre Rolle auf dem irdischen Plan mit der Lösung der Astralhülle, die die nathanische Seele umhüllt hatte, abgeschlossen war. Wie die nathanische Seele wird sie sich nie wieder in einen physischen Leib inkarnieren.

In dieser Zeit starb auch der salomonische Jesus. Zarathustra konnte in ihn nicht seine große irdische Weisheit einfließen lassen, denn der Zugang zu seinem Ätherleib war nur über den individuellen Astralleib möglich, der sich erst nach dem 12. Jahr auszubilden begann. Doch dann hat Zarathustra selbst den salomonischen Jesus verlassen, so dass dieser Ätherleib der weltlichen Weisheit Zarathustras entleert wurde. Er konnte auch vom Volk keine Weisheit erhalten, denn im Ätherleib der Hebräer war keine lebendige Weisheit, sondern lediglich eine Papierweisheit. Zarathustra besaß lebendige Weisheit, die er in seinen großen Inkarnationen erreicht hatte. Er konnte sie nicht in den Ätherleib des salomonischen Jesus einfließen lassen, doch seine innere Arbeit am selbständigen Ätherleib vom fünften bis zum 12. Jahr ermöglichte es dem nach dem Tod befreiten Ätherleib, sich nicht im Weltenäther aufzulösen. Den Ätherleib hat die gesegnete Seele in die geistige Welt mitgenommen. Dieser Ätherleib war der Weisheit entleert, doch seine Form besaß die höchste Vollkommenheit, die aus der äußeren Tätigkeit Zarathustras an ihm stammte. Deshalb schien der salomonische Jesus seinen Altersgenossen voraus zu sein, während der vom sündhaften Denken unberührte nathanische Jesus gleichsam zurückgeblieben, unterentwickelt wirkte.

Der Ätherleib des salomonischen Jesus blieb 18 Jahre lang in der nahen geistigen Welt bis zur Ankunft Christi. Zwischen dem seinen Platz in Jesus abgetretenen Ich Zarathustras und diesem Ätherleib entstanden starke Anziehungskräfte in der geistigen Welt. Der Ätherleib verfolgte die drei irdischen Jahre Christi und wurde dann durch das ätherisierte Blut des Erlösers in der Erdenaura von Weisheit erfüllt. Er wurde durch die Belehrungen der Jünger durch den Auferstandenen und auch bei der Himmelfahrt selbst von Weisheit erfüllt. So hat er in völlig erneuerter Form jene irdische Weisheit erhalten, die vom 18. bis zum 30. Jahr das Ich Zarathustras dem nathanischen Jesus gegeben hatte. Das Hauptgeheimnis dieser erneuerten Christus-Weisheit ist das Geheimnis des Auferstehungsleibes. Diese lebendige Weisheit, dieses substanzielle Wissen ist die Quelle jener Kräfte, aus denen er sich einen neuen physischen Leib gebaut hat, um sich des Ich Zarathustras bei der Erfüllung der neuen, höheren Mission unter der Menschheit als der Meister Jesus zu bedienen. Meister Jesus ist der Träger der tiefsten Erkenntnis über die Zeitenwende, er inspiriert alle großen Persönlichkeiten, die das sich entwickelnde Christentum angetrieben haben und einen Zugang zu den tiefsten Geheimnissen des Mysteriums von Golgatha suchen. Er steht auch hinter der vorliegenden Vorlesung. Jedes Jahr hält er sich in der Osterzeit und in den 40 nachfolgenden Tagen immer im Heiligen Land auf, unabhängig davon, ob er inkarniert ist oder in der übersinnlichen Welt weilt.

Was geschah aber mit der nathanischen Seele und der anderen Maria, die nach dem Tod der beiden Joseph zur (nicht leiblichen) Mutter Jesu wurde? Bis zu seinem 24. Jahr wusste Jesus nicht, dass er die nathanische Seele war und hatte keine Vorstellung von den drei Opfern, die er mit Christus gemeinsam vollbracht hatte. Als er in jener heidnischen Kultstätte ohnmächtig wurde, erhob er sich in die Welt der Intuition und begriff, wer er war. Aber das erzählte er bis zu seinem 30. Jahr niemandem. Jesus erlebte die Enttäuschung von den drei großen Strömungen der Geistigkeit in jener Zeit – dem Heidentum, Judentum und dem Essäertum. Erst als er 30 Jahre alt wurde, hat er seine Mutter in dieses Geheimnis eingeweiht[1]. Im Augenblick des Herabstiegs des Christus-Ich in den vom Ich Zarathustras verlassenen Leib stieg die Seele der gesegneten Maria herab und durchdrang die 45-bis 46jährige salomonische Maria bis zum Ätherleib. Der Prozess hatte Auswirkungen sogar auf ihren physischen Leib und verwandelte sie in eine Jungfrau – in eine Frau mit den Charakteristika eines Mädchens vor der Geschlechtsreife. Die kosmische Intelligenz, die Sophia der jungen Maria durchdrang den Astralleib der anderen Maria und er wurde von der „Palla“, vom Geistselbst umhüllt, so dass sie zur irdischen Vertreterin des Heiligen Geistes, der Sophia wurde. Gleichzeitig verwandelte sie sich unter dem Einfluss des Ätherleibes der jungen Maria in eine Jungfrau, in die Jungfrau-Sophia. Das Erste, was in ihren Augen auffällt, ist das grenzenlose Wissen über die kosmischen Geheimnisse, das zu persönlicher Weisheit geworden ist. Das Zweite ist ihre Jungfräulichkeit, die Unberührtheit, Reinheit, die durch eine solche Weisheit erreicht wird. Diese Sophia hat sie Lazarus-Johannes im vom Kreuz aus erteilten Auftrag Christi gegeben, damit er das Johannes-Evangelium schreibt.

Wer Michelangelos Pietà kennt, wird sich vielleicht über das junge Alter der Mutter gewundert haben, die den gestorbenen Jesus in einem Zustand der Welttrauer umfasst. Bald nach der Geburt der nathanischen Seele hatte der gerechte Simeon im Tempel prophezeit, dass ein Schwert durch ihre Seele dringen werde, „auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden“ (Lukas 2:35).

Als sie in die andere Maria herabstieg, erlebte sie vollständig die Trauer über die Kreuzigung des Christus Jesus. Die Palla, in der Michelangelo seine Maria gekleidet hat, zeichnet sich durch eine Vielzahl von Falten aus. In jeder Falte dieses Astralleibes steckt das endlose Wissen über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Menschheit. Die Sixtinische Madonna Rafaels trägt auch eine Palla. Das ist jene Astralhülle, die auf der Erde von der nathanischen Seele durchdrungen wurde, die sich im Jerusalemer Tempel abgetrennt und nicht im Astralkosmos aufgelöst hat. Sie hat nicht nur den Buddhismus verjüngt, sondern auch die andere Maria durchzogen. Die Jungfrau Sophia wurde zum Avatar der Himmlischen Sophia  und als Jesus den Christus in sich aufgenommen hat, stieg sie zum größten Avatar, der jemals auf Erden existiert hatte. Der Menschensohn hat sich mit dem Gottessohn vereinigt und wurde vom Ich des Kosmos erfüllt. Maria-Sophia wurde ihrerseits von der Seele des Kosmos erfüllt. Die beiden sind wie zwei Säulen, die das Sonnengewölbe eines übersinnlichen Tempels in der sechsten nachatlantischen Kulturepoche stützen. In ihnen kommen zwei Ströme von Offenbarungen zusammen, die auf die Erde herniederströmen – aus der Sphäre der Sophia und aus der Christus-Sphäre.

Der Weg zum Tempel geht im 21. Jahrhundert über die beiden christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts, die sich als die irdische Offenbarung der beiden Ströme in Form der Anthroposophie und des Bodhisattva-Impulses manifestieren. In der verbleibenden Zeit bis zur zukünftigen slawischen Kulturepoche müssen die Menschen zum inneren Erleben von zwei majestätischen Imaginationen heranreifen. Die erste erlebt jeder von uns vor seiner Geburt – die Imagination der sonnenbekleideten Jungfrau, die physisch real wird, wenn sich die Erde in der fernen Zukunft wieder mit der Sonne vereinigt haben wird. Das ist das Mysterium des Ungeborenseins, dessen Gegenstück in unserem irdischen Dasein das Mysterium der Geburt darstellt. Die zweite Seite des Prozesses ist das bewusste innere Erleben der Imagination des Menschensohnes mit dem zweischneidigen Schwert des Ich im Mund. Das ist das Mysterium der Unsterblichkeit, dessen irdisches Gegenstück der Tod darstellt. In den vorchristlichen Zeiten stellten das Mysterium der Geburt und des Todes die Hauptmysterien dar. Mit dem christlichen Mysterium der Sophia wird man allmählich zur Vergeistigung des Herzens fortschreiten, das zu einem Willensorgan werden und auf jedes Leiden in der Umgebung reagieren wird. Nicht zufällig hat der gerechte Simeon auch der gesegneten Seele prophezeit, dass ihr – der Vertreterin der Sophia auf Erden – „vieler Herzen Gedanken offenbar werden“. Simeon sprach über die zukünftige slawische Epoche der Brüderlichkeit, in der niemand glücklich sein wird, wenn er von unglücklichen Menschen umgeben ist. Die gesegnete Seele ist seit der Zeitenwende durch das Ich der Jungfrau Sophia für das Menschenleid immer offen.

Mit dem Mysterium des Logos wird das Sprechen, der Kehlkopf vergeistigt, damit er aus den vereinten Kräften beider Mysterien in ein neues Organ metamorphosiert, mit dessen Hilfe Menschen in der uns nächsten geistigen Welt durch Aussprechen übersinnlich reproduziert werden. Das Herz wird zu einer Art Sonnenkelch der Weisheit werden, die vom Kehlkopf wie eine Liebeslanze durchbohrt sein wird, damit neue Menschen aus diesem „Gralskelch“ nach einer unbefleckten – also von Luzifer unbefallenen – Empfängnis hervorgehen können. Diese neue Reproduktionsart muss bis zum Anfang des Krieges aller gegen alle in 5000 Jahren zustande gekommen sein. Dann werden die Frauen nicht mehr auf die uns bekannte Art Kinder gebären und der Mond wird zur neuen Verbindung mit der Erde zurückgekehrt sein. Die Menschen müssen soweit die Kräfte der Weisheit und Liebe erlangt haben, dass sie in der Lage sind, sie in Gutes im Sinne der großen manichäischen Mysterien umzuwandeln. Die manichäischen Mysterien werden sich erst in der sechsten Wurzelrasse auf der Erde entfalten. Bis zu dieser Zeit muss der Mensch an der Meisterung des Prozesses der Vereinigung beider „Paradiesbäume“ in seinem Ich (der Weisheit und Liebe) arbeiten. Das ist auch das Gralsgeheimnis. Der Weg zu dieser Vereinigung begann mit der irdischen Verbindung der gesegneten Seele mit der nathanischen Seele und ging im eigentlichen Sinne an Epiphanie zu Ende, als das Christus-Opfer der Menschenerlösung ihren Anfang nahm.

Bei seinem Herabstieg hat sich der Mensch immer mehr mit der Aschenbildung verbunden, nachdem sich das Wärmeelement des alten Saturn in das leblose Mineralreich verwandelt hatte. Im Mineralreich haben wir die erste Form des Ich-Selbstbewusstseins erreicht, was auf die Abspiegelung (Abstoßung) der Weltgedanken (Idee) durch das mineralisierte Gehirn zurückzuführen ist. Der Mensch hat den Abspiegelungsprozess in seine Richtung gewendet und auf diese Weise indirektes Wissen über die jenseitige geistige Einwirkung der Weltschöpfung auf ihn erlangt. Der mineralische Körper wurde zu einem inneren Prinzip der Einheit, zum vierten Körperglied, das den Geistesmenschen gefangen genommen hat, welcher schon auf dem alten Saturn unserer damaligen physischen Form eingeprägt wurde. Die erste Form unseres Ich-Selbstbewusstseins blieb ohne Leben, die Beziehung zwischen den Atma- und Manas-Prinzipien im Menschen wurde abgebrochen. Das Phantom unseres physischen Leibes wurde stark beschädigt, als es in das Reich des Todes geriet. Еs konnte immer weniger die in ihm enthaltenen Stoffe in einer bestimmten Form aufrechterhalten. In jener Zeit sahen immer mehr Menschen völlig entstellt aus. Das Ich als Prinzip der inneren Einheit wurde im Schoß unserer versuchten Seele ausgebildet und geriet daher in Widerspruch zu unserem höheren Ich. Da das Ich der systembildende Faktor unseres dreieinigen Leibes ist, geriet es mit seinem Erscheinen in der griechischen Kulturepoche in Widerspruch zu seinen Leibern. Das hat zu einer Krise der Leiblichkeit geführt, aus der uns nur von außen kommendes Leben retten konnte. Und dieses Leben war bemerkenswert!

Anhand der Ersten Intention, die der absteigenden Bewegung des Atma zum Mineralreich folgte, hat der Gott-Vater Christus bis zur Grenze zwischen dem übersinnlichen und sinnlichen Teil des einigen Weltalls begleitet. Doch den Einzug in das sinnliche Weltall, also den Herabstieg Christi in Jesus hat Gott „persönlich“ verwirklicht, denn nur Er kann sich vom Pralaya aus in das Manvantara einmischen, um die Richtung der Ersten (irdischen) Intention zur Zweiten Sonnenintention zu wenden. In Jesus hat das Ich Zarathustras eine individuelle bewusste Seele ausgearbeitet, die eine Beziehung zu seinem erhabenen Manas hatte. Bei den Bewegungen der ätherisch-astralen Ströme im Menschen zum Kopf entsteht dort ein besonderes ätherisch-astrales Tor zwischen der sinnlichen und übersinnlichen Welt. Auf dieses Tor und die Bewusstseinsseele Jesu ging Christus zu, um auf den „Wellen“ des Heiligen Geistes zum Astral- und Ätherleib und von dort zum physischen Leib Jesu überzugehen. Der Heilige Geist wurde zu einer Art Vater bei der Geburt Christi. Einen solchen Geist hatte niemand bisher gesehen, da Er direkt von Gott herniedergestiegen war. Er war das höchste Manas und deshalb wurde auch das Manas Zarathustras als menschlicher Empfänger notwendig. Das höchste Manas trug die höchste Buddhi – den Lebensgeist Christi als das Leben des Ich – in sich. Das war die All-Liebe Gottes als das ewige Leben, die als das Ich-Prinzip in Erscheinung tritt, das Gott am Anfang manifestiert hat. Dieser Anfang war das Wort. Diese Ich-Liebe ist anders als die Liebe des Gott-Vaters, die durch die Geister des Willens zu Beginn des Zyklus zur Geltung gekommen und zur substanziellen Grundlage des Zyklus geworden war, welche im Leben des Zyklus existiert. Mit Christus kam das überzyklische ewige Leben, das als Ich zur Geltung kommt. Damit wurde auch die Hauptidee des Zyklus erneuert. Deshalb ist der Heilige Geist von Gott als die Idee der individuellen Liebe im Ich herabgestiegen. Aus der gemeinsamen Tätigkeit von Christus und dem Heiligen Geist am Menschen entstand die Achse des Welten-Ich, das Christus im Menschen angelegt hat. Das ist das Wesen der unbefleckten, von Luzifer unbefallenen Empfängnis, bei der die Weisheit (der Gott-Heilige Geist), die imaginativ als der Baum der Erkenntnis dargestellt wird, sich nicht der Liebe (dem Gott-Sohn), die imaginativ als der Baum des Lebens dargestellt wird, widersetzt, sondern die Bäume verflechten ihre Zweige harmonisch ineinander. Das ist das neue Prinzip der menschlichen Ethik, die vom Erbe der Blutsverwandtschaft, des gruppenmäßigen Prinzips der Gebote befreit ist. Der Astralleib zehrt hier nicht mehr an den Kräften des Ätherleibes und dieser Umstand wird uns zukünftig zur neuen Reproduktionsart führen.

Doch das war nur der Anfang der Wirkung Christi in Jesus. Im physischen Leib Jesu hat sich Christus mit dem allmenschlichen Keim des Geistesmenschen vereinigt und ihn mit seinem eigenen Lebensgeist (seinem makrokosmischen Ich) durchdrungen. Christus hat den allgemeinen Geistesmenschen dem einzelnen physischen Leib Jesu gleichgesetzt und damit den Zugang zum Geistesmenschen für alle einzelnen Leiber offengelegt. Auf diese Weise hat Er den einheitlichen physischen Leib der Menschheit geschaffen, der jedes einzelne Bewusstsein beherrschen kann. Das Mysterium von Golgatha wurde zu einem Doppeltor, das Geistesmensch und Geistselbst jeweils gegen Ende und Anfang des Zyklus passieren können. Der Weg der Substanz und der Idee durch den Menschen war somit offen. Das wurde ermöglicht, weil Christus das Universum in Jesus von Nazareth – der höchstmöglichen geeigneten Form – verinnerlicht hat. So wie Gott sich in der Offenbarung verinnerlicht hat, indem Er zum Weltall wurde, so hat auch Christus das Weltall als Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch in Jesus verinnerlicht. Seitdem kann jeder Mensch das Gleiche tun – das Weltall in seinem Ich verinnerlichen, subjektivieren. Deshalb wird dem Menschen zuerst eröffnet, dass er Christus gehört, und erst dann alles andere.

Christus hat die mineralischen Substanzen im Leib Jesu, die eine illusorische Form der Substanz darstellen, mit seinem Lebensgeist durchdrungen. Er hat den Prozess der Aschenbildung in einen Prozess der Salzbildung transformiert, bei dem der Stoff vergeistigt und in das Erdenelement verwandelt wird. Aus dieser Metamorphose hat sich der Leib aufgelöst und wurde als eine Sonnenhostie von der Erde durch den Felsenriss in der Grabhöhle aufgenommen. Aus dem Grab erhob sich das Phantom des physischen Leibes als dessen wahres Wesen. In seinem Lebensgeist hat Christus den Geistesmenschen auf die Stufe der ätherischen Existenz erhoben, ohne ihn in einen Ätherleib zu verwandeln. So hat Er den Geistesmenschen in die Höhen des Anfangs des gegenwärtigen Zyklus erhoben und dadurch das physische Prinzip im Weltall gerettet.

Noch etwas Weiteres: In  der vorherigen Form Jesu hat Christus eine neue Geburt hervorgerufen, indem Er einen neuen Leib – das achte Menschenglied – schuf. Er schuf einen Leib aus lebendiger Weisheit, in der das direkte und nicht von den Hierarchien verinnerlichte Christus-Licht wirkt. In dieser Gleichheit von Leben (Liebe) und Licht (Weisheit) wirkt das Ich, das nicht nur erschaffen wird, sondern selbst den neuen Zyklus unter den Bedingungen des gegenwärtigen Zyklus schafft. Der Auferstehungsleib stellt das menschliche Ich als das Leben Christi dar.

Christus hat nicht nur das Phantom zum Anfang des Zyklus zurückgebracht, was ja sinnlos wäre, sondern Er hat es im Sinne des voranfänglichen, überzeitlichen Wesens Gottes erneuert. Damit setzte Er den Anfang des nächsten Evolutionszyklus, aber Er hat das im Rahmen der Aufgaben des alten Zyklus erledigt. Er hat das Pralaya in das Manvantara heruntergeholt, um das Gesetz des Manvantara nicht aufzuheben. Das Phantom des physischen Leibes, das aus dem Grab auferstanden war, besaß die ursprüngliche Reinheit, Herrlichkeit und Vollkommenheit, die es auf dem alten Saturn besessen hatte. Aber seine Form war eine andere, denn sie wurde im Lauf der Äonen unter dem Einfluss der Hierarchiewesen verändert. Nun hat es die Form eines Pentagramms, so wie der „Mensch“ jenseits des höheren Devachan ausgesehen hat. Aber das Phantom besitzt alle Eigenschaften des physischen Leibes des irdischen Menschen. Außerdem wird der Auferstehungsleib vervielfältigt, weshalb der Mensch ihn individualisieren kann. Der Mensch kann seinen Geistesmenschen als seinen eigenen Anteil am Auferstehungsleib individualisieren. Der Geistesmensch und der Auferstehungsleib sind die beiden Seiten derselben Münze.

In die Höhen des Zyklus aufsteigend, wird das Phantom des Menschen nur in das menschliche Ich herabsteigen. Es wurde schon durch das Christus-Ereignis in die Sphäre des Lebensgeistes heruntergeholt, nun wirkt es von dort als Lebensgeist auf uns ein und zeigt die Eigenschaft des Geistesmenschen. Es wirkt auch auf dem Astralplan und legt in der Evolution die Eigenschaften des Geistselbst an den Tag, wobei es die Gesetzmäßigkeiten des Geistesmenschen aufbewahrt. Hier kann es jeder am Anfang seines langen Wegs zum Vulkan individualisieren. Auf diesem Weg werden wir aus unserer Ich-Kraft heraus den dreieinigen Leib in einen dreieinigen Geist verwandeln.

Im Augenblick des Mysteriums von Golgatha ist das Engelswesen als Träger des Geistselbst aus dem Wesenskern des Menschen herausgetreten und dort blieb nur die Ich-Hülle zurück, die aus der Erfahrung der Sinneswahrnehmungen, Lebensprozesse, der Befolgung der Gebote, des bildhaften Denkens usw. individuell ausgearbeitet worden ist. Gleichzeitig hat das von Christus gerettete Phantom als eine Ich-Form völlig neuer Prägung eine Art innere Oberfläche in der Atma-Sphäre erzeugt. Deshalb wurde das Atma zum Geistesmenschen. In der Praxis ist aber der Geistesmensch vorläufig nicht die Hülle des ewigen Lebens (des Ich), des Auferstehungsleibes, sondern umgekehrt – der Auferstehungsleib umhüllt den Geistesmenschen. Es scheint, als das Atma wieder an seinem Zyklus-Anfang steht und wir uns im Chaos befinden, aus dem etwas Neues entstehen wird. Wie die beiden Seiten derselben Münze müssen Geistesmensch und Auferstehungsleib ihre Plätze bis zum Zyklus-Ende tauschen. Bis zu dieser Zeit müssen wir im Astral- und Ätherleib erwachen und uns Geistselbst und Lebensgeist aneignen. Die beiden werden sich von den entsprechenden Gliedern der Hierarchien unterscheiden, denn sie werden direkt durch das Christus-Ich erlangt. Auf dem Vulkan wird aus der Hülle des Geistesmenschen wie ein Schmetterling der von jedem Menschen individualisierte Auferstehungsleib herausfliegen. Das wird das wahre Ich sein, das im Laufe von Äonen in den Hüllen des dreieinigen Geistes herangereift hat. Der Mensch wird ein Ich ohne Hüllen sein – wie Gott am Vorabend seiner Erstoffenbarung, als Er ein Nichtsein, ein nichtmanifestiertes Sein war. Der Mensch ist in seinem Ich auch ein Nichtsein, ein Nichtbewusstsein, sofern er nur eine Widerspiegelung ist. Doch in diesem Nichtsein des Ich als Intention wurde bereits mit der Verbindung auf dem alten Saturn des Ich-bin-Prinzips über den Geistesmenschen der Geister des Willens mit der Wärmemonade die Verwandlung in ein Ich, in einen Gott keimhaft angelegt. Dieser Gott wird während der Vulkan-Verwandlung sagen: „Ich bin Gott selbst“. Das ist die Idee des Zyklus hinsichtlich der Menschenentwicklung, die der Verfasser dieser Schrift schon im gegenwärtigen Erdenäon gedanklich erkannt hat.

Auf dem Vulkan werden wir mit der Auferstehung des Geistesmenschen, des Phantom-Ichs unsere höchste Form erreichen, die wir im Zyklus annehmen können – die Ich-Form. Dieses Ich wird der Ausdruck des ewigen Lebens, der erneuerten Idee und der neuen Substanz im Zyklus sein.

In Hinblick auf die Tatsache, dass der Lebensgeist Christi und das Geistselbst des Heiligen Geistes an Epiphanie in Jesus als etwas noch nie im Zyklus Herabgestiegenes einströmten, können wir uns fragen, ob es auch eine Substanz gibt, die nicht aus unserem Zyklus ist. Das Wesen der Substanz im gegenwärtigen Zyklus ist der Geistesmensch von den Geistern des Willens, die jeder Mensch, der seinen physischen Leib durch das Christus-Ich, also durch den Auferstehungsleib vergeistigt, retten wird. Die Mineralien in uns werden wir in die Idee der Erde transformieren, so wie wir die Aschenbildung in die Salzbildung transformiert haben – Gottes Absicht ist es ja, dass der Mensch „das Salz der Erde“ ist. Doch das ist nicht die Substanz für den nächsten Zyklus, denn das Mineralische ist nur eine Illusion der Substanz. Das Mineralische wird nach und nach von Leben erfüllt werden, so dass diese ätherisierte Materie auf dem zukünftigen Jupiter lebendig sein wird. Der einzige Ort, an dem wir die Antwort dieser Frage finden können, ist die Sonne. Dort hat Christus beim Herabstieg in die Verkörperung Seinen Geistesmenschen zurückgelassen, der nur im Sonnenstrom der Evolution bleiben kann. Was ist das Wesen dieses Geistesmenschen? Gennadij Bondarew hat z.B. zugegeben, dass die diesbezüglichen Verstandesfähigkeiten des Menschen nur zur Formulierung der Frage reichen. Die Antwort muss aber auch in Form einer Offenbarung gesucht werden. Und diese Offenbarung ist gekommen: Je weiter wir in der Individualisierung des Auferstehungsleibes fortschreiten, desto mehr werden wir in unserem physischen Leib die reinen Gesetze der Substanz des Zyklus wiederherstellen und gleichzeitig eine engere Beziehung zum Geistesmenschen Christi herstellen, den Er auf der Sonne zurückgelassen hat. Dieser Geistesmensch ist eine Substanz, die im Zyklus nicht vorhanden ist. Das ist das Atma-Prinzip in der Art, wie es nur im Pralaya existiert. Das ist das authentische Atma des Gott-Vaters. Christus hat es als seinen eigenen Geistesmenschen und als die Substanz für den nächsten Zyklus auf die Sonne hinuntergeholt!

Mit der Verinnerlichung seines Geistesmenschen, also des Auferstehungsleibes wird sich der Mensch auf dem Vulkan zu jenem Bewusstsein erheben, das die jetzigen Geister der Persönlichkeit besitzen. Mit seiner Beziehung mit dem Geistesmenschen Christi auf der Sonne wird der Mensch zu einem Wesen heranreifen, das das Bewusstsein eines Formgeistes besitzt. So wie die Geister des Willens am Ende des vorigen Zyklus das Bewusstsein eines Formgeistes (vom Standpunkt des Erdenäons) erlangt haben, so wird auch der Mensch, der das Ich und den Geistesmenschen Christi von der Sonne erlangt hat, sich am Anfang des nächsten Zyklus als eine Christus-Ich-Form aufopfern, die in sich eine neue Substanz, das ewige Leben und eine neue Idee bringt.  Diese Form wird eine Manifestation der Heiligen Trinität in Ihrer Vollheit sein, die im Pralaya vor der Weltschöpfung bestanden hatte. In Christus hat sich die ganze Vollheit des einigen Gottes manifestiert und Er hat dieses Verhältnis zwischen sich und Gott in den Menschen verlegt. Auf dem Aufwärtsweg, den unsere Sonne gemeinsam mit dem Geistesmenschen Christi zurücklegen wird, wird sie auf dem Vulkan zu einer „Supersonne“, um sich aufzuopfern und den Tierkreis des nächsten Zyklus zu bilden. Unsere Erde wird zur Stufe der Sonne in deren Sonnensystem aufsteigen. Dann werden wir fünf weitere Bewusstseinsstufen zurücklegen, über deren Wesen wir noch nichts wissen. Wir können lediglich die Vermutung aufstellen, dass vielleicht das heutige Mineralreich als ein Hierarchiewesen im Zentrum des nächsten Zyklus stehen wird, so wie der Mensch im Zentrum des heutigen Zyklus steht und der Existenz des Zyklus einen Sinn gibt. Doch dies ist eine bloße Vermutung.

Der Weg zu diesen unglaublichen Höhen des Geistes begann mit der Vergeistigung unseres jetzigen abstrakten Denkens, das wir nach dem langen Abstieg zur Ich-Form erlangt haben. Bei der Auferstehung im Denken werden der Äther- und der Astralleib in den Denkprozess einbezogen und es beginnt die Individualisierung des Ätherleibes. Das heißt, dass wir ihn mit dem Ich (dem Lebensgeist) Christi durchdringen. Das ist zugleich der Beginn der Individualisierung des Auferstehungsleibes. Das eigene Denken war die letzte Fähigkeit, die wir beim Herabstieg erworben haben. Mit dem Denken beginnt auch der Aufstieg. Doch das Erlangen des anschauenden Denkens erfordert eine radikale Wandlung der Seele. Die dritte Etappe ihrer Verinnerlichung begann nach dem Mysterium von Golgatha, aber der Prozess wurde erst nach dem Einbau der kosmischen Intelligenz in unser Nervensystem im 15. Jahrhundert intensiviert. Der Mensch erlebt die Seele als seine eigene, doch das stimmt nicht ganz, denn sie wurde nicht von unserem eigenen Ich entwickelt, sondern entstand aus der alten Wirkung des Geistes im Leib. Sie wurde von den Hierarchien von außen geschaffen. In uns ist die Seele voller Automatismen und zum großen Teil versklavt. Alles, was in ihr im Prozess der Evolution und der kulturhistorischen Entwicklung bereits erreicht ist, muss als eine Hülle erlebt, umgebildet und zur Bewusstseinsseele vergeistigt werden, wobei die Einschränkungen von Körper, Geschlecht, Instinkt, Vererbung sowie alles andere, was mit dem dunklen Aspekt des Ich zusammenhängt, aufzugeben sind. Nur dann wird der Mensch fähig sein, durch das „Nadelöhr“ – also durch das leere Bewusstsein des Ich – auf dem Weg zum höheren Ich durchzugehen und sich für die Individualisierung des Auferstehungsleibes öffnen. Bei diesem Prozess bleiben alle Eigenschaften der dreieinig gewordenen Seele bestehen, aber wir beginnen bewusst mit ihnen umzugehen, so dass sie Gott bei unserem Dienst an Ihm dienen. Die erneuerte Idee der Welt tritt in uns als Geistselbst ein und wir umhüllen sie von außen mit unserer vergeistigten Bewusstseinsseele, indem wir mit diesem Geistselbst verschmelzen. Allmählich wird die Bewusstseinsseele zu einer Seele mit imaginativer Bewusstseinsform. Aus der Einheit von Bewusstseinsseele und Geistselbst im Menschen wird die Wohnstätte des Lebensgeistes des Christus aufgebaut, in Dem der Geistesmensch jedes Menschen aufersteht und allmählich zu einer Hülle des Auferstehungsleibes wird. Damit diese Einheit möglich wird, entwickelt die geistige Welt ein Organ der Intuition in der Bewusstseinsseele, so wie der physische Leib für sie die Sinnesorgane aufbaut. Dieses Organ entsteht aus der anschauenden Kraft des Denkens und ermöglicht uns Intuitionen, die vom Geist kommen. Die Ausbildung dieses Organs ist die selbständige Aufgabe jedes Menschen. Der substanzielle Astralstrom von der Zukunft zur Vergangenheit und der Evolutionsstrom von der Vergangenheit zur Zukunft bilden an und für sich nicht die dreieinige individuelle Seele, sie schaffen lediglich die Voraussetzungen für ihre Entstehung. Diese Seele kann entstehen, wenn der Strom der Entwicklung auf der Senkrechten zum von den Himmelshöhen herabströmenden Christus-Impuls aktiviert wird. Erst dann wird das Organ der Intuition ausgebildet. Ohne das anschauende Denken besucht die Intuition den Menschen nur ausnahmsweise in Form spontaner Erleuchtungen der Empfindungsseele (hauptsächlich bei Kunstschaffenden) bzw. der Verstandesseele (bei wissenschaftlich tätigen Menschen). In beiden Sphären fehlt aber die dauerhafte bewusste Einheit mit dem Geistselbst und noch mehr mit dem Geistesmenschen. Zudem können dann die Intuitionen luziferisch oder ahrimanisch gefärbt, statt christlich sein. Sie offenbaren womöglich die alte Weisheit des Heiligen Geistes vom alten Mond und der Mensch könnte sogar Visionen erleben, die allerdings keinen Bezug auf seine gegenwärtige oder zukünftige Entwicklung haben. Wenn man die Kulturepoche weiterhin auf dem Wege der Involution erlebt und passiv den geistigen und anderen Impulsen folgt, wird das Ich in keiner Weise stärker. Auf diese Weise geht die ganze Zivilisation unvermeidlich ihrem Verfall zu. Zukünftig werden sogar unsere Sinnesorgane, die wegen der Ausbildung unseres Ich-Bewusstseins geschaffen wurden, auch verfallen. Unser Auge wird etwa nur die schwarze und weiße Farbe unterscheiden können. Dem niederen Ich wird dann die Existenzgrundlage entrissen und der Mensch wird von der Evolution abfallen.

Hierfür bietet die Gender-Ideologie ihre eigene Variante eines Auswegs aus dem unvermeidlichen Zusammenbruch der heutigen Zivilisation. Doch diese Variante gründet sich auf dem Egoismus des Ich. Die amerikanische Philosophin ungarisch-russischer Herkunft Judith Butler stützte sich bei der Formulierung ihrer Theorie des Gender-Mainstreaming auf die Spekulationen einiger extravaganter westlicher Psychiater aus den 60er Jahren sowie auf die Ansicht Hegels über die freie Wahl. Das Gemisch hat sie in pseudowissenschaftliche Phrasen eingepackt und so ist ihr 1990 veröffentlichtes Werk „Gender Trouble – Feminism and the Subversion of Identity“ entstanden, das die philosophische Grundlage einer sozialen Praxis bildete, welche in die westlich von uns befindlichen Gesellschaften mit unaufhaltsamer Macht eingezogen ist. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die Epoche der Bewusstseinsseele das Trennen von allen „Reichtümern“ verlangt, die mit der uns versklavenden Vererbung, der Unterdrückung der materiellen Kultur usw. zusammenhängen, damit wir mit leerem Ich-Bewusstsein durch das „Nadelöhr“ gehen und uns ins Himmelsreich – in die Sphäre des Ich – erheben können. Alle „Reichtümer“ des Intellektualismus und der sinnlichen Wahrnehmung sind bei diesem Aufstieg nur hinderlich. Die Genderisten verlangen berechtigterweise nach einem Bruch mit den sozialen Rollen in unserem Leben, einschließlich im Geschlecht – aber sie wollen das auf ahrimanische Art erreichen – nämlich vorzeitig. Das, was wir hier als unser Vervollkommnungsziel bisher beleuchtet haben, lässt sich Stufe um Stufe auf dem Wege der Evolution durch einen Übergang zum Ich erreichen. Die Hauptursache für den Verfall der gegenwärtigen Zivilisation ist die Krise ihres systembildenden Faktors – des Ich. Der Genderismus will uns den Ausweg über das Ich zeigen, allerdings nicht auf der nach oben zu den Hierarchien strebenden Senkrechten, sondern in die genau entgegengesetzte Richtung, die dem Mondenstrom der Evolution zu den Tiefen der sozialen Hölle im Unbewussten folgt. Auf diesem Abwärtsweg werden wir nie unsere Beziehung zum Schutzengel, Volkserzengel und zum Zeitgeist Michael festigen können, um Christus im Ich zu finden. Die Bewusstseinsseele ist eine Ich-Form des Bewusstseins und nur mit ihr können wir zum Geist aufwärtsstrebend in rechtmäßiger Weise Zeit und Raum verlassen. Der Genderismus führt zu Luzifer, Ahriman und Asuras und direkten Weges in die Fänge des Sonnendämons Sorat. Doch Sorats Einmischung wird nicht mehr notwendig sein, wenn wir vorher schon unser Ich verloren haben werden. Die falsche luziferisierte Gender-Freiheit führt unvermeidlich zum Karma Ahrimans, und Ahriman bereitet für uns den dritten Sündenfall vor. Nachdem wir aus der geistigen Welt auf die Erde und später mit dem reflektierenden Denken auch aus der Natur vertrieben worden sind, wird nun auch der Austausch des Gehirns gegen den künstlichen Intellekt vorbereitet. In unserem Ich ist das Weltall immer noch zweieinig. In ihm hat die Substanz zwar das Leben verloren, jedoch noch nicht die Form, die die Logik ist. Und die Logik ist eine geistige Tätigkeit, welche die letzte, periphere Erscheinung des Heiligen Geistes im Menschen zum Ausdruck bringt. Durch diesen Raub des Reflexionswerkzeugs wird uns selbst das abstrakte Denken weggenommen, auf dem das Ich ausgebaut wurde. Der Mensch wird aus dem eigenen fünften Naturreich vertrieben, das er sich im Laufe der Kulturentwicklung erworben hat. Hier mischen sich schon die Asuras ein, die hinter dem Angriff auf das Ich und die Bewusstseinsseele stehen. Die Asuras sind bestrebt, Ich und Bewusstseinsseele unter ihre Kontrolle zu bringen und dadurch unrechtmäßigerweise zum Ich und zum Weltenkreuz Christi vorzudringen. Sie wollen Seinen Platz als Gleichgewicht-Erhalter zwischen Luzifer und Ahriman einnehmen.

Sorat hat ein noch wichtigeres Angriffsziel – den Auferstehungsleib. Aus diesem Grund behaupten wir, dass er einer der Geister des Willens ist, die dem jetzigen Zyklus zugrunde liegen. Sorat ist der Gegner der Oktave, des Übergangs zum nächsten Zyklus. Seinen todbringenden Atem kann jedoch nur derjenige bemerken, der eine konkrete Einstellung zum Auferstehungsleib erreicht hat. Da das heutzutage nur wenige Menschen können, fällt den meisten Menschen die Unterscheidung von Gut und Böse so schwer.

Einerseits sehnt sich die Gender-Ideologie nach der Freiheit, jedoch in luziferischer Weise, ohne den Heiligen Pfingstgeist, andererseits treibt sie uns unumgänglicherweise in neue Sphären des Gruppenbewusstseins, die mit der Epoche der Bewusstseinsseele absolut unvereinbar sind. Die Organisationen von Schwulen, Lesben, Transsexuellen, ja die Rockerbanden und die Aussicht, dass die ganze Menschheit zu einer Masse von Biorobotern mit mechanischem Bewusstsein wird, stellen allesamt Entartungen der Idee des Zyklus dar. Wie wird dann wohl die Idee des nächsten Zyklus aussehen?! Diese Entartungen bringen uns zur Ausgangsposition unserer Entwicklung in einer Art zurück, die mit dem Einweihungsweg nichts zu tun hat. Auf diesem Einweihungsweg kehren wir auch zum alten Saturn zurück, jedoch geschieht das bewusst über das Ich und indem die Stufen des übersinnlichen Bewusstseins zurückgelegt werden. Luzifer will eine neue Schöpfung einleiten, an deren Anfang er sich selbst setzen will. Die Substanz will er entsorgen. Im Unterschied zu ihm will Ahriman die ganze Substanz in seine Gewalt bringen, sie in die Sphären des Unterbewussten entführen und auf der Grundlage des Mineralreichs eine eigene Schöpfung anstelle der Vergangenen einleiten. Das wollen die Genderisten ja auch! Wenn wir den beiden Widersachern folgen, werden wir uns nie seelisch-geistig mit dem Kopf zur geistigen Welt drehen.

Wie bereits erwähnt, sind die Ansichten der Konservativen und Liberalen heutzutage dermaßen entstellt, dass sie unter den Bedingungen der globalisierten Welt seltsame Metamorphosen erfahren. Die Liberalen treiben den Menschen zur unsteuerbaren Willkür seiner niederen Natur, was als „Internationalismus“ ausgegeben wird. Doch sie werden wütend, wenn ihr Recht aufs Wahnsinnigwerden verletzt wird. Dann werden sie zu ausgeprägten „Konservativen“. Die Vertreter des Konservatismus bestehen auf das Nationale, doch wir sehen am Beispiel des russischen orthodoxen Nationalismus und des türkischen islamischen Nationalismus, was für absurde Formen das Nationale im michaelischen Zeitalter annehmen kann. Die Schäden, welche die heutigen Liberalen und Konservativen dem menschlichen Bewusstsein zufügen, sind irreparabel – insbesondere, wenn Kinder im frühesten Alter betroffen sind. Die Absichten der Gender-Ideologen in Hinblick auf die Kinder sind Schauder erregend. Sie streben danach, dem Menschen, der bis zu seinem 21. Jahr national bedingt ist, das Erleben der einheitlichen Volksseele, das „Knochensystem“ seines weiteren Lebens zu entziehen. Der Abbruch der Beziehung zum Volkserzengel wird durch die Förderung der sexuellen Zügellosigkeit ab frühestem Alter ermöglicht. Es ist kein Zufall, dass die Theoretikerin des Genderismus eine Lesbe ist. Früher habe ich viel Zeit der Lektüre von Büchern gewidmet, die Begegnungen mit „Außerirdischen“ schildern. Die Zeugen solcher Begegnungen erzählten oft, dass das Hauptinteresse der Besucher aus den „Schüsseln“ dem menschlichen Gehirn und unserem Reproduktionssystem gilt. Wir wissen, dass diese sog. „Außerirdischen“ aus der unterirdischen ahrimanischen Schule stammen, die Ahriman als Gegenstück zu der übersinnlichen Schule Michaels gegründet hat, welche nach dem 15. Jahrhundert im Gebiet der Sonne existiert hat. Diese „Außerirdischen“ sind nichts anderes als verhärteter Äther, weshalb ihre „Raumschiffe“ so merkwürdig manövrieren.

Es ist durchaus erklärbar, warum Ahriman nach unserem Gehirn greift – durch unser reflektierendes Denken will er unsere kosmische Intelligenz rauben. Zusammen mit Luzifer lassen sie über diese ahrimanisierte Intelligenz Ideologien wie den Genderismus entstehen. Besonders gefährlich ist dabei der Angriff auf das Geschlecht, durch das wir uns reproduzieren. Bisher hat sich keiner erdreistet, das Geschlecht in Frage zu stellen! Nun ist auch das Geschlecht an der Tagesordnung! Die blutsverwandtschaftliche Liebe ist sinnlich, aber in ihr wirkt das höhere, reine Prinzip aus der Liebe der Formgeister weiter. Dank diesem Prinzip dient der Mensch aufopfernd der Fortsetzung des Menschengeschlechts. Die Welt wird aus dem Opfer, aus der Hingabe erschaffen und das ist die Grundlage jedes Lebens. Das Hauptopfer, die All-Liebe in unserem Zyklus ist Christus selbst. Das Gegenstück der Liebe ist nicht der Hass, sondern die Weisheit. Indem sie die Liebe durchzieht, verleiht sie ihr die Form. In der erschaffenen lebendigen Form stehen sich beide Prinzipien als Leben und Bewusstsein entgegen und über ihnen regiert der Wille des Gott-Vaters als allumfassende Einheit. So sah es aus bis zur Ankunft Christi. Wir waren bereits geschlechtergeteilt und die beiden Paradiesbäume haben sich im Geschlechtsakt ineinander verflochten, damit etwas Neues geboren werden konnte. Das individuelle Leben ist das Ergebnis der Verschmelzung der Liebe und Weisheit im Anderssein, im Fleisch. Die Liebe als die Fortsetzung des Stammes wird von der höheren Weisheit regiert. Aus der Liebe zwischen Mann und Frau entsteht der Wunsch, ein Kind zu schaffen. Im Altertum wurden die Beziehungen zwischen den Geschlechtern von den Priestern geregelt, aber die Menschen führten ein sinnvolles und inhaltsreiches Leben. Keiner wäre auf die Idee gekommen, sich über „mangelnde sexuelle Vielfalt“ zu beschweren. Der Mensch schließt in seiner Einheit das männliche und das weibliche Prinzip ein und die physische Geschlechtertrennung ist nur ein vorübergehender Zustand. Doch diese Trennung wird durch die Ehe kompensiert. Die Liebe, die zur Ehe führt, beginnt bei einer gesunden Beziehung mit dem Erhabenen. Nur das Erhabene ist in der Lage, die Ehe im späteren Verlauf des Lebens aufrechtzuerhalten, es vertieft die Beziehungen, die gegenseitige Achtung usw. Doch Luzifer hat die blutsverwandtschaftliche Liebe mit dem Egoismus und der Begierde durchzogen. Seitdem liebt der Mensch und denkt an die Liebe, weil er begehrt. Alles, was später dieser Liebe als Erotik oder Sexualität – wie es im Westen genannt wird – beigemischt wurde, kam vom anderen Aspekt der Liebe – der Liebe zu sich selbst, dem Existenzialismus der Begierden, in denen Luzifer herrscht. Die geschlechtliche Begierde ist gleicher Natur wie der Hunger und der Durst. Sie erreicht wie alles andere, was in den sinnlichen Wahrnehmungen lebt, die Seele auf den Wellen der Erwartungen, die von außen an die Tür klopfen. Deshalb umgibt uns die Massenkultur von allen Seiten mit wilden erotischen und antimenschlichen Wahrnehmungsobjekten. Das war der Anfang der sexuellen Revolution. Von allen Verlangen hat das sexuelle die engste Beziehung zum alldurchdringenden Prinzip des Seins – zur Liebe – und zur Ausbildung des Bewusstseins. Deshalb ist die Sexualität ein Feind sowohl der Liebe als auch des Bewusstseins. Sie ist Hass, sie ist das höchste Ausmaß an Egoismus.

Auf der nächsten Etappe sind die Begründer und Schaffenden der sexuellen Revolution noch weiter in der Absonderung der sinnlichen Liebe von deren göttlicher Herkunft gegangen. Nicht nur haben sie die Liebe der Sexualität gleichgesetzt, sondern sie propagieren die eingeschlechtlichen Beziehungen, die eine fürchterliche Dissonanz, eine Todessünde in der menschlichen Entwicklung darstellen und zu einer Ausweglosigkeit führen. In der eingeschlechtlichen „Liebe“ gerät der Mensch in Widerspruch zu seiner eigenen Evolution im Laufe von 30000 Jahren während der Atlantischen und Nachatlantischen Wurzelrassen. In der Ehe zwischen Mann und Frau müssen die Menschen über das zukünftige Erlangen der Einheit lernen. Wenn die Zeit der kolossalen geistigen biologischen Mutation des Menschen kommt, welcher die Erfahrungen seiner früheren Inkarnationen in beiden Geschlechtern und die Kraft zur Überwindung seiner niederen Begierden angehäuft hat, wird er in der Lage sein, in sich die alte Einheit auf individuelle Art wiederherzustellen. Diejenigen Menschen, die keine Erfahrung und Kraft dazu haben, gehen das Risiko ein, von der Evolution abzufallen und ein untermenschliches Reich zu bilden.

Im apokryphen Philippus-Evangelium heißt es über die Geschlechtertrennung: „Als Eva noch in Adam war, gab es keinen Tod. Als sie von ihm getrennt wurde, entstand der Tod. Wenn sie wiederum hineingeht und ihn annimmt, wird kein Tod mehr sein… Deswegen ist Christus gekommen, damit er die Trennung, die von Anfang an bestand, wieder beseitige und sie beide vereinige und denjenigen, die in der Trennung gestorben sind, Leben gebe und sie vereinige.“

Christus kam, um die beiden Paradiesbäume zu vereinigen, die Liebe und die Weisheit, die Frau und den Mann. Im Garten Gethsemane hat Er sich nicht dem Willen des Vaters unterordnet, sondern dem Gott der All-Liebe selbst. Deshalb ist auch das Phantom auferstanden. Es ist der Mensch in der richtigen Gestalt auferstanden.

Die Gender-Sexualität ist ein kolossaler Angriff auf diese Vorbestimmung des Menschen. Sie wirkt gegen Michael als Zeitgeist und gegen die michaelische Wirkung im Menschen, gegen die Vereinigung der beiden Paradiesbäume, gegen die Synthese der Mysterien des Logos und der Sophia, die zur neuen Reproduktionsart führt, gegen die richtige Vorbereitung des Menschen auf die Vereinigung des Mondes mit der Erde und die Wiederherstellung der Dreieinheit zwischen Erde, Mond und Sonne als den mächtigen kosmischen Gral. Der Genderismus wirkt gegen die Verwandlung des Menschen in ein Ich, gegen seinen Aufstieg zur Oktave während der Vulkan-Verkörperung der Erde und letztendlich gegen den Übergang zum nächsten Evolutionszyklus des Heiligen Geistes. Der Genderist arbeitet gegen sich selbst, gegen den Heiligen Geist und daher ist seine Sünde unverzeihlich.

Die Folgen dieser Ideologie sind nicht messbar, deshalb darf die rote Linie, die zu ihr führt, nicht überschritten werden. Das weibliche Leibergefüge ist besonders wertvoll und sollte für die nächste Kulturepoche bewahrt, gehütet werden, wenn es der Anziehung von Himmelsprozesen zu den Erdenprozessen dienen wird. Die Verknüpfung des Schutzes der Frauen mit dem Genderismus in der Istanbuler Konvention ist fatal. Eine der vorrangigen Aufgaben des Menschen, der Kultur und Zivilisation schlechthin ist es, die Liebe von der Sexualität zu trennen. Die sexuelle Freizügigkeit ist nicht der Ausdruck der sich befreienden Persönlichkeit in der Epoche der Bewusstseinsseele. Vielmehr führt sie zur Entstehung einer wahnsinnigen Welt, in der die entartete Missförmigkeit den Platz der Schönheit bezieht, in der die Sünde zur neuen Tugend proklamiert und die Weltharmonie von Grund auf zerstört wird. Und das will man uns als etwas Fortschrittliches aufzwingen! Der nächste Schritt auf diesem verhängnisvollen Weg ist bereits getan – die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare. Es wird irgendwann die Aufhebung des Inzestverbots folgen, allmählich wird der Weg zur Pädophilie gebahnt und zum Schluss auch der Kannibalismus gesetzlich geregelt werden. Die „zivilisierte“ Welt ist in dieser Hinsicht ziemlich weit „fortgeschritten“. Sie begreift nicht, dass die heutige Sexualität schwarze Magie darstellt, die die Bewusstseinsseele ertränkt. Als Ergebnis tritt der Tod der Kultur ein. Heute wird selbst der Intellekt mit vererbt und die Vertreter der angelsächsischen Rasse erhalten auch die Bewusstseinsseele vererbt. Wenn sie die Bewusstseinsseele an die abstrakte Intelligenz binden und sie in die instinktive Grundlage der Empfindungsseele eintauchen, verfällt sie dort und wird zum Anziehungszentrum von Zerstörungskräften. In den Instinkten regiert der Gruppenegoismus jeglicher Provenienz –  der  rassenmäßige, nationale, korporative usw. Die Bewusstseinsseele wird in den Dienst der zahlreichen Doppelgänger des Zeitgeistes, der Volksgeister, der Schutzengel gestellt. Wenn die Bewusstseinsseele in die Gefangenschaft der Doppelgänger gerät, ist sie dem endgültigen Verfall geweiht.

Bei all diesen schrecklichen Aussichten kann man sich die unvermeidliche Frage stellen, warum wir dem totalen Irrsinn verfallen und nicht zu einem Aufstieg durch eine Änderung der Bewusstseinsform kommen. Dies macht nämlich den wahren Globalismus aus und verwandelt den Menschen in ein Hierarchiewesen. Die Antwort ist klar: Es steht der Zusammenstoß mit dem inkarnierten Antichrist. Nun können wir schon mitteilen, dass er sich im Jahre 2029 inkorporieren wird, wenn sein Gefäß das 30. Jahr erreicht. Ahriman wird im Gefäß drei Jahre leben. Die nächste Frage lautet, wer das Gefäß ist. Diese Frage kann auch schon beantwortet werden.

Wir wissen aus der Anthroposophie, dass sich in der Zeitenwende in Mittelamerika die satanischen Mysterien der Maya abgespielt haben, bei denen die Beziehung zu den dunklen Mächten durch das Aufschneiden des Magens des Opfers hergestellt wurde. Laut Steiner war damals der stärkste Schwarzmagier auf Erden inkarniert, der jemals unter den Menschen gelebt hat[2]. In seinen früheren Inkarnationen wurde er auch durch die Teilnahme an satanischen Ritualen vorbereitet, dass er zur Zeitenwende so starke Kräfte entwickeln konnte, um die Entwicklung in der vierten und fünften Kulturepoche in eine Richtung zu  treiben, die den Absichten der ahrimanischen Wesen völlig entsprach. Die kolossale Gefahr, die von diesem Schwarzmagier ausging, wurde vom weißen Magier Vitzliputzli gebahnt, der „auf übersinnliche“ Art gezeugt und im Jahre Null geboren wurde. Als er das 30. Jahr erreicht hatte, kämpfte er drei Jahre lang gegen den Schwarzmagier und hat ihn gekreuzigt. So hat Vitzliputzli den höllischen Plan des Schwarzmagiers vereitelt. Neun Jahrhunderte später hat sich dieser Schwarzmagier wieder als der Gegner der rechtmäßigen Menschenevolution inkarniert – als Klingsor – der Feind Parsifals und Amfortas‘, der Feind des Gral und des Christus. Dieser ahrimanische Schwarzmagier hat sich am 11.08.1999 wieder inkarniert und er ist derjenige, der vorbestimmt ist, Ahriman in sich aufzunehmen. Bisher wissen wir nicht, wie die Inkorporation selbst verlaufen wird, doch dieser Magier ist an sich schon ein ernstzunehmender Gegner. Wie stark wird er wohl sein, wenn Ahriman in ihn eintritt?! Ist sich der heutige Mensch des abstrakten reflektierenden Denkens überhaupt bewusst, was ihn erwartet?!

Die verfallende Materie wird nicht ewig lang den Geist reflektieren, und das Ich existiert nur aufgrund der Gnade dieser Reflexion. Es besteht die Gefahr eines zweiten Todes – des Seelentodes, der den Menschen aus dem Evolutionsprozess entfernen wird. Als Ergebnis wird er jegliches Bewusstsein verlieren. Der Mensch wird einfach verrückt werden! Am Anfang haben wir erwähnt, dass im Punkt, in dem sich der physische und der Ätherleib vereinigen, auf der einen Seite das Wärmeelement und der Wärmeäther sind. Dort wird die Materie in Geist umgewandelt und umgekehrt. Auf dem entgegengesetzten Pol stehen sich der Lebensäther und das Element Erde – das gröbste Element –  entgegen. Zwischen beiden besteht ein Abgrund, doch dort entsteht auch das Phänomen der Reflexion. Das Leben zieht sich vom Physischen und Mineralischen zurück, die Materie stirbt und der Astralleib nimmt die Schatten der Berührung des menschlichen Gehirns mit den lebendigen Welt-Intelligenzen wahr. Das abstrakte Denken unterbricht allmählich die Verbindung des Wärmeäthers mit dem menschlichen Willen, es zerstört den Lichtorganismus des Menschen und die Gefühle. Durch die Sprache tötet das abstrakte Denken den Weltenton und das Denken und vertreibt schließlich das Leben und den Sinn aus der menschlichen Existenz. Der Mensch wird nur in das Mineralische hineingetrieben, das eine illusorische Form der Substanz ist, so wie das reflektierende Denken ein Schatten des kosmischen Denkens ist.

Der Gedanke lässt sich nicht verdinglichen, sondern er wirkt auf den Stoff indirekt über den Weltäther ein. Als Zeitgeist hat Michael eine besondere Beziehung zum Weltäther – der entstehenden Zeit, die zur Zukunft führt. Beim zweiten Golgatha ist Christus durch die nathanische Seele als Bewusstsein im Lichtteil des menschlichen Ätherleibes auferstanden, damit Seine zweite Wiederkunft beginnt, die dort imaginativ angeschaut werden kann. Somit wurde durch das astrale Licht der Weg des Heiligen Geistes aus dem Plan der Vorsehung zum Lichtäther gebahnt, damit Er in ihn den Christus-Impuls aus der hohen Sphäre der 12 Bodhisattvas herunterholen kann. So war der Christus-Impuls in der Lage, über den Heiligen Geist selbst den Wärmeteil des menschlichen Organismus zu erreichen, in dem die Materie in Geist ungewandelt wird. Dieses Opfer war notwendig, damit das Christus-Bewusstsein bis zum Wärmeäther herabsteigen kann. Durch das Mysterium von 1936, das Christus gemeinsam mit der nathanischen Seele, den exkarnierten Michaeliten und dem auf der Erde weilenden Bodhisattva darbrachte, hat Er sich gewissermaßen den Weg der direkten Verbindung mit dem Wärmeäther gebahnt. Nun hält Er sich dort als kosmische Liebe auf. Diese Liebe muss die Menschenseele im Inneren zum Wirken bringen. Der Weg zur geistigen Welt beginnt mit der Moralität, und die Moralität ist Christus selbst. Aus dem Willen im Wärmeäther steigt der Mensch mit der Christus-Moralität durch den Lichtäther, der mit dem Weltgefühl zusammenhängt, zum Klangäther auf, der mit dem reinen Denken zusammenhängt. So geht der Mensch vom Ich zum Lebensäther im Ich über und gestaltet auf radikale Art seinen Ätherleib um – durch die Kommunion des Lebensgeistes Christi, durch das Ich Christi als Buddhi. Das macht das Wesen der Erhebung zur Sonnenevolution aus, und dort befindet sich der Geistesmensch Christi. Er erwartet von uns, dass wir Ihm nicht einfach den Lebensäther des Zyklus darbringen, sondern das ewige Leben, das über allen Zyklen steht. Dieses ewige Leben richtet der Mensch auf die Sonne in Form einer fünften Ätherart – des Gedankenäthers –, der uns aus dem Leben des Zyklus, das sich in den vier Ätherarten manifestiert, zum ewigen Leben des nächsten Zyklus führt.

Der Lebensäther ist die ätherische Widerspiegelung aus der Sphäre des höheren Devachan, der Klangäther – eine Widerspiegelung des niederen Devachan (der Planetensphäre) und der Lichtäther – der Astralwelt (Elementarwelt). Nur der Wärmeäther hat kein makrokosmisches Urbild, insofern er an der Grenze zwischen Ätherleib und physischem Leib wirkt. Dafür bildet er die Grundlage der freien Entwicklung des Menschen und dessen Erleben des individuellen Ich. Als Arche hat Michael eine besondere Beziehung nicht nur zum Wärmeäther, sondern auch zum menschlichen Willen und zum Geistesmenschen. Unser Weg zur geistigen Aufrichtung beginnt mit dem Bewusstsein Michaels und der Moralität Christi. Beides stellt die Annahme des erneuerten Palladiums in den menschlichen Willen dar. Das macht die Einweihung mit dem „Eisen und Brot“ aus, die Einweihung mit den erneuerten Paradiesbäumen – dem Geistselbst und dem Lebensgeist.

Laut Steiner besteht das Wesen der Wirkung Michaels in uns in der Fähigkeit, das Denken zu vergeistigen und Ideen-Offenbarungen zu empfangen. Zu seiner Lebenszeit – so Steiner – gab es keine geeigneten Bedingungen zum kollektiven Übergang der Menschheit zu dieser Transformation des Denkens, obwohl er selbst die neue Beziehung zur geistigen Welt dank der Erfahrungen aus seiner früheren Inkarnationen und der Anstrengungen des letzten Lebens gebahnt hat. Mit dem Zweiten Golgatha Christi am Ende des 19. Jahrhunderts konnte das geistige Licht zum Menschen herunterströmen. Doch damit sich der Mensch zum Geist erheben konnte, mussten in ihm völlig neue Kräfte hervorkommen, die „das Böse zum Arbeiten zugunsten des Guten einspannen“. Diese Kräfte gab es vorher nicht. Nur der gute, innerlich moralische Mensch kann mithilfe des Verstandes zu den lebendigen Ideen aus der kosmischen Intelligenz aufsteigen und sie fruchtbringend in die Zivilisation eintragen. Diese Kräfte kamen im Untergrund unserer Seele mit dem Mysterium von 1936 hervor, das ein Drittes Golgatha Christi darstellt. Diese Kräfte ermöglichten die Ausstrahlung des Heiligen geistigen Impulses am Ende des 20./Anfang des 21. Jahrhunderts von Bulgarien aus, den Steiner als den Höhepunkt der Anthroposophie vorhersagte. Die Platoniker und Aristoteliker und vor allem die Bogomilen als die Synthese der beiden sind bereits da und leiten diesen Impuls auf der Erde weiter, damit die gegenwärtige Zivilisation nicht vollständig zusammenbricht und wir uns auf die bevorstehende Begegnung mit dem Antichristen vorbereiten können. Wer das Vorhandensein des Impulses nicht erblickt, ist folglich noch nicht bereit. Dieser Impuls ist die Manifestation des Christus im Menschen, die Manifestation des Ich, des Gottes im Menschen. Die Ausstrahlung eines gegebenen Impulses wird immer durch eine Individualität verwirklicht und durch andere als solchen anerkannt. Das Erleben Gottes durch das menschliche Ich ist der wichtigste Sinn unserer Existenz im gegenwärtigen Zyklus, mit dem wir uns auf den nächsten Zyklus vorbereiten. Das ist auch der Sinn des Vorhandenseins Christi im heutigen Zyklus – des Gottes in uns.

Die geistige Aufrichtung geschieht nicht auf der Grundlage der Demokratie, in der die Meinung der Mehrheit herrscht. Im geistigen Leben stellt das eine Rückkehr zur Gruppenbewusstseinsform dar, die zur Verdummung der Massen und zu immer mehr Grenzüberschreitungen seitens der Regierenden führt, die oft in Diktaturen ausarten. Bei den Bulgaren wird das eher nicht eintreten, obwohl Millionen von ihnen so gut wie verblendet sind. Doch im Astralleib des bulgarischen Volkes wirkt das siebengliedrige Wesen des Heiligen Impulses. Das ist die Grundlage, auf der die Zukunft der Bulgaren und der Welt fußen wird. Diese Grundlage erträgt keine Gender-Ideologie oder andere leere Doktrinen, die die Frucht des reflektierenden Denkens sind. Ende 2017 wurde der Premier Bojko Borissov in Hinblick auf die Istanbuler Konvention von zwei seiner Ministerinnen in die Irre geführt. Beide besitzen eine anständige abstrakte Intelligenz, aber sie befinden sich im Bezug auf das lebendige Denken auf der Stufe eines Leghorn-Huhns. Viele Bulgaren haben sich gegen die Konvention erhoben, Borissov hat seinen Fehler eingesehen und wir wollen hoffen, dass die rote Linie nicht überschritten wird. Jeder macht Fehler und wir dürfen uns nicht auf ihn stürzen, sondern ihm durch ein Gebet, eine Vorlesung oder den persönlichen Kontakt helfen. Vorläufig gibt es niemanden, der Bojko Borissov ersetzen könnte, denn durch ihn wirken die guten Mächte. Bulgarien erwartet also eine gute Zukunft. Borissov erfüllt das, was das siebengliedrige Astralwesen des Impulses von ihm verlangt. Hoffentlich macht er weiterhin so und dann wird Bulgarien zu jenem Frieden stiftenden Zentrum der Erde werden, in dem die gegeneinander kämpfenden Völker den Weg der Versöhnung suchen. Evolutionsmäßig am höchsten steht derjenige, der fähig ist, sich über die Widersprüche zu erheben und das Böse zum Guten zu wenden. Das führt uns zu den geheimnisvollen manichäischen Mysterien, auf die die Bogomilen des Mittelalters blickten. Auf diese Mysterien verweist auch der magische Akt der Synthese der beiden großen christlichen Impulse des 20. Jahrhunderts – der Anthroposophie und des Bodhisattva. Hinter ihnen stehen die Himmlische Sophia und Christus selbst. Die Synthese verweist auf die sechste Kulturepoche und darüber hinaus zu der sechsten Wurzelrasse. Wer die Synthese anerkennt, wird vor sich das Tor zur Ewigkeit öffnen!

 

[1] Vgl. GA 148, Vortrag vom 06.10.1913

[2] Vgl. GA 171, Vortrag vom  18.09.1916

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