Die Bodhisattvas – 1. Teil

 

bodhisatvite 1

 

 

 

 

„…Diese sind’s, die gekommen sind aus  großer Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider  hell gemacht im Blut des Lammes.“

Offenbarung des Johannes

 

Nach der demokratischer Umwandlung in Bulgarien erzählte ein ehemaliger Offizier des Geheimdienstes im engen Kreis eine Geschichte aus der Zeit des Totalitarismus. Er war dienstlich im damaligen Leningrad (jetzt Sankt Petersburg) und entschied sich unter anderem die Eremitage zu besichtigen, genauer gesagt die in den unterirdischen Kammern gelagerten Artefakte, die den gewöhnlichen Besuchern nie gezeigt werden. Eine KGB-Majorin begleitete ihn dabei. Der Offizier hat lange die zahlreichen „skythischen“ Funde bewundert, aber am meisten beeindruckte ihn ein Paar Ohrringe, die etwa drei cm lang waren und aus Hunderten, sogar Tausenden winzig kleinen Goldkörnern bestanden, die auf wundersame Weise aneinanderklebten. Die Majorin erklärte, dass heutzutage kein Handwerker in der ganzen Welt in der Lage wäre, so etwas herzustellen. Die Russen sollen im Weltall ähnliche Versuche unternommen haben, jedoch mit einem sehr bescheidenen Ergebnis. „Welches Volk hat dieses Technologiewunder vollbracht?“ – rief unser Landsmann aus. Die Antwort war mehr als überraschend: „Die Alten Bulgaren.“

Die „Genossen“ konnten natürlich oben in den Sälen keinesfalls solche Artefakte ausstellen, die von Touristen aus der ganzen Welt besichtigt werden, denn ihnen hätten sie auch dieselbe Antwort geben müssen. Die „offizielle“ Version lautete schließlich, dass im Jahre 681 Asparuch diesseits der Donau eine zahlenmäßig schwache Horde mongolisch aussehender Halbwilde herüberführte, die außer geschicktes Pferdereiten und Schwertschwingen nichts anderes konnte. Anschließend sollen sie sich im „slawischen Meer“ aufgelöst haben und nur der Name „Bulgaren“ soll von ihnen übrig geblieben sein. Nun gab es diese „unbequemen“ Ohrringe und die tausenden ähnlichen „skythischen“, „keltischen“, „gotischen“, „griechischen“ u.dgl. Artefakte, die der Wissenschaft eine Reihe störender Fragen der historischen, mystischen, ja sogar kosmischen Art stellen. Wie soll der zweifellos kluge Zeitgenosse begreifen, dass die Zähmung des Pferdes durch die Bulgaren, die zum ersten Mal im dritten vorchristlichen Jahrtausend in den Steppen nördlich des Schwarzen Meeres erfolgte, die „Anreitung“ des Verstandes wegen der Ich-Entwicklung darstellte – der Hauptaufgabe des Menschen im Erdenäon? Wie soll derselbe hochtechnisierte Mensch sich bewusst werden, dass hinter dem geschickten Schwingen der Schwerter durch die alten Bulgaren die richtige Ausrichtung des Ichs (das zweischneidige Schwert aus der „Offenbarung des Johannes“) steckt, die nach einem umfassenden geistigen, über alle bisherigen Epochen gehenden Plan die Evolution der ganzen Menschheit bezweckt? Dass die Herstellung der erwähnten Ohrringe ermöglicht wurde durch die konsequente Befolgung dieses Plans, dessen Umrisse in der Zukunft erst vor der nichts ahnenden Menschheit deutlich hervortreten werden? Ob der im fünften Jh.n.Chr. im heutigen Frankreich geborene Magnus Felix Ennodius das Vorhandensein eines solchen Plans und die Hauptrolle der Bulgaren in ihm geahnt haben mag, können wir nicht mit Sicherheit behaupten, aber die Worte, die er 486 geschrieben hat in der Lobrede auf Theoderich, sind mehr als beredt: „Die Bulgaren, das ist das Volk, das alles bekam, was es sich gewünscht hatte; sie glaubten, dass die Welt ihnen offen stand; sie bezweifelten nie ihren Sieg; das ist das Volk, über das sich die Welt wunderte.“

Warum lebten die alten Bulgaren in der Überzeugung, dass die Welt ihretwegen geschaffen wurde? Welche ist die nie versiegende Quelle, aus der sie immer die Kraft schöpften, um auch heute die Welt mit ihren Errungenschaften in allen Lebensbereichen zum Staunen zu bringen? Können wir die Vorsehung Gottes über die Erdenmenschheit und konkreter über unser Volk wenigstens berühren, um die Aufgabe zu entdecken, die das Hauptwerkzeug Gottes zur Erfüllung dieser Vorsehung hat? Wir wollen es versuchen, und die bevorstehenden Jahrzehnte werden zeigen, ob wir recht hatten!

Vor jedem Menschen stehen drei Hauptfragen, die er lösen soll, von denen unsere Zukunft abhängt. Die erste ist die Frage nach Christus und dem Ich, die zweite- nach den geistigen Hierarchien und die dritte- nach der Loge der Bodhisattvas und der mit ihr verbundenen Meister. Vom Titel des vorliegenden Beitrags ist ersichtlich, dass hier auf die dritte Frage eingegangen wird, ohne dass diese von den anderen zwei, mit denen sie eine Dreieinigkeit bildet, abgesondert wird. Mit einem majestätischen Schwung lüftete Rudolf Steiner 1909 in der Anwesenheit der erstaunten Zuhörer den Vorhang vor den geistigen Höhen, die lange Zeit für den immer tiefer ins Materielle versinkenden Menschen verborgen waren. „Gefühlt und erkannt wird in den Stätten wahrer Geisteswissenschaft, dass es eines gibt, was zunächst geht durch alle Kulturen der nachatlantischen Zeit; was schon gegangen ist durch die uraltindische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische Kultur und so weiter, was gehen wird auch durch diejenigen Kulturen, die auf diese folgen bis zur nächsten großen Katastrophe und darüber hinaus… „es ist, wenn man es in Wirklichkeit betrachtet, nicht etwas Abstraktes, sondern etwas Konkretes, ein Wesen“, im Vergleich zu dem „alle anderen Wesen, seien es die sieben heiligen Rishis oder selbst höhere Wesenheiten die gar nicht heruntersteigen bis zu physischen Verkörperung, Sendboten sind, so können wir es bezeichnen mit einem Namen, den der Orient richtig geprägt hat“ – die Gesamtheit (der Geist) der Bodhisattvas. Die christliche Anschauung würde es als Heiligen Geist bezeichnen.“ (GA113, S.182ff.)

Jede frohe Botschaft, jede Weisheit auf Erden führt zu dieser Quelle der Ursprünglichen Weisheit, die die zwölf im Kreis (wie in einer Loge) angeordneten Bodhisattvas in den schwindelerregenden geistigen Höhen der Welt der Vorsehung (Budhi) und in ihrer Gesamtheit eine besondere Wesenheit bilden, die Steiner „den Großen Lehrer“ nennt, der „ in der nachatlantischen Epoche“ oft die Menschenform angenommen hat“. Wenn wir „im Laufe unserer irdischen Entwicklung Verkörperungen der Bodhisattvas finden, nennen wir sie deshalb die großen Lehrer der Menschheit, denn in ihnen ist das Wesentliche der Bodhisattvas als Verkörperung der Weisheit.“

Wir müssen aber den Unterschied zwischen dem Christus-Prinzip und dem Bodhisattva-Prinzip sehr gut klären, denn die unrechtmäßige Vermischung der beiden stellt einen der größten okkulten Fehler dar. Dort, in der Welt der Vorsehung, im Zentrum der Loge finden wir Christus, der „von allem befreit ist, was er auf Erden und nahe der Erde geworden ist“. Christus ist „die Grundlage der Menschheit, das, woraus jedes Leben stammt“ und er manifestiert „Seinen Ruhm und Seine eigene Herrlichkeit“. Die Bodhisattvas haben das Privileg, Sein Wesen zu betrachten und sich an Ihm zu ergötzen und dieses Leben hervorbringende Christus-Wesen wird auf dem Erdenplan als eine Lehre widerspiegelt. Christus ist nicht einfach ein Meister, sondern die Lehren entstehen in den verschiedenen Kulturepochen, damit die Menschen Christus besser begreifen. Er ist vielmehr Objekt, als Subjekt der Lehren, sagt Steiner.

Nach diesen Ausführungen müsste selbst ein voreingenommener Esoteriker begreifen, dass die richtige Klärung der Bodhisattva-Frage (einer der schwierigsten in der Christologie) und die Enthüllung des im 20. Jahrhundert in menschlicher Form inkarnierten Geistes der Bodhisattvas eine entscheidende Rolle für das geistige Leben der Menschheit spielt. Jedes Widersetzen dieser Wahrheiten ist eine unverzeihliche Sünde gegenüber dem Heiligen Geist, der den Weg zum Kosmischen Ich-Christus versperrt, was seinerseits zur allmählichen Austrocknung des Lebens für das jeweilige Individuum führt und letztendlich sich in Gottesbekämpfung verwandelt, das den verkörperten Antichristen in seinem Kampf gegen den ätherischen Christus unterstützt! Hoffentlich werden die vorliegenden Ausführungen zu einem Hilfsmittel, um diesem bitteren Schicksal zu entgehen. Wir wollen nun zu der detaillierten Erörterung des Bodhisattva-Mysteriums von Anfang an bis zum Golgatha übergehen, um den inneren Sinn der kolossalen Wandlung zu erspüren, die NACH dem Golgatha-Ereignis eingetreten ist!

Von der Anthroposophie wissen wir, dass das Hauptereignis im entstandenen Kosmos, das seine Bewohner gründlich erschüttert hat, die Menschwerdung der zweiten Hypostase der Trinität ist, die das „Wort“ genannt wird. Auf seinem langen Weg zum Golgatha-Opfer entdeckte das Wort zuerst seine Sternenwesenheit als „Sohn“ (im Tierkreis), dann „verdichtete“ er sich zum Weisheitsgeist auf der alten Sonne, später offenbarte er sich „planetarisch“ als die Gemeinschaft der sechs Sonnenelohim bzw. Formgeister im Erdenäon. Dann trat er in die Mondsphäre als Erzengel (Michael) ein und an der Engelssphäre vorbei begann er, sein Makrokosmisches Ich während dreier Jahre mit den drei Leibern Jesu nach dem Wunder von Epiphanie im Jordanfluss zu verbinden. Irgendwo im Panorama dieser märtyrerhaften Verkleinerungen schuf der Erlöser die Loge der zwölf Bodhisattvas, indem er sie zum Hauptinstrument zur Durchführung Seines Willens in der Erdensphäre machte. Die Bildung der Bodhisattva-Loge war kein einmaliger Akt, sondern ein langwieriger Prozess, der bereits in der hyperboräischen Zeit begann. In der vorausgegangenen polarischen Zeit, der Widerspiegelung des alten Saturns, war alles einheitlich und wir können nicht von einem Formierungsprozess der Loge als selbständigen Organismus reden. Der Anfang war in der Mitte der hyperboräischen Zeit (der Widerspiegelung der alten Sonne), als sich die Sonne zusammen mit Christus aus ihrer Dreieinheit mit dem Mond und der Erde absonderte. Mars, Jupiter und Saturn existierten bereits als selbständige Planeten, Merkur und Venus bildeten sich etwas später heraus und der Mond und die Erde wurden zu selbständigen Himmelskörpern erst während der lemurischen Zeit. Die Herausbildung des heutigen Sonnensystems verlief auf dem geistigen Plan im Niederen Devachan, es existierte nichts „Hartes“ und die zukünftigen Bodhisattvas mussten noch als Menschen ausgebaut werden, um später die Führung über die Erdenentwicklung zu übernehmen. Aber schon damals wurden sie durch den Großen Sonnengeist (Christus) mit speziellen Aufgaben zu den Planeten hinausgeschickt. Steiner berichtet, dass das Wesen, das eines Tages Gautama Buddha werden sollte, zum Venus, d.h. zum Merkur gesandt wurde. Wohin die restlichen Bodhisattvas gesandt worden sind und was sie dort gemacht haben, wissen wir bisher nicht, aber wir können mit Sicherheit die okkulte Tatsache mitteilen, dass während der großen „Mondkrise“ in der lemurischen Zeit die zukünftigen Bodhisattvas einen großen Akt vollbrachten, ohne den unsere ganze Evolution schiefgegangen wäre. Sie waren die Seelen, die Iche, die die notwendige Kraft besaßen, um den mörderisch stagnierenden Mondenkräften zu widerstehen und auf der Erde zu bleiben, wobei sie die Kontinuität der nach dem Sündenfall begonnenen menschlichen Inkarnationen gewährleisteten. Dank diesem heldenhaften Opfer erlangten sie jene Eigenschaften, die ihnen in der Mitte der atlantischen Zeit erlaubten, die Arbeit an der Loge endgültig abzuschließen und die Rolle geistiger Führer zu übernehmen. Während der ganzen Zeit konzentrierten sich ihre Bestrebungen auf den sich immer „verdichtenden“ Christus, der die Quelle ihrer Kraft blieb. Bei seinem Drang nach unten vollbrachte Christus „unterwegs“ über die nathanische Seele drei übersinnliche Opfer, indem er am Ende der lemurischen Zeit unsere zwölf Sinne und unseren physischen Leib rettete. Am Anfang der atlantischen Zeit rettete er unsere sieben Hauptorgane und unseren Ätherleib und am Ende der atlantischen Zeit – unsere drei Geisteskräfte und unseren Astralleib. Als Ergebnis dieser Opfer wurde der Mensch zu einer Ich-Entwicklung fähig, indem er den aufrechten Gang, die Sprache und die Anfänge der Denktätigkeit lernte. Das Menschen-Ich sollte vom Erlöser selbst zur Zeitenwende auf der Erde geheilt werden. Nun konnten die Bodhisattvas schon wirken, indem sie bei unserem physischen Leib anfingen. Damit wir wenigstens teilweise den Charakter ihrer Wirkung begreifen können, müssen wir zunächst auf die Frage eingehen, was für ein Wesen der Bodhisattva ist.

Nach seinem Tod steigt der Mensch bis zur planetenartigen Sphäre zwischen Mars und Jupiter auf, der Eingeweihte erreicht die Grenzen des Höheren Devachans und kann den Budhi-Plan betrachten. Die Bodhisattvas steigen zu der Budhi-Sphäre, wo sie in ihrer Gemeinsamkeit das Wesen „Heiliger Geist“ bilden und Christus begegnen, der ihnen aus den höheren Bewusstseinsstufen heruntersteigend entgegenkommt. Vom kosmischen Standpunkt aus ist also Christus die Sonne und die Bodhisattvas sind die zwölf Sterne, die von der Sonne Licht und Wärme, Kraft und Leben erhalten, um diese zu uns auf die Erde weiterzureichen. Als sich Christus als der „Sohn“ im Tierkreis zeigte, trug er die zwölffache Fülle der Vaterskräfte, von denen unser physischer Leib (das Vater-Prinzip) aufgebaut ist. Der Bodhisattva-Kreis wurde nach diesem Muster geschaffen als Körper, der vom Heiligen Geist durchleuchtet ist und die zwölf Aspekte des Kosmischen Christus in der Erdensphäre widerspiegelt. Der Heilige Geist schöpft seine Kraft aus der unmittelbaren Christus-Kontemplation. Seit Mitte der atlantischen Zeit steigt diese Kraft zu den Erdenmenschen hinunter in der Form der allumfassenden Weisheit. Hier entsteht die Frage, um welchen Heiligen Geist es sich handelt.

Das dritte Gesicht der Heiligen Dreifaltigkeit ist das „Ergebnis“ der „Vereinigung“ der Liebe (des Vater-Prinzips) und der Weisheit (des Wort-Prinzips). Bis zum Golgatha-Mysterium strahlte der Heilige Geist (der gemeinsame Geist der Bodhisattvas) nur „seinen Teil“ des Wortes herunter, d.h. nur die Weisheit. In den bewegenden Abschiedsreden des Johannes-Evangeliums, versprach das Wort den Jüngern (und der ganzen Menschheit), dass er vom Vater erbittet zu senden einen tröstenden Geist, den Geist der Wahrheit, den Heiligen Geist, durch den beide „eine Stätte“ in jedem Menschen „bereiten“, wenn er Jesus liebt. Erst als am Kreuz das Wort in seinem Makrokosmischen Ich die Weisheit wiedergebar und diese sich in Liebe verwandelte, wurde es möglich, dass ein menschliches Wesen – Jesus, zum tatsächlichen Vertreter der ganzen Heiligen Dreifaltigkeit auf der Erde wurde. Dadurch fand der Heilige Geist aus der Bodhisattvas-Loge nach Pfingsten Zugang zum Menschen-Ich, indem er diesem allmählich die Geheimnisse des Golgatha-Mysteriums und damit das Mysterium der Heiligen Dreifaltigkeit als Liebe, Weisheit und Wahrheit enthüllte. Von Boten des Heiligen Geistes in den vorchrisltichen Zeiten, die die Weisheit des Wortes trugen, wurden die Bodhisattvas zu Nachfolgern des Erlösers und Trägern des Heiligen Geistes als Wahrheit und Erlöser. Es trat eine große Wandlung in der Loge der Zwölf ein, die im ersten christlichen Bodhisattva zum Ausdruck kommt: die Boten des Kosmischen Logos wurden zu Nachfolgern des Menschen Christus Jesus, denn der Logos war zum Menschen geworden und verband sich für immer mit der Erde, indem er sich ins Zentrum ihrer Entwicklung stellte. Bis zum Golgatha-Mysterium wurde der Sinn der Erdenentwicklung den Einzuweihenden in der Loge der Zwölf enthüllt, seit dem Golgatha-Ereignis lebt er in jedem Menschen-Ich als Christus-Impuls. Die Aufgabe der Bodhisattvas besteht darin, uns auf immer höheren Bewusstseinsstufen Seinen Inhalt zu enthüllen und ihn uns praktisch vorzuleben. Um zu begreifen, was uns die Bodhisattvas sagen und was sie tun, müssen wir noch tiefer in ihr Wesen eindringen.

In einem gewissen Sinne ist der Bodhisattva ein kosmisches Wesen, denn schon auf dem Erdenplan arbeitet er mithilfe seines Ichs bewusst mit dem Schutzengel zusammen daran, seinen Astralleib in das Geistselbst zu verwandeln. Der gleiche Prozess wird bei der restlichen Menschheit erst auf dem zukünftigen Jupiter stattfinden. Bei dieser Arbeit erhält der Bodhisattva auch in seinem Ätherleib Inspirationen vom Erzengel des jeweiligen Volks, in dem er aus der Budhi-Sphäre hinuntergestiegen ist. Nach Ablauf seiner Erdenaufenthalte wird beim letzten Leben der Astralleib in einen Leib mit bestimmten Fähigkeiten verwandelt, der „Nirmanakaya“ heißt (der leuchtende Leib des Geistselbstes). Der Bodhisattva steigt ins Nirvana, erlangt die Buddhastufe (den Buddha-Rang), entlässt den Schutzengel und aus seinem Geistselbst als Ich-Prinzip ausgehend, beginnt er zusammen mit einer Erzengelwesenheit an der Transformierung seines Ätherleibes in einen Lebensgeist zu wirken, ohne auf die Erde hinunterzusteigen. Diese Transformation wird uns erst im zukünftigen Äon Venus möglich sein. Dann übernimmt der nächste Bodhisattva die „Tiara des Himmels“ und beginnt seine Aufgabe zusammen mit seinem persönlichen Schutzengel zu erfüllen. Die Engel wirken in der Sphäre zwischen Erde und Mond. Rudolf Steiner nennt die Bodhisattvas „die Boten des Himmels“, denn der Mond ist ein geistiger Spiegel, durch den die Sonnenweisheit des Wortes vor dem Golgatha-Mysterium bis zu den Menschen normalerweise eindrang. Dann wurde das Wort dem Bodhisattva-Kreis durch die Geister der Weisheit – die höchsten Wesenheiten im Himmlischen Sophia, der Weisheit Gottes,- enthüllt, die die Vertreter des Wort-Prinzips im Dasein sind. Diese Weisheit strömte im Wesen „Heiliger Geist“ zusammen (dem gemeinsamen Geist der Bodhisattvas) und floss von dort in den nächsten Epochen über den jeweiligen Bodhisattva hinunter. Dieses „Hinunterfließen“ erfolgte mit der Hilfe der Archai, Erzengel und Engel, die das Prinzip des Heiligen Geistes im Dasein repräsentieren. War der Bodhisattva auf der Erde, stand er im Kontakt mit dem Schutzengel und dem Erzengel des jeweiligen Volks, aber er hatte keinen Zugang zum Archai. Dieser wurde nur in dem Moment möglich, als er sich in den Buddha-Rang erhob. Das liegt daran, dass durch die Zusammenarbeit mit dem Schutzengel der Bodhisattva Impulse zur Einwirkung auf sich selbst erhielt (zur Verwandlung seines Astralleibs in Nirmanakaya), durch die Erzengelimpulse beeinflusst er das Schicksal des Volks. Aber erst wenn er zum Buddha wird, kann er unter der Einwirkung eines Archai die Entwicklung der ganzen Menschheit in einer Epoche lenken. Während er auf der Erde ist, wird die Vereinigung mit dem Archai zum Ideal des Bodhisattva und jedes Mal, wenn er zurück zur Einheit der  evolutionsleitenden Loge zurückkehrt, wird diese Beziehung zum Archai wiederhergestellt. In der Vorsehung gehört der Kreis der Zwölf  zu den Archai, Erzengeln und Engeln und deshalb nennt ihn Steiner den „Heiligen Geist“, aber diesen Kreis können wir auch den Erzengelkreis nennen, die die Hauptrolle in ihm spielen, denn der Sinn seiner Existenz ist in seinem Schöpfer, dem Wort, und die Erzengel sind die Vertreter des Wort-Prinzips in der Triade der erwähnten Wesen. Die Erzengel werden von unten durch die Engel unterstützt und von oben durch die Archai inspiriert und die Gemeinsamkeit der drei Hierarchien macht den kosmischen Aspekt der Zwölfer-Loge aus. Hier müssen wir etwas erörtern: die Loge der Zwölf ist nicht der Tierkreis selbst, in dem die höchsten Wesen wirken (Seraphim, Herubim und Throne), die das Vater-Prinzip im Sein vertreten, sondern sie sind eine Widerspiegelung des Tierkreises durch die Mondkräfte (als ein geistiger Spiegel). Aber selbst das hat sich nach dem Golgatha-Mysterium in irdischer und kosmischer Sicht verändert, denn Christus „füllte alle Lücken zwischen Mensch und Gott aus“, wie der erste christliche Bodhisattva im 20. Jh. treffend sagte. Als das Wort den Tierkreis verließ und sich durch das Tor des höchsten Geistes der Weisheit mit dem Urbild der heutigen Himmlischen Sophia verband, wurde sie zur übersinnlichen Leiter, auf die der Logos zu den Archai, Erzengeln und Engeln und den von unten nach oben strebenden Bodhisattvas hinunterstieg, um aus der Fülle der Vaterskräfte diesen zwölffachen geistigen Organismus zu formieren, der vom Heiligen Geist durchleuchtet ist und die zwölf Aspekte des Kosmischen Christus zum Ausdruck bringt. Das Wissen über ihn tragen die Bodhisattvas in der Form der allumfassenden Weltweisheit in die Erdenentwicklung hinein. Der Tierkreis ist das hohe Ideal der Himmlischen Sophia, mit dem sie sich vereinen möchte, so wie sie es im Äon der alten Sonne beim Hinunterstieg des Wortes tat. Aber damals war das nur ein einmaliger Akt und nicht endgültig. Vom Erdenmenschen hängt die endgültige Verwirklichung dieses Ideals ab, und dadurch werden wir unsere Schuld bei Sophia begleichen, ohne die das Wort nicht zum Menschen werden und die Involution in Evolution wenden konnte für unsere Erlösung  und die Einführung des neuen Prinzips der Freiheit und Liebe im Kosmos. Diese Schuld können wir nur begleichen, wenn wir die Aufgaben der einzelnen Bodhisattvas begreifen, die bisher auf die Erde hinuntergestiegen sind und dann auf die zukünftigen von ihnen schauen, deren Mission in der entfernten Zukunft liegt.

Zu diesem Ziel werden wir das Mittel der Anthroposophie benutzen, die laut Steiner den Bodhisattvas zum Wohl der Menschheit folgen soll.

Die Geisteswissenschaft weiß, dass Gautama Buddha der sechste aus der Reihe der zwölf Bodhisattvas ist, der den Buddha-Rang erlangt hat, sein Vorgänger war Orpheus und über die vier Bodhisattvas, denen er folgt, wissen wir fast nichts. Wenn wir uns zurück in die Vergangenheit versetzen, stellen wir fest, dass der seelische Aufbau des Menschen einer ständigen Veränderung ausgesetzt ist und wir diese berücksichtigen sollten, wenn wir nach Antworten suchen, denn die äußeren „Zivilisationsereignisse“ das, was im Inneren des Ichs, der Seele und in unseren Leibern geschieht, nur widerspiegeln. Eine passende Methode, in das Mysterium der sich in allen Zeitaltern entfaltenden Taten der Bodhisattvas einzudringen, ist ihre Gegenüberstellung mit den Perioden des menschlichen Lebens.

Nach der physischen Empfängnis bleiben wir neun Monate im Mutterleib. In der Fähigkeit der Frau, ein Kind zu empfangen, die Frucht auszutragen und ein zum selbständigen Leben bereites Lebewesen zu gebären, steckt die Tätigkeit der Himmlischen Sophia. Wenn wir den Moment bestimmen, in dem die ganze Menschheit physisch „empfangen“ wurde, können wir nach dem Ausgangspunkt suchen, in dem die leitende Tätigkeit der Zwölfer-Loge begann, indem wir beim Ersten von ihnen anfangen. Nachdem wir unser Ich von den Elohim erhalten haben, drang dieses gegen Ende der lemurischen Zeit in unseren Astralleib ein, um diesen zusammen mit der Seele und der entscheidenden Hilfe der Götter in eine Empfindungsseele zu transformieren. Diese wurde sofort durch die luziferischen Wesenheiten angegriffen und als Folge begannen wir, uns nach Eindrücken von der Erde zu sehnen. Wenn die Verführer sich uns nicht genährt hätten, wären wir sehend für die materielle Welt – und zwar geistig sehend – erst gegen Mitte der atlantischen Zeit geworden. In den früheren Etappen des atlantischen Zeitalters drang das Ich in den Ätherleib ein und begann, diesen in eine Verstandesseele zu transformieren. Auf Letztere konzentrierten die ahrimanischen Geister ihre Wirkung, denn in der Verstandesseele hat der Mensch zum ersten Mal das Aufdämmern des Ichs gespürt, und Ahriman und sein Heer hassen am meisten die Freiheit des Menschen, die das „Kind“ bewusster Bemühungen des Ichs ist. Die unbewusste „Erbsünde“ in Lemurien wurde bis zu einem gewissen Grade „bewusst“, was das Öffnen unserer physischen Augen für die Sicht unter dem Bauchnabel verursachte, die wir mit Feigenblättern verbargen. Bis zu diesem Zeitpunkt führten wir ein halbgeistiges Dasein. Die Mitte der atlantischen Zeit ist der von uns gesuchte Moment, als mit der Hilfe Ahrimans der Akt unserer irdischen „Empfängnis“ vollbracht wurde und die Bodhisattvas zu wirken begannen. Der Sinn ihrer Wirkung besteht darin, dass jeder von ihnen nach Abschluss seiner Tätigkeit auf dem Erdenplan in sich als Urbild eine solche Fähigkeit entwickelt, die nach einer bestimmten Zeit zur allgemein menschlichen Fähigkeit wird. Je früher sie zeitlich ausgebaut wird, desto später wird sie in der restlichen Menschheit zum Vorschein kommen, und zwar in der Zeit, wenn ihre Seelenstruktur sich grundlegend von dem Zeitalter des „Urbilds“ unterscheiden wird. Vielleicht ist das die Erklärung, warum Steiner nicht über die ersten Bodhisattvas berichtet, die zu Buddhas in jenen zeitlich entfernten Epochen geworden sind und die unter der Menschheit erst Jahrtausende nach unserer gegenwärtigen Zeit „widerspiegelt“ werden. Trotzdem wollen wir im Lichte dieser Erläuterungen den ersten Bodhisattva in einem bestimmten Maß begreifen, um die geistige Logik der Tätigkeit seiner Nachfolger zu verstehen.

Nach der Empfängnis macht sich die menschliche Seele an die Arbeit am physischen Leib des Embryos im Mutterleib zwischen dem 18. und dem 21. Tag. Das Embryo wird sichtbar größer und ist physisch geformt, aber der Prozess besteht höchstenteils im Hineingießen geistiger Kräfte durch die Weisheit Gottes. So war auch unser Zustand ab Mitte der atlantischen Zeit, als unser physischer Leib im Unterschied zum Jetzigen eine sehr plastische Bildung darstellte,  auf die die Hierarchien der Himmlischen Sophia bestimmte Wirkungen ausübten. Zweifellos nahm der erste Bodhisattva daran teil, indem er endlos in die geistigen Höhen über das menschliche Gefäß unten hinausragte, das ihm zur Erfüllung seiner Aufgabe diente. Wenn dieses Gefäß starb, erlebte der Bodhisattva den Tod nicht wie in späteren Zeiten, denn sein Dasein war fast ausschließlich geistiger Natur. Das, was er als individuelle Fähigkeit entwickelt, kann auf die Gesamtmenschheit nur unter Wesen widerspiegelt werden, die die uns bekannte Reproduktionsmethode nicht mehr praktizieren und eine unsterbliche ätherisch-geistige Existenz haben. Solche Wesen werden die Bewohner während der Sechsten Wurzelrasse sein, die auf dem schon jetzt entstehenden neuen Kontinent in den Tiefen des Stillen Ozeans leben wird. Worin diese Fähigkeit besteht und wie sie widerspiegelt wird, kann nur ein wahrer christlicher Eingeweihter sagen.

Die gleiche Erhebung über das körperliche Gefäß bestand auch beim zweiten Bodhisattva, der an seiner Aufgabe unter veränderten Bedingungen arbeitete. In der späteren atlantischen Zeit drang das Ich in den physischen Leib ein, rief die Herausbildung der Bewusstseinsseele hervor, wir sahen unseren ganzen physischen Leib, es leuchteten die ersten Strahlen des Denkens auf und der Mensch wurde zu einem individualisierten seelischen Wesen, das „Ich“ zu sich selbst sagen konnte. Trotzdem waren wir weiter von den Göttern bis zum Ende der atlantischen Zeit völlig abhängig, so wie das Kind im Mutterleib von der Mutter abhängig ist. Die Seele arbeitet zwar an dem Leib, ab dem 21. Tag nach der Empfängnis schaltet sich auch das Ich ein, aber nicht sie sind der entscheidende Faktor zum Wachsen des Leibes bis zum Verlassen des Mutterleibes, sondern die Weisheit Gottes. Auf eine ähnliche Weise baute der zweite Bodhisattva durch die Kräfte der Himmlischen Sophia und durch seine eigenen Kräfte eine neue, noch nicht bekannte Fähigkeit aus, deren Widerspiegelung im Menschentum wahrscheinlich in der ersten Kulturepoche der sechsten Wurzelrasse stattfinden wird. Diese Widerspiegelung wird sich eher auf die geistige Tätigkeit konzentrieren, während wir die Fähigkeit des ersten Bodhisattva in der zweiten Kulturepoche derselben Wurzelrasse erleben müssten, aber auf die Ich-Tätigkeit konzentriert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Tätigkeit der ersten zwei Bodhisattvas von der Mitte der atlantischen Zeit bis zu ihrem Ende die Arbeit an unserem physischen Leib zum Ziel hatte und dem Leben des Menschen im Mutterleib ähnelte. Der Ausgang aus der nebligen, sinkenden Atlantis war dramatisch und laut, verlief in Etappen, so wie das Kind aus dem dunklen Mutterleib in Etappen herauskommt, dramatisch und schreiend, um im Hellen (unter dem Himmelsgewölbe) seine selbständige Entwicklung aufzunehmen.

Zu Ende ging die vierte Wurzelrasse mit ihren sieben Unterrassen, bei denen der Faktor der menschlichen Entwicklung zum größten Teil der physische Leib war. Es fing die fünfte Wurzelrasse an mit den sieben Kulturepochen, bei denen wir immer tiefer in unsere Leiber eingehen und unser Seelenleben dermaßen vertiefen mussten, dass wir in uns die Kraft eines Ichs aufnehmen konnten, die einzig mögliche Kraft, die uns in die zehnte Hierarchie verwandeln und bis zum Ende der Schöpfung führen kann.

Der übermenschliche Avatar Manu führte aus der versinkenden Atlantis die mit Hinblick auf die Zukunft fortgeschrittensten Menschen heraus, die fähig waren, das Denken zu entwickeln. Diese Strömung erreichte die heutige Wüste Gobi, die damals eine blühende Gegend war und setzte den Anfang der altindischen Kulturepoche.

Eine andere Strömung unter der Führung der beiden großen eingeweihten Adepten (Schüler des Manu im Sonnenorakel der Atlantis), die später unter den Namen Skythian(os) und Zarathustra bekannt wurden, besiedelte weite Gebiete in Europa und Asien. Dabei hatte Zarathustra eher Asien im Blick, während die Hauptaufgabe des Skythianos in der Teilnahme an der Formierung eines solchen Gemütslebens bestand, das den Logos empfangen und sein Opfer begreifen konnte. Die außerordentlich aktive Tätigkeit der beiden Adepten verlief völlig synchron mit der Loge der Zwölf und Steiner nannte sie nicht zufällig „Bodhisattvas“. Was der dritte Bodhisattva tat, der dem zweiten folgte, lässt sich gegenwärtig schwierig beleuchten. Trotzdem werden wir das unter Anwendung der Analogie versuchen.

Nach der Abtrennung der Nabelschnur des physischen Mutterleibes (der Himmlischen Sophia) beginnen wir, einen eigenen Leib auszubauen, aber zwischen beiden gibt es eine Ähnlichkeit, denn die Verbindung zum mütterlichen Ätherleib bleibt bis zum siebten Jahr sehr stabil. Analog wurde der Faktor der Kulturentwicklung vom physischen Leib während der atlantischen Zeit auf den Ätherleib in der ersten nachatlantischen Epoche verlegt. Die Weisheit der Heiligen Rishi aus dieser Periode war eine vollständige Wiederholung der atlantischen Weisheit und sie wurde durch Bilder und nicht durch Begriffe weitergegeben. Wenn wir uns mit unserem heutigen Intellekt in jene Zeit versetzen und zu sprechen beginnen, würde niemand etwas verstehen. Es standen noch bevor die Verinnerlichung unseres Ich-Lebens und die Einkleidung der großen atlantischen Weisheit in Begriffe, welche in veränderter Form bis zur Zeitenwende floss. Damals existierten die Begriffe nicht und es war nicht wichtig, was der Meister sprach, sondern welche Qualität seine Seele besaß, was sie enthielt und welche Bilder sie in den Seelen der Hörer hervorrief.

Als ein halbkosmisches Wesen und größter unter den Meistern, d.h. Adepten, ragte der Bodhisattva weit nach oben über sein irdisches Gefäß hinaus, ohne wirklich zu inkarnieren und den Tod zu erleben. Indem er nur astralisch mit seinem Gefäß verbunden war, bediente er sich nicht aller Elemente seines Gehirns, besaß keine Verstandes- und Bewusstseinsseele, war aber trotzdem viel fortgeschrittener als die anderen in Hinblick auf seinen Ätherleib. Das ermöglichte ihm, Nachrichten aus den geistigen Welten zu überbringen, Impulse zur Bewegung auf die Zukunft hin zu geben und zum Vorboten dessen zu werden, was die Menschen durch ihren Astralleib in der zweiten Kulturepoche empfinden sollten. Folglich legte der Bodhisattva während der altindischen Epoche im Moment seines Erhebens zum Buddha in seinen Ätherleib etwas hinein, was diesen scheinbar in einen Astralleib verwandelte. Dieses Etwas sollte zum Faktor der Kulturentwicklung in der nächsten altpersischen Epoche werden. Ob das von ihm Aufgebaute nur damals zum Vorschein kam oder auch in einer viel späteren Zeit kommen wird, ist eine Frage, die wir nun zumindest teilweise zu beantworten versuchen werden.

Der Ätherleib ist mit der Zeit verbunden. In einer kurzen Vorlesung sagt Steiner, dass im sechsten vorchristlichen Jahrtausend die Menschheit das große Neujahr auf der Erde gefeiert hat (Neujahrsbetrachtungen, GA 165). Um das Wesen des Erlebten zu erläutern, macht er eine Analogie zwischen den Lebenszyklen der Pflanzen und der Menschen. Beim Traum sind unsere höhere Natur (das Ich und der Astralleib) außerhalb unserer niedrigen Natur (des physischen und Ätherleibes), wobei die erstere schläft und die letztere wacht und in ihr Wachstumsprozesse verlaufen. Am Tage ist es umgekehrt – die höhere Natur kehrt zurück und beginnt im Wachzustand die schlafende niedrige Natur „aufzuessen“. Die Pflanzen schlafen im Frühling und Sommer und wachsen dann, sie sind wirklich wach nur in der Zeitspanne zwischen Christi Geburt und Epiphanie, wenn die Wachstumsprozesse zum Stillstand kommen, aber ihr Bewusstsein vereinigt sich mit dem mineralischen Bewusstsein der Erde. Wir wissen von der Anthroposophie, dass im Frühling das Ich und die Seele der Erde den planetarischen Leib verlassen und sich in die Sternenwelten begeben, wo sie beim verdunkelten Bewusstsein im Sommer die Geheimnisse der Weltweisheit erleben. Im Herbst kehren sie zurück, um sich am Anfang des Winters wieder mit dem planetarischen Mineralreich zu vereinigen, indem sie sich mit dem wachen Bewusstsein in der erwähnten Periode erinnern, was sie bei den Sternen erlebt haben. Bei der Vereinigung mit dem Mineralreich werden die Pflanzen auch für diese Weltgeheimnisse wach und können denken, wie nach ihrem Einfluss im Frühling sie wachsen, Blätter und Blüten bekommen  und später Früchte tragen werden, um ihre Bestimmung zu erfüllen. So wie zum Neujahr das Bewusstsein der Pflanzen (d.h. ihrer Gruppen-Iche) durch das Bewusstsein der Mineralien geht, so vereinigte sich im sechsten vorchristlichen Jahrhundert  das Bewusstsein unserer Seele mit dem Bewusstsein unseres Astralleibes, damit wir die endlose Weltenweisheit im Nachdenken versunken betrachten können. Aus diesem Weltenwissen, das damals erlangt worden war, schöpften Zarathustra und alle Eingeweihten, die nach ihm kamen, sogar die Gnostiker in der Zeitenwende, bei denen seine letzten Strahlen völlig erloschen. Während die Pflanzen einmal jährlich während der Heiligen Tage sich dem Kosmos Auge in Auge gegenüberstellen, wird sich das von der Menschheit erlebte Kosmische Bewusstsein im sechsten vorchristlichen Jahrtausend 12000 Jahre später wiederholen. Steiner gibt nicht das genaue Jahr des ersten Erlebnisses an, damit wir auch das Nächste datieren können. Können wir das nun tun?

Wenn wir nach der Inschrift der Omurtag-Säule in Pliska urteilen können, hat der genaueste Kalender der Welt, der bulgarische Zyklen-Sonnenkalender, als das Jahr 5505 v.Chr. als Anfang, ohne einen konkreten Tag zu nennen.

kalendar na prabulgarite

                                                             Der Kalender der alten Bulgaren

Angel Manev und Tanjo Tanev aus Stara Zagora waren die Einzigen, die ihn untersuchen wollten, indem sie ein interdisziplinäres Herangehen angewandt haben, ohne welches das schwierige, aber inspirierende Thema des Bulgarischen Mysteriums nicht lösbar ist. Was sagen sie?

Angel Manev Tanyo Tanev

                                                       Angel Manev und Tanjo Tanev

Die Astronomen wissen, dass die Satelliten sich um die Planeten drehen, die Planeten – um die Sonne. Die Sonne macht zusammen mit diesen allen während 26000 Jahre eine volle Umrundung des Tierkreises, indem sie sich um einen doppelten Stern im Sternbild Fische dreht, der Zeta Piscium bzw. Revati heißt.

Von Sri Yukteswar, dem Guru des bekannten Paramahansa Yogananda, erfahren wir über eine andere Umrundung im Rahmen der vorherigen, die zwei Mal 12000 Jahre dauert, wobei die erstere von dem Frühlingsgleichtag abhängt und die letztere – vom Herbstgleichtag. Beide Umrundungen stehen in Relation zu einem Zentrum, das im Osten „das Tor zum Unsichtbaren“ genannt wird, dort ist der „Sitz Brahmas“. Wenn der Herbstgleichtag in das Sternzeichen Widder kommt, ist die Sonne diesem „Tor“ am nächsten und unsere Verstandes-sinnlichen Fähigkeiten sind in ihrem besten Zustand, um in die Geheimnisse der geistigen Welten einzudringen. Nach 12000 Jahren, wenn sich der Herbstgleichtag im entgegengesetzten Sternzeichen Waage befindet, versinken wir am tiefsten ins Materielle und unsere geistigen Fähigkeiten sind am schwächsten. Daran schließt sich eine aufsteigende Entwicklung an, um wieder den höchstmöglichen Zustand nach 12000 Jahren zu erreichen. Das Ende der absteigenden Hälfte der 12000 Jahre und der Anfang der aufsteigenden sind mit dem Stern Mesarthim (Gamma arietis) aus dem Tierkreis Widder verbunden. Manev und Tanev prüften astrologisch jeden Tag des Jahres 5505 v.Chr., indem sie die Sternenkonstellation suchten, in der sie den ersten Tag des bulgarischen Kalenders finden konnten. Und sie fanden ihn: den 15. August! Das Sternbild an diesem Tag ist wirklich beeindruckend: alle Planeten, einschließlich der Sonne, sind über dem Horizont, fünf von ihnen, einschließlich der Sonne,  kulminieren in Jungfrau, Jupiter kennzeichnet die Zeitenwende und unten geht Lilith mit stark stagnierenden Kräften auf.

Der Moment, in dem der Mond die Trennungslinie zwischen Zeta-Revati im Sternbild Fisch darstellt und sich mit Mesarthim im Sternbild Widder vereinigt,  schlägt den Gong zum Zeitenwechsel. Die beiden Forscher haben diesen Moment sogar fixiert – um 9 Uhr 49 Minuten und 7 Sekunden. Aus einem persönlichen Gespräch mit Manev weiß ich, dass wir damals nicht nur zu einer materialistischeren Weltanschauung übergingen, sondern das auch der Augenblick unseres Abstiegs von der geistigen zur irdischen Existenz war. Kurz gesagt, das war  der Tag der Schöpfung! Die alten Bulgaren haben mit Sicherheit nicht so gedacht. Trotz der falschen Schlussfolgerung, ist der Beitrag der beiden Forscher Tanev und Manev unbestreitbar und verdient Respekt. Der Kalender selbst ist dem Kalender aus den apokryphen Henochbüchern sehr ähnlich. Henoch bekam diesen Kalender während der atlantischen Zeit durch den Erzengel Uriel, aber erst nachdem er „in den Himmel geholt worden war“. Ob Henoch die fünfte semitische Unterrasse symbolisiert, deren Samen die fünfte Wurzelrasse begründete, ob er der erste oder zweite atlantische Bodhisattva war oder etwas anderes, wissen wir noch nicht, aber wichtiger in diesem Fall ist die Tatsache, dass Uriel mit dem Äon des alten Saturns verbunden ist, als die Zeit entstand. Nur die ältesten Völker hatten das Privileg eines engen Kontakts mit dem Hüter der Weisheit der Zeit.

Ein anderes interessantes Element im bulgarischen Kalender ist die Nutzung der Zahl 12 als Hauptzeitzyklus, und diese Zahl entspricht der Periode, in der der Weisheitsplanet Jupiter die Sonne umrundet. Wir können das Datum 15.08. hinzufügen, das in der christlichen Ära zum Fest der Jungfrau Sophia wurde – der irdischen Vertreterin der Weisheit Gottes.

Indem wir alle Tatsachen berücksichtigen, können wir erklären, dass im Jahre 5505 v.Chr. die Menschheit das große Weltneujahr auf Erden erlebte. Damals wurde der dritte Bodhisattva zum Buddha, wohnte den Weltgeheimnissen der Weisheit bei und prägte sie sich seinem Ätherleib ein. Später machten die Bulgaren dieses Jahr zum Anfang ihres Kalenders. Als das für die ganze Ich-Evolution der Menschheit verantwortliche Volk waren sie immer mit der Bodhisattva-Loge verbunden, denn ihre Hauptaufgabe besteht gerade im Aufbau des Ich-Bewusstseins im Menschen. Da er in diese Richtung wirkte, konnte das durch den dritten Bodhisattva im Ätherleib Ausgearbeitete in der zweiten nachatlantischen Zeit in den Astralleibern der damaligen Menschen widerspiegelt werden, denn das Erlebnis des Astralleibes wurde zum Faktor der Kulturentwicklung.  Während die vorausgegangene Kulturepoche eine spezifische Wiederholung der polarischen Zeit war, als die Einheit herrschte, trat nun die Trennung zwischen Gut und Böse auf als Widerspiegelung der Trennung in der hyperboräischen Zeit der Sonne, d.h. des Guten, vom Mond (mit der Erde), d.h. dem Bösen. Das vom dritten Bodhisattva Aufgebaute kam zum Vorschein! Wenn wir wieder den ausgewählten Schlüssel zum Begreifen des Bodhisattva-Mysteriums anwenden, können wir Folgendes feststellen. Nach dem siebten Jahr stößt das Kind die Ätherhülle der Mutter zurück und beginnt, sich einen eigenen Ätherleib auszubauen, obwohl es immer noch von der  mütterlichen Ätherhülle abhängig ist. In der gleichen Abhängigkeit befanden sich die Menschen der zweiten Kulturepoche, die den Einfluss des Ätherleibes des dritten Bodhisattva empfanden, der in ihnen als Astralleib wirkte. Durch diesen Einfluss erlebten sie in ihren Astralleibern den Übergang von der Eins zur Zwei, der sich am deutlichsten im alten Zarathustra zeigte, der vom Sonnengeist Ormuzd und dem düsteren Mondgeist Angra Manyu sprach. Er war der erste Mensch auf Erden, der derart durch das Produkt des dritten Bodhisattva durchleuchtet war,  dass er in seinem Astralleib das im Weltneujahr Erlebte und das durch die heiligen Rishi der vorhergehenden Epoche in Bildern ausgesprochene Wissen über die geistigen Welten verstehen konnte. Nicht nur hat er das mit seinem Verstand begriffen, sondern er begann es in menschlichen Begriffen zu formulieren und an die Schüler in seinen Schulen weiterzugeben. Als der erhabenste Nachfolger des dritten Bodhisattva wurde Zarathustra zum menschlichen Urbild des Erkennens des Bösen. Er wirkte als eine Brücke, über die sein Lehrer seinen eigenen Weg zur siebten nachatlantischen Kulturepoche wies, wenn die von ihm entwickelte Fähigkeit als die Kraft zum Erkennen des Bösen widerspiegelt werden wird, aber nicht durch den Ätherleib, der als Astralleib wirken wird, sondern durch den zum Ätherleib hinuntersteigenden Lebensgeist (das Budhi-Prinzip). Letzterer ist eng mit dem Kosmischen Christus und der Loge der Zwölf verbunden. Dann werden wir im Jahr 6495 n.Chr. wieder das Weltneujahr auf Erden erleben, der Mond wird sich mit der Erde vereinen und die lange vorher entstandene „Rasse der Guten“ muss nicht nur die Kraft zum Erkennen des Bösen im zurückkehrenden Mond besitzen, sondern auch die Kraft ihrer Transformierung in Gutes. Das Urbild der zweiten Kraft ist der Gottesmensch Christus mit seinem ersten und zweiten Golgatha, und zum menschlichen Urbild musste einer der Zwölf werden.

Hier wird die Tragödie des Ostens sichtbar, der Christus nicht begreift. Wollen wir uns an das von Sri Yukteswar Geschriebene halten, müssten wir im besagten Jahr 6495 dem „Tor des Unbekannten“  am entferntesten sein, mit den schwächsten geistigen Möglichkeiten und folglich völlig unvorbereitet zur Rückkehr des Mondes. Können wir ihn zur Übereinstimmung mit Steiner bringen? Ja, das können wir! Das Verbinden mit dem Mond bedeutet praktisch den Übergang unseres Ich-Bewusstseins durch das Bewusstsein unseres Astralleibes und dieser Prozess wird nämlich das Erlebnis hervorrufen, das Steiner „das Weltneujahr auf Erden“ nennt. Wir werden dann dem Tor zum Unbekannten am entferntesten sein, aber wir müssen vorher eine solche Ich-Kraft entwickelt haben, dass wir die Prüfung in der Art meistern können, wie sie der Erlöser am Kreuz vorführte, der damals seinem Vater am entferntesten war! Die Rückkehr des Mondes wird ein solches kolossales Entfachen des Bösen in den Astralleibern der „Rasse der Bösen“ bewirken, die die Christus-Kraft nicht aufgenommen hat, dass sie den Krieg aller gegen alle entflammen wird als den sichtbaren Ausdruck des Versinkens eines Teils der Menschheit ins Materielle. Nach Ende dieses Krieges wird auf dem neuen Kontinent eine aufsteigende Entwicklung und ein allmähliches Nähern zu Brahmas Sitz wieder im Laufe von 12000 Jahren beginnen. So können sich die östliche und die westliche Weisheit in der Anthroposophie treffen, um das Bodhisattva-Mysterium besser zu begreifen, in dem der Christus-Wille ans Licht kommt und kommen wird bis zum Ende der physischen Existenz der Erde. Wir werden nun unsere Reise fortsetzen!

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Ein Gedanke zu „Die Bodhisattvas – 1. Teil

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