Beinsa Douno und Rudolf Steiner als Teil des Christus-Impulses

vorgetragen  von Dimitar Mangurov am 21.10.2001 in Varna

Warum können die Nachfolger der beiden wahren esoterischen Impulse des 20. Jahrhunderts in Bulgarien nicht den Weg zueinander finden? Was bedeutet die Tatsache, dass nach dem Heimgang des Meisters Beinsa Douno in seinem Zimmer drei Bücher von Rudolf Steiner gefunden wurden? Wer ist eigentlich Beinsa Douno und warum kam er genau am Anfang des „Jahrhunderts der Liquidation“?

Bevor wir diese und weitere Fragen beantworten, müssen wir uns mit der heutigen Lage bekannt machen. Die Anthroposophen in Bulgarien sind nicht zahlreich und kommen aus den Kreisen der sog. Intelligenz. Ein Teil von ihnen behandelt die Anhänger der „Weißen Bruderschaft“ mit Geringschätzung, andere sind geradezu hochnäsig und halten den Meister für einen selbsternannten Lehrer, ja sogar für einen Bolschewiken. Es gibt wenige Anthroposophen, die beide Impulse gut kennen und eine lebendige Brücke zwischen ihnen errichten können. Die Anhänger der „Weißen Bruderschaft“ sind eine zahlenmäßig deutlich stärkere und in ihrer Zusammensetzung heterogene Gruppe. Sie alle kennen die Geschichte, nach der Bojan Boev, einer der engsten Schüler Beinsa Dounos, der während seines Studiums in München Vorträge von Rudolf Steiner besucht hat und von ihm zum „Weltlehrer“ nach Bulgarien geschickt hat. Aus dieser Tatsache darf man aber nicht den falschen Schluss ziehen, dass Steiner ein weniger bedeutsamer Lehrer ist, der nicht beachtenswert wäre. Gerade wegen der Unterschätzung der Anthroposophie entstehen Behauptungen etwa, dass Beinsa Douno der von Christus im 14. Kapitel des Johannes-Evangeliums versprochene Geist der Wahrheit wäre. Wir wissen, dass Letzterer vor 2000 Jahren an Pfingsten nach dem Kreuzestod kam. Andere halten Beinsa Douno für einen Weltlehrer, obwohl dieser Begriff nicht klar definiert ist – sind etwa Rudolf Steiner oder Christian Rosenkreutz weniger wichtige Lehrer der Menschheit? Jemand nannte Beinsa Douno „den Rektor der Weltall-Universität“. Doch am absurdesten sind die Behauptungen, laut denen – und diese Worte werden Beinsa Douno selbst zugeschrieben! – vor 2000 Jahren der Sohn gekommen wäre und der Meister der Vatergott Selbst wäre! Es bleibt noch zu hören, dass er mit dem Absoluten identifiziert wird – über seine Gleichsetzung mit Krishna habe ich schon gehört.Die ganze Vorlesung im PDF-Format

 

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Theon-Sophia und das Mysterium der Sexualität

 

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 28.05.2017 in Varna

 Die Vorlesung im PDF-Format

Link zum Video der Vorlesung

Gebet: Herr Gott Jesus Christus, in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten danken wir Dir für Dein erhabenes Opfer auf Golgatha, das uns erlaubt, vom Heiligen Geist im Ich besucht zu werden! Amen!

 

Die letzte Vorlesung fand in der Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt statt, als wie versuchten, uns vorzustellen, was Christus den Jüngern gesagt hat, während sie sich in einer anderen Bewusstseinsform vor dem Aufwachen an Pfingsten befanden. Vor einigen Tagen war Himmelfahrt und nächsten Sonntag ist Pfingsten, wir befinden uns also in der Periode, in der wir die Erscheinung des Heiligen Geistes erwarten.

 

Nach der letzten Vorlesung hatte ich keine Vorstellung von dem neuen Thema, doch es kam von selbst – „Theon-Sophia und das Mysterium der Sexualität“. In den vergangenen 17 Jahren haben wir über die Göttliche Sophia sehr selten und über die Sexualität im Zusammenhang mit Sophia – nie gesprochen. Heute werden wir in der Erwartung von Pfingsten dieses Versäumnis korrigieren und eine neue Ansicht über die Sophia zur Sprache bringen, die ihrem wahren Wesen gerecht wird. Zu diesem Zweck müssen wir wieder von der höchsten Bewusstseinsstufe ausgehen – dem Bewusstsein des väterlichen Weltengrundes (Gottes), Der Sich irgendwann im Urbeginn zu einer neuen Offenbarung entschlossen hat, damit unser Evolutionszyklus vom alten Saturn zum zukünftigen Vulkan existieren kann. In früheren Vorlesungen haben wir bereits erklärt, dass die Uroffenbarung drei Etappen durchläuft. Auf der ersten hat Gott Sich Selbst Seinem Sein offenbart, aber dies wäre für jedes Wesen unbekannt geblieben, wenn Er Sich nicht ein zweites Mal als eine Einheit von Subjekt und Objekt geoffenbart hätte. Diese Einheit ist Christus. Eine Einheit wird vom Hauptprärogativ Gottes verwirklicht – das Ich-bin-Prinzip, denn in Seinem höchsten Wesen ist Gott dieses Ich-bin, das Sich Selbst in Sich Selbst mit der Kraft, die dem ich innewohnt, verändern kann. Jedes Wesen, das sich danach zum Ich-Bewusstsein erhebt, kann mit der Ich-Kraft sich selbst verändern. Es gibt kein größeres Privileg für den Menschen als dieses, ohne das er nie zur zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe aufsteigen könnte. Dort, im großen Pralaya – der Welt des Mahaparinirvana, auf der dritten Etappe Seiner Uroffenbarung – hat Sich Gott als drei Antlitze manifestiert, deren Einheit Er in Sich Selbst verwirklicht und die im Christentum als Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist bekannt sind. Sein zweites Antlitz – der Sohn – hat von Ihm das Leben des Zyklus als den absoluten Anfang im Ich erhalten. Das wurde zum allbestimmenden Hauptprinzip des neuen Schöpfungszyklus. Christus sollte zur inneren Einheit des Zyklus werden, in der Gott offenbart Sein Absolutes, Universales und Allgemeines, die ganze Fülle der Macht, mit dem Leben des Ich alles, was in den Grenzen der sieben Äonen eine Form annehmen sollte, zu beschenken.

Als Christus bei Seinem Herabstieg auf die Erde sagte, dass Gott Ihm alles gegeben hat, ist das das ewige Leben als das Leben im Ich. Deshalb kennen selbst der Gott-Vater und der Gott-Heilige Geist Gott nicht in der Art, wie Ihn der Sohn in Seiner Rolle als Christus im Zyklus kennt. Im großen Pralaya leben der Vater und der Heilige Geist das ewige Leben Gottes, in Dem Ihre Einheit liegt. Im Zyklus aber leben Sie das Leben Christi, in Dem Ihre Einheit liegt. Vom Vater kam die Substanz und vom Heiligen Geist – die Idee für den Zyklus. Doch die Grundlage Ihrer Verbindung, der Eckstein des neuen Weltalls ist der Sohn, denn das Neue und Einzigartige jedes Zyklus ist Sein Leben. Der Heilige Geist schenkt die Form der Substanz, die Form ist eine Synthese der Substanz und der Idee (die Form und die Idee sind identisch), doch die Form ist etwas Temporäres und in der Evolution ist nur das Leben ewig. Der Vater ist die eine „Hand“ Gottes, mit der Er dem Weltall das gibt, woraus das Weltall besteht. Mit der anderen „Hand“ – dem Heiligen Geist – baut Er diese Gegebenheit aus. Später drückt Er in der neu entstandenen Form etwas ab, was Ihm unmittelbar eigen ist und nicht der Arbeit Seiner „Hände“ entstammt – das ist das Leben, dessen Herr Christus ist. So verwirklicht Sich der dreieinige Gott im Anders-Dasein als Form, als Moment des Gegenwärtigen, in der Gott das Endziel der eigenen Offenbarung mit deren Anfang verbunden hat – nur partiell, versteht sich. Die Form wird beseitigt, damit zu der nächsten, vervollkommneteren Form übergegangen und das Endziel des Zyklus erreicht werden kann. Ewig bleibt nur das Leben, deshalb treten der Vater und der Heilige Geist in der Evolution in eine Beziehung zu Gott – obwohl in Ihnen die Ewigkeit nicht beseitigt ist – durch Christus, dem einigen Gott des Zyklus. Im Zyklus befindet Sich nur Christus in Einheit mit Gott und Er ist überhaupt nicht Sein Vertreter, sondern der uneingeschränkte Herr „Allerhalter“, das Alpha und Omega des Zyklus. Ohne Ihn als Sohn können die Formen nicht metamorphosieren, evolvieren, lebendig sein. Das Universum wird zu einem einheitlichen, lebendigen Wesen wegen der Universalität des Lebens, das von Gott durch Christus kommt. Hier ist nicht vom Buddhi-Leben die Rede, sondern vom Ich-Leben, vom Leben im Ich. Das Buddhi-Leben manifestiert sich als Ätherizität durch den Sohn im Zyklus, doch das Leben im Ich kommt vom Sohn als Christus und dieses Ich-Buddhi hat Christus im Erdenäon in der Gestalt von Jesus aus Nazareth manifestiert, um ein Werk zu vollbringen, das die Grenzen der ursprünglichen Idee des Zyklus übersteigt.

Am Anfang der Uroffenbarung Gottes waren die Substanz und die Idee in einer absoluten Identität  in Gott, sie hatten keine Beziehung zum Leben im Zyklus, sondern eine Beziehung zum vorigen Zyklus, die in ihnen langsam abklang. Der Substanz-Vater kam aus dem früheren Zyklus und war von diesem Zyklus bedingt. Indem Gott die alte Welt anschaute, kam Er durch eine große „moralische Intuition“ zur Idee des neuen Zyklus und das war eine Neubildung im Akt des Göttlichen Schöpfertums. Sie erhielt ihre Personifizierung in der Hypostase des Heiligen Geistes, die in diesem Sinne die jüngste der drei Göttlichen Hypostasen ist. Auf den Ikonen wird der Vater als ein weißbärtiger Greis abgebildet und das ist die Substanz, die vom früheren Zyklus kam. Auf den Ikonen ist auch der Sohn präsent, wobei der Betrachter versteht, dass  Er – der Sohn – auch eine andere Rolle spielt – die Rolle des Christus, die als das „allsehende Auge“ im Dreieck der Heiligen Trinität dargestellt wird. Das „Auge“ ist das Vereinigende der Trinität im Zyklus.

Wie wurde der Zyklus gestaltet? Im großen Pralaya ist die Trinität nicht hierarchisch, die Substanz und die Idee sind identisch, doch indem sie  in die Entwicklung eintraten, haben sie verschiedene Richtungen angenommen. Jemand hatte diese Entwicklung zu verwirklichen – das waren die zu neuem Leben in der Entwicklung „erwachten“ hierarchischen Wesen. Ob es bis zur Offenbarung eine Entwicklung gegeben hat, können wir nicht wissen, allerdings können wir über die Entwicklung in unserem Zyklus eine Menge sagen. Im Pralaya existieren keinerlei Formen, die Auslösung ihrer Existenz im Zyklus begann im Punkt des „Nichts“, am Anfang, Der Christus ist. Als Sohn hat Er die drei Antlitze Gottes zu einer neuen Stellung gebracht, so dass sie begannen, die Bedingungen zur Erscheinung der Wesen aus dem Pralaya-Schlaf zu schaffen, die im vorigen Zyklus höhere Bewusstseinsstufen erreicht hatten. Zuerst sind die Seraphim aufgewacht, die mit ihrem Ich dem Gott am nächsten sind. Ihnen hat Sich Gott in der Form der drei Hypostasen geoffenbart. Für sie war die Hypostase des Sohnes der Punkt der Offenbarung und sie haben Ihn als eine hinaustreibende Bewegung erlebt. In diesem Zustand wurden der Vater und der Heilige Geist „äußerlich“ für sie, ebenso die Beziehung zwischen der ersten und der dritten Hypostase. Indem sich die Seraphim offenbarten, haben sie sich selbst als individuellere Wesen erlebt, als sie im Schoß Gottes waren. Dafür wurden sie geistig „ärmer“ und sie strebten daher sofort zum Vater und zum Heiligen Geist, damit sie durch die Beiden wieder zum Christus-Punkt und zu Gott, zum Bewusstsein Gottes kehrten. Und soweit die dreieinige Erscheinung Gottes in den Höhen eine endlose Menge darstellte, haben die Seraphim mit ihrer Bewegung, die mit ihnen wesensgleich ist, ein Vieleck (Polygon) gebildet, das in den Kreis der Offenbarung eingeschlossen war. Äonen später hat dieser Umstand seinen Niederschlag im bekannten Problem der Quadratur des Kreises gefunden. Die Seraphim haben die Grenzen des neuen Weltalls abgesteckt, wobei die Höhen der Offenbarung, die Welt des Mahaparinirvana  über ihnen blieben. Doch sie haben nicht nur die Grenzen des Weltalls abgesteckt, sondern auch die neue Idee manifestiert, sie haben das Weltall personalisiert, da es mit dem Ich der Seraphim im Grunde das Gleiche ist. In diesem Sinne zeichnet sich das Weltall durch eine Besonderheit aus – es ist nach dem Ebenbild und Gleichnis der Göttlichen Offenbarung erschaffen worden. In seinem Zentrum bleibt es frei und lässt sich in den einzelnen Entwicklungsetappen durch verschiedene Wesen personalisieren. Aber Christus – der einige Gott des Zyklus – hat an den Anfang der Welt, in den Punkt ihres Zentrum Sich Selbst gestellt. Er hat das Kreuz auf Sich bis zur Vollendung der Evolution genommen, indem Er dieses Kreuz als die Struktur der Evolution manifestierte. Das machte Er, indem Er im Zentrum des Weltalls, also in Sich Selbst die Cherubim erweckte. Zusammen mit dem Sohn hat sich auch die Beziehung zwischen dem Sohn und dem Heiligen Geist in das Zentrum des Weltalls verlegt. Die erweckten Cherubim, die im Anders-Dasein erschienen, haben sich selbst wie die Seraphim als individualisiert und geistig „ärmer“  im Vergleich zum Pralaya-Zustand erfahren. Deshalb strebten sie sofort zu Gott und beschrieben dabei eine strahlenförmige Bewegung vom Zentrum in die Höhen strebend. Es gab unendlich viele Strahlen, die im Grunde zwei Gruppen bildeten – Strahlen, die zum Vater strömten und Strahlen, die zum Heiligen Geist strömten. Daraus entstand das Prinzip des Weltenkreuzes, der Weltenstruktur. Das ist das Kreuz der Evolution, das durch das Zentrum des Weltalls verläuft und die Substanz des Vaters mit der Idee der Welt verbindet. Auf diese Weise wurde das Weltall strukturiert und auf den Evolutionsprozess vorbereitet. Den Achsen dieses Kreuzes entlang bewegen sich auch die Seraphim auf das Zentrum des Weltalls zu. Sie verbanden sich mit dem, was wir als das „Tragen des Weltenkreuzes durch Christus“ bezeichnen können. Doch soweit sich die Cherubim innerhalb des Bewusstseins der Seraphim zeigen, erleben sich die Seraphim selbst in ihrer Bewegung zum Zentrum als eine Einheit mit den Cherubim bildend.

Das Polygon des von ihnen personifizierten Weltalls und der von den Cherubim personifizierten Struktur des Weltalls erleben die Seraphim als eine Einheit. Die Offenbarung der Cherubim im Polygon erschien als das Prinzip der Viergliedrigkeit, d.h. bei der Vielzahl seiner Seiten spielen vier Arten von Cherubim eine Rolle. In Zentrumsrichtung bewegen sich die Seraphim den Diagonalen des Vierecks entlang, somit verbinden sie sich mit der Tätigkeit der Cherubim und erlangen ein sechsfaches Prinzip ihrer Wirkung. Im esoterischen Christentum kam das in der Ikonenmalerei in der Gestalt sechsgeflügelter Seraphim zum Ausdruck und die Cherubim wurden als viergeflügelt dargestellt. Wir können sagen, dass von den Höhen der Welt aus auf ihr Zentrum hin das sechsfache Prinzip der Struktur wirkt und in umgekehrter Richtung – das vierfache Prinzip. Das Kreuz der Evolution ist das phänomenale Kreuz, das Urbild-Kreuz, nach dem alle Daseinsformen erschaffen sind. Doch das Weltall hat auch sein Urbild-Kreuz. Dieses Urbildhafte der Weltenstruktur wurde dadurch sichtbar, dass bei der Bewegung der Hypostasen von den Höhen zum Zentrum die Hypostase des Sohnes die entscheidende Rolle spielt. Er stellt Sich als Christus der Allerhalter des Zyklus in das Zentrum der neuen Welt. Wenn sich die Cherubim mit Ihm im Zentrum offenbaren, strahlen sie die Bewegung der Hypostase des Sohnes zum Zentrum aus, sie personifizieren sie. Aus dieser Bewegung richtet Christus Sein Weltenkreuz auf – das Kreuz des einigen Gottes, das die Urbildstruktur des Weltalls bestimmt. Das ist die Struktur des Ich des Weltalls. Zuerst nimmt Christus das Kreuz auf Sich, ohne Sich mit dem Kreuz des Vaters und des Heiligen Geistes zu vereinigen, denn sonst hätte Er Sich mit Ihnen identifiziert. In Hinblick auf Gott sind beide Kreuze identisch, aber sie spielen eine jeweils andere Rolle in der Entwicklung. Das Kreuz der Evolution befindet sich in ständiger Bewegung in vier Richtungen, wobei es die Daseinsformen erschafft. Diese Richtungen sind Höhe – Tiefe, vorher – nachher. Die Relation Höhe – Tiefe entsteht der Vertikalachse entlang und die Relation vorher-nachher – der Horizontalachse entlang. Auf diese Weise entstehen vier Dreiecke des Phänomenal-Weltalls. Sie werden durch das Kreuz Christi organisiert, das sie im Gleichgewicht aufrechterhält und über ihnen herrscht. Doch Er schließt nicht die Geburt der freien Geister in den Momenten aus, wenn diese vier Dreiecke übereinander gelegt werden. Dann personalisiert ein gegebenes Wesen durch die Kraft seines Ich eine gegebene Etappe der Evolution. Die Wirkung des Phänomenal-Kreuzes entfaltet sich nach dem Prinzip der Siebenfachheit, denn die drei Antlitze Gottes gehen im Lauf der Entwicklung unvermeidlich von der Dreiheit zur Siebenheit über. Doch die Lebenskraft Christi als Allerhalter erlaubt Ihm, Sich über die Möglichkeiten der drei Hypostasen zu erheben und Er steigert ihre Siebenheit zur Oktave. So wird die Erhebung von sieben Kulturepochen zu einer neuen Wurzelrasse ermöglicht, von sieben Wurzelrassen – zu einer neuen Formstufe (Globe) usw. Hier gibt es eine Metamorphose der Metamorphosen. Das Kreuz Christi in all seinen Teilen ist der Ausdruck des Weltalls – in den Höhen und Tiefen, in der Vergangenheit und Gegenwart. Deshalb ist Christus das Ziel und das Ideal für alles, was sich innerhalb des Phänomenal-Kreuzes entwickelt. Wer Christus gesehen hat, hat Gott gesehen. Und wer das Christus-Kreuz auf sich nehmen will, kann das nur in seinem Ich machen. Seine Herrschaft im Phänomenal-Kreuz realisiert Christus durch das Ich der Cherubim – der Geister der höheren Weisheit. Sie erstrecken sich auf beiden Kreuzen, indem sie die Bedingungen berücksichtigen, um die von den Seraphim erhaltenen Aufträge zu erfüllen. Die Cherubim regieren die vier Hauptgebiete des Tierkreises, indem sie das makrokosmische Urbild des Menschen bilden. Sie sind das vollkommene Instrument, mit dem Christus auch das Phänomenal-Kreuz auf Sich nimmt, denn die Cherubim entfernen sich weiter vom Göttlichen Bewusstsein als die ihnen im Ich-Bewusstsein überlegenen Seraphim.

Innerhalb des Tierkreises des Phänomenal-Weltalls hat jede der drei Göttlichen Hypostasen ihr eigenes substanzielles, den Evolutionsprozess strukturierendes Kreuz aus lebendigen Kräften. Dem entsprechen die jeweiligen vier Tierkreisgebiete. Dem Vater entspricht das Kreuz der physischen Kräfte, dem Sohn – das Kreuz der Ätherkräfte und dem Heiligen Geist – das Kreuz der Astralkräfte. Doch diese Kreuze bestehen innerhalb des Tierkreises, während das Phänomenal-Kreuz und das Christus-Kreuz sich jenseits der Tierkreissphäre bis zu den Höhen der Uroffenbarung erstrecken.

Im so strukturieren Weltall sind die Substanz und die Idee, die in Form des Atma der Throne erschienen sind, traten danach in das Leben der Entwicklung und der Metamorphosen ein, um nach einer gewaltigen Evolution zur Sackgasse des  irdischen Menschen von heute zu gelangen. Im Form-Menschen wurde die Atma-Substanz zu einem mineralischen Leib, zum Stoff, in dem der schaffende lebendige Anfang fehlt, da das Lebensprinzip für den Stoff transzendent wurde. Die Idee verkam zum abgetrennten geistentleerten Gedanken im Menschen und die Wirkung des Phänomenal-Kreuzes hat sich für die weitere Vervollkommnung der Form durch das Lebensprinzip als blockiert erwiesen. Die menschliche Form begann, in gefährlicher Art zu zerfallen, ohne dass die Aussicht auf eine neue Form bestand. Die Formbildung des Menschen in der Substanz hat ihn zur Ausbildung der ursprünglichen Form des niederen Ich, der irdischen Intelligenz geführt, allerdings fehlt das Leben in dieser Intelligenz. Es fehlt die metamorphosierte Kraft Christi. Der Sinn des ganzen Zyklus entsprechend der ursprünglichen Idee besteht in der Verinnerlichung der Atma-Substanz, die die Throne gaben, durch den Menschen und in ihrer Hinführung als Geistesmenschen zum Vulkan. Das kann nur durch die Kraft des Ich erfolgen und nicht durch das niedere Ich. Die Substanz ist die unzertrennliche Einheit der Göttlichen Offenbarung, des bewussten Allbewusstseins und der Macht Gottes, Sich Selbst zu offenbaren. In der Evolution manifestiert sich das Göttliche Bewusstsein immer als die Realität des einen oder anderen hierarchischen Ich-Wesens. Dieses Wesen erfasst durch die Kraft des ihm eigenen Ich einen Teil des Willens der Göttlichen Offenbarung. Die Substanz ist die im Ich-Wesen eines bestimmten Ranges verinnerlichte Offenbarung der Göttlichen Dreieinheit. Durch diese Verinnerlichung wächst dieses Wesen in seinem Bewusstsein. Wie geschieht das?

Ein hierarchisches Wesen entleert seine Ich-Form des Ich-Inhalts zur Ich-Form eines tieferstehenden Wesens und wird vom Ich-Inhalt eines höherstehenden Wesens erfüllt, das seinerseits wegen des eigenen Aufstiegs ebenfalls seine Ich-Form des Ich-Inhalts entleert hat. Die Beziehungen dieser Wesen untereinander sind die Beziehungen eines Ich zu einem anderen Ich. Doch das tieferstehende Wesen kann eine Form der von oben absteigenden Substanz in sich geben, nur wenn es sie „verdichtet“, d.h. ihr Bewusstsein in einem bestimmten Maße herabsenkt. Wegen des Aufstiegs der Wesen muss die Idee der Welt (die Form der Welt) herabsteigen. Wir sehen, dass im allgemeinen Evolutionsprinzip der Ich-Wesen die Substanz des Vaters und die Idee des Heiligen Geistes aufeinander zugehen. Das Ich der hierarchischen Wesen bewegt sich zwischen beiden wie das Schiffchen eines Webstuhls, damit das vom Leben des Evolutionszyklus (vom Leben Christi als Sohn) erfüllte Wesen nicht nur ein neues „Muster“, eine neue Ich-Form gestaltet, sondern auch zum Schöpfertum fähig ist. Das Schöpfertum kommt vom Leben. Auf diese Weise impulsiert Gott durch Seine drei Hypostasen die Entstehung der hierarchischen Wesen und ihren Aufstieg.

Bei den Elohim erhebt sich das Ich auch durch Hingabe, aber der Sohn hat ihnen als Christus das Prärogativ gegeben, die Dreihypostasen-Offenbarung zur Einheit zu bringen, damit sie den Weg Christi zum Menschen vorbereiten und ihm dieses Prärogativ aufprägen. Gott hat das Prärogativ Christus gegeben und Christus will es dem Menschen geben. Der Funke des Ich von den Formgeistern hat in uns auf dem Weg der Evolution die Form nur vorbereitet, mit der das universelle Christus-Ich aufgenommen werden kann. Dieses Ich hat sich im Menschen gespiegelt und wurde zu seinem systembildenden Prinzip im dreifachen Seelenleben von Denken, Fühlen und Wollen, allerdings als niederes Ich. In jeder Widerspiegelung fehlt bekanntlich die Realität und das ruft alle Probleme, Illusionen und Irrtümer des in der blutverwandtschaftlichen Entwicklung verwickelten Menschen hervor. Christus-Immanuel, Der über jeglicher Erblichkeit steht, weshalb Er im frühen Christentum ohne Bart dargestellt wurde, offenbart durch Sich die ganze Göttliche Trinität und ihre Einheit innerhalb des Entwicklungszyklus. Er hat Sich im menschlichen Ich widerspiegelt, das jeglichen Lebens entleert wurde. Deshalb nahm die Gefahr, dass der Mensch von der Evolution abfällt, bedrohenderweise zu, da auch die Gefahr, dass die Idee des Zyklus scheitern könnte, real wurde.  Dann ist Christus in Jesus nicht als Sohn, sondern als der Herr-Allerhalter eingetreten, welcher in der Uroffenbarung  Gott Selbst ist. Christus hat Sich nicht auf dem Weg der Evolution, sondern auf der Senkrechten der Weltenstruktur des Menschen heruntergestiegen. Vor Seiner Ankunft wurden wir nur äußerlich durch das Buddhi der Elohim  „umhüllt“, das sie vom Vatergott erhalten hatten. Deshalb verfiel unser physischer Leib den Kräften des Todes. Der Mensch brauchte einen eigenen Lebensgeist, ein Ich als Leben. Die Substanz für ein solches Ich kam mit der Christus-Liebe in Jesus, die nicht die Liebe der Hypostasen ist, sondern das ewige Leben von Gott. Dementsprechend ist die Idee, die Form eines solchen Ich, das direkt zu Gott führt, anders als die ursprüngliche Idee des Zyklus. Christus musste diese Ich-Form aus der Substanz des Vaters auf dem Weg der Transformation erschaffen. Wie hat Er das gemacht? Indem Er Mensch wurde, setzte Er Sich auf den Thron des Vaters, auf den Thron der Substanz des Vaters und ist in das rein geistige Dasein aufgestiegen. Er hat in die Atma-Sphäre auch den Menschen Jesus aus Nazareth mitgenommen und auf diese Weise hat Jesus sein altes Saturn-Dasein mit dem Bewusstsein des Vulkan-Äons vereinigt. Hier reden wir vom Auferstehungsleib und von der nathanischen Seele. Mit der Erhebung des Phantoms Jesu als Geistesmenschen in Seinen Lebensgeist hat Christus einerseits das Universum verinnerlicht und dem Menschen den Weg des Geistesmenschen zum Vulkan eröffnet, indem Er die Hauptidee („das Gesetz“) des Zyklus erfüllte. Andererseits hat Er den Weg zur Erhebung des siebenstufigen Zyklus zur Oktave gebahnt und den Anfang des nächsten Zyklus des Heiligen Geistes gesetzt. Das Fundament des nächsten Zyklus ist der Auferstehungsleib – das Ich-Buddhi Christi, das im Form-Phantom Jesu lebt. Christus ist fähig, das Bewusstsein jedes Menschen zur Gleichsetzung mit diesem Bewusstsein von Ihm zu erheben, das faktisch mit dem Bewusstsein Gottes Selbst identisch ist. Indem der Mensch die „Auferstehung des Fleisches“ erreicht, wird er den einigen Gott erkennen – das ist das höchstmögliche Leben, mit dem er beschenkt werden kann. Der Weg zu Gott geht über das Phantom Christi, das das wichtigste Triebwerk der Entwicklung ist, welches wir in den Evangelien finden können.

Als am Anfang, im „Punkt“ der dem Zyklus immanenten Einheit – dem „Ort“ der Personifizierung der Entwicklung – Christus Sich als Allerhalter offenbarte, konnte Er von Sich sagen, „das Alpha und Omega“ zu sein, denn das Ich hat sich als die Substanz der Welt manifestiert, es und führt diese Substanz zu den Zielen, die das Ich in der Idee der Welt offenbarte, als es sie dem Ende des Zyklus zurücklegte. Und wenn Christus Sich Selbst in der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe verwirklicht haben wird, wird Er sagen: „Ich bin das Alpha und Omega des Zyklus“, damit dem großen Pralaya ein neuer Zyklus folgen kann. Indem Christus ein irdischer Mensch wurde, ist Er in eine direkte Beziehung zum Kreuz der Evolution eingetreten, Er hat „die Sünde der Welt“ auf Sich genommen – also das objektive Karma – und deshalb war Seine Kreuzigung auf diesem Kreuz mit Leiden verbunden. Doch durch das Opfer konnte Er Sein Kreuz anstelle des Evolutionskreuzes aufstellen und das Evolutionskreuz astralisch um 45 Grad gegen den Uhrzeigersinn verschieben. Dadurch erhielt das Kreuz Christi acht Enden und kann die neue Einheit Gottes mit dem Evolutionszyklus zum Ausdruck bringen. Das Golgatha-Kreuz vereinigt beide Kreuze – das Evolutionskreuz (die Idee der Welt) und das Christus-kreuz (das Leben der Welt). Deshalb erzählt die Sage, dass eine Taube sich auf das Golgatha-Kreuz als ein Vorzeichen von Pfingsten gesetzt hat. Seitdem begannen die vier Elemente (Töne) des Evolutionszyklus – Höhe, Tiefe, Vergangenheit und Zukunft – eine zweitrangige Rolle zu spielen. Stattdessen erhielten die „Intervalle“ zwischen ihnen, also das rein Geistige, die Ich-Entwicklung den ersten Rang. Christus hat das Prinzip der Artenevolution auf die Evolution des individuellen Geistes übertragen, Er stellte Sich ins Zentrum des achtarmigen Kreuzes als eine Sonne, als Gott-Allerhalter. Seitdem vollziehen sich zwei Typen der Evolution – die erste ist die am Anfang der Welt vorbestimmte, in der das Kreuz der Evolution dominiert und die die Wesen nach den vier „Haupttönen“ orientiert. Doch indem Christus zur Senkrechten des menschlichen Geistes wurde, hat Er allmählich die Obergand über die räumlich-zeitliche Bedingtheit gewonnen. Daher wurde die Aufwärtsentwicklung als Ich erstrangig und alles, was zurückbleibt, macht sich unvermeidlich auf den Weg nach unten. Der Aufstieg geht über die Transformation der Substanz der Welt durch das menschliche Ich und der Christus-Kraft in diesem Ich. Das ist die höchste Form des Abendmahls, bei der trotz der Inkorporation Christi in den Menschen das menschliche Ich aufbewahrt wird. Beim Geheimen Abendmahl hat Christus durch den rituellen Verzehr von Brot und Wein Seine Anwesenheit in den Jüngern unmittelbar verstärkt. Das Menschliche begann vor dem Göttlichen in den Hintergrund zu treten, denn in den vergangenen drei Jahren hatten die Jünger bereits in ihre Ätherleiber den Christus-Geist aufgenommen. Am Pfingsttag stieg in diese Ätherleiber der Heilige Geist herunter, der die Form der neuen Substanz bildete. Für die vom Ich-Buddhi Christi durchzogenen Substanz des Vaters war eine neue Idee für den Zyklus notwendig und sie kam mit dem von Christus „erbetenen“ Heiligen Geist, der direkt von Gott in die Jünger herabströmte. Die Apostel wurden zu „wandelnden Hostien“, zu wandelnden Gralsformen, die vom Heiligen Geist in Christo vereint wurden, mit Dessen Kräften sie die Welt überströmten und die Wunder vollbrachten, die in der Apostelgeschichte des Neuen Testamentes beschrieben sind. Die zwölf Männer wurden zu Aposteln und zur Verkörperung des Christentums auf Erden. Christus hatte schon die Menschwerdung erlebt, Nun stand das dem Heiligen Geist bevor, Der Sich im Menschen verkörpern und ihn zur Freiheit von der Gebundenheit der Blutsverwandtschaft führen sollte, später auch zur Freiheit von der Bindung an das Prinzip der physischen Reproduktion. Welcher ist dieser Heilige Geist, Der in die Apostel eingetreten ist und auf welche Weise erfolgte das?

Wie bereits erwähnt, ist Er die neue Idee des Zyklus, die von Gott – also vom Pralaya – herabsteigt, denn mit der irdischen Verkörperung des makrokosmischen Christus-Ich ist das einheitsbildende Prinzip aus dem Pralaya ins Manvantara herabgestiegen und hat einen neuen Anfang des Zyklus gesetzt. Beim ersten Anfang ging die Idee – der Heilige Geist -von Gott heraus, in dem neuen Anfang kam sie auch von Ihm, aber in erneuerter Form. Der Heilige Geist trat nicht direkt in die Jünger ein, sondern in „reduzierter“ und hierarchisch personalisierter Form. Zu ihren von Christus bearbeiteten Ätherleibern hat sich die vereinigte Weisheit der Wesen der neun Hierarchien gerichtet, um Christus in Seiner besonderen neuen Beziehung zur Menschheit zu dienen. Diesen Heiligen Geist, diese vereinigte Weisheit begannen die Christen später mit dem Namen „Göttliche Sophia“ zu benennen. Die Jünger haben sie aufgenommen, um das Ferment der neuen Welt zu werden – der Verkörperung des Christentums auf der Erde. Hinzu kommt, dass Christus Seinen Thron im physisch-sinnlichen Weltall für den Heiligen Geist freigemacht hat, auf den Sich Letzterer als Sophia „setzte“. Er setzte Sich in das Zentrum des achtarmigen Kreuzes Christi. Auf diese Weise hat Christus die Wirkung Seiner umwandelnden, belebenden Kraft von den Wirkungen der Heiligen Sophia abhängig gemacht, d.h. auf die Art und Weise zurückgeführt, wie der Mensch seine individuelle Beziehung zu Sophia und über sie zu Christus herstellt, damit Christus als Ich im Menschen geboren werden konnte. Die zwölf Jünger haben zuerst die belebende Gesamtwirkung von Christus, dem Heiligen Geist und Sophia in sich erlebt, um zu jener brüderlichen Urgemeinschaft menschlicher Individualitäten zu werden, in der die Wirkung der kosmischen Kräfte, der Tierkreisintelligenzen auf dem Erdenplan eine Metamorphose der Substanzen hervorruft. Christus nahm den Platz des Dreizehnten in ihrem Kreis, indem Er die Übertragung der Weltall-Einheit aus dem höheren Devachan auf den Erdenplan zur Geltung brachte. Er hat aber auch etwas anderes getan. Statt Sich Selbst hat Er ins Zentrum der Zwölf Johannes-Lazarus gestellt, durch den Er Seine Liebe in den Menschen hineinbrachte. Zuerst weihte Er Lazarus ein und übertrug vom Kreuz die Kraft aus dem Astralleib Jesu, die ihm ermöglichte, den Heiligen Geist in sich zu tragen, auf Johannes, der sie „nahm“ und sein Evangelium schrieb. Im Johannes-Evangelium ist die Kraft enthalten, die zur Manifestation der Jungfrau Sophia im Menschen führt – also der vergeistigten Bewusstseinsseele, die bereit ist, das Geistselbst aufzunehmen. Johannes ist die im Ich neu geborene Weisheit, die zu Christus-Liebe wird, deshalb konnte er sagen, dass Gott Liebe ist. Aber die kosmische Christus-Liebe wird nur von der individualisierten und lebendigen höheren Weisheit hervorgebracht. Als Vertreter dieser Weisheit hat Christus Paulus unter den Zwölf ausgesucht. Schon vor dem Ereignis in Damaskus gehörte Paulus zu den Wenigen, die über sich „Ich bin“ sagen konnten, allerdings nicht im höheren Sinne des Wortes. Saulus war ein jüdischer Eingeweihter, der fest auf dem Ich stand und die Christen verfolgte. Aber als er Christus traf, sagte er mit der Ich-Kraft Christi der Welt, dass der Mensch sein niederes Ich aufheben muss, damit in ihm das Christus-Ich lebendig wird. Mit dieser Kraft hat er sich zur Verwandlung der alten luziferischen Weisheit in eine neue christliche Sophia-Weisheit, die den Menschen zu Freiheit und geistiger Liebe führt. Paulus wurde zum Kämpfer für das Christentum, denn er erlebte sein Pfingsten in einer anderen Art als die übrigen Jünger. Er war der erste Mensch, für den Christus „einen Platz vorbereitet hat und zurückgekommen ist, um ihn zu Sich zu holen“, wie er Thomas in (Joh. 14:2-3) versprochen hat. Mit „Nicht ich, sondern Christus in mir“ wurde Paulus zum Avatar für Christus und das ist die höchste Form der Kommunion des Menschen mit Christus, das ist Seine Inkorporation im Menschen. Deshalb sind die Botschaften des Paulus in eine Form gekleidet, die der Bewusstseinsform der fünften Kulturepoche entspricht, in der das Christus-Ich sich im menschlichen Ich abzudrücken beginnt. Paulus ist eine Art Zentrum der Christus-Weisheit im Menschen, durch die er nach der Himmelfahrt Christi nicht in die Sphäre der Engel verloren geht, sondern sich auf die zweite Ankunft vorbereitet. In diesem Sinne ist Paulus der Führer der Menschen zu Christus, Der im 20. Jahrhundert wieder kam. Auf dem Weg der Weisheit denkt der Mensch zusammen mit den Hierarchien, er sammelt reale Weisheit und keine leeren Kenntnisse, damit er später zu einer Transformation im Ich und zur Geburt er Liebe kommt, die eine andere Manifestation der kosmischen Intelligenz des einigen Gottes ist. Zusammen mit seinem Schüler und Freund Dionysios Areopagita haben sie die erste esoterische christliche Schule auf der Erde gegründet, in der die neue Sophienweisheit Christi führend war.

Auf diese Weise hat Christus durch Johannes Lazarus und Paulus zwei Zentren unter der Menschheit gebildet, zwei Arten der Umwandlung des menschlichen Ich. Er hat beide in eine lemniskatenförmige Beziehung zueinander gebracht. Paulus ist der Vertreter des Geistselbst-Prinzips – „Nicht ich, sondern Christus in mir“. Johannes-Lazarus ist der Vertreter des Lebensgeistes – „Gott ist Liebe“. Zwischen beiden befindet sich im Schnittpunkt das Christus-Prinzip des Geistesmenschen und des Ich-bin-der-Ich-bin. Aus der permanenten Metamorphose der Weisheit in Liebe und der Liebe in Weisheit entsteht der individualisierte Auferstehungsleib im Menschen – der neue Gehalt und die neue Form des Menschen-Ich, die vom Christus-Ich direkt ausgebildet werden. Diese Lemniskate ist das Symbol des Christentums des Heiligen Geistes, des Christentums der Verwirklichung, die vom 20. Jahrhundert an begann und auf dessen Weg der Gottmensch geboren wird. An seinem Anfang steht die Reinigung der Bewusstseinsseele, die Auferstehung im Denken. Wenn wir die Brücke zur übersinnlichen Welt errichtet haben, kommt über diese Brücke die Göttliche Sophia, die Christus herabgesandt hat. Bei ihrer Inkorporation in den Menschen wird sie zur Anthropos-Sophia, zu einer anthropomorphisierten (vermenschlichten) Theo-Sophia. Paulus nennt sie im zweiten Kapitel seines Ersten Korintherbriefs Theon-Sophia. Wenn seine Worte in 6,7 und 8 richtig übersetzt werden, lauten sie: „Das Verkündete ist für und auch Weisheit, die im Kreis der Eingeweihten lebt. Wir reden von der Theon-Sophia, die im Verborgenen lebte, nachdem sie vom Göttlichen Weltengrund vor allen Zeitenrunden begründet worden war, damit sie uns irgendwann offenbarte. Keiner von den Obersten der gegenwärtigen Zeit hat diese Weisheit erkannt, denn wenn sie sie erkannt hätten, hätten sie Denjenigen nicht gekreuzigt, Der der Herr der Offenbarung ist“.

Wie sieht die wesenhafte Sophia, der Heilige Geist in Seiner Offenbarung aus? Dank dem Hellsehen, das unter den Bulgaren in den ersten Jahrhunderten des Christentums bewahrt wurde, verfügen wir über das imaginativ offenbarte Urbild des Christentums des Heiligen Geistes, welches wir auf den unter den thrakischen Bulgaren entstandenen Sophia-Ikonen finden können. Das Los hat zwei Jünger zu den Thrakern geschickt: Andreas den Erstberufenen, der als Erster unter den Jüngern den Messias erkannt hatte, sowie Paulus, der sich vom alttestamentlichen Begriff des Messias zur höheren Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha erheben konnte. Mit diesem Sophia-Verständnis begann das Christentum der Bulgaren, das sie den anderen Völkern weitergaben. Deshalb inkarnierte Dionysios Areopagita später als der Begründer des Bogomilentums Bojan Maga, dessen Fundament die Gottesmutter und Johannes-Lazarus legten, die als „die beiden Syrer“ nach Weliki Preslaw kamen. Die Theon-Sophia ist auch die Sophia des Grals, die fähig ist, die Leidenschaften aus dem menschlichen Blut  herauszureinigen. In der Zeit des neunten bis zehnten Jahrhunderts begegnete der „Christus des Grals“ übersinnlich auf den bulgarischen Gebieten dem „vorchristlichen Artus-Christus“. Aus der Synthese der Beiden entstand das Bogomilentum als der Übergang zur fünften Kulturepoche, so wie zehn Jahrhunderte früher Paulus und Dionysios die Synthese des Alten und Neuen Testaments in ihrer Schule vollzogen hatten. Eine Synthese wird immer vollzogen, wenn eine übersinnliche Situation die umfassende Wandlung in der Entwicklung der Menschheit anregt. Die größte Wandlung kam in Zeitenwende und eines der wichtigsten Elemente dieser Wandlung ist das Erscheinen der „ewigen“ Weiblichkeit“.

 

Theon-Sophia

Auf dieser Zeichnung sehen Sie die Nowgoroder Ikone der Heiligen Sophia, die zweifellos als Urbild von den Bulgaren erhalten wurde: Es ist eine Tatsache, dass das Christentum in seiner Sophienform gerade von den Bulgaren nach Russland kam. Im Osten boten die Nachkommen Kotrags (eines der Söhne Kubrats, der das Großbulgarische Reich gründete) von Wolgabulgarien aus den sufistischen Islam an, aber das russische Volk hat sich für Sophia entschieden, da es eine Sophienaufgabe in der sechsten Kulturepoche zu erfüllen hat. Diese Zeichnung habe ich dem Buch des namhaften russischen Sophiologen Pawel Florenskij  „Der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit“ von 1914 entnommen. Florenskij gehörte zur Reihe der Sophiologen aus dem sog. Silbernen Zeitalter der russischen Kultur (Ende des 19.- Anfang des 20. Jahrhunderts). Die Ansichten dieser Sophiologen sind so bedeutsam, dass sie sich der Anthroposophie Steiners annähern. Laut Pawel Florenskij ist Sophia „der uranfängliche Gedanke Gottes an die zu erschaffende Welt“, „das ideelle Bild der Welt“ und „die ewige Weiblichkeit in Gott“. Sophia ist die Hauptfigur der Komposition der Ikone. Sie wird einem Engel ähnlich dargestellt, der ein Königsgewand und ein Omophorion trägt. Die Wesenheit hat lange Haare, das Gesicht, die Hände und Flügel sind feuerrot, auf dem Kopf trägt sie eine Krone aus Gold. In der rechten Hand hält sie einen goldenen Caduceus (Hermesstab) und in der linken – eine aufgerollte Schriftrolle, die sie an ihr Herz gedrückt hat. Um den Kopf hat sie einen goldenen Nimbus und sitzt auf einem goldenen Thron mit einem doppelten Kissen. Der Thron hat vier Beine und wird von sieben Feuersäulen gestützt. Die Füße ruhen auf einem großen Stein. Der ganze Thron befindet sich in einem goldenen siebenstrahligen Stern, um den blaue oder grüne Kreise bestehen, die von kleinen Goldsternchen erfüllt sind. Über Sophia ist in einer doppelten Sphäre auf dem Hintergrund eines achtstrahligen Sternes Christus dargestellt, Der Sophia und alles, was sie umgibt, segnet. Über Christus steht Gott. Auf dem irdischen Plan stehen zur rechten und linken Seite der Sophia ehrfürchtig die beiden Menschen, die das empfangen, was Sophia über die Welt ausstrahlt – die Gottesmutter und Johannes der Täufer, die jeweils die den Gott der Welt und die Botschaft über Christus empfangen haben. Die Mutter der Welt – Jungfrau Sophia – hält die Erdensphäre in ihren Händen, in der auf dem Hintergrund eines siebenstrahligen Sternes (dem Prinzip der Entwicklung durch Metamorphosen) der Gottessohn zu sehen ist, Der Mensch wurde. Der Täufer hält eine entrollte Schriftrolle in seinen Händen – die gleiche wie die Rolle, die Sophia an ihr Herz drückt. Auf dieser Rolle sind die Geheimnisse der Göttlichen Weisheit niedergeschrieben, die über Johannes den Täufer den Menschen enthüllt werden. Dank den Leiden Gottes, Dessen Attribute im oberen Teil der Ikone dargestellt werden, wird die Weisheit den Menschen offengelegt, jedoch darf der Mensch nicht vergessen, dass Gott für diese Weisheit gelitten hat. Deshalb soll er sie höchst verantwortungsvoll behandeln, damit sie zur Herzensweisheit werden kann, zum Leben für sein Ich, was die auf das Herz zeigende Hand vermittelt. Das Hauptgeheimnis dieser Weisheit besteht darin, dass Sophia eine Offenbarung des Heiligen Geistes ist, die Christus in die Welt als die Intelligenz der neun Hierarchien herabgesandt hat. Er hat sie auf Seinen Thron gesetzt (den Thron der Substanz), den der Mensch allmählich beziehen sol. Der Weg dazu kommt an Sophia vorbei. Auf unsichtbare Art sind auf der Ikone noch zwei große Individualitäten anwesend, ohne die sie unvollendet wäre. Wenn wir annehmen, dass die Ikone eine kreuzähnliche Struktur hat, die für eine Verbindung des Übersinnlichen mit dem Sinnlichen am geeignetsten erscheint, so können wir in den unteren Teil der Gottesmutter und dem Täufer das Bild Paulus‘ hinzufügen. In diesem Dreieck, das aus den irdischen Empfängern der Göttlichen Weisheit besteht, bilden die ersten Beiden die innere, intime, tief mystische Welt der Sophia. Als der Sozialste unter den Jüngern gewährleistet Paulus den Übergang dieser mystischen Sophia zu den draußen befindlichen Menschen.

Der andere Johannes – der Evangelist – hat die Weisheit als ein „Buch“ vom Engel in der „Apokalypse“ erhalten, und musste dieses Buch symbolisch „aufessen“, d.h. innerlich aufnehmen. Auf der Sophia-Ikone ist er auch unsichtbar anwesend und schmilzt mit dem Bild des Täufers zusammen. Die Beziehung der beiden auf dem Golgatha-Hügel hat uns Steiner eröffnet – auf Golgatha war Johannes der Täufer in der unsichtbaren Welt und Johannes-Lazarus stand unten am Kreuz. Auf diese Weise sind die beiden Zentren, die Christus für Seine Weisheit und Liebe unter den Menschen aufbaute, auf der Ikone der Sophia präsent, jedoch nicht sinnlich wahrnehmbar. In der Lemniskate, die beide bilden, repräsentiert Sophia den Christus. Sie wird zum Zentrum des Dreiecks, das aus Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch besteht. Für denjenigen, der das Kreuz seiner Entwicklung auf sich genommen hat und Christus folgt, um Dessen achtarmiges Kreuz zu personalisieren, hat Sophia eine große unentbehrliche Bedeutung.

Hier entsteht die Frage, ob es in der Zeit der zweiten Ankunft Christi Personen gibt, die diesen Kreuzesweg verkörpern? Die andere Frage, die noch wichtiger ist, lautet: Gibt es unter den neuen Bedingungen Impulse, die die Lemniskate zwischen Paulus und Johannes-Lazarus versinnbildlichen? Über die Gottesmutter und den Täufer wissen wir bereits, dass sie jeweils als der große bulgarische Maler Boris Georgiev und der leidgeprüfte Hellseher Djado Wlajtscho inkarniert waren. Beide wurden von dem Magneten der Liebe angezogen, die der Meister Beinsa Douno manifestierte. Der Bodhisattva steigt als der Bote der Sophia, des Heiligen Geistes herunter, aber er erhält seinen wichtigsten Impuls zum Handeln auf dem Erdenplan durch die direkte Kontemplation des Christus-Ich in der Buddhi-Sphäre – also indem er Christus als Liebe kontempliert. Johannes-Lazarus war als Boris Georgievs Schwester Katja inkarniert, die nach den Worten des Malers „nicht von dieser Welt“  war und über die Schwelle zur geistigen Welt sehr früh gegangen ist, um zu einer Art Schutzengel des Malers zu werden. Eingehend wurde darüber in der Vorlesung „Der Aufstieg des Ewig-Weiblichen“ gesprochen (https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/01/05/der-aufstieg-des-ewig-weiblichen/).

Der andere Impuls – der Impuls der Weisheit – ist durch die Anthroposophie und Rudolf Steiner in Erscheinung getreten. Steiner hat nicht die ganze Gedanken-Substanz des Weltalls, die ganze Intelligenz der Sophia in sich hineingebracht, sondern nur ihre Form, die sich in die Intelligenz der Engel hineinbringen lässt. Diesen Inhalt der Engelsintelligenz hat Steiner der Menschheit vermittelt, indem er ihn in der Form unserer irdischen Intelligenz transformierte. Das machte er in einer solchen universellen Art, die keiner vor ihm erreicht hatte, so dass wir in einem gewissen Sinne sagen können, dass das Weltall zum Inhalt des Bewusstseins Steiners geworden ist. Verständlicherweise tauchten um ihn mehrere Individualitäten auf, die an der Verwirklichung dieses Impulses teilnehmen sollten – Ita Wegmann, Albert Steffen u.a. Doch über all diese Mitstreiter ragt die Persönlichkeit Marie Steiner-von Sivers’ heraus. Heute wollen wir über sie sprechen. Maria (Marie) Jakowlewna Sivers wurde am 14.03.1867 im kleinen polnischen Städtchen Włocławek als die Tochter eines livländischen Generalleutnants im russischen Dienst geboren. Die Familie hatte fünf Kinder. Als Marie acht war, zog die Familie nach Riga um und zwei Jahre später – nach Sankt Petersburg. Marie, die sich durch große Seelentiefe auszeichnete, hat eine solide humanistische Bildung genossen, sie war die beste Schülerin. Das alte Griechenland, der Rhythmus der griechischen Dichtung haben sie schon sehr früh mystisch angezogen, aber die Eltern haben ihr verboten, Griechisch zu lernen. Später hat sie dieses Verbot als richtig erkannt, da das Erlernen der griechischen Sprache sie auf ihrem Weg zur Spiritualität der Zukunft verhindert hätte. Marie sprach vier Sprachen fließend und zeigte besonderes Interesse an der russischen Sprache, die zwischen dem Sanskrit und den europäischen Sprachen steht.

Durch ihre Bildung erwarb Marie das Recht, als Gymnasiallehrerin zu arbeiten, doch sie wollte lieber Vergleichende Sprachwissenschaft studieren. Ihre Eltern widersetzten sich ihrem Wunsch, da sie befürchteten, dass ihre Tochter unter den Einfluss der sozialistischen Ideen geraten könnte, die an den Universitäten besonders stark verbreitet waren. Doch ohne in einen offenen Konflikt einzutreten, hat die freiheitsliebende Marie ihre Entscheidung verteidigt. Sie fuhr nach Paris, wo sie mit der Überheblichkeit der Professoren konfrontiert wurde, da sie sich als Frau erdreiste, in die Sphäre der Wissenschaft einzudringen. Sie geriet unter den Einfluss der sozialistischen Ideen, da sie die soziale Ungerechtigkeit in starker Art erlebte. Eine Zeitlang arbeitete sie in Sankt Petersburg als Lehrerin von Arbeiterkindern. Da zu jenen Zeiten mehrere Klassen in demselben Raum unterrichtet wurden, mussten die Lehrer schreien, um gehört zu werden. Ihre Stimme wurde angegriffen und Marie musste operiert werden. Danach trat bei jedem Versuch zu sprechen, ein bestimmter Widerstand auf, den sie zu überwinden hatte. Mit einem Mal löste sich die Verkrampfung und danach konnte ihre Stimme ungehindert aus dem Sprechapparat kommen. Nach dieser Befreiung erreichte sie große Fortschritte in der Kunst der Rezitation. Marie besaß großes Schauspieltalent, aber die Eltern wollten nicht, dass sie Schauspielerin wird. Sie verbrachte eine Zeitlang als Lehrerin im Dorf, wo ihr Bruder wohnte. Dort verletzte sie sich ernsthaft bei einem Sturz, was später ernsthafte Folgen für ihre Gesundheit hatte. Nach dem Tod ihres Bruders fuhr Marie nach Paris, um am dortigen Konservatorium Rezitation und Schauspielkunst zu studieren. Zwei Jahre später kam sie nach Sankt Petersburg zurück und erhielt die Hauptrolle in der Aufführung der „Maria Stuart“ von Schiller. Die Aufführung war ein Riesenerfolg, die Marie die Chance gab, im Berliner Schillertheater die Hauptrolle in der „Jungfrau von Orleans“ zu erhalten. Marie war begeistert, doch der Theaterintendant empfahl ihr, sich zu schminken und herauszuputzen, um die Pressevertreter zu beeindrucken. Marie war erschüttert, dass diese heilige Kunst, die den Mysterientempeln entstammte, wo die Götter zu den Menschen gesprochen hatten, derart banalisiert werden konnte. Sie wurde gewahr, dass die wahre Keuschheit sich nicht mit dem Leben des modernen Theaters vereinbaren lässt. Es war ihr nicht vergönnt, äußeren Ruhm zu erlangen, doch sie kapitulierte nicht vor der Realität. Das Schicksal traf sie mit Édouard Schuré, der von ihr und ihrer Denkart begeistert war. Sie inszenierte sein Mysteriendrama „Die Kinder des Lucifer“ vor Theosophen. Die Frage nach der Wahrheit beschäftigte sie weiter, als sie in der Bibliothek des Grafen von Brockdorff in Berlin Rudolf Steiner traf, der dort einen Vortrag hielt. Sie hörte, was er erzählte und wie er sprach. Es war im Jahre 1900, Marie von Sivers war 33 und das neue Zeitalter war herangebrochen.

Viel später hat Thekla von Reden geschrieben, dass die Erschienung Marie von Sivers’ in der Bibliothek wie jenes Zeichen von Theon-Sophia war, das die gleiche unerschütterliche geistige Kraft wie bei Steiner besaß. Danach bestieg Marie von Sivers den dornigen Weg und wurde zu Steiners wichtigster Helferin bei seiner Arbeit. Sie sah, was dieser Mann leistete und wie er Hilfe von jemandem brauchte, der genauso hingebungsvoll arbeiten konnte. Der anthroposophische Impuls trat direkt in ihr Wesen ein und sie wurde ein anderer Mensch. Die schöne Aristokratin, die Berlin bewundert wurde und die mit hellem Verstand und mannigfaltigen Gaben beschenkt war, hat ihre eigenen Person vergessen und ihren Lebenslauf abgeschlossen. Mit aufopfernder Hingabe begann sie der Anthroposophie zu dienen, ohne dabei an  Selbstverwirklichung im gewöhnlichen Sinne zu denken. Steiner gab zu, dass er ohne Marie von Sivers weder die Anthroposophie noch die Anthroposophische Gesellschaft ins Leben gerufen hätte. Sie war  für ihn die Hauptträgerin und Begründerin der Bewegung. Bereits 1901 stellte ihm Marie die schicksalhafte Frage nach der Notwendigkeit der Vereinbarung der theosophischen Weisheit mit dem Christus-Impuls in einer für das europäische spirituelle Leben geeigneten Form. Die Frage wurde gestellt und Steiner begann dem geistigen Gesetz entsprechend an diesem Problem zu arbeiten. Das alte Prinzip des „Lichtes aus dem Orient“ wurde durch „das Licht aus dem Okzident“ ersetzt.

Marie von Steiner gründete den Anthroposophischen Verlag, wodurch sie und Rudolf Steiner nicht mehr den Launen der anderen Herausgeber ausgesetzt waren. Sie redigierte Steiners Vorträge, erledigte die Verwaltungsarbeiten als Sekretärin der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, investierte viel Arbeit in die Institutionalisierung der anthroposophischen Bewegung und stand im Zentrum des neuen eurythmischen Impulses. Zudem war sie der Schutzengel Steiners im äußeren Leben – sie organisierte seine Reisen mit allen alltäglichen Details und begleitete ihn oft. Dabei schränkte sie den Zugang der anderen zu ihm ein, was ihr auch Feinde einbrachte. Durch Marie von Steiner hat gleichsam das kosmische Gericht gesprochen, das Gericht der Wahrheit, was viele gestört hat. Nicht zufällig hat sie Steiner ein „kosmisches Wesen“ genannt und das ist keine Metapher. Doch jeder, der seinen Egoismus unterdrücken konnte, bekam ihre irdische Menschlichkeit zu spüren, denn Marie hat die wesentlichen Dinge sehr tief erlebt. Nachdem Schuré Steiner des Nationalismus bezichtigte, lag sie drei Tage lang wie gelähmt. Sie hat das Wesen und die Bedeutung der Anthroposophie am besten erkannt. 1908 hat Steiner geschrieben: „Du bist mir die Priesterin, als die Du mir entgegenblicktest, als ich Deine Individualität erkannt hatte. Ich schätze Dich in der Reinheit Deiner Seele, und nur deshalb darf ich Dir zugetan sein. Wir leben miteinander, weil wir innerlich zueinander gehören, und wir werden immer ein Recht haben, so zueinander zu sein, wie wir sind, wenn wir uns klar sind, dass unser persönliches Verhältnis eingetaucht ist in den heiligen Dienst der Geistesevolution. Ich weiß, dass der Augenblick nicht kommen darf, wo diese Heiligkeit auch nur im geringsten gestört würde.“ (GA 262:65)

Steiner hat nie hohle Phrasen benutzt und wenn er sagt, dass ihr Verhältnis in den heiligen Dienst der Geistesevolution eingetaucht ist, geht es hier offenbar um die kosmische Dimension dieser Individualität. Noch etwas mehr – als Steiner am Modell des ersten Goetheanums arbeitete, hat ihm Marie stundenlang Modell gestanden. Steiner hat sie seine „Inspiratorin“ genannt. Hier geht es nicht um Porträtmalerei, sondern um ein Gebäude. Es gibt keinen anderen Fall in der Geschichte der Kunst, in dem ein Mensch für ein Gebäude Modell gestanden hat. Das Goetheanum war mit seinen Säulen, Kapiteln, seiner Kupelmalerei die sinnlich-sichtbare Verkörperung eines realen hierarchischen Wesens, das Anthropos-Sophia heißt. Diesem Wesen hat Steiner ein Haus errichtet und Marie Steiner-von Sivers war das irdische Modell für dieses Haus. Folglich ist das Goetheanum ihr architektonisch-plastisches Porträt.

Wer war die Frau, über die Steiner solche Worte sagen konnte und die als ein sinnlich wahrnehmbares Gebäude dargestellt wurde?  Wir wissen über ihre Inkarnationen als Albert der Große und Hypatia, auch dass sie in den keltischen und früher in den orphischen Mysterien war. Wir wissen aber auch, dass niemand in seiner gegenwärtigen Inkarnation auf das in früheren Inkarnationen Erreichte stolz sein darf, denn andernfalls würde er in einen Astralschlaf verfallen. Was hat es also mit Marie Steiner-von Sivers auf sich?

Wir haben bereits darauf verwiesen, dass der Heilige Geist die Idee der Welt ist, Der als Sophia an Pfingsten über die Jünger herabstieg, um ihnen die Wahrheit über das Christus-Ereignis zu eröffnen. Im 20. Jahrhundert trat Sophia als Anthropos-Sophia unter den Menschen in Erscheinung. Steiner war derjenige, der das Wissen über sie enthüllte, der fähig war, die Offenbarung der Sophia den Menschen weiterzugeben. Steiner wurde von Theon-Sophia inspiriert. Als er aber das Modell des ersten Goetheanums machte, sah er seine Inspiratorin in der Individualität Marie Steiner-von Sivers. Er baute ein Haus für Sophia und dieses Haus ist ein Mensch, dieses Haus ist Marie von Steiner. Viele namhafte Anthroposophen haben sich in den vergangenen Jahren gefragt, was uns Steiner mit seinen Äußerungen und Handlungen mit Bezug auf die Frau an seiner Seite sagen wollte. Der Erste, der es vor einigen Jahren öffentlich ausgesprochen hat, ist Gennadij Bondarew. In Marie Steiner war das Wesen Theon-Sophia inkorporiert, als dessen Avatar sie auf der Erde lebte, um dem Menschen zu dienen, der zum Sinnbild der Anthroposophie wurde – Rudolf Steiner. In ihrer Rolle als Avatar hat sie ihr Ich beibehalten, ihre Handlungen gingen von diesem Ich aus. In ihrer individuellen Aura war sie jedoch von Sophia erfüllt, die sich weit in den Kosmos hinaufhob. Sophia hat durch Marie ihre Kräfte in die Welt der Menschen ausgegossen und Maries Handlungen erhielten einen kosmischen Sinn, denn sie hatte sich aufopfernd in den Dienst des Geistes gestellt. Wäre Theon-Sophia in der Anthroposophie nur als eine Lehre erschienen, hätte sie nur einen Teil der Wahrheit enthüllt. In Marie hat sie sich selbst als die Wahrheit manifestiert, denn es musste das Bild des Menschen der Zukunft gezeigt werden, für den das Verwandschaftsmäßige keine Rolle spielt, der sein Ich aus der ätherischen Quelle – dem Ich-Buddhi Christi – ständig erneuert und zum Wiedererlangen des verlorenen Wortes hinschreitet. Das ist eine der Hauptursachen der Menschwerdung der Theon-Sophia. Das Wiedererlangen des verlorenen Wortes, aus dem der Mensch erschaffen wurde und zukünftig wieder erschaffen wird, ist der höchste Akt der schöpferischen Tätigkeit der Weltenidee des Übergangs von der irdischen zur Sonnenevolution. Diesen Akt kann sie nur durch einen auf der Erde lebenden Menschen vollbringen, so wie die Auferstehung des Fleisches nur durch die Menschwerdung Gottes möglich war.

Einen solchen kolossalen Sinn erlangte die Arbeit Marie Steiners mit dem tönenden Wort, mit der Kunst der Rezitation, in der sie unnachahmbare Vollkommenheit erreicht hat. Bei ihr kamen die Konsonanten und Vokale aus dem Weltraum zu den Lippen und kaum den Sprechapparat berührend, flogen sie – fast sichtbar werdend –  mit voller Kraft in den Weltraum zurück. Sie war wie ein mit den Augen wahrnehmbarer Geist, das Wort in ihr war lebendig und hat die Geheimnisse angedeutet, die uns in Zukunft auf dem Weg der Sprachentstehung eröffnet werden. Die Lehre der Anthroposophie wurde in drei Sprachen gegeben, die übereinander liegen und uns zum inspirativen Denken und dem Erwachen des schöpfenden Wortes der Götter führen. Zuerst ist das die Sprache der Begriffe, darüber befindet sich die Sprache der Symbole und ganz oben sind die erneuerten Kunstformen. Die Begriffe gehen in Symbole über und die Symbole – in Kunst, wobei die Kunst des Wortes, das Erlangen des verlorenen Wortes die höchste Kunst ist. Was bedeutet es, dieses Wort zu erlangen?

Wir wissen, dass der Schöpfer alles Wesentlichen das geistig klingende Wort Gottes – der Logos – ist. Wir wissen, dass die kosmische Pan-Intelligenz Michaels nach dem Eintritt in den Menschen zum Intellekt des Einzelnen wurde. Das Weltenwort verwandelte sich im Menschen in die Gabe der Rede. Doch sowohl die Rede als auch der Intellekt haben einen reflektierenden Charakter angenommen, woraus unser Ich-Selbstbewusstsein entstand. Nun muss der Mensch den Intellekt und die Rede wieder zu ihrer Göttlichen Quelle erheben. Dazu muss er zuerst Leben in sein Denken hineinbringen, dem Denken einen kosmischen Charakter durch die Änderung seiner Form verleihen, um zur allmählichen Verwandlung seiner Rede in schöpfendes, hervorbringendes Wort überzugehen. Das Fleisch muss zu Wort werden, damit in einigen Tausend Jahren die Menschen mit der Kraft der weißen Magie des Wortes die physischen Leiber der zur Inkarnation kommenden Seelen in der feinen Stofflichkeit der Erde erzeugen können. Das werden die Mysterien der Theon-Sophia sein, die sich zum Hauptmysterium des Weltalls erheben – dem Mysterium des Ich-bin-Prinzips Christi, des Wortes, das im Urbeginn war. Im Erdenäon wurde es dem Menschen erlaubt, am Unorganischen, am Stofflichen zu arbeiten. Dank den Kainiten hat er große Erfolge in dieser Königskunst erreicht. Zukünftig muss der Mensch aber eine neue Königskunst erlernen – die Arbeit am Organischen, am Leben. Zu diesem Zweck sind Weisheit, Reinheit und hohe Sittlichkeit notwendig – Tugenden, die die Engel besitzen. Das Wort des Meisters Beinsa Douno war „Kraft und Leben“, denn der Mensch Peter Danov zeichnete sich durch Reinheit, Moralität und Wahrhaftigkeit aus. Wir wissen, dass er die Inkarnation des „demütigsten und aufrichtigsten Herrschers“ im slawischen Haus ist –  Boris I. des Täufers. Marie von Steiner-Sivers war auch rein, moralisch und wahrhaftig und deshalb war das Wort in ihr lebendig. Ihre Ehe mit Steiner, die im Dezember 1914 geschlossen wurde, trägt rein geistigen Charakter und sollte einerseits die Verleumdungen beenden sowie Marie von Steiner die Rechte auf den Nachlass Steiners geben. Ihre Arbeit am Nachlass hat sie hervorragend gemeistert. Im Blick Marie von Steiners können wir jene Vergeistigung finden, die wir bei Beinsa Dounos und der  Jungfrau Sophia finden. Den Blick der beiden kenne ich sehr gut, in ihm gibt es keine Spur von Sexualität, in der Art, wie der Mensch sie üblicherweise versteht. Wir wissen, dass die Reproduktionskräfte dem Menschen nach dem Sündenfall eingepflanzt wurden, aber sie tragen rein göttlichen Charakter. Sie sind reine Kräfte der Sophia, der Weisheit, die im Altertum der Beziehung zur Geisteswelt dienten. Mit dem Erlangen des Ich-Selbstbewusstseins wurden sie langsam zum Werkzeug des Vergnügens und die Reproduktionsfunktion blieb im Hintergrund. Der Mensch hat diese Kräfte im Dreck zertrampelt und sie zu Geschäftsbeziehungen degradiert. Das ist eine besonders große Sünde, in der die mächtigsten dunklen Geister  – die Asuras – in Erscheinung treten. Durch die sexuelle Zügellosigkeit greifen sie die Bewusstseinsseele und das Ich an, damit sie den Weg des Menschen zur Geisteswelt abschneiden, in die er in rechtmäßiger Art nur durch höhere Weisheit und keusche kosmische Liebe eintreten darf. Selbstverständlich behaupte ich nicht, dass man sofort auf die Benutzung der Reproduktionskräfte verzichten soll, um von den Göttern in ihre Bewusstseinssphären aufgenommen zu werden, denn noch lange wird die heutige Reproduktionsart der Inkarnation der Seelen dienen. Allerdings wäre es gut zu wissen, dass Ahriman immer erfolgreicher in diese Kräfte eingreift, um direkt am Inkarnationsprozess teilzunehmen. Das wird ernsthafte Konsequenzen für die weitere Entwicklung der Menschheit haben, da Ahriman gerade diese Reproduktionsart des Menschen für immer konservieren will. Der Impuls zum Übergang zur Inkarnation durch das Wort wird aus dem Slawentum hervorkommen, wohingegen der Impuls zum Verbleiben in der alten Reproduktionsart auch nach dem Ende der sechsten Kulturepoche aus Amerika kommen wird. Anstatt zur weißen Magie und zum Erlangen des verlorenen Wortes wird die Menschheit vom Missbrauch der Materie zum Missbrauch des Organischen und Lebendigen herabstürzen und das ist schwarze Magie der schlimmsten Art. Vor einigen Jahren hat der Dimo-Daskalov-Verlag das Buch des französischen Anthroposophen Athys Floride „Das Mysterium der Sexualität und die Zukunft der Menschheit“ veröffentlicht, in dem eingehend auf die Frage der Veredelung des menschlichen Sexuallebens eingegangen wird. Hier werden wir uns nicht in diese Frage vertiefen, das ist nicht unsere Aufgabe, sondern wir müssen die Antwort auf die Frage finden, woher wir die Kraft nehmen können, um die Veredelung und den graduellen Verzicht auf das Sexualleben zu vollziehen, damit wir uns mit Sophia in Verbindung setzen und an der Individualisierung des Auferstehungsleibes in uns arbeiten können. Im Westen gibt es das Beispiel des geistigen Paares Rudolf Steiner und Marie Steiner-von Sivers und in Bulgarien haben wir das Beispiel des Meisters Beinsa Douno. Durch die Synthese der Impulse, die beide ausgestrahlt haben, wird die spirituelle Ich-Kraft für jede Transformation erreicht, die der Mensch an sich entsprechend seinem wachsenden Ich-Bewusstsein zu vollziehen hat. Die Wahl ist eine persönliche, es ist eine Ich-Wahl und darin äußert sich das Wesen des großen Christentums des Heiligen Geistes, zu dessen unabänderlichen Teil der Impuls gehört, der am Anfang des dritten Jahrtausends von Bulgarien ausging. Hoffentlich können ihn so viele Seelen wie möglich für sich entdecken, so dass sie durch Theon-Sophias Besuch „selig“ geworden und das eigene Kreuz tragend den Weg zu Demjenigen antreten, der „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist!

 

Der Mensch der Oktave

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 25.12.2016 in Varna

Die Vorlesung im PDF-Format

Link zum Vorlesungs-Video

Gebet: Herr Gott Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du auf die Erde herabgestiegen und Mensch geworden bist. Wir bitten Dich, das Ich von einem jeden auszufüllen, damit wir die erhabene Vorsehung Gottes für die Erdenmenschheit erfüllen. Amen!

Frohe Weihnachten! Möge Gott uns mehr Licht im Kopf und Frieden im Herzen geben, damit jeder von uns den wahren Weg für sich findet.

Das wichtigste Ereignis in Bulgarien der vergangenen drei Wochen seit unserem letzten Treffen ist zweifellos die Eisenbahnkatastrophe im Dorf Hitrino am frühen Morgen des 10.12.2016, bei der infolge der Entgleisung eines Güterzugs mehrere Gastanks explodiert und fünf Menschen gestorben sind. Über den Fall wurde viel geredet und geschrieben, man hat verschiedene Interpretationen gehört, doch am Ende wurde die Schuld den Lokführern wegen der zu hohen Geschwindigkeit gegeben. Die Geschwindigkeit ist als physische Ursache der Katastrophe wichtig, aber wir wissen, dass es immer etwas Geistiges gibt, das hinter dem Sichtbaren „hervorlugt“. Die Katastrophe wimmelt von Zeichen, die bei den Kommentaren überhaupt nicht berücksichtigt wurden, die uns aber auf die wahre Ursache der Tragödie hinweisen. Doch diesmal werde ich am Ende unserer Veranstaltung auf den Fall eingehen. Heute am frühen Morgen ist über dem Schwarzen Meer das Flugzeug abgestürzt, in dem das russische Alexandrow-Ensemble und der Chor der Roten Armee für ein Weihnachtskonzert zum russischen Militärstützpunkt in Latakia (Syrien) unterwegs waren. In beiden Unfällen gibt es nichts Zufälliges. Unser heutiges Thema „Der Mensch der Oktave“ steht in besonderer Beziehung zu diesen Katastrophen. Dieses Thema ist das vierte und wahrscheinlich das letzte in der Reihe, die zur Michaelizeit begann und sich durch besondere Charakteristika kennzeichnet.

Wir werden wie auch bei dem letzten drei Vorlesungen am höchsten Punkt beginnen – beim Väterlichen Weltengrund (VWG) bzw. Gott und Seiner Offenbarung -, d.h. beim Nichts, aus dem etwas absolut Neues entstehen sollte – der neue Evolutionszyklus mit dem Erdenmenschen im Zentrum. Es mussten ein gigantischer Weg zurückgelegt werden, unzählige Metamorphosen erfolgen, Riesenmengen an Geisteskraft verbraucht werden, bis in der Mitte des Zyklus ein Wesen mit einem Prinzip der Einheit auftauchte, das durch nichts bedingt wurde.

Der Weg beginnt bei den drei Göttlichen Hypostasen, in denen der VWG  sich nicht vorausgesetzt, bedingungslos offenbart, d.h. formlos. Indem sie im einigen Bewusstsein des VWG weilen, sind sie wesensgleich und für uns unerkennbar. Ihre Manifestation vollzieht sich über die neun Hierarchien von Wesen als drei einzelne Prinzipien der Einheit ihres Bewusstseins, also wenn sie die Form dreier Weltallstrahlen annehmen, die durch mehrere Unterstufen wirken. Der erste Strahl des Prinzips des Vatergotts wird von der ersten Hierarchie der wesenhaften Intelligenzen personifiziert, das Prinzip des Sohnes – durch die zweite Hierarchie und das Prinzip des Heiligen Geistes – durch die dritte Hierarchie. Die Beziehung zwischen den drei Stufen des Göttlichen Bewusstseins und den Unterstufen wird vom Sohn aufrechterhalten. Das Prinzip des Vater(gott)s manifestiert sich als sieben Stufen (Äonen) des Bewusstseins im Zyklus und sein Symbol ist ein Kreis mit einem Punkt in der Mitte. Das Prinzip des Sohnes manifestiert sich als 49 Lebensstufen (Runden) und sein Symbol ist ein sechsstrahliger Stern. Das Prinzip des Heiligen Geistes manifestiert sich als 343 Formzustände (Globen), die 343 Modifikationen der Idee der Welt darstellen und sein Symbol ist der fünfstrahlige Stern. Das ist der uranfängliche allgemein bestimmte Sinn der Evolution in der Offenbarung des VWG, der den Charakter ihres Verlaufs bestimmt. Wenn wir nur den Verlauf der Evolution berücksichtigen, können wir sagen, dass der Sohn und der Heilige Geist aus dem Vater herausgehen – dem Ersten Logos -, wobei der Kreis den Vater symbolisiert und der Punkt im Kreis für die Offenbarung des VWG steht. Die Einheit der drei Hypostasen wird vom VWG gewährleistet, in Dem sie ihr äußeres und höheres Prinzip der Einheit haben. Selbstverständlich manifestiert sich jede der Hypostasen im Zyklus in einer eigenständigen Rolle, in der sie ihre innere Einheit besitzt. Deshalb können wir den Sohn und den Heiligen Geist auch durch Kreise veranschaulichen. Wenn die drei Kreise sich schneiden, bilden die Schnittpunkte ein gleichseitiges Dreieck, das aus den höchstmöglichen Prinzipien Atma, Buddhi und Manas besteht und „das Goldene Dreieck“ heißt.  Ins Zentrum des Dreiecks stellt Sich der Gottsohn, indem Er Christus wird – der Vertreter des VWG im Zyklus, „das allsehende Auge“, das die innere Einheit der drei Hypostasen im Zyklus gewährleistet. Wenn in der Offenbarung des VWG nur Seine drei Hypostasen wirken würden, würden sie sich zu einer Siebenfachheit entfalten. Allerdings wäre sie in sich geschlossen und nach einem solchen Zyklus müsste der VWG Seine Offenbarung „beseitigen“, „verschieben“ und Sich dann wieder manifestieren, um eine weitere siebengliedrige Metamorphose hervorzurufen, die keine Verbindung zu der vorherigen hat. So wäre eine Reihe geschlossener Offenbarungen entstanden, über deren Bestimmung sich nichts Konkretes sagen lässt.

Deshalb hat sich der VWG nicht einfach als drei Hypostasen geoffenbart, sondern Er hat in einer von ihnen – in der Hypostase des Gottsohnes – Seine Einheit manifestiert, indem Er den Sohn zum Gott-Allerhalter des Zyklus machte, zu dessen Alpha und Omega. Deshalb gehen vom Standpunkt der Aufgaben im Zyklus aus der Vater und der Heilige Geist von Christus hervor. Während der Erste Logos durch die geopferte Substanz auf dem alten Saturn die Grundlage der äußeren, objektiven, vom VWG vorbestimmten Einheit der Welt ist, so ist Christus als Träger des ewigen Lebens und des Ich vom VWG die Grundlage der inneren, subjektiven Einheit der Wesen in der Welt und der Hypostasen selbst, die auf dem Grund des Lebens ihres Ich verwirklicht wird. Dieses ewige Leben des Ich kann die im Zyklus durch die Hypostasen manifestierte Siebengliedrigkeit metamorphosieren und sie zur „Oktave“ erheben. Das ist eine Metamorphose der Metamorphose, bei der die Gesetze der Metamorphose selbst verändert werden. Dadurch wird es möglich, dass die Kulturepochen in Wurzelrassen übergehen, die Wurzelrassen – in Globen, die Globen – in Runden, die Runden – in Äonen und die Äonen – in einen neuen Zyklus nach dem Vulkan.

Wo erfolgt der Übergang zur Oktave? Wir wollen uns ein Bild vorstellen, das aus einem System aus Kreisen besteht, die ineinander geschlossen sind. Der innerste Kreis stellt unser Sonnensystem dar, um ihn herum ist der Tierkreis und der letzte Kreis ist die Offenbarung des VWG. Der VWG selbst umringt Seine Offenbarung von außen und von allen Seiten seiner Unsagbarkeit. Das, was sich innerhalb des Tierkreises befindet, ist das verinnerlichte Weltall des Evolutionszyklus, das über die drei Hypostasen errichtete Werk des VWG. Der Übergang zur Oktave erfolgt in der geistigen Sphäre zwischen dem Tierkreis und dem Kreis der Offenbarung – das ist das Gebiet des Pralaya, wo der Übergang zwischen den Äonen stattfindet. Wäre die Wirkung des Pralaya nicht durch Christus in die verschiedenen Stufen der Evolution hineingetragen worden, hätte jeder Übergang von der Siebengliedrigkeit zur Oktave zur völligen Vergeistigung der in dieser Siebenfachheit metamorphosierten Substanz geführt – selbst auf der Stufe der Kulturepochen und Wurzelrassen. Doch diese Tätigkeit Christi im Zyklus, die die 343 Formzustände mit Leben erfüllt, ist immerhin etwas, was eine „einfache Einheit“ gewährleistet. Christus hat als Hauptziel das Beschenken dieser Formen mit dem immanenten Prinzip der Einheit, das sie zu autonomen Individualitäten macht. Christus ist fähig, dies zu machen, denn Er ist der Träger der uranfänglichen Gottmenschlichkeit, die sich jenseits des Zyklus und der drei Hypostasen bis zum VWG Selbst erhebt. Das ist das Ich-bin-Prinzip – das vierte Glied der Dreihypostasen-Offenbarung des VWG. Es wird nicht innerhalb des Zyklus bedingt, sondern direkt vom VWG, was der Idee des Zyklus eine zweifache Bedeutung verschafft. Einerseits erhöht der VWG die Kraft Seiner eigenen Einheit, indem Er neue Wesen erschafft, denn die Wesen sind der Ausdruck Seiner eigenen Entwicklung – das ist die abstrakte Wesensgleichheit. Andererseits gibt Er sich den Wesen unwiderrufbar hin, indem Er sie in Freiheit zu Ich-Wesen heranwachsen lässt, die fähig sind, mit Ihm mitzuschaffen. Das ist die Wesens-, die Gottähnlichkeit in ihrer konkreten Form. Gott mischt Sich nicht in das Opfer ein, das Er auf dem Altar der Schöpfung darbringt, selbst wenn dieses Opfer in Widerspruch zu Seinem Willen gerät. Die wesenhaften Intelligenzen erheben sich in ihrem Ich-Bewusstsein, doch selbst wenn sie zum VWG zurückkehren wollen, behalten sie für immer ihren hierarchischen Namen bei, unabhängig davon, welche Metamorphose ihrer Wesensglieder das Wachstum in diesem Bewusstsein verursacht. Jeder Wirkende, der von Gott erschaffen wurde, hat einen Wert und ist eine unersetzbare Individualität. Der Engel wir immer ein Engel bleiben, der Arche – ein Arche usw. Mit der Erschaffung der Wesen gewährleistet der VWG die äußere Einheit, deren Hauptausführende die drei Hypostasen (über die Hierarchien) sind. Christus hat diese äußere Einheit mit der inneren Ich-Einheit vereinigt und das ist die wichtigste treibende Kraft der Entwicklung des Zyklus.
Wir wollen verfolgen, wie sich die erste Einheit als drei Weltensubjekte entfaltet, die folgende Zusammensetzung haben:

  1. Vatergott                       1. Gottsohn                      1. Gott Heiliger Geist
  2. Gottsohn                       2. Gott Heiliger Geist     2. Atma
  3. Gott Heiliger Geist      3. Atma                             3. Buddhi
  4. Atma                              4. Buddhi                         4. Manas
  5. Buddhi                          5. Manas                           5. Ich
  6. Manas                           6. Ich                                  6. Astralleib
  7. Ich                                  7. Astralleib
  8. Astralleib                      8. Ätherleib
  9. Ätherleib
  10. physischer Leib                             ​​

In der angegebenen Reihe widerspiegeln Atma, Buddhi und Manas das Dasein der hierarchischen Wesen, die diese Wesensglieder in einem bestimmten Ausmaß in sich bereits verwirklicht haben. Es fällt auf, dass das Weltenwesen in seiner manifestierten Fülle der Evolution zehngliedrig ist. Sein potenzieller Träger ist der Mensch und der Erste Logos ist in diesem Sinne der Vater der Welt der sieben Äonen. Das Weltenwesen des Sohnes ist achtgliedrig – so ist das Prinzip des Lebens in der Welt, das sich in den siebenfachen Metamorphosen manifestiert, die sich zur Oktave erheben und damit dem Lebensprozess Ununterbrochenheit verleihen. Das Wesen des Heiligen Geistes ist sechsgliedrig und in ihm ist die Idee der Welt als zwei Dreiheiten von Dasein manifestiert  – ein höheres und ein niederes. Somit wurde der Idee der Welt das Prinzip des Aufbaus angelegt – Abstieg – Aufstieg – Aufstieg durch Abstieg.

Hier streifen wir die drei Typen von Evolution im Zyklus, die wir letztes Mal besprochen haben. Die Sonnenevolution kam in den Zyklus (im weiteren Sinne) aus dem vorigen Zyklus und wird auch nach dem Vulkan weiter bestehen. Bei diesem Evolutionstyp erfolgt die Ich-Erhebung durch ein Opfer. Aus dem freien Schöpfertum der Sonnenevolution wurde der zweite Evolutionstyp hervorgebracht – Aufstieg durch Abstieg -, der auf die Schaffung des Neuen gerichtet ist. Die Geister des Willens haben die Substanz, d.h. sich selbst geopfert, indem sie die Substanz der zweiten Hierarchie als ein Objekt geschenkt haben, an dem noch zu arbeiten ist. Da sie ihr wesenloses Gegenbild – die Wärme – hervorgebracht hat, können wir die Zweite Intention (Aufstieg durch Abstieg) als das Phänomen der Erdenevolution betrachten. Diese Evolution hat im Saturn-Äon angefangen und wird im Vulkan-Äon zu Ende sein. Aus ihr kam die zurückbleibende stagnierende Mond-Evolution hervor, die eine noch kürzere Wirkungsdauer hat. Hinter der Sonnenevolution steht Christus und hinter der Erdenevolution – der Vater. Können wir dann den Heiligen Geist als den Hervorbringer der Mond-Evolution ansehen? Wir wollen zwecks Beantwortung dieser Frage die Struktur der Welt betrachten, die kreuzförmig aus den drei Hypostasen und Christus entsteht. Jede der Hypostasen innerhalb des Tierkreises besitzt ihr eigenes substanzielles, den Evolutionsprozess strukturierendes Kreuz aus lebendigen Kräften. Solche Kräfte sind die Tierkreiszeichen. Dem Prinzip des Vaters entspricht das Kreuz der physischen Kräfte („das Kreuz des Salzes“), das die Zeichen Krebs, Steinbock, Widder und Waage zu einer Einheit bringt. Dem Prinzip des Sohnes entspricht das Kreuz der Ätherkräfte („das Menschenkreuz“) – Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische. Dem Prinzip des Heiligen Geistes entspricht das Kreuz der Astralkräfte („das Kreuz des Schwefels“) – Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann. Doch neben diesen „persönlichen“ Kreuzen der drei Hypostasen gibt es zwei grundlegende Kreuze, die sich über das Gebiet des Tierkreises als Urbilder impulsierend erheben. Auf dem einen Kreuz vollzieht sich die Evolution des Zyklus aus der vereinenden Wirkung der drei Hypostasen (Logoi), wobei die Weltsubstanz der Weltidee im Weltenleben begegnet. Hier ist das ewige Leben von Christus durch den Sohn die Grundlage des Lebens im Zyklus. Dieses Kreuz wird von den Schöpfern des Tierkreises (der Tierkreis als die Sphäre des evolvierenden Weltalls innerhalb der Sphäre der Uroffenbarung) – den Seraphim – personifiziert. Die Offenbarung des VWG innerhalb des Tierkreises wird von den Cherubim ausgelöst.

Das zweite Kreuz ist das Kreuz Christi, des einigen Gottes des Zyklus. Das ist das Kreuz des uranfänglichen Gott-Menschenseins Christi, das Kreuz des Lebens des Zyklus, das die vier Hauptcherubim personifizieren, wobei jeder von ihnen zwei begleitende Cherubim an seiner Seite hat. Insgesamt gibt es derer also zwölf, die innerhalb des Tierkreises das evolvierende Weltall erschaffen. Auf diese Weise machen die zwei grundlegenden Kreuze die Weltstruktur achtgliedrig. Über diese äußerst wichtige Wahrheit hat Steiner schon 1907 auf dem theosophischen Kongress in München gesprochen. Deshalb wurde der Umschlag des Programmbuches mit einem von acht Rosen umwundenen Kreuz dekoriert.

Nach einer Reihe von Metamorphosen, die drei Äonen lang währten, tauchte zu Beginn des Erdenäons aus der achtgliedrigen Struktur der Welt der ursprüngliche Wärmenebel auf. Zuerst begann sich aus ihm alles abzusondern, das der Erden- und Mond-Evolution angehörte, damit die Götter auf der Sonne alles, was in der Evolution stagnierend war, anführen konnten. „Götter auf der Sonne“ meint die Wesen der zweiten Hierarchie, die sich auf dem Vulkan zur Bewusstseinsstufe der ersten Hierarchie erheben werden. Dann wird die Sonnenevolution zur Stufe der Tierkreisevolution aufsteigen und die Wesen der heutigen dritten Hierarchie werden sich zum Bewusstsein der zweiten Hierarchie erheben. Zudem werden sie fähig sein, das neue Sonnensystem für den neuen Zyklus zu schaffen.

Die irdische Evolution hat alles abgeworfen, was sie belastete. Das geschah wegen der irdischen „Götter“ (die heutigen Menschen in ihrer Entwicklungspotenz), deren höhere Entwicklung eine Weltnotwendigkeit ist. Auf dem Vulkan sollte der Mensch das Bewusstsein der Archai erreicht haben, und manche werden sich noch höher emporheben, um Wichtiges am Anfang des nächsten Zyklus zu vollbringen.

Doch nicht nur die Erde, sondern auch die anderen Planeten des entstandenen Sonnensystems – der wichtigsten Bildung innerhalb des Tierkreises – werfen Kräfte ab, die zu starker Materialisierung führen. Daraus entstehen die materialisierten Satelliten der Planeten. Die Mond-Evolution hat nichts abgeworfen und sie braucht das auch nicht. Ihre Götter sind die zurückbleibenden Wesenheiten der dritten Hierarchie, die entweder irgendwann die „Menschenstufe“ erreichen, also ihr Ich in richtiger Weise entwickeln werden oder sie werden sich immer stärker an das Böse binden. Wahrscheinlich werden einige von ihnen beim „Letzten Gericht“ im Venus-Äon aus dem Zyklus abfallen, andere werden bis zum Anfang des neuen Zyklus bleiben, da das Mineralreich zu den hierarchischen Reichen übergehen wird.

Im Sonnensystem bilden die äußeren Planeten Mars, Jupiter und Saturn quasi den wieder hergestellten Zustand der vorherigen drei Äonen. Dieser Zustand kann nicht in die Sonnenevolution eingehen, doch er braucht einen sehr tiefen Herabstieg in die Materie, wie das bei der Erde der Fall ist. Im weiteren Sinne der irdischen Evolution betrachtet, ist die Evolution der drei besagten Planeten schneller als die Evolution der Erde. In den inneren Planeten Merkur und Venus wurden die geistigen Bedingungen zur Vorbereitung der beiden zukünftigen Äonen des Jupiter und der Venus geschaffen. Der Uran, Neptun und Pluto haben sich wegen bestimmter zu erfüllender Aufgaben später dem Sonnensystem angeschlossen und erscheinen als seine äußeren Planeten. Sie stellen die Verbindung zum Tierkreis in einer Art her, die bisher nicht besprochen werden kann.

Auf diese Weise können wir im endgültig ausgebildeten Sonnensystem drei Typen von Evolutionen feststellen –  eine Sonnenevolution, die von der Sonne repräsentiert und geleitet wird, eine Erdenevolution, die von den sieben Planeten repräsentiert und von der Erde geleitet wird und eine Mond-Evolution, die von den Satelliten der Planeten repräsentiert und vom Mond geleitet wird. Hier fällt die doppelte Rolle des Mondes als Planet und Satellit auf. In der Ganzheit des Weltalls leitet er die zurückbleibende Evolution, die sich von der Erdenevolution ableitet. Deshalb ist der Mond im physischen Aspekt nur ein Satellit der Erde. Doch diese zurückbleibende Evolution hat eine geistige Quelle, deshalb hat der Mond auch den Rang eines Planeten. Im Sonnensystem wirken gemeinsam alle drei Evolutionstypen, ohne ihre Charakteristika zu verlieren. Die führende Rolle der Sonnenevolution lässt sich in der Kopernikanischen Ansicht über den Aufbau des Sonnensystems sehen. Dagegen zeigt sich die führende Rolle der Erdenevolution im älteren Ptolemäischen Weltbild. Bei Kopernikus bildet die Sonne den Ausgangspunkt und das Zentrum zur Entstehung des sinnlich wahrnehmbaren Sonnensystems. Bei Ptolemäus ist die Erde der Ausgangspunkt zur Entstehung und zum Wachstum des Bewusstseins. Die Erde müssen wir dabei auch als einen Äon und als die Hauptidee verstehen, aus der sich die Ideen der Planeten abtrennen und ein äußeres Dasein erhalten. In diesem Sinne hat sich auch die Sonne von der Erde abgetrennt. Die beiden Ansichten sind die beiden Seiten eines Ganzen – des sinnlich-physischen und des geistigen Weltalls. Nach Kopernikus steht die Sonne im Zentrum der ersten Ansicht und nach Ptolemäus steht die Erde im Zentrum der zweiten Ansicht. Die erste Ansicht ist in ihrem Wesen auch geistig, da die Sonne nicht nur eine „Spur“ im materiellen Weltall hinterlässt, durch die zur Sinnesseite Ätherkräfte eindringen. Bei ihrem Zusammenstoß mit dem Physisch-Materiellen entsteht die ewig dauernde Katastrophe, die wir als das Leben und die Wirkung der Sonne beobachten. Das geistige Zentrum des einheitlichen Weltalls wird jedoch durch das gröbste Materielle manifestiert, damit der Geist in die materiell-geistige Einheit bis zum Mineralischen herabsteigen kann, um es zu vergeistigen. Beide Systeme – das Kopernikanische und das Ptolemäische hängen hauptsächlich durch den Menschen und wegen des Menschen zusammen, denn von allen Ich-Wesen weilt nur der Mensch im Mineralreich.

Wenn wir im Kopernikanischen  System die sechs Planeten auf die eine Seite der Sonne stellen, so hat dieses System gemeinsame Züge mit dem Ptolemäischen System, in dem der Mond als Planet existiert. Beide Systeme stehen mit der kreuzförmigen Struktur des Weltalls in Beziehung. Auf der horizontalen Achse finden wir das Kopernikanische System, denn dieses ganze System befindet sich auf der gegenständlichen menschlichen Bewusstseinsstufe. Das Ptolemäische System beginnt bei der Sphäre des Gegenständlichen, danach folgen die imaginative, inspirative und intuitive Bewusstseinsstufe. Im Unterschied zu den sieben Himmelskörpern des Kopernikanischen Systems gibt es also hier acht Bewusstseinssphären, in dem die Hierarchien wirken. Die erste übersinnliche Sphäre ist die Mondsphäre.

Das Sonnensystem ist auf dem Weg der Evolution von den Hierarchien entstanden und in seinem Zentrum befindet sich die Erde. Der Übergang des Weltalls zur materiell-sinnlichen Seite wurde durch den Erdenstrom der Evolution bewirkt, der weniger vorbestimmt ist als der Sonnenstrom. Da er achtgliedrig ist, wird offensichtlich erwartet, dass er etwas Neues im Weltall hervorbringen wird. Im Altertum hat der nicht individualisierte Mensch als die achte Sphäre im geozentrischen System die Sphäre der Fixsterne wahrgenommen. Sie war das Prinzip der äußeren und inneren Einheit des Systems. Viel früher – in den ersten drei Äonen – war der Mensch ein Glied im hierarchischen Ich, ohne dass das Ich für ihn geboren war. Wir können sagen, dass der Mensch im Atma-Zustand war. Aus der Wirkung des Buddhi ist das Ich für uns geboren worden und wir haben die Früchte des Lebensbaums, des Ich als Leben, des Lebens als Ich gekostet. Doch wir haben diese Früchte nicht dergestalt individualisiert, dass wir vom Baum der Erkenntnis – vom Manas-Bewusstsein – „gegessen“ haben. Die Vertreibung aus dem Paradies, also aus der Sphäre des Tierkreises in die materielle Sphäre geschah im Astralkreuz des Heiligen Geistes, das das Kreuz des Menschen als Mikro- und Makrokosmos ist. Dann wurde der Adler zum Skorpion, d.h. wir haben das Ich-Surrogat erhalten – das Ich in der physisch-materiellen Wirklichkeit – und gerieten in Widerspruch zu den Weltenzielen. Um uns zu erlösen und auf den vorgezeichneten Weg  als Träger des ewigen Lebens im Ich zu führen, ist auch Christus dem Kreuz des heiligen Geistes entlang heruntergestiegen, indem Er das Evolutionswerk Jesus aus Nazareth benutzte. Auf diese Weise hat Sich Christus mit dem Kreuz der Evolution verbunden, mit all ihren Abstürzen und Widersprüchen. Nachdem Er die größtmöglichen Leiden erlebt hatte, stellte Er nach Golgatha das Evolutionskreuz an den Platz Seines Kreuzes und Sein Kreuz (Sich Selbst) – an den Platz des Evolutionskreuzes. So erhielt das Kreuz Christi acht Enden, die Weltstruktur wurde umgewandelt und in das Zentrum dieser neuen achtgliedrigen Struktur stellte Sich Christus als Ich-Lebensgeist und Symbol des Übergangs von der Siebenfachheit zur Oktave. Durch diese Verinnerlichung in einen Menschen wurde die ganze Weltstruktur in ein wesentliches Verhältnis mit dem Achtenden-Kreuz Christi gebracht, in dem die Evolution nur auf das Erlangen von Leben im Ich gerichtet ist. Der Mensch hat nunmehr eine innere und keine äußere Beziehung zum Kreuz der Evolution, auf dem er entstanden und erschienen ist, auf dem er sich aufgerichtet hat und nun zurückzubleiben riskiert. In den ersten Äonen wurde er auf das Weltenkreuz der Evolution physisch, seelisch und geistig aufgerichtet, nun muss er sich mit Christus selbst kreuzigen, d.h. er muss wie Christus auf Golgatha beide Weltenkreuze vereinigen. Dann kann man auch von einem Übergang zur Oktave reden. Golgatha fand im Erdenäon statt, allerdings in einer ganz anderen Weltkonstellation zwischen der Mars- und Merkurhälfte – wie in einer „achten Sphäre“. Das ist das Kreuz des neuen Anfangs und der neuen Ursache, in denen die reine Gesetzmäßigkeit der Erhebung zur Oktave existiert. Diese Sphäre ist nicht von dieser Welt. Während die Marshälfte die Bilanz der vergangenen drei Äonen (des Abschnittes des Vatergotts) und die Merkurhälfte die Vorbereitung auf die Zukunft (den Abschnitt des Heiligen Geistes) ist, so wird in der Mitte zwischen ihnen ihre allgemeine Metamorphose in eine Oktave vorbereitet. Hier ist das Zentrum des achtgliedrigen Kreuzes Christi, hier ist die „achte Sphäre“. Sie umhüllt geistig die Erde und den Mond und bereitet den zukünftigen Vulkan in dieser Bedeutung von ihm vor, in der die sieben Äonen zur Oktave übergehen werden. Wir wollen gleich differenzieren zwischen dem Geschehen auf der Sonne bei der Sonnenevolution und dem Geschehen in der Sphäre zwischen Erde und Mond. Die Wesen der zweiten Hierarchie werden die Sonne zum Vulkan-Zustand am Ende des Zyklus erheben, die Sonne wird zu einer Supersonne werden und sich opfernd in den Tierkreis des neuen Zyklus des Heiligen Geistes verwandeln. Auf dem Vulkan wird sich die achte Sphäre (die innere Einheit des Zyklus) mit der achten Sphäre des Tierkreises (der äußeren Einheit) vereinigen und beide werden sich gegenseitig durchdringen. Doch der Übergang der jetzigen Sonne unseres Sonnensystems von einem Stern zum Tierkreis wird gerade durch das Geschehen in der achten Sphäre der Erde und des Mondes vorbereitet. Es gewährleistet die Kontinuität zwischen den Zyklen. Hier ist der Mensch der Hauptfaktor der Entwicklung  – der Mensch der Oktave. Wer ist dieser Mensch?       ​

Das Ich Christi ist eine solche Substanz der Liebe, die sich von der Substanz der drei Hypostasen unterscheidet, weil sie direkt vom VWG kommt. Die Iche aller anderen Hierarchien gehen aus den drei Hypostasen hervor, wohingegen der Mensch seine eigentliche Individualisierung direkt vom VWG beginnt – mit dem universellen vierten Prinzip des Zyklus, das Christus im Zyklus verwirklicht hat. Indem der Mensch sein niederes Ich, das das Ergebnis der irdischen Evolution ist, in sein höheres Ich durch die Kraft des Christus-Ich metamorphosiert, wird er allmählich zur Vergeistigung seiner drei Leiber übergehen und diese nach und nach in Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch umwandeln. Das Ich der zehnten Hierarchie der Freiheit und Liebe muss den Charakter des Christus-Ich tragen, was durch die Umsetzung der bemerkenswerten Worte des Apostels Paulus „Nicht ich, sondern Christus in mir“ in die Praxis erreicht werden kann. Der Gott-Mensch Christus ist der Schöpfer des Menschen der Oktave. Das ist der Übergang zur Sonnenevolution, die uns durch Opfer zum Vulkan führt, wo die Auferstehung im Auferstehungsleib erfolgen wird. Dadurch wird der Mensch das Bewusstsein der heutigen Geister der Form erlangen, jedoch nicht als Resultat der Evolution der sieben Äonen, sondern durch ihre Erhebung zur Oktave. Der Mensch wird nur ein Ich wie das Christus-Ich sein, das jedoch als einzelnes Ich für den Menschen existieren wird. Dieses Ich wird der vom Menschen individualisierte Auferstehungsleib sein, der sich aus dem Grab erhoben hat. Bei weitem nicht alle Menschen, die den Vulkan-Äon erreichen werden, werden sich zur Oktave erheben können. Die entscheidende Bedeutung für den Vulkan selbst und für den nächsten Zyklus wird die nicht zahlreiche Gruppe jener Menschen haben, die am Anfang des nächsten Zyklus ihren Auferstehungsleib opfern werden, um das Fundament zur Entwicklung des neuen Zyklus zu legen. Gegenwärtig sind diese Menschen der allgemeinen Entwicklung voraus und bereiten sich auf diese grandiose Aufgabe vor. Die Wesen der zweiten Hierarchie werden zum Bewusstsein der ersten Hierarchie aufgestiegen sein und die jetzige Sonne in einen neuen Tierkreis verwandelt haben, aus dem das neue Sonnensystem im Zyklus des Heiligen Geistes entstehen wird. Die Sonne dieses neuen Sonnensystems wird die heutige Erde sein, die von den Menschen in einen Stern, in eine Sonne als eine achte Sphäre, als Oktave verwandelt werden wird. Zu den Hausherren dieser Sonne werden die heutigen irdischen Menschen gehören, die zu Geistern der Form, also auf die Stufe der Oktave aufgestiegen sein werden. Um sich zur Tierkreisevolution zu erheben, schließen die heutigen Geister der Form selbst in ihre Tätigkeitssphäre von der Sonne die Erde und den Mond ein, also die Erden- und Mond-Evolution.

Auf diese Weise wird die ganze Zukunft unseres Zyklus zentral vom Dreieck der Kräfte von Erde, Mond und Sonne vorbereitet, die die drei Evolutionsarten im Zyklus führen.

Als Christus Sich als die Christus-Sonne ins Zentrum des achtarmigen Kreuzes stellte, hat die Erde das Kreuz der Weltstruktur auf sich genommen. Deshalb fand im Sonnensystem eine hierarchische Metamorphose statt, bei der die Wirkungen der Planeten sich der Erde zudrehten, wobei diese Wirkungen von der Sonne metamorphosiert werden. Dank den Kräften, die aus dem höheren überplanetarischen Raum auf die Sonne zukommen, durch die das Ich Christi wirkt, ist die Sonne fähig, derlei zu bewirken. Die Erde metamorphosiert die Impulse, die auf die Menschen zuströmen und wandelt die Prinzipien der Venus und des Mars in eine Art Kraft um. Durch die geistigen Sphären dieser beiden Planeten erhebt sich die Erde also zu der Sonnenevolution und bereitet ihre Zukunft vor. Gleichzeitig muss sich auch die Mond-Evolution zur Sonnenevolution erheben, denn die in der Sphäre zwischen Erde und Mond entstehende achte Sphäre kann beim Scheitern ihr Gegenstück – die böse ahrimanische achte Sphäre hervorbringen. In diese Sphäre stürzt alles ab, was in der Evolution zurückbleibt. Entweder gibt es die achte höhere Sonnensphäre, das Vorgefühl auf den Vulkan-Äon, oder die böse achte Sphäre – jene „dunkle Sonne“, die Finsternis und totale Ablehnung der aufsteigenden Evolution ausstrahlt. Diese „dunkle Sonne“ ist alles, was die ahrimanischen Wesenheiten erreichen wollen und sie wird ihr Ergebnis des Zyklus sein, falls der Mensch die Erde und ihre Verwandlung in eine Sonne aufgibt und sich in die „Kolonisierung“ des Kosmos stürzt. Für Ahriman ist die Ansicht, die den Menschen und die Erde als Zentrum des Weltalls betrachtet, ein besonderes Ärgernis, er möchte lieber, dass der Mensch sich selbst als ein Staubkorn im Weltall empfindet. Von der Wahl dieses „Staubkorns“ hängt es ab, welche Entwicklung folgen wird. Christus mischt sich in unsere Wahl nicht ein, Er lässt uns frei handeln und bestimmt anschließend über die Hierarchien das Karma, das wir abzuzahlen haben. Die Menschen sind die Ursachen und Christus befasst Sich mit den Folgen. Je falscher die Wahl, desto schwerer die Folge. Alles resultiert aus dem Unverständnis und der Weigerung des Menschen, die Form seines Bewusstseins in der von Steiner vorgeführten Art zu ändern – durch das Metamorphosieren des niederen Ich. Das niedere Ich ist potenziell dem Weltall-Ich gleich, obwohl es nur eine Widerspiegelung des Ich ist – es wirkt von nichts bedingt, sondern als von sich selbst bedingtes Prinzip. In diesem reflektierenden Ich, das der Mensch des Verstandes besitzt, wird die Natur des nicht vorausgesetzten Wesens manifestiert und dieses Ich wurde zum systembildenden Faktor der Einheit unseres Seelenlebens. Indem das Ich diese Funktion unzureichend erfüllte, begann es auch dem dreifachen Leib zu schaden, dessen systembildender Faktor es durch die Metamorphose zum höheren (tatsächlichen) Ich und zum Christus-Ich werden sollte. Die innere Dreieinigkeit entsteht am besten, wenn die drei Glieder zuerst selbständig wirken und danach sich zu einer Einheit vereinigen, die nicht von außen hineingebracht worden ist, sondern als Ergebnis entsteht.

Die Erkenntnistheorie selbst, die der Ich-Natur entspricht, sollte wie das Ich völlig selbst bedingt sein und ihren Anfang in der Tätigkeit des denkenden Bewusstseins machen – also nicht vorausgesetzt. Mit seiner Erkenntnistheorie, die der anthroposophischen Methodologie zugrunde liegt, hat Steiner das Fundament der anthroposophischen Methodologie gelegt. Mit dem anschauenden (kontemplativen) Denken beginnt der Mensch, das „kleine Kreuz“ der Evolution zu tragen, um allmählich zum Tod des Ich in Christo und zur Auferstehung im Heiligen Geist – also zum wahren Erkennen von Mensch und Gott – zu kommen

Was kann uns dieses Wissen über das Drama in Hitrino (wörtlich: ‚Dorf der List, schlaues Dorf’) sagen? Wir wollen hier von den Kommentaren und Berichten der Massenmedien abstrahieren und auf die Symbole dieser Katastrophe eingehen, um die Dinge auf einer höheren Stufe zu betrachten als die konkrete Tragödie der Menschen, die nach der Vorsehung Unglück erleiden sollten. Es gab eine List im schlechten Aspekt, die zur Katastrophe führte. Vor einem Jahr hat Ahmed Dogan plötzlich Lütfi Mestan seines Amtes des Vorsitzenden der Partei der bulgarischen türksprachigen Bevölkerung DPS suspendiert und dadurch Bulgarien vor der Erfüllung der unheilvollen Prophezeiung Slava Sevrjukovas gerettet, dass ein Teil Bulgariens von der Türkei okkupiert wird (vgl. die Vorlesung „Der Heilige Impuls und Amerikas Mission“ in diesem Blog, wo auf diese Ereignisse ausführlich eingegangen wird https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/01/13/der-heilige-impuls-und-amerikas-mission-teil-1/). Damit war die Mission Dogans und seiner Partei abgeschlossen. Wir wollen eine Parallele ziehen zur Zeitenwende, als die alten Hebräer ihre Mission, den Leib für Gott hervorzubringen, erfüllt hatten. Nach der Geburt dieses Leibes an Weihnachten in der Krippe sollten sie sich unter die Bevölkerungen und Kulturen der restlichen Welt verstreuen und Christen werden. Sie haben es nicht getan und deshalb wurden sie anstatt von Jehova von der Wesenheit Ahasfer geführt, dem sog. ewigen Juden, der die Stammesverbundenheit nie überwinden und den Weg zu Christus und zum ewigen Leben finden wird, das aus dem Absoluten hervorgeht und nichts enthält, was mit den Äonen und Zyklen, geschweige denn mit der Verwandtschaft zu tun hat. Sie sollten keinen Staat haben, was bis 1948 der Fall war. Vom geistigen Standpunkt aus war die Gründung dieses Staates ein großer Fehler. Die Partei DPS hatte auch eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen – nämlich der Baseballschläger zu sein, der dem bulgarischen Volk auf den Kopf hauen sollte, damit es sein Karma der Umbenennung der sog. türkischen Bevölkerung Bulgariens 1985 abbezahlen konnte. Ich benutze das Wort „sogenannte“, denn nach dem Ende des Russisch-Türkischen Krieges 1878 sind nach Midhat Paschas Worten keine Türken in Bulgarien geblieben. Doch die heutigen türkischsprachigen Bulgaren haben ein türkisches Bewusstsein, worauf sie ja ein Recht haben, obwohl die Wirklichkeit manchmal anderes sagt. Früher oder später wird die Wirklichkeit selbst alle Illusionen, die man in seinem niederen Ich hat, widerlegen, egal worauf sie sich beziehen. Die Luftballons werden platzen.

Die Partei DPS hätte sich nach den Ereignissen vor einem Jahr auflösen und ihre Mitglieder sich in die anderen politischen Parteien verstreuen sollen. Die Türken hätten aus Moslems allmählich zu Christen werden und von sich aus ihre Namen durch christliche ersetzen sollen. Hier steckt kein Nationalismus, sondern das ist die objektive Realität! Sie kennen ja Beinsa Dounos Worte „Entweder bist du mit Christus oder gegen Ihn“. Eine Zwischenstellung gibt es nicht. Jeder ist frei zu bekennen, was er möchte, doch er muss wissen, dass er – falls er sich zur Anschauung Mohammeds bekennt, dessen, was ihn die Hodschas lehren – gegen Christus ist, gegen die Evolution und gegen die objektiven Realitäten, gegen das, was der Mensch im Laufe der Evolution werden soll. Ein solcher Mensch ist de facto der Feind Christi. Das ist die Wirklichkeit, obwohl ein solcher Mensch den anderen nichts Böses angetan haben und an Ostern mit den Christen mitfeiern kann. Die Christen selbst bekennen sich statt zu Christus zur „Religion des Alltags“ mit viel Essen und Trinken an christlichen Feiertagen, die mit dem, was wir hier erörtern, nichts zu tun hat. Die Partei DPS hätte ihre Existenz beenden sollen, doch sie hat es nicht getan. Der Bürgermeister des Dorfes Hitrino ist Mitglied der DPS. Als der Ministerpräsident Bojko Borissov nach der Tragödie das Dorf besuchte, hat er den Bürgermeister umarmt und gesagt, dass er für wie ein Bruder sei. Ist es eine PR-Aktion, wenn heute der Premier zusammen mit dem Metropoliten von Varna und dem Bezirksmufti in Hitrino anwesend sind?

Der alte Name von Hitrino ist Scheitandjik, ‚Scheitan’  bedeutet auf Türkisch ‚Teufel’. Über Hitrino als das Sinnbild Luzifers ist Ahriman in der Form der Eisenbahnkatastrophe hergefallen. Die beiden Lokomotiven mit den ersten fünf Kesselwagen fuhren unbeschädigt weiter. Der sechste Wagen hat sich abgekoppelt. Es wurden viele Hypothesen der Öffentlichkeit vorgestellt, manche von denen irrsinnig sind. Dort, wo Luzifer und Ahriman wirken, gibt es eine Sechs – das Symbol des Zurückbleibens und der unrechtmäßigen Evolution. Soviel ich weiß, sind insgesamt elf Wagen entgleist. Das ist Ahrimans Zahl, das weiß ich aus okkulter Erfahrung und nicht zufällig hängen die großen Tragödien wie die Nuklearkatastrophe in Fukushima (11.03.2011) oder das Zersören der Twin Towers in New York (11.09.2001) mit der Zahl 11 zusammen.

Die Opfer von Hitrino – Friede und Licht seien in ihren Seelen – sind allesamt Menschen mit islamischen Namen. Der Bürgermeister – übrigens ein guter Mensch – ist DPS-Mitgleid, er arbeitet für eine rückständige politische Kraft. Das Antlitz des Dorfes ist der Vertreter von etwas Atavistischem, was gegen die rechte Entwicklung des Landes weiterwirkt, nachdem es seine Aufgabe schon erfüllt hat. Die Frage ist, warum die Katastrophe ausgerechnet dort und in dieser Weise geschah. Was ist in Bulgarien passiert, so dass die Katastrophe von Hitrino eingetreten ist?

Seit Golgatha steht der Mensch immer vor der Wahl, ob er mit Christus oder gegen Ihn ist. Vor einem Monat haben bei uns Präsidentschaftswahlen stattgefunden. Ich werde etwas mitteilen, was für mich eine okkulte Tatsache ist: Mit ihrer emotionellen und nicht durch die Vernunft begründete Abstimmung für den von der ehemaligen kommunistischen Partei BSP unterstützen Kandidaten Rumen Radev haben die Bulgaren diese Katastrophe verursacht. Der Unfall ist die Folge dieser Wahl. Die Präsidentschaftswahlen wurden durch ein Referendum begleitet, bei dem über drei Fragen abgestimmt werden sollte (unter anderem über die Einführung von Mehrheitswahlrecht). Hätten die Organisatoren des Referendums die benötigten Stimmen erhalten, wozu nur einige Tausend Stimmen nicht reichten, wäre Bulgarien in den nächsten Jahren in eine Regierungskrise, begleitet durch völlige politische Anarchie geraten. Rumen Radev hätte eine temporäre Regierung berufen, die mit unklaren Zuständigkeiten lange hätte regieren können. Zum Glück ist das Referendum gescheitert, doch die Ergebnisse der anderen Wahl mussten die Einwohner von Hitrino ausbaden. Rumen Radevs Kandidatur wurde von einer Partei unterstützt, die konspirativ, „in Sünde gezeugt“ wurde und mit einem Riesenkarma beladen ist. Ich denke nicht, dass aus einer solchen Partei etwas Substanzielles herauskommen kann. Jedenfalls nicht bevor sie für ihre Sünde Reue bekannt hat. Ihre Parteichefin Kornelia Ninova  hat die Parteielite zu Todor Zhivkovs Denkmal nach Pravetz geführt – das war eine „Pilgerfahrt“ zum Geburtsort des kommunistischen Führers. Interessanterweise studieren die Kinder dieser Elite an westeuropäischen und amerikanischen Universitäten – also dort, wo Ahriman wirkt und wo Christus vollständig fehlt. Aus solchen Menschen kann nichts hervorgehen, was im Namen Christi ist. Die andere Präsidentschaftskandidatin der Partei des amtierenden Premiers Bojko Borissov (GERB) – Tzetzka Tzatscheva – hat sich auch blamiert, da sie papageienartig das ihr von sog. Imagemakern vorgelegte Mantra von den „euro-atlantischen Werten“ wiederholte. Liebe Tzetzka, euro-atlantische Werte gibt es nicht! Es gibt christliche Werte, die metamorphosieren und vom vorbereitenden Christentum der letzten 2000 Jahren zum Christentum des Heiligen Geistes übergehen müssen, was uns zum Menschen der Oktave führen wird. Die sog. euro-atlantischen Werte, die in die Köpfe der westlichen Völker eingehämmert  wurden, haben diesen Völkern nun all das eingebrockt, was ihnen heute passiert. Durch das luziferisch-librale und ahrimanisch-konservative Modell werden alle Entwicklungsmöglichkeiten der Menschen unterbunden. Also beginnt gefälligst in der Menschensprache zu reden, so wie Bojko Borissov es macht! Ich werde nur erwähnen, dass Bojko Borissov einer der alttestamentlichen Vorbereiter des Ereignisses war, das die Welt heute feierlich begeht (Weihnachten). Deshalb hat er kein Problem damit, auf seiner heutigen Entwicklungsstufe den Mufti und den Popen mitzunehmen und die Leidtragenden der Katastrophe an diesem  Feiertag zu trösten, die zum Sühnopfer derjenigen wurden, die gegen Borissovs Kandidatin gestimmt haben. Warum sind die Politiker, die Borissov vorwerfen, er betreibe mit seinem Aufenthalt in Hitrino Image-Arbeit, nicht in am Unfallort, sondern verbringen die Weihnachtstage lieber in ihren warmen Nestern? (Der Aufenthalt in der Nähe des Bahnhofs in Hitrino war in den ersten Tagen nach dem Unglück wegen der Gefahr neuer Explosionen höchst gefährlich). Ihm kommt das aus dem Herzen, alle Kritikaster passen in seine Hand. An ihm kommt keiner vorbei in Bulgarien und die Bulgaren sollten sich gut überlegen, was sie bei den anstehenden Parlamentswahlen im nächsten Jahr machen werden.

Neulich habe ich das Bekenntnis eines ehemaligen Mitglieds der BSP gelesen, der früherer sehr aktiv beim Posten gehässiger Facebook-Kommentare über den Ministerpräsidenten Borissov war. Er schrieb in etwa: „Mit 19 Jahren wurde ich stolzes Mitglied der kommunistischen Partei. Nach dem Fall des Kommunismus habe ich die BSP unterstützt. Nun habe ich nach so vielen Jahren begriffen, dass das die Partei der 40 Räuber ist. Die BSP – das sind eine Handvoll Familien, die sich einzig um den eigenen Hintern kümmern und bestrebt sind, an die Macht und an öffentliche Aufträge zu kommen, um sich den Hintern bedienen zu können. Und wenn du als Mitglied eine gute Idee hervorbringst, stehlen sie diese Idee, um sie zu verderben und zu vernichten.“

Deshalb ist  besser, zuerst auf denjenigen zu schauen, der etwas vorschlägt, wofür ​man abstimmen wird. Wer hat die Fragen für das Referendum vorgeschlagen? Derjenige, der das emotionale Leben der jungen (und nicht nur der jungen) Bulgaren zerstört. Wie kann man bloß darauf hereinfallen? Wer hat jemanden (den Militärpiloten Rumen Radev) zum Präsidenten vorgeschlagen, der keinen einzigen Tag Erfahrung in der Politik hat und von dem man nicht weiß, was in seinem Kopf vorgeht? Es reicht nicht, dass jemand ein Profi auf seinem Fachgebiet ist, damit er ein guter Präsident wird.

Heute Morgen ist das Flugzeug abgestürzt, mit dem das Militärorchester und der Alexandrow-Chor nach Latakia in Syrien flogen. Die Passagiere wurden zum Sühnopfer der Politik Russlands. Was hat die Mission des russischen Volkes und seiner Menschen als Träger des unbesiegbaren Gralsgeistes in ihren Seelen mit den Ereignissen in Syrien? Putin will das Nuklear-Arsenal seines Landes erhöhen und benutzt die Orthodoxie als die Waffe des Panslawismus. Dieser todbringende Imperialismus wird zu nichts Gutem führen – die Katastrophe von heute Morgen ist eine diesbezügliche Warnung. Jedes Volk, das eine falsche Wahl trifft, verursacht die Einmischung Ahrimans, der immer näher kommt, da sein Leib bereits auf der Erde ist. Er wartet immer mit Aufsehen erregenden Katastrophen auf. Dem Menschen steht eine ruhmreiche Zukunft bevor, doch der Weg dorthin geht zuerst zum großen Privileg der freien Wahl unter den Bedingungen der Sinneswahrnehmung des Weltalls und des begrifflichen Denkens. Wenn wir durch die Metamorphose unseres Bewusstseins unseren Blickwinkel zu ändern beginnen, auf die Zeichen achten und unsere gewöhnlichen Begriffe in vergeistigte Begriffe transformieren, können wir sagen, dass wir unser kleines Evolutionskreuz auf uns genommen haben und den Weg zu unserem eigenen Golgatha angetreten sind. Nur so können wir die grandiose Vorsehung erfüllen, die im vorigen Zyklus für uns geplant wurde oder sogar im uranfänglichen Augenblick, in dem Gott beschlossen hat, Sich zu offenbaren. Wenn man bedenkt, was die Menschen heute anrichten, müsste die Geduld Gottes wahrhaftig grenzenlos sein. Was werden Sein Trost und Preis in diesem Zyklus sein? Sein Preis wird sein die Auferstehung eines jeden von uns mit dem individualisierten Auferstehungsleib als seinem ewigen Bewusstsein im Vulkan-Äon.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Der Jahreskreislauf als Einweihungsweg

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 16.10.2002 in Varna

 

„Euer Weg geht vom Erzengel Michael über Christus zum Vatergott!“ Diese Worte des Meisters Beinsa Douno enthalten die ganze zukünftige Menschenevolution, die mit der Evolution des Erdwesens eng zusammenhängt. Der Lebenszyklus des Mikrokosmos (Menschen) ist mit dem 24-Stunden-Rhythmus der Sonne verbunden und der Lebenszyklus der Erde – mit dem Jahresrhythmus der Sonne, die in zwölf Monaten die zwölf Hauptgebiete der Sternenwelt durchquert.

 

Im Altertum wurden vor allem die vier Feste gefeiert, die einen großen Jahreskreis bilden und mit den vier Hauptphasen der Atmung unseres Planeten, also mit seinem makrokosmischen Leben zusammenhängen. Diese Feste sind die Sommer- und Wintersonnenwende und die Frühlings- und Herbstäquinoktien. Der ganze Sinn der Erde bis zum Golgatha-Mysterium befand sich auf der Sonne, wo Christus war. Als Sein Geist in der Zeitenwende herunterstieg und Sich mit der Erde verband, hat sich der Sinn der Erde mit der Erde selbst verbunden. Diese Tat hat von Grund auf das Wesen der vier Feste verändert, so dass sie ihre endgültige Vollendung als Michaelistag, Weihnachten, Ostern und Johannistag erfuhren. Der Erlöser hat den Impuls der Zeit in den Raum hineingetragen, das Prinzip der Sieben – in die Zwölf, indem Er drei weitere neue christliche „Säulen“ hinzufügte – Epiphanie, Himmelfahrt und Pfingsten. Diese heilige Siebenzahl strahlt wie ein Stern in der Hand Gottes, der in die Dunkelheit des Erdendaseins und den zwölffachen Raum des Jahreskreislaufs hineinleuchtet. Die sieben Feste sind die Ecksteine, die den gegenwärtigen Einweihungsweg für den Menschen zu seinem Verwachsen mit dem Makrokosmos und das Lüften des größten Mysteriums unseres Planeten – das Mysterium des Lebendigen Christus kennzeichnen. Auf diesen Weg verweisen uns die Anthroposophie und der Bodhisattva – der größte Lehrer des Christus-Impulses. Die ganze Vorlesng im PDF-Format

Die unrechtmäßigen Methoden der Verbindung mit der geistigen Welt: Rückführung, Hypnose, Derwischtänze u.a.

Am 04.02.2017 wurden 18 kurze Videoclips zu Themen aus dem esoterischen Christentum aufgezeichnet, die sich nicht an Anthroposophen, sondern an junge Menschen mit Interessen für die Spiritualität richten und der Orientierung dienen sollen. Einige der Themen, die auch für deutschsprachige Leser von Interesse sein könnten, da sie aktuell sind, werden im Blog als Text vorgestellt. Über eine Fortsetzung dieser Arbeit mit Minivorträgen (10-20 Minuten) über verschiedene spirituelle Themen, die bisher sehr erfolgreich war, wird nachgedacht.

Link zum Originalvideo

Text im PDF-Format lesen

Textfassung einer Videodatei vom 04.02.2017

Nachdem wir über den zukünftigen Weg der Menschheit zur Trennung in die Rasse der Guten und die Rasse der Bösen gesprochen haben, wollen wir auf einige Methoden eingehen, die unrechtmäßig für den heutigen Menschen, darunter die Rückführung, die Hypnose oder der Derwischtanz.

In den alten Zeiten, als über der Kastalischen Quelle bei Delphi im alten Griechenland die Pythia die aus der Quelle heraufströmenden Dämpfe einatmete, geriet sie in einen ekstatischen Zustand und sprach Worte aus, ohne sich im eigenen Bewusstsein zu befinden. Neben ihr stand der Priester in seinem wachen Tagesbewusstsein und deutete die Worte der Pythia. Die Pythien waren Frauen mit einem solchen Körperaufbau, dass eine Lockerung ihrer Leiber durch diesen äußeren Faktor – den heraustretenden Schwefel –  leicht zustande kommen konnte. Dabei empfing sie das, was Wesenheiten von oben sagten. Die Frage ist aber, was für Wesenheiten das sind. Im Altertum waren es rechtmäßige Wesenheiten, später sind mit der Entartung der Mysterien dunkle Wesenheiten in sie eingedrungen. Dadurch gerieten die Mysterien in eine ernsthafte Krise und unterlagen einem Verfall. Wenn wir über die alten Mysterien sprechen, müssen wir bedenken, ob es um die älteste, mittlere oder jüngste Phase der Mysterien geht, da zwischen diesen erhebliche Unterschiede bestehen.

Etwas Ähnliches wie bei den Pythien geschieht durch die Einnahme von Betäubungsmitteln. Carlos Castaneda schrieb in seinen Büchern über den sog. Don Juan und den Gebrauch von Mescalito/Peyote. Das ist eine Psychodroge aus einer Kaktusart, die das Bewusstsein entrückt und durch deren Einnahme man sich für die übersinnlichen Welten öffnet. Allerdings öffnet man sich für völlig andere Welten, denn es gibt sowohl rechtmäßige als auch unrechtmäßige übersinnliche Welten. Letztere sind die Welten der dunklen Mächte. Es gibt verschiedenartige Astralwelten, die Frage ist, in welche Welten man durch den Konsum dieser Droge gerät. Von außerordentlicher Wichtigkeit sind die Illusion, die man dort erlebt, und das Bewusstsein, mit dem man sich dort aufhält. In der Vergangenheit wurden solche Substanzen benutzt, um leichter in die geistige Welt zu gelangen. Zum Drogenkonsum kam es erst später, als die natürliche Beziehung zur geistigen Welt verloren wurde. Das Hellsehen in den Menschen erlosch, das Gehirn wurde immer stärker mineralisiert. Um die alten Fähigkeiten wieder herzustellen, wurden solche Drogen eingenommen. Wohlgemerkt, das waren Drogen aus der Natur, keine synthetischen Drogen, aber dadurch wurden die alten Fähigkeiten auf eine unrechtmäßige Art wieder hergestellt.

Wenn der heutige Yogin versucht, durch sein Atmen jenes Erlebnis zu erreichen, das ein Yogin in der Zeit eines Patanjalis hatte, obwohl das schon zu spät ist, oder  Krishnas – das sind enorme Zeitunterschiede – muss er wissen, dass ca. 2000 Jahre v. Chr. die Atmosphäre nicht so beschaffen war, wie die Luft, die wir heutzutage atmen, sondern sie war voller Leben. Damals gab es selbstverständlich auch Sauerstoff, aber die Atmosphäre war mit Seele gesättigt, sie war geradezu lebendig.  Als der Yogin mit jener bildhaften Gruppenform des Bewusstseins meditiert und geatmet, sein Atmen in den Rhythmus gebracht hat, konnte er eine Beziehung zum Makrokosmos herstellen oder in sein Inneres gelangen und mystische Erlebnisse haben. Diese Erlebnisse bestanden entweder in der Ekstase – der Öffnung nach draußen – oder der Vertiefung in das Innere. Das sind die beiden Formen der Erlebnisse, die auch in der nördlichen und südlichen Strömung zum Ausdruck kommen – Ekstase, die man draußen in der Natur fand oder Mystizismus – das Sich-selbst- Erleben in seinem Innern. Man kann sagen, dass Die oberen und die unteren Götter erlebt wurden, die unteren sind die dunklen luziferischen Götter, die oberen sind die rechtmäßigen Götter. Später entsprach das den Apollonischen und Dionysischen Mysterien. Dabei waren die Mysterien zum Eindringen ins Innere viel komplizierter, da man dem Bösen im eigenen Innern begegnete und durch ein großes Fegefeuer gehen musste. Um in diese Mysterien des Innern zu kommen und Eingeweihter zu werden, war eine umfangreiche Reinigung des Astralleibes notwendig. Nicht zufällig musste der große Pythagoras 20 Jahre lang vor dem Tor der Priester in Ägypten warten, damit er zugelassen wurde und alle Prüfungen der Luft, des Wassers usw. durchlaufen konnte.

So sah es im Altertum aus, als die Mysterien rechtmäßig waren. Damals gab es auch Sexkulte – in großer Zahl bestanden sie in Babylonien-, doch in der Sexualität gab es das gefühlsmäßige Element nicht, sondern die Sexualität wurde in den Geist erhoben, wobei man zu einer Beziehung zur Geisteswelt kam. Das ist auch der Sinn des altindischen Kamasutra. Der heutige Mensch nimmt es mit seinem heutigen Bewusstsein als Pornografie auf, ohne überhaupt etwas von seinem tieferen Sinn zu verstehen. Jenes war geistige Technik zum Verbinden mit der geistigen Welt, ohne das die Beziehung erotisch erlebt wurde. So hat sich auch die Empfängnis der Jungfrau Maria vom Heiligen Geist zugetragen, die selbstverständlich von Joseph empfangen hat, aber im Geist, ohne Sinnlichkeit. Die beiden haben diesen Akt überhaupt nicht physisch erlebt, alles ereignete sich im Geist. Der heutige Mensch macht sich über diese Empfängnis vom Heiligen Geist lustig, weil er nichts davon verstehen kann.

Solche Handlungen waren im Altertum rechtmäßig. Als die Kulte sich zu  entarten begannen, kam es zu sexuellen Ausschweifungen im Zweistromland, weshalb der Begriff die Hure Babylon in der Offenbarung des Johannes verwendet wird, da sich diese Kulte zu fleischlichen Leidenschaften entartet haben, in die sich dunkle Wesenheiten einmischen. Durch sie kam es zu allen Exzessen, die den Verfall jener Mysterien verursacht haben.

In den neuen Zeiten der fünften Kulturepoche, die nach 1413 begann, sind all diese Formen der Verbindung zur Geisteswelt – Drogen, Sex usw. atavistisch und schädlich. Wenn der Mensch, der seine Beziehung zur geistigen Welt abgebrochen hat, Probleme im Leben hat, möchte er einen neugierigen Blick in seine Vergangenheit werfen, insbesondere wenn er Interesse an Themen wie Karma und Reinkarnation hat, um zu sehen, warum diese Probleme ihn heimsuchen. Diese Neugier ist nur natürlich, doch müssen wir folgende Warnung aussprechen: Hinter allen Geheimnissen der Welt steht das Geheimnis des menschlichen Karma. An der Karma-Bildung beteiligen sich alle neun Götterhierarchien und passen das individuelle Minikarma des Einzelnen in das Karma des ganzen Weltalls, des ganzen Manvantara ein. Hier sind gigantische geistige Kräfte am Werk! Selbst wenn man also einen Blick nach hinten wirft, braucht man sehr starke Urteilskräfte, um den Sinn dessen zu verstehen, was man aktuell im Leben erlebt. Mit dieser Sinnlichkeit, mit diesen Emotionen der Sympathien und Antipathien kann jemand z.B. als Reaktion auf die Tatsache, dass seine gegenwärtige Frau ihn im vergangenen Leben getötet hat, sofort eine schlechte Einstellung zu ihr ausbilden. Damit einem Menschen folglich der Zugang und Blick zu vorherigen Inkarnationen gewährt werden, muss er sehr fortgeschritten auf dem Gebiet der Spiritualität sein. Nur so kann er dieses Wissen als „anschaulichen Unterricht“ auffassen und seinem heutigen Leben durch diesen Blick in die Vergangenheit einen Sinn geben, damit er sein zukünftiges Leben gottgefällig und den Aufgaben seiner heutigen Inkarnation entsprechend erlebt. Hier ist also jegliche Neugier verhängnisvoll und stellt eine wahre Pest in der Spiritualität dar. Steiner hat es vermieden, solche Details mitzuteilen. Er hat Vieles über vergangene Leben lebender Personen aufgedeckt, doch in einer Art, dass es nicht klar wird, um wen es geht. Hier ist jegliche Neugier schädlich und kann großen Ärger bringen.

Was stellt z.B. etwas die Hypnose dar, von der sich die Rückführung nicht wesentlich unterscheidet. Der Mensch hat ein Ich – das gegenständliche, wache Ich, das niedere Ich, mit dem ich etwas diese Kamera sehe, die mich filmt. Dieses Ich, das im Laufe von Tausenden Jahren errungen wurde, muss m Menschen existieren, denn es ist die Grundlage des Menschen. Wenn diese Grundlage beseitigt wird, verliert der Mensch sein Bewusstsein und wird in eine andere Art von Bewusstsein versetzt. Alles ist in Bewusstseinsstufen unterteilt. Das Bewusstsein des Minerals ist trancehaft, über ihm befindet sich das Bewusstsein des Baums, über ihm ist das Bewusstsein des Tieres, über diesem – unser Bewusstsein. Über unserem Bewusstsein befinden sich die Bewusstseine des Engels, Erzengels usw. bis zum Seraphim und der Trinität. Innerhalb der Menschenebene unterscheiden wir uns auch in der Stufe unseres Bewusstseins voneinander und alles andere in unserem Leben ist eine Folge davon- wie man aussieht, was man sagt, was man tut – alles ist eine Folge der von uns erreichten Bewusstseinsstufe. Ändert jemand seine Bewusstseinsform, so wird er zu einer anderen Art, die scheinbar nicht von dieser Welt ist.

Wenn man also schläft und träumt, verfällt man in den Zustand eines Tieres. Das Tier sieht uns an – besonders manche Hunde können uns sehr klug ansehen -, aber es träumt von uns. Das Tier sieht uns an, doch das ist sein Traum. Das ist wörtlich der Traum des Menschen. Das Tier hat kein Gedächtnis, obwohl jeder sagen würde, dass ein Hund sich nach seinem Herrchen sehnt und leidet, wenn er nicht da ist – dort geschieht etwas anderes, worauf wir jetzt nicht eingehen werden. Das Tier hat kein Gedächtnis, nur ein Wesen, das ein Ich besitzt, hat ein Gedächtnis. Das Gedächtnis des Tieres ist in seinem Gedächtnis, das in der Astralwelt liegt. Das Tier hält sich auf der Erde auf, es besteht aus einem physischen, ätherischen und astralischen Leib und sein Ich ist oben. Wir Menschen haben diese drei Leiber auch, doch unser Ich ist hier auf der Erde. Wir sind die einzigen Wesen, deren Bestandteile in der materiellen Welt sind, deshalb haben wir in einer besonderen Art unsere Ich-Substanz gebildet. Alle anderen Wesen haben ihre Ich-Substanz in ganz anderer Art gebildet, um Menschen zu werden. Ein Mensch zu werden, bedeutet ein Ich zu werden. Unser Engel musste früher auch ein Mensch sein, allerdings unter völlig anderen Bedingungen (auf dem alten Mond.). Die menschliche Evolutionsstufe ist die Ich-Stufe. Nach dem Erlangen dieser Stufe steigt man in seinem Bewusstsein auf. Damit ein Wesen also ein Gedächtnis hat, muss es ein Ich im Diesseits haben. Das Tier hat in diesem Sinne kein Gedächtnis. Wenn man hypnotisiert wird oder bei einer Rückführung in Trance versetzt wird, was fast das Gleiche ist, dann eliminiert man dieses gewöhnliche Ich und der Mensch wird zu seinem Astralleib zurückgebracht. Der Patient wird also zu einer Art Tier, obwohl er eigentlich ein Mensch ist. Auf diese Weise wird man anfällig. Der Hypnotiseur bzw. der Rückführer wird quasi zum Ich seines Klienten. Er leitet ihn an, da er sein Ich eliminiert hat. Er verfährt mit dem Klienten so wie wir zum Hund „Sitz“, Gib Pfote“ sagen und ihm Tricks beibringen. Doch die Menschen sind keine Tiere, denn die Ich-Evolution hatte auch Auswirkungen auf die Leiber – auf den physischen, ätherischen und astralischen. Selbst wenn wir unser Ich aufheben, unterscheiden wir uns von den Tieren. Uns hat das Ich zum aufrechten Gang gebracht. Das ichlose Tier dagegen ist in seiner Stellung parallel zu Erde verblieben. Die aufrechte Stellung wurde vom Ich bewirkt und von nichts anderem. Wenn man das Ich eliminiert, stürzt man den Menschen auf eine niedrigere Stufe herab. Das Bewusstsein der Pflanze ist gleichsam ein traumloser Schlaf. Das Tier schläft und träumt und die Pflanze schläft ohne zu träumen, das Mineral befindet sich im Trancezustand, es hat die niedrigste Bewusstseinsform und sein Ich befindet sich am höchsten in der Geisteswelt, deshalb wird das Mineral erst auf dem Vulkan ein Mensch werden – natürlich unter völlig anderen geistigen Bedingungen.

Wenn man sich also einer Hypnose oder Rückführung unterzieht, wird man in niedrigere Bewusstseinsformen eingeführt und man unterliegt allmählich bestimmten Manipulationen. Von der Qualität desjenigen, der sich mit dieser Praktik beschäftigt hängt es ab, was mit dem Klienten geschehen wird. Er kann seine Ichhaftigkeit in die Menschenleiber des Klienten anlegen, vor allem in den Astralleib (den Seelenleib), wo sich die Emotionen, die Begierden befinden. Wenn der Rückführer also in unserem Astralleib Jenes einführt, was von ihm kommt, mischt er sich in einer sehr unrechtmäßigen Art in unseren Astralleib ein, der durch die eigene Ich-Evolution erarbeitet worden ist. Auf diese Weise wird man von dem Hypnotiseur oder Rückführer abhängig. Mit der Zeit kann er uns manipulieren und mit uns alles machen. Zudem bekommt er Geld für seine Dienstleistungen und wenn man in diese Tätigkeit Geld einführt, kommt es zum Satanismus in reinster Ausprägung.

Diese Praktiken führen uns zu vergangenen Bewusstseinsformen zurück – das bildhafte Gruppenbewusstsein, das wir vor  über 3000 – 5000 Jahren hatten. Stattdessen appelliere ich, dass die Menschen von dieser wachen Bewusstseinsform, die wir alle  jetzt haben, zur Bewusstseinsform der Engel aufsteigen. Der Engel beherrscht ein waches Bewusstsein in seinem Astralleib. Dann hat man nicht ein eliminiertes Ich, wie das bei der Rückführung oder Hypnose der Fall ist, sondern man muss im Astraleib wach werden. Das bedeutet, dass man seinen Astralleib in Geist verwandelt. Nicht zum Tier sollten wir zurückkehren, sondern zum Dasein eines Engels streben und den vernünftigen, wachen Geist im Astralleib haben, All die atavistischen Formen wie der Derwischtanz, die Hypnose, die Rückführung bringen uns in die Vergangenheit, in vergangene Perioden der Evolution zurück, die damals und für den damaligen Aufbau des Menschen, in dem es kein Ich gab, rechtmäßig waren. Wenn der Mensch bereist ein Ich besitzt, ist es eine absolute Barbarei und ein Verbrechen, dieses Ich zu eliminieren und am Menschen als Gruppen-Ich zu arbeiten. Denn der Rückführer erfüllt quasi die Rolle des Gruppen-Ich eines Tieres. Dieses Gruppen-Ich sagt etwa den Störchen, dass sie aus Afrika zu ihrem Nest etwa in Bulgarien fliegen sollen. Das ist die Rolle, die dieses Gruppen-Ich erfüllt. Mit welchem Recht will also ein Rückführer diese Rolle für sich beanspruchen? Das ist die größte Barbarei, die man einem Menschen antun kann! Schamanismus, Hypnose  bis hin zur Voodoo-Magie – das sind schwarzmagische Praktiken, alte Formen, die noch existieren und sich noch lange Zeit hinziehen werden. Je mehr das Böse mit der Manifestation des Antichristen ansteigen wird, desto mehr werden diese Formen an Kraft gewinnen, denn Menschen, die das praktizieren, werden zu Mittlern der dunklen Mächte. Dort, wo das wache Ich-Bewusstsein mit dem höheren  Ich in rechter Weise („Nicht ich, sondern Christus in mir“) funktioniert, kann das nicht passieren. Christus ist das einzige Wesen, Das unser Ich auswechseln darf – kein anderer! Christus kann unser Ich für einen Augenblick aufheben, damit wir die Idee aus der übersinnlichen Welt ergreifen. Wenn wir über jedes andere Wesen sagen, etwa „Nicht ich, sondern der Engel in mir“, verlieren wir sofort unser Ich-Selbstbewusstsein und verfallen in eine niedrigere Evolutionsstufe. Deshalb bestimmen die bemerkenswerten Worte des Apostels Paulus „Nicht ich, sondern Christus in mir“ den ganzen zukünftigen Verlauf der menschlichen Evolution. Er war das erste Menschenwesen auf der Erde, das diese Tatsache gewahr wurde – dass Christus nunmehr in uns leben kann und wir für einen Augenblick unser niederes Ich aufheben  können, so dass Christus dessen Platz einnimmt und uns die Geisteswelt in der rechtmäßigen Art offenbart. Danach wird der Vorhang der Geisteswelt wieder zugezogen, man kommt zu seinem niederen Ich zurück, aber in diesem Fall erinnert man sich und weiß, was man erlebt hat. Man kann dann die Idee in richtiger Weise in das Erdenleben einführen, um die gesellschaftliche Form des Menschenlebens zu verändern. So kann die Menschheit zur Entstehung der guten und nicht der bösen Rasse beitragen.

Di angeführten Formen atavistischer, vergangener Geistigkeit existieren in Bulgarien in großer Menge, da die Weltmysterien von den Bulgaren begründet wurden. Deshalb ist es unvermeidlich, dass hier inkarnierte Menschen unter anderem aus karmischen Gründen diese Geistigkeit mitbringen. Nicht von ungefähr sagte Beinsa Douno über die Geistigkeit in Bulgarien: „Wenn solche Hellseher in Bulgarien inkarnieren, bedeutet das, dass hier der Geist wirkt“. Hier sind alle Mysterien der Welt vertreten und das ist natürlich, wenn man bedenkt, dass die Bulgaren für die Ich-Evolution der Menschheit zuständig sind.

Trotzdem dürfen wir nicht unsere Hellseher leichtsinnigerweise leugnen – eine Stojna Prepodobna mag die Methode der Anthroposophie nicht benutzt haben, um sich in Verbindung zur Geisteswelt zu setzen, aber sie war dermaßen asketisch und Christus ergeben, dass ihr Hellsehen tadellos war – es werden Legenden über die Hilfe erzählt, die sie leidenden Mitmenschen erwiesen hat. Das Gleiche gilt für Djado Wlajtscho aus dem Dorf Konjowo – eine kolossale Persönlichkeit – der wieder inkarnierte Johannes der Täufer. Nicht zu vergessen Beinsa Douno, Slava Sevrjukova, Baba Wanga – obwohl Wanga grundsätzlich die Schwächste war, doch sie wurde in den Vordergrund geschoben, denn in der Zeit des Kommunismus und des vorherrschenden Atheismus brauchten die Menschen die Berührung mit dem Übersinnlichen. Und als sie zu der blinden Wanga kamen, erlebten sie mit Ehrfurcht den Kontakt mit dem Mystischen, unabhängig davon, ob sie Minister oder einfache Menschen waren. Jedes Ding braucht seine Zeit. Für den Kommunismus war Wanga die geeignete Form der Spiritualität. Die jetzt geeignete Form für das bulgarische Volk und für die Menschheit schlechthin ist das, was als Synthese dieser großen Impulse im menschlichen Ich angeboten wird. Steiner hat die Methode zur Belebung des Denkens gegeben und Beinsa Douno hat an der Schaffung moralischer Kräfte einer neuen Art mitgewirkt, die zum zukünftigen Bewältigen des Bösen dienen. Die Synthese der beiden Impulse ist eine qualitativ neue Methode der Ich-Entwicklung und Wiederherstellung unserer verlorenen Beziehung zu den Göttern.  Nur diese Synthese kann uns auf einen Weg mit festem Boden unter den Füßen zur geistigen Welt führen. Jeder, der sich anschickt, okkulte Praktiken zu vollführen, sollte wissen, dass er das enorme Risiko eingeht, sein Bewusstsein zu verlieren und in der Psychiatrie zu enden.

 

 

Der Mensch als Kind des Kosmos

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 12.02.2002 in Varna

Im Zentrum der Anthroposophie stehen der Mensch und seine göttliche Herkunft. Damit wir in unserer heutigen Form existieren können, waren notwendig 250 Milliarden Jahre Arbeit aller neun Hierarchien von den Engeln bis zu den Seraphim, so wie die aufopfernde Liebe unseres Gottes, Erzeuger, Erlösers, Freundes und Bruders – Christus. Die Erkenntnis, Annahme und Vereinigung mit ihnen beinhaltet unbedingt die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ Dieses Rätsel wird uns in der ganzen Ewigkeit begleiten, doch wir können es teilweise lüften, wenn wir unseren Blick auf den Tod richten.

Das Rätsel des Lebens und des Menschen erfordert unter anderem das Wissen über die Fragen, wie wir den Abgrund zwischen Tod und neuer Geburt überqueren, welches Potenzial der Keim im Mutterleib trägt und welche Einstellung wir zum neugeborenen Baby, Kleinkind und dem Jugendlichen haben sollen. Von der Lösung dieser Fragen hängt gewissermaßen die Zukunft des Menschengeschlechtes ab. Unsere Kinder sind einem flächendeckenden Angriff unterworfen, der keine Entsprechung in der bisherigen Geschichte kennt. Wir leben in der stürmischsten Zeit eines Umbruchs, eines Übergangs von Materialismus zu Geistigkeit. Das Heer der dunklen luziferischen, ahrimanischen und asurischen Geister, sowie die ihnen unterworfenen Menschenseelen und Naturgeister speien Tag und Nacht neue Versuchungen für die Menschen und konkreter für die Kinder – die zukünftigen Hausherren der Erde. Der überwiegende Teil der Eltern, Lehrer, Erzieher und Priester kennt die Wahrheit über sich nicht und folglich auch die Wahrheit über die Kinder nicht, die aufwachsen, ohne dass jemand sie über die wichtigsten Fragen des Menschenlebens aufklärt. Die ganze Vorlesung im PDF-Format

Die Bulgaren und die sechste Kultur

vorgetragen von Dimitar Mangurov am 22.03.2002 in Varna

Alles im Weltall ist von der Trinität durchströmt. Wenn wir über die Bulgaren und ihre Mission sprechen, müssen wir unbedingt die Manifestation dieser Dreieinigkeit suchen, damit wir nicht auf das Niveau des primitiven „Patriotismus“ hinunterfallen, der nichts mehr als ein „Gackern“ ist, wie sich Beinsa Douno bildhaft ausdrückte. Dieses Gackern ist aber von vielen Seiten zu vernehmen und von ihm bis zum ahrimanischen Nationalismus gibt es nur einen Schritt. „Patriot sein bedeutet ein Mensch der Liebe zu sein“, lautet die Definition B. Dounos, was für die heutigen Menschen eine schwer zu verstehende und zu erreichende Aufgabe ist. Hiermit sei nichts gegen den reinen und edlen Patriotismus einzuwenden als den ersten Schritt zum Hohen Ideal, auf das uns Beinsa Douno verwiesen hat – das erhabenste Wesen, welches jemals unter die Bulgaren herabgestiegen ist. Die vorliegende Erörterung ist ein Versuch, dieses Ideal zu beleuchten und einen Blick auf das bulgarische Mysterium im historischen, mystischen und kosmischen Sinne zu werfen – als die Manifestation jeweils des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes.

Der wichtigster Helfer bei diesem Vorhaben wird das Wort des Bodhisattva und des zukünftigen Buddha Maitreya sein, der mehr als 40 Jahre lang im 20. Jahrhundert Vorträge gehalten hat – nicht nur vor unserem Volk und der Menschheit, sondern auch vor der geistigen Welt. In seinen Vorträgen lassen sich vier Marksteine bei der Suche nach der Wahrheit deutlich sehen. Diese sind in folgenden Aussagen enthalten:Die ganze Vorlesung im PDF-Format