Der Jahve-Elohim und das Mysterium des bulgarischen Volkes

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 26.02.2019 in Varna

Link zum Vorlesungs-Video

Die Vorlesung im PDF-Format

Zum Verstehen der Vorlesung ist es notwendig, folgenden von Beinsa Douno empfangenen Aufruf zu kennen: prizvanie

Anfang des Jahres hat mich ein Mann aus dem Kasanlak-Zweig der „Weißen Bruderschaft“ angerufen.Tief berührt, brachte er seine Dankbarkeit für das Werk, das ich in Angriff genommen habe, zum Ausdruck und bat mich, eine Vorlesung zu halten, mit der ich den Bulgaren eine Richtung für dieses Jahr gebe. Mit der vorliegenden Vorlesung „Der Jahve-Elohim und das Mysterium des bulgarischen Volkes“ werde ich auf seinen Wunsch eingehen und dabei auch ein 120 Jahre altes Rätsel lüften.

Wenn wir über Jahve reden, müssen wir zu den Gipfeln der Spiritualität aufsteigen und von dort aus die Antworten suchen, damit wir uns darauf verlassen können, dass wir in rechtmäßiger Weise zu ihnen vordringen können.

Dieser Gipfel führt uns unvermeidlicherweise zu dem vorherigen Entwicklungszyklus – dem Zyklus des Vatergotts. Wie wir bereits in früheren Vorlesungen hingewiesen haben, wurde damals unter den Bedingungen der höchstmöglichen vergeistigten Räumlichkeit und der fehlenden Zeit die Substanz für unseren Zyklus ausgearbeitet.

Dank der Offenbarungen, die während der Vorbereitung dieser Vorlesung empfangen wurden, können wir hinzufügen, dass der Substanz zwei Intentionen angelegt worden sind – die Sonnenintention und die Erdenintention, die nicht voneinander getrennt waren, sondern in völliger Harmonie bestanden. Das waren die Bedingungen, unter denen die Hierarchiewesen lebten und Jahve „Mensch“, d.h. ein Ich-Wesen wurde. Unter diesen Bedingungen übernahm Sorat die Aufgabe, für die Entwicklung der irdischen Intention nach dem Großen Mahaparipralaya zwischen den beiden Zyklen verantwortlich zu sein. Im neuen Zyklus sollte sich die Substanz in einer völlig anderen Art manifestieren.

Die Geister des Willens haben sich gegenüber den Cherubim geopfert und einer von ihnen war Sorat. Einerseits weilte er im Sonnenprinzip des vorigen Zyklus und andererseits wurde er dadurch, dass er eine Aufgabe mit Rücksicht auf die irdische Intention übernommen hatte, in einem gewissen Sinne Christus ähnlich, da Christus in unserem Zyklus die Verbindung zwischen beiden Intentionen sicherstellt. Aus diesem Grunde können wir Sorat – auch wenn dies absurd klingt – in gewissem Sinne mit einem  „Sohn“ des vorherigen Zyklus vergleichen. Doch während der Herabstieg Christi der irdischen Intention entlang nicht zum Auftreten des Bösen führte, sondern aus diesem Herabstieg an der Zeitenwende das höchstmögliche Gute entstand, sollte der Herabstieg bei Sorat zum ersten Mal in der Schöpfung zur Entstehung des Bösen führen.

Die Substanz stieg nach der Vorsehung des väterlichen Weltengrundes hinunter, welche durch die Hierarchiewesen verwirklicht wird. Vom Standpunkt des gegenwärtigen Zyklus aus betrachtet, kommt sie vom vorigen Zyklus, d.h. sie hat keinen Anfang, wurde unvorausgesetzt ausgestrahlt und geht nur vorwärts, indem sie sich endlos in den unterschiedlichsten Formen metamorphosiert. Die Formen entspringen der Begegnung mit der Weltidee, die unterwegs stattfindet. Im Unterschied zur Substanz ist die Idee hierarchisch und aktiv, sie hat keinen Anfang – sofern sie ständig aus der Welt des väterlichen Weltengrundes in sich selbst von der Zukunft emaniert. Aber sie hat ein Ende – das ist der Anfangspunkt des Herausfließens der Substanz im Akt der Uroffenbarung des väterlichen Weltengrundes im Punkt des absoluten Nichts. Die Idee ist die nichträumliche Grenze der Offenbarung und die Substanz wird in ihr widerspiegelt, um zum Punkt der Offenbarung des väterlichen Weltengrundes verändert zurückzukehren, nachdem sie auf diesem Weg im Leben metamorphosiert ist.

In der Evolution ist nur das Leben ewig. Es emaniert vom Sohnesgott und ist endlos. Der väterliche Weltengrund hat es in Christus als den absoluten Beginn des Ich angelegt und das wurde zum allbestimmenden Hauptprinzip des neuen Zyklus. Der väterliche Weltengrund manifestiert das Absolute in Seiner Offenbarung durch Christus. In diesem Sinne hat das ewige Leben vom Gottessohn, das durch die Evolutionszyklen verläuft, seinen Anfang im wahren Leben des Christus in Seiner Art in der Heiligen Trinität.

Indem die Hierarchiewesen die Aufgabe von den drei Hypostasen entgegengenommen haben, begannen sie an der Weltschöpfung je nach der erreichten Stufe ihres Ich zu bauen. Die Cherubim hatten zwar das Opfer der Throne nicht abgelehnt, trotzdem ging die Substanz auf dem alten Saturn abwärts, da in ihr die irdische Intention enthalten war.

Doch den wahrhaftigen Antrieb in diese Richtung gaben die Geister der Form in der vierten Lebensstufe/ Runde. Erst dann trennte sich das Sein vom Schöpferbewusstsein, damit das uranfängliche astralische Opferfeuer in das Wärmeelement umgewandelt werden und der Mensch seine erste Form des physischen Leibes erhalten konnte. Es ist gut, sich zu erinnern, dass die heutigen Geister der Form auf dem alten Saturn das Ich-Bewusstsein eines Engels hatten – jedoch unter ganz anderen Bedingungen. Sie waren damals Geister der Form und bleiben es heute noch, denn das entspricht ihrer Funktion in der Weltordnung. Auf dem alten Saturn hat uns Jahve aus dem Wärmeelement geformt, wobei die Unterschiede in unserer Form auf die Ergebnisse der Gesamtevolution der Weltschöpfung und die konkreten Evolutionsmöglichkeiten der einzelnen Wesen zurückzuführen sind.

Am Ende der alten Mondzeit erhoben sich sieben Geister der Form zum Bewusstsein von schaffenden Göttern, die fähig waren, menschliche Ich-Wesen im nächsten Äon der Erde zu schaffen. Während der hyperboräischen Wurzelrasse haben sich sechs dieser Elohim auf der Sonne abgesondert, von wo aus sie viel später die geistige Kraft der Liebe zu den Menschen herabsandten. Deshalb werden sie auch ‚Geister des Lichts‘ genannt. Der siebte Geist der Form Jahve blieb mit dem Paar Erde-Mond verbunden. In der dritten Periode der lemurischen Wurzelrasse befand sich die Menschheit immer noch in der geistigen Welt, die uns aus der Bibel als ‚das Paradies‘ bekannt ist. Doch nach dem Plan des väterlichen Weltengrundes soll der Mensch später zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigen. Dazu muss er zuerst zur Freiheit im Sinne eines individuellen Ich gelangen und danach aus der Freiheit zur Liebe im Sinne Christi in einer Art heranwachsen, die sich von der Aufstiegsart der übrigen Ich-Wesen unterscheidet. Dieser neue Weg wird dem Menschen auch seinen Hierarchienamen geben, der uns bisher unbekannt ist. Wir wissen soweit nur, dass er das Ergebnis unseres gemeinsamen Weges durch die Prüfungen des Bösen sein wird. Wir werden diesen Weg zusammen mit dem Erlöser zurücklegen und das Böse in ein individualisiertes Gutes verwandeln. Dieses Gute wird sich erheblich vom uranfänglichen nichtmanifestierten Guten unterscheiden, welches das Böse nicht kennt.

Es ist aus der Anthroposophie bekannt, dass wir die Ich-Form für die ganze Menschheit von den Geistern der Form erhalten haben, die im Gruppenwesen Jahve-Elohim vereinigt waren. Jedes Mitglied dieser Gruppe von sieben Individualitäten konnte nur ein einzelnes Element der menschlichen Form erschaffen. Deshalb mussten sich die Elohim vereinigen, um uns als Ganzheit zu erschaffen. Hinzu kommt, dass die Veranlagung des Funken des Ich in die Form eine Hinwendung der vereinigten Elohim zur geistigen Sphäre über den Seraphim erforderte. Aus dieser Sphäre haben sie den Funken des Ich erhalten. Der Mensch wurde eine lebendige Seele und bestieg den langen Weg der Individualisierung der gemeinsamen Form, die die Geister der Form als eine Offenbarung herabgesandt haben. Nicht von ungefähr werden sie auch ‚Geister der Offenbarung‘ genannt. Wir nennen sie auch ‚Gewalten‘, da sie die Gewalt, die Macht haben, Menschen zu schaffen. In der hebräischen Geheimlehre heißen sie ‚Elohim‘ „diejenigen, vor denen wir vor ehrfurchtsvoll fiebern”. Von ihnen haben wir auch den Keim der Bewusstseinsseele erhalten, jedoch stand uns vor unserem Zeitalter eine lange Entwicklung bevor, bis wir mit der wesentlichen Verinnerlichung dieses höchsten Seelenanteils begannen, um eine bewusste Verbindung zur geistigen Welt herzustellen, aus der wir während der lemurischen Wurzelrasse vertrieben wurden.

Jahve hatte uns gewarnt, nicht von den Früchten des Baums der Erkenntnis zu essen, denn wir sollten für die übersinnlichen Welten sterben. Luzifer versicherte uns, dass wir nicht sterben würden und wenn wir von diesem Baum kosten, würden uns wie bei den Göttern die Augen für das Gute und Böse aufgehen. Als viel später Christus in Jesus herabstieg, hat Er uns daran erinnert, dass wir uranfänglich der Herkunft unseres Ich nach Götter sind. Luzifer hatte uns in die Falle des Irrtums hineingetrieben, dass wir nur mit dem Baum der Erkenntnis Götter werden könnten. Bis zu jener Zeit kannten wir nur das „Paradies“ der guten Astralwelt, aber es sollte zum ersten Mal im Zyklus des Gottessohnes auch eine böse Astralwelt erscheinen. Die Änderung hat Jahve selbst eingeführt, indem er sein „Mondenantlitz“ Michael „aktivierte“, der die luziferischen Wesen zur Versuchung des menschlichen Astralleibes antrieb. Bis zur Versuchung waren wir unsichtbar, da das Phantom des physischen Leibes noch keine äußeren Substanzen in sich aufgenommen hatte. Die Reproduktion erfolgte auch in übersinnlicher Art. Die stigmatisierte deutsche Anthroposophin Judith von Halle berichtete, dass Eva aus Adam an der Stelle herausgekommen ist, an der Longinus die Seite Jesu mit dem Speer geöffnet hat[1]. Aus dieser Stelle hat auch Eva geboren und das Kind kam wie im Traum durch das Wort, das aus reinen Lippen kam.

Nach dem Eingriff der luziferischen Wesen tauchte jedoch das Anziehen zum Irdischen auf, das Phantom begann sich mit Stofflichkeit auszufüllen und in das menschliche Herz nistete sich der Egoismus ein. Jahve hat uns aus dem Paradies vertrieben und der Cherub mit dem zweischneidigen Feuerschwert stellte sich vor die Pforte unseres bisherigen Heims. Seine Worte „ Eure Seelenorganisation hat sich gewandelt, die Himmelsreiche haben sich von euch getrennt“ erklangen wie die Stimme des kosmischen Gewissens, die tief in die Menschenseele eindrang und warnte, dass das Ich ein zweischneidiges Messer ist, das den Menschen zum Rang eines Opfer bringenden Hierarchiewesen erheben oder ihn in das Feuer des Abgrunds hineinführen kann. Diese Stimme des Gewissens hat Jahve in uns bewahrt und der Zugang zu ihr wurde Luzifer verwehrt. Es musste freilich ein langer Weg zurückgelegt werden, bevor der Mensch diese Stimme zum ersten Mal hörte und sie zu seinem ständigen Begleiter im Leben wurde.

Bevor sich der Mond von der Erde gelöst hatte und die böse Astralwelt entstanden war, erlebten wir die sog. „Mondenkrise“, bei der quasi ein einziges Menschenpaar auf der Erde blieb – Adam und Eva. Im Buch „Der Code der Schöpfung“[2] bin ich darauf eingegangen, was unter diesen Namen zu verstehen ist. Auch erwähne ich dort einige Individualitäten, die einen wertvollen Beitrag zur erfolgreichen Bewältigung dieser Krise geleistet haben, denn damals bestand die ernsthafte Gefahr, dass der Faden der Inkarnationen reißt und kein einziges Menschenwesen auf der Erde bleibt. In dieser Vorlesung möchte ich nur daran erinnern, dass nach der Trennung des Mondes von der Erde Jahve mit dem Mond verbunden blieb. Die restlichen sechs Elohim sandten von der Sonne aus die geistige Kraft der Liebe auf die Erde herab und Jahve sandte vom Mond aus seine reife Weisheit, mit der er das Erscheinen der Liebe im Menschen vorbereitete. Die vermittelnden Träger der Liebe waren die sog. „Mondenlehrer“ der Menschheit, die in ihrer Evolution über den Menschen standen. Sie nahmen im Ätherleib an den Mysterien teil, aber da ihre Weisheit nur instinktiv im Menschen sprechen konnte, haben sie sich gegen Ende der lemurischen Zeit von uns unserer Freiheit willen getrennt. Sie haben ihre Ätherform aufgegeben und befinden sich nun mit ihren Astralleibern im Inneren des Mondes, wo sie eine eigene Kolonie gegründet haben. Von dort aus versuchen sie, soweit möglich, die Erscheinungen des Luziferischen und Ahrimanischen in das richtige Verhältnis zueinander zu bringen. Sie sind die ersten übersinnlichen Wesen, denen wir nach unserem Tod begegnen.

Nachdem sich das luziferisierte Feuer in unser Herz eingenistet hatte, setzte ihm Jahve die kühlende Kraft des Ahrimanischen entgegen, welches in unser Gehirn hineinkroch. Der Erdenmensch, der auf das Kampffeld zwischen zwei entgegengesetzte Kräfte gestellt wurde, begann mit schnellem Tempo die böse Astralität auszubilden. Sie begann besonders stark nach dem Durchlaufen des zeitlichen Mittelpunktes der ganzen Erdenevolution in der vierten Unterrasse in Erscheinung zu treten. Gegen Ende der Wurzelrasse war der Missbrauch der schwarzen Magie so intensiv, dass er den „Kelch“ der göttlichen Geduld zum Überlaufen brachte und die Menschheit gesetzmäßigerweise in der Sintflut ertrank.

In der nachatlantischen Wurzelrasse verbanden wir uns mit der Stofflichkeit der Erde weiter und gingen auf das Erreichen unserer ersten Ich-Form zu, das auf dem immer lebensärmeren, sich mineralisierenden Gehirns basiert. Das abnehmende Leben gefährdete die Möglichkeit zur Schaffung neuer Formen der Evolution, die der Begegnung der Substanz und Idee entspringen. Der Prozess drohte aufzuhören und der Mensch wäre zu jenem Pfropf geworden, der den Evolutionsfluss „verstopfen“ und den uranfänglichen Plan des väterlichen Weltengrundes vereiteln kann.

Das Phantom des physischen Leibes wurde schwächer und es begann der Prozess des beschleunigten Verfalls. Die Rettung konnte nur von Christus kommen. Deshalb wurde Er Mensch und erlebte Tod und Auferstehung des Phantoms in einem Menschenwesen. Zu diesem Zweck brauchte er ein Gefäß – einen Leib, der den Erlöser der ganzen Menschheit aufnehmen konnte. Der Hauptverantwortliche für die Lösung der Aufgabe war unser Vater und Schöpfer Jahve, dessen Helfer der Erzengel Michael war. Sie hatten den „Sündenfall“ bewirkt und nun mussten Sie die Bedingungen seines Ausgleichs vorbereiten. Indem sich Jahve auf dem Mond aufhielt, hatte er eine möglichst feste Beziehung zur Erdentwicklung und wurde deshalb zu ihrem Regenten, der in einem hohen Maße die Wirkungen der restlichen sechs Sonnenelohim beseitigte. Allmählich wurde die menschliche Erinnerung an sie bleicher und sie wurden zu fantastischen Wesen. Jahve erhielt die Herrschaft über das menschliche Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kam am stärksten in demjenigen Volk zur Geltung, das auserwählt wurde, in sich den Leib für das herabsteigende makrokosmische Christus-Ich vorzubereiten. Zusammen mit Erzengel Michael inspirierten sie das gesamte geistige Leben des alttestamentlichen Volks. Aus der Heiligen Schrift wissen wir, dass sein Stammvater Abraham ist,  der aus Chaldäisch Ur herausgeführt und von Jahve durch Melchisedek in das Geheimnis der Schaffung des physischen und ätherischen Leibes für Gott eingeweiht wurde. Er konnte hellseherisch in die geistige Mondensphäre Jahves eindringen. Durch seine Einweihung in das Mysterium des göttlichen Ich-bin wurde zwischen dem Elohim und ihm ein Bund geschlossen, nach dem der Leib für Gott das Endergebnis des durch die Generationen fließenden Blutes sein sollte. Jahve sollte den Prozess bewachen, indem er die hebräischen Propheten als eine Nachtatmung inspirieren sollte. Was bedeutet das?

Die in das Wesen der alttestamentlichen Weltanschauung Eingeweihten begriffen, dass das Leben des Menschen nach der Geburt sich deutlich vom Leben im Embryonalzustand unterscheidet. Der Mensch wird ein Mensch, wenn er das lebendige Atmen berührt, das in einem Verhältnis zur ständigen rhythmischen Bewegung des Hauptgehirns steht, welches die Bewegung der Hirnflüssigkeit der Wirbelsäule entlang bis zur Magenhöhle und umgekehrt jeweils beim Aus- und Einatmen verursacht. Der Atmungsprozess selbst verläuft für den Menschen unbewusst und wenn darauf das Dasein aufgebaut wird, kommt man zum Verständnis des Lebens in abstrakten Gedanken, was im Alten Testament „ein Leben im Gesetz“ heißt. Jahve ist ein mächtiges Wesen aus der zweiten Hierarchie und deshalb half ihm beim Einverleiben des Ich-Impulses in die Vererbungskräfte der Erzengel Michael, der zur dritten Hierarchie gehörte. Die Denkfähigkeit der alten Israeliten kam aus diesen Kräften und wegen der Aufgabe, den irdischen Leib für den Messias zu schaffen, wurde dieses Denken ausschließlich zur Erde gerichtet. Steiner bezeichnet ihre Weltanschauung als „Geologie“.

Bei den anderen Völkern wurde das niedere Ich auf der Waagerechte des Evolutionsweges ausgebildet – als ein Zeitprozess der allmählichen Erhebung aus dem gruppenhaften zum individuellen Prinzip durch die Entwicklung der Empfindungsseele und nach dem Herausbilden der Begriffe der Verstandesseele. Im alten Griechenland und in Rom verlief der Weg zur Verstandesseele durch die Bearbeitung des Astral-und Ätherleibes mit Hilfe der weltlichen Kultur und der mannigfaltigen Formen des gesellschaftlichen Lebens. Die Eingeweihten traten in den Mysterien aus ihrem physischen Leib heraus, um in der übersinnlichen Welt dem kommenden Christus-Ich zu begegnen. Bei dem alttestamentlichen Volk geschah alles jedoch in einer völlig anderen Art. Das Judentum war keine Kultur der Individualität, sondern die Kultur eines Volkes, das im Vater Abraham seine gemeinsamen Wurzeln hatte. Sie dachten, dass die ganze Welt von solchen Menschen wie sie besiedelt sein sollte. In ihrer individuellen Entwicklung befanden sie sich auf der Stufe der Empfindungsseele und sogar des Empfindungsleibes, es fehlte die äußere Kultur. Demgegenüber wirkte Jahve stark von oben, der Senkrechte entlang, auf ihren dreigliedrigen Leib ein. Auf diese Weise konnte der Leib zum Träger des Ich-Bewusstseins durch die Vererbung werden und die Hauptaufgabe wurde erledigt. Die Eingeweihten waren fähig, Jahves Weisheit in  Offenbarungen zu empfangen, indem sie bewusst das Leben zwischen Einschlafen und Aufwachen erlebten. Dieses Leben ähnelt sehr stark dem Embryonalleben. Das war die Weisheit der Schlafatmung, die man für den „Odem der Nacht“ hielt. Folglich wurde Jahve auf dem inneren Weg gefunden, was für die südlichen Mysterien typisch war. Andererseits wurde er von außen vom Christus-Licht erhellt, was den nördlichen Mysterien eigen war.

Auf diese Weise vollzog Christus in Jahves Gestalt eine Art Vorsynthese der beiden großen vorchristlichen Mysterienströmungen und die Israeliten waren das diesbezügliche Versuchsfeld. Ihre ganze Geschichte erinnert an eine Gruppeneinweihung, was besonders deutlich nach dem Auszug aus Ägypten wurde, als Mose erschien. Dadurch, dass er von den ägyptischem Priestern eingeweiht wurde und den Ätherleib des großen Zarathustra erhielt, konnte er die höhere Offenbarung des unausgesprochenen Gottes als „Ich bin der Ich-bin“ empfangen. Der Vermittler war zwar Jahve, aber Mose erkannte nicht, dass in Jahve  Christus wirkte, denn er bekam die zehn Gebote von außen. Das herabsteigende makrokosmische Ich erschien ihm in den Naturelementen – im Feuer, Donner und Blitz, d.h. durch seinen Ätherleib und nicht von innen durch den Astralleib. Deshalb gelang es ihm, „das Versprochene Land“ zu erreichen, jedoch nicht dieses zu betreten. Es war daher kein Wunder, dass während seiner neuen Inkarnation zur Zeitenwende als Petrus jemand anderer ihm die Ankunft des Messias verkünden musste. Im 20. Jahrhundert inkarnierte sich Petrus als Bojan Boev, dem Steiner sagen sollte, nach Bulgarien zurückzukehren und nach dem Meister Beinsa Douno zu suchen.

Mose wurde zum Träger der Ich-Weisheit und sie regelte von außen das reflektierende menschliche Ich. Die zehn Gebote wurden durch die Religion und die direkte Einwirkung auf den Ätherleib eingeprägt, was seinerseits das physische Gehirn als das Instrument des abstrakten Denkens ausbildete. Der Weg zur Verstandesseele ging bei den Israeliten nicht durch die äußere Kultur, sondern – wie bereits hervorgehoben – durch die spezifische religiöse begriffliche Tätigkeit, die mit dem Deuten und Kommentieren der Gesetze und Sagen zusammenhing, jedoch nicht aus den Astralkräften, sondern aus den Ätherkräften heraus geschah, die von Jahve als ihrem Gruppengeist über das Blut kamen. Durch die empfangene Weisheit wurden die Schwankungen und Irrwege des gotterwählten Volks korrigiert.

Unter den Propheten sticht jedoch eine Individualität hervor, von der man sagen kann, dass sie in einem gewissen Sinne den ersten Menschen Adam versinnbildlicht. Diese Individualität hatte die Aufgabe, sich in einem bestimmten Zeitpunkt auf dem irdischen Plan mit der Mission des alttestamentlichen Volks zu verbinden und dabei eine enge Beziehung zum Bösen herzustellen. Dabei durfte sie nicht selbst zum Träger des Bösen werden, sondern es nur aufopferungsvoll begleiten und bei Notwendigkeit einzugreifen, um den Herabstieg Christi auf die Erde zu begleiten. Auf diese Weise schaute die Individualität sehr weit in die Zukunft, sogar bis in unsere Zeit hinein, als die ätherische Wiederkunft des Erlösers begann. Wie wir wissen, steht diese Wiederkunft in engster Beziehung mit der Umwandlung des Bösen in Gutes. Diese Individualität repräsentierte die Mondenströmung Michaels auf dem irdischen Plan, während die Sonnenströmung von Michael selbst repräsentiert wurde, der gegen das Böse mit den direkten Sonnenstrahlen kämpfte, die vom großen Sonnengeist Christus kamen. Aus der Dunkelheit des Vergangenen treten die starken Bilder des Kampfes Michaels mit dem Drachen, des Mithra, der das Stier besiegte usw. hervor. Den Anfang der Verbindung mit dem Bösen setzte Pinchas im mosaischen Zeitalter. Er durchbohrte mit einem Speer den gegen das Gebot gesündigten Israeliten und die midiamitische Frau. Daraus entstand der freie Ich-Impuls, sich gegen die Gemeinschaft zu erheben und das Gebot „Du sollst nicht töten“ zu verletzen. Jahve hat Pinchas nicht nur nicht bestraft, sondern seine Tat begrüßt und ihm das Blutvergießen erspart, da er ein Levit war. Wegen der Treue Pinchas hat Jahve auch den Bund der „ewigen Priesterschaft“ mit ihm geschlossen, da Pinchas den Bund zwischen Jahve und Abraham erneuert, die Offenbarung Christi an Mose vor der geistigen Verfinsterung gerettet und die Israeliten vor der physischen Vernichtung bewahrt hat. Pinchas war der Schnittpunkt zweier Impulse, die von außen durch die mosaischen Gesetzestafeln und von innen als die moralische Imagination/Erinnerung an den Cherub vor der Paradiespforte als das Urteilen nach dem kosmischen Gewissen wirkten. Auf diese Weise hat sich diese urmenschliche Individualität mit dem Schicksal des alttestamentlichen Volks verbunden und ist ihm bis zum Schluss der Erfüllung seiner spezifischen Mission gefolgt.

Bevor Pinchas als Elia inkarnierte, hatte David Jahves Befehl zu erfüllen und einen Tempel für seinen Namen zu errichten. Jahve bedeutet u.a. auch „Haus für meinen Namen“. Im weitesten Sinne ist die ganze Menschheit ein Haus für Jahves Namen, denn er hat uns als Erdenmenschen gestaltet und uns das Ich geschenkt. Doch das konkrete Haus in jener Zeit war das Volk Israel und noch konkreter war das der errichtete Tempel. David überließ die Erfüllung der Aufgabe Salomo – seinem Sohn von Bathseba. David ist heute wieder inkarniert und wirkt in einer bemerkenswerten Weise in Bulgarien und Europa, trotz des starken Widerstands, der aus verschiedenen Richtungen kommt.

Der herausragende Abelit Salomo sah den Tempel imaginativ und rief den Kainiten Hiram, der ihn verwirklichen sollte. Hiram erfüllte die Aufgabe, aber er wurde mit dem stillschweigenden Einverständnis Salomos von drei Gesellen getötet. Damit wurde Abels Mord durch Kain gerächt, aber es ging nicht um die Vergeltung, sondern um die Vereinigung der beiden Strömungen der menschlichen Entwicklung. Nach der Riesenteilung in der Weltschöpfung, die schon auf dem alten Saturn begonnen und im Erdenäon unerhörte Ausmaße angenommen hat, ist jede Form einer rechtmäßigen Synthese von Gegensätzen in geistiger Hinsicht die Manifestation des Ich-Prinzips schlechthin.

Damals wurde die Synthese zwischen Abeliten und Kainiten nicht vollständig verwirklicht. Der Tempel war das Haus der Weisheit Jahves, das Haus des Geistselbst, das sich den vier irdischen Wesensgliedern (dem dreigliedrigen Leib und dem Ich) als das fünfte Glied anschließen sollte. Im Allerheiligsten des Tempels durfte der Hohenpriester nur einmal im Jahr den Namen des Gottes Israels aussprechen, denn der Name Jahve war so mächtig, dass sein Tönen das alltägliche menschliche Bewusstsein hätte auslöschen können. Der Mensch konnte sein Gedächtnis verlieren und sich vor einer völlig anderen Welt erweisen.

Der Verlust des Gedächtnisses bedeutet ein Ende der Ich-Entwicklung, die schwach war und Unterstützung brauchte. Diese Unterstützung kam in opfervoller Weise mit der Verkörperung des Ich-bin-Prinzips, das aus den Höhen des Pralaya herunterkam. Mit ihm kam auch die göttliche Liebe, die mit der Blutsverwandtschaft nichts zu tun hatte, aber die Menschen nach dem Sündenfall fest an sie gebunden waren. Salomo und Hiram sollten sich versöhnen und in der Liebe des Ich-Prinzips erst auf dem Golgatha vereinigen, als sie als die wieder geborenen Jungfrau Sophia und der Evangelist Johannes vor dem Kreuz der Erlösung standen und die sie verbindenden Worte Christi hörten (Joh.19: 26-27).

Pinchas inkarnierte sich auch wegen des wichtigsten Ereignisses im Kosmos als der Prophet Elia wieder. Elia bedeutet „Gottesweg“, d.h. in ihm kann das Ich ohne Hindernisse zur Geltung kommen. Während Mose der Träger der Weisheit über das Ich war und das Gelobte Land nicht betrat, so besaß Elia dank seiner außergewöhnlichen Einweihung die Fähigkeit, sich unmittelbar den höheren Inspirationen der Hierarchiewesen Jahve und Michael zu öffnen. Er wusste, dass die Offenbarung in der Mondensphäre, die er erlebt hatte, die Offenbarung des Welten-Ich Christi durch Jahve war. Er betrat das Gelobte Land in dem er vollständig wirkte. Die Offenbarung, die von Christus-Jahve kam, wurde ihm nicht so stürmisch durch die Naturelemente wie beim Ätherleib Moses zuteil, sondern innerlich durch den Astralleib – als der leise Windhauch. Sein Ich war in einem ausreichenden Maße unegoistisch, der Äther- und der Astralleib waren „durchsichtig“, so dass die Einwirkung der höheren Wesen durch sein Ich sogar bis in den physischen Leib hineinreichte. Aus den seelischen Untergründen kamen besondere Kräfte heraus, die bis zum damaligen Zeitpunkt selbst den Lehrern der Menschheit nicht innewohnten. Das gab ihm die Möglichkeit, den Naturelementen zu befehlen und die Wunder der „Vermehrung der Brote“, der Auferweckung des Sohnes der Witwe“ usw. zu vollbringen. Er war so mächtig, dass er als ein bodhisattvaähnliches Wesen erlebt wurde. Im Altertum erhob sich das astral-aurische Wesen des Menschen hoch über seinen physischen Leib und die Verbindung zu den irdischen Menschenwesen wurde durch den dünnen „Silberfaden“ hergestellt. Über dieses astral-aurische  Wesen hat der Mensch die Impulse der Götter wie im Traum empfangen. Bei Elia war die Beziehung zwischen dem Physischen und Seelisch-Geistigen besonders locker.

Jahve wirkte durch seinen geistigen Anteil, weshalb er den Naturelementen befehlen konnte. Durch seine Seele und seinen Geist wirkte Michael und machte ihn zu einer Art Gruppenseele des israelischen Volks. Aus dieser mit der Feuerkraft des Ich erfüllten mächtigen Aura heraus, die im Alten Testament in Form eines „Mantels“ dargestellt wird, konnte er in den Himmel, d.h. in die geistige Welt hinauffahren. Die „Feuerpferde“ sind die Ich-Kräfte und der „Wagen“ ist seine Aura, die er auf der Erde zurückließ und seinen Schüler Elischa in sie hüllte, der heute unter den Bulgaren wieder inkarniert ist. Mit seiner Tätigkeit auf Erden rettete Elia den Ätherleib des israelitischen Volkes vor der Blutsvermischung mit den Anhängern des Baal. Doch den „silbernen Faden“ entlang krochen auch luziferische Einwirkungen in unseren Astraleib herein. Der Astralleib wurde von ihren unkontrollierten Stürmen befallen und erfasste den Menschen, dessen Aura sich zusammenzog und allmählich die Maße annahm, die uns heute bekannt sind. Die luziferischen Wesen griffen uns aus dem Feuer- und dem Luftelement heraus an, aus dem festen und flüssigen Element heraus befielen uns ahrimanische Wesen, die uns wie in einem Schraubstock festhielten. Durch die Beseitigung der Einwirkung der sechs Sonnenelohim konnte Jahve die volle Macht über das auserwählte Volk erreichen, aber das führte dazu, dass in die menschliche Natur zahlreiche niedere Wesen, vor allem Elementarwesen, hineinkrochen und sich dort ansiedelten. Die Gesetze schränkten das soziale Leben ein und harmonisierten es, doch die hereinströmenden Gegner Jahves wirkten antisozial. Je näher die Zeitenwende kam, desto mehr wurden sie zu vollständigen Herren des seelischen und geistigen Lebens der Israeliten. Es erschien wieder „Adam“-  in der Persönlichkeit Johannes‘ des Täufers, welcher der Welt den Herabstieg Christi in den Körper von Jesus aus Nazareth verkünden und diesen mit Wasser taufen sollte. In den Untergründen seiner Seele klangen in all seinen früheren Inkarnationen die kosmischen verurteilenden Worte des Cherubs, der die Pforte des Paradieses bewachte. Aus der Stimme dieses kosmischen Gewissens heraus wurde in Johannes ein neues Organ zum Wiedererkennen Christi geboren – das persönliche Gewissen. Bei Elia fehlte immer noch die Erkenntnis der Kraft und Bedeutung des einzelnen Ich. Die Offenbarung Jahves erreichte ihn als der Impuls des Gewissens, blieb jedoch eher eine Inspiration. Erst bei Johannes wurde diese Kraft zu seiner eigenen und vereinigte sich mit dem Inhalt seines Ich. Bei Elia gibt es eine Verinnerlichung des Ichhaften und beim Täufer bilden das Ichhafte und das Gewissen eine Einheit. Wegen seines verstärkten Ich konnte er die Stimme des Gewissens hören. Aus den Kräften seines persönlichen Gewissens heraus richtete er in der Einsamkeit seines individuellen Ich, welches die Beziehung zu den Einschränkungen der Blutsverwandtschaft abgebrochen hatte, seinen Weckruf an die Menschheit: „Ändert euren Seelenzustand, das Himmelreich ist nah herbeigekommen!“ Seitdem leben diese transformierten Worte des Cherubs in jeder Menschenseele als die Stimme des eigenen Gewissens, die dem Menschen sagt, dass er für die Wahrheit aufwachen soll, dass das „Reich“ zur Zeitenwende ein Mensch wurde. Das Reich, d.h. das Ich Christi, kam aus dem Himmel, aus der geistigen Welt, um Herr der menschlichen Seelenkräfte zu werden und sie zurück in das Paradies der geistigen Welt zu bringen. Darunter ist auch die Gesamtheit der Hierarchiewesen mit einem Ich zu verstehen, deren Haupt, deren Herr Christus ist. Manche von ihnen wirkten durch den Täufer, doch im Vergleich zu seiner früheren Inkarnation als Elia kam die Leitung eine Stufe herunter. Statt des Formgeistes Jahve übernahm der ehemalige griechische Volksgeist die Führung, da er nach der vorzüglichen Erfüllung seiner Mission zum Zeitgeist der vieren Kulturepoche aufgestiegen war. Als Zeitgeist nahm er an den Ereignissen in Palästina teil und wegen seiner erfolgreichen Teilnahme an der Vorbereitung des Christus-Ereignisses konnte er während der Jordantaufe zum Geist der Form aufsteigen. Doch er verzichtete auf diesen Rang, da er später eine besondere Aufgabe erfüllen sollte. Er war das Wesen, das den griechischen, hebräischen und römischen Kulturimpuls vereinigte, um die drei Hüllen zu schaffen, in denen das Christentum in seiner exoterischen Form verbreitet werden sollte. Er war der Vermittler der Worte des väterlichen Weltengrundes, die an Epiphanie erklangen: „Dies ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.“ Dieser Geist hat auch das Ich des Johannes verstärkt, was dazu führte, dass seine Verstandesseele voll wurde, die Bewusstseinsseele erwachte und das Geistselbst in ihr aufleuchtete, um ihn zum „Menschensohn“, zum Führer der Menschheit zu machen. An die Stelle des Erzengels Michael, der seine Seele führte, trat Widar – der ehemalige Engel Gautama Buddhas. Nachdem sich Gautama vom Bodhisattva zum Buddha erhoben hatte, hätte Widar zum Erzengel aufsteigen können, doch er verzichtete opfervoll darauf und blieb in der Sphäre der Engel, wo er spezifische Aufgaben in der Zeitenwende, ja sogar bis in das 19. Jahrhundert hinein erfüllte. Vom 20. Jahrhundert an hat er schon eine andere Aufgabe, die mit der ätherischen Wiederkunft Christi zusammenhängt. Wir können annehmen, dass mit dem Beginn des Christentums des Heiligen Geistes, das nach dem Ende des Kali Yuga einsetzte, auch der führende Geist des exoterischen Christentums die Funktionen eines Geistes der Form übernommen hat. Diese Vermutung hängt mit der Entwicklung zusammen, die Jahve nach dem Christus-Ereignis zurückgelegt hat und vor allem mit der Änderung, die im 20. Jahrhundert eingetreten ist.

In der Zeitenwende konnte sich der Täufer wegen der Änderung seiner persönlichen Führung, die um eine Stufe reduziert wurde, nicht mehr daran erinnern, dass er Elia war. Er musste auch kleiner werden. Trotzdem konnte er zu einer prophetischen Vorstufe der Synthese der beiden wichtigsten Mysterienströmungen werden, deren Hauptvertreter Zarathustra und Gautama Buddha waren.

Aus seiner Inkarnation als Elia erbte Johannes seine Beziehung mit den Kräften des Ätherleibes Zarathustras durch die Fortsetzung des Prozesses, der bei Mose eingesetzte hatte. In der Zeitenwende schloss sich dem die unmittelbare Inspiration vom Nirmanakaya Buddhas an. Die wahre Synthese beider Strömungen kam in Jesus aus Nazareth zustande – als die beiden Jesus-Kinder in eine Person vereinigt wurden. Über das Mysterium des Täufers haben wir ausführlicher in der Vorlesung „Das Geheimnis Johannes‘ des Täufers gesprochen[3]. Doch bisher haben wir uns noch nicht in ein anderes Mysterium ausreichend vertieft, das auch mit dem Täufer zusammenhängt – die Auferweckung des Lazarus.

Bekanntlich hat Steiner seinen Nachfolgern aufgetragen, drei Rätsel zu lüften – das Rätsel Kaspar Hausers, das Rätsel des Demetrius und das Rätsel der beiden Johanesse. Über Kaspar Hauser wissen wir schon, dass er der „gute Schächer“ war, der am Kreuz in Jesus Gott sah, Reue zeigte und als Erster unter den Menschen mit Ihm ins Paradies, d.h. in die geistige Welt kam. Freunde von mir, die der „Weißen Bruderschaft“ angehören, haben mir neulich über die von ihnen empfangene Offenbarung berichtet, dass Kaspar Hauser jetzt wieder inkarniert sei und haben mir den Namen der betrefflichen Person genannt. Im Moment kann ich die Richtigkeit dieser Offenbarung weder bestätigen noch verneinen. Es ist möglich, dass das zutrifft. Es geht um einen Menschen, der sich sehr stark für das Spirituelle interessiert und genauso stark mich ablehnt. Hoffentlich wird er seine Bewusstseinsseele in rechter Art verinnerlichen, wenn er in die Periode der Bewusstseinsseele eintritt (da es sich um einen jungen Menschen handelt)  und  hoffentlich kann er sich über das kleinlich Menschliche erheben, was ihn momentan fest in seinem Griff hat und Verwirrung in seiner Seele sät.

Was Demetrius betrifft, wissen wir seit langem, dass durch seine Ermordung die Nabelschnur des russischen Volks abgetrennt wurde, die es mit Bulgarien verbunden hatte. Demetrius war der letzte Vertreter des bulgarischen Geschlechts Rjurik von den kimmerischen Thrakern, der den russischen Thron erben und Russland auf den rechtmäßigen Entwicklungsweg führen sollte. Nach seiner Ermordung verfiel Russland dem verhängnisvollen Imperialismus, welcher mit der zukünftigen Aufgabe dieses Volks nichts zu tun hat. In einem hohen Maß sind die Russen auch heute von diesem Imperialismus abhängig.

Über die beiden Johannesse – den Täufer und den Evangelisten – wurde auch viel von verschiedenen Seiten berichtet. Doch das, was Judith von Halle vorgetragen hat, ist wirklich erstaunlich.[4] Hat sie Recht, wenn sie das behauptet, was in ihrem Buch geschildert wird?

Johannes der Täufer wurde ungefähr ein Jahr nach der Jordantaufe enthauptet. In die Atmosphäre, die er vorbereitet hatte, konnte der Erlöser am besten Seine Taten während Seiner drei Erdenjahre einprägen. Diese Zeit können wir als die erste Etappe seiner nachtodlichen Arbeit für das Ich-bin-Prinzip bezeichnen. In der zweiten Etappe verwandelte sich seine Entelechie in eine Art Gruppenseele der Jünger. In der dritten Etappe vereinigte sie sich mit Lazarus während seiner Einweihung in Bethanien. Diese letzte Etappe blieb bisher nicht völlig aufgeklärt. In der letzten Anrede Rudolf Steiners[5] finden wir die zwei Inkarnationslinien, die er in früheren Vorträgem immer voneinander getrennt behandelt hatte. Hier hat sie Steiner zum ersten Mal in Lazarus-Johannes vereinigt. Die eine Linie ist die Linie von Hiram – Lazarus – Christian Rosenkreutz – Graf Saint-Germain. Dieser Linie haben wir Katja hinzugefügt – die Schwester Boris Georgievs. [6]  Die andere Linie ist die in der vorliegenden Vorlesung betrachtete Linie von Pinchas – Elia – Johannes der Täufer, die Steiner mit dem Maler Raffael und dem Dichter Novalis fortgesetzt hat und der wir den hellseherischen Märtyrer Djado (Opa) Wlajtscho hinzugefügt haben. Beiden Linien lassen sich weitere Persönlichkeiten der Vergangenheit zuordnen. Doch wichtiger für uns ist, dass in der ersten Linie das kainitische Prinzip und in der zweiten – das abelitische Prinzip zur Geltung kamen, die Christus an der Zeitenwende miteinander verbunden hat. Im Zusammenhang damit müssen wir uns fragen, ob Lazarus tatsächlich gestorben war. Hätten wir nämlich mit einer Auferweckung aus dem dreitägigen Einweihungsschlaf zu tun gehabt, der die vorchristliche Einweihungsform darstellte, so hätte sich seine Initiation nicht wesentlich von der Auferweckung des Jungen von Nain und der Tochter des Jaïrus unterschieden. In ihrem vorhin erwähnten Buch behauptet Judith von Halle, dass Lazarus gestorben war und als der neue Jünger Johannes auferweckt wurde.

Wir haben bereits gesagt, dass der Astralleib im Schlaf von dem im Bett gebliebenen physischen und ätherischen Leib getrennt wird. Er hängt am sog. „silbernen Faden“, der ihn mit dem physischen Leib verbindet. Die Befestigung findet in der Milzgegend statt. Der silberne Faden ist wie ein Anker, der die erneute Verbindung des Astralleibes mit dem physischen Leib gewährleistet, wenn er nach dem Schlaf zurückkehrt. Während der dreitägigen Initiation wird jedoch auch der Ätherleib abgetrennt, damit ihm außerhalb der Beschränkungen der materiellen Leiblichkeit die astralische Weisheit eingeprägt wird, welche aus der Begegnung mit dem individuellen Ich kommt. Dadurch wurde die feine Verbindung zwischen dem Astralleib und dem physischen Leib stark belastet. Nur durch die ätherische Unterstützung durch die Hierophanten konnte der Neophyt dreieinhalb Tage lang am „silbernen Faden“ hängen, ohne dass dieser reißt und er stirbt. Bei Lazarus war der Faden gerissen und Lazarus tot. Im Evangelium heißt es, dass er seit vier Tagen im Grab lag und schlecht roch und schon hatte sich die Leiche zwei bis drei Tage draußen befunden. Wenn man bedenkt, dass es in jenen geografischen Breiten sehr warm werden kann, ist es möglich, dass die Leiche des Lazarus wirklich stank.

Lazarus ist jener reiche junge Mann, der Christus gefragt hatte, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen. Die Antwort des Erlösers machte ihn traurig, da er seine Güter unter den Armen verteilen sollte. Das bedeutete, dass er seine irdischen Reichtümer, d.h. seinen Leib verlassen sollte und erst dann das wahre Christus-Verständnis und die Verwirklichung seiner Wünsche erreichen konnte. Dabei sollte das Extrakt des wunderbaren irdischen Leibs des Baumeisters Hiram bewahrt werden, der im damals 28jährigen jungen Mann wieder inkarniert war. Es stand die Vereinigung mit der Spitze der Abel-Strömung bevor  – dem Täufer, der ebenfalls sterben sollte, damit ein einmaliges Menschenwesen entstehen konnte. Ein solches Wesen hatte die Welt vorher nicht gesehen und sollte es nachher auch nicht sehen. Das Ich-Wachstum, das dem von Christus kommenden Ich-Impuls angemessen ist, erfordert, dass jeder Mensch in seine eigene Ich-Natur liebevoll den Impuls einer anderen Strömung aufnimmt. Erst dann wird die Brüderlichkeit erreicht, über die der Erlöser in den Evangelien sprach. In dieser Brüderlichkeit sieht man nicht, in welcher Strömung der jeweilige Mensch wurzelt. In die Person von Jesus aus Nazareth haben sich die beiden großen vorchristlichen Strömungen der nördlichen und südlichen Mysterien vereinigt, in die Person des neuen Apostels Johannes – die beiden Strömungen aus dem Paradies der Abeliten und Kainiten, die nach dem Sündefall sich herausbildeten und gegeneinander zu kämpfen begannen. Immer wenn irgendwo eine Synthese zweier Sachen zustande kommt, gibt es einen gewaltigen Evolutionssprung. Wie wurde Lazarus-Johannes „zusammengestellt“?

Lazarus selbst hatte in seiner Evolution die Verinnerlichung der Verstandesseele erreicht, die auch die Gemütsseele ist. Sein physischer Leib zerfiel im Grab, sein Ätherleib trennte sich ab und löste sich im Weltenäther. Es blieben der Astralleib, die Empfindungs- und die Verstandesseele übrig. Ihnen können wir das individuelle Ich hinzufügen, das sich der „alte“ Lazarus in seinem Leben noch nicht angeeignet hatte. Er besaß nur das reflektierende niedere Ich, das nach dem Gehirntod zerfällt. Nach Angaben Ita Wegmans, die sie von Rudolf Steiner erhalten hat, bekam Lazarus die höheren Wesensglieder – die Bewusstseinsseele, das Geistselbst, den Lebensgeist und den Geistesmenschen vom Täufer. Aber damit der zukünftige Apostel Lazarus-Johannes gebildet werden konnte, fehlten ein neuer Ätherleib und physischer Leib. Wir wollen schauen, woher sie kamen und wie Johannes der Täufer die höheren Wesensglieder gestiftet hat.

Laut Judith von Halle wurde der Ätherleib von Johannes Zebedäus geschenkt. Dieser Ätherleib war in seiner Zusammensetzung dem Ätherleib des „alten“ Lazarus ähnlich, da er ebenso von der Verstandesseele durchzogen war. In ihn war alles eingeschrieben, was Christus dem Sohn des Zebedäus gelehrt hatte. Als der neue Lazarus-Johannes auferweckt wurde, verband sich sein Astralleib mit dem Gedächtnis dieses Ätherleibes. In ihn war etwas äußerst Wichtiges eingeprägt, da er bei der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor sowie bei der Auferweckung im Haus des      Jaïrus anwesend war. In beiden Fällen befahl der Erlöser Petrus, Johannes und dessen Bruder Jakobus, niemandem von dem Erlebten zu erzählen, damit die göttliche Quelle Seiner Tätigkeit nicht offenbar wurde. Die Menschen sollten selbst Christus erkennen und nicht deshalb glauben, weil sie von jemandem über Seine Wunder gehört hatten.

Als das geistige Wesen des Johannes Zebedäus den physischen Leib verlassen hatte, um den Ätherleib zu spenden, trat der Zerfall des physischen Leibes in seine Elemente sofort ein und nicht wie beim gewöhnlichen Tod erst drei Tage später. Der schnelle Zerfall ist das Ergebnis der plötzlichen Abtrennung des Ätherleibes. Das seelisch-geistige Wesen des Johannes Zebedäus ist jedoch nicht in die Höhen der geistigen Welt gefahren, um dort eine neue Inkarnation zu erwarten, sondern es hat sich in seinen Bruder Jakobus inkorporiert.

Unter dem Schutz Christi wurden der Astralleib, die Empfindungs- und Gemütsseele auf Jakobus übertragen und der Verstandesteil der Verstandesseele war von ihm selbst anwesend. Die niederen Seelenglieder, die von dem einen auf den anderen Bruder übertragen wurden, waren genauso wie bei der Ätherübertragung in Harmonie miteinander, da die beiden ja blutsverwandt waren. In jener Zeit schwacher Ichheit waren solche Vorgänge völlig realistisch. Wenn im Neuen Testament nach der Auferstehung des Herrn über die Anwesenheit der beiden Brüder Zebedäus die Rede ist, muss man sich eben diesen „zusammengesetzten“ Jünger (zwei Jünger in einem) vorstellen. Es ist möglich, dass in ihren nächsten Inkarnationen eine erneute Trennung der beiden eingetreten ist.

Hat Judith von Halle Recht, wenn sie behauptet, dass der Ätherleib für den neuen Jünger Lazarus-Johannes vom Sohn des Zebedäus kommt? Aus eigenem Erleben können wir die Richtigkeit dieser okkulten Tatsache bestätigen.

Nun wollen wir uns den vom Täufer gestifteten Wesensgliedern widmen. Nach seiner Exekution hat er sich sehr schnell durch die Monden-, Merkur- und Venussphäre erhoben. Zum Zeitpunkt der Verklärung erreichte er die Sonnensphäre, in der sich Christus mit dem herausragenden Abeliten Elia und dem herausragenden Kainiten Mose traf, um etwas zu „besprechen“, was mit der Tätigkeit des Herrn des Karma zusammenhing. Bis zum Erscheinen des Erlösers hatte Mose dieses Amt inne, der dem Volk Israel die Gesetzestafeln gegeben hat und für sie eine moralische Instanz war. Nachdem Christus erschienen war, begann der Übergang von der Macht des Gesetzes zur Freiheit und zur Macht des Gewissens vor dem Erlöser. Dieses Gewissen sollte Regent des Karma werden. Mose selbst war zum Zeitpunkt dieser geistigen Begegnung als Petrus inkarniert. Oben ragte das Ich in der Gestalt Moses und unten stieg Petrus auf den Berg Tabor und wollte dort, d.h. in seinem höheren Ich wie in einer „Hütte“ Unterschlupf finden. Später haben wir gesehen, dass das Fehlen dieses Unterschlupfs das niedere petrinische Ich zum dreifachen Verleugnen Christi – des Trägers des Ich-Prinzips – führte.

Während der Verklärung gab Christus Anweisungen und stärkte den Täufer, damit er über die Sonnensphäre zur Mars-, Jupiter und Saturnsphäre aufsteigt, um dort die drei höheren Wesensglieder Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch zu erhalten. Schon während seiner irdischen Inkarnation erwachte er teilweise in seiner Bewusstseinsseele und verkündete als „Menschensohn“ mit der Kraft seines (höheren) Ich die Ankunft des Erlösers. Bei der Verklärung hat Christus selbst seine Bewusstseinsseele angetrieben, damit sie zum erwähnten Aufstieg fähig wurde. Dieses beschleunigte Erlangen der drei geistigen Wesensglieder erfolgte einmalig, alle anderen Menschen werden viele Inkarnationen für diese Verinnerlichung brauchen. Als der Täufer die Saturnsphäre durchlief und zur Mitternachtsstunde des Daseins, d.h. zur Sternensphäre aufstieg, fand in Bethanien die Initiation des Lazarus statt. Von den Sternenhöhen stieg der Täufer mit seinen ausgebauten höheren Wesensgliedern herab und trat in das neue Wesen des Lazarus-Johannes ein. Der vom Sohn des Zebedäus gestiftete Ätherleib begann beschleunigt damit, einen neuen physischen Leib aufzubauen. Und hier kommen wir zum größten Rätsel: Wer und wie hat den vollkommen neuen physischen Leib aufgebaut?

Als Christus den Einweihungsruf des Hierophanten „Lazarus, komm heraus!“ aussprach, geschahen blitzschnell erstaunliche Vorgänge und die Anwesenden mussten durch die Krankheit, den Tod und die Auferstehung des Neophyten dermaßen ihre Einsichtsfähigkeit stärken, dass sie auf das bevorstehende Mysterium von Golgatha vorbereitet werden. Deshalb heißt es im Evangelium, dass diese Krankheit nicht zum Tod führt (Joh. 11:35). Die Auferweckung des Lazarus geschah vor dem Mysterium von Golgatha und daher konnte der Auferstehungsleib des Christus Jesus nicht als Quelle des neuen physischen Leibes dienen – zumindest was den Phantomteil betrifft. Etwas mehr – aus dem Grab kam ein ausgebautes, von materiellen Substanzen ausgefülltes physisches Leib-Phantom. Doch bekanntlich muss seit dem Sündenfall jedes Embryo durch eine Frau und einen Mann entstehen und neun Monate im Mutterleib verbringen, bevor das Kind geboren wird und aufwächst. Wir haben hier also eine Überwindung des Sündenfalls und eine völlig neue Art der Menschenschaffung! Nach dem Hierophantenruf Christi hat sich der Ätherleib des Johannes Zebedäus sofort abgetrennt und begann, einen neuen physischen Leib aufzubauen. Doch das sind vor allem die Vorrechte der vatergöttlichen Kräfte, d.h. die Kräfte des Geistesmenschen, des Atma-Prinzips. Sie sind einzig in der Lage, bis zur Stufe des Physischen herab zu wirken. Die Liebe zur Schöpfung lässt den Geistesmenschen sich bis zur Phantomform verdichten und zu jenem physischen Leib degradieren, der von mineralischen, flüssigen, Luft- und Feuerbestandteilen ausgefüllt ist. Das sind die Aufopferung des Vollkommenen aus Liebe und das Herabsinken ins Unvollkommene. Hier geschah das Gleiche, jedoch in einer einmaligen und unvergleichlichen Art.

Vor dem Grab stehend, dankt Christus dem Vatergott, dass Er Ihn erhört hat (Joh. 11:40). Als Johannes der Täufer sich nach dem Tod zur Sonnensphäre erhob, wo er dem Ich-bin Christi begegnete, befand sich dort auch Dessen Geistesmensch, der das unmittelbare Atma-Prinzip des Vatergotts ist. Wie bereits hervorgehoben, hat das Ich die Bewusstseinsseele des Täufers aktiviert, damit sie sich zur Mitternachtsstunde des Daseins erhebt und die drei geistigen Wesensglieder erlangt. Als diese Seele auf ihrem Rückweg wieder die Sonnensphäre durchlief, wurde sie in ihrem Geistesmenschen durch den Geistesmenschen Christi gestärkt. Im Augenblick der Einweihung wurde dieser gestärkte Geistesmensch fähig, sich bis zum Phantom des physischen Leibes desjenigen Wesens zusammenzuziehen, das aus dem Grab herausgehen sollte. Das Phantom selbst degenerierte schleunigst bis zur Stufe, auf der es von den vier Elementen (im rosenkreuzerischen Sinne) ausgefüllt werden konnte, die sich auf dem Erdenplan in den Aggregatzuständen der Materie manifestieren.

Das war eine blitzschnelle Wiederholung der ganzen Entwicklung vom alten Saturn bis zum Erdenäon und ihre Verdichtung in Raum und Zeit, damit sie die Menschen bemerken und begreifen konnten. Hier gibt es dreierlei – eine Überwindung sowohl der Ätherzeit, die von der Vergangenheit zur Zukunft fließt und keine Substanzialität besitzt, als auch der substanziellen Zeit der Astralwelt, die von der Zukunft zur Vergangenheit fließt, sowie eine Übertragung auf die senkrechte Zeit des Ich-bin-Prinzips, die den Pralaya- mit dem Manvantara-Zustand verbindet. Es liegt hier ein direkter Eingriff der Trinität in ihrem eigentlichen Wesen vor, die dem „Dirigentenstab“ des Ich-Prinzips Christi unterliegt – dem systembildenden Faktor des Manvantara. Hier hat der Logos/das Wort den Apostel Lazarus-Johannes aufgerufen und erschaffen. Vom Vatergott kam die Substanz, vom Heiligen Geist – die Idee. Die Idee verlieh der Substanz ihre Form und ihr Leben hauchte ihr der Sohn ein. So ist aus dem Grab ein Menschenwesen gestiegen, das laut Judith von Halle kein Toter war und wie ein „Außerirdischer“ aussah, der noch nicht ganz lebendig zu sein schien. Sein Äußeres sah zuerst unfertig aus, da die geistigen Wesensglieder noch am physischen Leib tätig waren. Christus Jesus hat sich mit Lazarus-Johannes, den Schwestern Martha und Maria Magdalena und den Jüngern Petrus und Jakobus Zebedäus ins Haus des „alten“ Lazarus zurückgezogen, wo Er die Stirn des Auferstandenen leicht berührt und in seine Richtung gepustet hat. Lazarus wurde im Grab vom wahren Leben auferweckt, das im Ruf Christi „Lazarus, komm heraus!“ hallte. Doch warum musste Christus im Haus des „alten“ Lazarus wieder am Auferstandenen wirken? Denn das wahre Leben in Lazarus-Johannes musste an das Leben im Manvantara angepasst werden, also an das ewige Leben. Das wurde durch das Einhauchen durch Christus möglich. Der Hauch wurde durch den Ätherleib des Menschen Jesus transformiert, d.h. durch die nathanische Seele. Nach diesem Eingriff Christi haben die geistigen Wesensglieder den Leib des „außerirdischen“ Lazarus-Johannes ergriffen, seine Haut wurde rosafrisch, die Gliedmaßen streckten sich und die Augen glänzten. Zwischen dem Herauskommen aus dem Grab und der „irdischen“ Belebung vergingen einige Stunden. Am Anfang sah der Auferweckte deutlich jünger aus, da er Johannes Zebedäus ähnelte, von dem er den Ätherleib erhalten hatte. Zur Zeit seines Opfers war Johannes Zebedäus ca. 19 Jahre alt. Der Ätherleib selbst war also 12 Jahre alt, da das Kind bis zum Alter von sieben Jahren größtenteils vom mütterlichen Ätherleib abhängig ist. Wir haben bereits erwähnt, dass der „alte“ Lazarus ca. 28 war und deshalb der „neue“ Jünger, „den der Herr lieb hatte“ so jung aussah. Zuerst hatte er eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Täufer, doch allmählich bekam das Ich die Oberhand und es gestaltete sich ein fließender Übergang zur Ähnlichkeit auch mit dem „alten“ Lazarus. Es ist kein Zufall, dass Christus ihn aus dem Grab mit dem Namen Lazarus aufrief. So konnte allen Anwesenden klar werden, dass der reiche junge Mann mit dem Tod sein Ziel des ewigen Lebens erreicht hatte. Doch die Menschen nannten ihn schon Johannes, da in ihm immerhin die Merkmale des Täufers und des Sohnes des Zebedäus überwogen.[7]

Dieser neue Johannes-Lazarus wurde für immer die Verkörperung der Wahrheit, dass die materielle Leiblichkeit vom Geist stammt und dass der Geist derjenige ist, der sie vernichtet, um sie wieder in sich aufzunehmen. Seitdem lebt die Persönlichkeit des Apostels Johannes in diesem Zyklus als ein Wesen außerhalb des Sündenfalls, als ein Mensch, der vor dem Sündenfall erschaffen wurde, als der Geist noch die unbestreitbare Vorherrschaft über alles hatte. Selbst wenn wir heute behaupten, dass das Kind vom Mann und der Frau gezeugt wird, d.h. aus dem Materiellen entsteht, müssen wir bedenken, dass das so nicht stimmt. Im Prozess findet nämlich einfach die Vermehrung der Ausgangsstoffe von Vater und Mutter statt, die wegen des uranfänglichen Opfers des Atma-Prinzips vom Vatergott bereits vorhanden waren. Diese Ausgangsstoffe hätten sich niemals verbunden und vermehrt, wenn nicht der geistige Impuls da gewesen wäre. Es ist aus der Anthroposophie bekannt, dass die befruchtete Eizelle bis zum Chaos-Zustand zerfällt und dass der Keim des neuen Menschen gerade aus dem geistigen Impuls heraus entsteht, welcher aus dem ganzen Tierkreis heruntersteigt.

Stimmen die Ausführungen Judith von Halles, dass der Ausbau des physischen Leibes für Lazarus-Johannes in der beschriebenen Art geschehen ist? Aus eigenem Erleben können wir diese Frage positiv beantworten, wobei ich mir erlaubt habe, den Eingriff des Geistesmenschen Christi hinzuzufügen, den Er auf der Sonne zurückgelassen hat.

Wenn wir uns fragen, wie dieses geheimnisvolle geistige Prinzip auf der Erde in Erscheinung tritt, so können wir auf Lazarus-Johannes schauen – den anschaulichen Beweis dafür. Bei ihm gibt es die Folge vor der Ursache – die Auferweckung des Lazarus-Johannes vor der Auferweckung des Phantoms des Christus Jesus. Es gibt den Eingriff des Pralaya in das Manvantara und zwar in einer Form, die der irdische Mensch, der in der räumlich-zeitlichen Welt lebt, schwer erkennen kann. Deshalb legte Rudolf Steiner so viel Wert darauf, dass das Mysterium der beiden (eigentlich der drei) Johannesse in unserer stark materialistischen Zeit begriffen wird.

Genauso viele Schwierigkeiten bereitet das Erkennen des sog. Bösen, ohne dessen Überwindung auch die Verbindung mit Christus in Seiner Zweiten Wiederkunft unmöglich ist. In ihrem Buch „Der Abstieg in die Erdenschichten“ von 2008 berichtet Judith von Halle Erstaunliches über das Böse. Am Anfang der Vorlesung haben wir Sorat als jenen Thron/„Sohn“ charakterisiert, der die Aufgabe übernommen hatte, den  Herabstieg der Substanz zu begleiten,  indem er die bereits im vorherigen Zyklus angelegte Erdenintention befolgte. Bei dem uranfänglichen Opfer der Throne am Anfang des alten Saturn gibt es keine Ablehnung durch die höherstehenden Cherubim und deshalb hat sich die Erdenintention nicht so herausragend in der Substanz manifestiert. Dieser Äon war eine Art Wiederholung des vorherigen Zyklus. Nach dem wiederholten Opfer der Throne am Anfang der alten Sonne und nach dem Erscheinen des eigenen Lebens des Zyklus mit dem Opfer der Herrschaften hat Sorat in ernsthafterer Weise eingegriffen und Luzifer verwarf seine kosmische Bruderschaft mit Christus. Die Trennung der beiden Intentionen begann immer deutlicher zu werden. Wenn wir über den vorherigen Zyklus annehmen können, dass Sorat und Christus eine Art „kosmische Brüder“ waren, so machte ihre Trennung allmählich den Ersteren zum Hauptantichristen“, den Steiner das „Sonnendämonium“ nannte und den Letzteren – den „Sonnengeist“. Einerseits hat Sorat als der Träger der jeweiligen Intention einen Sonnencharakter, andererseits ist er ein Dämonium, da er sich dem Sonnenprinzip Christi widersetzte. Die Rolle des Sorat besteht darin, der Gegner zu sein, welcher die Entstehung des Bösen wegen der Ausbildung der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe unter den Bedingungen der freien Wahl zwischen beiden Intentionen hervorgerufen hat. Das Problem war nicht das Bestehen der Erdenintention selbst, die bereits im Plan des väterlichen Weltengrundes angelegt worden war, sondern es bestand darin, dass sich von ihr als eine selbstständige Intention die Mondenintention abtrennte, bei der es keinen Abstieg wegen des Aufstiegs gibt, sondern ein Absinken ohne die Aussicht auf einen Aufstieg. Sorat ist nicht der Gegner unserer Ich-Form, die aus „seiner“ Intention entstanden ist, sondern er ist der Gegner der materialistischen Manifestation des Ich als ein Ego, welches die Substanz in den Abgrund des absoluten Bösen mitreißt. Sowohl Sorat als auch seine unterordneten luziferischem ahrimanischen und asurischen Geister wollen, dass der Mensch die Verbindung zu seinem individuellen Ich findet und sich allmählich zur Sonnenevolution erhebt, so dass sie sich zusammen mit ihm auch nach oben erheben können. Doch der Mensch sank immer tiefer herab und deshalb musste Christus mit Seinem Opfer erscheinen. Als Er sich am Karsamstag durch die Erdenschichten zu der neunten Schicht aufmachte, um die nötige Kraft zu sammeln und die für das menschliche Phantom notwendige Auferweckung zu vollziehen, hat sich laut Judith von Halle Sorat an ihn „angehängt“. Das geschah nach dem Tod Jesu und dadurch wollte das Sonnendämonium den Durchgang durch den Tod des Materiellen vermeiden und auf diesem Umweg zur Auferstehung kommen. Wir sehen, dass selbst im größten Christus-Werk aus Liebe Sein Gegner Sorat anwesend war. Die kosmische Liebe kann nur durch die Überwindung des Bösen entstehen. Der Erlöser kam aus der Zeitlosigkeit des Pralaya, aber er hat sich mit der Evolution und der Zeit im Zyklus verbunden. Sorat vermied eine solche Verbindung, doch im wichtigsten Moment der Entwicklung schlich er sich an Christus mit der Absicht vorbei, die Geburt des Impulses zu verhindern, welcher die Menschheit erlösen kann. Wir wollen wieder festhalten – das ist die Rolle Sorats! Wir können hier nicht umhin, uns an die Worte des Meisters Beinsa Douno zu erinnern: „Als Christus auffuhr, kam Er an den dunklen Geistern vorbei, die zu den Menschen herabstiegen. Doch beide Seiten behindern sich nicht gegenseitig, denn jede erfüllt ihre Aufgabe“. Die Erkenntnis des Bösen ist eine große Leistung des menschlichen Bewusstseins!

Judith von Halle berichtet, dass bei den drei Erdbeben, die sich in den ersten Stunden des Ostermorgens ereignet hatten, Christus dreimal seinen Gegner heruntertrat und ihn in drei Gebiete der Erdschichten hineinzwang. Auf diese Weise hat Christus Sorat dorthin verbannt und dem Dämonium nicht erlaubt, Ihm bei Seiner triumphierenden Auferstehung zu folgen. Wenn Christus ihn nicht in das Erdinnere hineingezwängt hätte, wäre Sein Werk sinnlos geworden, denn Sorat hätte bewiesen, dass eine Auferstehung auch ohne den Durchgang durch den Tod in der Materie möglich ist. Der väterliche Weltengrund wollte aber, dass Christus den Tod im Leib von Jesus erlebt.

Aus dem Versuch Sorats sind langfristige Folgen für die Menschheit übriggeblieben. Zu diesen Folgen gehört Ahasver – das Wesen, das eine unrechtmäßige Einweihung „ohne Sterben in Christo und Auferstehung im Heiligen Geist“ erfahren hat. Es wandelt von Volk zu Volk auf dem Astralplan und erlebt unter den Menschen irdische Erfahrungen in einer unrechtmäßigen Weise. Dazu gehören auch die Mysterien, die mit der Zahl 666 zusammenhängen. In seiner Vorlesung vom 11. Oktober 1918[8] sprach Steiner über die Jahre 333 und 666. Christus hat den Rhythmus von 33 Jahren in die Erdentwicklung eingeführt. Das bedeutet, dass die Wirkung eines Impulses  33 Jahre später in der Geschichte sichtbar wird. Der mit der Trennung verbundene Sorat hat den Gegenimpuls der Zahl 66 eingeführt. Er hat auch den Impuls der Zahl 666 gegenüber der Zahl 333 eingeführt. Letztere bringt das Verschmelzen des Menschen mit der Trinität zum Ausdruck. Das Jahr 333 bildete die Mitte der vierten nachatlantischen  Kulturepoche. Damals musste der Höhepunkt der Verstandesseele erlebt und das Mysterium von Golgatha verwirklicht werden. Doch Christus hat wegen des Jahres 666 etwas anderes getan. In jenem Jahr sind drei Strömungen zusammen gekommen – die Strömung der normalen Entwicklung und die Nebenströmungen von Luzifer und Ahriman. Sorat hatte die Absicht, den Menschen vorzeitig mit dem der Bewusstseinsseele angemessenen Wissen zu überschütten, für das er  erst in der Mitte der fünften Kulturepoche reif gewesen wäre. Das hätte zur Vermischung der Verstandes- und der Bewusstseinsseele in einer unrechtmäßigen Art geführt. Der Mensch hätte nicht seine höheren geistigen Wesensglieder entwickeln können und wäre zu einer Art Tier geworden. Deshalb musste Christus 333 Jahre früher kommen und in einem gewissen Sinne die Absicht Sorats neutralisieren,  die später durch die Akademie von Gondischapur umgesetzt wurde.

Ein zweites Mal manifestierte sich Sorat in der Vernichtung der Templer. Seine dritte Erscheinung unter den Menschen fällt mit unserer Zeit zusammen. Sorat wird unsere Evolution bis zum zukünftigen Äon der Venus begleiten, wenn das „Letzte Gericht“ über die Menschenseelen stattfinden wird. Bis zu jener fernen Zeit wird uns Sorat bei unseren Bemühungen verhindern,  Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch anzueignen. Er wird die Rolle des „Hauptantichristen“ spielen, der das Böse hervorbringt. Erst auf der zukünftigen Venus werden Sorat und seine Scharen ihre Aufgabe beendet haben. Dann werden sie zusammen mit den heil gebliebenen Menschen-Ichen nur in der Sonnenevolution ihre Entwicklung zum Vulkan und zu, nächsten Zyklus fortsetzen. Dann werden sich die beiden der Substanz angelegten Hauptintentionen wieder harmonisch vereinigen, jedoch auf einer neuen Stufe im Vergleich zur Stufe des vorherigen vatergöttlichen Zyklus.

Der Anfang dieser Geisteshöhen liegt in der Zeitenwende. Damals haben sich Jahve und Michael von der geistigen Führung der Israeliten zurückgezogen und diese hätten sich wie das Ferment des einsetzenden Christentums unter die restlichen Völker der Erde verbreiten sollen, denn das Wesen des salomonischen Tempels ist dem Wesen des Christentums völlig entgegengesetzt. Sie haben das nicht getan und sind unter den Einfluss des „ewigen Juden“ Ahasver geraten. Auch heute irren sie, ohne die Entwicklungsrichtung zu kennen, angetrieben von der Anschauung des Zionismus.

Aber was geschah mit Jahve und Michael? Michael wurde allmählich zum Sonnen-Antlitz Christi und Jahve hat seinen „Monden-Amt“ aufgegeben, denn er hat seine Aufgabe, den Leib für Gott im Volk Israel zu schaffen, erfüllt.

Im Augenblick, als Christus seine dritte Prüfung im Garten Gethsemane erlebte, über die Judith von Halle in ihrem Buch „Und wäre Er nicht auferstanden“ berichtet, erschien ein heller Fleck auf dem Mond. Jahve kam dort heraus und richtete sich auf die geistige Sonne zu, d.h. er begann sich mit der Sonnenevolution zu verbinden. Es bestand keine Gefahr mehr, dass der Leib des Christus Jesus zerfallen und der Kreuzestod und die Auferstehung verhindert werden würden. So konnte der Sündenfall erlöst werden. Das Mysterium von Golgatha bildet mit Rücksicht auf den zeitlichen Mittelpunkt der Erdenevolution das geistig-historische Gegengewicht des menschlichen Sündenfalls. Jahve erhielt das Recht, zum Rang eines Dynamis aufzusteigen, aber er verblieb aufopferungsvoll in der Sphäre der Geister der Form, um von dort aus zu wirken. Die sechs restlichen Elohim „meldeten sich“, indem sie das Ich-Bin-Prinzip Christi zur Inkarnation trugen, aber Jahve hielt sie „beiseite“ und verwirklichte die einpersönliche Herrschaft über die Menschheit, indem er durch die Blutsverwandtschaft die Einflüsse Luzifers parierte. Luzifer selbst war sein gleichwertiger Gegner, denn auf dem alten Saturn besaßen die beiden die Möglichkeiten von Engeln. Luzifers Zurückbleiben begann auf der alten Sonne, aber seine Möglichkeiten zur Versuchung stiegen bis zum Erdenäon an. Während die ahrimanischen Einflüsse unter den irdischen Menschen schwächer waren, machte Luzifer Jahve mehr zu schaffen. Obwohl Jahve das Mondenamt verlassen hatte, brach er seine Beziehung zum Mond nicht. In der fünften Kulturepoche war die Menschheit von einem ernsthaften Absturz in den Abgrund der Mondenentwicklung bedroht. Wie kein anderer der Götter vereint Jahve das Wissen über die drei Strömungen in der Entwicklung, mit denen er wie ein Zeremonienmeister wirkt. Die Ich-Buddhi Christi trat an Pfingsten als Christus-Impuls in die Menschen ein und unsere Aufgaben haben sich von Grund auf geändert. In den alten Zeiten wirkte Jahve durch die alten Propheten „nachts“, nun wurden die Mysterien zu „Tagesmysterien“. Nachdem sich Michael von der Führung der Israeliten zurückgezogen hatte, erhielten die Mysterien andere Aufgaben. Aus der Anthroposophie ist uns bekannt, was Michael tat, als er sich auf das Zeitalter vorbereitete, in dem er wieder die Führung der Menschheit übernehmen sollte. Doch über das, was Jahve nach der Zeitenwende tat, war bis heute kaum etwas bekannt!

1898 hat der Bodhisattva Beinsa Douno in Varna die Botschaft eines Wesens empfangen, das sich als „Elohil – Engel des Vermächtnisses Gottes“ vorgestellt hat. Dieses Wesen nennt in seinem „Aufruf an mein bulgarisches Volk – bulgarische Söhne der slawischen Familie“[9] die Bulgaren „ein auserwähltes Volk, die königliche Saat, das Volk, dessen Führer der Herr der Heerscharen ist“. Weiter sagt dieser Geist, dass er uns unter seinen „höchsten Schutz“ bereits in der entfernten Vergangenheit“ genommen hat, als unser „Geist keinerlei Schönheit“ besaß, wir „widerwärtig anzusehen“ waren und ein „grobes Herz“ hatten. Doch seine Liebe zu uns habe ihm eine „heilige Pflicht auferlegt“ und er hat den Auftrag übernommen, uns zu einer „ ruhmreichen Zukunft und zum heiligen Amt in Seinem Reich zu führen, welches jetzt in seiner heiligen Macht in diese leidende Welt eintritt.“

Hier entsteht die Frage, wann uns dieser Geist unter seinen „höchsten Schutz“ genommen hat und wer er ist? Bereits vor 18-20 Jahren hatte ich die Vermutung geäußert, dass es sich um ein Wesen aus der Hierarchie der Elohim handelt. Später wurde uns das in einer Offenbarung bestätigt – mit der Ergänzung, dass es sich um einen Sonnengeist der Form handelt. Ich vermutete, dass es einer der restlichen sechs Elohim war, die auf der Sonne geblieben waren. Damals wusste ich nicht, dass der Monden-Elohim Jahve in der Zeitenwende zur geistigen Sonne übergetreten war. Zum ersten Mal können wir heute öffentlich mitteilen, das „Der Aufruf an mein bulgarisches Volk“ von Jahve kommt! Die Elohim führen die Wurzelrassen an. Als Führer der fünften Wurzelrasse (im breiteren Sinne) beobachtete Jahve die Bulgaren seit dem tiefsten Altertum, als die Herausbildung der ersten Völker begann. Im engeren Sinne hat er die Führung über uns wahrscheinlich vom vierten Jahrhundert n. Chr. an übernommen, als neben vielen wichtigen Ereignissen auch die Übertragung der Kontrolle über die kosmischen Gedanken von den Elohim an die Archai erfolgte. In den älteren Zeiten haben die Geister der Form in einer natürlichen Art die Gedanken in den Menschen eingebaut, während die Geister der Persönlichkeit dem Individuellen in uns zugewandt sind und darauf warten, dass sie mit freien Ich-Wesen zusammenwirken können. Wir wissen seit langer Zeit, dass die Bulgaren mit der wichtigen Aufgabe beauftragt wurden, für die Ich-Entwicklung der Menschheit verantwortlich zu sein. Deshalb nannte uns Jahve „ein auserwähltes Geschlecht, „eine königliche Saat, ein Volk, dessen Führer der Herr der Heerscharen ist“. Aber im 20. Jahrhundert hat uns der Bodhisattva auch etwas Wichtiges eröffnet, was mit den Bulgaren zusammenhängt: „Wir haben das bulgarische Volk ausgesucht, da es die Leber der Menschheit darstellt. Die Bulgaren haben den schwierigsten Teil des allgemeinen menschlichen Organismus besetzt, deshalb sind hier die Leiden und die Gegenwirkung am stärksten“. Die Leber ist jene Materie, die die Welt erschaffen hat. Gott hat die Welt durch die Leber erschaffen. Bei der jetzigen Organisation des Menschen entscheidet die Leber alles, denn sie ist das ganze Laboratorium des menschlichen Lebens auf der Erde“[10].

Warum sprach der Meister diese seltsamen Worte? Jeder, der sich in die Geisteswissenschaft vertieft hat, kennt die Beziehung der Leber mit dem Blut oder im breiteren Sinne mit der Materie und der Ich-Entwicklung. Sie ist „der General“ in unserem Organismus, der mit über 400 lebenswichtigen Funktionen beauftragt ist. Diese Funktionen betreffen den Stoffwechsel, die Desoxydierung, Verdauung, Thermoregulierung und die exkretorische Tätigkeit. Die Leber ist das zweitgrößte (nach der Haut) und komplizierteste Organ, was die Morphologie und die Funktionen betrifft. Dieses Organ „sagt“, was mit den in den Organismus eingehenden äußeren Stoffen geschehen soll, denn die Leber steht in direkter Beziehung mit unserem Ätherleib, durch den eigentlich die Ernährung des Menschen erfolgt. In physischer Hinsicht stellt die Leber eine Art „Entzündungausfluss“ des Ätherleibes dar, sie entstand in Hinblick auf den Ätherleib. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Leber als einziges Organ sich selbst regeneriert und reich mit Blut versorgt. Sie nimmt sogar an der Bildung mancher Blutbestandteile teil. Wir können die Leber auch als die größte Drüse ansehen.

Doch die angeführten Charakteristika sind bis zu einem gewissen Grade äußerlich, während die geistigen Funktionen der Leber nicht weniger beeindruckend sind. Bis in unsere Tage hinein hat sich der unter den thrakischen Bulgaren in der dritten nachatlantischen Kulturepoche entstandene Mythos über den vorausdenkenden Titanen Prometheus bewahrt. Er hat den „Sterblichen“ das Feuer geschenkt und wurde wegen dieser Sünde von den Göttern bestraft. In dieser Tat ist die Geschichte der gesamten fünften Wurzelrasse enthalten und in jedem einzelnen Menschen wiederholt sich das Schicksalsleiden des Prometheus, wenn er sich von den „Fesseln des Hephaistos“ und vom Felsen (des Irdischen) zu befreien versucht. Prometheus gab den Menschen eine Kraft, die sie in das Erdenleben mit dem vom Gehirn reflektierten Denken eingeführt hat. Dieses Denken hat zu der ersten Form des Ich-Selbstbewusstseins geführt, aber die Lebenskräfte wurden beschädigt. Der Adler, der den Astraleib, die Sehnsüchte und das reflektierende Denken symbolisiert, frisst tagsüber von der lebensfähigen Leber, d.h. vom Ätherleib, und nachts wird sie von den „Tränen der Galle“ (die mit dem Astralleib zusammenhängt) erneuert – d.h. unsere Lebenskraft wird nach ihrer Speisung von der Astralwelt erneuert. Der Titan empfindet keine Schmerzen durch den Adler und es ist kein Zufall, dass die Leber das einzige Organ ist, das bei Erkrankung (zumindest in der Anfangsphase) keine Schmerzen verursacht.

Mit dem Feuer des Prometheus machte sich die Menschheit auf den Weg, die materielle Welt zu erkennen und unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei ernährte sie sich üppig von den Früchten des Baums der Erkenntnis. Nach dem Sündenfall wurde unser Zugang zum Baum des Lebens verwehrt und mit dem Feuer des Prometheus sind wir endgültig in die von der Materie der Leber erschaffene Erdenwelt eingetreten.

Nach Platon werden in der Leber die dunklen Kräfte des Organismus gespeichert – Zorn, Eifersucht und Gier. Deshalb wird die Leber krank davon. Andererseits beseitigt sie jedes Gift, das in unseren Organismus hineinkommt. Die Funktion die Leber ist die schwierigste, denn sie stellt das ganze Labor des Menschenlebens auf der Erde dar. Sie nimmt die Stoffe auf, die in den Organismus geraten und führt sie durch die Gallenblase dem Ich zu, welches unmittelbar mit unserem Denken verbunden ist.

Die Leber ist eine Art „Negativ“ der Stirn und laut Steiner ist, in dem all das konzentriert ist, was in der nächsten Inkarnation in die innere Disposition des Gehirns hinübergehen wird.[11] Steiner sagt auch, dass um die Leber eine Art Kopf existiert, der zum Mittelpunkt der Erde schaut. Wir sind auf die Erde gerade wegen der Meisterung der ersten Ich-Form herabgestiegen. Mit dem Mythos von Prometheus haben die Bulgaren den Weg dorthin abgesteckt. Doch die Menschheit ist in der Materie der Leber versunken und hat sich in das Netz Ahrimans verfangen – des Herrn dieser Materie.  Prometheus wurde vom in die Eleusinischen Mysterien eingeweihten Herakles befreit. In diesen Mysterien wurde an der Läuterung des Astralleibes gearbeitet, denn die Befreiung des Ich-Menschen kann nur von einem spiritualisierten Menschen erreicht werden, d.h. mit dem individuellen Ich. Durch das Mysterium von Golgatha hat Christus den Weg zum Ich und zu den Göttern für jeden einzelnen Menschen gebahnt, der Ihm folgen will. Doch der Weg ist von vielen Fehlern und Stürzen begleitet.

Als geistige Führer der Menschheit, die laut Beinsa Douno Gott „auf seine Hand aufgeschrieben hat“ (d.h. sie sind Sein Willensinstrument), müssen die Bulgaren schwer büßen, wenn sie „einen falschen Schritt“ machen – wie  die Israeliten, über die Jahve sagte, dass sie „den Gesandten des Vermächtnisses, Jesus, der Schmach und dem Tod ausgeliefert hat, weil die Taten dieses Geschlechtes heimtückisch waren“. Aber er sagte auch: „Die Verbrecher gegen Mein Vermächtnis haben den Lohn für ihre Gesetzlosigkeit erhalten“.

In den oben angeführten Zitaten aus dem „Aufruf“ wird deutlich, dass hier jenes Wesen spricht, das den Bund mit Abraham geschlossen hat, aus dem ein Volk herausging und zum Schluss der „Gesalbte des Vermächtnisses Jesus“ erschien. Nachdem Jahve seinen Auftrag erfüllt hatte, erhielt er „Leben, Ruhm, Würde“, die er aufgeopfert hat, um sich einer anderen ruhmreichen Aufgabe zu widmen.

Nach der Zeitenwende hat „der Herr ein Haus für sich gesucht und die Wahl ist auf das slawische Geschlecht gefallen“. Der Meister Beinsa Douno bestätigte auch, dass der Geist, vom dem er den „Aufruf“ empfangen hat, derjenige vom Gott erwählte Engel ist, der das bulgarische Volk und das ganze Slawentum führen soll. Jahve selbst sagt im „Aufruf“, dass er das bulgarische Volk ausgesucht hat, um mit ihm „allein das gesamte Slawentum zu rühmen“. Der Meister behauptete auch, dass die Slawen „das neue Israel“ sind, doch im Unterschied zu den Israeliten ihre Mission erfüllen werden.

Wie wurde die Mission der Bulgaren als Pioniere des Slawentums, die den Willen im gesamtslawischen Organismus repräsentieren, in die Wege geleitet? Jahve rief „aus der Ferne, vom Himmel“ seine beiden Diener Kyrill und Method, damit sie dem Volk „die gute Nachricht überbringen“, so dass es „die Finsternis der dunklen heidnischen Götter verlassen“ kann. „Und es ward eine große Freude in den Welten des Lichtes, als Gott das Siegel seines großen Namens“ uns „aufprägte und Seinen Geist als ewiges Vermächtnis“ in unsere Herzen legte. Dieses Siegel ist „das Wort der Wahrheit und das Wort des Lebens“ – die Glagolitza, mit der wir „in das ewige Licht“ – Christus – hinaufsteigen können. Der Hinaufstieg sollte mithilfe des ins Bulgarische übersetzten und mit der Glagolitza aufgeschriebenen Neue Testaments geschehen.

Jahve erschien unserem damaligen „regierenden Herrscher“, Boris I.[12] und hat ihm „den Willen des Himmels verkündet“, dass er  seine „Gesandten des Neuen Testaments empfangen“ soll. Boris I. hat auf Jahves „Stimme gehört“ und sich vor ihm „ausgezeichnet, Stammvater“ unserer „geistigen Wiedergeburt zu werden“. Mit „einem unerschütterlichen Glauben“ hat Boris I. „das gegebene Versprechen angenommen, gleich Abraham, der sich nicht seines Sohnes erbarmte, sondern ihn als lebendiges Opfer darbringen wollte.“ Boris I. bestrafte nämlich seinen Sohn Wladimir Rassate[13] wegen seines Widerstandes gegen das Neue. Von diesem Tag an „erging vom Herrn der Heerscharen der Aufruf“ an die Bulgaren. Boris wurde zum geistigen Stammvater des Slawentums, in dem Gott Sein Haus – also Sein Gefäß – zur Vorbereitung der Bedingungen für die zukünftige sechste Kulturepoche hat.

Wenn Jahve über Gott  spricht, müssen wir den väterlichen Weltengrund verstehen – das absolute Ich, den Urquell des Ich-Prinzips, während „der Herr der Heerscharen“ im Zyklus Christus ist. Für den „Führer der Erlösung“, für den „Auserwählten“ des väterlichen Weltengrundes ist „die Erhebung des slawischen Geschlechtes eine für alle notwendige Erhebung“, damit Er bald unter den Menschen „in seiner vollen Herrlichkeit und Kraft erscheinen wird, um das ewige Reich des Friedens, das Reich Gottes auf Erden wiederherzustellen.“ Das „Reich des Friedens“ ist die Welt der Hierarchiewesen, mit der die Beziehung in jedem Zeitalter jeweils anders erfolgt.

Das Ergebnis der Erscheinung Jahves vor Boris I. war der Beginn des Bogomilentums als Vorbereitung der Menschheit auf die bevorstehende fünfte Kulturepoche der Bewusstseinsseele, in der das Ich-Prinzip sich in einer mächtigen und überzeugenden Art manifestieren sollte. Vor mehr als 1000 Jahren begann ein Christentum, das im neuen auserwählten Volk entsprechend den veränderten makrokosmischen Bedingungen inspiriert wurde und sich stark von der sog. Orthodoxie unterschied.

Wie wir wissen, sind die Bulgaren die ersten Christen in Europa. Ihr Sophien-Verständnis des neuen Testaments kam direkt von den Aposteln Paulus und Andreas. Nach dem vierten Jahrhundert wurde jedoch das lebendige Christentum allmählich kanonisiert und die erhabenen Sophien-Weisheiten erblassten, da das Weltliche in der Kirche die Oberhand erhielt. Die kosmische Intelligenz strömte wie ein goldener Regen herunter, doch nur wenige konnten Sie ergreifen und selbstverständlich kamen Zweifel an den Tatsachen der Evangelien auf. Das wirkte auch im Bewusstsein der Bulgaren, und wenn man den mächtigen Einfluss der alten Kultformen berücksichtigt, die sich bis in unsere Gegenwart hinein erhalten haben, war es klar, dass Hilfe von oben notwendig war.

Die Hilfe kam von Jahve durch Boris I. und seinen Enkel Bojan Maga und auch von den wieder inkarnierten Jungfrau Sophia und Johannes Evangelist, die das Sophien-Christentum schlechthin verkörperten. Der Impuls der Bogomilen verbreitete sich in alle Weltrichtungen, um das Christentum zu retten und zu heilen, indem er es auf eine neue Stufe des Erfassend und Praktizierens erhob.

Hier entsteht die berechtigte Frage, ob die Bulgaren neben Jahve auch einen unmittelbaren geistigen Führer hatten, wie Michael das alttestamentliche Volk führte. In der Vorlesung „Das Zeichen“ vom 8. Oktober 2006 [14] habe ich ausführlich beschrieben, wie wir die Offenbarung empfangen haben, dass Erzengel Raphael vom Jahre 850 an, als sein nächster Aufstieg in den Rang eines Zeitgeistes begann, unser Volksgeist ist. Dieser Erzengel wird nur einmal im Alten Testament erwähnt, wie er den blinden Vater des Tobias heilt, was zu dessen geistigem Erwachen führt und er Raphael als seinen Heiler und Erlöser wiedererkennt. Diese Geschichte gehört nicht zu den kanonischen Texten, aber wichtiger für uns ist, dass sie Raphael als den Erzengel darstellt, der durch die Kräfte der kosmischen Heilung, der ewigen Jugend wirkt, welche mit dem Baum des Lebens zusammenhängen. Bekanntlich ist der Träger dieser Seelensubstanzen die nathanische Seele, die in sich die Ich-Buddhi Christi aufgenommen und zusammen mit Ihm den Tod auf Golgatha erlebt hat. Deshalb ist es kein Zufall, dass im Jahreskreislauf der Karfreitag und die Auferstehung unter dem besonderen Einfluss Raphaels stehen. Unter den vier Erzengeln, die das naturmäßige Weltenkreuz bilden, ist Raphael der Frühlingserzengel und im Frühling hat das größte Ereignis im Kosmos stattgefunden. Mit dem Mysterium von Golgatha wurde der Erdenäon zweigeteilt und wir sind von der Mars- zur Merkurhälfte übergegangen. Raphael hängt mit der geistigen Sphäre des Planeten Merkur zusammen, der uns als der „Morgenstern“ aus der Apokalypse des Johannes bekannt ist. Dem „Morgenstern folgen“ bedeutet den Ich-Impuls Christi immer stärker verstehen und praktizieren. Die Bulgaren sind die Träger des Ich-Prinzips. Raphael wurde nach dem Mysterium von Golgatha zu ihrem Führer, als die kosmische Intelligenz heruntergestiegen war, denn die Menschheit musste vom instinktiven Monden-Erleben des Ich, das an die Blutsverwandtschaft gebunden ist, zur Menschwerdung bei wachem Tagesbewusstsein übergehen. Die Träger dieses Bewusstseins waren die Bogomilenpriester.

Jemand könnte einwerfen, dass der Meister zu verschiedenen Anlässen die Bulgaren als Saturn-Menschen charakterisiert hat, dass er die beiden Planeten Saturn und Mars als „den Bulgaren charakterisierend“ bezeichnet hat, dass die Saturn-Kräfte die Leber aufbauen und so weiter. Das stimmt alles – Bulgarien befindet sich unter dem geistigen Einfluss des Steinbocks, dem die Weltanschauung des Spiritualismus im Kreis der zwölf Weltanschauungen entspricht. Ebenfalls stimmt es, dass wenn der Saturn in das Gebiet des Steinbocks kommt, die Seelenstimmung der Gnosis auf ihrem Thron ist. Der Meister nannte die Bulgaren „das älteste Volk der Erde“. Ein solches Volk trägt unvermeidlicherweise die Geschichte der Menschheit in sich. Die Saturnsphäre ist das Gedächtnis der Götter für unser Sonnensystem und deshalb sind die Bulgaren „Saturn-Menschen“ und müssen die Träger der wahren Gnosis in einer zeitgemäßen Art sein.

Die Marssphäre ist „die Rede der Götter“ über die Weltgeheimnisse und die bulgarische Sprache ist, wie Beinsa Douno behauptete, „die genaueste Sprache, in der die okkulten Gesetze und das Wort Gottes wiedergegeben werden“ können. Deshalb sind die Bulgaren auch „Marstypen“, aber sie waren im Altertum auch gefürchtete Kämpfer. Die Einflüsse der Marssphäre haben sich erst nach dem Opfer des Gautama Buddha im Jahre 1604 gewandelt. Auf dem Rückweg der Menschenseele von der Mitternachtsstunde des Daseins – wenn sie überhaupt nach dem Tod dorthin gelangt – wird die Rede der Götter in die geistige Substanz verwandelt, der später das Ego entspringt, damit wir uns vom Kosmos trennen und vorbereitet auf die Erde treten. Es ist allgemein bekannt, dass die Bulgaren Individualisten im positiven und im negativen Sinne sind. Das kommt vom Mars. Die Voraussetzungen des Gedächtnisses (Saturn) und der Rede (Mars) sind also vorhanden, aber sie müssen unser Volk zum Mysterium von Golgatha führen, mit dem der Logos-Christus einerseits das Gesetz im Manvantara „erfüllt“ und andererseits das Prinzip der Oktave eingeführt hat. Dieses Prinzip garantiert einen neuen Zyklus der Schöpfung, nachdem die sieben Äonen des gegenwärtigen Zyklus zu Ende sein werden. Die Bulgaren sollen immer zum „reinen Wasser“ streben, das aus dem Quell von Golgatha kommt und den anderen dieses Wasser uneigennützig geben. Zum Quell gelangt man durch das Ich und nur dann hat das Wasser auch eine heilende Wirkung. Raphael hat die Bulgaren übernommen, um die Völker zu heilen!

In GA 243 gibt Steiner Raphaels Regentschaft unmittelbar nach dem Monden-Erzengel Gabriel an, wobei die Regentschaft des Mars-Erzengels Samael (1190-1510) ausgelassen wird. Es scheint, dass Raphael ausnahmsweise auf manche Gebiete des Geisteslebens der Menschheit auch während des Zeitalters Samaels Einfluss hatte. Welche Gebiete könnten das sein?

Das Zeitalter Raphaels musste 1190 zu Ende sein. Unter seiner Regierung begann sich das Slawentum herauszubilden, es entstand die Bogomilenbewegung und Bulgarien ist unter die byzantinische Gewalt gefallen, von der die Befreiung erst im Jahr 1185 kam. Dann geschah aber ein Mysterium, das nur mit jenen Auferweckungen an der Zeitenwende vergleichbar ist, die Christus persönlich vollbracht hat. In der Mitte des 13. Jahrhunderts war die Beziehung der Menschheit zur geistigen Welt selbst bei den Eingeweihten vollständig abgebrochen. Wie nie bisher konnten die Elohim direkt auf das Innenleben des Menschen einwirken. Gemeint sind alle sieben Elohim, unter denen jedoch Jahve die größte Erfahrung mit der Führung unserer Erdentwicklung hatte. Bei dem Mysterium von Arbanassi hat sich Lazarus-Johannes einen eigenen unzerstörbaren Ätherleib gebildet und dieser Ätherleib begann, denjenigen zu inspirieren, der auf dem Weg des esoterischen Christentums nach einer Beziehung zum Erlöser suchte. Wir brauchen nicht daran zu zweifeln, dass die Hauptakteure bei diesem Mysterium die übersinnlichen Wesen Jahve und Raphael waren. Und deshalb hat Raphael seine Wirkung auch in die Zeit der Samuels hinein verlängert. Natürlich können wir auch andere Ursachen für diese Verlängerung angeben – zum Beispiel die Kreuzzüge. Sie entstanden aus der raphaelischen Sehnsucht nach dem geistigen Osten zwecks Heilung des westeuropäischen geistigen Lebens und Wiederbefreiung des Grabes Gottes von der wiederhergestellten Mondenreligion Jahves – dem Mohammedanertum, in dem der Christus-Impuls gänzlich beseitigt wurde.

Im Unterschied zu den Kreuzzüglern, die mit der Mars-Kraft kämpften, heilten die Bogomilen mit dem Wort und den aus der Natur stammenden Heilmitteln. Eine solche Heilung erhielten die Menschen auch von den Gemälden des Malers Raffael und sie ist auch heute noch möglich. Der Maler der Renaissance befand sich unter der geistigen Obhut des gleichnamigen Erzengels. Bekanntlich ist Raffael an einem Karfreitag geboren und gestorben, was wir als einen zusätzlichen Grund annehmen können, warum die geistige Wirkung des Merkur-Erzengels bis zur Zeit der Renaissance dauerte. Es ist auch bekannt, dass Raffael der wieder geborene Johannes der Täufer war.

Hier können wir eine interessante Tatsache verkünden, die Damian Popchristov mitgeteilt hat. Als er mit einer bulgarischen Reisegruppe das Museum von Leonardo da Vinci in Italien besuchte, fragte die Mitarbeiterin, welche Sprache sie sprechen. Als sie die Antwort hörte, rief sie aus: „ Wissen Sie, dass Leonardos Mutter Bulgarin war? Sie stammte vom bulgarischen Adel, der nach Italien emigrierte, als Bulgarien unter die byzantinische Herrschaft fiel. Ist es möglich, dass Leonardo der direkte Nachkommen des Geschlechts des Königs Samuil ist?[15]

Nach der Renaissance begann die Zeit der Aufklärung. Es erschien der deutsche Idealismus, in dem Raffael als der Dichter Novalis inkarnierte. Während dieser Zeit befanden sich die Bulgaren unter der fünf Jahrhunderte dauernden Herrschaft der Osmanen. Dazu kam es wegen der „widerwärtigen Abscheulichkeit“, mit der wir „Gott gereizt haben“.[16]

Auch „unter dem ewig langen Joch“ hat Jahve die Bulgaren „ständig auf dem Weg der Geduld und der Demut geleitet“ und sie „gelehrt“, sich ihrer „Sünden bewusst zu werden, um Reue zu zeigen“ und sich mit ihrem „ganzen Herzen“ ihrem Herrgott zuzuwenden, mit Dem sie „durch das Eheband eines reinen und unschuldigen Lebens verbunden“ sind.

Und „am Ende der jahrhundertelangen Prüfung, als der Himmel nach dem hohen Ermessen der göttlichen Vorsehung entschieden hat“, die Bulgaren „vom schweren Joch zu befreien“, war Jahve der erste, der erschienen ist, um sich für sie „einzusetzen und ihnen die Freiheit zu geben“, weil er angenommen hat, dass sie den gegebenen Segen nutzen werden, um es besser als in der Vergangenheit zu machen. Doch die Bulgaren haben „die Gaben der Freiheit erneut missbraucht“. Jahve war vom traurigen Bild gerührt und erschien erneut – diesmal durch den als Petar Danov wieder inkarnierten Boris I. Ein Jahr früher hatte Petar Danov den Bodhisattva und zukünftigen Buddha-Maitreya aufgenommen, der in sein Gefäß inkorporierte.

Das Zeitalter des Kali Yuga war zu Ende und es kam das „helle Zeitalter“, in dem die ätherische Wiederkunft Christi in ihrer vollen Macht begann. Hier haben wir die erste Verkündung des Hauptereignisses für die nächsten 3000 Jahre! Sie kam von Jahve durch den Bodhisattva, denn laut Steiner ist gerade der Bodhisattva jenes Zentrum, das für die Zweite Wiederkunft „zuständig“ ist. Es musste das große Christentum des Heiligen Geistes einsetzen, das mit dem Verständnis des Christus-Impulses zusammenhängt, andernfalls kann sich die Kultur nicht vorwärts entwickeln und wird zusammenbrechen.

In einer entschiedenen Art erklärte der Meister, dass „jedes Werk, das im Namen Christi verrichtet wird, eine Blüte ist, die Knospen ansetzt und Früchte trägt“. Geschieht etwas nicht im Namen Christi, so setzt es keine Knospen an und trägt keine Früchte. Bis zum 20. Jahrhundert wurde das Christentum nur vorbereitet. Es befindet sich nun am Anfang des Übergangs zum allmählichen und umfassenden Verständnis, welches in Kombination mit den aus dem Mysterium von 1936 geborenen moralischen Kräften zum Überwinden des Bösen den Menschen zu einer bewussten Begegnung mit dem ätherischen Christus führen wird.

Jahve warnte die Führer des bulgarischen Volks, dass sie ihn zum „Weg der Wahrheit“ führen sollen, andernfalls würden „ drei Übel unser Volk treffen  – Hunger, Tod und Zerstörung“. Statt dem Geist der Wahrheit zu folgen, begannen die Bulgaren nach der Befreiung von der Türkenherrschaft, „eigensinnig und zerstritten”, sich einander entgegenzusetzen. Es erschien auch der Hass gegen Russland, von dem wir einen Tribut wie denjenigen Abrahams an Melchisedek erwarten. Der Hass gegen Russland hatte natürlich seine Ursachen in den Wirkungen des abstoßendem russischen imperialistischen Panslawismus, doch immerhin ist Bulgarien die geistige Mutter Russlands und jede Mutter müsste ihrem unartigen Kind verzeihen können. Das Ergebnis des „traurigen Bildes“ war der Zusammenbruch des Volks nach dem Ersten Weltkrieg, der Bürgerkrieg, der de facto zwischen den beiden Weltkriegen geführt wurde und der nachfolgende Alptraum des Bolschewismus.

Doch nicht nur die Bulgaren, sondern auch die restliche Menschheit erwies sich als unvorbereitet auf die große Wandlung, die zuerst im Denken eingetreten war. Steiner hat die „Philosophie der Freiheit“ geschrieben, aber die Menschen verstanden nicht, was er in diesem Buch sagte. Sie blieben in der Blutsvererbung stecken, die vor allem vom Vater und weniger von der Mutter kam. Das ist das Embryonaldenken, das nach der physischen Geburt instinktiv als das abstrakte reflektierende, an das physische Gehirn gebundene Denken in Erscheinung tritt. Die Menschen sammeln während ihres Erdenlebens Erfahrungen, doch sie verbinden diese mit dem Denken der Vererbung und können auf diese Weise eventuell zum Vatergott, zum Naturmäßigen kommen, jedoch nicht zum Wesen des Sohnesgotts als Ich.

Wenn jedoch der Mensch im Laufe seiner Entwicklung und Lebenserfahrung sich auch das Denken eines Okkultisten aneignet, so wird er gleichsam wiedergeboren und kann nur mit diesem vom Christentum durchzogenen Sonnendenken das Mysterium von Golgatha in seinem Ich-Sinne erreichen.

Das Jahve-Denken war für uns bis zu den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts wirksam. Doch wie bereits erwähnt, drangen in die menschliche Natur die Wirkungen niedrigerer Wesen ein, da die Wirkungen der sechs Sonnenelohim beseitigt wurden. Diese Wesen waren gegen Jahve selbst gerichtet. Er konnte ihre Wirkungen im Zaum halten, bis sich unsere Bewusstseinsseele bis zu einem gewissen Grade entwickeln konnte. Doch mit Anbruch des 19. Jahrhunderts wurde Jahves Wirkung schwächer, da diese Wesen ihm „entglitten“. Die beim Rosenkreuzertum so starke Suche nach dem Geist in der Natur verfiel in die atheistische Weltanschauung und führte zur Entstehung des Darwinismus, zur Atomisierung der Wissenschaft usw. In der Sphäre des sozialen Denkens manifestierte sich die Naturwissenschaft in den Theorien des Marxismus, Anarchismus u.ä. Es wurde unmöglich, dem ansteigenden Ahrimanisierung des Lebens allein mit der Weisheit Jahves zu widerstehen, denn sie bildet nur ein Siebtel der Weisheit, die der Mensch im Laufe seiner Entwicklung erwerben muss. Die übrigen sechs Siebtel werden von den sechs Sonnenelohim erworben und erst dann kann die Weisheit des Christus-Impulses vollständig werden. Jahve war das erste „Tor“, aber zukünftig müssen wir sechs weitere Tore passieren.

Doch zuerst muss die Weisheit Jahves in bewusster und nicht in instinktiver Weise dem Menschen offenbar werden. Es ist eine vollständige Wandlung der Weltanschauung notwendig – hinsichtlich der eigenen Individualität, des Volks, in dem wir geboren sind und der Rasse, zu der wir gehören. Es ist erforderlich, dass wir zum anschauenden Denken übergehen. Das hängt von den persönlichen Anstrengungen jedes Menschen ab, andernfalls schließen wir uns immer mehr in den persönlichen, nationalen und rassenmäßigen Egoismus ein.

Wenn Donald Trump seinen Slogan „America First“ erhebt, so muss man wissen, dass er aus seinem persönlichen und nationalen Egoismus herrührt und dieser dient seinem „Jahve des Volkstums“. Alle anderen Völker dienen ihm auch. Wenn jemand laut „Bulgarien über alles“ schreit, so wird seine soziale Sorge um das eigene „hebräische“ Volk sofort in eine antisoziale Handlung gegen die ganze Menschheit umgewandelt. Wir leben in einem Zeitalter, dessen Zeitgeist Michael ist und jeder nationale Egoismus verhindert die Erfüllung der Aufgaben, die Michael für Christus erfüllt. Wie bereits hervorgehoben, ist ein tiefes Verständnis des Christentums erforderlich und das bedeutet ein michaelisches Verständnis. Erst dann können wir erwarten, dass wir den Weg zur Heilung der Kultur und Zivilisation finden werden. In Hinblick auf Bulgarien hat uns der Bodhisattva versichert: „Wenn Bulgarien die neue Weltanschauung, die neue Moral, den neuen Umgang der Menschen untereinander, die neue Religion, die neue Wissenschaft über das Leben aufnimmt, so wird der Bulgare geheilt werden und mit ihm auch die ganze Menschheit.“[17] Als Jahve sich durch den Meister an die Bulgaren wandte, warnte er sie, dass sie umkommen würden, „wenn sie nicht nach Gott suchen“ und dass „der Gott der Gewalten eine neue Generation aufsteigen lassen wird, die die göttlichen Absichten und Pläne erfüllen wird“. Laut Beinsa Douno bedeutet „Bulgare“ im kosmischen Sinne „ein Mensch des Geistes“. Solche Menschen sind jetzt notwendig, die durch das zweite Tor zur Christus-Weisheit treten, damit Christus das erkrankte Menschenleben in der fünften Kulturepoche heilt.

Die Synthese der beiden esoterischen christlichen Impulse aus dem 20. Jahrhundert ist jene Medizin, die der heilende Erzengel Raphael und viele unsichtbar wirkende Lehrer zubereitet haben und die zum Heiligen Geist und zum Erlöser führt. Mit dieser Medizin wird der erste der sechs Sonnenelohim dem Menschen die Lebenskräfte wiederherstellen, um ihn auf die sechste Kulturepoche vorzubereiten, wenn das dritte Tor des nächsten Sonnenelohim passiert werden muss, was zur Wirkung des Christus-Impulses im Hellsehen führen wird. In die siebte Kulturepoche wird ein weiterer Geist der Form eingreifen, damit die prophetischen Fähigkeiten in uns entwickelt werden. Die restlichen drei Tore werden sich während der sechsten Wurzelrasse auftun und sie werden mit Sicherheit eine Beziehung zu den großen manichäischen Mysterien haben. Jahve ist seit der lemurischen Wurzelrasse aufs Engste mit der Menschheit verbunden und daher wird er wahrscheinlich diesen langen und sich in der Zeit weiter entfaltenden Prozess koordinieren, denn vom 20. Jahrhundert an steigt er offiziell in den Rang der Kyriotetes auf. Das bedeutet, dass er sein Amt eines Formgeistes von einer höheren Stufe aus versehen wird, da er in sein Ich die Substanz der Dynamis aufgenommen haben wird. In den vergangenen 19 Jahrhunderten hat er durch die Blutsverwandtschaft die Wirkungen Luzifers von der Position eines versteckten Dynamis aus abgewehrt, indem er in der Wirkungssphäre der Geister der Form verblieben ist. Nachdem in den vergangenen Jahrhunderten Ahriman seinen Einfluss auf die Menschen auf das Äußerste intensivierte, steht ihm nun kosmisch Jahve gegenüber, denn Ahriman selbst ist seit dem Äon der alten Sonne eine Art versteckter zurückgebliebener Dynamis. Wenn man ihm erlaubt, ist er sogar im Stande, selbst die Flugbahnen der Planeten des Sonnensystems oder zumindest der größeren Asteroiden zu ändern. Die Asteroiden kommen hauptsächlich aus dem Gebiet zwischen der Mars- und der Jupitersphäre, in dem sich die Reste des alten „Kampfes im Himmel“ befinden, der zwischen den rechtmäßig entwickelten und den zurückgebliebenen Mächten stattgefunden hat. Ein großer Asteroid hat sich schon auf die Erde gerichtet und es wird erwartet, dass er 2029 ihr sehr nahe kommen wird. Die Astrophysiker fantasieren schon über verschiedene Technologien zur Abwehr. Ob aber Ahriman seine Inkorporation in demselben Jahr mit einer spektakulären Naturkatastrophe auf der Erde feiern wird, hängt letztendlich von den Handlungen der Menschheit in den nächsten Jahren und von Christus selbst ab, der der Geist unseres Planeten ist. Die „Große Schlacht auf Erden“ ist bereits im Gange und es ist sehr wichtig, dass wir erkennen, was Jahve von uns erwartet. Und das ist etwas Revolutionäres! Durch seinen Aufstieg zum Dynamis hat Jahve das niedrigste Glied des Wesens „mystisches Lamm“ besetzt, in dem im Gebiet der Waage der Übergang von den Planeteneinwirkungen zu den Sterneneinwirkungen erfolgt, d.h. vom irdischen zum Sonnenprinzip. Die rechtmäßige Funktion der Geister der Form drückt sich in der Schaffung fester, fixierter und beständiger Formen aus, da wir unser Ich-Selbstbewusstsein ausbilden müssen. Das Wesen der Hierarchie der Gewalten besteht in der Bewegung und Vermittlung zwischen dem Festen und Ätherischen, zwischen dem Materiellen und Geistigen. Laut dem Meister Beinsa Douno ist der Bulgare „das festeste Element überhaupt, das existieren kann“. Als das festeste Element ist der Bulgare während der Vergangenheit wegen der Ausbildung des niederen Ich in Erscheinung getreten. Nun aber steht der Übergang zum individuellen Ich bevor und das erfordert, die Beschränkungen des physischen Gehirns zu verlassen und zum ätherisierten anschauenden Denken überzugehen, damit wir uns auch auf das zukünftige Hellsehen vorbereiten. Der Mensch muss sogar nach der Verinnerlichung seines neuen Phantoms (vom Auferstehungsleib Christi) streben, das die Ich-Buddhi Christi bewahrt hat. Das bedeutet einen Übergang von der jetzigen Form unseres physischen Leibes zu einer beweglicheren Form. Die heutige Form hat der Meister Beinsa Douno einen „Lumpen“ genannt. Zum Anziehen eines „neuen Gewands“ hat der Bulgare die bestmöglichen Bedingungen, denn „durch die Leber ist der Mensch mit den Gewalten, mit den göttlichen Gewalten verbunden“, so Beinsa Douno. Als die Leber im Organismus der Menschheit kann er eine Verbindung zu Jahve in seiner Eigenschaft als Elohim und Dynamis herstellen. Letztere sind nicht wie die Elohim für die Wurzelrassen verantwortlich, sondern für die Formzustände (Globen). Die Verwandlung unserer Phantomform ist eine Aufgabe für die entfernte Zukunft, aber sie wird nicht erledigt werden, wenn wir nicht schon jetzt an die Änderung unserer Bewusstseinsform herangehen. Das Zeitalter des Archen Michael bedeutet, dass wir den Kubus Jahve[18] verlassen und zum Denken in der geistigen Zeit kommen – also zur Beziehung zu Jahve in seiner Eigenschaft als Dynamis übergehen. Die Beziehung zu ihm erfolgt nur durch das Ich, d.h. durch die göttliche Kraft in uns und der Weg zum Ich geht durch die Synthese der Anthroposophie und des Impulses des Meisters Beinsa Douno. Laut ihm wird der Elohim „unter den Slawen erscheinen, aber sie werden ihn nicht wie die alten Juden kreuzigen“. Die Juden kreuzigten Jahve in der Gestalt seiner Schöpfung Jesus, doch die Slawen werden die Synthese nicht kreuzigen. Immer größer wird die Zahl der Seelen, die in dieser Synthese die einzig heilende Medizin für ihr seelisch-geistiges Leben finden. Der Bodhisattva war sicher: „Bulgarien wird ein geistiger Gläubiger der Menschheit, eine geistige Brutstätte für die ganze Welt sein“. Das wird anhand der Synthese verwirklicht und die große Herausforderung der menschlichen Rückkehr ins Paradies meistern.

Die jetzige fünfte nachatlantische Kulturwoche ist eine Widerspiegelung der dritten Epoche der lemurischen Wurzelrasse, in der wir uns immer noch im Paradies der geistigen Welt befanden. Der Sündenfall begann in der vierten Epoche Lemuriens und er hat sich lange hingezogen, bis wir endgültig auf die Erde vertrieben wurden.

Der sich lange hinziehende Sündenfall entspricht dem Kali Yuga, d.h. der dunklen Zeit vor 1900. Vom Anfang des 20. Jahrhunderts an sind wir wieder in das „helle Zeitalter“ eingetreten. In der Erdentwicklung findet die geistige Widerspiegelung unseres paradiesischen Zustandes, der vor dem Sündenfall existiert hat. Nun müssen wir uns auf einer anderen Bewusstseinsstufe mit den höheren Welten vereinen. Jahve hat uns aus dem Paradies vertrieben, was laut Beinsa Douno bedeutet, dass die Menschheit zu „Is-rael“ wurde. Nun führt uns Jahve ins Paradies zurück, doch jeder Mensch muss sich zu seinem individuellen Ich erheben. Laut dem Meister ist derjenige, der ins Paradies geht ein „Bulgare“, d.h. ein Ich. Aber zu einem Ich wird man, wenn man eine Reihe Tugenden ausgebaut hat. Die Wesen Dynamis/Elohim werden auch ‚Tugenden‘ bzw. ‚Gewalten‘ genannt. Es sind mächtige Tugenden in der Seele notwendig, die bei der Begegnung mit dem Bösen erlangt werden. Nur so können wir eine Begegnung mit dem Ich-bin Christi als dem ätherischen Christus erwarten.

Sorat ist „wütend“ auf uns, weil wir die Substanz auf dem Weg des Herabsinkens zum Mondischen in die virtuellen Welten führen. Wenn die Menschheit nicht den Weg zum Ich durch die Synthese findet, wird sie viele Ohrfeigen kassieren – zuerst einmal vom „Kleinen Antichristen“ Ahriman. Jahve erwartet von uns, dass wir ihm im kosmischen Kampf gegen Ahriman helfen, indem wir tauglich werden, den Abdruck des Christus-Ich zu erhalten, der in der nathanischen Seele hinterlassen und danach in der geistigen Welt vervielfältigt worden war.

Im Altertum trat der Neophyt bei der Einweihung aus dem Leib heraus und wurde bei der Begegnung mit Christus in der geistigen Welt zu einem „Christophorus“. Vom 16. Jahrhundert an begann bei einzelnen Individualitäten die Aufnahme des Abdrucks des Christus-Ich in die Seele. Auf diese Weise dringt das Christus-Prinzip bei wachem Bewusstsein in den Menschen ein und das bedeutet, dass der jeweilige Mensch zum Avatar Christi wird.  Zu den Ersteren gehörte auch Christian Rosenkreutz bei seiner Begegnung mit dem Auferstandenen vor Damaskus, wo auch Paulus zur Zeitenwende Christus ätherisch begegnete. Das Christentum des Heiligen Geistes ist ein Ich-Christentum und es bedeutet gerade, dass der Mensch zum Avatar Christi wird. Sorat wartet ab, um das in uns zu sehen und erst dann wird es möglich sein, dass er mit seinen Scharen zur Sonnenintention gewendet wird, mit der er, wie am Anfang hingewiesen wurde, auch uranfänglich verbunden war. Die Wesen der drei Sechsen sehnen sich danach, ihre jetzige Rolle von Hindernissen der Sonnenentwicklung loszuwerden, doch der Mensch hält sie auf. Und er wird es weiterhin tun, bis er endlich aus bitterer eigener Erfahrung heraus begreift, dass die Worte, die Christus am Kreuz gesagt hat „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23:34) im Zeitalter der Bewusstseinsseele immer weniger gelten werden. Wir sind verpflichtet das zu wissen!

Wenn jeder Mensch den Ich-Aufruf der Synthese gehört hat, so hat er die Stimme des Gewissens in seinem Inneren gehört. In diesem Augenblick hat sich das Himmelreich, hat sich sein Ich ihm angenähert. Wenn er „explodiert“, wird er den ersten Schritt zu seiner Verwandlung in die zehnte Hierarchie der Freiheit und Liebe tun. Der Weg dorthin wird lang und beschwerlich sein, doch er ist der einzige erlösende Weg für jeden einzelnen Menschen und für die ganze Menschheit sein.

Lassen Sie uns „Bulgaren“ werden und in das Paradies hineingehen!

 

[1] Vgl. „Anna Katharina Emmerick – eine Rehabilitation“, 2013

[2] Das Buch „Кодът на Сътворението”  (2010) gibt es nur auf Bulgarisch.

[3] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2016/09/27/die-geheimnisse-johannes-des-taeufers/

[4] In ihrem Buch „Vom Mysterium des Lazarus und der drei Johannes: Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Johannes Zebedäus“, Dornach, 2009

[5] Vgl. GA 238, 28.09.1924

[6] Vgl. die Vorlesung https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/01/05/der-aufstieg-des-ewig-weiblichen/

[7] Dass die Menschen eine Beziehung zwischen dem Evangelisten Johannes und dem Sohn des Zebedäus sahen, finden wir unter anderem auch in der Tatsache, dass die orthodoxe Kirche (zumindest in Bulgarien) Johannes Zebedäus als den Verfasser des Johannes-Evangeliums betrachtet.

[8] Vgl. GA 184

[9] Der deutsche Text ist zu finden unter  http://prizvanie.bg/Deutsch/

[10] Alle Zitate Beinsa Dounos, außer denjenigen aus dem „Aufruf an mein Volk“, entstammen dem Buch „Die bulgarische Seele“, Sofia, 2000

[11] Vgl. GA 205, Vortrag vom 02.07.1921

[12] Boris I. der Täufer (1. Hälfte des 9. Jahrhunderts – 907) war der erste christliche Herrscher der Bulgaren, in dessen Regierungszeit das Christentum als offizielle Staatsreligion eingeführt und das Altbulgarische als Liturgiesprache eingeführt wurde.

[13] Der älteste Sohn Boris‘ Wladimir Rassate versuchte, zusammen mit Adligen das Heidentum wieder einzuführen, weshalb Boris ihn blenden und die Familien der Adligen töten ließ.

[14] Vgl. https://derheiligeimpuls.wordpress.com/2017/02/27/das-zeichen/

[15] Samuil (958 – 6. Oktober 1014) war einer der letzten Zaren des ersten bulgarischen Reiches.

[16] Laut Beinsa Douno sind die okkulten Ursachen für das lange türkische Joch, unter dem sich Bulgarien bis 1878 befand, in der Verfolgung und Vernichtung der Bogomilen durch die orthodoxe Kirche zu suchen.

[17] Vgl. „Der Aufgang“, Bd.4, „Der Meister und die Bulgaren“

[18] Vgl. https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/04/27/der-kubus-jahve-und-der-dreigliedrige-soziale-organismus-teil-1/

 

4 Kommentare zu „Der Jahve-Elohim und das Mysterium des bulgarischen Volkes

  1. Ich muss zugeben, dass ich der Vorstellung von Sorat als dem kosmischen Bruder Christi zuerst etwas skeptisch gegenüber stand. Aber ich habe an einer überrraschenden Stelle über genau diese Vorstellung gelesen – im Buch „Was die Naturgeister uns sagen“ (Wolfgang Weirauch, Verena Stael von Holstein, Friedrich Pfannenschmidt, 2002), die Dimitar Mangurov unmöglich gekannt haben kann, da diese Bücherreihe mit Gesprächen mit Naturgeister in Bulgarien nicht übersetzt wurde und so gut wie unbekannt ist. Auf Seite 190 lesen wir:

    „W(olfgang) W(eirauch): Kommt Ahriman von außen?
    Der Nasse: Nein. Ahriman kommt von innen. Aber der Fremde, der Antichrist, kommt von außen. Viele Wesen sind schon Antichrist genannt worden, aber der eigentliche Antichrist ist dieser Gegenspieler Christi, er ist eine Art Bruder des Christus. Er ist der schwarze, der umgestülpte Bruder des Christus. Er kommt von außerhalb desjenigen Kosmos, dessen Zentrum das Christuswesen ist. In diesem Kosmos, und zwar auf der Erde, ist das Christuswesen durch den Tod gegangen und hat dadurch die Freiheit erschaffen. Es hat die Möglichkeit veranlagt, einen neuen Kosmos zu schaffen. Aber in diesem Moment mußte als eine Art Gegengewicht ein Wesen von außen auf diese Christustat schauen, denn sonst wäre sie nicht möglich gewesen. Was hat dieser Fremde gesehen? Das wollen wir Wassergeister wissen. Verstehst du unser Problem? Wir könnten viel machen, wenn wir an dieser Stelle viel mehr erfahren.

    W.W.: Soll ich darüber den Großen eingehender befragen, oder hat es keinen sinn?
    Der Nasse: Die Engel sind auch alle innen und wissen es nicht.Nur die Menschen können aus dem Kosmos herausschauen.“

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s